MARBURGER ZEITUNG AMTLICHES ORGAN DES JU. STEIRISCHEN HEIMATBUNDES Vsrlag and Schrittltitung Mtrbuig s 4 Drau. Iidgatw N4 tt Pirnnift Nt 15-68 U4S Ab !• Wu Hr«ch«liil w*rkttgli'f> 1 ■ Morg«Tit«lluDa. Bnuaipral* IIb Tortur lahlbtri nonathrh RM 110 mnichliafilirh umtl" M-87 «rreichb«. Unverlangte ZuichrlflM tM «p- Po.txaitudflig^bahn bei LUftning In Streifband tuittgllrb Porto, bei Abholen In der GosrhiftMlell» ^ . •.aMÄ.« w/Ti .liulegen Poilicherkkonto Wien Nr 54 608. *M 1.^ Altrelch durrh Poit monatlich RM J,IO (elnicl II» b Rpi Hoitialtungigebühr, und 3« Rpf Zu»tell GeichAniitollen in Cllll. Marktplatt Nr 12, Fernruf Nr. ?. und in PetUi< UngartorgaMe Nr 1. Cemnif Nr W. febOhT Blntelnummer'« werden nui gegen Vorelnaendimg dei Flnzelpre<»e< und der Portn«u»l«gen 7.iqp*end«>t Mr. 256 - 83. JahriSang MarburfS^DraUt Montag, 13. September 1943 Binzelpreis 10 Rpf „Wehe dem Besiegten'' Die dreizehn Schlingen Die Bedingungen des Waffenstillstandes, die Badoglio angenommen hat dnb Stockholm, 19. September Die BediDqungen des Waffenstillstände! mit Italien wurden am Sonntaqmor-gen In London bekanntgeqeben. Der Text lautet wi« folgt: »Vorgeschobenes alliiertes Hauptquartier, 11. Sepleraber. Folgende Bedingungen des militärischen Waffenatill* Stande« wurden am 3. September von den Vertretern General Eisonhowers und dem Vertreter Marschall Badoglios unterzeichnet; 1. Die sofortige Einstellung jeder feindseligen Handlung der italienischen bewaffneten StreitkrAfte. 2. Italien wird alles im Bereich des Möglichen Stehende tun. um den Deutschen Erleichterungen vorzuenthalten, die im Kampf qegen die vereinigten Nationen vom Vorteil sein würden 3. Alle Kriegsgefangenen oder Internierten dei vereinigten Nationen sind sofort dem alliierten Oberbefehlshaber auszuliefern) keine Kriegsgefangenen oder Internierten dürfen letzt oder zu Irgend einem anderen Zeitpunkt nach Deutschland verbracht werden. 4. Die italienische Flotte und die italienischen Luftstreitkräfte haben sich Sur Übergabe sofort an die Stellen zu begeben, die von dem alliierten Ober-befehlshnbet mit Einzelheiten für die Entwaffnung bekanntgegeben werden. 5. Die Italienische Handelsflotte kann von dem alliierten Oberbefehlshaber tum Zwecke der Durchführung des mili-tirischen Plottenprogramms requiriert werden 6. Sofortige Übergabe Korsikas und des gesamten italienischen Gebietes — der italienischen Inseln und des italienischen Pestlandes an die Alliierten zum Zwecke der Errichtung von Operations-stütspunkten und lu anderen Zwecken, die von den Alliierten für notwendig erachtet werden. 7 Die sofortige Zusicherung des freien Zugangs der Alliierten zu allen Flugplätzen und Flottenstützpunicten auf italienischem Gebiet ohne Rücksicht darauf, In welchem Tempo der italienische Boden von deutschen Truppen gesäubert wird. Diese Häfen und Flugplätze müssen unter den Schutz der italienischen bewaffneten Streitkräfte stehen, bis d'ese Punktion von den Alliierten selbst übernommen wird. 8. Der sofortige Rückzug der italienischen bewaffneten Streitkräfte von allen Kriegsschauplätzen, auf denen sie sich zur Zeit befinden, nach Italien. 9 Die Garantie der Italienischen Regierung, daß wenn nötig, alle zur Verfügung stehenden bewaffneten Streitkräfte zur prompten und exakten Ausführung der BedingtinqeTi d''" Waffenstillstandes eingesetzt werden. 10. Der Oberhefehlshflber de^ alliicten Streitkräfte behält sich das Recht vor, jede Maßname zu ergreifen, die seiner Meinung nach für den Schutz und die Interessen der alliierten Strpitkräfle 7ur Weiterführunq des Krieges notwendig sein mag. Die italienische Regierung verpflichtet sich ihrerseits, jede Verwaltungsbehörde oder Behörde anderer Art hinzunehmen, die der Oberbefehlshaber für notwendig erachtet) vor allem wird der Oberbefehlshaber eine alliierte Mill-lärreqierung In den Teilen des italienischen Gebietes errichten, in denen er eine derartige Maßnahme im militärischen Interesse der alliierten Nationen für erforderlich hält. 11. Der Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte hat das volle Recht, die Maßnahmen zur Entwaffnung, zur Demobilisierung und zur Ahrüstunq durchzuführen. 12. Andere Bedinqiinqen, politischer, wirtschaftlicher oder finanzieller Natur, die Italien zu erfüllen haben wird, werden zu einem späteren Zeitpunkt übermittelt. 1.1. Die Bedingungen des geqenwärtiqen Waffenstillstände« werden nicht ohne die vorherige Zustimmung des Oberbefehlshabers der alli'erten Streitkräfte veröffentlicht werden. Der Text wird offiziell In englischer Sprache abgefaßt Der doppelte Verrat Die Politik Viktor Emanucls bis zum ersten Weltkrieg Von Eduard Funk Weder Mitleid noch Schonung Mit seiner Unterschrift unter diese» Dokument hat Badoglio seinen Namen mit der unauslöa'-hlichen Schmach des gemeinen woitbrüchiqen Verräters beschmutzt Jeder einzelne Punkt der Kapitulationsbedingungen stellt eine unqe-heucrli(he Zumutunq an das italienische Volk dar) besonders aber der Punkt 2wei wodurch Badnglio sirh verpflichtete, seinem blsheriqen deutschen Bundesgenossen, der viele Tausende seiner besten Söhne für den Schutz den ItaUenischrn Imperiums geopfert hat, so viel Srhadcnv wie nur möqlich zuzufügen Die »Belohnung« durch Enqland und die USA ist denn auch die, wie sie Verrätern qe- bührt, die man gebraucht, aber verachtet) sie ist im Punkt zwöli der Kapitu-Ittionsberiingunqen nitjderqelegl: der verräterische Marschall hat keinen Augenblick gezögert, auch diese Bedingungen zu unterzeichnen, durch die er sein eigenes Volk dem Haß und der Willkür eines erbarmungslosen Feindes ausliefert Der Punkt zwölf besagt mit dürren Worten, daß die Italiener weder Mitleid noch Schonung vor ihren Feinden zu erwarten haben — das »Wehe dem Be-■siegtenl«, das einst der siegreiche Bren-nus den Römern zurief, hat in dieser Bestimmung des Waffenstillstandes seinen neuen Ausdruck gefunden Grosse Erfolge ^egen Landungsfruppen Kriegsschiffe und Transporter versenkt — Die Schlacht bei Salerno dauert an Sowjetische Landungstruppen bei Noworossijsk vernichtet dnb Fflhrerhauptqusrtitr, 12. September Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: In Noworossijsk wurde der im West-teil des Hafens ({clandete Feind nach erbittertem Kampf vernichtet. Im Ostteil dauern die Kämpfe noch an An der übrigen Front des Kubanbrückenkopfes blie-Mn feindliche Angriffe ohne Erfolg. Im Südabschnitt der Ostfront rwischen Asowmeer und der Desna wurden zahlreiche starke Angriffe der Sowjets in harten Kämpfen zerschlagen An mehreren Stellen warfen eigene Infanterie- und Pan-serkrifte den Feind in erfolgreichen Gegenangriffen zurück. Im mittleren Frontabschnitt wurden starke örtliche Angriffe abiJrwieseL durchgebrochene Kavallerie- und Panzer-krifte von ihren Verbindungen abgeschnitten. Im Nordabschnitt verlief der Tag im allgemeinen ruhig Im Raum von Salerno dauert die Schlacht mit den gelandeten feindlichen Kräften an. Die Luftwaffe bekämpfte mit starken Verbänden die britinch-nordeme-rikanische Landungsflotte Kampfflieger vernichteten einen Kreuzer und iwei Transporter und erzielten Bombentreffer auf einem weiteren großen Kriegsschiff sowie 18 Handelsschiffen Batterien des Flakregiments 57 versenkten in der Nacht zum 9. September einen feindlichen Kreuzer, einen Zerstörer sowie einen mit Truppen und Gerät vollbeladenen Transporter und acht Lan-dunfjsboote Ein zweites großes Transportschiff wurde in Brand geschossen Den von Kalabrien nach Norden vordringenden feindlichen Kräften setzen Nachhutcn energischen Widerstand entgegen Kühne Gegenstöße zusammen mit nachhaltigen Sprengungen und Verminungen lassen den Feind nur langsam Boden gewinnen Bei Tarent Celandete Engländer stießen auf starken Widerstand der dort eingesetzten deutschen Sicherungsahteilungen. Bei Nachtgefechten im Karal versenkten Sicherungsstreilkräfte d^r Kriegsmarine zwei britische SchnellSoote und schössen ein weiteres in Brand Im Kü-stenraum der besetzten Gebiete und über dem Atlantik wurden gestern sechs feindliche Flugzeuge vernichtet. Im Raum von Salerno stehen deutsche Truppen in erbittertem Kampf gegen starke britisch-nordamerikanische Kräfte Die Höhen ostwärts der Küstenniederung werden gehalten. Im Gegenangriff wurde verlorenes Gelände zurückgewonnen, wobei der Feind empfindliche Verluste an Menschen und Material erlitt. Die Luftwaffe versenkte bei Angriffen gegen Schiffsziele und gelandete Truppen im Golf von Salerno mehrere Transporter und Landungsboote. Zahlreiche Schiffe wurden schwer beschädigt. Wenige feinHI'che Flugzeuge flogen gestern in den Kiutenraum der besetzten Westgcbiete Ein Flugzeug wurde abgeschossen.« Seefestung Pola in deutscher Hand Am Samstag teilte das Oberkommando der Wehrmacht mit: »Im Raum von Noworossijsk wurde eine starke Landungigruppe der Bolschewisten im wesentlichen schon vor Erreichen der Küste durch Artillcriefeuer zerschhöen Mit Resten gelandeter feindlicher Kräfte sind noch Kämpfe im Gange Drei Kano-nenhoote, ein Wachbool und elf Landungsboote wurden von Verbänden des Henrcs Ui.d Jtr Kriegsmarine ve. ' f oder in Brand geschoss^^n Südwestlich Ma-riupol, das nnch völliger Zerstörung aller kriegswichtigen Anlagen planmäßig geräumt wurde, rieben deutsche und rumänische Truppen eine an der Küste des Asowschcn Meeres gelandete Kräftegruppe der Sowjels auf Westlich Krassno-armeiskojc schlössen deutsche Panzf'rver-bände die Masse einer sowjetischen Schdt-zendivis'on ein und vernichteten einen feindl'chen Divisionsstab Im Kampfgebiet von Charkow und süd-wcfitUch Kopo*op wurden starke feindliche Angriffe in erbitterten Kämpfen abgeschlagen und örtliche Einbrüche bereinigt oder ohgerlegelt Im mittleren Frontabschnitt dauern an der Desna und ''d-westlich Kirow die schweren Abwehrkämpfe an Westlich Wjasma scheiterten hartnäckige Angriffe der Sowjets, Vorübergehend in unsere vordersten Stellun- gen eingedrungene feindliche Kräfte wurden im Gegenstoß geworfen und dabei zahlreiche Waffen vernichtet oder erbeutet. Die Sowjets verloren gestern an der Ostfront 203 Panzer H'p Luftwaffp setzte zahlreiche feindliche Panzer außer Gefecht. vernichtete rund 200 mit Truppen beladene Fahrzeuge und zerstörte mehrere Nachschublager der Sowjets Im hohen Norden schössen schnelle deutsche Kampfflu(iz"i >>»re'' '(»'ndPrSm K'üsfen-sehoner in Brand Währ«»nd der Nacht wurden Nachschi-'bverhindungm und Truppenunterkünfte des Feindes an verschiedenen Fi'opish'.chnitten mit Bomben aller Kaliher belegt. Die Entwnffnuntf de« italienischen Da-doglio-Heeres steht vor ihrem Abschluß Wo örtlich noch WiderstanH geleistet wird, sind unsere Truppen in energischem Vorgehen Die italienische Besatzung auf der Insel Rhodos h.it nach einem Anrfr'ff durch Siurzkampfflieger kapituliert. Wie durch Sondermeldung bekannt rfe(»«»ben. haben die um Rom stehenden kön'j'lich-italienischen Gardeverhände in Stärke von zwei Panzer- und fünf Infanteriedivisionen unter dem Eindruck der energischen deutschen Maßnahmen ihre Waf« fen niedergelegt Unsere Truppen sind in Mailand, Turin iind Padua einmarschiert. Di« Seefestung Pola wurde übergeben. Zwei neue E{chenlaut*trä^er dnb Führerhauptquartier, 12 September Der Führer verlieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes als 296 Soldaten der deutschen Wehr macht an f#-Sfandarlenführer Heinz Marmel, Regimentskommandeur in der ff Panzergrenadierdivision »Das Reich«. Ferner wurde das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes als 297 Soldaten der deutschen Wehrmacht an ff-Brigadeführer und Generalmafor der Waffen-ff Hermann Prleß Kommandeur der ff-Panzergrenadierdlvision »Totenkopf« verliehen Spanier werfen italienische Orden fort tc Madrid. 12 September Zahlreiche Spanier, die mit dem Verhalten der BadogMo-Reglerung nlchl einverstanden sind haben ihre Italienischen Orden an die italienische Botschaft in Madrid zurückgesandt Eine besonders demonstrative Form der Rückgabe schlug ein Trupp von 40 Spaniern am Freitag ein, als sie In geschlossenem Zug an dem italienischen Bntschaftsgeh/Iude vorbeimarschierten und gemeinsam die Ihnen verliphen^n Italienischen Dekorationen Über die Mauer warfen. Besprechttn|{en in Budapest tc Budapest, 12 September Der einheitlichen Fortführung der politischen Linie Ungarns dienen Besprechungen des Reichsverwesers Admiral Horlhy mit führenden Persönlichkeiten. Die politischen Kreise In Budapest sind der Überzeugung, daß die heutige Lage eine Stabilität der politischen Linienführung erfordert Der Relchsverweser ist, wie bekannt, am Freitag In die Hauptstadt zurückgekehrt Diese Rückkehr dürfte nicht unvorhergesehen gewesen sein. Als Viktor Emanuel III. Im Jahre 1900 den Thron bestieg, trat er ein in vieler Hinsicht reiches und vor allem ungefährdetes Erbe an. Sein Großvater hatte den jahrhundertealten Traum der italienischen Patrioten erfüllt und aus dem kleinen Piemont den großen Einheits-«taat geschaffen, der das ganze Land I von den Kämmen der Hochalpen bis zur Sohle der einem Stiefel gleichenden Halbinsel unter seinem kraftvollen Szepter zusammenfaßte. Dieses gewaltige Werk, dessen Vollendung der König zu wesentlichen Teilen der genialen Diplomatie des Grafen Cavour verdankte, wäre aber niemals in dieeem Umfange und mit solchem Erfolge geglückt wenn es nicht vom Wohlwollen Preußen« begleitet worden wäre, das durch seine direkte und indirekte Hilfe dem jungen Italien gestattete zwischen den Quertreibereien der ihm feindlichen Großmächte seinen Weg zu suchen Um d i e J a h r h u n d e r t w e n d e Was Viktor Emanuel II. als Einiger Italiens erreicht hatle, fand seine Festigung durch seinen. Sohn Humbert I., der I sofort nach seinem Regierungsantritt j 1R78 veisuchte, durch Anlehnung an diis Deutsche Reich nnd Österreich-Ungarn die Stellung des aufstrebenden Italien auch nach außen zu festigen. Gestützt I auf den erstmals unterzeichneten I Dreibundvprtraq konnte er auch der ita lienischen Kolonialpolitik neuen Auf trieb verleihen Als hierbei immer grö flere Schwierigkeiten seitens Enqlands und Frankreichs auftrafen, die Italien nicht als politische Macht im Mittelmeer hochkommen lassen wollten lieh Deiitschldnr' seinem Verbündeten wiederum talkräftige Unterstützung indem es wenigstens einen tellwelsen Ausgleich der italienisch-französischen Spannungen vermittelte. Diese Hilfe war umso selbstloser, als man sich in Berlin