?°R RM. Montag am «4. Mai »833 —--------————---------' ,,.^,,i„t mit Ausmihmc der Soiui- und Feiertag, täglich, und kostet sammt den Beilagen im Comptoir ganzjährg 1l ^halbjährig 5ft. 3<)lr.. nul D>c ..wacher Zcttm'g^ ^ l,albjä!>riq 6 N. Mr die Znuellunq in's Hans siuv h a l b > ä h ci g ^0 kr.^ne r zn entnchten. M^t der Post porto- Krcuzband un ^omp >r ^an^ „>d qedrnckter Adresse l,, ss.. halbjäbriq 7 ft. 3l) fr. - Insera tion-gebnh r fl.r eine Svalten^. c oder enNann. gelben, snr em-'",' ^^!Ä.ltu^3 r ^ wcimali^e 4 kr., für dreimalige 5 fr. C. M. Inf!ratc bis 12 3eilen kosten l st. für 3 M.l . 59 kr. s>'r 2 Ma und 49 kr. s..r l M,'l e.n;»schalte«. nach dem provisorifchcn Gesetze uom «/November 1850 ft,r Inscration^ftäm'^'l" noch l0 kr. für eine jedesmalige G>n,cha!tung h»iju zu rechncn. Nealschulc in Prag ernannt. Der k. k. Minister für Kultus und Unterricht hat zwei Lchrcrstellcn an der neu errichteten Unter« Realschule zu Sillcin in Ungarn, den Unter'Ncalschul' Lehrern Johann Schütz zu Nen findlichcn Ergänzungstransporte, besonders abcr die aus Odessa hier einlangenden Berichte seien mit Vor< stcht aufzunehmen, weil sie nicht selten einen einzelnen Truppcntbcil für den ganzen Körper halten. Es werde übrigens wiederholt berichtet, daß seit sechs Wochen 40.000 Mann Infanterie, 12.000 Pferde und 80 Kanonen mit einem den Winter hindurch in Bereit« schaft gewesenen unermeßlichen Proviant- und Muni« twnslrain den tanrischen Isthmus passirten. Sicher 1/i es: in der Krim überhaupt und in Sebastopol uMesoiidere befinden sich ausrcichcude Streitkräftc zur Vertheidigung der von ihnen besetzten Objekte, und Me dieß nicht der Fall sein. so resnltirc hieraus ,mr, daß sich die Russen bisher auch in der Minder« zahl heldenmüthig vertheidigen. Oesterreich. Wien, 11. Mai. Nach einer ans Paris eingelangten telegraphischen Depesche kann dem Eintref« fcn der Antwort der Cabinete von Paris und Lon« don auf die von Oesterreich zu deren Kenntniß gc< brachten neuen russischen Propositioncn stündlich entgegensehen werden, indem die Einigung Frankreichs und Englands über diese Frage bereits erzielt ist. — Der Bevollmächtigte der Psorte, Ali Pascha, wird die Ankunst seines Nachfolgers in Wien nicht abwarten, sondern schon in nächster Woche die Reise nach Konstantiuopcl antreten, um seinen Posten als Großvezier zu überuchmcu. — Se. M. der Kaiser hat für das zur Uuter» stützung der Väckermeisteröwitwe Iosepha Brenner und ihrer Familie in St, Polten von Herrn Baron v. Sazenhofcn verfaßte Gedicht 100 fi. gespendet. Anch Ihre k. k. Hoheit Frau Erzherzogin Sophie ließ zu gleichem Zwecke einen namhaften Betrag über» senden. — Seit einiger Zeit zirkulircn hier Gerüchte über bevorstehende Stcuercrhöhung. die auch in auswärtigen Blättern Eingang fanden, aber rein aus der Luft gc« griffen sind. Die Stcucrausschreibung ist in Folge Allerhöchsten Patentes vom Oktober v. I. für das ganze Jahr 1856 erfolgt und die Steucrrepartition bc« rcits verfügt. Eine Erhöhung der Steuer wird weder beabsichtigt noch erfolgen. Wien, 10. Mai. Das k. k. Ministerium des Innern hat unterm 2. u. M. der k. k. Laudwirth. schaftgescllschaft eine Parthic von Scidcnraupeneiern aus Chios nnd solchen Cocons mit der Aufforderung zu Versuchen in Oesterreich übermittelt. — Die „Mcdzinische Wochenschrift" erzählt von einem jungen Menschen aus der gebildeten Klasse, dessen Kopfhaar sich beim Kämmen aufrichtete, und zugleich ein ziemlich starkes Knistern wahrnehmen ließ. Während eines Gewitters wurde der Kopf des M« gen Menschen in einem Lichtstrahle gesehen, ohne daß er sich dessen selbst bewußt gewesen wäre. Sonst waren Funken auch im Dunkeln nicht wahrzunehmen. — Im Vanate beabsichtigen mehrere größere Landwirthe einen Verein zu biloen, der den Zweck hätte, die Ausfuhr von Mehl nach den Provinzen selbst in die Hand zn nehmen. In Wien soll eine großartige Mehluiedcrlage errichtet werden. Bessere Preise für die Produzenten, gleichzeitig abcr auch Woblfcilheit des Mehles für die Abnehmer, würden durch dicscn Verein angestrebt werden. Die Entfcr» nung der Unterhändler sott dazu behilflich sein. — Der mic dcm Oriente in Verkehr stehende Handelsstand hat die Bemerkung gemacht, daß das von dort zurückkehrende Silbergeld und Gold sehr starken Schaden erleidet. Die 20>Franlcnstückc werden einer besonderen Aufmerksamkeit gewidmet. Ein Wechsler, der 2000 Franken in Gold aus Konstantinopel