1916. Nr. 2530. VH. Folium officiale Dioecesis Lavantinae. Cerkveni zaukaznik za Lavantinsko škofijo. Kirchliches Verordnungsblatt für die Lavanter Diözese. Inhalt. 64. Supremae sacrae Congregationis Sancti Officii declaratio circa facultatem Episcoporum in reconciliandis haereticis vel apostatis. — 55. Kriegs-Andachtsiibungcn p ben Pfingstfeiertagen im Weltkriegsjahre 191G. — 56. Vojne pobožno vaje oh binkoštnih praznikih v letu svetovne vojske 1916. — 57. Einladung zur Sainnilung don milden Gaben für die geplante Krieger-Gedächtniskirche in der St. Magdalena-Vorstadt zu Marburg. — 58. Vabilo k zbiranju milih darov za nameravano vojno spominsko cerkev v predmestju Sv. Magdalene v Mariboru. — 59. Die Ordination und die Ordinande» — 60. Eheschließungen Angehöriger der Deutschen Bundesstaaten in Österreich — 61. Trauungen in ber Kriegszeit. — 62. Einladung zum Ankauf des vaterländischen Werkes „Viribus unitis“. - 63. Diözesan Nachrichten. 54. Supremae sacrae Congregationis Sancti Officii declaratio circa facultatem Episcoporum in reconciliandis haereticis vel apostatis.1 Cum nonnulli Episcopi supplices proces Supremae S. Officii Congregationi exhibeant ad facultates pro haereticorum vel apostatarum reconciliatione obtinendas, Eminentissimi ac Reverendissimi Domini Cardinales Inquisitores Oenerales, in consessu habito feria IV. die 16. Febr. 1916, ad omne dubium hac super re amovendum, haec declaranda mandarunt : 1. Absolutio ab excommunicatione, qua quis ob haeresim vel apostasiam sit irretitus in foro conscientiae nnpertienda, est speciali modo, secundum praescripta in Constitutione Apostolicae Sedis, Summo Pontifici reservata. 2. Si tamen crimen hacresis vel apostasiae ad forum ' Acta Apostolicae Sedis. An. VIII. vol. Vili. Romae, dio 4. Martii 1916. Num. 3. pag. 61. externum episcopi aut praelati episcopalem vel quasi-episcopalcm auctoritatem habentis aut per spontaneam confessionem vel alio quovis modo deductum fuerit, episcopus vel praelatus sua auctoritate ordinaria resipiscentem haereticum vel apostatam, praevia abiuratione iuridice peracta aliisque servatis de iure servandis, in foro exteriori absolvere poterit. Absolutus autem in foro exteriori potest deinde absolvi a quolibet confessano in foro conscientiae absolutione sacramentali. Abiuratio vero iuridice peracta habetur, cum fit coram ipso episcopo vel praelato aut eorum delegato et saltem duobus testibus. Datum Romae, ex aedibus 8. Officii, 19. Febr. 1916. L. S. Aloisius Castellano, 8. R. et U. I., Notarius. 55. Kriegs-Andachtsiibungen ;u den Psingstfeiertagen im Weltluiegsjahre 1916. rfnpft Leo XIII. glorreichen Angedenkens hot iti fei« iter herrlichen Enzyklika Divinum illud vom 9. Mai 1897 über das erhabene Geheimnis der allerheiligsten Drei-faltigkeit, insbesondere aber über den Heiligen Geist, über feine Allgegenwart, Wirksamkeit und Krast in unvergleichlich schöner Weise gesprochen und alljährlich zu Pfingsten beson« dkre neuntägige Andachten Gott dem Heiligen Geiste zu Ehren ungeordnet, damit das ganze öffentliche und häusliche Leben bft Katholiken vom Geiste Christi beseelt werde'. Am 18. 1 Kirchliches Verordnungsblatt für die Lavanter Diözese, 1897. Nun,. VIII. Abs. 1. E. 107. April 1902 ergieng von der Sekretarie der Heiligen Riten-kongregation im Namen des Heiligen Vaters abermals eine Mahnung, durch welche diese herrliche Enzyklika den Hirten wie den Gläubigen in Erinnerung gebracht wird'. Wie dringend braucht gerade in der Jetztzeit die ganze Welt, ganz besonders aber jede kriegführende Nation einer Neugestaltung des bestehenden Lebens. Daher benötigen gerade jetzt alle einen besonderen Beistand des Heiligen Geistes. In unserer Diözese wurde bis ans den heutigen Tag 1 Kirchliches Verordnungsblatt für die Lavanter Diözese, 1902. Nuni. VI. Abs. 32. S. 83. viel und inbrünstig gebetet, daß der Herr der Heerscharen den ruhmvollen Waffen unseres erhabenen Jubelmonarchen den Sieg verleihen, uiiser teures Vaterland schirmen und schützen, die Geißel des Krieges von uns abwenden und uns einen segensvollen Frieden tviederschenken möge'. Da nun das Gebet eine außerordentliche Kriegshilfe und das Beten eine große patriotische Tat ist2, wollen wir in der Zeit des heurigen Pfingstfestes besondere Gebete zum Heiligen Geist, dem allmächtigen Tröster, emporsenden. Dieser kan» die Herzen der Fürsten und Völker wieder versöhn- lich stimmen, die Gegensätze beseitigen und durchs Feuer der Nächstenliebe den sehnlichst gewünschten Friedensschluß beschleunigen. Der kalte, eigennützige Geist unserer Zeit droht die Welt in eine Wüste zu verwandeln. 91 ber wie am ersten Pfingstfeste zu Jerusalem Hohe und Niedere, Reiche und 9hme, Greise und Kinder durch die Kraft des Heiligen Geistes ergriffen und in ein höheres Lebensgebiet versetzt worden sind, so kan» auch in dieser schweren Zeit durch die belebende Kraft des Heilige» Geistes des Trösters himmlischer Trost in die trostlosen Herzen der Mensche» wiederkehren. Daher finde ich es als sehr zweckmäßig anznordnen, daß in sämtlichen Pfarr- und Klosterkirchen der weiten La-vanter Diözese zu den kommenden Pfingstfeiertagen Andachtsübungen zu Ehren des Heiligen Geistes abgehalten werden. Dieselben können in Form einer Novene, einer Oktave, eines Triduums oder in einer anderen entsprechenden Weise vor oder nach Pfingsten stattfinden. Für die Novene vor und für die Oktave nach Pfingsten hat Papst Lev XIII. durch das apostolische Schreiben Provida matris vom 5. Mai 1895 und durch das Rundschreiben Divinum illud vom 9. Mai 1897 einen unvollkommenen Ablaß von 7 Jahren und 7 Onadragenen an jedem und unter den gewöhnlichen Bedingungen einen vollkommenen 9lblaß an eine m der betreffenden Tage gewährt 3. Diese Ablässe können de» Seelen der Verstorbenen 1 Dr. Michael Napotnik, Tröstet einander mit diesen Worten! Marburg, 1916. S. 32. — 1 Idem, Kricgspredigt vom 25. Oktober 1914. — 3 Directorium Ilomano-Lavantinuin pro anno 1910. Marburg!, 1916. S. 64 f. — Franz Beringer - Joses Hilgers 8. I., Die Ab lässe, ihr Wesen und Gebrauch. Vierzehnte Auflage. Erster Band. Paderborn, 1915. S. 344. Nr. 379. im allgemeinen und sollen heuer zumal den Seelen der gefallenen Krieger zugewendet werden. 9l»ch andere Gebete zu Ehren des Heiligen Geistes, wie die Sequenz Veni, Sancte Spiritus (Komm’, o Heiliger Geist), der Hymnus Veni, Creator, Spiritus (Komm', Schöpfer, Geist), das 7malige „Ehre sei dem Vater", die Korone, sind mit unvollkommenen und vollkommenen 9lblässen bereichert '. Senden wir allerorts unsere Bitten zum Himmel empor, damit der göttliche Geist der Liebe und des Friedens sowohl den Mächtigen dieser Erde als auch deren Untergebenen Gedanken der Versöhnung eingebe, auf daß dem furchtbaren Ringen ein baldiges Ende gesetzt werde! Jetzt, namentlich während der Pfingsloktav wollen wir flehen um die sieben Gabe» des Heiligen Geistes, um die Gabe der wahren Weisheit und des Verstandes, des guten Rates und der unüberwindlichen Stärke, der echten Wissenschaft und beharrlichen Frömmigkeit, um die Gabe der Heilsame» Gottesfurcht! Nebst diesen Gaben wollen wir den Heiligen Geist bestürmen auch um seine zwölf Früchte. Der große Friedensbote St. Paulus lehrt: Die Frucht des Heiligen Geistes ist: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Milde, Güte, Langmut, Sanftmut, Treue, Bescheidenheit, Enthaltsamkeit, Keuschheit. (Gal. 5, 22. 