MITTHEILUNGEN des Musealvereines für Krain. Jahrgang XII. 1899. Heft 6. Die Theilnahme Hans Katzianers bei der Wahl Ferdinands I. von Österreich zum Könige von Kroatien. Von Fr. Komatar. (Schluss.) Die Versammlung1 war für den 21. December ausgeschrieben, u. zw. nach Cetin. Dieses Städtchen lag im Mittelpunkte des alten Königreiches Kroatien, die zerstreut wohnenden Adeligen konnten ganz leicht Zusammentreffen; hier hatte auch die Familie Frangepani ausgedehnte Besitzungen. Die königlichen Commissäre konnten wegen der schlechten Wege erst am Weihnachtsabende das Ziel ihrer Reise erreichen; doch von den Landständen war niemand zu sehen, denn die Kroaten begehen dieses heilige Fest feierlicher als andere Feste. Die Stände entschuldigten sich und baten, bis Samstag zu warten. Sonntag waren schon die meisten anwesend, Montag (31. December) wurde die Versammlung im Franciscaner-kloster eröffnet. Nachdem die Commissäre im Kreise der Stände erschienen waren, hielten sie ihnen nach Vorweisung der Vollmachten eine Ansprache über den Grund ihrer Entsendung. Darauf fragten die Stände, ob der König die 1 Über den Verlauf der Sitzung sind wir unterrichtet aus der Huldigungsadresse der kroatischen Stände, aus der Urkunde, welche die königlichen Commissäre am gleichen Tage ausstellten, durch welche sich Ferdinand verpflichtete, zu zahlen (Fraknöi, Nr. III, S. 86 bis 91), und noch mehr aus einem Berichte der königlichen Commissäre (Hofkammerarch., Reichsacten; Thallóczy. A Bl. — csal. okl. S. CCII—CCX1II.) Mittheilungen des Musealvereines für Krain. Jahrg. XII, H. 6. Artikel bewilligt habe, die sie ihm durch ihre Boten kundgemacht. Die Commissäre beruhigten sie1 und bewirkten, dass sie dann von der Verhandlung in dieser Angelegenheit abstanden. Darauf forderten die Commissäre, die Stände mögen Ferdinand als ihren gesetzlichen und rechtmäßigen König und Herrn, seine Gemahlin aber als gesetzliche und rechtmäßige Königin und Herrin anerkennen und den ihnen gebürenden Treu- und Huldigungseid ablegen.2 Zur Motivierung dieser Aufforderung unterließen die Commissäre nicht, jene Rechte auseinanderzusetzen, mit denen Ferdinand und Anna auf Grundlage des alten Rechtes des heiligen ungarischen Reiches zu dessen Erlangung vollkommen und genügend ausgestattet und versehen waren, insbesondere kraft jener wiederholten Verträge, welche die Kaiser Friedrich und Maximilian mit den ungarischen Königen Matthias und Ladislaus abgeschlossen hatten, und deren Wortlaut sie dem ganzen Umfange nach verlasen. Sie beriefen sich ferner auf die Pressburger Wahl und auf jene zahlreichen Gnadenacte, Hilfeleistungen und Begünstigungen, mit denen der Erzherzog ganz allein unter so vielen christlichen Fürsten Kroatien gegen die Türken aufrecht erhielt. Die Stände prüften genau die vorgebrachten Argumente und untersuchten den ganzen Tag, ob Ferdinand und Anna genug Recht auf die Krone Ungarns hätten ; spät abends schickten sie eine Deputation 1 «Wir versechen uns, si wurden mit uns ordenlichen handlen und uns zuvor auf unser Werbung ain antwurt geben, dann wir betrachteten es wer (!) vili ordenlicher und fröuntlicher die gerechtigkait für den nutz zu stellen, und mitsambt etlichen andern angehengten Worten darzue dienunt.» Bericht der Commissäre. ä «Ut suam maiestatem pro nostro legittimo et naturali rege et domino et serenissimam principem et dominam dominam Annam Hun-garie, Bohemie et Croatie reginam, principem et dominam nostram gratiosissimam, pro nostra legitima et naturali regina et domina reco-gnosceremus, illisque desuper debitum fidelitatis et homagii juramentum prestaremus.» Huldigungsadresse. an die Commissäre mit der Mittheilung, dass sie nach reiflichem Erwägen und der überwältigenden Beweiskraft der Argumente nachgebend gesehen haben, dass Ferdinand und seine Gemahlin «alle gerechtigkait genuegsamlich heten zu der cron zu Hungern».1 Die Commissäre dankten den Ständen für diese Kundgebung. Am Neujahrstage 1527 fand die zweite Sitzung der Stände statt. Die Commissäre wollten mit ihnen wegen der Erbhuldigung verhandeln, doch die Stände giengen darauf nicht ein, sondern verlangten Antwort auf ihre Artikel und stellten gewisse Bedingungen. Bis 4 Uhr nachmittags verhandelten die Commissäre mit den Ständen, besonders zwei Artikel bildeten den Streitpunkt: «die anzall der pfert und derselben besoldung, dergleichen die ergetzlichait irer Verlust betrefent, dan sie etlich stunt darauf verhart, wir solten innen Zusagen, wes si gegen dem waywoda und den seinen verlustig wurden (der verlust gegen den Türken wolten si schan vallen lassen), damit si eur majestät nur des andern verlust gegen den waywoda wär zu vergnuegen, also das uns war-lichen schwer ist gewesen dieser zwaier artikln halben mit innen zuzulenden».1 2 3 * * * * Zuletzt mussten die Commissäre den Ständen folgende Zugeständnisse8 in Betreff des ersten Artikels machen: Der König wird zum Schutze von Kroatien tausend Reiter und zweihundert Mann Fußvolk (Martolozen) halten. Das Fußvolk kann in seiner Gänze, von den Berittenen aber zweihundert durch einen vom Könige zu ernennenden Oberhauptmann ausgehoben werden, ohne Einflussnahme der Stände, 1 Bericht der Commissäre. 2 Daselbst. 3 Ferdinand hatte schon vor dem Landtage angeordnet, dass den kroatischen Herren mehrere Unterstützungen zur Aufnahme eines Heeres ausbezahlt werden. Da jedoch bei Auszahlung der Beträge das Verfahren der königlichen Beamten öfter Grund zu Klagen gegeben hatte, richteten die Stände darüber eine Adresse an den Erzherzog. Fraknói, Nr. IV, S. 91. 11* die übrigen achthundert Reiter werden unter die Stände vertheilt und von ihnen gestellt werden.1 Wenn der König diese aus der Provinz zu führen wünschte, so erhalten sie im ersten Monate drei Goldgulden per Kopf in den folgenden aber soviel wie die übrigen Reiter.1 2 Dies war der Hauptpunkt, denn die Stände konnten sich auf Kosten des Königs vertheidigen, und das Geld für seine Reiter sollte jeder auf die Hand bekommen. Wegen des anderen Artikels wurde nichts Bestimmtes beschlossen, die Stände baten nur die Commissäre, sie sollen die Sache im günstigen Sinne erledigen.3 Die Zusagen w'egen der anderen drei Artikel waren folgende: Der König wird an der Grenze Krains gegen Kroatien eine entsprechende Anzahl Kriegsvolk halten und die kroatischen Festungen inspicieren und ausrüsten lassen; die Privilegien, Rechte, Freiheiten und Verordnungen, welche die ehemaligen Könige Kroatien und dessen Einwohnern gegeben hatten, bestätigt er sammt den alten Gewohnheiten und wird sie unversehrt aufrecht erhalten. Er wird ein Schutz und Schirm für Reich und Einwohner sein.4 5 Die Stände nahmen diese Versprechungen mit Dank auf. Die Commissäre mussten sich sehr anstrengen, um die Stände für die Sache Ferdinands zu gewinnen; denn sie hatten große Furcht vor König Johann und vor Christoph Frangepani. Dieser ließ verkünden, wer nicht am nächsten Sonntag (5. Jänner) nach Dubrava zur Versammlung, wo sein Herr gewählt6 werde, komme, dem werde er sein Geschlecht 1 Eine Specification der Vertheilung der Reiter hatten die Commissäre dem Berichte beigegeben. 2 Consens-Urkunde der Commissäre vom 1. Jänner 1527. 3 Bericht der Commissäre. ‘ Consens-Urkunde. 5 Die slavonischen Stände trennten sich von ihren kroatischen Brüdern und schlossen sich an König Johann an. Christoph Frangepani, bis in das siebente Glied ausrotten und jedem, den er gefangen nehme, die Augen ausstechen lassen. Überdies hatte Fran-gepani 1500 Reiter und 1000 Fußknechte bei sich und drohte, mit dieser Macht die anderen Edelleute zu bekriegen. Eine andere Ursache, dass die Verhandlungen so erschwert wurden, war es auch, dass König Ferdinand in Wien den Abgesandten der kroatischen Stände eine Unterstützung von drei Goldgulden für 1000 Reiter zugesagt hatte ; davon wollten sie nichts nachlassen, worauf sich die Commissäre bemühten, wenigstens den Gulden zu 75 Kreuzer zu rechnen, durchzusetzen, allein die Stände schlugen dieses Anerbieten ab.1 Die Verhandlung der Artikel, die von den Ständen aufgestellt wurden, wurde sonach beendet, denn alle waren von der langen Dauer der Sitzung schon ermüdet. Als so alles in Ordnung gebracht war, haben die Stände am Nachmittage des Neujahrstages 1527 alle einstimmig und per acclama- den der König Johann zum kroatisch-slavonisch-dalmatinischen Ban ernannt hatte, schrieb für den 18. December in Dubrava, einer Besitzung des Agramer Bischofs (ung. Dombrö), eine Sitzung der slavonischen Stände aus, doch verschob er diese auf den 5. Jänner 1527. Er und Johann Tahy, Prior von Vrana, präsidierten der Versammlung. König Johann sandte auch seine Commissäre an den Landtag : Johann Bänffi von Unterlimbach und Michael Keserü aus Gibart. Diese forderten die Stände auf, dass sie mit Rücksicht auf den Beschluss aus dem Jahre 1505, dessen Text verlesen wurde, Johann als ihren Herrscher anerkennen, weiters zum Schutze des Reiches eine Steuer geben. Die Berathungen nahmen drei Tage in Anspruch; die Stände sahen mit Schmerz, dass sich die zwei Schwesterprovinzen und Landsleute wie Feinde gegenüber stehen würden, und besorgten, dass die Gefahren eines Bürgerkrieges daraus entstehen werden. Deshalb erkannten sie zwar Johann als ihren König und Frangepani als Ban an, doch müsse sich Frangepani mit einem Eide verpflichten, dass er sich mit seinem ganzen Einflüsse für die Aussöhnung der Gegenkönige einsetzen werde. Nachdem die Stände einige Steuern bewilligt hatten, giengen sie auseinander. (Bericht von Nicolaus Jurišič an den König Ferdinand vom 22. Jänner 1527, Staats-arch., Hung.) 1 Bericht der Commissäre. tionem König Ferdinand als ihren wahren, legitimen, zweifellosen und natürlichen König und Herrn zum König und Herrn des ganzen Kroatien, sowie die Königin Anna als ihre wahre, legitime, zweifellose und natürliche Königin und Herrin zur Königin und Herrin von ganz Kroatien gewählt, anerkannt, angenommen und ausgerufen.1 Sie giengen noch weiter, sie verpflichteten sich und ihre Nachkommen, nie jemand anderen als Herrscher von Kroatien anzuerkennen als die Erben von Ferdinand und Anna. Darauf legten die Stände, während die Herolde in die Gassen und auf die Plätze der Stadt hinausgiengen, um die Wahl zu verkünden, den Treueid ab. Alle Anwesenden sprachen mit aufgehobenen Händen und Fingern dem Propste Paul Oberstein folgende Eidesformel nach : «Wir schwören und geloben, dass wir von nun an Seiner Majestät dem Fürsten Ferdinand, dem gewählten Könige von Böhmen, und seiner Gemahlin Ihrer Majestät der Herrin Anna, der geborenen Königin von Ungarn und Böhmen, unseren gnädigen und huldvollen Herrn, als den wahren, legitimen und natürlichen Erben und als unseren König und unsere Königin von Kroatien, sowie auch ihren Erben, Statthaltern und ihren Gouverneuren immer treu und gehorsam sein werden, ihre Güter, ihren Vortheil, ihre unversehrten Rechte uns stets vor Augen halten und nach unseren Kräften fördern, ihren Schaden und ihre Benachtheiligung ' «Omnes et singuli unanimitate una voce et proclamatione nobis in generali nostro conventu existentibus, prenominatum serenissimum dominum regem Ferdinandum in verum, legitimum, indubitatum et naturalem nostrum et tocius huius inclyti regni Croatie regem et dominum, nec non prefatam serenissimam