LmwcherWMtung. Nr. 81. Prnnumerationspiei«: Im Comptoir ganzj. st. 11, hH>^i. lm.»ulr., Äu>. l st., sonst Pr. Zeile i»i. <: li., «m. »Ii.. »m.io lr. il. s. w. Inseitionostempcl iebcvm.Zo ll. 1869. Amtlicher Theil. 3e. k. nud k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Eutschlicßuug vom 31. März d. I. den Privat-doccntcn an der Universität zu Graz Dr. Karl Fries ach zum außerordentlichen Professor für augcwaudtc Mathe-lnatik an derselben Hochschule allerguädigst zn ernennen geruht. _____^^ Hasner in. i>. Der Minister des Innern hat den Vauadjuutteu 3rauz Iankc zum Iugcuicur für den Staatsbaudicust ^u Uiähren ernannt. Der Minister des Innern hat einvernehmlich mit den anderen bcthciligten Ministern ans Grund der erhaltenen Allerhöchsten Ermächtigung den Herren Fidclis Terpinz, Peter Koölcr, Dr. Joseph Koslcr, Johann Kosler, Karl Obrcsa, Johann Vaum-gartncr, Joseph Krisper und Karl Pammcr ^>c Bewilligung zur Gründung einer Actiengcscllschaft ln Wien uutcr dem Namen „Kram-, Kärntcn- und Steiermärkischc Handels-, Montan- und Industricbank" Mheilt. Der Instizministcr hat die bei dem Oberlandcs-lierichtc in Wien erledigte Rathssecretärsstelle dem dornigen Rathssccretäröadjuncten Gustav Schneller verliehen und den Gerichtsadjnnctcn des Wiener Landes-Nerichtes Julius Nichter zum Ralhssecrctärsadjuncten des genannten OberlandcSgerichtcS ernannt. Der erste Präsident des k. l. Obersten Gerichtshofes hat die bei diesem Gerichtshöfe in Erledigung gekommene Rathssccretärsadjunctcnstcllc dem Staatsanwalts-lllbstitutcu in Krakau Adolf Liner th zu verleihen Pfunden. Nichtamtlicher Theil. Zur galtzisch-polnischen Politik. Von der Do nan, 4. April. Nur nicht nachgc-ben, ist die nencstc Parole der galizischcn Polen; fcsthal-ltn um jeden Preis, und wir werden siegen, wie die Deak-Partci in Uugaru gesiegt hat. Allein es ist ein alter Spruch: »1 duo t'clcmut iäom, uon 6«d iäom. '?ür die unbefangene Welt z. B. hebt sich hicbci merk-"ch ein Unterschied von einiger Bedeutung hervor: Un-^ln hielt eine tausendjährige Verfassung fest, während ^alizicn erst Ausftrüche an die Znkunft formulirt. Itebst» o«M berief sich Ungarn auf die Gesetze von 1848; für ^alizicu aber lagcu die Gesetze vou 1848 in Wien, !"cht in Lemberg. Der galizische Landtag selbst, welcher ^"e Nesolntion faßte, untergräbt sciu Ezistenzrecht, ^'"n er die Rcichsverfassung angreift; dcuu die gali-^che Laudcsordnuug, vermöge deren er besteht, ist nicht "Undcr vom Mittelpunkte des Reiches ausgegangen. ^"" dies ein anfechtbarer Ursprung sciu soll, welcher A°dm »leibt alsdann noch dem galizischcn Landtag "''9, um nicht in der Luft zu stehen? H. Wir verlangen nichts, sagt ein galizism-polnisches A"lt, als was die Deutschen bereits besitzen. D,cö "9t denn allerdings ganz unverfänglich, beruht aber bef! ^"cr Spiegelfechterei. Die Deutschen Oesterreichs lich ' "ls solche nirgend ein Porrecht, sondern lcdig-dcn !!^" Antheil au der allen Nationalitäten zustehen-hcit?^lchbcrcchtignng; wo sie örtlich in der Mindcr-aes^'"b' ist diese ihre Gleichberechtigung thcilweisc sogar T, s "' wie z. V. in Tricst, in Krain, im südlichen .,"' iu Böhmen, in Galizicu selbst. Hinter dem !b?.'/s,'^ !^ Konsequenz davou wäre, daß man Gali-l>ättc. > ^ ^"'l^lcdcnc Vcrwaltungsgcbictc zu theilen scheg' /^'" ^lthcnischcs, ein polnisches nnd ein dcut-tendcs l5s ^"^"' °bwohl iu Galizicn ciu sehr bcdcu-"chlic i^'^"' beiläufig cinc halbe Million Köpfe, brauche d.« .' s "^^ l'csoudcrs, weil, von dem Ge-^"c Bcrf.s ^"'"'sclM in ^101^ abgesehen, ihre ftro> wollen >., Sprache die deutsche ist.) Allein dies cbcu ""- gallzlschcn Powl nicht; sie wollen keines- wegs, daß man Galizicu ethnographisch anscinaudcrlcge, sondern sie verlangen, daß man das ganze Kronland als national-polnisch behandle, d. h. daß man der Gleichberechtigung der andern Nationalitäten Galizicus ins Gesicht schlage. Und warnm das? Wcil die derzeitige Mehrheit dcö gallischen Landtags (abweichend von den ethnographischen Vcrhältuißzisfcru des Landes selbst) znfällig cinc polnische ist; wenn sie morgen zu einer rntheuischcn würde, die Polcu würden cinc rutheuisch gefärbte Laud-lagsrcsolutiou als cinc himiilclschrcicndc Rechtsverletzung anklagen. Haben sie auf diese Art mit ihrem jetzigen Anspruch ein Princip für sich? Nciu, sie haudhabcu damit blindlings cin Schwert, dessen Schneide sich eventuell eben so gut gegen sie selber kehrt. Eincs jcucr polnischen Blätter beneidet die Deut-schcu Oesterreichs förmlich um die Zcitcu, die sie nutcr dem System Bachs gehabt; cs würde, sagt es, alle Freiheiten hingeben für einen Alisolutismns, der den Polen verschaffe, was jenes System dcn Dculschcu verschafft habe. Nun, das hcißt aufrichtig gesprochen. Das sich sonst äußerst freisinnig gcbcrdendc Blatt wäre also crklärtcrmaßcn zur Hingebung aller Freiheiten bereit. Für welchen Gewinn? Antwort: für die Macht zur Uu-tcrdrückung anderer! Die Deutschen Oesterreichs unter dem Bach'schcn System dachten nicht so; wenn sie so gedacht uud darnach gehaudclt hätten, dcn galizischcn Polen wäre jetzt schwerlich die Freiheit zur Haud, mit ciucr föderalistischen Resolution öffentlich in das Feld ;u rücken. Die panslauistischcu Nüssen ihrciscits, ja, die geben gleichfalls alle Freiheiten hin für die Macht zur Unterdrückung anderer, und die Polcu in Nußlaud wif-scu davon zu erzählen, in wclchcr Weise dies thatsächlich wirkt. Sollte nun in polnischem Mnudc, sei cs auch i» Galizicn anstatt Rußlands, dicscs nämliche Princip cin gesundes und moralisches sciu? Graf Vcusl, dcr östcrrcichisch-uugarische Reichskanzler, spiach neulich ciuc goldene Rcgcl aus, als er im Hanse der Abgeordneten sagte: „Alan muß uicht alles vcrlaugcu, uud mau muß uicht alles vorenthalten." Die galizische Laudtagsresolutiou übrigens stiinmt damit schlecht übercin: sic nimmt für dic Polen alles in Anspruch, uud was die andern Nationalitäten Galizicns anbelangt, so enthält sie ihnen alles vor. (A. A. Z.) 180. Sitzung >cs Abgeordnetenhauses vom 9. April. Beginn der Sitzung 11'/^ Uhr. Vorsitzender: Präsident Dr. Kai sc r fe'ld. Auf der Ministe»bank -Hcrbst, Vrcstel, Plci, cr, Taaffe und Äcrgcr. Der Finanzmiuistcr lcgt ciucn Gesctzenlwurf übcr die Besteuerung des Wein- uud Mostvcrvrauches i>u Lande Vorarlberg vor. Die Genossenschaft der bildenden Künstler richtet an die Mitglieder des Hauses die Einladung, der Er-osfmmg dcr intcrualionalci, Ausstellnng beizuwohnen. Ans Gvilizicn sind zahlreiche Petilioueu, die Steuerreform bcti'l'ffcnd, eiugel^ngt. Auf dcr Tagesord>ul„g stchcn zn„ächst die eisten