MARBURGER ZEITUNG AMTLICHES ORGAN DES Verlag und Schriftuitung Marbutg «. d. Drau, BadgatM N*. 4». Panmili Nt. IS-tt?, 26-68, U-69. Ab la Uhi (tfeglicb auBei Simitag) itt dtr SrhrltUiltong dui aul Panruf Nr. 28 67 «TTtlc-hbai. Unverlangt« Zuichrlften wtrdcn Dich* rO'kgeiandl Bei aimtllchm Antrogen Itt daa Rfickporto beltulegeo FoaOrheckkoato Wlao Nr. 54.608. GeirhH><««tetlas 1e Cliil. Marktpiat« Nt 13. Parnml Nr. T. und Id Pattai* Uogaitorgaa«« Nr 1. Pemruf Nr. >19 STEIRISCHEN HEIMATBUNDES Bracheiot «•rkttgluli al' Morgrataltung. laingiprala flm «otatu aablbaif nonatlicb RM 3,10 alnachllaBllrb 1B,8 Rp' Poatsaltungtigebflhrp bal Lieferung tm Stralfband sutQg*icb Purtoi bei Abbolen In der Gesrblftaitella RM 3.^. Altralch durch Poit Bonalltcb RM 3,10 (elntchl ID.B Rpf PoiiialtungtiebObr) und 96 Rpt ZuitelU gabflhr BaialnuDBani wardeo nnr gegen Voraloaendting da* Blnielpraia'« nnd '^•r PortoaualagnD xugeaendat. Nr. 230 - 85. Jahrgang Marburg^Drau» Mittwoch, 18. August 1943 Einzelpreis 10 Rpf Die planmässtge Räumung Siziliens Unsere Armeen stehen bereit! Der letzte Mann und das letzte Gerät an das Festland gebracht — Eine Truppe ungebrochenen Kampfgeistes fordert den Feind an die Klinge pd. Marburg, t7. August ' In der Früh« des heutigen Dienstag haben die letzten deutschen und itolie-nifchen Truppen nach fünfwöchigem heldenhaftem Widerstand un, d'iR die britischen Verbände in dei Fdlgp^eit sehr, sehr vorsichtig vorgingen und sich olt erst nnch Tfigen in die von den Deutschen geräumten Stdrite und Dörfer hineinwagten. Ein scharfe«» Narhsetzen hätte viellpicht diP in voller Ordnuiui zuru* kgehendpii deutschen Tnippen einige Male in uiiange- e r nenme Situation bringen können. Der englische Respekt vor der Schlagkraft der deutschen Waffen ersparte uns diese Sorge. Zögsrnds Amerikaner Noch vorsichtiger in dieser Beziehung waren die Yankees, die unter Ausnutzung Ihrer gewaltigen Überlegenheit die schwachen deutschen Kräfte glatt hätten unterlaufen können. Zu einem solchen Unternehmen konnte sich Jedoch die amerikanische Führung nicht entschließen, und es war für den deutschen Soldaten trotz der ernsten Lage mitunter erheiternd zu sehen, wie die Amerikaner ängstlich vorfühlten und sich sofort zurückzogen, wenn sie Feuer bekamen. Jedesmal trommelte daraufhin die amerikanische Artillerie mit zusammengefaßten Abteilungen stundenlang auf die Stellungen, und selbst Kreuzer und Zerstörer wirkten von der Sceseite aus, die Deutschen aus ihren Positionen zu vertreiben. Die Verlutts Bei dem Mißverhältnis in der Stärke der kriegführenden Parteien auf Sizilien mußte sich die Führung trotz der hervorragenden Haltung der Truppe auf eine bewegliche Kampfführung beschränken, die unter dem sparsamsten Einsatz von Menschen und Material dem Feind größtmögliche Verluste zufügte. In der Tat brachte Sizilien sowohl den Briten, als auch ihren amerikanischen Verbündeten einen schmerzhaften Aderlaß, und die Gefangenen waren ausnahmslos glücklich, dafl sie heil aus der Kampfzone herauskamen. Auch auf deutscher Seite waren manche schmcrzlichcn Ausfälle zu verzeichnen, die bei der bestehenden zahlen-mäfligen tlberlei^cphcit schwerer ins Gewicht fiel<'n als auf der Gegenseite. Während die Engländer und Amerikaner dreimal am Tage ihre Gefechtsvorposten ablösten. waren die deutschen Soldaten während der Gesamtdauer der Kämpfe in ununterbrochenem Einsatz, In alter Schlagkraft Als die Reste des englischen Landhce-res seinerzeit über Dünkirchen in wilder Flucht nach England zurückfluteten, stieg eine völlig demoralisierte, zermürbte und zerschlagene Strcitmacht von den Schiffen Die deutschen Divisionen, die in voller Ordnung, ohne jedes Zeichen von Panik von Sizilien zurückkamen, sind intakt geblichen. Unbesiegt sind sie von der Insel abgetreten, und nun formieren sie sich aufs neue, bereit, unter günstigeren Be-diii)?nngeii in hIIit ScMatfkraft gi-grn dir Feinde der neuen Ordnung anzutreten, Unter dem Flakschirm tc Stockhülm, 17. August England kann seine Enttiiuschung über die planmäßige Evakuierung Siziliens nicht verbergen, meldet der Londoner Korrespondent von »Aftonbladet« aus der britischen Hauptstadt. So icbreibt »Daily Expreß«: »Alle auf Sizilien gesetzten Hoffnungen haben sich nicht erfüllt. Wahrscheinlich wird es sich zeigen, daß die Haupt-kräfte der deutschen Njruppen bereits das Festland erreicht haben.« Die anglo-amerlkanischen Pilote» b** zeichneten den von den Deutschen ge> legten Flakschirm über der StraBs tob Messina als das Bemerkeniwertests, was sie in diesem Kri^e überhaupt srlsbt. hätten. Die aus dem Wüstenkrieg fürchteten beweglichen SS-mm-Kanonen erwiesen sich auch für die Luftabwehr außerordentlich wirkungsvoll. Sit bildeten regelrechte Feuertunnels, die di^ alliierten Piloten »Flakalleen« getauft hätten. Vergeblicher Ansturm Drei weitere Transporter mit 25 000 brt im Atlantik versenkt dnb Führerhauptquartisr, 17. August Das Obelkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Mlus-Front wurden örtliche Angriffe der Sowjets abgewiesen. Am mittleren Donez trat der Feind im Raum von Isjum nach heftiger Artillerievorbereitung mit starken Infanterie- und Panzerkräften zum erwarteten Angriff an. Alls Durchbruchsversuche der Bolschewisten wurden vereitelt. Der Feind hatte schwerste Verluste an Menschen und Material. Im Kampfgebiet südwestlich Bjelgo-rod führten die Sowjets nur örtliche Angriffe, die überall abgewehrt wurden. Bei dem gestern gemeldeten erfolgreichen Gegenangriff verlor der Feind nach bisherigen Meldungen 4200 Tote, über 1600 Gefangene sowie 25 Panzsr, 110 Geschütze, 112 Granatwerfer, zahlreiche anders Waffen und eine große Menge Kriegsgerät. Während die Sowjets Im Abschnitt westlich Orel nur schwache vergebliche Angriffe führten, setzten sie südlich und südwestlich Wjasma sowie südwestlich BelyJ und am Ladoga-See ihre starken Angriffe fort. Auch diese scheiterten am zähen Widerstand unserer Truppen, die Insgesamt 283 feindliche Panzer vernichteten. Die Luftwaffe griff feindliche Ansammlungen und Truppenbewegungen am mittleren Donez und im Raum südwestlich Bjelgorod an und zerstörten neun Transportzüge. Am 15. und 16. August wurden bei sechs eigenen Verlusten 110 sowjetische Flugzeuge abgeschossen. Im Seegebiet von Sizilien wurden zwei feindliche Handelsschiffe mittlerer Größe von Bomben schneller deutlicher Kampfflugzeuge schwer getroffen. * Bei der Abwehr eines Luftangriffes auf süd-italienisches Gebiet schössen deutsche Jäger ohne eigene Verluste 13 viermotorige Bomber ab. Damit vernichteten deutsche Luftverteidigungskräfte In der Zeit vom 13. bis 16. August Im Mittelmeer 35 britisch - nordamerikanische Flugzeugs. Deutsche Schnellboote torpedierten vor der Ostküste Siziliens einen feindlichen Zerstörer, In der Messina-Straße wurden durch Sicherungsfahrzeuge der Kriegsmarine ein britisches Schnellboot verBenkt und ein Artlllerieschnellboot durch Küstenartillerie vernichtet. Ein im Nachschubverkehr für Sizilien eingesetzter Motorfährprahm der Kriegsmarine schoß während eines Tagesangriffs vier feindliche Flugzeuge ab. Von anderen Fahrzeugen der Kriegsmarine wurden im Seegebiet nördlich Sizilien von acht angreifenden britischen Torpedoflugzeugen vier abgeschossen Ein Verband deutscher Fernkampfflugzeuge versenkte in den Abendstunden des 1.'). August in .den Gewässern westnorriwestlich Lissabons aus einem durch Flakkreuzer und Zerstörer gesicherten feindlichen Geleitzug drei Transporter mit zusammen 25 000 brt und beschädigte mindestens zwei weitere große Schiffe durch Bombentreffer. Alle Flugzeuge kehrten zu ihrem Stützpunkt zurück. Tages- und Nachtangriffs feindlicher FliegerkrSfte auf mehrere Orte in den besetzten Westgebieten, darunter auch auf Außenbezirke der Stadt Paris, verursachten erhebliche Verluste unter der Bevölkerung, Im Verlauf heftiger Luftkämpfe sowie durch Flakabwehr wurden nach bisher vorliegenden Meldungen 20 feindliche Flugzeuge zum Absturz gebracht. Deutsche Kampfflugzeuge griffen in der vergangenen Nacht an der SüdoBt-küste Englands und Im Bereich der Themse - Mündungen Elnzelziele mit Bomben schweren Kalibers an. ★ Das Oberkommando der Wehrmacht gibt ferner bekannt; Seit fünf Wochen stehen auf SiziÜta deutsche Truppen und Teile einiger italienischer Divisionen gegen eine vier- bis fünffache feindliche Überlegenheit im harten, erbitterten Kampf, Durch den heldenhaften Widerstand unserer Truppen, die in schwierigstem Gelände und bei tropischer Hitze übermenschliches geleistet haben, wurde der Feind gezwun« gen, immer neue Verbände in den Kampf zu werfen, um seine großen Verluste an Menschen und Material aufzufüllen. Seit 14 Tagen ist die planmäßige Räumung der Insel im Gange. Den nachdrängenden Feind wurden in der Abwehr und durch wuchtige Gegenangriffe schwerste Verluste zugefügt. Alle Versuche des Gegners, durch rollende Luftangriffe gegen den Übersetzverkehr oder durch Vorstöße mit Seestreitkräften in die Messinastraße unsere Truppen auf Sizilien abzuschneiden, scheiterten. Feindliche Landungskräfte im Rücken unserer Front wurden vernichtet. Trotz stärkster feindlicher Luftüberlegenheit gelang es, die