Prinumrrari-ns-Prcise: g tt t Laibach: »«ylithng ... 8 ft. 40 hr, Qeibiitmg ... 4 „ 20 „ w*«t?iia^ria . . 2 „ io „ MosoUich ... — » 70 . Laibachcr IlctiacitoB: *abu6otflafft Nr. 132. M i r b c r Post: Hmrzjiihrlg. . . 11 fl. — Ft. HMjiihrig ... 5 „ 50 „ »irrleljiihrig . 2 „ 75 » gfit ZusteLung in« HauS oitr» reljShng 25 tt., monatl. 9 tt. Twz-lae iRummern 6 tr. Expeditiou- & 3nfrretr»> Bureau: £i'ngtrfjt>loB Nr. 81 (©mfc tauolunp ocii Jgn. r. Iflrtiv mayr & Fed. yomprrg.) Jnsertionsprcise: gilr bit nnspaltige •liciinnlt a 4 tr., bti jtDcimolujfr Em-'dioltung a 7 tr., brcimaiigrr a 10 fr. JiiscrliouSfirmpcl jctrfno! 30 fr Nr. 260. Niwllymc Miltheilungra tocrbta nicht bervckfichtiqt; Mauulcripte riicht jutiirfgefenbet. Mlttwoch, 12. November 1873, — Morgen: Homobon. Bei gttifjmn 3uferatni vet bftmr (Smicbalmng cmlpt • chrnber SRabo.t. 6. Jahrgang. Der ueue Prasident des Abgeordneten-hauses. Die Wahl bes Dr. R c ch b a n e r mit der stott-lichcn Diajoritat von 205 ©tinmen von 286 zum Prllsidentcn deS Abgcordnetcnhauses geroinnt umso-mehr die Bedentung eincs Ereignisses, als sie cinen erfrenlichen Wendepnnkt in den parlamentarischen Derhaltnissen OesterreichS zeigt. Dr. Rechbauer gehort feit zehn Jahren der antzersten Linken des Abgcordnclenhauses an und isl schon unter Schmer-ling fiir das echte, unversalichte Verfassungeleben gegen den ScheinconstitutionalismnS eingetreten. Seildem Hat er unaufhorlich die Fordernngei, der Frcihcit, der verfassungsmatzigen Volksrechte, ben Ausban her Grundrechle, der Gewisscnsfrciheit und der staallichen Hoheit gegeimber den Anmatzungen der Kirche, weise Sparsamkeit mit dent Gut und JBlut der ©teuertrčiger mit wahrem ManneSrnuthe ' gcgcniiber ben RcaclionSbestrebungen ber verschiedcnen Regierungen, toi'e bcr Lauheit seiner parlamentari-schcn Genosscn vcrfochtcn. Ein Mann von dem un-bescholiencn Charakter eincs Rechbauer ist gerabe in bcr gegenroartigen SitzungSperiobe auf bent Prafi-bentcnftuhle an scinem Platze, wo iibcr ben Schroin-dcl vergangcncr Tage zu Gericht gesesscn roerden fotl. Sein Narnensschild ist so fleckenrein, fcin Charakler so untadclig, dag selbst seine politischcn Gegncr kein Wort des Vorwurfes gegen ihn roerden erhebcn konncn. Dag gegen bie Gcwifscnhaftigkcit, Unparteilichkeit unb Gerechtigkeit, roomit Rechbauer! bas Prcisidium hanbhoben roirb, auch von gegnerischer Seite nicht ber minbeste Zweifel erhoben roirb, bavon j lieferte ber Abgeorbncte ©renter cinen schlagenbcn; Beweis) inbem er eiiicr ber erstcti ben Prasidcnten > zu seiner Erroahlung lebhaft dcgliickronnschtc, tropbein bieser kurz vorher in seiner AntrittSrede in bezcich-nenbett Worten die Rotbrocndigteit betont hatte, bas Bcrhaltnis zroischen Staat unb Kirche in eincr Weise zu regeln, bay bie Gcsctze bcs Slaales nicht von ben Einivirkungen eincr „ausroarts ftehenben, vatcrlanbslosen Macht" abhiingen sollen. Das Prograwrn aber, das R:chbauer in seiner Antrittsrede entwickcltc, barf als das Prograrnm der erstarften Majoritat des Abgcordnclenhauses be-trachtet roerden. Dassclbe lautet: Hohcs Haus! Inbem ich biescn Ehrenplatz betretc, auf roelchen Jhre Wahl mid) berusen, fiihle ich mich vor allem gebi’iinat, Jhncn meinen ticsslen Dank fiir das mir ausgebriidte ehrenvolle Bcrtraucn auszusprcchcn. Ich bin mir bcr Griige der Aufgabe, bcr Wich-tigteit bcr Pflichien unb Vcrantroortlichkeit bcrougt, roelche ich nun auf mich nehmen soli, unb Sie wcr-ben es baher begreiflich finben, roenn ich mich eincs bangcn Zwcifels nicht entschlagcn faun, ob ich auch in ber Lagc, ob ich sahig sein roerbe, ben Platz so roiirbig auszusiillen, alS es bcssen roichtige ©telluug crforbert. Doch in meiitem ganjen politischen Leben Habe ich mich tiie gescheut, eine Ausgabc auf mich zn nch-mcn, zu ber ich mich durch meine Pflicht berufen crachlcle, unb so glaube ich auch be in Rufe Fo!ge leiftcn zu milssen, bcr durch die SDichrhcit bicseS l)ohen Hauics in bieiem Augcnblick: auf cine so ehrcnuoUe Art an mich crgangen ist. Ich ubernchme benn bie Leitung bieses hvhen Hauscs mit bem Bewuhtscin der gro§ett Pflichtcn, aber auch mit bem reblichften Widen unb bem crnsten Strcbcn, benfelben nach Moglichkcit gerccht zu roerden. Als die erfte Bedingung hiezu erachle ich, meine Herrcn, bag Sie mir ein sreundlichcs Entgegen-fommen, cine roohlroollcnbe Unterstiitzung zn Thcil roerden lasscn, urn roelche ich Sie hiemit auf das roarmftc bittc. Rchmcn Sie dagegen die BersiLerung cntgegen, dah ich es als die heiligste und crnftc Pflicht be-trachten roerbe, die Wnrde bes hoben Hauscs, bie Rechte unb Prorogation bcsselbcn unb seiner Mit-glieber unangetaftct zu roahren unb zu fchirmcn. (febhafter Beifall.) Die ftrengfle Geroisscnhastigkcit unb Uiipartei* lichkeit (Beifall) unb die Unabhiingigfeit nach jcber Richtnng (Bravo! rechts). Hier, roenn ich dicsen Ehrenplatz cinnchme, gidt eS fur mich feinc politischen Freunde und Gegncr (Beifall), hicr tenne ich nur bie frei geroahltcn Bcrtreter des gan-zen Reiches