SchrifHeitung, Veiwalhini'und Buchdruckere! fTelephon 23-67, 25-68, 25-69 Marburg a. d. Drau, Badgasse Nr. 6 ♦ Anzeigen und Abonnements-'Annahme in der Verwaltung ♦ Bei Anfragen Rückporto beilegen Preis 10 Rot lirsclteint wöchentlich sechsmal (mit Ausnahme der leicrtage) Bezugspreis: Abholen monatlich RM 2.—, bei Zustellung RM 2.10 Einzelnummer RM 0,10. Unverlangte Zuschriften werden nicht zurückgesandt Waniuigtr geitung !3lr. 126 !>n:ar6uro a. 3>rau 3)onner0tag, s. 3unt I94i 81. Uo^rgang Gewaltige Beute auf Kreta Zahlreich» Panierkampfwagen und Geschütze, grosse Mengen an Munition. Belcleidung und Lebensmitteln von den flüchtenden Engländern zurückgelassen neber 8000 Briten in Kreta gefangen Bombrn auf Industrieanlagen in Ettax und SUdangiand / Wirlctame Angriffe gegen Hull Berlin, 4. Juni. Das Oberkommando der Wchrmaciit jfibt bekannt: Bei den Kämpfen aui der Insel Kreta wurden nach blßherHten FeststeUunxen mehr als 8000 Briten und rund 4000 Qrie-clien gefaflgengenommen. Zatilreiche Panzerkajnpiwagen und Geschütze sowie große Mengen an Munition, Bekleidung und Lebensmitteln konnten erbeutet werden. Die Luttwaffe bombardierte am gestrigen Tage Industrieanlagen in der Grafschaft Essex und in Siidengland. Nordostwärts der Orkney-Inseln versenkten Kampffkjgzeuge in der letzten Nacht ein Handelsschiff von 4000 brt und beschädigten vor der Nordküsto Schottlands zwei große Frachtschiffe schwer. In der Nacht zum 3. Juni erzielten Torpedoflugzeuge zwei Treffer ein un')-Ueres britisches Kriegsschiff. Wirksame Angriffe der Luftwaffe richteten sk;h in der letzten Nacht gegen den Yersorgungshafen Hull und gegen Hafen-' anlagen an der englischen Süd- und Ost-1 kUste. In Nordafrika lebhafte beiderseitige Artillerietätigkeit vor Tobruk. Verbände i deutscher Sturzkampf- und Zerstörerflugzeuge griffen am 3. Juni wiederholt Ziele um Tobruk an, vernichteten im Hafen ein Transportschiff inid erzielten Treffer in einer britischen Flakstellung. Der Feind flog weder bei Tage ttocli hei Nacht in das Reichsgebiet ein. In der Zelt vom 20. Mal bis 1. Juni verlor der Feind 20 Flugzeuge. Hiervon 14 Flugzeuge im Luftkampf, durch Nachtlager und Flakartillerie, zwei durch Minensuchboote abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen zehn eigene Flugzeuge verloren. Es hageh Vorwürfe BITTERE ERKENNTNISSE DER LONDONER PRESSE'— SCHARFE KRITIK AN DER ENGLISCHEN LUFTWAFFE S t 0 c k h 0 1 III, 4. jiini. | und die Engländer sind wieder einmal Die Londoner Korrespondenten d.-r 1 gezwungen, ein Schlachtfeld als Hesit'Rle schwcdischen Presse heben am Mittwoch j mit schweren Verlusten an Menschen liie bittere Kritii< hervor, die die Resamte | und Material zu verlassen.« fMglischc Presse gcRcn die militärische i Die Vcrsuclic der LMiKÜschcn Prc^.sr», Ueltun« im Zusaminonhai>;j mit der Nie- ! Dcnlschlmul iiaciitcilik'c RücKwtrkim-on derlage auf Kreta riditct. j «»i's ücni Krctafcldnig nM/,iulichloii. tut Der Korrespondent von »Dagens Nyhe- j »Stiaiigliai LnchIiil: l-oi^t« mit foi^icii-ter« schreibt, zum ersten Mal während j , . des Krieges würden die härtesten Vor- * 1 ^ m würfe eeicii die l-citung der cnglisclicit man hchaup»«, dio Moral In Dciilschli.nd 1 Her iiift-! ^vürde Infolge des Krcta-i eldzuges lel- den. nie Moral leidet nicht Infolge militärischer Iriumphe.« • " „Abfichwächung sinnlos" Ncwyork. 4. .Iiini. Jeder Versuch, die Bedeutung der britischen Niederlage zu verkleinern, sei sinnli^s. Der Resilz der Insel sei für die Deutschen wertvoll. Die Engländer hätten Zehntausende von Soldaten verloren. Luftwaffe erhoben. So schreibt der luft militärische Mitarbeiter der »News Chro-nicle«: Der Sprecher der Royal Air Force in Kairo habe erklärt, daß die deutsche Überlegenheit in der Luft, die die Deutschen von Jugoslawien über Griechenland bis nach Kreta hin geschützt habe, nicht t>>er Kreta hinausreichen könne und daß es für deutsche Operationen gleicher Art über Kreta hinaus keine Möglichkeit gebe. Diese Behauptung sei sinnlos, sie sei ein neuer Beweis für die Tatsache, daß innerhalb der Führung der Royal Air Force immer noch Männer frei herumliefen, die noch nicht eingesehen hätten, daß dieser Krieg vor allem ein Luftkrieg mit Flugzeugen als hauptsächlichster Waffe sei. Die »Times« schreiben, daß die Kritik nnbeilingt eine Antwort erhalten müssL', wobei die wichtig.sto Frage sei, in wcl-fhcn» Umfange und zu welchenj Zeitpunkt man t;ewul^t habe, daß Kreta ohne Unterstützung seitens der Luftwaffe habe verteidigt werden müssen. „Unehrlich und kurzsichtig" USA-Blätter gegen die dummen englischen Reschönigungsmanöver Schanghai. 4. Juni. In bisher unerreichter Schärfe geht die hie.sige nordanierikanische »Shanghai Evenhig Post« mit der englischen Presse ins (iericlit, deren krampfhafte Versuche, die liedeuiung des Verlustes von Kreta abzuschwächen, sie als »unehrlicli und kurzvichf'g« bezeichnet. Die Zeitunii schreibt: »D'e Kämpfe um Kreta waren ein gro* Uer Erfolg Deutschlands und eine schwere Niederlage Englands. Der Suezkanal Ist ernstlich bedroht und Englands Ste'lunx im östlichen Mittelmehr so gut wie erledigt. Das Gesetz des Handelns Ist unverändert fe»t in deutscher Hand □er King verleiht wieder Rück2ur|5orden Madrid. 4. .Iiini. Tür 1k' ;indcve Verdienste bei der Zii-riickziciuiir,!: hritisi'her Trnp.iien -vnn den Klistoii (iriecli^'nliiiuls<. i.si. wie dor Londoner Naclirichlendicnsl meldet, Vizeadmiral W'ippcl zum Ritter des lialh-Ordens crnaniil worden. Was den »Heroen von Aiulalsncs und nünklrclien recht Wtir. isi naüiilich nnch dem »siccrclijlicn .^riccliisclieii Riick-zilglcr hillig. Jeder verdient sich seine Orden so gut er kann, und die Briten können es eben nur mit Retiraden. , Walirschcnilicli wird das lieiH crfl-Iienc »New York I'ost« stellt in einem Arii-' Schrnnckstilck auf dem 1 leidem iickeii k'e-ke! zur F.itinahine Kretas fest; i tragen. Flugplätze auf Malta bombardiert R 0 m, 4. Jmii. Der italienische Wehrmachtsbericht hat folj^enden Wortlaut: Das Hauptquartier iler Wehrmacht yibt bekannt: Unsere Flugzeuge bombardierten in der Nacht zum Miittwoch Flugplätze der Insel Malta. In Nordafrika wurden die Luftangriffe auf Tobruk wiederholt und Batterien und vor Anker liegende Schiffe getroffen. Ein Dampfer wurde in Brand geworfen. Ein weiterer Dampfer wurde östlich von To-' riik angegriffen und in Brand geworfen. Im Luftraum von Sollum sciiosscn unsere Jclger zwei Hurricane ab. Ein feindlicher Bomber wurde von der Flak unserer Torpedoboote ai^geschosscn. In der Nacht zum 3. Juni hat der Feind einen F-Iinflug auf Bengasi durchgeführt. In Ostnfrika hült der hartnäckige Widerstand und die nncrmüdlichc Tiit\!;kcit unserer Garnisonen und beweglichen Kolonnen allenthalben an. Im Gebiet von Galla und Sidamo Artillerietätigkeit ani^Omo-Bottego. Englischer Luftangriff auf Beirut luni. (icnf, 4. Aus Vicliy wird berichtet: Vier englische Bombenflugzeuge griffen am Mittwoeh vormittag um MS Uhr f^eirut un. Sie warien, su meldet Ol 1, zahlreiclie Bomben über den Erdöltanks und den Anlagen der Shell-Gesellschaft ab. Hill Ikliälter wurde zerstört, tiiiiigc der (jcsellschaft gehörende Gebändc gerieten in Brand. Durch ß(^mhensr)litter wurden ein fran/.ösiscIiL'r Offizier und ein Soltjai verletzt. 3lutige Zusammensiösse in Bagdad Bisher 70 Zivilisten von den lingländcrn erschossen (ienl, 4. Juni. Zwibcheu den in Bagdad cinmarschiO' fciidcn britischen Truppen und der Zivilbevölkerung kam es, wie United Press berichtet, zu heftigen Zusammenstößen, bei denen die Briten mit Maschinengewehren in die Massen der arabischen Be-\ülkeruiig hineiiischossen. Mehr als 70 Todesopfer seien bisher unter der Zivilbevölkerung zu beklagen. Auch in Kazi-nien sei es zu Zwsichcnfällun gekommen, als englische Truppen irakische l^'rei-schärler, die in einer Moschee Znfluclit gesucht hätten verhafteten. Die Bevölkerung. die zusammenlief, sei von den Briten mit Maschinengewehren auscinan-dergilriebeu worden. „üeeiheit det Meece" Völkerrecht und amerikanische Willkür Von Konteradmiral G a d o w »Das Kriegs- und Völkerrecht«, schricb Lord Grey of Fallodon in seinen Erinnerungen, »ist sehr elastisch und von uns bald so, baki so ausgelegt worden«. Auf kein Kapitel dieses Reehtsbcreiehs trifft dies mehr zu als auf das von der r^Freiheit der Meere«. Welche Mil^verständnisse, absichtlieh oder unbewußt, zu diesem Punkt umgehen, zeigt die Antwort eines Iranzü-sischen Admirals während der (ienfcr »Abriistungs«-Debatlen auf die l'ragc, was er unter dieser Freiheit verstehe. Kr meinte: »Handlungsfreiheit, Freiheit zu militärischen Aktionen!« und hatte ilamit das getroffen, was die »Sieger« von 191« darunter verstanden: ihre imbcgrenzio Machtbefugnis auf See. In Wirklichkeit ist mit ^/Freiheit der Meere« etwas ganz anderes gemeint, nämiich nach Hugo (>otius (HiOO) der völkerrechtliche Grundsatz, daß alle Staaten für sich uml ihre Staatsangehörigen die Benutzung iles Meeres beanspruchen können, insbesondere daß neutrale I Staaten im Kriege unter sieh und mit den I Kriegiiilirenden freien Handelsverkehr ireil>en können, ausgenommen mit Bann-' uare, die der Ijesclilagn.ihme unterliogl. Diese (irundsät/.e sind Bestandtfi! der ! Seereehtserklärun^; von l'aris den li.'i.'Jg IIKIT lind l.oiuloii il.HI!). Sic sind .