Mtmcher Mtlmg. Nr. 62. Piänumcrati on« preis: Im Comptoir ganzj. fl. ll, halbj. si. 5.5N. ssilr die ZusteNunn in« Haus haldj.5»lr. Mit der Post gnnzj.sl.i5>, halbj. fl. 7.50. Freitag, lö. März Inserti onsgebNyr bis l0 Zellen: imal «0 lr., lm.LUlr., Im.l fi.z sonst pr. Zeile l>u. slr., lm.8lr., 3ui. lu lr. u. s. w. Insertioüsstcmpcl ledeöm. 30 l,. 1867. Amtlicher Theil. Sc. k. k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 11. Mär; d. I. den gewesenen Landesgcricht^präsidcntcu in Uoinc Peter Schc-r a n z znni Präsidcnten dc,» Tricstcr Landcögcrichtcö allcr-gnädigst zu ernennen nnd dem Präsidenten dcö Handclö-und Scegcrichtcs nnd Landc^gcricht^Vieepräsideiltcn in Triest Maximilian Flu et Ldlcit v. ^cidcukrou daö ^tiltcrkrcuz des Leopold-Ordens taxfrei allcrgnäoigst zn verleihen gcrnht. Sc. k. k. Apostolische Majestät haben mit Aller-höchste Eiitschließnng vom 11. März d. I. allcrgnädigst z» bewillign geruht, daß der mit dem Titel nnd (5ha-raktcr eines Hofralhcö bekleidete Obcrlandcögerichtsralh, vorinalö in Venedig, Johann Baptist Pisintini nnd der Rath des vorbestandcncn lombnrdisch-vcnczia-nischcn Oberlandesgerichtcö Albert ^azarich bei dein küstcnländischcn Obcrlandcögerichte in erledigte illath,?-stcllen eingetheilt werden; — nnd haben den Titn-larobcrlandeögerichtsrath bei dem Handclö- nnd See» gcrichtc in Trieft Dr. Karl Porcnt'a, nnd den Bandes-gcricht^rath daselbst Theodor Naprct zn Oberlandes« gcriclMäthen bei dem lüstcnläudischcn Obcrlandesgcricht allcrgnädigst zn crncilncn geruht. Sc k. k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 11. März d. I. den ?an-dcögcrichtsrath in Innöbrnck Karl Schumacher zum OberlandcSgerichlsrathe bei dem tirol. »voraribcrgischen Obcrlandeögcrichtc nllergnädigst zn ernennen geruht. Se. k. k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 11. März d. I. die bei dem dalmatinischen Obcrlandcsgerichte erledigte Oberlandes» gcrichlsrathöstclle dem Nathc des vorbestandencn i?andcs-gerichles in Berona Franz D'Adamo allerguädigst zn verleiheil geruht. Nichüuutlicher Theil. Laibach, 15. März. Dic neueste Fcnierbcwcgnng, von der die Ionrnalc zn berichten wußten, uimmt einen eben so kläglichen Verlauf, wie die vor mehreren Monaten vorausgegangene, und scheint wohl mit dieser vorläufig nicht mehr als die Bedeutung eines Putsches zn verdienen. Es möge daher der pompöse Anfrnf der „provisorischen Ncgicrnng von Irland/' welcher jüngst vorbereitet wnrdc, nnr der Vollständigfeit wegen hicr Erwähnuug finden; daS Proclam lautet im Wesentlichen: „I- N. (Irische Nevudlik.) Das irische Volk an die Welt. Wir haben Jahrhunderte frevelnder Beleidigungen, erzwungener Armuth und bitteren Elends erduldet. Unsere Ncchle nnd Freiheiten wurden mit Men getreten uon einer fremden Aristokratie, welche, uns als Fcinde behandelnd, unsere Läudcreicn räuberisch an sich riß und von unserem unglücklichen Vaterland alle materiellen Reichthümer hiuwegzog. Tie wirtlichen Eigner dcö Bodens wurden entfernt, um dem Vieh Plal; zu mache», und wurden über den Ocean grtricbeu. Wir erachten es für besser, im Kampf für die Freiheit zu stcrbcn, c>l^ noch la'nger ix diesem Dasein einer völligen Knechtschaft zu verharren. Alle Men-schcu sind mit gkickcn Nechten geboren, und iodeiu sie sich gcscllen, um einander zu stützen und die öffentlichen Lasten zu theilen, erfordert die Gerechtigkeit, dch solche^ Staats-geslllscdastcn aus einer Grundlage beruhen, welche die Gleichheit anfrcchlha'lt, auslatt sie zn zerstören. Wir erklären daher, daß wir, unfähig den Flnch des Monarchismus nock länger zu crlragen, dahin zielen, eine auf allgemeines Elimmrccht gegründete Republik zu crlichtc», wllchc alln, den wirtlichen Werth ihrer Arbeit sichern soll. Der jcht im Vcsitz einer Oligarchie befindliche Grund und Aoden uou Irland gehört uus, dem irischen Voll, und uns muß er zurückgegeben wcrdeu/ Wir elllärcu uns auch zu Gunsten allgslucincr Gcwisscnöfreihät und sür vollständige Trennung von Kirche und Staat/ Wir elitären im Angesicht unserer Brüder, daß wir lmieu Krieg gegen das Volt uou England beabsichtigen; unser Krieg ist gegen die adeligen Hcuschreclcn, gleichviel od englische oder irische, die unsere grünen Felder abgefressen haben: gegen die adeligen Blutegel, die dem englischen Voll wie nus daZ Alut auslauge». Was euch betrifft, ihr AibeUer von England, so iminschcn wir nicht blos eurc Herzen, sondern mich eure Arme. Gedenkt des Hungers und der E»!würdia.u»a,, die cm euren häuslichen Herd gebracht ist duich die Unterorül-lung der Arbeit. Geoenlt dcr Vergangenheit, blictt scharf 'u die Zulunft und rächt euch, indem