Nr. 89. P,Hnume»atlon«p«ei<: Im Vomptol« ganzj. fl. 11, halbj. ft. 5-L0, Fill ble Zustellung «n« H«u« halbj. 00 lr. Mit bei P»ft «a»,<, st. »5. hnlbj. fl. ? 5«, Freitag, 18. April. Inse«tlon«««bü«: ylll ««ine I»l«at» bl» l» < gellen «5 r,,, größere per Z«!le « lr., l>«l Vst«r«n Wifb«lholun»en her »rüh 6 Uhr 45 Minuten hier eingetroffen. Den Hof» Separatzug führte Hofrath Klaudy; der Zug bestand aus sieben Waggons, die hier in der Weise umgekuppelt wurden, dass sich das kronprinzliche Paar auf der Weiterreise in dem fünften großen Salonwagen befindet. Dieser Wagen, Eigenthum der belgischen Schlafwagen-Gesellschaft, ist in mehrere Cabinette ge-theilt, vor demselben befindet sich der Wagen für die Damen der Begleitung, in weiteren zwei Wagen sind die Herren der Suite, die alle in Civilkleidern reisen, «uf Wunsch des Kronprinzen ist der Zug um anderthalb Siunden früher von Wien abgegangen, um nachts lungsamer fahren zu können; hier traf der Zug in °er ursprünglich anberaumlen Zeit ein. Der Kronprinz und die Kronprinzessin waren schon in Waihen wach, und als der Zug, auf dem sich seitens der Staats-bahn°Inspector Hiibner, seitens der Generalinspection Inspector Storch befand, in die Halle einfuhr, grüßten ble hohen Reisenden auf das freundlichste die auf dem Perron Versammelten. Der Kronprinz war im leichten Neise.Anzuge, die Kronprinzessin, die blühend aussieht, trug ein graues Reisekleid und graues Hütchen. Obwohl sich der Kronprinz jeden officiellen Empfang verbeten hatte, waren auf dem Bahnhöfe der Obergespan des Pester Comitates Graf Stephan Szäpäry und Ober-S!adthauptmann Thaiß erschienen. Das Frühstück wurde dem kronprinzlichen Paare in den Wagen gereicht, für die Suite war da« Frühstück im Hofwartesaale vorbereitet. Kronprinzessin Stefanie gab ihrer lebhaften Freude über die bevorstehende interessante Reise Ausdruck. Aus Szegedin wird der «Ungar. Post" ge. meldet: „Ihre k. und k. Hoheiten Kronprinz Rudolf und Kronprinzessin Stefanie passierten heute mittag« auf ihrer Reise nach dem Orient die Stadt Szegedin. Der Perron war mit Fahnen, Wappen und Teppichen reich decoriert. Seitens der Stadt erschienen Obergespan Källay, Bürgermeister-Stellvertreter Szabados und Vice.Stadthauptmann Brrczy in ungarischer Gala «uf dem Bahnhöfe. Das Publicum harrte mit großem Interesse der Ankunft des Zuges; vor dem Bahnhofgebäude hatte sich eine nach Tausenden zählende Menschenmenge angesammelt, und auch entlang der Dämme und an den Brückenköpfen postierten sich zahl« reiche Menschen. Der Zug fuhr um ll Uhr 14 Minuten in die Halle und verweilte daselbst 31 Minuten, Während welcher Zeit das Dejeuner eingenommen wurde. Das Gefolge bestand aus 35 Personen, welche die Coupes verließen und in der Restauration das Dejeuner einnahmen, während Ihren k. und k. Ho. heiten dasselbe im Salonwaaen serviert wurde. Nach dem Dejeuner erschienen zuerst die Kronprinzessin und später auch der Kronprinz beim Fenster des Salon« Wagens und besichtigten die Decorationen des Bahn» Hofes. Ihre t. und k. Hoheiten liehen durch den Oberst-Hofmeister Grafen Vombelles den Obergespan Källay zu sich in den Salonwagen bitten und erkundigten sich sehr lebhaft über den Forlschritt, den die Stadt Szegedin in der letzten Zeit machte. Obergespan Küllay gab dem Wunsche Ausdruck, die Stadt Szegedin möge inbälde so glücklich sein. das durchlauchtigste Kron-prinzenpaar in ihren Mauern begrüßen zu können, worauf der Kronprinz ebenfalls den Wunsch ausdrückte, das schöne Szegedin je früher sehen zu können. Um 11 Uhr 45 Minuten wurde das Glockenzeichen zur Weiterreise gegeben, worauf das Kronprinzmpaar, am Fenster stehend, die Abschiedsgrüße der auf dem Perron Stehenden in der herzlichsten Weife erwiderte. Ihre l. und k. Hoheiten besichtigten, so lange der Zug das Weichbild der Stadt nicht verlassen hatte, mit großem Interesse die neuen Bauten und erklärten sich von dem imposanten Panorama, welches sich ihren Augen von der Eisenbahnbrücke aus darbot, höchst entzückt." Es sind folgende Depeschen eingelaufen: Bukarest, 16. April. Das durchlauchtigste Kronprinzenpaar passierte heule um 6 Uhr 12 Minuten morgens die Station Bukarest ohne Aufenthalt. Der Hofzug fuhr langsam. Ihre k. und k. Hoheiten faßen am Fenster und erwiderten freundlichst die Grüße der zahlreichen Anwesenden, worunter sich der Polizei-präfect Radu-Liahi befand, welcher seit 4 Uhr morgens die nöthigen Dispositionen getroffen hatte. Constantinopel, 16. April. Für den Empfang des durchlauchtigsten Kronprinzenpaares werden hier große Vorbereitungen getroffen. Leider ist die Witterung heute keineswegs günstig. Es regnet und herrscht eine empfindliche Kälte. Wien, 16. April. (Orig.