Prünnmeralions-preist: F ü r Laibach: Ganzjährig . . • H fl. 40 fr. Halbjährig . . . 4 „ 20 „ Vierteljährig. . . 2 „ 10 „ Monatlich . . . - „ 70 „ M i t der Post: Ganzjährig . . . 11 fl. — fv. Halbjährig . . - 5> „ 50 „ Vierteljährig. . . 2 „ 75 „ Für SufteUmig ins Hauö viertel jährig 25 (r., monatlich 9 kr. Einzelne Nummern 6 fr. Laibach er Anonime Mittheilungcn werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Nr. 4. Donnerstag, 5. Jänner 1871. Morgen: Heil. 3 König. Samstag: Valentin. Ucdaktion: Bahnliosgasse Nr. ]::s>. itrpelition und Jnseraten-ßtittan: Kongreßplatz Nr. 81 (Buchhandlung von I. v.Klcininavr & F. Bamberg). Lnscrlionspreisk: Für die einspaltige Petitzcile :t kr. bei zweimaliger Eiujchallung ii 5, tr. dreimal ä 7 fr. JufertionSstcinpel jedesmal 10 tr. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsxrcchcude, Rabatt. 4. Jabrgang. _ Die nächste Nummer erscheint des heil.*3 Königs-Festes wegen am Samstag. Weg mit der Maske! ii. Je gewaltiger sich mm Rußlands Macht cutfaltet, desto zuversichtlicher treten die Pläne der Panslavisten aus Tageslicht. Während bis zum Jahre 1848 in Kroatien, in Slavonien und in der ganzen langgestreckten Mi-litägreuze von separatistischen Bestrebungen auch nicht eine Spur zn entdecken war, hat der Pansla-vismnS im letzten Dezennium dort allgemeine Ber-breitnng gefunden. Diese Erscheinung darf nicht allein den rastlosen Bemühungen russischer Agenten zugeschrieben werden, sie beruht vorwiegend auf der gänzlichen Apathie und Unfähigkeit der Regiermigsorgane, die es niemals verstanden, die unbestreitbare Assimilir-barkeit der slavischen Raße im Interesse des Germanismus auSzilnutzcn, wie dies Preußen in der Provinz Posen durch deutsche Kultur, Arbeitsamkeit und Geldmittel mit so bewunderungswürdigem Erfolge versucht hat. Mit welchen Mitteln die Bevölkerung in den flovenischen Gebietsteilen der Monarchie im pan-slavistischeil Interesse bearbeitet wurde, habe« wir in diesem Blatte oft genug dargelegt. Sind gleichwohl die erzielten Ergebnisse noch weit hinter den Erwartungen der Agitatoren zurückgeblieben, so ist dies einfach der Thatsache zu danken, daß die dinasti-scheu Gefühle noch tief im Herzen des flovenischen Volkes wurzeln und sich nicht so leicht ausrotteu lassen, wie die ungeduldigen Dränger zu hoffen wagten. Dagegen hat in Serbien, Bosnien, Bulgarien und der Herzegowina die Gährung bereits so sehr um sich gegriffen, daß cs vom Wort zur Thal nur mehr eines Schrittes bedarf. Freilich sucht man hüben und drüben den nackten Bcrrath noch in die Livree der Lojalität zu kleiden, aber wer in das Getriebe schärfer zu blicken versteht, wird sich der Besorgniß nicht entschlagen können, daß es sich um dcu gemeinsamen Plan handelt, durch Losrcißnng der von Slaven bewohnten Provinzen Oesterreich-Ungarns und durch Befreiung der in der europäischen Türkei wohnende» slavischen Stämme ein kompaktes Slavenrcich mit der dalmatinischen Seeküste und den Häfen Cattaro und Ragusa zu bilden. Kein Zweifel, der erste Kanonenschuß, welcher de» Ausbruch des russisch-türkischen Konfliktes verkündigt, wird das Signal einer panslavistischen Erhebung werden und diese wird so manche Länder der habsburgischen Monarchie in ihren Fenerkreis ziehen. Erscheint demnach unter den gegebenen Verhältnissen der Bestand der österreichisch - ungarischen Monarchie durch die Idee des Pauslavismus nicht ganz besonders gefährdet ? Kann man im Ernste daran denken, durch die Befestigung der Eimslinie ein Bollwerk gegen eine Invasion des Reiches im Westen zu schaffen, ohne vorerst die viel näher liegende Gefahr einer südslavischen Insurrektion gründlich beseitigt zu haben? Wahrlich eS ist die höchste Zeit, auf Mittel zur Abwendung dieser Gefahr zu denken. Unstreitig hat die nach den Ereignissen des Jahres 1866 zwischen den Kabineteil von Wien und Berlin ei»getretene Erkaltung, welche die Monarchie auf de» Jfolirscheinel stellte, zur Entwicklung deS Panslavisuius in Oesterreich-Ungarn ungemein beigetragen, weil die Monarchie allein der russischen Macht nicht mehr gewachseil ist und die pauslavi-stische» Bestrebungen eben nur durch die Unterstützung Rußlands zn einer eminenten Gefahr werden könne». Die einzige Bürgschaft gegen solche Gefahr vermag deshalb nur ein aufrichtiges enges Biind-»iß mit dem geeinigten Deutschland zu bieten; gegen den Wille» des deutschen Kaiserreiches, der ersten Großmacht ain Kontinente, kann Rußland niemals eine» Krieg mit Oesterreich beginne». ES handelt sich eben nur darum, die zwischen Oesterreich-Ungarn und Deutschland gemeinsamen Interesse» ansznsnchen und als reale Grundlage» eines solchen Bündnisses zu vcrwertheii. Und diese Interessen liegen wohl offen genug zu Tage. Preußen hat gleichfalls ein nicht geringes Interesse, die panslavistischen Pläne in Oesterreich nicht zur Reife und Ausführung gelangen zu lassen, weil eine Erhebung der slavischen Völker Oesterreichs auch das deutsche Element in Posen, West-Preußen und am linke» Odernfer in hohem Grade bedrohe» würde. Bei einem solidarischen Zusammenstehen Oesterreichs und Deutschlands würde», unbeschadet der staatlichen Sicherheit jedes Theiles, die beiderseitigen Heere namhaft rednzirt werden können. Oesterreich würde von der drückenden Besorgniß einer preußisch-russischen Waffenbrüderschaft befreit, Preußen dafür gegen die Eventualität eines österreich-französischen Bündnisses für alle Seiten fichergestellt werden. Gerade jetzt hat die Annäherung des preußischen Kabinets der