mit glcichen Rcchten, mit glcichcn Pflich-ten. (Lebhafler Beifall unb Hanbcklatschn,) Die Ieuilleton. Zweimal Braut. Novelle von I. B. S ch m i e d l. II. (Fortsetzung.) Saint-Julien erftaunte, bie Kraft seiner Seele war gelahmt; fiir gliihcnbe Liebe rourde ihm nichts als gntfagung. Das Weib, das erfte, einzige, bem er alle Empfiudungen seiner Brust geroeiht, toandte sich stolz, fremd con ihm ab. War es mSglich, so groufam gelauscht zu roerden? — Sie, die er zu durchschaueu wahnte, in deren Herzen er roie in cinem flaren Spiegel zu lescn gtaubte, sie roctrb ihm auf einmal fremd, unerforfchlich. Ein bitteres Gefilhl legte sich an sein Herz, das lachende Tempe um ihn her tleidete sich in tin dusteres Grau; er= ftarrt, wortlos, blickte tr lange vor sich hin, roSH-tend die Jungfrau leife rocincnb, erschopft sich an den Stamm einer Ulme lehnte; endlich brach fie bas ticfe Schweigcn, sich an die Tanie erinnernb, wclche sichcr schon ihrer Riidfehr harrte. ..Herr Graf", begann fie mit fchcuer Stimme, „lassen sie uns zuriickkehren. Sie stand bei diesen Worten aus und trat ihm naher; crschrockcn blickte er auf die bebenbe Gestalt bcs jchbnen Mabchens. „Jhr Witte, Olympia, roirb mir immer ®t-setz sein," sprach er fonft, t>ot ihr bann feinen Ann, unb fie fchieden aus dem Shale, welches die Natur in ihrer fchonften Laune gefchaffen, als ob sic cinem finftern Grade entftiegen. roie ©chattenbilber bem Erbenglanze, fremb unb fait. — Grafin Anna em-pfing fie mit Klagen iiber ihr Befinbcn, bcr frifche Rafen, auf bem sie sich roahrenb ihrer Abroesenheit gelagert, hatte eincn ungunstigen Einfluh aus ihren Korper geaugert; fie zitterte trotz bes warmen Sonnen-scheines vor Frost, fie bctrieb die Heimkehr und war so voll angstlicher,Sorge um ihre Gefundheit, datz sie wenig auf ben Seclenzustand ihrer Sieblinge ach-tete; selbst Olympiens unverfennbare Trauer ficl ihr nicht auf. Man fuhr rafch zuruck, und gleich nach ber Ankunft auf dem Landfchlvsse _ etnpfahl sich Saint-Julien ber Tante unb Olympien, so fehr auch er« ftere ihn bat, roenigftens bis Morgen zu verroeileit; er bestand darauf, svgleich fortzureiten. Olympia heftete einen langen, fragenden Blick auf ihn, ber ben Glutstrahl seiner Augcn aufS Reue entzunbete, ihre Hand feurig, fast auger sich an seine Lippcn bruckend, fragtc tr leife und innig, barf ich bleiben ? — Doch die Jungfrau fenktt die feidenen Wimpern, ben zartlichcn Blick ihrcs Augcs verhiillend. Saint-Julien ergluhtc voll Unroitten unb Schmerz, stam-meltc einigc Worte, die roie ein i?eberoohl in Olympiens Ohren flangen, unb ftiirmte fort. Es war ein triiber Tag; grave Wolken um« $ogen bas freunbliche Sonnenlicht und hingen tief in Olympiens umdustertcS Leben hintin. ©it fag am Fester, in tiefes ©innen verloren. — Anna, vollig von ihrer Unpaglichkeit hergeftellt, war im Hintcrgrunde des ZimmcrS, am sanst trroarmttn Kamin mit Briesschreiben befchaftigt. — Dit noht Rutffehr nach Deutschlanb, ba ber Herbst schon tin* getreten, roar bercits von den herzoglichtn Eltern ben reijenben Frauen angebeutct; in rocnigen Wochen solite sie erfolgen. — Saint-Julien war feit jenem Abenbe, roo fein Herz burch ber Geliebten Grau-famteit, roie er wahnte, unheilbar zerriffen wurbt, nicht roiebergetehrt. Olympien zur Pein, rebete bie liebe Anna oft con ihm. Sie wvllte nach bem Gute seines Balers senben, roeil fie ihn Iran! wahnte, boch hatte erftere es noch immer zu oertiteln gewuht. Still unb fchwcigenb litt sie, erst jetzt recht flat tmpfinbtnb, roie Soint-Jnliens Liebe, seine Gegtu-toart ihr Leben beselizt hatte. (Fortsetzung folgt) Rcdefreiheit, dieses Palladium des Lmistitutionalis-mus, will ich im wcitcsten Umfange wnljren, dabei abcr stcts mir gegcnwartig halten, dah die Wurde des Hauses in scinen Mitgliedern gewahrt werden inusse. (Rufe: Sehr gut! Bravo! Bravo!) Mcinc Hcrren! Wir find zum erstenmale abgesehen von den ephemeren Erscheinungen des Jahres 1848, cin aus der freien Volkswahl hervor-gegangcnes Parlament. Dem Bolfe wurde nach alien seinen Schattierungen die Moglichkeit geboten, sich jene Bcrtreter ;u wahlcn, welche ihren Anschauungen entsprechen. Wir haben daher bet den verschiedensten Anschauungen, welche hier ihre Bertretung gefunden, zu gewartigcn, dah dieses Haus der Schauplatz hef-tiger parlamentarischer Kampfe sein roerde. Die Stellung, welche mir hiebei oblicgt, ist daher eiiie auherordentlich schwierige, aber ich werde dabei das eine beobachten: Grotz und wichtig find die Auf- gaben, die an uns herantrcten, fie waren es viel-leicht noch nie in dem Umfange wie eben jetzt. Eine wirthschastliche Krise nagt an den staat-lichen Zustanden, und droht denselben immer tiefer-gehende Gefahr. BereitS in der allerhochsten Thron-rede wurden hierauf be;iigliche Gefetzesvorlagen an-gekfindigt, und ich bin uberzeugt, datz das hohe Haus mit dem ganzen Ernste der Sache in deren Be-rathung eintreten, und hoffe, dah es gelingen wird, der Industrie, dem Handel und der gewerblichen