dominam reginam Annam in veram, legittimami, indubitatam et naturalem nostram et tocius regni Croatie reginam et dominam felici ornine elegimus et recognovimus, assumpsimus, publicavimus, fecimus, constituimus et proclamavimus. (Huldigungsadresse.) In dem Berichte der Commissäre heißt es: Die Stände haben «eur ma-jestät dergeleichen unser genedigiste frau zu kunig und herrn zu ku-nigin und frauen erkennt und angenumen». aber nach unseren Kräften verhindern und abwehren werden, wir werden auch alles andere thun, was guten Unterthanen und treuen Dienern ihren Herren gegenüber geziemt und wozu sie verbunden sind. Außer ihren Majestäten und ihren Erben wollen wir nie jemand anderen zu unseren Herrn und König annehmen und anerkennen ; noch mehr, wenn wir einzeln oder gemeinsam davon erfahren, dass jemand oder mehrere, sei es von den weltlichen oder geistlichen Ständen, zum Schaden ihrer Majestäten mit Wort oder That an jemand anderen oder an andere zum Vortheile desselben sich anschließen wollen, sobald dies zu unserer Kenntnis kommt, ihre Majestäten oder die von ihren Majestäten eingesetzten Vorsteher darauf aufmerksam machen, sie davon verständigen und die auf diese Art Ungehorsamen zum Gehorsam zurückzubringen ohne geringsten Trug und ohne Falschheit behilflich sein werden. So helfe uns Gott und sein heiliges Evangelium».1 Die Stände giengen aus dem Sitzungssaale in die Klosterkirche der hl. Maria, wo das Tedeum unter Glockengeläute und Geschützdonner gesungen wurde. Darauf stellten sie auch die verlangte Huldigungskundgebung1 2 im Sinne der festgesetzten Bedingungen aus. Die elegant redigierte Adresse war schon fertig, doch viele von den Edelleuten hatten ihr Siegel nicht zur Hand, es musste darum geschickt werden; die Besiegelung fand dann erst am 5. Jänner statt. Neben den auf den Schutz der Provinz abzielenden Bestrebungen beschäftigte die Versammlung ernstlich die innere Verwaltung derselben. Da der Ban Franz Batthyäny außer der Provinz wohnte und sich ihrer Interessen wenig annahm, bürgerte sich im Lande große Verwirrung ein. Die Stände ersuchten nach vollbrachter Erbhuldigung in dem Wunsche, dem um sich greifenden Übel plötzlich abzuhelfen, 1 Huldigungsadresse. 2 Siehe Anhang! ohne Zweifel mit Gutheißung der Commissäre, den königlichen Rath und Oberfeldhauptmann Nicolaus Jurišič, dass er die Stelle des königlichen Statthalters übernehme.1 Da dieser der Meinung war, dass die Vergebung dieser Stelle außerhalb des Wirkungskreises der Stände liege, nahm er es nur nach längerer Weigerung an, und zwar nur bis zur Bestätigung durch den König, welche auszuwirken die Stände sich erboten. Zugleich wählten sie aus ihrer Mitte vier Räthe, die Jurišič zur Seite stehen sollten. Die Verhandlungen des nächsten Tages wegen der Übergabe der Burgen liefen nicht so glatt ab. Johann Ko-bašić, ein treuer Anhänger Ferdinands, Hauptmann von Zengg, Klissa, Otočać und Starigrad, ist auf Aufforderung der Commissäre nicht selbst gekommen, sondern hat einen seiner vertrauten Priester geschickt mit der Entschuldigung, dass er aus Furcht vor Christoph Frangepani und Johann Zäpolya nicht erscheinen könne; er wolle die genannten Burgen keinem anderen als nur Ferdinand übergeben, doch stelle er als Bedingung für die Übergabe derselben die Erwerbung der ungarischen Krone auf. Trotzdem entboten ihn die Commissäre nochmals nach Cetin, um mit ihm weiter zu verhandeln.1 2 Hans Püchler schickte in den verflossenen Tagen auf Befehl des Königs und des Bans hundert Kriegsknechte nach Agram. Als sie in der Nähe der Stadt erschienen, erfuhren sie, dass Christoph Frangepani mit einer ansehnlichen Macht zu Agram lagere. Um den Sachverhalt auszukundschaften, wurden vier Knechte vorausgeschickt, die wurden von den Frangepani’schen Söldnern gefangen genommen, drei liefen bald davon. Püchlers Knechte kehrten darauf gegen Neustadt zurück, man wollte sie dann nach Bihać schicken. Püchler erkundigte sich inzwischen und bekam zur Antwort, dass die 1 «Ut ... in hoc regno, tanquam maiestatis vestre locumtenens, universis iustitiam administret.» Landtagsadresse vom 3. Jänner 1527. 2 Bericht der Commissäre. Söldner des Königs nicht eingelassen werden, mit der Begründung, man lasse ohne die Erlaubnis des Bans niemanden ein. Aus diesem Grunde baten die Commissäre den König, er möge dem Ban Befehl senden, damit ihnen nicht Christoph Frangepani zuvorkäme. Die Commissäre ersuchten auch die Stände, den Ban bei allen seinen Handlungen gegen Christoph Frangepani zu unterstützen, wozu sie sich auch bereitwilligst erklärten mit der Bedingung: «das eur majestät auch das pest thue mit zuschikung herein der obgemelten eilenden hilf des kriegsfolks, gschutz und pulfer etc. darumben si all zusamen geschworen zu retung dises lands und ains jeklichen aus innen als oft das not beschiecht.» Zur Besetzung der Ortsflecken in Kroatien werden nach dem Berichte der Commissäre 300 Mann erforderlich sein. Die Instruction des Königs betreffs des Schlosses Ripač ist den Commissären erst am 3. Jänner zugekommen, worin ihnen aufgetragen wird, den Hauptmann daselbst, Hansen Galletz, zu sich vorzuladen und mit ihm wegen der Schuld zu verhandeln.1 Graf Bernhard Frangepani, der Vater Christophs, erschien nicht zur Versammlung, sondern schickte seine Abgesandten .mit Vollmachten. Diese spielten die Schlauen ; sie erklärten sich zuerst aus Vorsicht für Ferdinand, versprachen alles das zu thun, was die übrigen Stände, spiegelten mit «geschmierten Worten» vor, der alte Bernhard hätte an seinem Sohne keinen Gefallen gefunden und betheuerten offen ihre Treue, während sie geheim die Stände, als sie sahen, dass sich dieselben für Ferdinand erklärten, gegen das Haus Habsburg aufstachelten. Die Abgesandten sonderten sich nach der Huldigungserklärung von den Ständen ab und haben «vii seltzamen vergiften red under si gesträet zu abwendung ». In der Sitzung sagten die königlichen Commissäre unter anderem zu ihnen: «Wie sich eur majestät dessgleichen gegen iren herren gar 1 Bericht der Commissäre. nit versechen, sonder het ee gemaint, er als der elter so auch mitsambt seinem sun vili guets von dem löblichen haus Oesterreich für ander empfangen, sollt eur majestät Sachen auch für ander gefordert und nicht verhindert haben». Die Abgesandten Bernhards verschwanden dann aus der Stadt.1 Am Tage nach der Erbhuldigung, 2. Jänner, forderte Christoph Frangepani seine Cetiner Genossen durch Boten abermals zum Anschluss auf. Er lud sie zum Landtage nach Dubrava, falls sie aber nicht kommen können, so sollten sie ihm einen Tag bestimmen, dass er sich zu ihnen begebe, denn er habe mit ihnen wichtige Dinge zu verhandeln, von denen ihre Ehre und Wohlfahrt abhänge. Doch die Stände antworteten auf den Rath der Commissäre, sie hätten sich bereits auf die Seite des Königs gestellt und dürfen ohne Wissen und Willen ihres Königs weder einen Landtag außerhalb ihres Landes besuchen, noch eine neue Versammlung veranstalten, wenn er etwas zu sagen habe, möge er es ihrem Könige mittheilen, denn sie gehorchen nur diesem. Die Stände gaben dem Abgesandten auch die Gründe bekannt, warum sie König Ferdinand gehuldigt hätten. Christophs Abgesandter erwiderte darauf, Graf Christoph und sie dienten längst den Deutschen, was sie aber damit erzielt hätten, wüssten sie wohl, worauf diese antworteten: Graf Christoph weiß ganz gut, was ihm in Ungarn zugestoßen, «so man in pei seinem part daselbs umbzogn hat».1 2 Die Stände hatten noch einen Wunsch, nämlich, dass der König den Sold für die 800 von den Ständen zu stellenden Reiter für drei Monate auf einmal und im voraus, und zwar binnen 10 Tagen bezahle, der Sold wird vom 8. Jänner an gerechnet, denn ohne dieses Geld könnten sie nichts Gutes für ihren und des Reiches Schutz thun. Die Commissäre des Königs, ihres Herrn bedrängte finanzielle Lage wohl kennend, 1 Bericht der Commissäre. 2 Ebenda. suchten die Stände zu überreden, damit sie von ihren Ansprüchen lassen. Diese aber blieben unerschütterlich; die Verhandlung war sehr lebhaft, ja es kam nach und nach ein beleidigender Ton in dieselbe. Endlich einigte man sich dahin, dass sich die Stände mit diesen ihren Ansprüchen direct an den König wenden sollen, was sie denn auch mit einer Entschuldigung thaten.1 Auch die Commissäre erinnerten den König, pünktlich zu zahlen, damit kein Unglück, besonders in diesen mit Gewitterwolken erfüllten Zeiten, sei es von Seite Zäpolyas, beziehungsweise Grafen Christophs, oder von den Türken, da auch die Witterung günstig ist, für ihn entstehe. Es ist sehr schwer, die Dienstleute ohne Bezahlung aufzutreiben, denn die Bevölkerung sei hier sehr arm. Die Commissäre ermahnten auch den König, Karl Torquatus die versprochenen 250 Pferde zu verordnen.1 2 Hinsichtlich der Adresse der Stände aber rathen sie dem Könige, eine gnädige Antwort in lateinischer Sprache zu erlassen, denn das werde den Ständen in diesen trüben Zeiten zum Troste gereichen. Die Stände beschlossen, eine Gesandtschaft mit dem Propst Paul Oberstein zusammen an den König abzusenden, um ihm ihre Huldigung und ihre Bitten vorzutragen. Dies schoben sie jedoch über einen Fingerzeig der Commissäre auf, bis diese den König davon benachrichtigten und er die Commissäre verständigte; auch sollen die Stände durch solche Botschaft weder dem Könige noch sich selbst unnöthige Kosten verursachen. Vorläufig beschränkten sie sich darauf, den König von der Wahl und von ihren Anliegen brieflich zu verständigen.3 Die Commissäre giengen auch in Sachen der Bergwerke Nicolaus Zrinyis bei Gvozdansko4 vor und berichteten, 1 Die Landtagsadresse vom 3. Jänner 1527. Chmel, Nr. XXIX, S. 39; Kukuljević II, S. 25 u. 26; Fraknöi, Nr. V, S. 92. 2 Bericht der Commissäre. 3 Landtagsadresse vom 3. Jänner 1527. 4 An dem Zrinyi’schen Silberbergwerke zu Gvozdansko in Unter-Slavonien war später außer dem Hans Katzianer und dem königlichen das Bergwerk wird jetzt ausgiebiger betrieben, das Einkommen beträgt jährlich gegen 3000 Gulden, Zrinyi ist bereit, die Hälfte dem König abzuliefern. Überdies will Zrinyi selbst einen Abgesandten in dieser Angelegenheit an den König schicken.* 1 So verlief die berühmte Versammlung zu Cetin. Paul Oberstein reiste dann, als die Huldigungsadresse besiegelt war, nach Wien und erstattete hier dem König ausführlichen Bericht über alle Vorgänge; die anderen drei Feldhauptleute blieben in Kroatien. Die Kroaten rechneten, dass die von ihnen vollzogene Wahl Ferdinands zum König von Kroatien das altkroatische Staatsrecht wieder werde aufleben machen. Dadurch aber erregten sie von neuem das Misstrauen der Ungarn in Ferdinands innere Politik, obschon dieser nicht unterließ, seine Herrscherrechte den Kroaten gegenüber als einen Ausfluss der ungarischen Krone zu bezeichnen, und die Kroaten selber dieser Auffassung, obgleich nur mit wenigen Worten, in ihrer Huldigungsadresse an Ferdinand Rechnung getragen hatten. Die kroatischen Stände stellten den königlichen Commissären als Bedingung nur Folgendes auf : dass der König verpflichtet sei, sie zu vertheidigen, und dass er sie bei ihren alten Gebräuchen erhalte. Doch die Commissäre des Königs verstanden sich dazu nicht, denn sie fürchteten, ihr Herr möchte bald in die Lage gerathen, Wort halten zu müssen. Und die Kroaten täuschten sich in ihren Hoffnungen, denn der König vermochte trotz all seiner Bemühungen nicht, die Grenze zu beschützen, und darum gieng im Laufe des sechzehnten Jahrhunderts das Land allmählich an die Türken verloren. Proviantmeister Jobst Lilgenberg auch Leonhard Gruber betheiligt. Factor dieser Kuxenbesitzer am Sitze der Bauunternehmung war Hans Stettner, dessen Mittheilungen über dortige Vorfälle ihrer Verlässlichkeit wegen sehr geschätzt wurden. Mitth. des histor. Vereines für Steiermark, XXXIX, S. 29. 