wohl darüber klar sein mußte, daß gerade eine Besserung des Verhältnieses zwischen Italien und seinen mittelmeeri-sehen Gegnern eine Lockerung der politischen Grundlagen des Dreibundes zur Folge haben mußte. Um die Jahrhundertwende stand jedenfalls Italien nach innen gefestigt und nach außen, dank >ei-ner mächtigen Bundesgenossen, gesichert da, indem es als europäische und koloniale Macht eine bedeutende Rolle spielte und ihm alle Möglichkeiten eines weiteren Aufblühens offenstanden Nach dem Mord anKöniq H u m b e r t Es war Italiens Verhängnfs, daß nach der Ermordung des König« Humbert ein Mann auf den italienischen Thron gelangte. der nicht eine einzige der hervorragenden Begabungen seiner Ahnen aufwies. Er war weder die kraftvolle Persönlichkeit, die dazu gehört hätte, um nach der Einlqung Italiens die letzten innerpolitischen und zumal die ihm hinterlassenen wirtschaftlichen und sozialen Probleme zu meistern, noch der weitblickende Staatsmann, der «eine Diplomatie nach den europäischen Gegebenheiten und den Interessen seines Staates hätte ausrichten müssen Sein Ehrqeiz ging vielmehr dahin, dadurch Lorbeeren zu erwerben, daß er In tückischer Ausnutzung der machtpolitischen Geqensätze der Großmächte bald hier, bald dort Vorteile suchte, ohne zu bedenken, daß der etwaige Gewinn niemals I : In einem vernünftigen Verhältnis zum j R'siko stehen konnte. Er überlegte nicht, daß ein Verrat an seinen Bundesgenossen, zu dem der charakterlose Monarch stets bereit war, ebenso zwangsläufig die Existenz seines Staates gefährden mußte wie ein Eingehen auf die perfiden Lok-kungen England« und Frankreichs. Der erste Bruch Ln dem Bestreben, um jeden Preis seinem dilettantischen Ehrgeiz Befriedigung zu verschaffen, beschloß Viktor Emanuel III, nachdcm andere Möglichkeiten einer Landerweiteiung nicht ratsam zu «ein schienen, die als schwächsten Gegenspieler beurteilte Türkei anzugehen Ihn lockte die Aussicht, dem Sultan in Nordafrika jene Gebiete abzunehmen, die er als Fundament eines größeren Kolonial reiches auszuwerten gedachte In dieser Politik wurde et in raffinierter Weise durch Frankreich bestärkt, das durchaus richtig rechnete, wenn es sich von einer Ablenkung der italienischen Ansprüche auf türkischen Besitz eine Unschädlichmachung der italienischen Ansprüche auf Tunesien versprach Um die Türkei zwischen zwei Feuer zu nehmen, strebte der König ein Übereinkommen mit Rußland an, mit dem tatsächlich im Oktober 1909 ein Gehelmvertrag zustande kam. in dem sich Petersburg zur Unterstützung der italienschen Ansprüche auf Tripoll-tanien und der Cyrenaika verpflichtete, während dieses Rußlands Interessen bei dessen Bestreben nach Gewinnung der türkischen Meerengen zu fördern ver-I sprach. I Dieser Vertrag war der erste Bruch j des mit Deutsrhland und nsfprreirh ab I geschlossenen Paktes, denn in Rom wußte man «ehr wohl, daß Wien ein Vordringen Rußlands aut Balkan niemal.s hinnehmen konnte Der Geheim vertrag von Racconigi war also eine bewußt feindselige Handlung geqen die Doppelmonarchie. Der Beweis dieser Feststellung liegt nicht zuletzt in der Erklä rung des damaligen italienischen Außenministers Titoni, der dem russischen Außenminister Iswolski in Racconigi auf seine Frage, warum Italien nicht aus dem Dreibund ausscheide, erwiderte: »Eines Tages werden wir austreten, at;Pr das wird geschehen, um Krieg zu führen.« Der Weg zum Verrat Trotzdem wurde 1912 der Dreibund von Italien erneuert. Dieser Vertrag ver pflichtete es, im Falle eines unprovozier-ten Krieges militärisch aktiv an die Seite «einer Verbündeten zu treten Dennoch teilte die italienische Ri?gierung am 1 August 1914 in Berlin mit, daß sie neu tral bleibe, jedoch eine Hilfeleistung für Deutschland und Österreich-Ungarn er wäge, wenn seine Wünsche auf Abtretung österreichischen Gebietes erfüllt würden. Es machte d.imit jene Forderungen geltend, die sr-hon seit langem die Gemüter italienischer Chauvinisten erhitzt hatten, die um jeden Preis Istrien, Teile Dalmatiens und das [ulische Vene-tien von Osterreich abtrennen wollten Am gleichen Tag begtinn Viktoi Emanuel III andererseits aber auch schon sein heimtiickisrhos Doppelspiel, Indem er in London und Pari« wissen ließ daß er 7u einem »Nlpiniutqsaustaiisrh' mit den Ententemächten geneigt sei Am 4 August knüpfte auch der italienische Botschafter in Petersburg Verhan(Munqen an über die »Bedingungen unter denen sich Italien entschließen würde, sich /u Rußland und Frankreich im Kampf qe gen Österreich zu schlaqen.« Der Weg zum endgiiltigen Verrat war für Viktor Emanuel nicht leicht Mehrmals beklagten sich seine Ministei gegenüber russischen, englischen und tran zösischen Diplomaten — um ihr Zögern gegenüber deren Drängen nach sofortigem Kriegseintritt zu entschuldigen — darübet, daß man auf die öffentliche Meinung Rücksicht nehmen müsse und außerdem ein Vorwand zum Bruch mit Österreich fehle. Letzterestraf umso mehr zu. als sich die Wiener Hofburg Ende August bereit erklärte, die Neutralität Italiens durch Gebietsabtretungen zu erkaufen Diese gingen allerdings nicht so weit, wie man in Rom erwartete Um den befürchteten Bruch vielleicht doch noch zu vermeiden, wurde schließlich von Berlin Fürst Bülow als Botschafter nach Rom versetzt da man ihm auf Grund seiner guten persönlichen Verbinr!ungen In der italienischen Hauptstadt positive Wirkungsmöglichkeiten zutraute — Am 8 Dezember konnte aber der ms-sische Botschafter in Rom an seinen Außenminister die Bemerkung des neuen englandfreundlichen italienischen Außenministers Sonnino kabeln »Wenn Bülow mit der Absicht kommt, sich unserer Unterstützung zu vergewissern so verfolgt er etwas ganz Unmögliches und ist seine Mission zum Scheitern verurteilt « Die Vollendung des Treubruches Dennoch trieb Viktor Emanuel seine Infamie mit charakterloser Konsequenz welter Im Januar 1915 ließ ei offiziell in Wien mitteilen, daß Italien »seine gegenwärtige Stellung nicht aufgeben werde wenn Österreich auf einige Abtre tungen einwillige« Berlin riet in Wien zum NachgebenI jedoch mit je^ler Konzession der Donau Monarchie wuchsen die Forderungen Italiens Delcass«^ Prankreichs Außenminister, liefürchtete aber dennoch, daß Italien die deutsch-österreichischen Angebote annehmen könnte Wie unbegründet diese Sorge war, erqnb die durch den Italienischen Botschafter in London an Außenminister Giev nemachte Offerte, Italien sei »unter gewissen Red'naungen bereit am Krleqe teilzunehmen« Am 10 März 1915 erfolqte dann ein offizielles Bündnisangebot Italiens an die Entente Zwar wurde noch lange hm und her gehandelt weil Enqland Frankreich und Rußland die immer anmaßenderen Ansprüche Ital-ens zu hoch fanden und — wip Sasonow der russische Außenminister sich einmal ausdrückte, - keinen zu feueren Preis für eine franwiiTdiqe Hilfe bezahlen wollten Es würde zu wei* ffihren die Einzelheiten dieses Tau zieh^-n« hier zu wiederholen Es endete jedenfalls am 2fi April 1915 mit einem Vertraq, in dem Hallen sich zum Krien-s eintriff an der Seite r'er Entente vpr pflichtete während d'e*e ihm alle r,p bleHfordeunqen einschließlirh qroßf'-Teile Dalrnatlens No'^Hnfrikas und eine«-. Einflußqeb'etes in Klelnas'en bewillig ten Am 2.1 Mal erklärte darau'hln Ita 'ien Österreich Unq^m den Krieq. wns selbstverständlich auch den K'ierwzu stand mit Deiitschlanrl n^fb sich '1eb"n mußte Der Verrat Viktor Em^nii"!« an seinen Verbündeten war vollendet Seite 2 * Nr. 256 * Monlag, 13. September 1943 Marburger zeituno Dokumente enthüllen die Schamlosigkeiten So etwas beklagte sich noch Der Oberkommandierendc der italienischen Wehrmacht wünschte mehr Vertrauen — Viktor Emanuel nannte Badoglio einen braven alten Soldaten und hoffte auf vertrauensvolle Zusammenarbeit — Außenminister Guariglia protestierte gegen da^ Wort Verrat dnb Berlin, 11. S«pteinb«r Das Auswärtig« Amt v«r6{{«ntlicht in der »Deutschen Diplomatiichen Korrt-spondcnz* aui den letzten Ta|2en des Verrats des KOni|{i Victor Emanuel und Marschalls Badoglio folgende Tatsachen) 1. Am 1. September 1943 fand tin« Unterredung zwischen dem Auflenministar Guariglia und dem dautschan Geschifta-trSger in Rom, Gesandten Dr. Rahn, itatt. Der deutsche GcBchäftsträger berichtete darüber am gleichen Tage telegraphiich folgcndesi *Rii mtlntr htutig*n Untirrfdunf «rklärtt Guariglia: ,Dtt Rfglfrung Ba-doglio lit wlt bi»h«r tnttchloittn, nicht tu kapitulieren und den Kritg an dtr Seiie Deutschlands fnrttuseiten. Ich ti'erde mich bei den wililärinchen Siel' len lialienn mit aller Energie dafür «in' spfzen, daß sich diese Enlschlotaenhtit in die Tat umsetzt und tu einer immer ergeren und konsequenteren Durchführung der militärischen Zusammenarbeit führ!.'' 2. /Vn 3. September meldete der deutsche Geschäftctrliger folf^endes: "Marschall Badogllo bat mich heuf* tu sich und erklärte mir, angesichti der feindlichen Landungen in Kalahrien lege er Wert darauf, mir tu versicherri, daß Volk und fleer Irott der ErschÜt' Irrungen der letzten Zell fest in der Hand der RegUrvn'^ seien Er bitte um meirt Verlrnufn. Wortlich fügte er hin-zu: .Ich hin der Marschall BadogUo, und ich werde Sir durch Taten daDon üherzeuHen, daß es nicht richtig war, mir zu mißtrauen. Natürlich ist di* Frirdentsrhn^uchl Im Volke und vor allem hei den Frauen groß. Aber uHr werden k^mplen und niemals kapitu-lirren ' Rndoullo vrrah^rhiedete sich mit d"m heze'rhnrlen iihrrbelonten Besfre-h?n, den Finrlrtick der Zuverlässigkeit und Fhrenhnhiakell tu erwecken.* Die voritehenden Wort« tpraoh Marschall Badoglio am 3. September, also an dem Tage, an dem er die Kapitulation der italienischen Streitkräfte unterseich- DCt«. 3. Am i. September hatte der deutsche Geschäftstriger eine Unterredung mit dem Oberkommandierenden der italienischen Wehrmacht, General Ambrosio. Der deutsche Getchlftaträger berichtete darflberi »Gtneral Ämbroiio führte Uhhaftt Klagt darüber, daß d«ut$ch«r8eitn ihm nicht mehr dae der deuttch-italieni-echen Kriegakameradiehaft enhpre-chende Vertrauen entgegengebracht werde. Br $el, $o betonte General Am-brotio mit volhtem Nachdruck, nach wie vor von dem fetten und aufrichtigen Willen tu gemeintamer V/eiterfüh-rung des Kriegee erfüllt Er bat mich, bei den deutschen militärischen Stellen dafür einrutreten, daß ein verstärkter freundschafilicher Gedankenaustausch erfolge. Der ungewöhnliche Schritt Am-brotiot hinterließ bei mir den Gesamt-eindruck, daß et Ihm darauf ankam, unt davon tu überzeugen, daß er lur gemeinsamen Forttetxung des Kampfes entschlossen sei.* 4. Am 8. September wurde der Vertreter des Reiches, Gesandter Dr. Rahn, von Kfinig Viktor Emanuel zu einem offiziellen Antrittsbesuch empfangen. In dem telegraphischen Bericht des Gesandten heißt es: >Bei meinem heutigen Antrittsbesuch sprach König Viktor Emanuel zunächst über die allgemeine militärische La^ie. Er verfolge mit Aufmerksamkeit die Kämpfe im Osten, bewundere den Kampfgeist der deutschen Truppen, deren soldatische Tradition, Organisalion und Bewaffnung die italienische Armee leider nie erreicht habe Was die Lage in Italien betreffe, so hoffe er, daß sich die Reichsregierang tntwischen von dem ^ten Willen und der Bundestreue der Regierung BadogUo und der italienischen Armee überzeugt habe, und daß die in den let$ten Tagefi »ich wieder anbahnende vertrauensvolle Zusammenarbeit bald militärische Erfolge zeitigen werde. Italien werde niemals kapitulieren. Er sei überzeugt, daß einige kleine Schönheitsfehler in den nächsten Tagen verschwinden würden. BadogUo sei ein braver, alter Soldat, dem es auch gelingen werde, durch elosth sehe Taktik den Druck der Unktkreiee, die nach xwanxipähriger Ausschaltung glaubten, ihre Stunde sei wieder ge' kommen, in geeigneter Weise absufen* gen. Zum Schiaß betonte der König noch einmal den V/lUen, an der Seite Deutschlands, mit dem Italien auf Gedeih und Verderb verbunden sei, den Kampf bis zum letzten fortzusetzen.* Diese Erklärunfien wurden von dem K5nig am 8 September mittagt, also am gleichen Tage abgegeben, an dem nachmittags durch di« Amerikaner die bereits am 3. September abjfeschloüien« Kapitulation der italienischen Wehrmacht h«-kanntfiegcben wurde. 5. Als dem deutschen Gesch&ftstrRger am 8. September, 17.45 Uhr. durch den amerikanischen Rundfunk die Kapitulation der italienischen Streitkräfte alt vollzoijcnc Tatsftchc bekannt wurde, setzte er sich telcphonisch mit dem italienischen Generalstnbschef, General Roatta. In Vet-hindung. Dieser erkUrte dem GeschSfti-träger auf die Fratfe, wa« diese Rund-funkmcldung zu bedeuten habe, wörtlich: 9 Diese ffewyorker Meldung ist eine unverschämte britische Propagandalüge, die ich mit Entrüstung turück-weisen muß.* Die gleiche Antwort erhielt der deutsche Geschijftslr8(|er unmittelbar darauf auf eine tGlcphonische AnfrajJe im italie- nischen AuBenminUtertttOi TOn d«m Bot-tchafter Rotto, dem V«rtr«t«r d«« Aa-Denministert. Botschafter Roiso fügte noch hi&xu, d*ß er ein kategorisches Dementi di«c«t brititohcn Schwindclt maniMMfi werde. 6, Am 8. September ab«ndt kurz nach 19 Uhr bat der Außenminister Guariglia den d«utich«n Gttehlftatrltfcr tu sich Di«t«r b«riohtet Qb«r di« Unt«rr«dungi •Außenminister Guariglia empfing mich heute abend kurx nach 19 Uhr and teilte mir In Gegenwart des Bot-ithafters Rosto mit: ,lth hobf Ihnen zu eröffnen, daß Mareehalt BadogUo sieh angestehti der auttichislaaen ml-Utäritchen Lage gezwungen gitihen hat, um einen Waffenstillstand zu bit-ten.' Ich erwiderte: Das Ist Verrat am gegebenen Wort. Guariglia: ,Ich prote-siiere gegen das Wort Verrat.' Ich: Ich klage nicht das italienische Volk an. sondern dieftnigen, die seine Ehre verraten haben, and ich sage Ihnen, daß dieser Verrat als schwere Last auf der Geschichte Italiens Hegen wird. Der König hat mir heute noch gesagt, daß Italien dem gegebenen Warte treu den Kampf an der Seite Deutschlands fortsetze. Marschall BadogUo hat mir dasselbe versichert. Es steht fetxi fest, was das Wort des Königs und seines Marschalls werf ist Anschließend verließ ich ohne Gruß das AuBenministerium.