Thatigkeit hilfreife Hand zu bieten, das gesunkeue Dertrauen wieder zu beleben und der wirthschaft-lichen Production neuen Aufschwuug zu geben, ohne dem corrumpierenden Schwindel der Bergangenheit neue Nahrung zuzuffihren. (Lcbhafter Beifall.) Eine andere hochwichtige Frage, meine Herren, tritt mil immer groherer Wichtigkeit an uns heran, cs ist dies die LSfung des Verha ltniss es zwischm St a at und Kirche. (Beifall') Mit gan; begreiflicher Ungeduld crroartct das Bolk endlich die wiederholt vcrsprochenen Voilagen, wodurch diese Verhaltnisse eine gesetzliche Regelung erhaken solleu. Ich hege die Ueberzeugung, dah das ganze Haus von dem hohen Ernste dieser Aufgabe und der grotzen Wichtigteit dieses Gesetzes erfiillt sein wird, urn dicsc ihm gestellte Aufgabe auch im Geiste und Sinne unscrer Staatsgrundgesetze zu losen. Wir werden dafur cintreten mussen, dah dem Staate seine voile Souveranetat gewahrt werde. (Lebhafter Beifall.) Demi, meine Hcrren, der Staat miihte abdanken und aus den Reihen der souveranen Staa-ten treten, welcher duloen wurde, dah die Wirksam-keit und Giltigkeit seiner Gefetze von der Billigung oder Misbilligung derselben durch eine auswartS stehende vaterlandSlofe Macht abhangt. (Lebhafter Beifall.) Noch eine Neihe anderer fehr wichtigcr Gefetze sowohl auf dem Gcbiete der Nechtspflege als der Bolkswirthfchaft, des Handels u. dgl. find Gc-genstand unferer Berathung. ten Seite des Hauses gruppierten Haufleins, welches grohtentheilS zur Fahne Hohenwarts schwort mid demselben bei dieser Abstimmnng, wie das „Bater-land" sagt, cin Bertrauensootum geben wollte, ist in der obtgen Abstimmungszisser hervorgetreten. Diese Partei wird nach bett Mittljeilungen cities sodcralistischcn Wochcnblattes ben Namen „Club des rechtcn Centrums" fiihrcn, auf der Basis des Oktoberdiploms mit dem rothen Standcfrack der Landtage stehen, dabei gnabig den inzwischen vollzo-genett Ausglcich mit llitgarn anerkemten, die Freiheit der Kirche — offenbar dem Rcchtc des Staates gegenuber — und die „nationale Gleichberechtigung" verfechten, d. h. wohl: die Wicberbelebung des Con-cordatcs und die Ausfiihrung der Fundamentalartikel sowic des czechischen Nationalitatcngesctzcs anstrebcn. Auch auf ein solidarischeS Borgehcn mit dem pol-nischen Club von Fall zu Fall wird gerechnet. Sicherer kann Gras Hohenwart eine Bcrstar-kung seines Hecrbannes durch die m a h r i s ch e n Czechcn crwarten, welch letztere, wie Monsignore Greater selbst in dcn ..Tirolcr Stimmen" zugibt, bqiiglich ihres Eintrittes in dcn Reichsrath noch schwanken. Ja das Organ des pragcr Decla-rantenclubs, sowic die jungczechischen „Narodny listy" croffnen sogar die Perspective eincr Beschickung des Reichsrathes seitens der Czechen in Bohmen. Die Finanzvorlagen gelangten erst gestern ins AbgeordnetenhauS. Nach der Mittheilung der ofsiciofcn „Montagsrevue" will die Regierung vom ReichSrathe die Ermachtigung crhalten, eine Anleihe bis zum effective« Bctragc von 80 Mil-lionen Gulden in Silver zu befchaffen, den metalli-fchen Erlos in der Nationatfaant gegcti Banknotcn zu deponiercn und mit ben letztcrn cine Snmme von Hilfsmahrcgcln auszufuhreit, welche sie zur Besfe-rung der voltswirthschastlichen Laze nothig crachtet. Darunter find insbcsondcrc die Forderung des Eisenbahnbaues und die Forderung des CrediteS dutch Aushilsskasscn in Las Augc gcsaht. Die „M.< R." widcrspricht serner entschieden der Mittheilung, die Regierung werde in den Orten, wo Banksilialen bcstehen, diese selbst als Manipulators beniitzcn. Es ist darflber keinerlei dcfinitivcr Beschluh gcsaht und am allcrwenigstcn ist cine folche Mahregel ge-plant worden. Da der Eharakter aller Aushilfs-Operativucn als cin durchweg transitorifchcr gewahrt werden muh, fo durfte bczuglich des HYpothekar- credits vielleicht der Ausweg crgriffen werden, Pfand-fariefe der Bodencreditinstitute insolonge zu bclehnen, bis der regulierte Markt wieder Kaufer fur diese Gattung von Papieren aufweist. Auch den Nach-richten, cs beftehe zwischen dem Finanzminister und irgend einnn Geldgcbcr bereitS eiite fixe Abmachung uber die Beschaffung der Anlcihc, tritt das officiofe Blatt nachdriicklich entgegen. Die Regierung wird cine offentliche Concurrent veranlaffcn, an der sich jedermann bethciligcn kann. Der efferent des hochsten Prcifes, wenn cr nur fonst cntsprcchendc Garantien gibf, erhalt die Anleihe. Die Borlegung des Staatsvoranschla-gcs nimmt begreiflicherweise das Jnlereffc unferer Abgcordnctcn in Anfpruch. Wic verlantct, ist die Borlage in den nachsten Sitzungen kanm zu gewar-tigen, doch wird das HauS in jedem Falle vor seiner Bertagung in der Lage sein, das Budget in gcschaftlichc Bchandlnng zu ziehen. Erfreulich und bcmcrkenswcrth ist die im Abgcordnetenhause circu-lierenbe Mittheilung, der zufolge die Staatsciimah-nicn in biefem Jahrc trotz bcr volkswirthschaftlichcn Krisis sich auf eincr kautn erwartetcn Hohc crhalten haben. Die Boranssctzung, dah sich das Einnahme-verhaltnis