ihr die Freiheit euren Kindern schasst in dem bevorstehenden Kampfe sür menschliche Freiheit. Und hiemit vcrlündigen wir die irische Nepublit. Die provisorische Negieruug." ^tach den bestiimuten Versicherungen dcr Minister im Parlamente ist übrigens in Irland nichts mehr zu besorgen, und die neue sseuicrbcweguug ist an den ernsten Maßregeln der Negicrnng uud au der Thcilnahnis- losigkcit des PublicumS gänzlich gescheitert. Die In-snrgcnten, die es nicht weiter brachten als zu einigen Angriffen anf Polizcitafcrncn in kleineren Orten, stoben nberall selbst vor nnmerisch viel schwächeren Militär« abthcilmigen auseinander, nnd bis jcht scheint kein einziger Soldat anch uur dilrch eiucn Streifschuß vcrwlln^ det worden zn sein. Andererseits ist es grnndlos, daß die Fenicr vielfach Mord, Arand nnd Plündcrnng bc-gangeil haben, wie englische Zcilnngscorrespondenzcu gemeldet. Die Plünderungen vednciren sich anf die Ans-lcernng einiger Bäckerläden, die Brandstiftungen auf die versuchte Anznndnng einer Polizcikaserne, nnd der Ätord anf dic erwähnte Erschießung eines Aantbcanttcn, dcr nnklugcr Weise mit seinem Revolver gedroht hatte. — Ueber die Anstifter des ganzen Unfngs ist wohl kaniu noch ein Zweifel. Die Gefangenen, die in Dnblin von den Truppen eingebracht wnrdcn, erregten eher das Mit» leid als den Schrecken der Einwohner nnd trngen dnrch das Jämmerliche nnd Erbärmliche ihrer Erscheinung sehr znr Vcrnhignng der ^tadt bei. Znr überwiegenden Mehrzahl Halberwachseile, zcrlnmpte Bursche, meist arbeitsscheues nnd vagabnndireudcs Gefindcl, dic neben den Soldaten der Eseortc pygmäcuhaft geiiug nusseheu, lic-ßeu sie ciuen keincslvegs iiuposauteil Eindrlick über dic Mitglieder der Vcrschwörnng znrnck. Doch wenn anch im ganzen ungefährlich, bildet doch dieser von amerikanischen Triebfedern immer aufs ucnc in Bewegnng ge< setzte Spnck einen steten Qnell dcr Vcunrnhignng, cincn Pfahl im Fleische Euglauds, der sich iinmer'und immcr wieder in einer Weise fühlbar macht, die für Irland und seine Bewohner, nnd das Geschäft in diesem Lande besonders, von den nachtheiligstcn Folgen ist, nnd viele irregeführten Thoren ins Unglück stürzt, währcnd dic Rädelsführer, die sich über ihren schließlichen Erfolg leinen Illusioucn hiugebeu, meist bei Zeiten das Weite suchen. Kein Wunder, wenn nntcr diesen ewigen Quälereien dic „Times" sich in einem besorgten nnd zornigen Leitartikel 9nft machen, uud ernstlich ratheu, mi den fremden Nuhestöreru ciu Exempel zn statuiven. Zur Kmscrmsc nach Ungarn. Am 1^. d. M., Morgens 8 Uhr, ist Se. Majc« slät in die nugarischc ^audcshauptsladt abgereist. Am Bahnhöfe wnrdc Sc. Majestät von den hcrvorragcndstcu Würdcuträgeru dcr 8leside>lz begrüßt. In Bcglcitnng Sr. Majestät befanden sich dcr Gcncraladjutant F^i^. Graf Ercnneville, die Flügcladjntantcn Major von Fc-, jervary nnd von Oerlich, die ungarischen Minister Grafen Karster Causcricn. (Dcr Fasching in Fcistriz - Die „Bescdaö" dcr ^ilnlniw -Bora uud Schnee — Ungcbctcuc Gäslc:) ^V. .l. Wochen, ja Monale sind bereits in das Mecv der ^eit geflossen, ohnc daß dcr Karsicr Fmillctouist zu Worle lommeu lonntc. In der bewegten Periode ausgelassener Faschingssrendc wärc die Stimme deS „Rufenden ans der Karstwilstc" ohnehin weder beachtet, noch überhaupt gehört worden. Uno dennoch, Acrchrlcste! olirfcu Sie dcu Einsiedler anf der Poik teinc^wea^ bcmitlcidc», insoscrnc Eic ihn wclllichcn Bergnilgnngen nicht gani abhold glauben. Auch am Karste hat Prinz (5arnrual zahlreiche Verehrer, zu welchen aus einem bisher uicht aufgeklärten Grnnde dic Damenwslt das bei weitem grüszcre Contingent slellt - auch hicr gab cS Soireen, Viillr. Bescbaö nud wie derlei Uuterhallnu-geu noch heißen mögen, in Hülle und Fülle, denn F r i st r i z ist der Ccntralpilult alleö Schönen nnd Gute», dort findet sich alles vereinigt, was sonst nur ciuzclu zu smdcu. Wenn cö Sir, Verchrtesic, nicht langweilt, so belieben sic „nt mir cincn lurzcu Nückblicl auf die Feistrizer Bälle, u. f. w, zu wcrscu; wir sind jcht schon in der Acrfassnnt,, einc nüchterne Betrachtung auzuslcllcn, da die ernsthafte Fasteiipc.iode nnftrcn Freudenlanmel zerstreut hat. Den Ncigcn crdffnctc uach langcm, spröden Zögern dic '!