Mbllcher Zeitung. Nr. 113. Pränu meratio nspreis: I»! Comptoir ganzj. ft. ll, hall'j. fl. 5,.»u. Für dic >u lr, U>< dcr Post «ai>5i. sl. >5>, yall'j. fl. 7.5.0 Smustoss, 20. Mai InsertionSgebühr bi« ill Heilen: imal «u li., X!n.»oll., üm. ifi.z sonst pi.Zcilc lui. ».»ll., 3m. l<> lr. u. s. >v. Inlcrlll'üsstnnpcl jM'öm. »!>lv. !87l. Allltlicher Tbeil. «he. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschlicßung vom !5. Mai d. I. dcn mit dcm Titel und Eharaltcr eines Ä/iuislcrialsccrctärs bctlcidctcu Iustizministcrialconcipistcn Dr. Wolfgang Pcitl)ncr Freiherr v. Lichtcnfcls zum wirklichen Äiinisterial« secretär im Justizministerium allergnädiqst zu ernennen geruht. Habietinet in. p. Der Iustizministcr hat den Äczirlsgcrtchlsadjulntcu Julian Ruzycti in Lii^lo über sein Ansuchcu in gleicher Eigenschaft nach Kulitow übersetzt. Der Illstizmiliister hat den Bezirlsgcrichtsadjunclcu Apollinar Tusta u o msti iu Bolechow in glcickcr Eigenschaft nach Gliniany überseht. Der Iustizmiuister hat zu Vczilksgerichtsadjuuctcn im Lrmbergcr Obcrlandcsgcrichtssprcngcl den Gczirts-gerichtolanzlistcn Alois RalowSki für Brzczany. dann die Auscnllantcu Constant in Wieczcrzyk für Vo lechow und Sigmnnd Vang für Lislo ernannt. Gesetz vom 34. April H5i7ß betreffend die Ergänzung dcr Kronprinz Rudolf-Bahn durch die Eiscnbah»slrcckc Villach-Tarvis. Mit Zustimmung beider Häuser des Reichsrathes finde Ich anzuordnen, wie folgt: Art. 1. Die Regierung wird ermächtigt, zum Be« Hufe der Vcrbindung dcr Eisenbahnlinien St. Michael-^illach und Laibach-Talvis dcr Acticngcscllschaft dcr Kronprinz Rudolf Bahn dic Concession zum Baue und ^ctricbc der LocomotiuEiscnbahn Slrccke von Villach l'cich Tarvis »mtcr den für die Eisenbahnlinie Laibach-^nrvis dcr Kronprinz-Rndolf-Oahn lraft dcs Gesetzes Vom '.). Juli l8(!8 (N. <Ä. Bl. 9ir. lO.'j). sowie der Conccssiol,er Capitalstilgung zu verwenden, welcher durch die Staatsverwaltung nach cincm von ihr zu genchmigendcu ^MortisationSplanc, dcm zufolge das für die neue Strecke emittil'te Capital währcnd der Dauer dcr für die Linie ^aibach'TarviS ertheilten Concession zu tilgcn ist, benimmt werden wird. Art. 3. Die Regierung hat im Falle dieser Con-ccssiunscrthcilung dafür Sorge zu tragen, daß die Vcr-Adiing der Bauarbcitcn im Wege dcr Offertausschrci-bung stattfinde. Art. 4. Dic Eisenbahnstreckc Villach-Tarvis ist ^nncn zwei Jahren, vom Tage der Conccssionscrthci-^>'g au gerechnet, herzustellen uud dcm öffcntlichcn Vcr> ^lj'e zu übergeben. Art. 5. Die Eiscnbahnstrcckc Villach Tarvis ist, wie ''btthaupt, so auch insbesondere bezüglich der Tarifirung ^'d dcr für größere Trausportläugeu gellenden Tarif-^>äßic,nngen als ein integrirendcr Bestandtheil dcr ^"ic Lailiach-Tarms. bczichnngswcisc dcr 5kronprinz-^"dols-Vahn zu betrachten nnd zu bchandcln. Art. (i Sollten dic Vcrb.andlui!gcn dcr Regierung '!!'! dcr Kroi'prinz-Rndolf-Bahn wcgcn Ertheilung dcr ^nconcession an scldc zn tcincm bcfricdigcnden Ende ^>'-cn. fo wird die Ncgicrnng ermächtigt, dcu Bau aus ^tnalclostcn in Angriff zu nchimn. wozu ihr für das V"l,r ,,^7i cm Clcdit von zwei Millionen Onldcn er-W'tt wird. . Art. 7. Mit dcr Durchführung dieses Gesetzes wcr^ . " ber Handclsministcr und dcr Finanzminislcr bcauf-"ngt. Schönlnunn, den 24. Nftril I67l, '^oln'nwarl »>. p. Holz^'th.n!,». i». Tcliacffle m. p. Verordnung des Ministers des Innern, des Handels «nd des Ackerbaues vom llt. Maij betreffend die Anwendung des ß ^7, lit. c, dcs Nindcr-pcstgcsches vom 29. 3uni I8<>8. R. G. Al. Nr. 118. Wenn in Anwendung dcs tz 27, lit,, c dcs Rinder-pcstgesctzes vom 2l>. Iuui 18" ansnahms-weise zum Handcl als Schlachlvich (zum Bcsatzc dcs Hofes in . ' . N.) gestalteten Abtriebe aus dein in einem Senchengrenzbezirle gelegenen, seuchcnfrcicn Orte... N. . . . gesund befunden worden ist, wird hicmit bestätigt. Dieser Aichpaß u. s. f." Dicsc Verordnung hat mit dem Tage dcr Kund-machung in Wirtsamleit zn treten. Scliacffle in. p. Hotienwart in. p. Am 1Ž, Mai 1«?1 wurd!^ in d^r l. l. Hof- und Stcmlo-druckcrci das XVI, Stilck dcö Roichögcschlikill^ allc!.^-gcbcli und Uns>,'!ldl't. Daösclbe eulhäll lütte,' . Nr. 35, das Gesetz uo», 24. Npnl 1«?l, d.'lleftcüd d,e (5>gä»',!iiiq der Kruuplin, - Rudolf-Vahn durch die Eilrubahiislrcck^ Villach-Tarviö; Nr. 3li dcn Erloß drij Fiiiarl'Mmstcrmms vo», 7. Mai 1^71, bctrcffmd dic Eruüichligung dr, lictrcffmd dic Ailwendnilg dc« tz 27. lit, <>. deö Nindcrprslgrfthes vom 29. Illlii 1808, R, G Bl Nr. 118. (Wr. Ztg. Nr. 126 vom 17, Mai.) Nichtamtlicher Theil. 5). Verzeichniß jener Beträge, welche von der Präsidialsection dcs l. t. Ministeriums dcs Acußcru für das unter dcm höchsten Protcctorate Sr. k. Hoheit deS durchlauchtigsten Hcrrn Erzherzogs Ludwig 'Victor in Wicn zu errichtende Tcgetthoff - Dentmal übernommen wurden: Herr k. k. Oberstlieutenant VadiölauS v Singer-Glcicheuau 5 si., Frau Baronin Nathalie Stelzham mcr 5> fl., Frau Äuna u, Neumann, Ocncvalswilwe 5>fl., ^)crr f. k. a. o. Gesandte und bevollmächtigter Minister am l. baicrischcn Hofe Karl ssreiherr v. Brück 100 f!.. vom l. und k. Ocncralconsnlatc aus Corfu eingcscndttc Beträge vm, ustcrr.-uugar. Uütcrthancn im Ganzen 2^fl., sämmtlich in B. V,. und 42 fl. 50 kr. Silber, u. z.: 5)crr u. Martyrt. t. und k, ostcrr.-ungar. G^ncralconsnl 20 fi. V. V.. Herr M. S. Nemovich. t. und k. Consul 8 fi, in Silber. Herr Fedcrico Nclla 1 fi. B. V.. Herr V. Dabovich 2 fl. 50 tr. in Silber. Die Herren Beamten des österr. ^loyd: M. M. Ballonich 25 ssr. 10 fl. in Sildcr, Alcssandro Marcopulo ^ si , Pictro ^lra-vandino 4 fl.. Fed. Aleura 2 fi., Giulio Nl. Ballouich 2 fi., Stanislau Bilaffcr 2 fl., Dcmelrio Cnrminoli 2 fi., Enrico Fabris 2 fi.. Ernesto N. Nicolich, Hau-delscapilän. 