LllibllcherMMtlmg. Nr 234. Prän« mrial, oils prci«: In, 6mnploir n«n,i. fl. II, l'.Ul'j. f>. 5...^,,!. ssiii die ^llftcNunss in« Ha»s hlllbj. 5>„ lr, Mit dcv Pc'st gauzj. si. !5>, halbj. si. ?.5><>. Tollllel st^g, l3. October ^nstlch als von ihnen selbst heiß ersehnte Thatsache nicht un geringsten angefeindet werden lann, so nimmt man wieder zu eincm andern sinnreichen Mittel die Zuflucht. Mit großem Aufwande künstlicher Naivetät wird die urage aufgeworfen, warum denn daS Ministerium ^u Rcichsralh überhaupt vertagt habe. nachdem es zwei Wochen srühcr mit so großem Eifer für die NeichsrathS-thätiglcit eingetreten sei? Vergegenwärtigen wir uns die ^ntuation der jüngsten Vergangenheit und urtheilen wir Gedrängt von der gebictcrifchen Nothwendigkeit elneiseits gegenüber der gefahrvollen europäischen Eon-itcllation den Zusammentritt der Delegationen zu beschleunigen, und anderseits das Neichsbudgct. wie die beiden Lcinderbudgets vor Jahresschluß erledigt zu wissen, >n der Hoffnung, der böhmische Landtag werde sich dennoch zur Beschickung dcS RcichSrathcs aufraffen — i„ ^r Ucbcr^ugung. durch die Einberufung des Ncichs-^lhcs in vorlaufincr Abwesenheit der Vertreter Böhmens ^ Verfassung uicht im mindesten feindlich zu langircn — ucß das Ministerium das Parlament am 18. August zusammentreten. Hätte dasselbe die Einberufung des tcichgralhcs noch weiter hinausgeschoben, so glaube» '"'r uns i„ der Annahme nicht zu täuschen, daß sci»c Meyner diese Verzögerung nur als eine willkommene ^"ffc gegen daS Ministerium benützt, und daß sie den Wältig genährten Zweifel a» feiner Vcrfassungstrene lU dem vcrtächtigendcu Hinweise begründet halten: die "'ssierung wolle nur mit den Vandtaacn verhandeln — ^ snche das eigentliche VcrsassungSornan — dcu RcichS-"" zu beseitigen u. s. w, ?lach der feierlichen Thronrede war es das Haus u dein Monarchen gebührenden Achtung schuldig, vor u»i au sei»c Consliluirung zu schreiten, und diese Ruck-U"!t war es auch, welche das Minislerinm bestimmte. u>>> der Vornahme dieses Actes mit allen, Nachdruck zu Uchcn. Nachdem daS Haus seine Eonstituirnng voll-sul^"' ^^ 'V'äsidcnten und sein Bureau gewählt hatte, Und ^" Ve»i»n her eigentlichen ReichSrathSlhäligleit nc,, a ^"fnahme der ordentlichen Geschäfte auf ein ala ,. ^'"^lniß stoßcu. Ein großer Theil des Hauses niss k "ämlich bei dem schwankenden Slimmcnverhält-aas m^ ^"iorität auf den Eintritt der Abgeordneten die s?^'"cn ein solches Gewicht legen zu sollen, daß er tuali<> -^ ^" Constituirungsfragc angedeutete Even« lullen V^ ^^ weiteren Theilnahme an den Verhünd-Nl'fHt, Hanscs zu enthalten und legeres bcschluß-che„ i!^ ^' "mchcn, nun offtn anlündiale. Zugleich spra-aus ^a ""^ b" aufgetauchte Stimmen die Bcsorgi'iß poliliivÜ ?"k Theile des HauscS, die das Ziel ihrer blick.» ' ^lmschc bekanntlich nicht im ReichSrathe cr-ein^z' ""^ lhcilwcise nur bcdingungSlvcisc in denselben Beschs.,^" '""'"'. die durch die Gegenpartei herbeigeführte le„. „,u '''"h'Nlcit des HauscS alsAnlaß benutze» tonn-ren' ll,^ s ".^eicharalhc vollständig den Rücken zu tch-Ulnvillin l/'"c Institution lahm zu legen, der sie nur ^," 'Ulgten. Nabe der^m^^^' Eventualität gegenüber war die Auf» tincr C.s^.?'"""g von selbst gegeben, um der Gefahr '"Mleruug der Autorität dc« ReichsralheS mit alleu ihren Conscquenzcn für den Gang der Staatsma« schinc vorzubeugen. Nachdem dic Linke dc« Abgeordnetenhauses durch den Muud ihres Führers ihre Absicht offen auSgespro-chcn Halts, au diu fciueicn Bercilhuünen des HanslS lcincn Änlhcil nclimcn zu wolleu, so lungc den Veilie >en ÄöhmenS in demsclbcn z>, ssscheinen nicht Gelegen, hcit s,eboleu würde, mußte dic über den Paiteicn ste« dende und von jeder Lcidcnschafllichleit f.cie Negicrung jede« Mittel ergreifen, um den Eintritt einer solchen Eumlnolilä, und ihre EonsscMi'zcn binlauzuhalten. Die N^,illl!nq ve,folgt eben lrinc Pllltcizwccke, fondcrn ist bcrufcn, im Interlsse des SlaaleS die Autorität der be-stellenden StaalSemiichtungeu zu wahren, selbst auf die Gefahr hin, ihr loyales Vmglhtn von ciinr Seile mit dem Vonvnrfc der Inconftqncuz belastet zn scheu. Die» sen Vo!wu»f, selbst wenn n' irgendwie begründet fein sollte. waS wir absolut nicht zugsbcn können, kann die Regierung »>it Glcichinulh h^nurtünen in dem Bewußt» sein, die lonstitulionlllcn Institutionen gcaeoilbcr dem Pattliciffr Hc„ci' ncwahtt zu haben, welche die Verfassung durch die Heftigkeit, mit der sie selbe umklammern, in ihren Funcliouen zu lähmcn drohen. — Politisäie Uebersicht. Vaibach, 12. October. Aus Wien wird der „Köln. Ztg." geschrieben: Wir wollen leinen Accent darauf legen, ob die Ueber-cintünftc zwischen den deutsch«, Südstaatcn und dem gegenwärtigen norddeutschen Bunde der Bestimmung dcS Prager ssiiedcns entsprechen und ersteren eine „selbständige Internationale Existenz" in dem bisherigen sinne des allgemeinen Völkerrechts unbedingt belassen werden. Wollten im Interlsse der künftigen einheitlichen Action GcsammtdcutschlllNdS zwischen den deutschen Staaten Gestimmungen vereinbart werden, welche jenen zwischen Preußen und QesterMch principiell festgestellten Salz mehr oder weniger modisicircn, so glauben und hoffen wir, daß das Wiener Eabincl nicht auf dem Guchswbeu feines Scheines bestehen wird, wenn ihm zugleich ein durchaus sreundichaftlichcs und der östcrrei-chisch-nngarischcn Monarchie mitzlichcS Verhältniß anae-tragen, beziehungsweise veibür^t würde. Dcu guten Willen von beiden Seilen mit Fug und Necht voraus-gesetzt, liesst hier der gegebene AnkmipfnnaSact ,ur Herbeiführung eines Einvcrständmsscl!. daS von große,, und segensreichen Folgen werden kann. Unbefangen nach allen Seiten, ist es uns fast unzweifelhaft, daß Giaf Bcust aufrichtig und mit staatSmännischcr Bereitwilligkeit ein solches Verständniß fördern würde. AuS Anlaß der Anwesenheit Thiers' in Wicu schreibt die ..Presse:" Herr Thiers, welcher nestcrn (9. d.) mit dem französische', Gcschäslslräaer Grafen Moosburg, sowie den Ministern Grafen An-drassy uud Polocli bei dem Herrn Reichskanzler und heule (10. d.) bei Ncrrn Rothschild mit dem italienischen Gesandten Minghctli. dem Grafen Bcust und mehreren anderen Ministern speiste, äußert sich gan; unverholen darüber, daß er die ^agc Frankreichs als trostlos verworren betrachte. Er ist äußerst niedergedrückt, iuSbesoudcrS