„Fnihnt, WohlstM, Zild««, str A«»." Nr. SS. Mittwoch, I?. J«tt «SSV. VI. Jahrgang Die.Marburger Z-itiiu«" -rsilici», j-dc» SontttOsi, Miilwo» »ud streit»,,. Preist — für Marburg: gauuährig « sl., haldiähria Z fl„ »ierlellährig 1 fl. S0 kri flir üuAellii»->n»HauI mou>>tl>ch lv tr. mU Poftverseiiduiig: ganzjährig 8 fl., halbjährig 4 fl.. vierteljährig s si. Die ei« Mal gespaltene Aarmondzeile wird bei einmaligerÄiiischoltniig __mtt 10, dc> >i»«,maligcr intt is. bei dreimaliger mit L0 tr. brrechuet. i»o>n siir jedesmalige liinschaitung S01r. Jnstraten-Stempelgebilhr lammen. Zur ^«'schichte de« Taj^es. Freiherr von Neust soll schon einige Ziit mit Rom lveArn der AbSnderunj^ des Konkordl^teS uiltcrhandcln. Der Batikan will sich aber höchstens zur Bcseiti»zuna eini.'rr Arlikt! von unterMrdnetcr Bedeu-tung verstehen, die an dem Geiste dcS «ganzen Vertrages nichtS ändern würde. Frechrrr v. Bens», schrcilit man au? Wien, ist fest entschlossen, über diesen Widerstand hinwe^izuschreiten. Wenn Rom eine Reform verweigert. welche die öffentliche Meinung in Oesterrrich fordert, so werde man dcn Bertrag kimvigen, welcher noch die Regiernnt^en von Wien und Rom binde. — Rom beugt sich vor d.« vollbrachten Thatsachen. aber Zugeständnisse der vcrlttngtcn Art macht es nie. In den Kreisen unscrer A b p e o r d n e t c n verlautet, daß spätestens am 30. d. M. eine längere Unterbrechung der ReichSratltS' sitznngen eintreten werde. vorauSgcsttzt. daß nicht daS HerrcnljanS durch Widersprüche gegcn Beschlüsse des UnterliauscS Einsprache erhebt. — Eine Aertagung des Abgeordnetenliauses dürfte nicht belieltt werden, well Umstände eintreten könnten, ivrlche cine schlcnnige Einberufung dcS Hauses nach furzer Frist wünschenswerth machni. waS, wenn eine Vertagung von zwei Monaten auSgesprochrn würde, dann nicht leicht mi^glich wäre. Dir Wiederausnahme der Stpungcn wird jcpt für Anfang September in Aussicht gestellt. Italien wird, wie man der Alig. Augsb. Ztg. auS Wien von ljalbamtlicher Seite berichtet, allem entgegengcse^ten Gerede nordischer Blätter zum Trop, bci der nächstcn Allianzgruppirung als mit Oesterreich verbündet zn betrachten sein. Beweis dcssen hat, auf die Nachricht, daß der Kaiser Franz Joseph seine Reise nach Paris veitagt. auch König Bittor Emanutl seine Reise ncich Paris b s Ende August verschoben, um welche Zeit der Kaiser gewiß doch nach Paris gtl)en wird. Auch der Gedanke der Bcrbiudung deS Prinzen Humkert mit einer österreichischen Prinzessin ist, wie in Hofkrciscn verlautet, trotz deS traurigen CndeS der dem Prinzen zugedachten Erzherzogin Mathilde noch nicht aufgegeben. Napoleon hat bekanntlich im Moniteur den Mexikanern eine Züchtigung in Aussicht gestellt; daS „Journal de PariS^' sagt nun hier- j über: „Man mag diese Mrase drehen und wenden, wie man will, ^so findet man darin nichts Anderes, als die ganz laut ausgesprochene j Hoffnung, daß die Angelsachsen der Bereinigten Staaten die Lateiner von Mexiko verschlingen möchten. Sehr viele Leute hatten seit den letzten Monaten des JahreS 1865 behauptet, daß die von uns über den Ozean gesandte Expedition, die der Eroberungssucht der Aankees eine Schranke schtn sollte, sehr wohl keinen andern Erfolg haben dürfte, als den ÄgeN' blick zu beschleunigen, in welchem Mexiko den Bereinigten Staaten einver-leibt wi»rde. Aber selbst diejenigen, welche