F^chriftldfung, Verwaltung und Buchdruckerei Telephon 25-67, 25-68, 25-69 Marburg a. d. Drau, Badgasse Nr. 6 ♦ Anzeigen und Abonnements-Annahme in der Verwaltung ♦ Bei Aufmgen Rückport-o beilegen Hrsdirinf wÖcltcnWich sceh^ma«! (mit Äusrmhmc der Feiertage) Bezugspreis: Abholen monatlich Din 40.—, bei Zustellung Din 42.— Einzelnummer Din 2.—. Unverlangte Zuschriften werden nicht zurückgesandt Mmtgtr fttlimifl !}tr. 110 !7ltor6urg a. 6.2>rau Srrftag, 16. Ollai I94i 81. ^al^rgang Malta nni Rrela Tag nd Nadit im 23 Britonflugzougo auf Kreta vornlchtol —■ Bisher 18 englische Hllfsicreuier versenict Enslandt Parlament wandert Das UntorhMs im Notversammlungsraum Stockliol III, 16. Mai. Das englische Unterhaus, ausbombardiert wie so viele andere eiiKllsche In-btituikmen* trat nun an einer »Notversammlunssstätte« zusammen. Alle Tradi-tionen witrden, soweit nicht die dazu notwendigen historischen Geräte ein Raub der Flammen geworden sind, aufrecht erhalten. Eine Ersatz-Perücite iUr den Sfvecber hatte sich beschaffen lassen... Churchill gab zu Beginn der Sitzung eine Erldttrung ab. In der er darauf hinwies, das alte Unterhaus sei wahrschein-Ucli derart mitgenommen, daß es nicht wieder hergestellt werden itönnte. Die Regierung habe alle Vorbereitungen getroffen für die Bereitstellung eines dritten Qebäudes, falls dem letzigen Ersatzgebäude ebenfalls irgendetwas zustoUen sollte. »Fahrbare Städte« Englands nauestes Luftschloß Boston, 1(5. Mai. Nach den Berichten amerikanischer Korrespondenten in London trägt man sich mit dem Oedanken, »fahrbare Städte« zu organisieren, die aus Wohnwagen bestehen und deren Aufgabe es sein soll, die obdachlos gewordene Bevölkerung einer besonders schwer angegriffenen Stadt zunächst einmal provisorisch unterzubringen. Dieser Plan werde in England hauptsächlich deswegen diskutiert, weil es infolge des Ausmai3es der deutschen Luftangriffe einfach nicht mehr möglicli Ist, die Obdachlosen in Häusern oder Barackenlagern aufzunehmen. Man will einen Fahrpark derartiger Wohnwagen bereitstellen und ihn dann stets dorthin dirigieren, wo ein Bezirk von einem Angriff besonders schwer getroffen worden ist. Gegen diesen Plan wird allerdings von anderer Seite wieder eingewendet, daß es an geeigneten Wagen hierfür vollständig fehlt und daß es auch unmöglich ist, sie in verhältnismäßig kurzer Zeit zu beschaffen. Schon die Diskussion dieses Planes aber zeigt, (.laß die Probleme, die der moderne Luftkrieg aufwirft, für die britische I^egierung immer komplizierter und schwerer werden. Panikmache in USA N e w y 0 r k, 16. Mai. Die Kriegshetzer in den USA treiben rücksichtslos ihr frivoles Spiel der Panikmache. Vor dem Finanzausschuß des Repräsentantenhauses erklärte am Donnerstag der Bibliothekar der Kongreßbücherei, es würden alle Vorsichtsmaßnahmen geiroffen, um wertvolle Dokumente vor einem etwaigen »Bomben- und Granatregen« zu sichern. Sdiinsraum für Stahllmport fehlt USA-STAHLTRUST LIEFERT NUR NOCH IS% SEINER PRODUKTE AN ENGLAND Rom. Ifi. Mai. Die von dem nordamerikanischen Stahitrust »Bethlehem Steel Corpuratlun« mitgeteilten Zahlen, wonach die Stahlausfuhr dieses Trusts nach England von durchschnittlich 97% der gesamten Produktion im Jahre 1940 auf 15% in^ den ersten drei Monaten des Jahres 1941 sank, werden In Italien als auischluüreiches Zeichen für den auUerordentlichen Mangel an Schiffsraum in England selbst für die kriegswichtigsten Rohstoffe beurteilt. In dem rieschäflJibericht des vorgenannten amerikanischen Trusts wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daB der Man^ an Schiffsraum für die AnsfuhrverniindernnK nach England maBgehllcli war. 300 Indisclie Soldaten desertieren SIE WOLLEN I LR 1M:N IRAK KÄMPFEN ^ Rom. If) Mai. 30Ü indische Mohammedaner, die mit englischen Truppenteilen zum Einsatz gegen den Irak bestimmt waren, gingen nach italienischen PrcssenieldnnRCii auf Orund des Aufrufs des üroßmufti zum Heiligen Krieg gegen England zu den Irakischen Truppen über. Irakische Verbände schnitten die von Basra nach Bagdad führende StraBe in nächster Nähe von Basra hei Kuwallula ab. Ein neuer englischer Angriff auf den Stralienknotenpunkt vor Rutbah wurde unter Ver-histen für den Angreifer abgewiesen. Brlten-Einflug der letzten Nacht Durch Flakabwehr von der Reichshauptstadt abgedrängt Berlin, Ifi. Mai. Schwächere englisclie Luftstreitkräfte flogen in der vergangenen Nacht in Nordwest- und Norddeutschland ein. In einigen Städten Norddeutschlands wurde eine Anzahl Bomben abgeworfen, die nach den bisherigen Feststellungen jedoch nirgends erheblichen Schaden verursachten. Ein englischer Verband versuchte die Reichshauptstadt anzugreifen. Die starke Flakabwehr hinderte iedoch den Gegner, die Wolkendecke zu durch-stolten, so daß es imr wenigen englischen Flugzeugen gelang, bis in die Umge-bung von Berlin vorzudringen. Auch diese feindlichen Flugzeuge wurden durch die deutsche Abwehr zu beschleunigtem Abdrehen gezwungen. Bisher wurde der Abschuß eines englischen Flugzeuges gemeklet. England braucht Hilfe Holländer zu Nachtangriffen eingesetzt Bern. 16. Mal. Wie »Exchange« aus London meWet, wurden bei den Angriffen der Royal-Air-Force auf den europäischen Kontinent nun zum ersten Male auch Mitglieder der kleinen holländisciien Emigranton-Luftwaffe eingesetzt. Diese holländischen Flieger seien bisher der englischen Marine angegliedert gewesen. Schon seit einiger Zeit sei ein Teil dieser holländischen Flieger auf englischen Bombenmaschinen geschult worden. Churchills Wunschtraum ^Sollte es niiiii muglicli sein, eine,mit anderen Worten; Wenn wir uns rel-»n\t>e /u erfinden, nicht ßrölkr als eine ten wollen, dann müssen wir Frauen innl .......... . • - Kinder sclineller umbringen als der Feind Orange, die die {geheimnisvolle Macht m sieh hätte, einen ganzen Häuserblock zu zerstören — was sage ich, die die Sprengkraft von KXK) Tonnen Knrdit in sich vereinigte, nni eine ganze Stadt in die Luft zu blasen. Konnten nicht auch von unbemannten Flugzeugen, die durch drahtlose Kraftübertragung oder sonstige Kralt-strahien gelenkt \\ürden und in cnilloser Reihe das Land überflögen, Sprengstoffe der jetzt gebräuchlichen Art auf .\rscnale, StJidte, Lager oder Werften iIcs Feindes :i b g e 0 r f e n werden?« Wer tobt hier m unmensclilicher Weise seinen Vernichtungswahn aus? Kein an- uns!« Iis war durchaus zu erwarten, daß die gleichen Leute, die den Krieg gegen Frauen und Kinder und gegen nichtniiütäri-sehe Ziele zu einem vollendeten System ausgebaut und es überall angewendet haben, nach den deutschen Vergeltung>-schlagen gegen London händerringend wieder einmal die gesaiute »Menschheil , ilie sie sonst unbekümmert verleugnen, /.u alarmieren versuchen würden. Dabei wird natürlich das Blaue vom Himmel herabgelogen. .Aber es ist unerschütterliche hist'.\usrottung«, ist ja britische Traditun und Spezialität. Mit feigen Morden, üurch eine gänzlich nnsoldatsche Kriegführung hat zweifellos rjigland seine größton und nachdrücklichsten Erfolge in seinen Raubkriegen er-/jielt: In Irland und Indien, in Westindien [und in Südafrika, in Australien wie in sei angegriffen. Erst noch monatelangem Zuwarten hat dann die deutliche Luttuaff''* am H. September 1940 /um ersten deutschen Vergoltungsschlag nnge<>et7t. und /war ['('"cn d'e Verbrcehcrrcntrale Lrin. dnn ,lch schiagc vor, zwölf deutsch'? Städte Jeni Erdboden gleich zu machen. Falls die Deutschen diese von uns zum Tode verurteilten Städte räumen sollten, so niüßte das 'englische Oberkommando selbstverständlich sofort zwölf andere deutsche Städte zur Vernichtung aussuchen. Denn eine Repressalie gegen geräumte deutsche Städte wäre natürlich sinnlos, l^s kommt ja gerade daraul an, liie Zivilbevölkerung zu treffen!« Der Luftmarschall Joub'ort erwies sich des Kommandos des Angr.ffs auf Wohnviertel in jeder Beziehung würdig, als er im September 1940 erklärte: »Wir wollen die Deutschen in Deutschland selbst tref-It-'n, das ist es, was wir vor allem tun wollen. Berlin, Stettin, Leipzig, Brenvon und Hamburg, alle diese Städte fühlen regelmäßig die Wucht unserer Bombenangriffe. Sel'bst wenn wir einen langen beschwerlichen Flug dorthin zurücklegen müssen, so ist doch die Anstrengung schon der Mühe wert.« l:ine entfesselte Furie, e'ne Christa I ompson aus York, fand in der »Daily Mail« mit nachstehendem ailtestamenta-rischen Haßausbruch Gehör: »Nun geht und vernichtet sie. Amelek zerstöre voll-■^tändig alles, was sie haben und erspare ihnen nichts, sondern erschlage alle, Männer untl Frauen, Kinder und Säuglinge, Ochsen und Schafe, Kamele und Fsel! (I. Samuelis Kap. 15, Vers 3.) . . .« Der Hilfsprediger S. F. Cottam aus Woolton erreichte im November 1940 in der »Daily AAail« eine Gipfelleistung: »Ich sage euch: vernichtet den Kc'Hnor Dom, bombardiert die St. F^eterskirclie in Rom. laßt die Flotte Genua bombardieren und Marmorpaläste verwüsten. Das ist die einzige Sprache, die die Hunnen verstehen.^' Voller Stolz wurde das >->königIich^j« Fliegerkorps iler Briten in der englischen l^resse mit dem Titel belehnt: »Pioniere des Bonvbenkrieges«. Sie hatte ihn längst »ehrlich« verdient. Denn aus reinen Bil-ligkeitsgründen hatte Britannien sich schon längst, seit 1920, in seinen nFcht alircißenden Kolonialkonflikten in Ägypten gegen den ^tollen Mullahchnell-^te und damit auch -- humanste Art von i Strafexpeditionen«. Wenn nunmehr ilie deutsche Luftwaffe zehn- und hundertfach heimzahlt, dann konunt damit über ICngland nur ein Gericht, das es selbst unter Führung eines Churchill verwegen herausgefordert hat. U-Boot versenkte liritlscIieR Hllisicreozer Drti Handelsschiffe mit zusammen n.OOO brt von der Luftwaffe auf den Meeresgrund befördert / Erfolgreiche Tagesangriffe auf militärische Ziele in Großbritannien Berlin, 16. Mai. Das Obcrkoniniaiido der Wehnnadit kab gestern bekannt: Ein Unterseeboot versenkte im Nord-atlantik einen stark bewaffneten briti-sclien Hilfskreuzer von 20.(MH) brt. Bei Angriffen auf die britisclio Versoi-ffuiTKSSchiffatirt versenkte die Luftwaffe l^i Tage und in der letzten Nacht drei Handelsschiffe mit zusammen ll.