23). Das sind lauter kostbare Geschenke des himmlischen Trösters, die wir zurzeit ganz besonders benötigen und um die wir vom Herzen bitten wollen. Veni, Pater pauperum ! Veni, dator munerum ! Veni, Lumen cordium : Consolator optime, Dulcis Hospes animae, Dulce Refrigerium ! In labore Requies, in aestu Temperies, In fletu Solatimi! ! Komm, Vater der Armen ! Komm, Geber der Gnadeiigabeu! Komm, Licht der Herzen: Bester Tröster, Süßer Gast der Seele, süßes Labsal, Ruhe in der Mühe, Kühlung in der Hitze, Trost im Weinen! Marburg, am Sonntag nach dem Schutzseste des hl. Josef, den 15. Mai 1916. f Michael, Fürstbischof. ' Op. cit. S. 172—176. Nr. 34-40. 56. Vojne pobožne vaje ob binkoštnih praznikih v letu svetovne vojske 1916. Papež Leon XIII. slavnega spomina so v svoji krasni okrožnici Divinum illud z dne 9. majnika 1897 govorili o vzvišeni skrivnosti presvete Trojice, zlasti pa o Svetem Duhu, o njegovi povsodpričujočnosti, delavnosti in moči na izvrsten lep način in so določili na čast Bogu Svetemu Duhu vsako leto k Binkoštim devetdnevne pobožnosti, da bi bilo vse javno in domače življenje katoličanov navdihnjeno z Duhom Kristusovim.* Dne 1 Cerkveni zaukaznik za Lavantinsko škofijo, 1897. Št. VIII. odst. 1. str. 107. 18. aprila 1902 pa je izšel iz tajništva svete kongregacije obredov v imenu svetega očeta zopet opomin, v katerem se ta krasna okrožnica pastirjem kakor vernikom pokliče v spomin.1 Kako silno pač potrebuje ravno v sedanjem času ves svet, zlasti pa vsak boreči se narod, da se prenovi obstoječe življenje. Zato so potrebni ravno sedaj vsi posebne pomoči Svetega Duha. V naši škofiji se je do dandanes mnogo in goreče molilo, da bi Gospod vojnih čet slavnemu orožju našega prevzvišcnega vladarja-jubilarja podelil zmago, ohranil m obvaroval našo drago domovino, da bi odvrnil od nas vojni bič in nam zopet podelil blagoslova polni mir.2 Ker pa molitev v vojski izredno pomaga in je molitev veliko domoljubno delo,3 hočemo ob času letošnjega binkoštnega praznika pošiljati vroče molitve k Svetemu Duhu, vsemogočnemu Tolažniku. Ta more srca knezov m narodov zopet nagniti k spravi, odstraniti nasprotja in povzročiti z ognjem ljubezni do bližnjega, da se kmalu sklone srčno zaželeni mir. Hladni, sebični duh naše dobe preti spremeniti svet v puščavo. Pa kakor je ob prvem binkoštnem prazniku v Jeruzalemu moč Svetega Duha prevzela visoke in nizke, bogate in uboge, starčke in otroke ter jih posadila na Pozorišče višjega življenja, enako se more tudi v sedanjem težavnem času nebeška tolažba po oživljajoči moči Svetega Duha Tolažnika zopet povrniti v obupna srca človeška. Zaradi tega se mi dozdevlje zelo primerno določiti, naj se pobožne vaje na čast Svetemu Duhu opravljajo °b prihodnjih hinkoštnih praznikih po vseh župnijskih in samostanskih cerkvah obširne Lavantinske škofije. Te sc lahko obhajajo v obliki devetdnevnic, oscmdnevnic ali tri-dncvnic ali na kak drug primeren način pred Binkoštmi ali po Binkoštih. Za dcvctdnevnico pred Binkoštmi in za osmino po Binkoštih so papež Leon XIII. z apostolskim pismom I’rovi d a matris z dne 5. maja 1895 in z okrožnico Divinum illud z dne 9. maja 1897 podelili nepopoln ()dpustek 7 let in 7 kvadragen za vsak dan in popoln * Cerkveni zaukaznik za Lavantinsko škofijo, 11)02. Št. VI. ‘"Ist. 32. str. 83. — 2 Dr. Michael Napotnik, Tröstet einander mit diesen Wort.on ! Marburg, 1910. Str. 32. — s Idem, Vojna pridiga due 25. oktobra 1914. odpustek pod navadnimi pogoji za en dan dotične dobe.1 Ti odpustki sc morejo obrniti v korist vernim dušam sploh in bi se naj letos darovali zlasti dušam v boju padlih vojščakov. Tudi druge molitve v čast Svetemu Duhu, kakor sekvencija Veni, Sancte Spiritus (Pridi, Sveti Duh), pesem Veni, Creator, Spiritus (Pridi, Stvarnik, Duh), sedemkratni „Čast bodi Očetu“, korona ali (rožni) venec, so obogatene z nepopolnimi in s popolnimi odpustki.2 Pošiljajmo vsepovsod svoje prošnje proti nebesom, da podeli nebeški Duh ljubezni in miru mogočnežem tega sveta kakor tudi njih podložnim spravne misli, da bi sc kmalu končala strahovita borba. Sedaj, posebno med bin-koštno osmino hočemo prositi sedmerih darov Svetega Duha, daru prave modrosti in umnosti, dobrega sveta in nepremagljive moči, pristne učenosti in stanovitne pobožnosti, daru vzveličavnega strahu božjega! Bazen po te darove se hočemo zaupno obrniti do Svetega Dulia po dvanajstere sadove. Veliki oznanjevalec miru sv. Pavel uči : Sad Svetega Duha je: Ljubezen, veselje, mir, potrpežljivost, miloba, dobrotljivost, prizanesljivost, krotkost, zvestoba, skromnost, zdrž-nost, čistost. (Gal. 5, 22. 23). To so sama dragocena darila nebeškega Tolažnika, ki jih sedaj prav posebno potrebujemo in za katere hočemo prisrčno prositi. Veni, Pater pauperum ! Veni, dator munerum ! Veni, Lumen cordium : Consolator optime, Dulcis Hospes animae, Dulce Refrigerium ! In labore Requies, in aestu Temperies, In tletu Solatium ! Pridi, oče ubogih ! Pridi, delivec darov! Pridi, luč naših src: O najboljši Tolažnik, Sladki gost duše, Sladko krepilo ! V delu počitek, v vročini hladilo, V joku tolažba ! Maribor, v nedeljo po prazniku varstva sv. Jožefa, dne 15. majnika 1916. t Mihael, knezoškof. 1 Directorium Romano-Lavantiunm pro anno 1916. Marburgi, 1916. Str. 64 nsl. — Franz Beringor - Josef Hilgers 8. I., Die Ablässe, ihr Wesen und Gebrauch. Vierzehnte Auflage. Erster Band. Paderborn, 1916. Str. 344. štev. 379. — * Op. cit. str. 172 — 176. štev. 34—40. 57. Einladung ;ur Sammlung non milden Gaben für die geplante Krieger-Gcdächtniskirchc in der St. Magdalena-Vorstadt zu Marburg. Vielliebe Diözesanen! Als im Hochsommer 1914 gegen die altehrwürdige Habsburger Monarchie ein Feind nach dem anderen sich stür- misch erhob; als im Winter 1914 ans 1915 der nordöstliche Nachbar mit großer Übermacht auf österreichischem Boden bis an das Karpathengebirge vorrückte; als schließlich im Mai des vorigen Jahres der gewesene Dreibundgenosse im Süd-westen als bewaffneter Gegner wider alles Erwarten ailfstand, da mag sv mancher treue Österreicher sich gedacht und gefragt haben: Werden wir dieser vielfachen Übermacht wohl widerstehen können? Nun blicken wir erleichtert »nd getrost ans die harten und schweren Tage zurück, und wir dürfen dankbaren Herzens mit dem Psalmendichter und Sänger auf dem Königsthrone, mit dem vielgeprüften David rufen: „Wäre nicht der Herr mit uns gewesen, als die Menschen sich wider uns erhoben, sv hätten sie uns wohl lebendig verschlungen; als ihr Zorn wider uns entbrannte, hätte uns das Wasser der Bedrängnis wohl mit sich fvrtgerissen . . . Gepriesen sei der Herr, daß er uns ihren Zähnen nicht zum Raube dahingab! Unsere Seele entrann gleich einem Vogel ans der Schlinge der Vogelsteller. Die Schlinge zerriß und wir wurden frei. Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat." (Vs. 123, 2 — 4. 