- VienstaZ den 28. Februar 1832. . Wäpstliche Ataaten. ^)n dcrGazzetta di Venczia vom i3. d. M. heißt es: «Nachrichten aus der Romagna melden, daß Ravenna am 4. d. M. von den Päpstlichen Truppen, unter Kommando des Oder-sien Zamdoni, besetzt worden ist; daft jedoch das (Zorps der Milizen (die zur Zeit der Anarchie den Polizeidienst versahen) die Waffen nicht ablegte, und anstatt im Einvernehmen mit den Truppen die Ordnung, wclä?e an den Tagen des 5., 6. und 7. gestört worden war, aufrecht zu erhalten, die Uebelgesi'nntcn unterstützte; daß endlich, als man slch genöthigt sah, um den Unordnungen ein Ziel zu setzen und die Meuterer zu Paaren zu treiben, zur Gewalt zu schreiten, der Hauptmann Bevnardini, ?on zwei Dolchstichen durchbohrt, «ls Opfcr seines Eifers fiel. Da sich diese aufrührerische Gesinnung auch in der benachbarten Ro-magnola gezeigt hatte, mußte der Beistand der k. k. kuppen angerufen werden, von denen am 9. e. M. C00 Mann Infanterie und 70 Mann Ka« vallene u> Ravenna einrückten und die Ruhe vollkommen herstellte so daß Oberst Zamboni "»" """", ^belle seiner Truppen nach der Rom«, gncla aufbrechen lointte." Der Kardinal Alb a ni, ausser^dentlicher papsil'chcr Commchar,n den vier Legationen hat unterm ,2. Februar zu Bologna eine B^annt-wllchung erlasen, wclche im. Wesentlichen Folgen. des enthalt: «Die päpstliche Regierung (heißt «3 im Eingänge') sey zur Ueberzeugung gelangt, daß die unterbliebene Kundmachung und Vollziehung der in den Monaten October, November und De, ccmber v. I. von Seiten des Staatssecrclariats erlassenen Edicte und Notificationen in Betreff der Rechtspflege und der Installation der Gcrichtsbe» Horden lediglich den Feinden der öffentlichen Ordnung und Ruhe bcigemesfen werden müssen, von welchen alle seit dem i5. Juli i63i der Souverai-netät Sr. Hciligl'eit zugefügten Attenta'ke herrührten. Da nun abcr die Magistratur der Stadt Bologna Sr. Eminenz ehrerbietig vorgestellt habe, daß der größle Theil der Bevölkerung derselben, alle die Borgange, welche die Hinwegverlegung des AppeNations-Gerichtshofes, der der Stadt eine so lange Reihe von Iahnn hindurch zur Ehre und zum Vortheile gereicht habe, veranlaßten, fremd geblieben sey, und über die von ihrer Seite unverschuldete Verlegung, dic größte Betrübniß empfinde; da ferner die Verlegung des besagten Ap-pcllationsgcrichts von Bologna nach Ferrara nnr die Folge einer transitorischen Maßregel gewesen, wozu sich die Regierung Behufs der zu bewirken-den Vollziehung dev erwähnten Edicte bemüsssgt gesehen, so. hab? der Kardinal, als der Dolmetsch der stets väterlichen und liebreichen Gesinnungen des heiligen Vaters gegen seine Unterthanen, beschlossen: 1.) Daß das Appessationsgericht, welches kraft einer unterm 2.?. December ,83i erlassenen Kundmachung des Prolegaten zu Fcvrara in-siallirt worden war, und sein Amt aufs Ehrenvollste verwaltet hat, am 22. Februar d. I. seine Funktionen einstellen sell. 2.) Daß am folgenden 66, Tage, den 2I. Februar, das bis zum 20. De^ cember 1N1 in Bologna installirt gewesene Appellationsgericht seine Functionen wieder an-treten solle. 5.) Daß das gegenwärtig in Ferrara desindliche Appcllationsgericht bis züm 22. Februar einschließlich mit Verhandlung der vor diesem Ge» richtsl^ofe anhängig gemachten Prozesse fortfahren solle, die nach diesem Termine noch abschwellenden' Rechtssachen aber an das zu Bologna wieder installme Appellationsgcricht zu überweisen habe. 4.) Daß die bei dem Tribunal in Ferrara befindlichen Acten nach Bologna gebracht und mit den übrigen in der dortigen Gerichtskanzley befindlichen vereinigt werden sollen." Die Mailänder Zeitung meldet aus Bologna vom i5. d.M.: ,>Die Entfernung derjenigen Individuen> die nach so vielen Großspre» chereien und nachdem sie im Trüben gefischt hat« ten, schimpflicher Weise die Flucht ergriffen ha-den, und die