auch im nachsten Jahre nicht ungiinstiger gcstalten werde, diirfte jedenfalls bei bcr Zusam-mcnsctzung dcS Staatsvoranfchlagcs mahgebend gc-wefen sein ; denn in Abgeordnctcnkrciscn wurde cr-ziihlt, dah cs, Dank der auch in der Thronrede an-geklindigten Ersparnisfc in den Boranschlagen bcr einzclncn Ministeriett gegliidt sci, im nachsten Budget ein Deficit nicht erschcinen zu laffen. Der Ernst der Lage, in welcher sich Ungar n augcnblicklich befinbet, spiegelte sich treu in bcr Sitzung ab, in welcher die Abgeordneten wieder den Berathungssaal betraten. Die Blatter aller Parteien constatieren, dah diese Stimmung eine auherst gedruckte gewesen und dah das Hans unter dem Eindrnck des Gefiihls gcstanden, sich eincr Situation gegenuber *u beftnden, bcren (Svcntualitatcn sich heutc gtatterbings noch nicht uberschcn laffen. Dieses Gcfuhl wurbe bnrch die officicllc Ankundigung, datz K. Ghyczy sein Mandat nicbergclcgt Habe, noth-wendig gcsteigert, und auch die Rebe, in welcher sich Ministerprafibcnt Szlavy iiber die Situation und die Plane der Regierung ausfiihrlich aussprach, verinochte nicht, die Bersammlung wohlthatig anzu-regcn. Sammtliche pester Blatter beschaftigen sich in thrcr gcstrtgett Rummer mit dieser Rede; aber nicht cincs hat den Muth, sie entschieden zu billigen oder zu vcrwerfen, was immcrhin auch als Zeichen bcr Zeit registriert werden will. Auslauv Die cmschicdenc Erklarung, welche die baierische Regierung in der Kammersitzung vom 8. d. zugunsten bcr d c uts ch c n R cichs -e i n h e i t abgab, hat allgemein ubcrrascht, da man nach der vorjahrigcn Haltung Baicrns auf ein so aufrichtigcs Enlgcgenkommcn in dieser Frage kaum gefaht war. Fast glcichzeitig crrang die Reichscin-heit auch in bcr s a ch s i s ch cn ersten Kammer cinett bebeutenben Sicg, indent das Botum des Herren-hauses fur biefe nationalc Reform der sachsischcn Regierung jede Ruckendccfung fiir particularistische Gcliistc cntjog. Die Regierung trat ubrigens schon in bcr Debatte ihren Riickzug an, inbem sic vie friiher fchorf bctonte Forderung der Zustimmung beider Kammcrn zum Aufgcbot von Rcscrvatrcchtcn bedeutend modisicierte. Damit ist der Reichseinheit'' nunmchr ihr ungehinderter Weg gebahnt. Die deutschen Blatter beginnen sich ernstlich mit der Beranstaltung einer W e l t a u s st e l l u n g in Berlin zu beschaftigen. Die „Bofsische Ztg." will sogar ersahren haben, dah der Handelsminister sich fiber cin Project, welches schon fur 1875 eine Ausstellung in der deutschen Hauptstadt besurwortet, gunstig ausgesprochen habe. In der Prcffc wird der Borschlag mit sehr gcringem Beifall aufgenontmen. So bemertt die »Koln. Ztg.", und wie uns fcheint mit Recht: „Ohne grundsatzlich Gegner solcher Wcltausstcllung zu sein, mfisscn wir doch sagcn, dah man dem europaischcn Publicum Zeit zum Ber* schnaufcn gonnen solltc. Zwischen dec Ausstellung in Paris 1867 und der hcurigen in Wien lagen doch sechs Jahre." Ein diplomatisches Expose dcr f r a n z o s i -s ch e n Regierung uber die Lage des Landes und die Nothwendigkeit der Verlangerung der G ew alte n des P r a s i d e n t e n ist dieser Tage den 2Igen< ten Frankreichs im Auslandx zugesendet worden. In dieser Jnstructionsdepesche wird uamentlich anf die Berichte der Civil- uud Militarbehorden hin-gewiesen, welche darthun, dah die Aufrechterhaltung des Brlagerungszustandes in Paris und in 25 Departments unbedingt geboten sei, urn der Ordrmng und Ruhe nach Auhen und Jnnen Garantien zu geben. Von diesen Thatsachen foil den auswartigen Regierungen vertrauliche Mittheilung gemacht werden, damit die falschen und entstellenden Berichte der Oppositionspreffe nichl zu ebenso falschen Vor-stellungen iiber die Jutentionen der franzosischen Regierung fiihren. Dcr Papst — schreibt Fansulla — behalt sich cor, den Tag der Einberufung des Consistoriums nach der ParlamentserSsfnung festzustellen. Die Encyklica, die schon fertig ist, wurde unter dem Beirathe mehrerer Cardinale ausgearbeitet. Sie wird mit Klagen iiber die jungsten Vorgiinge im Konigreiche Jtalien erfiillt sein und wieder einen Protest dagegen enthalten. Durch ganz Jtalien wird ein von London datiertes carlistischeS Circular colportiert, welches zu Zeichnungen auf die Anleihc von 10.000,000 Frcs. einladet, um der Legitimitat in Spanien zum Siege zu verhelfen. Der ultramontane Klingelbeutel hat dem Phantasie-Monarchen nichl yenug eingetragen, sintemal der Peterspfennig dafiir sorgen mutz, die vielen Gastronomen im Vatican taglich mit sieben Gangen zu versehen. Nun wird der directe Ader-lah des leichtglaubigen Volkes vorgezogen. Dem Fabius Cunctator der spanischen Regie-rung, General Moriones, ist es gelungen, die Passe und Flutzubergange zu befetzen, urn die von den Car-listen geplanten Einfalle in Castilien und Aragonien zu verhindern. Zur Tagesgeschichte. — Zum Kaiser-Jubilaum. Von allen Seilen bereitet man patrictische Kundgebungen auS Arrlah deS RegierungSjubilaums des Kaisers vor. Meist find es GrUndungen