„Fttihtit, W«I»lsta»d, Zlldmig siir Alle" Str R«4 Areitag, SR. Ä«g«st R8««. V Jahrgang Die Marburger Zeitung" erscheint jeden Sonntat,» Mittwoch und Freit«,Preise — für Marburg: ganzjährig 6 fl., halbjährig 3 fl., vierteljährig 1 fl. 50 kr; für Zustellung in» Haus monatlich 1V tr. — mit Postversendung: ganzjährig 3 fl., halbjährig 4 fl.. vierteljährig 2 si. Die ein Mal gespaltene Garmondzeile wird bei einmaliger Einschaltung mit 1l>, bei zweimaliger mit 15, bei dreimaliger mit 2V kr. berechnet, wozu für jedesmalige Einschaltung SO kr. Jnseraten-Siempelgcbühr kommen. Monnements-Eintadung. Bei Beginn des neuen Monates machen lvir die freundliche Einladung znr Pränumeration. PräuumerationK-PreiS. Für Marburg monatUly kr., mit Zufttlluug in s Haus KV kr., mU poftvtrsrndnng »ierteljährig L st, halbjährig 4 fl., ganzjährig tt k. Die Administration der „Marburger Zeitung." Zur Geschichte des Ta^es. DaS längst erwartete Gesetz über die StaatSnoten ist nun erschienen. Vom 1. September au will der Staat nicht weiter melir die Gulden» und Fünfguldennotcn der Bank, sondern wirtliche StaatSnoten zu 1. ü. 2ö und 50 fl. ausgeben, und zlvar im Betrage von 300 bis 400 Millionen. Mit dieser Summe sollen jene sechzig Millionen zum Ausgleiche mit der Nationalbank verwendct werden, welche dieselbe dem Stliate im Äuli d. 3. freditirte. Weilers werden 210 Millionen der Einlösung von Banknoten grwidmct. welche die Nationalblink nnj Rech« nung dkS Staates in Umlauf gesetzt l)at. Ferner soll ein entsprechender Theil dieser Staatsnoten dem Hypothekaranweisunl^s- (Salinen.) Gtschäfte gewidmet sein. Diese Hypothekaranwelsungen sind nämlich auf den Betrug von höchstens 100 Millionen einge^lrenzl; träte jedoch der galt ein. daß diese Anweisungen an ilirer bisher behaupteten Beliebtheit Einbuße erlei-den. dann will die Regierung ihre StaatKnoten als Mittel filr jenen Ausfall an uNatlbriuglichen Hypothekaranweisungen in Bcreitschaft halten und in dlM Maße Noten ausgeben, in welchem die Ausgatie ihrer Sali-nen die Summe von 100 Millionen nicht erreicht. DaS besondere ungarische Ministerium scheint gesichert; wenn indeß richtig ist. waS man der „N. Fr. Presse" schreibt, so würde eS nicht gestaltet sein, den Sieg Ungarns zugleich cils eine Niederlage deS Grafen Beleredi und als den Anfang deö Endes seines Systeius darzu- stellen. Ueber das ungarische Mlnisterium — so behauptet der GewahrS' mann dieses Blattes — wurde unter Vermittlung der Partei Deak und speeiell des Greifen Julius Andrasst) verhandelt, und eS wird dieses Mini-sterium zunächst eben aus der großen CentrumSpartei. auS der Partei Decik gebildet werden; sicher ist zudem bereits, daß der gegenwärtige Ta-vernikuS, Baron Sennyey. einen hervorragenden Platz darin einzunehmen bestimmt ist. Die Verhandlungen sind aber nicht etlva gegen den Grafen Beleredi geführt worden. Der Staatsminister ist in keinem Stadium der Verhandlungen von ihnen ausgeschlosstn oder in Unkenntniß derselben ge-halten gewesen, utld eS ergibt sich auS dieser Sachlage, daß durch die jüngsten halb und halb noch lm Zuge befindlichen Verlzandlungen die Stellung des Grafen Beleredi keineswegs erschüttert ist. — Sehr glaublich, wie die „Allg. Ztg." berichtet, erscheint der Rücktritt deS AinanzministerS Grafen Larisch. welcher geneigt ist. unerschrockeneren bürt'.erlichen Schultern die Konsequenzen seiner Ul,d seines Vorj^ängers Amtsvertvciltung zu überlasten. Der Handelsminister Freiherr v. Wüllt^rstoi^ff weilt noch immer in der Fusch im Salzburg'schen. Derselbe mag es müde gelvorden sein, immer nur nach unten zu drücken und von den Schutzbefohlenen ftetS Opfer ohne Gegenleistltng zu fordern. Wie man sagt, hat daher Freiherr v. Wüllerstorff ein Pro^ftamm vorgelegt und von dessen Annahme sein Verbleiben abhängig gemacht. Da bis jetzt die Verkniipsung von Bedin-gungen mit der Uebernahine eitles A'ntes noch niemals in solchem Falle gestattet oder gewährt tvurde, so ist der Rücktritt des Handelsministers wahrscheinlich. Ueber den Aufenthalt der italienische» j^^reiivilligen. die Südti rol am 10. August verlassen, ivird der Tiroler Schiltzenzeitnng geschrieben: Die Zahl der im Bezirke Condino aiigesammelten Garibaldianer beuug. lvie ntln feststeht. 30,000 Mann. Sie wissen, was lvir unsererseits dieser bedeutenden Macht entgegenstellen konnten, und eS ergibt sich aus diesem Mißverhältnisse, wie groß die Leistungen unserer Truppen und Schützen waren. Freilich haben unsere Leute durch die unausgesetzten Märsche thlillius thalein. bergliuf bergab außerordentliche Strapazen ausgestanden, den Feind aber beständig in Athen» erl)alten und ihn durch daS plötzliche Erscheinen bald da. bald dort über unsere Macht ln gänzliche Unwiffen-heit versetzt. An der Aufrichtigkeit der Freude der Bevölkerunt^ über den Abzug der Garibaldianer dürfte man nuch dann nicht zweifeln, wenn man nicht wüßte, lvie gesinnt das Volk von Judikarien im Groden und Ganzen ist. Die Last uni) die Haltung des Feindes bat selbst den kleinen, schwankenden ^t)eil der Bevölkerung bekehrt. Die