unserem mexikanischen Unter-nchmen dcn ungünstigsten Erfolg vorher verkündigten, hätten eS niemals gcwa,^t, die Böswilligkeit ihrer Orakel so weit zu treiben, daß sie pro-phezeit hätten, dieseS Unternehmen werde die französische Regierung selbst so lvkit bringen, daß diese, als eine Wohlthat für die ganze Welt und eine wohlberechtigte Rache für sich, die schleunige Eroberung der spanischen Bevölkerung Nordamerikas durch die mächtigen Rachbarn herbeiwünschen sollte, denen wir die Depeschen des Herrn Ser ich habe Ench wohl gesehen — ich bin so dumm Nicht — und ich will Dir auch sagen, daß D« von ihm etwa« unter D (Allgemeiue Wehrkraft.) Mehrere Schüler der evangeli- ^ schen Realschule in Wien haben sich an den Gemeinderath mit der Bltte gelvendet: derselbe möge, im Hiublick auf die in AttSsicht stehende allgemein« Wehrpflicht, ihnen militärische Uebunj,en gestatten, deßhalb die beim Heere gtbräuchlichen Waffell. einen militärisch gebildeten Ezerzirtneister beistellen und einen Uebungsplatz anweisen. Wir eriunern hier an den Antrag des GemeinderatheS Kleytjonz. nach lvelchem die ganze Schuljugend des tnänttlichen Geschlechtes in Waffen geübt lverden soll, und an die Bemer-knngen des Magistrat» üiier die diesjährige R^krutirung. in tvelchen auf Der Alte sah ein. daß jetzt nichts mehr von ihm zu erwarten sei. Daher änderte er sein Benehmen gegen ihn. „Nimm tie Laterne auf und leuchte mir," befahl er. seine Gestalt erhebend. „Wozu. Ohm?" „Du wirst es sehen." Der Irre nahm die Laterne vom Sarge und leuchtete. Der Pfeifenhannes hob den Deckel des Sarges auf. „Geh' zurück Du bist ftktig!" sagte er befehlend zu dem Irren. Es war doch rtilias. lvie eine Lhräiie. lvas man in dcm Auge des Alten gläilzen sah. als er noch einmal, zum letzten Male, die Todte betrachtete. Sie lag so schön da; die Brustivundc, die der Blödsinnige lhr beigebracht, hatte sich wieder zusammengezogen. Mau sah nur das feink. lveiße. in dem Schlummer des elvigen Friedens so unendlich schöne jugendliche Gesicht. „g^ihre wolil" sagte leise der alte Mann. „Fahre wohl. Du Letzte, Du Beste. Du Unglücklichste eil,es edlen Geschlechts. Faljre lvohl, und verzeihe mir; klage Mich nicht zu schiver an da oben! — Aber mußt Du mich denn anklagten? Hättest Du lnehr Glück iM Leben gelzabt, ivä-rest Du besser, lvär^st Du edler geivorden. lvenn ich Dir nicht Dein Schicksal anders bestimmt hätte? Der etvige Gott im Himmel muß es wissen." — Cr deckte den Sait^ sciiist ivieder zu und legte auch selbst lvied^r das schiv^irze !uch darülier hin. Dann trat er zurück. Wollt Ihr die Leiche Enrer Nichte nicht begleiten. Ohm?" fragte ihn der Irre. „Nein, llnd Du. jal^e auch nicht, das» ich hier war." Darauf ging er uild zog sich lvieder hiuter die Bäume zurück, hinter denen er hervorgetreten ivar. Aus dem Hause ka,i»en vier Scharsrichterknechte; sie waren die Träger des Sarges. Hinter ihnen tier t^ing der Scharfrichter Andreas Graumann. Sein Gang ivl^r schwankend, sein Gesicht geröthet und sein Auge verschwommen, aber nicht vom Schmerz. „Ha," sagte der Pseiseuhanneß. „so bringt der Lehte eines vorueh- die militärischen Uebungen der Schuljugend in der Schweiz ganz sachgemäß hingewieskn wird. Marburger Berichte. (Diebstahl.) Am 12. 