Mttzen und Vergnügen. ---------« 24'----------' Freptag den n. Iuny 1824. Topographie und Geschichte uon Adelsderg. RdeMcrg, vorhin Adlersberg, in der Landessprache Poilllina, voi, den Adler» so genannt, welche einstens sehr bausig und zahlreich da genistet und gelebt haden, ist cin nicht unbedeutende» eine Tagreise von Lüibach, Fnime, Triest und Görz entlegener Markstücken von 2^, meistens gemauerten und theils mit Ziegeln, theils mit Bretern oder Stroh emgedecklen Hänsern an der Poik situirt, welche in der Nähe der Dörfer Deutschdorf, Dorn und Klönig ihren Ursprung hat, bey der Grotte wiederum herauskommt. Der Boden ist steinicht, von unterirdischen Höhlen und Grotten gleichsam unter» minirt, übrig«»- bey Adelsberg gut cultioirt, wie. wohl die Cultur der Ob^sUche durch einen potenticrteren Fleiß der Einwohner zu einem weit höheren Grade gesteigert werden könnte. Es gibt hie und da noch sehr viele sterile, mit Steinen und Gesträuchen verwachsene Gegenden, die purisizirt und beurbart werden konnten. Gegen Süden und Westen ist er eben, gegen Norden und Osten jedoch durch die Schloßalpe, die Berge Sovitsch und ^avornig verrammelt; das Clima ist rauh, und ta»n Iu dem milden Himmelsstriche von Italien nicht gerech« nei werden. Der Nordsturm oder BoreaK, in de« Landessprache Bora, treibt hier in den Monathen December, Jänner und Februar, oftmahls noch länger sein entsetzliches Spiel, wirft schwer belastete Frachtwagen «uf der Straße um und treibt den Schnee durch Dop> pelfenster in daS Zimmer, wo er b«y geschlossenen M g?ln auch öfters das Licht auslöscht, Diese Rauhheit des hier herrschenden Clima ist auch Schuld daran, daß jährlich nur eine Frucht auf den Feldern angebaut wird. Die Einwohner, nach der setzten Conscrip« lions-Revisio», 1H00 an der Zahl, leben vom Acker" bau, Gewerbe, Speditionshandel und Viehzucht, zu welcher eine enorme Quantität von Gaißeü, Schafen und Böcken gerechnet wird. In diesem Kleinvieh-sucht hauptsächlich der ärmere Theil der Volksclnsse seinen Unterhalt. Was den sittlichen Charakter des heutigen AdelöbergelS betrifft, so könnte man die Hälfte der Po« pulation in die Classe des gemeinen Bauers rechnen, die andere Halbscheide theils in die Cathegorie der Bür. > ger, theils der Honoratioren setzen. Zur Cioilisirung > und Verfeinerung der Sitten trägt die Anwesenheit mehrerer Beamten, Adelichen, Geistlichen und Volks. ^ lehrer bey. Der Inwohner kleidet sich theiss l'öurisch, theils - bürgerlich, und ist von gutmüthiger folgsamer Natur. ' Seine Lebensweise ist einfach imd schlicht, er kann , auf Lurus wenig verwenden, da ihm die Kargheit des ' Einkommens die Lustdazu benimmt. Die meistenHans- > eigenthümer besitzen auch Grundstücke, 'Huben und , sogenannte Untersassen, wovon sie ihr Leben friste« ° und die Gaben bestveiien, welche sie der StaatZherd-c schaft Adelsberg, als ihrer Grund, und BezirkZobrigteit, - entrichten. , Merkwürdigkeiten des Ortes sind die Grotten, die l eine di« Adelsberger, die ander« die Magdalenahöhle < genannt, die erste eine kleine Viertelstunde, die, andere . ein« Stunde vom Mavttfi-^cken enlfnnt, beyde nicht - 94 - m»r i« Kram, sendern such im Aubland« sehr b<« rühmt. Im Orte befindet sich ein Kreisamt, eine Staati« Herrschaft, ein Assistenz - Commanbo, ein Landwehr-Depot, ein Tabak-und Stämvel-Revisoriat, nebst «inem Cordons-Commando, dann eine zahlreiche k. k. Hauptschule mit 2K ^,erarin besoldeten Lehrern. Noch ist Adelsberg der Ort der Subarrendirung, Vorspann - und Beschälstation, dann der Sitz eines Pfarrers und Caplanes, welche beyde außer ihrer See« lensorge dem Dienste der Hauptschule und zwar «' fterer als Director, letzterer als Catechet