von Schulen oder ©tistunqen zu Zwecken des offentlichen Unierricht-S. welche die Ge-weindeverlreiungen beschliehen. So hat die Gemeinde-vertrelung von O b e r - D o b l i n g in ihrer letzien Sitzung beschlosien, aus Anlah deS 25jahrigen Regie-rungsjubilaumr des Kaisers in Ober-Doblmg ein vier. klassiges Rcalgymnasium im Subscriptionswege zu er-richten, zu dem hiezu nLihigen Schulgebaude die Bavarca zu spender, und sich mit dem Belrage von 1000 fl. an die Spitze der Subscribenten zu stellen. Das Real-Mmnasium soll mit Genehmigung des Kaisers Franz Joseph-Gymnasium heitzen. Weiiers wurde eine Be-glllckwiinschungSadresse an den Kaiser beschlosien und mit Abfassung derselben Dr. Nadeniczek betraut. — Die Gemcindevertreiungen von Briix und Karlsbad haben beschlosien, daS 25jiihtige Regietungs-jubilaum Sr. Majestat des Kaisers sestUch zu begehen. Ebenso beschlvh die Stadtreprasenianz in Bera n n, auf sehr wUrdigc Weise diesen Gedenktag zu seiern. Sie hat nemlich den von dem Biirgermeister Wiesen-berger gestellten Antrag, zum Andenken an bas 25jah-rige RegierungSjubilaum Sr. Majestat ein ncues groheS, den Anforderungen der Neuzeit enlsprechendes Schulgebaude zu bauen, worm nicht nut die fiinfklasfige VolkSschule mit Ritcksicht auf Trennung der Geschlech-ler, sondern auch die dreiklassige Mrgerschule fUr Knaben untergebracht werden soll, angcnommen. Ferner hat fie die weiteren AntrSge des BUrgermeisterS, jahr-tich 100 fl. zum Ankaufe von Lehrmitteln fur die 53iirgetsd)ule zu volieren und einen Sachverstanbigen sogletchen Entwerlung der bejUglichett Bauplane und Kosteniiberschlcige auszufordern, damit der Bau dieser Schule schon im nachsten Frilhjahre entworfen werden ttinnte, zum Beschlusie erhoben. — Selbstmord eines ungarischen ReichsrathSabgeordneten. Wie aus Pest telegraphisch gemeldet wird, hat sich am 9. d. morgens der ReichSralhSabgeordnete Johann BtbatS vom vierten Slockwerke des Roitenbiller'schen HauseS in der KLnigS-gasie hinabgestlirzt und blieb lodt am Platze. VidatS war VerwaltungSrath der faCCiten Franz- und Josef-stSdter-Sparkasie, und wird die bevorstehende Criminal-Untersuchung in dieser Affaire sowie in der Angelegen-heit des Honved-Asyls, desien Fonds er verwaltete — alS Motiv des SelbstmordeS bezeichnet. Im ReichS-rathe gehiirte Johann VidatS bet iiutzersten Linken an und wurde unter semen nachgelasienen Papieren auch ein Brief KosiuthS gefunden. — A bs cha ffung des KlingbeutelS. Der prager Stadtrath hat in Hinblick darauf, dah das Sammeln von tlrmenbeittagen in ben prager Kirchen mittelst bes fogenanntcn KlingbeuIelS, welches zumeift wahrend bes GotteSdienstes geschtehl, die Lffent-liche Anbacht stLrt und unstatthaft ist, beschlosien, bah es von berartigen Sammlungen in ben Kirchen sein Abkommen finden solle. (Wird zur Nachahmung era-psohlen.) — (Der PeterSpfennig-Fonb. ) Es ist zur Geniige bekannt, batz Se. Heiligkeit Papst Pius seit Jahren butch die Beitrage der „®ldubigen" in der ganzen Welt, welche unter dem Namen Peters-psennige gesammelt werden, im hohen Grade unter-stiitzt wutbe. Die „Units, cattolica" enthdlt bie sol-genben Statistiken Uber bie jahrlichen Einkiinfte, bie vorher niemals zusammen verosfmtlicht rourben: Im Jahre 1861 beliefen sich die „Pfenniae" auf 14,184.000 Francs, 1862 auf 9,402.000, 1863 auf 7,047.000, 1864 auf 5,832.000, 1865 auf 6.445.000, 1866 auf 5,939.000. 1867 auf 11,312,000, 1868 auf 11,000.000, was in acht Jahren (omit einen Total-betrag von 71,161.000 Francs ergibt. Die genaue HLHe der in ben letzten vier oder fttnf Jahten ge« sammelten Beitrage ist nicht attgegeben, abet bas ge-bachte Blatt sagt, batz sie die sriihern Jahte bebeutenb Ubersiiegen, und glaubt, batz bet Gesammtbettag bcr bis zur Neuzeit gefammelten ..Peterspfennige" nicht viel unter 400,000.000 Francs beiragen fanrt. Die grofje Abnahrne in ben Jahten 1863/66 ertlart sich nach ber „Uniia caitolica" butch die damals vothettschende Annahme tn ber katholischen Welt, batz ber weltliche Besitz des Pontisex hinliinglich gesichert sei, und batz er folgltch auSroartiger Subsidien wcnigtr bringenb bebUrfe. Local- und Provinzial-Angelegenheiteu. — (Etsatzwahl in ben Sanbtag.) Fiir bas burch den Mckltitt bes HosratheS Kcomer erlefcigte LandtagSmandat roitb bie Etsatzwahl in den Stadten G o t t s ch e e unb R e i s niz am 22. November vorgenommen. — (Das e r fl e philharmonische G e -fellfdjaftsconcert) findet ora nachsten Sonn-tage nadjrnittagS 4'/» Uht ftatt. Am Programme fiehen: 1. Fciebensfeier, Festouvettute von Reineke. 