(KK) brt. und beschädiKte zwei weitere sroUe Frachter durch Bombentreffer schwer. KampfflugzeuKe griffen gestern bei Taxe verschiedene militärische Ziele in Großbritannien erfolgreich an. Auf einem Fluie»>latz wurden dabei mehrere vler-motoriKe KampffluszeuRe am Boden schwer beschädigt. In No r d a f r i ka weiterhin rege Artillerie- und Spähtrupptätigkeit vor To-bruk. Hier und in der Gegend von Sol-luin wurdeii zwei weitere britische Panzer vernichtet, mehrere Geschütze erbeutet und Gefangene eingebracht. Leieli-tc deutsche Kampfflugzeuge unterstützten die Kämpfe des Afrikakorps durch wirkungsvolle Angriffe auf britische Infanterie- und Falirzeugkoloiuien im Raimie von Solhini. Ini M i 11 c 1 ni e e r r a u ni boinbardier- ten Vcrbändü der deutscheu Luftwaffe bei Tag unil Nacht militärische Anlagen auf den Inseln Malta und Kreta mit guter Wirkung. Bei einem Angriff leichter deutscher Kampfflugzeuge auf zwei l'lug-•plätze der Insel Kreta wurden 15 feindliche Jagdflugzeuge am Boden zerstört. In Luftkäm-pfen über der Insel schössen deutsche Jäger acht weitere Flugzeuge ab. Liinflüge des Fehides in das Reichsgebiet fanden nicht statt. In der Zeit vom 12. bis 14. Mai verlor der Feind zusammen 31 Flugzeuge. Von diesen wurden dreizehn Flugzeuge in Luftkämpfen, drei durch Flakartillerie abgeschossen, der Re^ bis .•'.'eliörle s'e zum Iv'e' .he th's Snl-■aiis. Eine ;ilin':..'li- Fn'w'c'"'!!'i';!!) m Ins VI ^ r ' ■' . fii ' Da Ii lad i;ord<'!olllcli iu i /;, lv!ay.Kii legene Chios war vom 14. bis 10. Jahrhundert im Besitz der Reimblik (ieiuia. CbiiJs gehört zu den grölieren Inseln der Ägäis, es weist Oil ukm Fläche und 75.N()0 Einwohner auf. Im Weltkrieg war die Agäis das Aui-nuirscligebiet für die Saloniki-Front der Entente, von der aus die Stellung der Mittelmächte auf dem Balkan schliclllich entscheidend erschüttert wurde. Heute beherrschen Luftwaffe und Marine der Achsenmächte dieses Meer, von dem aus England aticli diesmal einen entscheidenden Stoll gegen Europa zu führen hoffte. Iiivbesondere für die deutsche Krieijs-mariiie ist die unter schwierigsten Bedingungen durchgeführte (lewinmmg der Ajj:äis-Inscln ein Ruhmesblatt. England hat im Kampfe um das Mittelmeer hier tine entscheiden le Position verloren. Grosse Unruhen BetleUte von Flüchtlingen Rom. U). Mai. Wij btefani aus Athen meldet, bericli-tei der griechische Schiifskapitiin Dia-luantis und andere an Bord von Sevtci-•I' i.-ii ijiitkommeiie L'iüchtlinge von der iii. J Kieta, dal.; dort größte Uurulie herrsche. Der Befehlshaber der griechischen Truppen auf Kreta, l-'a'pastcrschiii, der mit der ehemaligen .griechischen Re-gierung nach Kreta geflüchtet war, sol von den Rebellen amiegriffen und getötet worden sein. Ein Bischof, der ihm zu Hilfe eilte, sei verwundet worden. Das Schicksal Papasterschins habe auch das Kabinettsmitglied Anstrusdaschi ereilt. Infolge der Bombardierungen seien ic.ahl-reiche englische und griechische Schiffe vernichtet worden. Schwerbeschndisfter britischer Kreuzer Rom, Hi. Mai.. liin weiterer englivseher Kreiizer ist, wie »Messaggero. aus Algeciras meldet, mil zahlreichen Beschädigungen am Heck und an ilen Aufbauten, vom Mittelmeer kommend, in Gibraltar eingelaufen und sofort in ein Trf)ckendock gebracht worden. Auf Drängen di)r britisch'tif Adifiiralität hat der Marinekommandant vou Gibraltar, wie -^Messaggerp« über Tanger erfährt, in aller Eile die letzten^ zur Verteidigung der Festung vorhandenen Flotlon-einheiten den bei der $>ch1achl im Mittelmeer beschädigten Schiffen zu Hilfe geschickt. Auch ilie in La Linea lebenden britischen UnlL'rtanen haben Weisung erhalten, sich /.ur Evakuierung nach Gibraltar zu begeben. Evakuierungsterror in Gibraltar Algcciras, U». Mai. hie Evakuierungsmalinalimen in Gibraltar. die auf (irund des Volks[)rote-; tes eine Zeitlang eingestellt waren, worden III verstärktem Umfange wieder aufgenommen. Sie sind derart rücksichtslos, dall viele Geschäfte und Kaufleute in ihrer E.xistenz erheblich geschädigt werden. Eine große Anzald der zu Evakuierenden bereitet sich infolgedessen vor, Gibraltar unter Verzicht auf die Staatsangehörigkeit freiwillig zu verlassen. Der 600. Luftalarm aiif Malta B e r 1 i n, 15. Mai. Bei den letzten lieitigon Angriffen deutscher Kampfflugzeuge auf den Kriegshafen La Valetta und englische Flugstlitz-punkte erlebte die Seefestung iMalla ihren ßOO. Luftalarm innerhalb von knapp elf Mf)naten Mittelmeerkrieg. Im letzten Monat allein sland Malta hundertmal unter Luftalarm, ein Zeichen, wie sich die Angriffe der deutsch-italienischen Luitwjffe auf iliese stärkste Seefestung Englands im Mittelmeer in letzter Ze'it verdichtet haben. 3000 verwundete AustraKer in Haifa B e i r u t, 15. Mar. Im Hafen von Haifa sind /;ihlreiclic Schiffe mit verwundeten Australiern an Bord eingetroffen. In dem' Militärlazarett \on Haifa sind bereits 3000 \ erlefzte untergebracht. Wie ferner aus Kairo vorlautet, sind auch die dortigen Krankenhäuser mit Verv. i!P '''en vom griechischen Feldzug überfüllt. Die britischen Behörden sind ileshalb an die ägyptische Regierung herangetreten und h'iben um die Bt^chlag-nahine we't''rer Geb^Mnli' ersucld, die in Lazarette umgewandelt werden ktinnen. Kummer 110 .Marburger Zeitung« 16. Mai 194. öeitc 3. Frankreichs Entscheidung Die französische Presse zu den deutsch-fraozösisd^ Be6i>reclHitisen Paris, 16. Mai. Üe»r tim^;>faiuj des Vizepräsidenten des französischen Ministerrates Admiral D a r I a Ti durch den F ü Ii r e r und den Reichsaui3eniDmisteT liat in der französischen Presse des besetzten und unbesetzten Gebietes einen grollen Widerhall gefunden. Einhellig wird in der gesamten Presse unterstrichen, daß Franikreich ehie klare Entscheidung für seine freiwillige Eingliederung in das neue, von Adolf Hitler orrichtetc kontinentale Europa getroffen habe. In der großen Pariser Abendzeitung »Les Nouveaux Temps« wird nach Unter-streidiung dieses Gedankens msbeson-dere darauf hhigewiesen, daß gleichzeitig mit der Nachricht iiber das Zusammentreffen des Führers mit Darian eine Dwsciie aus Washington eingetroffen .sei, in der die Verschiebung der von Roosevelt angekündigten Rede mitgeteilt wurde. In dem Augenblick nämlich, so IwiBt es in »Les Nouveaux Temps«, in dem Frankreicli in aWer Klarheit seinen Wunsch zum Ausdruck bringt, sich in die neue kontinentale Ordnung einzugliedern, können die Frankreich freündliciien Gefühle in den Vereinigten Staaten nicht mehr jsttgunsten edner Pölitik der Einmischung in den europäischen Konflikt ausgenutzt werden. Die Unterredung Hitler - Darian hat genau in dem Augen-bKck stattgefunden, wo es von Wichtigkeit war, Herrn Roosevelt eines seiner Hauiptargumente zu berauben, daher aiach die Verwirruntr. das Zögern und das StBköhweigen des Weißen Hauses. Im »Oeuvre« wird in der Schlagzeile der auch von den übrigen Zeitungen aufgegriffene Gedanke stark herausgestellt, daß die symäjolisdie Bedeutung des 11. Mai, der der Bri-nnerungstag der Jungfrau von Orleans, also derjenigen, die als erste die Engländer aus Buropa herausgeworfen lialbe, sei, den Gesprächspartnern nicht entgangen sei. ^ Im »Paris Soir« wird festgesteUt, daß ^e Verhandlungen, die augenblicklich Gegenstand der Beratungen in Berlin und Vichy seien, am be^en durch zwei Worte gekennzeichnet werden, nämlich durch die Worte: »Europäische ^idari- nArbett — nationale 'Pflicht" Rumtfnteo auf neiieo Wesen Bukarest, 16. Mai. Die rumänische Presse veröffentlicht den Wortlaut eines neuen Gesetzes zur Organisierung der nationalen Arbeit Das Ge^tz spricht aus, daß die Arbeit eine nationale Pflicht für das rumänische Volk sei. Ehirch die Organisierung dieser staatsbürgerlichen Pflicht wird die Entwicklung des nationalen Gemeinschaftsgefühls und der sozialen Gerechtigkeit durch die entsprechende Witrdigung geistiger und körperlicher Arbeit bezweckt. Ferner soll dadurch die technische Vervollkommnung der nationalen Arbeit, die Erhöhung der Produktion auf allen Gebieten, die Heranbildung von besonders hervorragenden Arbeitskräften und schließlich die Wiedereinführung von Sträflhigen und asozialen Elementen in den Arbeitsprozeß erreicht werden. Das Gesetz regelt daini auch die gemeinnützige Arbeit, die im Rahmen von Arbeiten nationailen oder örtlichen Interesses erfolgen kaim. Als Arbeiten .von nationaiem Interesse werden bezeichnet: Bau von Straßen. Eisenbahnen, Kanälen. Bewässerungsanlagen. Flußreguiierun-gen, Trockenlegungen von Überschwemmungsgebieten, Arbeiten in Verbhidung mit der Landesverteidigung, landwirtschaftliche Arbeiten, archäologische Ausgrabungen, Wiederaufbau von Gebieten, die durch Erdbebeti. Feuershrünste oder Überschwemmungen zerstört wurden wnd schließlich der Hilfsdienst im Roten Kreuz. Die von Staatsminister Michael Anto-nescu unterzeichnete Begründung des Gesetzes erklärt, das neue Gesetz, das sowohl dem Geiste der heutigen Zeit als auch des nationalen Staates, den General Antonescn aufbaut, entspreche, betrachte die Arbeit als eine nationale Pflicht des riMiuinisciien Volkes, STEIRER! BEKENNT EUCH ZU ADOLF HITLER und meldet euch zum STffimSCHIM HtlMATBUMOt Bulgariens Ideale verwirklicht MINISTERPRÄSIDENT FILOFF VOR DER KAMMER — TIEFSTE DANKBARKEIT GEGENÜBER DEN ACHSENMÄCHTEN UND IHREN FÜHRERN Sofia, 16. Mai. Der bulgarische Ministerpräsident Fi-loff gab am Mittwoch zu Beginn der Kammersitzung eine Erklärung ab, in der er zu den neuesten Ereignissen auf dem Balkan Stelhjng nahm. Er führte u. a. folgendes aus: Der Krieg gegen Jugos^lawien und Griechenland sei von den deutschen Truii>-pen mit beispielloser Tapferkeit, Herois-nws und blitzartiger Scimelligkeit geführt und mit der vollständigen Zertrümmerung der Jugoslawisch-griechischen und der englischen Armee beendet worden. Dieser Krieg sei den Achsenmäcii-ten gegen ihren Willen aufgezwungen worden. Die bulgarische Armee habe in den Krieg nicht eingreifen brauchen, sie sei aber bereit gewesen, die Interessen und Unabhängigkeit des Landes zu wahren. Das ganze bulgarische Volk sehe heute in der Errichtung eines mächtigen und geeinrgten Bulgarien von der Donau bis zum Ägäischen Meer die Verwirklichung seiner Ideale. Bulgarien sei glücklich, endlich den Triumph der Wahrheit und Gereohtigikeit der neuen europäischen Gemeinschaft unter Führung der Achsenmächte zu sehen. Der Mhiisteripräsident zitierte dann die Worte des Führers in seiner Reichstagsrede am 4. Mai, die Bu-lgarien gewidmet waren, und sagte unter stürmischem Beifall des ganzen Hauses, diese Woirte des großen Führers Deutschlands erfüllten Bulgarien mit Dankbarkeit und rührten zutiefst jedes bulgarisclie Herz. Das bulgarische Volk werde für immer tiefste Dankbarkeit den Achsenmächten und deren großen Führern Adolf Hitler und Benito Mussoilini gegenüber hegen. Besonders stolz würden diese Gefühle Deutschland gegenüber sein, dessen Trupipen in Mazedonien und Thrazien operiert hätten und dadurch die unmittelbaren Befreier dieser bulgarischen Gebiete geworden