M «pl tft M nianiutgtr Bcitung Amtliches Organ des Verlag und Schrlftteitune: Marburg a. d. Drau, Badgasse Nr. 6, femrut: 25-611, 25-68. 25-6Ü — Ab 18 Ohr (6 Uhr abends) ist die Schnttleitung nur aul Hemrut ßr. 28-67 erreichbar — Unverlangte Zuschriften werden nicht rückgeiandt. Anfragen Rückporto beilegen. — Postscheckkonto Wies M.dOtl. Steirischen Heimatbundes hrscheint wöchentlich sechsmal als Morgenzeitung (mit Ausnahme der Sonn- o. Peiertage). Bezugsp-eis (im voraus zahlbar) monatlich RM 2.10 einschl. Zustellgebühr j bei Lieferung im Streifband zuzüglich Hortoj bei Abholen m der ü»-•chäftsstelle RM 2.—, — Anzeigen- und Bezugsbestellungen in der Verwaltung. OIr. 320-331 OltarDurg a. 5.3>rau, ®rlOna(l)len, 24.-26.2>t)ein6er 1941 Si. 3al>r8an0 llnvergessliclies Kapitel Rriegsgesclilclite Die Icommenden Operationen haben die endgültige Sicherung des Friedens im Osten zum Ziel Stolzer mllitürlsclier jahresberlclit Berlin, 23. Dezember. In wsnlfen Taftn wenleft die Glocken ein neues Kriegsjshr einlinten. Als im Herbst 1939 die deutsche Wehrmacht auf Befehl des Führers antrat, um die polni-sehen Veihrecher zur Rechenschaft zu ziehen, haben unsere Soldaten kaum ge-glauhti dafi sie und mit ihnen das deutsche Volk abermals die Schwelle eines jahrelangen Krieges tiberschritten. Heute sehen wir klar. In einer Relehstagsrede vom U. Oeicmber 1941 hat der Führer den Beweis geführt, daB ein iVlann — tiämllch der Präsident der USA, — seit den kritischen Herbsttagen des Jattres 1939 nichts unterlassen hat, um einen zweiten Weltkrieg heraufzutvesohwOren. Lückenlos reihen sich die Beweise aneinander dafür, wie die amerikanische Politik unermüdlich bemüht blieb, den endlich in Europa angezettelten Krieg auf die ganze Welt auszudehnen. Sl#gr«leh»r Balkanfoldiug Zu Beginn des Jahres 1941 tiehauptete da« Aeich siegreich alle in den vorhergehenden Phasen des Sieges gewönne^ nen Stfllungen« Der Öffentlichkeit noch unbekannt galt freilich die Sorge des Führers schon damals der bevorstehenden Auseinandersetzung mit der Sowjetunion» deren mllitttrlsche Maßnahmen an der Ostgrenze des Reiches immer eindeutiger wurden. In rastlosar Arlisit wurden durch Aufstellung sahlreicher neiKcr Divisionen ebenso wie dtvch unermüdliche Attsbil-dunfl u. Schulung der t>estehenden Verbände me Voraussmungen für diesen neuen schweren Feldzug geschaffen. Als es soweit war, galt es aber noch die südliche Flanke gegen den englischen Versuch, auf dem Balkan eine neue Front gesen die Achse aufzurichten, zu schützen. Nachdem der Versuch, den %tgoslawischen Staat auf dem Wege diplomatischer Verhandlungen In das Qefüge des Dreimächtepaktes einzuordnen, durchkreuzt war, fiel dem deutschen Soldaten die Aufgabe zu, gemeinsam mit dem italienischen Bun-doagenossen den Balkan zu l»efreien und zu einer starken Flügelstellung auszubauen. Am 27. März 1941, dem Tage des Belgrader Staatsstreiches, hatte der Führer die Befehle für den durch den Umfall Jugoslawiens bedingten neuen Aufmarsch gegeben. Es sprach für sein Vertrauen in die Schlagfertigkeit der deutschen Wehrmacht, er bereits den 6, April 1941 als Zeitpunkt de» Angriffes festsetzte. Durch den alegjreichen Balkan-Feldzug war die rechte Flanke der großen europäischen Front ge^n den Bolschewismus gesichert worden. Die Sowjets, deren Intrigen der Umfall Belgrads zu verdanken gewesen war. hatten die günstige Oele-genheit, Deutschland während des Balkan-Feldzuges anzugreifen, nur deshalb vorübergehen lassen müssen, weil Ihr Aufmarsch an der Ostgrenze des Reiches noch nicht vollständig war. Und überdies waren die Rollfelder der zahlreichen, für den Angriff gegen Deutschland erbauten FlugplMtze wegen der späten Schneeschmelze noch unbrauchbar. R»tt»ncl«r Angriff im Ott«n In zwöift«r Stund« Der Entschlußkraft des Führers verdanken es Deutschland und Europa, daß der Angriff der deutschen Armeen und ihrer Verbündeten gerade noch rechizel-tig in den Aufmarsch der bolschewlsti-sdien Miiiionenheere hineinstieß, um die Gefahr abzuwenden, daß sich diese asla» tischen Horden über Europa ergossen. In den sechs Monaten, die seit Beginn des Angriffes vergangen sind, haben die deutschen Soldaten ein unvergeßliches Kapitel Kriegsgeschichte geschrlet^en. Bis zum 1. Deiember 1941 betrug die Gesamtzahl der gefangeneit Sowjetrussen rund 3,8 Millionen« die lahl der vernichteten oder erbsuteten Panzer 21.391, die der Oesehütte 9t.841, dit der Flugzeuge 17.332. Die deutschen Verluste b^rugen In der gleichen Zeit 162.314 Tote, 87t.7«7 Verwundete und 33334 Vermißte. ■ Die Härte des russischen Winters erlaubt keine großen Operationen. Die Truppe, die sechs Monate lan^ ohne Unterbrechung angegriffen hat, wtrd sich solange darauf beschränken, im Stellungskampf die bisherigen Erfolge zu sichern, bis im nächsten Jahr die Fortsetzung der Operationen möglich Ist. Wir wissen aus der Zeit des Weltkrieges, welche Opfer oft das Festhalten einzelner fUr die Verteidigung ungeeigneter Abschnitte kostet. Die Maßnahmen cler deutschen Führung» an einzelnen Abschnitten der Front die im Vormarsch angehaltenen Truppen auf bessere Stellungen zurückzunehmen, unterstreicht von neuem den Willen, frei von jedem Prestige-Bestreben kostbares deutsches Blut zu schonen. Die deutsche Führung wird den Augenblick bestimmen, In dem der Vernichtungskampf gegen den Bolschewismus weltergehen soll. (Fortsetzung auf Seite 2} iiiiiimiimiNiHiimiiHHHiiiiiiiiHiiiNHiHmiiiiHiiiiHiHiiiiiHitiitftiiiiiintitimniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiu Voi drei Torpedos getrones Wi« ci«r brilltch« FlugMugträg^r v«rt«nl(t wurd» Berlin, 23. Dezember. Zn der bereita gemeldeten Versenkung des britischen Flugzeugträgers erfahren wir folgende Einzelheiten: Das unter Führung des Kipltänleut-nants Bigaik stehende Untfrseeboot sichtete im Atlantik einen feindlichen Ge-leltzug, der von Gibraltar nach England bestimmt war, und nahm die Verfolgung auf. Beim Geleltzug stand ein britischer Flugzeugträger, der dureh seine Jagdflugzeuge die Schiffe des Geleitzuges gegen Angriffe deutscher Fernkampmomber und Unterseeboote zu sichern suchte. Der Flugzeugträger hatte ein von vom bis achtern durchgehendes glattes Flugdeck, Bug und Heck ragten nach vom und achtem über die Wasserlinie heraus. Neben dem Flugzeugträger versahen Zerstörer und Bewachungstahrzeuge den Qeleit-dienst. In der Nacht vom 21. zum as. Dezember gelang dem Unterseeboot der geplante Angriff auf den Fluneugträger. Oleich der erste Torpedo nraf das feindliche Kriegsschiff in den Schrauben und machte es manövrierungsunfähig. Auf das gestoppt liegende schiff machte daa Unterseeboot einen neuen Angriff und traf es mit zwei Torpedos. Eine Wassersäule ging nach heftiger Detonation in der Mitte des Schiffes in die HOhe. Kurz darauf er- folgte die zweite Detonation und eine noch höhere Wassersäule stand am Vorschiff. Nun senkte sieh der Bug des Schiffes. Schnell war das Vorschiff überflutet und das Heck ragte eine Weile gespenstisch in den Nachthimmel. Dann ging das britische Schiff mit den an Bora bdind-liehen Flugzeugen kopfüber In die Tiefe. Englands Flotte ist damit wieder um ein im Augenblick für die Briten besonders wichtiges Kriegsschiff ärmer. Bei Kriegsausbruch besaß Großbritannien sieben Flugzeugträger, von denen mehrere jedoch ber^ts veraltet und äußerst langsam sind, sowie vier 1939 vom Stapel gelaufene Neubauten. Von den über 22.000 Tonnen großen Flugzei^rägem sind drei — »Courageous«. »Giorious« und »Ark Royal« — versenkt und zwei — »lllustrious« und »Formidable« — durch deutsche Fliegert)omben für längere Zelt außer Gefecht gesetzt worden. Wie einschneidend sich diese Einbußen auswirken, hat die Katastrophe von Malaya bewiesen, denn die britische Admiralität war nicht in der Lage, den Schlachtschiffen »Prince of Wales« und »Repuise« zur Luftsfcherang einen Flug-ze^träger mit nach Ostasien zu geben. Der neue Verlust eines so wichtigen Kriegsschiffes steigert daher die britischen Schwierigkelten und trifft Englands IHotte besonders hart. Davao genommen Hauptstadt dar Phllippinan-Intal MIndanao In iapanitchar Hand Tokio, 23, Eyczember Wie das kaiserliche Hauptquartier amt- lich mitlellt, haben die am 20. Dezember früh auf der Insel Mindanao gelandeten iapanlschen Truppen in engster Zusammenarbeit mit der Marine den heftigen feindlichen Wklerstand gebrochen und am selben Tage 17 Uhr nachmittags japanischer Zelt die Hauptstadt Davao ^aetzt. Der Gegner verlor bis zum 21. Dezemt>er 600 Gefangene und 200 Tote sowie sahl-'c'ches Kriegsmaterial. Die Hauptstadt Davao Hegt in einer tief eingeschnittenen Bucht an der Südküs e der Philippinen-Insel Mindanao, der südlichsten großen Insel der Inselgruppe und hat rund 95.000 Einwohner, Sitz der Regierungsbehörde ist allerdings die k'eine Stadt Cagayan an der NordkUste der Insel. Weihnachten der BrfflHnog Marburg, 24. Dezember. Deutsche Weihnachten sind kein lautes Fest. Sie waren immer die Zeit der Innerlichkeit, der Heimkehr, des Findens zu uns selbst. Nie suchte der in der Fremde Weilende die Seinen und die Heimat lieber auf als in diesen Tagen. Frohen Herzens schenkte man und lleü slcli beschenken. Die Gedanken wanderten so gern zurück in unser Kinderland. Heuer sind Kriegsweihnachten. Man» eher Üatte, Vater und Sohn wird diesmal nicht nach Hause können. Der Gabentisch wird weniger reich sein. Und doch — das fühlt jeder von uns — haben wir nie Weihnachten von solch schicksa^hafte^ Größe, so voll gewaltigen Geschehens begangen. Nie war das deutsche Volk so groß, so stark, so einig — eine einzige Familie. Wir in der Untersteiermark aber feiern mitten im Kricire Weihnachten der Erfüllung. Wir haben heimgefunden. Zweifaches hat sich uns erfüllt: der durch 23 Jahre immer lauter werdend® Ruf nach Befreiung von einer Frenwi-herrschaft, die alles, was uns lieb und teuer war, verunstaltete, unterdrückte und zerstörte; und zugleich mit dieser Freiheit wurde uns das größere Geschenk zuteil, nach dem wir gleich der ganzen Ostmark durch Jahrhunderte strebten, um das in unserem Land gekämpft und gerungen wurde, so weit wir in seiner Geschichte zurückschauen können. Es ist die Heimkehr in das große deutsche Vaterland. Uralte unter-steirische Märchen und Sagen künden von dieser Sehnsucht. Sie sind wie ein (jtaubensbekenntnis der ewigen Volks-I kraft und des nie verstummenden Höffens. Und sie alle sagen dasselbe, dem auch der Untersteirer Kernstock in einem Weihnachtsgedicht Ausdruck verlieh: »Wann wird dein Erlöser kommen, deutsches Volk in Österreich?« Heißer wurde diese Erlösung, dieses Heimfinden gerade im Qrenzland herbeigesehnt. Denn zunächst sipürt ja der Grenzer all die Feindseligkeit, die von außen kommt. Inniger als ein anderer liebt er die Heimat, fester als sonst wer ist er in ihren Boden verwurzelt, weil er ihn immer wieder wahren und verteidigen muß. Darum heißt Grenzer sein auch — Kämpfer sein. Wer zog etnst vor hundert und hundert Jahren aus dem Norden, aus (Jem Salzburgischen und aus Franken hie-her nach dem Süden an die Grenze? Es waren die Wagemutigen, die Tatenfrohen. Vielleicht sind unter ihnen aucli so manche gewesen, die den geistlichen Landesfürsten dort oben als »unruhige Köpfe« nicht gerade lieb waren. Aber eben darum sind sie für unsere Grenze hier die Richtigen gewesen. Denn mit Ruhe und mit Stillesein allein hält man schlechte Grenzwacht. Dieser Wagernut und Tatendrang ist dem Untersteirer durch die Jahrhunderte erhalten geblieben. Gott sei Dank! Und so war die Untersteiermark all die Zelt ein Herd unseres nationalen Radikalismus. Un-mvählt sind die Kämpfer in Wort und Tat, deren Wiege in unserer Heimat stand. Es ist eine stolze Reihe vrm Künstlern, Dichtern und Männern des Volkes, die die Untersteiermark aufweisen kann. Und wenn nach dem BlutzoM Seile 5 yWailnirger Ze^hms:«, WefliTiacIrteTt, —2^. DeTemker WaiiHim 239-?fl gefragt wird, der von alten Zeitea her bis zum Weitkrieg für des Deutschtums Sicherheit und Größe entrichtet wurde, dann stehen auch hier die untersteiri-schen Gemeinden ehrenvoll mit an der Spitze. Als 1870/71 die österreichische Regierung im Kamtpf Deutschlands ge-gegen Frankreich die Neutralität verkündete — und in Graz Robert Hamerling den deutschen Brüdern im Namen Deutschösterreichs zurief: »Wir sagen, frei die Stirn von Schamerröten: I>eutschösterreich war mitten unter euchl« — da fand dieser Ruf nirgends begeistertere Zustimmung a4s hi unserem Grenzland. Nun feiern wir zum erstenmal Weihnachten in der befreiten und erlösten Heimat. Und wir wollen dem Befreier und Erlöser danken: dem Führer um seinen Soldaten. Sie haben die Unter Steiermark trotz Krieg vor des Krieges Schrecken bewahrt. Nach Siegen, die die Geschichte einmalig nennen wird und mit denen unsere Feinde im Norden, Westen und Süden niedergezwungen wurden, stehen des Führers Soldaten im schwersten KamDf, -der Europa und damit auch unsere Heimat vor der Ver nichtung gerettet hat. Es sind die Väter und Söhne unserer großen Familie, die dort im Feindesland, in Kälte, Schnee und Eis ihr Leben einsetzen — für uns. Gerade ihnen müßten zu diesen Weihnachten unsere schönsten Gaben gehören. Und das will auch unser Führer, d^ wir ja außer unserer dankbaren Liebe und unserem Gehorsam nichts schenken können. Und der Führer sagt zu uns; »Wenn nun das deutsche Volk seinen Soldaten anläßlich des Weihnachtsfestes ein Geschenk geben will, dann soll es auf all das verzichten, was an wärmsten BeWeidungsstücken vorhanden ist und während des Krieges entbehrt werden kann, später aber im Frieden jederzeit ohnehin wieder zu ersetzen ist. Denn was auch die Führung der Wehrmacht und der emzelnen Waffen an Winterausrüstung vorgesehen haben, jeder Soldat würde um vieles mehr verdienen! Hier kann die Heimat helfenl Der Soldat der Ostfront aber wird aach daraus ersehen, daß die Volksgemeinschaft, für die er kämpft, im nationalsozialistischen Deutschland kein leerer Begriff ist.« Der Winter in der Untersteiermark ist ja milde. Wir werden unsere wärmsten Sachen — Pelze, Wolltücher, Mützen, Joppen, Fäustlinge, Strümpfe und Filzstiefel — sicherlich entbehren können. Doppelt leicht, wenn wir damit unsere Brüder an der Front vor schlimmem Frost geschützt wissen. Wird und kann also irgend jemand unter uns sich ausschließen wollen, wenn nach dem Wunsch des Führers diese Weihnachtsgaben für unsere Brüder und Befreier gesammelt werden? Gewiß, keiner. Wir alle wollen freudig geben und schenken. Denn Geben und Schenken ist ja zu Weihnachten das Schönste. Ganz besonders zu diesen Weihnachten der Erfüllung. A. Ger, stattgegeben, mich wegen eines Herzleidens von der Führung des Heeres zu entbinden. SoldatenI Fast vier Jahre habe ich als Euer Oberbefehlshaber das beste Heer der Welt geführt. Diese Jahre umfassen für Deutschland eine Fülle größter geschichtlicher Ereignisse und für das Heer größte soldatische Erfolge. Stolz und dankbar blicke ich auf diese Zeit zurück. Stolz auf Eure Leistungen, dankbar für Eure Treue. Große Aufgaben sind erfülh, große und schwere stehen noch bevor. Ich bin überzeugt, daß Ihr auch diese lösen werdet. Der Führer wird uns zum Siege führen. Stahlhart den Willen, vorwärts den Blick! Alles für Deutschland! Gez. von Brauchitsch Generalfeldmarschall Hauptquartier OKH, den 19. Dez. 1941. Terordnaiiii des POhrers zam Sclmlz der Wollsamnliiig Iflr die FronI Führerhauptquartier, 23. Dezember. .Eine Verordnung des Führers zum Schutz der Sammlung von Wintersachen für die Front hat folgenden Wortlaut: . Die Sammlung von Wintersachen für die Front ist ein Opfer des deutschen Vplke« flir seine Soldatw. Ich bestimme daher: ..Wer sich an gesammelten oder vons von Aparri bis zum äußersten westlichen Punkt, dem Kap Bolinao. Vier philippinische Schifte von TM^aam-meai 13.18B Tonnen werden als versenkt gemeldet. V©n zwei weiteren SchKfen fehlen Nachrichten. 