1 Bericht der Commissäre. Anhang. Das Original der Huldigungsadresse auf Pergament (69: 38'2) befindet sich im Staatsarchive. Auf dem Rücken der Urkunde steht von gleichzeitiger Hand folgender Registratursvermerk geschrieben : Desz Khünigreichs Croatien Landständt Huldigungsbrief d. d. 1. Januarii 1527. An der Urkunde hängen an Pergamentstreifen sieben Siegel in der folgenden Reihenfolge : 1. ) Siegel des Andreas, Bischofs von Knin. Umschrift: f SIG. ANDREAS ■.......NUICZ • ABBAS ■ De • THOPOCZKA • M • - Wappen : Mutter Gottes mit dem Kinde auf dem Schoße sitzend auf einem go-thischen Throne. Unterhalb der Füße Marias ist das Secretsiegel des Bischofs : Zwischen zwei Adlerflügeln der Kopf des Löwen, oberhalb davon ein Stern, unterhalb eine Lilie. Aus diesem Wappen kann man ersehen, dass der Bischof Andreas der Familie Mišljenović-Uzđoljski aus Kamič in Dalmatien angehörte und nicht der Familie Tuškanić, wie Lo-pašić, Oko Kupe i Korane, S. 116, sagt. Jene Familie nannte sich auch Horvath. Marcus Horvath-Mišljenović, vielleicht der Bruder des Bischofs Andreas, war im Jahre 1512 Ban von Kroatien. Bojničić, Adel von Kroatien und Slavonien, S. 65. 2. ) Das große Siegel von Johannes Torquatus mit unleserlicher Umschrift und bekanntem Wappen des Geschlechtes Gusić : auf zwei Balken eine gekrönte Gans. 3. ) Vom dritten Siegel ist nur ein kleiner Theil erhalten, nur die Siegelschale; gehört wahrscheinlich dem Nicolaus Zrinyi. 4. ) Siegel des Königreiches Kroatien. Umschrift: REGNI • SIGILVM (läuft umgekehrt). Wappen: Schachbrett von 64 Feldern, je acht in einer Reihe. 5. ) Siegel von Wolfgang Frangepani. Umschrift: f S . Co... NGNI ■ DE ■ FRANGAPANIBUS. Wappen: Zwei Schilde, im rechten Schilde das Wappen der Grafen von Veglia (der getheilte Schild zeigt oben einen Stern), im linken das Wappen der römischen Frangepani (zwei Brot brechende Löwen). Über beiden Schilden ist ein Helm aufgestellt, auf welchem sich als Helmzier der geschlossene Flügel mit dem Sterne der Grafen von Veglia befindet. 6. ) Siegel des Georg Frangepani. Umschrift : f GEORGIVS .... DE • FRANGAPANIBUS (die Buchstaben sind auswärts gekehrt). Wappen: Brot brechende Löwen. Über dem Schilde befinden sich die Buchstaben G. D. F. (Georgius de F'rangapanibus). 7. ) Siegel des Stephan Blagay. Umschrift: f STEPHANVS f COM-MES (!) BLAGAY (mit auswärts gekehrten Buchstaben). Wappen: Der linksgeschrägte Schild zeigt oben eine Rose, unten fünf Schräglinkstheilungen. Beiderseits des Schildes sind die Buchstaben S. und B. angebracht. Die Siegel 2, 4, 6 und 7 sind sehr roh gemacht, die Buchstaben sind alle umgekehrt und miteinander vermengt, auch die Wappen sind äußerst oberflächlich gearbeitet. Das beweist, dass Johannes Torquatus, Georg Frangepani und Stephan Blagay ihre Siegel nicht zur Hand hatten; sie schickten die Boten nach Hause, doch diese kehrten lange Zeit nicht zurück, darum ließen sie in Cetin durch einen ungeschickten Graveur ihre und des Landes Siegel einschneiden, eine wahre «Zigeunerarbeit» entstand deshalb. Die Huldigungsadresse ist abgedruckt bei Chmel, Actenstücke ètc., S. 35 bis 38; Kukuljević, Jura regni Croatiae, Dalmatiae et Slavoniae, Pars II. (dieser auch betitelt «Articuli et Constitutiones diaetarum seu generalium congregationum regni Croatiae, Dalmatiae et Slavoniae), S. 20 bis 22; Fraknói, Mon. comit. Hung. I., S. 87 bis 90; Bojničić, Pravo nasljedstva kuće Habsburžke na hrvatsko priestolje i izbor Ferdinanda I., S. 28 bis 32. In den ersten drei Drucken findet man viele Lesefehler, besonders bei Personennamen, sogar bei Kukuljević, alle haben nämlich nach einer neueren Copie (Staatsarch. Hung. 1527, Anhang I) abgedruckt, das Original hat keiner beachtet. Die Copie enthält die Consensurkunde der Commissäre, in dieser erscheinen inseriert das Credenzschreiben vom 5. December 1526 und die Huldigungsadresse, die Herausgeber haben dann die einzelnen Theile derselben nach Belieben abgedruckt. Bojničić bringt neben dem Original der Huldigungsadresse auch die kroatische Übersetzung, auf S. 32 bis 35, und eine photographische Abbildung der Urkunde, die aber zu klein ist und den modernen Anforderungen der Diplomatik nicht entspricht. Jäszay hat in «Magyar nemzet napjai a mohäcsi vész utän», II, S. 386 bis 390, die ungarische Übersetzung der Huldigungsadresse. Das Credenzschreiben vom 5. December 1526 ist auch bei Kukuljević, Arkiv za povestnicu jugoslavensku, II, S. 50, abgedruckt. Über die Bildungsweise der «terra rossa» des Karstes. Von Dr. E. Kramer, Director der landw.-chemischen Versuchs-Station für Krain in Laibach. (Fortsetzung.) Die wichtigsten Kalke, die an den Karstbildungen theil-nehmen, sind folgende: 1. ) Die Triaskalke. Dieselben gehören entweder der unteren oder der oberen Triasformation an. Die untere Triasformation ist in den Karstgebieten aus «Werfener» Schichten gebildet. Die Kalke dieser Schichten sind zumeist grau, dunkelgrau bis schwarz, sehr oft auch ockerig. Zumeist zeichnen sie sich durch einen größeren Thongehalt aus und sind relativ leicht verwitterbar und daher einigermaßen bodenbildend. Da jedoch diese Kalke am Karste an der Oberfläche nur in geringer Ausdehnung Vorkommen, nehmen sie an der Karstbildung nur geringen Antheil. Wo sie jedoch Vorkommen, sind sie der Bodenkultur sehr günstig. Die Kalke der oberen Trias bestehen zuweilen aus körnigem Dolomit, welcher mit splitterigem Kalke wechselt. Außerdem finden wir im oberen Trias auch regelmäßig geschichtete, dunkelgraue bis schwarze, mit rothen thonigen Adern durchzogene Kalke. Alle diese Kalke sind reiner als die «Werfener» Schichten, daher auch weniger verwitterbar und in geringerem Maße bodenbildend. 2. ) Die Jurakalke. Die Juraformation ist in den Karstgebieten bisher nur an wenigen mehr oder weniger isolierten Stellen ausgeschieden worden. Diese Kalke sind zumeist dicht und grauschwarz oder auch splitterig und etwas dolomitisch. Wegen ihrer geringen Verbreitung sind sie in Betreff der Verkarstung von keiner größeren Bedeutung. 3. ) Die Kreidekalke.1 Nach Stäche unterscheidet man in der Kreideformation des Karstgebietes folgende Kalke, und zwar : Caprotinen kalke. Dieselben sind von rauchgrauer, oft auch hellgrauer Farbe, meist dick geschichtet, splitterig brechend und stehen oft mit sandigen Dolomiten in Verbindung. Der Caprotinenkalk ist nach Stäche das tiefste Glied der Kreideformation des Karstes. Sonst sind diese Kalke ziemlich rein, zähe, dicht und nahezu gar nicht verwitterbar. Die Rudistenkalke charakterisieren die obere Kreide im ganzen Karste und stellen sehr reine Kalke dar, welche von Fossilien nur Rudisten enthalten, und zwar in den unteren Schichten Radioliten, in den oberen Hippuriten. Der Radi òli tenkalk ist in den unteren Schichten dunkel gefärbt und mit bräunlichen Dolomiten vermengt. Nach oben nehmen die Dolomiten ab, und die Kalke werden lichter und reiner. Der Radiolitenkalk verwittert nahezu gar nicht. Der Hippuritenkalk ist ein vorwiegend sehr reiner, hell gefärbter Kalkstein, der nahezu gar nicht verwittert. Die Rudisten kalke, in Verbindung mit den Caprotinen- und Nummulitenkalken, setzen den größten Theil der sterilsten Gebirge und Plateaux des Karstes zusammen. 4. ) Die eocänen Kalke. Die wichtigsten davon sind : Die Kosinakalke, zumeist bräunlich oder gelblich gefärbt und schwer verwitterbar, vermitteln den Übergang der oberen Kreideformation zu den tiefsten Eocänschichten. In Istrien, den quarnerischen Inseln und in Dalmatien haben sie eine größere Verbreitung. Die Foraminiferenkalke, meist hellgrau gefärbt, sind gleichfalls wenig verwitterbar. Sie wechsellagern zumeist 1 Zu den Kreidekalken rechnet man auch den sogenannten Fischschiefer von Komen; das sind dunkle, bituminöse Plattenkalke. Sie treten nur local auf, sind daher für unsere Zwecke belanglos. mit den Kosinakalken. Ihre oberflächliche Verbreitung ist eine verhältnismäßig geringe. Die Nummulitenkalke unterscheidet man in untere Nummulitenkalke und in den Hauptnummulitenkalk, welch letzterer am Karste die größte Mächtigkeit erreicht und allgemein verbreitet ist. Derselbe ist gewöhnlich weiß oder gelblich gefärbt, hart, spröde und nahezu unverwitterbar. Die Kalke des oberen Eocäns haben eine geringere Verbreitung und sind, wo sie auftreten, mehr weniger mergelig, während reine Kalke selten sind. Die ersteren zerfallen durch Verwitterung leicht. An diese Kalke anschließend, wären noch zwei eocäne Bildungen zu erwähnen, denen für den Karst aus dem Grunde große Wichtigkeit zukommt, weil sie durch außerordentlich leichte Verwitterung als die einzigen wirklich bodenbildenden Gesteine des Karstes aufzufassen sind. Dies sind eben die kalkigen Mergel und Mergelschiefer und dann der sogenannte «Tassello» oder der Nummulitensandstein. Es frägt sich nun: Steht die Bildung der «terra rossa» mit diesen Kalken in irgendwelchem Zusammenhang, und wie kann man sich ihre Entstehung vorstellen? Ich habe schon im Eingänge bemerkt, man sei fast allgemein der Ansicht, dass die Bildung der «terra rossa» in irgendeinem Zusammenhänge mit den Karstkalken stehen müsse. Neumayr und Lorenz, wie erwähnt wurde, meinen, dass dieselbe der letzte unlösliche Rückstand bei der Auflösung der Karstkalke durch Atmosphärilien sei. Es wäre somit die «terra rossa» ein Verwitterungs-, Auswaschungs- und Auf-lösungsproduct der Karstkalke. Es war mir bei meinen Untersuchungen vor allem darum zu thun, zu ermitteln, ob die «terra rossa» mit den Karstkalken in irgendwelchem Zusammenhänge stehe. Ich stellte darüber, eine Reihe von Untersuchungen an und unterzog eine größere Anzahl charakteristischer Karstkalke einer Mittheilungen des Museal Vereines für Krain. Jahrg. XTI, H. 6. 