cr> hielt, fand darunter zehn Louisd'ors, die cine Ent. werthnng von 17 cinbalb pCt. erfahren hatten. Es scheint, daß in Koi'stautinopcl und Smyrna das Hand» werk der Beschädigung der Münzen im großen Maß. stabc betrieben werde. — Seit vielen Jahren war der Weinhandel nicht so lebhaft als heuer. Die Niederlagen werden schnell und unter guten Preisen '.gelichtet. Es stießt von diesen Vortheilen auch den Produzenten zn, denn seit dcm Jahre 1848 ist der Preis vom Most beinahe um das Doppelte gestiegen. Oesterreicher« und Ungarwein, lange hintangesetzt, geht jetzt in Massen nach dcm Rhein, und mnß den Italicner Wein theil-wcise ersehen. — Von der sonst allgemeinen Hoffnung auf eine ergiebige Ernte, machen, wie das «Wochenblatt der k. k. Landwirthjchaftgcscllschaft" meldet, die Ve< richte aus einigen Theilcu Mährens und Schlesiens traurige Ausnahmen, nach welchen dort die Mäuse bedeutenden Schaden angerichtet haben sollen, ohne daß jedoch wirksame Mittel zur Vertilgung dieser Thiere ergriffen worden wären. — Im hohen Auftrage wird sich cine Kommis» sion von Beamten und Technikern in die von der Theiß überschwemmten Gegenden begeben, um an Ort und Stelle die Wasserschäden zu untersuchen uud darstellende Berichte zu erstatten. — Berichte aus Czernowiß sagen, daß es dort seit 24. April bis 1. Mai mit kurzen Unterbrechun« gcu unaufhörlich regue, dabei abcr der Gctrcidcmarkt ein ganz freundliches Aussehen in Bezug auf Ge» schäfte habe. Aus Wien. 4. Mai. wird dcr „Nationalztg.« geschrieben -. Wcnn nicht alle Zrichcn trügen, so migt sich dcr Streit unserer Tage chcr znm Frieden, als zum allgemeinen Kriege. Prüfen und vergleichen wir diese Zeichen: Sämmtliche Meldungen aus dcr Krim bezeichnen die Lage dcr vcrbündetcn Heere als ziemlich hoffnungslos, ja man glaubt, daß es ihnen kaum möglich werden dürfte, nur Kamicsch nnd Balaklawa dancrnd zu bchauptcn. FZM. Baron Hcß hat die angekündigte Inspektionsreise noch nicht angetreten, ja er hat, wie heute überall erzählt wird, sein Gepäck sogar vom Nordbahnhofc abholen lassen; die bevor» stehende Ncknttirung ist keiue außerordentliche, es ist die in jedcm Jahre übliche. Die Reise des Kaisers uach Galizien soll am 12. odcr 15. d. M. erfolgen, zunächst ist sie nach Krakan gerichtet, wo ein großcS Manöver ausgeführt werden soll; man spricht jedoch davon, daß nicht unmöglicher Weise mehrere Souve» räne zn Krakau zusammentreffen dürfte». Hier bricht sich täglich mehr die Ueberzeugung Bahn. daß Oeftcr-rcichs Intcrcsse ihm, wie die Dinge jetzt liegen, ge. bietet, den Krieg zu vcrmeidrn. Dicse alle Schichten der Bevölkerung täglich mchr durchdringende Ueber» zcugnng wird gehoben durch die Bemühungen der immer mehr erstarkenden FriedcnsplMei, im Gegen» sahe zur sogenannten französischen, die von den spc< zifischcn Ocstcrrcicheri, perhorresziit wird. Fazit dcs Ganzen ist dic wachsende Uinvahrscheinlichkeit dcsKricgcs. — Aus N ü ri! bcrg wird Folgendes gemeldet: Am 9. Februar d. I. kamen die zwei Söbne eincs hiesigen Schullehrcrs, Knaben von 9 und 13 Jahren, nicht nach Hanse. Sie besuchten die lateinischen Schu» len des Gymnasiums, und einer davon hatte eine schlechte Zensur erhalten, die er dcm Vater vorweisen sollte. Da er nun die Züchtigung fürchtete, so bere» detc er den kleineren Bruder, mit ihm in die weite Welt zu gchcn. nnd ihr Glück auswärts als Schiff» jungen „oocr in Italien" zn suchen. In der letzten Hälfte des April traf von Straubiug die Nachricht dort ein, daß ein Knabe von einem Gendarmen in der «8 Umgegend aufgegriffen und eingeliefert worden sei. ani Iti. April. Dem Schreien der Behörde lag cm Brief des jüngern Sobnes voll Rene an den Vater bei; dieser eilte sogleich dahin und brachte den 23. April den Wiedergefundenen heim. Den 28. April kam cin Brief von Grafenau am baicrischen Wald nach Nürnberg, in dem angezeigt wurde, daß auch der ältere Knabe zn Handen der dortigen Behörde gelangt sei. und der Vater reiste alsbald dahin, um den Verlornen zu holen. Der jüngere Knabe, der schon am zweiten Tage der Flucht heimkehren wollte, aber auf Ueber« rcdung des Bruders doch mit fort wanderte, erzählt, daß sie in dieser Zeit vom Vetteln lebten; er ging nach Brot, sein Bruder suchte Gcld zn bekommen, und als sie einmal einige Gulden bei einander hatten, schliefen sie in Betten, sonst gewöhnlich im Freien auf Streuhaufcu; war es recht kalt, so suchten sie Unter-kommen in Henstädcln, Vichställcn ?c. Sie dnrchzo« gen den größten Theil uon Südbaiern, waren im Altmühlthale, in der Umgegend uon München, nnd gingen zuletzt der Donau zu. Ihre städtische Kleidung war ihnen gegen eine ländliche von grobem Sackzwilch abgetauscht worden. Wo sie einen Gendarmen zn Gesichte bekamen, flohen die jungen Abenteurer, ver^ loren auch zu Zeiten einander, fanden sich aber im> nicr wieder nach einigen Tagen; einmal irrten sie getrennt eine ganze Woche nmhcr. Auf einer solchen eiligen Flucht blieb der kleinere Bruder zurück und wurde von einem der von ihnen so gcfürchteten Gendarmen glucklich erfaßt, nachdem sie durch fast N Wochen ihr Nomadenleben trotz des heurigen strengen Winters geführt. Trieft. 10. Mai. Der Vcrwaltungsrath der Tampfschifffahrtgesellschaft des österreichischen Lloyd macht bekannt, daß zur möglichsten Begünstigung des Handels und der Passagiere uom 16. Mai an eine Ermäßigung des seit dem 1. August 1864 geltenden Tarifs für den Dampfschifffahrtdicnst anf dem Lago maggiorc eintreten wird. Das Nähere ist in den Tarifen zn ersehen, welche unentgeltlich in dem Bu< reau der Gesellschaft und am Bord der Dampfer ausgegeben werden. St. Polten, 8. Mai. Heute faud hier durch die Hände des hochw. Herrn Bischofs die feierliche Uebcrgabe des Ritterkreuzes des k. k. österreichischen Leopoloordens an den durch die Gnade Sr. k. k. apostol. Majestät damit ausgezeichneten Domprobst, Prälaten der hiesigen bischöflichen Kathedrale und Kon« sistorialkanzler, den hochw. Herrn Joseph Schmonn, Statt. Deutschland. Speicr, I.Mai. Die „Pfalz. Ztg.« bringt die Anrede, mit welcher der Regierungspräsident der Pfalz den Landtag eröffnete. Wir bemerken darin die folgende Stelle: Die Erbauung der uon Ihnen bewilligten Zwang« arbeitsanstalt hängt, wie so manches Andere, uon dem Ergebnisse der demnächst stattfindenden Landtags-wählen ab. Seine Majestät haben Seine wohlwollende Fürsorge für die Pfalz durch Einstellung sehr bedeutender Positionen in das Budget der siebenten Finanzperiodc in höchst hnldrcicher Weise bethätigt. Diese Positionen entziffern die Snmme von 1,103.280 Gulden und die Position für die Zwangsarbeitsan-stalt, die, wenn nicht unvorhergesehene Umstände ein» treten, nach Kaiserslautern kommen soll, entziffert al> lein schon die hohe Summe von 168.000 fl. Sache der Pfalz wird es nun sein, ihre Treue und Anhang-lichkcit an den Thron und an das monarchische Prin» zip durch die Wahl uon Abgeordneten zu bethätigen, die Hand in Hand mit dcr Regierung Sr. Majestät gehen, „dcr sie die bisherige Erhaltung und Erwcitc-rung des Zollvereins zu uerdanken haben;" denn nur Einigkeit fördert das Gute. Italien. Mode n a . 2. Mai. Der «Mcssag. di Modcna" schreibt : Dem zwischen dcr k. k. österreichischen und dcr estensischen Regierung getroffenen Ucbcrcinkommcn zu Folge war der Abzug der k. k. österreichischen Gar« nison von hier auf den 1. d. M. auberaumt worden. Das k. k. 20stc Jäger-Bataillon, aus welchem diese Garnison seit ungefähr zwei Jahren besteht, erregte als eine ihrer Mannszucht und ihres Benehmens halber bewunderswerthe Truppe bei den Vorbcrcitun» gen zum Abmärsche in dcr Bevölkerung jene schmerzlichen Empfindnngen, die man bei dir Entfernung eines Freundes empfindet. Am lebhaftesten sprach sich dieses Gefühl in ihren Waffenbrüdern, den gc« treuen cstcnsischcn Soldaten aus, mit denen sie immer in innigster Eintracht gelebt hatten. Vergangenen Sonntag hatten die cstcnsischen Offiziere, um uoch ciu Mal mit den k. k. österrcichi-scheu Offizieren freundschaftlich beisammen zu sein, ein Bankett veranstaltet, dem mehrere Generale bei» wohnten und bei welchem warme Wünsche für die Erhaltung der erlauchten regierenden Hänser Oestcr' reich nnd Modcna, für die tapfre kaiserliche Armee und die estcnsischen Truppen ansgesprochen wurden. Im Laufe des Nachmittags wnrdc den k. k. nnd den cstcnsischen Truppen anf dem Foro Voario im Anftrag Sr. k. Hoheit des Herzogs eine Kollation gereicht. Zahlreiche Lebehochs wurden Sr. k. Hoheit dem Herzog gebracht, als er in Begleitung eines glänzenden Gencralstabs in Mitte der Soldaten erschien. Am Abend war Sonper uud Ball im herzoglichen Pallaste; das glänzende Fest, an welchem Ihre k. Hoheiten dcr Herzog und die Herzogin Theil nah-incn, dauerte bis 4 Uhr Morgens. Es wohnten demselben auch viele k. k. österreichische Offiziere aus dcu umliegenden Garnisonen bei, so die k. k. Fcld> marschall-Licutenante Graf