in Folge der Nachricht, welche ihn l,icr erreichte, daß die Regierung für VandcSvcrlhcidiguna die Berufung der Constituante abermals verschoben hatte. Er hoffte, in dieser Versammlung eine Fr,edcns-partei bilden zu lönuen und scheint gerade die Verein» samung Frankreichs, über welche ihn scine Rundrc,se vollständig aufklärte — da« einsäe, aber negative Resultat derselben — als wichtigstes Argument fur d,e Nothwendigkeit des Friedensschlusses geltend machen zu wollen. — Die ..Eorr. Warr." schreibt: Herr Thiers >,t während seiner Anwesenheit iu Wien mit allen Zeichen der Hochach. tung empfangen worden. Se. Majestät der Kaiser gewährte dem be rühmten Alaune eine Privalaudienz und die leüen» den Slaatt'mälmcr haben gewellciferl, demselben ihre Verehrung zu bezeigen. Die wärmsten Sympathien müssen dem illustren Franzosen angehören. der rechtzeitig sein Vaterland vor einer großen Gefahr warnte, und der jetzt, nachdem cS von schweren Unglncksfällcn betroffen wordcn. vor der Pflicbl dcS Patrioten jede fclb,t,sche Rücksicht zurücktrete!, läßt. Inmitten cincs großen nationalen Unglückes gilit Frnnlrcichs hervorragendster Staatsmann seinem ^andc ein Beispiel von hoher Bür-gerlugend. das würdig ist. ein so langes und ruhmrel» ches Vcbcn zu krönen. Die Mission des Herrn Thiers tonnte nur dazu dienen, ihn erkennen zu lassen, wic eifrig die l. und l. Regierung die Wiederherstellung be« europäischen Friedens herbeisehnt. Oesterreichs Inter« essen sind mit denen des allgemeinen FriebenSzuslcmoes unlösbar verbunden und die Regierungsprincipien, welche seit Langem Geltung haben, können keiner Wandlung unterliegen, weil sie mit der Wohlfahrt der Monarchic aufs engste verknüpft sind. Die Meldung eineS Wiener BlaticS. daß bei der dem Herrn Thiers von Sr. Majestät dem Kaiser er« theilten Audienz auch der Reichskanzler zugegen war, wird dahin berichtigt, daß Thiers, wie dies bei dem kaiserlich österreichischen Hofe ausschließend üblich, sich bei Sr. Majestät der gewöhnlichen Privat-Audicliz cr-freute, welche die Anwesenheit auch jedes Functional« ausschließt. Selbst dem „Vaterland" wird daS Treiben der Czechen allmälig zu arg. Es sagt: Wir wissen, daß die Böhmen ein durch und durch loyales österreichisches Volk sind. Desto mehr müssen wir gewisse Elucubratio-nen der nationalen Präger Glätter bedauern, welche m,r geeignet sind, die föderalistische Partei zu compromill,-ren, nicht aber in ihren patriotischen Bcstrebunaen ;u fördern-. Wenn sich die „Politik" Mühe gibt, die Po> len russisch zu machen, so mag daS als ein Privatvrr« gnüa.cn hingehen, obwohl wir nicht einzusehen vermöge», weshalb sich Oesterreich für eine polnisch-russische Inti» mität besonders cnthusiaSmiren solltt. Aber höchst schad' lieh und gefährlich find die anderweitigen ^obcShyuine» und Sympathicbczengungen für Rußland, welche die prcuhcnfrcundUchcn Demonstrationen gewisser Versus« sungStrcuer nachträglich legitimiren. — Nachdem der Papst die auf die Herstellung zunächst eines moäus vivendi gerichteten Vorschlage Italiens ablehnen zu müssen geglaubt, hat sich das italienische Cabinet dem Vernehmen nach veranlaßt ac< funden, in eincm Rundschreiben an die Mächte diejenigen Bedingungen zu präcisircn, welche es als die Grundlage seines künftigen Verhältnisses zum heiligen Stuhle und zur Erhaltung namentlich der Unadhiingia-lcit und Würde desselben zu gewähren bereit sei, und damit dic Erklärung zu verbinden, daß es, bis eine desfallsige definitive Vereinbarung zu Stande gekommen, schon jetzt und aus freien Stücken sich verpflichte, jene Bedingungen zu erfüllen. DaS amtliche Blatt von Florenz bringt ein königliches Dekret, welches den Wirkungskreis des Ge-ncralstlltlhallcrs für Rom und die römischen Provinzen festsetzt. Ein zweites Decret ernennt den Armce General Va Marmora für diesen Posten. Durch weitere Delrclc wird daselbst die Verkündigung des Statuts «mb die Einführung der italienischen Gesetzgebung angeordnet. Schließlich wird eine ausgedehnte Amnestie erlassen. Der König von Italien constalirlc beim Empfange der PlebiScitcommission die Einmüthigleit des Plebiscits, die Gerechtialeit der Sache und sagte, daß die Italiener jetzt die Herren ihrer Geschicke sind Indem er die Ein« l)eit Italiens proclamire. werde er auch die Freiheit der Kirche und die Unabhängigkeit des obersten Pontifef sichern. Die „Times" meldet aciüchtwcisr, Lord i'yons habe die Nützlichkeit eines Waffenstillstandes ncncrdings angeregt. Bismarck erwiderte, er sönne selbst aegenwärlig überall Frieden schließen, einen Waffe,,, stillstand aber nur in Paris. Die Caklik ics „Vaterland." Die „Wr. Abcndpost" schreibt: Wir haben in der jüngsten Zeit wiederholt Gelegenheit gehabt, die Mitthei« lungen, auf welche oaS „Vaterland" feine Angriffe auf die auswärtige Politik der österreichisch-ungarischen Monarchie, insbesondere mit Rücksicht auf die jüngsten Er-cignisfc in Rom, vafirt, auf das schärfste in das Gebiet der Unwahrheiten und tendenziösen Entstellungen zu verweisen. Ungeachtet dessen begegnen wir schon heute in demselben Blatte wieder einem Artikel, dessen thatsächliche Voranssetzungcn einfach derselben 5tatto,oric nnae-hörcn. Es ist also offenbar ein System, mit dem wir cs zn thnn haben, und wir glauben dies System eben nnr constatiren, keineswegs aber in jedem seiner Aus läufer verfolgen zu müssen. Ohnedies hat das „Vaterland" jüngst auf den baldigen Zusammentritt der Delegationen und auf das Recht derselben verwiesen, sich volle Aufklärung über die hier berührten Punkte zu verschaffen. Dem Herrn Reichskanzler wird sich da die auch von ihm erwünschte Wc i legenheit bieten, den Unterstellungen, zu deren Organ 1676 sich das „Vaterland" macht, die thatsächlichen Grundlagen wirtsamer, als dies durch eine journalistische Polemik geschehen kann, zu entziehen. Wir wenigstens glauben um so mehr diese Polemik abbrechen zu müssen, als unsere thatsächlichen Berichtigungen von dem „Vaterland" in der Regel weder angenommen, noch widerlegt worden sind, sondern vielmehr die berichtigten Thatsachen selbst nur als Ausgangspunkte neuer teudenziöser Angriffe auf die Regierung dienten. Besonders auffallend trat dies in zwei Fällen hervor, auf welche wir hier der Begründung wegen verweisen. Das „Vaterland" montirte sich zu einer heftigen Auseinandersetzung, weil