\usdruek iler Beiliirfnisse seluvacliercr Seemäehle gegenüber stärkeren, wurden ilaher von l^nglaiid praktisch niemals an-erk.innt und, von seinen Völkcrrechtsleh-i'ern w'w Howles sogar als eine Art Attentat gegen dii- hriti>^che Seeherrseti.iil betrachtet. Diese von Neutralen .-■.u fordernde Pjbsierfrciheit ist im Kriege — und vor allem auch im gegenwärtigen — also praktisch nicht vorhanden, und zwar auf Veranlassung Englands, welelus das Völkerreeht dahin auslegte, daß es ■'ii-nächst überliaupt keine bannfreien Waren mehr gab, und ilaß die Neutralen nicht nur am Seeverkehr mit FV'Utschland gehindert, sondern direkt aiil Rationen nnil unter Kontrolle ihrer eigenen Ficdürf-nisse gestellt, ihre Schiffe aber tinrrh Druckmittel oder Gewalt zur Dienstlei-. stnng für linglanti gezwungen wurden. Die Haltung der Vereiiiigien Staaten in dieser Frage ist das schönste Beispiel, wie die Rechtsansehanung von der Machtlage abhängig gemacht wird. Im 1H. Jahihundert standen lie US.\ in Opposition gegen ilie Unlrciheit des Privat-eigLntums auf See, ausgenommen in ihrem Bürgerkriege ISfil—65, wo die Nordslaaten keineswegs einen freien fremden Seeverkehr mit den feindlichen Südstaaten zuließen, sondern sich ganz auf den sonst bekämpften, englischen Blockadestandpunkt stellten. Im Weltkrieg erneuerten die USA zunächst die grundsätzliche Forderung nach freiem Seeverkehr, so lange nämlich für sie die Frage des besten Gcschäftsgewinns nicht geklärt war und das überwiegende Interesse am Handel mit Fngland sich nicht durchgesetzt hatte. Damals erhoben die USA gegen Iingland eine Reihe von Protesten wegen der Kontrolle der amerikanischen Schiffahrt, ohne jedoch energische Schritte zu planen. Dber die beste /\rt, diese I^roteste zu be;intwortcn, unterwies der amerikanisclie Botschafter Page ilann die englische Regierung persönlich. Immerhin Iiielt Wilson noch in seinen >■>14 Punkten- an der amerikanischen I-orderung nach der tatsächlichen Freiheit Seite 2. xMarburper Zeituiißv 5. Juni 1941 Nummer 126 Ufr Mceic* fest, kdoch schon am 5. November 11H8 überließ eine Note der USA die Entscheiduiip; darüber den Westmächten, und in Versailles fiel der Punkt mit anderen geräuschlos unter den Tisch. Hiernjit hatten die USA eine Wendung vollzogen, die nur höchst unvollkommen durch die Anregung zu einer neuen See-lechtskonferenz verdeckt wurde. Aus dieser ist nie etwas gewf)rdcn. Denn man ^land nach ilen starken Aufrüstungen seit l'Jlt^ nunmehr neben England als gleicii-berechtigte und seit 1922 auch als ungefähr gleichstarke Seemacht und hatte zu pruftNi, ob nicht damit eine Auslegung tirs Sevreclites nach engliscliem Muster den grüf-^eren Vorteil gewährte. Jedenfalls war im gegenwärtigen Kriege zunächst von einer amerikanischen Betonung der alten urspriinglichen Formel nichts /A\ hüren. Vielmehr schwiegen die USA ebenso zu den willkürlichen Sperrmaßnahmen l^nglands gegenüber Deutschland und den umgebenden Staaten, also /u der englischen Praxis der Navicerts, Ursprungsscheine, Konsularaufsicht und Kontrollhäfen, wie zu den berechtigten deutschen Abwehrmaßnahtneii; Warnung der Schiffahrt vor den Kriegszonen, Bekämpfung aller bewaffneten oiler im feindlichen Cjeleil fahrenden Handelsschiffe usw. Das Neutralitätsgesetz hatte ja im gleichen Sinne und in der Absicht, Kr)nflikte /u vermeiilen, den Vt,'rkehr .'Miierikanisclier Schiffe und Bürger im Kriegsgeliiet verboten, womit auf die »Freiheit der Meere« verzichtet wurde. In derselben Richtung lag der panameri-kanische »Beschluß« vom 3. Oktober 1939, eine »Sichcrheitszone« von 300 bzw. 100 Seemeilen um den amerikanischen Kontinent zu legen, in dem keine Kriegs-handlungen vorkommen dürften. England hat dies abgelehnt, die USA schwiegen da/.u. Nur der Protest vom 8. Dezember 1939 gegen die von England verhängte deuIsche Ausfuhrsperre__die für Amerika lästig war — erinnert noch an selbständige amerikanische Auffassung. iJie neue Wendung ist nun da. !m schon bekannten Stil des gleitenden Übergangs Avurde erst der AAarineministor Knox \"orgeschickt, inu die Kriegsagita-lion mit ilieser alten »Freiheits<-Forderung neu /.n beleben, iciloeh diesmal wie- eh Ncw York Herald 1 ril une« . Akroipoli-s ausplünderte und die bedeutendsten Kunstwerke nach London über einen aufk'rordentlich großen Ton nagemangel auf den Schiffahrtslinien zwischen Newyork und den süd- tmd osi-afrikanischen Häfen. 50.000 Tonnen Fracht lagerten nach dem Bericht des l^lattes Ei^de April in den Vereinigten Staaten und keimten nicht abtransportieit werden, weil kein Schiffsraum verfügbar war. Zu dieser Fracht gehörten wichtige Lieferungen für die Südafrikanische Union. Es »jesfänden auch wenig Aussichten auf Besserung der Lage, da aller Schiffsraum auf diesen Linien bis Alitte Juni bereits vorbelegt sei. Naive Da/.u konnnt, wie das Blatt weiter berichtet, ilie große Verstopfung der süd-alrikanischcn Häfen, die ibror heutigen p; Aufgabe niehl de?^ h...«L..vi, T^uiiwi., .MCI ciif uiiv: IHUIII II'- sehen können. Während früher die Hin- ins Britische Museum schaffen ließ. Und dies ist nicht der ehizige Fall von Raub fremden Kulturgutes durch F^ngländer. Der Gedanke lag für die britische Agitation also nahe, auch in dieser Beziehung dem Ciegner einen Vorwurf anzudichten, der gegen England selbst mit Recht erhoben wird. „Zerstörungen in den Städten Kretas" Klagen des emigrierten griechischen »Justizininisters« 15 e r 1 i n, 4. Juni. Justizjuinister müßte eigentlich itifgabe niehl gewachsen seien. Infolge- i i-> .. r i "n i* n u •> e-sen müssen die Schiffe oft Wochen ' genau Bescheid indurch warten, bis sie ihre Fracht lö-M ..chen können. Während früher die Hin- .»juistiznnnister« DunitrakaK"- und Rückfahrt zwischen den USA und 1^'!? Südamerika im Durchsehnitt dreieinhalb! Mitglied der englandho Monate in Anspruch nahm, werden jet/.i c/J mindestens viereinhalb Monate bencitigt. i L i^ll ben()tigt Amerika besteht aus zwei Welmen M a d r i d, 4, Juni, Die Madrider Presse protestiert tiiglich gegen die alten Argumente, mit denen Roose\eIt seine l'.innii'^i'luing in den eiiro-päischen Kru'g begründen will. Die Zeitung »Alca/ar« bczelcbiie; Roo- Diinitrakakis, geflo-englandhöri-nun ;id- ten Kretas, die von deutschen Fliegern angerichtet worden wären. D'ese Klagen hängen völlig in der Luft, denn der sogenannte Jusflzminister weiß recht gut den Grund für diese Zerstörun-r;cn. »Die Moral der Bevölkerung war ausgezeichnet«, stellt er fest, ^>Zivili8ten aller Bevölkerungsschichten und aller Al-!' r. klas en von 15 bis 70 Jahren griffen die Deutschen mit allen ihnen zur Verfli- seveUs These von der Einheit Amerikas ' !;mig stehenden Mitteln an.« Griechische Grausamkeiten Empörung in Bulgarien über die Miß-hp.ndhmg deutscher Soldaten Sofia, 4. .Tun). Die Mil.lliaudiung deutscher Soldaten durch die Zivilbcvöl'küi'uiig auf Kreta hat in der bulparisclien Öffentlichkeit aufrichtige Anteilnahme und Empörung hervorgerufen. Die Zeitung »Sora« bezeichnet im Leitartikel diese Mißhandlungen als erschütternd, gemehi und unmenschlich zugleich und fügt hinzu, daß solche griechischen Grausamkeiten für Bulgarien keine Neuigkeiten darstellen. Zum Beweis hierfür erwähnt der Verfasser u. a. das Protokoll der Carnegie-Stiftung über die griechischen Grausamkeiten liesonders während des zweiten Balkankrieges. Die griechischcn Greueltaten werden . allgemein aufs schärfste in der hiesigen Öffentlichkeit verurteilt. Die Abendzeitung »Vecer« erklärt, das bulgarische Volk, das solclie Grausamkeiten von selten der Griechen selbst zur Genüge erfahren habe, empfinde ein um so herzlicheres Mitgefühl mit dem deutschen Volk. Solche barbarischen Erscheinungen könnten niemals ohne verdiente Vergeltung bleiben. Selbstmord des Verräters Cotlet Rom, 4. .luni. Wie »Messaggero« aus Beirut gemeldet wird, hat der berüchtigte französische Verräteroberst Gollet in Palästina Selbstmord verübt. Oberst Collet hatte bekamitlich vor Qinlgen Tagen versucht, mit seinem Bataillon von Syrien aus nach Palästina überzutreten, um sich dem Verrätergeneral De (iaulle zur Verfügung zu stellen. Dieser Versuch mißlang jedoch, denn seine Truppen weigerten sich, ihm zu folgen. Collet flüchtete deshalb allein. Chinesische Soldaten desertieren in Massen Der l>folg der japanischen Maioffensive in Süd-^hansl Schanghai, 4. In einer abschließenden Übersicht über die Maioffensive der japanischen Truppen in Süd-Schansi gab der Sprecher des japaiüscheii Militärs, Oberstleutnant Akizama, bekainit, daß das auffallendste Moment dieser Kämpfe die Massendesertion chinesischer Soldaten gewesen sei. Akiyania schätzte die Stärke der chinesischen Truppen in Süd-Scliansi auf 150.1)00 Mann. Hievon seien 40.00Ü gefallen. 