-Corr.) Im Auftrage des Bürgermeisters beräth der Wiener Magistrat die Maßregeln, welche zum Schutze des Wiener Marktes gegen die Concurrenz des Pressburger Schlachlviehmarktes zu ergreifen seien. Es scheint indessen, dass der letztere auf einen in Ungarn wcchrscheinlich nicht erwarteten Widerstand stoßen wird, nämlich auf jenen der Fleischhauer selbst. In den Kreisen derselben macht sich nämlich eine rege Agitation gegen den Besuch des Pressburger Marktes be« merkbar, und stehen an der Spitze derselben einflussreiche Männer. Auch von dieser Seite wird nun zugestanden, dass in Böhmen und Mähren genügend Vieh vorhanden ist, um den Bedarf Wiens zu decken. Bekanntlich wurde von den Commissionären früher behauptet, dass ohne rumänisches Vieh Wien nicht Iiemlleton. Der Hahn! (Fortsetzung.) Der Erfolg der Jagd hängt jedoch von so außer« ^deutlich viel Zufällen ab, dass man wohl behaupten ^nn, hei keiner anderen Jagd spiele das Glück eine so A,?he Rolle, wie gerade bei dieser. Sei es, dass man Ehrend des Anspringe,^ im steilen Terrain einen ^tein lose gemacht, der die Lehne hinunterkollert und An Hahn Zzum Schweigen bnngt; sei es, dass ein ^"eig, an dem wir im Anspringen gestoßen, zur un> Achten ^ ^ ^^ Schalle bricht; sei es, dass An am Balzplatze zwei Auerhähne gleichzeitig balzen ^?li und man nicht weiß, welchen man anspringen soll; ^r dass eine zärtliche Henne, aufgeschreckt vom ansprin-^nden Jäger, ihren Gemahl in liebevoller Fürsicht auf ^ ihm drohende Gefahr aufmerksam macht und sich mit M empfiehlt; oder endlich, dass es dem Jäger, trotz« "u er wiederholt um den Baum. auf welchem der ^°M lustig weiterbalzt, tanzt, nicht möglich wird, ihn ^" "sehen, bis der Hahn endlich „abreitet"; es sind l Zufälle genug, die den Erfolg in Frage stellen. „,,. Kein Wunder daher, dass der Auerhahnjäger aber« Mulnsch wird und alles Mögliche versucht, um sich die uunische Göttin Diana günstig zu stimmen, und alles lün /'^' ""burch er sich deren Ungunst zuziehen h. Ganz besonders verpönt ist das „Glückwünschen" a ^ Auszüge zur Jagd. Trifft den Jäger das Un. ick -V im Auszuge beglückwünscht zu werden, so bin ^ ^"erzeugt, dass mancher eingefleischte Nimrod in Nick, ^ Unglücksfalle den Gedanken erwägt, ob es ein? l^"" ^""' ^ nicht auszurücken. Wenn daher l,ssy .übende Gattin einem Auerhahnjäger eine ganz »di-l ^ Freude machen will. so braucht sie ihm nnr '" Muck" zu wünschen. Ich kenne allerdings eine Beschwörungsformel gegen die unheilbringende Wirkung des Glückwünschens, doch erinnert selbe an eine Kraft-stelle im „Götz von Bellichingen" und ist nicht salonfähig. Ein Geheimmittel ist auch die Magenhaut des Auerhahnes. Dieselbe getrocknet, gestoßen und in die Patrone geladen, bereitet dem getroffenen Auerhähne den sicheren Tod, dagegen in der Suppe genossen, soll sie ein wirksames Mittel gegen Wechselfieber sein. Doch kehren wir nach dieser Abschweifung wieder zum Auerhahn zurück und beobachten, wie er sich eigentlich während des Batzens benimmt. Ein im lichten Buchenbestande stehender Hahn ist ein wundervoller Anblick. Seht, wie er auf dem Aste hin und her trippelt, jetzt die Flügel hängen lässt und den Stoß ausbreitet, dann wieder still und mit der höchsten Wurstigkeit, wie sich Bismarck ausdrücken würde, seine Arie ableiernd, wie ein Junge seine gut memorierten Schulaufgaben! Balzt er auf einem Baume, so merkt man sehr häufig an ihm gar keine Bewegung, und der Jäger kann höchstens am Oeffnen des Schnabels und am Zittern des unter demselben befindlichen Bartes entnehmen, dass dies der Vogel sei, den er hört. Lässt sich jedoch in der Nähe eine Henne hören, so wird er sofort elektrisiert, stürzt sich zu Boden, wo er noch intensiver fortbalzt; das Gefieder sträubt sich, mit dem Stoße schlägt er ein Rad, schleift stolz die Flügel nach und nähert sich in den tollsten Sprüngen und Capriolen seiner Liebe, die sich, wie überhaupt im Leben, dem Gekose gar nicht widerspenstig zeigt. Nach vollendetem Liebesspiele kehrt er zu seinem Baume zurück, um durch erneutes Singen eine zweite Gesponsin zu berücken. „Je mehr, je lieber", scheint seine Devise zu sein. So liebenswürdig der Nuerhahn der besseren Hälfte — von einer schöneren kann man hier nicht sprechen, denn die Henne steht weit hinter dem Hahne an Schönheit zurück — gegenüber ist, ebenso unver-tläglich, jähzornig und streitsüchtig ist er gegen seine Geschlechtsgenossen. Am heftigsten werden die Kämpfe, wie ich schon vorhin erwähnte, zu Beginn der Balzzeit, wenn es gilt, sich einen Balzplatz zu erobern. Da trifft man wohl manchmal 3, 4, auch 5 Hähne auf der Wahlstatt beisammen, und keines von dem Gethiere traut sich den Schnabel aufzumachen. Bald hört man es von einem Baume Böp, dann wieder von einem anderen Böp Böp, von einem dritten und vierten wieder denselben Ton klingen; doch keiner von den Hähnen hat den Muth, sein Balzlied ertönen zu lassen. Endlich wird die Geschichte einem alten Roue, der schon seit vielen Jahren diesen Balzplatz unbestritten behauptet hatte, zu albern, mit polterndem Flügelschlage stürzt er sich von einem Hahn auf den anderen, so dass der aufgewirbelte Schnee und die Federn umher stäuben und blutige Spuren auf dem Schlachtfelde von der Heftigkeit der stattgehabten Kämpfe zeugen. Dann herrscht Ruhe, stolz sieht sich der Sieger im Kreise um, ordnet sein zerzupftes Gefieder und bäumt wieder auf. Mit hellem Klänge tönt nun sein Aalzlied durch den Wald. und keiner seiner Rivalen wagt es mehr, seine Stimme erschallen zu lassen. Ruhig und traurig sitzen sie da auf dem Balzplatze, mit neidischen Blicken den alten Hahn bei seinen zärtlichen Haremsunterhaltungen beobachtend und vorsichtig nach dem Momente spähend, wo einer von ihnen, einen unbewachten Augenblick erhäschend, mit einer Haremsschönen tändeln kann. Solche alte Herren unter den Auerhähnen soll man jedoch sobald als möglich abzuschießen trachten, denn bei ihren Üiebesspielen ist viel Lärm und wenig Wolle. Wie unvorsichtig die Lüsternheit den Auerhahn machen kann, beweist ein Vorfall, welcher, wenn ich nicht irre, vor kurzem in Oberösterreich passierte. Da kam bei hellichtem Tage ein Nuerhahn ins Dorf ao flogen, um dort zum Entsetzen der Haushähne se,»e Liebeswerbungen bei Haushühnern zu "'»neren, b'ö 'Y>n endlich ein Bäuerlein, welches den leibhaften Gottsel« Laibacher Zeitung Nr. 89 