gewaltige Übersetzbewegung nach Kalabrien planmäßig durchzuführen, so daß bis 17. August, sechs Uhr früh, alle deutschen und italienischen Truppen einschließlich ihrer schweren Waffen, Panzer, Geschütze, Kraftfahrzeuge und des Geräts über die Straße von Messina auf das Festland überführt waren, Als einer der letzten verließ General der Panzertruppen Hube, der die Kämpfe auf Sizilien geleitet hatte, die Insel, Die ungeheure militärische und organisatorische Leistung wurde ermöglicht durch die Tapferkeit der Truppe, die zu Lande jeden Durchhruch verhinderte, und durch den unermüdlichen heldenhaften Einsatz der Kriegsmarine, die nur mit Kleinfahrzeugcn den Verkehr bewältigte und mit leichten Seestreitkräften in den Flanken schützte, und durch den starken Schirm, den die Luftwaffe mit Jägern und Flakartillerie über der Straße von Messina spannte. Führung und Truppe haben eine Leistung vollbracht, die in die Kriegsgeschichte ebenso eintfehen wird wie eine siegreiche Angriffsschlncht. Condore schlugen zu dnb Berlin, 17. August Der am Abend des 15. August im Atlantik etwa 400 Kilometer westlich Lissabon von deutschen Condor-Fern-kampfflugzeugen angegriffene britische Geleitzug befdnd sich auf dem Wege ins ' Mittelmeei und war duich einen Flakkreuzer, drei Zerstörer und mehrere Be wacher stark gesichert. Einige der Frachter hatten Torpedonetze ausgebracht. Gegen 20.10 Uhr wurde das in sieben Kolonnen laufende Geleit von unseren Fliegern gesichtet, litwa 20 Minuteri spater bt^gann der Angrilf. Dir erste Ronibe schlug an der Barkboidseitr eines 14{Mli) l)rt rtriiRcn Fracblrt» pjn. iind dip zweite tirtf den Iransporlpt mittSiliilifc und rief Explosionen mit anschließender starker Rduch2ritwicklung hervor, Em zweites Schiff von flOOO brt erhielt außer einigen Nahtreffern an Steuerbord einen Volltrefter mittschiffs. Mit starker Rauchentwicklung blieb 1?? gestoppt liegen und sank langsiim! ein Zerstörer eilte 7ur Hilfeleistung herbei und übernahm die Besatzung Em driitps Schiff von etwa 8000 brt ging nach zwei VoUtieftern ebenfalls unter, wahrend ein HOOO brt großer Dimpter nrich mehrnrpn Nahtrpf-fein an d"r Barkboids^itf mit erh^Ii-liehen Rosrhadigunaen über das Herk Tbsank Drei vei'ero Schiffe des Gelr-ifs wurden im Verlauf dpr w;pri»'thnlten \n-grifle nnsproi Cnndor Ftnq^pnqi» von Bomben geliotj^n und beschädigt. f f Seite 2 * Nr. 230 * Mittwoch, 18. August 1943 MAR3UHGER ZfifTÜfiO Die Nachf, die ihn das Hassen lehrte Kin Schicksal zwischen Front und Luftkriegsgebiet der Heimat — Von Kriegsberichter P. C. Ettighoffei (PK) Als der Gefreite S. vor einigen Wüfhpn mit iinifanqreichem Urlauber-qcpdck den prustendeii »Lappland-Ex-preO« bestieg, wnr er ein lebensfroher, m^n möchte fast sagen überraütiqer Landser. Just zwischen den beiden Ur-lavihszeiten h'itte er geheiratet, und dies Ereignis, eine Femtrauunq mit aller irhlichten Festlichkeit, die hierbei üblich ist, hatte die Kompaniegemüter ta-gelnnq prreqt und die K(»meraden zu den horkömmlichen, nicht mehr ganz neuen Witzen veranlaßt. Hpiite witzelt keiner mehr über den Gefreiten S. Er scheint allen Kameraden libprlfrjen, und jeder fühlt sich ihm ge-(jonuber als ganz klcinnr unbeholfener junqe. Was ist's «rhon, was jeder ein-zp'ne von ihnen erlebte, gemessen an dor Größe und Furchtbarkeit seines Unglücks, da« er zu tragen hat. Er ist nur viel ernster und viel männlicher geworden, der Gnfrelte S., und der unhekQm-rierte .Iiinrie, der vor Wochen hochgemut, von Kamerfldcn lachend begleitet niis I.appland gegon Süden fuhr, hat r nrm anrifren, einem ernsten Manne I'lat/, qomacht. »W at war gescheh6n?f Was ist geschoben? Es »ei hier kurr wiedergegeben, so wie es der zurück-grkehrte Gefreite S. stockend und schlicht er/ühite. Er hat übrigens seinen l'.'Liub vorzeitig abgebrochen, um zur Truppe zurückzukehren. Der Gefreite S. kam Im Laufe dei Nachmittags in leiner westdeutschen Heimatstadt an. Seine Junge, fernge-tiawle Frau schloß ihn jubelnd in die Arme, üls er den Zug verließ. Dann i'.hntten sie mit frohen Auqon die Stra-ßcri entlang. Manchmal huschte ein Sthrtttf-n über die Stirn dos Urlaubers, wenn er au frischen Trümmern wohlbe-kiinntor Wohnhäuser vorbeikam, Spuren (ifs jüriqsten britischen Terrorangriffs. Vor den Trünimem einer ausaebrannten Kirche deren gotische Mauern gespnn-hlclinft und drohend als stumnne Anklage aus wüsten Schutthaufen wuchsen, bTrl) das Paar eine Ntinute lang stehen, und d:p Frau mpinte: »Siehst du, das ist uiser Krieg in der Heimat.« Et drückte ihro Hand: »Wir sind bei euch In Ge-dnnknti.« Daheim . . . Dann eirelchten sie ihre kleine Wohnung, wü bereits die Eitern de» Urlaubers warteten. Es gab ein Begrüßuugs-essen, und die Fragen und Antworten scnv/irrten hm und hei, und die ersten Kostbaren Stunden de» Urlaubs vergingen. Manrhmül blickte die junge Frau nach ihrem Manne. Sie hatten jahrelang fluloinander gewartet Nach langem Zögern hatte ile in die Ferntrauung einqe-williqt, es sollte kein Tag des nächsten l'riiiubs veilorpn gehen mit Formalitäten. Üie Elfern gingen erst, all draußen d'e Verdunkfilung längst eingesetzt hatte», ÜÜIM den gotischen Kirchfntrümmern stand beroils drr Mond, die Strnflen-li«hnon husthlen mit abnehlrndoten Illauen Lichtern ddhin, der Abend roch njfh Staub und Ruß und brachte keine Kuhhuig. An di?r Haustür drehte sich der Vater zum S( hrie hin und meinte .'ilt einem vors( iunit/ten Lächeln: »Na, dann Jun-qe, der Himtnel i'-l Vlnr, es könnle sein, (I ß drr Tommy deine Hoch/rlfsnacht sirvl. aber hnlfon wir, dciß es nicht so '■ II wird.« Er versetzte dem Sohne einen f-fnmiis( hafllichcn Klaps, wie es unter Nf.innorn iiblich ist, und schritt d'e Straße entia ig Der Gefreite S. schaute Ihm tiiich und bohrte seine Blicke in die Dun-krlhcit, bis die Schritte der Eltern verheilt waren Fs war ihm plötzlich so selt-sora weh ums Herz, doch er machte sich \on diesem Gff'ihl frei und stieg die ■ficDpe hinan, denn dioben wartete seine junq»^ rriiii. Si'^enen heulen Tnd wahrend er die Treppe stieg, immer zwei Stufen gleichzeitig nehmend, durfhheulte es draußen die schwüle Niifht, und über den Dfichern der west-riniitsfluMi Starit lärmten und heulten und j inmi'Mtep die Sirenen. Fast qleirh/eitiq wurden al'e Flurltiren anlrferissen und fiie R;-wr>h!"*er dos Il.iuses eilten hinab in dpii Luftschutzkeller. Hie und da leises Greinen eines Kindes, das i^h aus clr'ni Srb.l.ife gerissen wurde. Die Fr-Wrirhsencn aber blieben riibiq und r|0-f.ißt tmrl qinnen mit emstnn Gesichtern. Anf firm Ict/tcn Treppenabsatz kam d'e jinrie Frau S. ihrem Nlanne entq^qen: •Wir müssen in den Tultschut/keller«, saqtr nie Eine wirklich unterhaltsame Hoch-zelsnr.iht-, versuchte er zu scheizen, und sie drückte ihm tröstend die Hand' .Der M'irm m'iß ja auch einmal vor-überqehen, wir hribcn ja so lauqe gp-w 'itet . . .* Draußen war es unheimlich ruhig ge-wiiifien Keine Straßenbahn nieiir. Die letzten Srhritte hastender Menschen waren i'if dem Rürgersteiq verhallt. Eine R.escnstadt in Westdeutschland laq völ-lici dbqefUiiikelt und qedurkt wie ein 1 ier, das seine Peiniger erwartet, ir-q^ndir-'ue tcindseiiae Mat ht, die kommen wird, die ^n icHnr Minute kommen kann Das q -di'ckte Tier wird d n SchKiqr ni'bt kampflos hinnehmen, sondern sich wf'hreii. Von irgendwo rief eine laute .Stimme ein'"" crhw'Tende Zahlen durch die Slillc Fs klnng überlaut, Dann hftrfe man flus Klirren von Slahl auf Stahl. Eine der vielen Flakbatterlen, die zum Schutze der Wohnvirrlel eln(|esetzt wd-ifti, hatte geltiden und ihre Rohre qo-lichlef. Heraus zum Löschen ünd da gesrhung de^ Gegners im südlichen Abschnitt der O'ilfront maßgeblich zu den entscheidenden Erfolgen einer deutschen Armee beigetra'ien hat. In der Folgezeit waren die Erzwimiunt' des Bup-Üherganges bei Pertvomaixk und Wotntssensff, die Einnahme von Nikoln-iew und der tiefe Vorstoß über den Dnjepr bis Lubny bcsnndi>re Marksteine auf dem Siegeszug der Division Huhe. Die Erstürmung von Lubny schloß die letzte Lücke im Ring um die östlich Kiew eingekesselten feindlichen Armeen In allen diesen Kämpfen irherfrug General Huhe, meist bei den vordersten Angriffs-truppen führend, seinen Siogestaillen und seinen anfestümen Dranif nach vorwärts his auf den letzten Soldaten seiner Di-vtsion. Nachdem sich der General durch seine Führung in den Wintrrahwehrk^nplcn neu bewährt hatte, wofür er am 17. Januar 1947 als 62. Soldat der deutschen Wehrmacht mtt dem Eichenlaub zum R/tterkreax ausgezetchnet worden war, wurde er am 25, Juli 1942 zum Generalleutnant und einige Monate später zum General der Panzertruppen befördert. Unter seinem Pffehl und unter seiner nie versagenden Tatkraft und Tapferkeit hi-ifete sein Panzerkorps wiederum im Raum von StalinPrad Hervorrapend's. Ah Anerkennunii für Führrrng und Trunne verlieh der Führer am 23 Dezember 1942 ff übe das Fichenlnith mit Srhwertern zum Ritterkreuz de einige Ortsgruppen bereits aufztiwrisrn haben Das Sammeln der f^eeren übernahmen zum Teil die Frauen, zum Teü die Deutsche Turfend DuTh freviti-ce Erntehilfe bewiesen die Frauen, daß mir Zusammenarbeit und nenrnseitine !M'n In d'eser Zelt zum Z'el führen können. Mit