i n i g t Laibachtr Zeitung. Gedruckt mit Edlen vsn Kleinmayer'schen Schriften. —........».««,« ....... ,^>. » . «»,»>'" Frey tag den 22, November i3iö. Ausland. Deutscht a n 5. ^/l-ach Beendigung des letzten Knegs scheint in Rußland das Französische dem Englischen gewichen zu seyn. Vor dem Französischen feindlichen Einfall nahm man nur fralizosilche Lehrer und Bedienten, und es gab fast kem «ngesehenes Haus, worin mau nickt ewen oder mehrere Franzosen fand. Seit der Invasion aber ist aUes was französisch beißt, aus der Mode gekommen, und an dessen Patt ist eine entschiedene VorNebe für die Engländer getreten. (G. Z.) Frankreich. Das Journal des Maires swelckes bekanntlich unter besonderem Sckutze desPoli-zeyministcrs siebt) schließt einen Artikel über religiöse Gegenstände mit folgenden'Betrachtungen: ,,Wir wissen besser, als irgend Jemand, wie viel Gutes in den Kirchspielen die Landpfarrer stiften; wir fühlen täg« nch mehr die dringende Nothwendigkeit, sie '" ei, er Lage zu sehen, welche sie nicht bloß unabhängig von den Reichen macht, sondern Tdnen onch Mittel an die Hand gibt, selbst ^n Dürftigen beyzuspringen. Wie muß es he schmerze,,, wenn sie beym Besuch« eines auer Hülse entblößten Armen ihm nicht das Schcrflein der Witwe, und das Oehl des Samaritaners reichen können. Wenn man sich der heilsamen Lehren, welche sie den Sündern geben-, den eindringlichen Ermah? nungen, die sie den Reichen ertheilen, dev > trostvollen Dogmen, welche sie den Unglück« predigen, erinnert; wenn man bedenkt, wie viele Prozesse sie durch ihren Nach verhü« tben, wie sie durch ihre Weisheit Frieden in den Familien stiften und erbalten, wie sie durch Worte der Sanftmutk Feinde ver» söhnen , — so müßte sich die Menschheitmit der Religion verbinden, nm die Aufmerksamkeit der Negierung aus sie lu lenken, wenn «och der mindeste Zweifel über die Ge-sinnungender Regierung in der Hinsicht obwalten könnte. Und wenn noch einige Per-sonen, die immer bereit sind, zu bekritteln, und sich und Andere zu beunruhigen, Zweifel darüber hegen sollten, so glauben wir, die Geistlichkeit werde bald den Beweis erhalten, daß man sich noch mit ihrem In-tercsse beschäftigte, und zu Verbesserung ihres Schicksals wenigstens einen Theil der ^ Plane werde ausführen können, die dergot-tesfürchtige Monarch sckon seit lange entworfen hat. Da jedoch die Lage worln sich der königliche Schatz Wndet, in diesem Augenblicke nicht erlaubt, diese Plane in ihrer Gesammtheit auszuführen, so ist zu hoffen, daß die Großmuth wohlthätiger Personen, hie Frömmigkeit echt christlicher Seelen, die Unzulänglichkeit der Minel, welche der Regierung gegenwärtig zn Gebote stehen, so viel als möglich, ersetzen und dadncch besonders das Schicksal der Landpfarrer, das so oiele Theilnahme verdient, erleichtern werde. (G. Z.), Paris de« 2^. Octobcr. Der Marquis von Marialda ist gestern von Paris nach Wien abgereist, wo er im Nahmen seines Souoerains, des Königs von Portugal, die zweyte Tocbter des Kaisers sich antrauen läßt. Er wird, wie man vernimmt, den Wtnter zn Wien zubringen, und im nächsten Frühjakr seine nene Souveranin nach Livorno begleiten, wo sie sich auf einem portugiesischen