An!mHtv Sntmm. ^ »39 Samstag am z». November »84O. I^atbach, am ,7. Vtttvember. Aus einem uns vorliegendenMiener Vriefe vo.« ,4 d. M theilen wir unsern «eseru d»e nicht unwichti.^ Nachricht mit, daft zwei der künftige«Minister, GrafTtadiun und^e-lir a-ürst Schwär; end era, dleser Tage acaen sicbenbnrttische Depntirten sich geäu-ftcrt haben, daft sie fiir die Me.chbere<5tl. a«nft aller Nationalitäten der ofterrelcht-sckeu Monarchie und für die fre.e (5ntwlc-telunft und Verwaltung derI vergebenen Provinzen durch ciOcne Provinzial-Parlamente und aller dieser dnrch ein O eutral-Par-lament in 2^3ien thätigst arbeiten «nd «nr unter diesen Vedingnngen die MlUlfterftel-len annehmen werden. Demnach werden die ! Hlovenen volle Gerechtigkeit erfahren und die Universität in Laibach mnst auf diese Art ohne Zweifel zu Staude kommen. Laib a ch, am l7. Nov. Herr A n t 0 n L a sch a n Abgeordneter dcs Hauptwahlbezirkes zu Neustadt!, hat an die Redaction nachstehenden Ncchtsertigungsaussatz alls Frankfurt eingesendet, den wir sammt dem Einbe-gleitu,lgsschreibcn hiermit ungesäumt verö„entlichen-. Ew. Wohlgeboren! Ich bin in drm Falle, Slc dringend darum ersuchen zu müssen, daß Sie die Ge wogcnheit haven wollen, meinen brikommenden, mir ad-gedrungenen Aussatz in Ihr nächstes Blatt aufzunehmen. Ich h"be keinen Grund anzunehmen, daß Sie mir dieß versagen könnten; m ocr Ferne, ohne Mit-tel zu persönlicher Verständigung, da wäre cs denn doch zu schmerzlich, wemi ich hinnehmen müßte, was mick herabwürdigt. Nein, ich weiß, Sie keunen ln Ihrer öffentlichen Stellung die Pfiicht zu M. dem Angerissenen Naum zur Rechtfertigung zu gcden, alc' daß ich meine obige G'ttc zu wiederholen leuchte Mit ausgezeichneter Hochachtu.lg, Ew. Wohlgeboren ergebenster Diei^er i! a schau. Frankfurt a. M., 8. Nov. l848. Die allhicr auf dem Araunsels heule neu ausgelegte Nummer l3l der .^aioachcr Zeitung" von» 31. October d. I. enthätt einen Artikel des Inhalts! „daß das Volk dcs seinem constitutioneUcn Kaiser treu ergeben, Krain's '.'ine Deputirtcn von Frankfurt zurückberufen haben will, die ganz lautlos im Parla,-mente sitzen, sich selbst, nicht aber das «and vertre-ten, welcheS sie ohnehin lwwn« vnllms hlnausge-schickt hat.« Dieser A^sall aus die (statt zu sicben nur zu dreien) hier weilenden Abgeordneten aus Krain legt mir, so weit meine Person dabei bethciligt ist, die Wicht zur so augenblicklichen theilwciscn Erwiederung aus, daß ich mir nicht erst die Zeit nehmen k>",», mit meinen öandsleuten, h,.,^ Herren Schrott und v. Gold, mich darüder zu besprechen, indem ich es ih-nen überlassen muß, zu thun, was sie ihrerseits sür geeignet erachten mögen. Jener Artikel d^r «öaibacher Zeitung« reißt aus dem Beginn der Debate über die Frage der künftigen Stellung Oesterreich's zu Deutschland zwei Nedc stellen der Herren Giskra und Wiesner zusam. mm lianglos heraus und ignorirt die in derselben Ncichötagssitzung vom 20 October d. I. im entgegengesetzten Sinne gehaltenen Reden der Herren Fritsch, Arnttl) und v. Würth. Die erwähnte hochwichtige Frage kam übrigens tlst „Ich su'nflägiger Verhandlung am 27. October d. I. zur Erledigung, und es sprachen außer den bereits Genannten wohl noch an die fünfzehn Redner wider die Personal-Union. Was mich anlangt , so war ich für eine die Ex> treme bekämpfende Richtung zum Wott vorgemerkt, fand mich aber bestimmt, dasselbe dem Reichstags' Präsidenten Herrn v. Gngern abzutreten, der zur Tribune nicht vorgemerkt w^>r, durch den Verlauf der Debatte aber zu dem Wunsch« angeregt wurde, in ebenfalls vermittelnder Richtung zu sprechen. Ich räumte meinen Pl.itz in der Ueberzeugung, daß der schun einmal in einer auch hochwichtigen Angelegenheit so — ich möchte sagen — bewältigend ge wrsene Einfluß der Rede dieses großen Slaatsman-nes unbedingt wirksamer eingreifen werde, als die Worte, die ich sprechen könnte. Abgesehen von der vorübergehend hingeworfenen ilusicht bezüglich Polens und Italiens ist die vom Hrn. v. Oagern in der eigentlichen Sache während der Sitzung vom 2 deutsch» magyarischen Zwecke durchzusetzen. Wenn sie durch den schmach vollen U. October, welcher die Slaven wieder in das alte Joch schmieden svllte, ihre Zwecke dennoch nicht erreicht hat, so ist di<ß einerseits der Demonstration der slavischen Deputirtcn, die durch das rechtzeitige Verlasse» des Reichstages jedes Terromirel« der Mehr» heit desselben vereitelten, und andererseits dem ene» gischen Auftreten der Slaven und der Negierung zu« zuschreiben. Die Absicht der ultra, deutsch, magyarischen Par. tei liegt klar am Tage: Oesterreich muffe um jeden Preis zerstört werden, damit die slavische Mehrheit seiner Bewohner das bisherige Joch nicht abschütteln könne, — und damit die österreichischen Slaven sich ja nicht einigen und vereint helsen können, müssen sie getheilt und zerrissen, und sodann der eine Theil dem großen einigen Deutschland, der andere dem Ma, Mllenreiche einverleibt