Anwesenheit der t. k. Truppen be. festigen mit jedem Tage mehr die bei uns glücklich wiederhergestellte Ruhe. Da wir die von den k. k. Truppen beobachtete Disciplin nicht genug preisen können, so bekennen wir, daß es uns leid thut, einen Theil dieser Truppen bereits wieder abziehen zu sehen, obschon oicß gleich im Augenblicke ihres Einmarsches angekündigt ivorden ist. Wir roissen mit Bestimmtheit, oaß das Regiment Lu-xem' und die Abtheilung des Cavallerie'Regiments König von Baicrn uns am 20. d. M. verlassen nerden, um wieder in ihre frühern Stationen einzurücken. Die allgemeine Achtung und Dankbar-teit begleiten diese tapfern Krieger." (Oest. B.) CeuNchlanv. Aus Mainz berichtet die dortige Zeitung UN' ter dem 12. Februar: Das hohe Gedurtsfest Sr. Majestät des Kai« sers von Oesterreich wurde auch heute, wie alle Jahre, von der k. k. österreichischen Besatzung fei, erlichst begangen. Bei Tagesanbruch kündigten 101 Kanonenschüsse und Tagreveil mit Militäf. Musik dos Fest an. Alle Truppen der k. k. Besatzung rückten in größter Parade auf den Schloßplatz, und um 10 Uhr nahm in der nahen St. Petcrökirche ber feierliche Gottesdienst seinen Anfang, welchem das sämmtliche königliche preußische Officicr^lZorps, öl« beiderseitigen Herren Militär - Beamten mW «tte Civil- und geistlichen Autoritäten beiwohnten. Mittags gaben Se. Excellenz der Herr Vice-Gou-VNneM, FklymarschaN-Licutenant Graf v. MenZ- dorff, ein glänzendes G«stmahl von 3c> Gedecken, wobei auf das Wohl des hochgefeierten Monarchen unter Kanonendonner der Toast ausgebracht, uno durch das unter Begleitung der Militär-Musik a5. gesungene Volkslied: „Gott erhalte Fr^t,z den Kai« ser," begleitet wurde. — Aus Veranlassung eben dieser Allerhöchsten Geburtsfeicr haben Sc. königl. Hoheit unser würdiger Hr. Gouverneur, Fcldmar-schall Herzog Ferdinand von Würtemberg, wenn auch abwesend, doch in gewohnter fürsil. Mildthätigkeit, die Anordnung treffen lassen, daß an dem hcungcn Tage 200 Arme der verschiedenen Pfarreien theils gespeist, theils mit 3a Kreuzer per Kopf, wie bisher, ferner die Kinder des hie-' sigerl Waisenhauses mit der Summe von 100 Gulden bedacht, so wie endlich, unabhängig hiervon, noch weitere 20a Gulden unter die Armen beider !ger scheint sich demnach zu bestätigen. Aus Antwerpen wird vom 11. Februar geschrieben: »Die holländische Fregatte Eurydi^e ging gestern auf der Rhede von Lillo vor Anker. Diesen Morgen fuhr das Dampfschiff Surinam ^ von der Rhede von St. Marie den Fluß hinunter? dei der Ankunft vor der Eurydice ließ der Vice« Admiral seine Flagge an Bord der Fregatte auf-ziehen; das Dampfschiff sehte seinen Lauf fort, und kam später mit Ver Bömbarde Meduse im Schlepptau zurück. (Test. B.) 6? (Amsterdamer Hände ls dlaad.) W°r Vernehmen, daß die Batterien, welche den Ein. aang des Texel vertheidigen, gegenwärtig in den furchtbaren Stand gesetzt sind. In Verbindung damit wird in dcm Nicuwe Dicp das königliche K'riegsfcdlff,,dcr Waterloo," von Üa Kanonen, als Blokschiss stationin, während desgleichen in der Zuydcr See Kriegsfregatten diö an den I) liegen sollen, wo die königliche Kriegsfregatte, der Rüpel, von 44 Kanonen, Posto fassen wird. Man spricht auch von Errichtung eines Landsturms in Nordholland, wovon uns jedoch noch nichts mit Sicherheit betannt ist. Man schreibt aus Rotterdam vom 6. Fe> bruar: „Der Feldmarschasl Prinz von Oranien hat aNe Beurlaubten der verschiedenen Corps bis zum i. März zu ihren Fahnen einberufet», und bekannt gemacht, daß von diesem Tage an nur in hochstwichtigen Angelegenheiten Urlaub ertheilt wer« den könnet OK scheint demnach, als fürchte Hol« land eine Zwangsvollstreckung des Novembcrtrac-lnö von Seiie Frank/eichs, Englands und Belgiens; eine angreifende Bewegung der Holländer gegen Belgien wäre durchaus zwecklos und vor» lciusig ohne Aussicht auf Erfolg. Es muß also hier von