>, uud besoudrrö die Damen habcn einc rnischied.'nc Abncignng dagegen, so och sic derlei Zimiuthnngcn förmlich al^ ^elcidignng anfliehincu Was ulll,'en übrigen« theatralische Anfsilhrnngcn? Wenn dic Farben uicht etwa faustdick aufgetragen siud, su dasz dag!e Corfo fahrt halle einc bcträchtlichc Anzahl Fremder herbeigelockt, deren bnnleö Lostiimc nllgemciuc Ansmcrtsamlcit auf sich zog. Es fehlten nnr Bonbons und Eousetti, uud Feistriz hätte das Gepräge einer Stadt erhalten. Ebenso stellte dcr Abends abgehaltene Maskenball das Bild cincr städtischen Nedoutc cn mmiüUu^ dar; inau sah zahlreiche, milunler schr geschmackvolle Maölcn, die verschiedensten Nationalilatcn rcpräsenlircnd. Tcr Saal war zugleich cnlsprccheud dceorirt, und wcr nicht dnrch dcu großstädtischen Pomp verwöhnt ist, der lonnlc sich vollkommen befriedigt fühlen. Urbngcuö clsreueu sich die Bälle des Herrn I. bereits ciueö wohlverdicutcu Neuomö'^ si^ b^Msen dnhcr einer weitercu Anpreisung nicht und wir cuvähncn dcrsclben nnr, weil sic cincil zu scharfen Cenlras! mit dcu „VescdaV^" bildcu, „„d um zu beweisen, daß Fcistriz auch seincn Man» stellen l«uu. nnr darf dabei das i!m<'!»'' in Kürze cine „uni-lil!!!!! (ungeschickte) ^tnli!'«,'»." Nach diesem Naisonncmcnt sci es uns vergönnt, auch de6 jllugsteu N a t u rsch a u sp i c l t 3 , das die Vora mit so durchgreifendem Erfolge aufführte, zn erwähnen. Gleichsam um auzu-dentcn, och lrol/ der schönen Tage deS Februar der Wiutcr,uoch nicht Abschied gcnomuicn, hielt dcr März seine Antrittsrede iu änszcrst brüllcudcu, Pfeifendeu und sausenden Tönen, die selbst den ältesten Karsibcmohueru ungewöhnlich und „selten dagewesen" vor-, lameu. Da half lcin Muth, lciu Widerstand; dcr Kühne, der c8 wagte, diesem unsichtbaren stürmenden Feinde Trotz zn bieten, wnrde ohn' Erbarmen zu Boden geschlendert, Srllist siarlbeladcue Fiihrnicrll-, so wie dic Pustdiligcin'e theilten dassclbc Schicksal und der Verlehr war stellenweise ganz mittrbrochcn. Der Feuilletonist wcisz diN'on ;>i singen, denn auch er »vurdc ans seinem Ausflüge durch einige sehr unsauftc Nicdcrlagcu bclchrt, wie unllng er ge» ihan, einen Kampf »nit beu Elrmeutcn alifgenonlmcn zu habeu. Den Schluß dcs effcclvollcn. stürmischcu Drama's bildete ein starker Bchnccfall, dcr nur jcucm Theile dcö Mcuschcn-geschlechtcö U'illlommcu ivar, welcher dcm „Märzschucc" bcsoude« Kräsle zuschreibt; ob cs nuch am Karste solchc gibt, wciß d« Fcuillelouist nicht zu sagen. Nun ist bereits Schuec uud Vora verschwunden, ohnc wcitcrc Spuren des Dasein» zu hinterlassen, als - Wölfe. Dicsc blnl- und beutegierigen Naubthmc halten zu ihrcr Unteryallung förnüiche Treibjagden auf Rche ab und c« schliut sonach, das; ihnen das cdle, Wildprctt befscr schmeckt, a!3 gemeines Hnndlflcisch, das sie den Winter hindurch sich ans den Dörfern holte». Sonst ist jcht Alles wieder iu dcr früheren Ordnung, ob' wohl Er aufgclöet worocu; nur die ucucrdings wicder statt-siudcudcn Wahlen dürsten einige Abwechselung in daS Alltagsleben bringen nnd vormiösichllich einig.' leicht rncgbnrc Gcmüthcr allarmircu. Da jedoch dcr 5larstcr Fenillcwuist »irgendö als Candidat oder Wähler wrloinmt, so hcirit er in siillcr Nesignalloü dcr Dinge, die du iVninmi s.'lü'», >'»! gcl>'g8 Eandidatcn, wclchc znr engeren Wahl standen, befanden sich 22 Eonservntivc, <>Altliberalc, U» Liberale, 8 Elcricalc und 3 Polen; es sind gewählt worden 1^ Eonscrvativc, 3 Altlibcrale, 10 Liberale, 5) Elericalc und 1 Pole. Die verschiedenen Parteien haben also fast ganz gleiche Ehanccn für sich gehabt; cS hat jede fast genau die Hälfte ihrer Eandidatcn durchgcbracht, währcnd sic mit dcr andcrn Hälfte nntcrlcgcn ist. Durch dcn Ausfall der cngcrcn Wahlen ist nnn noch zu einer Reihc von Nachwahlen Anlaß gegeben worden. Nimmt mail an, daß die Nachwahlen in demselben Sinne ansfallcn, wie die ersten Wahlen, so stellt sich das Vcrhältuiß dcr Parteien wic solgt.- es sind von den 193 Wahlen in dcn alten preußischen Provinzen 100 anf eonseivalive, 21 auf altlibcralc, 4l> anf liberale, 13 anf clcrieatc, 13 anf poluifchc Eandi« datcn gefallen. Von den 43 Vertretern dcr ncncn prcn-ßischcn Provinzen dürften 20 aus Hannover, Schleswig-Holstein nnd Frankfurt a. M. fich vor allem die Ver-trctnng specieller Landesintcressen angelegen sein lnsscu. Von dcn übrigen 23 sind 18 znr natioual'libcralen, 3 zur altliberalcn, 1 zur conservativcu und 1 zur clcri-calcu Partei zu rcchucn. sslorc»,;, 1l. Älärz. Der Dampfer „Gacta", mit dcm Grafen Berafis de Eastiglione an Bord, ist in Brindisi angekommen. Der Graf ist sogleich llach Florenz weitergcrcist, nm sich zinn slönigc zn begeben. — Von den bisher bekannten Wahlen tragcn wir noch nach, daß Garibaldi in Ozicri nud der Tüdtirolcr Dueati anch ill Tiene gewählt wlirde. Die vorgeschlagenen Islriancr fiudcn wir uirgeuds auch nur in der Vallotiruug. Letztere wird erst uächsleu Souutag zum Abschlüsse ge< bracht. Die vou Garibaldi empfohlenen Eandidatcil find alle durchgefallcn. Er selbst wird nnn doch nach Tnrin