17 Rrifenllugzeuge vemicMet Kampfübcrlegenheit der ja|>anischen Luftwaffe T o k i 0, 23. Dezember. Behn ersten Luftkampf zwischen englischen und japanischen Fliegern über Malaya wurden, wie Doniei meldet, 15 britische Flugzeuge abgeschossen und zwei Flugzeuge am Boden zerstört, während alle japanischen Flugzeuge zu ihrem Standort zurückkehrten. Aüirinsziel Ipo Singapur meldet weiteren Rückzug der BrHen in Nordnialaya Schanghai, 23. Dezember. Nach Berichten aus Singapur gehen die britischen Streitkräfte in Perak (Nord-Malaya) weiter nach Süden zu- Stolzer mUltürisdier lahresberidit Fortsetzung von Seite 1 400 Divisionen vernichtet Eine spätere Zeit erst wird die Taten voll würdigen, die unsere Soldaten in diesem sechsmonatigen Feldzug vollbracht haben. Durch die Vernichtung von rund 400 Divisionen schaltete die deutsche Wehrmacht in wenigen Monaten als erstes die unvollstellbar große Gefahr aus, die Deutschland und der ganzen europäischen Kultur von Osten her durch den geplanten Überfall der Bolschewisten drohte. Die kommenden Operationen haben die endgültige Sicherung des Friedens Im Osten zum Ziel. Englands Hilfe für seine Moskauer Freunde beschränkte sich auf die sehr laut angekündigte »Non-Stop-Offensive«, die starke deutsche Luftkräfte binden und damit eine Entlastung für die Bolschewisten bringen solle. Inzwischen hat Herr Churchill wohl die Zwecklosigkeit dieser Versuche eingesehen. Jetzt begann er mit einer erdrückenden Überlegenheit in der Cyrenaika einen Oegenschlag gegen die mit schwachen Kräften errungenen Frlih-inhrscfolfTe des lieutPchen Afrikakorps und seiner italienischen Waffengefährten. Das Heldentum unserer Soldaten, die seit Monaten auf dem Boden Nordafrikas im Kampf gegen einen stark überlegenen Gegner stehen, verdient hohe Anerkennung wie die Leistungen unserer Truppe im Ostfeldzug. Gemeinsam mit der Luftwaffe, die an den Erfolgen des Heeres entscheidenden Anteil hatte, führte die Kriegsmarine den Kampf gegen die Ver^ sorgung der britischen Inseln weiter. Auch Roosevelt hat seinen Krieg Wenn nun seit Anfang Dezember auch im Femen Osten die Waffen sprechen und die USA seitdem endgültig zu den Feindmächten zählen, so hat Roosevelt das erreicht, was er so gerne wollte. Schon in den ersten Tagen des Krieges verdankt er die gleiche Erkenntnis, die sein Freund und Betbruder Churchill eines Tages in einer Anwandlung von Offenheit aussprach, daß nämlich in diesem Kriege alles anders zu kommen scheint, wie man erwartet habe. Deutschland, Italien und Japan werden auch im kommenden Jahre das ihre tun, um diese späte Erkenntnis ihrer Gegner zu bekräftige«. rück. Sie versuchten jetzt, Stellungen bei Kuala Kangsa einzunehmen, während die Japaner auf Flößen den Perak-Fluß hinunter Verstärkungen heranzögen. Kuala Kangsa ist ein wichtiger Eisen-bahnort und Straßenknotenpunkt. Er liegt 18 km nördlich von Ipo, das als nächstes japanisches Angriffsziel bezeichnet wird. In Ipo befinden sich bedeutende Zinnbergwerke. Harte Kampfe nm einen BisenbahnitnnieRimilif Schanghai, 23. Dezember Aus Manila wird gemeldet, daß die Japaner von der Lingayen-Bucht aus südwärts vordringen. In der Nähe eines Eisenbahnknotenpunktes fänden schwere Kämpfe statt. Das USA-Hauptquartier spreche von einer beträchtlichen Anzahl japanischer Truppen, die im Angriff seien. Im übrigen bezeichne das Hauptquartier die Lage als unübersichtlich. Schwerer imianorffl aal RMla Lanpiir Bangkok, 23. Dezember. Die Stadt Kuala Lumpur auf^der Ma-layischen Halbinsel war einem schweren Luftangriff jaipanischer Flugzeuge ausgesetzt, der viele Schäden an militärischen Zielen verursachte, Kuala Lunnpur ist die Hauiptstadt des Sultanats Selanger und gleichzeitig der Sit« der Bun(Jesregierung der Matayi-sehen Staaten. Die Stadt, die mitd 111.000 Einwohner hat, liegt 300 Kflo-meter nordwestlich von Singapur. nSA geben den Veilnst Bnanis in Stockholm, 23. Dezember Nach einer Mitteilung des Londoner Nachfichtendiienstes gab das Marinedepartement in Washington am Montag bekannt, daß (Her USA-FlottenstOtzpunW Quam endgültig vom Feinde besetzt sei. Die ScMiMdnVte «Ii lM|ki| Tokio, 23. Dezember Die japanischen Truppen haben die letzten befestigten Stellungen auf Hongkong t)ei Taping und Kili, die zwisdren Pokfulum im Westen und' dem Cameron-Berg im Osten liegen, angegröffen, nachdem sie am Montag abend das Fort auf dem Camerea-Eerg besetzt hatten. Die Verteidigungsanlagen auf diesem Berg und in der Nachbarschaft sind bei dem nächtlichen Angriff, der am Montäg om 23 Uhr begsMin, genommen worden. Die Zahl 4er Gefangenen beläuft sich bis zum 23. Dezember auf 1119, darunter 118 Engländer. Chhiesische SMInipi dnrchmcken Schanghai, 23. Dezember. Die japanische Offensive In der Provinz Kiangsu setzte westlich vom Taihu-See (westlich von Schanghai) ein. Die japanischen Truppen durchbrachen am zweiten Tag die Stellungen der 40. chinesischen Division und eroberten einige Ortschaften. Die Operationen dauern an. ChnrcMH nach WashimlM helaMm Stockholm, 23. Dezember. Reuter meldet aus Washington das Eintreffen Churchills und Beavertorooks in den Vereinigten Staaten zu Besprechungen mit Roosevelt. Die Reise Churchills nach Ameriica spiegelt die katastrophale Lage wider, in der sich Churchill und Roosevelt befinden. Die Reise ist für Churchill ein Canossa-gang, denn hinter diesem Treffen verbergen sich die großen Sorgen des Empire. Hie Lage in der CvrenaHia nmerindert Rom, 23. Dezember. Der Raftienische Wehrmachtbericht vom Dienstag bat folgenden Wortlaut: Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: Die Lage hn Dschebel der Cyrenaika, wo Spähtruippuntemehmen stattfanden, ist unverändert. Verstäilcte Tätigkeit der feind^cheo Artillerie gegen die SteÜungen von Bikr-dia und SoNum. D^e ungünstigen Witte rungsbed in-gungen schränkten die Olperationen der Luftwaffe ein. Tobruk und Dema wurden von Abteilungen der deutschen Luftwaffe erfolgreich bombardiert. Italienisch© und deutsche Flugzeuge erzielten in wiederholten Angriffen auf die Inse^ Malta trotz lebhafter feindlicher Abwehr Treffer auf militärische Ziele. ßrucic nnd Verlftx: Marburser VerlaRi" und Druckerei-ües. m. b. H, — Verlagsleituatc: Egon BaumKartner; ilauptschriftleiter: Anton Qerschack; aUe in Marburc a. d. Drau. Badgasse 6.____ Zur Zelt für Antatgen die Preisliste vom 1. Juni 1941 xuitlE. Auslall der Lieferung des Blattes bei hAherer Qewail oder Retriebutftriine gibt keinen Anspruch aal fittokuiiluag lUs Üasiigsgtldaa, Nummer 230-241 »Maxlmrger Zekiins«, Weiknachteti. 24—26 r>e7,em!>er 1041 Seite 3 Das Südchanesische Meer Mittelpunkt d«s ostasiatischen Kriegsgeschehens CHe Kriegsereignisse im Fernen Osten haben vom Anfang an den Charaliter eines Kampfes um das Südchinesische Meer angenommen. Üiese Wasserfläche könnte ebenso gut die Bezeichnimg »das Mittel-meer Indonesiens« tragen, denn sie bildet tatsächlich den Mittelpunkt der indonesischen Welt, von Ländern und Inseln, die hauptsächlich von Malaien bewohnt sind und deren Geschichte und Kultur ein Zwischenstück zwischen der indischen und der chinesischen bilden, was auch durch diesen Namen »Indonesien« zum Ausdruck kommt. Das Süd<:hinesische Meer ist im Norden durch die in japanisc^iem Besitz befindliche Insel Formo«a, durch die Süd-ostkitete Chma«, durch Indocfiina, Thailand, Britisch-Malakka, einige Inseln Nie-derländisch-Ifldiefis, Sarawak und Bri-tisch-Nordborneo sowie durch die Philippinen begrenzt. Durch die Einverleibung der Insel Formosa trat Japan im Jahre 1895 in die Reihe der Anrainerstaaten des Südchinesischen Meeres. Die«c Insel, die etwas größ« ist als Belgien, war früher selbständig und gehörte seit l-ößS zu China. Ein großer Teil von ihr ist noch uner-schk)8sen, von ^rgen und Urwäldern bedeckt. An der Nordspi-tze haben die Japaner bereits vor Jahren den starken Flotten- und Luftstützpunkt Kee^ung errichtet. Die sehr gegliederte Käste Stidchinas ißt seit jeher ein beliebter Schlupfwinkel chinesischer Seeräuber gewesen, die bis vof kurzem das ganze Sädchineslsche Meer tmsicker gemacht haben. In den tiefen, winteelreichen, feteigen und von dichte« Wäldern nmstandeneti Buchten entgingen die Piraten aHen Strafexpeditio-nen. Auf dle«e Weise wurde der Außenhandel der reichen SQdprovtnzen Chinas beständig bedroht und zuweilen a«ch lahmgelegt. Die Englander machten sich ciiesefl Umstand zunutze, tmd als sie vor genau hundert Jahren nach dem ersten Opiumkriege die Feteeninsel Hongkong vor der Einlalirt zur nesigen Hafenstadt Kanton erwarben, fibemahmen sie einen großen Teil des sfldchinesischen Überseehandel«. SpSter setzten sie sich attch an dem Honkong am nächsten gelegenen Teil des Konrinents fest tmd so ent-, standen die beiden Städte Victoria anf der Insel (30.000 Nichtchinesen und .'^64.000 Chinesen) und Kaulun auf dem Festlande (273.000 Chinesen). Sttdwestlicli von Hongkong rnid cler cbenfalis an der MAndung des Kanton-(oder Perl-)FlMsse« gelegenen kleinen portugiesischen Kolonie Macao, liegt die Insel Hai-Nan, die etwas kleiner als Formosa isi Hai-Nan ist im Laufe des chinesischen Konfliictes, ebenso wie fast die ganze übrige Köste Chinas, von japanischen Trui)pen besetzt worden, und sie gehörte neben der Insel Formosa zu den wichtigsten Aufmarschgebieten der japanischen Wehrmacht. Durch den vor Jahresfrist abgeschlossenen Pakt mit Französisch-Indochina ist Japan in den Besitz wichtiger strategischer Punkte auf dem Gebiete dieser Kolonie gekommen, die zu den landwirtschaftlich wertvollsten Teilen Ostasiens gehört. Indochina ist eines der wichtigsten Exportländer für Reis, und die Sperrung des Reiszufuhren aus Indochina allein schon bedeutet einen schweren Schlag gegen die bedrohte englische Festung Singapur, deren etwa 600—700.000 Köpfe /ählende Bevölkerung von der wenig entwickelten Landwirtschaft der Malaien-Halbinsel nicht ernährt werden kann. Das Scliutz- und Trutzbüudnis mit Thailand erniÖKliclite den Japanern den ungehinderten Cininarscli in dieses Land von der See her und über indochina sq-wit} die Besetzung von ijünstigen Aut-tnarschstellungen gCiien die britischen Kolonien Birma und Malakka, Von der Nordostgrenze Birmas führt nach Nordwesten die berühmte »Birma-Stralie«, über welciie die TschunKl;ie-runK niit entjlisclicm und anierikani-scliem Kriegstnatcriaj bis jetzt versorKt wurde. Nun wird sie nicht nur im Wirkungsbereich der japanischen Luftwaffe licsen, die sie mehrfach erfolKreich angegriffen hat. sondern auch in dem der japanischen Landstreitkräfte. An der Süds;)itze Thailands befindet sich die Kra-Landenge, die nur etwa 100 Kilometer breit und von Salzseen durchsetzt ist. Bereits vor Jahren wollten die Japaner diese Landenge mit einem Kanal durchstechen, um so die von der Festung SingaT)ur gebildete Sperre zwischen dem 13eckeTi des Stitten und des Indischen Ozeans zu umgehen. Jeder ?»üizDn Karte: Archiv jaipanische Versuch in dieser Riclitun« mußt« aber am Widerstand und an den Innigen Großbritanniens scheitern, welches das militärisch schwache Thailand unter Druck setzte. L^gs der gaTizen Malayen-Hakbiiisel, von Bangkok, der im Norden des (loWes vtm Xhatlatid liegenden Hauptstadt des L»ides, bis Singaiwr im äußersten Sfl-den, verläuft eine Kisenbahn, die den Aufmarsch japanischer Truppen gegen Malakka, also das Vorgelände von 'Sin-gapiur wahrscheinlich erleichtert hat. I)4e F.isenbahn läuft dicht neben der von (ier ja:p»mscheqi F'I-otte beherrschten Ost- küste der Landzunge, sie konnte daher von eiiglisclien Landtrup-pcn oder Fiot-teneinheiten niemals ernstlich bedroht werden, und sie hat die Landunssope-ratiorten der Japaner in dieser Gegend sicherlich begünstigt. Wir sehen somit, dai] die ganze Nord-westküs-te des Südchinesischen Meeres, von Ciiina bis zur Südspitze von Thailand, von den Jaipanern beherrscht wird. Das Inselreicli der Aufgehenden Sonne hat hier eine ausgesprochene kontinentale Sttillung. Die Cjegner Japans besitzen — mit Ausnahme des noch britischen Malakka — ausschlielilich Inseln, die der von den Japanern besetzten Küste des Siidchinesischen Meeres direkt gegenüberliegen. So gehören größere und kleinere Inseln südlich und südöslich von Singapur zu Niederländisch-Indien und der Nordtei! der Insel Borneo zum Britischen Weltreich, Der Mittelteil des britischen Besitzes auf der Insel Borneo untersteht allerdings nicht unmittelbar der englischen Krone, wie das beispielsweise bei der Kolonie »Nordborneo« der Fall ist, In Sarawak finden wir noch das staatsrechtliche Kuriosum der Herrschaft von »Weißen Radschas« vor, der Nachkommen eines englischen Abenteurers, der hier vor hundert Jahren einen Staat gründete. Diese »Weißen Radschas« stehen staatsrechtlich auf der gleichen Stufe wie die malayischen Radschas von Johore, Brunei usw. Auch auf Britisch-Nordborneo sind japanische Truppen gelandet. Den Ostrand des Südchinesischen Meeres bilden die Philippinen, eine Inselgruppe, deren (lesamtfläche etwa genau so groß ist wie die von Großbritannien und Irland. Von der Festlandsbasis Südostasiens aus traten die japanischen Streitkräfte auf dem l.and-, See- und Luftwege ihren Vormarsch gegen sämtliche Besitzungen ihrer Gegner am Süd- und Ostrande des Sfldchinesischen Meeres an, das sonnt zum eindeutigen Mittelpunkt des ostasiatischen Kriegsgeschehens wurde. Weihiaditsbriei ais dem Ostei Ze einer eimrigen grossen deutschen FamHie verbunden Von KHegsberichter Heinz Thiel ..Weihnacht 1941. Liebste Mutter! Sei nicht traurig, wenn ich auch in diesem Jahr nicht bei Dir bin. Jedem stellt die Pflicht auch zur Weihnacht an seinen Platz. Für uns ist es der verschneite Graben vor den Sowjetstellungen. Die Pflicht ist hart, aber gehöre ich nicht zu meinen Kameraden, mit denen ich nun sechs Monate Schulter an Schuller in Kampf und Gefahren des Ostens zusammenstehe, mit denen ich schwere und schöne Stunden verlebte, und deren schönste es sein wird, wenn wir am Weihnachtsabend um den Tannenbaum sitzen und aus der Weite der russischen Erde sich vor uns die Heimat auftun wird —. die Heimat, für die wir marschieren, kämpfen und aushalten, bis der Sieg unser ist. Du machst Dir Sorge? Du meinsl, wir wären einsam und verlassen hier draußen? Wo Kameraden sind, wo gleich-gesinnte Menschen einer großen Idee dienen, kann es nie einsam werden. Die Kameradschaft des Krieges kennt kein V^erlassensein. Zwar sind wir Tausend»' von Kilometern von F.uch zuhause entfernt, und doch werdet ihr alle am Weihnachtsabend mitten unter uns sein. Im vorigen Jahr war es in Frankreich Wir saßen in unserem schlichten Zimmer an d'.^r spanischen Grenze und hörten über den RnndHink iene Sendung, die uns alle —. oh in Narvik, in Hendaye, in der Geborgenheit der Heimat oder auf fernen Meeren — zu einer einzigen großen deutschen Familie verband. So wird es auch diesmal sein. Ganz in unserer Nähe wird ein Mikronhon in einem kleinen Bunker der Waldai-Höhen stehen, und der Unteroffizier, der im Osten ferngetraut wurde, wird das erste Mal mit seiner jungen Frau sprechen können, der Ohergefreite wird seinen Bruder aus dem Afrika-Korps rufen und der Gefreite, der jüngste seiner vier im Felde stehenden Brüder, wird über den Aelher dem Vater seine Weihnachtsgrüßc bringen. Sie sprechen für alle, die wir im Norden der Ostfront auf Posten stehen, ihre Wünsche sind unsere Wünsche. So nimm dann, liebste Mutter, die Grüße jener Infanteristen auch als meine Grüße. Im vorigen Jahr war es in Frankreich, und es gab viele schöne Dingii, niit denen ich '/um Fest Dein Herz erfreuen konnte. Das Sowjetland kennt nichts von alledem, nichts von »russischem« Tee, nichts von einem sagenhaften Kaviar. Nimm als meinen Gruß den grünen Tannen/.weig. Ich hahe ihn an der Wolga-Quelle gebrochen, dort, wo aus Wald und Sumpf Europas mächtigster Fluß entspringt Mögest Du an diesem Zweig die Größe unserer Zeit erkennen und die geschichtliche Weite des Auftrages, vor den uns das Schicksal stellt. Im vorigen Jahr war es in Frankreicii Damals saßen wir in einer stillen, sauberen Stube. Heute hocken wir in einem engen Bunker und 150 Meter von uns feuert ein .Maschinengewehr. Damals war es wie Weihnachtsfrieden. Heute ist härtester Kampf. Aber was kommt es viel auf Äußerlichkeiten an. Wir haben im Feuer des Krieges einen unbestechlichen Blick bekommen und sehen nicht so viel auf Schale und Kulisse als auf das Echte des Kerns. r")raußen wird es in dicken Flocken schneien, und der Schnee wird unter den Stiefeln des Postens knirschen. Wir werden um unseren Tannenbaum sitzen, den wir vom letzten Spähtrupp mitbrachten im Ofen werden die Fichtenkloben knistern und wohlige Wärme spenden, vor der erdenen Wand Wird mir Dein Biltf entgegensehen und aus Deinen Päckchen die jetzt noch der Hauptfeldwebel sorgsam versteckt und hütet, wird all Deine mütterliche Liebe mir entgegenströmen Wir werden glücklich sein und reich beschenkt. Wir werden über alle Grenze# und Weiten zu Euch in die vertraute Stube kommen — ihr werdet in unsere« Bunkern sein, und so werden wir gemeinsam das Wunder dieser Kriegsweihnacht erleben und ihren Sinn verstehen; in stolzer Erinnerung an Deutschland? größtes Jahr und in mutiger, unver7.aiTter SannnlunL'" vor neuen großen .Aufgaben, die uns den Sieg und auch der Heimal entgegenführen. In solcher Zuversicht grüße und kii'^s* ich Dich als Dein Heinz. (PK) Weihnachisi'o'sciian nn die Aoslandsdra'schmi Gruß der Heimat 'um deutschesten aller Feste Berlin, 23. Dezember. Am Weihnachtsabend spricht der Leiter der Auslands-Organisation der NSD.AP, Gauleiter Bohle, über die Kurzwellensender zu den Auslandsdeutschen und den deutschen Seeleuten. In einer Weihnachtshotschaft wird der Gauleiter den Auslandsdeufsehen in aller Welt den Gruß df'r xuni deutschesten aller Feste übermitteln. Wenn an diesem Weihnachtsabend die T^ichlstrahler des Kurzwellensenders die Stimme der Heimat in alle WeMteilo tr"-fi^en werden, gedenken wir derer, di.-' draußen auf Posten stehen und tro'/ .Anfeinduncr ihr Deutschtmn, wenn nich^ mit der Waffe, dann durch eiserne Haltung und Treue beweisen, Rewilltlde RrimsiH»ncstande- "" ner Berj;liäntic der sclimucke Markt Oberbiirs. Der h>emde wundert sich, daü gerade in diesem Winkel eine Krö-ßere seschlossene Siedlunff entstand. denn das urnvirtilche Ber^Iand und die abgeschiedene Läse scheinen der Knt-wicklnnif des Ortes wenic: .c;ilnstij^. Aber hier befand sich sciion im U. Jalirhutidert der Sitz jener bedeutenden (irundherrschait, die das ßesamte Gebiet der oberen Sann von Praüberj? aufwärts umfaßte Diese (irundherrschaft ü'mü in der Mitte des \2, Jahrimnderts in den Besitz des damals gegründeten Benedi'k tiners tiftes »Obberemburch« (Oberburg) über, bei dem es durch 3,13 Jahre verblieb. Nacii der Auflösung des Stiftes aber wurde sie ^!igentum des neugeschaffenen Bistums Laibach, dessen 13ischöfc sicli hier liiiufig aufhielten. Nur ^ ist die Entstehung des Marktes Oberburg erklärlich. Schon in einer Urkunde des Jahres 1-^1 wird als Richter von Oberburg ein Nikolaus von Ror genainit. Mit »Ror«, »in Rore« oder »Rorach« wird auch die Siedlung bezeichnet, die am linken piiethufer. dem einstigen Benediktiner-Mosier gegenüber, entstanden ist. »In l^ore« ist jedenfalls eine lateinische Bezeichnung und bedeute »drauUen auf dem Lande«, im Gegensatz zum Klostergebäude. Oberburg, der Name des Klosters, hat init der Zeit den Siedlungsnamen Ror zurückgedrängt. Unter dem Richter von Ror ist also der Richter von Oberburg zu verstehen; denniach hatte Ror-Oberburg Si-iioti inj 1.3. Jahrhundert Marktreciite. (iie es nicht vom I-andesfürsten, sondern von seinem Grundherrn erhalten hatte. Über diese Marktreciite belehrt uns eine Oberburger Urkunde aus dem Jahre Vofi altersher, so heiUt es da. bestand die Gepflogenheit, dal.i die Stifts-untertanen ihre Waren (Ochsen. Kühe, Kastraunen, Frischlinge, Lämmer, Heißer. Schmalz. Käse. Mäute, Eelie usw.) nicht in iliren Häusern oder auf ihren Ifuben verkaufen durften, sondern nur auf den Märkten zu Oberburg und Laufen. Da aber in letzter Zeit die Bauern gegen diese alte Geipflogenlieit ihren Handel treiben und zum Schaden des Klosters und der armen Leute, die nichts einkaufen können und daher Notdurft leiden, ihre Waren nicht auf den Markt bringen, solle künftighin"in der ganzen Herrsciiaft Oberburg jegliche Ware nur auf den Märkten zu Oberburfir n?id Laufen verkauft werden. Jedem hawiderhandelnden wird der Verfall der Ware aniredroht. ferner eine Cjcld-strare von ."i Mark l^fennige an das Kloster. "» Pfund Pfennige an den Schaffer und CA) Solidi an seinen Amtmann. niögliclit uns das Oberburger Urbar des Jahres 14ift. Hann finden wir neben sechs Steuergemeinden. in die die ganze Grundlierrscliaft im oberen Sanngebiet eingeteilt, war, »die Bürger in Ror und nächst dem Kloster« in einem besonderen Steuerverzeichnis angeführt. Dabei wird eine Stampfmühle ausdrücklich als »im morclit« (Markt) gelegen bezeichnet. Während in den anderen sechs Steuergemeinden die Abgaben größtenteils noch in Naturalien erfolgten — die Steuergemeinde Neustift hatte z. B. jährlich unter anderem 6.100 Stück »Herrenkäse« und 3700 Stück »Nonnenkäse« an das Kloster abzuliefern —. entrichteten die Bürger von Ror-OberburK Steuern und Zins fast nur in Geld; mit ein Beweis dafür, daß sie nicht von Ackerbau und Viehzucht lebten, sondern vorwiegend Gewerbe und Handel trieben. Nur Wachs und Pfeffer wird unter ihren Abgaben angeführt. Das eine steht jedenfalls fest, daß das Kloster aus Sehlen nicht gerade zahlreichen Untertanen herausgepreßt hat, was nur möglich war, und von diesen Abgaben. Zinsen und Steuern ein recht beschauliches und sorgenloses Leben führen konnte. Das Stcuerverzeichnis beweist uns ferner, daß Familiennamen zu jener Zeit erst im Entstehen begriffen und nicht allgemein üblich waren. Aufgezählt werden u. a, vier Schuster, darunter ein »Hinnig unter dem Stein«, ein Benedikt, ein Oswald und ein Fliß, ein Schneider Klug und eine Schneiderin, die Kürschner Schwantner, Mertl und Paul und ein Müller Harrant. Außerdem finden wir die Schmiede Anderle, Gregor und Pi-rieh, die Zlmmerleute Mathi und Grego-rius, den »Botticher oder Pinter« i^i-chel. die Maurer Linhart und Hensel, zwei Schreiner, einen Weber, einen Metzger, den »sagmaster« (Sägemel-ster) Simon und sogar einen Feilen-hauer. Von den sonstigen spärliclien Familiennamen seien noch die folgenden, zum Teil recht bildhaften, genannt: Reyn-thaler, Ratgeb, Elend, Leberley, (iraff, Lugaster, Käfertanz und Kälbertanz, dessen Frau »die Chelbei tanczin« genannt wird. Außer den Vertretern des damaligen Gewerbestandes stoßen wir aber auch auf die »Hofknechte« Martin, Sakl und Pfister, auf einen »Sawhalter« (Sauhalter), auf den Schreiber Jorg und auf einen »Jurista«. Das war der Notar Johannes von Ysenhausen. Der hatte zusammen mit seiner »Wirtin« (Ehefrau) in der »Praitn« im Markt von der GrundherrScIiaft eine »»Klause«, samt Gärtlein. einen Obstgarten, eine Hofstatt. einen Acker und einen Stadl ge- kauft und war jedenfalls ein wohlhabender Mann. ' Insgesamt werden im Markt Ror-Oberburg die Steuern von 2^ Äckern, 34 Feldern. 