Nr. 1«. Montag, 23. Jänner ltttt». ltt?. Iahrganss. ^^___________ _______ ' l^rryoninnsn pr, .icüe 8 ir. V ^.,^.,,, „^ ..nstc,:°>!mi,>i, nnb Vi,lnulcli,'!l n!ch< ,ur« «gestellt. Amtlicher Hheil. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit i Allerhöchster Entschließung vom IN. Jänner d. I. den ^ msherigeu außerordcntlicheu Gesandten nnd bevollmäch- ! Ugten Mimstcr in Madrid Victor Grafen Dubsly zmn außcrordentlichell und bevollmächtigt?!, Botschafter "»,^^ Majestät der Königin-Regentin von Spanien allergnab.gst zu «nennen geruht. ANe^r/' '^'^ l' Apostolische Majestät haben mit "°'" l.^""er d. I. dem e a I.' ", ^"'ptstkuercinnehmer Joseph Greissen - t^i m/s,,,"^ «^"'"""a seiner vicljähriqen eifrigen lind ch n N?7 Dienstleistung den Titel eines kaiser- lMM Rathes taxfrei alleranädiast zu verleihen geruht. Nichtamtlicher Hljcil. Der deutsche Reichstag R^^' ^ ^"ffuung seiner Sitznngcn vor einer 2." .^''^"f^ben. in denen sich nicht allein die m m7^? de« Deutscheu Reiches, soudern, wie Ge N^ l. ^ w"hl sagen kann, jene der europäischen na<5 ^' wirde, spiegelt. Die Stärkung des Staates a? H"'.'"" "?« '""c", dass sind die Ziele, denen M " ^ed"'"' Pfaden alle Legislativen gegenwärtig ^. , .". die s,e zu erreichen nach Möglichkeit bestrebt ilm-., ?<"'' ^'" Schirm der staatlichen Ordnung nach de w? ^"^ '""l Socialistengesetz festigen, welches V0l f^"^"^ vorgelegt wnrde uud das in der Partei-" l u n„h i„ ^„ Kämpfen des Hauses eine große "°lle zu spielen berufen ist. Kn.! ^ """ Entwurf schlägt eine Verlängernnq des ^'all "' ?.e ""en nenen Grundsatz aufgenommen, wel-kann - blshcrigen Strafgesetzgebnng fremd war. Es krit >,'" bestimmten Fällen vom Gerichie die Zulässig-ausgesprochen werden, und auf Grund eines solchen Erkenntnisses können die Landes« beholden den verurlhrilten Agitator des Hcimalsrechtes l» allen Staaten des Deutscheu Reiches verlustig erklären. Die Vorlage bestimmt: «Personen, welche nach den vorstehenden Vorschriften ihrer Staatsangehörigkeit in einem Bundesslaatc verlustig erklärt wordeu siüd. verlieren dieselbe auch in jedem anderen Almdesstaale und können ohne Genehmiguug des Bundcsrathes in keinem andern Bnndesstaate die Staalsaugehörigkeit von nenem erwerben.» Es hat bisher als Grundsatz gegolten, dafs der Staat nicht jemanden ans einem Gebiete verweisen könne, ohne ihm einen Ort zu sichern, wo er Auf. nähme finden könnte. Diesem Zwecke entsprachen bieher die Strafcolouieu verschiedener Länder, doch dürfte es kaum jemand als eine Härte ausehen. dass die dcnlsche Gesetzgebung keine Deportationen begründen will, iu denen die Ausgewiesenen in der Ncgel ein kümmerlicheres Dasein führen, als in den heimatlichen Gefängnissen. Die Expatriierten würden leine andere Wahl haben, als nach dem nenen Contincnte auszuwandern; aber seitdem deutsche Agitatoren nnter die Dunamitar« den gegangen sind. seit dem blutige Tage von Chicago beginnen die amerikanischen Politiler für eiue Einschränkung der Einwandtluugssreiheit zu wirken, welche iu erster Linie gegen das Zuströmen von Anarchisten gerichtet ist. Leider hat die Ansartnng der Socialdemokratie in das Auarchistcnthum, leider hat die Villiguug von Mitteln, welche jedem Meuschlichte,ts-gefühle spotten, dru Staat gezwungen, auf ciue energische Abwehr zu siuneu und in seinen Mitteln ebensowenig wählerisch zu sein, als es jene Anarchisten si»d. von denen sich offen loszusagen und welche ebenso ossen zn bekämpfen die Socialdemokraten leinen Muth und auch keiuc Kraft finden löunen. Indessen sind die Schicksale der neuen Vorlage noch nicht abzusehen, und es ist nicht ausgeschlossen, dass noch verschiedene Modifications!» versucht und auch erreicht werdcu. Noch läset sich die Stellung drr verschiedenen Parteien nicht mit Gewissheit angeben, uud die Mittheilung, als hätte sich die national-liberale Fraction oder doch deren Mehrheit für eine Bekäm-psuug des neuen Entwurfes entschieden, wurde von national-liberalen Organen bestritten. Ja, gewisse ans dem Schoße dieser Fraction stammeudc Mainfestatiouen stellen nicht in Abrede, dass die besonderen Gefahren und die besonderen Waffen des Anarchismus und der mit ihnen tämpfendcn Fractionrn auch besondere Mittel der Zurückweisung erheischen. Der Schwerpunkt der Entscheidung rnht bei den Nalional^Liberalen, welche jedoch, da die Vorlage unmittelbar vor der Eröffnung des Reichstages erschienen ist, einen Beschluss noch nicht fassen konnten. Wir stehen dem Nctionsgebiele der deutschen Par-teieu zu ferue, nm irgend welche Voraussetzungen über das Schicksal des Gesetzes zu wagen, aber betrübend ist es. dass gerade jener Staat zu den schärfsten Waffen zn greifen bemüssigt ist, welcher den Anbeginn mit einer praktischen Lösnng der verschiedenen socialen Schwierigleiten gemacht hat und in dessen großer social-politischer Action ein weit bedeutenderes Verständnis für die drückenden Verhältnisse der nothleidenden Classen zu finden ist, als in allen Schriften der socialistischen Agitatoren. Die deutschen Reformprojecte sind die Grundsteine einer neuen humanen Gesetzgebung, sie haben zum erstenmale die Wege geebnet, welche zu einer theilweisen Lösung der socialen Frage führen können, sie haben die Methode für alle Gesetzgebungen klargestellt nnd damit allein einen Erfolg errungen, der nnr von solchen verkannt werben kann. welche den socialen Frieden uicht wollen, welche nicht die Versöhnung der socialen Schichten, sondern deren teilweise Vernichtung anstreben. Wenn nun die Erkenntlichkeit für eine solche legislative Initiative eine so geringe ist, dass das Deutsche Reich nach neuen M,tteln der Abwehr forscht, dann ist freilich nur eine schwache Ermuthigung für die anderen Staaten, an ihre Reformen heranzutreten. Nur die Erkenntnis, dass die Massen nicht für die Verblendung der Agitatoren zu strafen find, wird wohl die anderen Gesetzgebungen nicht abhalten, dem social-politischen Muster des Deutschen Reiches nachzustreben. Der Vermehrung der Macht des Reiches nach außen dient die neue Wehrvorlage, mit deren wesentlichen, Inhalte wir uns bereits beschäftigt haben. Sie wird in Deutschland gewiss jene patriotisch? Bereitwilligkeit finden, deren auch bei uns jede Maßuahme sicher ist, welche dem Reiche Ausehen und seinen Machtmitteln neue Stärke leihen soll. Die Völker wissen, dass die Zeit, die Rüstung zu lockern, noch nicht gekommen ist und der Friede nur gesichert ist, wenn zugleich die Macht vorhaudcn ist. ihn zu behaupten. Die deutsche Wehrverfaffnng ist in mannigfacher Hinsicht hinter jener zurückgeblieben, auf der die Kampfes stärke der anderen Staaten beruht, und je höher die Güter werden, w>lche durch eiuen Krieg bedroht erscheinen, je schmerzlicher die Wunden werden, die er dem Eultur» leben der Nationen zu schlagen vermag, umso wirksamer müssen die Mittel werden, welche die Nationen gegen solche Eventualitäten zn bieten geeignet sind. So steht denn der deutsche Reichstag vor einer parlamentarischen Campagne, die in mannigfacher Hin- Jeuisseton. Stiefmütterchen. niülH^ ^'" '"' Gärtchen so vor mich hin, nnd l,.j, ,q/" Wcheu. das war mein Sinn; da s.ch ich — vom ^, ^"' When, aber unter dürren Blättern, die be, .. m?.""