Lcslingcn der in lctzlcr Sitznng cingcbrachlcn Itenicriülgsvollagen. Das Gcsctz, bclrcsfcod die Kundmachung von Ge< setzen nnd Vcrordunngcu im Ncichs^csciMatte, wird dcm Vcrfassnngsansschnssc ^ die Rcglcrlingsvorl.ige, betreffend dcn Nacht»agi,ssc — und cndlich d^? Gcsctz übcr dcu Bau dcr Bahn Graz ' St. Gotthart dcm uolkswirthschaftlichcn Abschüsse zugewiesen. l^s folgcu hicranf Bcrichlc des Petitions. Ans-schnsjcs. Die Pclition dcr Assistcnlen der Pharmacie nad Wundärzte iu Wicn uud Biü»u um Gcwählnng cincr nencn Apotheken - Ordnung wird der Regierung z»r Würdigung cmpfohlcu. Abg. Dr. Ban Hans rcfcrirt übcr die Petition dcr Gemeinde Woratsic in Böhmen um Nachsicht dcr Zahluu^ der Slcuer - ^Nücksläudc. Die Petition >vird dcm Finanzmimstcr znr cingchclidcn Wüidigung überwiesen. Ucbcr die Petition dcs Hcrru Waldstciu, Oplikcrs iu Wicn, um cinc Subvention vo» 15),000 fl. znr Er-zcugnng von billigem Ehromglas, wird zur Tagcö-ordunug übergcgaügcn, Dr, Figuly rcfcrirt übcr die Pctitiou des Ludwig Spmowitz, Besitzer dcr Herrschaft Studcnitz, nm Aufhebung des Kirchciipatronats. Abg, Dr. Rech bau er beantragt, die Regierung sei aufzufordern, in gesetzlich verfassungsmäßigem Wege die Aufhebung des KirchcnpattonatS zu veranlassen. Dieser Antrag wird angenommen. Die Petition dcr Wegmcister im Küstcnlande um Aufbesserung dcr Vczü^c wird dcm Ministeriuni zur Amtshandlung nbcrwicseu. Dcr Minister des Innern bemeikt bei tmsec Gelegenheit, daß das Institut dcr Wcgmcister ohnedies geregelt werden wird. (Schluß folgt,) Die galtzische Resolution im Versaffungg-Ausschüsse. Wien, 8. April. Die Berathung des Verfas-sungsansschnsscs in der heute Abcuds stattgehabten Siz« znng begann mit M. d. des Art. 111. dcr gallischen LandtagSrcsolntion, welche lautet: „Die Gesetzgebung übcr die Credit- nnd Versichcrungsanstalteu, Bankcn nnd Sparcasscu, mit Ausschluß dcr Zettclbanlcu, wird dcr galizischcu Landcsgcsetzgcbnng überlassen." Nachdem Rcfcreut Dr. llaiscr, Abgeordneter Dr. Sturm nnd Dr. Dienstl für die Ablehnung gcspro-chcu, und die anwescndcu Äiinister Dr. Gislra und Dr. Vrcstcl bemerkt haben, daß gerade im Hinblick auf dicscu Punkt eine einheitliche Behandlung nothwendig sci, daß jedoch Mängel, allenfalls bezüglich dcr Sta« tutcu eiucr einzelnen Sparcassc oder anderer dergleichen Anstalten im Verwaltungswege beseitigt werden können, nnd kein Ornnd vorhanden sei, deshalb diesen Zweig der Gesetzgebung dcr Compcteuz des RcichsrathcS zu cutzichcn, wird diese liwra abgelehnt. Ebenso ergeht es der lit. o., „die Gesetzgebung übcr das Hmnatsrecht werde dem gallischen Landtage überlassen", betreffend. I.it. IX „Die Feststcllnng der Grundsätze des Unterrichtes bezüglich der Volksschulen, Gymnasien und Universitäten wird der Landcsgcsctzgcbnng zugewiesen." Referent Dr. Kaiser beantragte die Ablehnung dicscs Puuktcs, da das Uutcrrichlswescu namentlich in dcn höheren Lchranstaltcn, nm die Freizügigkeit der Familien nicht zu irritircn, gleichmäßig geordnet werden müsse, und da cö im Rcichsintcrcssc sei, durch Feststellung der Grundsätze des Unterrichts für Erziehung uud Unterricht der Iicrannahcndcn Generation zn sorgen. Abgeordneter Rlttcr v. Grocholski beklagt, daß iu dcu Rcichsgcsctzcn übcr das Untcrrichtswescn nicht blos Grundzügc, sondern auch Details festgesetzt sind, daß den Landtagen nichts übrig bleibt, als die Bestimmungen, wie die Kosten zu vertheilen uud einzubringen sind. Minister Dr. Herbst erklärt, daß namentlich die Universitäten in ganz Mittclcnropa gleichartig orgam-sirt seien, daß das für die geistige Entwicklung Gali-zicns selbst nur förderlich sein könne, wenn dessen Lehranstalten in gleicher Weise organisirt seien. Dcr Antrag dcs Subcomit6s anf Ablehnung wird angenommen, Lit. N lautet: „Die Strafjustiz und Polizcislraf-, sowie Civilgcsctzqcbung nnd die Gesetzgebung üdcr das Bergrecht werden dcr Landcsgcsctzqcbung überwiesen." Referent Dr. ska is er beantragt dic Ablehnung nnd bemerkt, daß die Einheit dcr Strafjustiz- nnd Ci-vilgcsctzgcbnng nnd dcr Gcsctzgcbuug über das Bergrecht eine so nothwendige uud wohlthätige Institution sei, daß es in dicscr Versammlung als überflüssig erscheinen dürfte, für die Einheit der Gcsctzgcbuug in dicscr Beziehung das Wort zu ergreifen. Das Interesse Ga-UzicnS selbst, die volkswirthschaftlichc Entwicklung t»es< selben hänge wesentlich von der Einheit cincr solchen Gesetzgebung ab. Doch sci daS Snlxomit^ der Anschauung gewesen, daß in Ansehung dcr PoMci-Straf-gcsctzgcbuug in der Hinsicht dcn Eigenthümlichkeiten Ga-lizicus Rechnung getragen wcrdcu könne, daß bei der Enlwcrfung eines küuftigcu Polizei - Strafgesetzes eben auf diese Eigcuthümlichkcitcu dadurch Rücksicht genommen werde, daß gewisse Bestimmungen in demselben dcr LandcsgcsclMbnng nl.erlasscn werden. Mimsicr Dr. Herbst sctzt dic großcn Vortheile auseinander, welche durch dic Eiuhcit dcr Gesetzgebung hervorgerufen werden, und weist hin auf dcn großcu Zug dcr Zeit, wornach durch die Gemeinsamkeit dcr volks-wirthschaftlichcn Enlwicklnng auch cine Gemeinsamkeit der Gcsetzgcbuug sclbst zwischen fremden Staaten angestrebt werde. Abg. Schindler spricht iu demselben Sinne. Punkt lit. l lautet: „Die Gesetzgcbuug über die Grund- 586 sätze der Organisirung der galizischcn Verwaltungsbehörden wird der galizischcil Landesgesctzgcbnug überlassen." Referent Dr. Kaiser beantragt auch hier die Ablehnung namens des Snbcomitic Dcak-Parlri. Pest, 7. April. Naplo desavouirt die falschen 9u!crvrclalio!,cu, welche einige OppositionSblätlcr dcu Worten der Majolitätö-Orc,auc angcdcihcn lassen, daß die Deal - Partei und die Regierung fortan energischer auftreten werden. Die Orgauc der Dcak - Partei vcr-stchcn nntcr „Energie" blos soviel, daß die Regierung dort, wo dies lwlhwcudia, ihre ganze Macht aufwende, welche das Gesetz ihr einräumt, nnd daß die Dcak-Partei ebenfalls vollständig die Macht entfalte, welche die Nation ihr bei den Wahlen übertrug. Wenn die Regierung bisher nicht ihre ganze gesetzliche Macht angewendet bchnfs Aufrcchlhaltuua. der Ordnung, so war die Ursache ocwou erstlich, daß sie keine MärN^er schassen wollte für jene Opposition, die mit diesem Ti-tcl gleich bei der Hand ist; zweitens, weil sie keine Vollzugsorgane, sondern auitischc Eomitalc halte, die aus purer Opposition gegen die Rcgicrnug sogar gegcu daö Räubcrwcseu schouuugsuoll auftreten, Sobald aber die Eomitatc orgauisitt sein werden, wird cs dcr Re° gicrung uicht länger au Vollzugsorganen fehlen, nnd sie wird sonach in dcr Lage sein, ihre Bcruföpflichtcu gc-uau