3uli bei Hellem Tage wurden einem Schneidermeistkr in der Draugalse ein Pac,r neue Stiefel und ein Paar Schuhe im Wcrthe von 8 fl. aus dem BerkausSladen gestohlen. (Diebstahl.) Am Donnerstag wurden einem Schneidermeister am Hauptplah von seinen ausgehängten Gegenständen ein Paar Hoskn, am Frcitt'g wieder ein Paar und am nächsten Tage zwei Paare im Ge« sammtwertlze von 20 fl. entwendet. (K ö r p e rl i che Aü cht i gun g.) Der Unterlehrer in St. Mag-dalena zuchtigte am 13. d. M. einen siebenjährigen Knaben Namens Ignaz Schulz mit einem spanischen Rohre. d.^ß die linke Hälfte des Gc-stchtes stark anschwoll und alle Farben spielte. Wenn die Geseßgebung. wie vom Sonderausschuß beantrajzt ist. die Strafe der körperlichen Ziich-tigung wider Verbrecher abschaffen will, darf M'in dieselbe gegen wchr-lose Schulkinder, zumal ohne Wissen und Willen der Eltern, noch anwenden? (Einbruch.) Am 15. Juli nach Mitternacht wurde bei Max Freiherrn von Rast im Erdgeschoß ein gcnsterl^itter ausgewog n und eine Baffermannsche Gestalt br.ich ein. Der Kutscher, der im Zlmmer schlief, war aber mittlerweile aufgewacht, packte den Gauner und fragte: waS er denn wolle? „V'scheg'n is g'scheg'n! stehl'u Hab i woll'n", gab der Thäter zur Antwort. Derselbe, ein gerichtsbekannter Dieb, wurde dem Gerichte überliefert. (Tegetthoffs Geburtshaus) ist am 15. d. M. von Herrn Dr. Modrinjak um 23.300 fl. ersteigert worden. Der SchäKungS-preis betrug 28.460 fl. (Raubmord.) 3n der Nähe von Pöltschach ist ein Raubmord entdeckt worden. Bor längerer Zeit verschwand nämlich dort ein Krämer, der als wohlhabend bekannt war und der Fall schien bereits halb ver-geffen. Mehrere Grundbesitzer. Brüder, vermöglich, unbescholtenen RuflS sind nun dieser Tage gefänglich eingezogen worven. da sie im Verdachte stehen, jenen Krämer ermordet und beraubt zu haben. Die Verhaftung erfolgte auf die Anzeige eines Knechtes, der bei einem dieser Brüder gedient und denselben vergebens um eine Unterstützung ersucht. Bei der gerichtlichen Nachforschung soll man ein menschliches Gerippe mit einge-schlaj^ener Schädeldecke gefunt>eu htilien. (Das K r i es m i n i st e r i um) hat betreffs der ErgänzuugS-bezirke des Ins.-Reg. Härtung eine Verordnung erlassen: der neuen Elntheilung zu Folge bildet nun die Stadt Marburg einen selbständigen Ergänzungsbezirk. (Requiem.) Heute um 8 Uhr Vormittag wird in der hiesigen Domkirche ein feierliches Requiem für den Kaiser Maximilian abgehalten. Letzte Post. Da» Herrenhaus hat das Gefetz, betreffend die Abordnung des Neichsrathes zur Ansaletchsverhanvlung mit Ungar» nach der Aaffnna des Abgeordnetenhauses angenommen. Die Abordnungen des Reichsrathes und des ungarischen Reichstages sollen am SS. d. M in Wien zusammentreten. In Frankreich ist der Ankauf von Pferden und Maulthieren für das Heer wieder aufgenommen worden. Die Russen haben Über das Mann starke Heer von Tamarkand eine« glänzenden Tieg erfochten. Aufruf! An die Lehrer des ö st erreichischen Kaiser st aateS! Von dem hohen k. k. Ministerium wurde dem Lehrervereine „Volks-schule" unterm 14. 3uni l. I. die Erlaubnis ertheilt. auf den 5.. 