^ sich °"fs Bert geflüchtet, unter erstor-Slln . "' ""d gelben Halmen sah mit tiefdunklen mill, la"a.en traurig nnd zagend ciu Stiefmütterchen zu l« 'ch"" verzweifelt in trostloser Einsamkeit ra-iN' <^"^ ^ '""'' Schnell wandelte ich die denö - '" bie Herzenslöue des deutscheu «Ge- trua «?'' ^"^ mich. nahm das Alümleiu uud des c^<- ?'"""'» flegle uun sein und nehme mich gern sle«,, '"'"Nitterchei.s an und — seiner Namensschwe- «each'tetm «Stich2!r''. "" ^"'^"'' viel gering »Ml, .^"uhcr rs nur kommen mag. dies traurige Vor. luse. m,?" alle die. die berufen sind, der mutter-l"< nm7'^ bie geschiedeue Mutter zu ersetzen? Ganz gleicki - ^ Vorurtheil. wie die meisten seines-aarst «!" l5°lge von Ungerechtigkeit oder hat diesen 's less«'! idling im Gefolge. Doppelt verletzend greift f«'d si^ ?- ^''"'" '"s Frauenleben. weil es angrei-weibli^ "'"stellt als schonnngsloser Gegner den vielen "„tl, su'. 9"'dcn gegenüber, als da sind: Sanft-^' Geduld, Milde, Güte und Pflichttreue. ^ Das Vorurtheil gegen die Stiefmütter wäre doch nur dann gerechtfertigt, wenn nie uud uiemals es Ausnahmen gäbe, noch gegeben hätte; wenn nicht eine von all denen, die den Segen der Mutterliebe trage» sollen in ein vereinsamtes Kiuderherz. diese hohe Auf. gabc verstanden hätten, voü nnb ganz zu erfüllen. Ist darum ein Baum des Umhauens wert. weil er wegen der zahllosen grünen Aeste uud Zweige manch dürres Reis trägt? Verzweifelu wir jemals au einem unserer Liebeu. wenn neben vielen Fehlern, allen Schwächen auch nur eine Tngend, ein Vorzug uns hoffnuugsvoll aufblicken lassen? Und wenn unter lanseud Stiefmüt-^tern hundert es schlecht verstehen, das Vertrauen zu rechtfertigen, mit dem der Mann in lieb'voller Rück-ficht auf sein Kind sie erwählte vor anderen, letzterem die Mutter zu ersetzen, wo bleibt die Gerechtigkeit für jene neunhundert, die tren und wahrhaftig die Waise au ihr Herz nehmen uud den stolzen Mutternamen in Liebe in das kleine Heizcheu schreiben? Es ist ein! hässlich Ding nm die Vorurthcile im Lebeu, und wohl! dem Menschen, den die Kraft des eigenen Denkens,! gepaart mit dem Muth der errungenen tiefinncrslcn! Ueberzeugung, frei davon machte. Wahrlich — vermöchte man dieses oder jenes Vorurtheil in die Verbauuung zu schicken, manchem wäre der Weg im Leben gebahnt, und vieles schritte^ einher, getragen von den Flügeln der Freiheit. We/ von uns allen, die die Wahrheit' liebe,,, köunle sich dem ernsten Gedaulen verschließen, dass unter dcn Müllern, die ein eigenes Kind. ein ihnen selbst von Gott gesandtes, zu hüten haben, auch gar manche fehlt an der vollen Hingabe ihrer Mission; dass unter den Kindern, die sich flüchten zur rechten Mutter, gar manches einsam nnd verlassen nur träumt von dem gewaltigen Glück der Mutterliebe, die über andere so goldenen Segen bereitet. Es ist dies eine so tiefernste Betrachtung, es liegt eine so hohe Weihe, eine so schmerzliche Eutweihung im Ausdcuken dieses einen Gedankens, dass ich ihn nur still hier niederlege und ihn als stumme Frage richte an manches Mutterherz zur Selbstbetrachtung, Selbstbeantwortnng. Aber laut und beredt bitte ich. zn lassen von dem eingewurzelten Vornrtheil gegen den Staud der Stiefmütter! Von vornherein erschwert wird dadnrch die Stcllnng der zweiten Mütter; man hat ! sich gewöhnt, mit argwöhnischem Blick den Weg der Stiefmutter zn verfolgen, und das strenge Mahnwort, die energische Führung auf der Bahn des Rechten — das beides man der echten Mutter als Verdienst anzurechnen geneigt ist — steht man dnrch die falsche Brille des' Vorurthcils als stiefmütterliche Härte und vermag dnrch diese Brille noch nicht zu fehen. ob das Fraueicherz, das mau zu verurlhcilen gerne bereit ist, nicht ganz erfüllt sei von Liebe für das kleine Wesen nnd nicht in und mit dieser Liebe den Weg der Strenge als den rechten erkannte. Bis in die schuldlose Kinderwelt hat man das allgemeinc Unrecht gegen die Stiefmütter getragen; in Laibacher Feitung Nr. l8. 144 A! Iinmer 1888. ficht zu einer bedeutsame«, zu werden verdient und welche an Wichtigkeit für alle Voller noch gewinnen kann, wenn, wie mehrfach gemeldet wird. Fürst Bismarck in die Debatten eingreifen und an jener Stelle das Wort nehmen sollte, an welcher er nicht allein zum deutschen Volke, sondern zu Europa zu sprechen pflegt. Politische Uel,erl,cht. (Confessionelle Schule.) Den «Närodni Listy» wird aus Wien berichtet: Der Antrag des Für-sten Liechtenstein auf Einführung der coi'fessiouellen Schule entbehrt des autonomen Princips und steht so> mit nicht im Zusammenhange mit den im böhmischen und galizischen Landtage eingebrachten Anträgen auf Zuweisung der Legislatur über das Volts» und Mittel» schulwesen an die Landtage. Der Antrag des Fürsten Liechtenstein strebt die confefswnelle Schule für das ganze Reich an. Für einen folchen Antrag werde sich aber bei der gegenwärtigen Zusammensetzung dei Reichsraths keine Majorität finden, selbst weun die Clubs der Rechten denselben unterstützen sollten und die Regierung nickt gegen ihn wäre. Die Zustimmung der Elubs der Rechten garantiere dem Antrage noch keine Majorität, weil eine ganze Reihe von Mitgliedern der erwähnten Clubs gegen die confessionelle Schule stimmen werde. (Der Kärntner Landtag) hat den Lan» desausschuss angewiesen, das Zustandekommen einer staatlichen Handwerkerschule in Klagenfurt nach Möglichkeit zu fördern, und wurde einer solchen Schule bis auf weiteres eine jährliche Beitragsleistung von 1500 Gulden zugesichert. Für den Fall der Eröffnung dieser Schule im Schuljahre 1888/89 wurde der Landesaus< schuss ermächtigt, die auf 1888 entfallende Quote des Jahresbeitrages von 1500 fl. den Cassabeständeu z» entnehmen. (Die Sparcassen Oesterreichs.) Dir von der statistischen Central-Commission herausgegebene «Statistische Monatsschrift» enthält in dem soeben erschienenen Hefte eine Darstellung über die Sparcassen Oesterreichs im Jahre 1886. Die Anzahl der österreichischen Sparcassen hat im Gegenstandsjahre neuerdings sehr erheblich zugenommen, da 15 Anstalten zur Eröffnung gelangten, während im Jahre 1885 deren nur acht zuwuchsen. Die Zunahme des letzten Jahres kommt zumeist auf Rechnung Böhmens zu setzen, welches Land elf neue Anstalten ausweist. Sodann vermehrten sich die Sparcassen in Mühren um drei. Endlich kam auch in Kärnten eine neue Austalt zur