4 fi.. sämmtlich in Silber. Die Herren Bediensteten dcö östcrr. Lloyd: Antonio Oramcno 1 ft. G. V.. Scbastiano Sponza 50 kr., Mattco Oira50lr. Vom t. und l. Cousulate in Ibiaila eingesendete Bc-trägc 10 si. B. V. nnd 40 Stück Ducatcn, uud zwar: Herr t. l. Consul Hanswcuzl 10 fi. B. V. nnd die Herren: Anton Sgardclli Ritter v. Saslut, Bernard Mendel', Theodor Taranga. Großhändler, und Peter Minouits je l0 Dukaten. Summe 148 fi. B. V,. 42 fi. 50 lr. Silber und 40 Ducatcn. Weitcrc Beiträge werden in der Präsidialscction des l. t. Ministeriums dcs Äcnßcrn, Herrcngasfc Nr. 7, im 2. Stock, Departement I, vom Director, kaiscrl. Rath Anton Ludwig Scidl übernommen, quittirt «nd in dcr „Wieucr Zeitung" kundgemacht. Eine pllrlmmntmschc Rminismi). Das „Präger Abdbl." vom !7. Mai schreibt: Heute ist gcuau cmc Woche vcrfiosscu, scitdcm im Ver-fassuugSauöschussc des Abgeordnetenhauses die galizische Ausglcichsnorlagc dcr Regierung zur Discussion gelangte. Im Verlause dcr über dicsc Vorlage eröffneten Generaldebatte stellte, wie der von allen Blättern als zuverlässig bezeichnete Bericht dcr „Rcichsraths-Correspondenz" meldet, dcr Abg. Baron Wasser an dic Regierung die Frage, „ob sie geneigt sei, Concessionen, wclchc in dieser Vorlage dem ^andc Galizim gemacht werden, auch anderen Ländern zu gewähren?" Hierauf antwortete dcr Herr Minister Graf Hohcnwart: „Vorderhand habe nur Galizicn ein diesbezügliches Verlangen in dcr Resolution gestellt, es tonne also die Antwort nur dahin lauten, daß nicbt alle» Ländern das Gleiche gewährt werden töunc, einem Lande lönnc etwas mehr, dem anderen etwas wcnigcr gcwnhvt werden. Von Böhmen liegen al' lcrdings Forderungen vor; weuu sich Böhmen damit befriedigen würde, was die RegicruncMorlage dem Lande Oalizicn einräumt, so nehme dic Rcgic>uug lciucn An stand, schon gegenwärtig zu crllärcn, daß sie auch für dieses Laud das Gleiche zu bewilligen bereit sei." „Die Wirtung dieser Worte, mcldcl im Auschlusse hieran die „Ncuc Frcic Presse" vom 11. Mai d. I., war eine furchtbare. Die größte Aufregung erfaßte die vcrfassungstrcucu Abgeordneten. Man ricf nach Tä,luß der Sitzung, denn MlM fühlte sich außer Stande, eine ruhige Discussion fortzusetzen." — — Warum wir dies wohl alles hier nochmals so gewissenhaft ucrzcichnct haben? Wir blätterten jimgst in unserer Parlamcnts^cschläUc halbocrganaencu Datums lind da fanden wir denn in derselben auch hculc als zuverlässig aucrkcmntcn ..ReichsrathScorrcsponden;" cincn ^cricht übcr cinc am 15. Februar 1870 stattgehabte Sitzung jeucS Ausschusses des Abgeorductcnhauses, wcl-chcm die vom damaligen Abgeordneten Ritter von Gro-cholsti im Hause eingebrachte qalizische Resolution zur Berichterstattung überwiesen war. Iu dieser Sitzung dcr damals knrzweg „Resolutionsausschuß" gcnauntcu par» lamcntarischcn Co>nmiss!on gab dcr Abg. Dr. K lira nda eine Rcihe von Erklärungen ab, dcren cincn Theil di> „Ncichsrathe-Corrcsftondcnz" und nach ihr die gcsammtc österreichische Presse iu Folgendem zusammenfaßte.- „Redner lMiranda) hat die redliche Adsicht, den galizischcu Wünschen soweit als möglich entgegenzukommen — aber dcn Gcdankcn muß cr aufrecht haltcu, daß dic Zugeständnisse, dic mau Galizien macht, in Zutuuft zwar nicht allcn Landtagen, aber doch dem K^öuig« reiche Böhmen gc m a ch t w e r d e n m ii s s l n; »vie mau auch übcr dic czcchischen Partciucrhältnissc denken möge, das stehe fest, daß Böhmen cinc intelligente, arbeitsame und steucrzahlcndc Bevölkerung umfasse, dcr man das nicht vonnthalten lönnc, was Gallien znge« standen werde. Von dicscm Gesichtspunkte müsse die Majorität bci dcr Behandlung d>r Resolution sich leiten lassen," So sprach am 15. Februar 1870 dcr Abg. Dr. Kuranda. damals wie hcute eines der hervorragcudcrcu Mitglieder der Linken, ohne im Ausschüsse auf Widerspruch zu stoßcu. Dcr Sitzungsbericht vcrzcichuct weder eine „furchtbare Wirknug dieser Worte," noch ricscn dieselben die „größte Aufregung nutcr den vcrfassungs' trcncn Abgcordnctcu" hervor, trotzdem die heutige Er« klärung des Grafen Hohcnwart mit der damaligen Aeußerung dcs Abg. Dr, Kuranda in einer geradezu übcrraschcndcn Idecnvcrwandtschaft steht, damals wurdc die Verhandlung ruhig fortgesetzt, heute „ricf mau uach Schluß dcr Sitzung, denn man fühlc sich außer standc, cinc ruhige Discnssiou fortzusetzen!" Eincs Commcntars von unserer 3citc bcdarf diese schlichte parlamentarische Remimszcnz nicht; sic spricht für sich und bicttt dcn gcnügcnl'cn Eitlärnngsgrund für so manche abnorme Erscheinung dic unscr hcutiges, so reich bewegtes parlamentarisches Lcbcn zu Tage fördert. Ein seltsamer Zufall will es übcrdicß, daß dcrsclbc Redner, Herr Dr. Kuranda. gerade in dcr letzten Sitzung des VcrfassungsausschnsscS die Aeußerung fallen licß. „daß dcr Ansicht cincs fremden Staatsmannes zufolge iu Oesterreich wo möglich Jeder ein Staatsmann fcin sollte," Wir aczcptireu diese Aeußerung, erlanbcn uns aber an zwci wesentliche Eigenschaften cincs jcocn Staats- 888 mannes zu erinnern. Diese Eigenschaften sind.