3 Wiesen, von 13 Hofstätten, 14 Häusern, 3 Huben, von 11 Gärten und von 3 Kelleni genau verzeichnet. Auch verschiedene Orts- und Flurbezeichnungen sind lehrreich. Der Hügel, auf dem sich einst die ursprüngliche Burg erhob, wird Burgstal! oder Burgstadl genannt. Jener Teil des Marktes, in dem heute der Friedhof liegt und wo einst ein Nonnenkloster (daher der »Nonnenküse«) stand, hieß »In der Praitn*. Weitere Bezeichnungen nehmen sich da wie heutige Straßenbenennungen aus. So die Haus- und Flurnamen Unter dem Stain, Im Baumgarten. In der Küstrei, Unter der Linden, Im Pacli, In Waidach, Im Gartett um den Teich, An der Tratten, Bei der Mühl, In der Neugasse, Am Graben, In dem niederen Baumgarten, In der Tain (Tainach 1), Unterm Burgsiall. Daraus sind dann im Laufe der Zeit hier tief unten in unserer Untersteiermark deutsche Familiennatnen entstanden, wie zum Beispiel: Stainer oder Steiiu r, Baumgartner. Küsier, Lindner, Bacher oder Pacher. Waidacher, Gärtner. Teicher, Trattncr. Müllner, Neiiijasser, Gratiner. Niederbaumgartner, lainer, Burgstaller und viele andere, die alle heute noch mitten in unseren Leben stehen. Ist es nicht seltsam, was uns solch ein altes Steuerverzcichnis alles zu erzählen vermag? Wie es uns nicht nur einen Blick tun läßt in die wirtschaftlichen Verhältnisse unserer Altvorderen, sondern auch in die Entstehungsgeschichte der Familiennamen? Nur schade, daß uns keine alte Schrift davon erzählt, welchen"klugen Ratsclilögen die Ratgeb ihren Namen zu verdanken haben und welch heiteres Ereignis und welch absonderliches Gebaren die Spottnamen Kälber- und Käfertanz erstehen ließ. Der das „Glas Wasser" schrieb Eugen Scribe zum 150. Geburtstags Einst stand der Name des französischen Dramatikers Eugen Scribe auf den Theaterzetteln der Bühnen der ganzen Welt. Dieses Kind aus der französischen Hauptstadt — in der Revolutionszeit, am . 24. Dezember 1791, wurde es dort geboren —, erlebte es, daß seine Stücke in fast alle Kultursprachen übersetzt wurden. Sein dichterisches Schaffen trug ihm ein Vermögen ein. Aber es wird berichtet, daß Scribe viel Gutes getan hat. Es bedeutete eine Krönung» in seinem, an Erfolgen so reichen Loben, daß die stolze Akademie ihn, den Komödienschreiber, in ihre Mitte aufnahm. Heute kennt man von Scribe wohl nur noch sein »Glas Wasser«. Dieses Stück ist kennzeichnend für sein Schaffen, es bringt uns zum Bewußtsein, warum Scribe einst so unerhörte Erfolge hatte. Der großartige Aufbau der Stücke, ihr heiterer, witziger Ton, der farbige Wechsel der Situationen und der Erfindungsreichtum an Verwicklungen, Verwechslungen und ihren Lösungen verbürgten ihre Publikumswirksamkeit. In allen seinen Stük- ken lebt in jeder Szene die Theaterwelt, auf Kosten der wirklichen Welt und mancher Oberflächlichkeit. Darüber aber ist seine Zeit großzügig hinweggegangen. Die Stimmen der Kritik, die darauf hm-wiesen, waren in den Wind gesprochen. Diese Tatsache erklärt es, daß der Name Scribe später immer seltener auf dvn Theaterzetteln erschien. Scribe war erst Rechtskandidat. Lr vertauschte dann die juristische Laufbahn mit der des Dramatikers. Der Beginn war alles andere denn ermutigend. Seine ersten Stücke fielen durch. Dann aber reihte sich Erfolg an Erfolg. Er schrieb seme Stücke in erstaunlich kurzer Zelt und brachte es daher auf rund 200 Werke, hm werden sogar 300 zugeschrieben. Die 100 »zusätzlichen« hat er aber nicht allein geschrieben, sondern mit anderen zusammen, ^ . . Zusammen mit seinen Mitarbeitern hat Scribe auch Operntexte geschrieben, zu »Fra Diavolo«, »Robert, der Teufel«, »Die Stumme von Portici«, »Hugenotten«, insgesamt zu mehr als 60 Opern. + Der Arzt aus liebe. Vor genau 50 Jahren, am Weihnachtsfest 1891, hat ärztliche Kunst einen Sieg über den Tod davon getragen. Damals gelang es dem weiland Stabsarzt Dr. Behring zum erstenmal, ein Kind vor dem sicheren l)iplitcrietod zu retten durch das Serum, das er entdeckt hatte. Seit jener Zeit sind Millionen von Kindern in der ganzen Welt dem gnadenlosen Würger entrissen worden, Millionen von Müttern wurde ihr Liebstes erhalten.^ Ein Deutscher war es, dem sie dieses Glück zu danken haben, wie deutsche ärztliche Kimst und deutscher Forschergeist im Kampf gegen Krankheit und Siechtum so oft mit Erfolg in der vordersten Reihe gestanden haben. In der Reihe der »Bücher deutscher Kultur« im Wil-heim-Limpert-Verlag. Berlin, ist nun, von Oswald Gerhardt geschrieben, ein Buch erschienen, »Stationen einer Idee«, das uns volkstümlich und für jedermann verständlich Behrings schicksalsvolleii Weg schildert. Wir erfahren, wie Behring zu seinem Kampf gegen den kinderwürgenden Diphterietod angeregt wurde, wie er allen Schwierigkeiten zum Trotz diesen Kampf aufnahm und ihn zum Ende glücklich durchführte. Mit der Zähigkeit des Ostpreußen ist Behring seinen Ideen nachgeKangen und hat sie verwirklicht, ganz ein Arzt aus Liebe, einer aus der großen Reihe, die Paracelsus anfing. Auch die Tragik im Leben Behrings kommt zum Ausdruck: sein vergetilicher Versuch, ein luber-kuloseserum zu finden. Das Buch Gerhardts ist ein Dokument einer Geistesarbeit — aber es liest sicli wie ein Roman. Ein besonderer Reiz ist die Benutzung vieler persönlicher Dokumente. Briefe. TagebuchaufzeichnunKen Behrings. so daß der Mensch und Arzt Behring in seiner Ganzheit vor uns lebendiff wird. ^fiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiimiiiiniiiiiiiiiiiiiiiftiniiiiiiiiiiiiiiiiiiimtiiiii:!! 1 DIE GELBEN PERLEN! I EIN ABENTEUERLICHER ROMAN | Mtminiiiiiini VON HANS RABL niiiiiiuiiiiiiiiS Copyriehl by Verlaf Knorr & Hlrth. MOnchfD 1040 (42. Fortsetzung) Einen Augenblick blieb Mike O'Dwyer in der Tür stehen und schaute auf die Terrasse. Betjo saß draußen an einem kleinen Tisch; sie neigte sich tief über das kleine gehobelte Brett, das sie Mike tags zuvor abgebettelt, und arbeitete eifrig mit dem Schnitzmesser, das er für sie aus Rays reicher Werkzeugkammer geholt hatte. Da die Sonne hinter ihr stand, über der konturlos schwarzen Wand des Urwaldes ver-nhKlite er den Ausdruck ihres Gesichts nicht zu erkennen; unwahrscheinlich golden gleißte im Gegenlicht ihr helles Haar. Als er sich räusperte, fuhr sie auf und drehte das Brettchen rasch um. »Wie geht die Arbeit?« fragte er und trat zu ihr hinaus. »Ich hatte keine Almung. daß Sie nicht nur sclireiben. sondern auch schnitzen. W'as wird es? Oder darf man's nicht wissen?« »Setzen Sie sich dorthin«, bat sie und wies auf den entferntesten Stuhl, »und versuciien Sie nicht, zu gucken. Wenn ich fertig bin — nur ein paar Schnitte noch — zeig' Ich's Ihnen von selbst«. Er gehorchte. Mißtrauisch alle Augenblicke zu ihm hinspähend, setzte sie Ihre At^eit fort. Endlich legte sie das Messer aus der Hand. »Ich weiß gar nicht«, seufzte sie, »ob ich's sehen lassen soll —?« »Sie haben es mir versprochen«, protestierte er. »Es ist ja nur eine dumme Spielerei!« »Aber ich möchte es sehen.« »Und Sie lachen mich nicht aus?« »Gewiß nicht.« »Also dann — dann schauen Sie«, murmelte sie und reichte ihm mit einer verlejienen Bewegung das dünne Holz. Mike betrachtete die Tafel mit Verwunderung. Betje hatte, wie es schien, ihre eigene Grabplatte geschnitzt, wenn man's so nennen sollte. So war das Brettchen: Luk. 8/50 Apok. 14/1 Von hier verschwand BETJE SWARTH Apostel 27/3^) Rom. 12/9 O'Dwyer schüttelte den Kopf. »Und was ist das?« fragte er begriffsstutzig. »Ich sagte ja: Unshm!« rief sie ärgerlich und beschämt und riß es ihm aus der Hand. »Ach. Sie wollten sicher etwas Bestimmtes damit. Kommen Sie, sagen Sie's mir!« schmeichelte er. »Ich täte so gern einmal etwas, das Ihnen Spaß macht — obgleich dies h'cr froil'ch nicht ganz nach Spali aussieiit«, fügte er langsam hinxu. »Wenn Sie so gern etwas für mich tun — haben Sie in Ambon gefragt, nach ihm?« »Bisher hab* ich nichts gehört, leider«, antwortete er betrübt. »Es tut mir selbst so leid! Sehen Sie, unser Vertrauensmann dort hat natürlich nur eine beschränkte Zahl von Tauben zur Verfügung. 13eswegcn allein wird er keine starten, denke ich mir. Und sonst hat er eben wahrschein'lich nichts Wichtiges zu melden.« »Na ja«' nickte sie. und ihr Mund zuckte leicht, »so ungefäiir hab' ich's mir vorgestellt.« »Aber das dürfen Sie nicht sagen, Fräulein Betje. Ich — also wirklich, es liegt nicht an mir, und —«, er stockte. Dann fiel sein Blick wieder auf das Brettchen. »Sagen Sie doch, was Sie damit wollen«, bat er. »Wenn es sich irgend machen läßt, will ich sofort —« »Es war ja nur ein blöder Schulmäd-chenelnfall«. welirte sie ab und sah wohl, daß gerade ihre Abwehr ihn um so fester ans Tiienia fesselte. »Sprechen wir von etwas anderem, Mike. Zum Beispiel, steckt Ihr Herr und Meister immer noch in seiner Hexenküche?« »Ja. da ist er noch«- antwortete Mike , unauftiierksain. »Aber lassen wir das ' doch! Sie werden mir jetzt sagen, was ' mit dem Brettchen geschehen soll. Und wenn ich's einricheln kann, wird es sofort ausgeführt. Wirklich, Sie brauchen ' nicht zu tun. als ob wir Menscbenfrossor wären oder sadistische Kerkermeister. Das sind wir niclit. Ich vor allem«, er wurde leiser und intimer, »bin's t>c-stimmt nicht. Kann es gar nicht sein — zu Ihnen!« Sie wandte sich ihm rasch zu. »Also gut«, sagte sie und warf mit der kurzen Bewegung, die so cliarakteristisch für .sje war, und in die Mike sich schon beim erstenmal verliebt hatte, den Kopf auf. »Ich wollte das gern in der kleinen Mulde auf der Schäre befestigen, in der ich damals gelegen bin. Ehe Sie mit Ray kamen und mich holten. Es war es war nur so ein blöder Einfall. Ich dachte, wenn ich schon tot sein soll- will ich auch einen Grabstein haben. Aber das ist ja alles Unsinn, ich weiß es selbst. Ausgeburt der Langeweile! Geben Sie's her. und reden wir niclit mehr I davon.« »Hören Sie. Fräulein Betje, Sie sollten ! wirklich nicht so zu mir sein« bat Mike traurig. »Ich will Ihnen etwas sagen: icji 1 gehe jetzt sVtjrdfe von ihm zttstört, und der Mütiet' Ist dabei ertrurtk'en. Im Laanfelder Totenbuch, das an diesem Tag vier ^Irtrunköne verzeichhef, Sind bei dem einen die paar knappen Zeilen angefügt; »Jacobus t'erinediger — iM mit seiner Mühlen in dem wUIden Wasser lieunt versofvn. Isf vor etle sech-jähr als ein armer Pursch in unser Pfarr zu Laanfeklt khomen und allda ein rhrsamb Mühlncr worden. Gott tlab ihn seel'ch und trest uns 'n unser gi'ofeert Nnth, Amen.« — Im Volk aber wird noch viel vom Laanfelder Müller erzählt. Gutes und Böses. Zumeist geht die Geschichte so: Ja, die Laanfelder Mühle Ist seit zweihundert Jahren ein Trümmerhaufen, mag sie auch niemand aufbauen, weil sich keiner getraut. Als die Mühle aber noch stand, Tag und Naclit lustig klapperte — dorttt öer ^te Müller galt al«; ein ehrlicher Mann, dem die Bauern weither zukamen —, Rflb es da einen Mtillerburschenj Jakob mit Namen, Der war weiß GoU woher, und ist nicht so gewesen wie andere junge Leute. Wohl war er groß und stattlich, daß zum hellen Gespött der Laanfelder auf einmal mehr BnuerndTnen denn Knechte mit der Brotfrucht zur Mühle fuhren, auch tat er Arbeit für drei, wie der alte Müller bisweilen In der DorJ-schenke zufrieden prahlte. Aber w^nn d'e Burschen d'e Krllffe auf d 'n Tisch oder anderwärts hinschlugen, und wenn sie die Mägde wild dreiiten und schwenkten öder sonstwie nächstens durch die stille Herrgottswelt sakermenterten, dann war der Jakob nicht dabei. Das hatte s^men Orund. An e nem sommerlichen Feierabend' war es, da fischte der Müllerjakob am großen Tumpf, wo die Mur das scharfe Knie macht. Es ist dort n'cht geheuci", mußte schon mancher im Tumpf sein Leben lassen. Das Volk he'ßt die Stelle auch den lauten Pfaffensack, und darüber steht — seltsam genugl — in der Laanfelder Pfarrchronil( geschrieben: »Der bös und schlecht verrufen Thumpff, den die Leuth vor gelten schon den lauten PhFaffensakh gencnnet, dieweil das in einem großen Wirbl zlechendie Wasser oft brttUct und jämmerlich schreiet urtd gar kheineii Bödett hit hat. . .« Und dort hört^ der Jakob, als die Sonne eben untefgehen wollte, auf fcinmal hinter den dichten WeidenbÜSchen, die rtoch heute das Ufftr sSUmen, ein Lachen äus dem Wasser; daü klang so hell, wie wenn Dukaten Ober ^Intö Steirtplälte krfeisdln. Als er näher schlich und die Büsche sur Seite bog, lagen darauf weiße Schleier, dünn wie Maiennebel, und goldene Schnure. Mltteft Im bösen Tumpf aber schwammen drei wunderholdc Pfauen, tauchten utid nieder und lachl«n, wenn sie däs gufg^nde Wässer Im wilden Tani rfecht In den Orund hlHäbt^rren wollte. Bei der einen lag abef das Haar schwärt wlfe Rabennacht utn die Schul- lafi jedermann zur Mühle; er wollc^ sO sagte er schon im Gehen an der Wirts-haustür, sich endlich trohe Feiertage machen» Am Mdrg(?n jenes Tjiges, der w-ic ein Lenztag so warm war^ startdön die Leute aus zwanzig Dörffern um die Laanfelder Mühle. Und aüf einmal sah man den Müller aüf dem flachen Dach überm Mühlrad. Das schneeweiße Haar flog im Föhnwind, und am Dachrahd waren in cer Reihe Säcke aufgestellt, prall urtd dick. Da griff der Müller hinein und schleuderte mit vollen Fäuaten die fUm-lUerndert Goldstücke In den Fluß. Die Leute schrien und tobten und wollten die Muhle stürmen. Aber Tür und Fenster waren mit Riegel und Gitter wohl verwahrt» Und als der letzte goldene Gulden versunken war, da warf der Müller lachend auch die GoldschrtUr weithin ins Wasset. Diesmal kam kein Fisch und keine Artgel wieder. Doch eine haushohe Nloretundo im Bauornhaut Vttii Müh P. fievem Del Sehmiede« letuter SeHlig verhiltt. BaM »rhsieU Reisig« »»«d Span; Das Ktttmn B)>Xtef Ptihreti ruht. Aus XekipMi, wiesen, Feld und W«ld Zog das Gesind ku Höf utid Gut. Die Hüttime wie ein THniger hüpft. Die ftHuHn selRl dm Kns«rl dran. Die DtttnuiVung In die Stube schlüpft. Aub tlitcen glänzt der Feuersclieitit (Trieben glüht sieh heilig äUs. Dot Ahnen hofvernippt Gebein Dutr.b)t:eiilert tmüi und frotuw Hfio«. Die Schüssel wird min aitfpetisehl, Miti knut und nchmatEt und neckt sich gerni dli tlann wird der LHffel abgewliieht, Ütid tmeligedankt fürs Mahl dem Herrn. Ühd nun #fftlhlt, geHiuehl, t^flickt! MiU ^rieht GeiBteHi^ tad üud Dtüd. Diu Ühr ibi* »GdU tlk tiwi|« Uekt. fki GiüiitftlA hitct KMtVA{\i und Blut. «lllilWlIliMlWMIMIIIIIIIIttHWlI^lllrttltllltttlllW^ temv bei der «weiten hell wie Sonnen- Woge brauste plötzlich heran, riß das leuchten, bei der dritten brennend wie Mühlrad weg, die Mühle und den Müller. J^otfeuer. | Viele wollten dazumal gesehen haben, Als die drei Wasserfeen de« Spieles ,daß neben dem Leib des Müllers aus dem müde Wafen, fand die Uiit dem Brandhäar, tosenden Wasser etwas emporgetaucht ihr kleid nicht. Der Mü lerbiirsche hatte 6s sei, schier wie ein Icuchlendur Vogel m't geftömhien und wollte es nur Um cirtert ^ brerthrot flatternden Flügeln, Und der Kuß wiedergeben. Und si6 küßte ihn injkähle Schneider Lipp stößt noch heute, dieser Nacht und schenkte ihnl ztim Ab- ' sooft er sich einen guten Tag gemacht schied ihre golderte Schnür mit einer gol-.hat, gern unversehens einen jauchzenden denen Angel daran ühd sagte, er Würde ] lubelschrej aus, daß jedermann erschrok-relch sein, solange er von dieser Nacht ken xusammenfährt. Und voller Stolz er-unci von der Ahgel schwelge, | zählt daim der kahle Lipp jedem, der ihn Am Morgen aber fanden die MQllerieüte noch anhören mag, den Schrei habe sein den Burschen halb im Wasser, stArr urtd Urgroßvater genau so aus der Mur verbleich. Sie trügen ihn In die Mühle, urtdinonimen, als der Mülleriakob versank, dort lag er so zwei Tage und zWel ] SO wird vom Laanfe'der Müller geredet. Näcbte. in der töstgeballten l^aüst d e Und seit zweihundert Jahren spotten die Feenscnnur Und die Angel tief im Fleisch. Leute, wenn eiher mit Prahlen ein groß* Die Leute, Gle ihn sahen, meinten Alle,| der Wassermann habe Ihm das ab-' gedrückt Und er fflUsse sterben. Aber am dritten Tag stand er wieder auf, rannte 7uni Tumpf und rief tausendmal ins dunkle Wasser. Als immer keine Antwort' Dinjr wiil tlin und dabei 7U einem schlimmen Ende kommt: I>er hat Weihnachten vollbracht wie der Laanfelder Müller! — Manchmal hört man auch das Wort; Er stiehlt wie der Jakob zu Ljiartfeld. Und man sieht daraus, daß die Leii^e mi* dem, kam, warf er die