berechtigten österreichischen Empfindlichkeit den Abschluß des Bündnisses mit Deutschland uiigemeiu erleichtert; möge die darge- Jemlleton. Die Hochschule der Höflichkeit. (Schluß.) Erzählt ein Araber in Gesellschaft von einem Traum, welchen er gehabt, so rufen sämmtliche der Anwesenden zugleich aus: „El kher Jnschallah!" „Möge er etwas Gutes bedeuten!" Bezeigt man Jemandem sein Beileid bei irgend einem Unglücksfalle, der ihm widerfahren ist, fo_ sage man: „Jnschallah, daß dir mm niemals wieder etwas Trauriges begegne!" Trifft inan eilten Freund, welcher ans dein Bade kommt, so begrüße man ihn mit den Worten: „Möge dein Bad dir sein wie ein Bad im Wasser am Zemzem, des heiligen Bruiinens in Mekka." Der Begrüßte antwortet darauf: „Jnschallah, du sollst gesegnet sein." Hat sich der Araber seinen Kops schceren lassen, so spricht der Barbier »ach vollzogener Proze- dur : „Zur Gesundheit," d. h. möge dir das Schee-ten wohl bekommen, und der Rasirte erwidert: „Allah's Segen sei auf dir!" Begegnet mau einem Arbeiter, der fein Ge- schäft verrichet, so unterlasse man nicht ihm zu wünschen: „Gott verleihe dir Kraft und Stärke" oder etwas dergleichen. Die Antwort des Ändern lautet dann unfehlbar: „Möge Allah gnädig sein de» Urhebern deiner Tage!" Geht man an Leuten vorbei, die zufällig gerade bei Tische sitzen, so rufe man ihnen zu: „Möge Allah euch sättigen!" Niest Jemand, so heißt der vorgeschriebene Höflichkeitsspruch ähnlich wie bei uns noch in altfränkischen Kreisen: „Gott helf dir" oder „Gott erhalte dich!" Sollte Jemand unser Zimmer betreten und die Thür desselben offen stehen lassen, so befehle man bei Leibe nicht: „Thür zu!", sondern sage höflich: „Möge Allah des Zimmermanns gedenken!" was so viel heißt, als, es scheine, der Eintretende hatte den Zimmermann für eine überflüssige Persönlichkeit. Kein Licht darf man ausblasen, man muß es vielmehr mit der Hand answehen. Gewiß ist dies eine elegantere Art der Lichtanslöschnng als die bei uns wohl gebräuchliche erstere, darin beruht jedoch nicht ihr alleiniger Grund. Das Licht gilt nämlich als eines der sichtbarsten Zeichen der Gottheit, welches durch den verdorbenen Athem der menschlichen Lunge nicht befleckt werden darf. Braucht mau Feuer zum Auzündeu seiner Pfeife, so spreche man ja nicht: „Bringt mir Feuer," denn sonst könnte sich Jemand zu antworten versucht fühlen, namentlich wenn der Feuer Begehrende ein Christ ist: „Du sollst mit der Zeit genug davon verspüren!" (In der Hölle nämlich.) Man sage blos: „Bringt mir Ruhe!" Will man sich eines zudringlichen Bittstellers entledigen, so weise man ihm nicht grob die Thür. Man höre ihn vielmehr gelassen au und sage alsdann: „Allah wird für dich sorgen." Ist der Supplikant ein guter Mohammedaner, so darf er an der Freigebigkeit Allah's nicht zweifeln, — und muß befriedigt hinweggehen. Wünscht matt sich von einem lästige» Frager zu befreie», so antworte man ihm: „Daö liegt mir fern; das Wissen ist allein bei Allah." ES ist dies eilte etwas umständlichere Form unseres „Wer kann das wissen?" oder des italienischen uud spanischen ! „Chi lo sii?“ „quien sabe ?“ Hat man sich in irgend etwas geirrt und kann sein Versehen nicht wieder gut machen, oder will man der allznwort-reicheu Kondolenz eines Freundes ein Ziel setzen, so braucht mau blos zu sprechen: „Hakonm Allah," „Es ist Gottes Wille," oder „Aiektonb Rebbi," „Es war also geschrieben vor Gott." Fragt ein Mann von höherem Range einen Niedrigergestellten botene Hand ehrlich, ohne Hintergedanken ergriffen werden, denn das B ü n d n i ß mit Deutschland bedeutet die Lahmlegung des P a n s l a » i s m u s , die S i ch e r st e l l u n g des europäischen Friedens. Die tiroler Deputationen beim Kaiser. Am 3. d. M. empfing der Kaiser in Innsbruck die Deputation verschiedener Körperschaften und Gemeinden, welche dem Landesherrn ihre Ergebenheit zu bezeuge» und ihm Bitten oder Beschwerden vorzutragen herbeigeeilt waren. Das offizielle Telegramm berichtet darüber, daß von den angemeldeten Deputationen zuerst die Deputation der v e r -fassuugStreueu Städte und Märkte Tirols, geführt, vom Haller Bürgermeister Dr. Rautenkrauz, empfangen wurde, der eine äußerst huldvolle Aufnahme zu Theil ward. Se. Majestät richtete an jedes einzelne Mitglied gnädige Worte. Vier Mitglieder der Deputation, worunter Dr. Rautenkranz, wurden zur Hoftnfct geladen. Hierauf fand der Empfang des Vorarlberger Landesausschusses, mit Dr. Froschauer an der Spitze, dann der Deputation der konstitutionellen Vereine Tirols unter Wildauers Führung, deren Mitglieder über die huldreiche Aufnahme hocherfreut waren, dann der Vertreter von vier katholisch-patriotischen Vereinen, des Komitee’«* zur Gründung eines Denkmals in Erinnerung der Vereinigung Tirols mit Oesterreich, der Vertreter der Hanptschießstände Brixen, Klausen, des Komitee'S zur Förderung deutscher Volksschnlen in den deutschen Gemeinden Südtirols, endlich der Empfang einzelner Bittsteller in Privat Angelegenheiten statt. Die „Presse" läßt sich über den Empfang der Deputationen berichten: Dein Landesausschusse sagte der Kaiser, er habe dein Lande durch Sanktionirung der Landeövcrtheidigungs-Ordnung etwas Gutes erweisen wollen. Der Bürgermeister überreichte ein Proinemoria, welches die Landesverhältnisse berührt; der Kaiser antwortete entschieden verfassungsfreundlich und empfahl Versöhnlichkeit. Nagelschmied Mayer aus Ebs sagte: Das Volk sei nicht gegen die Verfassung, und sprach über das Verhalten des Klerus. Die