seien. Der Beitritt Bulgariens zum Dreierpakt und die Art und Weise, wie die deutschen Truppen in Bulgarien empfangen worden seien, sei der beste Beweis dafür, daß die Politik der Regierung vollends den Gefühlen und Anschauungen des bulgarischen Volkes entspreche. Die Ergebnisse dieser Politik, die stets vom König ^ris III. weise beseelt gewesen sei. seien bereits offensichtlich E>ie Erklärungen des bulgarischen Regierungschefs wurden von der Kammer mit starken Beifallskundgebunsien entgegengenommen. Machthunger der USA KANADAS UNTERSTELLUNG UNTER NORDAMERIKAS WIRTSCHAFTSBEREICH Madrid, 16. Mai. Reutermeldungen zufolge sollen von den Vereinigten Staaten und Kanada Ausschüsse zur Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem, industrieHem und ti-nanziellem Gebiet errichtet werden, de-rei in seiner lieutigen Lage nichts anderes übrig, als machtlos zuzuschauen, wie sich die »helfenden Freunde« in Übersee immer eindeutiger darauf vorbereiten, zum' gegebenen i^eitpunkt britische Erbschaften zu übernehmen. Japans Vertragstreue SELBSTTÄUSCHUNG DER VEREINIGTEN STAATEN Rom, 16. Mai. ( Da die amerikanische Kriegshetze wie gebannt ihre Aufmerksamkeit ausnahms-, los auf Europa richte und dabei Japan übersehe, sei es an der Zeit, so schreibt der Direktor des »Giornale dMtalia«, den, USA die Tatsache ms Bewußtsein zu| rufen, daß der Knicgseintritt der USA zwangsläufig dem Krieg einen interkon-, tinentalen Charakter geben werde. Nord-| amerika täusche sich in der Haltung Japan?;, glaube Japan .durch das China-, Unterncihmen stark geschwächt und gebe sich der Hoffnung hin, daß Japan nicht zu seinen Bündnisverpflichtungen, die ihm aus Artikel 3 des Dreimächtepaktes obliegen, stehen werde. Von der japanischen Auffassung sprechen am besten, schreibt das Blatt, die im liaushaltausschuß der japanischen Kammer von dem japanischen Abgeordneten Kuboi an Außenininister Matsnoka gerichteten Fragen sowie dessen Antworten. Kuboi betonte, daß der Dreimächtepakt der Ausdruck des japanischen Geistes und des im Aufbau bc-^'rii-fenen japanischen Reiches sei und daß keineswegs die eben gekennzeichnete amerikanische Auffassung zutreffe, und lia*^ imi Antwort auf seine Fragen, ob ein Angriff einer großen Nation auf die beiden anderen mit Japan im Dreimächtepakt verbündeten Mächte zwangslänf'g die Teilnahme Japans am Kriege herbeiführe. Matsuoka brachte in seiner Antwort grundlegend zum Ausdruck, daß Ameri-i kas Annahme einer Zersplitterung der japanischen öffentlichen Meinung für oder gegen den Dreimächtepakt vollständig abwegig sei, da. ^wcnn die japanische Re.gierung einen Entschluß faßt, das ganze japanische Volk dahintersteht«. Die konkreten Fragen des Abgeordneten Kuboi erledigte Miitsuoka mit Jer Feststellung, daß es nur einen cin^i'.joii Fall gebe, in dem Japan sich nicht zur Übernahme der Verpflichtungen aus Artikel des Dreimächtepaktes verpflichtet fiihle, das ist, wenn Deutschland von sich aus Amerika angreife. In anderen Fällen hätte der Dreimächtepakt zu spielen. Im übrigen kötnite Matsuoka die Ausführungen Kubois nur unterstreichen und besonders die al>solule Vertragstreue Japans betonen. Diese klare, eindeutige, verpflichtende, kluge und ermahnende Sprache Matsno-kas bestätige, so schreibt das Blatt, das wirkliche Vorhandensein und das Wirk-siimwerden der Kampfgemeinschaft zwischen Deutschland. Italien und .lanan, die von selbst eintrete, falls die USA oder eine andere Großmacht unprovoziert .n dieser oder jener Weise .sich am Kriege gegen die Achscnmächte beteilige. Haite man sich dieses glänzende Bild der Stellungnahme Japans vor Augen, so sch'ießt das Blatt seine Ausführungen, dann könne es für Selbsttäusclmngen und für soii-stige Spekulationen der britischen Agitation und der amerikanischen Kriegs-treiberci keinen Rainn mehr geben. Deutsch-ungarischer Kulturausschuß Besprechungen In Berlin Berlin. 16. Mai. Die ungarische Delegation zur Tagung des Deutsch-ungarischen Kulturausschus-ses traf, von Budai>cst konnnend. auf dem Balinlioi FriedrichstraLle ein und wurde von Verireteni des Reidiscrzic-hungsministeriunis. mit Staatssekretär Zschiiitzscii an der Spit/e, des Auswärtigen Amtes und des Propauandaniini->terium.s empi:ingcn. Auch der ungarische (jeschäftstrüger Szent Miklossy mit den Herren der königlich-ungarischen Gesandtschiift und die Rektoren der Berliner Hochschulen waren zu.regen. 0 i' üevprechuiigen des \usschuss,.^s wurden sofort aufgenommen. In Vertretung des von Berlin abwesenden Reichsministers Rust gab Staatssekretär Zschintzsch der ungarischen Delegation einen Empfang, an dem auch der ungarische Geschäftsträger mit den Herren der königlich-uugarischen (ie-sandtschaft teilnahm. Von deutscher Seite waren außer den an der Tagung be-teliigten Beamten des Reichserziehungsministeriums zugegen u. a.: der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes von Weizsäcker und Gesandter v. Twardow-sky, Prof. Dr. Hunke vom Reichsmini-sterium für Vol'ksaufklärung und Propaganda, Ministerialrat Wilfort vom Land-wirtsohaftsministerium, Unterstaaisse-kretär Wörmarm, General von Massow. der Präsident des Deutschen akademischen Austauschdienstes, Admiral von Freyberg und Oeneraldirektjor Voli (Deutsch-ungarische Gesellschaft), die Rektoren der drei Berliner Hochscliule^i und einige namhafte Gelehrte, ;insbesondere auch Vertreter der Kaiser-Wilh^ini-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft. Funk beglückwünscht von Opel Berlin, 16. Mai. Rcichswirtschaftsminister und Präsident der Deutschen Reichsbank Funk übersandte dem geheimen Kommerzialrat Dr. Ing. H. G. Wilhelm von Opel zu dessen 70. Geburtstag ein GUickwunscIi-telegrainm, in dem es u. a. heißt: »In einem arbeitsreichen, von seltenen Erfolgen ausgezeichneten Leben haben Sie in unermüdlicher Schaffenskraft mit ihrem überragenden Können als Unternehmer imd Organisator den Weltruf der Automobilindustrie niitbegründeii lielfen und in Frieden und Krieg der deutschen Volkswirtschaft die wertv-oilsten Dienste geleistet. Das Werk, das Ihren Namen trägt, wird für immer eine hervorragende SteHung in der deutschen Wirtschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts einnehmen.« 20.0Ü0 Streikende in Nagpur Kabul, 16. Mai. In Na.gpur (Indien) sind 20.000 Textilarbeiter in den Streik getreten. Aus l^ic-ca (Bengalen) werden neue Unruiien gemeldet. Nach amtlichen Mitteilungen soll es bei den Zusamnieiistüüen in Bi-harsharif 20 Tote und 75 Verietzte gegeben haben. In Wirklichkeit liegen die Ziffern iedocli wesentlich höher. Die letzten Erklärungen Amerys werden in einem Leitartikel des »States-man« heftiig angegriffen. Diese Talsache verdiene umso mehr unterstrichen zu werden, als das Blatt gewöhnlich unmittelbar von der indischen Regierung inspiriert wird. In dem Artikel wird" her-vorgeliohen. daß zwischen dem Vizekönig von Indien und Amery Meinungsverschiedenheiten zu bestehen schienen, denn die Angebote des Vizekönigs hätten sich im Gegensatz zu den Rrkliii-un-gen Amer\'s auf die Vorschläge der Konferenz von Roinbay gestützt. Weißer Radscha mimt wellkn Raben nenf. Hl. Mai. Der »weiße Radscha« des zum Britischen Empire gehörigen hinterindischen Fürstentums Sarawak. Sir Charles W>-ner Brooike, hat laut »Daily Express«, beschossen, auf seine Rechte als absoluter Herrscher zu verzichten und eine gesetzgebende Versammilung einzuberufen. Der schwerreiche Radsclia. dessen »Dynastie, auf den englischen Abenteurer Brooke zurückgeht, der sich im .Iah-re 1S41 mit List und Gewalt in den Besitz des an Gummiplantagen und Zinn-mmcn reichen Landes setzte, will offen-l»ar auf diese Weise die wachsende Unruhe der ausgebeuteten Eingeborenenbevölkerung beschwichtigen. VoiksschädHnge Berlin. 16. Mai, Am 15. Mai 1941 ist die am 7. Juni 1« 1 geborene Babette Markert geb. Muth hingerichtet worden, die das Sondergericht in narmstadt als Volksschädling zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehren-reclite verurteilt hatte. Die Makert war eine vielfach vorbestrafte Verbrecherin. Sie liat im Dezember 1940 drei landwirtschaftliche Anwesen in Brand gesteckt Zahlreiche land-wirtscliaft-licjie Geräte und Erzeugnisse üeleFi den Flammen zum Opfer, Berlin. I(). Mai. Am !5. Mai 1941 ist der vom Sonder-gericht Darmstadt als Volksschädling und (.lewaltverbrecher ziun Tode verurteilte Jahre alte Alfred Sonnenberg aus Mainz hingerichtet worden. Sonnenberg war ein mehrfach vorbestrafter jüdischer Mischling: er hat eine deutsche Arbeiterin unter Ausnutzung der Verdunkelung zu ermorden versucht Seite 4. tt-Marburßcr Zeitung<'^ 1«. Mai 1941 Nummer HO (Associated Preß-Wnjä:enborg-M.) Vom St.-Georgs-Tag; in Bulgarien Am Sl.-ljcor^s-'i'aj;-, i.lem Feiertag' der bulgarischen Armee, landen in allen üar-iiis(Mien f^iraden der bulgarischen Truppeneinheiten statt. Unser Bild zeigt Boris von I^ulgarien bei «ler Begrüßung der deutschen Offiziersaibordnunf?. ■f • 1-11 i fii , : ;■ ___________ (PK-Zcichnung«Balt2 — Scherl-M.) Ueberraschender Tiefangriff auf englisches Rüstungswerk Ein deutsches Flugzeug hat zu einem überraschenden Tiefangriff angesetzt. Bevor noch an irgendeine Abwehr gedacht werden konnte, fielen schon die ersten Bomben. „ Darstellung nach einem Erlebnisbericht unseres Frontzeichners., wiedersehen nach vier-undzwanzig Jahren Hin deutscher Oberst trifft seinen Lebens-retter. '•'K. All der Spitze seines Verbandes fuhr in den letzten Wochen ein deutscher Oberst durch den bulgarischen Grenzort an der Donau, l-r ist sehr bewegt, denn vor fünfundzwanzig Jahren kämpfte er als junger Leutnant Seite an Seite mit Bulgaren in Mazedonien gegen die erdrückende ubermacht der alliierten Orientalarmee des Generals Sarrail. Nun ist das alles wieder greifbar nahe: das l.and, ihm iiocii von damals vertraut, seine Menschen, Kampfgefährten von ein^it. Aufmerksam mustert er ilie winkende, rufende Menge, die die Fahrbahn säumt. Sein Auge bleibt an einem älteren Mann haf-len, der bäuerliche Kleidung trägt. Die Haltung verrät den gedienten Soldaten. Den schlichten F^ck schmückt das Eiserne Kreuz, das ihm im Weltkriog vom deutschen Oberkommando verliehen wurde. Während der Wagen langsam weiter-rolit, erfaßt der Oberst noch einmal mit tinem vollen Blick den Alten. Hr schaut in zwei 'blitzende, junggebliebene Augen inmitten eines gefurchten Gesichtes, in diis die harte Arbeit und die Sorge um das tägliche Brot tief ihre Spuren cing*o-graben haben. Seltsam bekannt erscheint es dem deutschen Offizier. Da überfällt ihn blitzartig die ^Erinnerung. Ein kurzes Kommando! Der