6 — 8). Dank, innigster und demütigster Dank sei gesagt der wunderbaren Hilfe des Herr» der Heerscharen, Dank, untertänigster Dank sei gezollt der väterlichen Fürsorge unseres obersten Kriegsherrn, pflichtschuldiger Dank sei zugebilligt der weisen Führung unserer Feldherren und der unvergleichlichen Tapferkeit unserer lieben Soldaten, daß der Feind im Nord-ostcn im Marienmonate Mai — zumal infolge der denkwürdigen, am 2. Mai glücklich geschlagenen Dnrchbrnchschlacht bei Gorlice — und im Herz Jesu-Monate Juni znrückgetrieben, der Gegner im Süden überwunden, der treulose Verbündete im Südwesten an de» Grenzen des Reiches von Anfang siegreich aufgehalten ward. Mit heißen Gebeten danken wir Gott allezeit für seinen mächtigen Schutz, mit warmen Segenswünschen begleiten wir stetsfort unsere braven Truppe» und ihre tüchtigen Führer im Felde, mit treuer Liebe gedenken mit Tag um Tag der gefallenen Helden. Zn wiederholten Malen wurden schon in allen Diözesan Pfarrkirchen, vorab in der Marbnrger Kathedrale, Tranergottesdienste für die im Herrn selig entschlafenen Krieger abgehalten. Es ziemt sich aber, daß wir diese Gesin- nung auch nach außen dauernd bekunden, daß wir ein bleibendes Denkmal errichten Gott zur Glorie, unserer ruhmreichen Armee zum geistlichen Nutzen, den unsterblichen Seelen der Kriegsopfer zum ewigen Tröste und Labsal. Dieses unvergängliche Denkmal soll eine Gedächtnis- kirche an den entsetzlichen Weltkrieg sein, erbaut in der starkbevölkerten St. Magdalena-Vorstadt zu Marburg. Der zeitgemäße Plan zur Erbauung einer solchen Erinnerungskirche, die zugleich eine Gelöbniskirche zu Ehren der gefeierte» Schülerin Jesu, St. Magdalena, sei» svll, daß uns Gott de» vollen Sieg verleihe und bald de» Frieden schenke — unsere Feinde wollen vom Frieden ungeachtet unserer Siege nichts wissen, sondern planen einen schrecklichen Aufreibnngskrieg — wurde schon im verflossenen Weltsturmjahre 1915 endgültig gefaßt. Die herrlich aufblühende Draustadt Marburg ist als Bischofssitz das Herz der Diözese. Zudem hat Marburg im gegenwärtigen Kriege als gewesener Sitz des höchsten Kommandanten der Südwestfront — woran die neue Erzherzog Eugen-Straße stets erinnern wird — eine ganz besondere Bedeutung gewonnen. Und so svll die Krieger-Gedächtniskirche gerade in dieser Stadt erstehen. Dieselbe soll zugleich Pfarrkirche der Borstadt St. Magdalena in Marburg werden. Für diese über 16.000 Seelen zählende Vorstadtpfarre ist das gegenwärtige Gotteshaus entschieden zu klein und kann den geistlichen Bedürfnissen der Gläubigen keineswegs genügen. In dieser Pfarre befinden sich die Südbahnwerkstätten mit zahlreichem Personal. Zudem ist in derselben in letzter Zeit ein neuer großartiger Bahnhof entstanden und ist in nächster Zukunft eine noch beschleunigte Zunahme der Bevölkerung zu erwarten. Die Pfarre zählt 7 Schule» mit 44 Klassen, die von rund 2500 Schulkindern besucht werden. Wer von Euch, teuerste Diözesanen, ermißt den Schaden, erfaßt den Nachteil, der daraus im allgemeinen, besonders auch für die Schuljugend erwächst, da ein gemeinsamer Gottesdienst und eine gemeinsame Religionsprüfnng für dieselbe in der gegenwärtigen, kaum an 400 Personen fassenden Kirche ganz unmöglich ist? Weiter steht diese Kirche unmittelbar an der neuen, mit dem Kostenaufwande von drei Millionen Kronen über den Draufluß erbauten monumentalen Franz Joseph-Brücke. Eine fast an derselben, natürlich erweiterten Stelle knnst- aber nicht prunkvoll aufgebaute Pfarrkirche würde eine herrliche Zierde der ganzen Anlage bilden. Marburg hat auch die stärkste Garnison im steirischen Unterlande und befinden sich die meisten Kasernen in der Magdalena-Vorstadt. Deshalb svll das neue Gotteshaus zugleich eine würdige Garnisonskirche werden. Es ergeht demnach an Euch, geliebte Lavantiner, die dringende Einladung, daß Ihr zu diesem lobwürdigen Unternehmen Euer Scherslein beitraget. Der rühmliche Opfersinn der mildtätigen Diözesanen soll sich auch hier glänzend bewähren. Allein »ur um der guten Sache zu dienen, bemerke ich, daß ich für diesen beabsichtigten Neubau bereits zwei wohlgenährte Zugtiere als Bestgabe zum Vertriebe von Kirchenbaulosen gespendet habe, die noch vor dem Kriege um eine bedeutende Geldsumme (1600 K) verkauft worden sind. Als zweiten Baustein will ich aber noch die Summe von 500 Kronen beitragen. Gar gern würde ich den Grundstein des zeitnötigen Baues dieser Vorstadtpfarrkirche baldigst feierlich legen und weihen. Der neue Tempel zu St. Magdalena in Marburg soll ein steinernes „Tc Deum laudamus. In te Domine speravimus et non confundemur in aeternum“ werden zum Andenken an die grauenvolle Weltkriegszeit, in der Gottes Huld und Barmherzigkeit an uns so groß geworden ist. Die Kriegs-Gedächtniskirche sei ein Denkmal echt christlicher und vaterländischer Gesinnung und sie künde kommenden Geschlechtern von dem bewunderungswürdigen Heldensinne, den Österreichs Söhne bewiesen in großer Zeit! Noe erbaute nach der katastrophalen Süudflut dem Herrn einen Altar und brachte für die Rettung der Seinen ein reichliches Brandopfer dar. Und Gott segnete Noe und schloß einen Bund mit ihm, zu dessen Zeichen er de» Friedensbogen in die Wolke» setzte mit der Beteuerung: Es soll hinfort keine Wasserflut mehr kommen, um alles Fleisch zu vertilgen. (Gon. 9, 13. 15). Ähnlich wollen wir zum Danke für die Erlösung ans der blutigen Süudflut, die ganz Europa überschwemmt hat, die neue Kirche bauen und den Allmächtigen um fortgesetztes Erbarme» bitte» und bestürmen. Als Judas der Makkabäer und seine Helden die heilige Stadt vom Feinde befreit hatten, reinigten sie den Tempel, errichteten einen neuen Altar und brachten Opfer dar. „Als das geschehen war," so erzählt uns das zweite Machabäerbnch, „baten sie den Herrn zur Erde niedergeworfen, er wolle sie nicht mehr in solches Unglück kommen lassen, sondern, wenn sie ettva wieder sündigten, sie milder züchtigen." (H. Mach. 10, 4). Jngleichen wollen auch wir mit vereinten Kräften dem Herrn einen Altar bauen, ans dem das Sühn- und Friedensopfer des neuen Bundes dargebracht wird, ans daß der allgütige Gott in kommenden Zeiten die schreckliche Geißel des Krieges von unserem geliebten Vaterlande abwende. In der neuen Pfarrkirche als Krieger-Gedächtniskirche wird eine Kriegermesse auf immerwährende Zeiten gestiftet und gesichert. Sie tvird das edelste lind kostbarste Kriegerdenkmal bilden, das nicht bloß eine fromme Erinnerung an die furchtbare Kriegszeit und ihre großen Helden, sondern auch eine geistige Segensqnelle für alle Zukunft bleibt. Die heilige Messe ivird alljährlich in jedem Monate für alle im gegenwärtigen Völkerkriege verstorbenen Soldaten der Diözese Lavant mit Einschluß jener aus ganz Österreich zelebriert werden. Und so bitte ich die hochwürdigen Seelsorger, die Gläubigen ans das schöne Werk von der Kanzel aufmerksam zu machen und sic freundlich einzuladen, durch milde Gaben zu diesem gewiß gottgefälligen und den Verstorbenen Heil bringenden Unternehmen beizutragen. Wir dürfen unsere toten Helden nicht vergessen. Ihre Namen sollen in dem Heiligtum verewigt und für sie das heilige Meßopfer gefeiert werden. Die Opferspenden mögen unmittelbar an das F. B. Lavanter Ordinariat cingesendet werden, wo sie genau verzeichnet und zeitweilig zur öffentlichen Kenntnisnahme gebracht werden. Gott, der ewige Vergelter alles Guten, segne reichlichst alle jene, die dem Andenken unserer toten Helden ihr Scherflein weihen! Bei jeder Gabe zeige ein heiteres Angesicht! Gib dem Allerhöchsten nach der Gabe, die er dir verliehen, und mit freundlichem Auge, je nachdem deine Hände erworben; denn der Herr ist der Vergelter und wird es dir siebenfach zurückgeben. (Eccli. 35, 11—13). Marburg, am Sonntage Rogate nach Ostern, den 28. Mai 1916. t Michael, Fürstbischof. 