- Politische Conscquenz und vor Allem — ein gutes Gc» dächtniß! «pötttische Uebersicht. Laibach, 19. Mai. Die Aeznlsoertretuugen von Sandec, Cieszanow, Stare Miasto, Iaworow. Dombrowa. Stalat, KroSno, JaroSlaw und Gorlicc so wic die Gemeindevertretungen von Dembica, IaSlo, Slry haben Vert ra ncnS a d rc s-sen an Se. Excellenz den Herrn Minister Dr. v. Groch ölst i votirt. Es lieben bis jetzt über 44 solcher Kundgebungen der autonomen Behörden in Galizien vor. DaS Herrenhaus hält heute eine Sitzung uns dcr Tagesordnung steht die DelcgationSwahl, welche dasselbe unzweifelhaft vornehmen wird, gleichwie heute das Abgeordnetenhaus ebenfalls die Delegirten wählen wird, da die Meinung einer Fraction, diese Wahl zu verweigern , von der übergroßen Mehrheit nicht getheilt wiro. Dcr ungarische Reichstag schloß am 17. seine Session, uni sofort eine neue zu beginnen, in welcher die DclegationSwahl sogleich erfolgt, so daß ein Hinderniß für die Delegations Eröffnung am nächsten Montag nicht bestehen wird. Der Friede nsvcrtrag zwischen Deutschland und Frankreich liegt jetzt im französischen Texte vor. Derselbe umfaßt 18 Artikel und drei Additional Artikel. Die letztereu beziehen sich auf die Frage des an Frankreich gegen anderweitigen Ersatz abzutretenden NayonS bei Belfort und anf die Eisenbahnen. Zu den anfangs noch nicht bekannt gewordenen Bestimmungen gehört die Rückgabe der gekaperten Schiffe, sowie der für die verkauften zu leistende Ersatz. Dcr Schiffahrlsvertrag von 1862 bleibt aufrecht erhalten, was die gleiche Behandlung der beiderseitigen Flaggen zur nächstcu praktischen Folge hat. Dagegen sind die anderen Verträge, auch die mit den süddentschcn Staaten abgeschlossenen, aufgehoben. Daraus folgt, daß auch die (für Frankreich oorthcilhaftcrcn als für Deutschland) ^iterar- oder NachdruckS^Conventionen aufgehoben sind. Bekanntlich hat Frankreich solche auch mit Sachsen und verschiedenen anderen Staaten abgeschlossen, die danach sämmtlich stillschweigend mit aufgehoben sind. Für Elsaß-^othriugcn ist im Wesentlichen die Zollfrciheit auf der französischen Grenze durch eine günstige Behandlung auf sechs Monate, vom I. März an gerechnet, also für noch etwa vier Monate, von Frankreich bewilligt. Diese Bestimmung ist um so glücklicher, als Herr Thiers in Unterredungen mit mehreren Deputationen aus den bclhciligten Provinzen sich ganz vor Kurzem ungleich schroffer und abweisender gezeigt hatte. Der Preis für dic abzutretenden Bahnen (.'^5) Millionen) ist nach der Meinung von Personen, die mit den einschlagenden Verhältnissen vertiaut sind, sehr billig ausgefallen. In Luxemburg tritt Deutschland, wie es scheint, in das Pachtvcrhältniß der Ostbahn-Gc> sellschaft, selbstverständlich nach der vorausgesetzten Zu« stimmuug dcr luxemburgischen Regierung und dcv Gesellschaft, welche die Concession hat. Daraus würde aber folgen, daß Deutschland auch die jährliche Pacht von drei Millionen Francs zahlen müßte, falls darüber nicht anderweitig stipulnt ist. Gerade dies mackt den Uebergang des Besitzes der Bahn an eine deutsche Gesellschaft unter den angedeuteten Bedingungen wahrscheinlich. Wie die „Schles. Ztg." meldet, ist der Befehl zur Rückbcrusung einiger deutschen Armeecorps ans Frankreich ergangen. Die Versionen über die zur Heimkehr bestimmten Aruiecroips lauten jedoch noch verschieden. Nach dcr einen soll das erste, dritte und fünfte Corps uud ein baierischcs Corps designirt sein, nach dcr an» deren befindet sich unter den rücklehrcnden Truppen auch das Gardecorps. Wie man vernimmt, sollcn an der untcrcn Elbe die FortificationS-Arb^ilen, welche während des Krieges sistirt, respective nur zu einem provisorischen Abschluß geführt warcn, in diesem Sommer wieder aufgenommen werden. In der letzten Sitzung dcs deutschen Reichstages wurde dcr Antrag, wclchcr die Cautionspflicht für Zci-tungcn und die Entziehung dcr Vcfugniß zum Prcßge-werbe aufhebt, uach einer unbedeutenden Debatte mit großer Majorität in dritter Lesung angenommen. Hierauf folgte die zweite Berathung über dcn Nachlrags-Etat pro 1871. in der Präsident Delbrück an die Grobmuth dcs Reichstages apftcllirte, auf daß cr dem kleinen ^aucnbnrg die demselben vom Reichskanzler zugedachte Entschädigung vou 8010 Thalern für den Verlust der Elbezöllc bewillige. Der Abgeordnete v. Unruh eonslalirt, daß Fülle von Personal-Union, wie sie zwischen Prcn-ßcn und ^aucnburg besteht, der preußischen Verfassung zuwider seien, dcr Reichstag könne daher dem Bestehen dieses Verhältnisses keinen Vorschub leisten. Und so geschah es, die 8910 Thaler wurdcn gestrichen, letzter Gegenstand der Tagesordnung war der Gesetzentwurf, betreffend die Prämien-Anlchcn. Die Abgeordneten Marlin und Vamey beantragten, ein Verbot aller regelmäßigen StaatSlottcricn in das Gesetz aufzunehmen. Das' Haus ging aber über diesen Antrag zur Tagesordnung über. Der „Figaro", der in Versailles wieder erscheint, plaidirt für die Wiedereinsetzung dcS Grafen Chambo r d. Das ba irifch c C ultu sm i n i st er i u m Hai auf eine Befchwcrdcfchrift des Ncclors dcs Wilhctms-Gymnasiums den die Unfehlbarkeit lehrenden Dr. Streber feiner Stelle als Religions- und Gcschichtslehrcr entsetzt. Aus Münchener cleric alcn Kreisen verlautet, daß Cardinal Amati zu einer Confercn; mit dcm Erz-bischof Gregor dort eintreffen werde, wclchcr Cunfcrcnz auch der Eizbischof von Bamberg und die Bischöfe von RegcnSburg. Passau und Eichstüdt mit dem aelchrtcn Abt Hannebcrg anwohnen sollcn. Dcr obcrsle Unterrichtörath Italiens, dssen derzeitiger Vorsitzender dcr hochdctagtc Graf Mumiani ist, dcr als Senator nnd Staaterath ohuchii, schon cin, für scin Alter stauncnSwcllhc Thätigkeit entwickelt, hat dieser Tage den Beschluß gefaßt, dcn Religionsunterricht in dcn Schelm in Wegfall kommcn zu lasse». Dcr Untcrrichtsminister Coinm. Corrcnti hält bereits einen darauf bezüglichen, vor dic Kammer zu bringenden Gesetzentwurf in Bereitschaft. Ebenso hat er in dcr Kammer einen Gesetzentwurf zur Auflassung del theologischen Faculläten an den italienischen Hochschulen eingebracht. Eine dcm König von ItaUen zugestoßene Unpäßlichkeit hat sich nach zwei Aderlässen gebessert. Prinz Alfred von England wird sich auf Wunsch des Herzogs Ernst von Kovurg-Gotha