werden. — Und zu diesem lob, lichen, daß politische Daseyn von 18 Millionen Menschen vernichtenden Zwecke, verbindet sich eine democratisch seyn wollende Faction der Deutschen mit den Magyaren, führt in ihrer Verzweiflung einen Machtstreich in Wie» aus, und schreit in die Welt hinaus, daß sie für die Freiheit kämpfe gegen Kamarilla und Reaction, die Niemand gesehen und die nur in ihrcn tollen Köpfen sputt. — Der Slave, blr zum Selbstbewußtseyn gllangt, die hundcrtjäh. rige Knechtschaft vergessend und verzeihend nur glei. ches Necht sucbt, wird als Neactionär verdächtiget und verschrien, well er nicht begreifen will, daß cs nur eine deutsch - magyarische Freiheit gibt und er für sich eine slavische anspricht. Es fragt sich nun, welche Politik sollen die Sla. ven in Oesterreich bei diesen Verhältnissen beobachten? Ich glaube, daß festes, einiges Zusammenhalten und Zusammenwirken ihnen vor Allem Noth thut. In der Einigkeit liegt die Kr:ft. Dieß haben sie bereits bei den jüngsten Ereignissen bewiesen, und es ist nicht zu zweifeln, daß sie in ihrem brüderlichen Einvrrstä'nd-nisse ausharren werden; denn nur dadurch werden sie trotz aller löblichen Allianzen d«s Kossuth und trotz aller Beschlüsse der Paulskirche das erreichen, was ihnen als angeborenes und unveräußerliches Recht gebührt, nämlich ein se lbststand igcS nationa. les Leben aus Grundlage jener Gleichberechtigung, die nicht bloß als cin todtes Wort auf dem Papiere erscheint, son-dern in der freien, un beirrten Vntwicke. lung der slavischen Sprache und Schrift in Schule und Amt, im Gerichtswesen und der Administration, in Kunst und Literatur sich äußert. Ein nationales Leben in diesem Sinn,, wie cs bereits alle andern Voller haben, und welches den Slaven durch Jahrhunderte auf die ungerechteste und empörendste Weise vorenthalten wurde, können und werden die österreichischen Slaven nur in einem neutralen, selbst ständigen Oesterreich, „ie aber weder in einem deutschen Deutschland, noch in einem magyarischen Ungarn erlan. ge„, „ daher die leitende Grundidee unseier Politik die Erhaltung eines freien, nach Innen starken, nach Außen mächtigen democra. tisch, constitutionelle», Oesterreichs seyn muß. Es kann somit weder von einer Unterordnung der ungarischen Slaven unter eine magyarische sse» 734 giellmg, noch von einem innigsten Anschlüsse Oester. «ichs an Deutschland mit Unterordnung des erster» unter die (Zentralgewalt, ^am allerwenigsten aber von einem Ausgehen Oesterreichs in Deutschland die Nede seyn. Wir Slaven Oesterreichs müssen daher nicht nur gegen dergleichen Zumuthungen der anti-ösier^ reichischen Partei protestiern, und nöthigensalls glgcn die Durchführung solcher Plane, wie sie am 6. Oct. in Wien versucht wurden, wie ein Mann aufstehen, sondern es ist auch die höchste Zeit, daß jene sla. vischen Bezirke, welche Abgeordnete nach Frankfurt geschickt haben, selbe a l sogleich zurückberufen. Oder sollen wir sie viel' leicht dort noch ferner darum belassen und ihnen Dia' ten zahlen, damit sie zu den Beschlüssen über die Auflösung Oesterreichs und Einverleibung eines großen Theils desselben zu Deutschland beitragen, und ihnen durch ihre Anwesenheit den Schein der Legali-tät geben? Nun und immermchr. Und wenn Ihr Volksvertreter in Frankfurt glaubet, die österreichischen Slaven werden Eucre Beschlüsse anerkennen, weil unter Euch wenige Abgeordnete einiger österreichisch-slavischen Länder sitzen, so irret Ihr Euch gewaltig. Da5 Mandat dieser Abgeordneten geht nicht dahin, Oesterreich zu zerreißen, — über daS Fortbestehen oder Nichtfortbestehen Oesterreichs haben nur die österreichischen Völker, keineswegs aber die Paulskirche zu entscheiden, und die dießfallige» Debatten und Be. schlüsse in Frankfurt müssen somit als incompetent, illegal und daher als null und nichtig erklärt werden. Die Mehrzahl der österreichischen Staatsbürger wiN Oesterreich erhalten, und da sie das Necl't dazu hat, so muß Oesterreich fortbestehen. Sollte aber das Schicksal dennoch es anders wollen, so dürfen sich die Feinde Oesterreichs keine Hoffnungen machen, sich mit den Trümmern desselben zu bereichern, denn in einem solchen Falle wird sich Jeder das nehmen, wa5 ihm gebührt, und das slavische Gebiet werden sich bi« Slaven behalten. Die Slaven Oesterreichs können und dürfen nicht getrennt werden, ihre Vertreter müssen und werden in einem und demselben Reichs-Parlamente sitzen, denn nur dadurch ist ein großer, einiger und mächti. ger Staat denkbar, der ihnen Schulz nach Außen und Garantien für die freie Entwickelung ihrer Nationalitat im Innern bieten wird. Darum muß dic Konstitution, welche der österreichische Reichstag sm die gegenwättig in demselben vertretenen Völker aus. arbeitet, auch den ungarischen Slaven zu Theil wer. den, und man hätte daher wohl mit größerem Rechte die Vertreter der ungarischen Völker zum constituiren-den österreichischen Reichstage, als jene der nicht