20.000 gefangen und weitere bO.OOO desertiert. N'ummer 126 »Marbui^er Zettung« 5. Juni 1041 Sefte '3. Dfitisdie Fhtt&i^fifxjnkfe Amche ^Deutsche Wkhfige miHfv. Simmelputtkte noeaefr Englands Verteidigungslinien fnicht ersetzt werden kann und die Un- nilän^hchkeit der übrig bleibenden Tonnage für die Versorjrung Knglands immer größer wird- Diese Tatsache nötigt dem Alarinemitarbeiter des »Mancfiester Quar-diati« l.'ic britisclic Prüpajjanda übersclilaßt sich in Versicherungen einer Unangreifbarkeit GroB-britanniens. Die amerikanische Zeitung s.Daily Mirror« lüftet das Geheimnis der britischen Vertcidigungsmethodcn chircli eine Karte, die liier wiedergegeben wird. Auf den naiven Leser mag dieses Schema der Verteidigung des britischen laselreiches Eindruck machen — und dennoch wird er sich zugleich sagen, daß Deutschland im Besitz der gesamten Gegenküste unvergleichlich größere Möglichkeiten lies Überraschungsangriffes hat. Zählt er noch y\\ diesem Vorteil die Tatsache hinzu, daß die Deutschen eine einzigartige Kriegserfahrung l>esitzen, so wird er trotz aller britischen Illu-sionspoHtik anerkennen, daß der deutsche Angriff auf England, wenn er einmal einsetzt, .'luch sein Zipl erreichen wird. Versinkende Macht »Das Uitgetüm des 20. Jahrhunderts« Berlin, 3. Juni. Mit jedem britischen Schiff, das in Jcii Finten versinkt, geht auch ein Stück des englischen Ansehens als Weltmacht zur See amter. Das weiß m-an in London, inid auch aus diesem Grunde hat Churchill wieder erst tagelang gebrütet, ehe er sicii 0()ts-Alarm!! J Schotten (»ffnen sich, Tritte klappern über das Deck, halblaut».' Befehle klingen HK, Gro'be See, Gi'scht schäumt über ilas Deck des Vorpostenbootes, das nur langsam, Sipnung um Sprung, vorwärts stam/pft und sich in den grauen Nebel hineinschiebt wie 'ein Tier auf lauernder Fir»ch. Oft reckt sich der Bug hoch in die I.uft, dann schießt er wieder in die Tiefe hinab, und der Moses steht bleich an der Reling und meint; »Wenn wir nur nicht über den Achtersteven gehen!« »Dunun lüg, Jung. Halt's Maul!« herpcht der Schniaddmg ihn an und schiebt ihn wieder auf seinen Posten zurück. Wenn ein Windstoß oder ein Liciit-fleck die diesige Luft aufhellt imhI die Sicht auf die Brücke freigibt, ist in der grünen Tarnfarbe die im Dunst etwas verwischte Zeichnung eines Fuchses zu sehen eines schleichenden Meisters Rei-neke mit listig-verschlageneni Gesicht. Dieser Fuciis ist das Wahr7cichen der Flottille, der erst kürzlich wieder der Abschuß einiger Britenbomber gelang, er kehrt auf /illen Booten in neuer Gestalt wieder, hier kriechend, dort auf der Lauer ■und drüben im Sprung vorwärtsstürmend. Die Boote ha'ben sich ihr Wappentier inzwischen verdient, denn fuchsgleich , schleichen sie durch die See, immer auf der | Lauer, ob ein feindlicher Flieger sich zeigt, ob ein Sehrohr aus der endlosen Wasserfläche auftaucht, ob graaic Schat-Icn an der Kimm zii gegnerischen Einheiten wvrden. Und listig und verschlagen , pirschen sie sich an den Gegner umd j fürchten sich selbst vor überlegenen Kräften nicht. Die Funk- und Horchgeräte belatrschen Luft und Wasser, die Augen der Sceleutv, mit scharfen Gläsern bewaffnet, gleiten von Fleck zu Fleck, von Woge zu Woge, und sobald sich etwas Verdächtiges bemerkbar macht, weiß auch die Kü'Ste Bescheid und wappne* sich. Der Posten Ausguck, 'ein Matrosengefreiter, nimmt das Glas vom Auge, wischt die Nebeltropfen a-b und schnüfielt dann in die Luft. Er ist ein alter pomnierschcr Fischer, alt nicht an Lebens-, aber an Fahrtjahren, einer, der mit Seelreinen auf die Welt gekommen ist und der schon airf dem Boot ftthr, als es noch Fisehdampfer war und von den kommenden füchsischen Aufgaben nichts wußte. ;>Siehst du den da?<5: ruft er doin iungen Kameraden zu, tler einige Meter (pjcrab Ausguck liält, und deutet auf einen weißen, schwär/.schwingigen Vogel mit gelbem llalsritig, iler wie eine riesige Möve aussieht und in tstorchengleichem FUnj das Boot umkreist. »Dat 's der |an van Gent. Wenn idi. Wnsserlminbcn noch doli los, verlaß dich drauf! : : klar'^ uoomncn Unsere Fallschirmjäger auf Kreta i).'is f5ikl zeigt, wie sie eben eine kurz,'.-K;inipfpaiise henützcn, um sicli mit einem Trunk Wasser zu erfrischen. auf, und in Sekuiulen^ehneile hat jeder .V\aiin LÜe Gefechtsstation besetzt, Wie ein elektrischer Schlag ist es dnrcfi das Bout gegangen, alles scheint noch gespannter, noch g.iiallter, jedes private Wort verstimiMil, und in den Gesiehtern der Männer liegt ein harter, fast kühler Zug; Während die Gläser weiter liie Wasscr-lläche absiichen, während die Horchgeräte arbeiten, worden an der PeüiiL;; clie Wasserboniben geschärft. .\ui' i'inn;al deutet ein Finger irgendwo hinein in ilas grangrüne (ictanze der Wogen: >>Da da ist was! Ja, ein tlunkler Punkt hehl sieh vom ^ftaiTSri II E Ii Itatjenisctw BebwiL Englische Sebiefv Die Bomben sind auf RO Meter eingestellt, dann plumpst einer dieser schweren Körper über Bord, während das Boot in plötzlichem Sprung AK, voraus schießt, damit es genügend Entfernung gewinn' und durch die Detonation d'er I-^ombc dir Fiodenvcntile nicht herausfliegen oder gar das ganze Boot beschädigt wird. Ein dumpfes Grummein tief unten, (lann hebt sich die Wasserfläche ein wenig, und eine Fontäne schießt empor... »Dunnerki'el!« brüllen vier, fünf .Wann. »Das U-Boot ist erledigt!^ Weiter und weiter stampft das Boot, (lischt überzieht itcn Bug, Wasscrbächc rinnen über das Deck, und allmählii'h kommt der Abend auf. Dunkler wird die dampfende See, kein Stern steht am Iliiii-inel, die Post'en werden abgeUist, und dri-i ! Fiiehsboot liegt weiter auf der Lauer, der ' iiächst('n Seefunkstation jede Feindberührung, jedes l'rcigni>< innerhalb der befoli Icnen Position zu melden. Kriegslvriehter 11. W e n d !, Australien unter Druck _ Es s(j1I hier niclit verNuchi werden. Nicli in die Sccie eines !)in\.lischnitls-australiers hineinzuversetzen. Aber ohne .ijroßc .Mühe lassen sich all die Zweifel. Sorgen und Nöte erkennen und beschreiben. die heule am stärksten auf die Einwohner des kleinsten der liini Erdteile eiiiwirkcn mösen. Die Nacken-.schläk'c für Australien fielen in letzter Zeit recht häufig. Sic p!ai/,lcn mitten hinein in die erste Freude über die Fr-aijstrali'^ctier Truppen in Nord-airika. Aber als aus dem Vor.st{il! nach Libyen unversehens eine ar.Lce Schlappe wurde und bald darauf das hritisclie 13a Ikana heil teuer katastroiihal /.iLsanimer.-brach. lag ta.ijelang lähmendes Einsetzen über dem .ganzen Kontinent. Ungewißheit über das Schicksal vieler Tausende (iriechcnlaiid eingesetzter Australier zerrte an den Nerven. Die Fksork'nisse \varen umso 'größer, als allmählich durcli-sickcrie. welche undankbare Rolle als Kiik^eifaij.ij lind Rückendeckung die zii.-r-t flüchtenden En,blander ihren austral;-chcn und nctiseeländjscheii tlilfsv(')'-kcrn zllk'ev^ icsc!i hatten. lÜii Sturm d. . I'roiestcs, des erbitterten Forsclieiis nach der verliclilten völli.nen Aufkläriür.: diirchzittertc das Land. Fs bednriie crM eines deutlichen Hinweises ans Loiitlon. um die Erre.iunig eines lirdicile-, mit bestellten Loyalitätserklärimgen der austra-üschen l^irteien wenigstens äul.ierlich und obcriläclilich /.u iiberliincJie i. Der gerade in Loiid(ni befindliche Wiiii-sier-priisideiil .Menzics vcrsiieiiie währenddessen. seine unheilvolle Rat,nebc:lä^ l">alkanfeld/uk" durch eine K'ano \on Reden vergessen zu iiia- j: ni ........ Ki \\ älireiid der aiistraliseii.' Premier iih.r an ^Ira!■- - ^ hcimki_'lirte. '.;eriet ;it .a\\eiiinig 1 '-'lieii d..-, • ^inniiiuiiiisbaroineter n eh weder si'i.ccii Nim weiß aiu'li lier luieli inonateh; t \ Abwe.seiilieit hoiin.nekehrie .Wen. ies mi' iiichis besserem aiii/iiw »rtt ii, al-. ni ; . neuen Hratid- und Kata.stronlieni-.'tlrn. 'ar lie'MllInM.' -^^erklarl halte der Krie;i liaiv let/i e aeii 'todlichen Charakter CharLikter aii.e,en;!;nmen. it- \ d'iik:.') [|k S Missa^. p diiijh eine s..;!i\\ar/ i i ir./ i't' des 'X ^iichaliene >eh ! i.M'an;'; ilei Pires. .Man s,;|ieMt:' m.jIi d e l\,ts)e!K- HV'hi ^^Niii.uciid \ ir \a,-. m .'ii Ii .Ucm i!i t ^"iner I in-Jr, Imih'; d-, nn-ire t(ir , . , ■■ •• und \ ? •vhw luden w v'rtlc , erkl.irt er n 'd w' diiinii aii".''n.'^clu' n i''li ans tiem j _______ _ 'oweriiii Allstrai iMi n.ieli idI,!. r.- ' ijv'.'r iiimiu«p«/'"!-- u.\jj\f'anFiglandbeeinftrßtcGeb'efv__J'i'scnb.rnct l'i her her. ! 1 Mir-Ii da<5 ]Grtdch,scbe . ^Türkischesßnbief \^ - frsnkrrhh " eii.a" rnnot i'^mi n ul .. '"' Ii V.''-kfiid.,"- \: diiiiklniK's'ihuir:' ;M ' >-iiie^ v.- hrn -k aii: die üiU:uii:^:hkLii. A B B E N Kr e>-srades vhv!" " britische V fcr ■ / iininc- ' iiNiinnienbreeh^n i: Kretas wichtijje Sclilüssclsiclluin» im obliitiieii Aiuvv.li;ieer. .1 ni- IV\jmmer 126 v;< V K ., V V»*,.; c 'I 5 -S'-: ■ ■ . oVa|:: i.'&v' if».; - i: ■: -f 4 s-■■ • W%SK--S:::■ S^ :' ^ ■ 1- i 'i " ■ i ■• ■■>/?■■■*.■-f ■ ;<»> ' V -.i.