12 chemischen Analyse. Die Ausführung von solchen Analysen schien mir unbedingt nothwendig; denn ohne die chemische Natur der Karstkalke zu kennen, lässt sich über deren Verwitterungsfähigkeit, Bodenbildung u. s. w. nur wenig Bestimmtes sagen. In der folgenden Tabelle (S. 179) erlaube ich mir die Resultate dieser Analysen niederzulegen. Die ersten vierzehn Kalkuntersuchungen sind Resultate meiner Arbeit, die weiteren fünf hingegen hat Dr. Reitlechner seinerzeit unter der Ägide v. Lorenz’ ausgeführt ; ich hielt es jedoch für nöthig, dieselben hier beizufügen. Aus diesen Analysen dürfte ersichtlich sein, dass die mannigfachen, den verschiedenen Formationen angehörigen und in den verschiedenen Karstgegenden gesammelten Kalke in ihrer chemischen Zusammensetzung nicht stark divergieren. Sie bestehen nahezu ausschließlich aus kohlensaurem Kalk mit etwas kohlensaurer Magnesia und aus einer geringen Menge von anderen Substanzen, als: Kieselsäure, Eisenoxyd und Thonerde. In den von mir ausgeführten Analysen (Nr. I bis XIV) variiert der Gehalt an den letzteren Substanzen zwischen Cb66 und 2'59 Procent, während der größte Theil, das ist 99'34 bis 97-41 Procent, auf kohlensauren Kalk und kohlensaure Magnesia entfällt. Von den fünf auf v. Lorenz’ Veranlassung durch Reitlechner1 (Nr. XV bis XIX) untersuchten Kalken enthalten nur die beiden ersteren einen geringeren Gehalt (1T4 bis L89 Procent) von anderweitigen Beimengungen, während die drei letzteren Kalke bedeutend größere Mengen (6'22 bis 23’77 Procent) von Kieselsäure, Thonerde und Eisenoxyd aufweisen, was jedoch auf den Umstand zurückzuführen ist, dass dieselben, wie 1 Bericht über die Bedingungen der Aufforstung des kroatischen Karstgebirges. Mittheilungen der geographischen Gesellschaft in Wien. Im Aufträge der k. k. kroatisch-slavonischen Statthalterei verfasst von Dr. J. R. Lorenz. IV. Band, I. Heft, S. 97. Un- löslich Löslich in Salz- u. Salpetersäure. Procent Nr. Nähere Bezeichnung des Kalkes Probeentnahme- Ort inSalz- und Salpeter- säure Procent Kiesel- ! säure Eisenoxyd u. Thonerde Magnesia- Carbonat Calcium- Carbonat Calcium- : und Magnesia- Carbonat; Andere Restand-theile j I. Grauer, etwas dolomitischer Kalk Gospić (Kroatien) 0 81 0 50 0 85 2-16 95 68 97 84 2 16 II. » » » » Zengg 0 98 0 45 0 97 3-00 94 60 97 60 2 40 III. » » » » Istrien 0 72 0 39 0 78 1-92 96 19 98 11 1 89 IV. Dunkelgrauer, spröder, etwas dolomitischer Jurakalk .... Ogulin 1 05 0 62 0 92 2-60 94 81 97 41 2 59 V. Weißer Caprotinenkalk . • • Kroat. Küstenland 0 38 0 45 0 72 1-20 97 25 98 45 1 25 VI. » Radiolitenkalk.... Dalmatien 0 18 0 23 0 25 Spuren 99 34 99 34 0 66 VII. » Hippuritenkalk . . . » 0 32 0 20 0 42 » 99 06 99 06 0 94 Vili. » 0 41 0 18 0 39 » 99 02 99 02 0 98 IX. » » ... » 0 26 0 15 0 32 » 99 27 99 27 0 73 X. Spröder, gelblich gefärbter Ko-sinakalk Fiume 0 82 0 32 0 73 1-50 96 63 97 13 1 87 XI. Foraminiferenkalk Novi 0 72 0 49 0 51 0-62 97 66 98 28 1 72 XII. Weißer Nummulitenkalk . . . » 0 36 0 13 0 29 0-20 99 02 99 22 0 78 XIII. » » » 0 40 0 14 0 32 0-42 98 71 99 13 0 87 XIV. » » ... Vinodol 0 39 0 19 0 39 Spuren 99 03 99 03 0 97 XV. Gewöhnlicher, spröder Triaskalk mit thonigen Adern .... Kroatischer Karst 0 57 0 42 0 90 » 98 11 98 11 1 89 XVI. Etwas dolomitischer, gelblicher Triaskalk » 0 37 0 20 0 57 2-14 98 01 98 15 1 14 XVII. Triaskalk mit vielen thonigen Adern durchzogen .... » 18 21 0 05 4 41 74 05 74 05 23 77 XVIII. Weißer Kreidekalk ohne Adern » 1 06 5 16 157 91 23 92 80 6 22 XIX. Stark eisenschüssiger Kalk . . » 7 05 0 45 5 84 Spuren 86 36 86 36 13 34 Reitlechner selbst angegeben hat, stark mit Adern von rother Thonerde durchsetzt waren. Solche Kalke kommen jedoch auf dem Karste nur isoliert vor, und kann daher dieser hohe Gehalt der Kalke an rothem Thon bei weitem nicht verallgemeinert werden. Denn ein Kalkstein, der 23 Procent thonige Substanzen (und wenn auch etwas weniger) enthält, kann thatsächlich verwittern und dabei eine nicht unbeträchtliche Menge thonigen, mit Kalksplittern untermischten Bodens zurücklassen. Würden solche Kalke am Karste wirklich stark verbreitet sein, dann sähe der Karst gewiss anders aus und wiese vielleicht keine gänzlich sterilen Flächen auf; denn die Kalke würden sich bald infolge der Verwitterung mit einer mehr weniger mächtigen thonigen, mit Kalksplittern durchsetzten Erdschichte bedecken, was auch überall geschieht, wo solche Kalke auftreten. Im allgemeinen kann angenommen werden, was auch aus den Analysen ersichtlich ist, dass jene Kalke, welche am Karste oberflächlich am meisten verbreitet sind (und dazu gehören die Kalke der oberen Trias, die Rudisten- und Caprotinenkalke, sowie die Kalke der Kosinaschichten und die Nummulitenkalke, welche alle eben die sterilen Plateaux und Gebirge des Karstes zusammensetzen) höchstens 2'5 Procent und durchschnittlich circa 1 Procent thoniger Substanzen enthalten, welcher Gehalt an diesen Substanzen, wie aus einer von Neumayr ausgeführten Analyse hervorgeht, selbst auf 0-004 Procent und weniger sinken kann. Hierbei sei bemerkt, dass in diesem Thonerdegehalt auch jener der Kieselsäure mit inbegriffen ist, wodurch sich der eigentliche Gehalt an Thonerde noch beträchtlich vermindert. Wie vorher bereits gesagt wurde, hat unter allen Theorien über die Bildung der «terra rossa» jene von Neumayr die meisten Anhänger gefunden. Nach Neumayr bildet sich die «terra rossa» einfach durch Auflösung der kohlensauren Kalke mit kohlensäurehaltigem, atmosphärischem Wasser, wobei die in demselben enthaltenen thonigen Beimengungen ungelöst Zurückbleiben, was eben die «terra rossa» sein soll. Dies schließt Neumayr daraus, dass die Karstkalke, wenn sie mit Säuren behandelt werden, einen thonigen Rückstand übrig lassen. Diese Anschauung Neumayrs ist meiner Ansicht nach nicht ganz richtig. Es ist zwar eine unbestreitbare Thatsache, dass, wenn man einen Karstkalk in Säuren auflöst, ein thoniger Rückstand zurückbleibt. Dieser Rückstand ist jedoch bei jenen Kalken, welche die sterilen Karstplateaux und -Gebirge zusammensetzen, wie aus den vorher angeführten Analysen ersichtlich, ein sehr geringer. Aber ganz anders verhält sich diese Auflösung in Wirklichkeit; denn in der Natur werden die Karstkalke nicht von concentrierter oder verdünnter Salzsäure oder Salpetersäure u. s. w. gelöst, sondern durch atmosphärisches Wasser, welches ja nur sehr geringe Mengen Kohlensäure enthält. Dass aber eine solche Lösung zustande kommt, sind außerordentlich große Mengen Wasser nothwendig; denn schon um 1 g kohlensauren Kalkes in Wasser aufzulösen, benöthigt man gewiss einige Liter atmosphärischen Wassers, wobei noch der Kalk fein gepulvert sein muss. Sollen nun ganze Kalkstücke in Lösung gebracht werden, dann ist es begreiflich, dass hiezu riesige Wassermengen erforderlich sind. Nehmen wir an, wir würden zur Lösung von 1 kg Kalk 100 1 Wasser benöthigen und in diesem Kalke wären L5 Procent, somit in einem Kilogramm 15 gr anderer Substanzen, als: Thonerde, Eisenoxyd und Kieselerde, enthalten. Brächten wir diesen kohlensauren Kalk in dem genannten Quantum Wasser zur Lösung, so fragt es sich: Würde dann that-sächlich ein Rückstand Zurückbleiben ? Man könnte mit Bestimmtheit behaupten: keiner! Denn Eisenoxyd, Kieselsäure und Thonerde sind im Wasser nicht absolut unlöslich, sondern werden von demselben in geringer Menge gelöst. Wenn wir 15 g der genannten Substanzen angenommen in 10001 Wasser bringen, dann dürften sich dieselben nach längerer Zeit zweifelsohne in demselben lösen, und wir würden sodann ein Wasser erhalten, welches an Thonerde, Kieselsäure und Eisenoxyd zusammengenommen 00015 Procent, also eine Menge an diesen Substanzen enthielte, welche in jedem Quellwasser in bedeutend größerer Quantität anzutreffen ist. Dass so geringe Mengen dieser Substanzen in Wasser löslich sind, unterliegt keinem Zweifel. Da jedoch zur Lösung ganzer Kalkstücke noch bedeutend größere Quantitäten an Wasser nöthig sind, so ist es leicht begreiflich, dass selbst Kalke, welche mehr als T5 Procent thoniger Substanzen enthalten, kaum einen Rückstand zurücklassen und somit keine «terra rossa» bilden können. Und sollte wirklich eine geringe Menge dieser Substanzen als Rückstand übrig bleiben, dann ist die Folge noch keineswegs die, dass dieselben als «terra rossa» ohneweiters abgelagert werden, sondern es muss auch der Umstand in Betracht gezogen werden, dass so geringe Mengen thoniger Substanzen, sobald sie aus dem Gestein ausgeschieden, durch die riesigen Mengen meteorischen Wassers abgeschwemmt werden. Daraus dürfte ersichtlich sein, dass die Neumayr’sche Theorie über die Bildung der «terra rossa» nicht stichhältig erscheint. Auch die bereits angeführte Theorie von Lorenz, nach welcher die Kalksteine 22 bis 23 Procent thoniger Substanzen enthalten sollen und somit die «terra rossa» nur als ein Product des Zerfalles und der Auswaschung thoniger Substanzen aus denselben zu betrachten wäre, kann uns schon aus dem Grunde nicht befriedigen, da ja die Kalke, die stark mit thonigen Adern durchzogen sind, sich somit durch einen hohen Gehalt thoniger Substanzen auszeichnen, auf dem Karste nur isoliert Vorkommen, und wir die «terra rossa» in demselben Maße auch überall dort vorfinden, wo die Kalke keine rothen thonigen Adern zeigen und dieselben überhaupt die minimalsten Mengen thoniger Substanzen enthalten. Man ersieht daraus, dass diese beiden Theorien über die Bildung der «terra rossa», die bis jetzt noch als die stichhältigsten hingestellt worden sind, uns durchaus nicht befriedigen können. Nachdem ich durch die ausgeführten Analysen der Karstkalke den Beweis erbracht zu haben glaube, dass die «terra rossa» in keinem Zusammenhänge mit den Karstkalken stehe, war ich bemüht, auf Grund von an Ort und Stelle gemachten Studien für die Bildung der «terra rossa» eine stichhältigere Erklärung aufzustellen. Meine Ansicht über die Bildung der «terra rossa», die ich mir hier in der gedrängtesten Kürze anzuführen erlaube, wäre nun folgende: Es unterliegt keinem Zweifel, dass der Karst in den früheren geologischen Perioden, und dies insbesondere zur Eocän- und Miocänzeit und auch später, ganz anders ausgesehen haben musste als jetzt; denn es kann mit Bestimmtheit angenommen werden, dass die gegenwärtig zutage tretenden Karstkalke zu jener Zeit durch mächtige Schichten mergeliger, thoniger und sandsteinartiger Gebilde bedeckt waren. Erst späterhin, als es in den verschiedenen Schichten zu Störungen und somit zur Bildung von Gebirgen, Thälern und Plateaux gekommen ist, begann die Abwaschung und Abschwemmung dieser weichen Gebilde, und so traten die darunter liegenden Kalke nach und nach zutage. Dass es thatsächlich so gewesen sein musste, ersieht man daraus, dass auch jetzt überall dort, wo sich Mulden gebildet haben und wo somit eine Abwaschung und Abschwemmung der weichen Gebilde vor sich nicht gehen konnte, die Karstkalke noch mit mächtigen Ablagerungen von mergeligen und sandigen Eocängebilden überdeckt sind. Den besten Beweis hierfür liefern uns beispielsweise das Eocänterrain der Poik und des Wippachthaies sowie die Rekamulde in Krain, ferner das Spaltenthal von Buccari, die Eocängebilde Istriens und der quarnerischen Inseln. Diese tertiären lehmigen Gebilde sind an manchen Stellen des Karstes nahezu ganz abgewaschen und abgeschwemmt worden, während an anderen größere oder geringere Mengen derselben zurückgeblieben sind. Ich glaube, dass die meisten Karstlehme, mögen dieselben gelb, braun, blau oder roth gefärbt, mehr oder weniger sandig sein, mögen sie die Karstkalke in stärkeren oder auch ganz dünnen Schichten überlagern, nur als die letzten Überreste der tertiären lehmigen und lehmigsandigen Gebilde und nicht etwa als die Ver-witterungsproducte der Karstkalke aufzufassen sind. Auch die Configuration des Karstes musste damals eine ganz andere gewesen sein als jetzt. Das Gebiet des jetzigen Karstes stellte damals ganz gewiss große, feuchte und auch sumpfige Ebenen und Mulden mit einer außerordentlich üppigen Vegetation dar. Den besten und unwiderlegbaren Beweis hierfür liefert uns das massenhafte Vorkommen fossiler Knochen und Skelette tertiärer Pflanzenfresser, vornehmlich von Pferden, Rindern, Tapiren und anderen Sümpfe bewohnenden riesigen Thieren. Die fossilen Reste dieser Thiere werden am Karste überall