goldene, Angel samt der i was sit? sagen, nicht immer das Rechte Schnur in die j^'ut. Und sooft er dies: Ireffen. tat, schwamm jedesmal ein Fisch damit | Aber unterhalb Laanfcld findet man ans Ufer und trug ein Goldstück im zuweilen im Wasser Goldstücke. Ganz Munde als Gruß von der Liebsten. dünn sind sie, und keine Schrift und kein Wie der alte Müller starb, kauhe der fBildzeichen ist darauf. Sand und Steine Bursche um bare sechshundert Taler die haben sie längst glattgeschlift^. Und Laanfelder Mühle von den Erben, Und den Fluß weit hinab, dort glauben die seitdem häuften sich die Ooldgulden in Fischer, daß irgendwo am Grunde der der Mühle. Die Leute raunten, der Müller-^ Sarg des Heunenkönigs E^zel liege, und jakob habe seine Seele verkauft und mahle daher kämen die Goldstücke; denn das Gold aus Steinen. Andere sagten, alle | Grab sei mit lauter bukaten zugeschüttet Räuber Im Land seien ihm Untertan und hätten Ihn zu ihrem Hauptmann. ^ war er einsam und wurde alt. Sein Her* aber brannte von Jener einen Sommernacht. Bis er das Leben nicht länger ertragen möchte. An einem Thomastag, da just die Knechte mit den Weihnachtstannen aus dem Wald kamen, trat er in die Dorfschenke. Alle Bauern, die da saßen, sprangen auf in Staunen und Furcht; denn hier hatten sie ihn noch nie gesehen, und sie glaubten, er müsse Böses vorhaben. Er aber erzählte laut, daß es jeder hören konnte, wie er ein Ijeben lang ,Gold fische und mit welcher Angel. Una schröklich zum Beweis lud er für den Weinnachts- Vvörden. Um Laanfeld herum weiß aber jede« Kind, o'aß alle diese Goldstücke einst in der Laanfelder Mühle gelegen sind, so hoch hinauf, daß sie beinahe zu den Fenstern herausrnnnen. Und darum heißen sje dort auch, im Erinnern an den Weihnachlstag von 1715, d'e Laanfelder Weihnachtsgulden. Wer einen findet, der lebt lange und wird zumindest so alt wie der Laanfelder Müller. Und das muß wahr sein. Denn um das jähr IROO hat des Schildhofliauern Jüngster, der Hannes, als Bub einen solchen Gulden neben einem Schot^ersiib aus den Kieseln herausgeklaubt. Ell'che fünf Jahre später, im Krieg mit dem Napoleon, sind dann franzO»ische Marodeure In Scharen da« Tal entlangzogen, haben gesengt und geraubt und noch Arßereji getrieben. Darnftlf* hat t^lch nun der Hannes, al* <<1« Kerle auf den Bchildhof kamen, mit Einern altert Säbel vor sCine nur um ein Jahr ältere Schwester Agla gestellt; soll \Veitiim niemals ein schöner Kind gegeben haben. Der Hannes aber ward dazumal so /erschossen und Zerstochen, »daß sein Seek, wie hernach der Bader Melchior Hirnbrein in seinem Anitsbericht geschrieben, »mehr denn zehn tüchtige Löcher hätt gehabt, wo sie ohn Beschwer hätt herausfinden mögen«. — Durch d'as Geschrei und Schießen am Schildhof sind ieiloch die Bauern noch zur rechten Zeit herbei und haben dann freilich ein scharfes Gericht gehalten. Heißt heute noch ein Waldstück dort »Der blutige Rusch-r und unter einem schmalen Hügel, der »Das Franzosene;rab« genannt wird, sollen ein Dutzend Leichen liegen. Der^Laanfe'der Weihnachtsgulden ab^i* hat recht behalten. Älter als achtzig i^t der Hannes Schildhofcr geworden, und es gibt noch Iv€Ule. d'e ihm mit viel hundert Bauern auf seinem letzten Wetj das Geleite gaben. Hat wohl nie ein Bauer zu Laanfeld einen stolzeren Heimgang gehabt als iter Schildhofer, dem sie hinter den Sarpf auf schwarzsamtenem Polster ein feines silbernes Kreurlein nachtrugen, das an einem seidenen Bande hing, und über sein Grab haben gar Dragoner dreimal ßescliossen. Hat ja der Hannes Schildhofer in seinem tapferen Leben cirelundzwan/,'!^ Menschen vor elendem Sterben aus Wassernot und Feuersbrunst ßcrettet, und ist dann selber gestorben, weil zwei scheu gewordene Hengste, die er aufhalten wollte, mit dem schweren VVagen über ihn weg sind. War auf dem Wagen sonst niemand oben gesessen als ein kleinwinzig Bauernbübel mit seinem Hund. Wie tags darauf dasselbe Bübel und d'e Mutter auf dem Schildhof sind danken gekommen, da hat iler Schildhofer auf dem Totenbett dem Bübl den Laanfe'der Weihnachtsgulden geschenkt. Das Bübl aber ist niemand anderer als der Andreas Pucher gewesen, dem heute der schöne Puchhof gehört zusamt dem alten gläsernen Schrank. Und wenn der Andreas Pucher etwa vor diesem Schrank, in dem so viel Erinnern ließt, davon erzählt, wie ihn an ieneni längst vergangenen Tag die Mutter wieder aus dem Schildhof heim7ufiihrte, dann mag es wohl geschehen, daß se'ne harte Bauernfaust einmal zöj^ernd und fa'^f unbeholfen über die alten Attgen fährt. D#r Tannt»nbaum Von knrt Hcynirke Kr wncbfi im \^'ald aus herbem Moose Und ward v*>m Himmel und von Wcttel*n sntt. Fr träumte sieh in^ Orenzenloce. Da kähi die Axt. So fuhr er in die Stadt. Sein Leib ward reich geschmückt hiit Lichtem, Ihm steckten Sterne in dehn grütien Htiar. Doch Bchien*8, dilß rings von den Gesiebtem Fr iehi- bedrückt und einsam mit. Horb da verfingen seine Äste Sieh lacht ih einem Kinderglöt'k, Hnd jählings schwanden fiir ihta ill« Gäste Itnd selbst die Wände traten still znriick. Das Kind sah ihn mit läehelud bffhetli Munde TTnd mit verzaubertem Gesicht, t^nd lieble ihn in dieser Stunde. Sehr rarti Sehr fromm. Bet-ansrht tmi so viel Lirbt. Und er bekam des Kindel Her* «n lesen; l^aß er für ewip dort zu Hause war. Da schenkte er sein fi;anzeB Wegen, hie Kerzen p^länzten wunderbar. Sehe 6 »Maitrnirer Ze^tunfc, Weflmacfiten, 24.—26. Degember Wl ^t^Hllluel 259-241 Michel macht Weihnachten Von Karl Sprin^enschmidt nix! Aber wirst seh-en Mutter, wenn du dich am Heiligen Abend schneuzen wirst! Da siehst den Zeppelin, Mutter!« Und er springt und tanzt um seine Mutter herum und wirft dabei se'n Packerl so lang hefuni, bis es der Mutter in die Teigschüssel fällt. Schnell springt er auf. »Nein, Mutter, du darfst es n'cht anrühren!« Unesclieruiig unter ihm fand zu jener Zeit nicht am Heiii/ren Alxnid, sondern am Morgen haUen, lK>i dem der glitzernde Rauschgoldengel — eine NürnlK'rg^T Spezialität, die sich bis auf «Ion UeuUgen Tag criuULlun bat — eine Hauptrolle spielte. Dieser von lleimarlx;ir tern aus Flittergold (Rauschgold), einem hauchdüiuieji, sehr fein ix)lierlen imd stark rauschenden Messin^^blech, hergestellte Weihnaehtsengel, findet sich l)C-reits auf dem ältesten NürnlHTger Weih-naclitsbaumbild vom Jahre 1795, Der Rauschgoldcngel hat seltsanu'rweise keine .\rme \uid ist aus der Nürnlwrger „Dockn", also einer l*up|X', hei*vorgegangen. Gegen die Sitte des mit Lichtern ge-schnuTicklen Weihnachtsbaiunes sind im 17. Jahrhuiulert zahlreiche Verbote sowohl durch die Polizei wie durch die Kirche ergiuigen. Die Gelsllichkeit zog gegen die „Unsitte des brennenden Raums" zu Felde, den man als der Bedeutung des Festes unwürdig lx.'zeichiu?lc. Alx'r das hat alles nichts genutzt. Das Volk gewann den Weihnachtsbaum heb, und so wie die grüne Tanne in frühesten Zeilen germanisches F'eslsyinbol an der Zoit der Jahreswende und des Jnlfesles gewesen war, so wurde später der brennende Lichterbaum Sinnbild iluiachtsfest, das er 1765 in Leipzig Ix-i dem Kupferstecher Stock feierte, wo-Ixii auf dem Galten tisch der brcnnemdo Lichterbaum stand. Natürlich war der Weiluiachtsbaiun im Laufe der Zeit in seiner Gestaltung auch der Mode imterworfen. Gewissermaßen als sein Konkurrent stand in Deutschland lange an seiner Seite die swgenannte „Weihnachtspyramide", ein spitzes Gebilde, aus Tannenzweigen geflochten und meist so reich mit Schmuck behangen, daß darimter das Grün der Tanne fast verschwand. Auch heute findet man die Weihnachtspyramide noch in manchen Gegenden, und ebenso ist gerade in jüngster ZeJt wieder der Weiluiachtslxjgen aufgelebt, dessen Simihild auf germaiiAschio Vorstellungen zurückgreift. Es ist ein aus Tannen geflochlener, aufrecht stehender Halbbogen, Siiuibild des Jahresringes, man schmückt ihn mit allerlei Backwerk, mit Mami und Prau und dem Hahn als /eichen der l'ruchtharkeit, natürlich auch mit Äpfeln und Nüssen. Schließlich sei noch daran gedacht, daß die Weihnacht statine, wie sie in den meisten (iegi'nden Deutschlands gebräuchlich ist, eigentlich gar keine Tanne, sondern vielmehr eine Fichte ist. .\uch hier wei-cheti übrigens die Gewohnheiten al). Es gibt auch GegtMtden, so in Ostdeutschland, wo man als Weihnachtsbaum eine jtmge Kiefer ai\pul/.l, was übrigens ganz wim-ilurkcliäa auMiidiL Nummer 239-241 »Marh'iirsrer Zeltunjr«, WeilmacliteTT, ?4.—?fi. Dezember T941 Seite ^ Muatta, an Groschen hob i g'funden. Wirst ihn verloren ham?« Die Alte aus Aibling nahm die Münze, schmunzelte mollig hmter den blanken, bemalten Töpfen. Dann meinte sie; »Bursch, wann du Lust hast, magst bleiben bis Silvester; i hob alleweil was z' packen und z' tragen für die Kundschaft. Was moanst dazu —?« Die Augen des Ärmsten leuchteten. Ich wußte, daß er mir ein Bruder war. At>ermals: kamen mir die jubilierenden Rhythmen Meister Beethovens in deii Sinn. Ja, die anekdotischen Melodien vom ^>Verlorenen Groschen«, — Ich pfiff sie wie ein Beschenkter durch den Schneefall, als ich zur Ludwigstraße ging. Vor vielen Jahren ... Der Hauptnann nit rien Tameibaun Von Heinz Rusch Am Himmel «:lomm der Tag in einer fahlen, dunstigen Röte aus. Brennende Dörfer filrbten den Horizont, auf der Landstraße trabte ein Zug gefangener Sowjetarmisten schattenhaft schweigend in den Winterabend. Auch die Männer der deutschen Vorausabteilung schwiegen. Niemand wußte, wann der neue Einsatz kam, aber allen erschien das Warten, nach den raschen Vorstößen, die die letzten Tage gebracht hatten, gerade weil diese Landschaft so trostlos öde war, wie eine Ewigkeit. Der Hauptmann betrachtet« seine jungen Kameraden der Reihe nach lange mit nachdenklichen Blicken, bevor er mit seiner Erzählung begann: »Es war 1917 im Winter, also vor genau vicrundzwanzig Jahren, als unser Vormarsch an irgendeiner Ste«lle unvermutet zum Halten gebracht worden war und wir uns tnißmu-tig in die kurz zuvor eroberten Unterstände ve'rgrufben. Wir saßen zusammen, ähnlich wie heute, und suchten uns die Zeit zu vertreüben, während draußen die Nacht alles Leben ausgelöscht zu haben schien. War überhaupt noch Krieg? Wir wollten vorwärts, aber kein Befehl kam, der uns aus unserer Ruhe aufstörte, Rein Schuß fiel... Es schien, als läge der Feind hi der gleichen quälenden tmd erwartungsvollen Ruhe wie wir in -unseren Erd-löohern. Oder sollte, weil es Herligabend war, der Friede wirklich fflr eine kurze Zeit die Hensen betäuben? Anton Brandhufner, der kleine, rotbärtige Bayer — ioh sehe ihn noch heute vor mir — nestelte an seinem Paket, das er vor wenigen Stunden erhalten hatte, und hielt gleich darauf ein paar d4cke Weilinaohtskerzen in seinen Händen, die er lange wie ein erstauntes Kind betrachtete. Alle sahen auf däese roten und weißen Kerzen in Brandhufners Händen, und jeder hatte wohl \n diesem Augenblick nur den einen Gedanken: ein Tannenbaum, es fehlte ein Tannenbaum, an den wir die Kerzen stecken und sie anzünden konnten. Dieser Gedanke erfüllte unseren Unterstand mit einer lastenden Unruhe. Nun, Tannenbäume gab es in jener Gegend gemig, aber sie standen etwa zweihundert Meter von ims entfernt in einem Wäldchen, von dem uns eme weite, gut überschaubare Lichtung trennte und in dem sk:h nach unserer Vermutung der Feind verschanzt hatte. Tiefer sank draußen die Nacht auf die Erde, und wir saßen hier ohne Tannenbaum, mit einem Ehitzend Kerzen und wollten Weihnächten feiern. In diesem Augenblick, als ich meine Leute ansah, einen nach dem anderen, und in 'iren Gcsichtem las, wußte ich: der Baum mußte her! Unbeobachtet von den Männern schlich ich aus dem Unterstand und wartete draußen geduckt, bis das win-z'ge MondHcht ganz von einer dicken Wolkendecke überliüllt war. Dann be- gegcii die Brust schlagen. Einen Augenblick kam ich mir selbst dumm und lächerlich vor, wegen eines Tannenbaumes mein Leben aufs Spiel zu setzen, aber dann mußte ich an die Blicke der Kameraden denken, an die seltsam quälende Stimmung, und ich schob mich weiter an die ersten Bäume heran. Ich fühlte mich wie allein auf der Welt in diesen Minuten. Endlich war ich am Ziel, hatte den Wald erreicht, verschwand in seinem Dunkel zwischen den dichtgewachsenen Stämmen. Dann merkte ich plötzlich zu meinem Schrecken, daß ich in der Eile überhaupt kein Werkzeug mitgenommen hatte, mit dem ich einem der mäßig großen Bäume hätte zu Leibe gehen können. Sollte ich unverrichteter Dinge zu meinen Leuten zurückkehren? Da hörte ich auf einmal ein Flüstern, vife' I Ü iHli PK-ZeichiiuiiE Krießsbcriclitcr C)«:ener (Seh) WeMHiaoM an der Ostfront wegte ich iiHch auf alle« Vieren Meter für Meter über die offene Flädie, die mich von dem Tannenwäldclien trennte. Jeden Augenblick konnte ich bemerkt werden, konnte ein Schuß fallen, oder meine Leute hatten entdeckt, daß ich verschwunden war, und würden nach mir suchen... Langsam kroch Ich über die dünne Schneedecke auf den klehien Wald zu. Ich hörte mein Herz wie einen Hammer leise, fremde Laute, und sah im gleichen Augenblick nur wenige Meter vor mir drei französische Soldaten, die sich an einer Tanne zu schaffen machte«. Die dumpfe Sparaiung in mir löste sich in eine befreiende Heiterkeit. Fast hätte ich laut gelacht, als ich sah, wie die Drei meinen eigenen Entschluß so unvermutet in die Tat umsetzten und mir die Arbeit abnahmen." Aber sollte ich ihnen ihren Spaß verderben? War heute nicht Weihnachten? Gewiß warteten da drüben Kameraden auf ihre Rückkehr ebenso wie auf den Tannenbaum, mit dem sie ihren Unterstand schmücken wallten. Dann erhob sich wieder das Bild meiner Leute vor mir. Ich durfte keinen Augenblick zögern; wenn sie mich entdeckten, war icii verloren, und ich dankte Gott, daß ich allein gegangen war, wer weiß, ob wir uns nicht auch durch ein leises Flüstern verraten hat' ten wie die Drei. Es galt zu handehi. Ich riß meine PI-stole aus der Tasche, siprang die wenigen Schritte in geduckter Haltung vor und rief mein »Hände hoch!« gedämpft in die Stille. Die drei Franzosen ließen den Tannenbaum fallen und rissen fast m gleicher Zeit die Arme in die Hölie. Ich ließ sie das Bäumchen aufheben, einer, der In der Mitte ging, nahm es wie ein seltsamer Heiliger mit unbeholfener Bewegung über die Schulter, und dann ging es rasch zu unserem Unterstand zurück. Es ist unbesdireiWich, wie mioli meine Leute empfingen, unbeschreiblich mußte aber auch der Anblick gewesen sein, den wir vier Männer boten. Es wurde ein wundervoller Weihnachtsabend. Der Tannenbaum stand in der Mitte des behelfsmäßigen Tisches, und Brandhufners Kerzen brannten mit mildem Leuchten auf seinen Zweigen, während wir die alten deutschen Lieder der heiligen Nacht sangen. Und die dre« Gefangenen, die erst schweigend in einer Ecke gesessen hatten, summten schließlich leise mit, als gehörten sie zu uns, zu unserem Fest.. .€ Der Hauptmann hatte seine Erzählung beendet und zündete die erkaltete Tabakspfeife wieder an. Dann sah er in die Gesichter seiner jungen Kameraden, ^e lachten und ihre Augen leuchteten in einer plötzlich erwachijen Lust. Und von fern kündete ein dump^s Brausen wie ein nahendes GewiMer Schlach-t... StreRende Eholeut Pin alter Schwank Ein Majiii, der Fi«cherjörg geheißen, fiat einige Zeit, tiachcfenn rhni sein ers^e« Eheweib gestorben, eine andere, atjch eine Witfrau, genommen. Afe er ab^ iwcht alles nach ihrein Willen wolW tun, erzählte sie ihm von den gewaltigen Tugenden, die ihr voriger Mann getiabt, und lag ihm allzeit an: Das und das hat mein seliger, lieber Mann getan; so ttnd so hold und wert ha^ er mich gehatten! Das machte dem guten Jörg arge Schmerzen und er hätte gewollt, daf^ er, dieweil er sein zweites Weib genominen, liober bis üiber beide Ohren in einem tiefen Wasser gestanden wär. Einstmals nun — wird woln 7u Wejh-nachten gewesen sein — begab skrhs, daß die Frau einen feislen Kapaun gebraten hatte. Und da sie saßen und den schönen Vogel cssen wollten, hub die Frau wiederum von ihres Seligen Huld und Tugend an, UnterdesseR kam ein Bettelmann vor das Haus und begehrte laut sein Almosen. Die Frau, nicht faul, schnitt den Kapaun entzwei und gab dem armen Schlucker die eine Hälfte ziir Tür Vom Rrippelspiel Allerlei einst verbotene Diiisc Weihnachtsgeschenke waren einmal gänzlich unbekannt, und all das vielgestaltige Brauchtum der Weihnachtszeit hat sich erst ganz allmählich, und in allen Ländern verschieden entwickelt. Ja, schon allein in den verschiedenen .deutschen Gauen gab und gibt es allerlei überkommene Sitten und Bräuche, die man in anderen deutschen Gegenden kaum kennt. Woher stammt zum Beispiel der Lebzelt, der »Lebkuchen« oder »Pfefferkuchen«, der sich zu Weilmachten der größten Beliebtheit erfreut? Nur wenige wissen, daß er sich aus dem alten deutschen Weihnachtsgebäck' dem »Leck-Kuchen«, entwickelt hat. In der Stadt Frankfurt a. Main wird ein Bürgerbucii aufbewahrt, das mehr als 600 Jahre alt ist. In ihm findet sich eine Aufzeichnung, die auf den Leck-Kuchen hinweist. Während des Mittelalters waren Nürnberg und Thorn die Hauptsitze der deutschen Lebkuchenbäckerei. Katharina die Große von Rußland pflegte alljährlich für ihren gesamten Hof die Lebkuchen aus Tliorn zu beziehen. Der älteste Lebkuchen aber, der uns heute aus früheren Zeiten erhalten Ist, liegt im Museum, und zwar im Hohenzollernmuseum in Berlin. Er stammt von der Krönungsfeier des ersten Preußeukönigs. Weihnachtsgeschenke standen lange Zeit hindurch unter beliördlicher Strafe. Das war besonders dann der Fall, wenn die Sitte der Weihnachtsgeschenke in übermüßigen Luxus auszuarten drohte. Es kam auch vor, daß sie gleichzeitig datnit als eine versteckte Art von Bestechung angewendet wurden, was zum Beispiel in England der Fall war. Um derartigem Mißbrauch vorzubeugen, wurde dann das weihnachtliche Schenken kurzerhand verboten. So verordnete zum Beispiel die Stadt Ravensberg im 14. Jahrhundert, daß niemand Weihnachtsgeschenke geben dürfe, und um jede Umgehung unmöglich zu machen, wurde das Geschenkverlwt sogar auf die ganze Adventszeit und bis zum Dreikönigstag ausgedehnt. Nur Eltern- Geschwister und Kinder durften sich gegenseitig beschenken. In einer ähniichcn Bestimmung, die 1460 in Konstaliz erlassen wurde, heißt es ausdrücklich, ^>daß den Paten zu Weilmachten nicht einmal Brot und Käse geschenkt werden dürfen«. Noch viel weiter ging man ir/il in Sachsen. Hier wurde vorgeschrieben. daß den Patenkiridern »im geringsten kein Weihnachten, Neujahr oder wie es sonsten Namen geben mag. an Kleidung, Geld. Geschmeide und anderen Sachen Kegeben werden soll.