Annahme der ultramontanen Riesenpetition ist auf Donnerstag verschoben. Nachmittags besuchte der Kaiser die Prügel-bau-Kaserne, wo die städtische Feuerwehr parexdirte, die Volksschule, de» Landeshauptschießstand, wo der. Kaiser das Festschießen eröffnete und von de» zahlreich versammelte» Schützen mit Begeisterung empfangen wurde. Ueberall fuhr der Bürgermeister vor und war der Statthalter au der Seite des Monarchen. Um 5 Uhr war großes Diner, wozu der Kronprinz, die Spitzen der Behörden, die Re prüsentanze» und Korporationen beigezogen wurden. und will dieser einer Antwort ausweichen, so hat er einfach zu entgegnen: „Du bist Sultan und mußt es folglich wissen." Befindet man sich in 9t»tl) und wünscht mißliebigen Fragen und Erkundigungen zu entgehen, so erwidere man: „Kher kann on chorr makaun," „Alles ist Gottes, cs gibt kein liebetoder „Kher Rebbi konl mckatte," „Gott ist überall." In keinem Falle frage man jemals einen Häuptling, ob er etwa sein Pferd verkaufen walle. Es hieße das ihn der Armuth zeihen. Nicht einmal bewundern darf man seine Pferde und seine Waffen, weil ihn sonst die arabische Höflichkeit verpflichtet, uns beides anzubieten, wenn schon in diese» Tage» des Verfalls die That nicht immer dem Worte zu folge» pflegt, wie dies vormals wirklich geschah. Kein Araber ist neugierig; bet alle» morgen» ländischen Bölkern wird die Neugier für unmännlich erachtet. Kein Araber wird auf der Straße stehen bleiben und sich umdrehen, um Vorüberwandelnde zu beschauen oder ihrem Gespräche zu lauschen. Kein Araber tanzt oder spielt Karten oder sonst eilt Glücksspiel; denn der Koran untersagt |hm alle dergleichen Belustigungen. Auch fordere Oesterreich und Deutschland. lieber des Grafen Beust Antwortsnote vom 26. Dezember wird ans Berlin noch mitgetheilt: Der Reichskanzler erklärte in derselben, daß er eine Diskussion des Prager Friedens nach der Umgestaltung Deutschlands für nicht mehr erforderlich halte, indem er die Ereignisse in Deutschland als „einen Akt von großer historischer Bedeutung und als eine Thatsache ersten Ranges in der Entwicklung Europa's" ansehe. Graf Beust versichert weiter, daß in de» maßgebenden Kreise» des österreichisch - ungarischen Reiches der aufrichtige Wunsch herrsche, mit dein mächtige» deutschen Reiche in die freundschaftlichsten Beziehungen zu treten. Von besonderem Gewicht aber ist in der Depesche die Versicherung, daß die Hoffnungen auf eine glückliche Eintracht und auf dauernden Frieden zwischen beiden Reichen in dem Kaiser selber einen „Schützer und Förderer" haben. Derselbe hege für die Wohlfahrt des in Tradition, Sprache, Sitte und Recht dem österreichischen Kaiserstaate so vielfach verwandten deutschen Reiches, dessen Geschicke Jahrhunderte hindurch so innig mit der Habsburger Dinastie verbünde» gewese», die wärmsten Sim-pathien. Am Neujahrstage in Versailles. Der & ö lt i g von Preuße» hielt bei dem N c lt j a h rS - Empsa » g e im Schlosse von B e r-I a i 11 e s am I . Jänner folgende Anrede: „Große Ereignisse haben geschehen müsse», mit nnö an diesem Orte und a» diesem Tage zu vereinigen und Ihrem Heldenmuth, Ihrer Ausdauer, sowie der Tapferkeit der vo» Ihne» geführte» Truppe» habe Ich es zu verdanken, daß es bis zu diesem Erfolge gekommen ist; aber noch sind wir nicht am Ziele, noch liegen große Aufgaben vor uns, ehe wir zu einem ehrenvolle» dauerhafte» Frieden gelangen könne». Ein solcher Friede ist uns gewiß, wenn Sie gleiche Schoten, wie sie n»s bis zu diesem Punkte geführt haben, auch weiter vollbringe». So können wir getrost in die Zukunft schauen und erwarten, was Gott nach seinem gnädige» Wille» über uiis entscheidet." Beim Festmale brachte König Wilhelm folgende» Trinkspruch aus: „Ich erhebe mein Glas, »in das neue Jahr zu begrüßen. Auf das vergangene blicken wir mit Dank, auf das beginnende mit Hoffnungen. Der Dank gebührt dem Heere, das von Sieg z» Sieg gezogen, mein Dank auch den anwesenden deutsche» Fürsten, die theils Führer in diesem Heere gewesen sind, theils ihm sich an-geschlossen hatten. Die Hoffnungen richten sich auf die Krönung des Werkes: Eine» ehrenvolle» Friede»." Ihm erwiderte der Großherzog von Bade» man niemals einen Araber zum Spaziergange auf. Wenngleich derselbe, wenn es »oth thnt, ein trefflicher Fußgänger ist, so hat er doch keine» Begriff von unserem Lustwandeln. Wenn er geht, so hat er lediglich irgend ein Geschäft, ein bestimmtes Ziel im Auge. Seine Mäßigkeit, sein beständiges Leben im Freien machen ihm alle Körperbewegung um der Gesundheit willen überflüssig. Sei» Hmiptgc-miß besteht i» der Ruhe, im Stillsitze», und sieht er auf den öffentliche» Plätze» Algiers ober Kairos die Europäer ab- und niederwandeln, so pflegt er auszurttfen: „Seht nur, seht, die Christen werden toll." Selbst sein Pferd besteigt der Araber mir, wenn es einem bestimmten Geschäfte gilt oder bei öffentlichen Festlichkeiten. Und wenn er einmal geht, so darf er nicht rasch gehen, ebensowenig, wie ihm schnelles oder lautes Sprechen erlaubt ist. Denn der Koran lehrt: „Befleißige dich, deine» Schritt zu mäßigen und in leisem Tone zu reden, denn die unleidlichste aller Stimmen ist die stimme des Esels." Ein berühmter arabischer Dichter bemerkt hiezu: „Zahllos sind die Laster der Mensche», Eines aber sühnt sic alle: Schicklichkeit der Rede." An einer ändern Stelle heißt es: „Von dem Worte, welches nicht gesprochen ist,, bin ich der Herr, von Namens der übrigen Fürsten in längerer Rede, worin er der unter des Königs Führung