Errichtung. Die Ge« sammtzie Verletzung des Artikels 19 iu der Weigerung deö dalmatinischen Landesausschusses. der Entscheidung bezüglich der Wahlen in Tran eiue italienische Ueber-setzung beizulegen. ! (A ufhebung des Fiumaner Freihafens.) Die im ungarischen Ministerium in Angelegenheit der, Aufhebung des Fiumaner Freihafens gepflogenen Unterhandlungen wurden im Laufe des Monates Dezember 1887 zu Eude geführt, uud wird gegenwärtig der hierauf bezügliche Gesetzentwurf zur Vorlage an den Reichstag ausgearbeitet, welch letzterer entscheiden wird, ob nach Aufhebuug des Freihafens ein freier Warenmanipulationsraum, und im bejahenden Falle, mit wel-chen Dimensionen derselbe hergestellt werden soll. Ti» Aufhebung des Freihafens ist gleich jener des Freihafens von Trieft für den 1. Jänner 1889 in Aussicht genommen, uud muss im Sinne der diesbezüglich vereinbarten Bedingungen dts österreichischen Zoll- und Handelsbüudilisses durchgefühlt werden. (Zur Situation.) Drei bedeutsame F> iedens-äuherungen sind in der v rqangenen Woche bekannt geworden: diejenige des Zaren in dem Rescripte an den Moskauer General-Gouverneur, die des deutschen Kaisers an die Vereine vom «rothen Krenze» und als letzte diejenige des Fürsten Bismarck, dass nach seiner innersten Ueberzeugung in den nächsten drei Jahren kein Krieg sein werde. Der Reichskanzler hat dieser Ueberzeugung vorgestern beim Diuer einem Hamburger Gaste gegenüber Ausdruck gegeben, nnd durch diesen ist die Aeußerung, zweifellos nicht ohue Genehmigung des Kanzlers, in die Oeffentlichkeit gelangt. Dass ein solches Wort aus Aismarcks Munde einen sehr günsti» geu Eindruck machen muss und auch thatsächlich in Berlin gemacht hat, ist selbstverständlich. (Russland.) Nach Mittheilungeil aus War> schau erhielten relegierte russische Studenten, welche auslä'udische Universitäten aufzufuchen beabsichtigen und dort mit slavische» Studenten iu Berührung zu treten gedenken, vom slavischen Wohlchätigieitsvcreinc in Petersburg die Zusage von Stipendien aus den Fouds des genannten Vereines. Auch eine neue Methode für die russische Propaganda! (Im Elsaß) sind wieder einige Laudcsverraths-Processe im Zuge. Iu Straßburg wurde der Instrumentenfabrikant Streißgith, als er vom Besuche seiner Zweigfabrik in Nancy zurücklehrte, wegen dringenden Verdachtes landesuerrälhrrischer Spionage verhastet. Am Dienstag hatte in dcr Wohnung und im Bureau des Hilfsschreibers Diez. welcher als Kauzlist im be' lriebstechnischen Bureau der Eisenbahnen in Elsaß-Lothringen beschäftigt ist. seitens des ersten Staatsanwalts und einiger Sicherheitsbeamten Haussuchung stattgefunden. Diez stand im Verdacht, die im Bereiche der elsaß-lothringischeu Bahnen für den Fall eiuer Mobilisierung getroffenen Maßregeln, wie Militär« Fahrpläne u. s. w.. gegen Geldeutschädigung an Frauk» reich verrathen zu haben. Die vorgefundenen verdächtigen Schriftstücke wurden seitens der Staatsanwaltschaft mit Beschlag belegt. Diez, welcher geständig ist, wurde verhaftet. Die Verhaftung Streißguths steht mit der Affaire Diez im Zusammenhange. (Der Zwischenfall von Florenz) ist noch immer unerledigt und fördert zwischen den Ita« lienern und den Franzosen allmählich so viel Hass und Leidenschaft zutage, dass man an eine ernste Trübung 0er Verhältnisse glauben muss. Paris schäumt geradezu lior Wuth, dass nnn anch schon Italien die Verwegenheit hat, sich seinen Dictaten zu widersetzen. Uud doch denkt Herr Crispi nicht daran, zu Kreuz zn kriechen, Uebrigeus äußert sich die hochgradige Erregtheit nicht nur in der Presse, sondern auch schon in den diplo« matischen Verhandlungen. Ist doch der kaltblütige Flourens bereits so weit gegangen, für gewisse Fälle mit der Abberufung des Gesandten zu drohen. (Serbien.) Das Belgrader «Videlo» veröffent' licht einen Artikel, in welche», in sehr ostensibler Weise gegen Russland Stellnng genommen wird. Der Artikel ist von umso größerer Bedeutung, als die Autorschaft dem gewesenen Ministerpräsidenten und Führer der Fortschrittspartei, Milutin Gara^auin, zugeschrieben wird. In Petersburg und Moskau dürfte mau natill' lich wieder finden, dass der Artikel gleichfalls aus ö'sterrcichlschen Einfluss zurückzuführen sei. (Die französische Kammer) setzte die Budgetdebatte für heule fest. Tirard wird deu vo» ihm vorgelegten Verbrsserungsenlwurf ausrechthaltk», es ist aber noch nicht entschieden, ob er die Cabinet frage stellen soll. Die Kammer hat ferner über V"' langen des Ministers des Iunern, Sarrien. für de» Eulwurf iubetreff der Iustallierung des Seine-Präfecte» im Hotel de Ville ohne Debatte die Dringlichkeit a»' genommen. Der Entwurf wurde an die Commissi^ für das Municipalgesetz verwiesen. Es folgte soda»" ' die Berathung über die Seine-Regulierunq. (In England) beginnt man, sich auf ^ naheude Parlamentssession zu rüste». Im vorgestrig Cabmelsralhe bildete das neue Gesetz über die Loc<"' Verwaltung, das gleich nach dem Zusammentritt d" Parlaments im Unt^rhause eingebracht werdeu soll, ^ Gegenstand der Berathung. (Ostrumelien.) Gerüchtweise verlautet v^ Unruhen in Philippopel, welche jedoch unbedeutend si""' Einige Officiere und Civilisten gcrielhen nach cincl" Zechgelage in Streit, welchen Polizei Organe beilegt^ TageSllemgleitcll. Se. Majestät der Kaiser haben, wie die «V^ nische Post» meldet, zur Restaurierung dcr katholische" Kirche in Muftar 400 fl. zu spenden geruht. Se. Majestät der Kaiser haben, wie das «Pra^ Abendblatt» meldet, dem italienischen WaiseN'Instit^ in Prag 100 fl. zu spenden geruht. — (Touristenclub.) Der österreichische TourM club schlicht eben wieder ein Jahr ab. Derselbe M derzeit 13 774 Mitglieder, und betrug das Casseuvirenie"' im abgelaufenen Jahre 354 370 fl, Unter den Oa«<^ deren Ausführung für dieses Jahr geplant ist, besi"^ sich die Habsburgwarte auf dem Hcrmannslogel, de^ Errichtung in, Frühjahre in Augriff genommen und d» anlässlich des Negierungsjubiläums des Kaisers eröffn werden foll. > — (Eine Betrachtung über den Punss Die gegenwärtig herrschende Kälte ist der Bereitung H dem Trunke des Punsches außerordentlich günstig. " Welt trinkt Punsch, theils um das Gemüth zu erwär^ theils um sich gegen die Källe zu schützen, theils " Vorrath an Wärme auzuleaen. tueils des N,nicl,es w^ allerhand Märchen und Geschichten liest oder spricht man ihnen von dem Schrecken der Stiefmütter und umgibt diese zum mindesten mit dem Nimbus einer Hexe und dem Glorienschein der bösen Feen! Voll Angst und Furcht gewöhnen sich die Kleinen, traditionell an die Stiefmutter als an ein Schreckgespenst zu denkm, und führt das Schicksal ein solches Kind einer zweiten Mutter in die Arme, so haben gewiss beide erst eine Zeit des Kampfes zu bestehen, che die Herzen p.ch finden und damit alles gut und licht