zu erfüllen. Was die Dcak-Partei anbelangt, so wcrde sie im uächstcu Reichstage allerdings ihre ganze Macht aufbieten, um alle Angriffe auf die staatsrccht> lichc Basis zurückzuweisen; in dieser Hinsicht wcrdc die Dcak - Partei keinerlei Schonung üben. Das sei die Energie, die die Rcgicrmig und die Deak - Partei entfalten werden, gleichzeitig werde aber die Dcak-Partei mit aller Entschiedenheit das Gebict innerer Reformen betreten. Die achtuuduierziger Gesetze habcu in dieser Hinsicht die Arbeit begonnen, und die Dcak - Partei müsse sie jetzt fortsetze» uud zu Ende fuhren. Der „Volos" übcr dic Lage EuroM. Petersburg, 2. April. Der officiösc Peters--burger „Golo^" briugt heute cincn Leitartikel über dic allgemeine politische Lage EnropaS, dcr durch dcn cigc»-thümlich frostigen Tou gegen Preußen auffällt. Der „GoloS" schreibt: In Europa beginnt mau erst jetzt dic imgchcurc Bedeutung der Schlacht uon Saduwa zu begreifen. Eist jetzt crkcnucu dic Freunde Preußens wie seine Feinde, ratz bei Sadowa nicht unr ein Staat ülier dcu andern, souderu ciu Piiucip über ciu Princip siegte. Leider vermag dies siegreiche Princip uus wc»>g Sympathie einzuflößen, denn cS besteht iu dem alten Grmid« satzc: „Dcr Zwcck heiligt die Mittel." DaS Ziel Prcußcus ist — die Eiuiguug Deutschlands, Mittel — alles, was zur Erreichuug des Ziels verhelfen kauu. Die Anstrcuguug Preußens war vom Erfolg gekrönt; abcr uugcachtet des Zaubers, dcr jedem großcu Erfolge iuucwohut, ricf dcr Sieg Prcußeuü nicht ciumal in Prcnßcu selbst nnen uubcdiugtcu EuthusiaSlNus hc,vor. Dic Armce allein überließ sich ciucm schraukeuloscu Iu< bcl, was im Gruudc »atürlich ist; bei den übrigen Preußen war die Freude mehr oder wcuic,cr von Be> sorguisscu netrüdt. Selbst dcu Feudalen floßt die Verwandlung dcs preußischen Königreichs iu ciu deutsches Kaiserthum, wozn dcr Noiddelitsche Bu»d lnir ciu llebcrgaugsstadinul bildet, Besorgnisse ciu — lvcgcu dcr Erhaltung ihrcr Privilegien. Dic National - Prcußcn, die sich scldst für ciu miserwähltcs Volt uud für das Sal; dcr dculschcu Elde ausehcu, feheu schou iuit Schrecke» dic Zeit hcrauuahcü, wo sie uich! mchr, dcu Kopf stolz aufwcrfcud, sagen können: „Ich bin ein Preußc", sondern sich sogar mit dcn Mecklenburgern, Darmstädtcrn, Sachsen nud anderen Deulschen ver° schmelzen sollen, dic nach ihrcr Mciuuug Menschen nie» dercr Art sind. Auch die Verbündeten Preußens sind mit der Ver-ändcrnng ihres Loses nicht sehr zufrieden, welche ihucn nnr Deficitc, erhöhte Stcueru uud eine fast unerträgliche Militärlast brachte. Bei dcn anßcrdcntschcu Staaten ist von Frcndc über dcn Sicg PrcußcnS natürlich tcinc Rede. Selbst Rußland kann die Gefahr nicht ucrkcnncu, welche ihm dnrch eine übermäßige Erstar-knng Preußens droht, znmal da Preußen seit jeher in dcr Wahl seiucr Mittel nicht wählerisch ist. Man kennt eben auch bei unS das Lied von dem „deutschen Vaterland, das so weit reicht als die deutsche Zuugc kliugt", uud dicsc kliugt mit jcdem Jahre lauter und lauter auch iu unseren baltischen Provinzen, obwol deren Stammbcvöllerung keine deutsche ist. Wohl zügclt jetzt Prcußcu dcn „Drang der Dcutschcu nach Ostcu," abcr wcr bürgt dafür, daß cs dies auch dauu noch thuu wcrdc, wcun die jetzt ihm drohc>,dcu Gefahren vorüber siud. Die Prcußcu vcrweigcru jetzt schon dic Erncueruug der Eartcll-Eonucntion uud schieben auf uus die Schuld au dcu Leiden dcr Bevölkerung Ostpreußens durch die Huugcrsnoth. Sie suchen auf alle Weife die Ausführuug der Eisenbahn nach Lübau zu hiudcru, iu welcher sie ciuc Rwaliu Königsbergs crkeuucu, welches letztere gegenwärtig auf Kosteu dcr russischen Häfcu im baltische» Hicerc sich bereichert. Alles das kauu auch friedlich beigelegt werden, aber nnr dann, wenn Prcnßcn nicht stark genug ist, um Rußlaud ms Schlepptau zu nchmen; uud wer kann beizeiten dcr Preußischen Macht Grenzen anweisen, da mit Recht zu besorgen ist. daß Prcußcu sich nicht einmal dann, wenn man cs sich selbst überläßt, in den Grenzen der Klugheit zu halten vermag. Spornt nicht jcdcr seit I860 crungcnc neue Erfolg Preußen an, uach ucucu zu strcbeu? Verstärkt n'chl jede ncuc Eroberung scincu Durst uach weiteren Erwerbungen? Doch hat Rußland uoch am wenigsten von dcr künftigen Macht-cntfallllug Prcnßcns zn furchten. Nicht so die anderen Staaten. Das auS Deutschland verdrängte Ocstcrrci ch hängt jetzt sozusagen zwischen Himmel uud Erde. (?) Frankreich löuutc eigentlich noch am ehesten mit den seit 1866 iu Deutschland eingetretenen Acndc-ruugcu sich versöhnen, wenn cs sich mit dcr durch dcn Sicg der Prcnßcu bei Sadowa geschaffenen Stellung begnügen wollte. Die Franzosen siud nicht ein Volk, das ohne Kampf feine früheren Prärogative aufgibt, dic cs schon für sein Rccht hält. Anch ist scine gegenwärtige Lage uicht sicher angesichts dcs Thatendurstes, dcr gegenwärtig die preußische Rcgicrnng beseelt, welche sich hartnäckig weigert, Frankreich irgend cinc Garantie dafür zu bieten, daß es fcrucrhiu die VcstimmungtN dcS unter Frankreichs Intervention geschlossenen Präger Friedens uicht vcrlctzcu werde. Die gcgcuscitigcn Forderungen Preußens und Frankreichs scheinen jetzt äußerlich beigelegt zu sein, aber in Prcußcu wie in Frank' rcich glanbt nicmand an die Dancr dcs «Wtu8 (jno, sondern jedcrmauu ist vou dcr Nothwendigkeit überzeugt, dcu bcstäudigcu Gcfährduugeu dcs Fricdcus und dcn übermäßigcu Rüstuugcu eiu Ende zu machen, welche die Kräfte dcr Völker anfrcibcn. Bis jetzt haben die beiden Staaten sich nicht im Kampfe gemessen, weil jede sich dcn Erfolg sichern wollte. Frankreich, während cs im Inucru mit fieberhafter Eile rüstete, snchtc zugleich nach anßeu Verbündete. Prcußcn vereinigte die erworbenen Länder mit sich nnd sncht ebenfalls durch Verträge uach außen sich zu sichern. Anfangs waren alle Ehancen anf seiner Seite, die künftige Großmacht Italien schien cs durch die Eroberung Vcnczicns für dasselbe für immer gcwouueu zu haben; mit Nußlaud staud es, wcuu anch nicht im Vnndc, so doch in so freundlichen Beziehungen, daß cs anf dessen Hilfe oder wenigstens auf dcsfcn Neutralität zählen konnte. Vou dem niedergeworfenen Oesterreich war nichts zu fürchten nnd Translcithanicn erschien Preußen sogar als BuudcS-gcnossc (?). Die ohnmächtigen Versuche dcr wclfischcu Partei in Hannover uud dcr Particularisten in Frankfurt wurdcu mit leichter Mühc erdrückt uud dic süd-deutschcu Staatcu, bestürzt über den unerwarteten Erfolg Preußens, wnrden lieber dessen Vasallen als Verbündete dcs zerfallenen Oesterreich oder der ehrgeizigen Franzosen. Inzwischen ist ciu