glücklich erkämpfte» deutschen Einheit gedachte. In der Rebe heißt es : „Der heutige Tag ist dazu bestimmt, das ehrwürdige deutsche Reich in verjüngter Kraft erstehen zu sehen. Euer Majestät will aber die attge-boteite Krone des Reiches erst dann ergreifen, wenn sie alle Glieder desselben schützend umfassen kann. Nichtsdestoweniger erblicken wir in Euer Majestät das Oberhaupt des deutsche» Kaiserreichs, i» dessen Krone die Bürgschaft unwiderruflicher Einheit." Vom Kriege. Der „Tagespresse" wird aus B r ü s s e 1 vorn 3. d. M. gemeldet, daß „die Beschießung der Vorfronten der Pariser Ostforts am 8. d. wegen völliger Resultatlosigkeit und der zahlreichen Opfer, welche die Wiederaufnahme des Feuers der Forts RoSity und Nogent forderte, deutscherseits wieder eingestellt wurde." ^ Aus Versailles wird dagegen gemeldet, daß am 3. vor der Ostfront eilt lebhaftes Geschützfeuer ftattfmid, welches nur vorn Fort Nogent erwidert worden. Dem General - Lieutenant Kamecke ist die Oberleitung des Ingenieur-Angriffs und die General-Inspektion des Jngenienrkorps, dem General-Major Prinzen Hohenlohe - Jngelsingen die Oberleitung des Artillerie-Angriffs auf Paris übertragen worden. Von Spandau und Danzig gehe» »och fortwährend Materialien, darunter mehrere Batterie» Vierundzwanzigpfünder, für die Beschießung von Paris ab. Fahrwasser allein sendet 66.000 gefüllte Granaten nach dem Kriegsschauplatz. Bei den Verladungen von Geschützen und Geschossen leisten nach der „Börsenzcitmtg" die Gefangenen Hilfe. Die „Times" meldet: Die Nachricht-», die wir ans guter Quelle erhalten, lassen keinen Zweifel über die demnächst bevorstehende Kapitulation von Paris. — Die gestern eingelangte Antwort Bismarcks auf die von England unterm 20. Dezember 1870 bezüglich der Angelegenheit Duclair verlangten Aufklärungen drückt das Bedauern über diesen Vorfall ans, und verspricht die unverzügliche Untersuchung und Befriedigung dieser gerechten Forderung. (Unter der „Angelegenheit Duclair" wird die Versenkung von scchs englischen Schiffen in der Seine verstanden, welche ein preußischer Kommandant bei Havre vorgenommen, um das Fahrwasser zu sperren.) Aus Bordeaux kommt eine Reihe Meldungen von Scharmützeln und Gefechten an der Loire am 31. Dez., 1. und 2. Jänner, die alle für die Franzose» siegreich ausgefallen sein solle». Ans den Berichten geht hervor, daß es sich um Rc-kognoszirungen und Uebersälle kleiner Abteilungen und Transporte handelt. dem Worte dagegen, das gesprochen, der Sklave." Das bekannte ausgezeichnete Sprichwort: „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold" gehört seinem Ursprünge nach den Arabern an. Trotz aller dieser Würde und Höflichkeit neigt der Araber sehr zur Straßenräuberei in großem Stile, zu jenen Razzias, wie man sie in Algerien nennt. Nichtsdestoweniger fleht aber sein Zelt jedem Gaste allezeit offen und bietet ihm Kouskoussu (Ka-mceltntlchj oder auch wohl Hammelbraten dar, soviel er haben mag. Jeder Fremde ist „Gottes Gast," so lang er unter arabischem Dache weilt, beim Abschiede heißt es gewöhnlich: „Dein Glück liegt in deinen Händen," was besagen will, daß der Gastsreund, der uns am letzten Abend gespeist, in einer gewissen Entfernung von seinem Zelte am ändern Morgen unsere Satteltaschen untersucht und seine lauge Flinte reden läßt, wenn man sich seinem Beginnen widersetzt, das er mit einem „Möge Allah dir gnädig sein" beendet, nachdem matt vielleicht bittlend in den Sand »iedergestreckt liegt. So verleugnet der Araber auch bei Raub und Mord nicht, daß er einem Lande entstammt, das wir mit Recht „die Hochschule der Höflichkeit" genannt haben. Berichte aus Versailles schildern den Zustand der französischen Südarmee als traurig; die Verpflegung ist schlecht, und dadurch, daß dem gegenwärtigen Winterwetter Verwundete hilflos ausgesetzt wurden, haben sich kontagiöse und brandige liebet entwickelt. Die Noth der bürgerlichen Bevölkerung auf den von den Franzosen verlassenen Strecken ist sogroß, daß die deutsche Militär-Verwaltung auch die Verpflegung der Einwohner übernehmen mußte, sowohl zwischen Chateaudun, Vendome und Tours, als zwischen Artenay und Orleans. Die stetigen Fortschritte Mauteusfels im Norden Frankreichs kennzeichnen zur Genüge die abnehmende Widerstandsfähigkeit der ihm entgegengestellten französischen Nordarmee. Faidherbe's Truppen scheinen nicht einmal im Stande zn sein, auch nur den geringsten Widerstand mehr zn leisten. Der General war gezwungen, seine Armee hinter die Wälle der nördlichen Festungen zu führen. Bezeichnend ist, was man der „Judependauce" beige" aus Lille vom 1. d. M. meldet, daß nämlich die Nordbahngescllschaft Vorbereitungen zur lieber* siedlnng ihrer Bureaux nach Mons trifft. Die werthvollen Archive und das Materiale sind bereits dahiu abgegangen. Auch Busigny, ein wichtiger Eiseubahnpnnkt, soll von den Deutschen besetzt worden sein, nach einem Kampfe, in welchem die Mobilgarden sich zurückziehen mußten. Der Fall von Mezidres ist insoserne von hoher strategischer Bedeutung, als er die letzte nordfranzösische Bahn, welche Deutschland direkt mit Paris verbindet, in deutsche Hände gibt. Es ist nur noch eine Bahn durch Belfort gesperrt. In Meziöreö wurden über 2000 Gefangene, darunter 98 Offiziere, 106 Geschütze, viele Lebensmittelvorräthe erbeutet. Auf dem östliche» Kriegsschauplätze hat Garibaldi das Oberkommando der „Vogesenarmee" förmlich übernommen, den Untergeueralen, welche sich früher seinen Befehlen nicht fügen wollten, ist von