noch im ^aufe des Monats nach Gotha begeben. (Prinz Alfred Herzog von Edinburgh ist der zweite Sohn der Königin Victoria und in Folge Vcrzichlleistung des Prinzen von Wales Thronfolger im Hcrzogthum Sack-sen-Kobing-Gotha.) Am Hofe ucrlauttt. daß sich mit dcm Prinzeii Alsrco auch em bevollmächtigter Delegirier der Köüigin Victoria uud ein bevollmächtigter Delegirier dcs Königs von Preußen (Prinz Albrecht Sohn) an den herzoglichen Hof begeben werden. Es sch.int, daß dcr regierende Herzog sich ins Privatleben zurückziehen will. Derselbe soll sich dcmuächsl znr Herstellung seiner Gesundheit liüch Obcritalicu begeben. Ueber die Haltung Englands zu dieser Angelegen-hcit wird dcr „Vorstadtzcitung" aus London, 17tcu Mai, telcgraphirt: Obgleich die Ucbcrsiedlnug dcSPrin« zcn Alfred nach Gotha definitiv in Aussicht genommen ist nnd Alles auf einen nahcqcrücktcn Ucbcrgang dcS Hcrzol,N>nm5 an dcn Printen hindculct, so si^ht nnv.i in 'ija'lauieittskrciscn diese Eventualität i-nr ungern und würde cin Arrangement mit Preußen rmziehcn, nach welchem das Herzogthum nach 5cm Tode deS Herzog« Ernst an Preußen überzugehen halle. Man ist jedo,!, >« Berlin, wie cS scheint, ans F,n!!!licnv!N'l'iichlcn, diescm Arrangement abgeneigt. Im türkischen Kriegsmil isicrium wriroc eine Commission niedergesetzt, um die Eimeitcrung und Verstärkung 5er D o u a u f e st u n g e n zn berathen. Di^ Commissimi geht zu diesem Gclmsc n^liVarna, Tultscia und Silislria, In Bukarest halle man am 17. Nachrichten erhalten, wornach binnen wenigen Wochcn bei Schnmla eiu türt'sches Corps von 45—5>(),o:, ihr gestelltes Dl!rchzl,c,<,si^s»ch n, 5cm in FraF sU' hendcn concrete Fall lcincin Hintcrniß dessegneu wndc. Die amcritan ischcn Blätter und Parteien bc-fchäftigcn sich bereits mit dcr bevorstehenden ncucn P «ä/ s i d en ten wa hl. Die Demosralcn agitircn gcgcn die Wiederwahl dcs Hrn. Grant, Sic klagen über ständige Verletzung dcr constitutioncllen Rechte der Emzclstaatcn und übcr die zn kostspielige Verwaltung. Von 186l bis 1871 seien die Vcrwaltungslostcn vou 02 auf 104 Mil-lioucn gestiegen. Man glaubt, das Wahlmanifcsl der Demokraten werde die Vereinigung dieser Partei im Nol-deu und Süden zur Folge haben. Die mit der Uebcrlandpost cintrcsscndcn Zeitungen aus China bringen noch immer neue Gerüchte aus al< tsl'lM'lml. Eine S'pielpartie. Novelle. (Fortsetzung,) Waren Sie schon bei der Brücke mit dem donnernden Schall? fragte mich nun der Fremde. Es ist ein tiltäubender Ort! ... eines von den Wundern der Gegend! ... Sie haben sie vielleicht schon besucht? Nein, ich bin so eben angekommen. O! wirtlich! . .. dann warcn Sie es, dcn ich vor einigen Augenblicken aus dcm Postwagen steigen sah? Ich erkannte sie nicht sogleich. Sie reisen in den Norden, denke ich? Ja, sagte ich mit einigem Zögern, ich erwarte heut Abend Jemand mit dem ich" die Reise fortsetzen werde. Oh! das ist sehr angenehm. Ich reise in die Graffchaft Sutherland; einer meiner guten Freunde, Sir Percy Bints, hat dort ein Moor gepachtet und c^ wünscht, daß ich mit ihm jage. Mein Regiment ist in Dublin, und da ich einen Monat Urlanb habe, so habe ich seine Einladung angenommen. Sie sind ohne Zweifel auch Jäger? Ich weiß nicht wic es kam, aber in Gegenwart dieses Mannes, fühlte ich plötzlich wie meine neue Würde mir unter den Fingern entschlüpfte, und da ich sie um jeden Preis scsthaltcn wollte, so antwortete ich nach einer Sekunde dcr Uneutschlosscnheit mit der vollendet, slen Sicherheit: Oh! ja, ich bin ein großer Freund der Jagd, wenn ich zu Hause bin. Sie wohnen wahrscheinlich im Süden, fuhr er fort. Man fugt. daß die Wasfervögel heuer sehr fclteu sind; ist es in Ihrer Grafschaft auch so? Oh! bei uns gibt es deren sehr viele, antwortete ich, in dcr Hoffnung, daß er dicfen Gesprächsgegenstand aufgeben werde; denn, da ich nicht gewohnt zu lügen, so fürchtete ich, eine Dummheit zu sagen, die meinem Auschen Eintrag thun würde. Aber diese Bemerkungen nahmen eine für mich uoch gefährlichere Wendung, als cr cin Etui aus dcr Tasche seines IagdrockeS zog, zwei Cigarren herausnahm, und mir eine davon anbot. Haben Sie Tabak? Sie rauchen ohne Zweifel? Ach! ach! warum hatte ich mir dicfe männliche Gewohnheit nicht en,en gemacht und wie follte ich es wagen in seiner Gegenwart einen Versuch damit zu machen? Nicht nur würde Tnxford es sogleich entdecken, sondern was uoch schlimmer ist, ich wußte aus Erfahrung, wie übel mir das bekommen würde; vor einem Jahre hatte ich cs vcrfucht, eine halbe Cigarre, welche mir einer meiner Kameraden in Claftham gegeben hatte, zu rauchen, uud das Rc'sultat dieses Versuchs war ein qualvoller Nachmittag, dcn ich in einem Kuhstall, anf unferer großen Wiese zubrachte. Ich schlug es also aus, unter dcm Vorwand, daß ich bald zu Mittag speisen würde. Ah! daS Diner! rief er aus. wie viel Uhr ist es denn? meine Uhr ist stehen geblieben, lassen Sie mich auf die Ihrige sehen? Und er machte eine Vcwcguug, um mir die Uhr aus der Tasche zu ziehen. Es ist ctwuS übcr füuf Uhr, sagte ich, selbst auf die Uhr sehend, während cr schnell scinc Hand zurückzog. Um wic viel Uhr speisen Sie? wohl nicht vor sieben Uhr? Nun gut, da Sie nicht rauchen wollen, so können wir einen Spaziergong machen. Der Kamerad da wird heute keinen Fang mehr machen, und so können wir niä,to Besseres thun, als die berühmte Brücke ansehen. Ich tcnne dcn Weg dahin, er ist nicht sehr weit, dcr Abend ist prachtvoll und Zeit haben wir auch. Diese Worte sprechend, stand er auf. und ich. der , ich mich glücklich fühlte, nicht mchr zum Rauchen gc- > nöthigt zu werden, nahm seinen Vorschlag mit Bereitwilligkeit an. Ich hatte in meinem Reiseführer gelesen, daß