in einer die Aufhebung des Concordales betreffenden Dep schc die Verhandlungen des Concils amtlich als „Wahnkrieg" bezeichnet worden seien. Die Angabe stellte sich alsbald als auf dem Uebersctzungs» oder Druckfehler eines hiesigen Blatte? beruhend heraus, aus der Vcrgleichung mit der der Ucbersetzung vorausgegangenen authentischen Publication der Depesche in der „Wiener Zeitung" konnle das „Vaterland" sich die Ueberzeugung verschaffen, daß an der betreffenden Slellc der Ausdruck „convolution" gebraucht worden war, gegenüber dieser Publicatiou war auch der leiseste der bei „officiellcn Dementis" beliebten Zweifel ausgeschlossen, nichtsdcslowcnigcr sland das genannte Blatt nicht an, nach einigen Tagen noch den betreffenden Ausdruck in Corrcspondenzen zu revipiren und die Betrübniß der katholischen Welt über das Unstatthafte und Verwerfliche jener Bezeichnung zu schildern. Gleiche Taktik befolgte das „Vaterland." als wir Vcranlassllng nahmen, seine Mittheilung Ubcr den Empfang des österreichischen Botschafters Grafen Trantt-mansdorsf beim h. Vater richtig Metten. Noch in den jüngsten Nummern weiden aus diesem Empfange Fol< gerungen gebogen, als ob die Tenden^lügc des römischen Correspondcnlen des „Vaterland" nicht ausdrücklich als solche bezeichnet worden wäre. Daß unter solchen Umständen un eine weilerc Erörterung mit dem genannten Blatte nicht gedacht wcroen kann, bedarf für unsere Leser keines Beweises. Eine preußische Denkschrift. Berlin. 10. October. Die Regierung theilt mehreren Cadinetten folgende Denkschrift mit: ..Die dem Herrn Jules Favre gestellten Waffen-slillstands-Bedinguligell. auf Grund dercn die Anbahnung geordneter Zustande in Frankreich erstrebt werden sollte, sind von ihm und seinen Collcgen verworfen worden. Die Fortsetzung eines nach dem bisherigen Gange der Ereignisse für das französische Volt aussichtslosen Kampfes ist damit ausgesprochen. Die Chancen diescS opfcrvollen Kampfes haben sich für Frankreich seitdem noch verschlechtert, Toul und Straßburg sind gefallen, Paris ist eng ccrnirt und die deutschen Truppen streifen bis zur Loire. Die vor jenen Festungen engagirt gewesenen beträchtlichen Streitkräfte stehen der deutschen Armccführung zur freien Verfügung. Das Land hat die Consequenzen des von den französischen Machthabern in Paris gefaßten Entschlusses eines Kampfes ,,ä. outrimos" zu tragen, seine Opfer werden sich unnützcrweise vergrößern und die socialen Zustände in immer gefährlicherm Dimensionen sich zersetzen. Dem entgegenzuwirken, sieht sich die deutsche Ar-meeführung leider nicht in der Lage. Aber sie ist sich über die Folgen des von den französischen Machthabern beliebten Widerstandes völlig klar uud muß namentlich auf einen Punkt die allgemeine Aufmerksamkeit im vor- aus leiten. Es betrifft dies die speciellen Verhältnisse in Paris. Die bisher vor dieser Hauptstadt geführten größeren Gefechte am 19. nnd 30. v. M., in welchen der Kern der dort vereinigten feindlichen Strcitträftc nicht einmal vermocht hat, die vorderste Linie der Ccinirnngs» Truppen zurückzuwerfen, geben die Ueberzeugung, daß die Hauptstadt über kurz oder lang fallen muß. Wird dieser Zeitpunkt durch das (jonv^i'ilftmuut provi^oir« ina Waffer-Communicatione» sind in sehr kurzer Zeit von ihnen retablirt worde». Diese Wiederherstellungen beziehen sich naturgemäß nur auf die rein militärischen Interessen, d-e sonstigen Zerstörungen aber hemmen, selbst nach einer Capitulation von Paris, die Verbindung dcr Capitale mit den Provinzen auf lange Zeit hinaus. Der deutschen Armeeführung ist es, wenn jener Fall eintritt, eine positive Uumöglichkcit, eine Bevölkerung von nahe an zwei Millionen Menschen anch nur einen einzigen Tag mit Lebcnsmitteln zu versehcu. Die Umgegend von Paris bietet alsdann, da deren Bestände für den Bedarf der diesseitige» Truppen nothwendig gebraucht werden, auf viele Tagniärschc hin ebensowenig irgend welche Hilfsmittel, und gestattet daher nicht einmal, die Bewohner von Paris auf den Landwegen zu cvacuiren. Die unausbleibliche Folge hicvon ist, daß Himdcrttausende dem Hungcrlodc verfallen. Die französischen Machthaber müssen diese Consequcnzen ebenso klar übersehen, wie die deutsche Armeeführung, welcher nichts übrig bleibt, als den angebotenen Kampf auch durchzuführen. Wollen jene cs bis zn diesem Extrem kommen lasfen, fo find sie auch für die Folge» verantwortlich." Kriegschronik. Laibach, 12. October. Die Vcrlhcidigung Frankreichs wird durch die inneren Zwistigkcitcn gelähmt. Um die Differenz zwischeu der Pariser Negierung und ihrer Filiale in Tours beizu-lege», mußte Gambelta eine Lustballonreise uutcruehmcn und Lyon, die zwntwichligsle Stadt Frankreichs, welche in der Lage war, ein Corps zum Eutsatzc StraßburaS abzusenden, denn cS standen dort 60.000 Mobil- nnd Nationalgarden und 20.000 Mann Linie, hat nichts gelhan. Die Loire-Armee zählt nicht mehr als 25- bis 30 000 Mann. Sie hat dic Operationcn damit eröffnet, daß sie cine Division über Orleans gegen Pithivicrs vorschickte, daS von den Preußen besetzt und verschanzt war. Es gelang den Franzosen, die deutschen RccognoS-cirungstruppen zurückzudrängen, was sie crmulhigte, am 9. d. abermals gegen das von Vaicrn besetzte Städtchen Etampeö vorzurücken. Hicr wurde die französische Division von Baiern und Preußen angegriffen und zersprengt. Die Loire-Armee ist dadurch um eine Division gekommen, welche sie nicht mehr ersetzen kann. Nach den neuesten Telegrammen sind die Deutschen inzwischen bereits über Pithivicrs südlich an die Loire gerückt lind haben bei Orleans bereits eincn Theil der Loire-Armee geschlagen. Orleans dürfte sich nicht lange mehr halten und auch die Regierung in Tours bald genöthigt sein, ihren Sitz weiter südllch zu verlegen. Ham. 8. Octobcn. l200 Preuße» wurden von St. Qucnlin durch die Nalionalgardc zurückgeworfen u») zogen fich auf Ribemont zurück. Tours, 9. October. Garibaldi ist heule um halb 8 Uhr Morgens hier eingetroffen und im Holel der Prä-fcctur abgestiegen. Um hall) 9 Uhr eihielt er den B» snch Clömicux,'. Glais-Bi;oins, LauricrS und Anderer. Gambetta hat in Mans übernachtet und trifft Millags in Tours ein. Tours. 