Garibaldianer hatten Alles besetzt und in Beschlag genommeli. Auch anseiznlichere Fami- Eine Nacht in der Holzgauerhütte. Bou V. W. von Horn. (Fortsetzung.) Voi- der Mühle ist ein großer Hosraum und mitten diinnen steht ein Nußbaum von ungeheurem Umfange. Seine Aeste besch^Uten den weiten Hofr^ium, und es ist der schönste Baum der Art. lvelchen ich jeinals stesehen habe. Am Stamme dieses BaumeS stand im Sommer GretchenS Nähtischlein und sie selbst saß daran, arbeitete und träumte mit offcnen Augen, wie die Hasen schlafen, und ich glaube nicht, daß sie von» Ins« Kloster Gehen träumte. Was sie aber träumte, lveiß ich nicht. Sie war an einem Tage mutterseelenallein zu Hause, der Jakob mit Mehl in> Dorf hinunter, und der Müller mit dem Pfluge in den Acker gefahren, da hörte sie plötzlich rasche Tritte, blickte auf und s^ch vor sich einen jungen. ganz hübschen IägerSmann, bei dem ein großer, wildaussehender Hund war. Die Doppelfliitte hing um die Achsel und im Büchsenranzen steckten gtldhübner. die er erlegt und von detten er gleich zweie dem Mä-del darbrachte. Er war sehr höflich und sah aus. als gehöre ihm die Welt, wenigstens zu zlvei Dritttheilen. Er war von mittlerer Größe, mehr gewandt als kräftig. Sein Haar war reich, ziemlich dunkel und seine Augen lodernde Fackeln. Wenn auch der Jakob hunderttausend Mal schöner war und liebenswürdiger, der war doch so angethan. als wäre er üllerall sicher, datz ihm die Mädchen gut sein müßten. ,tnd eS schien, als müsse er auch hier seiner Sache gewiß sein. Gerade so war seine Art. Aber dazu schlug er auch den rechten Weg hier ein. Aus seiuen Augen sprach Bewunderung der Schönheit GrethchenS. Er stand da, als wäre er eine Bildsäule, bezaubert und behext durch diese Schön- beit; dann aber floß ihr Lob von seinen Lippen, daß eine Glut die andere über das Gesicht Grethchcus jagte. ES lvar doch kurios! Hätte der gute Jakob so etwas gethan. sie hätte ihn mit Unwillen, ja mit Zorn zurückgewiesen. Hier that es ihr im Herzen lvohl. so verlegen sie auch war, und lvie sie sich auch lvehren mochte, er fuhr dennoch fort. Ob er gleich wie vom Himmel gefallen erschien, so konnte sie ihm doch nicht grollen, und daß er etivas Rechtes sei. glaubte sie sicher, iveil er so eine Art hatte. Endlich schien er sich zu liesinnen, und bat sie flehentlich, ihm doch das nicht zu verargen, »vozu ihn sein Herz getrieben. Niln. das wirkte noch mehr auf daS Mädel ein und machte ihr vollcndS den Fremdling theuer. Er bat sie um Milch und sie brachte sie ihtn mit einem Lächeln, lvie eS der brave Jakob nie errungen l)atte. Er erzählte ihr dann, er sei der Jäger des Barons, der jenseitS der Berthe sein Schloß habe. Dort ivoiinte ein Baron, der allerdings Wälder besaß, das lviiyte das Mädchen, and so fehlte nichtS. ivaS Zutrauen einfliißcn konnte, zumal, wenn daS Herz schon in s Spiel gezogen lvorden ist. Cr habe, erzählte er weiter, einen Stein im Brett be« dem Herrn Baron, und Iveroe. che ein halbes Jahr ins Land Reviersörster. Dann sei für ilin ausgesorgt, zumal er reicher Leute .^ind sei von der Mose! her ^ und. ma' er AUeS plauderte. um dem Mädch.n zu gefallen und sie kirre zu machen. Nach tiner Stunde ging er und meinte, ivenn er elier g-'wußt hätte, daß dies Thal eine solche Perle umschlösse, würde er friiher schon in der >!)iühle vorgesprochen haben. Ob er denn auch ivicder kommen dürfe? Erröthend sagt« ne Ja. und als er in sie drang, ob sie eS gerne sähe, sagte sie noch glühender auch Ja. und — sie lvußte selbst nicht, wie es zuging, aber sie ividerstrebte nicht einmal, als er sie umfaßte und eine» Kuß auf ihre Lippen drückte. — Und doch ging er noch nicht. Es hielt ihm erstaunlich schwer, sich loSzurtißen. Daß ich eS kurz mache ^ sie hatte ihm, als er endlich ging, zugesagt, ihn, tveil er es auch wünschte. lien mußten ihre Lagerstättm hergeben und sich mit einem Heulager be» anügen. Großer als die Lt^st der Einquartierung ist der Schaden, den sie Verwüstungen des Feindes angerichtet haben. Biete Felder jlnd verwüstet. Auch andere Beschädigungen kamen oft vor. So wurden z. B. olle Bergstadel aufgesprengt. daS Heu weggejchleppt und zu Lagerstätten verwendet, was mit Mltstcht auf die hier vorherrschende Vielizucht von besonderem Rachtheile ist. --^ie Garibaldianer hakien ihren Einsal! in Tirol thcuer gebüßt. Sie selbst schützen iliren Verlust an Todten, Ber-wundeteu und Gefangenen über 10.000 Mann. Sie haben selbst zuge-geben, daß sie im Gefechte am 3. 3ul7^er 500 Mann am Bodcn lic-gen hatten, und wollten nicht glauben, ^oß nur drei Kompagnien Kaiser-jäger es waren, welche dreimal ihre Angriffe durch mehrere Stunden ab-gewehrt und sie zurückgetrieben haben. Sie sagten noch, daß im genannten Gefechte ein banges Grauen sie erfüllt habe, weil sie beinahe keinen Feind gesehen hätten, die Ährigen aber li«iufcntveise todt herumlagen. Dieses Kaiserjäger Gefecht dürfte aber auch einzig in der Geschichte da-stehen. 