Bordeanx aus unbedingte Folgsamkeit befohlen, widrigens ihnen ihre Stellen genommen werden sollen. Die von Garibaldi begonnene Offensive der Franzosen hat ohne Zweifel zunächst den Entsatz von Belfort vor Augen. Schon vor einigen Tagen meldete der Telegraf, daß eine etwa 25,000 Mann starke französische Kolonne längs der schweizerische« Grenze über St. Hypolite und Andin-conrt gegen Belfort marschire, während ein Theil derselben über Bonrgnignon gegen Moittbcliard rücke. Kleinere Abteilungen kämpften bei Montbeliard, bei Abbevillers und Croix mit durchaus den Deutschen günstigem Ausgange, und bei Delle erfolgte am 2. d. M. ein ernster Zusammenstoß, dessen Details noch nicht bekannt sind. Im Ganzen muß cS den Franzosen nicht günstig ergangen sein, es wird nämlich aus Lyon vom 3. berichtet: Heute Morgens sprach man von der vollzogenen Vereinigung der Korps von Zastrow und Werder, die durch neue badische Kontingente verstärkt wurde». Den Deutschen wird die Absicht ^geschrieben, die befestigte» Stellungen Garibaldi's i» Epinac und Antun anzugreifeu. Politische Rundschau. Laibach, 5. Jänner. Die in Wiener Journalen seit einigen Tage» als Telegramme kolportirten Sensationsnachrichten über Entsendung eines S p e z i a l b e v o l l m ä ch -tigtcn Oesterreichs nach Versailles, sowie Bündnißverhandluugen in Berlin entbehren nach verläßlichen Informationen sowohl des Anlasses als der Begründung. Der konservative Verein in Graz richtet eine Petition an beit steierischen Landesschul-rath, es möge beit Schulen der katholische Warne gewahrt bleiben, nur katholische Lehrer «»gestellt u»d katholische Lehrbücher wieder eingeführt werden. Er begrüßt die Sanktio»iru»g des tiroler Lundes-vertheidigimgö-Gcsetzes als einen Sieg der katholischen Partei, wünscht de» Patrioten Tirols Bestän- digkeit im Kampfe, denn die Hoffnung auf weitere Siege sei Vorhände». Professor Maassen wurde in der Vereinssitzung hart angegriffen. Nach der Versicherung eines Korrespondenten der „A. A. Z." ist der preußische Gesandte in Wien bereits in der Lage gewesen, einstweilen die Grundlagen anzudeuten, auf welche» das Berliner Kabinet das neue freundschaftliche Einvernehmen aufgebaut wissen will. Selbstverständlich bezogen sich diese Andeutungen auf den Orient, doch beklagt sich der Korrespondent des genannten Blattes darüber, daß dieselben an Deutlichkeit allzuviel zu wünschen übrig lassen. Nach der Berliner „Bank- und Handels-zeitung" hätte Graf Bismarck sich bereits deutlicher ausgesprochen und Oesterreich in seinem Kampfe gegen den Paiislavismus die Hilfe Deutschlands in Aussicht gestellt. In Sllddentschland dauert die durch das Unfehlbarkeitsdogma hervorgerufeue religiöse Bewegung fort. Aus M ü it ch e n wird berichtet: Der hiesige Erzbischof erließ einen Hirtenbrief f ü r die Unfehlbarkeit; daß der oppositionelle Klerus bereit sei, beit Kampf ausiiehmeii, ist eine unrichtige Voraussetzung; Professor Döllinger hingegen wird demnächst eine »eite Erklärung gegen die Unfehlbarkeit abgeben. Frankreich wird auf der P o n t u S t o u f e r e u z durch Jules Favre vertreten sein; dem Londoner auswärtige» Amte' ist die Nachricht zugekommen, daß Herr Jules Favre längstens am 5. Jänner die ZcrnirungSlinie von Paris pajsireu und den Weg über Dieppe nach England einschlagen wird. Herr-Favre wird Versailles nicht berühren. Es heißt, daß Preußen seinen Gesaubteu instruirt habe, wenn matt französischerseitS auf ber Konferenz den Versuch mache» sollte, auch die deutschsrauzösische Auge-legenheit zur Sprache zu bringe», die Sitzungen zu verlasse». Dazu wird aus Lo»bo» bemerkt, daß das englische Kabinet im Hinblick auf die Kundgebungen des englischen Volkes jeden Vorschlag zu Gunsten des Friedens unterstützen würde, von welcher Seite derselbe auch komme. Fiirst Karl vou R umäui eu sucht beu bnrch seine ueuliche Note in Koustantinopel erregten Sturm zu beschwichtigen. Er hat, wie von dort berichtet wird, dem Sultan seine Ergebenheit als Vasall versichern lassen und demnächst wird ein ausklärendes Memorandum des Fürsten an den Sultau mit Entschuldigungen wegen Umgehung der Pforte anläßlich des au die europäischen Höfe gc-richtete» Zirkularschreibeuö dort einlangen.___________ Zur Tagesgeschichte. — GrafKuefstein, der langjährige Oberst« hosmarschall Sr. Majestät des Kaisers, während der letzten Session Präsident des Herrenhauses, ist vor-gestern in Wien einer Lungenemzünduiig erlegen. — Das „N. W. Tgdl." meldet ans Berlin: Bismarck soll wegen zerrütteter Gesundheit bestimmt erklärt haben, sich nach erfolgtem Friedensschluß ins Privatleben zurückzuziehen. — Die Frankfurter und Berliner Bankiers, welche sich an der in London aufgelegten französischen Anleihe beteiligten uud deshalb in Untersuchung gezogen wurden, sind jetzt verurtheilt. Der eine von thnat, yiuiabuct, erhielt zweijährige, einige andere mehrmonatliche Festungshaft. — Im deutschen Kriegsgericht, das für Ober- und Niederrhein zu Slraßburg eingerichtet wurde, um bei der Renitenz französischer Gerichte den dringendsten Bedürfnissen der Rechtspflege zu genügen, verkündete der Präsident, daß die Rechtsprechung des Tribunals jetzt im Namen des Königs von Preußen erfolgen werde. — Die Schulbildung im preußischen H c ere. Eine interessante Uebersicht der bei dem Landheere und der Seemacht im Erjatzjahre 1869 — 70 eingestellten Ersatzmannschaften mit Bezug auf ihre Schulbildung enthält das neueste Unterrichts-Zentral-blatt. Das günstigste Verhältnis; ist in der Kurmark, wo