defensiver Stellung, von Deckung des bedroh' icn Landes die Rede seyn. (Allg. Z.) Frankreich. Die France Nouvelle meldet, daß nun« mchr die Linicntruppen mit der Nationalgarde zu« sammcn im Louvre den Dienst versehen. Der französische Gcneralconsul zu Eadix hat erklärt, er nehme die Interessen des belgischen Handels unter seinen besondern Schutz, bis die Flagge dieser Nation ron der spanischen Regierung anerkannt sci; er habe deßhalb allen unter seinen Be» fehlen stehenden Eonsuln Instructionen ertheilt. Die beiden größten Städte von Frankreich, Parls und Lyon, haben in diesem Augenblicke auch dle bedeutendsten Garnisonen, die man je. malö chnen auferlegt hat. Die iste Militärdivi-von i,r Wnahe 60,000 Mann Infanterie und über 2.,ooo Pferde stark, und die ,9^ hat beinahe 25,«oo Mann. Die Ingenieur^ und Artilleriear-deltcn, mu denen man bei Paris nachzulassen anfängt, werden in der Umgegend von Lyon sehr thätig fortgesetzt. Dom Pedro's Expedition war am 10. d. M, ?on Belle--Isle abgesegelt. Sieben Kolonnen polnischer Flüchtlinge, grSß. tcntheils aus Ossicieren bestehend und jede ioc> biZ i5o Mann stark, sind gegenwärtig auf dem Wege nach Auignon, als den ihnen angewiesenen Sam-melpunct. Der General Sa vary will hundert Knaben aus angesehenen Familien von Algier nach Frank, reich schicken, damit sie hier auf Kosten der Regie« rung erzogen werden. (Oest. B.) Das Aviso von Toulon schreibt unterm 4. Februar; „Das 66sie Linienrcgiment, dasein» geschifft werden soll, geht weder nach Algier, noch ins Innere, sondern nach Navarin. DieseS Regiment hat gestern seine zwel Kriegs-Bataillone ge« bildet. Eine telegraphische Depesche hat die unvcr» zügliche Ausrüstung der Fregatte Dido von 60 Kanonen und der Last-Corvctten Dordogne und Rhone vorgeschrieben, die gegenwärtig im Hafen liegen. Diese drei Schisse sotten zwischen dem 5. und 2a. in Bereitschaft gesetzt werden, um auf die Rhede zu kommen, und 160c» Mann vom 66stcn Regiment nach Morea zu bringen. Die Regierung selbst hat zu Toulon das Gerücht von einer Bestimmung nach Morca verbreiten lassm. Man had auch befohlen, die Ausrüstung der Fregatte Galat^e zu be« schleunigen, die gegenwärtig auf Reparatur im Bassin liegt und ebenfalls unsere Escadre in der Levante verstärken soll. Pariser Blättern zu Folge ist die Expedition Dom Pedro's am io. Februar von Bclisle in der besten Ordnung unter Segel gegangen. Am 5. leisteten die auf Belivle zur Expedition versammele ten Truppen durch das Organ ihrer Officiere Dcm Pedro den Eid der Treue für Dona Maria in fol, gendcn Worten: „Ich schwöre Treue und Gehorsam Ihrer aNcrgetrcucsicn Maj. Dona Maria II., der Regentschaft, welche in ihrem Namen und nach der von Sr. Majestät Dom Pedro verliehenen Ehattc regiert, und so lange ich im Dienste Ihrer allcrgctreuesten Majestät seyn werde,, und insofern dieser Gehorsam nicht gefordert wird, um gegen die Interessen meines Vaterlandes angewendet zu werden." ' ^' ^ In der Sitzung der Depu nrtenkammer vom ,3. d. M. wurde auf den Wunsch des Präsi. dcntcn rc5 EonseilS, Hrn. E. Perier, die früher festgesetzte Folge der Debatten über das Budget, nach welcher gleich naä) dem Budget deö Justizministeriums da3 Budget der auswärtigen Angelegenheiten an die Reihe kommen sollte. 63 dahin abgeändert, daß^ach dcm Budget der Justiz tie Budgets der Ministerien des öffentlichen Unterrichts, des Innern und ocs Handels discutirtund dann erst die Discussion über die Budgets der aus« wältigen Angelegenheiten und des Knegstzepar-tementä eröffnet werden soll. Der Moniteur enthalt das von beiden Kam. mern disculirtc und angenommene, und voin König sanclionirtc Gesetz, traft dessen 8c,,aoc> Mann von der Alceisclaffe von iü3i aufgerufen werden. Nach äimlichen Actenstücken was der Bestand der französischen Armee am i. Jänner iö52 folgender: 276,00c» Mann Infanterie, 54,000 Mann