Dcgcnfcld, Kommandant des achten Armeekorps, und Baron Cnloz, Fcstungs-kommandant uon Mantna; ferner Se. k. Hoheit der Herzog uon Württemberg. Am folgenden Tage wurden sämmtliche, in Modena garnisonirendc k. k. österreichische nnd cstcn-sische Offiziere, so wie die beim gestrigen Vallfcstc anwesend gewesenen Offiziere aus den Nachbargarni-soncn znr herzoglichen Tafel gezogen. Se. k. Hoheit der Herzog brachte Toaste auf das Wohl Sr. k. k. Apostol. Majestät und Sr. Erzcll. des FM. Grafen Radetzky aus, die mit zahlreicheu Toasten auf das Wohl Sr. k. Hoheit des Herzogs uud der cstensischen Truppen erwiedert wurden. Am 1. Mai, 6 Uhr M. trat das erwähnte Va« tailwn den Marsch nach den k. k. österreichischen Staaten an. Sc. k. Hoheit dcr Herzog gab demselben, go folgt uon einem zahlreichen Gcncralstabc nnd uon dem k. k. österrcich. Ministcrrcsidentcn. Baron Lcbzcltcrn, zu Pferde mehrere Miglicn weit das Geleite. Auf dem Pontc Mo defilirtc das Bataillon unter zahl» reichen Evuiua's vor Ihren k. Hoheiten dem Herzog und der Herzogin, die ihre Morgenspazicrfahrt dorthin gemacht hatten. Auch die cstcnsischcn Offiziere und Soldaten, so wie eine große Menschenmenge hatte sich dem Zuge angeschlossen." Frankreich. Paris, 7. Mai. (Der Kriminal. Prozeß ge< gen Giovanni Pianori.) Ueber die heutigen Verhandlungen vor dem Assisscnhofe des Seine «Departements berichtet die „Köln. Ztg." wie folgt: Schon früh war der Sitzungssaal, von dem man dieses Mal das weibliche Publikum ausgeschlossen hatte, zum Erdrücke» voll, uud auch die Umgebungen waren mit Massen uon Neugierigen angefüllt. Sehr uicle hohe Beamte und fast alle Aduokaten waren anwesend. Anf dem Tische für die Ueberführnngs-stücke lagen die Pistolen, das Rasirmesser und dcr Dolch, die man bei Pianori im Augeublickc seiner Verhaftuug vorfand. Gegen 10 '^ Uhr führte man den Angeklagten herein, dessen Acußercs bereits geschildert worden. Er trug einen grauen Matrose,:-kittel; sciuc Gesichtszüge deuten auf Entschlossenheit und Energie, und seine Persönlichkeit läßt in ihm keinen Arbeiter vermuthen. Er wandte seine Blicke mit einer gewissen Ncugicr, aber ohne Verwirrung auf das Publikum. Man sah ihm an, daß er die Bedeutung dcr auf ihm lastenden Anklage kannte, und seinen 4V» hervorzog, und ich glaubte, es sci eine Bittschrift. Ich stürzte auf ihn hin. Ein W^gen hielt mich auf, und ich hörte zwci Pistolenschüsse. Ich verhaftete hierauf Pianori uud übergab ihn zwci Agenten. Ich sah den Angeklagten erst später in der Polizei«Präfcktur wieder." Alessandrini (so wie noch einige andere Zeugen) sagte noch aus. daß der Kaiser ausgerufen habe: ,M le lut?x pns." Nach dem Verhöre mehrerer anderen Polizei» Agenten ergriff Nouland, der General.Prokurator, das Wort und verlangte die Anwendung einer zu dem scheußlichen Verbrechen in Verhältniß stehenden Strafe. Ersuchte, wie auch der Anklagc.Akt, zu bcwciscn. daß die Männer der Auarchie, dcrcu Zu« finchtswinkel London sei. Pianori als Meuchelmörder gedungen hätten. Er behauptete ferner, daß Pia-nori die feste Absicht gehabt, den Kaiser zn crmor-den; daß er sich mit einer Mütze verscheu. um seine Kopfbedeckung zn wechseln, uud ein sehr scharfes Rasirmcsser bei sich geführt habe. um seinen Bart abzuschneiden und dadurch, falls er hätte entschlüpfen können, sich unkenntlich zu machen. Zum Schlüsse verlangte der General-Prokurator die Anwendung der härtesten Strafe, damit den abscheulichen Demagogen ein abschreckendes Veispiel gegeben werde. Der General-Prokurator kam während seiner Nedc in große Aufregung. Nach ihm ergriff der Advokat Venoit Chamvy als Vertheidiger das Wort. Derselbe gehörte früher zur republikanischen Partei, ist aber jetzt Mitglied des gesetzgebenden Körpers. Seine Rede lautet wie folgt: „Die französische Gesetzgebung gibt in ihrer menschenfreundlichen Fürsorge nicht zu, daß der Angeklagte eines Nathgcbers beraubt bleibe. Die Pflicht, einen Angeklagten zu vertheidigen, ist ein glorreiches Vorrecht des Advokaten-Verbandes, ihre Erfüllung jedoch oft sehr schmerzlich. Es wäre mir wohl erlaubt, zu sagen, daß unter den vorliegenden Verhältnissen die Erfüllung dieser Pflicht mir noch schmerzlicher fallen muß, als gewöhnlich. Unerwartet amtlich beauftragt, tinen kranken uud leidenden Kollegen zu ersetzen. sehe ich mich genötlngt, das Gefühl der Mißbilligung in mein Herz zurückzudräugen, welches ich empfinde, um Ihre Barmherzigkeit anznnifcn. Was kaun