nur 0.59 Perzent, das ungünstigste in Posen, wo 14.38 Perzent ohne Schulbildung blieben. — Exkaiser Napoleon befindet sich auf Wilhelmshöhe ganz wohl. Bei der jetzigen Kälte ver-treibt er sich die Zeit mit Schlittschuhlaufen. In der ersten Zeit war er niedergeschlagen, jetzt ist er aber ganz heiter und erfreut sich eines außerordentlich guten Appetits. Die Berliner Regierung läßt es ab« auch an keiner Aufmerksamkeit fehlen. So sandte sie ihm jüngst einige elegante Schlitten mit der nöthigen Bedienung. Lokal- und Provinzial-Angelegenyeiten. Lokal-Chronik. — (Wie reimt sich die Adresse de« kraiuischeu Landtags zum südslawischen Programm?) Erstere will noch ein Oesterreich, letzteres nimmt davon gänzlich Umgang. Diese beiden Dinge sind also unvereinbar. Und dennoch wird demnächst der Beweis geführt werben, daß man ein guter > Oesterreicher und zugleich ein guter Montenegriner, Serbe oder Russe sein kann. Dieses Problem soll nämlich bei der morgigen Versammlung des Vereines „Slo-venija" gelöst werden. An der Tagesordnung stehen folgende zwei Resolutionen: 1) der Verein „Slove-nija, stimmt dem südslavischen Programm vom 1. Dezember bei; 2) der Verein „Slovenija" gibt seine Zustimmung zur Adresse des frciinischen Landtages vom 30. August 1870. — Unglaublich aber wahr! — (Ein windisches Reich.) Wir haben unfern Lesern schon einige Proben davon gegeben, wie der bekannte Landeshistoriograf (?) Herr Peter von Nadit im Dienste der Volksführer die Landesge« schichte behandelt. So oft diese für irgend ein von ihnen ausgehecktes Programm eine historische Folie be* nöthigen, ist Herr von Radi ( flugs mit einer geschichtlichen Parallele bei der Hand. „Alles schon dagewesen," ist das Motto des Herrn von Radiü, so z. B. das Marbnrger Programm mit dem innerösterreichischen Generallandtage, die Schöpfung Sloweniens, die Jn-korporirnng Triest's u. s. w. Auch die jüngst in Laibach beschlossene Gründung „Südslaviens" ist nichts neues. Diese Idee lag eigentlich dem großen Bauernaufstande im 16. Jahrhundert zu Grunde, wie dies Herr Radiö in der „Reform" nachzuweisen versucht. Die rebellischen Bauern in Krain, Steiermark, Kroatien wollten nämlich „ein windisches Reich" mit dem Regierungssitze in Agram gründen und sich den Zugang zum Meere frei erhalten, daher auch die Jukorporirung des Küstenlandes in ihrem Plane gelegen war. Ihr projektirteS Reich wäre beiläufig oott dem Umfange gewesen, wie das jüngst in Laibach beschlossene Südslavien. Wir meinen hingegen, ' es wäre eilte passendere Parallele gewesen, die kühnen Pläne der Grafen von Cilli, im Süden von Oesterreich ein mächtiges, meist von Südslaven bewohntes Reich zu gründen, als historischen Vorläufer des jüngsten Slovenenprogramntes zu bezeichnen. Der Glorienschein der slovenischen Volksführer würde viel glänzender teuchien, wenn der diensteifrige hämische Landeshistoriograf dem Dr. Janez Bleiweis ober Dr. Ethbin Costa die Rolle eines Grasen Ulrich oder Friedrich von Cilli zugedacht hätte, anstatt sie an das unglückliche Lovs der justisizirten Bauernkönige Jlia und Gnbcz zu erinnern, denen es nicht so sehr um Gründung eines Reiches, als vielmehr um das „Todtschla-gen aller, die vom Adel waren, sarnrnt Weib und Kind," zu thuu war. — (Eine MondeSfin sterniß,) die erste im heurigen Jahre, wird morgen den ü. Jänner Abends zu sehen sein. Ihr Beginn ist für Laibach um 8 Uhr 44 Minuten, ihr Enbe um 11 Uhr 44 Minuten. Die Bedeckung beträgt 8 3 Zoll. Die Verfinsterung wirb während ihres ganzen Verlaufes in Europa, Afrika und dem westlichen Asien sichtbar sein. — (Den A l p e n s r e n nd e n) kann die monatlich zweimal in Wim erscheinende Zeitschrift „Der Tourist" bestens anempsohlcn werden. Derselbe tritt nun feinen dritten Jahrgang an und Hat unter den Naturfreunden eine große Verbreitung gefunden. Die touristischen Artikel umfassen alle Gebirgslanber Oesterreichs und rühren meist von renommirten Schriftstellern her. Der Eigentümer des Blattes, Gustav Jäger, hat sich durch Erbauung von AlpenhUtten auf mehreren Hochpunkten der Alpen ein wesentliches Verdienst um deren erleichterte Ersteigung erworben, auch für die Errichtung einer SchutzhUtte auf dem Triglav hat er durch Sammlung von Subskribenten das (einige redlich beigetragen. Das als Beilage erscheinende „Alpenhorn" enthält geschäftliche, auf den Besuch der Alpen Bezug nehmende Notizen und Ankündigungen. Desgleichen werden im Blatte alle wichtigeren Erscheinungen der Alpenliteratur angezeigt und besprochen. Die Pränumeration geschieht bei der Administration am SalzgrieS Nr. 14 in Wien und beträgt ganzjährig mit Postzusendung 5 fl. 4 kr. — (Erfroren.) In der Nacht vom 23. auf 24. Dezember schwebten mehrere von Triest nach Se^ nosetsch auf dem Wege befindliche Karstbewohner auf dem durch feine Borastürme berüchtigten Gaberk bei Senofetfch durch die furchtbare Kälte in Lebensgefahr. Sie retteten sich bis auf 2 junge Leute, Andreas (£e-kada aus Zirknitz, 26 Jahre alt, und Anton Zakrajöek aus Povzel bei Laschitsch, welche von 7 Uhr Abends des 23. bis 8 Uhr Früh des 24. Dezember mit 4 Pferden in der fürchterlichen Kälte auf dem uitgasi lichen Gaberk übernachten mußten. Morgens brachen jedoch die Senofetfcher, sobald sie von dem Unfall erfuhren, sogleich auf und um 8 */8 Uhr waren beide Unglückliche mit den Pferden in Senofetfch. Cekada konnte nicht mehr zum Leben gebracht werden, bei Zakrajßek gelang dies nach vielen Bemühungen, doch fürchtet man, daß der Unglückliche die erfrorene» Finger und