75? !8. April 1884. versorgt werden könne, und jetzt hörte man wieder, ohne die ungarischen Viehmäster sei die Npprovisio-nierung unmöglich. Das Zugeständnis, dass die diesseitigen Länder genügend Vieh besitzen, ist daher bemerkenswert. Uebrigens wird damit nur eine Thatsache anerkannt, denn wenn die oben genannten Länder jährlich enorme Mengen Vieh exportieren konnten, so werden sie wohl auch imstande sein, Wiens Bedarf zu decken. Dass die Eigner bisher den Wiener Markt mieden, hatte seinen Grund einerseits in den hohen Bahntarifen, andererseits in den Verhältnissen auf dem Wiener Markte. Nach beiden Richtungen hin ist nun Abhilfe geschaffen worden. Einige Blätter debütieren wieder mit allerlei Gerüchten von Veränderungen bei höheren Verwaltungs-Posten; der Ursprung dieser Nachrichten ist wohl auf die Stille der Feiertagswoche zurückzuführen. Von Rechtswegen sollten alle derlei Meldungen mit den Worten beginnen: „Wegen Mangel an politischem Stoff theilen wir unseren Lesern die sensationelle Neuigkeit mit. u. s. w." Dann würden die Leser wenigstens wissen, wie sie daran sind, und vor Enttäuschungen bewahrt bleiben. Inland. (Zur Viehmarkt-Frage.) Die „Budapester Correspondent berichtet in ihrer Darstellung der Ver-Handlungen über die Viehmarkt-Frage, dass der Statthalter von Niederösterreich die auf seinen, den Schlachtviehverkehr zwischen Ungarn und Niederöfterreich betreffenden Erlass bezügliche Ocdre direct vom Ackerbauminister Grafen Falkenhayn erhalten hat, der diesen Auftrag ohne Wissen seiner Minister-Collegen, allem Anscheine nach auch ohne Antrag seines Fachreferenten gegeben habe. Die „Pol. Corr." muss diese Meldung schon deshalb als unrichtig bezeichnen, weil der Erlass der Statthalterei aus Veterinär-polizeilichen Rücksichten erflossen ist, die Handhabung der veterinär schieben sein wird. Von diesem Erlasse sind durch den Landesschulrath die Bezirks' und Ortsschulrälhe verständigt worden. (Agram — kroatischer Landtag.) Wie die „Agramer Ztg." meldet, soll der kroatische Landtag gegen Mitte Mai d. I. zur Wiederaufnahme feiner Thätigkeit einberufen werden. Das Arbeitsprogramm ist ein so reichhaltiges, dass zur Erledigung desselben eine zweimonatliche Sessionsdauer erforderlich sein dürfte. Ausland. (Die Bismarck. Krise) ist beendet. Die „Nordd. allg. Ztg." schreibt: „Verschiedene Blätter beschäftigen sich mit Verhandlungen, welche über den Eintritt des Herrn Miquel in das preußische Ministerium stattgefunden haben sollen. Die betreffenden Artikel beruhen ohne Ansnahme auf Erfindung, ebenso wie die sonstigen Lückenbüßer über Ministerkrisen. Es ist weder eine Vacanz noch eine neu zu schaffende Stellung in Aussicht, die zu dergleichen Muthmaßungen Anlass geben könnte. Der Ursprung aller dieser Erfindungen beruht möglicherweise auf subalterner Ausbeutung der Thatsache, dass der Reichskanzler den Wunsch gehabt hat, Herrn Miquel bei seiner letzten Anwesenheit in Berlin zu sehen, ohne denselben aber verwirklichen zu können, weil Herr Miquel vor Empfang der erfolgten Einladung Berlin verlassen haite. Ein solcher Wunsch hat bei den von jeher gutcn Beziehungen zwischen dem Reichskanzler und Herrn Miquel an sich nichts Auffälliges, und können ehrlicherweise daraus doch von niemandem Rückschlüsse nuf Ministcrlrisen und Ministerzukunft gezogen werden. Fürst Bismarck kann sowohl um der Persönlichkeit des Herrn Miquel willen, als auch wegen seiner hervorragenden Stellung in einer angesehenen Fraction und wegen seiner Eigenschaft als L0N8u! (liriFSus einer so bedeutenden Stadt, wie Frankfurt a. M. ist, sehr wohl das Bedürfnis nach geselligem und persönlichem Verkehr mit demsel. ben haben, ohne dass daraus auf eine Ministers isis und Verhandlungen über Neubesetzung noch nicht va° canter Stellen geschlossen werdm dürfte." (Rom.) Die ..P. C." schreibt über die zwischen dem heiligen Stuhle und der preußischen Regierung schwebenden Unterhandlungen und inbetreff eventueller, im Zusammenhange mit der kirchenpolitischen Frage stehender Aenderungen, dass in der letzten Zeit Symp» tome zutage getreten sind, welche dem aufmerksamen Beobachter als ein ziemlich günstiges Kriterium der Situation gelten dürfen. Die sich mit Beharrlichkeit erhaltenden Gerüchte von dem nahe bevorstehenden Rücktritte des deutschen Reichskanzlers von der direclen Leitung der preußischen Angelegenheiten; die Stellung des Ministers Puttkamer, der bekanntlich eine Verständigung zwischen den Conservativen und dem Centrum auf Grund von Concessionen auf kirchenftolitischem Gebiete begünstigt am preußischen Hofe; die wenig diplo- matische Rede des Ministers Goßler in Angelegenheit des Bisthums Posen-Gnesen, eine Rede, die er wohl kaum gehalten hätte, würde er noch eine lange Dauer seincr Ministerschaft erwartet haben: all diese Erscheinungen zusammen werfen immerhin einige beleuchtende Strahlen auf die im ganzen in Dunkel gehüllte Situation. Es muss abermals und abermals betont werden, dass das gegenseitige Vel trauen bei den zwischen dem Vatican lind Be»lin schwebenden Unterhandlungen, mögen sie welchen Charakter immer haben, das erhaltende Lebenselement bildet. Fehlt dieses Vertrauen, so bleiben alle Bemühungen erfolglos. Hoffentlich wird dasselbe in Berlin Platz greifen und wird mau daselbst die Ueberzeugung gewinnen, dass der heilige Stuhl von den besten Dispositionen beseelt ist und nichts anderes, als den Abschluss eines ehrenvollen und dauernden Friedens anstrebt, eines Friedens, der nicht allein der katholischen Bvöllerung