« Eine spätere sächsische Verordnung bedrohte die Hausangestellten, die sich ein Weih-nachtsj^eschcnk im Dienstvertrag aus-bediugen wollten, mit schwerer Strafe, I Aber diese Zeiten der Geschenk-Ver-I lx>te ghigen vorüber. An ihre Stelle trat eine umso stärkere Gebefreudigkeit am Wei'linachtsfest, die sich keineswegs nur auf die eigene Sippe und den Bekanntenkreis ausdehnte. Man braucht dabei nur au den weitverbreiteten Brauch der Weihnachtsunrzüge zu denken, wol>ei die Umziehenden Lieder, Sprüche und viele gute Wünsche spendeten und die »Besungenen« dafür zum Dank alle möglichen Gaben, meist bekömmlicher Art- bererthielten. In Kiel fanden früher solche Umzüge unter der Bezeichnung »Rummelpott« statt, wobei abwechselnd geistliche und Schelmenlieder gesungen wurden. Hatten die Sänger dann ihre Gaben eingeheimst, sangen sie noch zum Abschied ein kleines Danke slied: Habe Dank für diese GuIh:, Diese Oabe ist aller F!hreii wert. Wir datiken der Hausfrau und auch dem Wirt. Der liebe Gott wolle in Gnaden geheti ihnen ein recht langes und vergnügtes Leben, Ähnliche Umzüge gab es zu Weihnachten auch bei uns in der Steiermark. Daraus und daneben hat sich sehr früh der Brauch entwickelt, zu diesen Festtagen allerlei theatralische Spiele, vor allem sogenannte Krippelspiele, aufzuführen. Ein Bericht aus dem Adinonter Stiftsarcliiv weiß beispielsweise zu erzählen, daß im Jahr 1584 zu Mautern im Liesjngtal der Schulnieister rn der Kirche solch eine »Komödie« zur Aufführung gebracht habe. Bei diesen Spielen kani es irun trotz Kirche, Kloster und Pfarrhof oft zu Streitigkeiten, ja selbst zu tüchtigen Raufe-reien unter den Spielern, v^-orauf dann die Zuseher mit Freuden die Gelegenheit wahrnahmen, dem einen oder anderen mißliebigen Darsteller eins zu versetzen. Die Folge davon war, daß schließlich derartige Spiele überhaijpt verboten wurden. Ein alter Erlaß, der gegen die Krippelspiele wettert, ist im Landesarchiv m Graz erhalten. Er lautet: »Da es, wie hier zu vernehmen gekommen. der Fall sein dürfte, daß an den kommenden Feiertagen sich einige Burschen durften beigehen lassen, das sogenannte Krippelspiel oder auch andere derlei verbotene Spiele vorzustellen, so erhalten die Bezirksobrigkeitert den Auftrajr, diesen, den schon "mehr-fällig erlassenen allerhöchsten Vorschriften zuwiderlaufenden Unfug strengstens zu untersagen und die Übertreter zur Strafe zu ziehen, solche Umherziehende geradezu aufzuheben, abzustrafen und zu zerstreuen, sowie überhauipt sanient-liche Bezirkskommissäre zur Hintanhai-timg der so sehr einschleichenden religiösen Mißbränche angewiesen werden. Kreisamt Judenburg, den 19. X. liS8l.t Seite O »Marb'urjfer Z&ituns:«, Vjihnachten, 24.—26, Dezember 1941 Nummer 239-241 hinaus und sprach: »Nimm hin, ich schenk dir's wegen meines abgestorbenen, wak-kern Eheliebsten, daß Gott ihn tröstl Denn Ich bin von ihm wahrhaftig in allen Ehren und Treuen hochgehalten worden,« Als solches der Fischerjörg sah und hörte, nahm er eilends den anderen halben Bratvogel, gab ihn auch dem Bettler und sprach; »So hab das meiner lieben, guten abgestorbenen Frau wegen, die mich in allen Züchten soviel besser gehalten hat, denn meine jetzige.« Zag also der Bettelmann mit den beiden Hälften des fetten Bratens davon und ließ den Elieleuten das Nachsehen. Mochten die zwei sich hungrig das Maul wischen und ihrer Narrheit gedenken . , . Du aber schau in dein Herz, ob du dich nicht etwa solchen Narren ein wenig gleich magst finden. Julfeier 1934 in Willersdorf Von K. Lampersbergert CilJi komratinüo zu uiis herab eine klein« Pro. Zession, voran ein Pfarrer, neben ihm ein Kapuziner, hinter diesem der Lagerkom-maiulunt in voller Kriegsbemalung und einigt^ Gendarmen, Vor unserem Objekt standen unsere vier Gendarmen mit Lexcr an der Spitze und erwarteten den Zug. Die „l'Y'ier" l>eganii. Schüchtern \md ängstlich Irut die Prozession in uiisern Sual. Man sah es den Iveutcn an, daß sie Angst halten. Wir verhielten uns diszipliniert, saßen ruhi^g auf unseren Betten und lächelten leise über die Ängstlichen Gesichter. Draußen vor dem Kingang slund ein Zug Militär. Auf alle Fälle eine Sicherung, mau wuüle doch nicht, wie wir die Sache hinnehmen würden, Nachdcm sich die Gendarmen rcclits und links vom Baum aufgestellt hatten, l>ogann der Piarrer. In sein Gemurmel fielen einige Gendarmen ein. Blü uns herrschte größte Ruhe. Dann folgte eine Predigt. Der Hedner glaubte uns belehren zu nu"isseii und sprach von der Liebe zum Näciisten usw. IMese Liebe kannten wir ja.' Sie bestand in der Ermordung unserer Kameraden und in Kerkerstrafen. Wir waren eigentlich auf ein Donnerwetter gefaßt gewesen. Mit hoher Fistelstimme sprach er, ganz ohne inneren Schwung ujid immer spürte man seine Angst lieraus, well wir uns so gänzlich passiv verhielten. Nach einer knappen halben Stunde machte er Schluß und sagte: „So, nun wollen wir das Weihnachtslied singen". Die Säu- hiell uns eine salbungsvolle Rede, in der er die lukullischen Genüsse eines Schnitzels würdigte. Auch er versprach ims dopjyelte Rationen Rum zum Tee, wenn wir gern gsam wären. Fs bildeten sich hierauf zwei Gruppen. Eine war für, die andere gegen diese \yeilniachtsfeier. Wir wußten, daß man ein Nachgeben ^-on uns als Sieg des „christlichen" Österreich über die „gottlosen" Nazi in den Zeitungen des Systems breittreten würde. Mittags erhielten wir durch unseren Nachrichtendienst von den anderen Objekten die Mitteilmig, daß man dort in Anbetracht des guten Essens nichts gegen die Weihnachtsfeier einwen-egann der Streit für und wider, Waren es vormittags noch 80 iiiiiiitiMiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiinniimiiiiiiiMiiiiiiiniiiiiniiiiiiiiiiiiimiiinHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Das Hohelied der Mutternacht Von Thilo Scheller In dieser Wethenacht, da aus dem Schoß des alten Jahres Das neue Jahr mit Brache, Saat und Ernte quillt, Erschauen wir in dunkler Wintemacht ein klares, Jahrtausendahes, hold vertrautes Bild: Es faltet eine Mutter tcliliclit im Schoß die Hände, Tn jenem Schoß, der schmerzensreich ein Kind gebar. Und in der tiefsten Dunkelheit der Winterwende Fällt ihr ein Stern vom hohen Himmel in das Haar. Aus Volkes Tiefen klingt dazu ein alles Wiegenlied. Es greift das Kind frohlockend nach dem goldnen Sterne. Die Mutter aber lächelt leis beglückt und sieht — Wie Mütter manchmal tun — in eine weite, weite Ferne. Sie sieht zurück und Ahnen kommen hergegangen. Sie sieht voraus — auf ihrem Schoß das Kindlein lacht. Das ist das Bild, das Maler malten, Dichter sangen: Das Hohelied der heiligen deutschen Mutternacht. Die Iferbstslürnie lriel>en die Nebol- imd NN olketjfetzen über das Sltnnfeld Wien zu Es rieselte liäufjg, bis endlich der Winli'r seinen Einzug hielt und die weite Landschaft in sein weißes Kleid hüllte. In den l'abriks- mid Ifolzbaracken von Wöllersdorf, wo vom • Juli bis Weihnachten 19^U rund 10.000 ostmärkische Nationalsozialislen gefangen gehalten wurden, gingcji die wildesten Gerüchte um. Bald hieß cs^ zu Weihnachten würden wir l'rci sein, Wollersdorf werdts oufgelassenB dann hörte mau wieder, daß wir allu nach Stein ins Gefangenhaus kommen sollten, l^nser I.ager teillc sich in Optimisten und Pessimisten. TimIz allem herrschte bei uns eine fröhliche Stimmung, nie Dichter unserer Baracke „verherrlichten" je nach ihrer Einstellung die. eine oder die andere Gruppe. Ansonsten ging alles seinen alltäglichen Trott. Auch bei Dreck und Regen sportelten wir fleißig, um dem Körf>er die notwendige Spannkraft für die i>evorstchenden Aufgaln'n zu erhalten. Eines Morgens sahen wir, wie sich im Hofe der Objekte 8 t und 85 die I^ute mit oll ihrem Hab und Gut aufstelllen. I'reudig winkten sie uns zu. Aus ihren strahlenden Mi«nen konnten wir ersehen, daß ihnen die r'i*eiheit entgegen lachte. Tatsächlich zog gegen Mittag der größte leil los, die breite Slrat.\c entlang zum Ausgangstor, hinaus in die Freiheit. Einige wenige blieben, betrübt vor sich hinsinnend, zurück. In den nächsten Tagen Itierlen sich auch langsiiin die anderen Objekte. Kom-tnen auch wir noch daran? Das war die I'rage, -jrklcs 191. Hurra, auf gehl es nach- fast eitjeni luillH'n Jahr Iv. Z.l Erwartungsvolle Spannung la^ über allen. Wen trifft es morgen? Ich erhielt einen Brief von daheim. Meine I'rau schrieb mir, daß auch jch noch vor Weihnachten heimkommen würde. Ich halte schon alles sehön verpackt, um nach dem Aufruf gleich abflauen zu können. Jedoch vergelK'ns. Ich halte inieh auch gewundert, wenn nu*in ..guter Freund" Sleijhan, genannt Ehdings. m'ines Zeichens IJezirksführer der Vaterländischen Front, mich so schnell lieini-la.vsen würde. Zwei lag<' v(tr Weihnaeliten lx.-katucn wir früh morgens Zuwachs. SS-Standartenführer Filzthum wird von der „Lisi" zu lins überslellt. Wie es s<) schön heißi: auf nnlM^sliinuite Zeit. Den Wienern unter uns war er allen als schneidiger F'ührcr U^kannt, .\n diesem Tag erhielten wir auch noch panz üljerraschcnd den Besuch des Lager-Uornmandanten. Breitspurig stellte sich das nach .\Ikohol riechende Individuum in die Mitte der Halle, umgeben von drei (■endarmen, Ix'waffnet mit Pistole und tiimuniknüppei. forderte uns auf, am WcilinachtsalHind eine Weihnachtsfeier zu veranstallen, bei der der Pfarrer von Wöllersdorf sprechen werde, fJelächter war unsere Antwort. Sein Kopf schwoll rot an und er fuchtelte mit dem Gummiknüppel >x)r uns herum: „Also gut, wenn ihr nicht wollt, so gibt es am Weinachtsaliend kein«- Essetizulage und am Feiertag keine Scimitzel. Ich bin bereit, euch am Abend lee mit Rum und Punsch und am Feiertag Wiener Schnitzel geben zu lassen, ('herlegt es euch, ich hole mir die Antwort um vier Uhr". Sprach's, machte kehrt \md verschwand. Iüsig<-s Schweigen herrschte. Der Objektskommandant I..exer, auch .so eine kriecherische Figur, kam mm zu uns herein und V. II , die für eine glatte .\blehnung waren, so wurden es deren im Laufe des Mittags immer weniger. Um 3 Uhr führte unser von uns gewählter Lagerführer eine .Abstimmung durch. Die (lafür waren, stellten sich rechts, die anderen links im Gange auf. Reden wurtlen geschwungen und wieso. Wir konnten dagegen ja doch nichts unternehmen, also machen wir den Spaß mit. Um 4 Uhr kam wiederum der Lagerkommandant, um unsere lintscheidung zu holen. Uns<>r Lagerführer gab sie ihm bekannt imd versprach, daß auch wir zur Vertiefiuig der Feier tlurch Mitwirkung imstTer Sängennmde l)eilragen werden. Hocherfreut zog er ab. Nun l>egaiui Ix'i uns ein geschäftiges Ti*eilx'n. Im Keller U'i verschlos.senen Türen probte der „Gesangverein" ganz leise die Weinachtslieder. Sie wollten uns ülx'rraschen, sagten sie. Uns war's Ja recht, wir dachten uns unstMTn Teil. Waren doch unter den Sängern fast alle Manner, die mit der Feier nicht einverstanden waren. Wir erlebten dafür dann auch eine Überraschung. Aliends brachte ein Arbeitstrupp von ims aus einer geräumten Baracke eine ganze Menge „organisierten" Sclmaps und Kognak. Es waren dort Steirer angehalten, die von ihren Angehörigen ehie Herzstärkung erhallen hatten. Geistige Getränke wm'den alK^r an die HAftlinge nicht ausgefolgt. Uns kamen sie gerade gelegen. Sie wurden für unsere Wcihnachtstnfel au n»e wahrt. So rückte der Weihnachtsabend heran. Die Gendarmen brachten einen Baum und i>auten ihn an der Nordfivmt des Saales auf. Die Feier sollte um 4 tThr stattfinden. Wir harrtcjn nun r- ger standen schon l)ereit, der Clior-ineister hob seinen Taktstock und _gab den Ton an. Wir alle waren furchtbar gespannt. Brausend klang lüerauf, von 40 Säng<'rn gesungen, das Niederländische Dankgel)et auf. Weiß wie die Mauer wurde da unser Bekehrer. imd der Kapuziner vergaß den Mund zuzunmchen. Der Lagerkommandant al)er war rot wie ein Krel>s. Einige Gen-dnrmcji griffen zu ihren Gummiknüppeln. l>och ruhig standen wir alle. Mächtig schwoll der Gesang. Das „Herr mach uns frei!" wirkte wie ein Fanfarenstoß auf uns und wir alle stimmten mit voller Kraft ein. Einige .Sekunden nach d<'m Gesang herrschte unheimliche Stille, bis die Pro-zes.sion wieder ging. Am Aliend feierten wir dann unter uns deutsche W^eihnacht. Fltzthum sprach üImt d en Simi luiseres Kampfes und stärklc uns im Vertrauen auf den Sieg. Um 8 Uhr empfing imser Radiobastler Ing. lA'hrer die Weihnachtsunrede vom tleutschen Rundfunk auf seinem im Bett versteckten Detektor und stenographierte die Rede mit. Um halb 9 Uhr trug er ims die Rede vor^ die für uns ein Lichtblick war in der Zeit tiefster Not. Ein brausendes „Sieg Heil" auf den 'Führer Insendete die Wöllersdorfer Julfeier 19.31. Zwei gehn auf Mareln Von Hans Buresch Kalter Winter ist's. Weit drüben im Osten. Die graue Kolonne, seit Stunden schon in anstrenRendetn Marsch, erhält das Halt-Signal. Kast! Wohlverdiente Rast. Und schon brennen ein paar tüchtige Feuer. Der Seppl und der Bartl, zwei brave Fahrsoldaten stehen da und wärmen sich. Das tut wohl. Eine gute Weile stehen sie so, still und stumm, werfen neue Prügel in die Flammen und reden kern Wort. Ihre Gedanken aber wandern in die Weite, gehen den langen Weg zurück, den sie In diesen Wochen zurückgelegt haben. Immer weiter, immer weiter bis in das schöne, grüne Land, das beide ihre Heimat nennen —. Und dann sagt der Seppl: »Wenn ich auf Urlaub geh...!« Das ist das Stichwort. Der Bartl nimmt es auf und wiederholt bedächtig: »Urlaub., a ja.-.lc Dann schweigen sie wieder. Und jetzt ist es der Bartl, der nach einer Weile wieder den begonnenen Faden weiterspinnt: »Schön wür's, wenn wir beide...« Da lacht der Seppl: »Freilich, da könnten wir miteinander auf Marein gehen ...! »Marein!«, sagt der Bartl, »warst auch schon dort... in Marein?« Der Seppl richtet sicli auf: »Na hörst., ich werd doch schon in Marein g'wesen sein... meinst erst einmal?« Und nun hört Rede und Gegenrede gar nicht mehr auf. Einer erzählt dem anderen, wie oft er schon in Marein war und wie schön es dort ist. »Im Sommer mußt* dort gewesen sein... das ist Dir eine Pracht.,.!« »Nein!«, sagt der andere, »mir g'fallts im Winter aber doch noch besser... wann rings die Berge voller Schnee sind ... und die Bäum alle dicke Schneehauben auf haben,..!« — »Aber ich geh doch lieber im Sommer hin!«, beharrt der Seppl auf seinem Standpunkt. »MÖcht nur wissen, warum?«, höhnt der Bartl. »Hast du eine Ahnung, wie dir da das Bier gut schmeckt!«, klärt ihn Sep!« gibt der Bartl zurück. Der andere rückt sich seine Kapt)e zureclit. Es ist derselbe (iriff, mit dem er sicii daheim beim Kirchweihfest das kecke Hütel zurücksciiicbt mit der Spielhahnfeder darauf, wenn es losgeht! Der Bartl kennt diesen Griff und er weiß, was das bedeutet. »Auf die Art«, meint er, »auf die Art, da brauchen wir beide erst gar nicht auf Marein gehen ... da können wir die Sach' gleich da aus-niachenl« Schon stehen sie sich gegenüber im Schnee, wie zwei kampflustige Streithähne. »Komm her!« — »Komm du lier!« Und jetzt kommt der Feldwebel dazu. Er kennt das schöne, grüne Landl und er kennt den Seppl und den Bartl. »Was ist denn los mit euch? WoKts vielleicht gar raufet werden?« Oer Bartl schaut den Seppl an und der Seppl schaut den Bartl an. Und dann sagt der Sepp!: »Ah na, das grad nit!« Und der Bartl lacht und meint: »Nur grad auf Marein sind wir ein bisserl gangen mlt-elnand...!« Und wieder ein Signal. »Marsch... marsch!« Weiter geht es. Der Seppl und der Bartl sitzen nebeneinander auf ihrem Wagen. Wo ist der Urlaub? Wo ist Marein? Zwei Kameraden fahren im Feindesland! Zwei gute, treue Kameraden ! Nummer 2.19-241 • Martwirger ZeHunjf«, W«lhnachtcn. 24.-26. Dezember 1941 OCliC V AUS STADT UND LAND Weilinadiisbolsdian 1041 »Friede für alle, 'die guten Willens sind« — das sind die Worte, die- den weihnachtlichen Stunden dieses Jahr .'ibermals ihren Sinn geben, Sie sind eine Hotschaft, die -den stillen, friedlichen Klang der deutschen Weihnacht in sich trägt, aber auch spricht von der lint-schlossenheit des deutschen Volkes, allen Feinden dieser Botschaft, die uns diesen Waffenganp aufzwangen, bis zu unserem IZndsleg die Stirn zu bieten. In treuer Gemeinschaft hat sich in diesem gigantischen Ringen das deutsche Volk zu einem In der Geschichte beispiellosen Kampfblock gegen die feindlichen Mächte zusammengeschlossen und ist bereit, schwere und schwerste Lasten auf sich zu nehmen, um unserer Jugend den Weg in eine lichtvolle, gesicherte Zukunft zu ebnen. | Wenn diese Kriegsweihnacht nicht er-; füllt ist vom friedlichen Klang der Glocken, wenn Tag um Tag und Nacht um Nacht die Tapfersten unseres Volkes den Einsatz gegen den Feind wagen, um unserem Land den Frieden zu erringen,' so wissen wir, daß die Schuld an diesem Krieg nicht auf unserer Seite ist, daß aber das deutsche Volk, der Soldat an der Front und der stille Kämpfer in der) Heimat bereit ist, seinen Teil zu diesem Frieden auf Erden beizusteuern. Jeder wertvolle Hammerschlag ist erspartes Blut der besten Söhne unseres Volkes, jeder Einsatz auch des einfachsten, unscheinbarsten Volksgenossen in der Front der Gemeinschaft ist ein Baustein für das ewige Deutschland des Friedens aber auch der inneren und .lußeren Kraft, Neben dem deutschen Mann steht die Hüterin des heimatlichen Herdes, die deutsche Frau, die, nie verzagend, Mühe und Last auf sich nimmt Mit Achtung blickt die Welt auf dieses Volk und seinen Führer, den uns eine gtilige Vorsehung schenkte und der in schweren Jahren des Kampfes das Groß-deutsche Reich schuf. Richten wir unsere Blicke über die Zeit hinaus, so wird, abseits von aller sentimentalen Friedens-Iränmerel vergangener' Weihnachtsta^ie. die Parole wach, die unseren Gegnern, die dieses Blutvergießen heraufbeschworen, iiiimer wieder laut In den Ohren klingen soll: Kein Friede ohne vollkömmenen Sieg der dcutschin und verbündeten Waffen! Der Weg zu diesem Sieg ist beschritten und zu diesem Frieden, der uns in weihnachtlicher Zeit besonders nahe rückt. Vor diesen Frieden aber, den wir auch in der Kriegsweihnacht 1941 mit innerstem Herzen ersehnen, ist der Sieg gesetzt, denn erst über diese Schwelle führt der WeiT zur Erfüllung der Weihnachts-hnt'^chaft* »Friede für alle, die pulen Willens sind!