wird. Und all das Schwere, all dies Ungerechte wegen eines Vorurtheils, das sein Entstehen der großen Minderzahl der Frauen verdankt, die ihren Frauenwert muthwilli,^ vernichteten? Gott sei Dauk! ja. es ist die Minderzahl, denn viele kann es ja nicht geben, die ein Kind. ein liebes, hilfloses Kind zum Fremdling machen im Sonnenreich der Liebe und nicht begreifen, wle es fo köstlich ist. ein armes Waisenlind wieder reich zu machen. Es kann nicht viele geben, die es nicht fühlen, wie trübe ein Frauenleben fein muss. das den kostbaren Schatz überwiesencn Vertrauens missachtet und dabei bettelarm wird an der Achtung d»s Maunes, der einst sie hoch genug hielt zur höchstcu Würde der Mutter, bettelarm an der Achtung der Welt. die dann mit Recht den richtenden Stab bricht und später am ärmsten an der Selbstachtung, ohne die ein Mensch verloren ist. Jenes «später» wird dann ein «zn spät!» Klein Stiefmütterchen mit den Sammetaugen hat nun das Köpfchen wieder gehoben und sieht gar zu« frieden mich an. «Ja, ja, ich fprach von deinen Namensschwestern vor einem auserwählten Kreis — im Kreife edler Frauen!» W. Golde. Stolze Kerzen. Roman aus dem Englischen. Von M«z von Welßenthurn. (6«. Fortsetzung.) «Wir sügen uns ganz Ihren Anordnungen, lie« benswürdigste aller Führerinnen!» spottete der Graf. ungeachtet des vorwurfsvollen Blickes Sidouiens. Kaum zehn Minuten später hatten die Drei sich schon auf den Weg gemacht, eine Laterne mit sich nehmend, um die Höhle zu beleuchten. Sidonie und der Graf gieugen voran, Pamela blieb einige Schritte zurück, was fo fehr in ihrer gewohnten Art laq. dass Sidonie sich gar nicht die Mühe gab, sie davon abzubringen. Das Geplauder der beiden, des Grafen Lachen fchlug an Pamela's Ohr uud brachte sie nm deu letzten Rest von leidenschaftslosem Denken. In einer halben Stunde war die Höhle erreicht. Der Eingang war nicht mehr als zehn Fuß hoch; inwendig aber wurde die Höhle nach »nd nach dop. pelt so hoch nnd schien dann. in Finsternis verloren, ziemlich jäh wieder abzuschließen. «Wie steht es mit der Flut?, fragte der Graf. am Eiugcmg der Höhle angelangt. Südwestlich am Horizont gewahrte man dunkle Wolln; die fpiegelglatte Fläche des Meeres schien lelse bewegt, als fege der Wind darüber hin. Pamela blickte um sich. «Die Flut wird steigen, doch währt es noch eine Stunde,» sprach sie ruhig. «Eine Stunde? Da haben wir ja über "^ über Zeit für nnfere Entdcckunqsreife., meinte ^ Graf lächelnd. ' . «Sie begleiten uns doch, Pamela?» fo^ Sidouie. ,, «Nem, mir bereitet es kein Vergnügen. Ich ^ hier bleiben und Ihnen zur rechten Zeit den Einll' der Flut anzeigen.» ^, «Ein vortrefflicher Gedanke, er sei lobend " erkaunt. Fräulein Pamela,, erklärte der Graf i stimmend. .!, Er trat unter den Eingang und zündele ". Lntcrne on. welche alsbald die Wände der Höhl«'' .,. deren Decke sich Tropfsteinbilduna.cn zeigttu, belcilch^ Am entgegengesetzten Eude der Grotte sah man i^ Vertiefungen, die eine groß. die andere klein. wl Der Graf schritt langsam und vorsichtig am^. letztere zn, und Pamela, welche ebenfalls eine», ^ ment uuler den Eingang getreten war. sah. W>e ^ von Sidonie gefolgt, vorsichtig weilerschritt; '"^l Minuten lang waren ihrc Gestalten, grell vo" ^ Laterne beleuchtet, sichtbar, bis ciu Felsvorspsl«^ ,<< den Blicken Pamela's entzog uud mau zuerst «"l/!,^ Lichtschimmer mehr gewahrte, welcher bald ^ völliger Finsternis wich. ^l Pamela kehrte an den Eingaxg zurück; si^W bleicher noch. denn sonst; ihre Lipp u pressten sl^< > aufeinander; sie blickte gegen Himmel imd dann h'" ! auf die See. ^l Die Wolken stiegen höher, sie bedeckten bal>> ganze Himmelszelt; die Wellen schäumten bewegt ^ bewegter; wie lange noch, nnd die Flut uml^ vlliliachtt Zeitung Nr. 18. 145 23. Jänner 1888. Heils nm anderer Ursachen willen. Der Philosoph aber mnkt nicht bloß Punsch um des Trinkens willen, sondern er kmtt auch dabei, und während Zunge und Gaumen in köstlicher Thätigkeit sind, sinnt er über den letzten wrund des Wohlgeschmackes nach. In der That, ein mcrt-wlkdlges Getränk, dieser Punsch! Er steckt voller Paradoxen m,d Antithesen, gn seiner Bereitung nimmt mau ^um oder Arrac oder Cognac, kurz, die schwersten Spi-nt'wsen, dmmt er ja recht stark sei, und dann ihut man "laMr lilneir.. damit er milde werde. Citroneniast wird ymeingetwufelt, danlit er sauren Geschmack bekomme, uud Zucker h>neu, gethan, um ihn zu süßen. Man mnss ge-eyen, dass d,c Wesenheil des Punsches etwas Widerspruchsvolles hat und dass dieses widerspruchsvolle "tt'eu ganz dazu angethan ist, den Geist des denkenden i3"«^,^ beschäftigen. Per Philosoph, wie gesagt, hat ^Räthsels Lösung noch nichl gefunden, aber dnrch alle Grubewen lässt er sich nicht abhalten, Punsch zu trin-«n. und das ist am Ende doch die Hauptsache. ^ (Eine Bestie iu Mcuschengestalt.) Ans "uoap""^ und gab ihr anch einen Hieb mit Der M^ c< ^'"l schwebt zwischen Leben und Tod. verölt 5 ^"^"e sich nach Sarkad. Die Gendarmen Kunp n ^"'/^ " "ber dies bemerkte, schoss er zwei kein"n U?"' s'ck) ab, die Verwundung aber war jedoch stipk ^'' ^^bem Dudas' Wunden verbunden waren, ^ " ''/1 abermals ein Messer in die Brnst, ohne varan zu sterben. an^..?^^?lander Stra losch) feiert in Amerika 3i/ ^iumphe. In Chicago hielt der gefeierte lvip « '"!, ^l"'^ I.0U80, wo eine deutsche Gesellschaft ne !' ^ stammende Rede fiir die Erbauung eines eige-nack W ^'' ^"^' V°" Chicago gieng Stratosch S^.^waulee, St. Panl, Omaha und San Francis^ «t° !? '.^ '"'^ filier Tochter fast immer Gast der N^.« -" "' ^ Journale An.erita's besprechen seine """rage m spaltenlangen Referate!«. Ner^7/?^ Brieftaube im geschäftlichen ^slehr.) W«e aus Brüssel berichtet wird, macht sich taub'/? Metropole der Brieftanbcnzucht, die Vrics-bed?^ ?"^ ''" lieschäftlichen Verkehr nützlich. Einer der u endstrll Bäcker der Stadt, welcher anßer seinem Filius ""^.'" '" ^" verschiedenen Sladttheilcn fünfzehn drein, ?- ^'^' mit denen er behufs täglich staltfindenden ^lmaugen Lieferungen in Verbindung stehcu muss, hat Nebra^'"? Hauptmagazin fünfzig Blieslauben unter. Mora gleich mit der ersten üieseruug erhält des etwa ."^^ ^^'"^' ^"' Brieftauben, mittels deren die zua5s« ^?'^ "ödenden Bestellungen den, Hauptmagazin Mäb? '"^"' Der Dienst geht init gros;er Regel-he, , .s ^"ltatten. Sollten sich diese Ääcker-Arichauben Eni.« ^"" Vetrachtuug nicht als kleine, niedliche '-men entpuppen?! Zilleu^-/^" ^^"b der Zigeuuer.) Bei einer U" ""bände, welche kürzlich in der Umgebung von Gold ^ ""fgl'griffeu worden ist, sind bei sieben Kilo dem » "'^.^lbermüuzen, meist Zweiguldcu-Thaler, außer-— ""lchledeucs Geschmeide, auch ein silberbeschlagener, aelo^ "verrauschen. Pamela hatte immer auf Rache oie^"' -^l'ch war die passende Stunde da, welche "lesttbe nut Sicherheit bot Art M?