un-garische» Oesterrcicher zur Volksversammlung nach Frankfurt einberufe,, können. — WaS aber nicht gc. schehen ist, kann noch geschehe», und wir wünschen im Interesse aller Völker der Monarchie, daß es geschehe. Eine solche Berufung der Vertre. ter aller Völker Oesterreichs in ein Parlament würde vielleicht ohne Prajudicirung der künf< tigtn Gestaltung und Eonstituirung der einzelnen Länder, welche eben in einem solchen Parlamente hinsichtlich der wechselseitige!» Beziehungen am leichtesten festgesetzt werden könnten, — die obschwebenden Wir rcn beilegen, und jene Föderation der Völker »rzweckcn, welche als das sicherste Mittel des Fort. bestehens eines glücklichen und mächtigen Oesterreichs allgemein anerkannt wird. Eine Hindeutung aus die Einberufung der Ver. treter aller Theile der Monarchie in ein Parlament ist bereits in dem Manifeste Sr. M. an die Ungarn vom 3. October d. I. entHallen, wo es wörtlich heißt-. „Wie sofort die Einheit der Wahrung und »Bettung der gemeinsamen Interessen dcrGesammt. »Monarchie aus bleibende Weise hergestellt, die glei-»che Berechtigung aUer Nationalitäten für immer ge »wahrleistct, und auf dieser Grundlage die Wechsel „bezichnngen aller unter unserer Krone vereinigten «Lander und Völker geordnet werden soll, wird das „Gce.gnete mit Zuziehung von Vertretern „aller The. le berathen und im geschlichen Weae „festgestellt werden.« " Wir hoffen, daß die hier in Aussicht gestellte Beiufung der Vertreter aller Theile der Gesammt-Monarchie zur Ordnung znr Einhnt, znr Wahrung und Leitung ihrer gemeinsamen Interessen ehestens erfolge, so wie »vir mit Zuversicht erwarten, daß sich die Regierung über die künftigen Verhältnisse zu Deutschland und zu den Beschlüssen der Paulskirchc vom 27. October offen und ehrlich aussprechen wer. de, wie wir es thun, damit die Feinde Oesterreichs wissen, daß ihre Beschlüsse an dem festen Willcn der großen Mehrzahl der österreichischen Staatsbürger und ihrer Regierung, Oesterreich zu erhalten, scheitern müssen und scheitern werden. Und wenn alle Diademe erbleichen, so wird das österreichische in neuem und höherem Glänze sich zeigen, umgeben von 35 Millionen freier und glücklicher Staatsbürger. ") Görz, im October 1848. I. Doliak. W i e n. Mit MiilisterialSchrciben vom 12. d.M. wurde dem Reichstags-Vorstande das nachfolgende, von Sr. Ml'jestä't aus Olmütz am io. d. M. erlassene Eabi nets - Schreiben mitgetheilt: »Wir Ferdinand der Grste, konstitutioneller Kaiser von Oesterreich. König von Ungarn n. tt." »Wir haben mit Unserem Patente vom 22. October 18^8 alle zum constituirenden Reichstage erwählten Volksvertreter aufgefordert, sich bis znm 15 November i84s in der Stadt Kremsscr zuverlässig einznsindcn, um daselbst die Berathungen in Bezie hung aus die Versassung fortzusetzen." „Es wurde Uns vorgestellt, daß viele der Abgeordneten in ihre Heimath gcreisct seyen, und daher nur mit Schwierigkeiten zur rechten Zeit an dem bezeichneten Orte eintreffen können." „Auch ist Uns zur Kenntniß gekommen, dasi die Vorbereitungen, welche wegen der Localitäten dcs Reichstages und in Absicht auf die Unterkünfte der Reichstags-Abgeordneten, so wie für die übrigen Bedürfnisse getroffen werden müssen, nicht mit Zuver. lässigkcit bis zum 15 November 1848 vollendet seyn dürften," ,)Endlich ist es von Wichtigkeit, daß gleich bei dein Beginne der Verhandlungen die möglich größte Zahl der Abgeordneten sich cinsinde." «In Erwägung dieser Verhältnisse finden Wi> Uns bewogen, den Tag zur Wiedereröffnung des con. stituircndcu Reichstages vom «5. November auf den 22. November 1848 hinausznrücken, und Wir erwarten um so zuvcrsichtl'chcr, daß an dem bezeichneten Tage der Reichstag in Krcmsicr seine Verhandlungen beginnen werde." Olmütz, am l0. November 1848 Ferdinand «». p. Wessen berg >n, j,, Sämmtliche Abgeordnete des constltuirenden Reichs tagcs werden demnach aufgefordert, sich bis 22. d. M. in Kremsier einzusinden, woselbst auch der Reichs-tags-Vorstand eintreffen wild. Wien am >2. November 1848. Vom Reichstags. Vorstande. F. Smolka ,»,. p., Präsident. Wicser m. zi., Schriftführer. Se. k. k. Majestät habe» Sich mit allerhöchster Entschließung vom 19. October d. I. in gnädiger Anerkennung der langen und erfolgreichen Dienste dcs Generals der Kavallerie, Grasen v. Wallmoden, bewogen gefunden, demselben bei seinem Uebertritte in den Ruhestand das Großkrenz Allerhöchstihres Leopold-Ordens taxfrei zu verleihen. An die rechtlichen und verständigen Bewohner Wiens. Alle Folgen einer fürchterlichen Anarchie sind in der schrecklichsten Gestalt an Euch vorüber gezogen, und haben Zerstörung bis in das Familienglück ei nes Jede» verbreitet. — Ein solcher Zustand muß schnell enden, — das gute Princip das Recht wieder seine Stelle behaupten, sonst sind wir Alle verloren. Henn der Haushalt jedes Einzelnen, wie je- ') Indem wir dem Hell» Einsender für diesen trefflichen Aussah verbindlich,! danl«,,. ,<,«», ,„it