obliegen. Die Umgebung von Adelsberg ist von der Süd-und Westseite nicht unangenehm, es dehnt sich eine mit Feldern und Wiesen in den mannigfaltigsten Far-bennüancen abwechselnde Ebene hin gegen die Gedirge Nanos, Ossoioza und Iavornig, von denen sie einge^ schloffen wirb,, aus^ Gegen Norden und zwar fest an den Marktflecken steht in ehrwürdiger Stellung der Berg Sovicsch da, an dessen Gipfel die Nudera des vormahligen Cüstclls prangen. An den Sovksch schließt sich die herrschaftliche Schloßalpe an, die sich gegen Kal-tenfeld hinzieht, und zum Vieh» Weideplätze mehrerer Gem einden frommt. Zufolge der Chronik und Mappe des ksainerischen Geschichtschreibers Freyherrn v. Valvasor war Adelsöerg in Olimszeiten ein elendes, durchaus mit Stroh gedecktes Dorf, ,'n welchem das Sorgerische und Kratzenbachische Haus die eminentesten Gebäude waren. Wo aber diese Eminenzen standen, we,is heut zu Tags Niemand mehr. Nach dem Freuerbrande im Jahre i3o2, der den südlichen Theil des Marktfleckens in Asche verwandelte, ist Adelsberg in verjüngter Schöne auferstanden, die Häufer sind durchaus gemauert und mit Ziegeln bedeckt worden. Der nördliche, an dem Flusse des mehrgenannten Berges Sovitsch liegende, . von der Flamme verschont gebliebene Theil bestehet noch heut znTage aus elenden, größtentheils hölzernen und mit Stroh gedeckten Hausern, deren Besitzer eine Menge von Gaißen, Böcken und Schafen ziehen und hauptsächlich von diesem Erwerbzweige leben. Nach demZeug-nisse des Histono^raphen LaziuS soll da, wo heute Adelsberg steht, die Stadt Avendo ehemahls gestandenseyn, allein man findet keine Spuren einerjemahlS ,4 — hier existirt haben sollenden Stadt vor, daher der Satz des Laziu? ^:',i Hypothese ist und bleibt. Der Berg Sovitsch, auf dessen Anhöhe «och die Überbleibsel des ehemahligen Schlosses in ragenden Trümmern zu ersehen sind, war zu Zeiten des Valvü' sori «ine felsige, von Vegetabilien gänzlich entblößte Anhöhe, die gegenwärtig theils durch die rühmlichst bekannte Thätigkeit des Herrn Cameralverwalters Carl Schmoll, theils mit Zuthaten anderer Becm.ten und Bürger mittelst Aushebung der Steine und Anpsiau» zung der Bäume zu einem fruchtbaren Terrain umgeschaffen wurde. Gärten, Wiesen, Felder, nebst Wein-rebenpsianzungen und Bäumen, deren Anzahl sich übel 2oo« belauft, stehen nun in üppiger Fülle und an-milchigem Farbenschmelz da, wo einst Sterilität de« Platz einnahm, und nackte Felsen in die Lüfte ragten. Auf eine eben- so rühmliche Weise ist durch die rast^ losen Bemühungen des Hern» KreiscassierS Ritter p. Lovengreif, der Zugang zu der Grotte durch Aylegn^g eines breiten, mit einer Baum-Allee besetzten Weges hergestellt und der Eingang mit einem Keller und einer Gartenanlage verschönert wyrden. Eben so ist auf öffentliche Kosten Zur Zeit des in Laibach gehaltenen hohen Monarchen - CongreffeS der Weg in die Magdalena' grotte gemacht, und mit einer Baum-Allee versehen worden. Was Hr. Ritter v. Lövengreif in der Adels-» bergergrotte that, und welche Verdienste er sich hierum erwarb, ist schon mehrmahls gerühmt worden, dahee man es für überflüßig sindet, in dieser Beziehung weitere Erwähnung zu machen. (Der Veschluß folgt.) Tagebuch einer in den Jahren 1819 und 3820 gemachten Fußreise von Mantscho aufder Insel Hainan nach Eanwn. (Beschluß.) Von Husheon gebrauchten die Engländer «ine Tagereise, um die Stadt Hoiho zu erreichen, welche noch mehr Einwohner als erstere zahlt. Sie ist die Hauptstadt der Insel und die Residenz des Vicetönigs. Die Straßen, von welche« eimge anderthalb (englische) Meilen in d» Länge hab»n, sind von maßiger Breite, - g5 - remllch gehalten und mit Balken ober großen Quader-steinen gepflastert. In