58. Vabilo k zbiranju milih darov za nameravano vojno spominsko cerkev v predmestju Sv. Magdalene v Mariboru. Preljubi škofij ani! Ko sc je sredi poletja 1914 burno vzdignil proti staročastiti Habsburški monarhiji sovražnik za sovražnikom ; ko je po zimi 1914 na 1915 severno vzhod ni sosed miprcdoval z veliko premočjo na avstrijskih tleh do Karpatskega gorovja; ko je koncem majnika prejšnjega leta bivši trozveznik na jugozapadu nastopil nepričakovano kot oborožen nasprotnik, tedaj si je morda marsikateri zvesti Avstrijec mislil in se vprašal : Bomo se li pač mogli tolikeri premoči ustavljati? Sedaj se oziramo olajšani in potolaženi na hude in težke dneve nazaj in smemo hvaležnega srca s pesnikom psalmov in pevcem na kraljevem prestolu, z obilno pre-skušenim Davidom klicati : „Ako bi Gospod ne bil z nami, ko so se ljudje vzdigovali zoper nas, bi nas bili morda žive požrli ; ko se je njih jeza togoti la zoper nas, bi nas bila morda voda požrla . . . Hvaljen bodi Gospod, ki nas ni dal v plen njih zobem ! Naša duša je bila oteta kakor vrabec iz zanke lovcev; zanka je pretrgana in mi smo rešeni. Naša pomoč je v imenu Gospoda, ki je ustvaril nebo in zemljo.“ (Ps. 123, 2 — 4. 6—8). Hvala, najprisrčnejša in najponižnejša hvala hodi izrečena čudoviti pomoči Gospoda vojnih čet! Hvala, naj-vdanejša hvala bodi izražena očetovski skrbi našega najvišjega vojnega Poveljnika in Gospoda, dolžna hvala bodi priznana modremu vodstvu naših vojskovodij in neprimerljivi hrabrosti naših ljubih vojakov, da so zavrnili sovražnika na severovzhodu v Marijinem mesecu majniku — zlasti vsled znamenite, dno 2. majnika srečno pridobljene bitko, ki je prodrla sovražno črto pri Gorlicah — in v srcu Jezusovemu posvečenem mesecu juniju, da so premagali sovražnika na jugu, zadrževali nezvestega zaveznika na jugozapadu ob državnih mejah zmagoslavno od začetka. Z gorečimi molitvami hvalimo Boga vsekdar za njegovo mogočno varstvo, z gorkimi željami blagoslav- Ijarno in spremljamo neprestano svoje pridne čete in njih spretne voditelje na bojišču, z zvesto ljubeznijo se spominjamo dan za dnevom padlih junakov. Že pogostokrat so se po vseli župnijskih cerkvah v škofiji, zlasti v Mariborski stolni cerkvi, opravljale mrtvaške božje službe za vojake, ki so junaški v Gospodu zaspali. Spodobi se pa, da to svoje mišljenje kažemo stalno na zunaj, da postavimo držen spomenik Bogu v čast, naši slavni armadi v duhovno korist, neumrjočim dušam vojnih žrtev v večno tolažbo in krepčavo. Ta neminljivi spomenik naj bi bila cerkev v spomin na strašno svetovno vojsko, pozidana v zelo obljudenem predmestju Sv. Magdalene v Mariboru. Času primerni načrt za pozidanje take spominske cerkve, ki naj je obenem zaobljubna cerkev na čast slavljene Jezusove učenke, sv. Magdalene, sc je napravil že v preteklem burnem letu 1915, da bi nam Bog podelil popolno zmago in nam kmalu podaril mir. Naši sovražniki nočejo kljub našim zmagam nič vedeti o miru, temveč nameravajo bojevati sc do ugonobe. Krasno razevetajoče se dravsko mesto Maribor je kot škofov sedež srce škofije. Poleg tega je Maribor v sedanji vojski pridobil kot bivši sedež naj višjega povelj-ništva južno-zapadnega bojišča česar nas bo nova nadvojvoda Evgena cesta vedno spominjala — prav poseben pomen. In tako naj nastane vojna spominska cerkev ravno v tem mestu. Ta naj obenem postane župnijska cerkev predmestja Sv. Magdalene v Mariboru. Za to predmestno župnijo, ki šteje nad 1(5.000 duš, jc sedanja hiša božja mnogo premajhna in ne more nikakor zadoščati duhovnim potrebam vernikov. V tej župniji so strojne delavnice južne železnice z mnogoštevilnim osobjem. Razen tega je v njej v zadnjem času nastal nov velikanski kolodvor in se da v bližnji prihodnosti pričakovati še hitrejši naraščaj prebivalstva. Župnija šteje 7 šol s 44 razredi, ki jih obiskuje krog 2500 šolskih otrok. Kdo izmed vas, kristjani predragi, premeri škodo, preračuni izgubo, ki narašča vsled tega sploh, zlasti pa za šolsko mladež, ker je skupna božja služba in skupna izkušnja iz veronanka za njo v sedanji cerkvi, ki obsega le 400 oseb, popolnoma nemogoča ? Nadalje stoji ta cerkev ob novem, s stroški treh milijonov kron črez Dravo pozidanem spominskem Franc Jožefovem mostu. Skoraj na istem, seveda razširjenem prostoru umetno, pa brez gizde pozidana župnijska cerkev bi bila krasna olepšava cele okolice. Maribor ima tudi najmočnejšo garnizone ali posadko na Spodnjem Štajarskcm in večina vojašnic je v Magdalenskem predmestju. Zato naj bo nova hiša božja obenem dostojna cerkev za vojaštvo. Zaradi tega se obračam do Vas, ljubljeni Lavanti nei, s prisrčnim vabilom, da prispevate svojo malenkost k temu hvalevrednemu podjetju. Slavna darežljivost milosrčnih škofij anov naj se tudi tukaj lepo pokaže. Samo da služim dobri stvari, pripomnim, da sem za to nameravano novo stavbo podaril dvoje dobro rejenih volov kot prispevek za razpečavanje cerkveno-stavbnih srečk. Živali ste se še pred vojsko prodali za lepo vsoto (1(500 K). Kot drugi stavbni kamen pa še hočem prispevati vsoto 500 K. Prav rad bi zelo kmalu slovesno položil in blagoslovil temeljni kamen času potrebne stavbe te predmestno-župnijske cerkve. Novi tempelj pri Sv. Magdaleni v Mariboru naj bo kameniti „Te Deum laudamus. In te Domine speravimus et non confundemur in aeternum“ v spomin na strahoviti čas svetovne vojsko, ko se nam je Bog izkazal toliko milostnega in usmiljenega. Vojna spominska cerkev bodi spomenik pristno krščanskega in domoljubnega mišljenja in oznanjaj prihodnjim rodovom o občudovanja vrednem junaštvu, ki so ga pokazali avstrijski sinovi v velikem času! Noe je pozidal po usodnem vesoljnem potopu Gospodu aitar in je daroval za rešitev svojih bogato žgavno daritev. In Bog je blagoslovil Noeta in je sklenil z njim zavezo, v katere znamenje je posadil na oblake mavrico miru, rekoč : Odslej naj ne pride noben potop več, da bi uničil vse meso. (I. Moz. 9, 13. 15). Slično hočemo mi v zahvalo za rešitev iz krvavega vesoljnega potopa, ki je poplavil celo Evropo, staviti novo cerkev in Vsemogočnega vneto prositi trajnega usmiljenja. Ko so Juda Makabcj in njegovi junaki rešili sveto mesto sovražnika, tedaj so očistili tempelj, so postavili nov aitar in so darovali. „Ko so bili to storili“, tako nam pripoveduje druga Makabejska knjiga, „so se vrgli na zemljo ter prosili Gospoda, da ne bi prišli več v take nadloge, temveč, ko bi še kdaj grešili, da bi jih mileje kaznoval.“ (II. Mak. 10, 4). Enako hočemo tudi mi z združenimi močmi postaviti Gospodu aitar, na katerem se bo darovala spravna in mirovna daritev nove zaveze, da bi vsedobri Bog odvrnil v prihodnjih časih strašno šibo vojske od naše ljubljene domovine avstrijske. V novi župnijski cerkvi bo ustanovljena in zagotovljena za vse čase maša za vojake. Ona bo najblažji in najdražji spomenik vojščakom, ki ne bo ostal le pobožen spomin na strašno vojno dobo in na njene velike junake, ampak tudi duhovni vir blagoslova za vso prihodnost. Sveta maša se bo služila letno v vsakem mesecu za vse v sedanji svetovni vojski umrle vojake Lavantinske škofije s pridružitvijo onih iz cele Avstrije. In tako prosim mnogočastite dušne pastirje, da opozarjajo vernike iz pridižnic na lepo podvzetje ter jih prijazno vabijo, naj prispevajo mile darove k temu gotovo Bogu dopadljivemu in za rajne vzveličavnemu delu. Svojih raj- nih junakov ne smemo zabiti. Njih imena se naj v svetišču ovekovečijo in za nje sc naj opravlja sveta daritev. Darila se naj pošiljajo neposredno kn. šk. Lavantinskemu ordinariatu, kjer se bodo natanko zapisovala in od časa do časa razglaševala. Bog, večni plačnik vsega dobrega, blagoslovi prav bogato vse tiste, ki posvetijo spominu svojih rajnih junakov kaj malega! Pri vsakem dajanju delaj ve- sel svoj obraz! Daj Naj višjemu po tem, kar je on tebi dal, in z dobrim očesom daj, kar premore tvoja roka; zakaj Gospod je povrač-nik in ti bo sedmero povrnil. (Sir. 35, 11—13). V Mariboru, na povelikonočno nedeljo Rogate, dne ‘28. maja 191 C). -s- Mihael, knezoškof. 