- (PK-Zch-Scltcrl-M.) Krste Aufnahme von der Landung der deutschen Truppen auf Kreta Unscrt' Aufnahme zeigt deiitsclic Fallschirmjäger, die sofort in Deckung gegangen sind. (PK.-Vidua-Weltblld-Wagcnborc-M.l Kriegsmarine setzt Kradschützen nach einer griechischen Insel über Ein Kompanieführer und ein Steuermannsmaat am Ruder eines Booteg; VOLK und Rückgang der Kriminaliiät Die Auswirkungen nationalsozialistischer Sozialpolitik. Seit fast (M) .liihruii wird im Uciitüchen Reich ciiiü anitüclie Kriminalstatistik geführt. Die statistischen Unterlagen werden durcii Zählkarten gewonnen, die unter Benutznng aller in l'ragc konmien-den Momente von der Strafvollstrek-kinigsbehörde für jede abgeurteilte l'cr-son ausgefüllt tnid monatlich von 1666 Amts- nnd 155 Landgericlitcu den Staatsanwaltschaften der Landgcnchte zur direkten Weiterleitung an das Stati-stisciie Reichsanit zugestellt werden. Dieses Zälilkartenmaterial wird maschinell ausgewertet, nnd die auf diese Weise gewonnenen Tabellen geben einen Überblick über die Arten von Verbrechen und Vergehen gegen das Strafgesetzbuch wie aucli gegen andere Reiclisgesetze. Wie Oberregierungsrat I^oesner vom Statistichen Reiclisamt in einem Vortrag über die Auswertung dieses Materials hervorhob, sitid die Spitzen der Krlnii-nalitätskurve in den drei .Jahren vor der Vlachtübernahme heute auf allen Gebieten beträchtlich abgesunken. Am aut-schlulireichsten ist iti dieser Hinsicht die Entwicklung der Diebstahlskurve, die crfalirtmgsgemäß jederzeit der Gesamtkriminalität das Gepräge gibt. Während bei zunelimender Arbeitslosigkeit die Zahl der wegen Diebstahls Verurteilten von 1929 bis um fast 25% gestiegen ist. setzt 19.33 ein Rückgang ein. der sich unter geringfügigen Schwankungen bis zum Jahre 19.39 in inniier stärkerem Malie fortgesetzt hat. Die Zahl der wegen Diebstalils Bestraften hat sich um mehr als 40% bis zum Jahre 1939 gesenkt. Neben der verschärften Bekämpfung des Verbrechertums, die selbstverständlich ihre Auswirkungen gehabt hat, sind es vor allem zwei Faktoren, die dieVer-niögenskriminalität nnd die anderen strafbaren Handlungen bedeutend herabgedrückt haben: einmal die Beseitigung der Arbeitslosig^keit tuid zinn anderen die tiinrichtinig des Winterhilfswerkes, das mit dem beispiellosen Aufküniinen von 2,5 Milliarden RM olme Zweifel eine grobe Anzahl krimineil gefährdeter Menschen davor bewahrt hat. mit den Strafgesetzen hi Konflikt zu 'konnnen. Interessant dürfte auch die ebenso einwandfrei nachgewiesene Tatsache sein, dal.i sich die Zahl der wegen' vorsätzlicher Brandstiftung rechtskräftig verurteilten Perso^nen in der Zeit von 1932 bis 1939 mn fast 60% verringert hat. Aueh die Münzkriniinalität hat eine ähnlich günstige Gestaltung — 27 Falsch-niünzverbrechen 1939 gegen 778 nn Jalire 1933 — aufzuweisen. Die Erklärung dafür liegt zweifellos darin, dali die frühere Arbeitslosigkeit und die damit verbundene wirtschaftliche Not Unbescholtene zu Falschmünzern werden ließ, die aber nun durch die umfassenden Arbeitsbe-schaffungsnialinahmen wieder geordnete Arbeit mit auskömmlicliem Lolm gefunden haben. In gewissem Umfange liegen aucii schon Unterlagen für die 13curteilung des Struktnrbildes der Kriegskriminalität vor. Es sind dies in der Hauptsache die Viertcljahresergebnissc der Reichs-Kri-minalstatistik für das erste Kriegswimer-halbjahr 1939/40 im Vergleicfi zu der entsprechenden Zeit 1938^39. t^s ist —-auch hier wieder genau nachgewiesen — ein bedeutsamer Rückgang ermittelt worden. Eine äußerst günstige Entwick- lung liegt hinsichtlich der Jugendlichen vor. Die Zahl der vom Oktober 1939 bis März 1940 bestraften Jugendlichen hn Alter von 14 bis unter 18 Jahren hat sich gegenüber dem entsprechenden Vorjahrszeitraum genau um die Hälfte vermindert. Schiller — wie Laube ihn sieht »Die Karisschüier« in den Münchener Kanimer&pielen Aus einer Hinterlassenschaft von 43 Bänden dramatischer Versuche Heinrich Laubes haben (lerhart T. Buchholz und Karl Heinz Martin »Die Karlsschüler« neu ans Bühnenlicht gezogen. Es ist das einzige Schauspiel von Laube, das seinen Verfasser überlebt hat, weil eine Gestalt darin lebt, die uns teuer ist: der junge Schiller. Es geht um die Befreiung des dichterischen Genies aus der geistigen Knebelung durch den herzoglichen Landesvater Karl Eugen. In den Karlsschülern revoltiert der neue Geist des Zeitalters, der Geist der ?>Räuber« gegen die Tyrannenmacht, der jugendliche Genius des Dichters entfaltet seiiie Schwingen trotz dem Herzog und entzieht sich durch die Flucht der drohenden Gefangenschaft. Die Bearbeiter haben sich mit Erfolg bemüht, die j'eichlich verwwrene Handlung zu vereinfachen und die Sprache zu erneuern. Auch einige neue Personen treten auf: Dalberg, der Mannheimer Intendant, Streicher, der Gefährte Schillers auf der Flucht, u. a. m. Der Herzog wird nicht als Wüterich, sondern als väterlicher Erzieher dargestellt, der den jungen Leuten »mores« beibrhigen will. Er ist duldsam genug, um mit dem Genie, das er erkennt, zu diskutieren. Das Ganze ist stark auf theatrahsche Wirkung abgestellt. Die InjSzenierujig durch K. H. Martin mit den .sechs Bühnenbildern von Eduard Sturm brachte diese Wirkung voll heraus. Horst Caspar ist der gegebene Darsteller jür den jungen Schiller, er tobte wie ein Sturmwind durch den A'bend und hatte prachtvolle Momente, ohne jedoch die ausgewogene Form zu erreichen, die ihm im Schillerfilm gelungen war. Eugen Kalkschmidt * -|- Das »FreisdiützK-Text-Urbild er Schlössen. Der künstlerische Leiter der Richard-Wagner-Festwochen in Dettnold und Landesleiter der ReichstnusiJckam-nier, Otto Daube, hat anläßlich der bevorstehenden 7. Richard-Wagner-Festwoche, in der auch eine Festaufführung des »Freischütz« stattfindet, das Urbild der Weberschen Oiper neu an das Tageslicht gebracht. In einem im Verlag Ernst Schnelle in Detmold erschienenen Büch^ lein behandelt Otto Daube die Freischützsage und ihre Wandlungen und hat darin auch die Erzählung »Der Freischütz« von Joh. Aug. Apel, der ersten des von Aipel und F. Laun 1811 bei Göschen in Leipzig herausgegebe-nen »Gespenster-; buchcs«, wieder der Öffentlichkeit zu-; gänglich gemacht. Zeitgenössische Kup: ferstiche wurden dazu vom Grabbe-Archiv zur Verfügung gestellt. -f- Schumann-Sinfonie In Urfa^suns« Am 8. Jimi jährt sich zum 131. Male der Geburtstag Robert Sc h u m anii s. Aus diesem Anlaß wird das Städtische Or-J ehester Zwickau die 4. Schumann: Sinfonie in ihrer Urfassung zu öehöF bringen. Bislang wurde diese Tondichtung immer nur in der zweiten Fassung vor? getragen. Am Dirigentenpult wird Musikdirektor Kurt Barth stehen. + Kulturaustausch Flensburg—Klagen-fürt. Die beiden Städte Klagenfurt und Flensburg haben beschlossen, in eine» engeren Kulturaustausch einzutreten. Die gegenseitige Förderung erstreckt sich vor allem auf das Musikwesen. Für den kommenden Winter sind Austauschkon^ zerte der beiden Städte in Aussicht genommen. Die schwarzen Pfenle Roman von Tarjei Vesaas (11. IVirtsetzunp) ' Wollen wir hinüber und ihm ßuten Ta}* sagen, Bjürnskinn?ja, komm!« Björnskinn steht schncll und ^geräuschvoll auf. »ja, wir sagen ihnen RUten Tag.« »Schscht, nein! Bist du toll? Lali sie in Frieden sitzen!« »Komm, komm!« saf^t Björnskinn. »Ich will auf keinen Falk, sagt Vik. »Rate auch dir, laß es bleiben. Es wird dich morgen reuen, wenn du dort Lärm schlägst.« Aber Björnskinn ist nicht mehr zu hallen: »Dann geh' ich allein, jawohl, ich muß ihnen guten Tag sagen — ich ...« \'Ä stolpert aus der dunklen Stube. Vik sitzt einen Augenblick und macht i-incn Überschlag, wieviel Bier es ihn ge-hnt; gut, gut. ist in Ordnung. — Drüben bei Farmann strahlt es hell aus der Gaststube, als Vik einen Blick hinaus-wirit. Ambros Förne!* sitzt, über den Tiscli gebeugt, inmitten der Seinen; er hat Iir;inkestad zum Partner beim Whist. P>rankestad strahlt wie die Sonne. Und Sich des Ausschwätzens, welches dem Markte auf das Höchste schädlich und nachteilig sei, zu enthalten.