V»lgnüg,'n entgegen. Die Redaction. ner dcs Staats kann nur bestehen, wenn er auf Ordnung und Gesetz gegründet ist. Auch nur aus dieser Bahn bewegt sich die Erde, die Gott lo schön geschaffen. Glücklich! wären die schmerzlichsten Ersahrungen, die wir bisher gemacht, hinlänglich, dieses Euch fest in die Seele zu prägen, — dann könnte ich mit Zuversicht auf Eure Unterstützung rechnen. — Sie ist Bedingniß, soll »nein Wirken gedeihen. — Nur ein Bund der Guten vermag den Staat und jeden recht-lichen Familienvater zu retten. — Ohne Staat hat auch er kein schützendes Dach. Was die Bösen wollen, ist klar — es ist Zer-störung und unser Aller Untergang. Darum biete ich Euch die Hand zum grGen Werke. — Beginnen wir es schnell, ehe eine gäh-rende Zeit die Zerstörung mehrt. — Stoßt sie nicht zurück, diese Hand. — Mit meiner letzten Krast weihe ich mich dem erhaltenen Berufe. Vertrauen weckt Verirauen! So komme ich Euch entgegen. — Ihr müßt mich verstehen. — Ihr werdet dic Stimme der Vernunft und des Gemüthes er. tennen, und mich nicht zwingen, im Donner der Geschütze die Ordnung zu verkünden. Wien, am >2. November 1848. Der k. k. Gouverneur der Hauptstadt Wien. Welden, Feldmarschall- Lieutenant. In Folge der beklagenswerthen Ereignisse, wel» che die letzteren Tage des Monats October in Wien herbeiführten, ist eine Anzahl von l lassen worden. Die Procedur gegen die noch in Untersuchung Verbleibenden wird so schleunig, als es die Umstände gestatten, gepflogen und beziehungsweise fortgesetzt werden. Wien, am I>. November 1848. Um alle ausgestrcntcn Gerüchte über vielfache stattgehabte militärische Hinrichtungen zu widerlegen, welche nur in der böswilligen Absicht verbreitet werden, um Ausregung und Unruhe unter der Bevölkerung neuerdings anzufachen, findet man sich veranlaßt, in Erinnerung zu bringen, daß jede militä-rische Execution den Tag nach ihrer Vollziehung in dem amtlichen Theile der »Wiener Zeitung" veröffentlicht wird. Es diene übrigens zur allgemeinen Wissenschaft, daß bisher »nr 3 des Hochvcrraths Verbrechens übe» wiesene Individuen mit dem Tod: durch Pulver und Blei bestraft worden sind. Wien, am 13. November 1848. Wien, »0. Nov. Der Abmarsch der kais. Trup. pen aus Mähren, Stcicrnnnk, Oesterreich an die Gränzen Ungarns dauert nnunterbrochen fort. Unterdessen sind alle Eommunicationcn längs der ungaii' schen Gränze fortwährend unterbrochen, und an der Leitha steht General Moga mit höchstens 12.000 Malin. Aus Siebenbürgen traf heute die Nachricht ein, daß F. M. L. Baron v. Puchncr alle kaiscrl. Truppen unter seinen Befehlen vereinigt, und daß sich die deutsche und wallachische Bevölkerung ganz unter seinen Befehl gestellt hat. Weniger günstig lau-len die neuesten Berichte aus dem Banat und Sem-li». Es fehlte dort an Munition, weßhalb die kais. Truppen noch keine Offensiv-Bewegungen machen konnten. In Slavonien hat sich Essegg für die Magyaren erklärt, und dieß ist, da auch F. M, L. B l a-goevich in Petcrwardcin eine zweideutige Rolle spielt, ebenfalls nachthcilig. Allein die Rückwirkung, welche der Fall dcr Kai. scrstadt in allen Provinzen ausübt, kann auch dort nicht ausbleiben. Schon kommen aus den nächsten ungar. Gränzstädten täglich Ossiciere hierher, die sich 225 dem Krieg5min!sterium unterwcrsen. — Uebcr die Na. men dee hier verhallen Wühler ui.d Iolirnalist»,, wird von Seite der Militär- und Eivil-Behörde» noch immer ein tieses Stillschweigen beobachtet. Man weiß jedoch bereits, daß die meisten politischen Hand. langer des democralischen Elubbs scsigenommen sind. Der ungarische Sccretär Pulßky, der, wic aus den Aussagen der Verschworncn hervorgeht, am 0. October den, Grcnadilr.-Bataillon Richter für seine» Verrath -1000 G>,!0e,l E. Ä.'. bezahlte, und den Grenadieren, wrlcdl die Wache beim ermordeten General L^tour hielle», extra »200 Gulden aus zahlen licß, ist nicht unter den Gefangenen. Er bc findet sich bei seinem Freunde K o ssu th. Ans Allem geht h.roor, daß Pulßky außerdem 50.00« fi. an die hiesigen Dclnocratcn auszahlte, um deil gralien-vollen «. October und den Mord des unglücklichen vatour einzuleiten. — Die Hinrichtung Robert Blum's machte einen starken Eindruck. — In Fol. ge einer aus Olmütz eingctroffenen telegraphischen Depesche wurde Professor Füstcr seiner Hast ent, lassen. __ Aus Mailand nichts Erhebliches. Wien, Il.Nov. Robert B I um, der unter der ganzen Wiener Bevölkerung aller Parteien ein furchtbares Andenken durch seine Donntrworte im Odeon und der Aula: „daß sich Wurster gegen Bürger bewaffnen und todten sollen, um die Democra tie und endlich die Republik siegreich zu begründen," hinterließ, ist nach Berichten von Augenzeugen mit vieler Fassung gestorben. Seine Geständnisse und sein letztes Glaubensbekenntniß gegen seine Nichter war von der Art, daß es wohl keine Negierung in der Welt gibt, welche cinen solchen öffentlichen Friedens, und Ruhestörer, der als Ausländer herbeieilt, um