Zehen verlieren werde. — (Postalisches.) In Schweinberg, Bezirk Tschernetnbl, trat mit 1. Jänner 1871 eilt Postamt in Wirksamkeit, welches mit dem bestehenden Postamte Weinitz durch viermal wöchentliche Fußbotenpost ver Kunden wird. Gleichzeitig wurden die dreimal wöchentlichen Fußbotenposten zwischen Weinitz und Tschernetnbl ausgelassen und an bereit Stelle viermal wöchentliche Botenfahrten eingerichtet. — (Aus Oberkrain) meldet der Korrespondent der „Laib. Ztg.," daß jetzt, also neun Tage nach dem Schneefalle, die Bezirksstraßen in so weit frei sind, daß man mit einspännigen Schlitten selbe befahren kann. Auch die Post- und Eisenbahnfahrten verkehren nun wieder regelmäßig. Großen Schaden haben auch Jagdinhaber und Pächter erlitten. Schon dem vorjährigen strengen Winter sind die meisten Hasen erlegen, und die Letzten vom Geschlecht Lampes sind nun auch zn Grunde gegangen. Wohl gab es Heuer ausnehmend viele Rehe, aber diese armen Thiere sind jetzt zumeist dem Schnee erlegen oder von den aus allen Gegenden hergewanderten Wildschützen lebend gefangen oder erlegt worden. Bon Hunger und Kälte getrieben, tarnen sie sogar am hellen Tage in die Dörfer, statt daß man denselben irgend e>n Futter verabreicht hätte, wurden sie aber gefangen und geschlachtet. — Der strenge Winter soll auch zwei Menschenleben gefordert haben. Ein junger Bursche aus Krainburg nämlich, als er in der Nacht von Gehsteig nach Krainburg fuhr und, um'sich warm zu erhalten, hinter dem Wagen zu Fuß ging, soll vor Mattigkeit niedergesunken und erfroren sein. Auch ein Müller-bursche aus Birkendorf, der in der Nacht hinausging, um, wie man sagt, den Mühlgang frei zu machen, soll im Schnee stecken geblieben und, trotzdem er um Hilfe rief, erfroren fein, da man ihn nicht gleich im Schrie finden konnte. Literarisches. „Biktoria," ittufirirte Muster- und Modenzeitung. (Bikloria-Berlag in Berlin, Preis 20 Sgr. pro Quartal) lieber diese beftmmmmirte Ziitschrift können auch wir nur ein günstiges Unheil fällen Unsere verehrten Leserinnen können wir Darauf aufmerksam machen, daß sie schwerlich ein gleich praktisches, lehrreiches und unterhaltendes Blatt finden dürften. Allen Anforderungen an Toiletteusrcigen wird im ausgedehnten Maße Genüge geleistet. Und doch erleidet darüber die Mannigfaltigkeit der Muster zu den verschiedensten Handarbeiten nicht den geringsten Eintrag. Heilkraft dieser köstlichen Heiluahrnug bezweifeln und führen wir die folgenden Krankheiten an, die sie ohne Anwendung von Medizin und ohne Kosten heilt: Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut-, Atheni-, Blasen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaulichkeit, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrhoiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Blut-aussteigen, Ohrenbrausen, Uebelfeit und Erbrechen selbst während der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht. — 72.000 Kuren, die aller Medizin widerstanden, worunter ein Zeugniß Sr. Heiligkeit des Papstes, des Hosmarschalls Grafen Plnskow, der Marquise de itiröhan. — Nahrhafter als Fleisch, erspart die lievalescierc bei Erwachsenen und Kindern 50 mal ihren Preis in Arzneien. Zerttf. 9Zr. 73.41() Gasen in Steiermark, Post Pirkfeld, 10. Dez. 1869. Mit Vergnügen und pflichtgemäß bestätige ist die günstige Wirkung der Revalcsciöre. Dieses vortreffliche Mittel hat mich von entsetzlichen Athenibeschwerden, beschwerlichem Husten, Blähhals nnd Magenkränipfen, woran ich lauge gelitten, befreit. Binzenz Staininger, peus. Pfarrer. In Blechbüchsen von */2 Pfd. fl. 1.50, 1 Pfd. fl. 2.50, 2 Pfd. fl. 4.50, 5 Pfd. fl. 10, 12 Pfd. fl. 20, 24 Pfd. fl. 36. — Revalesci&re ChocoJatee in Tabletten für 12 Taffen fl. 1.50, für 24 Taffen fl. 2.50, für 48 Taffen fl. 4.50, in Pulver für 12 Taffen fl. 1.50, 24 Tassen fl. 2.50, 48 Tassen 4.50, für 120 Tassen fl. 10, 288 Taffen fl. 20, 576 Tassen fl. 36. — Zn beziehen durch Barry du Barry & Co. in Wien, Wallfischgasfe 8; in Laibach bei Ed. M a h r, Parfumeur und Anton Krisper; in Pest Török; in Prag I. Fürst; in Preßburg Piszto ry; in Klagensurt P. Birnbacher; in Linz Hafelmayer; in Graz Ob e r ra n z m e y e r, G r a blo w i tz; in Marburg F. Kolletnig; in Lemberg Rottender; in K l a u f e n b u r g K r o n st ä d t e r, und gegen Postnachnahme.____________________________ Wittermlst. Laibach, 5. Jauner. Naßkaltes Wetter anhaltend. Wolkendecke theilweise gelichtet. Temperatur: Morgens 6 Uhr - 4.4", ’Jlachm. 2 Uhr — 2.2' R. (1X70 — 2.8", 13ti9 -)- 4.1“.) Barometer 325.68"', Das gestrige Tagesmittel derTem> peratur — 8 4°, um 1 2” unter dem Normale. Vom morgigen Tage, H. drei Könige, besagt der Bauern-sprnch: Nach drei Königen wachsen die Tage um einen Hahnenschritt. Werden die Tage länger, So wird die Kälte strenger. (.»inncfcnact. Seitdem Seine Heiligkeit der Papst durch den Gebrauch der delikaten Iievalesciere du Barry glücklich wieder hergefteöt und viele Aerzte und Hospitäler die Wirkung derselben anerkannt, wird niemand mehr die Angekommene Fremde. Am 4. Jänner. Stndt Wien. Tränke!, Kaust»., Wien. — Mora, Kfm., Wien. — Hahn, Kaufm., München. — Roßenberg, Kfm., Berlin. — Himberle, Kfm., Feistriz. — Jermami, Besitzer, Katzenstei». — Jellen, Privat, Cilli. Elefant. Loser, Triest. — Kuralt, Semitfch. — Schuster, k. k. Oberlieutenant, Pest. — Graf Lichtenberg, Unter krain. Malerischer II»?. Vitific, Neugradiska. — Tabonre, k k. Beamte, Morcintsch. Verstorbene. Den 4. Jänner. Helena Judesch, Bedienerin, alt 65 