und zuletzt uach ?ieapcl gehen. Die nachthcilige Wir» kung der Possen, die Pater Panwlco im Gefolge des Generals getrieben hat, hat fich überall wie iu Udiuc geltend gemacht. In Pordcnonc, Eoin-gliailo, Bcllnno, i Feltrc war inall cutrüstct, und es fehlten nur noch dic Empfehlungsschreiben für gewisse hochkomifchc Parlaments» eandidatcu, um dein politischen Rufe dcs Generals den Rest zn geb.'n. — Einer Eorrespondenz dcs „Sole" ans Palermo zufolge herrscht dort wieder eine sehr auf< gcrcgtc Stimmung. Anch bcsorgt mail Landimgcn von Anhängcrn dcr Bonrboucn von Malta her. Üdinc, 9. März. Der „Persev." wird geschrieben , daß man dem General Garibaldi auch ciu Wahl» cmpschlungsschreibcn für Eividale abgelockt habe, wo Raffaclc Eonstautini aus Tricst hilüec dcm Rückcu seines alten Frcnndcs Palnssi intrignire. Es circnlire ein von ihm herrührendes Programm, worin allen irgend ein Bissen versprochen ist, also anch dcm hochchr» würdigen Eollcgiatcapitel von Eividale, (Die Äemühnn-gen dcs Herrn Raffacle Eostantini sind aber, wic es scheint, ohne Erfolg geblieben, denn in Eividalc wird zwischen Valnssi nnd Portis ballotirt.) ^- Derselbe Eorrespondent spricht sich sehr mißbilligend darüber aus. daß mau bci dcu Berathungen übcr dic Pontcbabahn iu Venedig beschlossen habe, Üdine zn übergehen. Wenn, sagt er, die von der Pouteba kommeude Eisenbahn Udinc nicht bcrühreil, also auch nicht Tricst zn gntc komiucu soll, so wird Oestcrrcich dic Eoueession von Villach nach Pontcba nicht crthcilcn, sondcrn statt dessen die Isonzobahn zum ausschließlichen Vortheil Tricst's bancil. Mailand, 10. März. Die „Persev." schreibt dem General Garibaldi folgenden A b f agebricf: „Wiv veröffentlichen eine andere Rede des Generals Garibaldi in ihrer Vollständigkcit, weil cr nnn ciumal so schr darnach verlangt, sich in diesen Tagcn öffentlich hören zu lassen. Die Rücksichtcu, wclche uus früher bedenklich machten, wenn es galt, feine politifchcn Rcdcn zu vcr» öffentlichen, bestehen für nns nicht mehr. General Garibaldi hat, indem cr das Meid ablegte, wclchcs ihn dcm Lande lhcucr machte, nm die abgenützte und unrühmliche Nolle eines Wahllribuns zn spielen, das Recht auf je-ncs mitleidige Stillschweigen verloren, welches die Blätter, dcncn die Erhaltung'eiucs italienischen Rnhincs am Hcrzcil lag, über seine befremdcuden Erpettorationcn beobachteten. General Garibaldi will durchaus nach allcn seinen Handlnngcn, nach allen seinen Worten beurtheilt werden. Indem wir sie wicdcrgcbcu, erfüllen wir daher nnr einen seiner Wünsche. Es ist nicht nnscrc Schnld, wcnn das strenge Urtheil dadurch vollständig gerechtfertigt wird, wclchcs das Land übcr dic Rollc, wclche cr freiwillig übernahm, bereits gefällt hat. Die Ansprache, wclchc wir hcutc veröffentlichen, wird anch in Verona genügt haben, um eine großc Illusion zn zerstören; sie wird genügt habcn, nm dcn Vereis zn liefern, welcher Abstand zwischen eincm Helden und einem verständigen Manne herrschen kann. General Garibaldi, der in Rc-ligionssachcn sich noch immer von einer dcr schmutzigsten Orgien bcthörcn läßt, die in dcr Pariser Gemeinde von 1793 ihren Schauplatz hatten; General Garibaldi, der m Angclcgcnheitcn parlamentarischer Politik cinc der thörichtsten Anklagen, die je anö dcn tranrigcn >ieimcn unserer inneren Zwietracht entsprangen, ans dem Kothc heransklanbt — General Garibaldi kann leinen Ansprnch ^ darauf uiacken, daß seine Rcdcn von scincn Gcgucrn als gefährlich betrachtet werden. General Garibaldi hat eine Bahn betreten, an deren Ende cr, alls dcm Ran-schc cincs gcdankcnloscn Inbels erwacht, sich vereinzelt ' scheu wird mit dcm bittcru Gcfühl, sciucin Lande einen schlechten Dienst geleistet zu habcn. Ohnc Mitschuld an dicscr scincr ncncn politischen Schwenknng, bleibt nns ^ nichts anderes übrig, nachdem wir ihn fruchtlos gewarnt, ^ als uns von ihm zurückzuziehen und ihn barmherziger Vergessenheit znschrciten zu lassen." — Die Stellen der von Garibaldi in Verona gehaltenen Rcdc, anf wclche dic „Pcrscv." anspielt, verherrlichen die „Göttin dcr Verminst" dcr französischen Revolution und ergehen sich in groben Beschimpfungen der Gegner. — Die vielbesprochenen Forderungen des Vice-Königs von Egypt en, die nicht Nubar Pascha, sondern Ali Bey uach Eonstantinopel ül'erbracht hat, sind, nach authentischen Quellen, in den folgenden sechs Pnnktcn zusammengefaßt worden: Ismael Pascha verlangt, !. daß man ihm für den Unterhalt seincr Trup< pen in Kreta 20 Millionen bewillige, da cr nicht länger im Stande sei, ihre Untcrhaltskostcu selbst zn bcslreiten, und cr daher sonst gcuöthigt wäre, sic zurückzurufen. In