ma» zur Brücke mit dem Donncrschall auf zwei verschiedenen Wegen gelange: der eine über die Hügel längs dcs rechten Ufers des Tay, der andere auf der Hauptstraße, den wir verfolglen. Mein Gefährte drang daranf, über die Hügcl ;u gehen, mit dem Vorgeben, daß der Wea angenehmer sei, während ich cs angemessener fand, auf der Hauptstraße zu bleiben, da die Nacht herannahte. Endlich willigte er in meinen Vorschlag, wenn auch mit sichtlichem Widerwillen und mit dcm Zusatz: —> Nuü wohl, wir werden auf diesem Weg hin und ans dein andern zurückgehen. Während wir unseren Spaziergang fortsetzten, hörlc seine Zunge nicht auf, mit einer außerordentlichen Geläufigkeit zu gehen, und obschon scin Geschwätz mich scl>'' amüsirte, konnte ich mich doch nicht enthalten, bei mir selbst die Bemerkung zu machen, daß cr zuweilen seU same Ausdrücke gebrauche und die Worte in einer Wc>^' ausspreche, wie ich es niemals vorher gehört hatte. Äbcl' was war nicht in jener Zeit Alles neu für mich! Ucbc^ dies hatten seine Manieren für fo uncrfahreuc AulM, wie die mciuigcn, nichts inconuenablcs; vielleicht sal) ^ etwas zu sehr einem Stallmeister ähnlich, aber w' hatte zu viel Verkehr mit den Grooms nnscrcr S<^ luugcn, nm mich darüber zn scan5alisi,en, da ich lrov meiner rasfinirten Erziehung eine cnlschicd.ne NciaM zum Sport hatte, Mein geschwätziger Freund Hal" 889 len Theilen des Landes, daß die Regierung sich auf Krieg vorbereite. Die Taku Forts werden durch neue Anlagen vcrslärlt und am Peiho wird etwa acht engli« sche Meilen von der Mündung aufwärts ein neneS Fort gebaut, wobei 500 Arbeiter beschäftigt sind. Vor dieser Slcllc anlcrn im Flusse zwei 5tricgsschiff>', von dcnen jedes acht russische 42-Pfündcr aus Bronze an Aord ^ hat, mit dcnen das neue Fort armirt werden soll. Au > ßcrdcm scheint es, daß die chinesische Negierung eine W Anzahl TolpedoS bestellt hat. D Nczierungsuorlagcn. » Wien, 17. Mai. Nach dem in der gestrigen » Sitzung des ?lbgcordnctcnhaufcs eingebrachten Gesetz-» entwürfe, bclr^'s.üd die Vclhcilinung der im Neichsrathe U vertretenen Königreiche und Länder an der Garantie » für die von der cnropäischcn Donaucommission zur Bc- > streilnng der ilicgülirnngsarbcitcn in der Sulinamnn-M dung aufzunchmcndc Anleihe im Betrage von 135.000 M Pfund Stelling, ist die Bcitragspsiicht in demselben » Vcrhälluissc normirt, in welchem die Länge der Strom- > strecke der Donau ans dem Gebiete dieser Länder zu der > Gesammtlängc der Stromstrcckc dieses Flusses auf dem M ganzen Gebiete der österreichisch - ungarischen Monarchie »steht. W Nach dcm Gesetzentwürfe in Betreff der Bcstel-» lung der znr Durchführung des Gesetzes vom 24. Mai D 1809 über die Regelung der Grundsteuer berufenen > Commissionen ist im Falle der Verweigerung der Wahl M der Mitglieder und Ersatzmänner dnrch die zur Vor-» nähme der Wahl b^rcchtiglcn Vcrtretungskörpcr, Höchst. W besteuerten oder Oemcindcvm stände die zur Ergänzung > erforderliche Anzahl von M'tglicdcrn oder Ersatzmännern M vom Finanzministcr auS der Zahl der Steuerträger zu berufen. Ihr Mandat erlischt jedoch sogleich, wenn die Wahlen nachträglich vorgenommen werden. — 17, Mai. Der zwischen Oesterreich und Ungarn obschwcbende Streit über die Einkommensteuer des Oester« rcich'schen Lloyd, in welchen, daö Neichsministerium auf Seite Uugarns steht, ob nämlich die Einkommensteuer als Neichscinkommcu von der Subvention vorweg in Abzug zu bringen sei, wie die Ungarn behaupten, oder ob sie als speciell österreichische Einnahme zu betrachten sei, wie der Ncichsrath und die österreichische Delegation behaupten, ist bllannl. Die Angelegenheit ist nun in ein solches Hladium getreten, daß nach einer dem Abgeordnetenhaus vorgelegen Denkschrift des Finanzmini-^riuins fich das Reichsfinanzministerium veranlaßt sand, ien Contocorrent der diesseitigen Ncichshälfle gegenüber der Ncichscentraitasse mit der in den Jahren 18tt8, ^W lind 1870 cingchobcncn Einkommensteuer des Ocslcrrcichischen Lloy!' im Mlraac von 421.299 fl. 66 k,. östellcichlsä'er Währung zu belasten. Wenn nun. fährt die Denlschrift fort, das l. l. Finanzministerium auch die Zurechnung dieses Betrages nicht anerkennen und die Nückuerlvchnung desselben ein» leiten würde, so wäre durch einen solchen Vorgang diese Frage doch nicht gclöSt, indem das Rcichsfinanzmini' stcrium sich gewiß nicht bestimmt finden würde, die erwähnte Bclastnng zurückzuziehen, und würde nur der Zusammenhang zwischen der StaatSrcchnung für die im Ncichsrathe vertretenen Königreiche und Länder und der Elaatsrechnung für die gemeinsamen Angelegenheiten Wort. Das l. k. Finanzministerium lseyeyTt demnach, mn die mehrerwähnte Einkommensteuer an die gemeinsamen Finanzen für die Jahre 1868 bis 1870 nachträglich abführen zu können, einen Nachlragscredit von 421.600 Gulden zu Ausgabe-Capitel 37 des Voranschlages für das Jahr 1870 und gleichzeitig die Einstellung des Betrages von 82,000 fl., um welchen diese Einkommensteuer im gemeinsamen Budget für das Jahr 1871 ver» anschlagt erscheint, als Ausgal,cpo!'l in den Voranschlag. Der Bürgerkrieg in Frankreich. Die „Times" vom 15. d. enthält folgende auf die Ereignisse von Paris bezughabende telegraphische Berichte ihrer Special-Correspondenten: Paris, 14. Mai. Gestern herrschte in der Stadt große Bewegung in Folge der verzweifelten Versuche, die gemacht wurden, die widerspenstigen Bürger in die Marschbataillone einzutheilen. Den ganzen Tag durchzogen die „pressenden" Patrouillen die Straßen, und viele Männer zwischen 1l> und 40 Jahren wurden, man sagt zeitweilig, in der Kirche Nolreoame oc Lorette eingesperrt. Im Hotel de Ville wurde anläßlich der angeblichen Entdeckung eines