^" empfand sie ein zagendes Neben, eine Mi..../ ^ '^ Sidonir, während sie von Minute zu "'" tr das Steigen der Flut beobachtete. hlili^ - ^'"^ düsterer ward der Himmel, immer hatte b!^'^" ^'^ ^"U"'; der Kampf der Elemente horch?'^^^ ^"^ Pamela unter den Eingang und Graf^? /!" 2""l ließ sich vernehmru. Ehe der erreiss, , '"'^ ^'sährtiu deu Endpunkt der Höhle Vera? ^"'' "'"sste mindestens eine Viertelstunde l°n's bätlpÄ N'"? lie nicht zusammen zu sprechen, '''nau^geu mKn^" ^°"' ^ '" der Lauschern. M.^'U'" traten Pamela in die Augen — sie ihr«/« M ^'^.ücklich; doch ihr böser Genius rief iu »vack ^edacht„iK ^^ Eriuueruua. au alle Kraukuugr.l "'. wie .. )^^°l 'hr zugefügt, und flüsterte ihr hasse» .'^^^ sl« ski. und ließ das Gefühl des u "'" lyr b,s zum Aeuhersten anschwellen. Ärust 5 l ^^" ^'ckle und bebte an Pamela, ihre "Nandus ""b l"'kte sich iu rascher, ruheloser Auf-auf ,"?l"gr..Plötzlich "ou dem Felsen aufspringend, in den I^, ^ ltiedergclasfeu, stürzte sie vorwärts rief s:, ^y eneinqaug hinein. Ihre Stimme erhebend, '^'".laut sie es vermochte: steigt!. "6' ^'"^' s" rasch Ihr könnt! Die Flut mindestens 50 fl. werter Stock, der Ehrenstock des Ober-hanptes der Bande, gesunden worden. Diese Gegenstände waren so sorgfältig versteckt, dass es großen Scharf sinnes bedürfte, sie aufzufinden; hatten doch mehrere Weiber Thaler in den Haaren eingedreht. — (Selbstmord.) Einer Belgrader Meldung der «Correspond«»« de l'Est» zufolge hat dort der Secretäl des Staatsralhcs, Gruir. sich erschossen. — (P»eu malische Kau one.) Die italienische Regierung hat in Philadelphia eine pnenmatische Dynamit-kanone für die Flottenstalion in Spczzia bestellt. Diese Kanone soll eine l>00 Psnnd Dynamit enthaltende Gra> nalc vier englische Meilen weit abfeuern. — (Ein Geburtsfehler.) Dame: «Hören Sie, Herr Muli, wie Sie aber kahl sind! Ein Mann in Ihrem Alter!» — Muti: .Ja, so war ich schon, wie ich auf die Welt kam!» Local- und Prouillzial-Nachlichten. Orainischer Landtag. Sitzung vom 19. Jänner, (ssortschung u, Schluss.) In Erledigung der Tagesordnung wmden die Berichte des Laudesausschusses, betreffend die Entwässeruug oer Kcsselthälcr vuu Altcnmartt, Zirknitz und Planina. Kann die Relastrafte und die Umleguug der Straße über oen Wageusbcrg. dem Verwaltungsausschusse, die Schluss-rechuung über den Bau des Rnbolfinums aber dem Finanzausschusse zur Berichterstattung zugewiesen. Der Bericht über die Bewilligung einer Bierauslage im Markt-orle Adelsberg wurde über Antrag des Abgeordneten Murnik hingegen sogleich erledigt und darüber folgender Beschluss gefasst: «Der Gemeinde Adclsberg wird für die Jahre 1««« bis einschließlich 1«!)2 die Bewilligung zur Eiuhebuug eiuer Auflage von 50 kr. von jedem im Markte Adelsberg verbrauchten Hektoliter Bieres mit der Einschränkung ertheilt, dass die Einhcbuug dieser Auslage weder bei der Erzeugung noch bei der Einfuhr vou Bier platzgreifcn darf.» Nachdem hieraus das Gesetz, betreffend den Ersatz von Jagd- und Wildschäden, in dritter Lesung erledigt worden war, referierte Abgeordneter Dr. Mosche über die Konvertierung der lrainischen Grnndentlastungsschnld und stellte folgende Anträge, welche ohne Debatte einstimmig angenommen wurden: 1.) Die Grundentlastungsschuld des Herzoglhums Krain, bestehend aus noch nicht eingelösten Obligationen einschließlich der Prämien im auf den 1. Jänner 18«tt berechneten Gcsammtbctrage von 3!jUli508 fl. 85 kr, werde in eine neue, zu 4 Proccnt halbjährig nachhinein verzinsliche, jedoch steuerfreie, vom I.Juli 'i«tt« an in vierzig Jahren rückzahlbare Landcsschnld ohne Garantie des Staates bis znm Höchstbetrage von 4 00UU00 fl. zu einem Zuzählungscourse von nicht unter U4 fl. 90 kr. für 100 sl. umgewandelt. 2.) Es sei zum Zwecke der Begebung dieses Alllehens auf kürzeste Frist eine beschränkte Concurrenz unter den hervorragendsten inländischen Geldinstituten auszuschreiben unter Bekanntgabe, dass das Herzogthum Krain seine Grundeutlastungsschilld im Sinne des Punktes 1 tilgen und daher ein Landesanlehen bis zur Hühc von 4 000 000 sl.. sei es dnrch Hinausgabe von neuen, zu pupillarmähiger Anlage geeigneten Obligationen, sei es gegen Schuld scheine aufnehmen wolle. i Eine Autwort klang au ihr Ohr. schwach, wie aus weiter Ferne, aber sie erkannte doch die Stimme des Grafen. «Rasch, rasch, oder es wird zu spät!» wiederholte sie zum zweitenmale. Uud wieder hörte sie .iu Murmelu. ohne dessen Sin», verstehen zu tünncu. Es genügte; sie waren qe-warut. Pamela floa. zurück; es war Zeit, dass sie au ihre eigene Sicherheit dachte. — Auf den Arm ihres Begleiters gelehi,l. war Sidonie durch die gewundenen Felsgänge der Höhle geschritten. Je weiter sie in dieselbe hineinkamen, desto tobender ward das Brausen, welches aus der Tiefe der-selbeu hervordrang. Jetzt aber, um die letzte Weg-bieguug wendend, erscholl das Getöse so furchtbar, dass Sidonie erschreckt stehen blieb. «Lass uus nicht weiter geheu. Eugcue! Um des Himmelslvilleu zurück, zurück!» flehte sie. «Wir sind am Ziele, sieh!» Er hielt die Laterne hoch über seiu Haupt empor, uud mau sah deutlich etwa ein Meter eulsernt von der Stelle, wo sie standen, eine muldriiartige Vcrtie-suug. aus der regelmäßig wie der Nrlleuschlag datz tosende Brausen emporschlug uud alsbald erlosch, um nach Miuutcudauer vou ueuem an ihr Ohr zu schlaa.ru. Sidouie klammerte sich angstvoll au des Grafeu Arm. Da. wie eiu fernes Echo. schlug auf einmal ein Tou wie ein verhallender Nuf au die Ohren der beiden. Me elektrisiert fuhr Sidouie zusammen. «Es llaua.. als rufe Pamela: Flut!, flüsterte sie. «Antworte ihr doch. Eugeue!» (Fortschung folgt.) 3.) Bei der hohen Regierung sei mit möglichster , Beschleunigung einzuschreiten, dass mittels Reichsgesetzes den aus Anlass dieser neuen Landesschuld zu errichtenden Urkunden, insbesondere auch den eventuellen Vergleichs» urtunden die Gcbüren- und Stempelfreiheit gewährt und dcu Ziusen die Eintommeusteucrfreiheit bewilligt, sowie dass den allsälligen ncueu Schuldverschreibungen die Eignung zugesprochen werde, dass sie zur fruchtbringenden Anlegung der Capitalien von Kirchengemeinden, Cor^ vorationen, Stiftungen, Fideicommissen und anderen unter öffentlicher Aufsicht stehenden Anstalten, dann der Pu« pillargelder uud zu Dienst- und Geschästscanlionen verwendet werden können. 