« R. K. Die Untersteiennark feierte dentsdie WeHmachten Feiern in »ämtlichen Ortsg'rnppen ces Steirischen Heinuitliiuifles — VorbiMHcb« LeistvAg dler Dcntschen Jugend — Die sftsamte Bevjlkeruii|f nakin teil Der Steirische Heimatbund hat als Be-imat die heilige Verpflichtung auf, wo im-treuer der untersteirischen Bevölkerung in mer auch der Einzelne hingestellt wird, sämtlichen Ortsgruppen und zahlreichen " - •• • - Zellen eintieitlich gestaltete Weihnachtsfeiern durchgeführt, deren Gestaltung die Deutsche Jugend inne hatte. Fntneitifche MitteHunqen (Außer Verantwortuni der SchrlltleXonf) In der Zeit vom 24. Dezember 1941 bis einschließlich 1, Jänner 1942 findet in der Kanzlei des KreisfUhrers Marburg-Stadt des Steirischen Heimatbundes kein Parteienverkehr statt. Die Teilnahme der Bevölkerung war überall gewaltig. Alle Schichten und Altersklassen waren vertreten, dicht besetzt waren alle Säle. Die würdevollen Feiern hinterließen bei allen Volksgenossen tiefen Eindruck, war es doch zum ersten Mal, daß die befreite Untersteiermark das deutscheste Fest einig und geschlossen begehen konnte. Es war gewiß keine geringe Aufgabe, die der Deutschen Jugend des Steirischen Heimatbundes mit der Durchführung der Weihnachtsfeiergestaltung auferlegt wurde. Ernste Vorbereitungsarbeiten mußten getroffen werden, ein fleißiges Lernen begann, denn es war der Stolz jeder Einheit, die Feier in ihrer Ortsgruppe besonders eindrucksvoll und nachhaltig zu gestalten. Die Deutsche Jugend hat ihre Aufgabe glänzend gelöst, die allseitige Anerkennung der Bevölkerung war dafür ein eindeutiger äußerlicher Beweis, In jeder Weiherede wurde der deutschen Soldaten und ihrer gewaltigen Opfer gedacht, die sie stets darzubringen bereit sind, ferner der Mütter, die ihr Liebstes So trug der Steirische Heimatbund auch in die verlassenste untersteirische Hütte die tiefe Weihnachtsfreude. Dk Marburier Slaitthealer in der Wfihmchlswoclie Die Spielfölge des Stadttheaters wäh- _____rend der Weihnachtsfeiertage ist sclir Mitarbeitern herrschenden Kamerad- reichhaltig, und so gestaltet, daß sie ver- die Pflichten voil und ganz zu erfüllen. Vorbild ist uns stets unser Führer, ihn grüßen wir unter dem Weihnachtsbaum. Die Kreisführung und die Bundesführung führten für sämtliche Amtsträger und Angestellte Weihnachtsfeiern durch, die würdig verliefen und den zwischen den schaftsgeist klar zum Ausdruck brachten. Die Weihnachtsfeier der Bundesführung fand im Versammlungssaal des Steirischen Heimatbundes statt. Auch hier gestaltete die Weihestunde die Deutsche Jugend. Seit der Befreiung ist die Volkswohl- schiedenen Wünschen der Besucher aus dem Unterland gerecht wird. Eine besondere Überraschung ist die erste Kindervorstellung zu halben Preisen heute Mittwoch' den 24. Dezember um 15 Uhr. Das iti Marburg so beliebte Mitglied des Stadttheaters, Otto \V c 11 e fahrt des Steirischen Heimatbundes un- hat dazu ein reizendes. liebes Märchen ermüdlich tätig, den Ausbau der deut sehen Volksgemeinschaft auf allen Gebieten des sozialen Lebens klar in Erscheinung treten zu lassen. Dazu gehören auch die Weihnachtsbescherungen, die den Sinn des deutschen Familienlebens hervorragend fördern und in den beschenkten Familien, sowohl, wie auch in den Kinderherzen, reinste Freude schaffen und nachhaltigste Wirkung hinterlassen. Der Steirische Heimatbund hat durch sein Amt Volkswohlfahrt gemeinsam mit dem Amt Frauen eine großzügige ßesche geschrieben »Der Goldschatz im Bachern«, das aber aucii Erwachsenen viel Freude machen wird. Otto Welte schrieb das Stück nach einer alten, unterstciri-sclien Sage. Die Kinder — und auch ihro großen Begleiter! — werden eine richtige Marchenstunde mit allem ihren Zauber erleben. »Der (ioldscliatz im Bachern« wird am ersten Feiertag und am zweiten Weihiiachtsfeiertag als Vormittagsvorstellung um 11 Uhr, ebenfalls zj halben Preisen, wiederholt. Als Nachmittagsvorstellung wird an beiden Ta- fern mußten. Diese Opfer legen der Hel-iund Dankbarkeit aus den Augen zu lesen. Opferfreudige Untersteiermark 213J)00 RM bcträst das vorläufige Erxebnki der StraDen^mmlunK vom 20. und 21. Dezetnt>er Nach den vorliegenden Meldungen weist die Straßensamrrilung vom und 21. Dezember in der Untersteiermark ein Aufkommen von 213.500 RM als vorläufiges Ergebnis auf. Die einzelnen Kreise brachten folgende Beträge auf: Cilli . . Luttenber« Marburg-Land Marburg-Stadt Pettau . . Rann . , Trifail . . 77.000 RM 12.000 „ 25,000 „ 51.000 „ 26.500 ,. 6.000 „ 16.000 „ 213.000 RM Die Zunahme betragt gegenüber der endgültigen Meldung für die vorhergegangene Straßensanimlung rund 17.000 Reichsmark. Im Kreis Cilli wurde eine Steigerung von 12.000 RM erreicht. Infolge dieser Steigerung hat sich das gelegentlich der letzten Straßcnsammlun.ij errechnete Aufkommen von 38 Rpf auf 49 Rm je Kopf verbessert. Zieht man in Erwägung, daß um Weihnachten herum jeder Haushalt Twch besondere Ausgaben zu leisten hat, dann muß die wachsende Opferfreudigkeit der untersteirischen Bevölkerung ebenso rühmlich hervorgehoben werden, wie der nimmermüde Einsatz der Sammlungsorganisation des Steirischen Heimatbundes. Dfeer 127.000 Reichsmark Das Endergebnis des OpfersoniitaKs In der UnterSteiermark Als vorläufiges Aufkommen des Opfersonntags am 7. Dezember koimtc ein Betrag von 112.000 Reichsmark gemeldet werden. Nach der nunmehr vorliegenden endgültigen Meldung betrügt das Aufkonnncn 127.278,49 RM, das ist inn-gerclmet auf die Beteiligten 117.904 Haushalte, 1.08 RM je Haushalt. Die Zunahme gegenüber des ersten OpfersonntaKS beträgt in der Untersteiermark denniach 7.887,51 RM. Der Ko'pfguotc nach steht der Kreis Marburg-Land an erster Stelle, ilini folgen die Kreise Marburg-Stadt und Trifail. rung minderbemittelter Familien durchge-j Märchenoner von Hnrnnerdinck für die Zukunft des deutschen Volkes op-| führt. Allen Beschenkten war helle Freude Gretel« gegeben, die bei ihrer Erstaufführung einen durchschlagenden Erfolg hatte. Am 25. Dezember abends wird die Operette »Wienerblut« Kcspielt, am 26. Dezember, abends, die Qperette »Monika«, Der Kartenvorverkauf hat bereits rege eingesetzt und es ist zu empfehlen, die Karten nicht erst im letzten Augenblick zu besorgen, da maii Gefahr läuft, keine mehr zu erhalten. Fenier wird darauf hingewiesen, daß der Kartenvorverkauf bis zum 1. Janner getätigt werden kann. Als große Überraschung hat die Intendanz einen Sylvesterabend am 31. Dezember mit dem Beginn um 21 Ulir (bei doppelten Preisen) vorli^reitet. Es wird ein bunter Abend voll Freude und Frohsinn werden. Jeder der Künstler wird das Seine dazu beitraßen, den Besuchern vergnügte Stunden zu bereiten. Auch für das leibliclie Wohl der Gäste ist vorgesorgt und bei Sang und Klang wird man in den diversen Sekt- und Weinzelicn auch einen richtigen Sylvestertrunk machen können; auch einen »Blick hinter die Kulissen«, denn das Theater wird am Sylvesterabend auch seine »sreheimsten« Gemächer öffnen. Über das Programm soll aber noch Stillschweigen bewahrt werden. Ein sehr beliebter Oa^t hat seine Mitwirkung zugesagt und wird aui kurze Zeit das Theater »verhexen«, das Ballet hat ganz etwas Besonderes unter der Leitung der Ballettmeisterin Suse Ufert einstudiert und dann — noch Zur Weihnacht Und wieder blüht, wie all die Julir ein Zauber au8 den Stunden. Du aber bring dein Opfer dar, die Treue zu bekunden. (> Meiibcli, iu tlirse Naeht gestellt, da alle Sterne singen, ^teli in der lleiinat wie im Feld, den Sieg des Lii'litg lu zwingen. Walter Kruppa Sturmfeich im Grenzwald t:in unterste!rischesj Baueriuuärchcn, das seine Erfüllung fand Großmutter hat mir dies Märlein nur einmal erzählt; es war an einem Weihnachtsabend. Und weil so viele Weihnachten gewesen waren, bis ich es erstmals niederschrieb, war es mit beinahe zerflattert. Aber Icii sehe noch heute sranz deutlich das leise, silbrige Olitzern des verlöschten Baumes in der dunklen Stubenecke, (iroßmutters über mich ge-benfftes gutes Gesicht und Ihre zerarbeiteten tlände. die sich um die meinen schlössen. Und da ich an ienem fernen Abend in dem kleinen Bett schon hiMÜberschlnrmnerte. hörte ich noch die Worte; »Mein Bi'hl. das ist eine Jfar alte, irar heilige nauernccschic''te aus unserm Land...« Eine heilige Batiern- geschichte! Sie wiederholte die Worte flüsternd, als ich, ob dieser merkwürdigen Zusammenstellung verwundert, noch einmal die schlaftrunkenen Augen öffnete. Das aber ist Großinutters Märchen gewesen: Wenn man mitten durch den großen Grenzwald läuft, immerzu, dann kommt man an ein kleines, rundes, tiefes Wasser. Es liegt zwischen hohen, alten Bäumen, und die Leute heißen das Wasser den Sturmteicli oder auch bloß den Sturm. Denn es ist seltsam mit dem Wasser. Oft, wenn die Sonne scheint und kein Lüftchen weht, fängt es zu wallen an und Wogen brausen in die Höhe und stürzen nieder wie auf einem stürmenden See. Und in unserem Bauernvolk rundum geht die Sage, daß dies Wasser im Grenzwald immer, dann stürmt, wenn dem Volk wieder ein Leid und Unrecht geschehen ist. Und noch etwas Eigenes hat der Sturmteich: er friert niemals zu. Die Leute sagen, sein Wasser sei aus lauter heißen Tränen. Der mächtigste Baum des Grenzwal-des steht knapp am Sturniteich, aufgewachsen aus einem Hügel; dieser Hügel ist zu Sommerszeiten immer voll wilder Rosen und VerKißnieinnicht, so daß er aussieht wie ein Grab. Er ist auch eines. Sind viel hundert Jahre her seit der Zeit, da unser Bauernvolk von weit da droben in das Land kam. Einer aus dem Volk hatte einen kleinen Sohn, Der war so schön und KUt, daß Kar die Baumwipfel und die P^äche stillestanden, wenn sie ihn sahen. Und unsere Leute liebten ihn alle, gaben dem Knaben auch mancherlei kosende Manien. Und weil .sie meinten, er müsse ihnen ein Segenbrin-ger sein, nannten sie ihn in ihrer alten Sprache am liebsten .Glück des Volks'. Böse fremde Knechte erschlugen aus tückischem Neid in der Weihnacht das holde Kind tmd vergruben seinen Leichnam mitten im Wald. Die Tränen, die des Knaben Mutter weinte, waren das erste Wasser, das sich zu Füßen des Grabes sammelte. Viel andere Tranen sind dazugekommen; so entstand vor mehr denn tausend Jahren der Sturmteich drinnen im Grenzwald. Und auf dem Grabe wuchs die Tanne, die heute noch steht. Sie ist größer und stärker als die Bäume alle weit im Land. Und den Kindern wird bei uns auch wohl deshalb in der Weihnacht ein Tan-nenhänmclien geschenkt, damit sie an jenen Baum denken, der am Sturmteicli über das erste bittere Weh emporgewachsen ist, das uns In diesem Lande geschah. In der Heiligen Nacht aber wirft der Sturmteich auch alle Jahre die wildesten Wellen. Und wenn sich einer In dieser Nacht in den Grenzwald wagt, dann bejfeRnet ihm dort eine Frau. Ranz in dunklen Kleidern, Mancinnal trägt ehi \\ indhauch die Schleier auseinander, und dann sieht n.an ein wunderliehcs Gesicht und so traurige Aukimi, daß man sie nie und nimmer vergessen ma;;. Viele haben die leidvolle Trau gesehen, doch weiß keiner, wer i,ic i>t. Al^r es heißt: in dem Jahr, da uns der Befreier kommt, da alle Not im Lande und auch alle Schmach ein Ende hat. da i;eht in der Weihnacht jene Wunderfrau lä-» chelnd wie eine frohe Braut, in schneeweißem Ciewand und blumengesclimückt durch den Grenzwald und durch das ganze Land. Viele von uns haben die leidvolle Frau gesehen... Werden wir die Weihnachten noch erleben, in der der Sturm im Grenzwald zur Ruhe kommt? Werden wir es erleben...? So erzählte die Großnmtter an jenem fernen Weihnachtsabend. Niemand we!ß, wie lange schon dieses Märchen im steirischen Unterland lebt, auf unseren Hügeln und BcrKen, in Hütten und in Höfen, die seit Jahrhunderten den immergleichen Namen trajien. Es weiß auch niemand, mit wie viel hoffender Sehnsucht und mit welch innisem Glauben es wohl in all der langen Zeit erzählt und vernommen worden ist. Heuer alier geht hi der Heilitim Nacht jene Wunderfrau wie eint'' frohe Braut durch unser Land. Der Sturmt:^' 'h im Grenzwald ist stille jfewordc^n für immer. Denn der Befreier ist ja Kekom-men. Ein uraltes Märchen unserer Heimat hat sich erfüllt. Anton Gerschacik» « Seite 10 »Marburffer Zeituuff«, Weihnachten, 24.—26. EVezember 1941 Nummer 239-241 „Bitte setirl — Bitte gleicti!" Der Sanngau vor 500 Jahren Als der erste Bischof von Laibach und der letzte Abt von Oberburg; um die I größte untersteirische Grundherrschaft stritten ZeichnuiiK: Migio »Bitte sehr! — Bitte ßleicli! Was darf ich ' brinReii?« So frujj der vielbeschäftigte Herr Ober aus der »h'rühlingsliift« — der, Komiker des Marburjrer Stadttheaters Heinrich Asper. imd noch! Als verantwortliclier Leiter, zeichnet Ludwig Renke, der wohl allen Besuchern des Abends »Es singt tuid klingt — das Stadttheater« zugunsten des Kriegswinterhllfswerkes noch! Iii bester Krinnerung sein wird und für einen vollen Erfolg der Sylvesterfeier im Stadttheater Marburg der beste Bürge ist. h. a. Neuregelimg der Uline und GeliUter in der Untersteiermark Der Chef der Zivilverwaltung in der, Untersteiermark, Gauleiter und Reichsstatthalter Dr. Uiberreither, hat eine Ver-! Ordnung über die Einführung arbeitsrecht-' licher Vorschriften in der Untersteiermark unterschrieben. Diese Verordnung erscheint in dem nächsten Verordnungsund Amtsblatt. Durch diese Verordnung werden die Löhne und Gehälter in der privaten Wirtschaft an die Sätze der Alt-' Steiermark angeglichen. Die Verordnung tritt mit Beginn der Lohnvvoche, in die der l. Dezember 1941 fällt, in Kraft. Freudige Spender im Kreis Lnltenlierg Infolge des durchaus zufriedenstellenden Einsatzes der Organisation des Stei-! fischen Heimatbundes waren auch am j Opfersonntag (7. Dezember) entsprechend schöne Ergebnisse zu verzeichnen. So konnte gegen den früheren Opfer-' Sonntag in Bad Radein eine Zunahme von 45 V. H., m der Ortsgruppe Wernsee so-i gar eine Zunahme von 333 v. H. aufgebracht werden. ! Bezüglich des Aufkommens steht, wie beim ersten Opfersonntag, wieder Roßhof an erster Stelle; Bad Radein ist von der früher innegehabten dritten an die zweite Stelle gerückt; den dritten Rang nimmt i Abstal ein. I Die gröüte ürundherrschaft in der Untersteiermark des 15. Jahrhunderts war der Sanngau, der Besitz der Cillier ReicJisgrafen. Daneben bestand im Sanngebiet als zweitgrößte die Herrschaft Oberburg, die sich im Besitz des Benediktinerstiftes Oberburg befand und über die die Cillier Grafen schon durch gut 200 Jahre das Vogteirecht innehatten. Als im Herbst 1456 der letzte Cillier Graf Ulrich in Belgrad seinen Tod fand und die Ansiprüche seiner Gattin auf die Grafschaft erfolglos blieben, kam der Sanngau, zugleich aber auoh das Vogteirecht über Kloster und Grundherrschaft Oberburg an den Landesfürsten Kaiser Friedrich IH.. den Vater Maximilians, den die Geschichtsschreiber den letzten Ritter nennen. Im Erbstreit um den Sanngau scheinen die Oberburger Mönche die Sache Ka-tliarinas, der Witwe des letzten Cillier Graten, vertreten zu haben, was natürlich im Widerspruch mit den Interessen ihres neuen Vogteiherrn, des Kaisers Friedrich stand. Dieser hatte nämlich auch die Absicht, aus staatsipolitischen Gründen, ein neues Bistum Laibach zu gründen, um auf diese Weise den vene-tianischen Einflüssen entgegenzutreten, die sich mittelbar durch das Patriarchat in Aglay (Aquileia) geltend machten. Das neue Bistum so-llte mit der Grundherrschaft Oberburg dotiert, die Grundherrschaft also dem Bistum einverleibt, das Benedikthierkloster in Oberburg aber zu diesem Zwecke aurgelöst werden. Und nach dem 1461 erfolgten Tod des letzten rechtmäßigen Abtes des Oberburger Be-nediiktineriilosters, Casper Pinter, schritt der Kaiser an die Ehirchführung seines Planes. Zunächst verbot er die Vornahme der Wahl eines neuen Abtes, mit dem Bemerken, er habe in Angelegenheit des Klosters einen Abgesandten an den Papst geschickt und die Mönche würden sich daim nach den Anordnungen des Papstes zu richten haben. Die Mönche kümmerten sich jedoch durchaus nicht um das Verbot des Kaisers und wählten ihren Stiftsprior, den »einäugigen« Gregor Hin-nig aus Trefteri, s?u ihrem Abt und sie kümmerten sich auch nicht um die W^ei-sungen des Papstes, der auf Grund jener kaiserlichen Botschaft die Abtei Oberburg zu seiner Disposition behielt, bis er mit derselben nach den Wünschen des Kaisers, des Vogteiherren, werde verfügt haben. Mit Rücksicht auf die trotz allem durchgeführte Wahl des Abtes Gregor stellte nun der Kaiser (zu Graz) am 6. Dezember 1461 die Gründungsurkunde für das Bistum Laibach aus, nach welcher der neuen bischöflichen Tafel die Abtei Oberburg einverleibt wurde. Der Papst aber erklärte die Wahl des Gregor Hin-nig, »der sich nennet Abt zu Obernburg«, für null und nichtig und drohte ihm und den Mönchen mit kircirlichen Strafen, falls sie die kaiserlichen und päpstlichen Verfügungen hinsichtlich des Klosters und der Grundherrschaft nicht achten sollten. I>er Abt jedoch verharrte bei seinem Standpunkt, daß er rechtmäßig gewählt sei; aber auoh der erste Bischof von Laibach, Graf Sigmund Lamberg, pochte auf sein Recht. In der Angelegenheit nach Wiener-Neustadt vor den Biscliol Ulrich von Gurk, die Mittelsiperson des Papstes, vorgeladen, machte Gregor, »der sogenannte Abt von Oberburg«, verschiedene Einwendungen gegen den Bischof, wies alle Forderungen nach seinem Rücktritt und nach .der Auslieferung des Klosters als unbegründet zurück und appelierte an deij Papst mit der Erklärung, daß er vor dem Bisohof nicht mehr erscheinen werde. Der Bischof aber verkündete am 18. März 1463 einen Beschluß, daß die Wahl des Abtes Gregor ungültig und die vom Kaiser verfügte Einverleibung des Stiftes Oberburg zur Tafel des Laiba-clier Bischofs rechtskräftig sei. Die Antwort der Klosterbrüder von Oberburg auf diese Entscheidung war drastisch und energisch: sie antworteten mit einer förmlichen ränderung ihres Stiftes, bei welcher alle Urkunden, Protokolle, Kleinodien, Geld, Gold, Silber, Wäf^he, Gerätschaften, Vieh und Lebensmittel verschleppt, ja selbst Mühlen, Grundstücke, Rechte, Zehente usw. veräußert wurden. Während nun vom Patpst durch seine Beauftragten, die Bischöfe von Triest und Lavant, alle Vorkehrungen getroffen wurden, damit die dem Stifte Oberburg entwendeten Gegenstände zu Händen des Laibacher Bischofs zurückgestellt würden. brachte der Kaiser zu Wiener-Neustadt Ende September 1463 zwischen Bischof Sigismund und Abt Gregor einen gütlichen Vergleich zustande. Diesem zufolge sollte Bruder Gregor dem Bischöfe Sigismund das Kloster Oberburg samt allem Zugehör abtreten, der Bischof aber ihm eine Jahresrente von 120 Gulden halb zu Weihnachten, halb um die Som-mersionnenwende, ausbezahlen. Der Bischof sollte weiters Gregor sofort 150 Gulden zweöks Auslösung der von ihm verpfändeten Kleinodien des Klosters erlegen, dem Vater und der Mutter des Bruders Gregor eine ehrbare Pfründe in Oberburg geben (!), alle Schulden des Bruders Gregor bezahlen (!) und alle Amtleute und Diener des Klosters in ihrem Dienste belassen. Die Vereinbarung aber würde erst rechtskräftig werden, wenn Bruder Gregor alle Klein- I 27. Dezember 1941 bis 4. JSnner 1942 Weil-, Pelz- u. Wintersachen für die Front ERZEUGNISSE odien von Gold und Silber, Perlen, Urbare, Register, Bücher, Stiftungsbriefe, die er aus dem Kloster entfernt hat, rückgestellt und dem Bischof Sigistnund übergeben haben wird. Nachdem Bruder Gregor im Deutscheu Haus zu Laibach — wie Vailvasor berichtet — seine Zustimmung zu diesen Bedingungen schriftlich abgegeben hat, erfolgte atn 8. November 14^ »in der großen Stube des Hochbaues« in Ober-burg die förmliche Übergabe des Klosters an den persönlich erschienenen Bischof von Laibach. Dr. Fr. M. JACKY PETSCHNIGG Schul« ffUr Kunst- und OeiellschsHtlant Herrengasse 20, I. Stock Am 6. Jänner 1942 Beginn neuer Tanzkurse. Sonderkurs für Senioren (Ehepaare). Informationen ab 2. Jänner täglich von 17 Uhr bis 19 Uhr in der Schule. 