in den Höhlen in großen Massen angetroffen. Das Auftreten dieser mächtigen Pflanzenfresser in der damaligen Periode kann jedoch nur dadurch erklärt werden, dass der Karst zu jener Zeit nicht etwa einen bewaldeten, sonst aber steinigen und mehr weniger trockenen Boden darstellte, sondern dass auf demselben üppige Wiesen und ausgedehnte Sümpfe vorhanden sein mussten. Ein üppiger Graswuchs setzt aber selbstverständlich thonige, lehmige und mergelige Böden voraus. Dass es zu jener Zeit thatsächlich so gewesen sein musste, können wir noch heutzutage in einigen Karstgebieten beobachten; denn wir finden, wie schon früher mit Angabe mehrerer Orte bemerkt, noch in verschiedenen Thälern und Mulden die Karstkalke mit mächtigen Schichten von eocänen Mergeln, Lehmen und Sandsteinen überdeckt. Die Entstehung der «terra rossa» aus den genannten tertiären Lehmen wäre sonach wie folgt zu erklären : Sobald sich im Karstkalke Klüfte, Spalten, Trichter, Mulden u. s. w. gebildet hatten, sind diese Lehme durch meteorisches Wasser von den umliegenden Abhängen abgeschwemmt und in jenen abgelagert worden. Hier erlitten sie in erster Linie einen durchgreifenden Schlemmprocess. Die beigemengten kleineren Stücke von festem Gestein setzten sich nach ihrer specifischen Schwere zuerst ab und über dieselben die leichteren Thontheilchen, welche nach und nach eine compacte thonige Masse bildeten. Die kleineren beigemengten Stücke von kohlensaurem Kalk und vielleicht auch kleinere Mengen von Quarzsand, welche etwa noch in diesem geschlemmten Thone vorhanden gewesen sein dürften, mussten in den außerordentlich langen Zeiträumen nach und nach aufgelöst und ausgewaschen werden, so dass schließlich nichts anderes als eine eisenschüssige, compacte, thonige Masse zurückblieb. Die Roth-färbung dieses Thones dürfte nicht schwer zu erklären sein ; denn es brauchten nur die niederen Sauerstoffverbindungen des Eisens, die vorher eine Gelb-, Braun- oder Graufärbung des Thones veranlasst hatten, zu Eisenoxyd oxydiert zu werden. Dies geschieht jedoch überall dort mehr weniger leicht, wo ein eisenhaltiger Thon mit atmosphärischem Sauerstoff in Berührung kommt. Diese Bedingungen sind aber selten irgendwo besser ausgebildet, als gerade am Karste, was aus dem nachstehend Angeführten ersichtlich sein dürfte. Die lehmigen, am Kalke lagernden Schichten sind nahezu überall mehr weniger dünn, daher in ihrer ganzen Schichte umso leichter der Luft zugänglich, als die schwache und humusarme, die Lehme bedeckende Vegetationsschichte dem Luftzutritte kaum hinderlich ist. (Schluss folgt.) Aus dem Weiehselburger Stadtarchive. Von Konrad Črnologar. W eichselburg, das gegenwärtig die kleinste und unansehnlichste Stadt Krains ist, war ehemals eine gutsituierte, mit vielen landesfürstlichen Privilegien und Gnaden ausgestattete, durch einen regen Verkehr, durch Handel und Gewerbe belebte, mit eigener und sogar von der Herrschaft Weichselburg, was Criminalgericht anbelangt, übertragener Jurisdiction versehene Stadt, die fast keiner anderen in Krain, Laibach und höchstens noch Rudolfswert ausgenommen, in dieser Beziehung nachstand. Allerdings ist sie nie zu einer bedeutenderen Größe angewachsen ; so lange die Ringmauern noch eine Bedeutung hatten, im Mittelalter als Stütze der Dynasten in den Fehden gegen den mächtigen Adel, in der neueren Zeit als Bollwerke gegen den Erbfeind der Christenheit, an denen dieser oft, wenn nicht vernichtet, wie bei Sissek (1593), doch auf seinen Streifzügen aufgehalten wurde, hatten unsere umfriedigten Städte noch eine Bedeutung; nachdem jedoch die Militärgrenze errichtet, in den Grenzorten eine ständige, wenn auch nicht zahlreiche Besatzung fortwährend kampfbereit gemacht, die Festung Karlstadt erbaut und das Signalwesen (Kreutfeuer = kresovi) vervollständigt worden war, verloren die wenn auch noch so günstig gelegenen und befestigten Städte, Klöster und Burgen ihre Bedeutung in dieser Richtung: Der Zuzug der Werbetruppen, die Türkenzüge selbst, die Verpflegung, Fuhren etc. haben wohl den Städten manche Unannehmlichkeiten bereitet, doch diese blühten damals. Mit der Sicherheit kam zugleich der Keim zum Verfalle der städtischen Anwesen. So geschah es auch mit Weichselburg. Nachdem die Ursachen, denen diese Stadt ihre Entstehung und Entwickelung verdankte, aufgehört haben, verlor sie ihre Bedeutung. Der letzte Schlag wurde ihr durch das Versetzen des ehemaligen fürstlich Auersperg’schen Patrimonialgerichtes aus dem eigens dafür gebauten Schlosse Weichselberg nach Sittich im Jahre 1850 versetzt. Die Stadt Weichselburg hat jedoch eine verhältnismäßig bedeutende Schriftensammlung, in der alles Wichtige erhalten zu sein scheint. Scartierungen scheinen nicht vorgenommen worden zu sein. Es sind allerdings nur wenige Pergamente vorhanden, doch diese sind oft von minderer Wichtigkeit als Papiere. Die Stadt Weichselburg hatte ja alles, was nur einer Stadt in verflossenen Jahrhunderten verliehen werden konnte: Immunität, freie Richterwahl, Sitz im Landtage, eigene Civil-und Criminalgerichtsbarkeit, die letztere noch für das Landgericht der Herrschaft, die städtischen Mauten in der Stadt und der ganzen Landgerichtsherrschaft Weichselberg, Jahr-und Wochenmärkte, Salz-, Getreide- und Weinmaß, eigene Kirchen, Stiftungen für Messen, Spital für die Armen, Ringmauern, Zugbrücken, Rüstkammer und Schießstätte für die Vertheidigung, Handwerksinnungen, alle möglichen Gewerbe, in ihrem Burgfriede lag nebst den Mühlen auch ein Hammerwerk und eine Pulvermühle. Wenn dies auch mit einem kleineren Maßstabe gemessen werden muss, findet man im Stadtarchive doch alle möglichen Vorkommnisse schriftlich erhalten. Es ist daher der Mühe wert, auf Grund dieser Nachrichten das Stadtwesen kurz zu skizzieren. Als Grundlage nehme ich die nachfolgende Urkunde aus dem Jahre 1714, worin die Bürger selbst ihre Stadt und deren Verfall schildern. Wenn ich dieselbe aus den von mir gesammelten Notizen nur vervollständige, resp. deren Angaben richtig stelle, wäre die Geschichte und das Gebaren dieses Anwesens zumeist erschöpft. Beschwerdepunkte. 1714, 10. September, Weichselburg. Zustand der Stadt Weichselburg im Jahre 1714. Von Euer hochgräflich: Exc:1 ist Vnß durch Erlassene ambts Verordnung de dato 10. Febr: 17062 anbeuolchen worden damit wür zu Volge hereingelangter Kayser: aller-gnädigisten Resolution, Vnd Verordnung gräz Von 19. Jenner Eiusdem anny Vnnsern außführlichen bericht erstatten sollen, wie Vnser Statt weesen Vorhero geweßen, Vnd aniezo beschaffen seye, wieuill Vnserer Einkhunfften, Vnd worin selbige bestehen, wellicher gestalten Vnser Rath bestellet, waß sonsten Vor ämbter Vorhanden, Vnd wie sölliche Versehn, vnd die Spithal auch andere Geistliche Stüfftungen, Vnd das weise(n)ambt Verwaltet, was dabey: od: in and: Verrechneten diensten für Restanten sich befunden, ob, Vnd wie diser Statt Mauern, vnd andere Gemaine gebey, Vnterhalten werden, wie daß Archiu beschaffen, Vnd waß dergleichen nachrichten mehr, zu dem obzillenden Zwegkh dienen khönen, Ferer daß wür nach Zallen Eine Verzaichnus Errichten nit nur dern bey Vnsern statt Befündlichen Documenten Vnd Vnserer Statt wessen betreffenden Schrüfften, sondern auch dern Sumari-schen Inhalt, ßambt denen, waß in Geschichten Voriger Zeiten weiters angemergkhet sein möchte. Hierauff, Vnd zu Volge solidi gnediger ambts Verordnung, wollen wür vnsern Bericht gehör: Erstatten. Vnd zwar Erstlichen in deme, wie Vnser Statt Weesen Vorhero gewesen, Vnd anietzo beschaffen Seye, Nun ist sowoll Euer gräfl: Excell: als auch Jedermäniglich gar woll wissendt, daß dises Stättl Vorzeiten, Vnter die besste Statt in dißen Landt Crain gerechnet war, mit woll bemitelt, Vnd qualifizierten burgers Leithen, Vnd gewohner Erfült, die wochen- vnd Jahr Margkht sambt den Niderlaag gewähnlicher-masßen, gehalten, Rhein geyhandl verstatten, mithin sowoll 1 Jedenfalls Vicedom. Der Titel fehlt. - Mithin ziemlich früh schon. die Statt, alß Burger, Vnd Inwohner guettn gefallen vnd einkhombnisße gehabt, daß gebey sowoll dern Heüsßer, alß Ring Mauer, Vnd, Thurn nicht allein in guetten stand Erhalten, sondern auch die Leidentlich gewesste Landts an-laagen gebührendt abführen Khönen, Vmb daß aber hernach durch diein anno 1633.introduciert:VndbißheroContinuierende vnerschwingliche Contribution vnd darauf nachgeuolgte andere dargaben, durch zeüg, verpfleg: vnd einquartierungen, accißen, vermögen Steuer, fleisch kreuzer, recrouten werfen, vili einander geuolgte mißrathene Jahr, vichr vmbfahl contagions läuff, vnd leztlichen durch frey zugelassenen geyhandl. (wellicher sogestalten etliche Jahr anhero in Schwung khumben ist, daß nicht allein durch die Unterthannen fast jedwedem Dorf, sondern auch durch ihre Herrschafften, Pfleger, vnd Verwalter die Handtierung, vnd das burgerl: gewerb getriben, wordurch vnsere Wochen Margkht, sambt den Niderlaag to-taliter abkhomben, die Jahr Margkht aber auch in mergkh-liche Decadenz gerathen, mithin denen armben buergern daß brodt von Maull abgeschnitten wierdt) die Statt zurugkh gesteh, vnd in die armben Selligkheit gelegt. Nun bei so grossen Eilend, vnd Nothstand khönen wür khein gehör fänden, sondern hindan gesezt aller diser Vrsachen, zu vollständiger bezahlung der jährlichen in die 700 fl: allein an der Steüer, Contribution, vnndt pfundt herrn gült (von wel-lichen nur die Herrschafften, welche mit Zehendten, Pergkh-rechten, vnd andern ainkhombnisßen versehn seindt, zu Con-tribuiren schuldig) mit Bedrouung Schörffen Einsehen, mithin zu pur lautherer Vnmüglichkheith angehalten werden, danen-hero es beschicht daß in der Statt alberaith ein Dritl heüser völlig verlassen, vnd in die öednuß gerathen. Vnd bey Ehiß nicht erfolgender remedierung mit denen annoch vorhandenen ganz baufelligen Heüser, oder vili beßer zu nenen hülzerne Kheyschen, sambt denen an uillen orthen bloß, vnd vnbe-degkht stehenden Ring Mauern vnd Thüren, auch also er gehen, mithin in kürzer Zeüth zugewartten ist, daß die Statt zum gänzlichen auffligen gebracht werde. Auf den änderten punct, wieuill vnser Einkhonfften, vnd wohrin selbige bestehen, berichten wür souill, daß wür diezeit kheine andere gefallen, alß die bloße Steüer, vnd Contribution, so die Burger von ihren hülzenen Kheyschen (dern die mehresten eine gegen die andere über 10. f: nicht werth ist, jedoch einer ganzen Hüeben; gleich Contribuiren miesßen, dan eine jährlich sambt den standt geldt gegen. 40. fl. eintragende Prugkh Mauth oder Prugkpfening haben, von disßen Einkhombnisßen nun miessen auf die Besoldungen der Statt bedienten jährlichen gegen. 100. f: dan auf die Prükhen, vnd weegreparationes wenigst. 