dicscm Pnnktc wic im zweiten, dcr Bewilligung dcs Titels „Aziz", d. i. mchr als Großvczicr, zcigt sich die Pforte bis jetzt unbeugsam. Dagegen, wcnn dcr Vice-lönig 3. das Recht bcausvrncht, Haudclsvcrträgc abzuschließen, eben so wic das Fürstcnthum Rumäuien, bc-hanptct dcr Divan, daß dic Donanfürstcilthümer nur die Erlanbniß hätten, mit den Nachbarstaaten Polizei-vertrage abznschlicßcn, cine Eonecssiou, dic luau anch Egypten gern bewilligen wolle. Ebenso sci Nlau gcueigt, 4. dem Vieelöuigc das Rccht zuzilerkeiiuen, scinc Armce nach Belieben zu vermehren, nmsomchr, als man sicl» bisher nie um den Effettiustaud seines Heeres gekümmert habe. Anch der fünfte Pnntt, Orden verleihen zn dürfen, wnrdc bcrcitwillig zngcstandc». Was aber den sechsten Pnnkt bcträfc, fich durch cigeue Repräsentanten bei den answärtigen Äiächten vertreten zu lasscn, so wies dcr Sultan dicscs Verlangen, sowcit es die Erneu' ining von ,,^l!»i>i!'! 5 i»l<'i>ip<»l,!Ui<>il<>''- bctrisft, cucrgisch zurück, gcstaltct aber Ismacl Pascha, dnrch Gesandte , privaten Eharakters mit frcmdcn Höfcn in dircctc Vcr-biudüüg zu treten. Italienische Blätter füllcn ihre Spalten vorzligswcisc mit Vcrichtcn übcr die in allen Theilen des Landes rege Wahlagitation nnd ergehen sich in Eou^ jeetnrcn übcr mchr oder minder wahrschciiilichc Wahl^ rcsnltate. Die Florentincr „Opinioilc^ sicht fich ver^ anlaßt, anf einen eigenthümlichen, diesmal bei dcn Wahleil in dcn Vordergruud tretenden Ucbclstaud aufmerksam zu macheu, anf dic unvcrhältnißuläßig große Auzahl dcr Eaudidatcn nämlich, die von einer nud dcrsclbcn Partei anfgcstcllt N'erdc». Namentlich die liberale Partei lasse sich ill dicser Richtnng viel zll Schillden kommen. Es wolle oft jede Scctiou eines solchen Wahlcotleginms ci".cn besonderen Eandioatcn haben, uud so füge es sich, daß ciu uud dasselbe Wahlcolleginm oft 3 bis 4 Eandidatcn aufstellt. Anders, aber nicht bcsscr, gchc wicdcr dic Opvositionspartci zn Wcrkc. In dcm Bewußtsein, sich nur weniger dnrchsctzbarcr Eaudidalcn rühmen zu köuucu, mnltiplicirc sic die Männer ihres Vcrlrancns gewisserinaßcn, indcm sie einen nnd denselben Mann in mehreren Eollegien gleichzeitig präscutirt, um dcm libc^ ralen Gegner zuin mindesten dcn Sieg zn erschweren. Von diesem Standpnnktc aus lilüßteil anch die viel-fachcn Eandidainren Garibaldi's angeseheil werden, da alle Wclt rccht gnt wisse, daß Italien keine Regierung iill Sinne dcr von Garibaldi in letzter Zeit tnudgege-bencn Ansichten brauchen könne. Die Leute endlich, oi.' cinc rcpliblicanische Eandidatlir, U'ie die Eattanco's nnd Äiazzini's, zii fördcrn suchen, müsse man mit jenen Sectircrn vergleichen, die da glanbcn, Ulan könne Gott uud Tcnfcl gleichzeitig vcrchrcn. Zagesneuisskeiteu. — (Neu eröffnete Tcle gra p he n st at i o n e») mit bcschcssilltcin Tagesdienste: in Trirst, zu Schwcch^t in Mdsrdslolsich, zu Sl^lal in Galizicn. — (Cr d b c b c »,) Tie Tiroler „Sckützenzcitung" meldet lins Mindischmalrci. 6. Mürz: Gestern 8 Mir Abend-? clsäncctti' uns hicr cm slarlls donncrähnlick? rolle»-des Erdbeben. Ter Sloh gincz in der Richtung von Wcsten nach l^slcn und dauerte mehr al>3 cine Eccunde. Die Fußböden iu den Häusern schwankten und die Fenster lliirten. Die a!tc Bauernregel, das; einer Sonnenfinsternis; vierzehn Tage schlechtes Wetter entweder vorausgeht oder nachfolgt, hat sich hcuer bei uns erwahrt. Vom 22. bis äs. ^brnar starler Norwind, vum 1. bis 4. März 8 —U Grad N. .Uällc, hier ungewöhulich, am 5.., 6. und 7. März leichter Schnee, und am'7. Nachls Erdbeben. — M schclnt, daß die „Schi'chen-zcituua" auch die Erdbeben zum schlechten Welter rechnet. 399 — (Neue Verdische Oper.) Linein Trlcqramm aus Paris zufolge hat die neue Oper Verdi's „Don Carlos" am 11. d. daselbst einen glänzenden Elfolg crrun« gen. Alle Stücke wurden applanditt, zwei wiederholt. Der 3. Act hat ein grohcs Finale. Der Enthusiasmus war allgemein. Der Kaiser und dic Kaiserin wohnten der Vor» steUung bci. _____ Locales. Die Scirocco-Stürmc nm 15. Jänner d. I. habcu die Gemeinde Grado, im Küstenland, sehr hart heim« gesucht. Mit uuwidcrstchlichcr Viaä)t trieben sie die Wogen gegen die Dänunc der inneren Sümpfe von Sdobba nnd Portobnso, welche sie zertrümmerten. Die hercinströmcude Flnth zerstörte die Wohnungen der Fischer, nahm die dürftige Cinrichtnng nnd den Nahrnngö-vorrath der Unglücklichen mit sich fort nnd ließ sie im Zustande des größten Elends znrück. Der erhobene Schaden in dieser armen Gemeinde bclänft sich auf mehr nls 20.000 fl., eine Snmmc, welche an nnd für sich schon groß, bei der Unbcmittclthcit jener, welchen sie entzogen wurde, um so fühlbarer wird. Die Flnth, welche die Netze nnd Fifchcrwcrlzcngc mit sich fortriß, hat den Armcn selbst die Möglichkeit, ihrem Erwerb wie früher nachzugehen, genommen. Zur Linderung dieses großen Unglückes bewilligt baS Staatsmiuistcrium die Sammlnng von milden Beiträgen in allen demselben unterstchcnden Königreichen nnd Bändern, nnd es wnrde cinc solchc Sammlung von der t. l. ^andcsregicrnna, auch für.