tinen Staat umzustürzen, der Strenge des Gesetzes entziehen konnte. Unsere hiesigen Radicalcn bleiben sich indessen consequent, sie sprechen eine Heiligkeit des Frankfurter Deputirtcn an und finden eine ungeheure Vcrletzlmg der persönlichen Freiheit in diesen» Act der Selbsthilfe, zu der Wi n di schgr ä tz, Na-, mcns dls angegriffenen eonstitutionell-monarchischen Oesterreichs, gezwungen war. Sein Mitgenosse Fröbel scheint weniger gravirt, lind besindel sich noch i» Haft Mehrcrc noch hicr anwesende Neichstagsdepu^ tirtc sagen unverholen, daß er als Dcputirtcr aus dem Reichstag ausgewiesen werden müsse. Nach den Aussagen einiger noch nicht eingezogenen Mitglieder des hiesigen democratischcn Vereins ist die Mehrzahl durch Kosjuth bestochen worden. -- Varga, ungarisches Rcichstagsmitglied, eine Kreatur des Kossuth, ist aus einer neuen Mission seines Herrn und Meisters ertappt und ins Hauptquartier eingebracht worden. — Der treulose (Commandant der hiesigen Nationalgarde, Messenhau ser, war mittelst Urtheil des Kriegsgerichtes vom 9. Nov. zum Tod vcrur. theilt lind sollte gestern erschossen werden. Allein er bat um Gnade mit der Bitte, daß er dem Fürsten Windischgrätz die wichtigsten Enthüllungen zu machen habe. Sein Urtheil wurde indessen sistirt. — Die Stimmung in der Stadt ist tröstlich, allein in den Vorstädten gährt es gewaltig. — Eben eingehenden Nachrichten aus Warasdin vom st. Abcnd5 hatten es die ungarischen Horden 3 — -4000 Mann stark gewagt, das Gebiet Steiermarks zu verletzen und das Städtchen Friedau zu überfallen. Die Na.-tionalgarde ließ sich entwaffnen, worauf eine allge. meine Plünderung der Stadt durch die Magyaren begann. G. F. M. Gras Nugent zog alsoglcich in Eilmärschen Truppen herbei lind trieb diese Räuber. Horden mit bedeutendem Verlust über die Gränzen zurück. General Bcnko ist im Verfolgen begriffen und meldete, daß sie mitZu'ücklassung mehrerer l00 Todten gegen die Murinsel flohen. — Aus Agram wird vom 7. d. gemeldet, daß die Türken bei Ezet tin einen räuberischen Einfall in Croaticn machten, allein mit blutigen Köpfen zurückgewiesen wurden. Es ist mehr als gewiß, daß Kossu t h's Agenten zu dieser Verletzung des Völkerrechts verleiteten. Vcstcrrcichischco Süllenland. Nacb der wörtlichen Angabe der „Slovenia" c.Nr. 39 vom 14. November 1848) wllide in Gürz anstatt des H Eatinelli als Reichstags-Depu:il ler, Dr. Spaoger — Ultra-Italiener — gewählt, welch' Letzterer vor Kurzem wegen italienischer Sympathien, so zu sagen des Lebens nicht sicher war. sic «.-it lni'I»» m<»l»!!I>lm l^llil iliiil». Sollte sich dusc Angabe crivahren, so ist der Verlust des Herrn Eatinelli in obiger Eigenschaft aus vielen, teil Beruf^zwcck angehenden Gründen sehr zu bedauern. Das „Journal des österr Lloyd" V. l4 Nov. berichtet aus Tricst i0. November: Einige Zeilen über die Zustände Tricst's in der letzten Zeit dür,tcn Ihnen ,licht unwillkommen seyn. Krämpfe im Herzen eines jeden organischen Körpers müssen natürlicher Wasc nachwirkende Zuckungen in allen Gliedern zur Folge haben. Allein, da die hiesigen Elemente der Unordnung, welche durch die Schreckcnsvorgänge des 6. Octobers u. s w, in Wien eine verwandte — elec- l trogalvanische Anregung suhlten, an Zahl und Kraft im Vergleiche mit den Gutgesinnten nur unerheblich sind, konnte bloß eine oder andere leichte Störung, aber keine Erschütterung der gewohnten und crwünsch' ten Ordnung erfolgen. Daher ein oder anderer Aus-^ slug von Nachtvögeln mit dem obligaten Gekreische ihrer »llvvivu"; ein oder anderer Wirthshausexccß, hervorgerufen durch unverschämte Worte und Weinlaune; ein oder anderer Etcinwurf wider ein Fenster oder eine Warenauslage, welche die Tricolore der feindlichen Kreuzfahrer zeigte, — und die hiesigen Ereignisse sind abgethan! Die Absichten der Parteiman-ncr gehen allerdings etwas höher; dieß beweisen die' sorldauernden Angriffe und Verdächtigungen gegen alle Behörden und ruheliebenden Bürger, und die Anstrengungen, die Tagcsblätter ihrer Farbe, welche bereits ein halbes Dutzend zahlen, zu erhalten, zu vermehren, zu verbreiten Allein an d,em gesunden und guten Sinne der bewährten Treue dieser Stadt prallen solche Versuche unschädlich ab, und die Jour» milchen werden dcm Schicksale der Ratten bei übermäßiger Vermehrung um so minder entgehen, als auch eine Königsratte anderer Farbe, genannt >,!! l)Inv<»I«lll)", ausgestanden ist ... Was die Stim» mung der großen Mehrheit dieser Bevölkerung über die unglückseligen Wiener-Ereignisse anbelangt, so weiß dieselbe die Absichten und Handlungen der eigentlichen Bürgerschaft wohl zu würdigen, fühlt für dieselben ein aufrichtiges lcdhaftes Bedauern; insbesondere Der das der geliebten Hauptstadt gewordene überschwengliche Maß der Sühnung — obwohl man ihr eine kleine Lection zur Warnung schon hätte hin' gehen lasse,»; denn sie beging die Unterlassungssünde, anfänglich der Unordnung nur laut entgegen zu wirken und vergaß auch den Grundsatz: l'^lunziii« <»!