9. October, Mittags. Garibaldi ist ganz unvermuthel hier augckommen. Es war daher unmöglich, ihn auf dem Bahnhöfe zu empfangen. Ein Lieutenant dcr Linic, welcher fich auf dem Bahnhöfe befand, bot sich Garibaldi an, ihm als Geleite zu dienen. Garibaldi erwiderte, er sei nicht gewohnt, eine Escorte z>» haben, und fügte hinzu, auf dem Schlachlfcloe werden sie sich wieder treffen, um dic französische Republik zu befrcieu. Er begab sich mit Gcnt und Isambcrt auf die Präfectur und empfing, obwohl fchr ermüdet, die Mit' glicdcr der Regierung und dcu Präfcctcn. Während dicS geschah, erfuhr das Bataillon dcr Francs-Tircurs von Tours die Anwesenheit Garibaldi's und zog unter euthu-siastischeu Nufeu für ih» und die Republik vor dcfstl' Fenstern vorüber. Tours, 9. October, Vormittags. Noucn, 8tcn October, Abends. Gamlictla wurde auf dem hicsiam Bahnhofe bei seiner Abreise nach TourS von der Ve> uölkcrung mit Beifall begrüßt. Er hielt eine Ansprache, welche mit folgenden Worten schloß: „Schließen wir ei» Gündniß, entweder mil dem Siege oder mit dem Tode!" Gambelta ist mit den ausgedehntesten Vollinachtc» versehen. Marseille. 8. October. Garibaldi ist heute um 9 Uhr Morgens abgereist. Er wurde vou den Bc-hördcn nach dem Bahnhofe geleitet und von dcr Bc-völler»»g mit Znrufen begrüßt. — Eine amerikanische mid eine spanische Fregatte licgcn auf dcr Rhcdc vor Anker. — Im Falle eines feindlichen Angriffes foll dic hiesige Bürgcrwachc mit der Nalionalgarde verschmölze» werden. Toulouse, 8. October. Mobilgarde-Artillcristtn des Departements Hautc-Garonue sind soeben nach Vcl-fort aligca.llnss.en. Tours, 9. October, 4 Uhr Nachmittags. Gam-bctta ist Mittags in Tours eingetroffen und hat sich sofort zu einer Confercnz mit den Mitgliedern dcr Nc-aicrimg in die Präfcctur bcgcben. Dic Couscrcnz dauerte anderthalb Stunde». Während dieser Zeit crschic» li»e gruhc Volksmenge im Hofe dcr Prafcclur und rief nach Gambctla. Hicauf erschien Garibaldi unter großer Acclamation im Hc>fc und sprach cini^c enthusiastisch a»fcic-»oinmcne Worte. Gambclta, welcher hierauf auf dcm ^alco» crschic». sagte: „Eine Proclamation, dic sosuit erscheinen wird, wiro unverzüglich Insttuctioucn »»d Aefchlc dcr Regierung bekanntgeben. Ich bin hichcr gc« kommen, um zu arbeiten. Wir müssen in Bezug auf Oemonstrationcn nüchtern sein, lassen Sie uns arlieilc», nur arbeiten, denn wir haben keine Minute zn verlieren." Nach dieser enthusiastisch begrüßten Ansprache nahm Gambetta wieder seinen Si'tz im NegiernugScouseil ein. Garibaldi empfing eine Deputation dcr National' garde von Tours. Tours, 9. October. AuS Roucn vom 8. wi'd folgendes Resume officicllcr Nachrichten aus Paris vom 30. September bis zum 7. October gemeldet: Das Das Volkslied. (Fortsetzung.) Das Soldalenleben hat es bis jetzt nur fehr vereinzelt dahin gebracht, die umfassende Männerschulc zu wer-ocn, die auch den freien Schönheitssinn erweckt und pflegt. Es ist nichts damit gethan, daß die verschiedenen Con-tingeutc ihr ..Heil dir im Sicgerlranz" je mit dem Namen ihres Regenten singen lernen und auch nebenbei manchmal ein Marschlied ertönt, aber hier ist die Form bereit, neben dcr gleichen äußeren Bewaffnung auch die innere Bewaffnung herzustellen. Die öffentlichen Concerte, in denen es nur die träge Freude der Zuhörerschaft gibt. die Sclbstbclheili-gung lahm gelegt und alle Bewegung den Orchestern übtrtragcu ist. sind ein schweres Uebel, aber schon beginnt auch hier der Gesang sich einzumischen. Eine ganz neue Wendung und Hebung hat aber der Voltslltsllng und mit ihm auch das Volkslied durch die Gesangvereine. Liedertafeln, Licderkränze, Gesangfcste uud Turnfahrten gewonnen. c^.^^ "'" ^"" wunderbaren Fügungen der Ge-sch'chte. daß von zwei verschiedenen Endpunkten und aus zwe, versch.edenen Principien die Stiftung dieser neuen unab ehbaren Entw.cklunaMufe des Volksliedes ausging. Es .st daunt schon ,m Ursprung vorgezeichuet, daß sie belde m einander fneßen müssen. Der Schweizer Nägeli. von dem wir das Lied Freut «uch deS Lebens" haben, stiftete die Gesangvereine aus den politischen Landgemeinden herans, er knüpfte an das im Volke Lebende an. In Berlin ging dcr von Fasch gegründete Dilettantcnverein und der von Zelter gegründete Liederlranz aus ästhetischen und künstlerischen Bedingungen hervor. Die Einheit dieser beiden Principien, wie sie sich jetzt vor unsern Augen und Ohren vollzieht, macht die Licderkränze zum Träger einer großen nationalen und cul-turgeschichtlichcn Aufgabe. Eö ist der besondere Beruf unserer Zeit, den sogenannten NatuvwuchS in umfassendste Pflege zu nehmen, die Schönheit und die Freiheit in Eins zu bilden. Um zuuächst bei unsrer Aufgabe zu bleiben, so hat sich erwiesen, daß die Liedertafeln das alle gute Volks« lied neu beleben und den neueren Schöpfungen die Richtung geben, in dcr ein Lied zum Volkslied werden kann. Die Volksweise muß, wie schon Förster im 10. Jahrhundert es treffend ausdrückt, „den Gedanken bei dem Wort still stehen machen," sie gibt leinen fremden, sub» jcctio aufdringlichen Commcntar zu dem Texte, lehnt sich nicht bloß an, um selbständig zu werden, sie steht im treuen und eben damit innerlich freien Dienst des Wortes. Das Volkslied hat das feste Wort, das Voltslied gleicht nicht dem Gesang der Lerche, die in freier Luft schwebend sich aussingl, es gleicht den Sang-vügeln des Waldes, die nur auf festem Zweige singen und — möchte ich hinzusetzen — nur auf grünem Zweige.--------- Das Volkslied bewegt sich in ganzen Tönen, wie seine EmpfindnngSgrundlaa/ aus ganzem Holze geschnitten und nichts mit der Kleinlheilung dcr Halbtöne und der Leimpfanne deS Fournirens und des bloßen trüge- rischen Scheins, nichts mit Flittern und Glitzern zn thun haben will. In dcr Limpurger Chronik heißt es von den alten Liedern: Damals sänge nnd pfiffe man dics Licd. Das ists! Pfeifbar muß eine VoltSmclodic sei". Die kunstvolle Stimmenverschräulung mag dcr lcchmi^ fortgeschrittenen Kunstregion zufallen, das Volkslied m>>ß einfach pfeisbar fein und die Gesangvereine irre» von ihrer Aufgabe ab. wenn es dahin kommt, daß Nicm""d mehr ein Lied für fich allein singen kann und cS immer heißt: eS fehlt der erste oder zwciie Tenor, der erste oder zweite Baß odcr gar, es fehlt die Clavierbc-gleitung. Nichts ist jämmerlicher, als solch ein llmstae-recht verschränktes Lied auf sommerlichen Äusflüacn erbarmungswürdig zerfetzt zu hören, cS ist wie der Au» blick eines grüßlich zcrzanSten Ilitlcrgcwandcs. Das fesleu Telegramme des Prascctcn vo» Lille cnlsprcchcnd. Dcr Bericht schätzt die bei di sen Gefechten bethrili^l c,^ wiscncn feindlichen St^ciiklüste auf 30.000 Mam,. Ge. »eral Vioov. wlcher nach c,füllter Aufgabe sci»cn Rückzug bewerlsl^Ii ic. l,,il d^- festeste Hallnng «c^iqt. Un-sn'e noch nich« fcst^csl^lllcn Verluste si»d bctlächtlich ,ic-w.sen. Gcucral Guilhcm wurde getötet, Unscrc Mi-l'Mnlsen h.,l>,n dein Feinde stall zischt, wclchcr ^,oße Verluste erlitt. Ocr Kampf vom 30 hat linscrcn Soldaten gezeigt, was sie werth sind und ihicn Führc-n, was sie von ihnrn erwarten können, Tours, l>. October. (Fortsetzung dcr officicllcn Meldungen.) In Vrzna. auf die taisellichc Gchcimpolizci 'st nun constatiit, d^ss c,lle Complotc, niit AuSnahm» l>^icni',cu von Oisim, Pianori und dcr lchtcn Vcwe. N>"ia in Lc,«Vilettc von Pictri, Lag'angc, InlcS Ballot, ^ucrin, ii^alüv, nnd V<.'lii!