gutem Beisniel n ngen auch bieibei die Emteelnsatzmädel voran tazaretthe-treuunfl und Besuche b elteten SnUla-ten und T'rauen, qroRe Freude, Todesfalle. Tn Lichtenwald ve'sthed im hohen Alter von HO Jahren Heiepe Freifrau Hosrhek von M'iblhelm neb Kießwetter, deren Leichnam nach Hr-iz zur CInäscherunn überführt wn^de — In Marburg sind das Angeste1Uens*öhn-eben Anton Strnschek aus tTnter Kntsrh und das Weberintöchterchen Certiude T^schenltschnik aus der Custozzaq isse nestorhen. Wir verdunkeln im Au{{ust von 22 bis 4 Uhrl Seite 4 ♦ Nr, 230 * Mittwoch, 18. Autfust 1943 MARBURGER ZEITUNO Schadenverhütung hilft siegen Die Zahl dor BrandschAdenfftll« bat in den letzten Jahren in der Landwirtschaft erheblich zugenommen. Viele Brundursachen, wie Bau- und Stromlel-tungsschäflen sind kriegsbedingt. Viele Brände entstehen aber dadurch, daß sie von Kindern verursacht werden, die wegen der Arheitsüherlastung des Landvolkes nicht immer so Überwacht werden können, wie dies not täte. Trotzdem mun aber alles getan werden, um Brandschäden zu verhüten. Mit dem Bauprnanwesen, den Getreideschuppen lind Heuhütten gehen nicht nur dem einzelnen Werte verloren, sondern wird avich das Volksvermögen getroffen und all/u oft leidet auch die Emährungs-Wirtschaft empfindliche Ausfälle. Für den Wiederaufbau fehlt es heute an Materialien und Arbeitskräften. Deswegen muß das Landvolk alles daransetzen, um BrandschadensfSlle zu verhüten. Seid vorsichtig Im Umgang mit Feuer! Beaufsichtigt die Kinder und mahnt sie! Stromieifungssrhäden und Bauschäden, dip 7U Brdndon führen können, müssen unbfdinqt behobpn werden und sei es auch nur bohnlfsmäRig. Namentlich die Karpine und Ofen müssen in Ordnung hlfiben. Bei den Schadensfällen stellt sich spÄter oft heraus, daß die Höfe imterversichert waren, wodurch für die Rpsitrer schwere Nnchteile erwachsen. Tc; soll daher jeder Bauer und Landwirt Versirhcrunasurkunden dahingehend (ib^rprüfen, ob die Versicherungs-«Eiimme den tatsächlichen Verhältnissen en'spTirht, Die Pistole in Knabenhand Ein lOdllrher BaiichschuB Im r.rofl-Florian wurde der Ißjährige Vcrniebsungstochnikerlehrling Helfricd Oyer von einem Kameraden, der mit p ner Pistole unvorsichtig hantierte, In den Bauch geschossen. Der Junge wurde von dei Bereitschaft Deutschlandsherg des DRK sofort auf die Chirurgische niMvrrsitätsklinik nach Graz gebracht iitui 'Inrt einer Operation unterzogen, Ufiniite et nicht mehr nerettet V n-'l^n Besuch der bulgarischen Mädellühre-rin In Graz. \m Sonntag, den l.'i. .August, Ivdf die Mädelftihrerin der bulgarischen • liKfeiKl Hr. Gantscbewa zu einem zwei-l.K|inen Besuch in Graz ein, wo sie von r ;el)iels'näHelfiihrerin Terzaghi begrüßt wurde. Wahrend ihr»»s Grazer Aufenlhal-tps besichtigte sie die Führerinnenschule am Pteiferbof und unterrichtete sich iibei die Mädebirbeit der steirisrhen } lit!er|i'gend Tod eines bekannten Grazer Tanzleh-rers. In Gr^jz starb der Inhaber der im Jahre tfi35 gegründeten Grazer Tanzschule Eichler, Viktor Eduard Eichler, der dieses Institut seit 1911 leitete Eich-ter war nicht nur Lehrer im Gesell-srhdltstanz, sondern auch Bühnenttinzer und Tanzregisseur, von 1915 bis 1917 leitete er das CJrazer Ballett, er verfaßte selbst verschiedene Tanzwerke. Im November 1939 ging er als Oberleutnant «n die Front, zum Hauptmann befördert zog er sich in Frankreich eine schwere T.rkrankunri zu, an deren Folgen er jetzt in (l'^r Heimtit stdrb Ofikrtpftge Schwarzschlitchlerbnnde un-ftihHdllch gemacht. Jahrelang hatte im Kreise Ostrowo eine weitverzweigte polnische Schwarzschlüchterbande ihr l'nwesen getrieben, bis ihr von der Polizei das Handwerk gelegt wurde Neben den beiden Haupttätern konnten insge-Sfimt 06 Personen verhaftet werden, denen die Schlachtung von mindestens 63 Sfhweinen nachzuweisen war Die Srhwc'ne. die auf raffinierte Weise be-srhfifft worden waren, wurden größten-tf'ils in Scheunen. StÖtjen, Kellern und Waschküchen der zahlreichen Banden-mitqlieder abgeschlachtet, das Fleisch im Schleichhandel zn Wucherpreisen abgesetzt Das Sondergericht verurteilte die beiden Hfuipttäter zum Tode und belegte die übrigen mit schweren Freiheitsstrafen Eine 103)jthrige als älteste Frau Schwabens gestorben, In Augsburg starb Fräulein Luise Klaus im Alter von fast 10.1 Jiihron Sie war die älteste Frau in Schv\ nbeii. WIRTSCHAFT UND SOZIALPOLITIK Kriegstiilfsw^rk^*.Ä3' Klima beeinflusst Arbeitsleistung Xeuo Forsohiingsorcobnisse (ibor die Auswirkungen von Temperatur und Feuchtigkeit der Luft Zweifellos liegen sehr enge Beziehungen zwischen der Arbeitsleistung und dem Klima vorj das ist seit langem bekannt, Schon ein geringfügiger Temperaturunterschied kann sich positiv oder negativ auf die ArbeJtsatimmung auswirken. In jüngster Zeit wurden nun an zahlreichen Versuchspersonen unter den verschiedensten Arbeltsklimaten systematische Untersuchungen angestellt und hierbei ihre Leistungsfähigkeit mit Hilfe entsprechender Apparate genau registriert. Es zeigte sich, daß eine Erhöhung der Temperatur von 20 auf 24 Grad die körperliche Arbeitsleistung bereits um herabsetzt, Steigerte man die Temperatur auf 30 Grad, d^nn sank die Arbeitsleistung um weitere .30"'». Maßnebend ist neben der Temperatur die Feuchtigkeit der Luft, übersteigt sie einen Höchstwert, der etwa bei BO^'n liegt, dann empfindet der Mensch e'ne an sich garnicht besonders hohe Temperatur als drückend und schwül. Beste Leistung bei 14 bis 17 Grad Diese Unersuchungen wurden entweder In der Klimazelle, in der sich jedes gewünschte Klima herstellen läßt oder in Fabriken und Büros durchgeführt. Das so erzielte Ergebnis darf nunmehr als gesichert gelten. Bei nicht allzu schwerer körperlicher Arbeit wurde d'e günstigste Leistung immer wieder bei Temperaturen zwischen 14 bis 17 Grad Celsius erzielt Völlig neu in seinen praktischen Auswirkungen sehr bedeutsam ist aber eine zweite Feststellung, nflmlich der einwandfrei gelungene Nachwels, dart es keineswegs wünschenswert ist, eine bestimmte Arhelts-temneratur die ganze Zeit über gleichmäßig beizubehalten Vielmehr wird d'e höchste Arbeifsleis'unn dann erreicht, wenn die Temperatur um einen Mittelwert regrlmäf^igp SrhwnnVunner» ausführt Das idealf ArbeHsk'ima ist vorhanden. wenn die Temperatur in p'ne»" Arbeitsraum am Morgen unnefähr 17 Grad beträgt dann im T.aufe des T^irres auf etwa 14 absirkt. um am Nrichm>t-tag wieder auf 17 anzusteigen Nordische Rasse — Leistungs-r a s s e Man weiß, daß die Menschen in seh' verschiedenen Teilen der Erde sich nicht nur in ihrer Rasse und damit in zahlreichen Eigenschaften körperlicher und geistiger Art stark unlerscheiden sondern daß auch ihre Arbeits- und Leistungsfähigkeit ganz außerordentlich verschieden Ist Gewiß ist auch das zunächst auf die fundamentalen Unterschiede der Rasse zurückzuführen aber damit allein ist noch nicht alles erklärt Die moderne Wissenschaft hat z, B die nordische Rasse als typische Leistunns-rasse mit Recht erklärt, aber Hie Angehörigen dieser Rasse sind in Bezug auf Ihre Existenzbedingungen zu allen Zeiten an bestimmte Grenzen kllmaiischer Bedingungen nebunden qewesen Gerade die nordische I eistungs'asse ist ja nicht zuletzt dadurch entstanden riaß ihre Angehörigen von jeher unter harten Bedinnungpn lebten im Genensatz zu manchen tropischen Gebieten, wo der Mensch auch ohne jede Arbeit, ia sonar ohn«» Wohnung zu bestehen vermag. De»^ Europäer kann sich unter den heutirren Verhältnissen unqestraft in den Kolonien während einer länge'-en Zeit aufhalten muß aber dazwischen immer wieder einen IMnneren Hfimat-Urlaub einschalten Eine völl'ae Anr>''»s sunn des Europäers an die Tropen gibt es nicht .ähnlich llerren die Dinge in den Tinlaren Zonen der "rde die ebenfalls dem Europäer die Erreichung einer mönlichst besten Arbeitsleistung auf d'e Dauer nicht nestatten. Deutschlands günstiges Leist ungsklima Ärzte und Meteorologen haben In enger Zusammenarbeit die außerordentlich wichtirre Tatsache festgestellt, daß de' Mensch einen Höhepunkt seiner l.e.i-stungsfdhigkeit und «eines Wohlbefin- dens nicht in einem möglichst gleichmäßigen, sondern in einem ungleichmÄ-Digen Klima erreicht. Dem Organismus bekommt nicht die ermüdende Gleichmäßigkeit eines ewig heißen und kalten Klimas, sondern, der ständige Wechsel durchaus bees«r. Die dauernde Änderung des Wetters wirkt wie ein starkes Anrege- und Reizmittel auf Körper und Geist und spornt ihn zu höchster Leistung an. Das Klima der Wohnung Das günstigste Leistungcklima haben daher jene Gebiete der Erde, in denen infolge des Austausches polarer und tropischer Luftmassen ein stark wechselnde« Wetter mit täglich schwankenden Temperaturen herrscht. Es wurde eint» Karte der Erde hergestellt, in der die Gebiete höchster Kulturleistungen besonders bezeichnet waren, Sie deckten sich vollkommen mit den Zonen des anregenden Klimas. Deutschland gehört zu denjenigen Ländern, die ein ganz besonderes günstiges Leistungsklima aufweisen. Im Gegensatz dazu werden Lebensräume wie die Tropen, die arktischen Gebiete oder Innerrußland niemals ein Höchstmaß an Arbeitsleistung und damit an Kultur ermöglichen, well die stete Gleichmäßigkeit des