>-«l:», 5(i>'<> l»«lll» purulnr, «l»' lon^um !!N»!»M'tj MM'NlN. V o h m e n. Prag, !). Nov. Gestern, am 8. November, batten wir wieder einmal einen feierlichen Aufzug, Es wurden nämlich die Wachstubenlocalitäten im neuen Rathhause zum ersten Male von der Bürgen wache desctzt, welchen Moment der Weihe man durch «ine sehr ansehnliche Feierlichkeit bezeichnete. Sämmtliche Truppcnkörper der hiesigen Bürgerwchr wurden dabei recht zahlreich reprasentirt. Es fehlte nicht an Abtheilungen von Grenadieren, Infanterie und Ja» gern, an Zügen der Etudentenlegion, an berittenen Scharfschützen und berittenen Nationalgardcn, welche letzrcrc durch ihre schmucken Uniformen Aller Blicke alis sich zogen. Die Garden sormirten ein Qnarr,'>, und der Verwaltungsrath trat in ihre Mitte. Herr Bürger meister Wanka hielt eine treffliche Rede mit Bczie hung auf die geschichtliche Erinnerung des Tages, als dem Tage der Schlacht am weißen Berge, und einen Vergleich zwischen dcm jetzigen Regenten Böl> mcns. Hierauf wurde noch vom Nationalgardc Obersten, Herrn Brabetz, eine Ansprache gehalten und die alte Hauptwache abgelöst. Prag. Nach einer uns gütigst mitgetheilten No tiz soll der Verlust, welchen die Armee bei der Bcla-gerung Wiens erlitt, folgende seyn. Todte: 13 Ossi-cicre, ,40 Mann; Vermißte: 47 Mann; Verwun dete: 28 Officiere, 670 Ma>m. Dabei sind aber die ^erlnsle, welchv die Eroaten erlitte», nicht mitgerechnet. Prag. Vom Minister Wessend erg ist sol-gmdc telegraphische Depesche an den Gubernialvicc« Präsidenten, Hrn Viecscn), gekommen: „Die Ungarn haben sich jenseits Tirnau zurückgezogen. General Simonich ist dermaßen verstärkt, daß nichts zu besorgen ist, Ungar n. Flüchtlinge aus Preßburg vom 12. Nov. melden, daß sich der Agitator Kossu t h von dort entfernt und vermuthlich nach Eomorn begeben habe. Seine Familie hat er einstweilen über Hamburg, wahrscheinlich nach England, in Sicherheit gebracht.,.In Preßburg dürste die kaiserliche Armee bc! ihrem Vorrücken trotz der pomhast angekündigten Vertheidigung wenig Widerstand sinden. Bei Wieselburg und Naab, der Kornkammer für Oesterreich, hat Kossuth alle Gc-trcidevorrathe willkürlich abschätzen, dem Eigenthümer gegen Erlag von K o ss u t h'schcm Papiergeld wegnehmen und nach Eomorn transportircn lassen. — Heute ist uns weder die Pariser, noch die Berliner oder Frankfurter Post zugekommen. M li h r e n. Olmütz, den II. November. Se. Majestät hat folgende Proclamation erlassen: An meine Armee in Italien. Die Partei des Umsturzes hat seit Üangem ihre Blickc auf euch geworfen, denn mit Recht erkennt sie in meinem Heere eine feste Stütze des constitutio.-ncllen Thrones und ein sicheres Bollwerk der be« drohten Monarchie. Euch eucrcr Pflicht abwendig zu machen ist der Gegenstand ihrer Bestrebungen, Diese ruchlosen Versuche werden an der Treue und Anhänglichkeit scheitern, die Ihr Mir und Meinem Hause stets bewiesen habt. An euch aber, geliebte Söhne Ungarns und Cro'atiens. habe ich heute insbesonders ein ernstes Wort zu richten; hört die Stimme eueres Königs, dcm das Wohl eueres schönen Vaterlandes so sehr, als euch am Herzen liegt. In Ungarn ist es einer verbrecherischen Partei gelungen, durch Umtriebe aller Art den Frieden der verschiedenen, dort seit Jahrhunderten in brüderlicher Eintracht lebenden Nationen zu stören, den Bürgerkrieg anzufachen, alle Bande der Ordnung und Gesetzlichkeit zu lösen, und sogar einige cucrer Waffen« brüdcr zur Theilnahme an der Empörung zu verleiten. Ich weiß, daß dieselbe Partei unter dem Vor-wände, als sey euer Vaterland in Gefahr lind cucrer Hilfe bedürftig, kein Mittel unversucht läßt, um euch zum Treubruche an Mir zu bewegen und den Sturz des ehrwürdigen Thrones herbeizuführen, den euere Väter so oft mit ihrem Blute vertheidigt haben. Laßt euch nicht täufchcn durch die Worte dieser falschcn Patrioten. Sie stehen im engsten Einverständniß mit den Feinden Oesterreichs; sie sind die Haupturhebcr der gegenwärtigen Drangsale. Die von Mir den Ungarn ertheilten Freiheiten, die Gleichstellung aller Elaffen deiner ungarischen Unterthanen, sind durch Mein königliches Wort ver. bürgt. Ich werde Dasselbe aufrecht erhalten. Ihr aber wanket nicht und bleibet eingedenk der Heiligkeit eueres Eides. Meine Ausgabe wird es mit dem Beistände Gottes seyn, die gestörte Ordnung und den innclen Fric-den Ungarns wieder herzustellen, die cuere, das gc» ,«einsame Vaterland gegen den drohenden auswärtigen Feind zu vertheidigen. Vertrauet Mir und euerem greisen Feldherrn. Er hat euch zu Siegen geführt, die euch cinc ruhmvolle Stelle in der Geschichte und den Dank des Vaterlandes sichern; er wird euch jetzt auf dem Pfade der Pflicht und der Ehre als Wegweiser dienen. Olmütz den 27. October I848. Der „Oesterreichische Correspondent" vom >4, Nov. meldet aus Olmütz vom 13. d. M.: Wir entnehmen einem Bliese, der uns so eben aus Dresden zukommt, folgende Stellen: »>N obert Bl um schrieb vor tinigen Tagen noch einem Freunde in Dresden, 726 daß er ill dieser Woche nach Leipzig zm'licklehi'ei,, eme große Volksversammlung halle» uno ihnen die Ereignisse von Wien in wahrem Lichte darstellen werde. Seine Frau erhielt den lebten Brief mit dem Post stampel: Wien, den 2. Nov. Alles freut sich hier und hofft, baß H lu m sicher unschädlich gemacht werden wirdi denn sollte er wieder hier anr'ommcn, so haben wir eine neue Revolution zu furchten. Obwohl seine früheren Gesinnungsgenossen sich zurückgezogen haben und kleinlaut geworden sind, so würde er durch die Macht seiner Rede und al5 politischer Märtyrer sich bald wieder Anhang verschaffen.