Wagen hält. Mit ratschen Schritten geht der Olrerst zurück, auf den Alten zu, nennt einen Namen, den Namen eines hart umkämpften Ortes an der lua-zedonischen Front, und ehe jener die erste freudige Überrasohung des Wied'ererken-nens abgeschüttelt, hat er ihn bei den Händen gefaßt nnil drückt sie innig und fest. Der deutsche Oberst hat den Bauern Petroff wiedergefunden, der ihm vor vicr-undzwanzig Jahren das Leben rettete. Es war im Kriegsjahr 1917. Sarrail hatte wieder einmal von Paris eine ungeduldige Aufforderung zu energischerem Vorgehen an der mazedonischen Front erhallen. Die Entente brauchte ein'en Erfolg um jeden Preis, der O^ierkomniandierende der Orientarmee würde vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Da waren dann die weißen und farbigen Franzosen und die an-tleren Hilfsvölker der Entente aus den Ebenen Nordgriechenlands zu einer erneuten Offensive angetreten, die Scharte der bisherigen Niederlagen auszuwetzen uiKt die Front der Bulgaren, die durch wenige deutsche Formationen verstärkt war, in den mazedonischen Bergen zu durch'brechen. In dem zähen, erbiiierten Kampf um jeden Höhenzug, um jede Schlucht war der junge deutsche Leutnant verwundet worden. Hilflos lag er mitten im feindlichen Feuer. Da erspähte ihn der Soldat Polroff. Wie eine Katze pirschte er sich heran, verband den Verletzten notdürftig, hob ihn auf seine starken Schultern un-d trug ihn durch das Feuer des Gegners zurück. Er sorgte dafür, daß dem inzwischen ohnmächtig Oewordenen auf einem Feldverbandplatz erste Hilfe zuteil wurde und überzeugte sich selbst davon, daß der Weitertransport so bald als möglich vonstatten ging. Später besuchte er den Leutnant noch einmal im Lazarett, dann trennten die Ereignisse beide. Und nun stehen sie sich wieder gegenüber. Der Alte hat Tränen der Rührung im Auge. Der Oberst nimmt ihn mit, bis zum nächsteri Rastplatz s'einer Truppe, um noch ein paar Stunden mit ihm zusammen zu sein. Stunden, in denen aus den Erinnerungen heraus das Gestern wieder ersteht. Nach dem Kriege wird der Bauer Petroff von seinem kleinen Dorfe die große Reise in das ferne Deutschland antreten. Das hat er dem Obersten ver-sprechen müssen. Kriegsberichter H. H ii n g e r. Der erste Bombenangriff auf Nottingham KaRonenfabrihen in Brand geworfen DAS GANZE INDUSTRIEVIERTEL IN FLAMMEN — ENGLISCHES RÜSTUNGS ZENTRUM SCHWER HEIMGESUCHT PK. Unter uns lag die brennende eng. tische Industriestadt Nottingham, die von starken Kräften der deutschen Luftwaffe erstmalig angegriffen wurde. Hinter uns waren in nächster Entfernung englische Nachtjäger und griffen uns an. Auf dem Rückfluge entdeckten wir an der engli. sehen Küste einen stark gesicherten Ge-leitzug. der uns mit seiner Flak heftig i">egrüßte. Und als wir wieder die heimische Küste anflogen, wurden wir Zeuge, wie die Deutschen dicht vor unserer Nase ein englisches Flugzeug in die Tiefe schickten. 100 feurige Herde unter uns Obwohl wir f^en Bereich der Flak gekommen waren, hatten wir Notting_ ham unverzüglich angeflogen. Ich selbst konnte das Ziel noch nicht sehen, da ich nach rückwärts schauen mußte und wei. terhin meine höchste Aufmerksamkeit den Nachtjägern galt. Da lösten sich neben mir plötzlich die schweren Brocken, die rechts und links von meiner Wanne hingen, und purzelten in die Tiefe. Jetzt tauchte unter mir auch das Ziel auf: vier riesige Brände in blutigroteni Licht, rundherum viele kleinere Herde, die zusehends größer wurden. Das ganze Industrieviertel von Nottingham mit seinen Kanonenfabriken und anderen Rüstungsworken stand bereits in Flammen. Es können 50 loder auch 100 einzelne Brandherde ge_ wesen sein. Ihre Zahl vergrößerte sich ständig. Nachtjäger abgeschüttelt Da blitzt es unten plötzlich viermal hintereinander gewaltig auf. Das waren die Explosionen unserer Bomben, die sauber mit gleichem Abstand mitten ins Ziel gefallen waren und sofort größere Brände verursachten. Während ich die Zahl der Brände noch zu zählen versuchte und ich mir den unvergeßlichen Anblick der brennenden Industriestadt ansah, tauchte direkt unter uns wieder eine Maschine auf. Verflixt nochmal, schon wieder ein Naohtjäger. Aber nun ist unsere Maschine von der schweren Bombenlast befreit und dadurch wendiger. In wilden Kurven geht es unjher. Die Feuerbrände rasen plötzlich auf mich zu. Ich selbst schwebe für Sekunden frei in der Luft und fliege mit dem Kopf gegen die Scheibe meines Ausgucks. Dann krampfen sich beim Ab. fangen der Maschine meine Gedärme zusammen, aber der Engländer war diesmal schon zu nahe dran und ist immer noch hinter uns. Also noch einmal Sturzflug und Kurbelei. Dann ist auch der abgeschüttelt und wir können unbehelligt unseren Rückflug antreten. Kriegsberichter Harry Geh m Kind, komm heim! ROMAN VON J. SCHNEIDER-FOERSTL Urlicber-Rcclitssclmtz durch Verlas Oskar Meister. Werdaii. 75 Iis erübrigte sich, etwas darauf zu sa-.i;en. Man blieb noch beisammen, bis Frau Fandors Zug ging, und Johanna mußte versprechen, von Rnttenbuch au-^ soForl Nachricht zu geben. . Kannst ja die Adresse mit iler Schreib, inaschine schreiben,« schlug die alte Dame vor. :i>Joachim macht keinen Brief auf. der für mich bestimmt ist. Schreibe aber alles ehrlich wie es ist und wie es dir irefällt. Wenn es dir nicht paßt, dann '.neben wir etwas anderes. Ja, Tante!<'< loachim Fandor holte seine Mutter selbst auf der Station ab und wunderte sich, daß sie so munter und zufrieden ;njv der Stadt zurückkam. Wenn doch luch er noch einmal so unbeschwert sein k()nnte. Die Tage mit ihrer .^^beit und ihren vielen Pflichten waren ia noch er. •:ä_dich. Aber die Nächte plagten ihn dafür um so schlimmer. Er htirte jede Stunde schlagen und war morgens, wenn ihm Christian durchs Fenster pfiff, so todmü. ' daß cf sich immer erst c'nen Ruck mußte, aufzustehen. »Hast du Be_ getroffen?« fragte er. um nicht .".iii/ stumm neben ihr zu sitzen. I^ie Muf-tor hatte ohiiedie \''c^sicli| mit ihm zu üben. Sie zwinkerte ihnj verschmitzt zu und streichelte mit der Rechten über seine Hand. »Ich hab das Hänsli gesehen--« Sie fühlte, wie es ihn zusammenriß, und nickte. »Ich hane a.uch mit ihm gesprochen. Deshalb brauchst du mich aber nicht gleich in den Graben zu kutschieren!« meinte sie, als er den Gaul gerade noch vom Straßenrand zurückriß. »Ein Glück, daß es die Rosalinde ist!« »Quäl mich nicht,« bat er. Er konnte einem wirklich leid tun, wie er so unruhig auf seinem Sitze hin und her rückte, um seiner Aufregung Herr'zu werden. So sagte sie ihm denn, daß es Johanna gut gehe, daß sie eine nette Stellung habe, imd daß sie gebeten habe, ihm das »wo« nicht zu verraten. »Unsinn!« fuhr er fort. »Sie hat recht, Joachim,« beschwich, tigte sie. »Ihr dürft nicht meinen, daß ich euch nicht verstehe. Ich kann mich ganz gut in alles hineindenken: In dich und in sie. Ich denke nrch aber auch in Frau Spiring hinein, und dn hört meine Weis, heit auf.« Die Rosalinde trabte ohne ieden ZügeL druck dahin, als wüßte sie, daß der Mann hinter ihr jetzt keine Zeit hatte, auf sie und den Weg zu achten. Man kannte ihn ja selbst und würde schon seine Pflicht und Schuldigkeit tun. »Wer sind denn die Leute, bei denen Johanna in Stellung ist?« fragte er gequält. »Nette Menschen,« erwiderte Frau Fan. dor. »Die Frau ist leidend. Da sieht das Hänsli überall nach dem Rechten. Sie hat mir aber versprochen, daß sie wieder auf den Fandorhof kommt, sowie du in Rot. tenbuch bist. Sie ist wirklich ein vernünftiges Mädchen. Ich weiß nicht, ob Doktor Elbach mit Kläre so gut daran ist. wie er mit ihr daran gewesen wäre.« Er sagte nichts darauf. Was ging ihn die Kläre an! Und was kümmerte ihn Elbach. Jedes mußte selber sehen, wie es miteinander zurechtkam. Das war immer so; Wenn man sein eigenes Leben zu zimmern unternahm, mußte man auch damit rechnen, daß der oder jener Stein und dieser oder jener Balken nicht genau .so saß, wie man 'is sich eigentlich ge. wünscht hatte. Aber die Mutter behielt recht. In e'nem Punkte hörte alle Wolshe't auf — auch bei ihm. Er liebte Lenore noch; aber es v;ar nicht niehr die Liebe, die ihn einst bis In den H'mmel gehoben und mit solcher Sf^ligkeit erfüllt hatte. Es hatte sich ein Riß aufgefan zwischen ihm unrl ihr. und er konnte nur wünschen, {laß Lenore ihn nie fOhTen möchte. »— Se» zu 'hrhatte ihn fohann^ nrebeten. Er wäre es auch ohne diese Bitlp gewesen. Wenn sie so sclnver trurr wir« er d'>nn nahm das Leid kein Ende, solange sie lebten. Frau Fandür ging alle seine Gedanken mit, als ob es ihre eigenen wären, und war sofort im Bilde, als er sagte: »Von Johannas Kindern muß einmal eines den Fandorhof übernehmen. Dann kommt er wenigstens nicht in fremde Händel« »Ja, mein Bub, das habe ich auch schon erwogen. Man muß sich nur einmal mit den Tatsachen abfinden, dann ist es bei weitem nicht mehr so schwer, sich wie. der ein Ziel zu stecken. Ich habe mir wirklich ein Beispiel am Hänsli genommen: wie gescheit und vernünftig das ist? Gar nicht so, wie sonst die Mädchen in diesem Alter. Mir ist kein bißchen bange mehr um das Kind. Ich glaube, daß sogar dein Vater selig mit ihr als Erbin einver. standen gewesen wäre —« Er nickte und straffte die Zügel, denn die Rosalinde schlug ein so gemächll'^hes Tempo an, daß man womöglich um .Mitternacht noch nicht auf dem Fandorhof war. Es nützte eben ein jeder die Schwäche des anderen aus ... 16. Johanna kam bei ihr»»' .Ankunft in Rottenbuch in einen förmlichen Fesi'jsirubeu Girlanden wurden geflochten und die schweren geschnörkelten Treppengeländer mit Tannengrün ninwun''en, an den Aufo^ännfen w'ppten Fächernnimen ihrC breiten Wedfl goldflammiRre C'^vs^n^hc-men und weiße T^is neigten sirh imd Ro. sf'n und softer Flox verh?uichtpn ihren Duft Kummer 110 Seife 5 AUS STADT UND LAND Einzug des Marbarpr Haumgiments EIN DENKWÜRDIGER TAG DER DEUTSCHEN DRAUSTADT Die Stadt Marburg erlebte j^estern einen ihrer schönsten Tage: den Einzug ült Truppenteile des Standorts Marburg in ihre Garnisonsstadt. Schon am Vorabend des denkwürdigen Tage-^ wurden eifris>e Vorbereitungen für den Kinzug der Trup-, pen getrofl'en. Oan? Marburg war sich ^ der ihm zuteil w:?rdcnden Ehrung seitens' der Wehrmacht bewußt Straßen und' Plätz£ prangten in festlichem Schmuck. Bereits in den frilhen Morgenstunden herrschte in den Straßen der Stadt frohe Hewegthclt. Viele Angehörige des alten Regiments !R 47, riie in der iugoslawischen Aera und insbesondere in den traurigen j Ilmsturztagen des Jahres 1918 viel bitteres: l;eid hatten erdulden müssen, wnlinien dem Einmarsch bei, u\v. ihre geiieble und ruhmreiche Fahne wiederzusehen, die nunmehr aus dem Grazer Joanneum nach Marburg zurtJckgekehrt ist. Die Marburger umsäumten in Erwartung ihrer Soldaten in dichtem Spalier die Aufmarschstraßen und vor allem den Adolf-Hitler-Platz. Bald erklangen die ersten Sicg-Heil-Rufe und schon wurde das Musikkorps sichtbar. Der Jubel wollte kein Ende nehmen. Die Begeisterung stieg beim Eintreffen d'er beiden Fahnen: der neuen Regimentsfahne mit den Symbolen des Großdeutschen Reiches und der alten, sturmzerfetzten Fahne des alten Haus- regiments, von der nur mehr Stock, Lanze und ein Drittel des ehrwürdigen Flaggentuches vorhanden sind. Zur Begrüßung des Regiments hatten sich auf dem Adolf-Hiticr-Platz außer dem Regimentskommandeur Major von Bon in eingefunden: der Chef der Zivilverwaltung in der Untersfeiermark, Gauleiter und Reichsstatthalter D r. U i b e r-r e i t h e r, Regierungspräsident Dr. M ü !