Klimas erschlaffend wirkt und den Menechen nicht zur vollen Entfaltung seiner Kräfte kommen läßt. Einen sehr großen Teil des Lebens verbringt der Mensch In der Wohnung, und es ist daher naturgemäß für die Wissenschaft wie für die Allgemeinheit wichtig, die besonderen Bedingungen des Wohnungsklimas genau zu erforschen. Die Wissenschaft spricht in diesem ZuMmmenhang von Behaglichkeits-klima. In Klimakammern hat man alle hierfür in Betracht kommenden Faktoren untersucht. Es zeigte sich, daß man nicht einfach etwa eine bestimmte Temperatur als behaglich für den Menschen bezeichnen kann. Denn neben der Temperatur ist der Feuchtigkeitsgehalt der Luft, auf den der Körper sehr empfindlich reagiert, maßgebend beteiligt. Wie etnrk das Behaglichkeitsgefühl auf diese beiden Faktoren angewiesen Ist, zeigte ein Versuch in der Klimakammer. Die Versuchspersonen hatten genau die gleichen Behafilichkeitsempfindungen bei einer Temperatur von 20 und von 28 Grad, nur betrug im ersten Fall der Feuchtigkeitsgehalt der Luft 100% im zweiten aber nur 10% Je feuchter also die Luft bei gleicher Temperatur ist. c'esto v/Mrmer wird sie empfunden. Die Grenzen innerhalb deron sich dds Behag-l'rhkeitsgefühl e'nste'lf, liegen um 16,5 Grad hei absohit feuchter oder 22,9 Grad bei absolut trockener Luft nach unten, während die obere Grenze des Beha-nens von den Werten 20 3 Grad bei absolut feu'^hter oder 29,8 Grad bei absolut trockener Luft gegeben wirr^ MIk L dimssensainrniuiiy luu. Huitust SPORT u. TURNEN Vertrauensvotum der Sparer Allein 1942 Sparelnlafjenbestand um 20 Milliarden erhöht Nach dem soeben vorgelegten Bericht des deutschen Sparkassen- und Giroverbandes über die Entwicklung des Sparwesens in Deutschland im Jahre 1942 liegt eine Erhöhung des Gesamtbestnn-des an Spareinlagen im Berichtjdhr um rund 20 Milliarden RM vor. Bei den öffentlichen Sparkassen des Großdeutschen Reiches stellte sich der Zuwachs an Einlagen im Jahre 1942 auf 15.2 Milliarden Reichsmark Der bereits boträchllirhe Einlagenzustrom des Jahres 1941 in Höhe von 11.4 Milliarden ist also im jüngsten Berichtsjahr um rund 3.8 M'll'arden RM und damit um etwa ein Drittel übertroffen worden. Infolge dieses neuen, überaus günstigen Erpebnisses haben d'e Gesimte!n)'-q n der öffentlichen Sparkassen geqen Ende 1942 die GO-Milliarden-Grenze überschrit- ten. Die B lanzsume der Sparkassen betrug am ,Iahresschluß 64,5 Millicirden Reichsmark, worin 51,2 Milliarden B,u-einlagen und 9 Milliarden RM sonstige Gläubiger, das heißt in Form von Giru-und Depositen Guthaben unterhaltenen ku-'zfr'stigen Betriebsgelder, haupts.ich-lich der mitlelständischen Wirtschaft, enthalten waren. Zu der außerordentlich hohen Sparleistung haben mehr als 55 Millionen Sparer durch ihr beharrliches Sparen beitragen. Gerade die Einrichtungen des Klein-sp.irwesens, die He msparbüchsen, das Schulsparen und Gefolgschaftssparen, wurden in höherem Maße als in den Vor-iabren beanspi-ucht. Insgesamt ergibt sich hiraus ein starker Vertrauensbeweis des deutschen Volkes Von den deutschen Genossenschatten in Kroatien. Eine große wirtschaltliche Bedeutung kommt in Kroatien dem deutschen Genossenschaftswesen zu. das nicht nur vorbild'ich ausgebaut, sont'ern auch ausgezeichnet geleitet ist. Aus diesem Grunde hat sich die kroatische Staatsführung auch entschlossen, die deutschen Genossenschaften zur Mitarbeit heranzuziehen Eine solche Mitarbeit bestand wohl auch schon bisher, aber es handelte sich nicht um systematische, sondern nur um gelegentliche Mitarbeit, Schon bei der Aufbringung der die«jüh-rigen Getreideernte werden deshalb auch die deutschen Genossenschaften eine wichtige Rolle innehaben. Die Ernte ist gut bis sehr gut, aber auch 1a sind Schwierigkeiten zu überwinden, die hauptsäciilich darin bestehen, daß der Transport und die Einlagerung nicht leicht zu bewältigen sind, Deutsche Genossenschaften gibt es in Kroatien insgesamt 314, davon sind 188 Kredit- und Wirtschaftsgenossenschaften, 49 Milch-, 27 Schweinezucht-, 12 Konsum-, 7 Milch-verwerlungsqenossensrh/»ften. Der Rest bestehr in verschiedenen gewerblichen Genossenschaften, Im Jahre 1942 wurden H2 neue deutsche öenossensrhaftrn gegründet, daninter sechs Landmaschinen genossenschaften. Steigende rumänische Goldgewinnung. In Rumänien hat die zur Goldriewin-nungsgesellschaft Mica gehörine Grupne in den ersten fünf Monaten 1943 891,9709 kg Feingold gegen 828,7779 kg In der- selben Zeit des Vorjahres gewonnen. Die Produktion ist somit um 7,62 v. H, gestiegen. Die gesamte Produktion ist der rumäni»chcu Nationalbank Übergeben worden. Wachsender HellkrMuter-Exporl Bulgariens. 1942 wurden Heilkräuter im Werte vor. insgesamt 335 Mill. Lewa ausgeführt. In der ersten Hälfte 1943 wurden Heilkräuter im Werte von bereits 20? Mill Lewa ausgeführt. Der giößto Teil der Ausfuhr geht nach Deutschland, In Serbien werden Malitpelcher oe-baut. Um die Ernährungslage der Be völkerung sicherzustellen und die Vieh Versorgung zu gewährleisten, wurde der L'indwirtschafts- und Ernähiungsministei ermächtigt, in bestimmten Orten In Serbien eine entsprechende Anzahl von Maisspeirhern mit einer Gesamtkapazität von rund 50 000 t Mais zu errichten Den Bau dieser Speicher wird die Getrel-dezentrale durchführen und zu diesem Zweck bei der staatlichen Hypothekenbank oine Anleihe von 120 Mill. Dinar aufnehmen, die aus lauf<*nden Einnahmen abgedeckt werden soll. Errichtung eines Brennstoffligeri In der Türkei. In dem Hafenort Bandirma am Marmarameer wird ein großes staatliches Brennstofflager eingerlchttet, in dem Braunkohle aus den westanatoli-sehen Gruben gelagert werden wird, um je nach Bedarf der Versorgung der Industrie in Instanbul und anderen Orten am M^rmarameer dienen 2U können. Vergeblicher Bombenterror Wäre der Sport nur etwas Äußerliches, dann wäre es nicht verständlich, wit Menschen, die soeben aus Flamjnen und Trümmern ihr nacktes Loben gerettet haben, noch Sinn und Neigung für Dinge des Sports besitzen können. Da müssen schon tiefere Bindungen vorhanden sein Ein leuchtendes lieisp'el von unqe-beugtem Mut ist der Brief einer Turnerin aus dem Rheinland, d'e aus dem durch Sprengbomben und Phosphorkani-ster zerstörten und i nmen gesetzten Haus rußnescbwärrt und m't brennenden Haaren über Schuft, Trümmer und Sprengtrichter ihr Leben rettete und dabei ihr Hab und Cut restlos verlor Ka-merad'nnen aus dem Reich halfen sie mit dem Lebensnotwendigst*>n zu versorgen i deren Sorae und Anteilnahm« brachte sie überhaupt über vieles hin-weq. In dem gleirbf^n BHef hrieb sit aber, daß sie »moraen mit Ihrer Mannschaft zu den Snielen um die Gaumei-sterschnft starte, nachdr^m man s'e leihweise mit Turnhose. T'-'kot und Turnschuhen ausnestattet hurt«t*|. D«alMblaDdMad«ri 17.IS—18.30 Rrahmi Hivdn, Liifl, Lcdundi H*n« Rnihaud. 20.1S-~2I: Sinfonie Nr. n »on M«* Trepp, Lritunif: Hermann Ahend-rotli 2t—22i Am Oper und Operrlte. Effi Briest Roman von Theodor Fontane Ifl Fortsetzung »Laß, ich werde mich schon bessern und will vorläufig nur wissen, wie stehst du zu dieser ganzen Umgangs-imd Verkehrsfrage? Fühlst du dich zu dem einen oder anderen hingezogen? Hdben die Borckes die Grasenabbs ge-srhlageu, oder umgekehrt, oder hältst riu's mit dem alten Giildenkloe? Was er fla (iher die Eugnnie sagte, machte doch einen sehr edlen und reinen Eindruck « > Ei. sieh Herl von Innstetten, auch rnerlisant! Ich lerne Sie von einer ganz neuen Seite kennen.« »Und wenn's unser Adel nicht tut,« fuhr Innstetteu fort, ohne sich stören zu lassen, »wie stehst du zu den Kessiner Stddthorinratioren? wie stehst du zur Ressource? Daran hangt doch am Ende Lehen und Sterben Ich habe dich da neulich mit unserem reserveleutnant-lichen Amtsrichtei sprechen sehen, einem zicrlichen Männchen, mit dem sich vielleicht durchkommen ließe, wenn er nur endlich von der Vorstellung los könnte, die Wiedereioberunq von Le B'turgel durch sein Erscheinen in der Flanke zustande gebracht zu haben Und s«fne Fiau' sie gilt als die beste Bosti)nspteIerlri und hat aurh die hübschesten Anleriemarken Also nochmals, Llli. wie wild es werden in Kessin? V/irst du dich einleben? Wirst du populär werden und mir die Majorität sichern, wenn ich In den Reichstag will? Oder bist du für Elnsiedlertum. für Abschluß von der Kessiner Menschheit, so Stadt wie Land?« »Ich werde mich wohl für Elnsiedlertum entschließen, wenn mich die Mohrenapotheke nicht herausreißt, Bei Si-donie werd' ich dadurch freilich noch etwas tiefer sinken, aber darauf muß ich es ankommen lasseni dieser Kampf muß eben gekämpft werden. Ich steh' und falle mit Gieshdbler. Es klingt etwas komisch, aber er Ist wirklich der einzige, mit dem sich ein Wort reden läßt, der einzige richtige Mensch hier.« »Das ist er,« sagte Innsteften »Wie gut du zu wählen verstehst.« »Hätte ich sonst dich?