>r organisirl wall,,. Ballot hat G.stäudnisse gcmachl. Das „Journal officicl" vom 2. October vcröffcut-l'cht c!ncn Bericht dcS Ki-ie^lninistcrs. welcher col,st,i-t ". daß sich in Paris 280.000 Nationalgardcn, 80.000 MolMgardm nnd 20.000 Francstircur« befinden, nn lvclche Gewehre vertheilt wnidcn. Außcrdcm befinden sich noch daselbst 150 000 Mann Tinppe». Ein Tagesl'cfehl deS Ocnerals Trochn erklärt, daß ^ slch das 13. Ccnps am 30 Scptcmbcl vor dem Lande dutch d^'n Ungestüm >m Angriffe lan,^ vorbcreitctcr Positionen mid durch die Nuhe und Festigkeit beim Rück» i"ge mit Ehren bedeckt haben. Die Preußen haben den gefallenen General Guil-hem mit allen militärischen Ehren feierlichst zur Erde bestattet. Es fanden mehrere Necognoscirnugcu über Vondy, Dranly und Issy hinaus statt. Die Regierung hat die Gerichte anS dem letzlvcr-flosseneu Mon.U Juli, welche constatirtcn, daß die Bevölkerung die Erhallung des Frieden« wünsche, oei Bc-unhcilung des Publicums überliefert. „ ^°s „Journal officicl" vom 30. September verdeutlicht ein Decret, welches die Requisitionen von Gca.ensiändcn des dringendsten Bedarfes regelt, tt, t ^^ ..Journal officiel" sagt; Die preußischen gefangenen geben ihre Verwunderung darüber lund. daß l" nicht erschossen werden; diese Idee wurde von den ^sstcieren bei ihnen genährt, um Desertionen zu vcr« hmdern. Eine Rccognoscirung auf den Höhen von Montrc-'""t wuidc bewerkstelligt, vier abgefeuerte Geschosse "ölhisjten den Feind, sich zurückzuziehen. Eine Adresse Victor Hugo's trmulhigt die Pariser iur Vertheidigung. Das „Journal osficiel" vom 4. October veröffcnt-''ll>t zahlreiche Dccrcte und einen mililärifchrn Bericht ^>n 3. Abend«, welcher besagt, dah gegen Bczons. ?lr-^'Ueuil nnd Noisy NrcognoScirungcn ohne große Be» "/""a. staltfcmdcn. Einige Ilumunrn des „Journal Wcicl" enthalten Papiere und Eorrcsftoudenzen der laiscr-^Nn Familie. .?")s. das leine Handbreit dcnlschcr Erde hingeben kann. 'klc Empfindnnn. wcil aller Discussion crlüdiat. in sich "'N. hat nuch bereits seinen AuSdrucl im Volkslied gc- 1"'^"- im Anfange dcr vierziger Jahre mit dem vicl° . >p>°chcncn Viede ..Sie sollcn ih„ nicht haben, den freien "Uschm Nhcin." Es ist troh seiner Hunderle von Me- n.« ".^'^ l^t ein gelesenes Lied geblieben. Ein gelcsc- y^ ^ 'st alicr nicht viel mehr als ein ausgestopfter ab. ' ^ ^^t ihm die Bewegung und dcr Ton. Vaßl wag. "ll"' Kanonenschuß am Nhcinc fallen und flicn ^ ""^ ""l im litcrarischen Naturalicncabinct war, un). ll"f, das ^icd ertönt laut und findet seine feste ^^llUlig. Volk«?" ^' Mitte dcr vierziger Jahre entstand das Mit k "Schlcswig.Holslcin mecrnmschlungcn" znglcich ^icd w ^^odic und so mangelhaft auch beides, das schloss ^ ^''^ ^"chl in dem Kampfe, der nun gc. thälin^^ ^°^ ^ l)al — so viele Dichter sich auch Mra^" ^^ Acwcgnng bcthciligten — doch lein Vicd einließ ^"" ^'^ Bestrebungen waren nicht so fest und i"9ler. sonnnlilt. daß sie sich in ein Lied für Alle Ciich^« ^'^ ^"'^) ein ^icd, das dcn positiven deutschen Oppo . "^'' 'u s'ch faßt. - jenseits dcr Vlrndl'schen wird 0,2- ^^"' ^" ParticulariSmus - dies Lied llufgcl,»,,^ 3^ ^^"' "^r sie begleiten, nicht ihr vor-zml«h,',, "!^ dentschcn Herzen sind bereit, es in sich auf-'" die im..,.^"lschen Kehlen geübt, eS frei und froh "lelt hmein zn sitigcn. (3chl„ß folgt.) Das „Journal officicl" vom 5. October verössent» licht einen Artikel über die dcr Pariser Bevölkerung durch dcn Mangel an Nachrichten auflrlcgten ^ciden uuo warnt vor übertriebenen Gerüchten. Dcr im Kampfe am 30. September getödtete Ge» neral Gnilhcm wnrdc im Invalidcndom begraben. Vor der Porte Sablonvillc e^plodirte ein Torpedo durch Zufall, acht Personen wnrdcn verwundet. Ein militärischer Bericht vom 4. October Abends signalisiltc einige BewcgnmM dcr Prcnßen in Mal-maison. Scvrcc«. Ehalillon und auf dem Plateau Ville-j»if. Vormittags unternahmen drei Compagnien des Bataillons Drom nnd eine Abtheilung Spahis eine Necognostirung vor das Fort Nogent und stießen in Ncnilly-sur-Marnc auf preußische Vorposten, welche sich cilig in dcn Wald znlück^ogcn, wo 500 im Hinterhalte lcigcn; wir machten einige 20 (Äcfanaene. Die FortS im Süden schössen einige Granaten auf Arbeiter uud feindliche Colonuen ab. Das „Journal officicl" vom 0. October apftellirt an die patriotischen uud rcpnblicanischcn Gesinnungen, auf daß die bewaffneten Kundgebungen ein Ende nehmen, die sich gestern zum zweiten male seit 14 Tagen erneuerten. Diese Kundgebungen begehen das schwere Unrecht, daß sie den Schein eines Aufruhrs im Widersprüche zur Wirklichkeit aufkommen lassen. Der Feind ist durch cincn Widerstand vor Paris aufgehalten, auf dcn er nicht rechnete. Er weiß, daß er durch mehrere Monate in Schach gehalten werden wird, ebenso, daß eine Erstürmung unserer Umwallung unmöglich ist; er hofft also nnr auf unsere Uneinigkeit. Unsere erste Pflicht ist demnach, selbst den Schein zu vermeiden. Ein Bericht Keratry's beantragt die unverweilte Prüfung dcr Frage wegen Aushcbuun, der Polizeipräfcctur. Dic Regierung beauftragt Kcratry, einen Entwurf in diesem Sinne vorzubereiten. Ein militärischer Bericht vom 5. d. Abends meldet, daß eine am Morgen dieses Tages gegen Elamart unternommene NccognoScirunn. geglückt sei. Vom Fort Mont Valerien wnrde auf die bewaldeten Höhenrücken zwischen St. Cloud und Bougival gefeuert. Die feindlichen Truppcu versuchten, sich nach Bougival zu flüchten, von wo