-ler-Haccius und der Politische Kommissar der Stadt Marburg, Knaus. Der Politische Kommissar hieß das Regiment in seinem neuen Heimatstandort in einer herzlich gehaltenen Ansprache willkommen. Anschließend umriß der Regimentskommandeur Major von Bon in die geschichtliche Entwicklung des Marburger Hausregiments im Ablauf der letzten beiden Jahrhunderte seines Bestehens und hob die Feldzüge und Siege hervor, die mit dem Regiment und seiner glorreichen Fahne verknüpft sind, inimer und überall habe sich das Marburg'er Regiment in /ahllosen Schlachten auf den verschiedensten Kriegsschauplätzen ausgezeichnet und hab'c sich stets als eines der tapfersten Regimenter erwiesen. Der Vorbeimarsch schloß einen der denkwürdigsten Tage des deutschen Mar-iburg ab. Marburg/Lahn an Marburg/Drau GRÜSSE UND GLÜCKWÜNSCHE DER SCHWESTERSTADT Der Oberbürgermeister von Marburg (Lahn) sandte an den Politischen Kommissar der Stadt Marburg (Drau) folgendes Schreiben; »Die Stadt Marburg (Lahn) entbietet Ihrer Schwesterstadt herzliche Grüße und Glückwünsche zu ihrer Bcfreiung.'< Der Politische Konunissar der Stadt Marburg (Drau), Knaus, antwortet "Wie folgt: »Als politischer Kommissar der Stadt erhielt ich Ihr Schreiben vom 7. Mai 1941. Ich danke im Namen der Bevölkerung der alten deutschen Draustadt der Schwesterstadt Marburg (Lahn) für die Wünsche 2Ur Befreiung vom serbischen Joche. Die Deutschen Marburgs (Drau), der Stadt an den Rebhügeln des Südlandcs, sind glücklich über die Heimkehr ins deutsche Vaterland und die Wiederver- einigung mit der grünen Steiermark, diu nun wieder wie einst vor tlem ünglücks-jahi 1918 vom Dachstein bis ins Tal der Save reicht.« Bundesführer Steindi in Luttenberg .Am 12. d. M. sprach Bundosführer Steindi zu den Ortsgruppenführern unu den Bürgermeistern des Kreises Luttenberg und gab ihnen ilie allgemeinen Richtlinien für ihre zukünftige Arbeit bekannt. Am gleichen Tage sprach der Stoßtruppredner Fritz Bauer vor den Volksdeutschen des Kreises Luttenberg. Er , schilderte in ausgezeichneten Ausfuhrun- gen den Aufbau des Deutschen Reiches seit der Machtübernahme bis zur Heimkehr der Untersteiermark. m. Todesfälle. In Graz starb am 15. d. die Reichbahnpensionistin Rosa B a u. mann im Alter von 72 Jahren; sie wurde nach Marburg überführt. — Ferner verschied in Marburg, Kokosch-negg. G.'isse 34, der 73-iährigc Bfiminternehmer Alois P e k 1 a r. ni Professor Ifiiii«* Su'jil geslorbi'n. Wir aus Wien iK-rirlilcl wirfl. isl dor! ciieser Tage l'rotVssf^r Hiins S i (\u; I :ius fVllau im .Mtor von III .Talii'cii gc-slorben. Professor Hans Sicgl. dor si-il (loni Jahre 1!H)1 in IN'daii auf dein (Ic-biele der .higciulerziehung niil größleni Krfolgf iälig war. war sUMs ein nnorsclirocknier Vorkänipfer des Dciilsehlnnis im slcirischcn rnlcrlaii-cle. in ITbcrrülirun^ der Kiitliirbiindorls-(irunII S(*liÖnsloin und Wttllaii in Slciiisclion llolmalbund. Diesn- Tage laiid in Schünslciii und Wöllaii in .Vnwescnlu'it der Polilischei] Koniniis-sari- 1) () r r m e i s l e r und Klein-fl i 0 n s I orlülirnng (ler Mil-gliedor des Kuilurbnndes in den Slci-riscbon Ileiiiialbuiid slall. I'g. Klein-(liiMisl liieli vor den zahlreich vcrsani-mellen Volksgenossen eini' Hetle. in der er beloiile, daß die Tnlersleier-mark Jahrhuiulerlo hindurch zu Slei-i'rinark und damii zum Dentsrhen Beicli gehör!; nun nach 23-jährigcr N'otzeil sei sie wieder hoinigekehrl. Der Hedner dunkle allen TJnlerslei-rern. die in den Jahren des T,eides dem Führer iniil dem Hoieh die Treue hieltf^n und dazu beitrugen, daß das schöne L'nlerland nunmehr wicdci-Iri i ist. Daß dieses Land Für alle Zuknul'l deutsch bleibt, dafür bürgt der Slei-rische Ijeunalbund. Tni Heimatbund seien alle Mitglieder des Kuilurbnndes StolMrupps mid HamuM'lräger. - Dann erfolgte ilie rel)ergab<' der Ortsgruppen Schönslein und Wöllan dm'ch Pg, Kleinriiensl an den Kreisfübrer des Slei-rischen Heimalbundes Pg. nort'meisler. fler den Aid'bau. die Organisalion und das Ziel des Steirischen Heimalbundes unn'iß. Mil dem Dank an den I'^'ihrer und mil den Liedern rier Xalion .sehlol.) die eindrucksvolle Kundgebung. Srfet unö brr&reiiet Me „f orliititt lleitiiiii"! SPORT Frischer Wind in der FIS Das Reichsiachanu Skilauf im NSRL hat der FIS zwccks Anderun'^ ihrer Wettkampfbestrmmunsjen einige Anträge zugeleitet. So soH beispielsweise jeder der FIS auK^eschlossene Verband für den Staffellauf der Skiweltmeisterschaften bis zu drei Mannschaften melden können. Ferner ist vorgesehen, für den Sprunglauf der Weltmeisterschaften fünf Sprungrichter bereitzustellen anstatt wie bisher nur drei. Die alpinen Wettbewerbe sollen den nordischen endlich gleichgestellt und künftighin zu allen FIS-Wettbewerben mit Ausnahme des Torlaufes und der Staffel bis zu 30 Teilneii-mer zugelassen werden. Der Abfahrtslauf wird für Spezialisten und Kombinierte ausgeschrieben; für die Spezialisten im T'orlauf soll eiti eiiiener Wettbewerb auf zwei Bahnen veran.staltet wer-deti. Schließlich soll bei den Weltmeisterschaften in sämtlichen Wettbewerben mit Ausnahme des Staffellaufes eine Mannschaftswertung eingeführt werden. Der letzte Antrag betrifft die ^verbesserungsbedürftige Art der Zeitrechnung beim Abfahrts- imd Torlauf. : Planica wieder deutsch. Die gröüto Sprungschanze der Welt steht auf dcut-;-chem Boden. Es handelt sich hierbei um die Manmiutschanze von Planica, auf der der SS-Mann Rudolf Gehring mit IIS AAetern einen inoffiziellen Weltrekord im Skispringen aufstellte. Planica ist ein Ort. der vor dem Weltkrieg österreichisch war. dann an Jugoslawien fiel und nun nach dem Zerfall des unnatürlichen Staatsgebildes wieder in den SclioP. der Heimat zurückkehrte. : Sondermarken zum großen Zuchtreji-nen. Die Deutsche Reichspost hat sich zu wiederholten Malen in den Dienst der Werbung für den Sport gestellt, sei e-'-durch Sonder>tenipel oder bei größeren Ereignissen durch Sondermarken. .Aus .Anlaß des Großen Deutschland-Preiscs der Dreijährigen am 20. Juni in Hamburg-Horn sowie für das »Braune Band von Deutschland« am 27. Juli in München werden wieder Sonderniark«n erscheinen. : Ein Staatspräsident marschierte. Fimi-lands Staatspräsident Ryti beteiligte sich in Begleitmig des Ministerpräsidenten Rangell. des tlandelsministers und einer Reiiie weiterer Persönlichkeiten an dem zurzeit zwischen Schweden und FItmland durchgeführten Wettbewerb im .Wassen-niarschieren. In Finnland haben sich bi> jetzt gegen 6l)f).0(X) Personen, davon aHein 80.000 Helsinkier, au diesem Wettbewerb beteiligt. Vom 17. bfs 25. Mal Htäää 4iuk am SMstken HiinuUfymd 6iüti foftfU eiueu Hoi Ein Erlebnis in der Karibischen See Vofi L u d w ig B u s c h Gegen Mittag verfärbt sich der Himmel rosa, als hätten sich Millionen Flamingo-', /u gemeinsamen Flug in die Sonne erhoben. Das Saphirblau der Karibischen Sej bekonnnt eine bernsteinfarbene Tönung. Purpurrote Fische schnellen aus der Flut und beginnen über der Oberfläche einen gespenstischen Flattertanz: wie Topa.^e in allen Farben, schillern die breiten, durchsichtigen Flossenbänder. Silbcriingo tauchen auf, ph.mtastische .Amphibien, zuerst schmal, wie Minialurtorpedos pinnpen sich ihre Schwinmdilasen zusehends voll Luit, sodaß bald nur noch un förmige Kugeln in der drückenden Schwüle über dem Wasser sirren. .Als de;' Kapitän vor den Serrana-Bänken .Anke.* wirft, hängen die Wolken schwefelgelb über dem VU'er. Schwarz fegt der Sturm daher, voti einer Sekimde zur anderen, verlieren sich Sehiif und NAannschaft wie hinter einm Vorli-uif. m knisternde Finsternis ^ Zwei Stunden w-'h'l du- Schlingeriän nnmy vor dem Riff, dann wird ilas W »• ter wieder kl.'ir wie :nii Vornrttatr D '^ 'N^1ara'^'llr):l■■ i''pdei- sich ein der Karibi seh''n M"!! i'eu."idtrste Tan eher. Mit Hatternilen Armen und rhytmi- schem Geschrei werben sie um die Aui-merksamkeit der Yacht. Broncefarbenc Gesellen, mit Leibern wie Delphine, hart unu geschmeidig, stoßen aus ihren Kainis. üben noch sicherten die Köpfe nach oben in die Gesichter der Weißen, plötzlich, als habe ein Gong das Zeichen gegeben, verschwintlen die Gruppen unter Wasser. Fin erregender Anblick, wie die Männer nun übereinander steigen, zu vieren, einer innner auf den Schultern des anderen. Zehn Säulen entstehen so, rank und schlank, wie Kerzen in der jadegrünen Flut. Sekundenlang verharren die le-bemligen Stöcke, dann beginnen sie zu schwanken und sich scheinbar aufzulösen. Die obersten fallen allmählich nach unten, und die letzten klettern auf den Schultern der Vorletzten nach oben. Blitzschnell. ohne ein einziges Mal hochzutau-chen imd .Atem zu srhr)pfen, wiederholen die Taucher dns Manöver. Dann bewegen sich die Kerzen anieinander zu- unheimlich. ieidicher Schwerkraft und herkönnn-l'clier Schwinnnlechnik spottend. '-»Ilden sie einen Baumstamm aus vierzig Men-•^cfvMileibern. ein Floß, das nunmehr an die Oberfläche treib^ ""nisehend und zuk-kend an<;e''KiTrlcrfä'b Als'd'c Artisten ■»nrilck in d'e Kann^ klettern malieM !"'in d'e TrudiMtrer wie n\tr 'It (Ipf 'in /Irkus AbermaN tauchen dit Künstler, •-■nz- In jet/.t, vielleicht bis zu sieben Meter unter dem Wasserspiegel. Sie hören auf zu paddeln und schießen auf gleicher Höhe Ko-bolz. Frst langsam, dann immer schneller, wirbeln sie im rasenden Tempo wie Propeller, die Arme fest an die angezogenen Knie gepreßt, um die eigene Achse. Zwei Minuten lang, dann perlen die Taucher hoch, wie Infusorien, den neuen Beifall in Fmpfang zu nehmen. Fin Reigen an der Oberfläche beginnt, ein vollendetes Sich- in-den-Hüften-wiegen und drehen, dieser mit dem Wasser vertrauten Naturkinder. Mit untergelaßton Händen springen und hüpfen die Männer bald in offener Kette, bald geschlossen zum Kreise, dazu singen die Artisten eintönig und abgehackt, in Rhythmen schwermütig, den Ohren eines WL '"'en kanm erträglich, in Lauten, ähnlich denen der artverwandten Polynesier der Süusee. Nach einer Weile stiebt das Gros der Darsteller schnatternd in die Kanus zurück. •^(<)uibi<^, der Anführer allein, zeigt seine Künste. Bis zu zehn Meter tief mahlt sich sein lA'ib in die Flut, immer wieder nach zwei drei frischen .Atemzügen, wie ein Pfeil hinter Muscheln her, die mehrere Artisten gleichzeitig werfen. Ke ne ''er roten und blauen Schalen geht verUren v.