3n diesem Gefechte wurde auch der feindliche Anfüt»rer verwun-det. Nach demselben tonnte sich Garibaldi immer nur zu Wagen weiter-bringen; über die Berge aber ließ er sich in einer Sänfte tra^^en. welche in seinem letzten Hauptquartier Kologna zurückgeblieben ist. Auß.r dirser Sänste sind abtt auch die großen Magazine der Garibaldianer in unsere Hände gesallen.) Der Verlust brachte die jenseits der Grenze auf dem Berge Zuel gierten Garibaldianer in eine bedenkliche Lage. Sie hatten keinen Proviant mehr und die Unzufriedenheit steigerte sich so sehr, daß eine große Meuterei ausMbrechen drohte. Drei Generale flüchteten sich nach Rokto dÄnk. ein Bataillon mußte entwaffnet werden, und da die Garibaldianer am 12. August durchaus in den Bezirk Kondino einbrechen wollten, um Lebensmittel aus den Magazinen zu holen, so wurden zwei Bataillone piemontesischer Bersaglieri an der Tiroler Grenze aufgestellt, um jeden Versuch der Ueberschreitung derselben abzuwehren. Später wur« den dann aber alle Garibaldtr.ner-Regimenter von der Grenze abberufen, und nun liegen die nächsten zwei Regimenter in Brescia. Wie es hieß, sollen sie alle aufgelöst werden. Der in ihnen vorherrschende Geist ist ohnedies gegen die Regierung gerichtet, woraus sie kein Hehl machen." . Die beiden Herzogthümer Luxemburg und Limburg spielen in der deutschen Frage eine eigenthümliche Rolle. Bekanntlich wurde durch den Wiener Kongreß das Großherzogthum Luxemburg dem Könige ber Niederlande zugewiesen. Dieses Großherzogthum sollte indessen zum deutschen Bunde gehören, seine Hauptstadt eine BundeSfestung mit preußisch luxemburgischer Besatzung sein. 3n Folge der belgischen Revolution erfolgte 1839 die förmliche Ausscheidung von zwet Dritteln von Luxem-bürg (der westliche Theil). die an Belgien fielen, während ein Drittel des Landes dem König von Holland und dem deutschen Bunde blieb. Um den letzteren zu entschädigen, wurde das Herzogthum Limburg, mit Aus-nähme seiner beiden Hauptstädte Maestricht und Venloo. bclde ziemlich starke Festungen, dem deutschen Bunde einverleibt. Dieser Umstand halte für die 170.000 Einwohner deS Herzogthums, die holländischer und srie-stscher Rationalität sind, viel unangenehmes und die Stellung deS Lande», !)as nicht wie Luxemburg im Verhältniß einer Personal-, sondern in dem einer Realunion zu Holland stand, war eine sehr zweideutige. Als in Folge des 18b9er Krieges auch Limburg mobil machen mußte, baten die Provinzialstände von Limburg um Trennung vom deutschen Bunde, und dies blieb seither einer der „Wünsche" der Bevölkerung. Am Anfange des gegenwärtigen Konfliktes schlug der König von Holland den Austritt Limburgs aus dem Bunde vor. Dieser ist nunmehr auch thatsächlich erfolgt. Holland verlangt, daß Preußen, »velches das Besatzungsrccht in Luxemburg bat. diese Festung nunmehr ausgebe. Natürlich will Preußen diesem Begehren nicht entsprechen. ES ist indessen noch fraglich, ob nicht ein Hintergedanke besteht in dieser luxemburgischen Frage, und zwar ein Hintergedanke, der sich auf die EntschadlgungSsrage bezieht. Möglicher-weise beabsichtigen Preußen und Frankreich ein Geschäst. durch welches Frankreich von Belgien die „Grenzen von 1814" erliält. während Bel-gien zur Entschädigung Luxemburg bekäme. Die Entschädigung Hollands »nr dann zu sehen, wenn sie allein sein würde. Dazu wurde ein Zeichen verabredet, das er aus dem Walde aus sehen konnte. Mehrere Tage vergingen ehe sie das Zeichen geben konnte ; aber sie wußte ii»n in der Nähe und sie träumte noch viel mehr, als früher, aber ihre Träume waren anderer Art; sie lächelte vabei so selig und voll Hoff-uung. and das Herz pochte so laut, daß sie es schier zu liören meinte. Eben das Geheimnißvolle tvar das Reizende bei der Sach?. und das machte ihr die Liebschaft so theuer. In der Mühle ahnte noch keine Seele etwaS von der Sache, denn Grethchen wußte es immer so einzurichten, daß sie mit dem Jäger allein war. und ihre Bekanntschaft wurde imm«r vertrauter und iniiiger. Hun-dert Mal sagte er illr. er könne ohne sie nicht leben, und d^s beivies er ja auch dadurch, daß er Tage lang im Walde lag und auf das Zeichen lauerte. Nun war das doch zu viei von ihm gefordert. Datier ging sie denn bisweilen mit ihrem Strickzeuge in den Wald und da fand sie ihn immer, und die hohe Eiche, die dort stand, war daS Vtrschiviegene Platz-chen ihrer Liebe. Da wurde denn auch manchmal verabredet, daß er Abends unter ihr Fenstcrlein kam und boit plauderte. Solche „beimliche Lirbe. von der Niemand weiß." »var gar zu schön, aber der Winter drohte doch durch sein Kommen der heimlichen Liebe einen Damm entgegenzusetzen, und — es mnßte anders werden. Obgleich Niemand etwas bis jctzt von der Sache wußte, so ahnete doch der Jakob etwaS der Art. Er legte sich auf die Lauer und kam llk^die rechte Fährte. Sie war auch gar zu kalt und abstoßend liegen ihn N«d er b.kam nicht einmal mehr einen freundlichen „guten Morgen." noch ein freundlich Gesicht. Was sollte er da »och hoffen? — Sein U»ge wurde trübe, seine rothen Wangen blichen ab, alle Freude tvich von ihn». Sollte er sie immer sehen und doch ol)ne Hoffnung? Nein, die Mühle war ihm znt Qual