59. Die Grdililition und die Grdinanden. M »ter Hinweisung auf die h. ci. Ordinariats-Erlässe vom 5. Juni 1854 Z. 1022/n und vom 31. Mai 1855 Z. 1043/,, imi) in Gemäßheit der Anordnung des Konzils von Trient (sess. XX1I1. c. 5. de rcf.) sowie im Hinblick auf das Cap. LXX1. „De sacramento Ordinis sacerdotalis“ in Ecclesiae Lavantiae Synodus dioecesana anno 1903 coadu- nata. Marburg!, 1904. Pag. 504. num. 4 wird hiemit knnd-gemacht, daß die höheren Hl. Weihen in der hiesigen Dom-»lib Stadlpfarrkirche, und zwar das Subdiakonat am 28. Juni, das Diakonat am 30. Juni und das Presbyterat am 2. In li 1- I. werden erteilt werden. Die höheren heiligen Weihen sollen nachbenannte F. B. Lavanter Alumnen empfangen: Aus dem IV. Jahrgange die Herren: Kotnik Johann ans Ras evo selo in Slcwouieu, Mirt Josef aus Reichenburg, Satler Franz von St. Anton in W. B., Slajé Emil aus Laibach und Škorc Heinrich von St. Peter im Bärentale. A ns dem III. Jahrgange die Herren: Aušič Martin aus Sromlje, Grobler Franz von St. Georgen bei Tabor, Krošl Josef aus Rann, Molan Franz von Dobova, Tovornik Franz aus Kalobje nnd Erleb Franz von St. Georgen an der Südbahn. Dies ist am ersten Sonntage nach Pfingsten dem glän-digen Volke von der Kanzel mit der Aufforderung bekannt P geben, Gott um berufstrene Priester zu bitten, und falls jemand gegen die vorgenannten Ordinande» mit Grund etwas vorznbringen hätte, es nicht zu verhehlen. Daß es gerade in der heutigen so ernsten Zeit notwendig 'st, Gott um gute, berufstreue, ja heiligmäßige Priester zu bitten, wird niemand bezweifeln; ist doch eitel die Wissenschaft, eitel glänzende Beredsamkeit, eitel ein scharfer Verstand, eitel aller Erfolg, wenn nicht die Heiligkeit des Lebens den Priester Kert nach den Worten des göttliche» Heilandes: „Estotc ergo vos perfecti, sicut et Pater vester coelestis perfectus est.“ (Matth. 5, 48). Und nicht sollen es die Weihekandidaten vergessen, daß ein heiliger Priester Länder und Völker zn Gott führen, daß aber ebenso ein schlechter Priester Nationen der heiligen Kirche entreißen nnd so sich und tausende ins ewige Verderben stürzen kann. Gebe Gott, daß der Tag der heil. Priesterweihe für die Ordinande» znm Tage ihrer ewigen Glückseligkeit, nicht aber zur Grundlage ihrer ewigen Verdamnis werde, damit sich so an ihnen bewahrheite das Wort, das der heilige Evangelist Lnkas über die Geburt des hl. Johannes des Täufers schreibt: „In nativitate eius multi gaudebunt“ (Luc. 1, 46), nicht aber das erschreckende Weh, das Gott durch den Mnnd des Propheten Ezechiel gesprochen hat: „Vae pastoribus Israel, qui pascebant semetipsos!“ (Ezecli. 34, 2). Gebe Gott, daß die Ordinanden immerdar bewahren die Krone und die Perle der Tugenden, die heilige Keuschheit als ein sicheres Mittel, um zur Heiligkeit, zur Vollkommenheit zu gelangen. Und wenn sie mit der heiligen Keuschheit nocki eifriges Gebet, unablässige Selbstüberwindung, glühenden sich selbst verzehrenden Seeleueifer verbinden werden, dann werden sie als Priester in der Stunde des Todes und am Tage des Gerichtes dem göttlichen Richter auf alle ihnen anvertrant gewesenen Seelen hinweisend fröhlichen Mutes sagen können: „Quos dedisti mihi, non perdidi ex eis quamquam.“ (Ioan. 18, 19). Was die Ordination der Ordenskleriker, die zugleich mit den Alumnen des F. B. Seminars am Ende des Schuljahres ordiniert werden sollen, anbelangt, so wird hiemit an-geordnct, daß die hochw. Ordensvorsteher dem F. B. Ordinariate das Ansuchen um Erteilung der höheren Weihen für ihre Kleriker immer int Laufe des Monates Mai überreichen mögen, damit sie mit den Alumnen des F. B. Seminars im Kirchlichen Verordnnngsblatte rechtzeitig promulgiert werden können. I. Dieses Ansuchen ist mit folgenden Dokumenten zu instruieren: 1. Mit dem Taufschein des zu ordinierenden Klerikers; 2. mit dem Prüfuugszeugnisse über die bereits zurückgelegten theologischen Studien und über die Kenntnis des Meßritus. Diesbezüglich wird im Dekrete S. Congr. Episc. et Regul. vom 4. November 1892 „Auctis admodum“ num. VI. (Siehe Kirchliches Verordnungsblatt für die Lavanter Diözese, Jahrgang 1892, VI, I) angeordnet: Professi tmn votorum sollemnium tum simplicium (in Congregationibus) ab Ordinariis locorum ad Sacros Ordines non admittantur, nisi, praeter alia a iure statuta, testimoniales litteras exhibeant, quod saltem per annum sacrae Theologiae operam dederint, si agatur de subdiaconatu, ad minus per biennium, si de diaconatu et quoad presbyteratum saltem per triennium, praemisso tamen regulari aliorum studiorum curriculo.“ 3. Mit einer von dem betreffenden Kleriker eigenhändig geschriebenen und unterschriebenen und vom Ordensvorsteher koramisierten Erklärung über die vom Gesuch stell er abgelegte Ordens-Profeß, was auch behufs Sicherstellung des titulus ordinationis notwendig ist. (Siehe hierüber das Dekret „Auctis admodum“ num. I. et II). Diese Erklärung ist in folgendem Wortlaute anszustellcn: „Ego infrascriptus N. N., natus (ubi et quando), Dei favente gratia in sacrum Ordinem N. susceptus et die .., anni ... veste religiosa indutus, postquam anno Novitiatus rite expleto, per tres annos continuos, id est a dic. .. anni... in votis simplicibus steti, sollemnem votorum religiosorum professionem rite et per omnia libere in manus legitimi Superioris mei emisi dic ... anni . . . In cuius rei testimonium propriae manus subscriptionem adiungo. (Locus et dies). N. N. Coram me N. N., clericus ct Ordinum Sacrorum Superiore. Candidatus. Ferner sind beizuschließcn: 4. Das Dispensdekret, wenn der Kleriker mit einer Irregularität behaftet ist. 5. Das Nationale des zu Ordinierenden, welches enthalten muß den Vor- und Zunamen desselben, Tag, Monat und Jahr dessen Geburt, die Namen der Eltern und den Ort, an welchem der Kleriker zu promulgieren ist. 6. Litteras dimissorias et testimoniales vom Ord e n s v orst e her, mit welchen derselbe den Kleriker behufs Erteilung der Weihen an den zuständigen Bischof entläßt und in welchem er das gesetzlich vorgeschriebene Zeugnis ausstellt. Nach Gasparri (Tractatus canonicus de sacra ordinatione, IL, alleg. II. num. 4 p. 421 sequ.) können dieselben etwa folgendermaßen lauten: Litterae dimissoriae et testimoniales. Cum iuxta apostolicas sanctiones nemo regularium ad quoscunque ordines absque expressa in scriptis suorum Superiorum licentia promoveri possit : hinc tenore praesentium dilecto nobis in Christo N. N. in nostro Ordine (vel Congregatione)... die ... anni.. . expresse et libere (sollemniter) professo ac in domo seu conventu N. de familia existenti, qui in saeculo vocabatur N. N., licentiam et facultatem impertimur, ut Excellentissimo et Reverendissimo Domino N. N. Principi - Episcopo Lavantino, ad quem has litteras dirigimus, se praesentet, precamurque Amplitudinem suam, ut eum ad sacrum Subdiaconatus (Diaconatus, Presbyteratus) ordinem pro necessitate et utilitate Ordinis nostri in titulum ... promovere dignetur. Quod enim ad morum probitatem spectat, eundem clericum nostrum dignum indicamus testamurque insuper, ipsum