2. Atie aus Mozarts „Figarcs Hochzeit", gesungen von Frau Schiitz-Wilt. 3. Erstet Satz aus dem Concetle slit Violoncello von Molique, vorgetragen von Hettn Peer. 4. „Die AuSwanderer", Dichtung von Bollet, in Musik gesetzt fUr Soli, Chor unb Orchester von F. Mair. Die Soli werben von ben Domen Schittz-Witt unb v. Ujfolusy unb den Herren Razinger und Chlumetzky ae-sungen. — ( LehrerbildungSanstalt.) Zur Ausnahme in den I. Jahrgang ber hieftgert Lehter-bilbungsanstalt rnelbeten sich 20 Zoglinge, eon benen 18 bie AusnahmSpriisung bestanben, die 2 iibrigen Uber Beschlutz bes Lehrkorpers ohne dieselbe aufge-nommen wurben. Der II. Jahrgang zahlt 10, ber III. bagegen 12, alle brei fomit 42 Zoglinge, bon benen sich jeboch 3 aus bem II. unb 2 aus bent III. Jahrgange wegen Mititiirpflicht vorlausig noch autzet-halb ver Anstalt befinben. — In bet UebungSschule trat heuer bas erstemal bas Alternieren ber Lehrer ein. Demzusolge untenichtet Herr Eppich in ber I., Herr Wisiak in bet II., Herr 5£omlic in bet III., Herr Simo in bee IV. Klasfe. Die Zahl ber SchUler betragt in bet I. Klasie 33, in ber II. 40, in ber III. 49, in ber IV. 48, zusammen 170 SchUler. — (Lehrerinnenbilbungsanstalt.) Zur Aufnahme in ben I. Jahrgang rnelbeten sich 28 Z8z-tinge, von benen bis auf einen alle aufgenomtntn wurben. Im II. Jahrgonge befinben sich 18, im III. 26, in alien breien zusammen fomit 71 Zvglinge. — In ber UebungSschule nnterrichtet Fraulein Hkofic in ber I., Fraulein Klemenčič in ber II. Klasie. Die ersiete Klasie zLhlt 14, bie le&tere 12, beibt also 26 SchUlerinnen. DaS Berhaltnis zwischen LehramtS-zoglingen unb Uebungsschttlcrinnen ist fomit heuer bei roeitem gttnftiger als im vdrigcn Jahte. — (liebers Ullung ber stabtischen VolkSschule n.) Wie bie „Schulzeitung" melbct, mutzte heuer auch bie IV. Klasie in Paraflelabtheilun-gen getrennt werben. Die Schule umfatzt fomit ocht Klasien, Con benen zwei noch immer UberfUUt genannt werben rnUssen. Die I. Klasie enthalt in ber 1. Ab-thcilung (Lehrer: Bahovec) 61, in ber 2. (Sehr« Herr Travnat) 58; bie II. Klasie in bcr 1. tiblhei-lung (Lehter: Herr Atrnic) 74, in ber 2. (Lehrer: Herr Razinger) 74; bie III. Klasie in bcr 1. Abthci-lung (Lehrer: Herr Kokoil) 87, in ber 2. (Lehrer: H-rr Rattelj) 74; bie IV. Klasie in ber 1. Abthci. lung (Lehrer: Herr Bclat) 88, in bcr 2. (Lehrer r Her Zurnet) 46 SchUler. Die Zahl ber SchUler be-trtigt fomit in ber I. 119, in ber II. 148, in bet III. 161, in bcr IV. 134, in alien zusammen 562 SchUler. Nimrnt man nun an, bah bie Schule itt weitverstteuten klcincn, nut jut Nolh aufgenommenen Zimmern unterbracht ist, so ergibt sich, bah es hochstc Zeit sei, an bie Errichtung ciner britten vierklasiigcn VolkSschule mit cigener Lcitung zu benfen. — (Die Cho lera in Stcicrmarf. ) Dutch bas aus Ktoatien nach Graz transserierte Grcnz-regiment Jelačič ist, wie amtlich constatiett tvurbe, bie Cholera eingeschleppt worden. Die Krankheit ist sogar zicmlich hcstig auSgebrochen. DorUbet gab es in ber GcmeinbctolhSsitzung vom 10. b. eint Sutzetst erregte Sebatte. Es tvurbe beschlosien, fofott ode Bot-kehrungen, urn bie AuSbteitnng hintanzuholten, zu tressen unb cine Petition an ben Kaiser zu richten um Wegvertegung bes RcgimcnteS; inzwischen soll bie Jso-lieiung beSselbcn ccrlangt werben. Auch nach Marburg ist burch ein Balaillon com Regiment Jelačič bie Cholera eingeschleppt worden. — (AuS Trifail), schreibt man ber „Gt. Tgp." Seitbem bie Kohlenprobuction hicr so zuge-genommen hat, hat sich auch eine enlsptcchenbc Vct-gtotzernng unferer Station ate nothroenbig herausge-stellt. Diefelbc soll in ber Wcifc Corgcnommen werben, bah ber Bahnhof erweitcrt unb die Anlage zweiet neucr Geleise ISngs beS SavesttvmmeS verge-nommen roitb. Die Votlagc bes bczUglichcn Projecte* an bas k. k. HanbclSministctiura wurbc bcreits ongc-orbnet. — (ParlamcntorischcS. 1 In ben fUnf-zehnglicbrigen Abrchausschuh tvurbe von ben heimifchen Deputierten Baton 0. Slpfaltrern gcwiihlt, in ben Lezi-timationSausfchuh, ber aus 24 Mitgliebern bcstcht. Dr. Schaffer, unter ben 12 SchriftfUhrcrn bes HauseS fungiert ouch Dt. Razlog. — (DaS Ptogtamm bes „ F ott -schrittsclubS. ") Unter bem Namen „Fort-schrittSclub" hat sich am 10. b. bie auherstc Linkc bee Abgeorbnetenhauses consiituiert, ben tiroler Abgeotb* neten Dr. Grebmer zum Obraoune geroahlt unb ihrer parlamentarifchen Action bas nachfolgenbe Ptogtamm zugrunbe gelegt, bas wit hicr schon 'beshalb anfuhtcn roollen, roeil biesern Club auch bie vier heimifchen Deputierten, Deschmann, Hočevar, Support unb ©chaffer angehbtett. DaS von Dr. Wilbauer entworfene unb bis jetzt von 56 Deputierten unterfchriebene Progrcmm selbst, welchem sich jeber, er mUhte benn zur Partei ber Dunkelmanner unb hartgefottenen Reaciionote gc-horen, unbedingt anfchlichen latm, lautjet: „Um die organische Glikderung unb dadurch die Macht unb AclionSsahigkeit ber gefammten VersassungSpartei zu fiitbern, zugleich sich abet auch bie voile SelbstLnbig-leit nach jeder Richlung zu wahren unb ihren Ucber< zeugungen entschiebenen AuSdruck zu geben, Dcteinigen sich bie unterzeichnelen ReichSralhSadgeordneien zu eincm parlamentarifdjen Club (ForlschritlSclub), ber in leben* bigcr, freunbschastlicher Berllhrung mil ben Ubtigen Gruppen bet Parlei vorziiglich bestrebl feixi roirb, flic bie Befestigung unb Fortbilbung ber constilutionellen Einrichlungen, bie Starkung ber Staatseinheit unb die