sie durch einige schwere Marineprojectile vertrieben wurdcu. Vor Charcnton und rechts in dcr Umgebung von Creteil griffen unsere Tirailleurs vom Feinde stark vertheidigte Barricade« an, konnten ihn jedoch nicht vertreiben; auf dcr rechte» Seite jedoch vertrieben wir ihn aus eiucm Hause und zogen uns sodann vor beträchtlichen Strcitträfteu in guter Ordnung zurück. Wir hatten blos 2 Todte; die Verluste des Feindes tonnten nicht ermittelt werden. Das „Journal officiel" vom 7. October veröffentlicht ein Dccrct, durch welches die Hundcrtgardcn (Ccut-gardcs) und die Elilegendarmen-Escadron verabschiedet werden. Eine Proclamation dcr Regierung macht Mittheilungen über die Organisation dcr Strcitkräfte in dcn Departements. Es ist die Bildung von zwei Armeen, von dcucn jede beiläufig 80.000 Maim start ist. bereits erfolgt. Die Bildung einer dritten Gruppe, bestehend aus regulären Truppen, Freiwilligen und Mobllgardcn. ist im ^uge. Il, dcn vom Feinde "icht besetzten Departements'stehen 3<; aus Zwölf-, Acht- und Vierpfünder,, bestehende Feldbattericu, eine bcträchtllchc Anzahl gezogener Scchspsimdcr auf Vaffetten und ein zahlreiches Kriegsmaterial zur Verfügung. Die Patroncnfabricatiou liefert wöchentlich 4 bis 5' Millionen Stück. Cinc behördliche Verfügung setzt den Flcischprcis bis 30. October auf 2 Francs fest. Ein militärischer Bericht vom li. Abends sagt, daß bei dichtem Nebel in militärischer Beziehung sich nichts ereignet habe. Zu St. Denis wurde 5><>0 Meter über die Forts hinaus ein Ausfall gemacht, wobei wir cincn Vcrwuudcten hattcu. Dcr Commandant dcS Mont Valerien meldet, daß cr gcstcrn dcn Park von ^t. Cloud beschossen und dem Feinde schr großen Schaden zugefügt habe. In einer Fabrik chemischer Productc in dcr Rue dc Javcllc erfolgte eine Explosion, bei welcher Todte und Verwundete aus den Trümmern hervorgezogen wurden, deren Zahl abcr stark übertrieben wird. Ein Dccrct dcr Regierung von Paris, datirt vom 5). October, iu Tours veröffentlicht, erklärt, daß. nach dem in 23 Departements die Wahlen nicht stattfinden können, die Wahlen für die constituircudc Nationalversammlung vertagt sind bis zur Zeit. wo dieselben im Umfange des ganzen französischen Territoriums stattfinden werden können. Jeder Versuch, dieses Decrct zu verletzen, wirb in seinen Folgen für null und nichtig erklärt. Ludwigshafcn, 9. October. Gestern sind au« Nancy Truppen nach Vcrdun abmarschirt; auch ist Ac< lllgcrungsgeschütz dahin abgegangen. - Starke Zuzügl deutscher Ersatzmannschasten und ungeheuere Geschütz-transport« nach Paris dauern fort. ____________ HassesueuiBeilen. — (Ehr enbiir gerrecht.) Am 8. d. M. begat sich zu Sr. Excellenz Herrn Dr. Gislra eine Deputation der Gemeinde Wien, nm ihm das Ehreuburger- diplom zu Überreichen. Die Deputation bestand aus dem Bürgermeister Dr. Felder und den beiden Stellvertretern Dr. Newald und Kühn. Sie erfreute sich eines fehr freund, lichen Empfanges. Se. Excellenz sprach wiederholt der Ge» meinde seinen Dank für die ihm zu Theil gewordene Auszeichnung aus. Der Text des Diplomes lautet! „Se. Excellenz Dr. Karl Gislra, Sr. l. und l. «po. stolischcn Majestät wirklicher geheimer Rath, Ritler des lais. österreichischen OrdenS der eisernen Klone erster Classe und des Leopold-Ordens, Doctor der Rechte und der Philosophie, Landtags, und Reichsrathsabgeordneter lc. ,c., hat sich um das Emporblllhen der Reichshaupt- und Residenzstadt die hervorragendsten Verdienste erworben. Mitten im Dränge der schwierigsten politischen Auf. gaben, die ihm als Staatsmann gestellt wurden, unterließen Sc. Excellenz nicht, dem Wohle der Reichshauptstadt und ihren mannigfaltigen Interessen dle größte Sorgfalt zu widmen. Durch das Vertrauen Sr. Majestät des Kaisers in den Nach der Krone berufen, nahmen Te. Excellenz den unmittelbarsten Einfluß auf das glückliche Zustandekommen zweier der wichtigsten Unternehmungen, welche für die Zukunft, für da« Wohl und die Gesundheit der Bewohner, so wie für das Gedeihen und Aufblühen des Handel« und der Gewerbe der Residenzstadt von höchster Bedeutung sind. Die Wasserversorgung Wiens aus den Wasserhochquellen fand in Dr. Karl Gislra den wärmsten Förderer und Schlitzer, seinem unmittelbaren Einflüsse ist es zu danken, daß mit dem Vaue dieses für Wien so wich» tigen Werkes fchon im Jahre 1870 begonnen werden konnte. Die Regulirung des Do n a u , Strome s bei Wien, feit mehr als einem halben Jahrhundert an< gestrebt und wiederholt in Anregung gebracht, blieb doch insolange Project, bis endlich die hochherzige Entschließung Sr. l. und k. Apostolischen Majestät diesen so lanq ge, heglen Wunsch der Residenz zur Wahrheit werden lirß. Der rastlosen Bemühung Sr. Excellenz war e« gelungen, die Vorarbeiten zu diesem großartigen, segensreichen Unternehmen so zu befördern, daß es möglich wurde, gleichfalls in diesem Jahre den ersten Spatenstich zu machen. Die freigewählle Vertretung der ersten und bedeutend, sten Stadt des Reiches hielt es daher für ihre heilige Pflicht den Verdiensten dieses Mannes den Zoll des wohlverdienten Dantes abzustatten, und hat daher den einstimmigen Beschluß gefaßt dem Dr. Karl Gislra, Excellenz, das Ehren, bürgerrccht der Stadt Wien zu verleihen und dessen Namen in das goldene Buch der Ehrenbürger Wiens eintragen zu lassen. Urlund dessen ist diese« Diplom ausgefertigt, unter, schrieben und mit unseren, Siegel versehen worden." Da« Diplom ist in künstlerischer Beziehung von hervorragendem Werthe. Professor Karl Geiger, welcher die Einrahmung des Diploms Übernahm, löste diese Aufgabe mit ganz besonderem Geschicke. Die Einrahmung besteht aus einer allegorischen DoppeldarsteUung, welche auf die Was> serversorgung und Wasserleitung Bezug nimmt. Einzelne weibliche Figuren sind mit großer Anmuth und Feinheit in den Linien behandelt. Ungewöhnlich reich ist der aus dem Atelier des Hof-Buchbinders Groner hervorgegangene Ein» band. Zeichnung und Ausführung rechtfertigen den Ruf dieses Industriellen; sie sind das Werk eines feinen Geschmackes. — (Unterrichtsministerium.) Die „Oesterr. Corr." meldet: Der Ueberlrilt des bisherigen Director« der administrativen Statistik, Herrn Hofrathes Dr. Ficker als Referent zum Unterrichtsministerium steht, wie wir vernehmen, nahe bevor. Herr Dr. Ficker hat schon seit einer Neihe von Jahren in