Schiff nach Brasilien einschiffen wird. Se. Erccll. kehrt dann nach Paris zurück. Das Zuchtpolizeygenckt zu Nancy bat einen gewissen Chonleur zur Gcfanqnißstrafe nnd zu loao Fr. Geldbuße verurt)ellt s weil er am 5. Okt. aufdemFruchtuarktezuP.» ,te a-Mousson den Preis des Getreides durch betrügerische Mittel hinauf getrieben hatte,. Da die Herzoginn von Angouleme erfahren hatte, daß mehrere protestantische Familien in Noth gerathen jeyen, ließ sie den Geistlichen dieser Gemeinde eine Snmme Geldes zu deren Unterstützung einhändigen. Diese Fürstinn bat ebenfalls dem Prafekten des Sarthe- Departements !25o Franken anweisen lassen, um sie dem Verein mütterlicher Wohlthätigkeit zu Mcws einzuhändigen. (G. Z.) 3aut Nachrichten aus Paris, gewann Frankreich am 16. Oktober 20 Mill. Fr. durch das Urtheil von Schiedsrichtern , welche in Sachen Hollands wider Frankreich zu Gunsten des letzter« entschieden. Seit i3i3 wurden die Interessen der Staatsschuld von Holland nicht bezablt, Die Interessen häuften sich, und wuchsen bis zur genannten Summe an. Wer sollte sie tilgen, Frankreich , welches Holland verloren hat, oder Holland, welches wieder ein unabhängiger Staat geworden ist. Eine Kommission von 7 Mitgliedern, wovon 5 die ersten Diplomaten auswärtiger Höfe und 2 Kommissa-rien von Frankreich waren, erkannte durch Mehrheit der Stimmen, daß Holland die Last tragen müsse. (G. Z.) In Folge der von dem mehr erwähnten Artillerie-Offizier Wonicr gemachten Entdeckungen, worauf die Erckntion verschoben worden worden, ist nebst mehreren anderen, auch der General Pajol, Schwiegersohn des Marschalls Oudwot, von welchen es schon früher hieß, er scy mit in die Verschwörung der Patrioten von ittik verwickelt gewesen , in Verhaft genommen worden. Bekanntlich ward dieser General von Bonaparte bey dessen wzter Zurückkunst wieder ange--stellt, und sollte deshalb auf die letzte We der Prostrlbirlcn gesetzt werden. Auf Fürsprache seines Schwiegervaters ward er aber begnadigt und lebte seit der Zeit in Parts. Bey Lyon wnrde der Oberst Alir anf seinem Landgute vor Kurzem gleichfalls verhaftet. (W. Z.) Der KoniZ hatte kürzlich erlanbt, daß auf dem Markte du Temple auck an Sonn« und Feyertagen feil gehalte» werden dürfte. Die dortigen Verkäufer haben diese Begünstigung am 3i. Okt. durch ein Tedcum il» der Eliwbethkirche, Auspflanzung einer weis« sen Fahne in der Mitte des Markts, und durch Inaugurirung der Vüste des Königs, in ihrem Bureau gefeyert. Am 25. Okt. beklagten sich die in dem qrossen Schanspielhanse zu Bordeaur vers sammelten Zuschauer darüber, dajz der Schau« spiclsaal übcl beleuchtet sey. Man schrttt zur Untersuchung des Brennöbls, und fand dasselbe von schlechter Beschaffenheit, worauf dte Polizey den Theatermeister auf 24 Stunden in das Gefängniß schickte. (W 3.) Elias Müller, den die Polizey zu Frankfurt als Urheber eines beträchtlichen Dieb-stahls bezeichnet, und der zu der berüchtigten Bande des Damian Hcssel gehört hat, welche ehemahls die Umgegend von Mainz beunruhigte, ist eben angehalten, und in die Gefängnisse von Weissenburg gebracht worden. Diese Verhaftung verdankt man vorzüglich den Bemühungen und dem Eifee des