* Dl« vorstehend wied^rgcgebenen Berichte det deutschen Geiehiftttritfert. Ge-tandten Dr. Rahn, tpr««hen fflr tieh selbst. Die plumpe und unverfroren« Verlogenheit det KAnijti Viktor Emanuel und seiner nächsten Mitarbeiter wird nur noch überboten durch die Dummheit, wit d«f diexe Persönlichkeiten tf1aubt«A, die Relchsretfierunß und ihren Vertreter durch solche Manöver Aber die wirklichen Vor-(jäpge und Absichten irreführen zu kön- Ein Stimmungsbild aus Rom Wie die Bekanntgabe des Waffenstillstandes wirkte Von unserem to-Korrespondenten Hans Koetter srhiosspnhpit des Führers der deutschen Nation, auf die «Ich Japfln voN und finnz verlassen könne. Bemerkensvert seien femer die schnellen Mnßnnhmen der deiitsrhen Wehrmacht, die keinen Raum för die Tätigkeit der Verräter offen ließen. Die ]»»pnnische nffentllrh-keit habe mit Interesse nie Ankündigung des Führers entgegengenommen, daß auch für die terrorluftangriffe der Anglo-Amerikyier Vergeltung genommen werde. Der unbedingte Wille und die ßntschlnasenheit Deutschlands mm Endsieg sei ebenfoDt, te schlieBt das Blatt seine Aufflhrtmgen, In der Föhrer-Rede zum Audrurk gekommen. Händler mit Krieg und Tod Sigmund Amarants, des galizischen Juden Aufstieg und End« te Genf, 12. September Innerhalb von wenigen Stunden erlebte ich in Italien, und zwar in Rom und Venedig, einen geradezu grundstürzenden Wandel der Stimmung Von heller Begeisterung, die im ersten Augenblick der Kapitiiintions-Mitteilung Badoglios jäh aufflitmnite wandelte lie sich rasch in tiefe Re>.tiirzung. Am Mittwochabend und tpilwt>ise auch noch am Donnerstag zogen .^oidilcn und Zivilisten jubelnd durch die Straßen Roms, weil sie iflaubten, der Kr ci{ "ici nun für Italien zu Ende. In Ve-no Ü' lail der Lido wie ausgestorben Auf dem M.'t'kuspKitz patrouillierlen die letzten ifalienischcn Soldaten. In den Cafii uml Ri'slnuranti saßen viele Menschen, ah -r ^ie waren unverkennbar ver^'^^rt, ihre St.m'niinjJ war i]n:tcn Sli'nden, die im einzelnen noch i4aT rieh* zu iibcrselicn, (JeRchwcif?c den :ib/ii >l)älrv.n war Nur ^M-nige hallen am späten Mittwoch-na hmillTj in Pom Kenntnid davon, daß Marsc'^ II nnr!ü(ilio um 22 Uhr eine Er-k'änirni ■ibEviva il Communismo* Hochrufe auf ßadoglio waren nicht zu hören. Der Mond stand schon hoch am Himmel, als ich Rom verließ Ein schwedischer Diplomat, der sich in meinem Abtei] befand, war noch ganz erregt von den Eindrücken der letzten Stunden »Worte • sind zu schwach, um zu beschreiben, was geschieht', sagte er und füijfe hinzu: »Aber erst jetzt werden für Italien die Schwierigkeiten und Komplikationen beginnen.« 'tc Paris, t2! September | Wegen hochverräterischer Betätigung | gegen das Grottdeutsche Reich und die ' im Prolektorat Böhmen und Mähren ge- j schaffene Ordnung wurde der 62jährige Sigmund Amarant vor wenigen Tagen hingerichfet. Diese Nachricht setzt den Schlußpunkt unter ein buntes und abenteuerliches Leben, wie e« in einer solchen Form nur unter den Verhältnissen der Zeit zwi sehen den beiden Weltkriegen möglich war. Sigmund Amarant war ein Vertreter des Typs internationaler Händler, die mit allem Geschäfte machen, am llebeten aber — weil am einträglichsten — mit dem Krieg, Allerdings hat ihm die Ausbeutung der finanziellen Unerfahrenheit altösterreichisrher Aristokraten, die ihre nnch lOlfi eingetretenen Vermögensein-biiRen durch .Spekulationsgewinne wettmachen wollten, auch sehr viel eingebracht. Wenn .^marnnt auch der Gewinn die Hauptsache war, so hat es Ihn doch stets gefreut, seinen politischen Sympathien und Antipathien durch die Vermittlung von .Anleihen und Waffenlieferungen — gegen entsprechend hohe Provision — Au-^druck geben zu können. Namentlich «eit dem Jahre 193."?, als er erkannte, daß für Menschen seiner Art nun das Ende ihrer Tätigkeit gekommen ist, hüt er «ich immer wieder auf die Seite der Kräfte gestellt, die eine Neu-orc'nung Europ'^s verhindern wollten. Er hat den Rotspaniern Waffen zu verkaufen gesucht und hat auch unmittelbar nach Ausbruch dieses Krieges den Mitteismann zwischen der tschechischen Exiire.oieruno Bennsch und dem l)erüch-tigten Bankhaus Kiihn, Loeb und Co gemacht, So lieferte er beispielsweise Kriegsmaterial an Bolivien. Den einstigen k. u. k. AiiRenmlnißter Graf Ottokar Czernin schröpfte er um Millionen Der Graf und Minister machte den gallzischen Juden sogar In aller Form zu seinem Teilhaber, als t>«ld« nach den USA fuhren, um ilch dort Kredite für Grundstücksspekulationen In Berlin zu eröffnen. Auch sonst «tand Amarant oft i|i Geschäftiverblndungan mit dem tschechischen Hochadel. Alle diese Beziehungen endeten freilich mit einer Betrugsklage der geprellten Partner, aber Amarant fand stets «In« neu« Lücke im Gesetz, die es Ihm ermöglichte, zu entschlüpfen. Wohl mußte «r Wien, wohin ihn der erste Weltkrieg mit anderem Abschaum gali7i8rher Ghettos gespült hatte, verlassen, well die ewigen Skandalaffären sogar der damaligen österreichischen Regierung zu viel wurden. Er verlegte daher seinen Wohnslti nach Prag, wo man den Gauner als politischen Flüchtling atifnahm. Für «eine Tätigkeit in Prag war charakteristisch, daß er eich selbst rühmte, er habe deutsche Nationallsten dort von der Straße weg verhaften lassen. Als das Benesch-Regime zusammenbrach, »übersiedelte« er nach Parle, wo er mit einem Mittelsmann de« tschechischen Ezmlnl-sters Feierabend Verhandlungen über die Finanzierung der Benesch-Cllqiie durch die Wallstreet führte. Zunächst freilich verlangte er 100 000 Franken Provisionsvorschuß, den er auch prompt erhielt. Dann gab er den tschechlechen Emigranten den Rat, Ihren »Ausschuß* nach polntschem Muster »Regierung« m nennen, denn eine Reglemng erwecke als Darlehenswerber mehr Vertrauen als ein bloßer Ausschuß. Abermals wurde seinem Wunsche augenblicklich entsprochen. Lange freilich konnte Amarant die Rolle dep Schutzherrn Beneschs und der Seinen nicht spielen Der Frankreich-Feldzug überraschte ihn in Paris. Die Laufbahn dieses Händlers mit Krieg und Tod fand damit ihr Verdienstes Ende. Eine Ausstellung in London Dit Zeitung »Daily Exftress« tröffnete in London eine Ausstellung, in der •in grausamer Wirklichkeilsnachahmung* Schaubildet der deutschen bombardier-f*n Städte dem Publikum vorgeführt Werden. Mit besonderen technischen Tricks oersucht man, die einzelnen Abschnitte einer Bombardierang deutscher Städle der Wirklichkeit entsprechend an Modellen abrollen zu lassen Der Lärm de$ Flakfeaers, da» Explodieren der Bomben, die Erderschülicrungen und das Zusammenstürzen der Häuser sollen von d*n Betaehern genaaesfent beobachtet werdeh. Der Chef der britischen Terrorflieger, Luftmarschall Harris, sah sich als erster mit seiner Frau dieses unwürdige Schaustück an und sprach seine Genugtuung aus. Die Zeitung brachte eine Großaufnahme, auf der Harris vor dem. Bild der Itombardierten Stadt Essen in Feuer-brandbeleuchlung tu sehen war. Andere Aufnahmen beweisen, daß man auch Kinder vor die Modelle dieser schandbaren Krtegstaten führte. Von dem Geschütz-türm eines ausgestellten Flupzeugis am können die Kinder das Vierlingsgeschütz auf deutsche Großstädte richten. Mit dem Stolz von Gewaltverbrechern rühmen sich die Briten, denen jeder Sinn für Anständigkeit und Achtung verloren ging, ihrer eigenen Frevellalen. Sie wecken die Lust zur Zerstörung berells in den Kindern, weil sie die Verdorbenheit als Voraussefzunf ihrer Pläne gebrauchen Mit dem Leid und der Not der deutschen Städte wird so in London ge» prahlt. Eine unnachsichtliche.alle diese Schandtaten aufschreibende GerechtiPkeit wird den Briten noch im Verlauf der gegenwärtigen Krieifsereiiinlsse das Abileiten Ihrer soldatischen Tugenden In die Gang-stermoral und die Freude über die sinnlose Zerstörung und den Mord an wehrlosen Menschen In Gegenrechnung stet-ten/ Botschaft aus Argentinien Freundschaft mit allen Lindern dnb Buenos Aires, 12. September Im Zusammenhang mit dem Notenwechsel zwischen dam inzwischen zurückgetretenen argentinischen Außenminister Storni und dem USA-Staats-sekratAr Cordell Hull richtete der argen-tinlsrhe Staatspräsident Ramirez ein« Botschaft an dl« Nation. Er stellt darin feit, daß die aufrichtige Freundschaft mit allen Ländern der Welt der Tradition des argentinischen Volkes entsprechen würde und »durch vertrauliche Äußerungen «Ines Staatsbeamten nicht getrübt werden könnten«. Die Regierung werde weiter nach jenen Richtlinien handeln, die der Würd« d«r Nation «ntsprechen. dnb Buenos Aires, 12. September Nach Meidungen des englischen Nachrichtendienstes, die angeblich aus »best-informierten Quellen« und »gut unterrichteten Kreisen« stammen, jedoch als durchsichtige Zweckmeldungen zu bewerten s'nd, sollen in Argentinien militärische gegen die Regierung gerichtete Unruhen ausgebrochen sein. Diese Gerüchte werden Jetzt von dem Sprecher des Staatspräsidenten Ramirez durch den Rundfunk Buenos Aires kategorisch dementiert Die argentinischen Truppen hätten, so wird unterstrichen wiederholt und aus freien Stücken «hre absolute Solidarität gegenüber der jetzigen Regierung erklärt. Unsere Kurz melduvgen Die Italienische Kronprinzessin traf mit ihren vier Kindern am Donnerstagabend in der Schweiz ein. dnb 30 000 Seeleute auf englischen Schiffen umgekommen. Auf der Donnerstagsitzung des englischen Gewerkschaftkongresses wurden die Verluste der englischen Seeleute durch den U-Boot-Krieg mit 20 000 und von im Dienst Englands fahrenden Seeleuten mit 10 000 angegeben Diese Zahl widerlegt schlagend alle Churchlllschen Geheimhal-tungsversuche. dnb Dreister Postdlebslahl in Stockholm. Am hellichten Tage gelang et in Stockholm einem angeblich im Auftrage der Pottdirektion handelnden Manne, einen Sack mit 230 000 Kronen zu steh-len. Bither ist es nicht gelungen, den Dieb zu fassen. dnb Japanischer Luftangriff auf Me-rauke. Am 9. September wurden bei einem japanischen Luftangriff auf Merauke (Neuguinea) fünfzehn feindliche Flugzeuge am Boden zerstört und militärische Anlagen in Brand gesetzt Von den aufgestiegenen Feindjägern wurden vier abgeschossen. Alle japanischen Maschinen sind in ihre Stützpunkte zurückgekehrt. dnb Ein neuer Komel entdeckt. Einen neuen Kometen im Sternbild des Luchses entdeckte, wie die Bukarester Sternwarte bekanntgibt, der rumänische Professor Dalmaca. Der Komet konnte am 9. September 3,21 Uhr photographisch festgehalten werden. dnb Ein gewaltiget Kabel, Zwischen dem Kraftwerk Fengman am Sungari-Fluß und dem Harbin Bezirk in Mand-schukuo ist ein Kraftstromkabel für eine Spannung von 300 000 Volt gelegt worden, das am 15. September in Betrieb genommen wird Der Bau dieser Kraft stromflbertragungsanlagen ist durch die Mandschu • Elektroindustrie • Gesellschaft ausgeführt worden Dabei wurden 354 000 Arbeiter beschäftigt. Orurk a Vtrlag Marburgei Vtrlagi o Drurkei«!-Qat mbH— VerUgileltonfj Enon RaumqartnM, Hauplnrhrittleiliing Anton Onrarnarli i Zl 'n tirlaiib ftsllvartr^iKtiflet "fihfttl •Crafrsrl Mt» 't» MarnJifl • i» fn« 0«rtq«*»» « Ziit Zelt 'Ol AniinqM dl« Preltll*»« Mi 1 »ort» 10 April H44 Qtilltq Aiialall flai Lielarnng riet BlatlM b» haticraf Oi-waU f"«»! Bdltlphwiftiung (fibl ktln«B An«pi.trh auf «flrkrahliinq dsi Bs/im»-galda». Treue dem Fuhrer-Treue der Front Rcichsiciter von Schirach vor den politischen Leitern flnh Wien, 12 September \'nr l'J "''iO pol.tisr hen Leitern des Roirhsqau« s Wien, die am Sonntag zu ein ;iTi rirontippol! angetreten waren, sprarli Roirh Icilei von Srhirach, der St .nt'n Mitfiilioilerii am Beginn des j fünften Krif-nsjiihres und unter heson- i deftm !i:nwois auf die jüngsten Ereig- ! nissf ri.c !'■ ü lillinlen für ihre nächsten Aii'?[.il)f'n cj'ih. I I'ntei |i i)h.ifter Zustimmung stellte er fo.t, fitin dir- Cnlwifklung in Italien, die in di( • m flciii sowohl wie überall im Reirh eine (/r< tizenl(ise Verarbhing und tielstnn ,M)srhru ausgelöst hat, klare Verhültnissf yesrhaffen habe »»Wir wissen heute,' so rief dei Reichsleiter aus, »woran wir sind Die Parole, die heute mehr denn Je gelte, laute: »Treue dem Führer und Treue der Front«. Unsere Feinde Irren sich grundsätzlich In unse- rer Haltung, denn die Ereignisse dieses Jahres haben uns erst gelehrt, was notwendig ist, um diesen Krieg gewinnen zu können, nmniich das Hassen Wir haben einen Führer, der Weltgeschichte macht, wir haben In der Heimat Menschen von soldatischer Gesinnung und an der Front ein Heer von harten und einsatzbereiten nationalsozialistischen Männern.« Unter begeisterter Zustimmung gründete der Reichsleiter unseren Glauben an den Sieg auf drei Tatsachen: auf die uns zur Verfügung stehenden Kräfte des europäischen Kontinents mit seinen Rohstoffen und Menschen, auf unsere Weltanschauung, die alle deutschen Menschen verbindet, und auf unseren Führer. Komme, was auch kommen mag: Wir sind bereit, wir tlnd gerüstet, wir sind entschlossen. Verachtung für Badoglio Tokio zur Führerrede: Engeres Band zu Deutschlant' BLICK NACH SUDOSTEN dnb Tokio, 12. September Die Fiihn-i-Rede wird heule von sämtlichen Blallern Tokios kommentiert. Jeder Jdp.iiier hiibe, wie »Asahj Schim-bun ■ schreibt, ndt h schmählichem Verrat tioi Ilalienei mit Spannung erwartet, wie der Fuhrer sich mit der neuen Lage fiuseinandersetzen wurde. Seine kurze Rede hiibe iiiie Hrwditungen erfüllt und von neuem die feste Entschlossenheit Doutbchlcindi offenbdrt, den Krieg auch trotz 'les Verrnti^s der B^idoiflio-C lique sietjreich zu Ende zu führen Die Japaner, die tiefst« Verachtung gegenüber den ehilostiii Itdliunischen Vuiratero empfinden, hätten, wl« dat Blatt abschließend tagt, tiefbewegt die Versicherung det Führert über die deuttche Kampfmoral und die stärker werdenden Bande zu Japan und allen übrigen Bundesgenossen entgegengenommen. Auch »Mainltsch Schimbun« betont, daß der Kampfgeist sowohl Deutschlands als auch Japan« im Gegensatz zu den Erwartungen der Angio-Amerikaner nur verstärkt werde Der Verräter Badoglio sei bereits schnell von der Vorsehung gestraft worden, indem er die Flucht habe ergreifen müssen Das japanische Volk bewundere erneut die feste Ent- Vor der Re^ieningtbildung tc Sofia, 12 September Nach der Vereidigung des Regenten hat die bulgarische Regierung, wie es die Tradition erfordert, ihre Demission gegeben Der Regontschaftsrat hat die bisherige Regierung, die von dem stellvertretenden Ministerpräsidenten und Innenminister Gabrowsky geleitet wird, unter Fortführung der Reglerungs-geschäfte bis zur Neubildung einer Regierung beauftragt. Uber die Person des neuen Ministerpräsidenten, der für den zum Regenten gewählten bisherigen Ministerpräsidenten und Außenminister, Prof. Filoff. In Frage kommt, gehen In der Hauptstadt zwar zahlreiche Vermutungen um, jedoch steht eine Kandidatur erfahrungsgemäß erst danc fest, wenn der Hof seine Entscheidung gefällt hat. * dz Hoher Orden für Navratll. Der Po- ylavnlk empfing den Minister und Ober- befehlshaber d«r b«waffn«t«o Macht, G«n«ral Friedrich Navratil. Als Anerkennung für seine Haltung vor der Errichtung des Unabhängigen Sta itet Kroatien nnd für seine erfolgreiche Tätigkeit als kroatischer Militärattache In Bukarest verlieh Ihm der Poglnvnlk den Orden der Krone des Königs Zvo-niralr mit Schwertern. dz Wohnungsbau fOr Krlegsverletste. Das rumänische Ministerium für öffentliche Arbeiten hat den Bau von Einheitswohnungen im Betrage von 3,8 Millionen Lei für Schwerkrlegsverletzte Im Reglerungsbezirk Argesch beschlossen. dz General Gelep tödlich vemnglOrkt. Generalsekretär Im rumänischen Innenministerium General Vasllo Gelep, ehemaliger Präsident des Bukarester Kriegt gerichtet, Ist bei einem Autounfall tödlich verunglückt. MARBURGER ZEITUNO Montag, 13. September 1943 * Nr. 256 * Seite 3 Htihidttitkf ffiiftrfifffttlii Mit zusammengefaßter Kraft »Ja mehr Mianer und Frauto alch fflr d«n Krie|{icinsatz cur VerfQguntf ■tolUn, deato h&rter kann d«r Ftth-rtr suschlagen.