«vain eingeleitet. Die Redaction der „?aibach,cr Zeitung" ist gern bereit, milde Beiträge zu übernehmen, welche sie an die k. t. ^andcörcgicruug'abführen wird. — (Hinrichtung.) Heute früh 5 Miu. vor 8 Uhr wurde am hicsigcu Castcllberge auf dem gegeu den Orubcr'schcn Canal gelegenen Plateau der Mörder Auton Ä. von St. Veit bei Wippach mittelst des Straugcö hingerichtet. Cinc große Menschenmenge hatte sich cingcfundcn. Der Delinquent war sehr zerknirscht nnd mußte zum Pfahl getrageu wcrdcu. Der Hergang dcs fchrccklichcu Verbrechens, welche,? dcu Unglücklichen auf deu NichtPlatz führte, ist folgender: Anton V,, in St. Veit bei Wippach gebürtig, 24 Jahre alt, katholisch, lcdigcr Kaischlerssoh», nach seinem Leumunde ciu sittlich verlommeuer und irreligiöser, dem Müssiggauge u»d dem Diebstahle ergebener Bursche, lebte mit seiner Mutter Auua V. in fortgesetztem Zerwürfnisse, verübte an ihr oft wiederholte grobe Mißhandlungen und faßte bereits im Herbste 1864 deu uumcusch-licheu Eutschluß, sie zu ermorden. - - Seit dieser Zeit cutwars er fortwähreud ucllc Mordpläuc, schritt dreimal selbst zur Ausführung seines Vorhabcus uud bewarb sich auch uni gedungene Mörder. — 5^bschon jedoch jeder seiner verbrecherischen Versuche nur durch zufällige Hin' deruisse vereitelt wnrde, überhörte sein Oewisscn diese wiederholten Mahnrufe n»d sein böser Vorsatz reifte endlich zur gräßlichen That. Am 17. Februar 1806 Abcuds uach dem Ave-Mariagcläute begab sich Auim V. iu den Ncbcngruud dcs Nachbars U. uud beauftragte auch ihreu Sohu Anton V., sie dorlhiu zu begleiten. Währcud sie daselbst die Rebcu auswühlte, beschloß er im Abeudduulel abseits stehend die Ausführung seines Vorhabcus, nud betete vorerst uoch freventlich, auf daß ihm sciue blutige That gcliugen nud er uueutdeckt bleibcu möge. — Da> rauf schlich er mit eiucm Ncbstocke bewaffnet zu dcr Mutter, welche iu gebückter Stelluug am Vodcu'hockte und versetzte ihr mit dem Nebcnstocke rücklings drei Streiche ans den Kopf. — Nachdem sie hiedurch betäubt, sich dcsscuuugcachtct zur Wehre slcllte rana er nnt ihr. warf stc zn Boden, stieß ihr mit dem Absätze seines Stiefels ms Gesicht, versetzte ihr mitdcmNcbcu. stocke noch mehrere Schläge anf den Kopf, und ließ sie so in ihrem Vlntc liegeu. — Bevor er dcu Ort dieser schauerlichcu That verließ, stahl er uoch am nachbar. lichen Grunde einige Wcingartstöckc uud trug sic nach St. Veit. Am daranf folgenden Tage fand der Knecht Franz St. die Anna B. als cinc gräßlich verstümmelte Leiche am Thatortc, und nach dercu gerichtlichen Besichtigung haben die Sachvcrstäudigcn sich dahin ausgcsprochcu, daß die vielen dcr Auua B. beigebrachten Verletzungen, insbesondere die Splittcruug uud Zcrstöruug aller liul-scitigcu Gcsichtskuochcn, ciuc Gchirnlähmung, sohin den schnellcit Tod nntcr allen Umständen zur uuthwendigcn Folge hatten. Anton B, hat die verbrecherische Absicht, die wiederholten Attentate und die versnchtc Bestellung ciucs Mörders, sowic auch die Ausführung dcr That selbst umständlich eingestanden, nnd dieses Gcständniß stcht mit den gepflogenen Erhebungen in einem so vollkommenen, allseitig ineinander greifenden Einklänge, daß an seiner Schnld nicht der geringste Zweifel obwaltet. Anton B wurde daher mit dem Urtheile des hiesigen l.k. Laudcsgcrichteö vom 2!». August !8l>»; des vollbrachtcu Verbrccl'cus des Meuchelmordes, dauu dcr vcrsuchtcu Verleitung zum Verbrechcu des bestellten Mordes, eud-Uch der Üebcrtrctung des Dicbstahls als uuiulttelbarcr Thäter schuldig erkauut uud zur Todesstrafe verurthellt. ^achdcm dieses Erkenntniß auch von Scitc des hohen l> k. Obcrlandcsgcrichtcs in Graz uud dcs hoheu k. k. "bersteu Gerichtshofes iu Wien die vollc Bestätigung cr« hiclt, uud ciue Äcgnadignng nicht erfolgte, so wurde obige Strafe au dem Vcrurthciltcn heute den« Gesetze gc« maß mit dem Strange vollzogen. — (Theater.) Durch die gestrige Ausführung de3 „K0 nigslieutenant" hat uns die Direction des Then« lers zum großen Danke verpflichtet, und danlbar war das obwohl »icht lbrn zahlreich erschienene Publicmn gewift zu nennen. Von den Personen des Lustspieles, dessen Vorzüge und Schattenseiten (— so verträgt sich die pathetische Ausdrucksweise