Deutschlands zum Heile gereichen, sondern auch dem Princip der Autorität und folgerichtig dem Princip der Regierung, welche beioe in unseren Tagen Erschütterungen erlitten haben, förderlich sein würde. (London.) Der Sieg der Regierung in der Reformfrage, obgleich vorausgesehen, gestaltete sich viel glänzender, als man erwartet hatte. Es ist gegenwärtig wahrscheinlich, dass Herr Gladstone, so wie er es mit der Bill, betreffend daö Grundeigenthum in Irland, gethan, die Reformbill, falls sie von der Pairskammer abgelehnt werden sollte, neuerlich im Unterhause vorlegen und sodann wieder an das Oberhaus gelangen lassen wird. In den Reihen der Conservativen herrscht begreifliche! weise große Bestürzung, und neuerlich wird Sir Stafford Northcote Mangel an Energie und Schlag-fertigleit vorgeworfen. Der Führer der Kampfpartei unter den Conservativen, Lord Randolph Churchill, hat in der letzten Zeit, namentlich unter den arbeitenden Classen, erheblich an Einfluss gewonnen. (St. Petersburg.) Wie der „P. C." geschrieben wird, ist das russische Kaiserpaar am 11. aus Gatschina nach St. Petersburg gekommen, um an diesem Tage an einer mit scenischen Darstellungen verbundenen Soiree des Grafen Tolstoi theilzunehmen, woraus hervorgeht, dass sich letzterer andauernd der höchsten Gunst des Kaisers erfreut. — Die turkestan'sche Commission unter Vorsitz des Grafen Ignatiew schlägt die Theilung Turkestans in zwei Gouvernements, Taschkent) und Margellan, vor. (Oft.Numelien.) Wie der „Pol. Corr." aus Philippopel vom 13. d. M. gemeldet wird, hat die Nachricht, duss das russische Cabinet der Wiederwahl des Fürsten Bogorides zum General Gouverneur von Ost-Rumelien opponiere, daselbst und im Lande eine lebhafte Bewegung hervorgerufen. Eine Deputation des Permanenzcomilcs begab sich zu den Vertretern der Mächte, um denselben eine Resolution, welche sich für die Beibehaltung des General-Gouverneurs auf seinem Posten aussprichl, zu überreichen. Die gleiche Resolution wurde auf telegraphischem Wege dem Sultan und dem Kaiser Alexander III. mitgetheilt. Die muhamedanische Bevölkerung beginnt aus Be- beiuns in dem in seinem Hühnerhofe wüthenden schwarzen Vogel wähnte, mit einem Dreschflegel ein unwaid-männisches Ende bereitete. Eine ebenso seltsame Geschichte passierte im vergangenen Frühjahre im bairischen Walde in der Nähe der Stadt Passau. Dort balzte ein Nuerhahn, wie Horn erzählt, etwa 10 Meter von dem Schießplatze des 16. Infanterieregiments entfernt, unmittelbar neben den unaufhörlich feuernden Soldaten, in nicht mehr als 3 Meter Höhe vom Boden auf einem Aste sitzend. Am hellen Nachmittage fieng der Hahn, als er einiger Soldaten ansichtig wurde, zu balzen an. Einige Ossi» ciere sowie andere Personen, die zufällig oder des Hahnes halber, dessen Aufenthalt und merkwürdiges Benehmen bekannt geworden war, dorthin gegangen waren, griffen ihn; stets gieng er ihnen in Balzftellung entgegen und balzte, wieder freigegeben, wenige Schritte wegstreichend, sofort weiter. Dass solche vollständig beglaubigte Erzählungen dem Mürlein Vorschub leisten, der Aue» Hahn sei über. Haupt verrückt, sehe und höre während des Batzens nicht das geringste, ist begreiflich. Diese Annahme ist nur während des „Schleifens" richtig, vorher und nachher sieht und hört der Hahn ausgezeichnet, wovon sich schon mancher Jäger zu seinem eigenen Leidwesen überzeugt haben wird. Ich könnte verschiedene Herren nennen, welche 3, 4. auch 5 Schüsse schon auf einen Auerhahn gemacht, allerdings immer während des Schleifens. ohne dass derselbe etwas davon gemerkt hätte, bis er endllch getroffen wurde. Andererseits behauptet wieder Vrehm in seinem Thierleben. VI. Band Seite 36, dass der Auerhahn auch Während des Schlelfens höre. und beweist dies mit Versuchen, welche an gefangenen Auerhähnen gemacht wurden. Ob nun ein in Gefangenschaft balzen, der Auerhahn sich auch in diese Aufregung einl'alze» kann wie ein in Freiheit balzender, dies ist wieder eine andere Frage. (Forts, folgt.) Jean Loup, der Irrsinnige von Mareille. Roman nach Emile Nichebourg von Maz von Weißcnthurn. (12. Fortsetzung.) VIII. Eines Morgens zwischen zehn und elf Uhr hielt ein Wagen vor dem «Hotel du Havre" in Paris. Ein elegant gekleideter Mann stieg aus. Es war Blaireau. In dem Knopfloch seines Rockes stak das Band der Ehrenlegion. Er trat in die Portiersloge. „Ich wünsche mit dem Herrn Hotelbesitzer zu reden!" sprach er mit Anstand. „Sie finden ihn dort links in seinem Bureau, mein Herr. Bitte, treten Sie ein." Blaireau that, wie ihm geheißen, und stand alsbald dem Eigenthümer des Hotels gegenüber. »Mein Herr, hier bei Ihnen sind vor etwa drei Wochen zwei aus England kommende Reisende ab-gestiegen, Herr Charles Chevry und Frau?" fragte Blaireau den Hotel-Inhaber. ,.Ia. mein Herr!" ..Herr Chevry ist mein Freund!" „Sie wollen ihn besuchen? Er und seine Gemahlin sind abwesend, sie sind nicht in Paris, und ich wundere mich, dass sie noch nicht zurückgekehrt sind. Vor der Abreise sagte mir Herr Chevry, er werde in drei bis vier Tagen wiederkommen. Nun sind bereits zehn Tage darüber hin!" „Ich weiß es. Mein Freund beabsichtigte, nach Ablauf weniger Tage zurückzukehren, und hat deshalb auch nur einen geringen Vorrath an Wäsche mit« genommen. Doch durch einen gä-'zlich unvorhergesehenen Zufall ist er genöthigt worden, seine Dispositionen zu ändern. Charles Chevry ist nach England zurückgekehrt. Es dürften Monate vergehen, ehe er Wieder in Paris eintreffen wird!" „Nh — mein Herr, ich bin überrascht." «Ich