« Da zeitweise auch Unstimmigkeiten in der Bürgerschaft entstanden, benützte Herr von Mauerberg eine solche, und schloß mit der Intervention der inner-österreichischen Regierung mit der Marktgemeinde einen Vergleich ab. So kam die Marktgemeinde Luttenberg mit allen ihren Rechten unter die Herrschaft Mallegg. Hiefür wurden ihr manche Vorteile zugesprochen. Beim Versöhnungsfest, an dem auch Oberst Heister und Graf von Zinsen-dorf teilnahmen, wurden diese von allen Bürgern mit größtmöglichem Aufwand emipfangen. Die Standarten flogen, die Geschütze donnerten und nach einer feierlichen Eidablegung folgte das üppige Festessen, von dem mancher mit einem »ziemlichen Rausch« davonkam. So meldet die Chronik. Nach einem längeren Frieden kam wieder zu Unstimmigkeiten. Der Gutsherr, dem das Recht zustand, bei der Wahl des Richters ein Wort mitzusprechen, verlangte die ungerechte Abset'zung eines neuen Richters. Nach Verhandlungen im Schloß Mallegg forderte Freiherr von Mauerberg vom Richter einen noch nie geleisteten Schwur, den jedoch dieser und mit ihm der ganze Rat vorweigerte. Nun folgte Uin'riede auf Unfriede, Streit auf Streit. Überdies ließ sich Maii-erbcrg zu immer größeren Fehlern hinreißen. So erklärte er einmal bei einem Kirchenfest in Kreuzdorf, die Luttenbcr-ger seien grobe Flegel und ärger als Sauhirten Em anderes Mal versetzte er bei einer Tagung einem Ratsherren einen Schlag mit dem spanischen Rohr «md drohte ihn in den Arrest zu geben und SiadUheaUt JiouAwu^ »Der Oral von Luxemburg« Durchschlagender Erfolg bei aüsverkaÄif-tem Haus Die Intendanz hatte dem Programm des Abends einen Ausspruch des erfahrenen Theaterfachmannes Heinrich Laube beigedruckt, der durch die Vorstellung seine neuerliche Besitätigung gelunKlen hat: »Das Bedürfnis der HeHerlceit ist gana außerordentlich in winem Theaterpubli-kuni. Es ist unschätzbar fröhliche Unbc-fangenbeit im Theatenpublikuni zu erhalten. Zwei Dritteilcn des Publikums ist die Erweckunß völliger Heiterkeit eine Haupteigenschaft der Kumst. Und wer gut lacht, der weint auch gut, der gehört auch zum besten Teil des Publikums im Schauspiel und Trauerspiel.« Den ersten Teil des Ausspruches des gewiegten Publikuniskenners hat der Erfolg dieser ersten Operettenaufführung schlatiend bewiesen: Die Vorstellung war bis zum letzten Plah; nu-sverkauft und viele Besucher mußten an der Kasse abgewiesen werden. Daß eine derart froh-bewegte Aufführung auch erzieherisch für die Theaterfrendigkelt Überhaupt zu Wirken 'instande ist, wird eine hoffentlich nicht allzu ferne Zukunft dnrtun. Und diese Wiedergewinnung des Publikum« für die fiont«?che Bühne ist ia gerade für Marburg dn<; wii'^htig'^t«' Tlicaterproblem, Man darf nicht vergessen, daß fast seit einem Vierteljahrhundert von dieser Bühne kiMn deutsches Wort erklungen ist, daß hier deutsche Menschen leben, die, falls sie nicht im anderen Städten ein deutsches Theater besucht haben, dem ge&funten deutschen Bühnenschaffen Uberhaupt fnemd geblieben sind, ja daß sie, weil die sk>wenischen Aufführungen von den Deutschen gemieden wurden, kaum je einen Einblick in »die Weh des holden SoheLns« gewonnen haben. Dazu kommt noch, daß die sinnfällige Art der Unterhaltung? im Kino ihren machtiffen Einfluß auf die große Menge nicht verfehlt hat und das Bedürfnis nach der Kunst des Theaters immer mehr verstummen ließ. Dieses Bedürfnis und die Autnahms-fähigkeit fUr die höchste Form der Kunst wieder zu wecken und lebendig zu gestalten, muß die Aufgabe ernes klug erwogenen Spielplanes sein. Es gilt wohl vielfach eine gewisse Scheu vor dem Theater zu überwinden, als einer Stätte, an der man nur »gebildet« wird, während man sich am Abend unterhalten will. Wer nber einigemale voll schöner und erfreulicher Eindrücke das Haus verlassen hat, der wird seine innere Beziehung zum Theater finden oder wieder gewinnen und wird, viel'Ieicht schon aus Neugierde, allmählich auch dann in das Hniis der vielseitigen Knnstf kommen, wenn dort nich' die leichte, sondern die ernste Muse d^is Wort führt. Und er wird, was ia der letzte ?^inn der dramatischen Kunsj ist, nicht nur fröhliche Unterhaltung im Theater suchen. sondern wird aufgeschlossen werden für , das große Erl'oben menschlichen Schicksals ^er die Wunderwelt der Töne, die aus den deutschen Opern aufersteht. I Ein werbekräftiger Abend, wie er nicht besser hätte sein können, war die Aufführung des »Graf von Luxemburg« durch das Gastsptel der Städtischen Bühnen von Graz am Dienstag. Lehars süße Walzer und Melodien feierten wieder ihre glänzenden Krfolge. Kapellmeister Hanns Haas ließ mit seiner wackeren Künstkr-schar die funkelnde Partitur in aller . Schönheit aufklingen und wurde durch einen verdienten Sonderbeifall ausge-! zeichn*!t. Für die geschmackvolle Insze-I nlerung zelchmete Otto Langer, der ' auch als verliebter und altersschwacher Fürst und Lebemann wiederholt stürmische Heiterkeit auslöste. Der elegante Graf von Luxemburg fand in Hermann K i w a n n einen herrenbezwingenden Darsteller und einen Sänger von glänzendem Format, der durch seinen klangvollen, warmen Tenor die einschmeichelnden ! Melodie vornehme Diva der Grazer Operette, war seine würdige Partnerin im Schöngesang, die auch in l^rscheiniing und Toiletten die Sängerin der großen Oper in Paris glaubhaft ver-'\r»rpcrte. Das fröhliche Paar FJsa Rai - t e r und F«-e(l Raul hatte sich rasch .ille Sympathien des Publikums erober' und mußte mehrinnls seine Lieder um! wirbelnden Tänze wiederholen. Auch alle ' kloineren Rollen, darunter Alma Mave als alternde, liebeshungrige Gräfin, waren wirkungsvoll besetzt. Ein-en stürmischen Sonderbeifall, der erst nach Wiederholungen der Tänze zur Ruhe kam, fanden die Tanzeinlagen der Ballettgruppe, besonders das Piccolo-Ballett im dritten Akt, in dem sich Tirza Krüger, Hilde Steffen und Werner Mielenz durch Einzelleistungen auszeichneten. Die Stimmung des ausverkautfen Hauses war glänzend und es gab nach jedem Aktschluß richtiigen Promierenbeifall. Hermann Krauth. Anekdote König Friedrich Wilhem 1. nahm, wenn |er auf die Jagd ging, gewöhnlich zwanzig Flaschen Wein mit, die jedoch meist nicht von ihm angebnochen wurden, die sich aber seine Dienerschaft heimlich gut munden ließ. Eines Tages jedoch verspürte der König unvermutet heftigen Durst und befahl, daß eine der nnlge-nommenen Flaschcn geöffnet werde. Nun war guter Rat teuer. Einer der Diener gestand schließlich, daß sämtliche ?i) Flachen bereits geleert seien. Der König hatte gerade einen besoii-r-- guten Tag und sagti* liichVlnd: Nun. dann wollen wir es in Zukun/t » halten, daß Jl l'hisclicü niitgenoinmi^n werden, daniii zur Not wenig^-tcnN eim-Flasche für mich übrigbleibt! f Marburi^cr Zcitunß'- 5. Juni 1941 Nummer 12ti die übriyen Ratslicrrcn !lillau^/,upriiJ:clll. Bei Jaiideii. die abgehalten wurden, zo-v'üii' Jiiscer. Treiber und Mcul: mit (ic-Nclire» und (ietösc durch d€ii Ort und schonten auch nicht die besäten l'eldcr, über die sie iiT wilder Hetzjatju hinwe;;-ritten. So ijeschah es immer wieder. daL< sich die (jcmeindc sfezwunscn sah. in (iraz i^cjiutz zu suelien. was jedocii meistens erfoUlo.s blieb. Findlich im Jahre 17i5 in-icrvenierte Kaiser Karl VI. Die Schirnt-herrschaft wie die Oemeinde wurden in strengen Worten aufffcfordert, Frieden /.u halten. Außerdem wurden beide Parteien zur Bezahlun.i: auf^^elaufener Kosten und anderer Beträjie verurteilt. Die letzte Krbin von MalleKj; und Lut-tcnbcrff, Anna (Iräfin von Codriopa. «eb. Mauerberi;. lebte jedocii in bestem liin-\ernelmicn mit dem .Markte. Ans Aufzeiclinuiik'en .i;ehl auch klar hervor. daM sich Luttenber^ immer in deutschen Händen befand. So war die I'iauptbedinj^uii.ii für die Richterwahl die Kenntnis der deutschen Sprache. Im •hhrc ir)r)4 wurde ein ,i;ewi,sser Schnide-ritsch als .Murktrichter einjiestellt. aber von der Bürgerschaft mit der Fick'rün-dun« abgewiesen, er könne nicht .v^iit deutsch. Im .lahre IbMö wurde ein lirbscliaffs-prf)t<)k()II auch in Kroatfsch abj^efallt. uücli nicht aiierkaniir. tia im Markte Liitteiibcr.c: noch allemal dentscli ver-hi-»ndelt worden sei-, Mciniia Seil, lierlov üer deu sehe Fiim erob^^rt das U'^'erfrncf M a r b u r 4. Juni. Am Pliii;;stsamsta^ wurden in Trifail, Nrastnij^^. Püffer unil Sa^or die dortigen I onkinos nach ;j;rüntllicher Vorhcreitim.n in E^ctrieb genommen. Die Krüffnun;^ gestaltete sieh in allen Orlen sehr feierlieh, licsunders in HrastniR«:, der Hoiifisehe Kommissar in einer eindrucksvollen Rede «Mif die Sendung dC'S deutschen Fihnes hinwies. Gezeigt wurden in Hrastn'gg .'!uf5cr der neuesten ileutschen Kriegswochenschau der Film »Feuerlaufe«, in Tri-Itil ■AVunsrhkoirzcrt<'^, in .Sagor »Mutterlieben; untl in Tüffer »Heiniat'<. Alle Filme wurden vom Publikum mit großer FreuiK-li'id Begeisterung aufgenonunen. (lanz besonderem Interesse begegnete überall nie dcuf^che M^jchenschau, ilie unter dem scrbjsschen Regime der Bevcilkerung vorenthalten wurde. Nuu wurde den Unler-stelrcrn /um erslemnal Gelegenheit geboten, die Schlajykraft, Organisation und technische Vollendung der deutschen ^^'ehrmaeht auf der tönenden i;einwand /u sehen. Die Zuschauer standen ganz im 1^.1 nne des Dargebotenen und verfolgten (iic abrollende Wochenschau mit gröfiter Biebei kam es wiederholt zu Beifallskundgebungen der Zuschauer, Der Betrieb dieser Theater bleibt dauernil aufrecht. Außer den neuesten Wochen-;;chnucn werden in wechselnder Reihen-l'Mge die besten Spil/,en\verke der tleut-schcn Filmkunst vorgeführt werden. Wie v.ir erlahren. steht die WiiMlereröffnune dv'r übrigen F.ichtM>ieltheater in der Un-tersteicrmark bevor. Verkehrsbfider aus Cilli • C i 11 i. Anianj; Juni. I:s ist .schon aiiuercgt worden, auch d.c Fahrräder mit Winkern auszurüsten. Ob das richtig wäre, soll hier nicht geklärt werden. Man sali es über neulich cminal und es war sehr wirkungsvoll. Der \N'inker w;jr dabei sozusagen unbe-ibsichligt der Notwendi>{keit entspruii-,ücn. .