(.Miibi« «'reift sie spieleri-ch mit den Zehen, f^'dd falM er sie mit dem Mund, !i,-'ld ner Zuhilfenahme der Hände. Da auf einmal packt uns alle lähmen- des ^-ntsetzen. Schreie flattern über die Reling. Die Gesichtcr der Bronzefarbenen in den Kanus bleiben unbeweglich . . . Ein graues Ungetüm stößt in langen Zügen herbei, ein Hai, der das stählerne Abwehrgitter rings um die Taucharena unterschwommen muß. Wie um uns Weise zu beruhigen, huscht deutlich ein Lächeln über das angespannte Gesicht des Artisten, der hf)ch taucht, in einem Strudel, die Hyäne des Meeres hinter sich . . Auf dem Rücken, mit aiugesperrtcn Rachen treibt das Ungeheuer heran. Mcss«^-r fliegen dem Verfolgten zu, der schleudert sie gelassen zurück und mahlt hart an dem Menschenjäger vorbei, abermaUs in die Tiefe . . . Plump und schwerfällig, gemessen an den blitzschnellen Bewegungen des überlegenen Schwinnncrs, nehmen sich die Manöver der Bestie aus. Schon quirlt Quibi über dem Räuber, als der sich langsam herinnwirft, um die Beute zu reißen, -regelt der .Artist bereits wieder unter dem Gcfoippten! Noch zweimal umkreisen sich .Mensch und Tier, dann klatscht der Chef im Triumph über den Rand des Kanus, mitten unter seine Leute. Während wir iubeln und winken, ehrlich begeistert und hingerissen von so viel Kühnheit, läßt der Kapitän das Fallreep herunter: .An dienern NachmiMag sind die Watagalpa •, di( besten Tauch"-- 'er Karabischen See, unsere Gäste. Seite 6 »Marburger Zeitung« 16. Mai T941 Nummer 110 WIRTSCHAFT Chemie in der Landwirtschaft DEUTSCHLAND AN DER SPITZE — ERSPARTE MILLIARDEN Landwirtschat und Industrie werden Aniid-Misciiluttcr, das neben Öllvuclioii, vielfach immernocli ai^ zwei Wirtschafts-1 Troclvcnschnitzeln und Melasse bis zu zweige angesehen, die denkbar wenig'15 v. H, Harnstoff enthält, ist gerade in zent bei der Einfuhr, 23 bis 36 Prozent bei der Ausfulir. Großbritantricn ist es nie gelungen, im Außenhandel Griechenlands eine auch nur annähernd so bedeutende Rolle zu spielen wie Deutschland. Korinthen und Sultaninen machten drei Viertel der griechischen .-\usfuhr nach England vor dem Kriege aus. Eingeführt hat England in Griechenland in erster Linie Kriegsmaterial —1 schon lange vor dem Kriege! Unser Schaubild gibt einen lebendigen Begriff miteinander zu tun haben. In Wirklich- der heutigen Zeit ein hochwertiges Zu- * tl^ivon. wie überlegen Deutschlands Anteil keit aber ist diese Verbindung sehr viel satzfuttermittel. Die Chemie hat sich das als es bei einer oberflächlichen Ziel gesetzt, die in den Futtermitteln vor haiulenen biologisch unterwertigen Eiweißkörper zu vollwertigen zu ergänzen. Mehrere Verfahren bestehen schon für die Umwandlung der reichlich vorhandenen Kohlchydratmengen in eiv/cißhaltige Kraftfuttennittel. So könnte man Beispiele dieser Art beliebig weiter führen, aber auch die hier genannten sind ein eindrucksvoller Beweis für die tatsächlich vorhandene Leistungsgemeinschaft von Industrie und Landwirtschaft! enger, Betrachtung erscheint. Jahr für Jahr werden von der Landwirtschaft Aufträge in Höhe von mehreren hundert Millionen Reichsmark an die Industrie vergeben, u. zwar für Zuggerät, landwirtschaftliche Maschinen, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel, Baustoffe und dergleichen mehr. Düngemittel Als besonders markantes Beispiel enger Zusammenarbeit von^ Industrie und i.andwirtschaft sollen hier einmal die Beziehungen zwischen der chemischen Industrie und der Arbeit draußen auf dem Acker und auf dem Hof gezeigt werden. Diese Zusammenarbeit begann, als Justus von Liebig nachweisen konnte, daß die Pflanze dem Boden mineralische Bestandteile entzieht, die deshalb dem Boden wieder zugeführt werden müssen. Damit war die Agrikulturchemie geboren, und die Chemie hat seither durch die Bereitstellung der notwendigen Dün-l'-'^en Struktur entspricht gemittel wesentlich dazu beigetragen, die hat, wie die anderen Länder des Balkans, Außenhandel Griechenlands Deutschlands Antdl GrkcMnhnäi^^ Au53€nhan(kl QjuifuhJ^ 1929:^ ^ 19Z9: 1 73^ 4 1931\ ANTtlLM OmitJchlands BW Or:BribanruBns UHIII in, Millionen Zeichnung: IWD dtr Koperiiikus-Universitäi in Krakau seit vielen Wochen gearbeitet werde, dali noch im Laute dieses Jahres der Grundstein zur gröHten Sternwarte des Ostens gelebt und ebenfalls noch in diesem Jahre als erster BestandteiJ der kommenden, völlig neuartigen Bio-lioigi-sehen Fakultät der geplanten UniverF eine Medizmische Akademie In Krakau ins Leben gerufen werde. Weiter ist eine Veit-Stoß-Akademi« für bildende Kunst gegründet worden, die in Ergänzung der kommenden wissenschaftlichen Ziele der Kopjernikus-Universität Krakau auch eine Zentrale des künstlerischen Bildens. For-schens und Arbeitens werden soll Mit sofortiger Wirkung hat Dr. Frank femer in Ergänzung des Nrkolaus-Kopernikus-Preises einen »Veit-StoB-Preis von jährlich 50.000 Zloty« (25.000 RM) für her-vorragende deutsche künstlerische Leistungen im Generaligouvemement gestiftet. Erzeugungsleistungen des deutschen Bodens zu verbessern. Geradezu umwälzend wirkte die Ent- einen Überschuß an landwirtschaftlichen Produkten. Tabak, Südfrüchte und Wein nehmen die ersten Stellen auf der Liste Mit der Eingliederung Griechenlands in die Gemeinschaft des neuen Europa sind die Voraussetzungen geschaffen auch für eine gedeihliche wirtschaftliche Entwicklung des Landes, die seiner natürli. am griechischen Außenhandel gegenüber .u... ox-.., X. _ , . Griechenland . dem Anteil Großbritanniens schon bisher war. Von der Gesamteinfuhr Griechenlands, die 1937 358 Millionen RM betrug, kamen nicht weniger als 113 Millionen aus Deutschand, aber nur 36 Millionen aus Großbritannien. Aehnlich war es bei der Einfuhr, die 225 Millionen RM betrug, von denen 76 aus Deutschland, aber nur 26 aus Großbritannien kamen. Die vorhergehenden Jahre zeigen ein ähnliches Bild. Ein Vergleich mit dem Krisenjahr 1932 und mit 1929 erweist, daß Deutschland nach 1933 es verstanden hat, England die Vorteile abzugewinnen, die es infolge des Weltkrieges auf diesem Teile des südosteuropäischen Marktes gewonnen hatte.* Diese Entwicklung, die der natürlichen, Wirtschaftsstruktur Europas entspricht,^ wird sich jetzt vollenden. Durch die Einordnung in den europäischen Raum und Honen RM Steinkohlen. Am Gesamthandel i Großdeutschen Reiche wird Griechen-Griechenlands betrug der deutsche Anteil lands Wirtschaft ihre natürliche Ergän-in den Jahren 1934 bis 1937 15 bis 27 Pro-Izung finden. VOLK und KULTUR deckung der Ammoniaksynthese, also die ' seiner Ausfuhrwaren ein. Auf der anderen Überführung des Luftstickstoffes in Am-! besteht ein Einfuhrbedarf an Indu-moniak zur Herstellung von Stickstoff-1 striewaren. Deutschland als das wichtig. düngemitteln. Bis dahin besaß Deutsch-Industrieland Europas ist daher von land als einheimisches Düngemittel nur je einer der besten Handelspartner Grie. geringe Mengen des schwefelsauren Am-' chenlands gewesen. Deutschland führte moniak, das die Gasanstalten und Kokse-1^937 für 40.2 Millionen Reichsmark Roh-reicn zur Verfügung stellten. Der Chile- für 13,6 Millionen RM Südfrüchte, Salpeter bildete bis dahin einen erhebli- für 3 Millionen RM Wein und für 3,2 Milchen Posten in unserer Einfuhr, und 150 honen RM Eisenerze aus Griechenland ein. bis 200 Mill. RM gingen für Düngemittel 'ni gleichen Jahr bezog Griechenland aus jährlich ins Ausland. Hätten wir heute i Reich u. a. für 19,5 Millionen RM nicht eigene Stickstoffdüngemittel, dann i Eisenwaren, für 9,5 Millionen RM Ma-müßten wir entsprechend dem heutigen ' ^^ehinen, lür 7,8 Millionen RM elektrotech-Verbrauch mindestens das Doppelte aus-inische Erzeugnisse, für 6,4 Millionen RM, geben, während wir bisher noch für über j chemische Vorerzeugnisse und für 6.4 Mil verstärkten Güteraustausch mjt dem 50 Mill. RM Düngemittel ans Ausland verkaufen konnten. Wenn man bedenkt, daß heute etwa ein Achtel der landwirtschaftlichen Betriebsausgaben auf Düngemittel entfällt, dann .wird an dieser Ziffer die enge Verbindung von Cliemi^ und Landwirtschaft ersichtlich. Riesige Werte sichert die Chemie auch durch die Herstellung der notwendigen Pflanzenschutzstoffe Gab es doch eine ganze Reihe von Pflanzenkrankheiten, die nichts weiter waren als Auswirkungen des Fehlens oft geringster Mengen irgendwelcher chemischer Elemente, für die man heute den Begriff »Spurenelemente« geprägt hat. Dazu gehört z. B. die' Urbarmachungskrankheit, die durch geringe Gaben von Kupfersulfat beseitigt werden kann. Durch geringe Mengen von Mangan ist es möglich, die Dörrfleckcn-krankheit des Hafers zu beseitigen, und gegen die Herz- und Trockensäule der Rüben hat sich ausgezeichnet Bor bewährt. Diese Beispiele könnte man noch um viele erweitern. Der Kampf gegen die tierischen Schädlinge und gegen die sonstigen Pflanzen-krankheiten würde ohne Mithilfe der Chemie höchst unvollkommen sein. Man schätzt die Schäden, die durch Pflanzenkrankheiten und durch tierische Schädlinge heute noch bestehen, immer noch auf 2 Milliarden RM, obgleich in den vergangenen Jahren auf all diesen Gebieten durchschlagende Erfolge erzielt werden konnten. Man denke nur an die Kornkäferbekämpfung, die heute auf breitester Grundlage erfolgreich durchgeführt wird. Das Massenauftreten von Schädlingen Böhmens älteste Landkarte In Prag gezeichnet, in Nürnberg gedruckt Die erste Landkarte Böhmens ist die Karte von Nicolaus Claudian aus dem Jah fC 1517/18. Claudian war ein bekannter Arzt, der auch ein medizinisches Handbuch und ein Buch über Heilkräuter schrieb und in der Böhmischen BrüdergeJ meinde eifrig mitwirkte. Für die Brüder, gemeinde unternahm Claudian längere Auslandsreisen, vornehmlich nach Deutsch land, wo er den Druck der Bücher der Brüdergemeinde besorgte. Auch in Norddeutschland weilte er längere Zeit. In Nürnberg s'tand Claudian in enger Verbindung mit dem Meister Jeronym Höltzl, in dessen Werkstatt er seine Land, karte herstellen ließ. Darüber findet