« Dr. GoebbeU Wir atehen unter dem Geaatz dei tota-Im Kricgei. Da« bedeutet, daß allM, waa dam Kritgt dient, gut iat, und alles, waa aleh ihm entlieht und an ihm vorbeidenkt, aehlecht und verderblieh. Wir alle gebfi-rao ietit dem KrieiJe, mit allem, waa wir •a Rrlften dea Herzena, des Himee und der Fluata einzusetzen haben. Wir alle haben kein eigenes Leben mehr, londem wir gehen auf im Dienst am höheren La* ben des Volkes und seiner Behauptung iegen den Ausbruch einea furchtbaren Welthaaaca. ' & gibt auch, was den Einsatz der ein-■elnen angeht, keine Gvensen mehr zwi-aehen Front und Heimat E« gibt nur noch daa eine groQe Geseti der Pflicht-•rfQHung und dessen, was Ober die bloße Pflicht noch weit hinauBgeht, Wir alle sind Soldaten fflr Deutschland in seinem aohweriten Kampfe, und die Maßstäbe des Einsatzes, der Pflicht, der Kamerad-Khaft und des Opfers hat die kämpfende Front, haben die Soldaten des ersten Orabms, des vordersten Bunkers über uns alle aufgerichtet. Daß {eder und jede in der Heimat, die flhig sind zu irgendeinem Dienst, zu irgendeiner Arbeit, im Kriegseinsatz stehen, Ist Ungst keine Forderung mehr, aondem eine selbstTerst&ndliche Pflicht-•rfflllung. Der Führer braucht die Kraft, den Einsatz |edes einzelnen, und er darf nicht nur, sondern er muß ^den einzelnen und seine Kraft um Deutschlands willen ganz und ohne Vorbehalte fordern. Denn es geht um die {(anze Entscheidung, und: desto h&rter kann der Fflhrer zu-achlagenl Feld-Unteroffizienchule ffir bewihrte FrontuDterollizlOT«. Vor mehr ala einem Jahr wurde' auf einem Übungsplatz Im Generalgouvameiment der Grundstein für dl« Feld'Untarofflzlerflchule der Infanterie gelegt. Sie besteht neben der gro-Ben Anzahl von Unteroffizierichulen im Reiche, hat aber auch besondere Aufgaben lu erfüllea. Die )ungen Unteroffiziere, Gefreiten und Obergefreiten, die auf dieser Schule ausgebildet werden, alnd nicht durch einen normalen Ausbildunga-prozefi gegangen, den Im Frieden jeder iingerdienende Soldat durChmacht, aondem sie tragen heute die Tressen, weil aie ale Grenadiere im Kampf ihren Mann gestanden haben Viele von ihnen haben die Eignung zum Berufaunteroffizier erst Im Laufe de« Krieges an sich selbst entdeckt. Oft leuchtet neben dem Sturm-al>zeldien daa B. K. l auf der Brust der Jungen Unteroffiziere, und fast häufiger noch spricht dae^Verwundetenabzelchen •eine eindruckavolle Sprache. Diese jungen Unteroffizier« mit dem nötigen Rüstzeug auszTMtatten ist die Aufgabe der Peld-Unterofflzlerschule. Jeder Lehrgang dauert 10 Wochen. An erster Stelle steht die Waffenausbildung, die auch alle Neueinführungen umfaßt. Dann folgt die praktische Anwendung de« Gelernten im Gefechtsdienst. Daneben erstreckt •ich die Ausbildung auf alle anderen Gebiete, der modernen Kriegsführung. So leietet auch die Feld-Unterofflzier-schule der Infanterie ihren Beitrag zu Immer wieder bewiesenen Feststellung, daO der deutsche Unteroffizier von keinem anderen In der Welt in seiner vielseitigen Ausbildung übertroffen werden kann. Unser Recht auf des Lebens höchste Güter Eröffnungsfeier der Volksbildungsstätte Marburg Im neu^'.n Saal der VolksblldungsstStte Marburg, der, den ernsten Zeitläuften entsprechend, zwar bescheiden, doch geschmackvoll und zweckmäßig ausgestattet wurde, fand das Arbeitsjahr 1943/44 seine feierliche Eröffnung. Mit Beethovens erhebenden Klängen, dem Allegro con brlo aus dem 6. Quartett, leitete das Quartett der Lehreibildungaanstalt den Abend ein. Kreisführer ObeibOrgeimelater Knau« flbergab den Saal seiner Bestimmung und wie« in seinen eröffnenden Worten darauf hin. daß Im totalen Krieg kein Gebiet von seinen Auswirkungen unberührt bleiben kann und kein Gebiet gepflegt werden darf, das nicht In den Dienst des Kriege« gestellt wird. Ver-messenheit und Frevel w&re es, Krifte, die sonst besser angewandt werden könnten, einem Gebiet zuzuwenden, daa nicht kriegswichtig erscheint. Wenn die Frage aufgeworfen wird, iA> heute noch Kräfte in den Dtenat des Volksbildunga-Zweckes gestellt werden dürfen, so muß mit einem Ja geantwortet werden. Das Leben ist der Güter höchstes nichtl An diesen Satz knüpfte der Redner die Feststellung, daa dem Leben erst Werte verliehen werden, durch Güter, die nicht im Materiellen liegen, die dem Menschen erst bewußt werden lassen, wofür er opfert und kämpft. So wie das Zeltalter vorüber ist, das Kriege von Landsknechten und fflr Landskechte führte, so Ist auch die Zeit vorbei, in der Bildung, Wissen und Kultur das Reservatgut einzelner waren. Diese dem ganzen Volke zu vermitteln, das ein natüillches Recht darauf hat, ihm wissen zu lassen, daß da« Leben höhere Güter im Gelstigen und Kulturellen besitzt, seinen faustischen Dranti nach dem Edlen, Guten und Hohen zu fördern — dies ist das Aufgabengebiet, das dem Volksbildungswerk zugewiesen wurde. Nach dieser eindrucksvollen Rede umriß der Leiter der Volksbiidungsstätte Marburg Fg. Karl Butter den Arbeitsplan für das kommende Jahr, der trotz Lasten und Leiden des fünften Kriegsjahres ein weitverzweigtes Gebiet umfassen soll. Wissenschaftlei und Gelehrte von Ruf werden weltanschauliche, geschichtliche und politische Themen behandeln, Dichter wie Bruno Brehm werden aus ihren Werken lesen. Dr. Semet-kowski wird über di« Kunst, Hans Wamlek über die Musik der Untersteiermark sprechen. Professor Dr. Endres wird wieder seine Dichterlesungen abhalten. In Arbeitsgemeinschaften sollen Lied, Tanz und Kunst der Steiermark gepflegt werden. Den Blick in die Welt eröffnen Vorträge und Farblichtbilder aus Finnland, Südamerika usw Auch ein Blick In die Natur, in Physik, Chemie und Technik wird durch aufschlußreiche Vorträge vermittelt die Kenntnis der engeren Heimat aber In Lehrwanderungen vertieft werden. MU ungeteiltem Interesse folgten die Hörer den Ausführungen von Studienrat Dr. Karl Schalberger der über Volk als Ziel und das Werden dei Volksgemeinschaft sprach und zunächst den Unterschied betonte zwischen Nationalsozialismus und Faschismus. Volk ist jener Begriff dem sich alle« unterzuordnen hat, etwas Seiendes, das immer war, das durch gleiche Abstammung, gleiche Sprache und Kultur aneinandergeschlos-sen Ist Eine Volksgemeinschaft entsteht durch da« Zusammenwirken aller geistigen und seelischen Kräfte und hat nichts mit Begriffen von Humanität oder Freiheit und Brüderlichkeit zu tun. Der Vortragende erläuterte sodann den vor 4000 Jahren aus Edelbauern, Bauern und Knechten bestehenden lockeren Bauemstaat, dessen spätere Stämme in Abhllngigkeit von Reiterheeren kamen, woraus sich der Feudalstaat, der Edel-staat des Mittelalters entwickelte. Die Volksgemeinschaft zerfiel. Ein mit zahlreichen Privilegien ausgestattetes Bürgertum entstand. Im Barockstaat mit i seinen bezahlten Soldaten und Beamten | erkannten nur wenige begabte Fürsten, wi« etwa Im preußischen Staat, mehr noch im Staat Kaiserin Maria Theresias und Josephs II., daß Volk eine politische und wirtschaftliche Schicksalsgemeinschaft bedeutet. Dennoch herrschte eine politische Unreife, wofür das Wort kennzeichnend ist: »Alles für das Volk, nichts durch das Volkit Eingehend verweilte der Vortragende bei der französischen Revolution, aus der der Materialismus hervorging und eine Erschütterung der Grundvesten, auf denen die europäische Kultur gestanden. Der Kampf des Minderwertigen gegen das Hochwertige begann. Jahrzehnte nach der Revolution herrschte der Kapitalismus, au« dem erst die Romantiker zum ersten großen Volkserlebnis führten. Unter Männern wie Scharnhorst, Stein u. a. wurde, in der Erkenntnis, daß Amt mit Verantwortung verbunden ist, fruchtbringende Arbeit geleistet und die' Charaktererziehung zum Opfer gefordert. Metternich und die Fürsten entmündigten wieder das Volk doch Studenten, Dichter, Gelehrte nahmen den nationalen Gedanken auf. Der Kapitalismus verschlang Millionen von Bauern und Arbeitern, aus dem Revolutionsgedanken aber entstand der Marzismus, der den Unterschif«! zwischen der» Völkern verwischte. Im Weltkrieg Jedoch versagte die internationale Solidarität. Und dann bildete sich jene in Spenglers Buch »Der Untergang des Abendlandes« gekennzeichnete Unlergangsstimmung, die Willen und K'äfte zum Wiederaufbau lähmte. Seinen mit Spannung verfolgten Vortrag schloß Dr Schalberger mit dem Hinweis auf den aus neuem Glauben, aus allen Kräften des Volkes erwachsenden sozialen, gerechten Staat, in dem allen Wissenschaften eine neue Blirk-rlchtung gegeben ist, in dem auch bei schwerer, eintöniger Arbeit die Einordnung aller zur Zufriedenheit ermöglicht und die Nation auf die Grundlage einer neuen Sittlichkeit gestellt wird Als Abschluß des Abends brachte das Quartett der Lehrerbildungsanstalt, das in seiner derzeitigen Zusammenset7unq (Heinrich Drusowitsch d. J., Sepp Stanal. Hans Ba*a, Otto Balde) zum ersten Mal vor die Öffentlichkeit trat, in künstlerisch bewegtem Zusammenwirken das köstliche Menuett aus dem 8 Quartett von Beethoven. Mit der Filhrerehrung wurde die Eröffnungsfeier beendet. Uarlannt von VMfenpcfc Leistungsweffbewerb der Kindergruppen Kameradschaftstreffen der steirischen Gruppenleiterinnen in Cilli Im Clllier Waldhaus wurden vor kurzem dreitägige Schulungslehrgänge der Kindergruppenleiterirmen der Untersteiermark und abschließend eine zweitägige Schulung der Kreiskindergruppenleite-rlnnen der Altsteiermark abgehalten. Neben dem Kindergarten ist die Kln-dergruppenarbeit die vordringlichste und wichtigste Arbeit des Steirischen Heimatbundes. Aus diesem Grunde werden in allen größeren Orten und, wo sonst noch die Gegebenheiten vorhanden sind, Kindergruppen errichtet. In diesen Kindergruppen werden alte Kinder vom sechsten bis zum zehnten Lebensjahre erfaßt. Mit der Arbeit wurde schon vor eineinhalb Jahren begonnen. Die Erfolge haben sich bereits überall schon einge-sjellt. Die Kinder kommen auch gerne in die Heimstunden, die ein bis zweimal in der Woche stattfinden. Immer wieder kommt ein neues Spiel, ein neues Lied oder die Tante erzählt ein neues Märchen. Der Führer hat den deutschen Frauen und Mädchen einmal zugerufen; »Laßt die Kinder Kinder selnt« und damit zur Kindergruppenarbeit aufgerufen. Als Klndergruppenlelterlnnen vertiefen sie bei dem Kinde schon frühzeitig die feste Anhänglichkeit zu Heimat, Volk und Führer, machen sie aber auch mit den Kenntnissen der deutschen Sprache vertraut und beschleunigen so den Rück-volkungsprozeß In der Untersteiermark. Mit Beginn des neuen Schuljahres werden viele neue Grupoen aufgestellt und so manche Frau, so manches Mädchen In der Unterstelermark wird sich fragen: »Kaim nicht auch ich Kinder-gruppenleiterin werden?« Jawohl, jede deutsche Frau, Jedes deutsche Mädchen mit gerader Haltung, das Kinder gerne hat, kann diese schöne Arbeit übernehmen Nicht das Alter Ist für die Kinder-gruppenleiterln maßgebend, auch nicht Ein vorbildlicher landwirtschaftlicher Betrieb Wir besuchen das Gut Hausampacher bei Kötsch — Nachanmdnswert in der Erzeugungsschlacht Obgleich das untersteirische Landvolk rrM naoh der Befreiung des Landes mit dem Erziehungs- und Aufbauprogramm des Reichsnährstandes vertraut wurdo, dem der deutsche Bauer den gewaltigen Aufschwung seiner Landwirtschaft zu verdanken hat, so konnten dennoch trotz der kurzen Zelt in vielen unteretelrischen Betrieben bereits beachtliche Leistungssteigerungen erzielt werden. Unter ihnen fällt durch seine unübertroffene Markt-leistung beeonders das Gut Hausampacher in Kötsch bei Marburg auf, das unter der Betriebsfüjhrung des Ing Kurt von Fächer steht, der sich auf der »Bodenkultur« In Wien und durch seine praktische Berufsausbildung In süddeutschen Musterbetrieben umfassende landwir-schaftllche Kenntnisse erworben hat. Die aus der Hofkarte ersichtlichen und für die hleelgen Verhältnisse überaus hohpn Ablieferungszahlen lösten in uns den Wunsch nach einer Besichtigung dipses Betriebes aus, zu der wir durch die Vermittlung des Emährungsamtes auch bereitwilligst aufgefordert wurden. Unser Besuch führt uns durch eine schattige Lindenallee, zu deren beiden Seiten sich fruchttragende und abgeerntete Felder ausflehnen, die schon von weitem die sorgfältigste Pflege erkennen lassen, zunächst in dem imposanten Meierhof mit seinen geräumigen Ställen, In denen hochgezüchtetes Herdbuchvieh von sachkundigen Melkern betreut wird. Mit Stolz zeigt uns der Betriebsführer die Ma^rhinenhalle, die mächtigen Gärfut-tertürme, das sich gerade in Tätigkeit bpfindliche Heuqebläee, die Giilleanla-n^n, die saftigen Koppeln und andere Einrichtungen mehr. Nach einem Ga/ig durch die kultivierten Pfirsichanl.ific!n betreten wird den Gutshof In dem gerade reges Leben h»'rrsrht. Unter der umsichtigen Leitung lipr Ihusfran wird von den eifrigen Wirtsrhaftslehriingen und den zahlreichen nefolfisrhaftsmilqlipdern das ihnen nach dnn Rfltionssätren zustehende Mfthl In Säcke gefüllt, gewogen und registriert, «lo Vorgang, der alch all« vier Wochen wledeiholt. Im Arbeitsraum des Betriebsführers werden dann die schon während des Rurvdganges gegebenen Auskünfte an der Hand der Hofkarte und der Bücher durch Zahlen unterstützt und aufschlußreiche Aueführungen über dl« «rzlelte Leistungssteigerung