den Sommermonathen werden ^ Sonnendecken von verschiedenen Farben über di« Stra« ' ' ßen ausgespannt,- und dadurch die Hitze gemildert, und eine erquickende Kühle verbreitet. Hoiho besitzt Fabriken und treibt unter allen Städten der Insel den bedeutendsten Handel. Die Ausfuhrartikel bestehen in Zucker, Betel' und Kokusnüssen, Kokusnußö'hl, Salz und gegärbten Hauten. Eingeführt werden verschiedene Gattungen chinesischer Waaren, Baumwolle, Nauch-werk, englische Tücher, Flintensteine und Opium. Der ganz« Handel geht über China, wird aber häusig un^ terbrochen, durch die Kühnheit der Seeräuber, die in biesem Meere oft mit großen Flotten erscheinen, denen die unbedeutende und schlecht eingerichtet« Seemacht der Chinesen nicht zu widerstehen vermag. In Heiho wurde der Verfasser mit seinen Gefahnen eiügeschiffl, und jenseits deK Kanals nach der Stadt Lo^cheowvan gebracht, die an dem westlichen Ende des chinesischen Reiches liegt. Das Land, welches si« auf ihrer Füßreise nach Canton durchwanderien, wo sich die englische Factorey l'esindet/ übertraf an Schönheit und Frucht-balkeitANes, was sie bis jchr noch gesehen hatten. Bald kamen sie durch schön bebaute Ebenen^ d.ie grösuencheils mit Reis bepfianzt waren, und in welchen ein Dorf sich an das andere reihte; bald wechselie das Land mit Bergen und Hügeln ab, die eiu Wald von Obstbäumen bedeckte, in deren Mine die schönsten Landhäuser, von reihenden Gärcen umgeben, sich erhoben? Die lieblichsten Wohlgerüch? erfüllten die Atmosphäre, und aus allen Bäumen ertönten die Conzerte ihrer melodi-fchen Bewohner. Diese Gegend, diren Anmuth noch^ durch die schöne Erleuchtung des tropischen Himmels erhöhet war, both den Reisenden einen ungewöhnlichen und herrlichen Anblick dar, daß sie sich oft gleichsam magisch gefesselt und zum Stillstehen gezwungen fühlten. — Durch dieses irdische Paradies, wie es der Verfasser nennt, führen in alle» Richtungen die schönsten Landstraßen, die auf beyden Seiten mit Alleen bepflanzt, und von Distanz zu Distanz mit Nuhehausern zur Bequemlich-kcir der Reisenden versehen sind. Sie sahen mrgends Bettler noch ärmlich gekleidete Leute, sondern alle Bewohner, selbst die untersten Classen, schienen im Wohlstand zu leben, obschon dieses Land an Bevölkerung alle andere weit übertrifft. Auf dem Wege von Lou» cheowvan bis Canton, der etwa 70 geographische Meilen beträgt, kamen die Reisenden durch 28 Städte vom ersten Rang, die 70 bis 60,000, und selbst inanche noch mehr, Einwohner zahlten. Die Fortschritte, die dec Ackerbau in China gemacht hat, sind so groß, daß die Bevölkerung dieses Landes, so bedeutend sie auch ist, dennoch im Überfluß lebt. Es ist nicht allein Alles ange, baut, und selbst der kleinste Fleck benutzt, sondern fast überall die Gartencultur eingeführt. Selbst der Wei» tzen und die übrigen Getreidepstanzen werden nicht ge-« säet, sondern die Körner in gleichen und regelmäßige« Distanzen in die Erde gesetzt, und dadurch der Ertrag in dem Maße vermehrt, daß alleLebensmittel im Uber» flliß vorhanden, und zu den niedrigsten Preisen zu ha-be>, stnd. Die Schilderung, die der Verfasser von de« Chinesen entwirft, stimmt nicht ganz mit den Ansicht ten d« Europäer üderein, die in Canton Handel mit diesem Volke treiben. Allein die Bewohner dieser Stadl, in ivelcher Tausende von Seefahrern und Kaufleuten auö allen Weinheilen eintreffen, mNer denen sie ih» Leben zubringen, können nicht zum Vorbild einer Nation dienen, deren Denkungsatt/ Sitten und Charakter sie im Verkehr mit den Fremden attmahlig ablegen. Wenn übrigens nicht gelaugnet werden kann, düß die Chinesen den Europäern in Betreff des Ackerbaues, so wie mancher Staatscinrichtungen, überlegen