6. und ?. September d. I. eine allgemeine österreichische Lehrer-Versammlung, in deren Hauptversammlungen über die weiter unten angeführten Themen verhandelt werden soll, nach Wien einzuberufen. So ist eS uns denn gestattet, über die Aufgabe der Volksschule, die unser Standcsintcresse und das Interesse deS ganzen Volkes tief berührt, öffentlich zu verhandeln und uns darüber zu verständigen, wie und wodurch das österr. Volksschulwesen auf jene Höhenstufe gebracht werden kann, auf welcher eS den berechtigten Forderungen der Jetztzeit entspricht. Groß und schwierig ist die Aufgabe, die wir uns stellen, und die Geschichte wird einst über unS urtheilen; aber wir fühlen uns auch von jenem tiefen Ernste und jener heiligen Begeisterung erfüllt, ohne welche nichts Grones gelingen kann. Darnm hegen wir den unerschütterlichen Glauben an eine glückliche Lösung dieser Aufgabe durch Österreichs Lehrer, darum halten wir unS auch für überzeugt, daß diese angesichts des erhabenen Zweckes des Unternehmens freudig alle jene Opfer bringen werden, welche solches von ihnen erheischt. Auf also. Lehrer Oesterreichs l Benützen wir den Augenblick, dessen Gunst unseren kühnsten Wünschen und Hoffnungen, welche nicht dem EgoiSmuS, sondern unserer reinsten, lnnigst.n Liebe zu der unS anvertrauten Jugend, somit zu unserem Volke überhaupt entquellen, Gewährung und Erfüllung in nahe Aussicht stellt. Wir laden also hiermit die Lehrer aller österr. Länder ohne Unterschied der Konfession und Nationalität aus den 5.. 6. und 7. September d. Z. nach Wien ein und erwarten um so sicherer, daß sie der Einladung Folge geben werden, alS die Pflicht, dies zu thun. eine patriotische Pflicht lst! Sie ist ine patriotische Pflicht, weil unser Staat erstarken muß. er aber getviß erstarken wird, wenn die Schule sich hebt, wenn sie gesund organisirt ist und energisch wirkt; der Z'veck dieser Versammlung aber eben ist. die Herstellung dieser Bedingungen anzubahnen. Die Themen, welche in den Hauptversammlungen zur Berathung kommen, sind: 1.) Ist die Volksschule in Oesterreich, waS sie sein soll, und wenn nicht, auf welche Weise kann sie entspr^nd gestaltet werden? 2) Was kann der Lehrstand durchssch^ selbst für seine Hebung und für die Förderung seiner Interessen thun? 3.) Ueber die Bedeutung von Lehrervereinen. Außer den Hauptversammlungen werden Nebenversammlungen gehalten und eine LehrmittelauSstellung veranstaltet. Die Nebenversammlungen sollen zur Verhandlung über spezielle Fragen und Zntereffen. zur Er-läuterung deS Gebrauches einzelner Lehrmittel, z«» praktischen Darlegungen u. s. w. dienen. Die Verhandlungssprache in den Hauptversammlungen ist die deutsche. Den Lehrern, welche die Absicht haben, ^ie erste allgemeine öfter-rcichische Lehrerversammlnng zu besuchen, diene Folgendes zur Kenntniß: 1.) Das unterzeichnete Komite wird bestrebt sein, den Theilnehmern an der Versammlung die größtmögliche Ermäßigung der Fahrpreise auf den verschiedenen Eisenbahnen und Dampfschiffen zu erwirken, und daS Ergebniß seiner Bemühungen iu dieser Beziehung rechtzeitig bekannt geben. 2.) Dasselbe »vird eS sich sorgfältigst angelegen sein lassen, daß die Thcilnehmer während der VerhandlungStage Freiquartiere erhalten. 