gemacht. Unter der ehemaligen jugoslawischen Regierung, die der bodenständigen Landwirtschaft völlig verständnislos gegenüberstand, gelangten lediglich die Erzeugnisse au« der Milch-, Obet- und Weinwirtschaft zum Verkauf, während die übrigen Erträgnisse nur für den Eigenverbrauch ausreichten. Den damaligen Verhältnissen Rechnung tragend, wurde das Hauptaugenmerk auf die Milchwirtschaft gerichtet, die, wie der Betriebsführer Immer wieder hervorhebt, die krisenfesteste Geldguelle des Bauern darstellt Nach der Rückgliederung mußten jedoch die Acker auf Kosten der Grünfutterflächen erweitert werden, wobei der Viehstand nicht nur aufrechterhalten, sondern sogar vergrößert wurde. Daß dies ohne Zukauf von Futtermitteln gelang Ist nur auf die intensivierte Wiesen- und Weidewirtschaft zurückzuführen. bei deren Vervollkommnung nach den schon früher beachtlichen Anfängen die neuzeitlichen Erfahrungen zunutze gemacht wurden; Rechtzeitiges Mähen bringt hochwertige« eiweißreiches Rauhfutter ein, das Trocknen de« Grünfutters auf Schwedenreitern macht den Betrieb von jeder Witterungslage unabhängig. Kunstfutter und Zwischen-fruchtbnu ersetzen die auf Kosten der Acker verloren gegangenen Wiesen und die Silos entheben den Bauern in heuarmen Jahren schwerer Sorgen. So wurde es möglich gemacht, die Rauhfuttergrundlage pro Großvieheinheit auf 50 ar zu reduzieren. Auch Im Getreide- und Hackfruchtbau wurde eine ungewöhnliche Produktionserhöhung erzielt. Durch die Aussaat der zur Verfügung gestellten durchzüditeten Getreidesanten, durch die sorgfältige Reinigung und Beizung des Saatgutes, durch rechtzeitigen Stoppelsturz und Saatenpflege mit Unkrautstriegel und Walze konnte der Ertrag pro Hektar, der noch vor wenigen Jahren den Landesdurchschnitt von 10—12 Doppelzentner tm wesentlichen nicht überschritten hat, auf 25, bei Wintergerste eogar auf 39 Doppelzentner gesteigert werden. Noch günstiger war die Ertragsstelgerung Im Hackfruchtbau. Während sich früher der Kartoffelertrag Im Jahresdurchschnitt bei 80 Doppelzentner bewegte, gelang es, durch die Aussaat deutscher Hochzuchtsorten und die Verwendung neuzeitlicher Maschinen, die nahezu- jedwede Handarbeit einsparten, den Hektarertrag auf 320 zu erhöhen. Der Marktleistungsübersicht des Gutsbetriebes entnehmen wir folgende interessante Einzelheiten; Bei einer landwirtschaftlichen Nutzfläche von 80 ha wurden die einschließlich der Kinder aus 88 Personen bestehende Gefolgschaft mit Fleisch, Fett, Ol, Milch, Mehl, Kartoffeln, Gemüse, Obst und Elem nach den Selbstversorgerrationssätzen voll versorgt. Zur Ablieferung gelangten 128 224 Liter Milch, das sind bei einem Stande von 42 Kühen 30.53 Liter Je Kuh und Jahr, über zweieinhalb Waggon Getreide, mehr als zehn Waggon Kartoffeln, nahe zu zwei Waggon Gemüse, fast vier Waq gon Obst, 1737 Stück Eier bei einem Stand von 38 Hühnern und 24 hl Wein Gewiß eine nachahmungswerte Leistung, zumal wenn man bedenkt, daß dieser Betrieb vor wenigen Jahren bis auf Milch, Obst und Wein mit den lebensnotwendigsten Nahrungsmitteln nicht einmal seine Gefolgschaft versorgen, geschweige denn etwas auf den Markt bringen konnte. Wir konnten nicht umhin, dem rührigen Betrlehsführer angesichts dieser vorblld liehen Leistung unsere Anerkennung auszudrücken und möchten an dieser Stelle nicht verfehlen, den unterstelrl-schen Bauern das Geheimnis preiszugeben, das zu diesem stattlichen Erfolg qe führt hat! Wo ein Wille ist, da ist auch ein Wegl der Stand, sondern frauliche Reife, echte Lebensfreude und mütlerliche Einstellung zum Kinde. An einem Nachmittag in der Woche Ist die Heimstunde und diesen Nachmittag kann sich jede Frau freihalten. Eiiunal im Jahr nehmen die Kinder-gruppenleiterinnen an einer dreitägigen iSchulung teil. In diesem Sonamer sind die Klndergruppenlelterlnnen aus allen Ortsgruppen der Untersteiermark in vier Kursen im Wochenendschulungshaus Cilli für ihre verantwortungsvolle Arbeit ausgerichtet worden. In gründlichen Ansprachen wurde der gesamte Jahresplan durchgegeben, sowie qnindlenende Er-zlehungs- und Verwaltungsfragen be-I sprechen. Der Hauptteil der Zeit war ' jedoch mit praktischen Arbe'ten ausgefüllt, wobei auch die Werkarbeit voll zur Geltung kam. Wenn sich die Kurs-' teilnehmerinnen am Ende der Arbeitstage nach einer schlichten Morqenfeler 1 wieder verabschiedeten, dann nahmen alle nicht nur viele Anrequnqen und praktische Kenntnisse mit, sondern vor I allem eine unbändige Freude zur Arbeit i und frische Kraft, die aus dem frohen i Gemeinsrhaftserleben dieser Schulung geschöpft war. Die Kurse der untersteirisrhen Klnder-grupT^enleitp innen wurden m't einer Tagung der Kre'skindergruppenleiterin-nen der Unter und Altsteiermark abqe-schlossen. Im neuen Arbeltsjahr soll es einen frischfröhlichen Leistunqswettbe-i werb geben. In der Untersteiermark und im Altqau, der die Kreise nach ihrer Leistung reiht und die 20 besten Ortsgruppen namentlich bekanntgabt. Der Leistungswettbewerb Ist so festqesetzt, daß die Gemeinschaftsarbeit der Kinder-qruppenlelterinnen Im Kreis und in der Ortsqrunoe unbedlnqt gefördert wird. Den Abschluß und Höhepunkt bildete ein I Kameradschaftsabend den die Klnder-I gruppenleiterinnen veranstalteten, um i der Kreisführung Cilll für die Gastfreundschaft zu flanken, die sie den Kin-derqruppenlelterlnnen den Sommer über gewährt haben. Eine Luftleldpostmarke für Kartenbrieie Für Kartcnbriefe, die mit I.uflfeldposl nach der Ostfront versandt werden, braucht ab sofort, wie bisher schon für Postkarten, nur eine Lufifeldpostmarkc verwendet werden. Alle übrigen Briefe, die im privaten Luftfcldposlvcrkchr bis zu einem Gewicht von 10 Gramm 2ui. weil anderenfalls hei den im Luftverkehr bestehenden Gew'chlsbeschrfinkunrfrn die AufrpchterhnItuTu? der durch die Ncuretfc-lunjJ öeboteren Vcr(lünsti([unrfcn in Frfi'Je iJestelll wird. * Todesfälle. In Marburg verschied die Private Franziska Malleg geborene Kon rad — In Anderburg starb die Direktorswitwe Olga Schreiner — In Pößnitz-hofen Ist die Gastwirtin und Besitzerin Anna Ferk verwitwete Stanner aehnren" Eckstein 68jährig gestorben 60. Geburtstag. Am 12, September vollendete In Weitenstein der Schneider melstet Dominikus Auer sein fiO Lebensjahr Auer stammt aus KIaqenturt stand den ganzen Weltkrieg hindurch I an der Front gegen Italien, wo ei aU'h j In Gefangenschan geriet und lebte seit dem Umsturz m der Untersteiermark I Als Deutscher machte er schwere 7ei-I ten mit, doch allen Anfeindungen 7Um i Trotz hielt er mit Frau und Kindern an I seinem Volkstum fest Auch jetrt Ist er j fleißiger Mitarbeiter des Steirischen Hei j matbundes und hat seinen einzigen Sohn an der Front stehen. Mohn genascht und gestorben. In einem Dorf bei Strakonitz naschte ein 6-jähnger Knabe von einem Mnhnfrld, das eben abgeerntet wurde, eine qrofle Menge von Mohnkörnern. DctsKlnd verfiel In einen tiefen Schlaf, aus dem es i trofr. ärztlicher Bemrihnngon nicht mohr I erwachte. Punktfreie Holzschnhe Zur Einsparuoii von ledcrbeaohltem Arb«its8chuhwerk wird nicht nur bei unSf soadern in fast allen europäischen Staa-1 ten in vermehrtem UmfanjJe Hulzschuh-; werk verwendet. Auch in den Alpenj^auen ! war schon gebietsweise in der Friedeni-j zeit ein stärkerer Verbrauch von Holz-' schuhen üblich Im Zillerlal, im Bregcn-: zerwald und anderen Gcbirj^sficgenden wird der Holzschuh mit Teittil- oder Le-j deroberteil, vielfach sof^ur bcnajio H'^here N.ifiirsr'iiuf/behörrie beim Relcbs^attbaUer iri Sahbu-g hut verffiot difl im Gebiet der Hohen Tau-em, das reich an seitonen und kostbaren Mineralien ist, Nflnprnlien nicht mehr qesamnielt werder^ düt-fen, Dia S.'mmler h-iben in den v^rnennener» Jahrzehnten Hie wertvollen SrhSt'e .ler Natur skrupellns flusnobputet ^^^i'^'^en-srbTftVr können für ihre TvecVe eine ^iimabmehf^willigunn zum *^imm'^ln erhalten Wieder m"hr alc drei Stilrke aut el-rer rxnreHgutkartc. Bokannll'ch wurde zur Verein^achimn rle«; ^hfpr''"unos-dlenstes dej Reirhsb.ihn 'm vi'VTange-nen Jahr di«- *»fiiik?"bi f'et auf e're pTprofigutkaTte zu ve'srb'fVfiiden Waren auf flrei her/ibqe':"i7t Die«! tipdeutete insbesondere br^m 1 rli<>n<-iniltel-^■e'sand, eine tiefriu htlirhe Frschwernis, die von der Reich«b,-ihn rjnnmeht beseitigt wurdr Kiinft'n können die n«'i'~hslirihnd'rrkünnen auf Antran von Versendern Aiisnabrnnri zulnscon v^n denen der /nstnrdine Vers^ndbi;bnbof und d.is zu'sMndiqe Vrikehr'*nmt v^r-stärdifTt werrlon Außerdem mu" der Versender auf der Oypreßnutkdrte einen 7ulaspunqsvermerl< anhrinneri - Auf oiner Nachnahme Fvpicßrru'k-irte kann jerloch nach w'e vor nur ein Stürk auf-qeliefrrt weiten i Wir verdunkeln im September I von 21 Uhr bis 5 Uhr r.vit? 1 * Vr. 336 * Montag, 13. September 1943 MARBURGER ZEITUNG Beschlagnahme der Kupierkessel Der Reifhsbcauftra|{tc für Eitcn uad Metalle hat in einer im DeutRchtn Reicht-nnzeitJer Nr. 154 vom 6. Juli 1943 verftf* tcnthchcn Anordnung M 61 vom 30. Juni 1443 die Bctchlajinahme, Mcldtpflicht und Abiicferunii von Kesseln tut Kupfer und Kunfcric(jicrunf[cn verfügt Danach tfeltCD »•amtliche Kesi^el aua Kupier und Kup* ferle|{ierun|ien, auch solche mit Uberlüden, Beschlä{2en, sonstigen Bestand* oder Zubehörteilen «us anderen Metallen oder nonstigen Stoffen* mit Ausnahme von Kosse'n mit einem Fassun(itvermö(|en von weniger al* 5 Liter und mit weiterer Ausnahme solcher Kessel, die sich als Altmetall tum Zwecke der MetallverwertUnö bei Betrieben des Altmctallhandels' oder der Metallijewinnunrt befinden, all bc-sclilaßnabmt. Die Beschlaijnahme umfaßt neue nnd jjcbrauchte, in Benutzunft wie außer BcniitzunjJ befindliche, brauchbare und unbrauchbare, eingebaute wie bewegliche, towie auch *um Verkauf oder *ur f icfcrunö bestimmte Kessel Meldetermin beim zuständii^en Wirtschaftsamt ist der IS September 1943 * Todestall In Rohltsch. In Langenberg hr>i Pnhitsrh verstarb der V«t«r dei RIorkf'jhrprs Karl ZollnerftBch, Bartholomaus Zollneritsch, im Alter von 73 Jahren In drei Monaten AI91 mal Ente Hilfe, Die Hnuptwache Grar-Stadt dei Deutschen Roten Kreuzes hat In den Monaten Juni bis einschließlich Auguit in >114.1 Ausfahrten 3fl 621 Pahrkllometer 7unlrkqfilefit. Mit Her Tnanspruchnah-mp Hpr bf?iflpn Ambulanzen am Dietrich* sfpinplatz nnd am Hauptbahnhof erga-hpn slrh in diesen Monaten Insgesamt fil.11 Er«it(>.Hilfe-Leistungen. Am stärksten war der Einsatz im Juli. SPORT UND TURNEN Start zur neuen Fussballmeisterschaft 0 punkte fOr die Untersteiermark — Trllall >icgt In Gru Rapid 1b ClUl unterlegen — Reichsbahn In Leibnitz siegreich In der steirltchen PuOballmeisterschaft wurde am Sonntag die erste Spielrunde gestartet, die gleich alle vier untercteirl-echan Titelanw&rter im Kample iah. Den überragendsten Erfolg erzielte die SG TrifaU, die aus Graz zwei wertvolle Punkte nach Hause brachte, In Cilli lieferten sich die SG Cilli und Rdpid-Mar-bürg einen erbitterten Kampf, dus dem die Sannstädter siegreich hervorgehen konriten. Die Marburqer Reichsbohncr brachten nach einem autregenden Kampf bwide Zähler aus Leihnitz. Den gewiß stolzesten Sieg in der ersten Spielrunde der steirischen Fußballmeisterschaft feierte die immer mächtiger emporstrebende Elf der SG Trilail, die auf Grarer Boden den populären und In letzter Zelt wiederholt erfolgreichen Grazer Sportklub mit 4:1 (3:l}-Toren entscheidend schlug. Nicht zu sehr dai glatte Ergebnis, sondern weit mehr die imponierende Art und Weise, In der die Trifailer Bergknappen ihren ersten Punk-tesieg sicherzustellen vermochten, war für Jeden Kenner eine Überraschung. Die Trifailer arbeiteten sich rasch eine Peldüberlegenhelt heraus und diktierten gleich vom Anfang da« wechselvolle Geichehen am grünen Rasen. Koß, Eltrln' und Butkowetz sandten das Leder vier Mal in« gegnerische Tor, wobei Koß allein zweimal erfolgreich war Die besten Kräfte hatten die Trifailer in Koß und Hribar sowie im Tormann Pausch, der am Sonntag seine Feuertaufe meisterhaft beetand. Der erste erfolgreiche MeisterschaftMtart dar Trifailer berechtigt zu waiterea großen Hoffnungen. In dar Untaritelarmark rückte dia Be-gagnung iwiichra dar SG Cilli und dar Abteilung Rapid der SG Marburg in den Vordergrund des iportlicban Interewes. Das Treffen, dai vor einer Rekordzuschauermenge von 2000 Cillier Sportfreunden vor lieh ging, stand durchwegs im Zeichen eines von beiden Seiten mit größter Erbitterung, aber auch mit größtem Kraftaufwand geführten Die Bereichsmeisterschaft In der FuBball-Bereichsmeliterschaft des Donau-Alpenlandet spielten am Sonntag: WAC—Vienna 5:4, Austrla—Rapid 2:1, FC Wien—Floridsdorfer AC 3:3, Wacker—Wiener Sportklub 2:2, Markersdorf—AmnteuTP Steyr 5:3. Westen gegen ABIing 2:2 In Cilli trat am Sonntag die BSG Aßling zu einem Kräftemessen gegen die BSG Westen an. Das Fuflballtreffen ergab ein 2:2 Unentschieden, nachdem die Westen-Elf zur Pause mit 1:0 in Führung gelegen war. In den leichtathletischen Kämpfen bei- Ulii 1 • •• «BW.. . w w mm -m" Kampfes. Es gab beiderseit» beachtliche der Betriebssportqemeinscbdften siegten technische Leistungen, wobei sich bei 1 bei den Männern die Vertreter von We- den Marburgern besonder« Margutich im ' »len mit .W:50, während bei den Frauen Tor und der Mittelläufer Unterreiter auszeichneten, während bei den Cilllern vor allem die Läuferreihe mit dem unverwüstlichen Kollaritsch an der Spitze dominierte. Wertvohß Abwehrarbelt leistete auch die Cillier Verteidigung, während sich die Stürmav gar zu oft In die Abseitsfalle der Marburger locken ließen. Beide Treffer für Cilli erzielte Do Aßling mit 31:23 den Sieg an sich riß. * In Anderburg fand am Sonntag anläßlich der Ortsgruppentagung des Steirischen He.imatbunde« ein Fußballspiel zwischen Anderburg und Stockenham-mcr statt Anderburg siegte mit 1:0 (1:0). Das ErOffnungssptel In der steirischen uen. oeiuB iitsiier lui nuncnc ». l breitz, den ersten In der zehnten Minute HandballmelsteTschaft In Marb^urg zw> Unferstelrlsche Jungbäuerinnen im Mfihlviertel Nrihf^ dfs Buhraciwtildes, im ruhigen Tal der Miihl liegt die Landwirt-s( hriftssc hulc Schlägel. Der sonnige hohe Bdu ist 2fi unterslcinschen Bauernmädcln srhon ein halbe* Jahr Heimat geworden. Das Heimweh, das sich wohl hie und da bei ihnen gezeigt hat, v/urde jf-hnell übertaucht, denn in der wunder-srhrtnen Gegend, die irgendeine Ähnlichkeit mit der unterstelrlschen hat und im Kreise von anderen Altersgenossinnen