« Lombard. Vcnetmmjches Königreich. Die neuesten Nachrichten aus Mailand vom 9. d melden nichts Erhebliches. Während die letzten Briefe aus Turin kriegerisch lauten, sraternisiren die sardi nischcn Ossiciere an der Demarcations.-Linie mit den kaiserlichen. Die piemontesischc Armee ist satt, mit Fieischaaren zu dienen. Aus allen Gegenden Oberita-liens lausen Berichte ein, über den niederschlagenden Eindruck, dcn die Einnahme von Wien aus die feinde lich gesinnten Städte Bewohner machte. Das Land-volk dagegen ist des ganzen Treibens nnide und fthnt sich überall nach Rnhe. — Wegen Austrcten del Flüsse fehlt eine Post aus Mailand. Fr a n k r c i ch. Die »Allgemeine Zeitung'' vom l>. Nov. melde! aus Paris vom 7. Nov : Im „Memorial dePau" schreibt man, 2. Sept.: Abd-ei-Kader und die Ara-der seincs Gesolgs haben den definitiven Befehl er-halten, sich nach ihrem neuen Aufenthaltsort reisefertig zu machen. Sie nehmen den Weg über Bordeaux, wo sie ein Staatsdampsboot erwartet, das sie nach Nantes bringt. Der Emir, welcher der Bevölkerung von Pau für die ihm gewordene Aufnahme seinc ganze Dankbarkeit zu erkennen geben will, wird im offenen Wagen durch die Stadt fahren, um die öffentliche NlUgiilde möglichst zu befriedigen. ..Als ick in Pan ank^m.« fagtc er, »war ich traurig und krank. Ich habe die Ruhe des Geifieö und die Gcfundhcit dcö Leibes wieder erlangt. Ich hatte gewünscht, mich allen zu zeigen vom Kino bis zum Greis. Wenn ich es nicht that, so muß man die Ursache nicht in Abuei-gungen suchen." In den sechs Monaten, welche er das Schloß bewohnte, hatte er kein einzigs Mal sein Zimmer mrlafsm. vorgestern willigte cr zum ersten Mal ein, in den ersten Stock herunterzukolninen, um oie alten königlichen Gemächer zu besuchen Dieser Besuch bot eiu lebhaftes Interesse: es hatte ltwas Poetisches, den arabischen Snltan in diesen Sälen zu sehen, wo bei jedem Schritt das Andenken Heinrichs lV. erweckt wird. Der Emir hörte mit großer Auf-merksamkeit, was man ihm von diesem'Fürsten er zählte; er betrachtete mit Vergnügen die Bildnisse und Statuen, und blieb nicht ohne gewissen Respect vor der Schildkrölenschale stehen, welche Hemrich lV. als Wiege gedient hat. »Diese Wiege," sagte cr,»war cin Talisman» für mich, während meines Anseilt Halts in diefcn Mauern, die, wie ich hoffe, auch mein Andenken bewahren werden. Möge der Segen, der sich an dieses Haus knüpit, mir in meine neue Woh-»ung folgen." Der Emir fcheidet traurig au5 Pau, er schmeichelt sich jedoch mit der Hoffnung, daß er mit der Annäherung an Paris sich auch dem Tag der Befreiung nähern werde. Paris, «. Nov. Abo. el-Kader hat am 3. Nov. ^oriniltags !l Uhr seinen Einzug in Bordeaux gehalten. Um 9 Uhr war cine Iägcrschwadron aus der Straße nach Bayoime cntgcgcxgefchickt worden, um oie Reifenden zu empfangen und ihnen als Bedeckung zu dienen. Im «Hotel de la Pair« waren Zimmer bereit. Der ehemalige Bischof von Algier, Hr.Dupuch, machte gleichsam den (äeremonicnmeister bei dem Emir, den er in seiner Geburtsstadt aufführte, indem er ihm, der ihn so oft in den Thälern des Atlas im Zelt empfangen halte, Freundlichkeit mit Freundlich, keit vergalt. An dem Gasthof war nicht bloß ein Po. sten von Jägern, Liniensolduten und Nationalgardc ausgestellt, sonder» auch ci,ie Musikbande, die ihn be- gn'ißlc. Am andern Tage hieß es, werde Abd'ei Kader einer Vorstellung im Theater beiwohnen. Allge-men« w.ir das Gepräge von Wohlwollen und religiöser Sammlung, die sich in seinem Gesicht ausdrückte, ausgefallen. In Pau, von wo die Reisegesellschaft am 2. Nov. in der Früh abgegangen war, hatte der Emir, der mit seinen zwei Söhnen, wovon der älteste zehn Jahre zahlt, in einem offenen Wagen saß, den Adjuncten Sicabaig und den Commandanten ge> bettn, neben ihm Platz zu nehmen, um in diesen natürlichen Repräsentanten der Stadt seinen Dank zu erkennen zu geben, für die ihm gewordene Ausnahme. AIs er durch die Straßen fuhr, stand das Volt mil abge» zogenem Hut, die Damen schwenkten ihre Sacktücher aus den Fenstern, und er erwiederte die Begrüßungen mit der Hand, Mehrere Personen gaben ihm zn Pferd das Geleit bis zum Hippodrom, wo er aus dein Wagen stieg, um sich zu verabschieden. »Ich ver< lasse Pau mit meinem ^ohne,« sagte er zu dem