3.) Jeder Theilnehmer wird ersucht, seinen Besuch bis längstens zum 20. August d. Z. schriftlich bei dem Zentralkomite anzumelden. Auf men. stolzen AdelgcschlechteS sein einziges Kind zur ewigen Ruhestatte! Der eigene Bruder hat Scharfrichterdienste an ihr vollzogen. Die Henkersknechte tragen sie; er selbst ist in den Banden deS Rausches." Die Trüj^er hoben den Sarg ans. Der Scharfrichter starrte, wie ohne Betvußtsein. in die Nacht hinein. Der Irre führte ihn hinter den Sarg. „Hier mußt Du gehen, Bruder Andreas." sagteer. „Co mußt Du folgen." Er stellte sich hinter den Bruder. Der traurige Zug setzte sich in dem Scheine der Laterne deS Irren still und langsam in Bewegung. Der Pfeifenhannes folgte dem Zuge. Sie gingen an einem kleinen Garten entlang, der hinter dem ^use lag. Dahinter ivar ein Gebüsch von Tannen und in deren Mitte befand sich ein kleiner Kirchhof. Manches Gral) war schon darauf. Das war der abgelegene, verborgene Kirchhof der Scharfrichterci. Hier lagen sie begraben, die letzten Diener einer Gerechtigkeit, die keine Gerechtigkeit Mehr ist. Die Todesstrafe ist keine Strafe deS Rechtes mehr. Der gesunde Sinn des Volkes hat das lüNl^st herausgefühlt. Fürst und Edelmann vollstreckten in früheren Zeiten selbst die Todesstrafen, in den Städten die Bürger. Dann kam der besonders bestallte Scharf-lichter. Es lvar anfangs der ..Vetter deS Richters". D'inn sah ilzn daS Volk als „unehrlich" an. Weil er zugleich daS Abdeckergetverbe trieb, sagt man. Warum ließ man eS ihn treiben, warum trieb er eS. ivenn nicht in seinen eigenen Augen und in denen deS Volkes die Verwandtschaft des Einen und deS Ändern schon da war? Selbst im Tode ist der Sch'^rfrichter dem Volke noch „unehrlich"; und mit ihm sind eS seine Angehörigen. Ihre Gräber noch müssen sich in die Einsamkeit und Verborgenheit des WaldeS vor den Menschen und vor der Gemeinschaft mit ihnen zurückziehen. Nur ein einziges Gemeinsame mit den Anderen läßt man ihnen. Es ist daS Kreuz der Erlösung. — Sie waren auf dem verborgenen Kirchhofe angelangt. Der PfeifenhanneS blieb iu de« Tannen zurück, die ihn umgaben. Die trübe Laterne des Irren warf ihr dunkleS. unheimliches Licht auf den kleinen, fast regelmäßig runden Platz, auf die Gräber, auf die schwarzen Kreuze, auf ein frischeS. noch offenes Grab, aus den schwarten Sarg, den die Träger vor dem Grabe niedergesetzt hatten. DaS sah Alles so gespenstisch auS in dem unsicheren Lichtscheine, in dem engen, von den dunkleu Tannen umschlossenen Räume und in der Stille der Mitternacht. Die Träger deS SargeS machten die Vorbereitungen, um ihn in die Tiefe der Gruft hinunter zu lassen. Der PfeifenhanneS hatte einen Gedanken ergriffen. Er zog sich leise aus den Tannen zurück, die den kleinen Kirchhof umgaben und ging tiefer in den Wald hinein. Dort zog er ein kleines elfenbeinernes Pfeifchen ans der Tasche. daS. wie alt eS sein mochte, schneeweiß und glänzend war. Cr setzte eS an seine Lippen und blieS darauf; leise anfangs, eine ruhige, träumerische Melodie. Dann »vurden die Töne klarer und sie führten aus dem Traume in die Wirklichkeit. Dann ivieder waren sie gedämpft und verloren sich in weite, unendliche Fernen. Sie naheten sich lvieder leise und geheimntßvoll; sie wurden sanft klagend; dann lauter, deftiger iveckten sie den ivilden. zerreißenden Schmerz auf. Sie wurden tvieder sanfter und weicher; sie wurden tröstend. Sie schwiegen. Der alte PfeifenhanneS stand neben dem Grabe. — Der Scharfrichter hatte gestutzt, alS er den ersten Ton der Pfeife hörte, die auch er kannte. Dann hatte er sich still den Träumen hingegeben. die die Töne leise in ihm aufwecken wollten. Dann war es ihm auf einmal ivie bell und klar in dem wüsten Kopfe geworden. Er war mit der Hand über die Stirn gefahren und hatte sich umgesehen. Er sad das offene Grab. Dann