haben iie darauf bald vergessen. Der bunte Kreis von frischen jungen Mädeln, die alle in Ihrer Heimat Jung allem ein frohes, sonniges Herz und Gemüt braucht. Und das haben die Miidel auf der Schuld Abends, wenn das Tagwerk beendet ist, kommen sie immer zusammen. Die polltische und kulturelle Ausrichtung wird nicht vernachlässigt. Die Heimabende sind lür die Madel, besonders für unsere Untersteirerinnen immer ein Erlebnis. Schön sind auch die Stunden, wo die Mädel aus den einzelnen Gebieten ihre althergebrachten Volkslieder-und -weisen erklingen lassen. Eine Heimführerin wurde vom Stalrl- bajjerinnen werden wollen, besteht aus ( sehen Heimatbund für diese Schule ab- Mädeln, die vielen deutschen Volksgruppen angehören. In froher Gemeinschaft fdndon 5'ch junge Menschen aus dem Banat, dem Siebenbürgener Land, der Slowakei und aus den umgesiedelten Ostgebieten zusammen, um In der Land-wlrtsrhaftischule viel Neues für ihre Ar-bnit auf heimatlicher Scholle mitzubekommen, Was gibt es aber auch zu tuni In Kürhe und Keller, Hau» und Hof, in den Stallen, Wiesen und Feldern. Sl« lernen jeden Arbeitsnang der vlelfilti-qen Bauemarbeit kennen und wer etwa« vnn der Landwirtschaft versteht, wird eingehen, daß man zum Erlemen dieser Pmne nicht nur zwei feste Hände, «on-Hf»"! a-irh e'n klnge* Köpfchen und vor gestellt und sie Ist den Mädeln nicht nur Lehrerin, sondern Kameradin und Pührerin. Die bringt den Mädeln die Heimat noch näher und obwohl es allen leid tut, die Schul« in einigen Wochen zu verlassen, so freuen sich alle auf die Arbeit, die In der Heimat auf «ie wartet. Noch Ist es nicht »oweitl Die Schul-priifungen und die Hauswlrtschaftsprü-funq liegen vor den Mädeln — doch wird auch da« vorüber gehen. — AI« tüchtige Jungbäuerinnnen kehren sie ins Unterland zurück und werden tn den Dörfern den Kameradinnen im großen hluerlichen Benifserziehimgswerk beratend und helfend als Führerin zur Seite stehen. aus einem wuchtig getretenen Freistoß, den zweiten nach einem Sololauf in der 30. Minuta. Schiedsrichter Ksela au« Graz hatta den mitreißenden Kampf fest In der Hand. Dia Aufstellungen: Cllll: Matiuch, Gombatsch, Lobenhofer, Kollaritsch, Runschek, Forstarek, Sucholesch-nik, Gergitsch, Dobreitr, Mattes. Pressin-geri Marburg: Margutsch, Kramberger, Sternad, Zorzlnl, Unterreiter. Knopp, Rudolf, Konltsch, Plewnlk, Fekter, Krelner. Im Vorspiel be«iegte Trlfall 2 die zweite Mannschaft der SG Cilli mit 3:1 (1:0). Aufregende Formen nahm da« Punktespiel In Leibnitz an, wo sich Reichsbahn-Marburg imd d'e TuS Leibnitz gegenüberstanden. Nach aufregendem Kampf, in dem es auch zu Zwischenfällen kam, gingen die Marburger Peichsbahner mit 4:3 (2:1) sieoreich hervor. In der Gruppe A der steirischen Meisterschaft wurden folgende Eroebnisse erzielt: Sturm Graz—Puch 5:3, GSK Donawitz 5:3, Kapfenberg—-Mürzzuschlag 5:1. sehen Rapid-Morburg und ff-Graz fand an diesem Sonntag nicht statt und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Handballerlnoen der Sportgemftln» icbaft Marburg. Abt Rapldl Heute, Montag, um 19 Uhr, haben am Rapidsport-plntz folgende Handballerinnen zu erscheinen: Bajd^ Albine, Walentan Hanna, Kopriwnik Trude, Mrwa Joschi, Grulle Lore, Fürmann Gabi, Bukoschek Sylvia, Szolar Paula, Scholk Finl, Kolbl Christa, Melichar Lizzi. Verläßliches und pünktliche« Erscheinen ist bei Jedem Wetter für alle genannten Spielerinnen Pflicht! Wiener Handbalisieg In Klagenfurt. Auch Kärntens Gaumannschaft mußte die Überlegenheit der Wiener Handballelf anerkennen. Die Donaustädter siegten In Klagenfurt sicher mit 17:9 (5:2)-Toven. Ungarns Kraulsprlnler KörfisI schwamm in Szegedin die 100 m In 1:02, und steht drmlt in Europa an zweiter Stelle hinter seinem Landsmann Szatmary. Um den Tschammer-Pokal Das erste Spiel der zweiten Schlußrunde um den Tschammerpokal führte Im Frankfurter Sportfeld vor 12 000 Zuschauern den FV Saarbrücken und Kik-kers Offenbach, die Pokalsieger der Nachbargaue Westmark und Hessen-Nassau, zusammen. Die Saarländer feierten mit 2:1 (0:0) einen kelnesweg» unverdienten Sieg, zumal sie mit einer Reihe von Ersatzleuten anzutreten gezwungen waren. In Schweinfurt holten der 1. PC Nürnberg und FC Schweinfurt 05 ihr aua der ersten Schlußrunde de» Tschammerpo-kals rückständige« Spiel nach. Der Kampf nahm einen recht «pannenden Vsrlauf da Schweinfurt bereit« mit 2:0 in Führung lag, der »Club* aber schließlich dennoch ganz eindeutig mit 4:2 (3:2) siegte. Für die am kommenden Sonntag, den 19. September, vom Reichsfachamt angesetzte zweite Schlußrunde des Tscham-mer-Pokalwettbewerbe« ergeben «ich nach den Spielen de« 12. September folgende Paarungen; In Brünn: MSV Brünn—1. FC Nürnberg t In Wien: Vienna Wi«n—Bre«lau 02| In Stetln; LSV Pütnltt—LSVHambuTgi In Königsberg: VFB Königsberg-Dresdner SC» In Berlin: Herta BSC—Holstein Kleli In Gelsenkirchen: Schalke 04—SpF Ka-tembergj In Mannheim: VFR Mannhelm—BC Augaburq. Ruderer auf der alten Donau Die deutschen Jugendmelsterscbaftea In Wien wurden am Sonntag die deut-«chen Jugendmeisterschaften im Rudern auf der alten Donau abgeschlossen. Das Gebiet Hessen-Nassau erwies sich wiederum am erfolgreichsten, denn es gewann als Titelverteidiger nicht nur den leichten Vierer, sondern setzte sich auch Ln der schweren Abteilung dieser Bootsklasse siegreich durch. Daneben belegt« aa noch den zweiten Platz Im «cbweren Achter. Der Doppelzweier brachte dan Wienern einen Steg. In den Achterrannen, die erstmals In zwei Abteilungen ausgetragen wurden, siente in der leichten Klasse Westmark und Vlonta Potsdam in der schweren Klasse. Belm rwelten Versuch der IVlener Leichtathleten zur deutschep Verein«-meistetschaft verdrängte Danubla mit 14 633,40 Punkten den WAC, der mit bisher 13 995,31 Punkten als bester donau-alpenländischer Verein den fünften Platz einnahm. Dl« Mehrkampfmelsterscbaften in der Leichtathletik des Sportbereichei Do-nau-Alpenland hat der Sportgau Niadar-donau zur Ausrichtung übernommen. Dia Veranstaltung wird am 25. und 26. September auf der neuen Sportanlage in Stockerau zur Durchführung kommen. Die Vorbereitungen für diese große Leichtathletikveranstaltung sind bereit« im Gang Zweimal MQnchen vor Augabtirg. Dl« beiden Städtekämpfe der Lalchtatblaten und Leichtathletinnen von München und Augsburg endeten mit klaren Siegen der Münchener Mannschaften. Bei den M&n-nem lautete das Ergebnis 60:45 und bei den Frauen 47:28. Ausicheldungen zum Keltel-Prel«. D«r Schützengau Bayern verteidigt Im Oktober bei den deutschen Schießmelstar-Schäften in Leipzig den Preis des Gene-ralfcldmarschalls Keltel. In Berlin trat die Gaumannsrhaft zu Ausscheidungskämpfen an. Die vier Schützen erreichten mit dem Armeegewehr 1208 Ringe, mit denen sie unter die fünf besten deutsche Gaue zur Teilnahme am Endkampf kommen wollen Zugnummer des Berliner Trabreno-sports war am Sonntag In Marlendorf der mit 90 000 RM ausgestattete Jubl-läumsprels von Berlin. Das flber 2800 m führende wertvolle Rennen endete mit dem erwarteten Sic von Aiwa unter der Hand von Hans Frömlng. Wir hören im Hundhink Moalag, tS. SapItalMri Rclektpro|reBBi 11—11.30: Kttinai Kontert bH totjcwIhlUr Unlerhaltunlimuiik — tl.SS—12.4Si Bcrtchl lur Lag». — 1}—16: SohBn« SUmmao lad bckaoola Inairtimanialitltii. — 16—t7i Waoig ba-kannl — doch intaraitanl, — 17,1S—tS.SOi «Dia« und daa für auch looi SpaS« aut taltjaoAMlaehaa Untcrhaliangawaiaan. — I8.M—tVi Dar Zaitapla-gal. — If.tS—t9.J0t Friwlbarlehl«. — 30.10—N) FOr |adaa atwaa. DaalicbUadaaiidari 17.1S—17.5Si Bacthovaa, Mo-lart, Wabar, Lailangi Otto Frlckhotar. 17.S$— 18,30; RAoiaiitiachai Konitrt aua dam Hof da« Haldalbargar Scblniaaa, Lallungi Barohard Coab. _ 20.1 S—311 Dar Rhain In Lied. — 31—^31i Back, Raaplghi, Beathoraa, Hayda, StrauB, Laitongi Hugo Baliar, Dflaialdorl. Effi Briest Roman von Theodor Fontane 41. Fortsetzung iSo dunkel,« »E ne Art Blatibartskönlg.« ' Das Ist gut. Von so «inem hört man immer am liebsten, und ich weiß noch, d.iß mir von meiner Freundin Hulda Niameyer, deren Naruen Sie Ja kennen, immer behaupteten: «ie wisse nicht« von Gesrbirhta, mit Ausnahme der «ach« Frfluen von Heinrich dem Achten, diesem englischen Blaubart, wenn das Wort für ihn reicht. Und wirklich, dies« «ech« kannte sie auswendig. Und dabei hätten Sie hören «ollen, wie sie die Namen «ti"*<(prarh, nnmeritllch den von der Eli-sahrth, — so schrecklich verlegen, al« wäre sie nun an der Reihe... Aber nun bitte, die Geschichte von Don Pedro...« »Nun also, an Don Pedros Höfa war ein schöner, schwarzer «panischer Ritter, der das Kreuz von Kalatrava — wa« ungefähr so viel bedeutet wie «rhwar-7er Adler und pour le m^rlte rusanunen-genommen — auf seiner Brust trug. Dies Kreuz gehörte mit dazu, das mußten sie immer tragen, und dieser Ka-Ifttrava-Rittpr, den die Königin natürlich heimlich liebte ..« »Warum natürlich?« »W'»il wir in Sprtnien «Ind.« »Arh 80.« • Und dieser Kalatrava-Rltter, sag' Ich. hatte einen wunderschönen Hund, einen Neufundländer, wiewohl e« die noch gar nicht gab, denn es war gerade hundert Jahre vor der Entdeckung von Amerika, Einen wunderschönen Hund also, sagen wir wie Rollo...« Rollo schlug an, als er seinen Namen hörte, und wedelte mit dem Schweif. »Das ging so manchen Tag. Aber das mit der heimlichen Liebe, die wohl nicht i ganz heimlich blieb, das wurde dem Könige doch zu viel, und weil er den «chönen Kalatrava-Rltter überhaupt nicht recht leiden mochte, — denn er war nicht blofi grausam, ar war auch ein Neidhammel, oder wenn das Wort für einen König und noch mehr für meine liebenswürdige Zuhörerin, Frau Effi, nicht recht passen sollte, wenigsten« ein Neldllng — «o beschloß er, den Kalatrava-Rltter für die heimliche Liebe heimlich hinrichten zu lassen.« »Kann ich Ihm nicht verdenken,« »ich weiß doch nicht, meine Gnädigste. Hören Sie nur weiter. Etwas geht schon, aber es war zuviel, der König, find' ich, ging um ein Erkleckliches zu weit. Er heuchelte nämlich, daß er dem Ritter wegen seiner Kriens- und Heldentaten ein Fest veranstalten wolle, und da gab es denn eine lange Tafel, und alle Granden de« Reichs saßen an dieser Tafel, und in der Mitte saß der König, und ihm gegenüber war der Platz für den, dem dies alles galt, also für den Kalatrava-Rltter, für den an diesem Tage zu Feiernden. Und weil der, trotzdem man schon eine ganze Welle seiner ge-wartr.t hatte noch Immer nicht kommen wollt«, «o mußte «chllefilich die Festlichkeit ohne ihn begonnen werden, und e« blieb ein leer«r Platz — ein leerer Platz gerade gegenüber dem König.« »Und nun?« »Und nun denken Si«, mein« gnldig-«te Frau, wie der König, die«er Pedro, sich eben erheben will, um gl«i«neri«ch «ein Bedauern auBzu«prechen, daß sein ,lieber Gast' noch Immer fehle, da hört man auf der Treppe draußen einen Auf-«chrel der entsetzten Dienerschaften, und ehe noch irgendwer weiß, wa« geschehen i«t, jagd etwa« an dar langen Festestafel entlang, und nun springt es auf den Stuhl und setzt «in abgeschlagenes Haupt auf den leergebliebenen Platz, und über eben dieses Haupt hinweg starrt Rollo auf sein Gegenüber, den König. Rollo hatte seinen Herrn auf «einem letzten Gange begleitet und Im selben Augenblicke, wo da« Beil fiel, hatte das treue Tier da« fallende Haupt gepackt, und da war er nun, unser Freund Rollo, an der langen Festes-taffll und verklagte den königlichen Mörder.« Effi war ganz «tili geworden. Endlich «agte «le: »Crampa«, daß i«t In «einer Art sehr schön, und well es «ehr schön ist, will ich es Ihnen verzeihen. Aber Sie könnten doch Bess'res und zugleich mir Lieberes tun, wenn Sie mir andere Geschichten erzählten. Auch von Heina Heine wird doch nicht bloß von Vitzli-putzll und Don Pedro und Ihrem Rollo — denn meiner hätte so was nicht getan — gedichtet haben. Komm, Rollol Armes Tier, Ich kann dich gar nicht mehr ansehen, ohne an den Kalatrava-Rltter zu denken, den die Königin heimlich liebte... Rufen Sie, bitt«, Kruse, dafi «r die Sachen hier wieder in dl« Halfter steckt, und wenn wir zurückreiten, müssen Sie «Ir wa« andere« errihlen. ganz was anderes.« Kru«e kam. AI» «r ab«r dl« Glä«er nehmen wollte, sagte Crampa«: »Kruse, das eine Glas, das da, das lassen Sie stehen. Das werde Ich selber nehmen.« »Zu Befehl, Herr Major.« Effi, die dies mit angehört hatte, schüttelte den Kopf. Dann lachte «ie. »Crampa«, was fällt Ihnen nur eigentlich ein? Kruse ist dumm genug. Ober die Sache nicht weiter nachzudenken, und wenn er darüber nachdenkt, so findet er glücklicherweise nicht«. Aber das berechtigt Si« doch nicht, die« Gla«,.. die« Drelßlgpfennig-Gla« «u« der Jnsoflnenhütte ,..« »Daß Sie so spöttisch den Preis nennen, läßt mich seinen Wert um «o tiefer empfinden.« »Immer der«elbe. Sie haben «o viel von einem Humorl«ten, aber doch von ganz «onderbarer Art. Wenn Ich Sie recht verstehe, «o haben Sie vor — e« Ist zum Lachen, und Ich genlere mich fast, e« auszusprechen — so haben Sie vor, sich vor der Zelt auf den König von Thüle hin auszuspielen.« Er nickte mit einem Anfluge von Schelmerei. »Nun denn, meinetwegen Jeder trägt seine Kappet Sie wissen, welche. Nur das muß ich Ihnen doch sagen dürfen, die Rolle, die Sie mir dabei zudiktieren. ist mir zu wenig schmeichelhaft. Ich mag nicht al« Reimwort auf Ihrem König von Thüle herumlaufen. Behalten Si« da« Glas, aber bitte, ziehen Sie nicht Schlüsse daraus, die mich kompromittieren. Ich werde Innstetten davon erzählen.« »Das werden Sie nicht tun, mein« gnädigste Frau.« »Warum nicht?« »Innstetten ist nicht der Mann, solch« Dinge so zu sehen, wie sie gesehen sein wollen.« Sie sah ihn einen Augenblick scharf an. Dann aber schlug sie verwirrt und fast verlegen die Augen nieder. ACHTZEHNTES KAPITEL Effi war unzufrieden mit sich und freute «ich, daß es nunmehr feststand, diese gemeinschaftlichen Ausflüge für die ganze Winterdauer auf sich beruhen zu lassen Überlegte sie, was während all' dieser Wochen und Tage gesprochen, berührt und angedeutet war, so fand sie nichts, um dessentwillen sie sich direkte Vorwürfe machen gehabt hätt«. Crampas war ein kluger Mann, welterfahren, humoristisch, frei, frei auch Im guten und es wäre kleinlich und kümmerlich-gewesen, wenn sie sich ihm gegenüber aufgesteift und jeden Augenblick die Regel strengen Anstandes befolgt hätte Nein, sie konnte «ich nicht tadeln, auf seinen Ton eingegangen zu «ein, und doch hatte «ie ganz leise da« Gefühl einer Überstandenen Gefahr und beglückwünschte «ich, daß das alles nun mutmaßlich hinter Ihr läge Danksagung Für da« liebevolle Geleite zur ewigen Ruhestätte, sowie für die Kram- und Blumenspenden anläßlich de« Hinsrheidens unserer unvergeßlichen Gattin und Mutter, Frau FANNY STROHMAIER, sprechen wir auf diesem Wege unseren herrlichen Dank au«. 