« sagte Effi und hing sich an seinen Arm. ♦ ♦ ♦ Das war am 2. Dezember. Eine Woche später war Bismarck in Varzin, und nun wußte Innstetten, daß, bis Weihnachten und violleicht nocht drüber hinaus, an ruhige Tage für ihn gar nicht mehr zu denken sei. Der Fürst hatte noch von Versailles her eine Vorliebe für ihn und lud ihn wenn Besuch da war, häufig zu Tisch, aber auch allein, denn der jugendliche, durch Haltung und Klugheit gleich ausgezeichnete Latidr.if stand ebenso in Gunst bei der Fürstin Zum 14 erfolgte die erste Einladung, Es lag Schnee, weshalb Innstetten die fast zweistündige Fahrt bis an den Bihn-hol. von wo noch eine Stunde Elsen- bahn war. Im Schlitten zu machen vorhalte »Warte nicht auf mich, Effi Vor Mitternacht kann ich nicht zurück sein) wahrscheinlich wird es zwei oder noch später. Ich störe dich aber nicht Gehab dich wohl und auf Wiederaehen morgen früh.« Und damit stieg er ein, und die beiden l8abeHfarbef>en Graditzer jagten im Fluge durch die Stadt hin und dann landeinwärts auf den Bahnhof iu Das war die erste lang« Trennung, fast auf zwölf Stunden. Arme Effi Wie sollte sie den Abend verbringen? Früh zu Bett, das war gefährlich, dann wachte sie auf und konnte nicht wieder einschlafen und horchte auf alles Nein, erst recht müde werden und dann ein fester Schlaf, das war das Beste Sie schrieb einen Brief an die Mama und ging dann zu der Frau Kruse, deren gemütskranker Zustand — sie hatte das schwarze Huhn oft hl« In die Nacht hinein auf ihrem Schoß — ihr Teilnahme einflößte. Die Freundlichkeit Indessen, die sich darin aussprach, wurde von der In ihrer überheizten Stube sitzenden und nur still und stumm vor sich hinhrfltenden Frau keinen Augenblick erwidert, weshalb Effi. als sie wahrnahm, daß ihr Besuch me' r als Störung wie als Freude empfunden wurde, wieder ging und nur noch fragte, ob die Kranke etwas haben wolle Diese lehnte aber alles ab Inzwischen war es Abend geworden, und die Lampe brannte schon, Effi stellte sich ans Fenster ihres Zimmers und sah auf das Wäldchen hinaus, auf dessen Zweigen der glitzernde Schnee lag Sie war von dein Bilde ganz in Anspruch genommen und kümmerte sich nicht um das, was hinter ihr in dem Zimmer vorging. Als sie sich wieder umsah, bemerkte sie daß Friedrich still und geräuschlos ein Kuvert gelegt und ein Kabarett auf den Sofatiich gestellt hatte »Ja so, Abendbrot Da werd' ich mich Dun wohl selten müssen.« Aber es wollte nicht ichmecken, und so stand sie wieder auf und las den an die Mama geschriebenen Brief noch einmal durch Hatte sie tchon vorher ein Gefühl der Einsamkeit gehabt, so jetzt doppelt Was hÄtte «ie danim gegeben, wenn die beiden Jahnkeschen Rotköpfe jetzt eingetreten wären oder selbst Hulda Die war freilich immer so sentimental und beschäftigte sich meist nur mit ihren Triumphen) aber so zweifelhaft und anfechtbar diese Triumphe waren, sie hätte sich in diesem Augenblicke doch gern davon erzählen l( s-sen Schließlich klappte sie den Flügel auf, um 7U spleleni aber es ging nicht »Nein, dabei werd ich vollends melan-chollBchi lieber lesen.« Und so suchte sie nach einem Buche Das erste, was ihr zu Händen kam. war ein dickes, rotes Reisehandbuch, alter Jahrgang, vielleicht schon aus Innstettons Leutnants-tagen her »Ja. darin will ich lesem es gibt nichts Beruhigenderes als solche Bücher, D'Ts Gefährliche sind bloß im' mer die Kartenj aber vor diesem Augenpulver, das ich hasse, werd' ich mich schon hüten.« Und so schlug sie denn «uf gut Glück auf: S. 153 Nebenan hörte sie das Ticktack der LIhr und draußen Rollo, der, seit es dunkel war, seinen Platz in der Remise aufgegeben und sich, wie jeden Abend, so auch heute wieder, auf die große geflochtene Matte die vor dem Schlafzimmer lag, ausgestreckt hatte Das Bewußtsein seiner Nähe minderte das Gefühl ihrer Verlassenheit, ja, sie kam fast in Stimmung, und so begann sie denn auch unverzüglich zu lesen Auf der gerade vor ihr aufgeschlagenen Seite war von der »Eremitage«, dem bekannten markgräflichen Lustschloß In der Nähe von Bayreuth, die Redet das lockte sie, Bayreuth. Richard Wagner, und so las sie denn: »Unter den Bildern In der Eremitage nennen wir noch eins, das nicht durch seine Schönheit, wohl aber durch sein Alter und durch die Person, die es darstellt, ein Interesse beansprucht Es ist dies ein nachgedunkeltes Fraurnporträt. kleiner Kopf, mit herben, etwas unheimlichen Gesichtszügen und einer Hals-Vfluse die den Kopf zu traqeti scheint. Einige meinen, es sei eine alte Mark-gräfin aus dem Ende des fünfzehnten Jahrhunderts, andere sind der Ansicht, es sei die Gräfin von Orlamündei darin aber sind beide einig, daß es das Bildnis der Dame sei, die seither in der Geschichte der Hnhenzollern unter dem Namen der »weißen Frau« eine gewisse Berühmtheit erlangt hat,« »Das hab ich gut getroffen.« sagte Effi, während sie das Buch beiseite schob) »ich will mir die Nerven beruhi-aen, und das Erste, was ich lese, ist die Geschichte von der »weißen Frau«, vor der ich mich gefürchtet habe, solang' ich denken kann Aber da nun das Gru-soln mal da Ist. will ich doch auch zu Ende lesen « t zuiUNG UNTERSTEIRISCHE LICHTSPIELTHEATER MARBUR6-DRAU BURG.LICHISPIEit Meute IG, 18.30, 10.45 Uhr Fernruf 2219 Hanl Mosel, GIse Wurm, Theodor Daoeggei und Llitl Holtichub In dem gefühl- und bumorvnllm Lebensbild Das Ferienkind PDi JngendHrhe lagclatieol E!^PLANAÜE Wo Ih. 18 311, 20 4'« Uhi Sp 13 45, !h IB 20.45 Uhi Nacht ohne Abschied Ein Ufa-Pllm oiit Aona Oammaoii, Karl Ludwig DIeM. Hanl SAbnkei Nach einer Novelle von M W. Klmmlch. Für Jugendliebe olcbt cugelaiieDl iJch I . ■ . . I Sschsenlelder- KMrq'LlClnl^SflldC Lllll iirAßp Nflltwoch, :b. nnd Donnerilag, II. Auguit Himmelhunde Ein Segcllllcgerfllni der Neuielt Für Jugendliche lugelasienl Me. Pfli Jngendlldn nirhl lugclaiaenl 1 on - Lichiipieic Pertau_ Mlttworb. II nnd Donnenlag II. Auguit — Iftgllcb um IH und 70.3G Uhr Der ungetreue Eckehart Nitrh dem ThedteriKIck vun Hani Sturm. Ein Luit-■piel von und um die Bhc, voll Sltuationiwlti und Pointen mit Han* Moie*. Theo Llngen, Rudi Golden, Lude Englisch In den Hauptrollen. — Ptir Jugendliche nicht iugi>laueo i.icli<«pieiihe«ic> Rann Mtllwoch II nnd Donnerilaf, II. Auguil Ich bin Sebastian Ott Bit Cullav Dlaiarl j. a ftir Jugeodllrhf nicht lugeltiMDl lictitspieic Sachienfeld_ Mittwoch. II und Donnenlag, II. Aaguit Heimaterde Bich dem bekannten Roman ,,Der Briichhof" von R Skrowonek mit Viktoria v. Balleiko, Vtktar Staal, KBlhe Haick Theorlot Looi und Ilse Pettl. Für Jugiodllrbe untii 14 Janren alchl lUfelaiieal LichtipieNKea^er I rilail_ Mltlworh, tt. and DnnneriUg, Id. August •in BoVdrla-Film Der siebente Jungte ILIEBESURLAUB) mit He|) Flnki-ntellbr. Maria Nlrkllich. Joe StSckel, Hanl Hol' itail, ichAnbOrk, Guilav Walddu uaw Spiollultunci A ols J"h LIppl. Mutfik: Ludwig Kuiche. Für Jugendllrhe nlrhl zugelaiien! Filmllieatfer Tiifler Mtllwoch II und Donnerstag, II Auguit — logllch um 16.:iO und 19.;>0 Dt Andalusische Nächte Plr Jugendliche tuflelasienl STEIBISCHER HEIMATBUND Stelrlschei Muglkschulwerk, Krelsmuiikschule CtlU Einschreibun]{ vom 23. big 28. August, von 9—12 unil von 18—18 Uhr, Frltz-Zangger-Platz Nr. 10. Unterricht in allen Instrumenten, Miisiklehre, Gesang, Chor, Orchester! Einzel- und Gruppenunterricht. Einschrelbepflichtiq sind alle Schüler (auch Vorjährige), welche die Kreismusikschule besuchen wollen. Mitzubringen Ist ein Schulausweis, die Mitgliedskarte des Steirischen Heimalbundea und der Studiennachweis der Krels-musikschule, soweit solcher vorhanden. 139 Unterrichtsbeginn am 1. September 1943. Besondere Ermäßigungen für Blasinstrumente. Denk jetzt im Sommer . sdion an den WmT@f! Ab 15. August findet der Verkiivf in der Gärtnepei wochentags nur von 8—12 und 16—18 Uhr statt. 144 Samstag nachmittags und Sonntags ist der Verkauf einge-gestellt. — Diese Verkaufszeit gilt bis auf Widerruf. — ALOIS ZELENKO, Gartenbau, CILLI, SachsenlelderstraBe. Versfer/cfe Wohnung Pettau. Welcher Inhaber einer Groß-wohnunq in Pettau vergibt* in Untermiete Zweieiiihalbzinuner' wohnang an Ehepunr Anträge unt. »Prlvatangeslellte« an die GeschSftssfcÜe der »M Z.« — PettBU. 1.16-8 Wohnunj^stausch BUrochel oder Leiier der Korrespondenz wird sofort eingestellt Kenntnisse der Textilindustrie erwünscht. In Frage kommt nur arbeitsfreudiqe, zuverlässige, umsichtige und vertrauenswürdige Persönlichkeit mit reichlicher Initiative. Angebote unter Angabe der bisherigen Tätigkeit unter »Ausbaufähige Exi-stenzstellung« erbeten an die »M. Z.«, Marburg (Drau). 148 Der RlilRiBmiliir der *Marburger Zeitunit« ist eine Fundgrube (günstiger An* debote aller ArtI Es fehlt noch Ihre Anzeige I Kohlenklauereien' Bei vielen Rauchrohren ist der Anschluft an den Schomitein durch eine Rosette verdeckt, unter der sich nur zu oft undichte Stellen verbergen. Und dort strömt dann ständig unbemerkt Folschluft ein, der Schornstein zieht schlecht, das Feuer brennt träge, und wertvolle Kohlen werden verschwendeti Mit etwas Lehm oder Schamottebrei lassen sich die undichten Stellen leicht verschmierenI Denken wir dann noch daran, daß die Schornsteinreinigungstüren im Keller und auf dem Boden stets sorgfältig geschlossen sind, so hat „Kohlenklau" wieder ein-mol das Nachsehen, und wir hoben mehr Wörme im Winterl Wer jetzt sich etwas Mühe macht, im Winter über diesen lacht! Reine Wohnung mit 1 Zimmer und Küche, elektr, Licht, in Brunndorf, womöglich Maqda-lenenviertel oder Stadt, qc-I tauscht. Aiifr.: Mlakar, Josef-jStraße 89-L, Mdrbiirq.Drau, I____ 408-9 iZwei Zimmer und Kürhp, Park-;n'1he, wird mit großer I^inzim-imer-Wohnuti getauscht. 