trat er dem Sarge näher und starrte ihn Uttbeiveglich an. Sich zu demselben niederbeugend, nahm er die schwarze Decke ad. als ldenn 'er das Geheimniß kennen müffe. daS sie ihm verbarg. Die Träger waren gerade mit ihren Vorbereitungen fertig. Sie n'ollten den Sarg in das Grab senken; aber er wieS sie still mit der Hand zurück uns hob den Deckel von dem Sarge. Da lag sein todteS Kind vor ihm. (Sorlsetziiog folgt) später einlangende Anmeldungen könnte hinfichtlich der Punkte 1 und 2 keine Rücksicht mehr genommen werden. 4.) Bon beabsichtigten Vortragen für die Nebenversammlungen ist der volle Titel und eine kurze Sklzze des Inhaltes nnzugebcn. 5.) Wer die Absicht hat. Lehrmittel zur Ausstellung^ zu bringen, hat dies ebenfalls frilher ^nzumtlden und die Sendung selbst auf eigene Kostkn so zu esfektuiren, daß sie bis längstens 15. Auj^ust beim Zentral komite in Wien eintrifft. Für Bücher. Schriftci» unv Zeichnungen dürftr der Buchhändlerweg der angezeigtcste sein. DieSbezüj^liche Anmeldungen und Einsendunj^en, wclche selbstvcr. stündlich portofrei sein müsjcn. beliebe man mit der Adresse: „An das Zentral-Komite für die I. tUlgem. östcrr. Lehrcrvcrstimmlung" (Wlrn. Wieden. Preßgasse Nr. 24) zu vcrsehcn. Wien, am 6. Juli 1867. Für das Zentral-Komite; Franz BobieS. Obmann und Präsident drS LehrcrvereinS „Volksschule." Telegraphischer Wieiter CourS vom 16. Jllli. b*/, MetalliqueS . « . . . 59.20 b'/. Rational Anlehen.... 69.75 ISvOer Staats'Anlehen . . . 90 SO Bantattien.......716.— Kreditaktieii. . . London .... Silber .... A. K. Münz Dukaten 1S9.l0 !L6.40 1L4.— e.04 Geschtiftsberichte. Pettau» 12. Juli. (Wochenmarktsdericht.) Weizenfl.4.3V.Korn fl.28V, «erste st. 2.70, Hafer ft. 0 —, »uknrnj» fl. 3.10. Heiden fl. 2.ü0, Hirsebrei» fl. ö.20. Erdäpfel fl. 0.— pr. Mehen. Nindfleisch 22. Kalbfleisch ohne Zuwage 22. Schweinfle»sch jung — kr. pr. Vf. Holz SS" hart fl. 7.80, detto weich fl. l».8V pr.Ltlaster. Holzkohlen hart fl. 0.40. detto weich fl. 0.35 pr. MePe». Heu fl. 0 95, Stroh. Lager» fl. 0.90, Stteu» fl. 0.70 pr. Centner. Warasdin, 11.Juli. (Wochenmarkttbericht.) Weizen fl. 5.50. Korn fl. 3.—. «erste fl. 0.—. Hafer fl. 0.-. Kuknruv fl. 2.90, Erdapfel fl. 1.00 pr. Metze«. Angekommene in Marburg. Vom IL. bis 16. Juli. ^Srz herz. Johann". Die Herten: Schürky, Dr. d. Rechte. Cilli. Pollak. Kfm., Wien. Krauß. Reis., Wien. Reubauer. Wien. Rapitschl, Priv., Eilli. Hoi,ligg. Commis, Pettau. ^ Krau Strobl. Beamtenßwitwe, Graz. Krau Käpper, Priv., s. Tochter. Graz. „Stadt Wien". Die Herren: v. Pflugl. kk. Auskultant. Vraz. Murmayr, Obergespan. Ungarn, v. Pflugl, kk. GerichtS-Adj.. Trieft. Rinaleb, Geschaftsreis., Prag, «lovetay, Tommiß, Werschez. Pirnat, Montanist. Huda jama. Eapellman», Sleichenberg. Soges. Kfm.. Prag. Kabiani. Kfm., Düsseldorf. Mod. Sazl und Ott, Kfl., Wien. Pleßnitzer, ^m., Billach. Schnbert Ingenieur, Bleiburg. Unger, Reis., Remschnig. v. Szigalozky. Priv.. Kreutz. K«le»itsch, Priester, Lepoglava. „Schwarz. Adler." Die Herren: Radl. Fleischer, Straß. Eichelter «.Schönau, Maschinenbauer, Straß. Tschech, Lehrer. St. Benedikten. Kubin, Techniker, m. vrnder, Graz. Hofman, m. Krau, Breslau. Weiß u. Stern, Kfl., Graz. „Mohren". Die Herren: Duller, kk. Hauptm., Pettau. Domer, kk. Lieut., Wien. Sigmund, Kfm., Wuchern. GMstsÄnMgt. Wttrstriiker, Prahlwtber, Sieb- «ad