war es selbst nicht minder, als er mir diese Eröffnung machte. Ich komme zu Ihnen, mein Herr. im Austrage Charles Chevry's. Ich soll seine Rechnung begleichen und Sie bitten, mir die Effecten auszuliefern , welche er hier zurückgelassen, da ich ihm dieselben nach London senden soll!" Der Hotel-Inhaber sah Vlaireau unverwandt an. Schöpfte er Verdacht? ..Wollen Sie mir gefälligst Ihren Namen nennen?" „Gewiss. Ich heiße Theophile Lemoine, hier haben Sie meine Karte," sprach Blaireau, dem Wirte eine Visitkarte reichend. Dieser las: „Theophile Lemoine, Civilingenieur, Rue Saint Dominique 92." Der Hotelier schien zufriedengestellt. Trotzdem wandte er das Vlättchen nach allen Seiten und unterzog Herrn Lemoine einer fcharfen Musterung. Blaireall erkannte, dass dem guten Manne eine Frage auf den Lippen schwebe, welche er zu stellen zögerte. „Ich muss noch hinzufügen, dass mein Freund mir geschrieben, er —" „Ah. Sie haben einen Brief des Herrn Chevry? Das ändert freilich die Sachlage wesentlich l" rief der Wirt sichtlich erleichtert. »Ja, ich habe denselben heute früh erhalten. Ifh mufs ihn noch bei mir haben," und er fieng an, )N den Taschen seines Rockes zu suchen, bis er endl'H ein Schreiben hervorzog, welches allerdings den eng/ tischen Poststempel trug und an Hern, Theophile Lemoine adressiert war. ^ Der Hotelier halte keinerlei Veranlassung, aucy nur mehr den geringsten Zweifel zu hegen. Trotzdem fühlte er sich verpflichtet, gewisse Vorsichtsmaßregel" zu seiner Deckung nicht gänzlich außeracht zu lasse". Er nahm deshalb das Schreiben. welches aM London vom 17. November datiert war und Chane» Chevry's Unterschrift trug. Er las dasselbe langsa" von Anfang bis zu Ende. Ein Glück war eS l" Laibacher Zeitung Nr. 89 753 18. April l884. sorgnis, dass der General-Vouverneur nicht wiedergewählt werden könnte, neuerdings stärker auszuwandern. (Im Sudan.) In Berber und Chartum hat sich, seidem General Gordon dort befehligt, die Lage wesentlich verschlimmert. Das ganze Land ist in Auf-rühr, und General Gordon sieht sich, nachdem er die friedlichsten Versprechungen gemacht, genöthigt, die Nebellen mit Waffengewalt zu bekämpfen. Die Aftftro-oisionierung fängt an, große Schwierigkeiten zu bereiten, selbst mittelst der Damftfboote auf dem Nil. da die Rebellen die Ufer besetzen und auf alle Schiffe schießen. General Gordon rechnet auf weitere englische Verstärkungen, fängt aber, da er besorgt, dieselben nicht zu erhallen, an, Vorbereitungen für den Rückzug zu treffen. Die Frage ist nur, ob es ihm möglich sein Wird, Chartum unbehelligt zu verlassen. Hierüber herrschen begründete Zweifel, da er von allen Seiten eingeschlossen ist. Es geht also immer schlechter, und deshalb muss man sich fragen, warum England es sich in den Kopf setzt, Egypten ganz allein zu beglücken. Dazu geht es denn doch zu langsam vor und liefert auch den Veweis, dass es kaum imstande sein dürfte, diese Aufgabe zu erfüllen. (Aus Madagascar.) Aus den ausführlichen Erklärungen, die Herr Jules Ferry in der Kammer« commission für Madagascar abgegeben hat, geht hervor, dass die Unterhandlungen mit den Hooas im Monate Februar wieder aufgenommen und abgebro-chen worden sind. Im Jänner haben mehrere kleine Scharmützel stattgefunden und sind einige Positionen von den Hovas geräumt worden. Man versichert jedoch, dass sie Waffen und selbst Instructionen aus Europa erhalten haben. Die englischen Missionäre in Tanana» rivo sind die Seele des Widerstandes, und sie glauben auf die Unterstützung des neuen englischen Consuls Sickerspill zählen zu können. Die Mäßigung Frankreichs und seiner Bevollmächtigten wird so als ein Beweis der Schwäche erachtet und ausgebeutet. Die Hovas ihrerseits beginnen an einen Vormarsch der Franzosen zu glauben und befestigen sich in der Umgebung von Tananarivo. Admiral Milot ist mit Spe-clalinstructionen nach Madagascar abgegangen, um dort die Punkte aufzusuchen, auf die noch das französische Piotectorat ausgedehnt weiden kann. Die französische Politik in Madagascar wie in Touting scheint darauf hinauszulaufen, dass man gute Positionen einnimmt, sich daselbst gehörig festsetzt und die Ereignisse abwartet. Tagesneuigkeiten. Se. Majestät der Kaiser haben, wie die „Vriinner Zeitung" meldet, der Gemeinde VoZan zur Bestreitung der Schulbaukosten eine Unterstützung von 200 ft. zu spenden geruht. __________ — (Toison-Fest.) Am Ostersountag hat in der Hofourg.Pfarrkirche in Wien das Toison-Ordens, lest stattgefunden, welches der Päpstliche Nuntius. Erz-blschof Vannutelli. mit großer geistlicher Assistenz cele< Alerte. Der Ceremonie wohnten bei: Se. Majestät der Baiser. Ee. k. und k Hoheit Kronprinz Rudolf. Ihre k, ""d l, Hoheiten die Erzherzoge Karl Ludwig. Franz Ferdinand d'Este, Ludwig Victor, Karl Salvator, Eugen. Wilhelm und Rainer. — (Keine Uhlanen-Piten mehr.) Seit längerer Zeit wird in unseren leitenden Armeekreisen bereits die Abschaffung der Piken bei den bestehenden elf Uhla-nen'Negimentern erwogen. Andere Staaten, unter anderen >'auch Nussland, haben die Uhlanen.Pike (gewisse Garde- und Kosaken^Negimenter ausgenommen) bereits abgeschafft und dafür die Bewaffnung sämmtlicher Reiter« Regimenter mit dem Feuergewehr durchgeführt, wodurch die Verwendung der Reiter auch im Feuer- und Fußgefecht ermöglicht erscheint, Auch in Oesterreich hat man seit längerer Zeit bereits die Bewaffnung mit Piken auf das erste Glied der Uhlanen Escadronen beschränkt, während die Mannschaft im zweiten Glied schon mit Carabinern ausgerüstet