4) Bei der hohen Regierung sei Weilers mit möglichst« Beschleunigung einzuschreiten, dass mittels Reichs-gesehes das Uebereintommcn vom 28, April l8?sl, R. G. Bl. Nr. 72, dahin abgeändert werde, dass die Forderungen des Staates an das Land und umgekehrt die Ansprüche des Landes an den Staat in Gemäßheit dieses Uebereinkommens pro l. Juli 1888 auf der Basis einer 5proe. Abrechnung beglichen werben, uud es sei dahin-zuwirkc», dass die hohe Regiernng als Abrechnungsbasis die vom Landesausschusse in seinem Berichte au das l, l. Finanzministerium vom 5. Juli 1887, Z. 4324, aus» gewiesenen Abgänge beim Gruudcntlastungsfonde für die Jahre 1888 bis 1885 aeceptiere. WD 5.) Mit der Durchführung dieser Beschlüsse wirb 1 der Landesausschuss beauftragt und hiemit ausdrücklich ermächtigt, innerhalb der volangeführten Directive« und 1 vorbehaltlich der Genehmigung durch den Landtag die ! Abänderung des Uebercinkommcns vom 28. April 187«, N. G. Bl. Nr. 72, durchzuführen, als auch mit einem Creditiustitute abzuschließeu und das neue Anlehen zu be- ^ geben, zu welchem Ende er durch eine vom Landesausschusse zu bevollmächtigende Delegation, bestehend aus einem Landesausschussbeisitzer und den Landlagsabgcord-nelen Herrn Karl Luckmann und Dr. Alsons Mosche oder in deren Verhinderung durch vom Landesausschusse zu bestellende Stellvertreter derselben, in directcn Verkehr mit der Negierung nnd den Geldinstituten sofort zu treten hat. Nach Erledigung dieser Vorlage wurde über Autrag des Abg, Dr. Pollular alleu jenen, welche bei der Zusammenstellung und Vorberathung derselben mitgewirkt haben, namentlich aber dem Referenten Dr Mosche, ^ der Dank des Landtages votiert. W^ Abgeordneter Baron Schwegel referierte sodann über die Reorganisierung der Landesämter und die Bewilligung von Zuschüssen an die Bediensteten derselben und stellte im Namen des Finanzausschusses folgende Anträge, welche ohne Debatte unverändert angenommen werden: 1.) Der Bericht des Landesausschufses, betreffend die schon im Jahre 188l» angeordnete und im verflossenen Jahre urgierte Reorganisation der Landesämter und die Vorlage eines Pensiousstatutcs für die landschaftlichen Beamten und Diener, wird zur Kenntnis genommen, und indem der Landtag das Bebauern aus-spricht, dass seine Beschlüsse bisher noch nicht durchgeführt werden konnten, erwartet er zuversichtlich, dass die entsprechenden Vorlagen schon bei Beginn der nächsten ordentlichen Landtagssession eingebracht werden. 2.) Bezüglich der beantragten Zuschüsse zu den Be» zügen der landschaftlichen Beamten und Diener für das Jahr 1888 hält der Landtag daran fest, dass diese außerordentlichen Unterstützungen nur ausschließlich jenen landschaftlichen Beamten und Dienern, die ihren Dienst in jeder Beziehung befriedigend verfehen, bewilligt und jenen Bediensteten zeitweilig oder ganz ntzogen werben follen, bezüglich welcher in den einzelnen Fällen der Landes-ausschufs die Ueberzeugung einer derartigen Dienstleistung sich nicht verschaffen kann. Unter dieser Voraussetzung bewilligt der Landtag zur eventuellen Bestreitung der beantragten Zuschüsse im Sinne des diessälligen Landtagsbeschlusses von, 22. Jänner 1887 einen vom Landes-fonbe zu eröffnenden Eredit bis zum Höchstbetrage von 3476 fl. 50 kr., über dessen entsprechende Verwendung Bericht zu erstatten sein wird. Das Statut der Obst- und Weinbauschule in Stauden sowie die Berichte über die Straßenbauten in Ravno und Heiligen-Kreuz wurden von der Tagesordnung abgesetzt, worauf Abg, Dr. Pollular über die Straße von Dobrova bis Zallanec referierte und beschlossen wurde, die in den Strahcn-Concurrenzbezirlen Laibach Umgebung und Oberlaibach gelegene, von Dobrooa thalaufwärts über Brezje und Podolnica bis Zallanec füh'ende Gemeindestraße, welche die Verbindung mit Laibach, bezichungs-weis? zwischen der Waitsch-Dobrova-Billichgratzer und der Oberlaibach - Billichgratzcr Straße über Hölzeneag nebst der Abzweigung über Horjul nach Schönbrunn m kürzester Weise vermittelt, sei in die Kategorie der Bezirlsstrahen einzureihen. Den Uutergemcinden Tschemschenik und Vrezie wurde fiir eine Straßcnherstcllung ohne Widerspruch eine Subvention von 50 sl. bewilligt. Der letzte Gegenstand der Tagesordnung war H 8 (Nnterrichtsweseu) des Rechenschaftsberichtes des Landesausschusses. Der Referent, Abgeordneter Stegnar, beantragte, außer der Zurkenutnisnahme noch mehrere Petitionen, betreffend die Regelung des nicht obligaten Unterrichtes der dculfchen Sprache an mehrclafsigen Volks- Laibachcr Zeitung Nr. !^. 146 23 Iällner 1888. schulen und des landwirtschaftlichen Unterrichtes an denselben. Der Abgeordnete T> eschmann stellte den Antrag, den H 8 des Rechenschaftsberichtes zur Kenntnis zu nehmen, die vom Referenten beantragten Resolutionen aber dem Landesausschusse mit der Weisung abzutreten, dass er den in denselben niedergelegten Wünschen im Einverständnisse mit der Landesschulbehörde nach Möglichkeit Rechnung zu tragen habe. Nachdem sich der Referent diesem Antrage accommodiert hatte, wurde derselbe angenommen. Ebenso wurde einem weiteren An trage zugestimmt, welcher dem Herrn Ackerbauminister für die der Weinbauschule in Stauden zutheil gewordene Subvention von 25 000 st. den Tanl des Landtages votiert. Nachdem das Haus noch dem Anlrage des Abg. Dr. Poklukar zugestimmt hatte, dass man wegen des bevorstehenden Schlusses der Session von den Bestimmungen der Tagesordnung, welche für die Pertheilung der Porlagen eine bestimmte Frist vorschreiben, absehen möge, wurde die öffentliche Sitzung um 1 Uhr nachmittags geschlossen, und constituierte sich der Landtag als Comity um über einige Personalangelegenhoiten und über die kaiserliche Jubelfeier zu berathen. Der Schluss der Sitzung erfolgte um 2 Uhr nachmittags. Am Abende traten der Verwaltungs- und der Finanzausschuss zusammen; ersterer erledigte das neue Straßengesetz, letzterer den Poranschlag des Landesfondes. — (Spende.) Angesichts der jetzigen sanitären Verhältnisse Laibachs, welche gewiss jedes Freudenfest nur zu beeinträchtigen geeignet sind, hat Herr Landespräsident Baron Winkler die Absicht, wie gewöhnlich in dieser Jahreszeit, einen Ball zu veranstalten, aufgegeben und dafür den Betrag von 500 Gulden zu wohlthätigen Zwecken, und zwar den Armen von Laibach 200 fl., dem Damenvereine der christlichen Liebe sowie der Laibacher Studenten- und Volksküche je 50 fl., dann der Kleinkinder - Bewahranstalt, dem Elisabeth - Kinderspitale, dem Knabenwaisenhause (Collegium Marianum), dem Mädchenwaisenhause, dem katholischen Gesellenvereine, dem patriotischen Landeshilssvereine für Krain, dem patriotischen Frauen - HilfsVereine für Krain und dem Zweig« vereine Laibach der österreichischen Gesellschaft vom «weißen Kreuze» je 25 st. gewidmet, — (Laibacher Studenten- und Volkslüche.) Ueber dankenswerte Anregung der Frau Marie Murnik, der in humanitärer Richtung stets überaus thätigen Gemahlin des kaiserlichen Rathes und Landesausschussbeisitzers Herrn I. Murnik, sind dem obgenamtten Wohlthätigteits-mstitute soeben eine stattliche Reihe von Frauen und Fräulein unserer Stadt als thätige Mitglieder beigetretcn, und zwar die