Jahre, in der Kapnziuervorstadt Nr. 18 am Schleim ^ schlage. — Rosa Kvrosic, Modistin, all 26 Jahre, im Zivil. spital; Andreas Perdau, gewef. Fleischhauer, alt 33 Jahre, der Lungentuberkulose. — Bartholomäus Sizkar, Spinn fabriksarbeiter, alt 64 Jahre, in der Stadt Nr. 41 an der Lungenlähmung —- Herr Johann Rupert, jnbil. k. k. Saiv desgerichtsämter-Direktor, starb im 71. Lebensjahre in der Kapnziuervorstadt Nr. 37 au der Gehirnlahmung. — Dem Herrn Stefan Juvane, Kondukteur, feilt Kiud Johann, alt 3 Jahre 1 Monat und 10 Tage, in der Kapnziuervorstadt Nr. 63 am Zehrfieber. '_______ Über die aut Gedenktafel 9. Jänner 1871 Lizitationen. stattfindenden 1. Feilb., Jeschenagg'sche Real, Krakau, LG. Laibach. — 1. Fcilb., Zott'sche Real., Rakitna, BG. Oberlaibach. — 3. Feilb., Debelak'sche Real., Gora, BG. Reifniz. — 1 Feilb., Rom'sche Real, Jrlschdorf, BG. Rndolsswerth — 2. Feilb. Schaner'sche Real., Altsag, BG Rndolsswerth. — 2. Feilb., Schner'sche Real., Krainburg, BG. Krainburg. Verlosung. (ÄoINo Rentenschein e.) Bei der am 2. Jänner vorgenommenen 24. Verlosung wurde die Serie 35 gezogen. Aus dieser Serie wurden nachstehende 50 Gewinn-Nummern mit den nebenbezeichnete» Gewinnsten in Kon ventions Mlinze gezogen, nnd zwar siel der Haupttreffer mit 20.000 Gulden auf Nr 2602, der zweite Treffer mit 5000 Gulden auf Nr. 2482 uud der dritte Treffer mit 2000 Gulden a»f Nr. 1202. Ferner gewinnen je 800 Gulden: Nr 1086 und Nr 3098; je 500 Gulden: Nr 1321 und Nr. 1776; je 300 Gulden: Nr. 2192, 2408, 2499 und Nr 3156: je 200 Gulden : Nr. 506, 814, 1003,1685, 3096 nnd Nr. 3151; je 100 Guldeu: Nr. 6 115 339 701 1109 1241 1514 1618 1663 1687 1998 2819 und Nr. 3493. (1854er Lose.) Bei der 33. Verlosung wurden nachstehende 26 Serien gezogen, uud zwar: Nr. 128 197 272 358 445 1007 1120 1275 1278 1281 1355 1528 1735 1893 2107 2340 2570 2758 2762 3110 3136 3137 3317 3326 3394 nnd Nr. 3708. Die Verlosung der in den obigen 26 Serien enthaltenen 1300 Gewinn Nummern wird am 1. April 1871 vorgenoinmeii werden. (D o ii a n - R e g u l i r n n g s - L o f e ) Bei der Verlosung des Donan - Regulirungs - Aulehcns fiel die erste Prämie mit 100.000 fl. aus Nr. 142271; die zweite Prämie mit 25.000 fl. auf Nr. 30695; die dritte Prämie mit 10.000 fl. ans Nr. 39843; die vierte Prämie mit 5000 fl. ans Nr 115167, und endlich die fünfte Prämie mit 1000 fl. ans Nr. 49656. Theater. Heute: Tic Perlenschnur. Schauspiel in 2 Akten Garibaldi. Schwank in 1 Akt. Morgen: (tulcnipirncl. Posse in 4 Akten. Telegramm. Bordeaux, 4. Jänner. (Offiziell.) General Faidherbe meldet: Die Schlacht bei Bapanine dauerte zwölf Stunden. Die Preußen wurden ans allen Positionen und allen Dörfern vertrieben; — sie erlitten enorme Verluste. Unsere Verluste sind ernst. dessen Eltern in Laibach ansässig sind, findet (»gleiche Aufnahme bei (16—1) Albert Trinker. Epileptische Krämpfe (Fallsucht) (16-190) heilt brieflich der Spezialarzt für Epilepsie Doktor O. HIIIEmcIi in Berlin, jetzt: Lonisenstraße 45. — Bereits über Hundert geheilt. I j 67.*) 57.10 05.701 65.80 88.251 89.75 H3 40i WU>0 ! 1( 5.—! 1(5 5" 114.50 114.76 Steiermark zu5pCt. xämten, Kram ü. Küstenland 5 „ lug am . . zu 5 „ ßroat. u. Slav. 5 Siebenbürg. „ 5 „ Aotleü. iratronalbank . . . Union - Bank . . . XrebitcintMt . . . ö. EScompte-Gcs. tfufllc^öfterr. Bank . öefi. Bodencred.-A. . Den Hyvoth.-Ban! . Btcicr. Franko - Austria . . Ferd.-Nordb. . SüdbahnGesellsch. . ikais. Elisabeth-Bahn. Larl-Ludwig-Bahn soiebeitb. Eisenbahn . StaatSbahn. . . . -tatf. Franz-IosefSb.. Zünfl.-Barcser E.-B. MMd-Fium. Bahn . Pfandbriefe. -tation. ö.W. verlock. Ing, Bod.-Creditanst. Allg.öst.Bod.. Credit, dto. m rnckz. . | 92.— : 93.- 86.— 86 50 77.SO 72.20 83.25; 84 — 75 —! 76 25 784.- 736 -228.25 2ü8.7.' 147.--1217.25 885.— |890 Im.— 194 1 —!—| so! |28n.— I 96.75 I 2048* 38 » 80 2)5 25 289 75 jlA6.— 37i».50 188 50 158 50 ! 168 25 97.50 205(1 181.-215.7* 240.25 166 25 380.— 188.75 159- 92.80 89.— 106.25 j 87.» | 90 - Wiener Börse vom 4. Jänner. Staatsfonds, j Äelb : War^ Zperc. Rente, öst.Pap. dto. vto. öst.inSilb. '»sc von 1854 . . . •uje von 1860, qanze von 1860, Fünft, jirännensch. v. 1864 Cefr. H?P»th.-Ban! . Geld I Fiforltiüs-Obllg. ©iibb.»@ef.gu600St. bio. Bons 6 pEt. Nordb. (100 fl. CM.) Sieb.-B.(L»0fl.ü.W.) StaatSbahn Pr. Stück StaatSb. pr. St. 18«7 tRut>oIföb.(300fl.6.SU.) Franz>2o!. (SOflfl.®.) 113 25 233.- 1 92.60! 86 25! 89!ö0 93.60 Lose. «frebit 100ff. 6.20. . D^ii.-Dampfsch.-Vef. z:i 100 fl. CM. . . iticfiet 100 fl. lii'JJi. . dto. 60 fl. ö.W. . Cfencr . 40 fl. ö.W. Lalur . H 40 „ Palfth • „ 40 ‘Starb . * 40 „ St. GenoiS „ 40 -Windisibgrätz 20 -Waldflern . 20 „ kreglevich . 10 „ AubolfSstift. 10 ö.W, 169 501 95.— 115.— 54.— 27.— 37.— 26.— 31.— 28.— 22.— 18.— 14.— 14.— Woob.sel (3 Mon.) ^lugSb. lOOfl.sübd.W. Franks. 100 N. „ „ kondon 10 Pf. Sterl. Parit> 100 KrancS . 103 40 103.80 124 25 Htmx od. Kais. Münz-Ducate^. 80-Francöstück » . BereinSthaler . . , Silber . . . , 5 87 9.961 1.83' 121.75 96.— 125.— 53.— 30.— 39.-27.— 33.— 29.— 24.— 20.— 16.--14 50 103.90 124.40 5.88 9.97 * 1.83 122 35 Telegrafischer Wechselkurs vom 5. Jänner. 5perz. Rente öfterr. Papier 57.35. — 5perz. Rente öfterr. Silber 65.80. — 1860er Slaatsanlehen 94.--. — Bankaktien 734. — Kreditaktien 247.80. - London 124.10. — (Silber 121.75. — K. k. Miinz-Dukaten 5.86'/,,. — Na-poleonsd'or 9.96'/,,. _____ Druck von Igit. v. Äleinmayr & Fed. Bamberg in Laidach. Verleger und für die Redaktion verantwortlich: Ottomar Bamberg.