rcactionüren Complots eine außcrordeut-lichc Sitzung gehalten, 47 Gendarmen wurden, dem ..Mot d'Ordrc" zufolge, in der Marine-Kaserne als Na-tionalgardcn verkleidet aufgefunden; dieselben hatten auch eine große Menge lricolorc Armschleifcn vorbereitet. Herr Bcllciy, der „Vater der Eommune" genannt, ist zurückgetreten, weil er die Confiscation deS Vermögens Thiers' nicht gutheißt. Die neuen Batterien auf dem Montmartre eröffneten gestern Abends daS Feuer, stellten es aber heute Morgens wieder ein. Das 46. Bataillon, Montrouge, wurde gestern Abends zwei Stuuden früher, als hiezu die Zeit war, abgelöst, da die Leute desselben die Absicht aussprachen, die Thore zu öffnen. Dieses Bataillon besteht zum größten Theile aus Ladenbesihern. Das neue Bataillon, genannt die „Vsu^em-g äu I'ero Duonöun", wurde im Luxembourg'Gartcn eingeschlossen uud alle Zugänge desselben bewacht. Dasselbe hatte sich geweigert, außer die Stadt zu marschiren. Im Quartier Val-de-Griue haben sich Schwierigkeiten ergeben, da zu große Taxen vom Fleische erhoben wurden. Die Versailler Kanonenboote bei der Brücke von Asniörcs zwangen die födcrirlen Truppen, einige hundert Ellen gegen die Stadtmauern zurückzugehen. Felix Pyat macht öffentlich bekannt, daß. seiner Ansicht nach, der Sturz der Commune unmittelbar be» vorstehend sei. Auf der Plattform des Arc de Triomphe wurden Mörser postirt. Versailles, Sonntag NachlS. Die Gesetzung des Convents des Oiseaux. welche durch die Truppen Freitag Abends erfolgte, ist von großer Bedeutung, Bis dasselbe nicht genommen war, war die Garnison von Issy fortsyährcuden Ueberraschungcn von Seite der Insurgenten ausgesetzt. Der Convent liegt zwischen dem Fort VanveS und der Enceinte. Die Insurgenten haben die Oerllichleit durch Crenelirung der Parlmauern in eine Art Citadelle umgewandelt und 7- und 24-Pfündcr dorl aufgeführt. Außerdem wurde der Convent durch Tran-chcen mit dem Fort Vanvcö verbunden. Die Truppen nahmen auch das Lyceum vyn Vanvcs. Favoris und einen dichten, schwarzen Schnurbart, was damals nicht gebräuchlich war, wie heutzutage; aber er hatte sein Regiment erwähnt, und da ich wußte, daß k>u Osficicr das Recht habe, Bärte zu tragen, wenn es ll)M gefiel, so suhlte ich mich sehr stolz, Seite an Seite 'uil einem Repläscnlantcn unserer Armee zu gehen. Er war von mittlerem Wnchsc und breiten Schultern, hatte ein nicht nnschönes Gesicht, sehr lebhafte schwarze Augen Und eine lcichlgcbogcnc Nase. Wie ich bereits gesagt hade, war sein Costiim sehr bunt; er trug sehr viel Schmuck und seine großen rothen Hä.ide waren mit Nla'nMdcn Ringen bedcckt. Armer Einfaltspinsel, der ich !°ar! in ihm einen Osficicr zu sehen, wahrhaftig! Wenn ^1 ih„ »Nit etwas weniger jugendlichen Augcn hätte an-s^en tonnen, so hätte ich >hn eher für Alles in der ^clt gchllllci,, als mir einzubilden, daß das ein Gcutlc-'"an wäre. wie es die wohlerzogenen Officiere der ^lüice ihrer Majestät sind. Indem wir so sprachen, hatten wir eine Biegung ^' Straße erreicht, die uns in den Schatten der bcnach-l'"Ucn Hügel bruchlc. Es war ein trauriger und einsa^ !!'" Ort, besonders iu der blassen Beleuchtung cincö vcrbstllvcnds. ... Es ist hier ein merkwürdiges Echo. sagte mein Gc-'"li'tc, plötzlich stehen bleibend. Und die zwei ersten ssm-^' s"ner Ncmd in den Mund steckend, ließ er einen 'chr.llcn Pfssf ertönen, der während einer oder zwei Se-"'"dcn schwach wiederholt wnrdc. . ,. Das war, ich mnß es gestehen, schr gcmem, da 'H aber nichts verbergen will. so muß ich hlcr sagen, I, ° 'ch schon seit lange dieses Kunststück, von dem ,ch e> Meiner Beobachtung der Drrbyrcnnen so manches .', ^'"Nc gewesen, zu lernen wünschte, und so bcobach. "" 'ch d<„ Künstler mit aufrichtiger Bewunderung. Er wiederholte feinen Pfiff dreimal nach einander, und beim letzten fchicn es mir, daß das Echo einen stärkern, wenig nutürlicheu und nicht rechtzeitigen Ton zurückgab. Sehr gut, nicht wahr? sagte mein Unbekannter, sich Plötzlich wieder in Marsch setzend. Man sah Niemand an diesem einsamen Orte. Mit Ausnahme einiger Bauern aus der Umgebung von Dun-leld, die von ihrer Arbeit heimkehrten, waren wir nur einem alten Herrn begegnet, der eine weiße Halsbinde, einen Hut unt breiter Kicmpe uud eine Brille trug, und das Aussehen eineö Pastors hatte. Er las ruhig am Ufer des Flusses und schien unS nicht zu bemerken, als wir an ihm vorübcrlamcn. Endlich erreichten wir die berühmte Brücke, die mir den Eindruck eines guten Angelplatzes machte, nichts weiter, denn ich war zu sehr durch das amüsante Geplauder meines Gefährten gefes-sclt, um mich um etwas anderes zu lümmern. Der Rückweg führte einen neuen Streit herbei, da aber alle meine inneren Empfindungen mir daS Herannahen den DinerS anzeigten, so bestand ich sehr lebhaft darauf, des nämlichen Weg znrückzugehcn und nach manchen Einwendungen gab mein Gefährte endlich nach, obschon mit sichtlichem Widerwillen. Seine gute Laune hatte sich darüber etwas getrübt, aber sie lehrte bald wieder zurück, und einige Minntcn später plauderte er so heiter wie vorher In dem Augenblick, als wir an die Krümmung der Straße lamen, wo sich daS Echo befand, sah ich einen Mann mit Hilfe einiger großer Steine über den Fluß fetzen; aber eine vorragende Fclsfpitzc entzog ihn fast unverzüglich meinen Augen und ich dachte nicht mehr an diesen leichten Zwischenfall, der jedoch eine Be-bentuug halle, die ich später erst begriff. lFortlchlmg sulgl) Im BoiS dc Boulogne wird eine Vreschdatterle errichtet. Die Approchen wurden ohne Schwierigkeit erbaut, da von den gegenüberliegenden Wällen nicht gefeuert wurde. Die Truppen haben das Dorf Vanves, Haus nach Haus, wieder erobert und hicbei