keineswegs mit dcr scunlcn Form dcs gebrochenen Deutsch, also einer forlgcschten Sprachunrichtigleit —) schon mehrfache Würdigung erfahren haben, ist unstreitig die dcö Grasen Thoiane jene, welche unsere Sympathie am raschesten gewinnt; die Darstellung durch Herrn Vurg« gras war aber auch eine ganz vorzügliche, wie wir sie von diesem trcsslichen Schauspieler nur immer erwarten konnten i nach jeder Scene wurde ihm dahcr stürmischer Beifall zu Theil. Nächst Thorane ist es dcr junge Wolfgang Gölhe, der zu den wirksamsten Gestalten des Stückes gehört, wennschon er nicht der cilfjahrige G0the ist, den uns dieser selbst in „Wahrheit und Dichtuug" schildert, sonder» sein gerades Gegentheil! allein dies thnt nichts zur Sache. Gutzlow's Gölhe, besonders wenn er uns in so niedlicher Gestalt ent« gegenlritt und so zu uns spricht, wie es Frl. Schaff er gestern that, wird nie verfehlen, einen nachhaltigen Eindruck auf das Publicmn zu üben, das auch dcr Darstellerin reichlichen Veisall spendete. Anch Frau Leo (Goclhc'Z Mutter), dann die Herren M ü l l er (Adjntant Althof), Axt (3talh Goethe), Prei sing (Professor Mittler) und Find eise» (Marcl) führten ihre RoNcn zur vollen Zufriedenheit entsprechend durch. Neueste Post. Pest, 13. März. „Aoyd" meldet: Dcr Anf. enthalt Sr. Majestät dürfte sich aus zchu Tage crslrcckcu, uud dürfte währcud dicscr Zeit wiederholt Anlaß zur Bchaudluug wichtiger, Ungarn betreffender Staatsangelegenheiten sein. Dcr heutige Tag scheiut der Nuhc gcwidmct zu sein. Morgen Mittags findet die Eidesablegnng dcr Minister im Throusaale uud hierauf Oaladiucr statt. Abcuds Fackclsercnadc mit 2000 Fackeln. Es liegt heute dcr Wortlaut dcr Verordnung dcs nngarischcu Ministeriums vor, welche iu dcr Stcueraugclcgenhcit ausäm m tl i ch c Behördcu Ungarns uud Siebenbürgens gerichtet wurde. Die Vcrordunng lautet: „Indem das iu Uugaru uud Sicbcubürgcu bestehende Steuersystem durch beide Häuser des Landtages bis zu Eudc dcs Jahres 18l'»7 augeuoiu-meu uud das königlich ungarische Fiuauzmiuistcrium durch diesen rcichstäglichcu Beschluß zur Eiutrcibuug so< wohl der auf das laufende Jahr ausgeschriebenen, als anch aus den verflosseucu Jahren rückständigen Steuer er--mächtigt wnrde, wird sämmtlichen Behörden Ungarns uud Siebenbürgens aufgetragen, die Einwohnerschaft anfincrtsam zn machen, daß sie ihrer Steucrpflicht frei-willig uud püuktlich gcnugthuc uud dadurch die Regierung in der schweren Arbeit der Wiederherstellung der vollen Verfassnng mit patriotischer Bereitwilligkeit unterstütze. Uebngcns werden dic gcsamiuten Aehördcu Uu» garils uud Sicbcubürgcus uud dcrcu Beamte uutcr ihrer pcrsöu lichcn Vcrau tw ortli chleit verpflichtet, betreffs dcr Eiutrcibung dcr dircctcn und indircctcu Stcncrn uud Aufrechterhaltung der Staatsmonopole in dcr pünktlichen Ausführung der Vcrorduuugen des nngarischen Fiuauz< miuistcriums dessen Orgaue nicht nur mit ihrem mo» ralischcu Einfluß, sondern im Nothfall anch dnrch ihre amtliche Mitwirkung zu uutcrstützcu. Aus der am 1l. März abgehaltenen Sitzung dcS königlich nngarischcn HiinistcriumS. Wcukhcim. Vouyay. Das „Frdbl." schreibt: Mau erzählt, daß vor ciuigeu Tagen drei preußische Officierc ihreu Weg über Wieu uach Bukarest geuommcu haben, um dort als Iu» strnctiuus-Officicrc verwendet zu wcrdcu. Die Nachricht ist, wie dic „S. E." fchrcibt, uicht uuglaubwürdig, weder was dcn vom Fürftcu Karl ausgedrückten Wuusch, ein Erpcriincnt mit prcnßischcn Justructious-Officicrcu zu machcu, noch was die Willfährigkeit des prcnßischcu Gouvernements, dcn Wnnsch zu crfüllcu, betrifft. Uu-glaubwürdig dagegen erscheint dcr „S. C." die Nach» richt, daß anch die serbische Regierung sich von Prenßcu JustructiouS-Ofsieicrc crbctcu habc. ^o viel wir wisseu, zählcu die serbische» Truppen Offieierc gc^ nug, die sich iu Preußen militärisch gebildet haben und vollkommen befähigt wären, die Aufgabe preußischer Iu-structious-Offieicrc zu übernehmen, und daß gerade uutcr dcu obwaltcudeu Verhältnissen Fürst Michael uach ciucr Reform sciucr militärischen Justilutioueu durch Preußische Offieierc Sehnsucht habcu sollte, ist eutschie« dcn zu bezweifcll,. (Vcrgl. dngcgcu das heutige Telegramm aus Belgrad, uach welchem bereits ciu hoher ftrcußifchcr Officicr daselbst angcuommcn ist. Die Ned.) Telegramm. (^riginal-Tclcgmmm der „Laibachcr Zeitung.") W icn , »4. Mär; Abends. Das Polizei, Ministerium wurde aufgelöst und scine Asse», dcu dem Miuisterrathe unlergcordnet. Pest. Die uoch nicht beeideten ungarischen Minister haben Vormittag den <5id in die Hände Sr Majestät des Kaisers abgelegt. Pest, 13. März. DaS Amtsblatt