ungehemmte Durchfiihrung ber ReichSgesetze zu wirken, bie reichen Keime ber Freiheit unb bee Rechtes, bie in ben StaatSgrunbgesetzen tiegen, butch stetig fortfchreitenbc Pflege zu entwickeln unb auf biefe Weise Lurch bie belebenbe Macht ber mobcrnen Kultur Oester-teich zu verjiingen, inSbefonbere in bee Ocbnung ber confessionellen Verhaltniffe bie StaalShoheit zu unge« ichmaterlet Geltung zu bringen unb bie Kirchengewalt strenge auf ihr eigeneS Gebiet znrbckzusiihren, in volkSwirthschastlicher Beziehung abet bie rebtiche Arbeit zu schiitzen unb fiir bie Herstellung unb Forberung eines gefnnben VerkehrSlebens einzutrelen." — (Die Verwaltung ber SUbbahn) hat ein Promemoria liber bie Trennung bed ©iib» bahnnetzeS in bem ihr von ber Regierung gefMten Termine au«gearbeitet unb iiberreidjt. Eine Theilung ber PrioritiitSschulb mitb in biefem Schriststiick ale unzuliissig bezeidjnet, efl soll jebeS ber beiben Netze fiit eine entfprechenbe Quote betfeibcn bie Verzinsung auf» bringen, bie unbebingte folibavijche Haftung ben Prw-ritatSbefitzern gegeniiber soll auftecht erhalten bteiben. In abministrativer Bcziehung ist eine viSQige ©onberung in zwei Gesellschaften mil geschiebenen Generalversamm-lungen in AuSficht genommen, unb foil eine gemein-jame VerrechnungSstclle enichtet roetben. — (Die Ei se n b a h n v o r l a g e n ber R e-g i erun g.) Die „Pr." fchreibl: »ES ist nunmchr geroih, batz bie Regierung beim Eisenbahnanlehen zu-nachst ihre Wufmerlfamleit auf bie Unlerstiitzung eint* get theils concessionierter. theilS gesetzlich sicherzestelltcr Bahnen richten wirb. Die Zahl betfelben ist eine so grotze, boh burd) biefelben bie vorbereitetcn unb bereitS eingebrachien Vorlagen ber Arlberg. unb Jstrianer-Bahn, fomie ber Forts etzung ber RubolfS « ba hn nach Triest in ben Hintergrunb gebtangt roerben miiffen. Unb zwar bilrfte bicS auf eine Itingere Zeit gefdiehen, ba sich fiir bie genannten Bahnen fein Con-cejfionar sinben biirfte unb auch bie Regierung nicht in bet Sage ist, biefelben butch Barvorfchiifse auSsllhren zu loffen." ES steht zu erwarlen, batz bie Abgeorv-neten ber SUblanber bie Regierung eine« anberen be-lehren roetben. — (Kronpr inz Rubolfbahn.) Am 10:en November morgen« 8 Uhr hat ber CommiffionSzug ber RubolfSbahn bie neue Strecke Villach-Tarms be« fahten. Die Sibffnung bet Bahn foil, roie bie „Klag. Ztg." hort, am 25. November stattfinben. — (Ha n b elsk a m m ert a g.) Der flSnbige Ausfchutz bee Lsterreichischen HanbelSkammertageS hat befchlofsen, ben HanbelSkammertag, beffen ©inberufung nod) itn Saufe biefe« JahreS vorbehalten roar, auf Sonntag ben 23. b. einjuberufen. Auf ber TageS-orbnung steht bie Berathung bes StatutS unb bie Constituierung be« HanbelSkammertageS a Is einer pe-riobifch roieberfehrenben Zufammentretung. Daneben roerben sich roohl an bie Finanzvorlagen, roelche in-zwifchen ben Reichsrath beschaftigen roetben, Besvre-chungen fnilpfen. — (Sum bieSjahrigen ErnteauSfa ll in CiSleithanien.) Auf bie Emgabe, roelche ber Votstanb bet wiener Frucht- unb Mehlbiirfe am 1. September l. I. betreffenb bie Matznahmen, bie zur Milberung ber Folgen be« ErnteausfalleS ergtiffen roerben follten, an ba« HanbelSminiflerium gerichtet hat, ist vvr einigen Tagen bie ©ilebigung herabgelangt, in roelcher barauf hingemiefen roirb, batz ben JBlinfchen ber FtucbtbLrfc auf Aufhebunz be« ®etreibetinfuhrjoI» leS unb auf Herabfetzung ter Bahntarife fiir LebenS-mutel enifprochen roorbcn fei, batz jtboch bet roeitercn Forberung, e« rnoge burd) aaitliche Eihebungen liber ben AuSsall bet Ernte Klaiheu gefchaffen roetben, berjeit nicht vollstLnbig geniigt roetben laim, roeil tie: Betichle au« mehteren Ptovinzen im Metbtmmiut« fterium ncch nicht einqclanzl jeien • nichiSdestowemget routbe au« ben Haupiprobuciionsgegenben Cisleiiha-nienS bie Weizen- unb Roqgcnetnie De« JahreS 1873 ' im Betgleiche zu bem 9icfuliaie be« Botjahtes an*, naherenb beziffert. Njch biefem AuSweife rolirbe ber | AuSfall gegen ba« Jiht 1872 in ben angeftihrten! Provinzen bei Weizen 18/l0 Millionen, bei Roggen | 7 8/I0 Millionen Metzii betraflen unb roiitbe sich — I bie Provinzen (Salzburg, K r a in, 9iieberb|lerteid) u. a. m.), von roelchen bie Daten noch fehlen milge-rechnet — ba« Desizit an ungejahr 2 iDiiUtonen Metzen Roggen gegen ba« Botjaht calculiercn, was ein fchlimmete« Etgebnis zetgen roiitbe, als bie Ftuchi-botfe in ihrern SHefetaie am internationnlen Gelreibe-unb ©aatenmarfte (am 5. August) schti§ung6ocife an-genonimen Hal. — (Fur bie (Siseninbuftrie.) Die Slagenfutier HanbeUfammec hat befannilid) fiit bie Forberung ber barnicbetlicgenbeu Ei eninbustrie eine Eingabe an bafl ©efammirninisterium gerichtet. Wir ha ben beS beachtenSwctlhen ©djriflft tides beteits auS-fiihtlicher gebacht. Nunmchr hat bie genanme Kammer auch bie wiener Hanbelstauimer urn ihre Muroitkung bei jenem Schiitte angegangen, „bamit bie vom Han-belStammertag ernpfohlene Aufnahrne von ©ijenbatjn« bauten mil Beziehung auf bie