sind, s» gebührt letzteren dagegen der Vorzug in allen höheren: Wissenschaften., die sich zum Theil in China noch in ihrer Kindheit banden. M i s c e l l e n. In Litthauen steht eine Eiche, deren Schalks l^6 Personen bequem ausnehmen kann. Merkwürdig ist dabey, daß sie auf dcm'Eigeinbume eines ein und neunzigjährigen Greifes sich besindn, der eine Nachkommenschaft von 146 Personen an Kindern, Enkeln/ Urenkeln und Ururenkein zahlt. Silhouette. Daß diese Überschrift einen Schattenriß bebeutet, weiß Jedermann, aber daß die,se BenennuilZ ein, Spott« — 06 — n«hme sey, mag wohl „ichtlo aNgemein bekanntseyn. 6) Nest. 7) Born, 8) Salbe, 9) Note. io) Trott- Nnter d«r Regierung Llidwigs XV. war ein Finanz. "> Bolen. 12) Rasten. ,Z) Traben, »ä) Stole. Minister, ^enne .on Zilkou.Ue; dieser machtein " Sterne. .6) Sorbet .7) Nart .«) Tobe.. . «. . ^. ., , ,'c^l ^ . s 19) Laster. 20) Last. 21) Rost. 22) ?iuf dem Rost de, ersten Zelt vl«I ?Iussehen, se.n Nahm dauerte aber ^braten zu werden. 23) Lob. -ä) Aber. -5)Bast. «icht lange, und da er die Nation durch Besteuerungen 26) Vase. Z7) Basel. 28, Belon. 29) Labe. fe w«ir herab gebracht hatte, daß sich Niemand mehr 30) /^o«^ N a b<> 2) Teorba "j. Z) Stab. 4) Blastn. H) Rasen. ») A,n Wie land. ") Große Laut« nnt »6 Saite«. ») I^s>u,3« I^akä, unter dem Nahmen der schöne« Seilerinn, (la deile darcii^re) , wurde »526 oder »527 zu Lyon geboren.Ihr NaterMeß ihr'eine sorgfältige Erziehung geben; sie lernte Musik, mehrere Spra' chen, und erhielt sogar Unterricht im Reiten und an-dern militärischen Übungen. So kam eö, daß sie sich für den Soldatenstand bestimmte, und schon nn iti. Iahrü ^154?) mtt der französischen Armee der Belagerung von Perpignan beywohnte. Ii,^ Kriegsnahme wa« (^»il^ni« 1^o^8. Unter den Lodsprülb!'-' nvlche ihr gleichzeitige Schriftsteller ertheilt,!!i vi;,., ,.:l sie besonders dic^täi'ke ihrcs AcinK, i!<'. . ^ ^ud ihn kriegerischen Thaten, Aber schon 5e> ^ug, an dem sie Äütheil n.ihü, . sil'l nicht ^ii-^l^ aus; di< Franzosen waren genöthigt, die Bcl^rnng von Pe^-pignan aufiuycbcn. Nnn leistete Üouisc auf den Mili^» tariienst Vel-zicht, uin sich ganz de>n Studium der Wissenschaften, derPoesie und nicht minder der Licb« zu widmen, ^ie heiwth.te einen sehr reichen Seiler, Ennem 0 nd Pe r rin, u>:H konnte nun ihrer Nn-gung zur Literatur Genüge leisten. Mit mehreren angenehmen Talenten, verband sie eine nicht mittelmäßig« Kenntniß der griechischen, lateinischen, spanischen und italienischen Sprache. IhrHaus war ein Sammelplatz aller liebenswürdigen Leute und schönen Geister. D:< vornehmsten Personen fanden sich bey ihr ein- Ei« erregte die Bewunderung der gleichzeitigen Dichter, welche sie unter die Musen zählten, adcr nicht minder auch den Neid der Frauen zu Lyon, welche ih», um sich dafür zu rächen, daß sie ihnen ihre Männer und Liebhaber untreu machte, ihre Liebeshändel vorwarfen. Unter andern Beweisen der hohen Achtung und Ver^ ehruug, welche man ihr zollte, wird noch bemerkt, daß oie Straße in Lyon, wo ihr Haus befindlich war, ihren Nahmen erhielt. Die Annehmlichkeiten ihres Umgangs, ihr Geist, ihr Wissen, ihr Talent, dieVirsc, welche sie dichtete und intter Begleitung der üaute saua,, fesselten ihre zahlreichen und ausgezeichneten Anbethcc mit unwiderstehlichen Banden. Ihre Werke sind folgende: Epistel an Elcmentia von V 0 u r-geö, mit vielem Geiste geschrieben; der Kamvf der Liebe und der Thorheit, in Prosa, worin Neitz uud Erfindung herrscht; drey Elegien; vicr und zwanzig Sonette, von denen das erstein lateinischer Sprache abgefaßt ist. Die erste Ausgabe d><-fer Schriften erschien im Jahr« »55b. lAnm. d. Redact.) E«i>r»ckt di, ?a««i Aloyet5>l