großer Umschwuug eiugctrctcu. Frankreich, man mnß ihm Gerechtigkeit widerfahren lassen, machte jede mögliche Anstrengung, die verhäng" nißvollcn Folgen scincr beobachtenden Neutralität im Jahre 1866 wieder gut zu machen. Es setzte alle cr-laudtcu uud uucrlaubtcu Mittel iu Bewegung, um dcn Einfluß Prcußcus über seine Grenzen hinaus zu erschüttern. Die Vcröffeutlichuug dcr berühmten Usedmn'-schcu Depesche uud andere Fehler dieser Diplomaten kühlten die warme Freundschaft zwischen Floren; nnd Berlin bedeutend ab. Oesterreichs Einschüchterung hat jctzt schon bcdcntcnd an Kraft verloren, uud das Wiener Eabinct beginnt sich schon Frankreich nnd Italien ;u nähern. Frankreich will Italien Mcntana nnd die Besetzung Roms vergessen machen durch das Versprechen reicher Gunst für dic Zukunft, nnd anch mit Oesterreich steht cö iu dcu bcstcn Beziehungen, so daß dic Gerüchte von dcr französich-italienisch-östcrrcichischcn Tripcl - Allianz immer mehr Wahrscheinlichkeit (?) gewinnen. Die Stellung Preußcus zu Rußland ist gegenwärtig noch cinc freundschaftliche; aber das mchr als befremdende Bcuchmcn dcs preußischen Bevollmächtigten bci dcr Eonfercnz, der offen die Partei der Wcstiuächte uud der Türkei uahm, konnte ebensowenig einen güustigcu Eiudruck in Pctcrsbnrg machen, alS die prcußischcu Iutrigucu iu deu baltischcu Provinzen. So wird also iu diesem Frühjahre Frankreich ucr< hältnißmäßig stärker dastehen, als vor einem Jahre. Nach einem günstigen AuSgcmg dcr Wahlen in Frankreich, woran kaum zn zweifeln ist, hat Napoleon völlis! freie Hand. Der Krieg mit Preußen ist in Frankreich populär und dies ist eine Gefc.hr für dcu Fricdcu, die mit jcdcm Tage wächst. Oesterreich. Mio», 8. April. (Zur galizischeu Frage) wird dcr „Tr. Ztg." geschrieben: Ich habe schou mehrfach Veranlassung gehabt dcn Mittheilungen cutgcgcn-zutreten, welche tiefgreifende Spaltnngcu zwischen dent Reichskanzler nud dem diesseitigen Ministerium in V^ zug auf die Lösung dcr polnischen Frage signalisirtc>' nnd namentlich dcn Reichskanzler anf die weitgehendsten autouomcn Zugeständnisse au Galizicn dringen licßcü' Ich glanbe heute auf das bestimmteste behaupten ä" dürfcu, daß die RcichSrcgicruug wo möglich noch c^ schicdcncr als die diesseitige Rcgieruug alle Concessionen ablehnt, wclchc durch die Sanctiouiruug cincr ganz n^ tionalcn Secession — national in ihren Beweggründen uud iu ihren Zielen — zugleich ciuc Schwächung l^ch Innen und eine Bcdrohuug uach Außen darstellen wiw dcu, daß abcr dic Reichörcgicruug im übrigen cu>S-schließlich dcn zuständigen diesseitigen Gewalten übel' läßt, daS Maß dcr Selbständigkeit zu bestimmen, '""" chcs dicsclbcn dem galizischcn oder irgend einem andcrc" Thcilc dcs Rcichcs cinznräumcu für rüthlich oder f>" möglich erachten möchtcu. - 10. April. (Parlamentarisches.— Pel' soualsachc n.) Es vcrlanlct, dic Delegationen lvcl dcu im Inni zusammculrcteu uud der Schluß " Rcichsrathcs erfolge iu dcr ersten Woche dcö M"' 587 Die von verschiedenen Blättern gebrachten Angaben über den Inhalt dcr Thronrede sind cchindcn. Die Ableh' nung der polnischen Resolution steht in Aussicht. Das Verbleiben der Polen (iiu Rcichsrathc) ist sehr wohr-schcinlich. Erzherzog Lndwig Victor ist ohnc Mission nach Nom gereist. General Sonnaz ist angekommen. Wicn, 8. April. (Znr Secundiz.) Das..Paterland" schreibt: Von wohlunterrichteter Seite hörl wan, daß Sonntag den 11. April znr Feier dcr Sccnn-biz des heil. Vaters nach Analogie anderer Bänder, wie Frankreich, Italien, Spanien :c., unter andcrm eine kigenthümlichc Demonstration stattfinden wird, darin bestehend , daß sowohl Damen wie Herren ihre Karten im Nuntiatnrgcbändc abgeben. Vlunitz. 6. April. (Keine slavischen Pa-l'a llel cla ssc n.) Inder gestrigen Sitzung den Stadtverordneten - ^olleginms brachte Herr Dr. Mandclbliih eine Zuschrift der t. k. mährischen Statthaltcrci zur Verlesung, welche die Erledigung dcr von Herrn Scholz an-8crcgtcn Petition in dcr Angelegenheit dcr Olmützcr k.k. Obcr-Ncalschulc enthält. Die Zuschrift, welche vom Stadtverordneten-Kollegium mit Bravorufen anfgenom-Wen wnrde, lautet: „Das hohe Ministerium für Cultus uud Unterricht hat unterlaß vom 0. Jänner 180!», Z. 6320, auf das Gesuch dcr slavischen Gemeindevor^ stcher des Olmützcr Bezirkes um die Errichtung slavischer Parallclclasscn an dcr Obcrrcalschnlc in Olmütz lucht cinzngchcn bcfnnden; hicvon wird dcr Gemcindc-^ath zur Wissenschaft mit dem Beifügen verständigt, baß dnrch diese ablehnende Erledigung anch theilwcise bcn Wünschen des Stadtvcrordnctcu-Eollcgiums, wclchc bassclbc znr Wahrnng des deulfchcn Charakters der Ol-Wiitzcr Ober-Rcalschnlc in dcr Petition vom 5. October 1808 niedergelegt hat, Rechnnng getragen worden sei. WaS den in dieser Petition ansgcsprochcncn Wunsch betrifft, daß dcr Ncalnntcrricht für Deutsche lind für Slaven an abgesonderten Lehranstalten ertheilt werde, so wird dicsfalls anf Grund des obgcdachten hohen Mini-sterial-Erlasses bemerkt, daß rücksichtlich dcr Errichtuug kiner zweiten Ncalschnlc mit slavischer Unterrichtssprache ^edcr nach den Bestimmungen, wclchc schon bei Einführung des Rcalnntcrrichlcs in Oesterreich principiell maß-ljcbcnd gewesen sind, uoch weniger aber uach dem Grundgesetze vom 21. December 1807 über die Ncichsvcrtrc-tttug, § 12, die Dotirung einer solchen aus Staatsfonds in Anssicht gestellt werden kann, daher eine ncnc Real-schule mit slavischer Unterrichtssprache nnr dann geschaffen werden könnte, wenn dlc Commune einer dcr bedeutenderen Städte Mährcnö mit entschieden slavischer Bc-dölternng entweder gänzlich anS eigenen Mitteln odcr zunächst durch Beihilfe dcs Landes zur Errichtung einer Elchen Untcrrichtsanstalt sich herbeilassen würde. Den zweiten Pnntt dcr Petition, nämlich den Wunsch bc äffend, daß die Olmützcr Obcrrealschule für die Ver-^nltnissc der Lehranstalt durchaus geeignete Lehrkräfte Ehalte, wird auf Grnnd dcs obigen hohen Erlafscs bc-^utt, daß diesem Wnnfchc nach Thnnlichteit entsprochen werden wird. Brunn, am ^0. März 180l». Dcr k. k. Statthalter: Poche m. i)." Unsland. Rom, 8. April. (Zur Secundiz.) Der Außerordentliche baivischc Gesandte Glas Arco ist hier ^'getroffen. Man vcrsichcit, der König von Prenßen l)abe den Herzog von Natibor hichcr entsendet, um den ^ftst anläßlich seiner Sccnndizfcicr zu beglückwünsche», ^^'steln h.u sich Viarquis dc Banucvillc nach dem Va-uc^n begeben, nm dem Papste die Glückwünsche dcr ^lsn'lichcn Familie zn üderdriu^cn. Dcr Papst ant-wllllclc gcrühtt, daß cr es wohl gcwnßl habe, daß der "">scr sich lici dicscr Gelegenheit uon keinem anderen ^onvcrain weide znuolkonnncn lassen. Dcr Papst er-/'"bigte sich sodann nach dem Befinden des Kaisers. ^ Kaiserin und dcs kaiserlichen Prinzen nnd sc^ncte "csclbcn in liebevoller Weist. s,. Paris, 9. April. (Dcr Senat) votirtc cin-'FuuUg des Contingent von 100.000Ma>m. Maischall ,/^ bestätigte in seiner Ncde dic friedlichen Vcihält-,,! ^ liezcichncte es aber als nothwendig, daß Frankreich "drisch stark jci. ^„^evautc'post. Trieft, v. April. Dcr Lloyd-^'^r ..Orcstc" brachte unö heute Vormittags dic Lc-t. "!p°st mit Nachrichten bis zum 3. d. M. Dcr Sul-iil s)" ^'U'rcz Pascha mit reichen Geschenken für den d,^" Sohn dcs Vicclönigs, Vichcmct Tcvftk Pascha, is. '"tt cincr Tochter dcS verstorbenen Sultans verlobt k n.n.