ist. Nun soll aber — einer Meldung des „Armeebl," zufolge — die Pike gänzlich abgeschafft werden. Die betreffende Mahregel soll bereits definitiv beschlossen sein, so dass die einheitliche Bewaffnung der österreichischen Cavallerie mit dem Carabiuer in Aussicht steht. — (Todtenschädel und Lotterie.) Professor Iuckerkandel erstattete diesertage der anthroftolo« gischen Gesellschaft einen Bericht über eine interessante Entdeckung, die er auf seinen Reisen durch die österreichischen Alpenländer zu machen Gelegenheit hatte. In den Beinhäusern einzelner Friedhöfe von Alftenovrfern fand er unter den aufgehäuften Todtenschädeln einzelne vor. auf welchen sämmtliche Zahlen unseres Lottos, von 1 bi3 90, der Reihe nach aufgeschrieben sind. Nach den Aufklärungen, welche Professor Zucketkandel über diese sonderbare Entdeckung gab, besteht in vielen Ortschaften der Gebrauch, die Schädel verstorbener Verwandter auf irgend eine Weife am Stirnbeine zu kennzeichnen. Die Friedhöfe in diesen Ortschaften sind sehr klein; wenn neue Gräber angelegt werden sollen, werden die ältesten wieder geöffnet und die exhumierten Skelette ins Beinhaus übertragen. Zu Allerheiligen nun verrichten die Dorfbewohner ihre Andacht vor den aufgeschichteten Todten-schädeln ihrer Vorfahren und verbinden mit derselben den wenig pietätvollen Zweck, einen ober den anderen der gekennzeichneten Todtenschädel mit den erwähnten Nummern zu beschreiben; sie werden hiebei von dem immer mehr Verbreitung findenden Aberglauben geleitet, dass derjenige, welcher eine solche Procedur vornimmt, stets Glück im Lotto habe. — (Von Hugo Schenk.) Der Mädchenmörder Hugo Schenk gibt sich bezüglich seines Schicksals keinerlei Hoffnungen hin. Jene Selbstgefälligkeit, der er während der Verhandlung zuweilen Ausdruck gab. verlässt ihn indes auch jetzt nicht, wo er sich der Ausführung deS RichtetsprucheS näher gerückt sieht. Hugo Schenk fpielt sich gerne auf den starten Geist hinaus, und als ihn« ten ehrfurchtsvoll begrüßten. Iu Hofgalawagn, erfolgte sofort die Fahrt nach Mdiz-Kioök. Alle im Hafen ankernden fremden Schiffe waren beflaggt. In der öfter-reichisch-ungarischen Colome herrscht große Begeisterung. Constantinopcl, 17. April. Das Kroi^prinzenpaar wurde auf dem Perron von Mdiz-KioLt vom Gruß' vezier und den Kämmerern empfangen und in den Thronsaal geleitet. Der Sultan giküg dem hohen Paare entgegen und brwillkommte die Gäste; er bot der Kronprinzessin den Arm und erkundigte sich um das Befinden des Kaisers und der Kaiserin, woraus die Vorstellung der gegenseitigen Smlen und V^rab-reichung von Erfrischungen folgte. Nach rilwiertrl-stündigem Aufenthalte verabschiedete sich das K»cm Prinzenpaar. Der Sultan bot wiederum der Kronprinzessin Stefanie den Arm und begleitete die Gäste bis zum Perron. Eimge Minum, darauf erwiderte der Sultan in drm den hohen Gästni zur Verfügung gestellten Kiosk den Besuch. Das Krolwrmzenpaar besuchte nachmittags in Galawägen die Stambuler Moscheen.___________ Darmstadt, 17. April. Die Königin von England und Prinzessin Beatrix find vormittags hier ein-getroffen. München. 17. April. Der deutsche Geographelltag wurde eröffnet. Nachdem Professor Ratze! die Versammelten begrüßt hatte, übernahm Prinz Ludwig den Ehrenvorsitz. Vreslau, 17. Nplis. Die „Schlesische Volks zeitung" berichtigt ihre über die Resignation des E>z-bijchofs Cardinal Ledochowsti gebrachte Meldung dahin, dass die Resignation wohl eingereicht, vom Papste jedoch nicht angenommen worden sei. London. 17. April. Harcourt hielt in Derby eine Rede. worin er erklärt, England habe nicht das Recht, Egypten zu annecliercn, da dort auch andere Mächte Rechte hätten. Die dauernde Verwaltung Egyfttens durch England würde zu unausgesetzten Verwickelungen mit den anderen Mächten führen. Kairo. 16. Aplil. Mr. Varing ei hielt eine Depesche dcs Generals Gordon vom 8. d. M., wonach ein Spion von dem sich am Vlaucn Nil aufhaltenden Saleh Pascha angekommen fei, welcher aussage, das« alles gut geht und Saleh 500 Reiter und 57 Schiffs, ladungen Oetteide mitführe. Infolge innerer Uneinigkeiten in Kordofan sei die von dem Mahdi organisierte Expedition gegen Chaitum aufgegeben; es scheme, dass sich zwei Parteien in d^ Auflehnung gegen den Mahdi befänden. Saleh Pascha's Vrtsuch. dm Sheik von El. Oveid gefangenzunehmen, sei misMngen. Kassala und Sennaar seien gesichert. Handel und Volkswirtschaftliches. Verlosung. Pfandbriefe der Bodencreditanstalt. Vei der am 15. d, M. vorgenommenen Verlosung wurden in der Hauptzichuna nach» stehende Höhcrc Gewinste gezogen, und zwar fiel der Haupttreffer mit 50 000 fl, auf Serie 2634 Nr. 28. der zweite Trrffcr mit 2000 sl. auf Serie 3126 Nr. 84, ferner gewannen je 1000 fl. Serie 1625 Nr. 28 und Serie 2272 Nr. 72. In der hierauf folgenden Tilgungszichuna, wurdeu die nachstehenden fünf Serien gezogen: Serie 571, 1471. 