bringt einen von Lonyay nnd Wcnkhcim gezeichneten Erlaß au die Behörden, das Pnblicum zur freiwilligen Zahlung der Steuern zu crmahueu, damit die Regierung iu ihrer schwierigen Mission uicht gehindert sei. — „Magyar» orszag" meldet: Gestern, am Tage dcr Ankunft Sr. Majestät, sei Tancsicö freigelassen worden. Pest, 13. März. Erzbischof ^ onovicS ist heute Nachmittags gcstorbcu. Verlin, 13. März. (Norddeutscher Reichs-tag.) Graf Bismarck eriunert die Oppositiou, welche das normale Kriegsbudget bekämpft, an dcn prcnßischcu Audgcteouflict. Die Armecrcform, welcher Prcu« ßcu sciu siegreiches Heer vcrdaukc, wärc uicht erzielt worden, hätte uicht Icmcmd dcn Mulh gehabt, trotz dcr Kammcrbcschlüssc vom Jahre 1862 dic Rcgicruug fort^ zuführcu. Viucke (Hagcu) weist iu zweistündiger Rede, iu welcher er seine volle Hoffnuug auf das Zustande« kommen dcs Eiuiguugswcrtcs ausfpricht, dcu gemachten Hiuwcis auf das Ausland zurück, welcher in einem fran« zösischcn, englischen oder rnssischcn Reichstage unmöglich wäre. 30 Millionen Deutsche, sagt Rcduer, brauchen das Auslaut, uicht zu fürchtcu. Das Mißliugcu dcs Eiuiguugswcrtcs würde uus uicht ciucu Augriff, wohl abcr dcu Hohu dcs Auölaudcs zuzichcu. Außerdeiu fpra-chcu uoch Schaffrath, Duucker (Berlin) uud Gumprecht gcgcu, Bcthusy uud Prosch für deu Vcrfassuugscutwurf. München. 13. März. Sicherem Vcruchmeu nach beabsichtigt dcr Miuislcr des Iuucru, Freiherr v. Pech» manu, demnächst sich nach Karlsrnhc zu bcgcbcu behufs Iuformiruug über den dortigen Vcrwaltnngsgerichtshof. Die baldige Einführuug eiucs folchcu Gerichtshofes in Vaicrn ist wahrscheinlich. Floren,, 13. März. Dic „Italic" sagt, cs berechtige nichts, dem angeblichen Projcetc einer Bermä-luug dcr Priuzcssiu Atargarethc init dcul Fürsten vou Rumäuicu Glaubcu zu schcukcu. Paris. 13. März. Dcr „Mouitcur" schreibt: Iu deut Zustaudc dcs kaiscrlichcu Priuzcu, welcher seit ciuigcn Tagen in Folge ciner Fußvcrlctzuug unwohl war, ist cinc bedeutende Besserung ciugctrctcu. — Mau hofft, der Prinz wcrdc bald wieder sciuc gewühulicheu Ucbuugcu nufurhmcu köuucu. — Der Senat hat die Abänderung dcs Artikels 20 dcr Eonstitution angenommen. Velgrad, 13. März. Dcr hier cingctrosfcue preu-ßische Obcrstlieuteuaut v. >ireusky hat dem Fürstcu, dcn Ministern uud dem Pascha-Fcstungöcommandanteu ciuc Visite abgestattet. Bukarest, 13. März. Nach Augabc dcö heutigen „Romauul" hat Eoustautiu Erclzulcsco, Bruder des letzteu H^uistcrpräsidcutcil unter Eouza, ein ucucs Ea-biuet gebildet, dcsscu Liste hcute dcin Scuatc und dcr Kainmcr vorgelegt wird; dic Liukc hat in demselben ein bedeutendes Üebcrgcwicht, uachdcm die Rechte dcn Bci> tritt verweigerte. Die Zusammensetzung dcs Ministe-rinuis ist folgende: Eretzulcöco, Präsidium uud Justiz; Johauu Bratiauo, Iuuercs; Dcmetcr Bratiauo, öffentliche Arbeitcu; Stcphau Golcseo, Acußercs; Vascsco, Fiuauzcu; Dcmetcr Rosetti, Eultus; Ghcrghel, Krieg. (sonstantinopel, 12. März. (Ucbcr Berlin.) Dic prcußifchc Eorvette „Gazelle" ist iu Smyrna ein» gctroffcu uud sofort zur Hilfclcistuug uach der Insel Mcteliu abgegangen, wo allgcincincr Schrecken herrscht. Es wird das Versinken dcr Insel befürchtet. Das preußische Kauoucuboot „Blitz" trausportirtc dic preußischen Natioualcu uud 50 audcrc Bewohner dcr Insel uach Smyrna. ')lew-Aork- 25 Februar. (Per China.) Es. cobcdo läßt alle gefangenen ausländischen Impcrialisteu erschießen. Telegraphische Wechselcours» 5ptrc. Ptctallicnlea 5l1.2^> — f>ftrrc. Mclalliqucs mit Mai- und NoUl'mbcr^inssn 02. — iiprrc. Älatiolml Anlchru l!9 50. -- Vanl« actirn 722."— Ereditaclirn 1?!),l'>0, — I860« Btaalsanlebe«, 84.70. -- Silber 12«!.75i. — Loildnu 12^.50. — K. l. Ducaten <;.l1. ^zriejlu^cl dl'r 3Ietmclio„. Herr» C. H. : Wir lüinie» uc» ihl^r Zuschrift vom ^lleii d. M, tciiifil Gebrauch machen mid strlll'n dieselbe zu ihrer DiS- posilio».____________________^^^_^_____________ Vottoziehnnss vom »3. März. Wicn: 87, 89, s>2, 83, 7«!. _________Graz: 19, 82, 73. 2l, W._________ Theater. Hcnte Freitass dcn 1.5>. März: Wildfeuer. Drcnnatischcs Gedicht in s» Acten von Halin. Vtorc^ tn Sa m «tass d en 1 ü. M ärz: Znm VoNhcilc dcr ssmnilic dcO Opcrnsäi^rrö Ä. A n d c r. Die Hllgenotten. _^___ G^oßc Oprr in 4 Actm von Vtoycrl'rc'^________ .lUeteorolliMIN' 3zeol)achlmlnml in ^nillacl». _____« Zz? Z3__________« ^"^. !6U. Mg. 325,5« — 2,l O. mäßig trilde 1'l 2 .. N. 324,3i -^ lo SO,schwach trübe 0..w ,0 .. Ab. 323,...,-. - 0,« SO. sch'^ch lrübe Trllbcr Tag, Dic Wollendeckc laailbcr aeschlosscu. <^gen Abend Schiirrsiocle», Großer Mmidlilis,. Verantworllicher Nedacleur- I«»°, v- K l e, >, m a y r.