ich im An> gesiebte der erwiesenen uud eingestandenen Thatsachen mel»r thun? Ich habe nichts über die Antezcdcntien des Angeklagten zu sagen. Die telegraphischen Dcpc« schen, welche der Präsident vorgelesen hat, sind in die« ser Beziehung keine überzeugenden Beweise. Sie wer« den diesen Beweisen vielleicht keinen Glauben schenken im Angesichte der Abläuguuugcu des Angeklagten, der, ich muß es hier bemerkbar machen, von einem der Zeua.cn, Schließer des von Jenem bewohnten Dauses auf dem Boulevard Malle, als ein Maun von aus-gezemmeter Gute und Arbeitsamkeit geschildert wurde Sie werden chn vielleicht berücksichtigen,' daß cr Aus', länder ist. der. in dem Lande, wo er jetzt wohnt keine Freunde hat und daß cr zwei Kinder hat. Viel-leicht haben Sie wegen scincr mangelhaften Ausdrucksweise im Französischen nicht klar gefaßt, daß er seine Handlung bereue. Er hat dicß, ich kann es Ihnen versichern, mir gegenüber im Gefängniß noch viel stär« kcr ausgedrückt. Es gibt vielleicht noch andere Motive des Erbarmens für den Unglücklichen, wenn auch die Geschworenen sie nicht berücksichtigen können. Viel» leicht wird der Kaiser. der ihn bereits vor dem Aus« bruchc der Volksentrüstuug beschützt hat, seine erhabene Scelengrößc bis zu einem Gnadcnaktc stcigcrn. ihn so zu cwigcn Gcwisscnsbisscn vcrurthcilcu uud ihm cinc unbegrenzte Dankbarkeit auferlegen wollen." Nach einer kurzen Berathung von 13 Minuten geben die Geschwornen cincn bejahenden Ausspruch "b und der Gcncralprokurator beantragt die Anwen-düng des 80. Paragraphen dcs Straf-Gcsctzbuchcs. Der Gerichtshof fällt nach kurzer Berathung nachstehen-^s Urtheil: „In Anbetracht, daß aus dcr Erklärung bcr Geschwornen hervorgeht, daß der Pianori eines Mcntats gcgcn das Lcbcn und gegen die Person dcs ^"iscrs übcrwicsen ist. In Anbetracht, daß ein solches Zerbrechen im 86. Paragraphen des Straf-Gcsetzbu-"^.vorgesehen ist, der auch dessen Bcstrafungsweisc ^alt; welcher Paragraph durch das Gesetz vom 13. Inni 1833 folgender Weise abgeändert ist: «„Die Paragraphen 86 u. 87 sind in nachstehender Weise mo-difizirt: Paragraph 86. Das Attentat gegen das Lcbcn oder die Person dcs Kaisers wird mit der Strafe der Vatermörder bestraft,"" — verurtheilt der Gerichts« Hof den Pianori zur Strafe der Vatermörder und in die Prozcßkosten." Der Angeklagte, welcher während dcr Verhandlungen seine ganze Kaltblütigkeit behalten hatte, nahm sein Urtheil mit größter Ruhe auf und machte keine einzige Bemerkung. Als er abgeführt wurde, warf er noch einen letzten Blick auf das Publikum. Der «Constitutionnel" bespricht in einem länge« rcn Artikel die gegenwärtige Phase dcr orientalischen Frage; ihre Lösung könne in diesem Augenblicke nicht mehr in Wien, sie müsse vor Scbastopol gesucht wer« den. Mit Unrecht habe man dem König von Preußen die Nollc eines offiziösen Vermittlers beigelegt, wohl aber beurkunde Preußen den Wunsch, in die ihm noch immcr verschlossenen Konferenzen aufgenommen zu werden, was allerdings als ein Anzeichen angesehen werden könne, daß es die Politik der westlichen Höfe annehmen wolle. So lange es sich jedoch nur an vage Wünsche und rcsultatlosc Absichten halte, müsse es ohne Einfluß bleiben, und darum habe es auch weder direkt uoch indirekt die Bcrathuugcu dcs Kon-gresses influcnzirt. Seine angeblich zur Regelung der speziell auf das schwarze Meer bezüglichen Frage ge« machten Vorschläge seien endlich völlig unannehmbar. Nachdem man Expeditionen nach der Krim und Finn» land geschickt, mit Heeren und Flotten an den zwei äußersten Enden Europa's gekämpft, i!00 Millionen Francs und 20.000 Mann geopfert, um das schwarze Meer dcr ausschließlich russischen Herrschaft zu ent» ziehen, könne man nicht in unmittelbarer Nähe Kon-stnntinopels cinc Flotte von 22 Kriegsschiffen in der Macht Rußlands belassen, denen uoch überdieß Niko-lajeff als Arsenal, Odessa als Komptoir und Seba-stopol als Zufluchtsort zu Gebot stünden. Mit der Einwendung, Frankreich und England sollten mit ihren Geschwadern im schwarzen Meere t>ic Bcwcguu» gen dcr russischen Flotte überwachen, sei nichts gcsagt: man könne keinen Frieden schließen, dcr dic jährlichcn Ausgaben Frankreichs und Englands stcigcrn, und doch dic Türkei cinem russischen Handstreich prcisgc» gcbcn lassen würde. Ebcn so illusorisch sci es, die Türkei dadurch schützen zu wollen, daß ihre und dic russische Flotte von gleicher Stärke scicn. und sie im gegebenen Falle