^' Nlerandricn geschickt. Server Effcndi. der bc< si """'"I mit ciner anf dcn Suczkanal bezüglichen Mi,-. nach i>,^y^^, ^lM worden war, ist nach Con-G ck"?" znrückgckchrt. Dcr Vicclönig soll 'hm cm scha ?k von 5000 Pfd. St. gemacht habcn. Atif Pa-ist n.^'«'^ Gcncralgonvcrncur dcs Donan - Vilacts, Ii, '°") 9u>sischnk abgegangen. — Dic kretischen Hänpt->°llcil 's- '" ^onstantinopcl gefangen gchallcu werden, dc>, c ^ sü^fzehnjährigcr Zwangsarbeit vcrnrlhcilt wor-dic ^ , .^'^ würde mit dcr allgemeinen Amnestie, grelle», m/^" Monaten in Kreta verkündet wurde, in ^', der s s"'^^^^ suchen. - Dcr Palast Salih-Va-^nkcl ^>> !"'"' ^°" Ilhami Pascha, dem unglücklichen scha bcw,?"/'^ ^^'"' ""t> dann von Mchemct Ali Pa-"int wurde, ist zum Empfange dcs Prinzen nnd dcr Prinzessin von Wales mit feenhafter Pracht, die selbst Dolma Vaktsche in Schatten stellt, ausgestaltet worden. Gagesnmigkeiten. — Se. Majestät der Kaiser treffen heute, Montag, von Ofen in Wicn ein. Damit wird für die Herren General dc Sonnaz, Graf Martini - Cigala uud Varou de Ricmzi die Nothwendigkeit, sich zur Erfüllung ihrer Misstou uach Ofen zu begeben, entfallen. — Die hocherfreuliche Besserung in: Befinden Ihrer Majestät der Kaisenn Ka roliua'An ^u sta hält au. Seit 9. d. hat das Fieber bedeutend abgenommen uud ist ohne Verschlimmerung am Abend verlaufen. Der Husten ist leichter uud locker, — Ihre Excclleuzeu die Herreu Miuister Graf V eust und Graf Taaffe sind am 8. d. Abcudö vou Ofcu uach Wien zurückgekehrt. — Das hohe k. t. Ackerbcmmiuistcnum bewilligte aus der Subvention zur Hebung der Eeidcuzucht für 18tt9 dem kärutifchcu alten Seideubau-Vereine eiuen Veitrag vou 200 fl. uud dem neucu kärutischen Scideucultur-Ver-ciuc ciueu Beitrag von 100 fl. ö. W. — (L ocomot iv - E iseubaHu.) Dcr Herr Hau-delsmiuister hat dcm Dr. Oscar Poukratz iu Wicn, iu Verbiuduug mit dcm Guido Ponkratz, Victor Frcihcrru vou Erlaugcr und Karl Frauz, die augcfnchte Bewilligung zur Voruahme tcchuischcr Vorarbeiteu für eine ^ocouwtw-Eiseu-bahn vou Graz über Premstättcu, Ttaiuz uud Vibiöwald uach Wuchern zuin Anschlüsse au die kärntcucr ^iuic dcr k. k. privilcgirtcu Südbahu (Gesellschaft, dezichllugsweise uach Unlcr-Drauburg zum Anfchlnffe au dic projectirte Eisenbahn vou Uuter-Dmuburg uach Cilli, im Sinuc des Eiscu-bahu-Coucessious-Gesctzcs vom 14. September 1854 aus die Dauer Eiues Jahres ertheilt. — (Aus Aulaß derNadetzky-Katastrophe) hat bekauutlich Oberst Crcalock Hope, Atilitäratlach«' bei der englischen Gesaudtschaft iu Wicu, eine Sammlung uuter seinen ^audslcutcu eiugcleitet uud hat als Resultat derselben die Summe vou 2954 fl. 90 kr. der Marinescction des Neichökricgömiuisteriums übergeben. — (Uu glück im Glück.) Der Sccretär der Ilorculiuer Mnuicipalilät, Herr Bradimarte Saletti, eiu leidcuschaftlicher ,^ottospieler, besetzte seit läugerer Zeit vier ')cummcrn uud gab vor wenigen Tagen seiucm Kauzlei-dicucr 20 Fr. mit dcm Auftrage, dieselben Nummeru ncncrdiugs zu besetzen. Wer beschreibt seiu Eutzückeu, als cr am uächstcu Ntorgeu bie vicr Äilnuiucru am ^ottobnreau praugcu sah? Er hatte 1,200.000 !^ire gewonnen, da bei einer Qnaternc der Einsatz scchszigtansendfach zurückbezahlt wird. Er eilte uach Hause, um seiner Familie sein Glück milznlheileu, und lehrte danu iu sein Vnrcan zurück, wo ihm der Konzleidieuer bleich uud au allcu Gliedern zit--ternd eutgegenlaul. „Schnell, nur schnell meinen Riscon-tozeitel," rief der glückliche Mann dem Dieuer zu. „Herr," cutgcguctc dieser, „fchickcu Sie mich auf die Galecreu, las-scu Eie uiich guillotiuiren, aber ich habe vergessen iu die Lotterie zu setzcu." tzcrr Salctli hat sich endlich iu das Unvermeidliche zu füge» gewußt. — (Die schönste Camel ie.) Im Acclimatisa-tiousgarleu zu Paris befiudct sich derzeit die schönste Ca-uiclie vou Fraukreich im großeu Gcwächshause. Sie steht in voller Vlüthe ulld trägt 3700 volle Älumcu oder Kuospcu. — (Die Gold- uud S il b erg e w iuuuug iu Ausstra licu uud Ca lifornieu.) Seit dcr Eutdccknug dieser Metalle iu deu beuauuteu Zaudern wur-dcu gcwouucu: iu Victoria (Australien) seit 17 Iahreu (bis Ende 1867) 33,910.952 Uuzcn Gold, im Werth vou 1,356,438.080 fl., in Califoruicu seit 18 Jahren (bis Ende 1866) 36,944.^90 Unzeu Gold, im Werth vou 1,393,316.662 fl. Deu größten Goldcrtrag gab Victoria im Jahre 1856 ; iu Califoruieu culmiuirte das Golderträgniß 1853, nud es fauk die Ausfuhr vou Edel-mctallcn bis znul Jahr 1861, wo sich durch die Eittdeckuu^ des Silbers von Nevada nud des Goldes vou Idaho die Ausfuhr wieder hob. Das Golderträguiß des Jahres 1868 wird auf 54 Mill. Guldcu geschätzt; die Nevada-Silber-mincu ergaben im Jahre 1866 cineu Urutto-Ertrag vou 33 Vcill. Gnldcn, nud hattcu somit seit 1659, wo sie eutdcckt wurdcu, 141,450.000 fl. eingebracht. Laibach, 11. April. Die Notiz, wclchc das hicfige ..Tagblatt" Nr. 73 über d,c Bildung des Landcsschnlrathcs für Krain gc-bracht hat uud scitdcm in ansführlichcr Weise anch in Wicncr Blättern besprochen wurde, habcn wir bishcr mtt Stilli'chwcigcu übcrgauaen, weil wir dcr Ansicht waren, daß sich ihre Berichtigung für jedermann theils dnrch dlc Einsicht dcr allgemein knndgcmachtcu Gesctzc, theils durch unmittelbar solgeudc Thatsachcu von selbst ergebe. Nachdem aber dennoch dcr Wnnsch nach Anf-tlärnng dcr Sache laut geworden ist, so sind wir gerne vcrcit, dicsc ans verläßlicher Quelle zn licfcrn. Die Znsammcnsctznng und Einrichtung dcs Laudcs-schulrathcs ist uach dem Gcsctzc vom 25. Mai v.J. dcr ^andcsgcsehgcbnng vorbehalten. Nachdem für Kraiu ein ^andcsgcsctz nbcr die Schnlanfsicht uoch nicht zu Stande gekommen ist, und der Gesetzentwurf dcS lctzteu ^aud-tages dic a. h. Sauctiou uicht erlangt hat, wnrde vom Herrn Minister für Cnllns und Unterricht, um dic dcm Staate gesetzlich zustehende oberste ^citnng und Anssicht über die Volksschulen im Lande zur praktischen Geltung ;u bringen, dcr ^andcschcf ermächtiget, zur bcratheudm Thciluahme an dcn wichtigen Angelegenheiten der Volks-schnlc Mitglieder des LandcsanSschnsscs, Geistliche aus dcn im ^ande bestehenden Confessioncn und Fachmänner im Lchrwcsen zu bcrufcu. Der Hcrr^andcspräsident hnt znfolge dicscr Ermächtigung die entsprechenden Einladungen au das sürstbischöflichc Eonsistorinm uud au den ^andcsansschnß gerichtet und sich von erprobten Fachmännern nnd anderen im Schulwesen erfahrenen Männern, so wie anch von dein Pfarrer dcr evangelischen Gemeinde des Beirathcö versichert. Das fürstbischöflichc Cousistorinm ist dcr Einladung dnrch Abordnung zwcicr Vcrtrctcr aus sciuer Mitte bereitwillig cntgegcngckommcu, dcr Landcs-ansschnß hat dieselbe mit Bczichnng anf dic letzten ^and-tagsbcfchlüffc ablehnen zu sollcu erachtet. Es hat auch eine Acrathnng dcr dazu Berufenen über die künftige Ortsfchnlanfsicht bereits stattgefunden, wobei !) Mitglieder anwcfcnd waren. Die Ernennungen für dcn öandcsschnlrath, mit Ausnahme dcr Mitglieder dcs Landcsansschnsscs, sind übrigens nach dcr Regierungsvorlage über Schulanfsicht Sr. Ätajcstät dcin Kaiser vorbchaltcu. Dagcgcn wird, wie wir hören, demnächst die Erneunnng pronisorischcr Bc-zirksschnlinspcctorcn, znr Untcrstütznug dcr Bczirksbchör-dcn in dcn didactisch-pädagogischen Schnlsachcn, vor sich gehen. Zur Durchführung >rr Schulausstchls» Vcrort>uung. ?iachdem dcr uoiu trainischen Laudtagc in der letzten Session in wichtigen ftrincipicllcn Pnnkten ab-geandette Gcsctzcntmnrf nbcr die Schnlanfsicht nicht die a. h. Sanction erlangte nnd cs daher nolhwcndig war, bis znm Znstandlkommen eines dicsfälligcn öandcsgc-sctzcs provisorische Vorsorge für dic Ausführung des Schulgcschcg vom 25). Mai 1868 zu ttcffcn, hat bekanntlich das Ministerium dcs Cultus und Unterrichts mit dcr Verordnung vom 10, Fcbrnar d. I. provisorische Anordnungen nbcr die Schnlanssicht getroffen, in wclchen hinsichtlich der Bczirksschulanfsicht lind Anf-slcllnn^ dcr Bczirlsinspcctorcn nähere Bcsliinmnngcu enthalten sind. In dieser Pcrordnnna ist die Fraac dcr Orts-fchulanfficht offen gclasscn, uud um dicsc Lücke aufzufüllen nno die bcznalichcu Anträge au das Miuistcrinm stillcu zu können, bciicf dcr Hcrr Landlspiäsidcut Conrad u. Eybesfcld für dcn letzt vc>flossencn Samstag dieHcrren: DomdcckantPo g ätsch cr, Doiu» hcrr und Schnlobcranfscher Savaschnig, Schnlrath Iarz, ^tornialschnldircetor Legat, Gymlwsialdircctor Smolcj, L^ndcsanöschnß Dcschmaun und dic bei-dcu Ha,!ptsch»llcl)rcr Praftrotnik und Eppich, ;n ciner Berathnnq, welcher auch, um dcr Öffentlichkeit ihr Nccht zu wahrcn, cin Vcttlelcr d^r Prcsfc bcigc-zogen wuldc. Der Hcrr Landcspräsidcnt eröffnete die Sitznna, indcm er die Anwesenden t'c^rüßte und hervorhob, daß die Ntgicrnn^, bei dcn a»i6 Anlaß obigen Gesetzes zu trchcüdcn Verfü^nngcn anf dcn Bcirath erstihrencr Fachmänner cin besonderes Gewicht lcae. Sohin übergiug dcr Hcrr Laudesfträsidcut zum Gcgcustandc dcr Berathung. Die iu dcr lctztcu Land-tagsscssion eingebrachte Regierungsvorlage über die Schnlanfsicht habe sich in dcr von dcin Landtage principiell nicht unbedeutend geänderten Gestalt (Aufnahme sämmt-lichcr selbständigen Seelsorger oder Stellvertreter und der Katecheten als solcher in dcn Ortsschnlrath) zur a. h. Sauction nicht gceignct, da dic Ncgicrnng von dcr Ansicht ausgiug, Grundsätze, die in den Staats-grnndgcsctzcn ihrcn uuzwcidculiqeu Ansdrnck gefunden, uiüßtcn auch in allcn ihrcn Eonseqncnzen festgehalten werden. Dicsc Anschannng müssc auch dcr bcvorstchcn-dcn Bcrathnng als Leitfaden dienen. Das Nccht dcr Ncgicruug znr obcrstcu Leitung dcr Schule flicßc schon ans tz 1 dcs Gcsctzcs voin 2ö. Mai 1808 und führe zu nolhwcudigcn Eonscqncnzcn. Vorliegenden Falls handle cs sich nm das dritte Glicd in der Kette dcr Schul-räthc, dcn O rtss ch nlrath, wclchcr so normirt wcrdcn müssc, daß cr sich au die provisorischen Bcstimnumgcn vom 10, Febr. d. I. passend anschließe. Bei der Znsammcnsctznng des Ort sschulraths müsse vor allem festgehalten wcrdcn, daß dieselbe im Nahmen dcr Vcrfassnng erfolge nnd das; die Orlsschut-anfsicht znuächst. abgesehen von» Religionsunterrichte, Sache dcr Gcmciude sci. In der sohin auf Grund vcrstchcndcr Audcu-tungcn cröfsnctcn Vcrhandlnng wurden folgcnoc Beschlüsse gefaßt: 1. Die nach dcr politischen Schulvcrfasinng dcn Ortsfcclsorgcrn und Ortsschulanfscheru zugestandene Ortsschnlaufsicht hat bis znm Zustandekommen des Landcsgcsctzcs übcr dic Schnlanfsicht an cincn ans dcn Vertretern dcr Kirche. Schule uud Gemeinde gebildeten provisorischen Ortsschnlrath überzugehen. 2. Die Vertreter dcr Gemcindc im Ortsschnlralhe wcrdcn von dcr Gemeindevertretung oder, wenn derselben Schnlc mehrere Orlsgcmcindcn oder Untcrgcmcindcn derselben augchörcu, vou eiucr Vcrsammlnug dcr bclhei-ligtcu Gculciudc^ rücksichtlich Untcrgcmcindc-Vertretunacn (s 1.^ Gen«. G.) gewählt; die Zahl dieser Vertreter be- 588 trägt mindestens zwei, höchstens fünf und wird von dem Bezirtshanfttinaim, bczichniigswcisc von dcm Bürgermeister der Stadtgcmeindc Laibach bestimmt werden. Sollte in irgend welcher Gemeinde die Gestellung dieser Vertreter dnrch Wahl nicht zn Stande kommen, so hat die Schnlbczirksliehördc diese Vertreter unter den hiezu geeigneten wählbaren Mitgliedern der Gemeinde selbst ausznwählcn und in den Ortsschulrath zu berufen. 3. Die Mitglieder des provisorischen Ortsschnl-rathes wählen ans ihrer Mitte mit absoluter Stimmenmehrheit einen Vorsitzcudcn und dessen Stellvertreter; diese Wahl gilt für die Dauer von drei Jahren. 