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Z.«, Marhurq Dr;iii ___ 4R8-I2 Braver, lunqer \fnnn, 22 Jahrp alt. sucht Bekannlschpfl pinos netten Miirlrhens «pa- terer Ehe R'-iefe »»rhpipn iinfT «Freiindsrhalt« an Hie Vnrw. der )»M. Z.«, Ma-burq-Pi,in 487-12 - Vpr!*isfe gescBiidosseii 4M rA Wir erhielten die traurige Nachricht, daß unser lieber, herzensguter Bruder, Onkel und Schwager Hermann Baumann Gefreiter am 27. Juli bei den Kämpfen am Ladogasee für seine Heimat gefallen ist. Marburg/Drau, Graz, Wien, Agram. in stiller Trauer: Familien Baumann, Kirschner, Kautezky und Kllngspöegl, 493 Kleiner Anzeiger Realitäten und Geschäftsverkehr Kleiner Besitz zu kaufen gesucht, an der Grazerbtraße gelegen. Unlei »Klein< an die »M. Z.«, Murbunj/Urau. 47y-2 Zu verkauien Drinpil gesDclit In Marburg/Drau 1 bis Z mäbliertB Zimmtr mit zwei Betten oder ein möbliertes Zimmer mit einem Abstellraum. Eilangebote unter »Dauermieter« an die »Mdrburger Zeitung«, Marburg/Drau. Unfnflti.ir und hart traf un» di« Nachricht. dtiB untier Herzblut und SoiiiioiiHchcln lifli Sioli »iiisoros enlbehrutir|»reii hen Lebens, uiuci Heber, herionsgiitcr Sohn Driidnr Enke' n ___ _ 4ri<1-13 Freitag, den 14 Aiiqusi 1'^43, wurden um S I h- n i "-"q, zwei Pferdeplrirhi'n (i^.g.n-deckenl verl», (• i, in-' v.-.n !:n-chenstraße, rill' muicK: n qe<;en gute R'^'nl'n . A;!*! n Malle — Cilli. ,r . -si: ifi. <»'1. Ml-n Verloren wurde fü Ivtmdcn-ausweis fui Trp; i i tlen Namen Schunkri r ■ Fr cii-ter, Der ehrl'^^« '' td qebeinn -im I' >: -n' '1 if-hurq-Drati .-iH';. i I-"i H-i 1;i r,Pfunden vii'f' ■ (.«'M- bftrs" mit G' •' i I pi-?rrii'ic.|. karten A'i'nl'.K i ' oi -.<• (>. kf>w f';'"h '.1 .>"i 'I 'r" Ka-SPirqaFSP 12 \! •' itq i " n: VI n Vof tlnatnllung itno Arlipllikill Icn muH d)e Ziistlniinuna def (o «IMnriiQi'ti Arb>>lt^Aniti>t >>lnq'>hi«!rh.- Diwan np-qpn Stiit/Iiuiul -'i:S' !i.r u 'er »Diwan — Sl ii'7f'tim l < an d p >\M, Z.", Miiilu!" D' 472 14 Markpniiandlunq R'a Cim, Gral i: vprrplst vf)n 13 September 1943 Tausche e-iipn tii't wagen gpqpn '^portv, Tdviprhp ein t» tf sparherd M.ii t^rqasse 9 rausche st ho . l '■ Kostüm fiir (ipH : ' erhf'ltpnPH DfMni'iM.Ji in der »M. 7 .Inv<'k —• ni 'icM'-vo n, Anrnist !) «= 1. ti:^-u KInrt.T-n An- zufraqrn in dor Vorw illu ni ilpr »M. Z.« Mirbiirg Dl ;ii 4'1')-14 Tausche Pho»f>apprtt«it, Rnllei-coid !l mit Berc isi li.ift'Msi Hp und Filme gont-n <■ ne K'p n-bildkamera, e\ent Aiif7ih!unq Matiflschit/ MMrluiiq-Drau Triesterstral^e 3, 4^0-14 Reparaturen in llPTrpntuVpn werdpn fachriemafl und tadeünR b'nnen 14 Tarrpn fer^ffiqp^tellt. HutqpschSft Karl Meislmer. Marburg-Drau, Henpnn.i«*o 3 Tausrhe tipfnn Klnflcrvaq'^li für Sportwagen, G.illdb r Hi. Npudoj;f_ _ ini_M Inn^niipiir, llonf^ruL^eiir, ^ £eirl»i«iin(i»Uon3 7 Seltt 6 » Nr. UO * Mittwocli, 18. Aujuit 1943 MARBURGER ZEITUNO Das Gesetz des Krieges »Wo geht di« Front? Durch unter« Seelen und Herzen, durch die Herzeji der Welt«. So deutet Herybert Menzel in seinem neuen Gedichtbuch »Anders kehren wir wieder« (Hanseatische Verlags-anstalt Hamburg) den gewaltigen AnruJ des Krieges, der das Innere des deutschen Menechen von Grund auf umgewühlt und verwandelt hat. Anders kehren wir wieder — schon der junge Hans Baumann hatte in seinem Versband »Der Wandler Krieg« diesen groflpn Umwand-lungsprozeD der Herzen und Seelen in schlichten lyrischen Briefstrophen ausgesprochen, aber Menzel mischt in die Sprache des Herzens eine In hymnischen Schwung gebannte Geistigkeit, die das Ethos des soldatischen Menschen kündet, diB vom Kriege, von der brüderlichen Front und der weiten Ebene singt, vom erhofften neuen Europa und künftigen Tagen unter der Sonne des Friedens. In einem Gedicht auf Freiherm Manfred von Richthofen preist er die Unsterblichkeit des heldischen Lebens in fast Hölderlinschem feierlichem Sprachklang: Wer wollte sagen, es stürbe ein Held?! In zehntausend Jahren noch macht sein Name Feinde erzittern und Herzen bereit, Zu wagen wie er das Unmögliche, wenn es sein muß. Wisset ihn warten, für vi€l« log ar die leuchtende Bahn. Von der Haltung des Menschen »zwischen Krieg und Frieden«, von dem harten Gesetz, das er zu tragen hat. und »küh- etwa an gedankllcSiem Ballast oder überhitzten Gefühlen, sie ist in die Zucht einer edlen, bester lyrischer Tradition verpflichteten Sprache genommen und wirkt aus der Wirklichkeit in das Leben nach einer höheren Gesetzlichkeit, die ein »freies, trotziges, ja leidenschaftliches Opfertum« auslöst, das »ebne Maß der Vollendung«, das ein Volk der Helden auf der Stirne der Mütter sieht oder im schlafenden Lächeln des Kindes erträumt. Es gibt aber auch Gedichte vom Kriege, die mit der Darstellung der Wirklichkeit gleichsam auf der Ebene des Erschauten Sinnbilder für den gewaltigen Gang des entscheidenden Ringens schaffen. So gibt Hans Friedrich Blunck in seinem Kriegsgedichtbuch »Wieder fährt Sturm übers Land« (Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg) pak-kende Bilder und Szenen aus dem jüngsten Geschehen. Da ersteht der Vor- / Neue deutsche Gedichte marsch Im Osten, wachsen vor dem geistigen Auge Städte der fernen Erde auf, durch die sich der Krieg wälzt, da erblüht ein friedlicher Urlaubslag, und ein ukrainisches Dorf überfällt mit lastender Einsamkeit das Herz. Der Balladendichter Blunck erweist seine bilderfrohe Gestaltungskraft und eindringliche Wirklichkeitsschdu in Gedichten wie »Durchstoß bei Wesenberga und »Einzug in Kiew«, diesen Atem des Feidzugs einfangen, oder er läßt mit schlichtem lyrischem Ausdruck Empfindungen des soldatischen Menschen in zuchtvoller, aber nicht minder bewegter Sprache aufklinger. Wie vielfältig die Ausdrucksmittel des neuen deutschen Gedichts mit dem Thema »Krieg« sind, zeigt ein Vergleich der Lyrik Ludwig Friedrich Barlhels mit der Ferdinand Oppenbergs, Dort die Gehobenheit der Sprache, die die Idee und den Sinn umspannt, hier — in Oppen- Der erste Geigenmacher von Mittenwald bergs neuem Versbuch »Kämpfend müssen wir marschieren« (Karl H. Bischoff-Verlag, Wien—Berlin—Leipzig) — der schlichte, bekenntnishafte Ausdruck des Wie ein einziger Mann einem ganzen soldatischen Dichters unserer Zeit, der 1 Ort zu Nutzen und Segen sein kann, in inbrünstigen Worten Härte und zeigt die Lebensgeschichte von Matthias Grauen, Sturm und Bereitschaft und hin- ; Klotz, dem Begründet der Geigenmache- ter der Realität die stillen Dinge kündet, Gläubigen Herzens vertrauend und alle! wagend läßt der Dichter den Menschen unserer Tage in der großen Gemeinschaft stehen und Stimme werden; Wir stehen all, ein Volk, du Mann und Weib, zum großen Kampfe trotzig angetreten Wir schützen, Deutschland, dich mit unserem Leib, mit unserer Treue und mit unserem Beten. rei zu Mittenwald. Matthias war das älteste von fünf Kindern eines armen Mit-tenwalder Flickschneiders. In frühester Jugend mußte der helle, aulgeweckte Junge auf den Bergalmen das Vieh der Bauern hüten. Auf Grund von Erzählungen eines weitgereisten Nachbarn, der u. a. in Cremona den berühmten Geigenbaumeister Amati kennen gelernt hatte, sagte eines Tages der Vater zu seinem lOjährigen Sohn: »Bub, so ein Geigenbauer, das wär was!« So bracht« Die Tiefe und Schönheit des lyrischen der Nachbar den hoffnungsvollen Kna-Wortes ist auch im Kriegsgedicht der jben eines Tages in die Werkstatt Ama-Gegenwart lebendig und reiner Wirkung Iis Nach wenigen Jahren gehörte Mat-fähig. Gemeinsam allen Äußerungen ist | thias zu dessen besten Schülern und er- rier kämpferische Atem und das starke Ethos, das alle Gedichte erfüllt wie Verheißung einer kommenden, großen und gerechten Zukunft. Heinz Ruach Musik und Humor im Blut Leo Slczak zum 70. Geburtstag »Ich bin am 18. Au|{ust geboren. Das Jahr sage ich nicht, weil man es mir ja doch nicht glaubt, und mir in der Annahme, daß ich nicht die Wahrheit sage, noch wenigstens drei bis vier Jahre mehr zulegt«, so schreibt Leo Slezak, der einstige wellberühmte Operntenor und Liedersänger in seinem »gedrängten Lebens-I lauf für das Konversations-Lexikon*. Nun. ,00 seiner »on dem ^ nen Griff ndch dein Unendlicnen« 06r i , ^ l • i »i Männer, die der Kampf zu Helden ' daß er l£3 geb^^^^^^^^ macht, den alten griechischen Heroen gleich, singt und kündet Ludwig Friedrich Barlhel in seinem Gedichtbuch »Zwischen Krieg und Frieden« (Eugen Diederichs Verlag Jena), in das kurze aphoristische Gedanken vom Kriege und von den Kämplern, von cier Heimat und vom kommenden Frieden verstreut sind Diese Art Haltungslyrik krankt nich? hin am 18. August dieses Jahres seinen 70 Geburtstag feiert In dem kleinen weltabgeschiedenen Mährisch-Schönberg geboren, »absolvierte« der klein« Leo hier in Brünn mit der vierten Klasse die Realschule Die Lehrer hatten kein Verständnis für den frohen, etwas zu realen Humor ihres Schülers und entließen ihn mit einem mehr Der Gärtner'Dichter Heinrich Eckmann Zu seinem 50. Geburtstag am 18. August »Meine Vorfahren waren alle Bauern, Arbeitsmenschen, keine lateinischen Bauern. Von ihnen habe ich wohl den unbeugsamen Willen geerbt, Gutes zu srhdlfen. Und auch wohl die Freude am Lirht. Kein Mensch kann im Dunkel leben und schaffen und wachsen. Was aber nihht wächst, wird nichts. Das weiß ich als Gärtner. Wo es dunkel ist, muß Licht angebrannt werden. Es ist viel mehr Dunkel in der Welt als Licht, obwohl es umgekehrt sein sollte. Ich möchte gerne vielen Menschen ein Licht anbrennen Aber erst müssen alle Menschen lühlen, daß es wirklich dunkel ist...