3795, 3943 uud 3951. welche je die Nummern von 1 bis 100 enthalten uud mit dem Gewinste von 100 fl. eingelöst werden. Angekommene Fremde. Am 16. April. Hotel Stadt Wien. Rciling, Kaufm., München. — Ritter v. Latzcl. k. k, Obcrfinanzrath; Wintercholcr, Vaumgartner, Hclfcrich und Grüulicrg, Kaufleute, Wien. — Klein, Kaufm,, Prag. — v. Hostincl, l, f. General. Graz. — Ritter v, Schneid, Gutsbesitzer. Görz, — Urbantschitsch, Gutsbesitzer, Billichqraz, Rudez. Gutsbesitzer. Feisteubcrg, — Moline, Private, hicu-marltl. — Loi Maria, Private, fammt Tochter; Röthcl Maria, Private, und Vartelmä, Privatier, sammt Frau, Gottschcc. Hotel Elefant. Kretsmar Edle v, Fichtenau, Fabriksdirectorö-Gattin, Budapest. — Vcunc sammt Tochter, III. Feistrlz. — Ahaeie, Fabrikbesitzer, Ncumarktl. — Brcncc, Moseti«,'. Bairischer Hof. Paultt. Besitzer, Waisach. Verstorbene. Den 16. April. Maria Turin, Wcichcnwächters-Gattin, 54 I., Pctcrsstraße Nr. 64, Lungcntuberculose. — Pater Am« brosius, Johann Ivanc, Frauciscauer-Ordcnspriester, 24 I,, Marien - Platz Nr. 5, Lungeutubcrculosc. — Frauz Klopcie', Mchlhändlcr, 69 I,, Wiencrstraßc Nr. 14, Lunaentubcrculose. — Paul Mciak, Taalöhner. d. g. Sträfling, 32 I,. Castcllgassc Nr. 12, Lungentuberculosc. Meteorologische Beobachtungen in Laibach. Z Z'5? Z ° ____ ^/> ^ 7 ll. Mg. 728.14 ^-10.2 NO. schwach ganz bew. <. « 17. 2 „ N. 728.66 ^-13.0 NO. schwach bewölkt ^ ',.. s» « Ab, 729.06, ^ 9,9 NO. schwach fast heiter "^en Regnerisch. Bormittags Regen, nachmittags bcwöllt. gegen Abend ziemlich ausgchciiert. Das Tagesmittel der Wärme ->- 11,0", um 1,7° über dem Normale. Für die Redaction verantwortlich: Otto mar Bam berg. W Die Unterzeichneten a/ben tief ergriffen Nach« M ^ richt, dass ihre imiigstgelicbtc Tochter, bcziehungs- W « weise Schwester. Schwägerin und Tante, Fräulein W > Johanna Winker > hcnte nachmittags 2 Uhr nach langem Leiden, vcr« ^ ^ sehen mit den heil. Sterbcsacramenten, sanft ent- W W schlafen ist. W ^ Die Beerdigung der theuren Verblichenen findet M M Samstag, den 19. d. M., um 3 Uhr nachmittags M M vom Sterbehause Congressplatz Nr. 13 auf dem M M Fricdhofe zu St. Christoph im eigenen Grabe statt, M ^ Die heil, Seelenmessen werden in der Francis» W canerkirche gelesen werden. W ^ Die Verstorbene wird dem frommen Andenlen W ^ empfohlen. M M Laibach am 17. April 1884. D W Albert Trinker, Handelsmann; Therese Trinker, M W Eltern. — Albert Trinker, Beamter der Nordwest' M ^ bahn, Bruder. — Olga Gartenauer geb. Trinler; M ^ Sinn Trinker, Schwestern. — Prof. Dr. Heinrich M W Gartenaner, Schwager. — Anna Trinler geborne W W Sellner, Schwägerin. — Hedwig Trinler, Nichte. W VcerdigmiMnstalt des Franz Doberlct. Laibach. ^ Danksagung. > Gefertigte fühlen sich tief verpflichtet, dem Herrn W Oberst Fux dcS 17. Infanterieregimentes Freiherr « von Kühn sowie allen Herren Oberosficicren, Ossi' ^ eieren und Unterofficicrcn, dem lüblichen Veteranen- M vereine und allen anderen, welche dem nun in Gott M ruhenden Vater W Franz Kinkel > pens. l. k, Finanzwach^Oberaufschcr und Besitzer des W Armce-Ehrenlrenzes M das ehrenvollste Geleite zu Grabe gaben, den besten W Dank zu sagen. Dem Herrn Oberst Fux erlauben M wir noch insbesondere unsern Dank für die Ueber» >> lassung der Militärmusillapclle auszudrücken. W Laibach am 18. April 1884, W Lcop. Kinkrl, Friedrich Kinkel, W Schwiegertochter. Sohn. W 755 Ämkulalt zur LMacher Zeiluna Nr. 89. V5 ^ Ireitag, den 18. April 1884. li570-2) Kunämackun«. Nr. 5863. ^. In dem k. k. Civil-Mädchenpensionatc in ^«len, dessen Hauptzweck ist, Lehrerinneu für Mentliche Vollsschnlen und Erzieherinnen für unmilirn hcrnnznbilden, kommen mit Beginn °cs Schuljahres 1884/85 ein Militär-Lotto« ^l'ftplatz, ein Nako^Stiftplatz und zehn Staats-«tlftplätze zur Besetzung. Auf dicfc Freiplätzc yaben bei gleicher Vorbildung und Würdigkeit Zunächst die von beiden Eltern, dann die vom "ater, hcruach die von der Mutter verwaisten Und in Ermanglung solcher nicht verwaiste Züchter vuu Civil «Etaatsbeainten (auf den er> ledigtcu Militär°Lott0'St!ftftlatz Töchter von t. t. Officicren und Militärbeamten in gleicher "cihensolge) Anspruch. Nach dem Statute (Verordnungsblatt für den Dienstbereich des Ministeriums für llultus !«'^ "^^'^ ausgegeben am 15. Dezember !«I .' .^.^, ^lV.> wird zur Aufnahme in oas t.k. (lwil.Mlldchen.Pensionat erfordert: u) El» Alter zwischen 13 und 15 Iahreu. "1 ein gesunder und normal entwickelter Körper, ^ sittliche Unbcscholtenhcit, ") diejenigen Kenntnisse und jenes Mah gci« siigcr Reife, welche von einer absolvierten Schülerin der sechsten Classe einer acht- . classigcn Volksschule zu fordern sind, f> ^nutnis der deutschen Sprache, ^ Vorkcnntnissc in der französischen Sprache und im Clllvierspiele. .. , Der Nachlocis der Ausnahmsbedingungen ^ b) ui,d «) ist durch amtliche Zeugnisse, jene ^ Bedingungen cl) n) und l) durch ein für Ueu Zweck «n einer Staatsanstalt für Bildung "N Lehrern oder Lchrcriuncn zu crwcrbeudes Zeugnis zu erbringen (Verordnnngsblatt des ,.'Esters für Cultus und Unterricht vom 2, De-bl?.. ^^5, g. 19 066, Minist.-Verordnuugs-ein, , ^' ^2), welches nebst den Noten über die w Men Schulgcgenständc und der Angabe, wie tz^l die Voikenntnisse in der französischen Un^^ "^^ ''" Clavierspiele reichen, das End« tz M llusznsprcchen hat, ob der Prüfling nach l i /Mng uud Wisscu zur Ausnahme in das y'tz. "wilMädchenpcnsiouat sehr gut, gut, gc-bollo °^^ minder gcuügend geeignet ist. Zur die k"E^MMu"g. bcr Vcdingilng d) werden Pe HugNnge noch vor ihrem Eintritte in das zon« ""l cincr ärztlichen Untersuchuug unter-Nllf.,.' ^urch deren Ergebnis die wirkliche Aus. "Vw bedingt ist. "le Gesuche um diese Stiftplätze sind längstens bis 15. Juli l. I. lNi^ Direction des k. l. Mädchcn»Pensionatcs ^,^"' Iosesstlidtcrslrahc Nr. 41) einzusenden. Nnlli ^. ' "ben angeführten Documenten müssen "1 ociaebracht werden: didlll- ) ^'" legalisierter Revers*, dass die Can« "nch?s, "^ Vollendung ihrer Erzichuug und slen» s legung der Rcifeprüsnug durch wenig-oder ,^ Jahre alS Erzieherin in Familien der»tw!v Lehrerin an öffentlichen Schulen sich ""fen wird; "-) cm legalisiertes Mittcllosigkeitszeugnis^ Und U 3,°^ letzte Anstcllungsdccrct des Vaters Aiull ""^^ bcs Ablebens desselben oder der ^. zugleich die bczüglicheu Todtenschcine, Gescl,.