4. Bezüglich der Bestellung des Ortsschuliuspcctors und dessen Wirkungskreises hat die Bestimmung des § 15 der Regierungsvorlage über die Schulaufsicht in Anwendung zu kommen. Locales. — (Daö erste Beam te ttvorschußconsor-tium in Laib ach) ist gestern zustandcgckommcu. Es wurde, ein Capital von 650 fl. gezeichnet. Man rechnet auf große Betheiligung der Bcamtcmuclt, da die Einzahlung in Monatsraten von mindestens 1 fl. erfolgen t'ann und eine Einzahlung von 10 fl. sofort Anspruch anf einen Vorschuß im doppelten Betrage gewährt. Abgesehen vo» diesem Vortheile ist der Verein auch als Sparvcrcm zu empfehlen, da die Einlagen verzinst werden uud der Ertrag mit der Lebhaftigkeit des Verkehrs sich steigert. Bctritts-anmeldungen werden im Bureau des Finanzrechnungodepar-tements, Gebäude der ehemaligen Polizeidircction neben dem Flirstenhofc, angenommen. — (Todesfall.) Am 9. April in den Morgenstunden ist der Gewcrte Herr Johann Thomann von Steinbüchl, ein Bruder des Abgeordneten Dr. Toman, an den Folgen eines Echlagflusses gestorben. Er war ein strebsamer Mann und stand in hoher Achtung bei seinen Gewertsgnossen. — (Krankenstand im allg em einen Kran -kenhause im Monate März 1tt69.) Am Schlüsse des Monates Februar 1869 sind in der Behandlung geblieben 38« Kranke, 141 Männer und 245 Weiber. Zugewachsen sind im Monate März 1869 204 Kranke, 107 Männer nud 97 Weiber. Entlassen wurden 166 Personen, 106 Männer und 82 Weiber Gestorben sind 12 Männer uud 7 Weiber, so verblieben in der Behandlung :l6A Kranke, 130 Mäuuer und 253 Weiber. — (Schlnßvcrhandlnngen bei m k. k. Lan -desgerichte L a i ba ch.) Am 14.' April. Johann Kcuda: Betrug; Michael Zcrucl: Veruntreuung; Irauz Kvasua: schwere körperliche Beschädigung. — Am 15. April. Franz Gartro^a: Todtschlag; Aulon Alie: Brandlegung; Johann Rojc: öffeutliche Gewaltthätigkeit. — Am 16. April. Martin Mazi: fchwere körperliche Beschädigung; Peter uud Johann Maru: schwere körperliche Beschädigung; Josef OHbont: Diebstahl. Neueste Post. Wien, 10. April. Der Stcncrreformausschuß des Abgeordnetenhauses nahm den Vorschlag des Finanzmi-nisters an, bei der Erwcrbstcncr die Dicnstlühne, überhaupt den Arbeiter-Erwerb, von der Vcstcuernng auszuschließen. ^.. . Anch wurde das Princip besonderer EulschätznngS. Commissionen für große Gewerbs-Untcruchmungeu vom Ausschüsse angcnommeu. Lembcrg, 10. April. Der Statthalter sagte zu der Deputation aus Iaroslau, welche sich wcgeu der den Iudcn angethanen Mißhandlungen beschwerte, Folgendes: Ihre Sache spricht für sich selbst. Ist der Thäter nicht zu crnircn, so muß die Gemeinde Schadenersatz leisten. Iaroslau erhält indessen Militärvcrslärkung. Agram, 10. April. (N. F. P.) Sc. Majestät der Kaiser hat das Gesetz über die Errichtung der Franz-Iosephs-Universität in Agram sanctionirt. Bereits sind reichliche Spenden für dicfc Universität ein-gclaufcu. Agram, 10. April. Der Landtag beschloß, an Sc. Majestät wegen Befreiung der im Jahre I860 assentirten Lehrer und Doctorcn eine Petition zu richten. Bei Vcrlcsuug der Allerhöchste» Sanction der Errichtung einer Universität erhob sich ein stürmischer Inbcl. Der Landtag wählte sodann 31, Abgeordnete iu dcu ungarischen Reichstag. N o m, 9. April. Der preußische Abgesandte Herzog von Natibor ist hier eingetroffen. Der Papst gewährte anläßlich der Secundizfeier beträchtliche Unterstützungen den Armen und bedachte hicbci anch die Armen israelitischer Confession. Rom, U. April. (N. F. P.) Anläßlich der Sc-cundizfcicr fiudet ein massenhaftes Zuströmen von Geistlichen nnd Fremden stalt. An hundert österreichische Geistliche sind bereits hier anwesend. In allen Straßen herrscht ein lebhaftes Gcwogc gegen den Vatican zu. Gestern war der Empfang der Deputationen uud der römische» Nobili, heute wcrdcu die Fraucu empfangen. Im Vatican sind die dem Papste dargebrachten Geschenke ausgestellt. Laut dcm Festprogramme findet Samstag Beleuchtung der Pctcrstuppcl statt. Sonntag Früh liest der Papst die Mcssc in der PctcrStirchc; Abends Feuerwerk auf dcm Pictro Montorio. Montag liest der Papst Messe iu Tata Giovanni, wo er vor 50 Iahrcn die erste Messe gelesen. Abends allgemeine Stadtbclcuch-tuug. Heute glänzende Auffahrt der österreichische Gc-saudtschaft, gcstcru die der französischen, lxhufs der Uebcrbringung der Glückwünsche ihrer Souveräne. Florenz, 10. Ap>.il. Die „Agcnzia Gtcfani" erklärt, die heutige Äcrlincr Depesche über das angebliche dortige Eiutlcffcn des Herzogs von Aosla tonne nur anf ciucm Irrthume beruhen. Florenz, 10. April. Der Herzog von Aosta hat sich in Genua anf der Fregatte „Gacta" eingeschifft und ist gestern in Spezzia eingetroffen. Er wird dasclbsl das UcbmlgSgeschniadcr vereinigen und daö Eommuudo über dasselbe übernehmen. Man glanbt, daß das Geschwader nach cimnonat-lichcm Aufenthalte ini Golfe von Spezzia lnchrcic Häfen des Mittelländische'! uud Atlantischen Meeres, und uiellcicht auch Lisfalion besuchen weide, Madrid, 10. April. Die vom portugiesischcu Gesandten Serrano mitgetheilte Depesche sagte: Die portngicsischc Regierung erklärt, König Dom Fernando will weder die Krone Spaniens annehmen, noch selbst die Eommijsion empfangen, die sich uach Lissabon begeben soll. Serrano nahm die Depesche in Empfang und bemerkte gegenüber dem Gesandten Portugals, er konnte dcm Könige Dom Fernando die Krone nicht anbieten, da die Eorteö über die Rcgierungssorm uoch tciuen Beschluß gefaßt haben. Brüfscl, 10. April. Die „Indcpcndancc belge" schreibt: Die belgisch - französischen Untcrhandlnngcn rnhcn einstweilen, da Frcrc-Orban ncnc Proposilioncn vorbereitet, welche er spätestens hentc überreichen wollte. Es ist zweifelhaft, ob Orban Dienstags hier eintrifft. Bukarest, 10. April. Sämmtliche Rothen so wie auch die Brüder Bratiano uud Rosctti siud bei den Bntarcstcr Wahlen durchgcfalleu. Die Rcgicruug kann nunmehr mit Bcstilumthcit auf eine starke Majorität in der Kammer zählen. Bukarest, 10. April. Wegen einer Ementc in Plojcsli wnrdc daselbst die Nationalgarde durch Truppen entwaffnet. Die Ordnung uud Ruhe find wieder hergestellt. __________ Telegraphische Tttechselcourse vom U) April. 5pcrc. Metalliqueö 62.45. - 5perc. M.talliqucö mit Mai- und November-Zinsen 62.45. — 5verc,Nat!0Ulll-Anlehen 70.65. — l860cr Slaatöanlel^n 1<»3. — Bantactien 703. — Credilaclicn 291.30. — London 125.60. — Silber 123.75. — K. l Ducalm 5.93 Kandel und Wolkswirtlj schastliches. Woche»auSweis dcr Nationalbauf. Der lcht vcr-üffentlichlc Anöweis beziffert dcu Vantuotcunmlanf mit 285 Mill, 21.510 fl., deu, die folgenden Posten zur Bcdccknng gegenüberstehen : Melallschal^ 108.721.54« fl., iu Metall zahlbare Wcchscl 38,878.391 sl., Staatöuoten, welche der Bank gehUren 2,238.617 fl„ E^comptc 74.314.413 fl.. Darlehm 52,093.565 fl., cingeloöte Coupons von Ornndeullastungs-Obligalioucn 5530 fl,, eingelöste und börsemäszig angctanstc Pfandbriefe 11,686.200 fl. Htvonprillz-Nudolfsbahn. Die Nr. 13 des „Oesierr. Octouomist" gibt über cinc voiu „Tricster Consortinm fiir die Villach-Prcoil-Vallon-Tricster Liscubahuverbindnng" herausgegebene Schrift folgenden lnrzen Bericht: „Die vorliegende Denkschrift trä>>t gan; offen dell Lharalter einer «I^m'lülio ^,-c» »looio, in so einfach überzeugender Weise indes;, das; sich anch der gänzlich llnbetheiligtc anf Seiten der „Interesseulcu" stellen muß. Dtt Nachweis, das; die kürzeste nnd ganz nnalihängige Liscubahnvcr-bindnng Villach-Predil-Görz-Vallon-Trieft dem allgemeinen Staats-, wie den