10182 VolitswoilHaiirtsarliett in Rreis Harimrg-Laid Die Zahl dor eingerichteten Hilfsstellen hat sich im, Monat November im Krei» Marburg-Land um weitere vier erhöht und l>elrägt jetzt 20. Nach vSchlieliuiig der sechs Erntekindor-garlen sind fünf DauergärIcn in Betrieb, die von 298 Kindern besucht werden, während sich weitere sechs Kindertagesstätten in Bau befinden. Nebai sieben Neubauten sind achtzehn Umbauten geplant. Bei d^ in ersprießlicher Zusammenarbeit mit dem Gesmidheilsamt im 28 Ortsgruppen abgehaltenen Mülterberalungen ließ sich an den c^sphien^nen 359 Kindern eine allgemeino gesundheitliche Besserung festelellen. Auch war in den meisten Haushaltungen eine zufriedenstellende Pflege der Kleinkmder wahrzunehmen, wie gelegontUch der von den Säuglingsschwestern gemachten 87 Mausbesucheu gemeldet wurde. Eljenso konnte durch ständige Schulun^j der llilfs- Auf weihnachtlichen Spuren durch die Heimat Erymerungen sind es, nicht ersl von heute und gestern, Monatii uiul .laiire stehen oll dazwiscluMi. Doch sie Ironiien nicht. Es gibt kein Vorgrsscn. NVas uns seliges Erlehcn war^ lindet wieder einmal in unsere Tage zurück und isl uns stiller Ilegk'iter. Ininier gehen wir die-sell>en Wege, wenn sie auch nianelunal anders scheinen, und ein stummer Gefährte wandert mit. Daim und wann hält er uns bei der Ihuid: ein l eisen im Walrl, eine Lichlnng, eine Scluieise, ein sliller Weg, ein .hlgersteg — und des LelH'ns Se lißkeit erwacht in uns wie einsl. Jio wolh'M wir aiieli in dieseji Tagen still und Verlraul, wii' lange, alle I'*rrunde, diest^ Wege gehen und in die weilinacht-lichen Spuren nns4'rer so schönen unler-sleirisclu'u Heimat tnlen. I'lüchlen wollen wir in den Winlvrlrauni der Höhen, die sclürniind üIhm* eji. Wolil isl es nicht ji'tiein ge-gi'iK'n, sich in dies<'r Stille zu waiulchi und einmal ganz in en in der Weihnacht auf die heimatlichen Höhen steigen. Sehl Ohr würde ein wundersames Lied vernehmen, so wie er in den Tagen der Kindheit die Märchen hörte. Sellj^it die Spuren im Schnee bleiben nicht verlvorgen. Sonst ist er achtlos daran vorül>ergegangen, jetzt alKT sieht er ganz deutlich, wie König Winter sie in dieser stillsten der Nächte des .Tahres in das gleilJcnde WeilJ geschlürft hat. Und die Häuser lief uiilen in den Tälern sind eingehüllt in den dunklen Mantel, der sie umgibt gleich einem Heiligtum, das er treu zu hüleu hat. Im Walde al)er, den man durchschreitet, begegnet inis tiicses (leheinmis tler slülen Weihnacht und wejm es auch nur mit dem Saum seines Kleides die liäume berührt, klingt ein Lied auf, das keine Trauer und kein Weh kennt. Alles Müde bringt es zur Huhe: Slillc Nacht! Silberweilie IHocken fallen sacht... Irgendwo im Walde schläfl i-jn Vogel ein. Kaum der rauhe Nachtwind regt sicii noch im Tann, Träutul und sinnt — Mullerliehe wacht. Die ziehenden Helu^ IreU'n li'iser auf. Jetles (ieränseh erklingt gedämpll. Ober die weilii'n Hüeken der aufsteigenden Höhen, die sicti dann in der liehU-n Weile verlieren, slrönit das l.iclit tler Slerne wieder fori in tlie IJnendliehkeil, die es geb\)ren hat. Alles Duiiklii in unserem Ulick gehl darin unter wie in einem ewigen Meer. Die Häuser knieen an den Bergen nieder wie vor den Stufen, die zum Himmel führen. Der Wald reckt sich hoch hinauf, seine Äste sind die Hände, die den Segen des Himmels erbitten — und die Menschen stehen in n gegangen, aus den Mauern heraus, die or sich sellist gebaut. Und da sann er dem Sommer nach, wo um manchen alten, ver-witlerlen Stein die Steinnelken ihre Köpfchen f^egen den Himmel slrecklen, wo blaue IMsteln in hohem Grase standen-Hier war es, wo er der Waldfrau be-gef»iud isl. Wie danuils, so ist auch in dieser stillen Winlernacht der Mensch einsam hier oIxmi auf den Hergen. Alver die Kinsamk'i'it ist seint! Erlösung und der gr^)lie. Kreis tles Horizonts führt die liedanken in die Weile, in das l nermelMiehe. .\uch die wenigen Dinge, die sich wichtig vor erschule in Cilli ist für die Professoren wohl das schönste Zeugnis, denn sie haln-n es mit liewunderns-werter Geduld und pädagogischer Einfühlung verslanden, alle Schwierigkeiten zu überwinden und die ihnen anvertrauten Maturanten zur peifeprüfung zu führen. Durch die Erlangung des Kcifeprüfungs. zeugnisses steht nun den Maturanten des Cillier Obergj-mnasiums der Weg zu allen deutschen Hochschulen offen. RMm ChrmUi m. Todesfall, hohen Alter von 94 Jahren verschied in Marburg die Private Helene Kuderliczka, — Femer starb in Marburg im Alter von 77 Jahren die Private Paula W o 1 f r u m. m. Standesamtliche Trauungen. Samstag, den 20. Dezember fand im Lutten-berger Standesamt die Trauung des Volksgenossen Leberecht W i c h e r und der Volksgenossin Maria W i c h e r, geborene Leinberger statt. Trauzeuge für die Braut war Kreisführer Dipl. Ing. N e -m e t z, für den Bräutigam dessen Bruder Leopold W i c h e r. Da Leberecht und Maria Weber tüchtige Mitarbeiter der Kreisführung des Steirischen Heimatbundes sind, Frau Wicher sogar hauptamtlich angestellt, nahmen sämtliche Amtsträger der Kreisführung an der standesamtlichen Trauung teil. Am 17. Dezember wurden Im Standesamt Thomasberg der Hilfsarbeiter Anton T o p 1 a k aus Safzen mit Mathilde Rakuscha berg der Hilfsarbeiter Anton T o p 1 a k aus Safzen mit Mathilde Rakuscha getraut. — Am 22. Dezember um 10 Uhr vormittags fand im geschmückten Standesamt der Gemeinde Leutsch, Kreis Cilli, die erste standesamtl. Trauung statt. Nach einer herzlichen Ansprache des Amtsbürgermeisters, Pg. Franz Bartoschitz, schlössen der Bauernsohn Josef K r a k e r und die Bauerntochter Christine S a m e r-n 1 k den Bund fürs Leben. Dem Trauakt wohnte auch der Ortsgruppenführer des Steirischen Heimatbundes, Heinrich Bleyer und die Amtsfrau Hotelierin Emilia Jeser-nik bei. m. Weifinachtspakete an freiwillig eingerückte Kameraden. Das Arbeitspolitische Amt in der Kreisführung Marburg-Stadt hat durch seine Mitarbeiter und mit freiwilligen Spenden einzelner Betriebsführer 68 Stück 1 kg-Pakete an freiwillig eingerückte Kamerad^en des Kreisgebietes Marburg-Stadt und auch an verdiente Männer des Einsatzstabes, die derzeit Frontdienst leisten, abgesandt. Auf der Dienststelle lagernde Sachwerte ermög- Der Bauer vor neuen verantwortlichen Anfgalien 3Euftenli}erß^^murigM^ma, y(alaake,ßr es auch im Sport der Deutschen Jugend im Steirischen Heimatbund. Hier stellte Cilli die besten Fußballspieler, und auch im Wintersport ist Cilli tonangebend. Im Jänner wird Cilli übrigens der Schauplatz dei* Winterkampfspiele der Deutschen Jugend sein. ung der Wöchnerinnen. Hiezu haben sich zahlreiche freiwillige Haushalthelferinnen gemeldet. Gemeinschaftsabende, blockweise durchgeführt, geben den Frauen Gelegenheit, deutschen Gesang und die Geschichte der Bewegung kennen zu lernen. Die kleineren und größeren Kinder sind in Spielgruppen erfaßt und hier betreut. m. Abgängig, Seit 21. November d. J. ist aus ihrer Wohnung in Neudorf die am 28. Mai 1919 in Triest geborene Wanda Fleischer, geb. Widmar abgängig. D-c Frau ist 166 Zentimeter hoch, stark gebaut, trägt dunkles Haar, hat volles Gesicht, graue Augen, lückenhafte Zähne, ist bekleidet mit schwarzem Hut, schwarzem Mantel mit grauem Pelz, gestricktem blauen Kleid, braunen Strümpfen und schwarzen Schuhen. Sie trägt goldenes Ohrgehänge, goldenen Ehering und einen Goldring mit weißem Stein. — Seit 30. November d. J. ist ferner der am 3. März 1925 in Marburg geborene und hier wohnhafte Tischlerlehrling Josef Beritsch abgängig. Der Junge ist 170 Zentimeter groß, schlank, hat braunes Haar, ist bartlos, hat bleiches Gesicht, blaugraue Augen, gelbe, lückenhafte Zähne, bekleidet mit grauer Kappe, schwarzem Rock, schwarzen Pullover, schwarzer Hose und schwarzen Schuhen. — Zweckdienliche Angaben mögen dem nächsten Gendarmerieposten oder der Polizei mitgeteilt werden. m. Wohnungsdiebstahl. Aus dem un- versperrten Zimmer der Privaten Maria Hier ausschneiden An den Verlag »UNTERSTElinSCHER KALENDER« MARBURG a. d. DRAU Besteilsclieiii! e •§ Der Sportfau Steiermark veranstaltet '5 x: m s c« am 10. und 11. Jänner in Aflenz die 3. Kriegsmeisterschaft in den nordischen Skiwettbewerben (Langlauf urid Springen). : Im steirischen Betriebssport haben sich 1941 die Teilnehmerzahlen ganz erheblich erhöht, so beim Frühjahrswaldlauf der Betriebe von 3500 im Vorjahr auf 20.500. Der Sommersporttag vereinte heuer 28.896 Schaffende aus 370 Betrieben und am Wintersporttag waren 17.947 Männer und Frauen beteiligt. : Ohne Schiedsrichter im Skilauf. In den neuen deutschen Wettkampfbestim-niungen für Skilauf ist festgelegt worden, daß das Amt eines Schiedsrichters künftig mit dem des Oberleiters zusammenfällt Ich (wir) bestellen hiermit Stück „Untersteirluhw Kmlender 1942** zum Preise von 80 Rpf je Stück einschließlich Verpackungs- und Versandgebühr. Der Betrag von RM____________wurde an Sie durch die Post überwiesen / liegt in Bar oder in Briefmarken bei. (Nichtzutreffendes streichen!) Den (die) Kalender ersuche(n) ich (wir) an unterstehende Adresse zu senden: Nnme: Beruf: _________ Straße: Untersdirift: Settc 12 »Marbureer Zeltune«, Weihnachten, 24.-26. Dezember 1941 NinrnncT ?39-241 WIRTSCHAFT iiiiitiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii^iiuiiiiiiiiiiiiiiirnnninMiiiwiHiiinHiitniiiiiiimiiii Sellen JKhrlleh 28 Millionen Eier verlorengelien? Kleine Urtachtn - ofoBft Wirkungen Stampar in Marburg wurde eine goldöne Damenuhr, ISkarätig, filtere Form, mit römischen Ziffern, mit der Gravüre am Innendeckel »Von deinem Pepl, viel Glück!« und einer Blume gestohlen. Vor dem Ankauf wird gewarnt. m. Schaufensterdnbruch. Bisher unbekannte Täter erbrachen das Schaufenster der KonfektionsTirniÄ Franz Mnstek in Marburg, Adolf-Hitler-Platz, und entwendeten einen Hrrrcn-Herbstmantei, Fisch-. grStenmuster, einen gfaugemuslerlen An-jug und eine Windjacke. Dc'r Schaden, beläuft sich hier äuf etwa 300 Reichsmark. ~ Einig« Tage spiiter verschwanden der rirma auf die gleiche Weise aus demselben Schaufenster ein Damenmantel> ein Kostüm und ein Kleid im Wferte von 155 Reichsmark. Es ist nicht ausgeschlossen, daß es sich in beiden Fällen um dieselben Tflter handelt. Die Polizei hat die Nachforschungen nach dem Verbleib des Diebsgutes bereits eingeleitet. m. Abhanden gekofnitieii ist aus dem ^ zwischen Marburg und St. Barbara ver- ______ W 8ci.lecht« Ug«- je b.Lhn WU dem sich zwei Paar Schneeschuhe,' ein! Paar braune Damenhalbschuhe, ein Paarl GeflügcIlwslÄndon sind' noch lichtblaue Hausschuh«, eine mittelgroße fninior viele Hühner vorhanden, die ihr Handtasche mit 14 Reichsmark Bargeld,! nicht veinliencn. Dhe Haltung sol- ein Armband aus Doublegold, Taschen- Hühner ist nicht nur unwirtschafl- irr>l Jt ahr^lfeiBtyitg Guft Zelchnun*; Delke und Jahr —, macht das einen Ausfall für die yolkswirtschaft v^n 4t)0 Eiern je Dorf und Jahr. Da in Oroßdeulschland . . ------ . , rd. 70,(X)0 Dörfer wrhanden sind, ergibt tncher, ein Postausweis und eine Kleider- sondern sie belastet auch den Futter-, sich hIsc je Jahr ein Verlust \x)n rund karte, lautend auf der Namen der Ge- ""ttelmarkt In ei-heblichem Umfange. Ge- as Millionen Eiern oder ein Kinnahnle\Tr-schädigten, befanden. Im Koffer befandj^adc mit Futtermitteln müssen wir, ins-|lu8t bei einem durchschnililichen Ersieh außerdem noch eine Kleiderkarte, besondere jezt während des Krieges, sehr zcuf{cr-Eierpreis von 5 KpF je Stück «=« lautend auf den Namen Leo Qarmosch. sparfam umgehen. | l,4tK).00ü RM. Da i» Wirklichkeit ttlnr Das Beispiel reigt; Wenn in jedem in den Dörfern uud vor allem M den I^rf niu* 10 Hühner gehalteji werden, Kleingärtnern und Kleinsiedleni viel mehr die schlechtc r>cgcr sind, ~ also etwa derarlige „Mistkratzer" vorkomme«, ist 80 Eier im Jahr bringen gegenüber dem der talsächliche Ausfall noch sehr viel Heichsdurchscluütt von 120 leiern je Hülm i höher. Der Schaden dürfte rund 100 Reichsmark betragen. Hkk Mtk SiiäcstiH f». \Mie deutsche Volkssehulrn in Kroatien. Nach di-r Errichtung deutscher Aolksscliulen in Agi-am und anderen Sl.'idti.'n hat (lor UnU'rrichlsminisler auf fiPimd des ricsolzns ül>er das Schulwesen der Deutschen Volk.sgruppe die Eröflnung wcitewr deutscher Volksschulen in zwölf kroatJschen Gemeinden verfügt. , Bestiindauhiahiilt> der'heute mit der Waffe in der Hand tief im «Jnifsrhfm Volksjiriippr In Kimiünien. Im. OsItMi uud hoch im Norden, um die Hei- Andreas mal vxjr den l)olschcNvistischen Bandt'n Zun itHisl und miircswecli?:«! fji großer Zeit, in dei* es um die Zukunft des deutschen Volkes für die näch-steji Jahrhunderlc geht, liegehen wir heuel* das Julfcst und treten wir in das neue Jahr. Ein ffroUer Teil des Landwtkes steht Schmidl führt das Gesundheitsamt eme p'sundhoitiiche Heslamlsanfnahme der .deulsclien VollNSffruppn in I^umfuiien durch. Die Unt«»rsuchmigen werden kostenlos mit inkTstiilrung des SS-ftönlgensturmbanns bei allen Volksdeutsrhen vom siebenten Lebensjahr an >'orgenomni€Ti. o. Rumänische rrpiteitgeNliilttiiif( Mch drtifiselipm Vorbild. Die vielgestaltige Ar-Iwit der NS-Gemeinschafl „Kraft durch I reude" liat dem rumänischen Ministerium für Arbeit, Gesundheit und soziale F'ür-S4irge die Aniroung ziir Gründmig eines „\m(es für ArWil und Licht" ^gebe.n, das die gesamte geistige \md leibliche l^öMerung und Fortbildung aller Werktätigen ru org.inisieren und zu leiten und darülx'r hinaus fiir eine sinnwlle und nulzliche i'rcizeiljieslallinig Sorge zu tra« gen hat. Der L Mai soll als Feierlag der .\rl>rit würdig ausgcslaltet werden, wie denn überhaupt die Schaffendmi Rumäniens nach deutschem Vorbild an den knihirellen lünrichungiMi ihrer Nation teil-uehmeii werden. o .1 !\ltllfonen kosfH der 1 zum RrehlKfalirpti. Der Cbcr- gang zum Rechtsfahivn verursachte der Verwaltung der IJudapesler stödtisehen Slraüenbahnen mehr als J Millionen PengÖ AusIM^'U. o Straßmvprlnnl für die Juden Während dfr l''eli».rta|{p In der Slowakei. Das sfo-wakisclie InnenTuinislerinni verfügte, daß Juden in der Zeil vom 2'f l>czendK?r nachmittags bis 27. Dezeinlier sich auf dett Hiui[)lstral.Vn uni von den erwachenden Völkern vernichtet werden. Was wir in d<»r Heimat zu diefiem Siege Iveitragen kömien, muß und t\ird ge-scliehejl. Rauern und Landwirte, Bäuerinnen, Landjugend, Landarlx-iter und Land-arbeiterinneji, wir kennen tinsere Pflicht ih der Heimalfnont. Das tägliche Bivit für unsere Volksgenossen müB auch weitet* sl-chei*gesfellt wei-de.n. Nach dem Siege und nur nach dem Siege wird, w^e der Keich»^ bauerjifiüirer oft betonte, die Zeil des Aufbaues auch für das Baueratiim kommen. Jetzt heißt es allen SchWiefigkeiten zu trotzen, vor uns steht nur ein Ziel: „Ein freies starkes GroBdeütschland". Mit dieser Siegeszuversicht Wünsche ich dem stets einsatzl>erelten südmärkisehen Lands-olk für das neue Jahr ganzen Krft>!g. Heil Hitler^ cez. Sepp H a i n E1 Lan desoauctTirtt hrer INc PreMig« aif dm VMNRflrklM QfaZ. Marktwochc vom L his 6. Dezember 1941. Preise in t^elclispfeurtlg je Kilo-gramin Lebetidjrewicht. Rinder: Ochsen AA 99, A R5 bis 89, B 75-«l, C 68—^1, D 51; Stiere: AA 97, A M, B T5—TT. C 64-67; Kühe: AA 9L A 80—«5, B 70—77, C 53 bis 65. I) 40-46; Kalbinnen: AA 97, A 87, B 75 bis 79, C 60—69, D 48. S c h w e i n e : 150 ks: und mehr 122, 135—149.5 kg 122, 120—134.5 kß 120, 100—119.5 kß 116, 80—99.5 kg 110, 60—79.5 kjt 105, Sauen und Eber 120. — Fleisch und S t e c h v i e h : Schweine 152, Kälber (Schlachtgewicht) 100 bis 154, Schafe 150, Rindfleisch 104—156. X Lefititiber^-cIsunKen italienischer Arbeiter aus dar Provinz Lalbach. Es besteht nunmehr die Möftllchkelt, die Überweisungen von Lohnersparnissen italienischer .Arbeiter aus der Provinz Laibach, die in der Untersteier* mark bescliäftipt sind, auf schnellerem Wege als bisher durchzuführen. Hiezu ist erforder-Hch, daß die Betriebsführer im Interesse Solcher Arbeiter die Einzahlungen mit dem deutlichen Vermerk »LohnüberNVelsung Italienischer Arbeiter aus der Provinz Laibach« bei einem der folgenden Oeldinstitute vorneh-tnen: Creditanstalt-Bankverein Filiale Cilll und Marburg/t)rau und Länderbank Wien Filiale Marbürg/Drau. AUS AUER WELT a. ElgenarUger alter Begräbnisbrauch. Ein Zufall hat zu ner Entdeckung eines ölgenartirren BoftrHhnsbrauches geführt, der un 17. und Ift. Inh^'hufldert Im Kirrh-^>p'cl Grtinhayn bei WeMau bestand ß'-ncn seltsim^n floil^^pckcr hat mAn döM rre'undpn, ntlml'ch d^ifi soweit die Kif-chenbücher noch Aufschluß gebtn, 105 Verslorbeno des Ki^'chsp'els in der che von Orünh.lyn reihenweise un^er d&m Tußbooen der Kirche beerd'gt sind Wenn iemand nun dort zur letzten Ruhe gebracht wurde, räumte man d'e ßSnkö fort, entfernte die Ziegel des Fußboden» und hob das Grab aus. Die Peitr ging dann vor sich w'e auf dem Kirchhof vor der Kirche. Wenn die Tote" in d'e Oruft gesenkt waren, wurde der Platz darüber wieder in seinen alten Zustand vernetzt. Bevorzugt war die Oruft unter dem Sitz, der von dem Verstorbenen zu seinen Lebzeiten benutzt wurde. Aus den a'ten Akten geht hervor, wer