\nf dein Rad sali ein junger Maler-gchilie. der den offenen Karbti^pf aus Sicherheitsgründen. in dem Bestreben, das uberschwappcii zu verhuidern. nicht auf den (lepäckträ^jer k'eNclinailt hatte, sondern (etwas leichtsinnig!) in der Hand hielt. Mit freudig erhobenem, zum W'hi-ker verwandelten Farbtopf bo'.; er in die SeitciiMraße ein. Ks liegt auf der Hand, dal.! ein Arm mit l'arbtopf wirkniiKsvoller .m Verkehr ist. als einer ohne. Die^^er Radier war ;:e«em'iber den Aiitlerii um eine Stufe in det Bedeutung gestiegen. Ob nun .iedem das Führen seines Handwerkzeuges gestattet werden kann, bleilx'^ dalnngesteltt. f)ie Nähnadel des Schneiders dürfte zu klein sein, der Besen der Scheuerfrau zu .iiroli Der Cillier FtiUgiinsrer ist. wie crfreu-rchcrweisc festzustellen ist, was das inicrqueren der i'ahrbalin anbetrifft, schon besser geschult. Auch wenn die S'ralie frei ist. ^\■artet die Mehrzahl, bis der. \'erkebrsbe;imfc das Zeichen .iribt, und wem mal einer aus Miitwilh^n oder X'er'/eR'ichkeit es v agt. bei dein unzn-♦ ip:| d'e Strahe zu kreu- ,1p-.,, ii-fii iiK'ist scln n d'e niide-t:,i. lel's ur.ib. tcii^ ireundlicli daliir. dal! die Süudc im Keime erbtickt wird. Man hat wohl selbst manchmal in Ciedan-ken« (auf der StraLie hat man aber nicht >in Ciedankeii« zu sein!) den Schritt vom f-Jürgerstei« auf die Fahrhahn gemacht, als diese vom \'erkchrsbeamteu nocli nicht freigegeben war. Sclion wurde man am Arm gepackt und sanft zurückgestellt. »Herr Redakter*'. sagte ein dicker Mann, der freundlich eingriff und mich zu kenneu schien, »warten's noch a wen-gerl. sonst cibt's an tödliclien Verkelirs-imfall und die „Marburger Zeitung" muß sich um an neuen Schriftleiter um-schann!<' Beschämt dankte ich. Wenn man mit dem Strom über die Stralje zieht, im Wechsel von balmfrei und nicht böhnfrei. hat man oft das dumpfe (lefülil einer Herde. Aber dann ist man auch wieder stolz und voll Triumph. Denn hier erkennt man. dalj Finigkeit stark macht. Der Fulltiänger allein ist im Stral.lenverkehr nichts als ein gehetzter Hase. In der Masse aber — iawoh! —. da ist er eine Macht. Unsagbar stolz wird man. wenn dort, wo kein Verkehrsbeamter den Verkehr regelt. ein Trupp Furtv'ängcr sich zusammenfindet. trotzverbissen sich zusam-irenschlieBt in stummer Selbstverständ-Mchkeit und dann .ucsch'ossen herüber-.neht. Das ist wie ein Triuniplfzug. Da kann kein Auto was machen. Fs nuil.l warten bis der Fiill'^ränger '/e'-uht hat. lieriibcrzuiiclien. Ha ! - - h. p. — in. Todesfälle, In Marbunc. Bnr;^'gasse N'r 4. verschied am .v d.. '.'.^-.'älirig. die Pri\ate Therese (i<^znik. Auf der Tbe-sen. Parma-Oassc 4. ist die Füsenbah-nerswitwe .\^arie W 1;' k a r im Alter von M .lahren .iLjestorben. Im Marburuer (lan-iu'.'iikenlKuis starb der 7-4-iährige Hilfsarbeiter i. R. \'inzenz S e r p. Ferner ist am 4. d. in Marburg. Ferdinandstralk die Lehrerin ?:lisabeth Le.snik im 46. I ebcnsiahre und am selben Ta'^e in der l'rauen.iiasse J der Tfi-.iährige Unter-beanite der Bezirksliauptmannschait i. R. Alexander (ioluboviO gestorben. ni. Führerinnenschulung^ In'Bad Radein. in Bad R.idein fand über die Pfingsttagj eine dreitägige Schulung der Führerinnen der Deutschen Jugend statt. Schulnngs-leik-r-n wnr Untergruführerin Thusnelda F, i r h c n Ii e r g e r. Mn Mnnlag besnelit der Kreisführer von l.uttenborg lug. N e- m e t £ das Schulungslager. In seiner Ansprache wies der Kreisleiter auf die Pflichten und .Arbeiten der Zukunft hin; anschließend brachten die Teilnehmerinnen einige Lieder zum Vortrag. m. Standkonzerte der Wehrmacht in Marburg. Donnerstag, den 5. d. von 20 bis 21.30 Uhr und Freitag, den 6. d., von 18 bis 10 Uhr spielt ein Musikkorps der Wehrmacht im Marburger Stadtpark. m, Arbeitsmaiden bei der Umlej^ung d€s Maibaajnes in Luttenberg. Arbeitsmaiden aus d'cm Lager Junsdorf bei Fehring unternahmen »eine Pfingstpropa-gandafahrt in die befreite Untersteior-niark«. Am Montag kamen sie in der Kreisstadt Luttenberg an, wo an diesem Tag der Maibaum unigelegt wurde. Die Maiden nahmen an dieser Feier teil und verschönerten sie durch Spielt. \sährcnd ich eine Schw.-ibn niederschhigelr m. Löhne und Gehälter. Wir verweisen nochmals aut die in der letzten Sonntags-folge der »Marburger Zeitung enthaltene amtliche .Wittjilung. Danach können Lfihne und Gehälier. die am 19. Mai 1941 über den durch tlie Verordnug vom 9. /Mai 1911 (Verordnungs- und .Amtsblatt Nr. 1.'^) festgesetzten Beträgen lagen, im alten .\usmar) weitergezahlt werden. Bedingung is^. daß unverzüglich bei dem für den .Ar-b"i|'orl zuständigen .Arbeitsamt ein sach-1 f'li begründeter Antrag auf Überschrei-•iMi-r (](«i- 'pi (Ion .Anl igen 3 und 4 der ge-•lannten Verordnun'i vor.gesi.-hriebenen Lohn- 1111(1 Gehaltshöhe eingereicht wird. WIRTSCHAFT Der europäische Grösswirtschaftsraum ALLMÄHLICHER ÜBERGANG IN DAS NEUE EUROPA Die Rede, die der deutsche Staatssekretär im Wirlschaft'jministeriiim, Dr. I.and-fried, vor der deutschen Handelsl^amme^ in Dänemark zu Kopenhagen gehalten iKit, enthält eine Reihe von bedeutsamen Feststellungen über den in Bildung iiegrif-fenen europäischen G roß wirtschaff srauni und ilie Weltwirtschaft, Fiingangs be-iiierkte der enge .Mitarbeiter des deutschen Wirtschaftsministers Funk, daß eine Rückkehr zu früheren Wirtschaftszu-ständen in liuropa vollkommen unmöglich sei. Das Ziel der großdeutschen Wirtschaftspolitik sei es, den europäischen Kontinent in Notzeiten nicht von raum-fremden Kräften und Mächten abhängig sein zu la-'sen, auf die er keinen Finfluß besitze. Dij für l'Uropa erforderlichen überseeischen Produkte könnten aber durch Pflege und Ausbau der Beziehungen zu der ganzen Welt erworben und sichergestellt wenlen. h's gehe also nicht um ein autarkes Sichabschließen von ier Weltwirtschaft. .M's ein wichtiges Ziel der europäischen Großwirtschaflsraiim-Politik bezeichnete es der ileutsche Staatssekretär, ilaf^ der Bedarf iler einzelnen Volkswirtschaften mit dem Ziel einer stetigen Vollbeschäftigung gedeckt werde. Die deutsche Wirt-schafr-^ordnung beruhe auf dem Gegenseitigkeitsprinzip, das die Interessen und Lebensnotwendigkeiten der verbundenen hirtner achte und berücksichtige. Um solche Ergebnisse hervorzubringen, müsse dij Wirtschaft mit fester Hand geführt wenlen. Ks werde nicht wie bisher möglich sein, (laß die Folgen etwaiger Störungen auf den wirtschaftlieh schwächeren Teil in der Volkswirtschaft abgewälzt wünlen. Für die nähere Zukunft zeigt sieh nach der Ansieht Dr. Landfrieds die Bildung vo.i ("iroßw rl.-i'haftsräumen gev\isscrma ßen als ersler Umriß des künftigen Well wirtschaft-bildes. Der Mittel- und Krista' lisationspunkt rles kontinentaleuropä ischrn Wirs: h.)fts •;njine> könnten nur d; Aehsri:n»ächte. Diutsrhland und hihci. sein. S'i' aP'^'n \rrliitrfeM üb-^r lüc .in- ' rjichende püliti>che Kraft, wirtschaftliche Stärke und Bevölkerungszahl und bildeten außerdem auch rein räumlich das [Zentrum Kontinentaleuropas. Wieviel I stärker Deutschlantl im Vergleich zu j Grftßbritannien auch wirtschaftlieh auf lairopa eingestellt sei, ergebe sich aus der j Tatsache, daß der Anteil der kontinental-eiiropäischen Länder am deutschen Außenhandel in der Zeit von 1932 bis 1938 ilurchschnitilicli nahezu 7.5 Prozent betragen habe. Großbritannien dagegen habe I seine .Außenwirtschaft immer mehr nach I überseeischen Ländern orientiert, j rv. Landfried ging dann ajuf die Frage ein, ob, wann und in welchem Umfang sich für die kontinentaJeuropälschen Länder Gemeinschaft.seinrichtungcn auf dem (jebiete des Zoll- und Währung^Nwesens schalfen ließen. Für ist der Überzeugung, daß die l.ebensgewohnheiten und damit auch die Bedürfnisse in den verschiedenen Ländern zu wenig übereinstimmen, als daß man von heute auf morgen alle Z()ll-schranken niedorreißen und eine europäische Währungsunion schaffen könne. Versuche nach dieser Richtunu: kiinnten mir Verwirrung bringen. Der Hopfenbau in der Unt«?rsfoiftrmark Unter dem |-jiiflul.i der fränkischen, bayrischen und salzburirischcn Landes-lierren kam der Hopfenbau schon im frü-liesten Vlittehiller in das sIeirische Unterland. Wie den Honfeii bereit.s. der römische Schriftsteller i-'Iinius d. A. als vorzii.gliches Arzneimittel empfiihl, so \\ iirde er auch hier als Arznei gebraucht, fand aber auch in der üiererzeugune vielfacii Verwendung, Hauptsächlich wiirdc er von den Klöstern Jiebaut. die die Aufzucht verfeinerten und ihn Si'incr "'rJiilliclien riestiumiunu zuführten. D:e ersten Hopfenanlagen in L'ntur-iv'iermark Ic.irteii aber die Bischöie von l're\'s!ng auf ihr'-ii ansgedclmten Besit-'i'M ' II um liiscli fhik n;i. denen aber Uaau wciiere in der Umersieieruiark und im übrigen Krain folgten. Sie wurden sehr bald 2U einer sicheren und bctnichi-licheii Einnahmsquelle der ürundhcrren. Der unglückselige Rcligionskrieg aber, der durcii 30 Jahre blühende deutsche iF^rovinzen verwüstete, verschonte auch die gutgeptlegten Höpfenanlagen ui\: Wöllan im Drautale und in der Pettaucr Gegend nicht, die zur damaligen /eü besonders gut gediehen und außerordentlich erträgnisreich