20. f: außgelegt werden, danenhero ist da augenscheinlich, ja handtgreiffliche Vnmiglichkheith, daß dise ganz endtsunkhene Statt so grosse anlagen, jährlich abführen khundte, massen ohne deme sowoll bey der lobi: Lää: alß andern Partheyen in grosßen Schuldenlast gerathen. Belangendt auf den. 3 punct welichergestalten vnser Rath bestallet, waß sonsten vor Ämbter vorhanden, vnd wie solliche versehen, vnd waß dabey, oder in andern verrech-neten Diensten für restanten sich befinden, berichten wir souill, daß der Innere Rath, nebst dem Stattrichter in. 12. der Äüßere Rath aber in 6 allen- vnbezalten Perschonen bestehet, die ybrige wenige burgerschafft aber für die gemein, gehalten seye, Nun ist derzeit der völlige Rath, sambt der Purgerschafft, ausßer des jezigen Stattrichters Johannesen Igger, lesens vnd Schreibens vnkhünlich. Zum Statt Cammer Ambt werden zwey einer auß dem Inern, vnd der andere auß dem ausßern Rath erwälth, welche nebst dem Statt-Richter die Steyer, Contribution, vnd Prugkh Mauth einfordern, vnd darvon die Raittung legen müsßen, sonsten hat die Statt kheine andere ämbter vorhanden, vili weniger aber einiche restanten, ausßer der jenigen ganz erarmten burgerschafft, welliche ihre heüslein wegen all zugrosßen, vnd vnerschwinglichen anlaagen verlaßen : vnd die Öednuß gerathen lassen. Auff den. 4. punct, wie die Spitaller, auch andere geistliche Stüfftungen vnd daß weyße(n) Ambt verwaltet wierdt, berichten in gehorsamb souill, daß wür weeder spithal, noch in ihr andere geistliche stüfftungen haben, alß die Statt Kürchen St. Anna, welliche vor villen Jahren von der Statt, oder Purgerschafft auferbauet worden, auch nachgehents so-woll zu dißer, alß Pfarr kürchen, vnd vnser Lieben frauen in alten Margkht genandt, die mehriste der Statt mit der h: anforderung vnterworffene, auch biß an dato in vnserer beansagung bey der Lobi: Laa: begrüffene grundtstückh zue-gefallen, von solchen aber vnß nichts geraicht werden will, wür aber gleich wollen die vollstendige bezahlung, vermög der ansaag laisten miesßen, wie das Archiu beschaffen, ist in gnaden oder zu wisßen, daß wür khein Archiu haben, die Statt privilegia, Kay: Generalien, Patenta, ambts Verordnungen, vnd vnser Statt wesen betrefflichen = die Schrüfften aber werden in einer Trugen conseruirt, vbrigens von alten geschichten haben wür von Erhöblichkheit khein eygentliche Nachricht, daß wür in diesen punct einichen bericht erstatten khundten. Also, vnd bey obberichrt wahrer Sachen beschaffenheit, vnd verhandenen so großen Ellendt, vnd Nott standt Leben wür gehörs : der vertröstlichen Hoffnung, daß Seine Kay: May: hierüber mit vnß mehr ein allergdigist: vnd vatterliches mitleiden tragen, alß es zuegelassen werde, daß diße alte Landtsfürstl: Statt in gänzlich: ruin, vnd aufligen gebracht werden möge. Disennach gelangt an Euer hochgräffl : Excell: Vnser fueßfallendes betten, die geruehen mit dero abgebenden bericht vnd rathlichen guettachten bey seiner Röm: Kay: May: ec. vnsern allergdigsten Herren, Herren, daran, vnd darob zu sein, dz ein ney proportionierter anschlag mit auß-lasßung der hindankhombenden gründtstükh, vnd in die oednuß gerathenen heüser, beschicht, dan daß vnß nicht allein der bißherige ausstandt bey der Löbl: Laa: alhier nachgsechen (welchen wür ohne deme nicht werden bezahlen khönen) sondern auch etliche Jahr der Steuer, vnd Contrib : hinfüro verschonet, der wochen-Margkht widerumben eingefihrt, der geyhandl aber gänzlichen abgestelt, vnd wür mit einer Landesfürst: Mauth zu Stüfft : vnd beulicher Erhaltung der Ring Mauer, vnd Thürn, begnadet werden mögen. Dahin wür vnß gehors: empfehlen. Datum weyxlburg den. 10. 7ber 1714. N: Richter Rath vnd gesambte Bürgerschaft, der Landtsfürst : Statt Weixlburg. Außen die Archivnote: «Beschwör Püncta der Statt Weixlburg. Nr. 447. den 10. 7ber 1715 (sic!)». Papierheft aus zwei Foliobogen mit sechs beschriebenen Seiten im Stadtarchive zu Weichselburg. Berichtigungen zum Aufsatze «Der Adel in Krain». Im Hefte II, Jahrgang 1899, Seite 62 soll es statt Lenkh A. 1614 heißen : Lenkh A. 1555. Seite 63 ist bei Lukanz von Savenburg statt B. 1895 zu lesen: A. 1895. MITTHEILUNGEN des Musealvereines für Krain. Jahrgang XII. 1899. Beilage zu Heft G. ~öT ^ to Über die Bildungsweise der «terra rossa» des Karstes. Von Dr. E. Kramer, Director der landw.- chemischen Versuchs-Station für Krain in Laibach. (Schluss.) Die Oberfläche der Karstkalke ist weiters durch zahlreiche größere und kleinere Öffnungen und Sprünge mit den unterirdischen Höhlungen verbunden. Die genannten Lehme liegen sonach auf dem Karstkalke, wie etwa auf einem Sieb, und es kann die Luft der unterirdischen Höhlen mit der oberirdischen durch die Thonschichten zweifelsohne sehr leicht communicieren. Anderntheils kann das meteorische Wasser ungehindert diese Schichten passieren, wobei wieder selbstverständlich jedem durchsickerten Wasservolumen ein gleiches Volumen Luft nachfolgen muss. Bei diesem außerordentlich erleichterten Luftzutritte muss nun die Oxydation der Eisenverbindungen besonders begünstigt werden. Wo diese Bedingungen vorhanden sind, kann nach und nach fast jeder gelb oder braun gefärbte eisenhaltige Thon oder Lehm in einen mehr weniger rothgefärbten, der «terra rossa» ähnlichen umgewandelt werden. Es ist eine bekannte Thatsache, dass, wenn man einen gelb, braun oder grau gefärbten Thon oder Lehm in einem Porcellantiegel nur schwach erwärmt, derselbe an der Oberfläche, wo er leicht mit der Luft in Berührung kommt, schon in der Mittheilungen des Musealvereines für Krain. Jahrg. XII, Beil, zu H. 6. |3 kürzesten Zeit roth gefärbt wird. Je eisenhaltiger derselbe ist, eine desto dunklere rothe Farbe nimmt er an. Wenn solche Oxydationsvorgänge bei schwachem Erwärmen in einigen Minuten vor sich gehen, warum sollte dies nicht bei einer niedrigeren Temperatur in unermesslichen Zeiträumen geschehen können? Überhaupt kann man ähnliche Erscheinungen auf vielen Äckern studieren. Wenn man einen lehmigen oder thonigen, mehr weniger eisenhaltigen, noch nicht bearbeiteten Boden mit Wasser nichtdurchlassendem Untergründe durch Ackerung oberflächlich lockert und dadurch den oberen Schichten freien Luftzutritt eröffnet, so nehmen die letzten im Laufe einiger Jahre schon eine röthlichere Farbe an, so dass die bearbeitete Schichte von den darunter liegenden Schichten deutlich absticht. Auf Grund der angeführten Untersuchungen gelange ich zu dem Resultate, dass die «terra rossa» nichts anderes ist, als die in Trichtern, Klüften, Spalten, Mulden u. s. w. durch meteorisches Wasser zusammengeschwemmten und zweifelsohne zu wiederholten-malen Schlemmprocessen unterzogenen lehmigen und thonigen Überreste tertiärer Lehme, Thone und Mergel, deren geringerer oder höherer Gehalt an Eisenverbindungen umso leichter in rothes Eisenoxyd überführt werden konnte, als bei der Beschaffenheit des Karstes der freie Zutritt der Luft zu den Lehmen und Thonen außerordentlich begünstigt wird. Literatiartoerictite. Jul. Gregor, k. u. k. Oberlieutenant im militär-geogr. Institute. Trigonometrische Höhenbestimmung des Punktes Uran-sehitz (Rašica) im Erdbebengebiete von Laibaeh. Mit 1 Tafel. Mittheil. d. k. u. k. militär-geogr. Inst. XVIII. Bd. Wien 1899. — Wie bei jedem größeren Erdbeben, tauchten auch nach dem Laibacher Beben vom Jahre 1895 Gerüchte über Höhenänderungen auf, welche infolge der gewaltigen Bodenerschütterung eingetreten sein sollen. Der Verfasser der ausführlichen Monographie des genannten Bebens, F. E. Suess, hat jedoch gelegentlich der Begehung des Schüttergebietes feststellen können, dass auf dem Hügel zwischen Seebach und dem Großkahlenberg, welcher nach einem hartnäckig sich behauptenden Gerüchte 4 bis 8 m niedriger geworden sein soll, keinerlei merkliche Veränderung wahrzunehmen sei. (Vhdl. d. geol. Reichsanstalt, 1895, S. 207.) Nun haben die vom k. u. k. militär-geographischen Institut unternommenen Untersuchungen des großen Agramer Bebens vom Jahre 1880 sowohl verticale als auch horizontale Verschiebungen der trigonometrischen Fixpunkte in der Mitte des erschütterten Gebietes im Betrage von über ein Meter gegen die Lage im Jahre 1855 ergeben. Noch bedeutender und in verschiedenem Sinne sind die Verschiebungen gegen die Feststellungen vom Jahre 1819. Ob diese Verhältnisse den Thatsachen entsprechen und ob nicht eine ganz allmählige Senkung der umliegenden als fix angenommenen Punkte in den lockern, sich setzenden Gesteinsmassen des Tertiärgebietes, welche mit dem Erdbeben in keinem unmittelbaren Zusammenhänge steht, für wahrscheinlicher gelten kann als eine Hebung des alten Gebirges im Norden von Agram, kann wohl vorläufig kaum entschieden werden. Da also die Messungsresultate im Agramer Gebiete bestimmte Folgerungen nicht zulassen, so hält Suess es für wünschenswert, dass die genannte hohe Militärbehörde auch das Gebiet von Laibach einer ähnlichen Studie unterziehe. (Suess, Erdbeben von Laibach. Jahrb. d. geol. Reichsanstalt, 1896, S. 612.) Dieser Wunsch ist in Erfüllung gegangen, und die vorliegende Mittheilung des k. u. k. Oberlieutenants J. Gregor führt uns die Ergebnisse der vorgenommenen Messungen in gedrängtester Form vor. Die letztere gestattet uns nichtsdestoweniger eine Vorstellung von der erstaunlichen Exactheit, mit welcher die Messungsarbeiten durchgeführt wurden. Die kleine Abhandlung ist zugleich ein erneuter Beweis für die bewundernswerte Leistungskraft des rühmlichst bekannten vaterländischen wissenschaftlichen Instituts, aus dessen Mitte sie hervorgegangen ist. Der Inhalt der Mittheilung ist in Kürze folgender. Die Aufgabe wurde in der Weise gefasst, dass man zunächst untersuchte, ob der Gipfel des Vranšicaberges durch das verhängnisvolle Osterbeben eine messbare Höhenänderung erfahren hat. Dieser Punkt ist für die Frage besonders geeignet, da er im Gebiete des intensivsten Bebens liegt, 10 km nördlich von Laibach. Die absolute Höhe dieses Punktes (obere Fläche des Marksteines) wurde im Jahre 1874 durch das Präcisions-Nivellement mit 641-1727 m bestimmt. Im Jahre 1896, also nach dem Hauptbeben, wurde die Höhe dieses Punktes wieder bestimmt, und zwar auf trigonometrischem Wege. Hiebei wurden vier entfernte Nivellement-Fixpunkte als Ausgangspunkte gewählt — der erste bei Bleiburg an der Drau, der zweite bei Scherounitz im Thale der Wurzner Save, der dritte in Oberlaibach, der vierte in Koseze am Rekaflusse Innerkrains — und von diesen vier Stellen aus drang man längs verschiedener (im ganzen 11) Linien bis zum Gipfel der Vranšica vor und leitete hiebei die Höhencote derselben ab. Die Übereinstimmung der auf verschiedenen Linien von einem Punkte abgeleiteten Höhen der Vranšica ist mit Rücksicht auf die großen Höhenunterschiede und bedeutenden Entfernungen überraschend gut. Man kann sie also zu Mittelwerten zusammenfassen. Die Höhe der Vranšica ergibt sich alsdann von Bleiberg aus im Durchschnitte von 4 Linien mit 641-45 m > Scherounitz » » » » 2 » » 641-31 > » Oberlaibach » » » » 3 » » 641-12 » » Koseze » » » » 2 » » 641 - 06 » Das Mittel aller 11 Bestimmungen ergibt als Höhe der Vranšica 641-27 m, oder, wenn man die 4, den einzelnen Ausgangspunkten entsprechenden Durchschnittswerte ermittelt, 641-24 m. Dieses Resultat weicht nur um 10 cm, beziehungsweise 7 cm, von der Nivellement-Cote 641-17 m vom Jahre 1874 ab. Auch bei der Höhe der Punkte Šmarna gora (Großkahlenberg) und Grad ist nach dem Ergebnisse der Triangulierung gegen frühere Bestimmungen keine Veränderung zu bemerken; obgleich bei letzterem Punkte behauptet wurde, er hätte sich um 4 bis 8 m gesenkt. Aus all dem folgt, dass das Erdbeben vom Jahre 1895 keinerlei nennenswerte Höhenveränderung in der Laibacher Gegend verursacht hat. Auffallend ist die successive Abnahme der Höhen der Vranšica, wenn — wie oben geschehen — die Ausgangspunkte in der Reihenfolge von Nord nach Süd geordnet werden. Diese Abnahme würde, wenn man sie als fehlerlos ansehen könnte, auf eine Lageveränderung einer großem Erdscholle hindeuten, welche sich im Norden, im Drauthale, um 15 bis 20 cm gehoben, im Süden, bei Dornegg-Feistritz, jedoch um ebensoviel gesenkt hat. Viel wahrscheinlicher ist es aber, dass diese kleinen Verschiedenheiten ihren Grund in localen Störungen der Loth-linie haben, welche besonders in gebirgigen Gegenden stets vorhanden sind und die Zenith-Distanzen direct beeinflussen. An diese Ausführungen Oberlieutenant Gregors erlauben wir uns nur noch eine kurze seismisch-theoretische Deutung der erlangten Messungsresultate anzuschließen. Die resultierende Höhenänderung von 7 oder 10 cm würde — wenn sie sich etwa für den felsigen Untergrund des Laibacher Beckens verbürgen ließe — wohl mehr als hinreichen, um, plötzlich ausgelöst, die zerstörenden Wirkungen und die Ausbreitung des Osterbebens vom Jahre 1895 hervorzubringen. Aber auch, wenn eine derartig kleine Niveauänderung thatsächlich nicht eingetreten ist, so hätte man in einem solchen Umstande noch keinen Einwurf gegen die dermalen einzige, wissenschaftlich begründete Auffassung von der tektonischen Natur des genannten Bebens zu erblicken. Man hätte diesfalls nur anzunehmen, dass die Massenverschiebung, welche, in der Tiefe stattfindend, die Erderschütterung hervorrief, nach oben hin sich allmählich ausgeglichen hat. F. S. Ferd. Seidl. Die Erdersehütterungen Laibachs in den Jahren 1851—86. Sechstes Heft d. Mittheil. d. Erdbebencommission d. kais. Akad. d. Wiss. in Wien. Sitzungsber. d. kais. Akad. d. Wiss. Math.