Crowmrlmchrr, Marburg» SSrawergaffe Rr. 2lS, empfiehlt __zu staunend bittigen Zabrikspreisen alle Gattungen Srd-. Sand-. Kohlen, und Scholterwurf-Gitter; so.vie Schauer Gitter für Kirchenfenfter und Oberlichten, für Schüttböden. Magazine und Kellerfenfter; ferner Mieaengitter für SalonS. Speise« Schränke und Fenster. Alle Gattungen Messing., Eisen, und Holzreuter; die feinsten Scidengaze-. Messing und Haar.Trommel'Siebe für Apotheker. Spezcreiliändler und Zuckerbacker ; Fach Siebe für Hutmacher, Zucker-, Mehl-, Suppen, und Passir'Siede für Küchen, sowie alle Sorten Lilinder.Ueberzüge und Säuber-Blätter für Brauhäuser, Wasser, und Dampfmühlen, für Geschirr, und GlaSfabrikanten; alle Sorten Messing Siebe, Scherben.Reuter und Pucher Blätter ze. Alle Gattungen geflochtenen Vogelbauer und andere Thier-Einzäumuni^cn. sowie Blumen, und Garten Schranken, nebst Lufttiäuser Einflechtungen; ferner die vorlheilhaftestrn Weinbeeren Gitter und Weinpresse-Siebe; auch alle Sorten Bienenhauben und Fecht-Bisire; sowie allen Gattun^^en Trommeln und Pauken Ueberzüge:e. «. _(365 Z. 1834. (3S3 Lizitation des landtäflichen Gutes Samoscheg sammt Mauth, Fischerei und Fahrnissen. Vom k. k. BezilkSamte als Gericht Friedau wird bekannt gemacht: ES sei über Ansuchen des Herrn Josef Pulpach und der Erben nach der Frau Anna Maria Pulpach mit Bewilligung des löblichen k. k. KreiS. gerichleS Cilli die freiwillige öffentliche Bersteigerung deS landtäflichen Gutes Samoscheg sammt Brückenmauth und Flschereirecht, dann der dabei findlichen todtcn iind lebeiiden Fahrnisse belvilliget worden. Das Gut liegt im Mai burger Kreise nebst der Eisenbahnstation Moschganzcn unter Pettau, an der von Pettau nach Ungarn und Kroatien führenden Kommerzialstraße am Peßnihbache, ist vollkommen arrondirt und besteht: a) aus dem Schloßgebäude, welches gtmauert. mit Ziegeln ein-gedeckt, ebenerdig das Kanzlei-Zi mmer. das Geftnde-Zimmcr, Küche, Speise, Waschküche und einem getvolbten Keller und im Stockwerke einen geräu-migen Boriaal mit 5 schönen Zimmern enthält; b) uuS den nebe«, dem Schloßgebäude befitldlichen, theilS gemauerten, theils gezimmerten Wilthsch.,ftSgebäuden; e) dem neben dem Lchlojigebäude befindlicheu gemauerten Glashause; ä) dem an der Petlauer Kommerzlalstraßc stehenden, theilS gemauerten. theilS gezimmerten Wohngeväuoe. unterirdisch einen gewölbten Keller auf 30 Slartln. ebenerdig 5 Zimmer, Küche und Einsahkeller enthaltend; 0) dem neben diesem Wohnhause befindlichen großen gemauerten Wllthjchaftsg^biiude. Stallungen. Futterböden und Magaziue enthaltend; k) dem an der Peßnißbrücke liegenden WirthS., Mauth- und Schmiosgebäude. 2 Zimmern. Küche und die Schmiede enthaltend; ß) der Winzerei Haus-Nl. 58, auS 1 Zimmer, Küche. Stallungen und Zteller bestehend; k) der Winzerei HauS-Nr. 38, ein Zitnmer, eine Kammer, einen unterirdischen Keller auf 20 Stlirtin und die Weinpresse enthaltend; 1) aus beiläufig 114 Zoch Grundstück.n, tvovon über 63 Joch auf die Gärten, Weingärten. Aecker, Wiesen und Huttveiden, tvelch' letztere größtentheilS in Wiesen und Aecker umsttUtet lvurdeu und cirta öl Joch auf Hochwald und Niederwald entfallen; die Weingärten haben eine änßerst günstige Lage mit der. schönsten Fernsicht und liefern eine aus-gezeichnete Qualität; die Wiesen liegen sämmtlich au der Peßniß, sind zwei, und theiliveise dreimähdig und