geworden. Er kündigte ans nnd ging. Dat bestände darin, daß. während eS bis dahin ztvei Provinzen (Limburg und Luxemburg) halb besessen hat. eS nunmehr nur eine, aber diese ganz hätte. Frankreichs „uneigennützige und großherzige Neutralität" aber wäre bezahlt. dafür, daß es 1859 für eine „Idee" focht, bekam es zwei Provinzen. warum soll eS diesmal nicht eine bekommen, für —' das Zusehen, während andere fochten?! Wenn Frankreich befriedigt ist. ist Europa ruhig l Graf Bismarck wird zu zeigen haben, wie er daS „kein Zollbreit deutscher Erde wird abgetreten werden" versteht. Die fromme. „Kreuzzeitun g", die früher durch Dick u»td Dünn mit Bismarck gegangen, jetzt aber die Sünde der Allianz mit Ätalicn noch immer nicht verwinden kann, erhielt von dem ..Königl. Preußischen StaatSanzeiger" eine derbe Zurechtiveifung. DaS amtliche Blatt schreibt: Die „Neue Preußische Zeitung" vom 24. und 25. d. M. hat sich über die Entstehung dcs Königreichs Italien und seine militäri-schen Erfolge im letzten Feldzuge in einer Weise ausgesprochen, welche den historischen Thatsachen nicht entspricht, das berechtigte Streben der Belvohner Italiens nach nationaler Einheit mißachtet und für die kultur-acschichtliche Bedeutung der Neugestaltung Italiens kein Berständniß zeigt. Die Folge davon ist. daß die „Neue Preußische Zeitung" über die Macht Italiens nach Außen und über die Zustände deS Reiches im Innern, wo sogar ein „Abfall von jedem Glauben" hertiorgetreten sein soll. Behaup-tungen aufstellt, ivelche den wirtlichen Verhältnissen nicht entsprechen. Italien ist in dem beendeten Kriege ein treuer Verbündeter Preußens gewesen. Schon dieser Umstand hätte die „Neue Preußische Zeitung" be-stinimen müssen, gegen daS Königreich Italien diejenige Sprache zu führen, tvelche ein treuer und wichtiger Bundesgenosse Preußens in den Tagen der Gefahr von einem preußischen Blatte zu erwarten berechtigt ist." Briefe auS Paris besprechen die für Beginn September bevor-stehende Reise deS Kaisers Napoleon nach Biarritz. Trotzdem dieselbe nur aus Gesundheitsrücksichten erfolgt, sehen die Politiker der diesjährigen Reise des Hofes nach Biarritz doch mit einiger Spannung entgegen, da man erwartet. Graf Bismarck lverde daselbst neuerdings mit dem Kaiset zusammentreffen und die Schwierigkeiten vollends zu beleitigen wissen, welche das gute Einverständnlß zwischen den beiden Kabinetten bedroht hatten. Die Meldungen des Herrn Benedetti aus Berlin lauten sehr beruhigend und die Beziehungen zwischen hier und Berlin sind wieder vortrefflich. Die Streitlust liegen die Einverleibungen Preußens wird dnlchaus nicht vom Kaiser begünstigt und höchstens ist Drouin'S persön' licher Einfluß dabei thätig. Man will aber auch wissen, daß dieser Minister wahrscheinlich in der nächsten Zeit zu seinem Rücktritt sich veranlaßt selien ivürde. Die Griechen auf der Insel Kandia haben eine provi-sorische Regierung gebildet, welche die Losreißung von der Türkei unv die Bereinigung mit Griechenland verkülidet. Ueber die Veranlassung des Aufstandes ivird aus Syra geschrieben: Bekanntlich versammelten sich vor etiva vler Monaten die Griechen friedlich und ohne Waffen und richteten an den Sultan ein Gesuch um Aufhebuiig geivisser Steuern nnd um Berdesserungen im Zustande der Landstraßen, im Schul« und Spital« ivesen und in der Art der Wahl ihrer Bezirksbearnten. Der Großvezier sandte am 19. 3uli an den General Gouveneur ZSmael Pascha die Ant' mort der Rcgierunß. welche allerdings daS Verfahren der Bewohner miß« billigte und zur sofortigen Auflösung der Versammlung aufforderte, falls diese Auflösung nicht durch Geivalt beiverkstelligt werden solle, zugleich aber an die wohlwollenden Maßregeln erinnerte, deren Gegenstand Kreta iviederholtemale gewesen sei. dabei aber die Steuern aufrechthielt. Als der Pascha den Abgeordneten diese Beschlüsse mitgetheilt hatte, schickten die Mitglieder des Zentral-AusschusseS, welcher am 20. Juli in ProSnero zusammengetreten war. dem Großvezier eine E»»tgrgnung. in welcher sie dem Sultan ihre Treue betheuern. sich aber darüber beklagen, daß ihren Beschiverdeu nicht abgeholfen wird, besonders lvas die Justizpflege, die (Aleichheit der Religionen, die biemeinde-Wahlen und das Verbot des Ge-brauchs der griechischen Sprache vor den Gerichten betrifft. — Zn glei- war dem Mliller ein rechtes Leid; aber er wagte nichts zu sagen. Ja-kobS Hand drückte er und sligte: „War' mir'S nachgegangen. Du »värst hier gtblieben auf's ganze Jahr!" „Ein Jäger ist besser!" sagte Jakob mit schneidender Schärfe. „Ein Jäger? Was ivillst Du damit?" fragte der Müller. „Nichts. liichtS!" entgegnete Jakob und ging. Der Alte stand betroffen da und sann; aber er fand nichts heraus. Dennoch war ilim das Woilt ein Dorn in der Seele. Item, der neue Mühlliursche war ein alter Geselle, dem nichts so recht von Kraliben ging. D^l mußte der Alte melzr zu Hause bleiben und sich der Mühle annehinen. wälirend der Mablbursch in den Acker fuhr. So kam cs denn, daß er endlich Jakobs Wort verstehen lernte und einsah, ivie eS mit