Polizey-Kommissars dieser Stadt, denen des Maire von Ingweiler, den Einwohnern dieser Gemeinde, und der Gens-d'armerie. (W. Z.) In dem Briefe eines Dänen, welcher sich> jetzt in Frankreich bevndet, wird unter andern Folgendes angeführt! „Napoleon's un- ' .irdisck r Canal b."y St Oncutin gesit Hs/;tcl 3^eilen nntcr der Erde durch , in cincr s Tlcfe von 123 Fuß unter dem L mdwegc nach s Paris, so daß'die Schiffe 125 Fuß unter Dörfern und Wagen auf dem Wege durch- s achen und bey hellem Tage mit Fackeln durch < Aclsen steuern müssen." (P. Z.) < S p a n l e n. . i Mittels einem köuigl. Befehl wird ver- ; botheu , Spanische Schafe, Mcrmos genannt, , unter keinerley Vorwande, aus dem König- rctche auszuführen. (W. Z.) 1 M t s z c l l e n. , Die Kovenhagner Kunstkammer bescht « einen nickt unbedeutenden «Beytrag zur Geschichte der Uhrmacherkunst, ncmlich eln sog>'nannr?s Scigerwcrk (Schlaguhr) mit dcr Aufschrift: ^.nn» »534 ^f r^ninK Es ist in der Form elnes Konlpasses mit eckter Vergoldung, und setsr geschmackvoll gearbeitet; «s ist ziemlich groß, und siedt aus, als wenn es erst vor kurzer Zeit verfertigt :vocden wäre. Da Cbristian IV. im Jahr«? «!>?7 geboren wurde, so war er ungefähr 7 ^abr alt, wie er diese Uhr von seinem ^ater bekam. Um dieft Zeit müssen derglei-(sen Ubrwcrke zu Kopenhagen noch sehr selten gewesen seyn, denn auf den Abbildungen von Kopenhagen sindet man im^ Fahre i5g6 noch keine Uhren an den Thürmen; evst ^72.0 sieht man eine an dem Sckloß< thurm. In Deutschland hatte man bekanntlich schon im Fadre l36/> Thurmuhren. Wenn die Taschtmchren auct, Anfangs sehr groß waren, so lernte man doch bald die Kunst, dieke besonders klein zu machen. Kaiser Karl V., welcher von i5i9 bis »558 regierte, hatte eine Uhr mit Zeigern in einem Ring?, und ungefähr um das Jahr 1Ü00 trugeu die Damen Uhren in den Ohrenringen. (W.Z) In Götüngen find in dem letzten dalven Jahre 4 Studenten im Duell uns Leben gekommen. Berliu hat kürzlich ein Seitenstuck zu Aubry's Hund aufgestellt. Das Reitpferd eines verstorbenen Uhlanenrittmeisters, welches ihn dreymahl >vom Tode oder von der Gefangenschaft gerettet hatte, folgte frisck und gesund der deiche seir.es Herrn, wurde gw i> nachher krank, »md starb binnen sechs Tagen. (G. Z.) Der Fr'r"en? Harmand zu Paris ist gestorben, und bat ei>l, '^ermö^cn nachgelassen, das, 2^,0^)0 Franks Fntercisen trägt. Der Hönig von Sardinien hat die Strafe des Nädi'rns wicdcc in seinen Staaten aufgenonnnen. Hi^elbe Strafe und die Tortur ist auä> in einem Theile der Schweiz wieder hergestellt. In Freydurg wurde im August ein Mensch gefoltert, und hierauf gerädert. C^. 3) Bei der ersten Versammlung des Wahlkollegiums zu Dijon, als der Ausruf: Es lebe der König! erscholl, schrie ein Schuster: Es lebe Chateaubriand! Als man ihn hierüber zur Rede setzte sagte er: er kenne kei» Gesetz, das ihm dies verbiete Da man ihm auch keines anführe,, ko.mte, so llcß man ibn ruhig zn seinen Letsten gehen. Her am 33 vertauschte er in Folge des Lüncviller Friedens die herzogliche Würde mit der kurfürstlichen, und !8oä nach dem Preßburger Frieden, wodurch seine Besitzungen sehr verqrössert wurden, diese wietz« wit