Kavallerie, 54,000 Mann Artillerie, L000 Mann Genie, 4500 Mann Train, 14,000 Mann Vete« ^ancn, 16,000 Mann Gendarmerie, 4020 zu den Gencralstäben gehörige Personen. Der Gcsammt« bestand beträgt somit 4^o,52o Mann. Die Unterhaltung dieser bewaffneten Macht lauft im Budget zu 250,475,000 Frc., so, daß 607 Frc. jährlich auf den Mann kommen. Die frcmzcsischc Manne hat 279 Schiffe, die jährlich 7,466,000 Frc. kosten; bewaffnet sind in diesem Augenblicke 120 Schisse, zu dcrcn Unterhaltung 4,372,00a Frc. erforderlich sind. In'den westlichen Departements soll es, Pariser Blättern vom 14. d. M. zufolge, wieder sehr unruhig aussehen. (Oesi. B.) Spanien. Es heißt, der Infant Don Francisco de Pau« la, jüngerer Bruder des Königs, werde das Ober« commando der an der portugiesischen Gränze auf» gestellten Armee erhalten und General Quesada werde unter ihm befehlen. Da dcr Infant in die Geheimnisse der Politik eingeweiht ist, so kann er bei vorkommenden Umständen plöylich einen Ent» schluß fassen, ohne zuvor immer in Madrid anzufragen. — Der Staatsrath ist mil unsern vorma« ligcn amerikanischen Colonien beschäftigt. Bekannt« lick ward schon früher dem Infanten Sebastian von Seite Montevideo's die Krone angetragen, was anzeigt, daß sie.von der republikanischen Manie zurückkommen. Es heißt, Dona Maria werde sich mit dem Herzoge von NcmourZ vermahlen. Unser Hof wünscht, daß der älteste Sohn des Insanten Don Carlos diese Prinzessinn hcirathe, wenn näm-Uch Don Pedro seine Expedition gelingen sollte. (Mg. Z.) Hraßhritanm'ess. Durch eine königl. Proclamation vom 6. Fe» bruar wird auf den 21. März ein allgemeiner Buß. und Festtag in allcn Theilen des vereinigten Königreiches festgesetzt, um von Vott den All« mächtigen die Abwendung der verheerenden Cho-lcrafeuche zu erflehen. Neuere Nachrichten über die FalklandZ-Infeln melden, daß die Regierung von Buenos-AyreK bei ihren Ansprüchen auf ciesc beharre. Der Supe, rior, ein Segelschiff, das bei Port Louis angelegt hatte, war ron dem sogenannten Gouverneur, Hrn. Vernot, in Beschlag genommen und die Mannschaft zu Gefangenen gemacht worden. Man hatte sie sehr schlecht behandelt, ihnen nur sehr wenige Lebcnsmittcl gelassen, und sie endlich nach Rio de Janeiro geschickt. Eben so war auch ein bcwaff« netcs Fahrzeug von Port Louis ausgesegelt, um ein antcres (fremdes) Fahrzeug aufzusuchen, das sich zwischen den Inseln befinden solle. Die amerik.»« Nische Regierung gedachte, dicscn Unlnlc^n ein Ziel zu setzen. Die Insel war i5on Hrn. Vcrnot der Buenos-Ayres'schcn Regierung abgekauft worden, nachdem dic englische Regierung den Ankauf abge» lehnt hatte, obgleich man behauptet, di-.h der Be-sih der Inseln England wesentlich nothwendig sci. Hr. Vernot hat seit der Zeit einen Theil der Insel an einen Lieutenant verkauft, und man wird, wie es heißt, eine englische Colonie daselbst anlegen. (Wien. Z.) Schottische Zeitungen melden, daß Oarl X. und seine Familie Holyrood für einige Zeit verlas-sen, und ein Hotel in Edindurg bezogen hätten; wahrscheinlich sei die niedrige Lage von Holyrood und die Nähe von Musselburgh, wo jetzt die Hho« lera herrscht, die Veranlassung. (Allg. Z.) N u ß l anv. Vermittelst dreier Ul'ascn an den dirigircndcn Senat und an daö Hof-lIomptoir haben Se. Majestät der Kaiser, mehrere Würdenträ er ihres königlichen polnischen Hofes, mit Beibehaltung ihrer Aemter, Ihrem kaiscrlichenHoft'beizuzählen geruhet. Nachrichten aus Odessa vcm 51- Jänner zu Folge, hatte die SchiffwhN, obgleich das Meer weit hinaus mit Gi) belegt ist, m diesem Jahre sihon wieder begonnen. Am 6. Jänner sind neun Kauffahrteischiffe dort in See gegangen. Um sie bis auf die Rhede'hinauszudringen, mußte ein (5a-lial dnvchs Eis gehauen werden, und diese Arbeit wurde in,6 Stunden glücklich vollendet. (Wien. Z.) Nevacjeur: F-r. kav. Me in rich. Verleger: Sgnaj M OVler v. Uleinmaur.