unter dem Sitz, vor dem Altar, vor dem Bexhtstuhl oder im Gang beerd'gt wurde. Ein Ruheplatz in der Kirche kostete zehn Mark Da die Mark damals keine Münze, sondern einen Oewichtsbcgriff darstellte, waf das etwa der Preis für eine Kuh. Für ein Kindergrab wurden fünf Mark bezahlt. Die Ärmsten der Armen fändfrti ihre Ruhestätte aber nicht einmal auf dem Friedhof der Kirche, weil s'e den Preis für das Grab nicht bezahleti konnten, sondern wurden im freien Fe'de begraben. So liest man in den Kirchenbüchern von Orün-hayn, daß Knechte, Hirten und Bettlerinnen »wegen Armut« außethalb des Friedhofs liegen mußten. Die letzte Le'che wurde 1780 unter dem Fußboden der Kirche von Grünhayn begraben. Friedrich der Große hatte um jene Zelt diese Art von Beerdigung, die auch an anderen Orion üblich war, verboten, a Endlich ein Junge! In Dänemark gibt es eine Stadt, in der seit langer Zeit immer nur M.tdchen geboren werden. E» ist das Städtchen Koge bei KopenhajJien. Die Bevölkerung ist durch diese statistische Tatsache bereits stark beeindruckt gewesen und es erschienen sogar Arttktl darüber ih den örtlichen i^eitungen. Endli^ aber ist der Bann gebrochen: Am 10. Dttem-ber wurde ein kräftiger Junge geboren» der Viele Herzen durch seine Ankunft beruhigt hat. Da« ungewöhnliche Ereignis wurde sogar In feierlicher Form durch den Bürgermelater vom Balkon des Rathauses aus verkündet. FÜR DIE FRAU iniHtiiiiiNiiwiiiinnnniiiminiiiiiniiHiwiiiiiiiHitiitttiiiiiiiiiiiinMiiiiiiiiiitiiiiiiitintiiiiMinttMnimiiMiitni^^ IM du KiM tRfentgimit Eine t^lauderei An den Verlag Hier ausschneiden Unterslelrlsclier Kalender I Marborg a. d. Drau Badgasse 6 Jede Mutter wünscht, daß ihr Kittd recht InteHlgeiit sei, denn dadurch WM es bedeutend niehr Möglichkeiteit, hii Leben vorwärlszuKotnmen, als Wenn ts von geringen Begabungen ist. Wenn wif uns die Fragie beantwotten, ob ein Kind intelligent ist* so müssen wir uns vor allein vor Augen halten, dalJ Intelligenz eine gewisse Vielseitigkeit von Begabungen in sich begreift. Ein Mensch kann sehr wohl eine starke Begabung haben — ausgezeichnet Üeige spielen, geschickt basteln, schnell rechnen — ohne daÖ fer dadutch intelligertt zu sein braucht. Es kommt sogar nicht selten vor, daß eirte einseitige Begabuhg andere Ihteresseii ausschließt. Uftd mit dem Wort »Interessen« haben wir schon eine Qrundbeditigung der Intellieenz angegeben. Ein intelligentes Kind hat vielerlei Irtteressen. Doch das allein genügt noch nichL Ein gutes 06-dlchtnis, ein schnelles Erfassen utid ein gutes Kombinationsvermftgen sind weitere Notwendigkeiten, um den Verstand hitelligent zu machen. Kinder, die viel ffagen, die mit Ver-Stflhdnis weiter frafeeh, die das Gesagte gut hehalteti und es auch späterhin anzuwenden und auszubauen versteheii. das sind höchstwahrscheinlich Intelligente Kinder. Manches Kind fragt nur aus augenWickilcher Neugier oder aus Langerweile, schon ein paar Stunden sipäter hat es die Erklärung vergessen, die ihm gegeben wurde. Da ist das In- teresse nur üulierst oberflächlich, es bleibt eben NeuRier urtd vertieft sich nicht Kum Wissensdurst^ Allerdings gibt es auch Intelligenz bei schlechtem Gedächtnis und auch bei schwerem Erfäs-. sen. Solche Veranlagunghe bringen dann, uui wirklich ilitelligetlt zti seih, Geduld und Zähigkeit mit zur Welt. Da Ist trtartches Kind, das gern begreifcH tiiöchtfe* dazu Hber viel Zeit braucht. Es wird sich diese Zeit nehmen und ebensogut oder gal* noch hesser lerHert Als das schnell-begreifende Kind, da es sich Itl den Stoff vertieft, I^ttr Katz. # Praktisch« Wink# Die Milch will Immer denselben Topf. Es wird viel zu wenig beachtet, daß dlfe Mljth Immer Im selben Topf abgekocht werden mufi. Der Milchtrtpf wird vor dem Qfebrauch stets mll kaltem Wasser ausgespült. Durch diese einfache MaBnahrti'e wird das gefürchtete Anbrennen der Milch verhütet. Myrten dürfen nicht z« stehM. Die so hfluflfren FehlschlRite mit Myrten hätigen damit zusammen, daß man die Pflanzen meistens viel zu warm hält. Während^er Wlntermonate kommt man mit einer jjm-peratur von uhßefänr fünf bl^s abht Orad vollends aus. !^ehr wichtig bieiM Äuch, für frische I.uft und Rutc Bellchtunf keÄörfet wird. Auch sachjreHiSRcs OieOen Ist in hohert rtrade aUsRchlrtffKebend für den Rrfolf. ES ist stets anf eine gleichmäßige EfeuchtiRkelt zu achten, ein Zuwcnla wäre ebenso nach-teill* wie ein Zuviel. Die besten T!ntwick-lurtEsmögllchkciten findet die Myrte In sandiger Laub- und Heideerde. Reim Verpflanzen müssen zu gröBe Töi^fe VerWlcde« werden. Bokanntmachung Bettiffl: U>hMStcuerkartc !Ö42 Die Verteilung det Lohnsttsuerkarten 1042 wird mit 15. Jänner 1942 abgeschloasen sein Antrage auf norlchtlgung bzw. Neuausfertigung von l.ohnsteuerkarten 1042 sind ftimschllef^lirh im slödtiachen Steueramt, Abt. IIa, Marburg a. d. Drau, Domplatz II. Parterre rechts, einzubringen. Oer Farteienverkehr beginnt ausnahmslo« am 16. I. 1P42. Der Politische Kommissar der Stadt Marburg an der Drau 10137 (Städtisches Steuerami) Nummer 239-24t *(Mai1mrs:er ZeHungc, Weihnachten, 24.—26. Dezember KMl Wte 13 Fa. Zeletz Alois Schneidermeister, Marburg, Kimtnerstniß« 19, hat vom 24. Dezember 1941 bis 4. Jänner 1942 Gefolgschaftsurtaiib. Die werten Kunden werden ersucht, die Kleider bis zum 24. Dezember 1941, 12 Uhr, abzuholen. 10200 Möbliertes Zimmer sucht alleinstehender Herr ab 1. Januar. Zuschriften erbeten an die Seifenfabrik Zlato-rog, Marburg. 10038 Fflr die EinfDhrung, Anle^ng sowie fachgemäße Beratung der Brnslmr-Buehhaltung wenden Sie sich an unseren Fachmann Hubert Bratschitsch, Marburg a. d. Drau, Tegetthoffstr. Nr. 40, Fernruf 24-60 10156 Sachen fiaragienmgsmOgllchkeit für kleinen "Wagen (Adler) in der Nähe der Schillerstraße. Angebote unter »Mitte Jän-nerc an die Verwaltung. 10115 DU GroMfMckiftast«!!« fir dü« „t11N m A X"-HandfeuerlSscher b«fbid«t slek Mck vi« vor »878 Marburg a. d. Drau, Tegetthoffstrasse Nr. 12 — Hans Klemsche R ein Hanl im Unterland ohne MARBURGER ZEITUNG"! Oebe bekannt, daß das Poto-Atelier and Hand-lunc L. KIESER, VlktrlnghofKass« 30, wegen Qelolcschaftsnrlanb bis einschließlich 10. Janner 1941 gMchlosse« Ist 10198 Ich gebe hiemit bekannt, daß die Vorkanisrlinnie meines Rauftianses vom 27, Dezember 1941 bis einschließlich 2. Jänner 1942 wegen Inventur geschlossen bleiben. 10133 KAUrHAUS JOS. WEREM. CfLLf Der Chef der Zlvllyerwaltanic in der Untersteiermarlc Bekanittmachuii0 Betrifft: WehrflfNrwaelnmi In der Vntenrteftfimrfc. Alle wehrpflichtig dentschen Staatsani^ehörigen der (lebiirtsjahrgAngB 1894 bis 1923 — Offiiiere ohms Altersbegrenzung — die ihren ständigen Wohnsitz nach der IJnterstciermark verlegt haben oder länger als 60 Tage sich in der Untierstieiermark aufhallen, haben sich bis mm IS. Jmuar 1942 bei der für ihren ^genwärtigen Aufenthaltsort in der Untersteiennark rosttodigen Wehrersatzdienststellej und zwar Offiziere tmd Wehrmachtsbeamte beim Wehrbezirkskommando^ Mannschaften ■ . beim Wehrmeldeamt unter Vorweisung des Wehrpasses persönlich zu melden. Folgende Wehrersatzdiemtstellen sind fOr die Untersteiermark znständlg: 'IVehrbeiMskommandt Marlmri Wehrmeldeamt Marburg für de» Land- imd Stadtkreis Marburg, Wehrmeldeamt Pettan für den Landkreis Pettaiu Wehrbezirfcskmnmando Cim Wehrmeldeamt CiUi für den Landkreis CilQ, Wehrmeldeamt Rann für den Landkreis Rann, Wehrmeldeamt Trifail für den Landkreis Wehrbezlrkskammaiidt Leltafli Wehrmeldeamt Radkersbui^ für das Gebiet der ehemaligen Deai' kshauptintnn-schaft Luttenberg. Wer der Meldepflicht bis rmn 15. Januar 1942 nicht nad^gekommen ist, hat Bestrafung zu gewArtigea. Graz, den 19. Dezember 1941, In Vertretung: Dr. Mfliler'ilact MOPU.POUTUR SCHUHCREME BODEN PRSTR WOMDESPOLISH CHIMI«euI.«»RIK PnUL OELTZE tTOWCauMH-WMKil tlHZ/DOtllW Beruf Wldii Qb«f A« g*wni9«i Imw ''•"'*•9. "•'*»» ••• NECK KRATiN WTnniiit, rfai btwihri* Mittd ••B*" trlmpl« und KopUchin«rA NEOKRATIN-----r- m Pmckvng tu 8 Obl«|»nli«|M«ln RM 1.1^ fllM9«r:Apo(h«ii*r Or^Kutf«li.WitfkJn/4ll Kleiner Anzeiger iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiillllllllllllilllAilllMIIIIIIIIIIHIl JadM Wert kaitvt tO Rfl. du tett-iwinckiea Wort X Ri>L Der Wort» preis rDt bis ta IS Buchtttben I« Wort ZiflerceMhr (Kennwert) 35 Rpl. bei Stelleacesacbei >25 Rpl Pflr «erlanstt Zusendnni voa Kennwort-briefea «ordet M Rpl Porto berechnet. Anzetren * AnnahmeschlaB: An Ttn Tor CrtchelDea am 14 Uhr. •Kleloe Anxefcee« werden enr cetea Voreinsendonf de* Betraicei (ancb In ROltlsen Brlefmerlien) enfRenomtnen MindeitKebOhr Iflrtine Kleine Aoteice RM I.— Abschrelben? Abzeichnen? NeinI Photokopieren lassen ist besser und billiger. Photokopiestelle: Kontrollbüro IQr Wirtschaftsbetriebe, Graz, Crieskai 60. Ruf 67-95. 8846-1 Ahnenpaß-Ausfertinngen für Ariernachweise. Familienfor-Bchungs-Institut, Graz, Grieskai 60. Ruf 67-95. 8996-1 Buchhaltungsarbeiten, wie Anlagen, Bilanzen übernimmt Lesiak, Marburg, Bismarck. Straße 3/1, links. 10060-1 Ubersetzungen, beglaubietQ aus allen Sprachen. Familien-forschungs-lnstitut. — Graz, Crieskai 60, Ruf 67-95. 8997-1 Tausche wegen Kinderzuwachs schöne 3.Zimmerwoh. nung nebst Kabinett für Dienstboten, Badezimmer und im schönsten Stadtviertel ge. Ren 4—6-Zimmerwohnung Zuschriften erbeten a. d. Verwaltung unter »Geräumige Wohnung«. 10120-1 Gröliere Magazinsräume zu pachten gesucht. Anträge unter »Stabiler Pächter« an die Verw 10166-1 JfntHStfft Kuranstalt . Erholungsheim Hiefür geeignetes Besitztum, zunächst pachtweise mit Vorkaufsrecht — möglichst Süd. mark — gesucht. Vermittler sowie Hinweise auf geeignete Objekte gegen Vergütung erwünscht. 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Antrüge an l'ctrak, Marbuiu, Taurisker-stralk 29. 101Ü8 6 Wer liefert? Teller, Schalen und sonstige hohlgedrehte Artikel. Tabletts poli^e Holzkästen, Leuchter und andere kunstgewerbliche Artikel. Ausführ un g: Aus sÄmtüchen Obstbaumhölzern oder sonstigen Edelhölzern wie Nußbaum, Kinsche, Rüster, Esche, Eiche usw. Muster bezw. Zeichnung event. zur Verfügung. Emst Kramer KG., Großeinkauf, Kunstgewerbliche Erzeugnisse, Beriin W, Kaiser. Allee 173—175. 10142 ?▼?▼???????▼???▼??▼ Boufstätiges Friuleln sucht Zimmer mit^ oder ohne Ver. pflegung bei ruhiger Familie Anträge unter »Anspruchslos« an die Verw. 10195 6 Sitfftttftmtht leder Unterstelrer liest die „Marburger Zeitung!" für leideocle Beino der Frauen, die vi^ •tehen und gehen, m verschiedenen Preislajfen. Beratangsstellen- ZUM INDIANER, Grai, Harrangatt« 2« neben Ca>e Herrcnhof, GUMMiHOF, Graz, Sporgatse 4 neben Luegg. sowie FRAUENHEII, Grax, AlbiacMgatta 9 Verlang«« Si« Maeekarl« 887i Altere Frau übernimmt Führung eines Haushaltes. ^ Fr. Wetschernik, Windenauer-Straße 92. 10178-7 Intelligente Dame, fremdsprachenkundig, sucht Ver-trauenssteilung zur Führung eines frauenlosen Hauses; gerne l.and, ist feine Köchin, mit allen Arbeiten in Wirtschaft vertraut und längerer Praxis. Unter »Jänner-Febfii 1Ü42« an die Verw. 10064.7 Küchenchef sucht Posten — geht auch auswärts. Apothekergasse 9-1. 10073-7 SUfltH Vor Cimiellanp woo Arbeite-krafleo maO die Zuttimoianfi dee laitXndineD Arbeitiamle» eiaffeboll werden. Für leichten Dienst Wachmänner in den besetzten Gebieten im Westen gcsucht. In Frage kommen insbesondere Pensbnisten, Rentenempfänger, Berufs, u. Werkinvalide« Günstige Arbeits- und Lohnbedingungen, freie Verpflegung, Unterkunft. Meldungen und Auskünfte beim Arbeitsamt Marburg-Drau, Schiller-Straße 37, I. Stock, Tür 14, und bei den Nebenstellen (an den Amtstagen) Windiscn-feistritz, Windischgraz und üonobitz, ferner beim Arbeitsamt Pettau, Mädchenheimstraße 10, Parterre. Zimmer 7 und dessen Nebenstellen Ober-Radkersburg und Friedau sowie beim Artwits amt CiUI, Bahnhofstraße. Vermittlungsstelle für gewerbliche Berufe. 9737-8 Hausgehilfin wird sofort oder mit 1. Jänner aufgenommen. Adresse in der Verw. Suche ein anstündiges Mäd-chM für alles, das auch kn-chen kann. Anfr. lierichtshol-llfeasse 9, i^irterre rechts. Mar. bürg. IÜ067.8 Wet>er, Spuler (innen), Zwir-ner(inncn), Spinner(innen) werden aufgenommen. An-träge unter »Dringend« an die Verw. 10042-8 Verläßliche Hausgehilfin mit landwirtschaftlichen Kenntnissen wird gesucht. Vorzustellen bei Hartberger, Gastwirtschaft, Brunndorf-Marburg 10154.8 Benötige ab 1. Januar eine selbständige Kanzleikraft, die in der Buchhaltung gut bewandert und verläßlich ist Bevorzugt wird Pensionist. Angebote mit Gehaltsansprii-chen unter »Nr. 4314« an die Verw. 10145-8 Braves, ehrliches Mädchen mit Kochkenntnissen, das alle Hausarbeiten verrichtet, gesucht. Verhunz-Käfer, Adolf. Hitler-Platz 24._ 10116 8 Benötige geübte Zahlkellnerin mit mehrjähriger Praxis, der deutschen Sprache mächtig. Zuschriften an Gasthaus und Fleischhauerei Emil und Anna Perdich, Tüffer. 10140.8 Fufiite " Vitlust€ Wirtschafterin, die auch gut kochen kann, wird sofort in Marburg gesucht. Adr Verw 10151-8 Bedienerin, die auch gut kochen kann, wird sofort in Marburg aufgenommen. Adr Verw, 10152-8 Ein goldener Siegelring wurde in Pettau-Bahnhof oder im Zug Pettau—Marburg verloren. Der redliche Finder erhält eine, hohe Belohnung. Abzugeben in der Marburger Druckerei. 10022.0 Warnung! Es werden die Kaufleute ersucht, beiin Ankauf von Spinnstoffwaron d;e Punkte der III. Reichskie'dcr karte Nr. 573.778, lautend auf Kopov.'Schek Franz, wo^nIM^t in Marburg, Sclilachtho^gasse Nr 4, geb. am 8. XI. nicht anzunehmen und sofort die Polizei zu verständigen da die Kleiderkarte gestohlen wurde. 5() RM. Belohnung! 10159-0 Verloren im Geschäft Scher-bautn, Burgplatz, am 22. XII. eine Tasche, Inhalt Täschchen mit 20 RM, 4 Kleider, karten, lautend auf Franz, Josef, Ferdinand, Maria Gam-se, 2 Brotkarten und eine Le-gitimation vom Heimatbund lautend auf Maria Gamse Ritte gegen Belohnung von RM. 20— in der Verwaltung abzugeben, 10180-9 Hausbesorgerin oder Ehepaar bekommt möblierte Wohnung ohne Betteinrichtung. Bezahlung. Gartenanteil. Taurisker-Straße 44. 10184-8 Buchhaltungskraft, selbstän dig, wird sofort aufgenom nien. Anträge unter »Großhandel 1942« an die Verw. 10201.8 Hausgehilfin, Köchin, verläßliche, sparsame Wirtschafte-! rin, gesucht. 'Anträge unter; »Dauerstellung« an die Ver-[ waltung. l019ezember nach kurzem Leiden im 94. Lebensjahre sanft entschlummert ist. Die Beisetzung findet am Freitag, den 26. Dezember um 15 Uhr am städtischen Friedhof statt. Die hl. Seelenmesse wird Samstag, den 27. Dezember um 7 Uhr früh in der Domkirche gelesen. Marburg, am 24. Dezember 1941. 10183 Rittmeister Max Götz. Seite 16 »Marbursrer Zeltanff«, Weihnachten, 24,-26. Dezember 1941 Nummer 239-241 Stadtth«at«r Marburg an dar Drau Heute, Mittwoch, dm 24. DsMmbw um Ift Ulw Kin(tervoritttll«a i\inaervoritttii«ag Der Goldscliafi lin Baoitni Ein Märchenspiel Iii 8 BMtn voa Otio WtK« Halbe Pr«la« Abends aolmitrmi Donnerstag, den 25. Dezember um 11 Uhr Kindervoritellnng Der fioldschati im Dacbem Ein Nliekcqtpit) ta 3 BiM«ni vom Otl« W«lte Halbe Preis« Dunneratag', den 25. Oeiember um IS Uhr Hänsel und Qretel Märchenoper in 3 BOcIem von E. Humperdinck Donnerstage, den 25. Dezember um 20 Uhr WiBNeKBLUT Operette In 3 Akten von Johann Strauß Freitage, den 26. Dezember um 11 Uhr Der GoMj^atz im Dächern Eis Mirehenaiilel in 3 Bildern voa Otto Welte Halbe Preiae Freitag, den 26, Deiember um Ii Ulir Hänsel und Gretel M^^anaper la 3 Bildara vaa BiHanipafJlaiili Freitag, den 26. Dezember um 20 Uhr „ MONIKA Operette in 3 Akten von Nico Ooatal Samatejp. den 27. Dezember um 20 Ühr Meine Scliwester and icli Vün muslkaUsehoN Splol in 3 Akten vim Ralph Benatzky Sonntag, Nachmittagsvorstellung; »Die Entfütirung aus dem Serafl«, Abendvorstellung: »Wieaer. 10057 Iw6Hmrblotk*'Wr das f•«#! Narburf 10161 ^ Stelrtschcr Hehfiatbund — Oastnilel Steirischt VolksbOhae — Graz PreitAf (SMSflitag). 28. December 1041 Göti-Saal, 90 Uhr RafnMprm ins Hiclc Volktstfick in S Akten von Hartl Vitus Spielleitanf; Willibald Franid Eintrittskarten von RM. 0.60 bis RM. 2.50 in der Vorverkaufsstelle des Amtes Volkbildung, Tegetthoffstraße (Ecke Qerlchtshof-gasse 1) crhflltHch. Die Oeichftftastelle Ist auch am Steffanitag von 0—12 Uhr geOffnet. Bei Beginn der Vorstellung werden die Saaltüren geschlossen. 10044 Miesstaler Feilhauerei Ignaz Driianzl, Pravali, Rfiniten empfiehlt sich bestens für Neuaufbau alter Feilen uad Raspeln. — Prtiiliste gratii und franko. Varfrafart Rauch, Mvali 44 ' 10130 Prlmerina Dr. Priti von Radlet bia 2. Jänner 1942 verreiat loiis Am 29., 3t. und 31. Daiambar 1941 Ist ansar Oa-schilt wagaa dar levaaturarbaltea lasparrt. Saliik & Rraker, Petfiu 10139 TaxtllwaraagroBhandlHag Wegen Inventur bleibt die CHMMIMDUSTRie G. m. b. ff. Mmrbmrw/Bwmm Tegetthoffstraße 44, Ruf 24-17 vom t7. KU. 41. bla 1. f. 41 eaacllfoaaan _iQiia BURG-KINO ("emnii ^2-1^ Nur noch bis einschließlich Donnerstag Der Ufa-KOm: Helmatlcind Haaat Knoteck, Wolf Albach.Retty, Martin SchmMthofer Fflr Jugendliche unter 14 Jahren nicht zugelassen! Kttltarfnnil Neueste deutsche Wochenschaul Bitte, sichern Sie sich Ihre Karten im Vor-verkaufl Der Terra-Fllni: Ab t^reitag lEICHTE KUSE (Was Frauen im FrühlinK träumen) Willy Frltseh, Adelhaid Saaok. Willy Rosa Für Jugendtlche nicht zugalassen! Kulturlllml Naneste dentsolw Woahensoliaut ESPLAMADE t'emrut 2S'2V Heute 16. 18-30, 21 Übt Heute den 24. Dezember 1941 den ganzen Tag geschlossenl Am 25. Dezetnber 194t iMii} Ml Her IUI in. fmdl Für Jagendliche idcht zugelassen! Am 26. Dezember 1941 Oh diese MSrmer Ein entzückendes QroQlustsplel, das Lachstürme erzeugt! mit Johannes Rlamann« Paul Htfrblier, Georg Alexander, Grete Weiser, Susi NIcolettl, Jane Tilden, Rudolf Carl Kulturfilm! Ufa-Tonwoche Nr. 589! Fttr jHgandilelw aiabl autalasaanl An beiden Feier tagen finden vormittags um 10 Uhr und II Uhr Vorführungen von Sondarwochen-scbaucn und Kulturfilmen statt. 10192 ino Brunndorf „WALDilAUSCH** Nach dem Roman von Ludwig Qanghofer. Wochenschau, — Vorstellungen; Donnerstag 15, 18, 20.30 Uhr; Freitag 15, 18, 20.30 Uhr. — Für Jugendliche zugelassen. 10167 ltdir iMiiniBtaw Hnt die HarlMnin' Zettnaol «LEDER TREIBRIEMEN — SXMTLICHE BEOARPSARTIKEL FOR SATTLER,TAPEZIERER UND SCHUHERZEU6ER MASCHINEN GRßZ,Grlesgasse22 FERNRUF 03-51 (1-14-62) Gwmmiplaftan, Gummlobsätze u. t. w. Täglich Post" und Bahnuersand mcbfint hi Rlm lir Ibb btMle iBterlaiid ela Zun ersten Male [ fflr das lalir 1942 Iwrnisgegelwa tM Mr Bniidastfllirano