-naturw. CL, Bd. CVII. 1898, 28 Seiten. — In dem Arbeitsprogramm, mit welchem die Erdbebencommission der kais. Akademie der Wissenschaften in Wien im Februar 1897 in die Öffentlichkeit trat, findet man unter anderem dem Wunsche Ausdruck gegeben, es mögen die handschriftlichen Aufzeichnungen Karl Deschmanns, welche insbesondere die Laibacher Beben aus den Jahren 1855—1885 betreffen, zusammengestellt werden. Diesem Wunsche wird in dem vorliegenden Hefte Folge geleistet. Die sorgfältigen Notizen Deschmanns werden darin ergänzt durch solche von Zeilinger, Mitteis und die Nachrichten von C. W. C. Fuchs. Da in Laibach während der Jahre 1851—1885 kein zerstörendes Beben und auch kein namhafter Bebenschwarm sich eingestellt hat, so gibt die Bebenchronik dieses Zeitraumes ein Bild von der seismischen Activität an einer Stelle des Südrandes des Oberkrainer Beckens, also eines Senkungsfeldes im tektonischen Bereiche der Adria, und zwar zuzeiten relativer Ruhe. — Es wurden innerhalb des ganzen 36jährigen Zeitraumes in Laibach an nicht weniger als 75 Tagen 91 Erderschütterungen notiert. Es gehören also in Laibach 1 bis 3 Erderschütterungen zu den fast alljährlich wiederkehrenden Naturerscheinungen. Natürlich sind in dieser Zahl auch die von auswärtigen Herden anlangenden Störungen mit einbegriffen. Zwei Drittel der notierten Erderschütterungen gehören in die Kategorie der recht schwachen Äußerungen der unterirdischen Kraft. Es kamen aber auch zwei sehr starke Beben vor, von denen eines Risse in den Mauern und Abfallen des Anwurfes zur Folge hatte (7. März 1857), während das andere außerdem «ein paar» Schornsteine in der Stadt umwarf (9. November 1856). Wenn die Mehrzahl der ver-zeichneten Erderschütterungen vom Oberkrainer Becken selbst ausgieng, so sind sie wohl Äußerungen einer stetig wirksamen Spannkraft, die häufig, und ohne sich auf ein besonders hohes Maß angesammelt zu haben, die Gelegenheit findet, die ihr entgegenstehenden Widerstände zu überwinden und daher jeweilen nur eine unbedeutende Erderschütterung auslöst. — Eine Vergleichung der Bebenstatistik Laibachs mit jener von Fiume, Triest, Agram und Klagenfurt zeigt, dass sie im wesentlichen dieselbe ist, sowohl in Bezug auf die Frequenz als auch Intensität. — Zum Schlüsse seiner, der «Chronik» vorangestellten «Bemerkungen und Ergebnisse» äußert sich der Verfasser dahin, dass die in der Osternacht des Jahres 1895 eingeleitete Erdbebenperiode so lange als andauernd anzusehen sei, als binnen Jahresfrist mehr als 2 bis 3 Beben an verschiedenen Tagen ausgelöst werden. f. s. E. v. Mojsisovies, Allgemeiner Bericht und Chronik der im Jahre 1897 innerhalb des Beobaehtungsgebietes erfolgten Erdbeben. Fünftes Heft der Mittheilungen der Erdbebencommission der kais. Akademie der Wissenschaften in Wien. Sitzungsbericht der kais. Akademie der Wissenschaften in Wien, math.-naturw. Classe, Bd. CVII., 1898. -— Dieses 238 Seiten starke Heft enthält auf den Seiten 67 bis 172 die vom Referenten der genannten Commission, Professor Ferd. Seidl, zusammengestellten Meldungen,, über die im Berichtsjahre stattgehabten Erdbeben von Krain und Görz-Gradiska. — In Mähren, Schlesien, Galizien und in der Bukowina wurde in diesem Jahre kein Erdbeben gemeldet, in Böhmen nur eines, in allen österreichischen Ländern zusammen fanden Erderschütterungen an 203 Tagen statt. Im Lande Krain, wo die zu Ostern 1895 eingeleitete Bebenperiode noch anhielt, gab es an 129 Tagen 262 Erderschütterungen, über welche die eingelangten Meldungen mitgetheilt werden. Bei größeren Beben wird auch jeweilen eine Übersicht des erschütterten Terrains gegeben, und werden, wo möglich, Beziehungen zwischen der Form desselben und dessen geologischem Gefüge erörtert. f. S. E. v. Mojsisovies, Allgemeiner Bericht und Chronik der im Jahre 1898 innerhalb des Beobaehtungsgebietes erfolgten Erdbeben. Zehntes Heft der Mittheilungen der Erdbebencommission der kais. Akademie der Wissenschaften in Wien. Sitzungsbericht der kais. Akademie der Wissenschaften, math.-naturw. Classe, Bd. CVIII, 1899. — Enthält auf 194 Seiten die Meldungen der im Berichtsjahre in den österreichischen Ländern an 209 Tagen erfolgten Erdbeben. Für das Beben von Sinj in Dalmatien — das bedeutendste seismische Ereignis des Jahres 1898 — wird ein Specialbericht angekündigt. Besondere monographische Darstellungen sind überdies bestimmt für das Detonationsphänomen von Melnik in Böhmen (8. April) und für die obersteirische Erderschütterung vom 26. November. Bebenfrei blieben auch in diesem Jahre Mähren, Schlesien, Galizien und die Bukowina. Die meisten Beben erfolgten wieder in den Alpen- und Karstländern. In Krain dauerte die Laibacher Osterbebenperiode noch an. Es werden demgemäß aus Krain, einschließlich der Wenigen auswärtigen Störungen, 196 Erderschütterungen an 107 Tagen gemeldet. Der Bericht ist im übrigen wie jener des Vorjahres eingerichtet. Die Zahl der Beobachtungsstationen in Krain wuchs von 134 im Vorjahre auf 174 an. F. S. Wissenschaftliche Anstalten und Vereine, mit welchen Schriftenaustausch stattfindet. Aachen : Geschichtsverein. Agram : Hrvatsko arkeologičko družtvo. Jugoslavenska akademija znanosti i umjetnosti. Hrvatsko naravoslovno družtvo. Altenburg: Geschichts- und alterthumsforschende Gesellschaft des Osterlandes. Basel : Historisch-antiquarische Gesellschaft. Bayreuth: Historischer Verein für Oberfranken. Berlin: Kgl. Akademie der Wissenschaften. Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte. Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. Botanischer Verein der Provinz Brandenburg. Bonn: Naturhistorischer Verein. Braunschweig: Verein für Naturwissenschaften. Bregenz: Museumsverein für Vorarlberg. Breslau: Schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultur. Brünn: Historisch-statistische Section der k. k. mährisch-schlesischen Ackerbaugesellschaft. Naturforschender Verein. Budapest: Kgl. ungarische Akademie der Wissenschaften. Kgl. ungarische geologische Gesellschaft. Chemnitz : Naturwissenschaftliche Gesellschaft. Darmstadt: Historischer Verein für das Großherzogthum Hessen. Dorpat: Gelehrte esthnische Gesellschaft. Dresden: Kgl. sächsischer Alterthumsverein. Eisleben : Verein für Geschichte und Alterthümer der Grafschaft Mansfeld. Erfurt : Kgl. Akademie gemeinnütziger Wissenschaften. Frankfurt a. M. : Verein für Geschichte und Alterthumskunde. Senkenbergische naturforschende Gesellschaft. Friedriehshafen am Bodensee : Verein für Geschichte des Bodensees, Giessen: Oberhessischer Geschichtsverein. Görlitz: Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften. Göttingen : Kgl. Gesellschaft der Wissenschaften. Graz: K. k. Gartenbaugesellschaft. Historischer Verein für Steiermark. Naturwissenschaftlicher Verein für Steiermark. Landesmuseumsverein Joanneum. Güstrow : Verein für Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg. Halle a. S. : K. Leop.-Carol. Akademie der Naturforscher. Hamburg: Verein für hamburgische Geschichte. Verein für naturwissenschaftliche Unterhaltung. Hannover: Historischer Verein für Niedersachsen. Hermannstadt : Verein für siebenbürgische Landeskunde. Siebenbürgischer Verein für Naturwissenschaften. Innsbruck : Museum Ferdinandeum. Naturwissenschaftlich-medicinischer Verein. Kiel: Gesellschaft für Schleswig-Holstein-Lauenburgische Geschichte. Klagenfurt : Geschichtsverein. Naturhistorisches Landesmuseum. Königsberg: Alterthumsgesellschaft «Prussia». Krakau: Kgl. Akademie der Wissenschaften. Laibaeh: Matica Slovenska. Landshut: Historischer Verein für Niederbaiern. Leipzig : Kgl. sächsische Gesellschaft der Wissenschaften. Lemberg: Ossolinskisches National-Institut. Historischer Verein. Leyden : Niederländische Gesellschaft für Wissenschaften. Linz: Museum Francisco-Carolinum. Verein für Naturkunde. Moskau: Société impériale des Naturalistes. München : Alterthumsverein. Historischer Verein von Oberbaiern. Münster: Westfälischer Provinzialverein für Wissenschaft und Kunst. Nürnberg: Germanisches Nationalmuseum. Verein für Geschichte der Stadt. Naturhistorische Gesellschaft. Odessa: Neurussische naturforschende Gesellschaft. Petersburg : Kaiserliche Akademie der Wissenschaften. Prag : Kgl. böhmische Gesellschaft der Wissenschaften. Museum krälovstvi ceského. Verein für Geschichte der Deutschen in Böhmen. Raigern : Redaction der Studien und Mittheilungen aus dem Benedictiner-und Cistercienser-Orden. Regensburg: Historischer Verein für Oberpfalz und Regensburg. Naturwissenschaftlicher Verein. Riga: Gesellschaft für Geschichte und Alterthumskunde der Ostseeprovinzen Russlands. Rom : Instituto Austriaco di studii storici. Roveredo: Museo civico. Salzburg: Museum Carolino-Augusteum. Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Schwerin: Verein für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde. Spalato: Archäologisches Museum. Stettin : Gesellschaft für pommerische Geschichte und Alterthumskunde. Stockholm: Kongl. Vitterh. Historie och Antiquitets Akademien. Nordisches Museum. Temesvär: Südungarischer naturwissenschaftlicher Verein. Trient: Museo comunale. Triest : Museo civico di Antichità (Società di Minerva). Società Adriatica di scienze naturali. Wernigerode: Harzverein für Geschichte. Wien : Kaiserliche Akademie der Wissenschaften. K. u. k. Hofmuseen. K. k. Centralcommission für Erforschung und Erhaltung der Kunst-und historischen Denkmale. K. k. statistische Centralcommission. K. k. geologische Reichsanstalt. Abtheilung für Kriegsgeschichte im k. u. k. Kriegsarchive. K. k. geographische Gesellschaft. K. k. österreichisches Museum für Kunst und Industrie. Verein für Landeskunde in Niederösterreich. Anthropologische Gesellschaft. Alterthumsverein. Numismatischer Verein. Wissenschaftlicher Club. Gesellschaft für Geschichte des Protestantismus in Österreich. Deutscher und österreichischer Alpenverein. Archäologisch-epigraphisches Seminar. Wiesbaden: Nassauischer Verein für Alterthumskunde. Würzburg : Historischer Verein für Unterfranken und Aschaffenburg. Zürich : Gesellschaft für vaterländische Alterthümer. Naturforschende Gesellschaft. Verzeichnis der Mitglieder des Musealvereines für Krain im Jahre 1899. A. Ehrenmitglieder. Dr. Karl Julius Schröer, Ehrenbürger der Stadt Gottschee, k. k. Professor an der technischen Hochschule etc. etc., in Wien. Anton Globočnik, Edler von Sorodolski, k.k.Regierungsrath i.R.etc., in Wien. B. Correspondierende Mitglieder. Dr. Theodor Elze, Hofrath etc., in Venedig. Dr. Matthias Wretschko, Ritter v., Ritter des Ordens der eisernen Krone III. Classe, k. k. Ministerialrath etc. etc!, in Wien. Dr. ArnoldLuschin vonEbengreuth, Ritter v., k. k. Universitäts-Professor, Conservator der k. k. Centralcommission für Kunst- und historische Denkmale etc. etc., in Graz. C. Mitglieder. Apfaltrern Otto, Freiherr von, k. u. k. wirklicher Kämmerer, Gutsbesitzer, Mitglied des österr. Reichsraths - Herrenhauses , in Kreuz bei Stein. Apih Josef, k. k. Professor in Klagenfurt. Ažman Johann, Landtags-Abgeordneter und Pfarrer in Obergörjach. Bamberg Ottomar, Buchhändler und Buchdruckereibesitzer. Barlèjohann, Kaplan in Agram. Be ckh-Wi dma n s tet t er Leopol d v., k. u. k. Hauptmann a. D., in Wien. Belè Johann, Volksschullehrer. Benkovič Josef, Pfarrer in Komenda. BercèAnton, Pfarrer in Savenstein. Bergdirection , k. k., in Idria. Bezirks-Lehrerbibliothek in Gurkfeld. Bezirks-Lehrerbibliothek in Krainburg. Bezirks-Lehrerbibliothek in Tschernembl. Bezirks-Lehrérbibliothek der Umgebung Laibach. Bezirks-Lehrerbibliothek in Unterloitsch. Binder Josef Julius, Dr., k. k. Oberrealschul-Professor. Bizjan Johann, Pfarrer in Egg. Bock Emil, Dr. der Medicin, Sanitätsrath, Primarius und Ritter des Franz-Josef-Ordens. Bonač Johann, Buchbinder. Cirheimb Alfons, Baron,Oberst in Marburg. Črnologar Konrad, Lehrer in St. Marein, Conservator. Debevec Josef, Dr., Professor. Detela Otto v., Landeshauptmann von Krain, Ritter des Ordens der eisernen Krone III. Classe, Gutsbesitzer etc. Direction der k. k. Lehrer-Bildungsanstalt in Marburg. Direction des k. k. Staats-Untergymnasiums. Dolenez Josef, Dr., Professor der Theologie. Dolenc Victor, Professor in Budweis. Domicelj Franz in Zagorje bei St. Peter. Dostal Josef, Kaplan. Duffé Johann, Ober-Ingenieur. Eržen Valentin, Beichtvater bei den Ursulinerinnen. Flisjohann, Canonicus, Bezirksdechant und Generalvicar. Foderi Johann, Bäckermeister. Gantar Lovro, Dečan in Oberlaibach. Giontini Rafael, Buchhändler. Gnjezda Johann, k. k. Real-schul-Professor, Besitzer des gold. Verdienstkreuzes mit der Krone. G o g o 1 a I van, k. k. Notar. Goričnik Franz, Kaufmann. Grasselli Peter, Landtagsabgeordneter, Ritter des Franz Josef-Ordens. Gratzy Oskar, Edler von War-dengg, Dr., k. k. Gymnasial-Professor. Gregorič Vincenz,Dr., Primarius. Gruden Josef, Dr., Präfect im Aloysianum. Gymnasial-Bibliothek, k. k. Gymnasial-Bibliothek, k. k., in Rudolfswert. Hein Victor, Freiherr von, Ex-cellenz, Landespräsident (Statthalter), Ritter des Ordens der eisernen Krone II. Classe, k. u. k. wirklicher Geheimer Rath, Ehrenbürger mehrerer Städte und Märkte. Hribar Ivan, Bürgermeister, Director der Bank «Slavija», Landtagsabgeordneter etc. Hubad Franz, Director der k k. Lehrer-Bildungsanstalt. Hubad Josef, k. k. Gymnasial-Director in Krainburg. Jager Ivan, stud. tech, in Wien. Janesch Johann, Lederfabrikant. Janežič Johann, Dr., Professor der Theologie etc. Jenko Ludwig, Pfarrer in Heil. Geist bei Gurkfeld. Jeretin Martin, k. k. Bezirks-Secretär in Littai. Jugovič Franja, Oberlehrerin in Krainburg. Junowicz Rudolf, Dr., k. k. Real-schul-Director, Schulrath. KadivecAnton i e, Hausbesitzerin. Kalan Andreas, Canonicus. Karlin Andreas, Dr., k.k. Gym-nasial-Professor. KarlinM artin, k. k. Gymnasial-Professor. Klinar Anton, Ingenieur. Knjižnica ljubljanskih bogoslovcev. Koblar Anton, Curat im Landes-Zwangsarbeitshause u. Museums-Archivar. Kolman Franz, Kaufmann. Komatar Franz, suppl. Gym-nasial-Lehrer. Kos Franz, Dr., k. k. Professor an der Lehrerinnen - Bildungsanstalt in Görz. Koslerjosef, Dr., Hausbesitzer. Krek Johann, Dr., Domvicar. Kulavic Johann, Dr., Prälat, Canonicus und Director des fb. Priesterseminars. Kušar Franz, Expositus in Begunje bei Zirknitz. Ladstätter Chrysanth, Fabriksbesitzer in Domžale. Lampè Franz, Dr., Professor der Theologie und Director im Collegium Marianum. Lanthieri a Paratico Karl, Graf, k. u. k. Oberlieutenant a. D. und Herrschaftsbes. in Wippach. Lavrenčič Ivan, Pfarrer und Dechant in St. Martin bei Littai. Lavtižar Josef, Pfarrer in Ratschach. Lederhas Ludwig, k. k. Gym-nasial-Professor. Lesar Josef, Dr., Professor der Theologie, Director des Collegium Aloysianum. Levee Franz, k. k. Realschul-Professor und k. k. Bezirksschulinspector. Levee Vladimir, stud. iur. in Wien. Levičnik Albert, k.k. Landesgerichtspräsident. LiechtenbergLeopold, Freiherr v., Landtagsabgeordneter, Großgrundbesitzer etc. Luckmann Anton, Fabriksbes. Luckmann Josef, Präsident der krainischen Sparcasse, Ritter des Ordens der eisernen Krone III. Classe etc. Luckmann Karl, Landtagsabgeordneter und Director der krain. Industriegesellschaft, Ritter des Ordens der eisernen Krone III. Classe. Mahr Ferd in and, kaiserl. Rath, Director u. Inhaber der Handels-Lehranstalt. Majdič Peter, Kunstmühlenbes. in Jarše bei Mannsburg. Malenšek Martin, Stadtpfarrer. Mantuani Josef, Dr., Adjunct der k. k. Hofbibliothek in Wien. Matij an Jakob, Pfarrer in Cerklje. Mejač Andreas, Hausbesitzer in Commenda. Mencinger Johann, Dr, Ad-vocat in Gurkfeld. Merčun Rochus, Vicedirector und Ökonom im Priesterseminar. Mežnarec Anton, Dechant und Pfarrer in Krainburg. Missia Jakob, Excellenz, k.u.k. Geheimer Rath, Fürsterzbischof von Görz etc. etc. Mosche AI fons, Dr. der Rechte, Advocat, Präsident der Advo-catenkammer. Murnik Johann, kaiserl. Rath, Landesausschussbeisitzer, Ritter d. Ord. d. eis. Krone III. CI. etc. Novak Michael, k. k. Bezirksrichter in Senosetsch. Obergföll Josef, k. k. Professor in Gottschee. Oberrealschule, k. k. Oblakjohann, Pfarrer in Veldes. Orožen Franz, k. k. Professor an der Lehrer-Bildungsanstalt. Orožen Ignaz, Dompropst etc. in Marburg. Pajk Josef, Dr., Canonicus in Marburg. Pajk Milan, Professor. Paulin Alfons, k. k. Gymnasial-Professor, Director des botanischen Gartens. PaulinFranz,k.k. Ober-Ingenieur. Pečnik Bartholomäus in Rudolfswert. Perušek Raimund, k. k. Gym-nasial-Professor. Petelin Martin, k. k. Gymnasial-Professor in Rudolfswert. Petrovčič Franz, Pfarrer in Trata. Pfeifer Jos., landschaftl. Secretar. Pintar Lukas, k. k. Scriptor an der Lycealbibliothek. Pirc Gustav, Director der Landwirtschaftsgesellschaft. Pl antan Ivan, k. k. Notar. Pleteršnik Max, k. k. Gymnasial-Professor. Poč Martin, Pfarrer in Commenda bei Stein. Podboj Ivan, Pfarrer in Planina. Podkrajšek Franz, Stationsvorstand in Reichenburg. Pokoren Franz, Pfarrer in Besnica. Povše Franz, Reichsraths- und Landtagsabgeordneter, Schul-director a. D., Ritter des Franz-Josef-Ordens. Prossinagg Robert, Dr.,prakt. Arzt. Račič Josef, Dr. der Rechte, k. k. Hofrath u. Finanzprocurator. Rahne Johann, k. k. Notar in Egg. Ramoveš Andreas, Pfarrer in Dobrepolje. Ramoveš Bartholom., Pfarrer in Pölland. Rechbach Anton, Freih. v., k. u. k. Hauptmann i. R. Recher Jenny, Fräul.,Besitzerin. Robida Johann, Magistrats-Commissär. Rohrmann Victor, Kaufmann. Russ Nikolaus, Besitzer des silbernen Verdienstkreuzes. Rutar Simon, k. k. Gymnasial-Professor, k. k. Conservator für Kunst- und historische Denkmale in Krain. Saj ovicjohann, PfarrerinSlavina. in m Salter S i e g m u n d, Privatier in i Wien. Samassa Max, Fabriksbesitzer. SchafferAdolf, Dr. der Rechte, Landesausschussbeisitzer, Ritter des Ordens der eisernen Krone III. Classe. Scheinigg Johann, k. k. Professor in Klagenfurt. S chm idt Juli u s , Turnlehrer. Schönberger Markwart, Freih. v., k. k. Bezirkshauptmann in Gurkfeld. Schöppl v.Sonn walden Anton, Ritter v., Dr., Advocat. Schollmayr Heinrich Et bin, Oberförster in Mašun. Schulz Ferd., Museal-Assistent. Schwegel Josef, Freiherr v., Excellenz, k. u. k. Geheimer Rath, Sectionschef des Ministeriums des Äußern i. R., Reichsrathsund Landtagsabgeordneter, Gutsbesitzer etc. in Görj ach bei Veldes. Seidl Ferdinand, k. k. Real-schul-Professor in Görz. Senekovič Andreas, k. k. Gym-nasial-Director. SilaMatthias, Pfarreru.Dechant in Tomaj. Sitar Matthäus, Pfarrer in Sanct Georgen bei St. Marein. i 11 i c h, Klosterbibliothek, lane Karl, Dr., Advocat in Rudolfswert. Slékovec Matthäus, Pfarrer zu St. Marcus bei Pettau. Smičiklas Thaddäus, kön. Universitäts-Professor in Agram. Smrekar Josef, Professor der Theologie und Ehrendomherr. Souvan Ferd., Großhändler. Souvan Fr. Xav., Großhändler. Starè Josef, Dr., k. k. Firianz-Procuraturs-Secretär. Starè Michael, Ingenieur und Gutsbesitzer ' in Mannsburg. Steska Victor, Stadtpfarr-Co-operator in Gottschee. Stör Franz, Dr., Advocat. Stroj Alois, Katechet bei den Ursulinerinnen. Stussiner Josef, k. k. Post-Obercontrolor. Su pp an Josef, Dr., Director der krainischen Sparcasse, Ritter des Ordens der eisernen Krone III. CI. Svet ec Lukas, k. k. Notar in Littai. Svetina Johann, k. k. Gym-nasial-Professor. Swoboda Heinrich, suppl. Realschullehrer. Šašelj Johann, Pfarrer in Adlešič. Šavnik Karl, Apotheker in Krainburg. Šiškajosef, Ordinariats-Secretär. SmidWalther, Pater in Admont. Šorli Matthias, k. k. Postdirect. Šorli Ivan in Pazin. Štrekelj J., Dr., k.k.Universitäts-Professor in Graz. Štrukelj Jo h., Kaplan in Krka. Šubic Joh., k. k. Director der gewerblichen Fachschulen, Ritter des Franz-Josef-Ordens. Šumanjosef, k. k. Landesschul-Inspector. Tavčar Ivan, Dr., Advocat, Landtagsabgeordneter. Tomažič Johann, Stadtpfarrer in Bischoflack. Traven Nikolaus, Pater in Rudolfswert. Trobec Matthäus, k. k. Rech-nungs - Official des Oberlandesgerichtes in Graz. Universitätsbibliothek, k. k., in Graz. Valenta Alois, Edl. v. March-thurn, Dr. der Medicin und Chirurgie, k. k. Regierungsrath. Velkovrh Johann, k. u. k. Oberlieutenant i. R., Realitätenbesitzer. Vok Franz, Dr., k. k. Notar. Vončina Joh., Magistratsdirector. Vrhovec Ivan, k. k. Professor in Rudolfswert. Vrhovnik Ivan, Stadtpfarrer. Waldherr Josef, Dr., Inhaber und Vorsteher einer Privat-Lehr-und Erziehungs-Anstalt. Wallner Julius, k. k. Gymnasial-Director in Brünn. Wolsegger Peter, k. k. Gymn.-Director in Gottschee. Wurzbach Alfons, Freiherr v., Landtags - Abgeordneter, Großgrundbesitzer etc. Zamejic Andreas, Canonicus etc. Zeschko Albert, Handelsmann. Zupanjohann, Kaplan in St. Peter. Zupan Thomas, k. k. Gymnasial-Professor, päpstl. Monsignore, fb. Consistorialrath. Zupančič Wilibaid, k. k. Professor an der Lehrerinnen-Bildungsanstalt und Bezirks - Schulinspector. Žagar Dragotin, landschaftlicher Zahlmeister. Žakelj Friedrich, k. k. Gymn.-Professor. Žitnik Ignaz, Dr., Curat u. Landtagsabgeordneter. Žlogar Anton, Pfarrer in Kronau. Žumer Andreas, k. k. Bezirks-Schulinspector in Krainburg.