die Hilfc dcr dcn Vcrtrag mitunter-zeichnenden Mächte anrufen solle. Eine solche Hilfe würde immcr zu spät kommen; Konstantinopcl liege un Machtbereiche Rußlands, welches, falls ihm jetzt nicht dic Ncalisirung seiner ehrgeizigen Pläne unmög« lich gemacht würde, in einem Augenblick, m welchem Europa's Aufmerksamkeit vom Orient abgcwcndct wäre. seinc Herrschaft am Bosporus gesichert haben könnte, rhc man nur deu Versuch geahnt haben würde. Demnach fti keine Kombination möglich, als dic ci» ncr ernsten und wirksamen Reduktion dcr russischen Flotte durch Waffengewalt. In solchem Sinne habe "nch^ die Konferenz Rußlands Sprache ausgelegt, dic Konferenz, die nicht aufgelöst sci. sondcrn sich vertagt habe. um den Ausgang dcr Kämpfe in dcr Krim ab> zuwarten. Großbritannien. London. 6. Mai. In dcr gestrigen Unter« haussihung erhebt Mr. d'Macli bittere Beschwerde darüber, daß die Regierung mit dcr zwci Mal uer« sprochcnen Vorlegung der Protokolle über dic erfolglosen Wiener Konferenzen so lange säumt. Er nennt diese Zögcrung cbcu so ungehörig wie unüblich. Unter ähnlichen Umständen habe dic Ncgicrung in frü> hcren Zeiten cin ganz cntgcgcngcsctztcö Verfahren bc« obachtet. Strcng genommen babe das Haus gar keinen urkundlichen Bcwciö über dic Eristcnz von Un< tcrhandlungen vor sich. und sicherlich fehle ihm jeder authentische Aufschluß übcr dic Gruudlage der Unter« Handlungen, wie übcr dic Natur dcr Streitpunkte. (Wiederholter und lauter Beifall.) Lord Palmerston glaubt, man könne sich seine Antwort im Voraus denken. Mr. d'Israeli zitire einen Präzcdenzfall, der nicht dic mindeste Analogie mit d.n Ereignissen der Gcgcnwart habe. Im Jahre 179« fand eine Unter» Handlung zwischen England und Frankreich Statt und vor dem Ende derselben war die Hoffnungslosigkeit dcr Friedensbcstrcbungen vollkommen klar geworden. (Hört. hört!) Hätte Lord I. Russell eine direkte Sen« düng nach St. Petersburg gcyabt, dann wäre die Parallele zwischen 1855 und 1796 passender. Man wisse doch. daß die Negoziation scincs edlen Freun« des durch die Vermittlung dcr befreundeten östcrrci' chischen Regierung stattfand, welche von, und selbst vor Anfang dcs Kricgcs auf eine Aussöhnung aller Bctheiligtcn nnablässig hinarbeitetc, und die Konfc« rcnzcn sclbst waren nur eine Fortsetzung jener Vc» strebungcn. Obgleich indessen diesc Konferenzen keinen erfolgreichen Ansgang hatten, wnrden sie nicht abgc» brochen, sondern vertagt ohne Anberaumung eines bestimmten Zeitpunktes für ihre Wiederaufnahme; aber nach der Abreise seines edlen Freundes und nach Vcr« tagung auf unbestimmte Zeit («ine llü') hatte auf Ersuchen Oesterreichs wieder eine Konferenz Statt, und die Protokolle darüber — (hier fällt Lord John Russell mit einer unhörbarcn Bcmcrkung cin.) — Auf Ersuchen dcs russischen Gesandten, dcr angeblich eincn Vorschlag zu machen hatte, trat die Konferenz wieder zusammen, und dic ausfübrlichen Protokollc dar« übcr sind, glaube ich, dcr Regierung noch nicht zuge. kommen; wenn sie da sind. so kamen sie jedenfalls im Laufe des heutigen Tages. Gcnug. dic Elemente einer Konferenz sind in Wien noch immer vorhanden — Vertreter Englands, Frankreichs. Rußlands und Oesterreichs. Wenn Ihrer Majestät Regierung ent» schlössen wäre. keiner etwaigen Eröffnung, welche Nuß« land durch Oesterreich, oder Oesterreich selbst machen dürfte, noch Gehör zu geben, dann freilich wäre cs angemessen, nach dem Wunsche, daß die Regierung mit einer Botschaft vor's Haus träte, anzukündigen, daß alle Friedeushoffnnngen erloschen seien. Abcr das ist eben nicht die Lage, in dcr wir uns befinden. (Hört, hört! »nd Beifall von der ministeriellen Seite.) Der angestellte Vergleich paßt noch in anderer Art nicht. .^. 1796 verwarf Frankreich selbst die Basis dcr Unterhandlungen, während im vorliegenden Fale Nnßland dic vier Pmikte. und bis zu einem gewissen Grade sclbst nnscre Auslegung als Grundlage angc. uommen hat. (Hört!) Dic Schwierigkeit liegt in dcr Feststellung der Einzelnhciten. Es wäre gegen meine Pflicht, wenn ich trügerische Hoffnungen zu wecken suchte, abcr die Regierung würde eine eben so große Pflichtverletzung begehen, wenn sic vor aller Welt verkündigte, daß jede Anssicht auf Fricden dabin fti. Ich wünsche, die Frage, so wie sic ist, stehen zu las. sen. (Hört, hört!) Ich wünsche, dcr Unterhandlung cine Thüre offcn zu lasscu. (Bcifall.) Wcnn dic Pro. tokollc vorgclcgt sind, dann wird das Haus zu