großen vielseitigen HandelSzwccken genügend entspreche, ist unter Hervorhebung der cinschlägige'i politischen, wirlhschasllicheu nnd technischen Momente uollsläudig geführt. Filr die näheren wirthschastlichcu Interessen der lirlhciligtm Provinzen scheint schon der nachstehende Satz entscheidend: die Entfernung Villach-Prcdil-Vallon-Triest ist 23 Meilen, „ „ Villach-Udiile-Venedig ist 34^ „ „ Villach-Gemona-Vencdig ist 27^ „ Die Rohprodukte Kärutcuö, Sieiermarti«, Oberösterreichs nnd des Pnsterthale^ finden also in Trieft einen näheren nnd viel bedeutenderen Äbsichmarlt als in Venedig, wo die Preise nicht höher al« in Trich stehen, bei höherer Fracht aber nni so weniger lösen." Eisenbahn Marburg-Pctta». Die Herren James Tobain nud Henry Franciö Hewitt erhielten vom Handelsministerium die angesuchte Bewilligung zur Vornahme technischer Vorarbeiten für eine ^ocomoliv-Eisenbahu znr directen Verbindung von Marburg nnd Pcttan anf die Dauer von sechs Monaten. Vaibacl», 10 April. Ans den, heutigen Marlle siud er- schiene»: 5» Wageu mit Getreide, 4 Wageu mit Heu nnd Stroh (Heu 35 Ctr 40 Pfd,, ^troh 40 Ctr. 62 Pfd.), 20 Wagen und 3 Schiffe (18 Klafter) mit Holz. DnrchschuNtS-Preise. Mlt. Mgz.. Mll.- Mgz> fi. lr. fl. ,ll. ! fi. lr. ft.^lr. Weizen pr. Metzen 4 45! 5 ^ Butter pr. Pfnud — 50 —!-» Koru „ 2 90 3 20 Eier pr. Stilck — 1,^------ Gerste „ 2 50 2 80 Milch pr. Maß —10 - Hafer „ 1 90 2 — Rindfleisch pr, Pfd. - 2l------- Halbsrncht „ -^- 3 40 Kalbfleisch „ —,22------' Heiden „ 2 45 3 10 Schweinefleisch,, —20------- Hirse „ 2 50 270 Schöpsenfleisch „ —15------- Kulnrutz „ — — 2 90 Hähndel pr. Stück — 30------- Erdäpfel „ 15>0-------^ Tanben „ —15------- Linsen „ 3-------— Heu pr. Zentner —80--- Erbsen „ 3 20------- Stroh „ —70------- Fisolen „ 4 2(1— Holz, hart.. prKlst. —^— 7 50 Nindöschmalz Pfd. —52—^— -- weiches, „ —!-- 5 59 Schweineschmalz „ —i44-------^ Wein, rother, pr, j Speck, frisch, „ —,28------- Eimer — - 5,— — geräuchert „ —42 —! — — weißer ,.____10 -— Mt' tiie arme Plnsler>milme ist ferner noch eingegangen nud der Bestimmung beieitö zugefilhrt: Von I. B................Ist. von einer Unbekannten...........1 „ von I, Fl... rc das ihm vom löbl. T. V. zugesendete Hoi'.orar pr. , ...........10 „ i'ottoziehllUss vom ltt. April. Wien: 10 77 7« 64 35. , Graz: 79 86 20 89 13. 'MeleoruslilMHl' NlMachtuiMll in Lmlwch. _____" « sz, Z « ___ ___ « " ^ V"^ 6 U. Mg. 328.3.) 4- 6.« windstill grüßlhTIew^ " 10. 2 „ »l. 328.2« --I5 4 ! O, schwach gröszlh. bew. 0.oo . W« Ab.! 328.X8 "13.,! ^W. s. schw, z.Hälflr bcw.! ^. 6U. Mg. 328«2 -<- 4,8 ! windM s ^trüb^ i' ^^ ll 2 „ N. 328.51 ,-j-16,6 SW. z. start ganz bew. 0.ao 10 „ M. 829,Hl ^-l-10 .. SW. mäßig 'halbhriter ! Dcu 10, Vormittag Wolken-und Sonnenschein, ruhige 3usl'> Nachmittag angenehm mild, Abends Regenbogen in Ost. Dc>' 11. Vormittag llarc ^'nft, Nadimittag windig, zunchiurnde V^ wöllung. Daö Tagesmittel der Wärme vorgesteru ^l- 11-7", >»" 4 5"; gestern ->- 10-5>", nm 3 3" über dem Normale. Veramwortlicher Redacteur: Iguaz u. Kleinmayr. DÜk!k^ll^!U)!. Wien, 9. April. Fonds uud Aclicu nolirlen bei vorwiegendem Ansgcbote billiger. Devisen nnd Valuten aber schloffen steifer gefragt. Geld flüssig. Allgemeine Staatsschuld. Für 100 fl. Geld Waare Einheitliche Staatsschuld zu 5 pCt.: u Noten vcrzinsl, Mai'Novcmbrr 62.5>0 62.60 „ Februar-August 62.40 62.50 Silber „ Iäuucr-Inli . 70.60 70,70 „ Apnl-October. 70.50 70.60 In österr. Währ. . . zu 5pCt. 59,50 59.70 detto u. Z. 1866 . . 5 „ 63.90 64. dctto rückzahlbar (?) . 5 „ 98.75 99.-detto „ (N. 5 „ d7.75 98.- Silber-Aul. 1864 (l.St.) 5 „ 77.25 77.7-. 1865 (FrcS.) 5 „ 8".nU 81.^ MttalliqueS . . -z"4'/.M. 56.- 56.50 Mit Verlos, v.J. 1839 204.50 205.— Mit Verlos. v,1.1854 zu25ufi.....4 „ 94 ÜN 95.50 MitVrrlos. v.J. 1860 zu 500 fl. . . „ 5 „ 102.30 102.10 Mit Verlos. v,1.1860 zu 100 si. . . „ 5 „ 103,50 104.50 Mit Verlos, v I.1864 zu 100 st...... 128.30 128.50 Como-Neulmsch, zu 42 I.i>c «u»l. pr. Stück.....23.50 24.— StaatS-Domäueu-Pfaudvricfc zu 120 sl. ö W. (300 «r. b Mt.) m Silber pr. SlUct . . . 117.— 117.50 Grundentlastuuas-vbllgatloneu. Filr 100 fl. Geld Waare Nicder-Oestcrrcich . . zu 5 pCt. 92.50 93.— Ober-Oesterreich . . „ 5 „ 91.-- 92,— Salzburg .... „ 5 „ 90.— 91.- Böhmen .... „ 5 „ 92.— 92.50 Mähren .... „ b „ 90.50 91.-. Schlesien .... „ 5 „ 90.- 91,— Stelermarl ... „ 5 „ 9».— 91.- Ungarn..... „ 5 „ 79.25 /9,75 Temeser-Bauat . . „ 5 „ 76.— 78.50 Eroatieu uud Slavonien „ 5 „ 79. - 80.— Galizicn .... „ 5 „ 71.75 72.25 Siebenbürgen ... „ 5 „ 74.- 74.50 Vulovina .... „ 5 „ 71.25 72— Uug. m. d. V.-E, 1867 „ 5 „ 78.50 78.75 Tem.V.m.d,V.-E. 1867,, 5 „ 76.- 76.50 Actien (pr. Stltcl). Nlllioualbanl......730.— 732 — Kaiser Fcrdinands-Nordbahu zu 1000 fl. CM.....2325.-2330 - Credit-Anstalt zu 200 fl, ü. W, 293.10 293 20 N.!j.Escom.-Gcs.zu500si.ö.W. 845,- 847.-St°tscisenb.-Ges.zu200si.CM, oder 500 Fr.....330.50 ^<0.7n Kais. El'is. Bahn zu 200 ft. CM. 179 50 180.-Sild.-nordd.Ver.-V.200 „ „ 16i>.50 160.- Oeld Waare Sild.St.-,l.-ueu.n,z.-i.E.200fl. ö. W. oder 500 Fr. . . . 232.50 232 75 Gal.Karl-^ud,-B, z.20<>fl.EM. 2l7,— 217.50 Böhm. Westbahn zn 200 fl. . 192 50 !92,75 Ocst.Dou.-Dampssch,-Ocs. Z^ 578.— 580.— Oesterreich. l,'loyd in Trieft Z Z 31?.— 320.— Wicn.Dampfm.-Actg, . '. . —.— 315.— Pester Kettenbrücke .... 685.- 690.— Auglo-Austria-Baul zu 200 fl 31^.- 319.50 Weinberg ^zernowitzer Actie» . 186,^— 187.— Vcrsicher.-Oesellschast Donau . 252 - 255.- Pfandbriefe (filr 100 fl.) National- l baut auf ^ uerloSbar zu 5"/« 1W 80 101.— E. M. 1 Nlltloualb.aufU.W.verloSb.5„ 96.40 96,60 Ung.Bod.-Ered.-Anst.zu5'/, „ 92,— 92.50 Allg. üst Nodcu-Ercdi: ^!ustalt verloiibar zu 5°/., iu Sttbc,' 109.25 109 75 dlo.iu33I.rückz.zu5pCt,iuö.W. 92.50 93,- Uose (pr. Stück.) Ered,-N.f.H,u.G.z.l00fl. Geld Waa" Palffy zn 40 fl. i). W. 35. - 36-^ Clary „ 40 „ .. . I? 50 38." St. Geuois „ 40 „ „ . 83 75 3^-^ Wiudischgrätz „ 20 „ „ . 22.50 23.^" Waldsteiu „ 20 „ „ . 24 50 25.^ Kegleuich „ 10 „ „ . 16.50 17.^. Rudolf-Stiftung 10 „ „ . 15... 155" Wechsel (3 Mou.) Augsburg fllr 100 fl, slldd. W. 104,80 10"'-^ Franlsurt a.M.100 sl. detto 105.-105^" Hamburg, für 100 Marl Banlo 93 - 93-A London für 10 Pf, Sterling. . 126.- I26-A Pari« für 100 Franco . . . 50,10 ""^" ^ (5ours der Geldsorten Ecld Waar« K. Münz-Ducatei'. . 5 fl. 94 lr. 5 fl. 95 "> Napoleonsd'or . . 10 „ 6 „ 10 „ 7 -Nnss. Imperial«! ._„_„-„ ^ " VcrcinSthalcr . . 1 .. 85; „ 1 ,. K'' " Silber . . 123 „ 50 „ 123 „ 75 - Kraimsche GrundcullaNuugs-Obligalioucn, ^ vatuotnung: 66,50 Geld, 90 Waare