zwölf Geschütze erbeutet und einige Gefangene gemacht. Die unter der Brücke von Point-de-Iour gestandenen Kanonenboote wurden durch Batterien, ^ic auf der Insel St. Germain nächst Billancourt postirt waren, außer Gefecht gesetzt. Das 113. Regiment und Matro sen haben die Häuser an jenem militärisch wichtigen Punkte besetzt, wo die Straßen zwischen den Forts von Vanves und Montrouge sich treffen. Die Folge hicvon ist, daß die Verbindung zwischen den beiden Forts abgeschnitten ist. Der Valerien feuerte heute gegen Clichy, gegen den Bahnhof von St. Ouen und gegen den Point-du»Iour. Die Batterien deS Montretont wirkten cbcnfo heftig wie sonst und auch das Feuer von Brimborion und Brclcuil wurde nicht unterbrochen. Die einzige Antwort, welche die Insurgenten hierauf gaben, waren einzelne Schüsse, welche von einer in einer Bastion zwischen Vaugi^nd und Monlrouge befindlichen Kanone lamen. Zu Äsim-rcS verursachen die gepanzerten Eiscnbahnwaggons dmch ihr Feuer den Truppen großen Schaden. Heute Morgens wurde nnter Vorsitz Thiers' ein Kricgorath abgehalten. Marschall Mac Mahon, Oc-n. ral Vinoy und die Chefs von deren Stäben, sowie der Artillerie- und Gcnicgcncral waren anwesend. DaS Fort VanoeS wurde diesen Morgen um N Uhr genommen und um halb 1 Uhr Nachmittags von den Truppeu besetzt. Die Insurgenten hatten es geräumt, was jedoch die hiesigen militärischen Autoritäten durchaus nicht überraschte. Gesteru Abends wurde nämlich nächst Clamart ein Nationalgardist arrctirt, der ein Schreiben des Fortscommandantcn an den General Dom-browsli bei sich hatte, worin Ersterer diesem berichte!»', daß die Garnison rcvoltirl hatte, daß man ihn erschn-ßen wollte und daß die Officiere nnd Soldaten gedroht haben, durch den unterirdischen Gang nach Paris zu entfliehen. Der Commandant bat in Folge dessen um Verstürtungen._______ Locales. Für die Schule. Der in Marburg erfcheinenoe „Slov. Narod" bringt eine höchst beachtenswerthe Correspondenz aus Krai n 12tcn Mai, in welcher es heißt: Die lrainischeu Lehrer hat das Verbot des oberkrainer Taburs (der auf PsinAen dci der Nudolfbahustation ifeeö beabsichtigt war) nicht so sehr betrübt als andere. Und warum? Der Puutt 3 des Programms gibt darüber Aufschluß. Es sollte liber die „glaubenslosen Schulen" discutirt werden. Es war also damit eine Agitation gegen die jetzige Schuleinrichtuugen beabsichtigt. Wir fragen, ist das angemessen für unser einfaches slovenisches Voll, für unsern unwissenden Vaucr? Unser Bauernvolt ist noch nicht so verständig, daß es die Verhandlungen über glaubensloses Schulwesen ausfassen kann. Unsere einfachen slovenischen Bauern, welche die Reden auf den Tabors anhören, haben noch nicht genug Ueberzeugung von dem Nutzen der Schule, fie haben noch leine Freude, leine Liebe zur Schule. Die Schule war unseren Leuten noch nie nach ihrem Sinne, weder unter der früheren kirchlichen, uoch unter der jetzigen Äeichsoberaussicht. Und doch lann das Voll nur in den Schulen sich bilden, doch ist nur die Volksschule das einzige wahre Mittel, dem Volle zu höherer geistiger Bildung uud materieller Wohlfahrt zu verhelfen. Bei uns und überall ist es daher angezeigt, dem Bauer die Schule anzuempfehlen, damit er feine Kinder gern in die Schule fchicke, damit er für ihre Ausbildung forge, damit er den Lehrer ordentlich zahle, als den Wohlthäter seiner Kinder. Hat man beabsichtigt, auf dem oderkramer Tabor in diesem Sinne zu sprechen? Schwerlich. Es scheiut mir, daß mcm das jetzige Schulwesen in dem parteiischen Geschmacke deS , Vaterland", „Vollsfreund" und ähulicher Blätter bespreche» wollte. Man wollte vielleicht sagen.- In den jetzigen Schulen wird die Iugeud nicht im Glauben, in der Christeulehre unterrichtet, nicht im Geiste deS Christcuthums erzogen, nicht zum Gottesdienste in die Kirche geführt u. dgl. Nur weltliche Sachen von Thieren, Affen u. dgl. werden den Kindern vorgetragen, fo schreiben jene Blätter. Ich frage aber, laun man das auf das slovenische Volksschulwesen in Krain anwenden? Geht es bei unS in Folge der neuen Schulgesetze wirtlich so zu? Wer die Verhältnisse in Krain lenut, weiß, daß bci uns in allen Schulen, wo die Geistlichen uoch einige Liede zur Schule und zur Schuljugend haben, ebenso fleißig im heiligen Glauben unterrichtet wird, wie früher. Jetzt, wie früher, gehen die Schüler zur heiligen Messe. Warum also etwas tadeln, was keinen Tadel verdient? Warum die Schule schmähen, statt sie zu empfehlen? Das heißt den Schade» begehren! Jenen, die beabsichtigt haben, gegen das Schulwesen zu sprechen, rathe ich, lieber dahin zu arbeiten, daß bald der lrainische Landtag einberufen werde, und daß bald das Gesetz zu Staude tommc, welches die Gememden verpflichten wird, Schulen zu bauen, die Kinder in dieselben zu schicken, den Lehrer so zu bezahlen, daß er anständig wird lebe« und der Gemeinde mehr nützen tonnen. Das thut fur uns noth, nicht aber glau 840 benslose Schulen auf dem flovenische« Bode u zu suchen, ivo es deren nicht gibt. Glaubenslos werden sie nur dann sein, wenn die Geistlichen in der Schule nicht flir den UiUerricht im christlichen Glauben und für die gottesdien st lichen Verrichtungen werden sorgen wollen. Die MonatsvcrsammlunH des Vtusealvereins vom >7. Vtai war sehr gut besucht lind gestaltete sich bei der Mannigfaltigkeit der zur Sprache gekommenen Gegenstände zu einem sehr anre genden wisseuschaftlichen Ideenaustausche. Da6 Brrrill^mitglicd Gärtner Julius Dörr wies rine schöne Collection von Aroideen, welche im Schmidt'schtN Garten cultivirt werden, vor. Besonders interessant ist daS in vollster Blüthe stehende ^,1-um «riuituln 1^, von den balkarischen Inseln, seine duutclrothcn, mit fadenförmigen Auswüchsen versehene»! Blüthen-tolben entwickeln einen Geruch nach faulem Fleisch, daher auch die Pflanze von Fliegen stets umschwärmt wird, letztere setzen ihre Eier in die Blnthenschcidc ab, nud bald nach der Blüthen-entfaltnua. findet man die Innenfläche der Blnmcnscknde von lleinen Maden bevöllrrt. Sehr wichtig als Nahrnngspflanze ist die ebenfalls in diese Familie gehörige Pfeilwurzel ((!nll>(.