sich eine Eintragung im Nürnberger Stadtbuch, da der dortige Stadtrat die Landkarte Claudians einer gestrengen Zensur unterzog und Claudian selbst bewacht wurde, denn die Nürnberger Stadtväter wollten mit den »Picarden«, wie man die Böhmischen Brüder nach der ähnlichen Sekte in der Picardie auch nannte, nichts wird heute unter Einsatz der modernsten gemein haben, da sie ein Weitergreifen Mittel, unter Umständen durch Zerstäubung von Bekämpfungsstoffen vom Flugzeug aus, meist unterbunden. Auch der Kartoffelkäfer hat viel von seinem Schrek ken verloren,seitdem die chemische Industrie mit dem Schwefelkohlenstoff ein wirksames Mittel zur Boden- und Kraut-entseuchung schuf. Tierarznei Man darf auch nicht vergessen, daß die zahlreichen Mittel der Tierarznei Jahr für Jahr Schäden verhindern, die sonst sicher viele Millionen Reichsmark ausmachen würden. Der Einfluß der chemischen Wissenschaft greift aber bei der Viehhaltung auch hinüber in das Gebiet der Futterwirtschaft un »Magier und Heilbehaiidler von Mensch und \ieh« betätigt hatte. Die Anklage lautet auf schweren Betrug in mindestens 29 Fällen und auf unbefugte Ausübuiig der Heilkunde. Der Angeklagte nutzte bedenkentos den im SpreewaJd vielfaclr noch anzutreffenden Aberglaubon aus. Durch sein Treiben brachte er seine Opfer, die vorwiegend der Land-bevöl-keirung entstammen, in seelische und geistige Verwirrung und bestärkte sie in ilirem Aberglauben. Mit seiner unhevl-wllen Tätigkeit begann der Angeklagte 1930, und baW hatte er Zulauf aus der ganzen Umgeibung seines Heimatdorfes. Anhand der Tierhaare wollte der »Hexer« die Krankheit der Tiere feststellen, Geld will er selbstverständlich iwcht gefordert haben; die Leute hätten es ilwn förmlich aufgedrängt. So übte er seine Betrügereien m den Jahren bis 1940 aus. Wenn er gewarnt wurde, sagte S.: »Mir kann nichts passieren, ich verhexe das Gericht.« Als erste Zeugin wurde die — dritte Bhefrau des Angeklagten vernommen, mit der er in Scheidung lebt. Diese erklärte, daß sohcwi vor ihrer Verheiratung mit dem Angeklagten zu diesem Lei' zum Besprechen gekommeu seien. Er selbst habe ihr erklärt, daß er viel Geld damit verdiene. Unter den Büchern ihres Mannes habe sich auch das »6. und 7. Buch Moeses« befunden. Während der »Behandlung« saß S. am Tisch, auf dem zwei dicke Bücher lagen, warf einen Blick hinein und schaute durch den Ring eines »abgestorbenen Schlüssels« (!) seine »Patientin« an, dann besprach er. Auch nachts ghtg er oft fort, sagte die Zeugin weiter aus, und nahm In Stallungen seiner »Kunden« Geisterbeschwö-rungen und Austreibungen vor, indem er-un Ort und Steile einen Brei abkochte. Von solchen Zaubergängen kam er immer mit viel Geld wieder. S. sprach auch oft von »Teujelsdreck« und »Drachen-Wul«. Denn auch der feurige Drache, der durch die Lüfte fliegt, trat hier wieder auf. Und selbst die Kinder des Angeklagten seien von dem Hokuspoikus angesteckt worden. Bemerkenswert ist daß er seiner Frau gegenüber geäußert habe, aucli er halte niclits von dem Hiokupokus, doch die Hauptsache sei, daß er (jeld einbringe. Aber nicht nur Geld, sondern auch Le-l^ensmittel braohten die Leute. Etwa UXl Personen suchten im Durchschnitt mo-natHoh den »Geisterbeschwörer« auf. Seine besteti Kunden waren die Spreewaldbewohner. Die Zeugin erklärte noch, daß sie ihren Maün wiederholt gewarnt habe. Nach dieser ersten Zeugenvemeh-muivg wurde die Verhandlung unterbro-dien. geographisches Netz aufweist. Diese Kar-I^^^ji; j^ni großen Plan der Errichtung j^eitere (Stfe Zwiegespräch an der See. Erika: »Siehst du, Arthur, wie mich die Welle geküßt hat?« Arthur: »Ja, hinterher hat sie sich alier auch gebrochen!«; Beim Arzt. Arzt; »Sie müssen mehr laufen! Was sind Sic denn von Beruf?« Kranker: »Briefträger.« Arzt; »So — hm; dann versuchen Sic';« doch mal als Dfpeschcnbote!« r iMunimer ilo Marburger Zeitung« i6. Mai 194i Seite 7 Tobruh wird stnrmreif getrommelt DAS GANZE VERTEIDIGUNOSSYSTEM ZIELBEWUSST MIT BOMBEN ZERSCHLAGEN Toliruk. »Es ist wie im Westen«, sagen die alten Hasen unter uns. Und dann erzählen sie von der sauberen, schulinäßi-Kcn Stuka-Arbeit bei Lüttich, beim Durchstoß durch die Ma^^inotlinic, beim Übergang über dii» Maas. Und die Jungen unter uns isind dann am nächsten Tage noch einmal so eifrig bei der Sache, fliegen noch »slurer« mitten ins Flakfeuer,• halten noch genauer auf ihre Ziele zu. Denn man muß die günstige Gelegenheit ausnutzen. Tobruk sturmreif zu trommeln, soll ein sauberes Stück Maßarl>eit werden. Das sind die alten und die jungen Stukafiieger unserer (jruppe ihrem Ruf schon schuldig. Kricgsberichtcr R. -W. B i 11 h a r d t. PK. Weit, endlos weit dehnt sich das NVusti'nland unter uns. Tief eingeschnitten sind die Uadis, die vertrockneten Flußtäler, hier und da erheben sich kleine Hö-hen, steil fällt an manchen Stellen die Küste ab. Aber die riesigen Flüchen sind kahl. Kein Dorf, kaum ein Haus, fast kein Bnum unterbricht die endlose Weite. Fern, an einer tief eingeschnittenen unverkennbaren Hucht, erheben sich, wie am Rande einer riesigen Tischplatte aufgebaut, die weißen Häuser von Tobruk. So ik!e und eben uns das Land erscheint, wenn wir von oben hinunterschauen, unseren Kameraden da unten wird es noch öder, nocli trostloser sein. Staub und Hitze werden sie noch mehr plagen, und der Mangel an Deckung gegen Artillerie- und Luftangriffe wird ihnen das Lf>tHMi sehr sauer machen. Eine geringe Erhebung hat hier schon große Bedeutung, Hügel und Höhen können beherrschende Stellungen sein. Der Engländer hat sich dies zunutze gemacht. Überall hat er seine Erdwerke und Befestigungen angelegt, an allen wichtigen Punkten stehen seine Batterien eingebaut. Tobruk ist nicht nur eine Stadt, die verteidigt wird, sondern ein großes, gut aus-gcb;iutes, geschickt dem (iclande angepaßtes Vcrteidigungssysteni. !n diesem Vcrleidigungssystem spielten die Schiffe eine große Rolle. Wir haben sie versenkt oder schwer beschädigt. Der Halen war wichtig. Er war es, ilenn unsere Sfukas haben die Anlagen zertrum-luert. Die englischen Jäger spielten eine entscheidende Rolle. Sie haben diese Rolle abg-eben müssen. Unsere Me's und die italienischen Jäger haben diese Rolle übernommen. Die schwere, mittlere und leichte Flakartillerie von Tobruk genoß unsere höchste Achtung. Sie genoß sie einmal.' Dann warfen die Stukas ihre Hombjn — die Flakartillerie von Tobruk ist' sehr viel schwächer geworden. Die Artilleriestellungen haben, unseren Panzern und unserer' Infanterie das Leben sauer ü'cmacht. Wir haben Batterie um Batterie mit Bom^ben niedergekämpft. Über Tobruk ist der Himniel nur selten still. Motorengebrunun schreckt die Tom-inies inniier wieder und wieder hoch, jagt sie an die Geschütze, zwingt sie, den Himmel mit eisernen Vorhängen und .schwarzen Flakwolken zu behängen, bis Bomben und Maschinengewchrfcuer im Tiefflug angreifvcnder Jäger und Stukas sie .niederwerfen oder in die Deckungen zwingen. Es vergeht kein Tag, ohne unserer. Gruppe ihren Auftrag zu bringen. Kein Tag ohne Flug, kein Tag ohne Angriff auf AUS ALLER WELT a. 60 Meter hohe laniMJ. In der Nähe der (iemeinde Ober-Bradlo nn' IBezirk Nassabcrg (üstböhnien) besteht ein kleines UrwaM^ebict, in dem weder Bäume gefällt, noc^; srepfiaiTzt werden. Außer einer Reihe mächtiger Eichen und Fich-tcii steht in dem Walde äucli eine prächtige Tanne, deren Alter auf etwa 3il() Jahre .ijeschät^t wird. Der völlig gerade .gewachsene B&uinriesc ist last 00 Meter iiocli. l'or.iytIcute schätzen den Holzwert der Tanne auf rund 'U F-estmeter. a. Kennen Sie Zwiebel-Parfüm? Hinsichtlich der Parfüme gibt es weitgeheiulo Gcschmacksunterschiede. Frauen sind in der W^hl des Parfüms oft sehr launenhaft und manchmal geradezu bizarr, wenigstens nach männlichem Urteil. Das ungewöhnlichste Parfüm benutzen ohne Zweifel die Frauen der Tungusen in Nord-sibirien. Bei großen Gelegenheiten, Hochzeiten, Festmählern oder Begräbnissen legen die Tungusen-Frauen Wert darauf, sich besonders raffiniert zu parfümieren. Und deshalb besprengen sie sich Haar, Gesicht und Hände überreichlich mit Zwiebelsafl. a. Das ZauitköiiiKsnest in der Rocktasche. Ein Einwohner in Stolzenau (Kreis Nienburg) hatte im Sclnippen einen alten Rock hängen. Es fiel zunächst nicht weiter auf, dal.{ aus einem Loeh an der Seitentasche Heu und Ströliliaime lieraus-ragten, aber bald kam ein Zaunkönig und s'cidüpfte ni -das Loch hinein. Beim Untersuchen des Rockes stellte sich heraus, daU in der 'J'asche Eier lagen und eine Zaunkönigiii ihrem Brutgeschäft nacli- gmg. Es ist dafür gesorgt, daß,sie u!»be-helligt bleibt. a. Im l'uchsbau er^^ticiit. In Ulankenburg am Harz hatten Kinder einen Fuclib-bau erweitert und sicli einen Bunker« gebaut. Er wurde am Eingang durch einen Sandpfeiler gestützt. Als die Kinder den Bau erweiterten und die Stütze wegräumten, stürzte der ^^Sandbunker« zusammen und begrub die Kinder. Einige konnten gerettet werden. VAn iieun-nnd elfjähriger Junge aber erstickten im Sand. :i Loihrin|L;rr niiiys:'!! Di'iiiM'h Der ('hcT der Zi\ilvcrwalliiiiy in Loili-ringcn. Gmilcitor und Koichsslallba!-Icr .Insel' jjürckcl, lial angenrdnel, dal.' aucb die nicht schulpfliclilijueii i.olli-riiiger vom 11. bis zum veliendeLeii 21 L('i)en.s.jalir verpl'lichlet sind, die deul-sche Sprache zu ork abgegeben.. Das (iericld Indle sieb mit einer mll vim'in englisfben Sl ah IIa bri kanten verlu'ira-t(li'n Anierikanerin zu be.scliäfligen, die. mit ihren beiden Kindern zu ilirom Valer nach Xcwvork geflohen war. weil, wie sie erklärle. dio Bomben inii ihr Haus in Swansca (Wales) nur regnelen. Als ihr Miuin in 150 Brieleii und Kabeln ihre Rückkehr nach I''ng-land verhmgle, reichle sie'die Schei-tlungsklage ein, der vom tlerichl iu erster Inslanz mit dei* Begründung slallgegehen wurdi\ dal.i l»ior ein F'ail von .,(irausanikeir' — dem üblichen amerikanischen Scheidungsgrund -vorliege. Aber Tür den Kriegsvorbre-eher Ghurchill bt'.denlel ein IJesnrh ii\ den (hircb seine Scluihl zerslörlen bri-liscben llafenslädlen eiiK^ .,F>fri-scliung". a.. Vier Monate Gefängnis wegen Beleidigung einer Soldatenfrau. Vor der Groüen Strafkammer in Bielefeld mußte sich der 37 .lalirc alte Wilhcim H. wegen Beleidigung verantworten. Der bisher nicht vorbestrafte Angeklagte hatte im Herbst v. J. eine junge Ehefrau, deren Mann eiijgezagen ist, aufgesucht. Er erklärte sieh bereit, der Frau mit 20 RM auszuhelfen, wenn sie sich als Gegenlei- stung dafür »gefällig« zeige. \\ egeu dieser Unverschämtheiten wurde der An-ii;eklagte zu vier .Wonaten tiefänifuts ver-urtci-lt. a. Das Nest am (iiiterwagcnpuh'cr. Au' ehieni schlesischen Bahnhof in der Näht von (jrünberg wurde ein X'ogel beobachtet. der sich sein Nest in einem der liolici'. F'uffer eines ausländischen (jüierwageii't errichtet hatte. Der Zustand dos Ncsie^ bewies, dal:! der Vogel schon länccrc Zeit in dem Wasren niitgefahron scir. mul.!. Beim AufenthaU auf dem Bahnho' verlieR der Xoitel da> Nest aar kürzt Zeit, um es dann bald wieder aufzusuchen. Entge'tHc^e 'MittefBungen * Marburger MännergesangvcrciiL Heute, Freitag, den 16. Mai um .