379 Der tieftrauernde Gatte und Sohn; Familien Kos ■»nrt ntrnhmaler. Danksagung Für die liebevolle Anteilnahme, Kran*- nnd Blumenspenden anläßlich de» Ablebens unseres unvergeßlichen Gatten, Bruder» und Schwagers JOHANN MRAS, sowie für das Geleite zur letzten Ruhestätte, sagen w'r allen aufrichtigen Freunden und Bekannten auf d1e«em Wege unseren herzlichsten Dank, 7,36 Die tieftrauernden Famllleni Mras und Sluga. Danksagung Tief gebeugt Im bitteren Trennungsschmerz von meinen, über alles geliebten Gatten und treubesorgten, guten Vater unserer Kinder, des Herrn FRANZ PODGOR-SCHEGG, Gerichtsofflzlal l. R., danke ich au» diesem Wage rech, herzlich für die liebevolle Teilnahme an unserem so schwerem Leid, für das Geleite zur letzten Rahestätte und für die vieler-, «chönen Kranz- und Biu-manspenden, Besonderen Dank hpreche ich aus: der Kreisführung A P A D Stadt Marburg, Herrn Oberbür-fermelster der Stadl Marburg, der Ortsgruppe Rotwein, Mitatbeitern der A,P,A. Ortsgiuppe Rotwe'n den Kameraden df:r Zelle 4, Ortsgruppe Rotwein, Gefolgschaft de« Stadtbauamte* Marburg, Berufskameraden de« Gast-stättongewerbes Rotwein und «ämtlichen Freunden und Bekannten, Ganz besonder« danke Ich dem Herrn Orts-aruppenführer Pg Petz für die ernreifende Rede, der Frauonsrhftft, HItlerluqend, dem Gesangverein und Tranerkapelle für die letzten Akkorde und allen Un-nenannten, welche mir In der schweren Stunde zur Seite waren. In tiel«ter Trauer: Gattin Mathilde Podgorschegg. Der HiiinelliiiiliiiP der »Marburtfer Zeitung« ist ein« Fundgrube l(ünsti|ter Ao* debote alter Art! E« fehlt Doch Ihre Anz«i|tel Stndtt dtn Soldattn dl9 »Mnrburgtr Zftliing* an du Front/ MARBURGER ZEITUNG STAOTTHEATER MARBURG-Drau Criniiig dir Ipliliilt HU H Donoeritagi den 16. Sept.; GntauffUhningl DES RICHTER VON ZALAMBA. Schau* spiel In S Bildero von Calderon, frei« Nechdichtung von Wilhelm von Pchoh. Preiic I Beginn; 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Freitag, den 17.' Sept.: Ernste und heitere Werke von Peter Roseqqpr. ROSECtCER-FEIER. Vortragende: Lais Gtoö und Mila Schreiner. Beqinn: 20 Uhr. Ende: 22 Uhr. Prelte 1. SamsUg, den 18. Sept.; ErstaufführungI DER KUHREIGEN. Oper in 3 Akten von Wilhelm Ki«nzl. Beqlnni 20 Uhr, Ende 23 Uhr. Preis« I. Sonntag, den 19. Sept.i DER RICHTER VON ZAIAMEA. Schnuspiol in 8 Bildern von Cnlderon Freie Nachdlchtunq von Wilhelm von Schoh. Beqinn: 20 Uhr. Ende; 20.30 Uh.-. Preise I. Beqinn dei Kirtenvorverkaufes: Montag, 13. September, an dex Theaterkasse, Theater-qasse 4, täqllch in der Zeit von 9—13 und von 15—18 Uhr. UNTERSTEIRISCHE LICHTSPIELTHEATER MAIIBURO-DRAU | BURC-t ICH f SPIEH Haut« 16. I8.N. 10 4S Nmmf IUP PAULA WC88ILY, Hvrmui TklHtf, AllUa HOrMgat, Haiif Holl tn elncT frAhUrb-routwttllgan Pllro voll \VI«m«r Schnmit Die kluge Marianne Jagaa^UcN nlikl logalanMit Wo tA 18 yi, ») 4.1 Ubf Sr 13 45. t6 tl 30 n 4A Uln ESPUI40E Voa Monlap. lt. bli alntchl Daiomtag, 18. tat^laatwi LH ADINA (■ Nachtfalter Bla Lncaraa-flliB In dautiibar SpradM. FOt lofrodllrii# aicfet lagalaiHai l.lch<«pielc Kand i Jmstellungsmaftnah-men in der Untersteierniai k| b) Vorlage der Reichsmark-Eröffnungsbilanz vom 1. Jännei 1942 mit Bericbf des Verwaltungsratos und des Abschlußprüfers zur Reichsmark-Bröff-nungsbilanz und zni Umstellung. 2 BeschluOfassunq über die durch die Umstellung De dingte Anpassung de' Satzunqen an das deutsche Aktienrecht. 3. Vorlage des Jahresabschlüsse rt*»s Geschäftsberichtes und des Berichtes des Abschli.Rprüfers für 1942 durch den Verwaltiinqsrat. 4. Rnschlußfdssung über die rrtelhinq der Entlastung an den Verwaltimqsrat sowlp über die Verwendung des Reinqpwinnps. 5. V/ahl des Aiifsichlsintp . 6. Wahl dor AbsrhluRp''ilfer tU' dof. Geschäftsjahr 1943 7. Verschifdenes. . Jene Aktionäre die beabsichtigen, an der Geioral* Versammlung teilzunehmen (5? 30 and 31 der Stat,), wollen ihre Aktion bis 21. September 1943 bei der Deutschen Li^nderbank A G. in Berlin oder bei der Creditanstnlt-Bankverein Wen, odei bei der Creditanstalt-Bankvereln Filialp Marburg a. d. Drau erlegen. Auf Griind de' erlenten Aktien werden ihnen Legitimationen ausqefolqt, die auf den Namen des Erleqers lauten und auf denen die Anzahl der erleqten Aktien und die daraut entfallende SHmmpnanzf*b1 anqeführt Ist. Je 25 Aktien ern^b^n das Recht auf 1 Stimme. Rast, am 1,3. September 1913. Der Verwaltungsrat. X Amtllclie Belcenntmachunoen Bekanntmachung Kleiner Anz;c>^ü^er Zu verkaufen Aquarium samt Fische um 100 RM zu verkaufen Skot, Marb. IDrau], Poberscherstraße 9 ___42R-3 1 Silzkasse um 120 RM zu vorkaufen. Karbeutz, Edmund-Schm'd-Gasse 8, Marburq'Drau. 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Zu-schr unter tSofort 10« an di« »M Z«, Marburq'Drau. 433-8 Ubernehme die Führung tines Büffets- oder 8hnl Gast- bzw. j Vertriehsstellp auch im Lande | Zuschr unter »Bewandi^rte Kraft« an die »M Z.», M uburq , (Drau)_____I Bewandert (n der Gast-, Ver-, kaufs- oder Wlrt«chflflsbranche, ! suche Stelle auch auswärts| I zwecks Leitung ortei Mithilfe m ( 'derselben. Zuschr unter «Be-j j fählqte Mitarbeiterinn an die ! »M Z.«. Marburq'Drau __327-5 I Braver Mann sucht eine leich-I lere Arbeit am Lande In einem , Gefichäft oder Gastwirtschaft | ! Gehe auch zum Bauern Zusrhr.. unter »Verläßlich 12« sn die i)M Z.", Marhurq Drau 430 5 Wohnungstausch Tausche Hausmeisterstelle mit schönem Garten, qeqen Privat-wohnung, Zimmer und Küche Marhurq, Kämtnerstraße 10. 434-9 Auf Anordnung des Chefs der ZlvUv«rwaltung in der Un-tersteiermark wurde die Staadesamtsbezlrkselntallung des Landkreises Rann mit Wirkung ab 1. Juli 1943 weitgehend geändert. Ich gebe hiermit dl« Neueinteilunq bekannt: 1. Standesaint Arcli, zuständig für di« Gemeinden Arch, Birkau, Bründl, Gmein (nun Rieq), Großdom und Radelsteini 2. Standesamt Dlttmannsberg, zuständig für die Gemeinde Dittmannsberqt 3. Standesasit Drachenburg, zuständig für die Gemeinden Drachenburq, Hörberg und Peilensteini 4. Standesamt G u r k I • I d, zuständig für dl« Stadt Gurkfeld und di« Gemeinden Göttenitz, Haselbach, Lorenzb«rg und Talbergt 5 Standesamt Königsberg, luatlndlg fflr dl« Gemainden Pelddorf und Königsberg a. S. 174 6. Standesamt Lichtenwald, zuständig für di« Gemeinde Lichtenwald] 7, Standesamt Montpreis, zuständig für dl« Gemeinde Mont-preisi B Standesamt Rana-Stadt, lusttndlg für di« Stadt Rann» 0 Standesamt Rann-Umgebung, zuständig für die Ge- malnd« Altlag (nun Langenton) Arnau Kapellen (nun Altlag), Kersrhdorl (nun Mitterdorf) Malgem (nun Ebental), Mitterdorf (nun Kofiern), Niederdorf. Pirschenberg (nun Graflinden), Weilental und Brackel) 10. Standesamt Relchenbuig, zuständig für die Gemeinden Reichenburg und Reichensteini 11. Standesamt Sawenstaln, tuatändlq für die Gemeinden Impelhof, Ruckenstein und Sawenstaini 12. Standesamt Siegeraberg, zuständig für die Gemeinden Büchern und Siegersbergi 13. Standesami Wisell, zuständig für dl« Gemeinden Dreml und W*selh 14. Standesamt Woltsgrund, zuständig für dit Gemeinde WoUsqruT.di Der Landrat; Dr. LUTZ. Rann, am 7. September 1943. Der Polizeidirekior gibi bekannt: Mit der Inbetriebnahme der po]lz«l«lgenen Pernkprechan-lage sind die Dienststellen der Pollzeidirektlon, Domplati 18, des Kommandos der Schutzpolizei Marburg Drau, Domplatz 1 und der Kriminalpolizei, Thea*crgasse 4, unter nachangeführten Amtsanschlüssen zu erreichen; 2610, 2613, 2622, 278Ö. 2793, 2794. Die Polizeirevier« und Polizeiposten sind unter folgenden Fernspiechnummem zu «rrcichen; Uberfall-Kommando , . ....... 2475 1. Poliz«l-R«vicr ... ........ 2550 Polizeiposten Gami .......... 2662 2. Polizei-Revier . t , 2788 Polizeiposten Leitersberg . 2957 3. Polizei-Revier 2554 Polizeiposten Kötsch......... 2837 Polizeiposten Rotwein ........ 2084 Polizei-Revier Zweigstell« Drauweller . . . 2743 222 nr. Wallnar. DEUTSCHE REICHS-L 0 1 1 K R I E Ziehungsbr^tiiin: 15. OLtoiipr N«u! Art allt.dle mitspielen wollen! Zweck» Popierer;pfirriii m den SlOQllichrn Lodenep.nnfhmern di* Veneftdung von Loi-Angeboten on 3,)iekr vcrbolrn. hJur ollen Spielern wird ihr Lot vv,prier lugesandl. Wenn Sm deiholb »on jelll OD neu miitpielen wollen, lo wählen Sit (ich rechlieilig Ihr Lof (tibi' bei der nachiien Stoul-lichen LoMerle -Finnohme oui. 4a0 000 C««*tnii« und owBirdam i PrAmlin von )i S&OOÜO RM. fc/ec sät - med auch ,.. f vorausgesetzt daß er sein Saatgui gebeizt hat. Ce Trocken- oder Naßbeize für alle Getreideoilen! nliayvA» J.O FAROENINOUSTRIE AKTIENGESELLSCHAn Pll»nt«nichu'l-AH'«llung '' j; J LEVtRKUSEN VfLy 12h Damenfacke (blau) von der Schlachthofgasse bis zum Kino »Esplanade« verloren Abzugeben gegen Belohnung hei Praß — Rud.-Puff-Gasse 17, Marb. (Drau). 436-13 Heirat Fupde - Verluste OHenc Stellen Verloren wurde am 6. Sept. /.wischen 18 imd 19 Uhr ein rechter Handschuh (Schweinsleder) dui dem Wege Parkst rnRe—Bismarkstraßo—Tappel-nerplalz ,uim Bahnhof Der ehrliche Finne! wird gebeten, diesen bei der «Marliurger Zeitung« abzugeben 183-13 Alterer, sympathischer, gut si-tuierter, unabhängiger und alleinstehender Herr sucht Ehebekanntschaft mit fescher Dame Anträqe erbeten unter: »ErqSnzunq« an die »M Z.«, Marburq'Drau. 435-12 Verschiedenes Zeltungs-austräger-ln für Pettau soforf {{esuchf Vorzu8tell«o b«l der Ge schäftsstelle dei »Marburget Zeitung* la Pettau. Gitrnnt ßntvr ArtMi-f'rär)aral9 - i*l< 1991 - Erewei-L^u^Taii ». ».k.® Familienan zei j^en finden durch die *Marhurgef Zeltung« weltesle Verbreitung Tausche kompl. moderne Küche, Kredenz (dreiteilig), qanz neu, 2 Kürhenlische, qeqen qut erhaltenen Pelzmantel oder dunkelbraunen Stoffmnntel — Schlanke miitl. Größe. Zuschi unter »Wertausgleich« an die Geschaflsslolle der »M Z.» — CilH. 220-14 Danksagung Für dl« zahlreichen Beweise inniger Anteilnahme an dem Tode unserer lieben, guten Muttef, Schwieger-nutter, Großmutter, Schwäge in und Tante, Frau Joseline Vlastnak, sowie für die schönen Kranz ujd Blumen spenden sagen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Rann/Saw«, Rosenqassp 100, den 10. September 1943. Dl« trauernden Familien Lebltsch-Mastnak. ViM Blnulpllnnq tnn Arlifltihrlt | l«o «oS dit- Ziiftllmmano de« in * «IMndlgeD ArbxllS'Onlni .•logi'bnll | •rerdtta. | Hausarbeller, mit handwerklichen Fähigkeiten bevorzugt, wird ab sofort aufrienommen Dienstwohnung vorbanden Ehrliche, verläßtlche und arbeitswillige Personen wollen sich vorstellen bei der Lehrer-bildunqsanstalt Graz in Marburq'Drau, LanHwehrkaserne. MelUngerstrnßc 36._ 213-6 Vom tiefsten Schmerz gebeugt, geben wir allen Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß unsere Inniqstgeliebte Gattin. Mutler, Großmutter, Schwester und Tante, Frau 1 Hilfsarbeiter wird aufgenommen Kann sich bei uns zum Facharbeiter ausbilden Außerdem wird 1 Lehrling aufgenommen Tischlerei Koler, Marb (Drau)—Neudorf, Wurnignasse M. ___431^ Tüchtige Ersatzkraft für Sekre-tfirin qesucht Zusrhr unter »Drlnqend« an die »M 7.«, Marburq'Drau. 432-6 Anna Ferk verw. Stana^r Eckstein Gastwirtin und Besitzerin In PöBnltzhofen am Samstag, den 11 September 1943 nach kurzem Leiden im Alter von 68 Jahren verschieden Ist Das Begräbnis findet am Dienstag, den 14 September, um ;<9 Uhr, vom Trauerhause in Pftßnitzhofen nach dem Ortsfrledhof In Jahrlng statt. Pößnitzhofen, Wien, Marlenbad. 12. September 1943 JOHANN FERK In» Namen aller Verwandten. ENERGIEVERSORGUNG SÜDSTEIERMARK AKTIENGESELLSCHAFT SRcFitung Qasoerßraucfier! Der Gasverbrauch zeigt wieder eine aufwärts steigende Bewegung, was im Widerspruch mit den von höherer Stelle angeordneten Gasspaimaßnrihmen steht Nach diesen hat )eder Konsument Im Vergleich zum Vorjahr vorläufig 5% seines Gasverbrauches einzusparen worauf wir hiemit ausdrücklich hinweisen. Es wird gegen Mehrverbraucher entsprechend vorgegangen werden und nötigenlalls eine noch radikalere Einschränkung angeordnet. 2^^ Gaswerke Marburg und ClIIL Verschiedenes Tausche Her-renwlntermantel (Hubertus) und dunkl Straßenrock für guten Klelnhildphoto-ipparat oder 6X9 Adresse: Tscheschnowar Martin, Elchtal 151. 351-14 Taunche tadel-lone, 6 akkordl-({c Gitarrzither itcjjen )}uterhal-fcnea Herrenfahrrad. Adr. In der „M Z.**, ' Itirburj} ' DrHU. 437-14; In tiefster Trauer geben wir bekannt, daß uns unsere liebe Mutter, Groß- und Schwiegermutter. Frau Franziska Malleg geb. Konrad Privat« am II, September 1943 nach langer und schwerer Krankheit für immer verlassen hat. Das Begräbnis findet am Montag, den 13. September 1943 um 15.45 Uhr In Drauweller statt 438 Marburg'Drau, den M September 1943. Emmerich, Albert, August und Leopoldine, Kinderi Rosa, Maria und Helene Malleg, Schwiegertöchteri Enkel und Enkelinnen. i—iaiiii ■ iii4&aEgaigi Schwe^ tiaf uns rim 10. September 1943 die schmerzliche Nachrich' ddP unser herzensguter Sohn, Bruder, Neffe usw. Max Trlnko Grenadier in einem Gebirgsjäger-Regiment, In blühendem Alter von 21 Jahren, am 22, August 1943, fern von seiner Heimat am llmcnsee bei den schweren Kämpfen sein lunrtes Leben Heß. Unter-KOtsch, RoBweln, Lendorf, Marburg Drau, den 13. September 1943. An sein fernes Heldengrab denken in ffefer Trauer' Pranx und Al'Oisia Trlnko, Ellerni Josef, Brudert Hedl, Schwesten Maria Trlnko, Großmutter und alle übrigen Verw»" ' 4?9 I fr msxBtmmstsmm wir geben bekannt, daß unser« liebe Mutter, ftau Olga Schreiner Direktorswitwe Samstag, den 11. September 1943, In Ruhe entschlafen fpt Das Begräbnis findet am Montag, den 13 Sep-temb«r 1943, um 18 Uhr, In Anderburg, auf dem Ortsfrledhof statt. 440 Anderhnrg, Marburg/Drau, am 11. Sept 1943, Dr. Heinrich Schreiner, Ludmilla Schreiner, Slanka Schreiner, Olga Schreiner, Kinderj Fva Schreiner, Enkelin. 6 ♦ Nr. 256 * Monta|, 13. 