Gretchen und d m Jäger stand. Er forschte bei Grethchen nach ihm und seinem Herkommen und seiner Stellung, und ltörte. ivas sie^ wußte. Das beruhigte ihn, und als er den Jäger näher kennen lernte, gefiel er »hm extra, denn er iiiar voller Geschichten und Schlvänke. Und ivenn er da war, ging des GrethchenS kirfchrotheS Schnäbelein, duß der Alte selber seine Luft an dem Mädchen unl) seinem Glucke hatte. lUbrigellS waren die Aussichten für den Jäger auch sehr gut. nur das Eine muriute den Müller, w^s auS Mühle und Thal wer-den solle, das seit Menschengedenken bei seiner Familie rvar. und er konnte sich Nicht um die Ecke finden, und das l.,g ilim zentnerschwer auf der Seele, da er Ortt^)chenS Abneigung gegen die Mütile und das einsame Leben kannte. Indessen ivurden die Ziveie imrner vertrauter und es be» gann dem Grethchen doch unbelzaglich zu werden, daß ihr Geliebter nichts von der Hochzeit sprach, auch eigentlich nicht bei ihrem Kater um sie sreite. So verlief der Sommer und der Herbst. Eine Bierzehntagefrist war er einmal weggeivesen. weil er mit dem Herrn Baron auf der Jagd ter Zeit. c»lS der Ausschuß diese Entgegnung an den Großvezier dem General Gouveneur übersandte, dcr sich weigerte, sie anzunehmen, wandte er sich auch mit einer Proklamation an die Christen der Insel, sagte ihnen, die Pforte habe iljre Wünsche zurückgewiesen und betrachte sie als Rebellen, und forderte sie auf. nachdem man die Hilfe der SchuKmächte angerufen und die auswärtigen Konsuln in Kenntniß gesetzt habe, die BeNheidigung ihrer Jntcresseu und Rechte selbst in die Hand zu nelimen. Die Pforte hatte außer ihren eigenen Truppen in Voraussicht von Unordnungen noch S000 Mann egypti'cher Truppen unter Saim Pascha zur.Verstärkung erhalten, die das Dorf Armenaus. unfern des Lagers der Christen, besetzt halten. Die im Innern der Insel lvohnhaften Türken begaben sich nach den Städten, wo Garnisonen sind, wie nach Kanea, Retino und Kandia. Die Griechen im Gegentheil konzentrirten sich in den Gebirgen, deren Pässe sie kennen und die schwer einzunehmende Zu-fluchtsorte darbieten. Die Kretenser haben eine Fahne mit dem Bilve des Heiland» sich gewählt und find von einem jehr kriegerischen Geiste beseelt. Die Republikaner in Mexiko machen Fortschritte: Nachrich. ten aus Matamoros vom 10. d. zufolge hatten sie am 28. Juli Monte rey. Saltillo und andere Städte besetzt und die Kaiserlichen sich auf San Luis Potosi zurückgezogen. Marschall Bazaine ivar auf dem Marsche nach der Stadt Mexiko. Juarez auf dem Marsche nach Ä>iouterey. Am 1. d. besetzten die Republikaner Tampico. Der amerikanische General LetviS Wallaee. der zum Generalmajor in der republikanischen Armee ernannt worden, ist aus einem Dampfer von Nclvyork mit Mannschaft. Waffen und Munition in Matamoros angekommen: die Stadt wird von einer französischen Korvette blokirt. die Blokade wird aber von der Unions Regierung nicht anerkannt und sind zwei Kanonenboote der amerikanischen Motte dorthin abgegangen. Gi« kranker Tyraun. Marburg. 30. August. Die Krankheit Napoleons ist eines der wichtigsten Ereignisse: mit gittern und Zagen blicken die Einen, mit Schadenfreude und Hoffnung die Anderen de» Stunde entgegen, wo sich die Augen des französischen Kaisers für immer schließen. Die Kunst seiner Arrzte tnag dies „theure" Leben um einige Monate, vielleicht um einige Jahre noch verlängern — gesunden kann und wird Er nimmer. Napoleon hat gegen die Gesetze der Natur kaum weniger gefrevelt, als gegen die Gesetze dcS Staates: die beleidigte Natur rächt sich nun am Tyrannen, der au« dem Lebcn schei-den wird, ohne sein Werk gekrönt, seinen Thron gefestigt und dem „Kinde von Frankreich" gesichert zu haben — lver lvird das zertretene Gese^ des französischen Volkes rächen, tver den Meineid, den tausendfachen Mord, der aus dem Kranken lastet? Wird dcr Tod Napoleons Frankreich die Freiheit bringen? Es liegt im Wesen der politischcn Parteinng. daß nach dem Falle der einen Partei jene anS Ruder kommt, die während deS KampfcS um dasselbe in den vordersten Reihen gestanden. Wie viele Parteien auch in Frankreich nach der Herrschaft streben — eine Zukunft hat nur eine — den Kaiserthron stürzen kann.nur die republikanische Partei, zu tvel-cher die gebildetsten und thatkräftigsten Männer Frankreichs gehören. Napoleon III. l)at aus die unedlen Leidenschaften dcr Franzosen gerechnet: die Sucht nach äußerem Glänze, die brennende Gier nach Ruhn» waren es vor Allem, welche den Bater auf den Thron gehoben — wird der Sohn dieselben befriedigen? Werden die Franzosen von einem Kinde und seiner Mutter sich führen laffen? Wird der rothe Prinz sich vergeblich bemüht haben, diesen Namen zu verdienen? tvird er das „Recht" deS Kindes von Frankreich, das Recht der Witwe Napoleons liöher achten, als dieser daS von il)M so feierlich beschworene Recht Frankreichs geachtet? Hat Napoleon III. von sein mußte. DaS war eine trübe Zeit! Selbst dem Müller war es ungelegen. daß der Jäger jo lange fehlte, denn er hatte ihn lieb getvonnen. Als er wieder kam, eS »var an ein.m hellen, freunc^lichen Sonntage im Oktober, war ein Znbel in der Mühle, wie nie zuvor. Grethchen war außer sich vor Wonne und der Jäger ließ sir g.