ex legitimo matrimonio procreatum, sacro fonte delibutum, chrismate confirmatam, scientia sufficienti exornatum, ad quattuor minores Ordines iam dic . . . anni. . . promotum esse ncc non exercitiis spiritualibus vacasse (vel : suo tempore vacaturum esse) omniaque alia requisita habere a legibus ecclesiasticis praescripta. In quorum fidem hascc litteras propria manu subscripsimus et sigillo officii nostri munivimus. (Locus et dies). L. S. Subscriptio. II. Diese genannten Beilagen sind immer beizuschließen , wenn die Ordensvorsteher ersuchen, daß ihren Klerikern die höheren Weihen infra annum scholarem erteilt werden sollen. III. Handelt es sich darum, daß den Ordensklerikern die Tonsur und die niederen Weihen entweder zugleich mit den Alumnen des F. B. Seminars oder aber besonders erteilt werden sollen, was schon nach abgelegter einfacher Profeß geschehen kann, so müsse» dem betreffenden Ansuchen beigelegt werden: 1. Der Taufschein der betreffenden Kleriker; 2. die Erklärung über die abgelegte einfache Profeß; 3. das eventuell notwendige Dispensdekret; 4. die Dimissorie» nach dem oben angeführten Wortlaute (allerdings mutatis mutandis). Im Gesuche muß auch des bisherigen Stndienganges des zu Ordinierenden Erwähnung gemacht werden. 00. Eheschließungen Angehöriger der deutschen Aundesstnnten in Österreich. Ausländer, welche in Österreich eine Ehe schließen wollen, haben bekanntlich ihre persönliche Fähigkeit, eine gültige Ehe einzugehen, durch eine Bescheinigung ihrer zuständigen Heimatsbehörde anszuweisen. Hinsichtlich der Angehörigen des Deutschen Reiches wurde in dem Kirchlichen Verordnungsblatte für die Lavanter Diözese 1910. Nr. IV. Abs. 20 S. 55 und 56 ein Verzeichnis jener Behörden, welche in den einzelnen deutschen Bundes- staaten zur Ausstellung von Zeugnissen über dns Nichtbekannt- I sei» von Ehehindernissen zuständig sind, dem Hochw. Seelsorge- ' klerns zur Kenntnis gebracht. In dieser Angelegenheit ist nun von der hochlvbl. k. k. steiermärkischen Statthalterei nachstehende Zuschrift vom 10. April 1916 Z. 6 1916 anher gelangt: Zufolge Erlasses des k. k. Ministeriums des Innern vom 21. März 1916, Z 12667 wird im Nachhange zur h a. Zuschrift vom 25. Jänner 1910 Z 6 137/1 ein derzeit giltigcs Verzeichnis der in den einzelnen deutschen Bundesstaaten bestimmten Behörden übermittelt, die zur Ausstellung von Zeugnissen über das Nichtbekanntsei» von Ehehindernisse» sür ihre im Auslände eine Ehe eingehenden Angehörigen zuständig sind, mit dem Ersuche» übermittelt, den Inhalt dieses Verzeichnisses den unterstehenden Pfarrämtern zur Kenntnis bringen zu wollen. $er f. f. Statthalter: Clary in. p. Das in dieser Zuschrift erwähnte Verzeichnis hat folgenden Wortlaut: Staiti). Z. 6-1273/2-1916 Verzeichnis der in den einzelnen deutschen Bundes-llaatcn bestimmten Behörden, die zur Ausstellung von Zeugnissen über das Nichtbekanntsein von Ehchindcr-uisscn für ihre im Ausland eine Ehe eingehenden Angehörigen zuständig sind. Königreich Preußen. Die Ortspolizeibehörde des Wohnortes oder des letzten Wohnortes des Verlobten, und wenn er im Königreich Preußen keinen Wohnsitz gehabt hat, die Ortspolizeibehörde des letzten Wohnortes seiner Eltern, bei unehelich Geborenen der Mutter, oder wenn ein solcher Wohnort nicht bekannt ist, des Geburtsortes seines Vaters, bei unehelich Geborenen der Mutter. Königreich Bayern. Für Angehörige der rechtsrheinischen Gebirgsteile die Distriktsverwaltnngsbehörden der Heimatgemeinde,' das heißt die Bezirksämter; hinsichtlich der unmittelbaren Städte" die Magistrate. 1 Heiinatgenieinde ist die Gemeinde, die dem Heiniatberechtigtcn jederzeit den Aufenthalt in ihrem Bezirk ohne Einschränkung gestatten und ihm im Falle der Bedürftigkeit Unterstützung gewähren muß. Im Allgemeinen hat jeder Bayer seine Heimat in der Gemeinde, in der sein Bater oder seine außereheliche Mutter heimatberechtigt ist oder zuletzt heiinatbcrcchtigt war, solange er sich nicht in einer anderen Gemeinde i^bst ein Heimatrccht erwirbt. Die Ehefrau teilt das Heimatrecht des Mannes und behält cs als Witwe. Die Heimatgemeinde ist daher häufig Uerschieden von der Gemeinde des Geburtsortes und der des Wohnortes. 1 Den Königlichen Kreisrcgierungcn sind zurzeit unmittelbar untergeordnet folgende Städte: Amberg, Ansbach, Aschaffenburg, Augsburg, dad Kissingen, Bamberg, Bayreuth, Deggendorf, Diüingen, Dinkelsbühl, ' Donauwörth, Eichstätt, Erlangen, Forchhcim, Freising, Fürth, Günzburg, Hof, Ingolstadt, Kaufbeurcn, Kempten, Kitzingen, Kulmbach, Landau (Pfalz), Landsberg, Landshut, Lindau, Memmingen, München, Neuburg o- d. Dona», Neumarkt i. £)., Neu Ulm, Nördlingen, Nürnberg, Passau, Regensburg, Rosenheim, Rothenburg o. TL., Schwabach, Schweinfurt, Straubing, Traunstein, Weißcnburg i. B., Würzburg. Königreich Sachsen. Für Angehörige der landge-1 richtliche Staatsanwalt, der die Aussicht über das Standesamt der Heimatgemeinde ausübt. Für besondere Fälle, z B. wenn die Heimat streitig ist oder der Staatsangehörige keine Heimat hat, wird die zuständige Behörde durch die Staatsministerien der Justiz und des Innern bestimmt. Die Polizeibehörde des Wohnortes oder des letzten Wohnortes des Verlobten und, wen» er im Königreich Sachsen keinen Wohnsitz gehabt hat, die Polizeibehörde des letzten Wohnortes seines Vaters, bei unehelich Geborenen der Mutter, oder, wenn ein solcher Wohnort nicht bekannt ist, des Geburtsortes des Vaters, bei unehelich Geborenen der Matter. Als Polizeibehörde gilt im allgemeinen die Amtshauptmannschaft, in Städten mit der revidierten Städteordnnng vom 24. April 1873' der Stadtrat. Königreich Württemberg. Das Amtsgericht des Wohnortes oder des letzten Wohnortes und in Ermangelung eines solchen des Geburtsortes des Verlobten. Falls der Geburtsort nicht im Königreich Württemberg liegt, das Amtsgericht des letzten Wohnortes der Eltern des Verlobten, oder wenn ein solcher Wohnort nicht bekannt ist, des Geburtsortes des Vaters des Verlobten; bei unehelich Geborenen ist in diesem Falle das Amtsgericht des letzten Wohnortes der Mutter des Verlobten zuständig. Läßt sich hiernach ein zur Erteilung des Zeugnisses zuständiges Amtsgericht nicht ermitteln, so wird das Zeugnis von dem Justizministerium ausgestellt. Groß Herzogtum Baden. Der Standesbeamte des Wohnortes oder gewöhnlichen Aufenthaltsortes oder des letzten Wohnortes oder des letzten gewöhnlichen Aufenthaltsortes und in Ermangelnng eines solchen des Geburtsortes des Verlobten. Falls der Geburtsort nicht im Grvßherzogtnm Baden liegt, der Standesbeamte des Wohnortes oder des letzten Wohnortes eines Elternteiles des Verlobten oder wenn ein solcher Wohnort nicht bekannt ist, des Geburtsortes des Vaters, bei un» ehelich Geborenen der Mutter. Läßt sich hiernach ein zur Erteilung des Zeugnisses zuständiger Standesbeamter nicht ermitteln, so ivird das Zeugnis von dem Standesbeamten in Karlsruhe ausgestellt. Großherzvgtum Hesse». Das Amtsgericht des Wohnortes oder des letzten Wohnortes des Verlobte». In Er» ' Ini Königreich Sachsen gibt cs folgende Städte mit der revidierten Städteordnnng: Adorf, Annaberg, Auerbach, Bautzen, Bernstadt, Bischofswerda, Borna, Buchholz, Burgstädt, Chemnitz, Colditz, Crimmitschau, Dippoldiswalde, Döbeln, Dresden, Ehrenfriedersdorf, Eibenstock, Falkenstcin, Frankcnberg, Freiberg, Geyer, Glauchau, Grimma, Groitzsch, Großenhain, Hainichen, Hohenstein - Ernstthal, Kamcnz, Kirchberg, .Küttig-stein, Leipzig, Leisnig, Lengenfeld, Lichtenstein, Limbach. Löbau, Lößnitz, Lommatsch, Maricnberg, Markneukirchen, Markranstädt, Meerane, Meißen, Mittweida, Mylau, Netzschkau, Ncustädtcl, Neustadt, Mosse», Ödcran, Ölsnitz i. V., Olbcrgnhau. Oschatz, Pegau, Penig, Pirna, Plauen, Pulsnitz, Radeberg, Reichenbach, Riesa, Rochlitz, Roßwein, Sayda, Schandau, Schneeberg, Schöncck, Schwarzenberg, Schnitz, Stollberg, Tauch», Treuen, Thum, Waldenburg, Waldheim, Werdau, Wilstvaff, Wurzen, Zitta», Zwickau, Zschopau. »langeluiig eines Wohnortes wird das zuständige Amtsgericht durch das Justizministerium bestimmt. Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Das Großherzvglich Mecklenburgische Ministerium des Innern in Schwerin. Großherzogtnm Sachse». Das Amtsgericht des Wohnortes oder des letzten Wohnortes und in Ermangelung eines solchen des Geburtsortes des Verlobten. Falls der Geburtsort nicht im Großherzogtnm Sachsen liegt, daS Amtsgericht des Geburtsortes oder des Wohnortes der Vorfahren. Läßt sich hiernach ein zur Erteilung des Zeugnisses zuständiges Amtsgericht nicht ermitteln, so wird das zuständige Amtsgericht vom Staatsministerium bestimmt. Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz. Die Großherzoglich Mecklenburgische Landesregierung in Neu-Strelitz. Großherzogtum Old e n b u r g. Für Angehörige des Herzogtums Oldenburg die Ämter; hinsichtlich der Städte erster Klasse' die Magistrate. Zuständig ist das Amt (der Magistrat) des Wohnortes oder des letzten Wohnortes des Verlobten und in Ermangelung eines solchen Wohnortes das Amt (der Magistrat) des letzten Wohnortes des Vaters, bei unehelich Geborenen der Mutter, oder wenn ein solcher Wohnort nicht bekannt ist, des Geburtsortes des Vaters, bei unehelich Geborenen der Mutter. Läßt sich hiernach eine zur Erteilung des Zeugnisses zuständige Behörde nicht ermitteln, so wird das Zeugnis vom Ministerium der Justiz ausgestellt. Für Angehörige der Fürstentümer Lübeck und Birkenfeld die Regierungen. Herzogtum Braun schweig. Die Kreisdirektion des Heimatortes des Verlobten, und sofern dieser aus der Stadt Braunschweig stammt2, die dortige Polizeidirektivn. Falls der Geburtsort des Verlobten nicht im Herzogtum Brannschweig liegt und der letzte Wohnort sowie der Geburtsort der Eltern, bei unehelich Geborenen der Mutter, nicht bekannt sind oder nicht im Herzogtum Brannschweig liegen, so wirb das Zeugnis von der Polizeidirektivn in Braunschweig ausgestellt. Herzogtum Sachsen - M e i n i u g e n. Miuisterial-abteilung der Justiz. H e r z o g t n m S a ch s e n - A l t e n b u r g. Für Angehörige der Landgemeinden die Landratsämter ; für Stadtbewohner die Stadträte. Zuständig ist die Behörde des Wohnortes oder des letzten Wohnortes des Verlobten und wenn er im Herzogtum Sachsen - Altenbnrg keinen Wohnsitz gehabt hat, die Behörde des letzten Wohnortes seiner Elter», bei unehelich Geborenen der Mutter, oder wenn ein solcher Wohnort nicht bekannt ist, 1 Im Herzogtum Oldenburg gibt es folgende Städte erster Klasse: Oldenburg, Barel, Jever, Delmenhorst. 1 Unter dem Orte, aus dem der Verlobte stammt, ist der Heimatort im Herzogtum Braunschweig zu verstehen, regelmäßig ist dieser der Geburtsort. Falls der Geburtsort nicht im Herzogtum Brannschweig liegt, ist die Frage, woher der Verlobte stammt, im Einzelfalle zu entscheiden, dcs Geburtsortes des Vaters, bei unehelich Geborenen des letzten Wohnortes der Eltern der Mutter des Verlobten. Herzogtum Sachsen-Koburg und Gotha. Der Standesbeamte des Gebutsortes des Verlobten oder die für den Geburtsort zuständige Bezirksverwaltungsbehörde; in Ermangelung einer hiernach zuständigen Behörde lvird das Zeugnis von dem Herzoglich Sächsischen Staatsministerinm in Gotha allsgestellt. Herzogtum Anhalt. Die Kreisdirektion, in deren Bezirk der Wohnort oder der letzte Wohnort des Verlobten liegt. Wenn der Verlobte im Herzogtum Anhalt keinen Wohnsitz gehabt hat, die Krcisdirektion, in deren Bezirk der letzte Wohnort der Eltern, oder wenn ein solcher nicht bekannt ist, der Geburtsort des Vaters liegt; bei unehelich Geborenen ist in diesem Falle der letzte Wohnort der Mutter maßgebend. Für die Städte Dessau, Bernbnrg, Cöthen und Zerbst tritt an die Stelle der Kreisdirektivn die entsprechende Polizeiver-waltnng. Läßt sich hiernach eine zur Erteilung dcs Zeugnisses zuständige Krcispolizeibehörde nicht ermitteln, so wird das Zeugnis von der Herzoglichen Regierung, Abteilung des Innern, in Dessau ausgestellt. F ü r st e n t u m Schwarzburg-Sondershausen. Das Amtsgericht des Wohnortes oder des letzten Wohnortes und in Ermangelung eines solchen des Geburtsortes des Verlobten. Falls der Geburtsort nicht im Fürstentum Schivarz-burg-Sondershausen liegt, das Amtsgericht des Geburtsortes oder des Wohnortes der Vorfahren. Laßt sich hiernach ein zur Erteilung des Zeugnisses zuständiges Amtsgericht nicht ermitteln, so wird das zuständige Amtsgericht vom Ministerium, Justizabteilnng, bestimmt. Fürstentum Schivarzbnrg-Rndolstadt. Das Amtsgericht des Wohnortes oder des letzten Wohnortes und in Ermangelung eines solchen des Geburtsortes des Verlobten. Falls der Geburtsort nicht im Fürstentum Schivarzburg-Rudolstadt liegt, das Amtsgericht des Geburtsortes oder des Wohnortes der Vorfahren. Läßt sich hiernach ein zur Erteilung des Zeugnisses zuständiges Amtsgericht nicht ermitteln so wird das zuständige Amtsgericht vom Ministerium, Justiz-abteiluug, bestimmt. Fürstentum Wal deck und Pyr m o n t. Der Standesbeamte des Wohnortes oder des letzten Wohnortes des Verlobten, und wenn er im Fürstentum Waldeck und Pyrmont keinen Wohnsitz gehabt hat, der Standesbeamte dcs letzten Wohnortes seiner Eltern, oder wenn ein solcher Wohnort nicht bekannt ist, des Geburtsortes des Vaters, bei unehelich Geborenen des Geburtsortes der Mutter. Fürstentum Reuß ältere Linie. Die Fürstlich Reuß-Planische Landesregierung in Greiz. Fürstentum Reuß jüngere Linie. Das Fürstlich Renßische Ministerium in Gera. Fürstentum Schau in bürg-Lippe. Das Fürstlich Schaumburg-Lippische Ministerium in Bückeburg. gii r ft e 11 tu 111 Lippe. Die Fürstlich Lippesche Staats-regierung in Detmold. Freie it itd Hansestadt S ii 6 e cf. Das Stadt- und Laudami in Lübeck. Freie Hansestadt Bremen. Der Senatskommissar für die Standesämter. Freie und Hansestadt Hamburg. Die Aufsichtsbehörde für die Standesämter. Elsaß-Lothringen. Wen» die Ausstellung des Zeugnisses zugleich mit dem Aufgebote beantragt wird, der Standesbeamte. Andernfalls der Erste Staatsanwalt bei dem Landgerichte, zu dessen Bezirke der Wohnort oder der letzte Wohnort des Verlobten gehört. Wenn der Verlobte in Elsaß-Lothringen keinen Wohnort gehabt hat, der Erste Staatsanwalt bei dem Landgerichte des letzten Wohnortes der Eltern. Ist der letzte Wohnort der Eltern nicht bekannt, oder liegt er nicht in Elsaß-Lothringen, so bestimmt das Ministerium in Straßbnrg i. E. den Ersten Staatsanwalt, der die Bescheinigung zu erteilen hat. In Ansehung eines unehelich Geborenen, der in Elsaß-Lothringen weder einen Wohnsitz gehabt hat noch dort geboren ist, wird die zur Ausstellung des Zeugnisses zuständige Behörde vornehmlich mit Hilfe der in der Geburtsurkunde und in den Ausweisen über die Staatsangehörigkeit des Verlobten enthaltenen Angaben bestimmt. — Dieses Verzeichnis wird den hochw. Pfarrämtern zur Benehmungswissenschaft und genauen Darnachachtnng hiemit zur Kenntnis gebracht. 