die Aecker haben eine vorzütjliche Gleba, meist Wrizenboden. Die Fischerei in der PeßniK wird von der Elsenbahnbrücke biS zur herrschastlich St.moscheger Brücke vom Gute Samoscheg allein und von dort bis zum Osluschoszersteg gemeinschaftlich mit der Herrschaft Groß, sonntag ausgeübt. Die Flchrnisse bestehen auS HauS« und Zimmer-Einrichtung, Wirth. schastsgegensländen. Wein«. Getreide- und FulterVorräthen, Pferden, Kind, und Borstenvieh. Dieses Gut sammt Mauth und Fischereirechr wurde bei der Jnven» tur nach Frau Anna Maria Pulpach auf 30.240 fl. gerichtlich geschätzt und wird um den Pauschalbetrag per 30.000 fl. ö. W. ausgerufen; jeder Lizitant hat 10°/^ deS AusrufSpr^ises als Vadium zu erlegen und an Tabularposten 10.800 fl. in daS Zahlungsversprechen zu übernehme»; die übrigen Lizitationsbedingnisse sammt Landtafel Extrakt und Schätzungs-Protokoll können in der dletigerichtlichen Registratur, sowie in der Advokaturs Kanzlei des Herrn Dr. Ältatthäus Kotzmuth in Graz eingesehen werden. Ztlr Vornahme dieser Lizitation wird die Tagsatzung auf den 8. August ISVV Vormittag 11. Uhr im Schloßgebäude zu Samoscheg angeordnet, wozu Kauflustige eingeladen werden. Friedau am 9. Juli 1867. Der k. k. Bezirksvorsteher. Gin Lehrjunge (Sö? der di« Realschul« absolvirt hat, wird unter gi»«stiaen Beding»iff«a i« Äi. Leonhardt in W> bei Z. R. Krammrr sogleich aufgenommen. Rr. 3307. Bekamtmachullg. Das Hinscheiden meiner Schwiegermutter veranlaßt mich, meinen Eigenbau Weinschank am Montag den 22. Juli für einige Zeit zu schließen, wobei ich nicht umhin kann, meinen verbindlichsten Dank den V. T. Bewohnern Marburgs für den zahlreichen Besuch hiemit auszudrücken. 366) EdR. (3S4 Morge« Do««»r«tag: Nfsyltls - Gtstllschltsis - Zchitßtlt j« Ävr l'iesrilie. (S68 Eine Wohnung 355 mit zwei oder drei Zimntern, Sparherdtüche, Speisegewülbe. Bodenantheil, Keller und Holzleqe ist sogleich zu beziehen. — Nähere AnSkunft bei Herrn Schneebacher, vormals Ziegner. Alle Diejenigen, welche an de» Nachlaß der am 7. Oktober 1866 in Kr«ZnichSselo verstorbenen verwitweten Mühlbesitzerin Theresia Lau-rentschltsch als Gläubit^er eine Forverung zu steUeu haben, oder in jenen Nachlaß etwüs schulden, haben. Erstere zur Anmeldung und Darthuung ihrer Forderungen. Letztere zur Angabe ihrer Schulden am S«. Juli 1867 U Uizr Vorm. itt der Kanzlei des AbtiandluNj^S-Kommissär» k. k. Rotars Herrn Dr. MtUthäuS :1ieiser in Marburg zu erscheinen, widrigenS den Gläubig,er», wenn die Verlaffenichasl durch die anaemeldeten Forderungen ti schöpst würde, kein weitet er Anspruch, als insoferne ihnen ein Pfandrecht gebührt zustünde, t^egen die Schuldner hinge»;en im Rechtswege vorgegangen tverden lvürde. K. k. Bezirksgericht Marburg am 25. Juni 1867. Eisenbahn-Fahrordnung für Marburg. x Nach W»en: '^ach Trieft: X «bf-hrt: tth.' 25 Min Krüh. «dfahrt: « llhr l4 Min. Krüh. 7 llt,r it Min Abend». 8 Uhr 46 Mm. Abend», «ach Bill«ch: Abfahrt: S llhr Früh. Die gemischten Züge verkehren täglich in der Richtung nach Wien: Trieft: Abfahrt: lÄ Uhr 54 Min. Mittag». Abfahrt : 1 llhr .1'.^ Mui. Mitt«g». Die Eil^itge »erkehren ttiallch zmisc^n Wie« und Trieft. «-ch «><»: '^tgch Trieft: Udf«hrt: .t Uhr 46 Mln. Mitta,;». Abfal»rt: 1 lltzr 52 Mm. Mittag». ver»«twortlicher Redakte»tr: Fr«nz Wie»th»ler. Z. «. et. «. Druck und «erlag »»n «»uard Ia»schitz m Marb»rg.