« Nichts ist bezeichnender für den Gärtner- und Bauerndichter Heinrich Eckmann, dei — so, wenn er am 2. Mai 1940 oicht plöt/lirh gestorben wäre — am 18. August seinen fünfzigsten Geburtstag begehen würde, und der In seinem Leben wie in seinem Werk ein wahres Vorbild für echte Schlichtheit gewesen ist Er wurde als Sohn eines Gärtners in Hohenwested in Holstein geboren, erlernte des Vaters Handwerk und durchwanderte als Gärtnergehilfe fast ganz Deutschland Bei Kriegsausbruch 1914 meldete er sich sofort freiwillig bei den Marburger Jägern, geriet 1915 in englische Gefangenschaft, aus der er erst im Jahre 1?}20 heimkehrte. Das Erlebnis dieser fünfjährigen Gefangenschaft kam in Eckmanns Roman »Ejra und der Gefangene" zur dichterischen Gestaltung: er erschien 1935, wurde im folgenden Jahr mit dem Schleswig-Holsteinischen Dich-terprfis ausgezeichnet und machte binnen kurzem Eckmann einem großen Leserkreis bekannt. Längst hat der Roman die Hiinderttausend-Grenze überschritten. Vor diesem Roman waren von Eck-mann bereits einige dichterische Versuche erschienen; 1922 übergab er der Öffentlichkeit einen niederdeutschen Ge-dich'bard und schrieb hierauf auch einige Erzählungen und Romane, mit denen er jedoch nicht durchzudringen ver- mochte Zur Reife brauchte er, wie die meisten epischen Dichter, viele Jahre. Zudem schrieb ja Eckmann nicht um des Schreibens willen: er war in erster Lin'e hielt ehrenvolle Aufträge zugewiesen. Nach fast 20jähriger Abwesenheit kehrte er dann, mit reichen Kenntnissen und Erfahrungen ausgerüstet, in seine Heimat zurück. Der junge Meister scharte hier einen Kreis lernbegieriger Schüler um sich Sein Wirken hatte herrliche Erfolge. Fast in alle Länder Europas, ja der ganzen Well haben Mittenwalder Meister die Erzeugnisse deutschen Fleißes und deutscher Kunst versandt. Am 16 Augusl 1743, vor 200 lahren, schloß dei verdienstvolle Mann für im-mei die Augen. 1890 wurde Ihm In Mittenwald ein schönes Denkmal aus Stein und Erz errichtet. Meisterschule für das gestaltende Handwerk Zui eindeutigen Charakterisierung der- als bescheidenen Zeugnis. So konnte der durfte und — durchfiel, Schnell getröstet Knabe weder die Offiziers- noch die Bc- durch einen Ruf als Königlicher Kam-amtenlaufbahn beschreiten. Also wurde mcrsänger an das Opernhaus Berlin, enter zunächst Gärtner am schönen Traunsee zückte Leo Slezak durch den kraftvollen und dann Maschinenbau-Lchrling in Glanz seiner metallreinen Stimme d-c Brünn. Und hier war es, wo unsern Leo Ktillurzcnlren der alten und neuen Welt der Theaterteufel packte Zunächst trug mit seinen Glanzrollen in Othello, Meier in seinen Freistunden Theaterzettel' stersinger, Sieöfried, Faust, Lohengrin aus, dann aber stand er auch eines Tages j u. v, a. Enge Freundschaft verband ihn _________^ als Statist auf den Brettern, Hier hörte | mit allen seinen Berufskollegen, vor allem jenigen Meisterschulen des deutschen der Opernsänger Adolf Roh nson seine mit Enrico Caruso i Handwerks, die dut dem Gebiete dei schöne Stimme und bildete den jungen Kurz vor seinem Abschied von der ; gestaltenden Handweiks mehrere Abtei-»Heldentenor« zum Sänger aus. Und dann Opernbühne wandte er sich mit Erfolg , lungen führen ordnete der Relchser-kam die Militärzeit voller lustiger | Operettenfach zu, wo er als Charak- i ziehungsminisler an, daß diese Anstalten Schwänke, von der er sagt, sie habe einen ] terkomiker in Millöckers »Gasparone* künftig die Bezeichnung; »Meisterschule gesunden, tüchtigen Menschen aus ihm' gjjjngn ersten großen Erfolg auf diesem j für das gestaltende Handwerk' tühien. gemacht und ihm viel für das Leben mit- Gebiet errang und die Aufmerksamkeit Die Liste dieser Meisterschulen umfaßt der Filmwelt auf sich lenkte. So kam 31 solcher Schulen in Berlin, Bielefeld, unser einstiger Opernstar auf die Lein-' Braunschweig, Bremen, Breslau, Dortwand und feierte seinen ersten Triumph j mund, Dresden, Düsseldorf, Erlurt, Essen, im Film »Der Frauendiplomal«. Mit Sar- Graz, Halle, Hamburg, Hannover, Hll- gegehen. Endl'ch erwachte die Zeit, da er dem Direktor des Brünner Stadttheaters vorsingen durfte und — engagiert wurde. Seine erste Partie sollte der Lohengrin werden. Die Probe fiel bedrohlich aus, »So nehmen Sic doch die Noten zur Hand«, schrie ihn der Kapellmeister an. Slczak flieht ihn mitleidig an und antwortet: »Mein Herr, wenn ich Noten lesen könnte, wü'-f'c ich mit Ihnen nicht mehr reden Sie wären dann einfach Luft Gärtner uud Bauer, und nur nach Feier- für mich!* Aber die Aufführung klappte abend und Im Winter setzte er sich an und brachte dem 19iährigen einen schö- den Schreibtisch. Dem Roman »Eira und der Gefangene« — der das Schicksal eines deutschen Kriegsgefangenen schildert, der in Wales auf einem Bauerngut arbeitet, und seine entsagungsvolle Liebe zu dem Mädchen Eira — folgte der Roman »Der Stein im Acker«, mit dem Eckmann nicht nur seinem eigenen Vater, sondern vor allem seiner Heimat und der Boden- und Werktreue ihres besonderen Menschenschlages ein bleibendes Denkmal und zugleich einen der besten bäuerlichen Romane der letzten Jahre schuf, dessen ergreifende Schlichtheit jeden Leser bezwingt. Er wurde 1937 mit dem »Volkspreis für Deutsche Dichtung« und dem »Dichterpreis der Stadt Braunschweig« ausgezeichnet. Eine schöne Ergänzung erfuhr dieser Roman durch den dann folgenden »Das blühende Leben«, in welchem Eckmann ein getreues Bild jener bösen Nachkriegsjahre gab, in denen selbst der Bauer zu entwurzeln und der »Stadtsucht« zu erliegen drohte Mit der Gestalt seines Johann Fahl verkörperte Eckmann das erwachende Gewissen, das vor dem endgültigen Untergang bewahrte. Heinrich Eckmann halte gewünscht, einmal »ein ganz helles und heileres Buch zu schreiben«: die Eifüllung seines Wunsches war ihm infolge seines |ähen Todes nicht mehr beschieden, denn auch die aus dem Nachlaß stammende Erzählung »Das Weib und die Mutter" hat einen ernsten Hintergrund. Sie machte bei Ihrem Erscheinen wegen ihrer dichterisch-schönen Gestalt den Verlust, den das deutsche Schrlfttuna mit dem frühen Tode Heinrich Eckmanns erlitten hat, noch einmal schmerzlich spürbar. F 0. H. nen Erfolg. Zwei Jahre später gastierte er berp'fs mit sc:r<'m Lohengrin am Berliner Königlichen '^rcrnhatt« wurde en-gafficrt, aber — r'cht beschänii^t, so daß | er um seinen Abschied hat und nach Pres kasmus und humorvoller Selbstironie sagt er von »ich und seiner neuen Tätigkeit: >So torkle ich also von Film zu Film und stehe auf einsamer Höhe in der Darstellung von alten Trotteln und ordinären Kutschern. Meine lieblosen Kollegen behaupten, wenn ich einen Fürsten spiele, bin ich auch ein Kutscher.« Wenn aber i s'®r veranstaltet in der Zeit vom 15. bis desheim, Kaiserslatern, Kassel, Kiel, Köln, Königsberg, Krefeld, Leipzig, Magdeburg, Nürnberg, Offenhach, Posen, Stettin, Straßburg, Trier, Weimar und Wup-pertal-Barmen. * Das Berliner PhllharmoiUsch« Orche- seine Weltberühmtheit auf seiner wun-dorbaren großen Tenorstimme und der überzeugenden Darstellung beruhte, so eroberte er sich seine Volkstümlichkeit durch die natürliche Wahrheit in der Verkörperung seiner Filmfiguren Am wohlsten fühlt sich unser Sänger lau ging, wo er sich bald sehr heimisch . diheim in Egern am Tegernsee bei seinen fühlte. I Blumen, Hunden. Katzen und Kiniglha- Auf Brünn foMtc Wien. 40 .Jahre hm- j sen. und wenn einst seine Freunde, der durch, nur unterbrochen von Gastspielen Dichter Ludwig Gantfhofer, sein Schüler in aller Herren Länder, 'mmer «her ver- und Jugmdfreund Rudolf Berger und schönt durch sonnigen Humor. In dieser Ludwig Thoma sich mit ihm zu einem Zeil~«rlebte unser HelHcnteror das Wunder Bayreuth, wo er d^-n »Ring"« hörte, wo er aber auch Frau Cosima vorsingen Sk^t zusammensetzten, war sein Glück 22. August vier Sommerliche Symphoniekonzerte in der Philharmonie. Neben den bereits bekannten Dirigenten Berthold Lehmann-Lübeck und Otto Matzerath-Karlsruhe werden erstmalig mit dem Berliner Philharmonischen Orchester konzertieren der japanische Dirigent Dr. Ekitai 'Ahn und der soeben nach Essen als Generalmusikdirektor berufene Gustav König aus Aachen. Der Komponist Karl HieB, der dem Münchner Volkstbeater als erster Kapellmeister angehörte, Ist in Wien an Herzschlag gestorben. Er wurde vor al* Maler als „Augenieugen" des Volkstums We.stmärkische Künstler schafften in deutschen Siedlungsdörfem des Generalgouvernements In den Tuchhallen in Krakau wurde in diesen Tagen durch den Generalgouverneur eine Ausstellung von Gemälden und Graphiken westmärkischer Künstler eröffnet, die sich auf Anregung des Reichskommissars zur Festigung de« deutschen Volkstums und auf Hinladung der Regierung des Generalgouvernements im vergangenen Sommer in verschiedenen