^r nlcht von sich. Eben saßen sie beim Kliffee. voller Luft und Herrlichkeit, als drüben aus dem Walde ein Kerl herausstürzte. der ein entsetzliches Ansehen hatte. Er war klein, aber außerordentlich breitschultrig, hatte schwarzes, struppiges Haar und Bart und ein paar Augen im Kopfe, aus denen Wildheit und Spitzbüberei herausblickte. Er trug ein langschößigeS Wamms. eine Kappe, eine Doppelflinte und Jagdtasche. Er sprang in sichtlicher Hast gegen die Mühle, und sah sich oft mit erkennbarer Angst nach dem Walde um. a's ot» er von dorther verfolgt zu werden fürchtete. Bei der Mülile l.ngekommcn, drückte er sein breites, entsetzliches Gesicht gegen die Scheiben und klopfte hastig und derb dreimal dawider. Der Jäger fuhr rmpor. sah das Gesicht vor dem Fenster, sprang seiner Flinte und Mütze, drückte flüchtig einen Kuß auf Grethchens Lippe und verschwand. Grethchen war vor Schrecken einer Ohnmacht nahe, und der alte Mül-ler saß auch da. wie eine Bildsäale. Als sie sich erholt, eilten beide vor die Mühle. Sie sahen eben noch den Jäger mit dem Schwarten am Saume d»S Waldes auf dem jenseitigen Berge, und bald waren sie ihren Blicken entschwunden. Mit seltsam beklommenen Herzen kehrten beide in die Mühle zurück und kein Wort kam über ihre Lippen; aber zentner-schwer la^sS auf dcr Seele und der Kaffee blieb unberührt stehen. ^Was war daS?- sprach endlich der Müller. ^Äch weiß eS nicht." war Grethchens Antivort. der ein tiefer Seufzer folgte. ^Wen» nur nichts SchltmmeS dahinter steckt." sagte der Müller, de« es unheimlich zu Muthe war. Napoleon I. so Vieles gelernt, so wird der rothe Prinz beweisen, daß er an Beiden nacheiferungSwürdige Vorbilder und Meister gehabt. Gerkünden einmal Glocken und Trauerschüsse dem ängstlich harrenden Paris, daß Napoleon gestorben, so erhebt sich die republikanische Partei: ist der Mund auf ewig verstummt, der einst den Truppen liefohlen, die Bertheidiger der Verfassung niederzuschießen. Kinder. Weiber und wehr-lose Greise hinzumetzeln — wird sich dann ein zweiter finden, dessen Wort den Bürgerkrieg entzündet? An dem Siege der Republikaner ist nach dem Tode Napoleons kaum zu zweifeln. Der rothe Prinz, nach dem Throne lüstern, wird in diesem Falle die Verwirklichung seiner Wünsche vertagen — wird sich nach dem Beispiele seines VetterS an die republi-kanische Partei anschließen, um sie gleich jenem auszubeuten, zu Verrathen, zu verderben. Hat die republikanische Partei die Erfahrungen der langen, schrecklichen Prüfungszeit nicht vergessen, dann soll der dickste Sprosse des Hauses Napoleon werben und wühlen — die französische Freiheit wird nicht untergehen. Versäumen die Republikaner ober den günstigen Augenblick, dann mag dem Prinzen Napoleon der Wurf gelingen, wenn er verkündet: das Haus Napoleon bin ich! Wenn es gilt, dasselbe überhaupt zu retten, wenn die Frage an die napo-leonische Partei herantritt: ob der Prinz Napoleon oder gar kein Mitglied dieses Hauses den Thron besteigen soll, da ein Kind auf demselben der ganzen Denkart des französischen Volkes widerspricht — so tvird die Par-tei um der Selbsterhaltung willen die Waise und die Witwe preisgeben und dem Prinzen Napoleon zustimmen. Ob nach dem Tode Napoleons die Republik aufersteht, ob der rothe Prinz die Krone raubt — in dem einen, wie in dem anderen Fall dürste ein Äurm durch Europa tosen, wüthender, gefährlicher als jener, der im Jahre 1848 gebraust. Und wenn dieser Sturm am Baue Oesterreichs rüttelt und schüttelt: sind «vir gefeit, um seiner Macht widerstehen zu können? Sind bis dorthin unsere gerechten Forderungen bewilligt — ist die nöthige Sicherheit für die Vollziehung geleistet — sind wir ein wehr-hasteS Volk, bereit, Gut und Leben sür daS Land hinzuopfern. weil die-seS Land durch den Schutz der höchsten LebcnSgüter zum Vaterland ge-lvorden? Ariedensgerichte i« Rußland. Neulich haben »vir gemeldet, daß Rußland uns mit den Schwurge« richten zuvon^ekommen: heule müssen wir bekennen, daß eS auch mit der öinsührnng der Friedensrichter Oesterreich den Rang abgelaufen. Die „Rigaer Zeitung" schreibt nämlich: „Sioch nie hat eine neue Institution in so kurzer Zeit eine solche Popularität erlanat. eine solche Reform in allen Schichten der BeVolke-rung hervorgebracht, als daS neue Gerichtsverfahren. Kaum sechs Wochen sind verflossen, seitdem dir Friedensrichter ihre Thätigkeit begonnen, und schon haben sich solche augenicheinlich segensreiche Resultate ergeben, die wahrlich staunenSwcrth sind. Besonders daS niedere Volt ist vor Freuden außer sich. Der Friedensrichter ist für sie wirklich ein Richter deS Frie-dens, da sich der größte Theil der neuen Richter zur Aufgabe gemacht hat. die streitenden Parteien, so weit eS nur möglich ist. auf gütliche Weise zu überreden, eine friedliche Abmachung zu treffen, llnd größten-theiis gelingt es ihnen. DaS Volk, an die bisherigen langen Prozeduren und geheimnißvollen, dem