Frauen: Anna Lah, Fanny Macäk, Marie Murnit, Fanny Tavcar, sowie die Fräulein: Anna Golias, Marie Hofbauer, Ierman, Klein, AnnaKrcmzar, IulieLenarcic, Louise Orel, Johanna und Juliane Preml, Ivanka Skale und Marianne S o u'-van. Frau Murnik selbst war bereits bei der Gründling der Laibacher Studenten» und Volksküche thätig und gehörte derselben durch mehrere Jahre als eines der unermüdlichsten Mitglieder an. Freitag, den 20. Jänner, abends fand zum Zwecke der Besprechung eines neuen Turnus eine Persammlung sämmtlicher Damen des Studenten- und Voltslüchenvereines statt. Nachdem die Vorsteherin, Frau Therese Hübschmaun, die Versammlung begrüßt, gab sie im Namen des Institutes ihrer Freude darüber Ausdruck, dass sich nun aus vielen Kreisen unserer Stadt eine so rege Theilnahme für dasselbe be« zeuge, worauf an die Besprechung der Tageseintheilung für jedes thätigc Mitglied geschritten wurde. Nachdem! diese Angelegenheit geordnet war, wurde die Sitzung ge-j schlössen. In einer hierauf folgenden Sitzung des Per-waltungsausschusses wurde eine Aenderung und Erweiterung der Geschäftsordnung beschlossen. — (Aus dem lrainischen Landtage.) Der lrainische Landlag hielt vorgestern zwei Sitzungen. In der Vormittagssitzung wurde die Regierungevorlage, betreffend den Fischerei - Gesetzentwurf, mit den vom Verwaltungsausschusse beantragten, im Einvernehmen mit der Regierung vorbereiteten Modificationen angenommen. Der Entwurf der Gemeinde-Ordnung und Gemcindewahl-ordnung wurde an den Landesausfchuss zur ausführ» lichen Begutachtung zurückgeleitet. In der Abendsitzung kam der Bericht des Üaudesausschusses betreffs des Theaterbaues in Laibach an die Tagesordnung. Der Bericht wurde zur Kenntnis genommen und der Landesausschuss beauftragt, zum Zwecke des Wiederaufbaues des Theaters mit der Stadtgemeinde Laibach sowie mit anderen Iactoren in Unterhandlungen zu treten. Gleichzeitig wurde beschlossen, den Logenbesitzern gegen Verzicht auf alle weiteren Ansprüche den auf sie entfallenden Bcirag aus der Versicherungssumme auszuzahlen. Ein ausführlicher Bericht folgt im Referate über die vorgestrige Sitzuug. In Er-ledigung einer Petition wurde der Landesausschuss beauftragt, die EinHebung der selbständigen Landesauflage auf gebrannte geistige Flüssigkeiten in eigene Regie zu übernehmen und nur für den Fall, als der finanzielle Effect der Verpachtung der erhöhten Landesaustage vollkommen entsprechen sollte, den Modus der Verpachtung beizubehalten. Die Sitzung, welche um U Uhr abends be- gonnen, wurde erst um 12 Uhr nachts geschlossen. Heute findet die Schlusssitzung statt. — (Stand der Blattern.) Nach uns zugekommenen amtlichen Berichten sind vom 17. bis inclusive 18. Jänner in Behandlung verblieben: 35 Männer, 43 Weiber, zusammen 122 Personen; zugewachsen sind 4 Weiber und 5 Kinder. Davon genasen 1 Mann und 3 Weiber, und starben 2 Wriber; es verblieben sonach 34 Männer, 42 Weiber und 49 Kinder, zusammen 125 Personen, in Behandlung. Vom 18. bis 19. Jänner sind zugewachsen: 3 Männer, 2 Weiber, 13 Kinder, zusammen 18 Personen; davon genas 1 Weib, und starben 2 Kinder; es verblieben somit 37 Männer, 43 Weiber und 60 Kinder, zusammen 140 Personen, in Behandlung. Vom 19. bis 20. Jänner sind zugewachsen: 3 Männer, 1 Weib und 19 Kinder, zusammen 23 Personen; davon genas 1 Weib, und starben 1 Weib und 2 Kinder; es verblieben demnach 40 Männer, 42 Weiber und 77 Kinder, zusammen 159 Personen, in Behandlung. Vom 20. bis 21. Iäuner sind zugewachsen: 2 Männer, 4 Weiber und 7 Kinder, zusammen 13 Personen; von diesen genas 1 Mann, und starben 2 Weiber und 2 Kinder; es verblieben demnach in Behandlung 41 Männer, 44 Weiber und 82 Kinder, zusammen 1li7 Personen. Es hat also die Epidemie vom 18. bis 21. Jänner um 45 Kranke zugenommen, und zwar betrug diese Zunahme am 18ten Jänner 9, am 19ten 18, am 20sten 23 und am 21sten Jänner 13 Kranke. Mit Ausnahme des 21. Jänner hat die Epidemie daher jeden Tag zugenommen; am 21sten Jänner trat ein Rückgang des Zuwachses um 10 Personen ein. — (Sparcafse der Stadtgemeinde Lai-b a ch.) Wie wir erfahren, ist zur Eröffnung der Laibacher Gemeinde-Sparcasse alles vorbereitet: Drucksorlen, Amts-locale u. s. w. Auch die Direction uud die Beamten sind schon designiert. Die Verzögerung des Beginnes der Am-tierutlg liegt lediglich in dem Umstände, dass von Seite der Gemeinde noch eine sonst unwesentliche Aenderung des Statutes angestrebt wird, deren Bestätigung noch nicht erfolgt ist. — (Schließung der Volksschulen.) Wie angekündigt, hat der Stadtschulrath angesichts der herrschenden Blattern-Epidemie vorgestern die Schließung aller hiesigen, sowohl öffentlichen als privaten Volksschulen, Kindergärten und der Kleintinder-Bewahranstalt, verfügt. — (Todesfall.) In Trieft ist am vergangenen Donnerstag der Rechiluugsrevident bei der dortigen Statt-halterei Herr Johann Lavric, ein gebürtiger Krainer, im kräftigsten Mannesalter gestorben. — (Der Club der slovenischen Bicyclist e n) veranstaltet heute abends in der Restauration «zum Elefanten» eine» Untcrhaltungsabend, zu dem auch unterstützende Mitglieder geladen sind. — (Piehtrankheiten in Krain.) Die Räude bei Schafen herrscht in den Gemeinden Lees, Möschnach und Vigauu des Radmaunsdorfer Bezirkes. Ueuefte Post. Original-Telegramme der «Laibach er Ztg.» Wien, 22. Jänner. Reichstricgsmimster Graf Bylandt-Rheidt unterzog sich gestern einer eingreifenden Operation. Das Veftndm des Patienten ist relativ gut, doch ist Schonung nöthig. Die Geschäfte des Ministeriums führt indessen Scctionschef Freiherr u. Mevtl. Berlin, 22. Jänner. Ueber die Mllitär°Vorlage circulieren die verschiedensten Versionen. Es heißt, Fürst Biimarck, welcher morgrn hier eintrifft, werde ! zuvor noch dem Kaiser mündlich berichten, dann erst j werde die Vorlage eingebracht werden. Nach der nisten Version beträgt der geforderte Credit 235 Mil« lionen. Paris, 22. Jänner. Der Minister des Aeußcrn empfieng den italienischen Botschafter. Der Zwischenfall in Florenz wird als abgeschlossen betrachtet. Der ita-! liemsche Prätor Tusini wird versetzt, und die Erbschaftssache Husseins wird der italienisch-tunesischen Convention entsprechend geregelt. Der französische Consul in Florenz wird nicht getadelt. London, 22. Jänner. Der irische Deputierte Patrick von Obrien wurde hente wegen einer aufrührerischen Rede verhaftet. Petersburg, 21. Jänner. Der Redacteur deL «Nouoje Vremja», Flvdorou, wurde w«'gen Verleumdung des deutschen Militär-Mache^ Villamne zu sechswö'chent-lichem Arreste ans einer Hauptwach? und einer Geld« strafe von 150 Rubeln verurtheilt. Danksagung. Der hochwohlgebornc Herr Landespräsident '.'lndrcaö ssrei< Herr von Ninllcr hat angesichts der jchigcn sanitären Verhält' nisse Laibachs, welche jedes Freudenfest nur zu beeinträchtigen geeignet sind, die Absicht, wie gewöhnlich in dieser Jahreszeit, einen Ball zu veranstalten, aufzugeben gefunden und mir dafür fünfhundert Gulden zu wohlthätigen Zwecken zu übermitteln ! geruht. Von diesem Betrage sind den Armen von ttaibach 2 je 25 fl. gewidmet. Indem ich die gedachten Beträge unter einem ihrer Ae-stimimüig zuführe, fühle ich mich verpflichtet, diesen wahrhaft erhebenden Act hochherziger Mnnisicenz zur öffentlichen Kenntnis zu bringen und zugleich für dir den hierortMn Armen zugewcndl'!!' namhafte Spende den wärmsten Dank auszudrücken. Laibach am 22, Jänner 18»«. Der Bürgermeister: Ornssc'll'i m. p. Verstorbene. Am 20. Jänner. I»ha:in Mohär, Schriftsetzer, 21 I., ssloriansgasse Itt, Lnngentulxrculuse; Theresia Kersul, Arbeiterin, 18 Jahre. Austraße 2, Blattern, Am 2 l. Jänner. Antonia Wirkner de Torda, Private, 81 Jahre, Vegagassc 8, Lungenentzündung; Iosefa Gerjol, Auf' sehers'Tochter, 1 Jahr !