waren. Die Anlaircn verdorrten und wurden in der Folgezeit nicht mehr erneuert. Frst die beginnende Industrialislerun.v; und der allgemeine Rückgang der Landwirtschaft in Krain und der Untersteier-mark zwang die Qrundherren, sich wieder mit dem Hopfenbau zu befassen. So wurde er dann vornehmlich in den (ie-«enden von Cilii, Sachsenfeld. Oberbnrv. Franz Tüffer, Lichtenwald. Rann uiitl Windiscli-Feistritz gepflegt. Aber erst durch die tatkräftige Aufliauarbeit e!ne> schwäbischen Outsverwalters, der in der zweiten liälfte des 19. Jahrhunderts auf Schloß Neu-Cilli wirkte,'erhielt der Hopfenbau im Sanntai jenen Aufscbwun^^ der dem Bauern auch heute noch die Haupteinnahmsqucile bietet. Bedeutungsvoll war es auch, dal.l dem Schwaben eine Menge deutscher Hopfenbaufachleute zur Seite standen, die den für das Klima des Sanntales so vorzüglichen und widerstandsfähigen Gol-ding-Hopfen :n'f den Feldern von Cilh bis Sachsenfeld und darüber hinaus anpflanzten. Bei der Weltausstclhm,ir in Berlin wurde der Sanntaler Goldin.y;-Hopfcn genau so hoch bewertet wie der beste Saazer Hopfen, was ja allein .schon für die Güte dieses landwirtschaftlich"' Frzeugnisses spricht Kroatiens Kuria-Währung Durch Staatsvertrag an den Kurs der Lira gebunden Vereinbarungen über die italienisch-krcatische wirtschaftliche Zusammenarbeit hat der Präsident der faschistischen Industriellenföderation als Vorsitzer des im italienisch-kroati.schen Bündnisvertrage vorgesehenen wirl-scliaftlichen Ausschusses bei einem zwci-tä;:igen Aufenthalt in Agrani in Besprechung mit Staatsführer Dr. l^a^^•eiit.sch und kroatischen Finanz- und Wirt-schaftsverireteni absjescldossen. I^anach wird die neue kroatische Kun;i-W;ihruiv^' durch einen Staatsverir'iir in einem festen Kursverhältnis an die Lira ■gebunden. Alle Zahhmgeii zwischen den beiden Staaten \\'erden im Cleariirj; ab-,'.jewickelt werden. Die darauf bezü.'.;Iichen FInheiten werden in den nächsten Tagen in Rom in Beratungen mit kroatischen Regierungsvertretern festgesetzt. Der italienischkroatische Wirtschaftsausschuß, bleibt eine Dauereiiirichtun«. zu dessen Auikü-beii.i^ebiet insbesondere die Verdiclittiii'^' des Wareiiaiistausches zwischen den beiden Ländern. die wirtschaftliche Gleichstellung' der beider^^eitigen Staatsangehörigen in Dalmatien und im Gebiet von Fiumc. der Ausbau der kro'iiis(:h'.'i-gestellt. Die Länder sind nach der Be-deutuu'^' .i:eordnet, die ihnen vor dem Krie.ue im internationalen Handelsverkehr zukam. Aii>(nlir in Mu' IKT I inil' ^ Zfit- w.tlirni riiuiii l"n K'reinigte Staaten Monate lohs A^ijentinien . . . 4Mjnate 44f; hfö Schweden ... 4 Monate 331 Schweiz .... 4 Moiuite 4.1^ 4(il Dänemark . . , 3 Monate i68 3'ii) Finnland ... 4 Monate '>.i4 Füllt der berücksichtigten sechs Liin-der haben in diesem Jahre einen Niis-fuhrrückgang zu verzei !lin('n. d. sson t:)!-säcliliclie Schärfe in Jen v. icd'r'.;e,i;nhc-nen Preissteigerimicen n ebt cmii:»! voll zur Geltum; k mint. Nummer 126 »MarHurger Zeitutiß« 5. Juni 1041 Seite 7. Sein letzter Filmstreifen So «•!, Sond*«führ«r von d«r Heyden, FaMtchirmjSger und PK.-Mann / Als einer der ersten auf der Brücke von Korinth Der folficnde PK.-Sonderbcrieht der NSK schildert den tapferen Einsatz und Solflatentod eines l'K.-Mannes während des VorstoBes der Fall-schirniiilgcr au! den Istliiniii von Korinth. Sein letztes Vermächinis, der von ihm Rcdrehte Film->trcifen. wurde dieser Täte in der Wochcnschau KfZCiKf. Vor wieviiil TaRcn war es? Ich weili Cü nicht melir. Da übergab mir jemand eine Filml\assettc mit den Worten: »Es ist der Filmstreifen von der Eiii-11 a Ii m e K o r i n t h s durch die h'all-schirmijüger. Der KameraniaTiti ist bei diesen Auf'nali'men gefallen, stürzte mit der Brücke in f Ostmark— Bayern, der für das kommende Wochenende angesetzt war. .soll erst im Herbst lutchgeholt werden, : Deutschland—Finnland im lurncji. per fünfte Tnrnländerkampf zwischen Deutschland und Finnland ist für Jen August nach Helsinki abgeschlossen worden. : Prem dänischer Futiballmeister. In Kopenhagen .gewann Frem Jas Endspiel der dänischen Fußballmeisterschaft gegen Freniad mit 4:2. : In Triest findet vom II. bis M. Juni ein Dreiläiider-Segelwettbewerb statt, zu dem Deutschland. Italien inid Ungarn genannt haben. Entgeltliche Mitteilung Strumpt'rcparaturen aller Art schnci! billig — Reiserstraße M. und :ioo;H Die tHoeäkufel oms Iis Der mysteriöse Tod der Gloria Oxford Als die Schaus-pielerin Gloria O.vford in I'hiladelphia eines Morgens nicht aus ihrem Badezimmer kam und auf wiederholtes Klopfen keine Antwort gab, verständigte die Zofe den Portier, der sich gewaltsam In das Badekabiuett Zutritt verschaffte. Man fand die junge schöne Frau, auf dem Boden ausgestreckt, tot vor. Der .sofort herbeigerufene Arzt stellte in der Richtung des Herzens eine seltsame Pun-ktnr fest, wie wenn eine dicke Nadel hi den Körper getrieben worden wäre. Das Fenster des Badezimmers war zur Hälfte geöffnet, es ging auf den Hof hinaus,und man salf gegenüber die Fenster des Hinterhauses. Ein Instrument. mit dem die unscheinbare tödliche Wunde herbeigeführt worden sein könnte, wurde nicht gefunden. Auch bei der Sezierung der Leiche vermochte man keinerlei Projektil oder sonstigen Fremdkörper zu entdecken, sie führte jedoch zu der erstaunlichen Walirnehnumg, daß die fragliche Wunde innen voller W-'as-ser war nie Annahme, daß ein Mörder durch das Fenster eingedrungen sein könnte, konnte nicht ernsthaft hi Betracht gezogen werden, denn das Zinniier lag im \2. Stock eines Wolkenkratzers, dessen Mauer ganz glatt war also einem Fassadenkletterer keine Möglichkeit zu ♦inem Emporkommen bot. Es wurden auch die eingehendsten Nachforscliiingen darüber angestellt, ob sich jemand von einem darüberliegenden Fenster mit einem Strick hätte herablassen können, aber auch in dieser Richtung konnten keinerlei Anhaltspunkte gefunden werden. Der .Mord an' Gloria Oxford blieb ein unlösbares Rätsel. Der Vorfall war in der Öffentlichkeit schon in Vergessenheit geraten, als eines Tages bei der Polizei ein anonymer Brief aus Südamerika eintraf, in dem folgendes zu lesen war: »Es ist ganz zwecklos, daß Sie noch weitere Nachforschungen anstellen. Ich habe Gloria Oxford getötet, weil ich sie liebte und weil ich ihre Gleichgültigkeit nicht länger ertragen konnte. W''enn sie nicht mein sein wollte, so .sollte sie auch kehiem anderen gehören. In ihr Herz von Eis hahe icli eine Kugel aus Eis geschossen. Vom gegenüberliegenden Fenster aus lauerte ich Gloria auf, da ich wußte, daß sie zur bestimmten Zeit iiir gewohntes MorRcn-bad bei hal'bgeöfftietem Fenster nehmen würde. Vermittels einer von mir konstruierten Eismaschine verfertiffte ich mir einige Geschosse aus Fis, die ich Ihnen hier nicht näher beschreiben will. Gloria bot sich mir für einen Augenblick in ihrer paradiesischen Schönheit dar. Ich zielte gut. Wie vom Blitz getroffen fiel sie zu Boden. Fis hatte Eis durchbohrt Ihr eisiges Herz schlägt nicht mehr.« Unterzeichnet war dieser Brief mit »Ein Unglücklicher«. Trotz der fieberhaften Nacliforschun- I gen der Polizei, die sich auf ganz Süd-j amerika erstreckten, konnte der heimtückische Mörder bisher nicht gefaßt werden. Die von ihm beschriebene einzigartige \\'affe gab der amerikanischen Presse Anlaß zu einer ausgedehnten Polemik. Daß man aus Eis Geschosse für Gewehre machen kann, erscheint nicht unmöglich. .Auch aus anderen weniger bekannten Substanzen lassen sich Kugeln für Flinten und F^evolver herstellen. Aus Abessmieii sind Fälle bekannt, in denen die eingeborenen Krieger aus Mangel an geeignetem .Metall Geschosse aus AVachs abfeuerten, die auf eine kurze Entfernung hin tödlich wirkten. Selbst aus festem^ Karton wurde schon Mnnitioii gedreht. Es ist al.so immerhin möglich, daß die Angaben des Mörders der Wahrheit ent.sprechen. Der Umstand, daß die Wunde in Glorias Körper mit Wasser gefüllt war. scheint tatsächlich auf ein Eisgeschoß hinzudeuten. .ledenfalls bleibt der Faß Gloria O.xford eines der mysteriösesten \ erbrechen, die in Amerika begangen worden sind. ttdtihUe H^ütüfkeiiek Bunsen, der berühmte Chemiker, vsurde einmal beim Besuch einer deutschen Residenz von der I.andesherrin fj:cfrnjL;t, ob die Sonnenstrahlen einen schädlichen Hin flu ß auf frisehKekochten Kaffee ausübten. »Wie kommen Sie zu dieser Frage?^ verwunderte sich Bunsen, der einen schlechten Scherz vermutete. Doch die Herzogin fuhr ernsthaft fort: ■'"^Nun, diese Fraj^e hat schon ihren Grund. Ich beobachte nämlich jeden .borgen, daß eine meiner jungen Hofdamen, wenn sie meineni Bruder den A\orgen-kaffee an das Bett bringt, die Vorhänge an seinen Fenstern zuzieht, nnj ich denke mir, daß sie das nicht ohne Grund inachl.<^ * l'Jn bck.'uinler 1 leleluMer. tlor es zu ziemlielu'iii Wohlstand ^ehiMcht halle, slaml im Huf viner ülu'rmäßi'^cM Sparsamkeil. um nicht zu sjigeii eines l>e-simdereii (Jeizes, .Vus ir^emleiiiiMn (ininde wurde <'r eines raj^cs mhi eiiii^on D.unen um eiiu' gröl.U're Spende l'iir einen wohl-lali^eii Zweck an^eg;iiijgen l'r slräiib-le .sich iiml zierte sieb, um einilicli drei .Mark zu zeichnen. ...