ent» schcidcn habcn, ob cs gerathen ist. irgcnd welche wei» tcre Maßregeln anf Grund derselben zu ergreifen. Wir wünschen, dem Hause und dem Lande allc In» formation zu geben, welche nicht die Möglichkeit ei» ner künftigen gütlichen Ausgleichung ausschließt und, wahrend wir dcn Kampf, so lange ihn die unvcrmlld» lichc Nothwendigkeit gebietet, in eincr dcn Intcrcsscn. dcr Wücde und Ehre Englands angemessenen Wcise fortführen, haltcn wir cs andererseits nicht für unsern Beruf, dcr Möglichkeit eines ehrenvollen und gu» ten Friedens den Riegel vorzuschieben. (Hört! und Bcifall.) Telegmxhischc Depeschen. Berlin, 12. Mai. Graf Estcrhazy ist aus Wicn hier eingetroffen. London, 11. Mai. (Unterseeisch.) Nachtsitzung. Gibson meldet cincn Antrag auf cinc Resolution an, daß dic Fricdcnsvorschlägc Nußlands nur ehrenhafte für England scin dürfen. Lord Palmcrston meldet einige Reformen an. wodurch im Kriegsministerium sowohl dic politischen als administrativen, das Heer« wcsen betreffenden Funktionen konzcntrirt werde» sollen. Druck und Verlag von I. v. Kleinmayr A F. Namberg in Läibach. — Verantwortlicher Redacteur: F. Va,«berg. Börsenbericht aus dem Adendblatte der öster kais. Wiener-Zeitung. Wien l l. Mai 1855, Mittags l Uhr. Die günstige Stimmung der Börse hielt auch hcute an. Durch leichtere Gcldvcrhültnisse begünstigt, zeigte di« Spekulation vermehrte Thätigkeit. Die Effekten hoben sich bei Mangel an Stücken. 5 °/° Metall, wurden bis 80 '/.. National-Anlehcn bis 84 '/,. 1854er Lose bis 10l '/.. Vank-Nkticn bis 992. Nordbahn-Aktien bis 186 '/»- Staatsciscnb.ilm-Aktien von 315 bis ^!5'/, bezahlt. Devisen und Valuten v>m ersten Häusern angeboten, wichen um '/, vCt. ^ , Amsterdam 194 '/, Brief. — Augsburg 127'/.- — Frankfurt l2ss °/.. — Hamburg 9Z '/.. — Livrrno —. — London 12.2l Penf>.r tetto dctto „ 4'/. 92—92 /. Mailänder detto dcttu „ 4 7. 90 7.-9! Lotterie-Anlchcn vom Jahre 1834 2l7 V,-2<8 dctto detto 1839 116'/. ^1 <27-528 detto 12. Cmiffi«» 523-524 detto des Lloyd 518-520 Wicner-Dampfmuhl-Akticn 129-130 Plsthcr Kettenbrücken - ^lltien 55- 60 Lloyd Prior. Obliz. (in Silber) 5 7. 93 7,-94 Nordbayn detto 5 7. 85 7.-86 Gloqgnitzer d^tto 5» 7« 78-79 Donau -. Dampfschiff - Oblig. ä -^ 82 -^2 7, Como , Nenlscheine 13-13 '/. (Zsterh-.zy 40 fi. Lose 81-« l 7» Windischgrätz-Lost k«.^?3 Waldstein'schc „ 28 /.—^ Keglcuich'sche „ ^"^7.^ K. k. vollwichtige Dufatcn« CM. 84 1/4 Darlehc!» mit Verlosung v. I. «839. für 100 sl. ^^,^^ Aktien der k. f. Priv. öster. Staatscisenbahn- 313 3/4 fl. B. B. gescllschaft zu 2lW sl. B. V. rdcr 500 Fr. Grnndcntl.-Ooligat. anderer Krouländcr zu 5 '/, 74 1/2 Banf-Äktien Pr. Stück...... «92 st.ml^.M. Aktien der Kaiser Ferdinands-Nordbahn zu 1000 st. 6. M. getheilt.... 1865 fl m L.M. Aktien der östcrr. Donau-Dampfschiffsahrt zn 50« fl. C. M....... 528 fl. in C. M. Attien des östcrr. Lloyd in Trieft zu 5N0 st, C. M....... 520 fl in C. M. Wechsel'Kurs vom 12. Mai 1855. Amsterdam, für 10<) Holland. Guld.. Nthl. 105 1/4 2 M,'nat. Augsburg, für W0 Gulden Cur. Guld. 127 7/8 Uso. 'Frankfurt a. M. (für 12«, fl. südd. Ver- eius-Währ. im 24 l, 2st. ^uß.Guld.) <26 7/8 3 Monat. Hamlurg, ,'ur U)<) M,nk Baneo, Gulden 93 1/2 2 Monal, Loneon. iür 1 Pfund Sterling. Gulden . 12-28 3 Monat Mail-nd, für 30l» Oesnrr. Lire. Gulden 123 3/4 2 Monal. M rseille, für 300 Franken, Gulden 148 3'8 2 Monat. Paris, für 36;> Franken . . Gulden 148 3/4 Vf. 2 Mouat. K. K. vollw. Munz-Ducaten . . . ZI 3/8 pr. (Zent. Agio, Gold- und Silber-Kurse vom 12. Mai 1855. Brief. Geld. Kais. Münz-Dukatcn Agio .... 3! l/2 ^3/8 detto Rand- dctto „ .... 31 307/8 Navolcons'lor „ .... 10.3 50-! Souvrainsd'or „ .... 17.18 17.15 Friedrichso'or „ .... 10.3 10.l Preußische „ ^ .... 1<».35 10.33 Engl. Sovereiqns..... 12.37 12.35 Nuß. Impcriale ^ .... I0.l2 10.10 Doppie ..... 37 l/2 37 1/2 .Silbcragio......... 281/4 281/8 Z. 248. . (y Nr. 2895. Kundmachung. Vom l 5, Mai d. I wird das Moraste brennen insolangc verboten, bis von der k. k Morastcntsumpfungs e Kommission die Anzeige! heradgclangt sein wird, ob und welche Morastterrains noch zum Abbrennen geeignet und dazu gehörig vorbereitet sind. Stadtmagistrat Laidach am l l. Mai 1855. 3. 