^ii..^O Uhr Probe Tür gemischten Chor, Um vollzähliges Erscheinen "wird gebeten Verordninigs-und Amtsblatt des Chefs der Zivil-Verwaltung in der Untersteiermarl: von Nr. 1 bis 10 sowie auch Preislisten für GAST-UND KAFFEEHAEUSER sind erhältlich im Verlage der Marburger Druckerei Marburg a. d. Drau, Badgassc H IN CILLI bei Herrn Karl Kogj«j, Deutsches Haus, Zimmer 5 IN PETTAÜ Pichler bei Herrn Geor!.' Aufnahme ständiger'Bezieher lu-i beidt-n oh-angeführten Vertretungen und bei der Uruk-kcrei in Marhiirß Bezugspreis: Abholen R.M n.O.'i - Hin I. • per Stück. Bezug im Abonnement per Prisi KM 1.25 r;: Hin 25.— mon.itticli augengiäser ? dipl. Optiker e. petein * Hornhaut und Hühneraugen entfernt schmerzlos »Bata« Marburg. 1871 Moderne 4- bis 6-Zlmmerwolinimg nii» Bad und Garten, event. Finfanülienliaiis, dringend zu mieten gesucht. Anträjje unter »Villenviertel« an die Verw. 2645 Diplom. Maschlnen-Ingenieor mit Praxis in Hüttenwesen und Explosionsmotoren, mit ineh--reren Sprachenkenntnissen, sucht entsprechenden Posten. Arnold Krisch, Kaiserstraße 2Ö2.] Himmokiiiiiii ir eiii Hiiiis vvird zur Hinrichtung einer Dienststelle zu nüeten gesucht. EManträpe unter »Stadtzentrum« an die Verwaltung. 2640 Leset und verbreilel die„Marboryer Zelluns" Unser liebes, armes Mutterl, Großmutterl, Schwägerin, Tante und Cousine, Frau Rosa Baumann Reichsbahnpensionlstin wurde Dienstag früh von ihrem schweren Leiden erlöst. Die liebe Verstorbene wurde von Graz nach Marburg überführt und wird ant Samstag, 17. V. um halb 5 Uhr am evangelischen Kriedhof in Pit-tiersch zur ewigen Ruhe j^ebettet. Marburg» Graz, Wien, Agram, Laibach, Griechenland, 15. V. 11)41. 2f)2l Die tief trauernden Kinder .ajo» Selmierzerfüllt «elien die Unterzeichneten allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß ihr innigstgeliehter, unvergeßlicher Gatte »ind Vater, Herr Alois Peklar Bauunternehmer an» Freitag, den 16. Mai 11141 nach langem I.eiden un 73. Lebensjahre verschieden ist Das LeichenbegänRuis des imvergeßlic hen Dahingesehiedenen findet am Sonntag, (Um ts Mai liMl inn 1.5 Ulir von der Aufbalirunin.shalle in Pohersch aus auf den l-ranzis-kaner-Friedhof statt. Die hl. Seelenmesse wird am W. Mai um '/.«'J Ulir in der I'ranziskanerkirche f;elesen werden. Marburg, Agrani, Lannaeh, Ki. Mai 104!. Theresia Peklar, Gattin, und Kinder. BURG-KINO Fernruf 22-10. Zw^eücht Fin Ufa-Film mit R, Heidelberg, V. Staal. P. Wegener, C. Rad-datz, Urs. Grabley, Wil. Rose. Neue deutsclK Wochcnschau. Für Jugendliche nicht zugelassen! VORFÜHRUNGtN taglicli um Iii, 18.30 und 21 Uhr. — An Sonn-und Feiertagen 13.45, 16, 18.30 und 21 Uhr. Kartcnvorverkaut von 10—12 Uhr und eine ^ Stunde vor Beginn der ersten Vorstellung. — £SPLANADE Fernruf 25-20. Uber alles in der Welt Ein Karl Ritter,Film der UFA mit Paul Harlmann, Hannes Stilzer, Fritz Kampers, Oskar Sima, Maria Bard, B. Drews, C. Lock, M. von Dlttmar. Neue deutsche Wochenscliau. Für die Jugend frei! Seite 8 Marburßer Zeltung« 16. Mai 1941 Nummer I'IO Kleiner Anzeifler 2|A "RIEFMARKEN von Jugoslawien, gestempelt lind ungestempelt, alle Ge-I denk- und Wohlfalirtsausga-j ben, auch neue AusRaben, suche icli zu kaufen und erbitte Angebute nur mit Picis' tuid Alenpe. Philipp Hampcr 1 Berlin NW 7, Unter den Linden Telefon 111223. I 2448-31 ht vetltaufek SCHLAF- unü SPEISEZIALHER hllli« ZK verkaufen fragen [ihin»eMgu.ssp rechts. Schönes SCHLAFZIA\MER SPEISEZIMAiER und verschiedene andere» Sachen zu verkaufen. Histnarck-slraße 26-1.. rechts 26JiS-4 Allzu-y-ll., 2642-4 Hocilbantßcliniker Hoch-und Mittelschüler stellt die Deutsche Reichsbahn sofort ein. Gesuche mit Lebenslauf sind zu richten an das REICHS-BAHN-BETRIEBSAMT in Marburg a. d. Drau. 2622 DEUTSCHER ßüXER junc. abzugeben. Anzufragen (iaswerkslraße 17 2647-4 PIAMNO und RADIO zu verkaufen. Ferdinand-strafie IMI., links. 2627-4 in Zimmer HERRENFAHRRAD neu, zu verkaufen. Ambrosch, Pober.sch. Friedhofstr. 13. __264S-4 Gut crlialtenes KINDERBETT zu verkaufen Adr. Verw. _ 2629-4 SPEISEZIMMER und RADIO zu verkaufen. Anzufrascn VerstovscIiekKasse 4-i. Woh-ntni^r 2S. 26.13-4 BILANZßUCHHALTER übernimmt für Abend.stunden und Sonnta« HuchhaltunR.sar-heitcn oder Ranzp Buclrfüli* runc für kleine Betriebe als Nebenarbeit Anträge unter «liuciihalter« an dip Verw. _26.14-7 Deutscher FAMILIENVATER sucht für .seinen Sohn Lehr-Platz als Friseur und bittet aucii um dessen volle Ver-pflesune während der Lehr« zeit. Jiuschriften erbeten an Alois Lach, Weiteustciu bei Cilli. 26.35-7 Zwei SIciiolypisllnfim Tüchtige SCHNEIDERIN sowie Lchrmädcben werden sofort aufffenoiTunen Modesalon Tautz. Herrencasse 8-263G-8 TüclitiKc KASSIERIN mit kleiner Kaution wird bei sofortigem Eintritt ßesucht. Anmeldungen in der Kanzlei L. Qusel. Marburg. Kärntnerstraße 16 2637-R ftU$dB * y€ttust$ (kann aucli Wohn- und Sciilalzinimcr sein) möglichst mit Badezinimcrlronützung, in riiliigcr Lage tofort zu mieten getueht Hilangcbotc unter »Ruhiger Mieter« an «lie Verwaltung der »Marburger Zeitung». 2efet unb uerbreitet Die „^I>iQrl)uröcr Steiritcher Heimatbunä e. V. Kreislährung Marbura-Siadt Aufstellungen üt>€r die Erfassungsräume im Kreis Marburg-Stadt. .\nnieldungen zum Steirisclien HeiniatbuncI werden in der Zeit vom 17. bis 25. Mai in folgenden Räumen entgegengenommen: Ortsgruppenlührung Brunndorf (Gemeinde Brunndorf) Kirchplatz No 2 Zeit: 9—13 und 14—19 Ortt^gruppenführung Freidegg (Gemeinden: Mellingberg, Koschak, Freidegg) Villa Mirini, Mellingberg 71 Zeit: 9—13 und 14—19 Ortsgruppenlührung Freidegg (Gemeinden Walberg, Maletsehnig, St. Peter) St. Peter, Schulgebäude Zeit: 15—20 Ortsgru.ptpenführung Garns (Gemeinden: (iams, Roßbach) Garns 124 Zeit: 14—20 Ortsgruppenführung LciteriXierg (Gemeinden: Kartschowin, Potschgau, Unter-potschgau) Villa iMirim, Mellingberg 71 Zeil: 0—13 und 14—19 Ortsgruppenführung Marburg I, II, III und IV (Stadtgebiet linkes Drauufer) Sophienplatz (Reiiebtiro) Zelt: 9—13 und 14—19 Ortsgruppenlührung Marburg V und VI (Stadtgebiet rechtes Drauufer) Turnsaal der Volks- und Bürgerschule, Magdalenengasse Zeit: 9—13 und 14—19 Ortsgruppenführung Pobersch (Gemeinden: Pobersch, Zwettendorf) Turnsaal, Friedhoigasse Zeit: 9—13 und 14—19 Ortsgruppenführung Rotwein (Gemeinden: Oberrotwein, Unterrotwein) Genveindeamt Rotwein Zeit: 9—13 und 14—19 Ortsgru.ppenführung Thesen (Gemeinde Thesen) Pettauerstraße 33 Zeit: 15—20 2651 SILBERNE OMEOA-UHR mit Tula-Anhänger Mittwoch abends auf eilräge wi« folgt feslgetictzl: für Arlwiter mit 16.r» v. H. des im Kiilendermonat errielton _ ArbeiLsverdien-sU's; hievon hat der .\rbcilgcl>er 8.75 v. 11. und der .^rbeilnehmcr 7.75 v. II. zu tragen. b) Für .AngesteJltc inil 13.5 v. II. rr 7.25 v. H. und den* Arbciüiehmtr 6;>5 v. H. zu tragen. Hiezu kommt noch der mit meiner Bekanntmachung vom ti. 5. 1911 festgesetzte Beitrag zur Renten-fensions") Versicherung der ,\ngestclltcn, (•) fiu- lluusl>eschäftiglc, wie Hausgehilfinnen und Bedienerinnen in Privathaiis. lialteji. ilausbesorgpr usw. mit 3 RM (=* (iO Dinar) im Monat; hievon haben der Arbeilgeber '2 H>f und der Arbeitnehmer 1 RM zu tragen, d) für Lehrlinge bis zum vollendcl:;n 18, Lebensjahr mit 1.50 RM (= 3U Dinar) im Monal: dieser Reitrag ist vom .\rbeitgeber allein zu tragen. Die Sozialbeiti'äge werden l)ei Arbeitei'n und .Angestellten von dem ini Kaleii-dermonal bezogenen Barlohn und Gehalt einschließlich des Wertes der Natural-' l)ezüge berechnet (Beitragsgrundlage). Die Naturall>ezüg<' werden wie folgt bewertet: ^ Täglich RM a) volle freie Station 1.— b) ganztägige Verpflegung......0.80 V.) halbtägige Veriiflegung......0.40 d) freie SVohnung , ....... . 0.20 Von den Sozialbeitrügen entfallen: a) Ix'i Arlwitern und .Angestellten auf die Kninkenfürsorgc 6 v. H. b) Ix'i .Arbeitern und Angestellten auf die Unfallfürsorge 1. v. H. c) f)ei Arbeitern und .Angestellten auf die Arbeitslosenfürsorgo l>,o y, Ii. d) außerdem l)ei .Arbeilern auf die Invaliden- Auid .Mtcrsfürsorge J v. M. tji'r Beitragsgrundlage. NArhwpbiimdMi drr ArbeHsverdleiiste und Sozlalbeitrilffe. Wöchentlich RM 7.-."».tiü 2.80 1.40 Monatlich RM 30.-' 21.-12.-6.— Marburg —......-----------------------------. . , stelle fCilH, Pettau, Sagor, Wmdischgraz) zu bc.schaffen hal)en. Bei diesen Slelleu i'i'halten sie auch ein Merkblatt für die Ausfertigiuig des Vordruckes. Zwecks Naclnvcisnng tler Löhne und Beiti'äge füi- den Monat April die .Vrbeitgeber die Vordrucke und Merkblätter bis .spätestens 17. Mai lJU den vorgenannU'n Siellen abzuholen. Die ordnungsßnnäR uusgefülllen Vordrucke haben sie bis längstens 24. Mai 1941 den obengenannten Stellen abzugeben und dort gleichzeilig die Soziall>eiträgo einzuzahlen. P'ür die weiteren Monate sind die Lohn- und Beitragsnachwcisungen bis 10. des jeweils folgenden Monates einzubringen und ätel einzahlen, machen sich strafbar. 4. .itKnahmea. Diese Regelung l)eziehl sicli nicht: aj auf die nach dem 6. April 1941 aus dem Deulschm Kelch zu«eM»ucneii Iskräfle. die, auch weiterhin nach Heiehsreeht behandelt werden, b) auf die bisher den Vorschrifl?n ÜIkm* die BpfgarboMcrvorfilchcrunu (Bruderladen) unterliegenden .Arbeitskräfte, für die eiiu* gesonderte Regelung folgen wn'd, MATtRrC, a. d. OBAU, den 15. Mai 1941. Der Chef der Zivilverwaltuiig in der Untcrsleiermurk Beauftragter für Sozialversicherung gez. Dr. HAMMER. Ueberlei tuji gsstel 1 e .Vrheilskräfle, Am Samstag, den 17. Mai findet die tindet die M mm | ■■ ■ l'ü!"!! ralDIEHIU des bades der Stadtgemeinde Marburg a. d. Drau statt. Der Aulobuafabrplan ist votn 17. Mai bis 15. )uni 1941 folgender: Al>tahrien zur Ffilberinsel vom Adolf-Hit-icr-Platr 9.()U, 10.00, 12.00, 13.30, 18.00, Annuntt bti der Felberinsel 9.10, 10.10, 12.10, 13.40, 18.10. Abfahrt von der Felberinsel zum Adoif-Hit-ler-Platz 9.15, 10.15, 12.15, 14.30, 18.15. Ankunft am Adolf-Hitler-Platz 9.25, 10.25, 12.25, 14.40, 18.25. 2650 ILtuptschriftlcitcr Anton (ierscliHck, Stcllvertrclcnder HaupUchriftlcitcr Udo Kiispcr — Druck der »^Marburgcr ^Druckcrci