61. Trauungen in der Hriegszeit. "•Am den zum Kriegsdienste Einberufenen die Verehelichung möglichst zu vereinfachen und dieselbe zu beschleunigen, ist den bezüglichen Wünschen der Ehewerber von dem F. B. Ordinariate immer bereitwilligst willfahrt worden. Als es später infolge der häufig schnell vorzunehmenden Trauungen und der bedeutend erschwerten Verkehrsverhältnisse angezeigt erschien, weitere Erleichterungen zu gewähren, wurden mit Ordinariatserlaß vom 13. Mürz 1916 Z. 1344 die stillen Trauungen in der geheiligten Zeit für die Dauer des Krieges allgemein erlaubt. (Kirchliches Verordnungsblatt für die Latenter Diözese 1916. Nr. IV. Abs. 33. S. 64). Mit dem Erlasse vom 20. März 1916 Z 1366 wurde den Herren Dechanten für die Kriegsdauer die Fakultät erteilt, im Notfälle nicht bloß vom dritten Aufgebote wie bisher, sondern auch vom zweiten Eheanfgebote zu dispensieren, in äußerst dringenden Fällen auch die Nachsicht von allen drei Aufgeboten zu gewähren. (Kirchliches Verordnungsblatt für die Lavanter Diözese 1916. Nr. I V. Abs. 34. S. 65). Über Ersuchen des hochwürdigsten k. u. k. Apostolischen Feldvikariates vom 15. Mai 1916 Nr. 31974 wird nun für solche dringende Fälle, in denen man sich nicht leicht an das F. B. Dekanalamt wende» kann, auch den zuständigen Seelsorgern der Braut beziehungsweise des der zivilgeistlichen Jurisdiktion unterstehenden Bräutigams die Vollmacht erteilt, von allen drei Eheaufgeboten zu dispensieren. Die k. u. k. Feldsuperiorate beziehungsweise die zur Trauung und zur Behandlung der Trauungsdokumente berufenen Militärgeistlichen sind bereits von dem hochwürdigsten k. u. k. Apostolischen Feldvikariate ermächtigt, die Dispensen von allen drei Aufgeboten und von der geheiligten Zeit zu erteilen. Das k. n. k. Apostolische Feldvikariat hat mit dem genannten Schreiben vom 15. Mai 1916 Nr. 31974 behufs weiterer Vereinfachung der Eheamtshandlunge» auch bereitwilligst seine Zustimmung zu allen während des Krieges von dem F. B. Ordinariate zu erteilenden oder zu erwirkenden Dispensen von den kirchlichen Ehehindernissen gegeben. 6>. Einladung ;um Ankauf des vaterländischen feite „Viribus unitis“. Aas Kriegshilfs-Büro des k. k. Ministeriums des Innern in Wien hat mit Schreiben vom 22. April 1916 G. Zl. 705 anher das Ersuchen gestellt, daß dem Diözesan-Ver-vrdnungsblatte ein Prospekt über das heimische Werk „Viribus unitis“, dessen Ertrag den offiziellen Kriegssürsorgestellen zukommen soll, beigelegt werde. Dieses Schreiben und die darin enthaltene Anfrage, wie viele solcher Prospekte benötigt werden, wurde von Hieramts mit nachstehender Zuschrift, in dkr auch übersichtlich dargestellt erscheint, was in der Lavan- ter Diözese zur Förderung dieses patriotischen Unternehmens bereits früher geschehen ist, beantwortet: Z. 2007. An das sehr verehrliche Kriegshilfs-Büro des hohen k. k. Ministeriums des Innern in Wien. I. Hoher Markt 5. Das hochgeschätzte Schreiben vom 22. April 1916 G. Zl. 705 beehrt sich das F. B. Ordinariat diensthöflichst zu beantworten, wie folgt: Das gefertigte F. B. Ordinariat meint, die Verbreitung des unter dem Protektorate Seiner k. und k. Hoheit des Durchlauchtigsten Herrn Erzherzog-Thronfolgers Carl Franz Joseph von Österreich-Este herausgegebeuen Werkes „Viribus unitis, Österreich-Ungarn und der Weltkrieg 1914/15" nach Kräften gefordert zu haben. Zn diesem Zwecke hat es, wie bereits mit Zuschrift vom 12. Dezember 1915 Z. 0496 mitgeteilt, im Sinne des sehr geschätzten Schreibens vom November 1915 G. Zl. F/57 das eingesendete Probeheft nebst dem beigefügten Subskriptionsbogen behufs Einsichtnahme in der F. B. Ordinariats» kanzlei aufgelegt. Zudem hat es, ohne das infolge der Zeitverhältnisse mit Schwierigkeiten verbundene Erscheinen des „Kirchl. Verordnungsblattes" abzuwarten, durch ein eigenes Umlauf-schreiben vom 12. Dezember 1915 Z. 6496 die Herren Seelsorger der Diözese auf dieses hochbedentsame, österreichisch-patriotische Werk hingewiesen und die F. B. Dekanalümter beauftragt, die Namen der Herren Besteller wenigstens bis 1. Jänner 1916 zwecks Eintragung in die Subskriptionsliste anher bekannt zu geben. Diese Anordnung meinte das F. B. Ordinariat treffen zu sollen, um alle Diözesanpriester möglichst schnell auf das herrliche Werk aufmerksam zu machen und sie durch einen eigenen Erlaß um so nachdrücklicher zum Abonnement einzn-laden. Das sehr oerehrliche Kriegshilfs-Büro des hohen f. k. Ministeriums des Innern hat diese Tätigkeit gewürdigt und mit dem Schreiben vom 17. Dezember 1915 G. Z. 387 de» wärmsten Dank hiefür ausgesprochen. Mit Zuschrift vom 31. Jänner 1916 Z. 6891 wurde das Probeheft des Werkes „Viribus unitis“, welches bis Ende Jänner 1916 in der F. B. Ordiuariatskanzlei behnfs Einsichtnahme auflag, vom F. B. Ordinariat unter Anschluß des Subskriptionsbogens, welcher 17 Abonnenten anfwies, dem Kriegshilfs-Büro des hohen k. k. Ministeriums des Innern übermittelt, welches mit dem Schreiben vom 16. Februar 1916 G. Zl. 491 den Empfang bestätigte und für die außerordentlichen Bemühungen neuerlich wärmsteus dankte. Wünscht nun das sehr löbliche Kriegshilfs-Büro des hohen k. k. Ministeriums des Innern, daß dem nächsten „Kirchl. Verordnungsblatt für die Lavanter Diözese", für das die Zeit des Erscheinens wegen Setzermaugels nicht bestimmt angegeben werden kann, je ein Prospekt des Werkes „Viribus unitis“ beigelegt werde, so wird um gütige Zusendung von 400 Exemplaren dieses Prospektes ersucht. Eine bedeutende Vermehrung der Abonnentenzahl dürfte indes kaum zu gewärtigen sein, weil der Diözesanklerus zumeist in bescheidenen Verhältnissen lebt und ungeachtet dessen für patriotische Zwecke bereits viel in opferwilligster Weise geleistet hat. F. B. Lavanter Ordinariat in Marburg, am 27. April 1916. Dr. Michael Napotnik i». p., Fürstbischof. Unter dem 13. Mai 1916 G. Zl. 767 übermittelte das Kriegshilfs-Büro anher die oben erwähnten 400 Prospekte, von dem je ein Stück der diesmaligen Nummer des Verordnungsblattes beigegeben ist und der de» hvchw. Seelsorgern einer wohlwollenden Beachtung warm empfohlen sei. 68. Dipesali-Nachrichten. Ernannt wurden: Der hochwürdige Herr Domkapitular Marti» Matok, Doctor Rom. in iure cau., bisher Direktor des F. B. Priesterhauses, zum Direktor der F. B. Ordiuariatskanzlei, der hochwürdige Herr Domkapitular Rudolf Janežič, Spiritual, zum Direktor des F. B. Priesterhauses, und Herr Franz časi, Pfarrer in Trifail, zum F. B. Lavanter Geistlichen Rat. Gestorben sind: Herr Josef Pin ter, Feldkurat des k. k. Landwehrinfanterieregiments Nr. 26, Ritter des Franz Josef-Ordens am Bande des Mil.-Berd.-Kr. und Besitzer des Geistlichen Verdienstkreuzes, im Felde am I I. Mai im 32., P. T. Monsignore Karl Borrom. Hribovšek, Sr. Heiligkeit Hausprälat, Komtur des Franz Josef-Ordens, F. B. Konsisto-rialrat, Präses des F. B. Diözesangerichtes zur Erhaltung der kirchlichen Disziplin, Direktor der F. B. Ordinariatskanzlei, in Marburg am 15. Mai im 70., Herr Anton Kovačič, Kaplan zu St. Ruprecht in Bidem, im Spital der Barmherzigen Brüder in Graz am 19. Mai im 47. und Herr Bartholomäus Stabue, I. Kaplan zu St. Lorenze» ob Marburg, am 19. Mai im 56. Lebensjahre. Unbesetzt sind geblieben der I. Kaplansposten zu St. Lorenzen ob Marburg und der Kaplansposten zu St. Ruprecht in Videm. F. B. Lavanter Ordinariat zn Marburg, an, 31. Mai 1916. f Fürstbischof. St. Cyrillu--Buchdrucklrei, Marburg