691. (2) Ein Iüdiuidlnnn ledigen Standes, welcdcs im Schreiben und Lesen der deutschen Sprache Fertigkeit besitzt, nedstbei auch im Rechnen kundig und nöthigenfalls der italienischen Sprache mächlig ist wird gegen einen monatlichen Gedalt von 30 fl. lind Quartier ftei ama/nonnnen. Diejenigen haben Vorzug, welche beiden Eisenbahn-Hauten schon verwendet wurden. Ucdrigens muß Jeder mit guten Zeugnissen sich ausweisen können. Zu offenrcn ist -. poizl« rsstlmtö G. <Ä. zu Oberlaibach, Post-Poito l>nuco. Laibach «m 9. Mai 1855. 6 703. (2) Hausverkauf. Das Haus .^,d Nr. Itt7, cincn Stock hoch, sammt Omten in der Stadt Lack, vi6'ü.vl8 der Frauenkloster » Kirche, wird aus freier Hand gegen billige Bedingniffe verkauft Da6 Nähere crfälnt man in Laibach in der deutschen Gaffe Haus-Nr. l?5 zu ebener Erde. Z. 652. (6) Ztttt Gimer Wem bester Qualität von verschiedenen Jahrgängen, sind, so wie auch Wcingeschirre, wegen Ueberfiedlung, billigst zu verkaufen in Verbovec nächst Kreuz in Kroatien, und zwar sowohl im Ganzen als par-lyienweise, und eignen sich vorzüglich für die Weinhändler aus Kram. Verbovec ist die 2. Poststation von Agram, auf der Agram « Belovarer Poststraße, von der Agram-Warasdiner Reichsstraße bloß 2 Stunden entfernt. Hlerauf Restektirende belieben sich persönlich oder mittelst frankirten Zuschriften zu wenden an den Eigenthümer, S. Löwinger, Pachter des herrschaftlichen großen Gasthauses in Verbovec. Z^ 714. (l) Das Haus Nr. 12 in der Krakau-Vorstadt nebst Garten, emem Acker tm Laidackcr Felde, einer gros;cn und 2 kleineren Wlesen sind gegen vortheilhafte Bedingungen aus freier Hand zu verkaufen. Näheres daselbst. Z 565. (4) wird mit 1. Mm zur Trink/ und Badekur eröffnet. Außer einer natürlichen Koole, welche alle übrigen bekannten nn Hov unn Vromgehalt überragt, stehen Dampf- ui'd Douchedader. Kuh- lmd Schafmolken und auch ft.'chc Klaute!säm zu Gebote. Aus 27,äh!,qen Beobachtungen eigibl ,ich die Heilkiafc del- Halln'-Iodsoole: l. Vei A-klNen Vcg Vl'li' scn- unv Nymphsustems; zunächst beim lymphatischen Kröpfe; feiüeis bei de„ stets mehr sich verbreitenden Skrofeln, gleichviel ob sie die Ali^'l!, Ohre» oder die Na!e ergriffe», ob sie als Anschwellung l!»d Verhärtung der Drüsen, als Veidickung der Kehlkopf, Luftröhren, oder Rachen-Schleimhaut, als Absces, , als Hautausschlag, als Gelenks- oder Knocheüaffefnoi, auftreten, und salbst dann, wenn sie schon tief im Orgams-!M>S wurzeln. 2, Vci Krankheiten ver WalNwelKzeugc (bei Nierensteii'chen, Harnsand, Anschwellung lmd Katarrh der Blase-ischleimhauc, bei Anschwellung und Verhärtung der Prostata). 3. Del V.eiVen Ver Ke^Ulllsvhäre (be> ^»lchivellung und Verhärtung der weiblichen Brüste, bei Hypeitrophie und Fibioi^cn-Bildung des Ucerus, bei Anschwellung und Verhärtung der Oo>irien, bei chronischer Entbindung und Tnberkü' lose der 'lV>5!>ln'o' gen selbe von Skrofeln, Syphilis, Mcrcniialmißbrauch, Rhachitis, Gichc oder Nhenma herrühien, Die zu Versklldcnve Soole wird, wenn sie zum innerlichen Gebrauche bestimmt ist, aus Seitelfiasche» aus Hya'ich gefüllt, welche das stand Wappen und dic Aufschritt: ,,M>neralw.'ss>r von Hall in Oberösteireiä)^ tragen. Für den äußerlichen Gebrauch erfolgt die Füllung auf dunkelbraune, Maßfiaschen, mit der Umschrift! „Heller-Iodw.'ssö!'" um das stand. Wappen, VestellUNgtil illlf Flasche« effeccuirc das Haupldepüt Von WaselllMlirs Grben in Linz. Nur Aufnahme Von Kurgästen bieten die 127 Hauser des, in einer höchst anmuthigeu gesnude" Gegend, lN5 4 Fuß über der Meeresfläche liegenden Marktfleckens Hall 2-40 möb,irte Zimmer, Auftrags llllf UWohnUNgrlt w^lle man franküt mir Angabe des Bedarfs an Zimmern und des Eintreffens ,,A" ^^ Direktion der stand. Kuranstalt zu Hall in Oberösterreich" (letzterer Beisatz ist zur Vermeidung eine Verwech^' lung mit „Hl'U in Tirol" nöthig) richten. Von Wien aus ist Hall mittelst des taglich über Amstecten und Steyr führenden Eilwagens in 2^ Stunden erreichbar; oder man kann mit Dampfboot bis Linz und von da durch Benühung eines bequemen Poststellwagens in 4 Stunden nach Hall gelangen. Auch sind Luhnfuhrwerke zu Linz und Hall vorhanden. Aerztliche Ol'dmationen erlheilen der stand. Badearzt nnd Direktor der Curanstalt, Herr Dr, Josef Di'tw^lu nnd Herr Ca>1 Manvl, Doctor der Medizin ui,d Chirurgie. Wnndär^tliche Verrichtungen voll;'che"^ b> Herren Wundaizie Minzker zu Hall, und Schmid zu Pfarrkirchen, Hall besitzt auch eine wohlbestellce ossen ' liche ?lpotheke. sl'tsch. Haller.- Iodwasser von frischer Füllung ist stets zu haben: in Laibach bei I. P, S u p P a n t j cy > l, ^ In Trieft bei Ludwig Napoli, Apotheker, und bei Karl Pelz, Apotheker.