\ber, 11err Pmlessur — erl.iuliU* sieb eine der Damen zir sii^en ..llir Sohn hat j;i sehon zwanzig .Mark j^e-zeiclmel. und Sie geben mir eine m» kleine Summe'.'!'' ...Mein Solm! hi'imimte dci- Frojt'«i-Sur. ..Hai sieli was! Der l\a' aiieh diU'H reichen \;iler. den er eiiim.il beerben wird' leb aber bin ganz auf inirli ;i|-' lein angewie.sen und mnß mivli daher einsehräiiken' Seite 8. »iMarhurger Zeitung« 5. Juni 1941 Nummer 126 Stadttheater Marburg a.d.Drau SSSSSS^SSSSSSSn^SSSSSSBS^SSSS^SSSSSSSS^SSSmSSSSSSi Gastspiel des „Sf ei Tischen Landestheaters Graz" Samstag, den 7. Juni 1941 ' 10.30 ülir Zamis Scliaubpicl in 5 Aufzügen vf)n Joh. WolfR.'intj v. Goetlii- SonntaR, den 8. Juni 1941 19.30 Uhr Scampolo f.ustspiel von Dario Niccodcnii Gastspiel der ..Städtischen Bühnen" Graz Mittwocli, den 11. juni 1941 19.30 Ulir det heisddUfi Roniantischc Oper in 3 Akten von Karl Maria v. Weber Gastspiel des..Stelrischen Landestheaters Graz" Samstag, den 14. Juni 1941 1Q,30 Ulir iie viet ^seileit I-Uvstspiel in 3 Akten von Jobst Hutli Sonntag, den 15. Juni 1941 19.30 Uhr die vkt ^eseiieH l.uslspiel in 3 Akten von Jobst Hutli Gastspiel der ..Städtischen Bühnen Graz" Mittwoch, den 18. Juni 1941 19.30 Uhr Das Konzert Lustspiel von Hermann Bahr Kartenvorverkauf tätlich vun 10 bis 12.30 und von 15—17 Uhr an der Thcatcrtageskasse, Burggasse 27 'JS81 Kleines Sägewerk 0 in laubhol/ireicher ücijend, ausbaufäliiir, ZU kaufen gesucht. Angebote unter >Eiijeiibedari« au die Annonc. li.xped. Rasteigcr, ürai:, Max-Reiner-Ring 6. 3306 Buchhalter(in) in Korresiwiidenz und Masciiiiiensclirei-beu bewandert, zu ehestem Eintritt ;:esuclit. — Zuschriften unter »OrolJ-handluiiK MarburK« an die VerwaitunK erbeten. 3309 Bad Neuhaus i bei Cilli h c i 1 l V o r /. ii jT Ii c Ii 3105 Der Betrieb ist otten Alle nährrrn Auskünfte durch die Kurverwaltung Kleiner AnzeigerIBmFüön Hiuifc Maustüiisch AKtam—.MarburK* Neues Hans in Atrratn 2 St. hoch W'oiinudRcn und Maiisürdeii-Woliiuni:^. 2 Minuten zur StrafJenbaiiii, tje^cn Zinshaus ddcr Villa in Mar-burp zti lansclicn. AmräiiC unter »Maufitauscli« an die Vcrw .^271-2 Gasthatis aiit prima Posten und ein Lebensmitlelgcschätt, jt'dfs einzeln jjeijcn Kleine Ablöse sofort zu verpacbtcii. Scbriftlicbc Anfragen unter; sfZwet deschäfte« nn die Ver-waltunjj. 3270-2 iukau^eit gesucht Kaufe selir cut erlialtciies Schlafzimmer, Küche ii< elektrischen Kühlschrank. Antr. erboten: Poberscli, Zweiten-dnrferstrallü 32. .U5.?-3 Bauernstube zu kaufen gesucht. Adresse in der Verw. 3310-3 Foxterrier-Hund wird zu kaufen gesucht. 1—2 Jahre alt. Adresse in der Vcrw. 3282-3 Schreibtischteppicti und ein etwas ;,'rößerer Teppich zu kaufen gesucht. Unter »Orientalisch« an die Vcrw. 3281-3 iu vetkaufih nctrcidemäher. überfahren', Sy.stcni Hofberr-Scbratiz, zu verkaufen. Gutsverwaltunn Hausainpaclier, Post Kötsch. ____ 325e^ Geschäftseinrichtung für Manufaktur samt Schreibtisch hillig zu verkaufen. Besichtigung Samstag, den 7. Juni Elisahethstraße 24/11., links. 3310-4 Silberbesteck für zwölf Personen, komplett mit Eichen-kasette, fast unbonützt, cirka 9 kff schwer, zu vericaufen. Schätzunpspreis 1500 RM. Besichtigung zwischen 15 bis 18 Uhr I^acigasse 10, Kohlen-geschäft. 3318-4 Verkaufe Stutzflügel, gut erhalten. Adresse Verwaltung. 3288-4 Wellen-Sittiche in verschie-cienen Farben werden billiK abgegeben. Käfig und Futter auch erhältlich. Ferdinandstraße 11, 3. St., links. 3285-1 Schlaf- u. Speisezimmer, gut erhalten, Ottomane, Bilder hillig zu verkaufen. Naprystraße 17, 1. St. "3:^03-4 iu y€tHiirt€§i Ein Geschäftslokal ah Juni zu vermieten. Unter »Mitte Stadt« a. d. Verw. 3311-n Gesucht wird für sofort für Übersetzungsarbeiten gewandte Krall die ilif kroatische und sluwc-nische Sprache perfekt beherrscht. Bezahlung nach Reichsangestclltcntarif. Ausfuhrliche Bewerbung mit Angaben über Ausbildtiuc luid politischen l.ebenslauf (Bedingung: Mitglied der NSDAP.) erbeten unter »Reichshehördo 3316« an die Anzeigenabtei-liMiR d. »Marburger Zeitung«. 3316 Alle Berufsmilitär-Pensionisten und deren Witwen (Offiziere, Militärbeamten usw.) werden aufgefordert, sich am Donnerstag, den 5. Juni I. J. nachmittags 4 (16) Uhr in der ehemaligen »Beamten-Mensa« im Palais l-odroczy, Ecke PfarrhofRasse und Schmiderer-Allee, Eingang von der Allee aus, ErdgcschoB, zur EntRCKcnnalime wichtiger Mitteilungen einzufinden. Mitgliedskarte vorweisen! 31^15 Zimmerherr wird aufgenommen, auch mit Frühstück. — Mellingerstraße 59, Tür 7. 3200-.') Ocrritunifjüs Wirtschaftsgebäude, teilwi'ist' geeifinct als Heumajiazin oder für ähnliche Zwcckc, am Stadtrandc, rechtes Drauiifer, zu verpachten. Anfrajren in der Verw d, Bl. 328f)-5 iuutieteh gestuiU lliesiptT Pensionist sucht so-iort Rute Unterkunft. Zuschriften luiter »Ucßeneinsicht« an die Verwaltunjj. 3201-6 $leUeii$esutUe Chauffeur - Mechaniker für Luxusauto sucht Stelle. Anträge erbeten unter »Prima Z'.'upnisse« an die Verwalt. 3202-7 Fleißige Köchin sucht bei einer Familie Stelle. Anträge unter »Fleißig« a, d. Verw. 3297-7 Suche Stelle als Verkäuferin, Kassierin oder Kontoristin in Marburg. Zuschriften an die Vcrw. unter »Volksdeutsche«. 3296-7 Jitngc Friseurin, Volksdeutsche, sucht Stelle. Adresse in der Verwaltung. 3295-7 Suche Bedienung für Vormittag oder Kanzlei aufräumen. AnträRC an die Vcrw. unter ; Kochin«. 3293-7 Offene SieUot LehrmüdchOn für Blunienbin-dcrel wird sofort aufEenom-nien. Weiler, Herrengasse 26. ________3266-8 (}ärtner mit üeniüse- und Blumenpraxis für Glashausbetrieb wird gesucht. Bedingung: Fachkenntnisse, Anträge mit Gehaltsansprüchen und Lebensbeschreibung sind zu richten an die Kuranstalt Sauerbrunn-Radein. 3308-8 Stubenmädchen oder Mädchen für alles, das aufräumen, büßcln kann, ehrlich und anständig ist/wird gesucht. Nur mit Jalircszeugnissen zu melden bei Puf^el, Sophienplatz Nr. 3. 3312-8 Ka.ssicrin mit Praxis, flinke Rcchnerin, wird sofort aufgenommen. Dctail^eschäft Wö-Rerer, 3313-8 Tüchtiger Gärtner, ehrlich ii. gewissenhaft, hauptsächlich für Gemüse, wird ab 1, Au-Rust, event. früher, für kleineren Betrieb in der Untcrstei-erniark aufgenommen. Ausführliche Zuschriften unter :>BIumen und Gemüse« an die Verwaltung der Marburger Zeittmg. 2899-8 Tüchtige Friseurin wird sofort aufgenommen bei Friseur Franz Kröpfl, Marburg, Tcgctthoffstraße 20. .3200-8 Putzfrau gesucht für Wohnung am rechten Orauufer. Täglich von V28--IO Uhr. — Anträge unter »Putzfrau« an die Vcrw. d. I5lattcs. 3298-8 BURG-KINO hcrnrul 22-19 Dcutsclicn Sprachunterricht, leicht erlernbar, erteilt Volksdeutsche Lehrerin. Kommt ins Haus. Anzufragen: Obere Herrengasse 26, 1., links. 3314-11 - Ab Freitag, den 30. Mai M2 konntest Du, Veronika! i-'in frischer, aulmunterndet Uta-Film voll köstlicher, unbesciiwertcr, ansteckender Lebenslust! In den Hauptrollen: Gusti Huber, Wolf Ai-bach-Retty, Ralph Arthur Roberts, Grete Weiser. Kulturfilm. Neueste deutsche Wochenschuii. Für Jugendliebe nicht zugelassen I Vorführungen; Heute 16, 18.30 und 21 Uhr Karten von 10—12 und ab 15 Uhr l'crnrut 25-20 ESPLANADE Heute zum letzten Mal! Der neue U-Boot-Film der Ufa, hcrgesteüi mit Unterstützung der Kriegsmarine U-BOOTE WESTWÄRTS 1 t Männer, die weder Tod noch Teufel fürchten Herbert Wilk, H. Engeimann, j. Brennecke, Josef Sieber, Ilse Werner, Carsta Löck Ab Frekai; „Waldrausch II tiacli dem Roman Ludwig Ganghofers Neueste Wochenschau! für den Monat Mai sind bis längstens l'rei-tag, den 6. 6. 1941 beim Standortältesten in der Infanterie-Kaserne abzugeben. In Zukunft sind alle Quartierscheine am Ende jedes Monats bei obiger Dienststelle abzuliefern. 3277 Der Standortälteste Marburg. Rotbuchenholx zirka 2Ü0 m'' zur laufenden Lieferung in den Stärken 32 und 50 mni lu kmutmn gesiiclit. Zusclirifteii unter »Bai/aliiiing Nr. 49W« an die Annonc. Kxpcd. Rastciger, (iraz 1. Briefmarken Suche alle besseren Einzelnmarken und Sätze vom ehemaligen Jugoslawien, sowie alles mit Überdriiok von Kroatien. — Offerte oder Auswahlen werden umge-hendst erledi.c:t. 3245. Raimund Prangl ndlung - Graz, Ottmark, Stempfergaise 9 Perfekter Buchhalter wird für Dauerslelluug per sofort gesucht Möbelhaus Zclenka, Schulgasse 5. 3307 1 Bessere und ehem. jugoslaw. Brief-tn.irken von Privat zu kaufen gesucht. Preisanträge an die \'orw. d. Bl. unt. »Nr. 3317«. 3317 Umtausch von Dinar-Geldsorten und Relchskredltkassenscheinen In Ergänzung der Bekanntmachung vom 28. Mai 1. J. wird mitgeteilt, daß der Unitausch der auf Dinar lautenden Geldsorten und der Reichskreditkassenscheine auch durch die Sparkassen und durch die Marburger Kreditanstalt, Pet lauer Vorschußverein, Spar- und Vorschußverein Cilli, sowie durch die Raiffeisenkassc in Marburg (lurchRcführt wird. 3270 Hauplschriftlcitcr Anton Cicrschncki Stcllvcrtrclciulcr IIiui[)lsciinlllcilcr Udo Kümper —■ L)i'uck der jjMarbiir^cr JDi'uckerci"