«^^"" Gesuche ist serner die Zahl der selbe ., bcr Candidatin nnd wie viele der-hübe k s^Nt s'ud. anzugeben, dann sind die "der d? cA^''ac oder der Pension des Vaters bch. "^ -utntter und der allfälligc Erziehungs» ^lten, ^" Kandidatin, das Vermögen der des N„> r ^es Kindes, endlich die Dienstzeit ^weisen ? bestinuut und glaubwürdig nach» «elente «i c " ^"^ einlangende oder nicht gehörig besuche können uicht berücksichtigt werden- Ren^!! ^" k. l. Civil-Mädchenpensionate ie e Vrcrc Zahlzöglinge aufgcnom,ne». yavcn den oben Lud u) bis t) angeführten Aufnahmsbedingungen zu entsprechen und erhalten gegen ein jährliches Vcrp cgskostcn« Pauschale vou Achthundert (600) Gulden im Pensionate nebst Erziehung und Unterricht die Wohnung, Kost, Kleidung. Wasche ärztliche Pflege durch die Institutsärzte, tue Lernmittel und die sonstigen Erfordernisse. Die Verpflcgstostcn-Pauschalbetrage sind in vierteljährlichen Raten vorhinein an die Instilutscasse zu eutrichtcn und werden m keinem Falle zurückgezahlt. . Wegen Aufnahme von Zöglingen, die zur Ausstellung eines Reverses niclit verpflichtet sind, wolle man sich brieflich an die Frau Ober» Vorsteherin des k. f. Civil-Mädchcnpcnsionatcs, Helene Freiin von Nodiczlu (V11I. Ioscsstädtcr» straße in Wien), wenden. * Revers-Formulare für Petenten «m Stiftplätze. Für den Fall, als mir ein Frciftlatz im k. k. Civil«Mädchcnpcnsionate in Wien verliehen werden sollte, übernehme ich mit Zustimmung und Genehmigung meiner gesetzlichen Vcrtrc», tuug (meiner Vormundschaft) hicmit die Verbindlichkeit, nach Vollendung meiner Erziehung und nach Ablcgung der Reifeprüfung durch wenigstens 6 Jahre als Erzieherin in Familien oder als Lehrerin an öffentlichen Schulen mich zu verwenden uud iu dem Falle, als ich vor Erfüllung dieser Verbindlichkeit meinen erwähn« ten Beruf aufgebe» sollte, die für mich im Pensionate aufgewendeten Verpflcgskostcn im entsprechenden Betrage zurückzubczahlen. Urkunde dessen:c...... (Unterschrist des Zöglings und Genehmigungs« ertlärung des Vormundes nud der Vormuud' fchaftsbchörde) Wien am 30. März 1884. Vom l. l. Ministerium für CultuS nnd ________Unterricht._______ (1590—2) Eoncur»llu»fckreibunu Nr. 2148. Iu der Landes.Zwangsarbcitsanstalt zu Laibach kommt die Stelle des Controlors, mit welcher der Iahrcsgchalt von 1000 fl., der Bezug von 1^2 Proccnt des Fabrilsertragcs und der Anspruch auf vier in die Peusiou nicht einrechcnbare Quiuquennalzulagen ü, 100 fl, verbunden ist, zur Wicdcrbcsctzuug — rveutuell eine Buchhaltungs-Officialsstelle mit 1000 fl. oder 900 fl, Iahrcsgchalt. mit dem Ansprüche auf die Memmäßigeu Quiuqucmialzulagcu, sowie eiuc Buchhaltuttgs-Ingrossistenstellc mit 700 fl. Iahrcsgchalt nebst Quiuquenlialzulagcu. Bewerber um eine dieser Stellen wollen ihre belegten Gesuche unter Nachwcisuug der mit gutem Erfolge nbgclcgteu Prüfung aus der Vcrrcchuungstnnde, des Alters, des Standes, Anzahl der Kinder, dann ihrer Studien, der bisherigen Dicustlcisiuug uud ihrer Sprach« lcnntnissc im Wege ihrer vorgesetzten Behörde bis 15. Mai 1884 beim lrainischcn Landesausschusse überreichen. Außerdem ist im Falle des zwischen einem Be» Werber uud ciuem der Beamten des Landes« ausfchuffes bestehenden Vcrwandtschafts- oder Schwägcrschaftsverhältuisses der Grad desselben iu dem Gesuche anzuzeigen. ____ Thurn ui. i'. (1574—3) Gerickl»aäjunctenftelle. Nr. 1628. Bei dem k, t, Bezirksgerichte Obcrlaibach ist die Bezirksgerichts'Adjunctenstellc mit den Bezügen der IX, Nangsclasse in Erledigung gekommen. Die Bewerber nm diese oder bei einem anderen Bezirksgerichte im Falle der Ucbcrsetzung erledigte Stelle wollen ihre Gesuche, in welchen auch die volle Keuutnis beider Landes« sprachen nachzuweisen ist, im vorschristsmä'b>M Wege bis 2. Mai 1864 Hieramts einbringen. Laibach am 14 April 1884, it. l. Uandesgerichts'Priisidium. (1444—3) Hekreiftetle. Nr. 401. Die Lehrerstellc au der einclassigen Volks« schule in Nob mit dem Iahrcsgehalte von 450 fl. und dem Genusse der Naturalwohnung ist dc< finiliv. eventuell provisorisch zu besetzen. Bewerber haben ihre documcuticrtcn Go suche im vorgeschriebenen Dienstwege bis 15. Mai 1884 beim gefertigten t. l. Äczirtsschulrathe ein« zubringen. K. t. Bezirtsfchulrath Gottschee, am 4ten April 1884. _____ (1582-2) Hekrerftelle. Nr. 234. An der drciclassigcn Volksschule iu Natschach bei Stciubrücl ist die zweite Lehrerstellc, mit welcher ein Iahresgehalt von 500 fl. verbunden ist, definitiv, eventuell provisorisch zu besetzen. Bewerber um diefe Stelle haben ihre vor« fchriftsmäßig instruierte» Gesuche im vorgeschrie-bcucn Wege bis 10. Mni 1884 Hieramts zu überreichen. K. t. Bezirksschulrat!) Gurkfeld, am 14tcn April 1884. (1589-2) iLekrerftelle. Nr. 195. Au der zweiclassigen Volksschule zu Mitter« dorf iu der Wochciu ist die zweite Lchrerstelle, mit welcher der Iahrcsgchalt von 400 fl. nebst einer widerruflichen Bonification jährlicher 20 fl. und die Naturalwohuung im Schulhause verbuuden ist, definitiv, eventuell provisorisch zu besetze». Bewerber um diese Lchrcrstclle wollen ihre gehörig instruierten Gesuche im vorgeschriebenen Wege bis 10. Mai 1884 hicramts überreichen. K. l. Bezirksschulrats Nadmannsdorf am 14. April 1884. (1542-3) KunämaHun«. Nr. 8229. Der Magistrat van Trieft hat behufs Vcr« sorgung der dortigen Stadt mit hinlänglichem Trink» und Nutzwasser mit der Eiulage