Unterrichtsangelegenheilen eine maßgebende Stimme geübt und war in jüngster Zeit namentlich an der Feststellung der Realschulpläne und an der GynmclsialenqnLle in hervorragender Weife betheiligt. Vis auf Weilers versieht das Referat in den Angelegenheiten des katholische,, Cultus nach dem Ausscheiden des Freiherrn v. Hohenbühel Herr Sectionsrath Inbermauer zu Strehl-burg, das Mittelschulenrescrat Herr Ministerialsecrelär Baron Päumcmn (Gymnasien) und Herr Mnisterialsecretär Dr. Götter (Realschulen). . (Zur Tagesgeschichte.) Wie die „Deutsche Allgemeine Zeitung" mittheilt, beschloß der Rath der Stadt Leipzig, die Zustimmung der Stadtverordneten vorbehaltend, für Straßburg eine Unterstützung aus der Etadtcasse zu bewilligen. Hicbei gedachte er aber zugleich auch der nicht minder hart heimgesuchten deutschen Sladt Kehl, hoffend, daß dadurch andere Gemeinden sich zur Nachfolge aufgefordert fühlen möchten. Nach dem gefaßten Beschlusse sollen daher von dcr ausgeworfenen Untcrslutzungssumme von , 4000 Thalern Straß'burg 3000 Thaler und Kehl I(XX) Thaler erhallen. — Die preußischen Uhlanen verstehen besser cinzuhauen, als zu dichten; man höre, wie sie nach emer > Mittheilung Wickebe's an die „Kölnische Zeitung" sich da« Schiller'sche Reitcrlied zurechtgemacht: Wohl auf Kameraden, aufs Pferd, aufs Pferd ^ Ins Feld, ins französische Land gezogen, Im Kriege da wird der Uhlan noch geehrt Und fein Fleisch ihm nicht täglich zugewogen Da reitet er oft die Patrouille allein Und tüchtig haut er auf die Franzosen drein! », Die Uhlanen sangen, sagt W., daS Lied oft mit mehr ^lautem als sehr harmonischem Chor; denn achtwöchentliches ° Feldleben macht die Stimme gewallig rauh. — Der „Publl. 1678 cist" und die «Berliner Vörsenzeitung" wurden am Sonntag in Berlin mit Beschlag belegt, angeblich wegen eines Berichtes des „Times"'Correspondent«« Uber die Stellung der deutschen Truppen vor Paris. — Die „Kölnische Zei- ^ tuna." theilt einen Brief mit. welcher ihr aus Lagny zugegangen, der den ModuS bei Vertheiluug der eisernen Kreuze einer scharfen Kritik unterwirft. Der Brief lautet: „Vielfällig hört man hier und in unseren anderen Quartieren Aeußerungen der Kritik Uber die Art und Weise, wie die Vertheilung der von dem Könige verliehenen eiserne» Kreuze stattgefunden hat. Iunächst wird es als nicht gerechtfertigt betrachtet, daß diefes Ehrenzeichen, welches doch vor Allem die Tapferkeit vor den» Feinde, in der Schlacht, im Kugelregen, im Handgemenge belohnen soll, an Adjutanten gekommen ist, die, wie tapfer sie ohne Zweifel sind. doch leine Gelegenheit hatten, diese Eigenschaft zu enttvickel», und nur mit den, Feldstecher, gleichsam aus der Zuschauerloge, zusahen, wie der Ieldsoldat und Feldofficier sich schlugen. Sodann ist es nothwendig, daß bei der Vertheilung andere als mechanische Grundsätze zur Anwendung gebracht werden. In der Regel erhält jedes Negi-ment, welches an der Schlacht theilnah,,,, eine gleiche Anzahl von Kreuzen zugeschickt, während doch die Erwägung, ob das eine Regiment Gelegenheit hatte, sich so auszuzeichnen wie ein anderes, dabei in Vetracht zu ziehen ist. Ein Beispiel geben die Harass c!u (lorpZ, welche nur bei Sedan mit im Feuer waren und hier, wenn wir nicht irren, nur zwei Verwundete hatten. Tiefes Regiment erhielt ebensoviel Kreuze wie die anderen Cavallerie'Regimenter. Die bloße Voraussetzung. daß die ^l.TläsZ äu Ool'pg ebenso ihre Schuldigkeit wie diese gethan haben würden, wenn ihnen die Gelegenheit dazu dargeboten wäre, ist selbstverständlich, aber sie kann bei der Abmessung der Zahl der Kreuze doch nicht in Betracht kommen." Locale s. — (Stipendien-Auszahlung.) In Folge der stattgefundenen Uebergabe des krainifchen Studenten' stiftungsfondes durch die t. l. Landesregierung in die Verwahrung und Verwaltung der krainischen Laudesvertretung werden Uber Anordnung des Landesausschusscs den Ciudi-renden ihre Stipendien kllnflighin bei dcr krainischen Lau-descasse in halbjährigen Raten, und zwar immer am 15ten October und am 15. April und an den nächstfolgenden Tagen gegen ordnungsmäßige Quittungen ausgezahlt werden. — (Die zweite sloven ische Vorstellung) findet Samstag 15. d. statt. Es wird das aus dem Polnischen übersetzte Schauspiel in 4 Acten: „Gutsherr uchc!ftcs (Stadt. Leilerstäitc 2) persönlich nbernonnnen hat. Wie wir hellte erfahren, hat sich die Frequenz seiner Annoncen-Expedition lmrllich gehoben, indem vicle Inscrentcn den ausreiche Erfahrungen in, Annoncenwescn gestichten Rath dieses Herr,, i» Anspruch »chmcn. Herr Rudolf M^sse besiht dic scltme Routine, einem Inserat irgend welcher Art, sowohl in Vezna, ans pikante Stylisirung, als geschmackvolles nnd auffälliges typographisches Arrangement eine Form zn geben, welche, vereint mit zweckentsprechender und unparteiischer Auswahl der zn verwendenden Heitnngc», fast immer günstige Resultate erzielt. N. Wiener Tagblatt. Ncnttte Post. Die Adresse des böhmischen Landtages wurde von einer Deputation am U1. 0. M. dem Statthalter behufs Uebersendung au Sc. Majestät dcu Kaiser übergebcu. Die Statthaltern hat am 1!. Abends die Adresse abgeschickt. Nach dem Krakauer „Kraj" beabsichtigt Bismarck dic Wiederherstellung Polens ill naher Zukunft. Der norddeutsche Reichstag wird zwischen dem 8. und 15. Nouciulicr züsammentretm, Ob der preußische Landtag heuer noch cmlicrufcu wird, ist wieder fraglich. Der Küüig uou Sachsci, hat für den König von Preußcu cinc besondere Grohtrcuzdccoratiou des militärischen Heiurichsordens gestiftet uud ihm liberreicheu lassen, wofür der ilönig telegraphisch dailtte. Das Äürseiigerücht, lroruach die Äcschicßulig von Paris am 1l. d. bcgiuucn sollte, ist falsch. Dieselbe wird zwischen dcm 14. uud 18. October beginnen. Dcr »cuesle Sieg der deutschen Tnippeu lintcr Gcucral 0. d. Tann über eine» Theil dcr Loire-Armee wird als ciu großer strategischer Orfolg angesehen. AuS Charlies, 10. October 8 Uhr AbctldS, wild auS fianzösischer Quelle gemcldct: Gegen 1 Uhr lichteten die Prtlißm eiueu unleu Augriff gcgeu Chcrizy bei Dreux. Sie hattcu li EöcadrouS, 2 Regimenter Infau< l^ric uud 1 Batterie. Sie stießen auf cuclgifchcu Widerstand bei deu Eiuwohncrli, welche Barricade,, m den Slraßcu errichteten, lim K Uhr Abends wurdc:> die Preußen Mückgewoifcn. Ihre Artillerie behielt aber ihre Stellungen u»d