Maire, «aber ich lasse daselbst mein Heiz. Diese Zeugnisse von Theilnahme machen mir die Abreise noch peinlicher. Aber der Gedanke, unter euch so viele Freunde zu zäh.' len, gereicht mir zum Trost." Der Maire erwiederte, er hoffe, Abd - el - Kader werde nicht bloß der Freund der Einwohner von Pau, sondern auch Frankreichs werden. Mit einer Umarmung und warmen Banksa-gungen nahm Abd-el.Kader von dem Maire und den beiden Eommandanten Abschied. Strasibnr.q, 7. Nov. Abends. Telegraphische Depesche. „Paris, 7. Nov. Der Minister des Innern an die Präfectcn. Die Vcrjaffung der französischen Re« publik wird den 12. Nov. feierlich bekannt gemacht (l>l-o,,m!.) Ein Decret der Nationalversammlung ladet die Nationalgardcn aller Departements ein, der Feierlichkeit durch Abordnungen beizuwohnen.« THEATER. Heute: »Der Markt des Lcbc n s" Quodlibet. (Benefice der Frl. Emilie Posing er.) Verleger: Ist«. Lll. K l e i « m a n r. — Vel»,utwortlici)rr slednetenr: i!euv"ld Kordesch. WH-" Der heutigen Zeitung ist eine besondere Beilage angeschlossen. Cour» vom 1 4. Novi'inbcr 1 8 IS. Vlt!sll>r>'i' <2-a.i,,'>^. i« ' »j» 1'^' 5c» v'Mst^l 0«r ail««!». "!,>>U»,ar, . z» H ,.^<,. ^ Hoslammer. l>er a>l, 5!om> l ,l> » >,« .. l " haldljcde» Scvuidt» . der >» / i»»>!4 »> ) 5!l!s,!<< »"0 <«<"»" <,"!(,<. l 5» ' >> l äl, Nl'mmt»«!! Axltven ^ ,ll > 24 ». ) Hsi-ar. Doinoi) vbüqal'oue" d,r Vlnivt (C. Vt.) / f» ^ !'<<> 1 -^ " »l» d«l (K,l„S. von 't5^'h- l z» »»!»..« — -» m«n. Mähre» . ^H!e» ),'.!, >j4 .. ^ — — !<,,„. ^ ,u » ,. « l?!-z uol' l »H"f.Hc<>«s> or ,c»l?9 >?klnf ,» 6 'M. Actien dtr !?ais Nor^bahil j,l »ova sl. ^5. M......9«« si <» ^- ^l. Aclie,, l'er l'i^rs- Oc'iiau » Oampfiannfahrl zu5aa ft. (5. M......i56 fi. i„ C M Iremdcn-Anleige der hier Angekumlneuen «ud Abgereisten Am l5. N oocmb e r. Hr. Gillespil, noidanierlk. Bürge,', — «>»d Hr. Dimeter D cheram), Kaofmanl,; beioe von Wl„, »^ch Tntst. — H,-. ^l^dnch Kallco^g^', D>'. d,r Rechl«>, nack Tv.est. — H,. (,^,^^ ^ow«, di,tt>sch. Unler. th,^!öm.nn,, von Sal^burq „ach Tllest. Am »5. H>. F>i^b>,ch Gw,l,l!.!, HaupelSmami, delsmi"", vo» H.ss,k „ach Tr.est - Hr. F.a.iz Voal. Heir!chaft!!»ch^be!-. v^n Tü.^ »ach Gr^l) — Hv. V>». lenz von Rosenzwelg. t. k. Nüth, von Gör^ »ach W,.». — Hr. Oopceoich, Hal'bpl,rao, Neqoziant. n.nh Tril'st. — Frau vo» Coiiti. Prlral»', vo» Trlest »ach Gi^lj. — Hr. Geoig ^rein.nio M>>go^(N!l, — unc' H>'. C't'lial'd <3ch>fflili, Hal,dIu»gs^gi,'!U; l)elde von Wlei, »ach T^iest, Hr. Ädolod Böh.ti, arofiheizogllch' toocainscher Con-sul, von Tii.'st nach Wien. Vcrteichttiß dcr hier Vcrlilnl'cncn. De» l0 November i ß 4 N. Michael Püreilta, Kiu'chc, alt 50 Jahre, im Cl-vil.-TlXt^l !).'>. I, ai' der Au^.'hl'luia,. Den »4. ^iicia Bobnar, Gewese»!: Mag!>, alt ?n Iahve, im VersollilM^ohause ;1ir. 5, an, w>ci>»'!holte» Achlagftlis;. — D.'m Herr» Ios^l) U'1'chitsch, Sol,-cic^oi', sei», Küid ^lUllie, alt 2 I.ihl'c, in der Gi'a-discha.-Vorstadc ill,'. 22, ail> Z^hisiedc!'. De» >5, Dein Alois ^ailhol, Taglöhnei', i^'!» Ki»d A»t'. ,2.l, a» der Ail^ehru»«. __ Dein Herrn Carl Hofoialiü, lunaell. Uliriliacher»,Elster »»d Hai!sbe!'i!)e!', s<>!» Hiod Johanna ilil'o.. alt 5 Iadr«,', m 0er Statt ^)tl. «!»,. c»n dcr iciophuIöiVl! Al^.chill»^. — D>>ln Mlch^el lltschak, Schiffinaün u»d H^il')!,».,'»^'!, ftine tochcer Fian-^iöta, alt 2s> Iah>»>, i» der Tirnall.Vorstadt Nr. 21, an der Brlistw^ss^i sucht. De» lli. He.!'Aül^» Wallai,» , Purciciilier, starb >m g^. Jahre jenies Alte's, l» dci Stadt Nl'. 263, an Alrelrfch'l'ächc. Z. 2Ul«.' (3) " Anzeige. Die Direction dcs bürgcrl. Schlitzl!nvercins seht die l^. ^'. Vcrcinsmitglicdcr in Kenntniß, daß am 26. d. M. eine 'Abendlutterhaltuilg mit Tanz, und an jcdem dcr darauffolgenden Sonntage die gewöhnlichen Abendunteryaltungen Statt finden werden. Laibach am 13. November 1848. Z. 2lN>. (!) N n z e l g e. Ein Mann erblettt sich, für die Herren Nationalgardisten die Gewehre s^inmt Bajonlie« ten, da^in Gabel sammt der Stahlscheide um einen sehr billigen Preis blank, und zn Jeder» manns Zufriedenheit reinigen zu wollen. Für ein Gewehr sammt Bajonnet kommen 17 kr., ohne Vajonnet 15 kr., dann für einen Säbel sammt der Stahlschcidc 8 kr. M. M. Reinigunfjslohn zu entrichten. Dicjenigcn Herren , welche einige ihrer Rü', stllngüstücke dem Unternehmer zur Reinigung anvertrauen wollen, werden höflichst ersucht, sol-5e i,l seine Wohnung an der Eternallee, Hau6< Nr. 2l, rückivä'rls im Hofczedaude zu edener Erde, schicken und nach erfolgter Reinigung wie» der abholen lassen zu wollen. Z. 2i25. (2) 1000 fl. C. M. wrrden gegen pupillarmäßige Sicherheit, und :lich!l' Wipo.ich wird kui:d gt' in.'ch!» daß maü dem lliüo» Pest>ll, dem Uellesii, vl'N P0dbre»;Nr. 6, wcarn ribol-cocil l'e,schwc^dfliscl't>l Lc» l>en5ma:,del5 diei»tie ^tlmöae'isgebaiuilg abacnumnlcn ll»b do. Hei,» Philipp ^ellou^iil vun Ll, iUcilh alö (^lnat»l aus^cstellc l)abc. ^cziltt'ge^ichl Wippach >im ,2. Ecp'ember »8^3.