> Monate, ssloriansgasse Ml. Blattern! Hrancisca Gerjol, Anfsehlls-Gattin, 42 Jahre, Floriaiisgasse !l6, Pneumonie; Cäcilia Kurnit, (londucteurs Gattin, 44 Jahre, MariaTheresienstrahe 10, Vlattern. Im Spitale: Am 2 1, Jänner. Johanna Vrezec, Arbeiterin, 34 I., Typhus. ^ottozichilllgcll vom ^l. gamier. Wien: 20 13 «6 44 7«. Graz: 36 88 28 86 23. Mcleorologische Beobachtungen iu ^aibach. « Z > W N ^ ß Z^ ^2" AZ wind ^ ^chcht AÄg 2- ^ - ! " " " 7 U. M>-, 745-8 -15-0 sM schwach ! Nel'el 21. 2 . N. 743 8 - 6 6 NW. schwach halb heiter 0'lX) « ' Ab. 741 5 -11 2 NW. schwach halb heiler ^^. ?U.Mg. 796 7 ! -12 0 NW. schwäch Ncbel "^" 22. 2 > N. 7Nl-0 0 0 W. schwmi, , l'cwölll 0 0« 9 . A. 7A1-8 j 24 TW. schwell I'riMst Den 21. Morgennebel, Hühenrcif, tagsüber etwas Sonnet schein. Den 2 . Morgcnnebel, Hühenrcif, starkes ssollen des Na"' meters; nachmittags Schwitzen der Steine, Thauwetter, Das Tagesmittel der Temperatur an beideu Tag.n - 10!1" u'lb — 3 2", beziehungsweise um 8 9° und 12" unter den, Normale. Vt>nintworllichcr Nsducleur: I. Naglic. Nnrsilsitlll Es ist in der letzten Zeit öfter vun Slüe" OKl.sl.Ujl... des Publicums geklagt worden, dass nw« anstatt der allein echte,,, seit vielen Jahren beim Pnblicn!» l" sehr beliebten Apotheker Mich. Brandts Tchwrizerpillen Nach' ahmnngen für scin gutes Geld erhalt. Es dürfte daher geboten sein. stets sofort beim Ankauf die um die Dose befindliche Os' brauchsanweisung zu entfernen und sich zu überzeugen, dass die Etikette ein weißes Kreuz in rothem sselde nnd namentli^ auch den Vornamen Mich. Brandt trägt. Alle anders a»^ sehenden, für Apotheker Mich. Brandts SchwcizcrpMen verlaust Präparate sind zurückzuweisen. (4) > Danksagung. > W ssür die mir so vielseitig bewiesene Theilnahme D >> beim Tode und Begräbnisse meiner innigstgeliebten M M Mutter. Frau > >> spreche ich hiemit allen meinen herzlichen, liefgefühl- M , ^ ten Dank an?. M Dompfarrer. W > Danksagung. » ^ ssür die vielen Beweise der innigsten Theilnahme W bei dem schmerzlichen Verluste unsres eeliebten W W Gatten, resp. Vaters, Schwiegen und Groszualers. des W ^ Herrn W > Masius Marout > M spricht allen, die ihn zur lchten Ruhestätte be.siei- D W tetcn, insbesondere noch der l,ochw. Geistlichkeit, den' » W löbl. t, l. Naudepcn k'innU sowie allen ssrcnnden nnd > Bekannten, desgleichen sür die schonen Kmnze, den > wärmsten Dank ans W W die Iamilie Mclront- > M Laib ach den 22. Jänner 1888, > ersi-ol'klen, ,^ „Lestol'n u. vol'gßZtern pop^. lin>8«u» «llmjfttn^ mit kl»»«l:li«il» 147 Course au der Wiener Dorse vom 31. Iläuuer 18854. N°chd.«offiieunCusblatc Notenrentc, , ^.»,, S'll'crreixe . . , ' ' '"°" <««» N ?7^l'"""'« ""'^ "'2" ,3?/° - >°>».'.^»,,<,„„!Q«„,, ,«!",',,,?„" Ell!:ldc,ltl.Ol.li„ationcn lf,!> !««, f,, (^'>)„ ^ ^, 'n°d°Ze,..ich>sche - - - 7/^' .^ < lroalische und„avomsch/ i'^'I "! ' Gcld Ware l»"/<> Tenicscr Bnnat ... i:n s.« — — 5"/„ unaarisclic...... 11,4-00 li,5 25 Andere öffentl. Anlchen. T'onaii-Nc«. Vosc 5>"/„ w<> sl. . l,»'75 IL0'L5 Anlehcn d, Ellldlsscmcmdc Wien i> :>l>l> 104 L5 ?Inlchcn d. StadlMmcmdc Wicn (Silbcr iiüb Gold» .... —>.. — — Pi^imic» ?I»I,d.Sl>,!,'lnem.Mtn l!«8'?s, l2ft 25 Pfandbriefe (flir !»<> sl,) Votcin'l. alls,, östc>r. i"/„ Gold . i5«-_'l> > ,» „ „ ».! ^Il» dlo. in l,<» „ „ <,,^s> dlo, Prämici! Schxldvelschr,«"/,, lbi ^. 101 ,'.« Orst. Hypothclrnbanl ,«j. s.'/,^>/„ ,0', - ><>' Oesl,-»nss, >l a»l vürl, <>///„, . iU2 — >«!l u» dto. „ <«/„ . . «»s,o 10«' bto. „ <"/u . , 99 s>» 10« — U»s>, all». Vodc»clcb«'?!cl» l>, >«!ü» vc,l, 5>>/,"/„ - ^~ Prioritiits-ObligatilUlen (sUi ,uu sl.) (llisnbeayn I. Emission '— --sscrtiiunube Nl,'rbbah,i in Silber !>'«^>U l0l»'— N>a>!z'Io<«,'f-i'»hn.....— — —,— (halizischc Karl Ludwig. Ä^l,'N Ei«, i^^i .'<„<» sl. E. 4>/«"/» ' !<«'" "U l>0 Ocslerr, Noid^rstbahn . . . io<;'3U^»!Kxc> Kicl'cnl'liissei ......^ ^l -— Gelb Ware V ><«'5» ., " .. ^ ^,..... ns'30 ,^« 8U Nnss.essal,^. «ahn..... ^« _ ,<«,s,o Tivrrsc ^'ofc !psl <^!i><<), Lrcdillosc >n<> sl..... ,??-— 1775« illaly^i'ose «> fl..... «.',0 ,1? 50 i.'aibach«Prc!m>cn-Ä«lch,2Usl. 21 - 2«'— Oic»c> Losc 40 sl. . s.U' 5l'> Pnlfs» kosc 4N fl..... <«-_. <8 «n Nl'tbcüÄ,«!»,. l,ift.Gcs, v. ,<>sl. 1?'2<> I7s,<» Nudols Vosc 10 sl..... ,U'5N 2n - Cnlm'^osc s,'., 5,0 Cl,'Gcnoii!.^l>sc <> Win^ischglätz-Lose 20 sl. . . 48 no 4!»— Vllnl-Acticn (vcr Etiicl). Nnnlp.iDcstesf. Vnnl 2nc> sl, . »ü25> !»'.»'?s> ^aiisl'crlin, Nicucr, iou fl, . f« - '< 5><, Bdnc,'.'Vlnsl,,ös!,i>0Nsl.S.4<»«/„ «/4'— 2^>— ürb<, Nnst. s, Hanb.uG.iNNsl. 270 7s> >?n s><> Krcditdaül, Nllq, Nng. 200 sl. ^«?!l — 27N l>0 Tcposilcnbanl, Ällz. 20« fl. . ,'<»-- ,?2— lö^complc W., Nicderösl s.o»sl. ül«' l>2K— H>iPotbclcnb.,öN,2«0sl,25>"/„L. — — -- l'«!,dcrt>., öst, 2uo fl, W, 50"/,, 2<»7 2^. Ocstt'll, miss. Ban! .... ««» — «7,- Uxionbanl 20» sl..... !>8U'l»! >!»!'- ^c»lll»r«ba„l, AIlg,, 140 fl, , !,<7>l»0 14U.00 Gelb Warc Mis« von Transport-UntcrucljNlungcn. (per V'.ü. «llb»chl-Vabn L0>, sl. Silbe» . —'— —' — Älsüld-FiilinÄabn 200 . 6M. —'— —^ Äö,, l„. il/orddobn 15» sl, . . . —'— — ^ „ Wcstblllm 200 sl, . . . 28«'00»8b'— «uschlichrad« !tisb, l>U0sl,2M. —— — — (lit, N> 2"U fl. . 2Is>»0 21« b<> Donau - T^mpfschifsahs«« Gcs, Ocftcn. s><»0 fl. l(«a<,°Db..Z.)z!U0fl.S. I«« — I«6 - TillVobcndnche! , Il'ics ^ah» «!U fl. C ilber '-— — - ^Oüslirchcn-V.ilrjclLis.zittOsl.y. -— - ' — Mali^.Karl rudw!,,-«.!i00fl,(;W. ,<>3'— 1U3.ÜO <"rc>l KösInlbfl— —'- Vcmb<-rss^zs>N0N'i>)'3assY «isen^ ^ bahnGiscIlichiiit 200 sl. 5. W, lu» 75 20l»'25> tüovd, ös!. »n« ,T,icst5".'sl,!iM. 2—l454^ Oesten, i)!oldwtftb. 200 sl. Silb. !l»3—!>s»4 — Ni>. 200 fl. Silber , iui - i«i s Prl!,!°Dl>ler «tiienb, Ilinsl. Gilb, >«?<; 17 — N>!d>.'I!^V.,l,» 200 sl. Silber . li8'— 17«-. 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