Pfälzer- und Lothringer-Siedlungen bei Krakau im Distrikt Lublin und in Galizien aufhielten Sie hatten den Auftrag, das künstlerisch zu erfassen, was durch die wisscnschaftlichp Arbeit der westmärki-schen Mitlelslellc »Landsleute drinnen und draußen« in den letzten Jahren klargestellt wurde: die Nachweise der Besiedlung der genannten Gebiete durch pfälzische und lothringische Bauern zu Ende des 18. Jahrhupdfrts, und der Bestand des deutschen Volkstums bis in die heutige Zeit Was die Kflnstler in der Ausstellung, vollkommen, und auch hier regierte sein I durch seine zahlreichen Komposi-sonniger Humor die Stunde Th*o Bürde »'o^en von Liedern und Singspielen bekannt, die am Münchner Volkstheater zur Erst- oder Uraufführung kamen. Wilhelm Strienz singt Itü Bombengeschädigte. Wilhelm Strienz, In weitesten Kreisen durch seine Rundfunkarbeit bekannt und beilebt, unterninmit In diesen Tagen eine Konzertreise nach dem Gau Westfalen-Süd. Er gibt In den Städten Bochum und Dortmund je zwei Konzerte mit einem großen volkstümlichen Programm. Deutsche Musik In Paris. Im letzten Konzert, das die »Vereinigung der Pariser Komponisten« vor der Sonunerpauc« gab, gelangte im Rahmen eines europäischen Programms das Streichguartett In d-moll des deutschen Komponisten und Organisten Fritz Werner durch das Pariser »Löwenguth-Quartett« zur erfolgreichen französischen Erstaufführung. GG-Kulturprelse verliehen. Im Rahmen der Tage der NSDAP verlieh Generalgouverneur Dr. Frank erstmalig die Kulturpreise des GG an den Maler Gustav Guide und den Maler Ludwig Schreieck (Pfalz). Weitere Preise fielen an die Maler Richard Becker und Walter Perron sowie an Verbände, die sich in volkspolltlschen Gemeinschaftsarbeiten verdient gemacht haben. die bereits im April in Saarbrücken gezeigt wurde, in der jetzigen Krakauer Schau vorlegen, ist eine sehr glückliche Erfasnung jener typischen Merkmale der deutschen Siedlung, aber auch der Atmosphäre des Deutschtums im Osten und der östlichen Landschaft Man sieht Bilder von deutschen Bauernhäusern und Bauernhöfen, Ansichten von Dörfern und kleinen Städten, aber auch das Gesicht des Bauern selbst. Während die einen Künstler sich mehr an eine gegenständliche Darstellung hallen, treten andere durch eine sehr duftige, malerische Darstellung hervor. Im ganzen kann man sagen, daß der Gedanke, eine künstlerische Verbindung zwischen der Urheimat und dem Siedlungsgebiet zu schaffen, einen Bogen, der sich vom Westen des Reiches bis zum Osten wölbt, zu spannen, ausgezeichnet geglückt ist und auch im Generalgouvernement bei allen Deutschen lebhaften Widerhall findet. Alle mitsammen! Von Otto Rlebick« Nun krönt der Erntekranz das Jahr des Bauern und e» hat alles sich gesegnet, was wir In unsere Erde hinein-gaben an Saat und Mühen, an Wünschen und Gebeten. Es Ist uns wieder ein gutes Brot zugewachsen, und wir können wohl dem Herrgott dafür danken. daß er es so gut mit uns meint In diesem vierten Kriegsjahr. Der Bauer August Steffen ging mit mir über sein Feld Es war kurz vor Feierabend und die letzte Fuhre war geladen. Er Ist hoch In den Sechzigern und sein Rücken ist krumm geworden von all den vielen Jahren, in denen er über die Furchen ging. Der Bauer Steffen spricht nicht viel nebenbei. Aber ich weiß, daß sein Sohn im Osten ist und die JungbÄuerln allein (Iber dem Hofe steht. Die Arbelt ist hart und scheint oft mehr, als ein Tag lang ist. Darum Ist der Alte wieder selber hinter dem Pfluge gegangen und schwingt jetzt die Sense vor den jungen Landjahrmädeln her so schnell, daß sie viel aufholen müssen. Nun stand noch ein Eckchen Korn, wie aufgespart, im Grenzwinkel seines Feldes, hoch und wehend einer Fahne gleich. Der Bauer Steffen malmte mit seinem Munde Das tut er Immer, wenn er etwas mehr sagen will, als gewöhnlich Und dann hatte er die Worte beisammen und sie waren schwerer als eine lange Rede. Er sprach vom Weltkrieg, als wir beide draußen lagen In der großen Hölle an der Somme Gerade jetzt vor siebenundzwanzig Jahren. Damals war Steffen der Älteste In unserer Kompanie, hätte manchem Vater sein können, der alte Unteroffizier, der immer, wenn es not tat, ein fröhliches Wort dazugab, Er war dann vom Ernteurlaub zurückgekommen, hatte gesehen, daß man mit seiner Wirtschaft nicht gut umgegangen war, well niemand der Bäuerin half, und war seitdem unter uns ein stiller Mann gewesen. Daran erinnerten wir uns jetzt in seiner einfachen Rede, und auch an das, was nachher kam in den Jahren der Ausbeutung, als die Halme anderen schon gehörten, ehe sie noch Ähren trugen . Dann aber leuchtete es in seinen Augen auf und seine Worte kamen schneller und lebhafter. Er erzählte, wie er langsam wieder hoch kam mit seinem Hofe sÄlt Dreiunddreißig, und sein Sohn alles so gut In Ordnung hatte, wie es Anno Vierzehn gewesen ist, als der Vater ins Feld ging. Und nun war der Sohn draußen und es waren auch schon wieder vier Jahre Krieg Ins Land gegangen. »Alle mitsammen helfen sie jetzt, und darum Ist das so«, schloß der Altbauer plötzlich sein Geplauder, als sei es schon viel zu lang gewesen. Und dann griff er die Sense und legte das letzte Kom um, weit ausschwin-gend, wie In besonderer Feierlichkeit, Es wurden nur noch ein paar Garben und er band sie allein und stellte sie selbst zusammen. Ich wunderte mich darüber, da doch Lied am Brunnen Viele, die schon vor mir waren, beugten sich zu dir hernieder, und den Glanz von ihren Haaren gab dein Spiegel schöner wieder. Viele, die rings um mich leben, wollen dir Geheimnis sagen, bis du ihnen Mut gegeben, Lust und Leid zugleich zu tragen. Vielen, die nach meinen Tagen sich zu deiner Stille neigan, sollst du auf ihr krauses Fragen eine tiefe Lösung zeigen. Michel Becker alles andere schon einfuhr. Darum sagte August Steffen, daß er mir wohl schuldig wäre, dies zu erklären. Es sei damit so, daß er aus diesen Kölnern selber e!n Brot backen werde, nur für seinen Sohn, wenn er auf Urlaub kämei wie es immer In der Sippe üblich war, wenn der Bauer nicht selbst die Ernte beschließen konnte. Und dann nahm er ein paar Ähren, lachte sie zufrieden an und sagte, daß er sie seinem Jungen ins Feld schicken werde, damit er sieht, wie gut sie ge raten sind, weil alle mitsammen geholfen haben hinter Plhig und Saat und Sensel Alle mitsammen! Ich k^inn os nicht vergessen, wie August Steifen dri» so aussprach. Es war mehr als dris Wort. Es lag darin ein ganzer Dank für diese Ernte Und es schrieb sich nicht nur über seinen Acker, Kondcrn über alle Erntefelder Im ganzen großen Deutschland. Alle mitsammen haben sie zugegriffen, gepflügt und gesät, damit eine gute Ernte dem deutschen Volke auch In diesem Kriegsjahr eingebracht werde und die Kornkammern sich füllen mit der Kraft, die wir brauchen, um zu bestehen. Alle mitsammen! So Ist es auch mit der großen deutschen Ernte, die auf den Schlachtfeldern unserem Volke entgegenreift Alle mitsammen sind Pflüger und Ackerer für die deutsche Zukunft Soldaten, Bauern, Arbeiter und jeder, damit sie in der Frucht drr Siege gut gedeihe und allen zum Segen werde . . Der will König seinl Von Anton Stieger Nach dem Mittagessen pflegte Friedrich der Große mitunter einen Ritt in die Umgehung zu machen. Manchmal tat er das allein, um Eindrücke zu sammeln, manchmdl aber nahm or jemanden mit, um über dies und jenes zu plaudern Wieder einmal ritt er in Begleitung eines bewährten Generals durch die Straßen Friedlich tat es wohl, mit dem alten Kämpen die Meinung zu wechseln. Er sah nicht Häuser, Bäume und Straßen, rr darhtp nur an sein Heer und sprach mit seinem General über alles, was damit im Zusrimmenhang stand, vom Schlarhlfeldaulmarsch bis zum Glanz des Rienienzpuges, Als die beiden Reitet in eine Seiten- gasse einbogen, wurden sie in Ihrem Gespräch gestört. Da tollte und lärmte eine Anzahl Buben, sprang über die Straße in bubenhaftem Fangspiel und schrie dabei nach bestem Können. Friedrich empfand diese Störung seines königlichen Gesprächs als höchst ungehörig. Er wußte aber, daß er es mit keinen übelwollem, sondern eben mit aufgeweckten Schulbuben zu tun hafte, und wollte demgemäß seine Verwarnung auch darauf einrichten. »He da, ihr Bubenf« rief er In den Haufen »Wollt ihr wohl tun, was eure Pflicht ist. Wenn ihr nicht gleich zuseht, daß ihr zur Schule kommt, dann reite Ich geradenwegs zum Schulmeister und sage ihm. er soll euch selber Beine machen So wahr Ich der König hin!« Damit glaubte er die Sache erledigt und das Gewissen der Jungen gebührlich ermahnt zu haben. Er nickte meinem Begleiter zu und ritt mit Ihm weiter Noch keine zehn Schritte waren sie weitergekommen als hinten das Gejohle und Gelärme mit unverminderter Lautstärke von neuem anhob Frieririrb war erbost, wollte aber dennoch wegen der paar Srhuljungen nicht umVphren Er schickte seinen General zurück, mit den Auftrag, den Rangen Respekt beizubringen. »Warum habt Ihr die Worte Seiner Majestät nicht beachtetf, donnerte der General die Missotäter an »Herr General« antwortete ihm der Rädelsführer der Schar prompt, »es i#t doch wirklich zum Lachen: Der will König sein — und weiß nicht einmal, daß Mittwochnachmlltag keine Schule ist.«