schoß cilicn Theil uou Chcrizy in Vralid. Chevillc, M^ßangeic und BiSaard würden von prcußi« scheu Strcifpattouillcu iu der Vovcs degicltzcndcu Edeue 00» Äcauce auf verschiedeiuu Punkten uugcMdct uud oelbtamit. In Bieülau wird für dcu Wintcrfeldzug in Frankreich gerüstet. Der Verliucr Staalsan;ciger vom 12. b., die Lage des dcutschen Heeres vor Palis und die Chancen des Angriffs genau betrachtend, sagt: Dcr Krieg müsse iu Pa- ris enden, dcr Friede dort dictirt werden. Die Angriffe Vorbereitungen seien zeitraubend, die Aufgabe der deutschen Kriegführung, Paris mit möglichster Vermeidung von Zeitverlust und Mcuschenvcrlust zu nehmen, sei sehr schwierig, gleichwohl sei dic Zuversicht auf Beseitigung dicscr Schwierigkeiten berechtigt. Dcr „Hamb. (5orr." enthält ciuc Mittheilung Cl-cl'S aus Altona vom II. 0. Die französische Flotte sci 18 Meilen vou Helgoland gesehen worden. Die Militärbehörden melden vor Ucbcrraschung gcwaiut, die l>.l!5) — 5>perc, Nalional-Anlehen 66.20-- 1860er Staats-Anlchrn 91.80. -. Vanlactie» 70« - Lrrbil-Acticn 25)3.2l>. — ^nndo» 124 30. Sillier 122.—. — K. t, Mitnz-Dncaten 5.95z. — Napoleond'or« 9,91,^. Handel und Wolliswirlhschaj'tliches. Vai(»ach, 12. October. Auf dem heutigen Marllc s!,id erschienen: 20 Wagen mil Getreide, 4 Wagen mit Heu und Stroh (Heu 45C,r, Stroh 12 Clr.), 25 Wagen nnd ^»Schiffe (?7 Kstt.) unt Holz. ________________Durchschnitta-Preise. si. li.jst. lr. , ft. il. ft. tt- iUelzeil pr, M-ljr,, 5 20j « — Pnner pr. Psnnd — 45 —, " «oru-Saat ., !l «0> 4 10 ^öirr pr Klnck — ^ —-^ 'Hcrstc „ 2'X> ^ - Milch pr. Maß -w ^ Hafer „ 1 «0 2 20 Nindsicsch pr,'M, ...^3------ Halbsriich! „ ------4 40 Kalbfleisch „ ._ xtt ^. - Heiden „ — — 3^0 Schweinefleisch,, ..24------ Hirse ,. l 2 40 ^ 10 Schöpsenfleisch „ _. ,5 —-^ Knlnrnll « ------- il^ Hähndcl pr. Stlick -,30------ Lrdäpfll „ 15)0.....— Tniidcu „ _. j5>------ iÜnsm „ 4 5)0------- Hrn pr. Zenlner 140 — Lrdstn „ 5------- Slroh „ 130--^ Fisolen „ 4 80------- Hol,, hart.. prKlfl.------720 Rmdsschmalz Pfd, — 54-------~ lveichc?, 22" —— 5 60 Schweineschmalz „ — 4() - — Wm>, rother, pr, Speck, frisch, „ - 35> . Eimer 12-^ - f^rcluchcrt „ — 44 _ _ ._ ^,^isj,.s ^ ___li0 — Anttckom?«tcne Fremde. Tlm It), October. Elefant. Die Herren: Ninalo, von Skard. - - Slrn«bl. I»-s,e»ieur, von Slard. — Icnliier, u^n Nndolfi'wcrtl). -- Ht°' schier, l. k, Vcz,.Richter, vc>» Oottschee. - Ooijiip, von G>i>'! Vnqcl, l. t. Hofgärlller, von Miramar. - Merlin, von K>a< genfnlt. ^ Pegan, von Iara — Oa,rinz. l. s. Kreil«c,slich«!-rath, von Nlidolfswerlh, — Ossrin,, Glimnasialabitnriell«, von Nndolfswerlh. — Vr. Noschlch. von Unterlrain. — Hmzl. Stallmeister, von Haaöber^. 2tadt Wie». Die Hrrre»': Schniid, von Wien. - Pllllal'li. Alit-nt, von Ora,, — Munda. vun Gra^. - Pilrach, Maurcr« mcister, uon Graz. - Eovaciss, <Äin»dI)ss!l)rr, von (An,, -^ Schernntz, Präsident, von Klu^nsnrt. — Lanqrr, Gnli«besll)?>', von Pc>n,a»ih. Vaicrischev Hof. Herr Oraschem, k. l. Hanplinann. «"" Pola, — Fran Stalon',. 32«»,^ 4 0,,. windstill Nebel 12. 2 „ N. 327.7^.»,,. O. schwach heiter 0.<>" 10 „ Ali. .'!2 j- 5,.z windmill f. n,an; I'ew. Starter Reif. Morgennebel. 3iach U) Uhr Anshcitelnüg' Abends Schichtwolken an« West. Das TageSmiltcl der Wä<""' I' 4 <)", um 5-0' »inter dem Normale. ^>ra!!in,or>licher Nltmtim : I^iic", v, K I c i >> m n Y l «lll^^lnttl,«»^^» '-i^le», N. October. Der Vcrlehr an heutiger Nürse nahn, unr bei clnige,, Spccnlalionöpapiercn einen gröhere,!. darunter be, Anglo Aciicn den gi^silen Umfanq "»- ^'^ Illlll/l llUl llU/l. war das Spiel dcr Eonlisse der einzig maMbendc Factor »>id demgemäli dic Cnröbcwegnüg eine ziemlich schmaulende. Das Effect üolirte zwischen'218.75) und 222. A»b"/ dem sind als Gegenstände lebhafteren Umsatzes noch llnionbant und Lombarden zn nennen. Im Uebrigrn herrschte Stillstand. Die G^sanimthallnng der Vürse ist, so weil die vorherrschende P"w' vitiit der Beulthellllug Namn aal,, »ls eine nicht »ugllnstiae zn bezeichlieu, da Anlagöwerlhe zn den gestrigen Hurseu, mitunlcr noch etwas höher liczuhlt wnrden. ^.,_ H. Allgemeine Btaat«sch»,ld. ffür 100 fl. Velk Wlll,r!> Einheitliche Staatsschuld zu 5 p „ Silber „ Jänner-Juli . 66 40 66.50 „ .. „ Apr,l-Oclobrr. 66.30 > .... 236.75237.50 .. « 1«54 (4'/„, z» 250 sl. 84.50 «5. .. ^ IU60 zu 500 fl. . . 91,90 82.10 >. » 1«»>0 zu 100 ft. . . 102 5)0 103.— « .« lU«4 zu 100 ft. . 112 75 113.— ,?)^°"'"""''^°"dl,ritfe i« 1^0 ft. ü W. i^ S,,l,ei . . 120,— 121.— ». "rund,.,tlast„nn«-vbli«ati°,,en. F"r WO si. «dhmen .... zu5p<, Nieder-Orsterreich . . ,. 5 ^ _ ^ 12 __ Ober-Oesterreich . . « 5 „ -..^. ,.'.^ Siebenbürgen ... » 5 „ 75 — 75^0 Steiermall ... « 5 « - .— — Ungonl .... . b . 78.- 7825 ti. Actien von Nankinstitute". l Geld Waare ^ Anglo-üstcrr. Baut abgef! . . 21«.50 219-Analo-unaar. Baut .... ^2..^i0 «3.- Va'ntverein.......21!'.- 220.- Voden-Ereditanstal« .... 25'i.— 25)8 — Creditanstalt f Handel n. Gew. . 254 60 25^.— Errditanstalt, allgcm. nngar. . . 76.5»0 77 — Escomple-Gesells'chaft. n ö. . . ^68. 872.-Franco-üstcrr. «an! . . , . 99.75 WO.— Gemralbanl.......74.— 75 - Haudel«banl.........-.— —.— Nalioualbanl.......710- 7l2 — Niederländische Nanl .... 2225,0 223,- Bereinsvanl.......91.— 91.50 Vcrtehrsbaul.......1^5.— 135.50 KZ. Actie» von Tvansportullterne»,- Nlunge». Geld Waare Alsöld-Finmaner Bahn . . . 168— l68.50 Böhm Westbahn.....239 50 24050 Tramway........157— 158.— ^ «. Pfandbriefe (für 100 st.) j Allg, Ung. Bod.-Hred.-Anft. z»5'/, P<3t. 90.— 90.50 , W'. lprioritätHobli^ationen. ! 5 10.) sl. ü. W. (Held Waare Elis.-Westb.in S. verz. <>. Eniisf.) 93—-------^ Ferdiullnds-Nordb. iu Silb urrz. 103.50 104.— Franz-Ioscpha-Vahn .... 94.90 9520 O.<5a l-Vukw,«.l. S.ver!.!,Am. 102.— 103 Oefterr. siordweftbahn .... "t - 9450 Geld W'''5 Siebenb. Bahn in Silber verz. . 90.— ^"^ Slaalsb. G.3"/«ä5.00Fr. „l.Em. 135>- ''^,7. Sllbb. G. 3'/«« 5W Frc. „ 111 - 1 > l ^ Sndb.-G. i. 2" /<, Hamburg, fttr 100 Murl ^ai-cu 91 75 .»^ ^ London, für 10 Pfuud Slcrlina 124.40 >^^ Parii«, sitr 100 Francs . . . —-^ ^' (four') dl'r Meldst'»te» Ge,l> W"'''' K. Mltnz-DucaM . 5 st. 95 kr. 5) ,l,^. NllPoleonSd'or . . 9 „ 9Ij. 9 ,. -'^ " VereiuSthaler. . 1 « 83 . ^ «^ ^ Silber . - 122 .. - . 122 -'0 - Kraiuische GrundentlastungS - Obligationen. P"' vlltnolirung: -.- Veld, - Waare-