der königlichen. Statt des von seinem Vater ererbten Her- ^ zogthums von etwan 20a Ouadrat-Meilen, mit 535,cxx) Einwohnern und 2 Millionen Thalern Einkünften, hinterlaßt er nun seinem Nachfolger eiu Königreich, freylich das kleinste aller Europaischen, von 35? Quadratmeilen, mit 1,180,000 Einwohnern und »8 Millionen Gulden Einkommen. Uebrigens bat Friedrich I. sich indcnschwieriqen Verhaltnissen seiner Regierung mit Klugheit und Würde benom-wen, und manche vortheilhafte Einrichtung zum Besten seines Landes getroffen, überhaupt aber sich für das Königreich Würtem-berg historisch merkwürdig gemacht, (W. Z.) Die. Insel Island, dieses an Naturwin»-dern reiche Land , ist noch so wenig beschrieben worden, daß ein jeder Beytrag zur naher« Kenntniß desselben mit Dank aufgenommen werden muß. Dieses Verdienst hat sich der Engländer Mackenzie erworben, aus dessen gehaltvoller Reisebeschreibung nachfolgende Notizen entlehnt sind. Der Hekla hat nach dcc genauen Beobachtung Sir Stanleys eine Höhe von /,3<.x) Fuß. Er übertrifft also den Vesuv nicht au Höbe. Rcnnthiere ftnd erst vor wenigen Jahren von Norwegen aus nach Island versetzt, wo sie sich in einigen Gegenden so sehr vermehrt haben, daß man Hccrden von mehreren Hunderten antrifft, obgleich von i3 eingeschifften nur 3 nach Island gelangten. Sie werden zu dcl» jagdbaren Thieren gerechnet, und sind nicht wie bey den Lappländern, Hausthiere. Von den Einwohnern werden sie nicht gerne ges sehen, weit sie das Isländische Moos v er-mindern. Alles Getreide erhalt Island übers Meer. Es wird in kleinen Handmüdlcn vermahlen , da es auf der ganzen Insel nicht eine Wassermühle, und nur eine sehr mangelhafte Windmühle gibt. Todesstrafen sind daselbst so selten, daß, als vor einigen Jahren ein Mörder zum Tode verurtbeilt ward, Niemand in Island zu finden war, der die Strafe hatte vollzieden wollen. Der Verurtbeilte mußte nach Norwegen trans.-portirt wcrdcn. W. Z.) Konkurs-Verlautbarung. (1) An der zufolge boher Zentral/- Organisirungs-Hofkommiffions - Verordnung bom 22. Iuly l. I. 3l,683 von Seiner k, k. Maj. bewilligten neuen Hauptschule zu Kapodistria ist die Direktors-Stelle mit. einem jährlichen Gehalte von 600 fl. für Geistliche — 600 fl. für Weltliche nebst einer Renumerazion von ,ao ff. für den jährlichen abzuhaltenden Praparanden? Kurs noch unbesetzt, folglich zu vergeben. Es haben daher alle jene Individuen, welche sich für dieses Amt geeignet glauben, und dasselbe zu erbalten wünschen, ihre eigenhändig geschriebenen Gesuche bis zum 25. künftigen Monaths au dieses Gubernium einzusenden ,' und dmelben nicht nur mit Zeugnissen über ibre Lebrfäbigkeit, Sittlichkeit, Kenntniß der deutsche« und italienischen Sprache, sondern auch mit andern Dokumenten zu belegen, aus welchen hervorleuchten wun. wo und wann der Bittsteller gebobren wurde welche Anstellung und welche» Ge-wie lauge? l^ f,ave'? in welchen Privat-und Staatsdiensten er früher stand, und lich, ob er den Studien und mit was für einem Erfolge er sie gebortbabe? «nd end-Ersolge bestanden daaogischen Lehrkurs gehört, und darüber die Prüfung mit gutem Von dem k.-?. Gubernium des Küstenlandes. Triest am 9. November z3lS.