8«ptombw 1943 MARBURGER ZEITUNO Der Landser und der Film Von d«r Leinwand grüßt dit Heimat Der Abend des Landseri hat Minen rlelfach getünchten goldenen Schein. Er vor allem verbindet ihn nach der Pflicht und harten Unerbittlichkeit det Taget mit dem großen inneren Gut dei überkommenen und Bewahrten: wenn die Gedanken an den heimischen Herd, zur Familie, zum früher ausgeübten Beruf, zur blinkenden Fülle des Lebeni zu-rOckellen. Der Begriff Heimat Ist nicht nur durch die Verbindung zu seinen Lieben und Freunden abgesteckti er umfaßt weitere Bezirke und schließt die Vielfalt der ganzen, bewegenden Gegenwart ein. Hier werden auch die geistigen Wechselbeziehungen des Landsers zam künstlerischen Ausdruck seiner Zelt offenbar, die er selbst an ihren entscheidenden Brennpunkten miterlebt und mitgestaltet, Was das Vaterland ihm auf diesem Gebiet zu geben hat, strömt ihm in stillen Rinnsalen, klug gelenkten Flußläufen und breiten Kanälen zu, — In Feldpostbriefen, Zeltungen und Büchern, durch den Rundfunk und den Film. Eine großartige Organisation sorgt dafür, daß dieser Strom librndig bleibt und die •ntlegendsten Stützpunkte ebenso erreicht wie alle Quartlere in Bunkern und Dörfern, Städten und Lazaretten, Lngern und Heimen. Wer dieses imposante Fließen eines kulturellen Guts In seiner Mündung in viele hunderttausend Seelen nicht nur beobachtet, sondern in seiner ganzen breiten Wirkung •riebt, erkennt erst wirklich die beherrschende Rolle, die der Film im Rahmen der Truppenbetreuung spielt. Das Verhältnis Ton Film und Landser Ist in vie' Kriegsjahren ein enges und vielfältiges geworden. Es reicht über den Grad einer willkommenen Abwechslung weit hinaus und hat wie jede echte Liebe ihre Geheimnisse, und Ihre Wunder. Manchmal, und nicht nur In den heimatlichen Garnisonen, kommen Künstler des Filnis zu Besuch. Hier wird eine von der Ge-leqenhelt vermittelte Freude zum Ausdruck herzlicher Neii^lerde, nicht anders, als wenn ein bekannter Schauspieler s'ch im großstärltischen Urauffüh-runqsthefller leutsolig verneigt und für den Beifnil dankt Aber nicht darum und nicht um die schimmernde Illusion von anderthalb Stunden geht es, sondern um die tieferen Strftme, die bei den Pilmvorführun^ig» zwischen Front und Heimat, zwischen den Soldaten und Ihren sehnsüchtiq gebliebenen Herzen, zwischen dem klirrenden Heute und dem leirhtverklSrten Gestern, wiinder-sam hin- und herfließen, Der Landser war früher Kinobesucher und wird es dereinst wieder sein. Augenblicklich ist er mehr: ein vom tilm-gespiegellen Antlitz seiner Gegenwart angesprochener Jünger der an Tradition ärmsten, aber an Wirkung reichsten Mute. Er sieht erstaunlich klar und dabei ganz simpel hinter die Fassaden des Spiels Er spürt alles Schöne und Unechte auf Anhieb. Er sieht in einer vom Zufall diktierten, daher ziemlich wahllosen Reihenfolge neuere und ganz alte Filme, dazu derbe Komik und spielerisches Vergnügen dicht neben starken künstlerischen Leistungen und großen und tiefen Themen. Der in tausend Reflexen spiegelnde Reigen der Bilder verwirrt ihn nicht Unbeirrt sondert er Spreu und Weizen. Ein gedankentiefer Wessely-Film bedeutet ihm mehr als ein flatterndes Operettchen Er fragt im Gegensatz zu livilen Filmbesuchen einstiger, verschollen anmutender Tage nicht nach den Stars. .Albers oder die Leander sind ihm nur Diener am Werk, denen er dankbare Achtung zollt Die Liebe reicht über Gesichter hinaus) denn auch vertraute Gesichter verblassen In der Nähe des Krieges. Es bleibt des Grunderlebnis, der bedeutsame Inhalt. das Echo der künstlerischen Vermittlung Es wäre ein ungeheurer Irrtum, anzunehmen, der Landser g'nge zum Film, allein um einige Stunden ^ol- xaschlagen. Er ist vod ihm gepackt und erfüllt und rittert vor Erwartung Tage und Stunden vorher, um in einer ande ren, seiner Pflicht befreiend abgewand-ten Welt das Geschenk Innerer Erfrischung anzunehmen. Er Ist dabei nicht unkritisch, sondern sucht nach dem Ackergrund der künstlerischen Idee Natürlich nicht Im Sinn einer kathedergewichtigen Analyse, sondern eines willig geöffneten und allen Wundern sehnsüchtig zugeneigt gebliebenen Herzens. Dem gegenüber hat der Film die erste Verpflichtung, diese Liebe auch In seinen leichtesten Gaben nicht zu enttäuschen. Was aber kann Schöneres, Gültigeres und Rühmlicheres über das Verhältnis von Film und Landser gesagt werden als eben dies, daß der Film im Strahl abendlicher Versenkung das Soldatenherz bereitfindet, sich seiner Macht und Sendung vorbehaltlos hinzugeben und in ihm die Züge seiner Heimat, seines Wesens, solner Zeit fast zärtlich tu erkennen? Soldat Hant-Watfhtr Btix Da« Leben gehl welter — ein Krlegs-versehrtenfilm. Die Wien-Film ist gegenwärtig mit der Herstellung eines Krlegsversehrtenfllms »Das Leben geht weitere beschäftigt Die Aufnahmen werden u. a. in verschiedenen Lazaretten und in Betrieben durchgeführt, in denen Kriegsversehrte wieder zum Arbeitseinsatz gelangen. Im Wartheland wurde das erste Heimatmuseum (in Schmiegel, Kreis Kosten) seiner Bestimmung übergeben. Elf weitere Kreise folgen, und die Vorbereitungen für den Aufbau von 12 ähnlichen Einrichtungen sind in Angriff genommen worden Nestroy und sein Fortleben in der Kunst der Darstellung Gedenken zu einem neuen Nestroy-F'ilm Ja, er Ist wahrhaftig uniterbllch, dieser Schauspieler und Possenschreiber, den schon seine Zeitgenossen den »Wiener Aristophanes« nannten, während er lelbst es noch nach dem Riesenerfolg des •Lumpazivagabundus« Ironisch ablehnte, ein »Poet« zu sein, denn g'spss-lige Sachen schreiben und nach dem Lorbeer trachten, das sei gerade so, als wie wenn einer Zwetschkenkrampus macht und gibt sich für einen Rivalen des Canova aus. Daher kümmerte er sich nicht um die Drucklegung seiner Stücke Freilich, ihm konnte es gleichgültig sein, ob er sein Publikum als Schauspieler oder als Dramatiker beherrschte Ohne Zweifel ist diese Sorglosigkeit gegen das eigene Werk seinem Nachleben zunächst nicht günstig gewesen, denn der Schauspieler stand tatsächlich eine Zelt lang dem Dramatiker im Wege. Man glaubte nach seinem Tode einfach nicht an eine Nestroy-Aufführung ohne Nestroy, bis ein Theaterdirektor unter dem Druck eines bevorstehenden Bankerotts auf die Idee kam, das hundertjährige Jubiläum des I.eopoldstädter Theaters (1881) durch eine Nestroy Ausgrabung zu feiern. Als dieser Akt der Pietät aber zu einem Nestroy war es gegeben, die Bitterkeit, ohne die, wie es scheint, Erkenntnis auf dieser Erde nun einmal nicht gewonnen werden kann, aul dem Theater, Indem er die sie auslösende menschliche Unzulänglichkeit mit den Mitteln mimischszenischer Darstellung zu einer scheinbar absichtslosen Spiegelung des Lebens verdichtete, durch die besondere Magie der Komik In befreiende Hellerkeit aufgehen zu lassen. Er schenkte seinen Zuschauern die Gnade des Lachens, ohne von Ihnen ein Hinabsteigen auf das Niveau der Unsinnskomik zu verlangen, deren Genuß man meist mit einem katzenjämmerlichen »Aber das ist doch gar zu biödl« zu quittieren pflegt. Nestroys Komik er-snögllchtn ein Lachen ohne Verzicht au liefere Einsicht in die Fragwürdiqkeit und Widersprüchlichkeit des Lebens. Diese Wirkung ging In Ihrer ganzen Kraft nur von der dramatischen Darstellung aus. Und das war die zweite große Entdeckung; die geradezu unverwüstliche Theaterwirksamkeit seiner Stücke, die keineswegs, wie man zuerst geglaubt hatte, unablöslich an das Spiel der ersten Darsteller, vor allem Nestroy? selbst, gebunden war. Diese U1«KI uc. [siestroy? selbst, gebunden war. Diese Zyklus nie geahnter, rauschender Er- | sorglos ziisftrnmenqetüqten fnlnp führte, da war der Bann oe- ! ______ __j." ,-••«1.»:__j«. n-.u« folge führte, da war der Bann ge- j brochen, und man fand den Weg zu der Kiste, die den Nachlaß des fälschlich Todgesagten behütete. Gesamtausgaben und Klassiker-Ehren machten gut, was versäumt worden war. Nach zwei Richtungen bedeutete der neuerstandene Nestroy eine Überraschung, Man entdeckte erstens den geistvollen Satiriker und Sprachkünstler Die Herausgeber der ersten Gesamtausgabe glaubten noch, wie In der Einleitung zu lesen steht, Nestroy habe für eine Aufführung nur einen Canevas geliefert und der Text habe erst auf der Bühne bei Proben und Aufführungen unter Mitwirkung des Ensembles seine endgültige Gestalt bekommen. Aus dem Nachlaß ergab sich jedoch, daß im Gegenteil qels'treiche, feinst ziselierte Aphorismen oft die Kristallisationskörper der dramatischen Konzeption bildeten Aus Ihnen sprach ein überlegener Betrachter und Diirchschauer des Lebens, den keine Maske mehr täuschte Man konnte einzelne dieser Sprach-Kleinodien aus dem Zusammenhang lösen und sie für sich Im Lichte funkeln lassen. Aber nicht alle! Denn oft waren sie — und oft wieder gerade die tiefsten — dramatisch gebunden als Selbst-offenbarunqen lebendiger Gestalten Und noch etwas kam hinzu. Für sich genommen wirkten die Aussprüche Nestroys oft bitter, ernüchternd, manchmal sogar zynisch. Gan* anders auf der Bühnel Denn dem begnadeten Komiker Possen haften dis Geheimnis des Echt-dramatischen in sich, daß sich im Rampenlicht jedesmal von neuem die Synthese zwischen der jeweiligen schauspielerischen Individualität und dem Worte des Dramatikers vollzog, die, eine echte »Unio mystica«, Leben schafft. Es ergab sich, daß man Nestroy auf vielerlei Arten speilen konnte, wenn es nur Berufene waren, die sich daran wagten Jede Aufführung hatte die Möglichkeit in sich, eine Neuschöpfung zu werden. Bs hat auch schon sozusagen philologische Nestroy-Aufführungen gegeben, die vor allem »das Wert stehen-r lassen wollten. Aber das Ist wohl mehr Sache der Herausgeber seiner Texte. Von solcher Art Ist die filmische Darstellung am weitesten entfernt, da sie dem Wort nicht so viel Raum geben kann wie das Sprechtheater. Sie hat an Nestroy eine allerschwerste Aufgabe, deren Bewältigung durch die Gewalt der mimischen Verlebendinung anderseits wieder einen höchsten Trumpf schauspielerischer Kunst bedeutet. Einen höchst Interessanten Beitrag in dieser Beziehung dürfte der neue WIENFILM nach Nestroys berühmter Posse »Der Zerrissene« liefern, der unler dem Titel »Der goldene Käftq« Schauspielerindividualitäten wie Friedl Crepn. Hans Holt, Attila Hörbiger, Hermann Thimig Im Ensamble vereinigen wird. Hofrat Dr. Otto Rommet Fn(nt Tnhii-Sctuilrt »Der Verteidii[cr hat das Wort« ist der Titel eines neuen Tobis-Films, in dem Heinrich Gcorjjc einen berühmten Str.Tfvcrlcidificr und RttdoH Fcrsni den Juwelier Günther Fabian ilibl, Carla Rust, MariJit Symo und Karl Schönbötli tr^chcinen in wciltitu Hauptrollen Heinz Ruhmann spielt die Titelrolle im neuen Terra-Film »Ouax In Fahrl« Einen schönen Gruss aus dem Allgäu! Heute will wieder einmal ein besonders schöner Tag werden. Es ist noch früh am Morgen, und ich sitze am offenen Fenster der Fliegerschule Bergfried und tausche beglückt dem Läuten der Herden, die fleißig über das gfrüne Weidelaad ziehen und die keine Minute verlieren wollen, um das Ihnen zudiktierte Quantum an Kindernilch, entrahmter Frischmilch und Buttermilch zu erreichen. So sehr sind ele in ihr« Tolks-wirtschaftlich bedeutsame Tätigkeit vertieft, daß sie sich nicht im mindesten von dem Gedröhne stören lassen, weichet jetzt anhebt, weil die für die heutigen Filmaufnahmen benötigten Flugzeuge startfertig gemacht werden. Da es lieh bereits herumgesprochen hat, will ich mit der Sprache herausrücken: die produktionsgruppe, die raeinen Namen trägt, dreht für di« Terra den Film »Quax in Fahrt«. Und wie der Name schon verrät, handelt es lieh um eine Art Fortsetzung. Aber nur um eine Art. Denn et ist nicht so, daß die letzte Szene des Films »Quax, der Bruchpilot« die erste Szene des Films »Quax In Fahrt« sein könnte. Ein Film lit kein Roman, und was den »Drei Musketieren« recht ist, wire für die zwei Quaxe zu billig. Die beiden Autoren Hermann Grote und Wolf Neumeistei haben sich deshalb etwas Neues einfallen lassen, sogar einen »neuen« Quax. Ich muß nun sehen, wie ich mit ihm fertig werde. Man braucht also keine Angst zu haben, Quax nicht wiederzuerkennen. Denn erstens klebe ich mir keine andere Nase ins Gesiebt, ich schmücke mich auch nicht mit einem Bärtchen, und zweitens kann keiner seiner Inneren Haut enfliehen, nicht einmal ein Schauspieler. Wenn Ich also den gestrengen Fluglehrer Quax stlm-runzelnd auf seine Flugschüler losgehen lasse, so werden mich trotrdem alle als den früheren Quax wiedererkennen und an den Bruchpiloten denken. Außerdem werden sie mich begreifen, wenn ich die Stirn runzle. Man hat mir xu den Bengels, dte ich tu Fliegern machen soll, zwei Mädels zugeordnet. Ich wurde nicht lange gefragt, eines Tages standen die beiden da und feixten mich an. Oder aus. Die eine ist ein kleiner ulkiger Proppen, und die andere, hm, die andere, ich will aus be* greiflichen Gründen nicht darüber reden. Aber (liegen können die beiden! Da bleibt einem Manne nichts anderes übrig, er spricht ihnen ein gewisset Daseinsrecht zu. Geflogen wird in dem neuen Qua*-Film, daß einem das Herz im Leibe lächelt. Und wir fliegen nicht nur die Runde über dem schönen Allgäu, wir fliegen bit nach Afrika I Wie wir dat machen, Itt unsere Sache. Jedenfallt notlanden wir mitten In einem Kaffern-kraal, und was uns dort von einem schwarzen Häuptling und seinem noch schwärzeren Medizinmann an Überraschungen beschert wird, das geht auf keine Kuhhaut Schon aus dieser Aq-deutung ist ersichtlich, daß der Film »Quax in Fahrt« mächtig auf die Tube drückt. Gelacht soll werden, viel gelacht. Wenn s sein muß, auch über mich Aber das Lachen ist nur ein Mittel zum Zweck, eines von den berühmten heiligen Mitteln Es geht mir um mehr- dieser Film soll von der wahren, echten Fliegerei erzählen, von dem kameradschaftlichen Leben der jungen Leute Kurzum, er soll lachend begeistern. Draußen auf dem Fluggelände Ist ee inzwischen betriebsam geworden Der Spielleiter Helmut Weiß steht schon neben der Kamera, die wieder von Ewald Daub bedient wird, und von den Darstellern sind Hertha Feiler, Karin Hlmboldt, Brun! L6bel Robert Tessen und Lothar Flrmans anwesend und winken mir zu. Ohne mich scheint es wieder einmal nicht zu gehen Darum laßt mich diesen Brief beschllefleo — mit einem schönen Gruß und einem »Auf Wiedersehen« mit Eurem alten (neuen) Quax, Eurem Hflnx Rähmann Der Film im Land der tausend Seen Die finnische Fllmproduktlon kann In diesem Jahr auf »ine 25 jährige TÄ tigkeit zu'ückblicken. Sie hat sich in dieser Zeit aus bescheidensten Anfängen zu einem kulturell und Wirtschaft lieh gleich beachtenswerten Unternehmen entwickelt. Alljährlich werden von finnischen Filmfirmen etwa 20 Spielfilme gedreht, und auch wahrend des Krieges Ist diese Z