Laien Schrecken einflößenden Formalitäten der Polizei und der Gerichtshöfe gewöhnt, ist von den neuen einfachen Formen entzückt. Prozesse, die früher Monate, ja Jahre laug gedauert hätten, werden jetzt oft im Verlaufe eiuer halben Stunde entschieden. Die früherei», so sehr bedeutenden Prozeßkosten. die ehemals oft beiden Par« teien so hoch zu stehen kamen, daß der Gelvinnende ebenso «vie der Verlierende im Nachtheil tvar, fallen jetzt größtentheils ganz »veg. Wie ge-sagt, man hört nur überall über die Friedensrichter die günstigsten Ur-tlieile. Das Volk wendet sich an dieselben mit einem offenherzigen Zutrauen. Man hört selten Murren, selbst lvenn daS Urtheil Manchem „Was denkt Ihr. Vater?" rief das Mädchen — und Niemand hätte sagen können, ob tnehr Angst und eigene Unruhe oder mehr Unwille über des Vaters Aeußerung in Wort und Ton gelegen habe. Ehe es aber zu weiteren Erörterungen kain. ivurden sie gestört. Ts klopste an der Tbüre und Jakob trat her«in. ES ivar daS erste Mal. daß er auf die Mütile kam. seit er aus dem Mahldienste getreten tvar. und ivaS ihn trieb heute zu kommen, daS lag schiver auf seiner Seele. Seit Jakob wußte, wie eS um Grethchen stand, hatte er alle Lust zum Leben verloren, und der Kummer na^tte rastlos an seinem Herzen, leine unerklärliche Angst um daS geliebte Mädchen ließ ihn nicht rasten. ES ivar ihm zu Sinne, als läge ein schauerliches Geheimniß über dem Jäger, den Niemand kannte. ES herauszukriechen, wer er sei. um nöttzigenfallS das Mädchen noch zu »varnen und zu retten, ivar sein unermüdliches StrelZkN. Er verschmähte es nicht, tief in den Hundsrücken hinein Wan-dcrunt^en zu machen; besuchte die großen Märkte des Landes; besah sich ^llk Förster Iveit und breit, und fand den. den er suchte, unter ihnen nicht. Endlich gelang es ihm. eine Spur zu «ntdecken. die aber seine Haare sträuben machte. — Er sorschte weiter und ivelter, und endlich stand ihm das mit voller Geivißlieit fest, »vas ihn heute zur Mutzte trieb. Fast liätte der Muller und Gretchen laut auflitschrien. als Jakob eintrat; denn in der kurzen Zeit kaum eineS halben JahreS war eine schrigen Knaben mit-nahm und auss Pferd setzte, welches nach einem sehr empfindlichen Schlage in raschem Laus davon sprang. Der Knabe liatte so vicl Geistesgegenwart, während dieses unfreiwilligen RitteS vom Pferde herunter zu gleiten. »vobei er in den Straßengraben stürzte, ohne sich jedoch zu verletzen. Das Pferd blieb in geringer Entfernung stehen und der Knal?e brachte es dem Husaren. Zu gleicher Zeit kamen zwei Marbnrger auf der Straße ge-faliren: der Wachtmeister saß bald wieder zu Pferde, ritt neben dem Wagen, ritt vor -- „schneller als die Eisenbahn", wie die Bericht-erstaitei- sagen — stiirzle mit dem Pferde und brach sich das Genick. (Sparkasse.) In diesem Monat wurden von 148 Parteien 50.018 fl. eingelegt und Von l33 Parteien 35,101 fl. zurückgenommen. (Ertrunken.) Theresia Kotzbeck, eine Waise, vier Jahre alt. ist dieser Tage in einer Hanspsiltze in der Gemeinde Obcrschweindorf bei H. Dreifaltigkeit ertrunken. (P o m Südbahnho f e.) Gestern mit dem Abendzuge kamen 192 Verwundete von der Sndarmee hier an. wurden abgespeist und wei« ter befördert. (Cholera.) In Pobersch. Brunndorf nnd Roßwein soll die Cho. lera herrschen, wie Leute auS diesen Gemeinden erzählen und haben wir den Ausbruch dieser Krankheit besonders dem Genuß deS halbreifen ObsteS zu verdanken. Letzte Post. Die Verhandlungen über den Frieden mit Italien haben in Wien begonnen und wird derselbe auch dort geschlossen werden. Das Gebiet, welches von Baiern an Greußen abgetreten wird, zählt!iS,9a« Bewohner. ^ Der Stand de« preußischen HeereS wird ans 800,ovo Mann gebracht. Bismarck hat vom Kaiser Napoleon eine Einladung nach Biarritz erhalte». . ^ Die NSnmnng deS Kirchenstaates von sranzSstschen Truppen soll bis Mitte Oktober vollzog^en sein. Italien beurlaubt die Soldaten der zweiten Kategorie vom Jahre lSSS. Telegraphischer Wiener Collrs vom 30. August. 5»/. Metallique«.....63.10 Kreditaktien........ Rational.Anlehen . . . . 68.10 l London.........12.» .»0 1860er Staat».«nlthen . . . 80.— ! Silber ......... Bantaktien.......7S0.— j K. K. Miinz-Dukaten .... <>.1 > teillstvs PI'. ?t'. 12 l^r. üovdLvLvIürr voa SUldl ^ Ulligst bei Aur A^vwehr. Herrn Wregg. dein Eigenthumer de» GasthanseS auf der Lend. welches ich ge-pachtet habe, find bereits drei Briefe „von einem bekannten Freunde", jedoch ohne Unterschrift de» Namen» zugegangen, die von Beleidi^^nn^^en und Verleumvungeu flegen meine Person strsKen. Wenn der mir unbekannte Briefschreiber wirklich die Heilitikelt selbst ist, wie er vorgibt, warum läßt er nicht die Maske fallen, miirum tritt er nicht offen auf. nennt sich und betritt, wenn er da» Recht zu haben glaubt, den Weq zur vebörde? Sin solche» Gewebe von Lügen, wie e» jeht gegen mich f,espounen wird. l,at meinen Borgänger au» dem Geschäfte verdrängt; es scheillt» daß mich das Gleiche zu erreichen strebt. Mein Gegner, der „eln lieber Rachbar scin diiMe, wird fich aber hoffentlich »getauscht sehen. ^ Marburg, 30. August. A. »5. Am nächsten Sonntag bei günstigem Wetter Abendunterhalttnsg unter Mitwirkung zweier MnfikkapeUen und großes brillantes Keuerwerk in filnf Fronten, der Schlus; stellt eine Sz^ie »uts der Seeschlacht von Lissa vor mit der Erplosion des Schiffes. Das Näliere besagt der Anschlagzettel. Ein Gasthans wird zu pachten gesucht. Nähere Auskunft im Lomptoir dieses Blaltrs. Für alle P T Besitzer von SchlSßern, Rillen, GehSfte«, Stadt und «andhSnfern. Zur Beschulung ihrrr respekliven Baulichkeiten> Magazine, Speicher zc. vor Ungkwitter und Vlißeinsäilag empfiehlt dcr GesertijZle s>ine von Bau- und technischen Autvritäten liestens anelkannten und veunpliche» >M- Vlitzabiciter «it k. k. a. priv. isolirtrn Triignstüyen und endlosem Kupferslil, welche durch ihre vereinsachte und solide 'Konstruktion all. bieherigen Blihableiler bei Weitem übertreffen und zu den billigsten Preisen erzeugt werden in der Davschllijstrti des 339) Wien, Alsergrund. Haln'gassc Nr. 6. Preißcovraute u>d Ltschrtit»va,jt> gratis 9!r 99'^5. Aahrniss-n »-rst-igeru«g. Böm k. t. Bezirksgfrichte Marburg wird bekannt gemacht: Cs sn die exekutive Aeilbietung der dem Johar^n Ferk von Dovreng gehöriatn. mit aerichklichcm Windrechte belegten und aus 13^ si. 80 kr. gej^tatzten gahrniffe. als: Horn- und Borstenvieh. Haus- und Zimmereinrichtung hewilliget und hi?zu zwei fteilbietungs lagsatznng n. die erste auf den ML. September, die zweite auf d'N t l. Oktober mal von 10 bis 12 Uhr ?iormittags im Wobnorte des Schuldners zu Dobreng. Haus Nr. 60 mit dem ^e„atze angeordnet word^. daß dir Pfandstücke bei der ersten F ilbietuag nur um oder über den Schatzungs-Werth, bei der zweiten s^filbietung aber auch unt^r demselben gegen so-gleiche Barzahlung und Weqschaffung hintangegeben werden. K. k. Bezirksgericht Marburg am 10. Äugust 186L. V<7«»t»ortllcher «edatteur: Kranz VieSthaler. Z. 85. Kundmachung. (336 Nachdem der Stadtgemeinde Marburg mit dem Erlasse der hohen k. k. Statthalterei vom 22. d. M. Nr. 10221 die Abl)altung alljahrli. chtl Biehmcitkte am 11. März. 22. Juli und 4. September mit dem Standorte in der St. Magdalena-Borftadt genehmigt wurde, so erfolgt ljievon die Kundmachung mit dem Bemerken, daß nunmehr der nächste Vielimarkt schon am Diellstag den 4. Teptember d. I. statt-findet und das» sowohl an diesem Markttage, als auch an den im nach-stcn Jahre abzuhalteuden Markttagen keine Standgelder eingehoben werden. Stadtgemeindeamt Marburg am 27. August 1866. Der Bürgermeister: A. Tappeiner. Nr. 9814. (331 Exekutive Sahrniff-».«-rsteiger«ng. Bom k. k. Bezirksgerichte Marburg wird bekannt gemacht: Es sei die exekutive Feilbi,tung der dem Georg Purgai, Grundbesitzer zu Ku-fchernig gehörigen, mit gerichtlichem Pfandrechte belegten und auf 62 fl. «0 kr. geschähen Fahrnisse. alS: Keller-, Zimmereinrichtung u. s. w. bewil-ligtt und hirzu zivei Feilbietunl^s-Tagsaßungen, die erste auf den BS. Teptember, die zlveite auf den v. jL?tober ISSA jk^esmal von 10 bis 12 Uhr Vormittags im Wohnorte des Schuldners zu Kuschernig Haus Nr. 20 mit dem Beisatze angeordnet worden, daß die Pfandstücke bei der ersten Feilbietung nur um oder über den Schatzungswerth, bei der zweiten Feilbietung aber auch unter demselben gegen sogleiche Barzahlung und Wegschaffung hintangegeben werden. K. k. Bezirksgericht Marburg am 9. August 1866. _ Nr. 7540. (324 Lijitations > Kundmachung. Zu Folge hoher Statth.ilterei Bewilligung vom 1. August l. 3. Z. 9832 werden die Arbeiten zur Erhötiuug der Maiburg. St. Leon-Härder Bezirksstr.'ße über die Iuundation der Pehnitz in der Gemeinde Wachseuberg im Kostenanschläge von 150 fl öfterr. Währ., am 6. Sep-lemblk d. I. Boimlttags 11 lll)r. im Wege einer Minuendo-Lizitation hintanqe,^eben iverden. llnternehmer werden hiezu mit dem Beifügen eingeladen, daß da» ')^anoperat. so wie die Lizitationsbedinqnisse in den gewöhnlichen Amts-stunden beim Bezirksamte eingesehen werden können. K. k. Bezirksamt Marburg atu 20. August 1866. _ Nr. 7769. Äzitations - Kundmachung. (323 Zu Folge hohen Stattlialtcrei-Erlasses vom 6. August l. I. Z. 9918 ii'jrd die HersteUnng eines neuen Kauales, dann Reparatur der hölzeeneu Brücke und eincs alten Kanals auf der Lemdacher Bezirksstraße im Orte Lembach, im Kostenanschläge von :^24 fl. 88 kr. österr. Währ., am 7. September l. I. Vormittags 11 Uhr in W-^ge einer Minuendo« ^^izitat'ou hintangegrben iverden. Untert»ehmrr iverden liiezu und tuit dem Beifügen eingeladen, daß das Bauoperat. so »vi? die ^i,^,t^iljgn^bx^!ngnisse in den geivöhnlichen Aintsstunden beim Bezirksamte eingesehen werden können. K. k. Bezirksamt Marburg am 20. August 1866. Eisenbahn-Fahrordnung für Marburg. Nach Wien: Trie«: Abfahrt. K Ubr 1? Min. Al fahrt: 8 Nhr IS Nm. KiRtz. 6 Uhr 48 Mrn. Ube«d«. 9 llh» 2 «i». UlW»d«. Nach Billach: Abfahrt: 9 Uh? Arüh. Die gemischten Züge verkehren täglich in der Richtimg n»ch Wien: Trieft: Alzfahrt - IZ Ukr 44 Min. Mittag». Abfalirt: 1 Uhr 2« Min. Mittag«. vt. Dr-tt und «eri«g »«« E»»«rd I««sch»tz in MarbnrG.