Etjen. unb Aiaschinen-inbustrie ins Wetk gejetzt roetbe, ba bie Lage bicjet Jnbnstrie eine hochst debenlliche ist unb roitlfarne Bor-tehrungen gegen ben Zusammensturz ber in ben letzien fiinf Jahten gegtiinbeien Uniernehrnungen unb fUc bie ©idjerung ber Existenz von viden Zaufenben von Familien gettofsen roeiben miiffen." SDiit einern ahn» lichen Ansuchen hat sich bie Karnmer Hanbeistauimet an ben stanbigen SluSjchutz bee HanbelSfanirnertagee geroenbet. DaS tiihiige Borgehen ber flagenfutiet' ifarnmer verbient e ben so roie ihr trefftichcS insttucliveS Eiabotat a lie iRnetleiinnng. — (Die osterreichische M u st e r schu Ie im AuSlanb.) Die osterreichische ^anbfcbule in ber WellauSstellnng routbe oft em Muster fiir a lie Lander genannt. ©ie (cheini bieS rottflich werden zu wollen. In Demschland roird ber bei une zuetft fcargestellte Gebanken, Schulganen unb Schulwetkstait umer bie Miltel bet ofsemlichen Ecziehung einzubeziehen, in Siehrervereinen befprccben unb z. B. in Hamburg le-teits hbheren ©djulbehbtben vorgelegi. In Diutzlanb roirb bie Beschreibunz ber Lsterreichischen Mnsterschule iibersctzt unb ber Regierung mit ben Planen unler-breilet. Det japaneflfcbe Ministerptcisibenl ©atm Tsune-tami hot ben ©chulmanii Dr. Schwab erfucht, fiir baS Museum in ?)ebbo eine uollftanbige Lehrmltielsamm-lung fiir BolkSfchulen nach cent Muster ber oftcrrei* chifchcn Mustetfchule zufanimenzustellen. Auch bie ol« mlitzet Schulbank, bie Werlstaik, nor allem abet bet ©chulgatten roetben bem Bolke ber Jspanefcn in seiner Heitnat cvrgeflihrt roetben. Unb roaun — fragen wit, — roirb grain, roann roirb bie LandeShaupstavt ein otbenilicheg ©chulhans besitzen. Mohroii. Peschke, Telegraphenbauleiter, Tries!.— Mariak, Baniinternedmer, Novi. — Stoniisch, (S.'ttfdee. — Ltnter--derger, Zengg. — Okorn Maria, Neustabtl. Wilkemng. Laibach, 12. November. Morgens bewLlkt, schwacher Ostwind. SBitme: mor-gens 6 Uhr — I-«", nachmiltags 2 Udr -f- 3 5° C. (1872 -f 11"; 1871 + 6 7".) Barometer im fteten Stei-gcit, 744.58 Millimeter. DaS gestrige Tagesmittel vet Warme -f 3 3", um 1'3° unter bem Normale. Allgekommene Fremdc. e Am 11. November. Stadt Wien. Braune, Privatier, Gvtlschee. — Regnl, flieifenber, Wien. — Lirbenwein, Jngenienrassistent, Bil-lach. — Rebitsch, Privatier, Linz. — Pinn, Hausbesitzer, f. Frau, Graz. — Baron Haynau, k. k. Lieutenant, Bir. Hotel Elel'ant. Seebe, Ksm,, Graz. — Mally, Privatier, RLmerbab. — Lapajne, Caplan. — Jeretin, Graz. — Drncker, fifm., Briinn. — Zehetmayer, Wien. — Gelletich, Finme. — Jenko, Gnrkselb. — Wnnber, Reis., W.-Nklistadt. — Pevic, t. k. Berpflegsosficial, A gram. #ter»wur«e. Skrabar, Lehrer, Liliich. — Blasch, Tob. EtnnefcnDet. Allea Stranica Krast uito GesunSheil otjae jJiebi^in unb ohne Ko^ea. Revalesciere du Barry non CoiiOoil Kerne fhrenf^ett vermag der delicalen Kvralesoidre du Barry zu ;rit irfleben, unb befeitiat diesel be ohne Medizin unb ovne rtonen all e tfia„en», Vteroen.. 6ruft», irunqen-. ^eder-, Druseu-. S»!eimt-aul», itt^euu, Blasen- nnb Vhercnleiben, Tuberculose, Schwindsirldr, -utteu, Unverdaulichkeit, Berstopsung, Diarrb6en, €*(afloftaleit, Sldwache, Hamorrhoioen, Wasiersnchr, [rteber, SSlvtubel, itiiutaufftet-)t. Spcrc. iRcim, ost.Pa». bto. bto. oft. in Siib. iofe »on 1S54 . . . tiofe »on )8(iu, ganze Lose »on 1860, g-iiiifi Priimienild. v. 1864 (irundontl.-Obl. Steicrmar! zu 5 pEt. (tatntcn. Jitain. a. Jtiifteitlanb 5 „ iingaru ju . . 5 „ kroar. u. Slav. 5 „ 6iei>enbitrg. ju 5 „ Action. Wationalban! . . . Union » Bank .... $ret itanflalt . . . . 11. b. Lscompie-Ges. Lngio.-osterv.Bank Ocst. Bobcncreb.^a Cell. Hvpoth.-Bank. etcict. E«compl.-Bk. Jranco - Austria . . »ais. Serb.-Hiotbb. . Siibbahii-Gkskllsch. . «m(. Slisabrth-B-hu. iiarl-i!ubwig-B»h». . Eicbcnb. Sijenbahu. StaaiSbahn . . . Lais. i)tani»3ofd«b., S«nsr..Barcsrr S..«. ilfSib-gmm. Bahn . 1'fnndhriere. Wattcn. 6.B. vcrioSb. ting. Bod.-Sredttai,«. *Ufl. ift.Bod.-Lredlt. tb#0. in 86 3. rSckj. . 0)ed Ware (delb Ware P8.20 68.30 Deft. Hypoth.-Bank. 88.— 72.5)0 73.— »2.5U 93.- 1’rioritilts-Obl. ICO - 101.— uo.- 134.50 cnoi8» 40 „ 23.50 24.— Wiubischjjray w „ 23.— 23.50 37.5.0 38.— Walbstein . HO „ 24.50 25.- 2000 2005. »egievich . 10 . 14.— 16.— 158. - 158.50 SiubolI«ftift. 10 „ 212.— 201.50 1.1. Weehsel(33Ron.) 318! - 319.— Allg»b.ioofl.sitbb.w. 86.25 96.40 2o8.— 209.— Stents.roost. , . conbon 10 vf. CitcrL 96.50 115.- 96.70' 115.25 141.'— 142!— Paris 100 fraud . Alftnzen. 45.10 45.2 V 89.85 91.10 *aif.®Mini-SDacaten. so-SrasLSstLck . . . 6.46- 6.47— 80.25 80.50 9.20 9.20 98.50 Preutz. «affenf*eine . «4.60. ©ilbet 1.72- 109.70 1.72— 109.85 Telegrapbtfcker CurLbericht am 12. November. Papier-Reme 68,15 — Silbcr=iRentr 73,15. — 18«0r 8taate.31nicbcn 100,75 —sBonfactten 913. — lircbit 208,50' —London 114,80 — dilbrr 109,GO. —St. (. Miwz-Duc^-ii ^O-^rauvL-Ltucle 917. Druck von Ign. v. Kleinmayr & Feb. Bamberg in Laibach. Verleger unb fiir bie Rebaciion verantwortlich: Dttomor Bamberg.