-a8ill, mH(,'n>l'In/k), sie wird wegen des reichen Ztartemehlgehaltes ihrer Wurzeln zur Gewinnung des Tarros, eines der Hanptnahrnngs mitte! anf den oceanischen Inseln, cultivirt. Durch ausgezeichnete (ircmplaie vertreten waren in der vorgewiesenen Sammlung die tropischen Aroidcen, deren prächtige Blattgcbilde wegen des bnn ten Wechsels und der reizenden Ücbergänge der Blaufärbung von der modernen Knnstgartiierei mit großer Vorliebe cullivirt werden. Hierauf wurden vom Bergrath Trinker drei in einem Vrannlohlenstnck von Trifail eingebettete Backenzähne eines Dick^ häntcrs vorgezeigt, welche vom Herrn Oberingenieur Pribil dem Mnseum übergeben und durch gefällige Vermittlung der Direction der l. t,' geologischen Älcichsanstatt als dem ^.nclli-tl>l!l'iu»n H,ui'0>i»,iilm«o angehörig bestimmt wurden. Zur besseren Versimilichung dieses >uit dem Tapier verwandten Thieres wurden Abbildungen aus Bronns I^U>u<>ll ^^o^nu^tm», und Qnenstcdt's Petrefactenkunde vorgewiesen, nnd nachdem der Vortragende diesen neuen ssund von Anchiwcriumzähncn noch mit einem ebenfalls dem ^'andesmuseum vor nicht langer Zeit aus Mottnig zugrgange-genen Unterliefer von ?n,Ia«0t1ll!i'iuiu (wahrscheinlich 1'. miuus) verglichen nnd auf die Verschiedenheit des Zahnbanrs dieser zwei ansgestorbencn, erst iu nenerer Zeit getrennten Gattungen der Nasiita (lnrzrüssclige Dickhäuter) aufmerksam gemacht l,atte, er wähnte er schließlich noch anerkennend, deö Verdienstes des Gc bers, wodurch die Pctrefactensainmlnug des hiesigen Museums eine so werthvollc Bereicherung erhalten hat. Rralschulprofcssor Ritter 'v Prrgcr, am Erscheinen in der Veisammlnng verhindert, ließ bekanntgeben, daß ihm erst vor Kurzem die wichtige Entdeckung gclnugln sei, bei dem Ver< brennen einer jeden Kerze eine sehr reiche Ozoncntwicklung nachzuweisen, zugleich lud derselbe die Freunde der Naturwissenschaften ein, am Freitag Abends im chemischen Ladoratorium ihn zu besuchen, wo er den Nachweis dieser Erscheinnng wiederholen wolle. Hierauf verlas der Mnsealcnstos ein Schreiben des eorre spondireuden Vereinömitglicdcs Theodor Elzc, derzeit proUstan-tischer Pfarrer in Vmedig. Der von seinen früheren historischen Arbeiten über Krain bekannte eifrige Forscher auf dem Gebiete der vaterländischen Geschichte theilt mit, daß er sein reiches, in Krain nnd in Denlschland gesammeltes Materiale über krainische Znställde znr Neformationszeii« zu einer druckferligen größeren Abhands'iug über die krainischc Literatur des 16. Jahrhunderts, bearbeitet habe. Der Verfasser trägt die erste, 20« Drnckseiten starke Hälfte dieser Arbeit dein Muscalvereine als Beitrag für ^ das Vercinsheft an. Der Inhalt ist ein sehr reichhaltiger. er! beschränkt sich nicl't blos auf ein Verzeichniß der damals crschie- ^ nenen sluuenischen und deutschen Druckwerke, sondern enthält anch eine Fülle von biographischen und cnlturhistorischen Notizen aus jeuer Epoche. Die Versammlnng spricht dem verehrten Mitglicde für sein uneigennütziges Anerbieten den verbindlichsten Dank aus, > und wird der' Secretär von ihr beauftragt, die weiteren Einlei, tungcn wegen Uebertommnng des Manuskrlptcs nnd dessen Druck-legung zu besorgen, (Forlschnug folgt.) — (Im Vad Krapina-Töplitz) sind seit 26. März bis 7. Mai 59 Curgäste eingetroffen. Wir machen hierdurch anf die im heutigen Vlalte flehende Annonce der Herreu H, ^tcindecker 6» 6o. in Hamburst besoudrrö aufmerksam. <2ö handelt sich hier nm Origiual-^osc zu! einer su reichlich inil Hnupt-Gcwiüncn ausgestatteten Verlosung, ^ daß sich anch in nusercr W^gcud eiuc sehr lcbhafle Bclheiliguug lnnani .Höchst beachtenowerth > ^ fllr alle, Dicjciiigm, »vclche gcncigt si»d, ans eine solide lind ^ Elfolg versprechende Weise dem Glücke die Hand zu dielen, > ist die im heutige» Blatte erschienene Anuuucc des Hauses > > Wl«tTe»«l««« r «b t«. iu «I«»,>,«r^. > > Das Hauö 2. Tack^ K< (^li. i» .<>a,nl'ttlss wird > > uuS wcgcu promplcr uud aufluerlsaincr Bedienung seiuer > > Intercsscnteu so augclcgcuüich cml's^hlcii, das; wir nicht > > uml!in tomieu, anf die iu, hl'nlilieu Blallc btfiudlichc Au- l> > uoncc dcl^selbeu gauz besonders hülziiwcisen, W Nlncstc Post. (Oriniual-Telettramme dcr „Laibackel Zeitung.") 2V i e u, Rtt. ?)tai. Das Herrenhaus »ahm heute die Delegation^wahlen vor. Dem „Pester Lluyd" zufolge demission«» te der Minister FcsteticS und wird durch Vela Menkheim ersetzt. Frankfurt, >U. Mai. Viomarcl trifft morgen hier mit ssavre uud Quertirr behufs Austausches der Friedeus Natificativu zusammen. Paris, >tt Mai. Die Commune behauptet, einige militärische Erfolge errungen zu haben. W icl,, t9. Mai. (Ncichsrathssitzulig.) Nacl,dcm ei» von Kiwll und Genossen geslcllter Antrag auf Bcr-taglma. der Dclcgationin wild aus Preßl'l, ry, l«. Mai. berichte! : Fanatisntc Einwohncr ooil Blumenlhal slüliu ten die Kallwlikcnvcl'sammllina,, wclchc einderuscl, worden war, zur Berathung dcr vom Redacteur Pfcisstr verfaßten Adresse au DöUingcr und ciuci» Prolcslci< gcqeu den Katholilelicongreß. Blutige Kämpfc saudcn slalt. Oer Stadlhauplmanu und die Comil^mitglicder wurdcn iusultirt. Ein ultramoulancr Ylgcnt hctztc auf d.r Gasse die Menge auf. Abends werdcu Ul>rul)cn dcfüi^chtcl. Das Wiener Cabinet hat — wie dcu, „P. ^." geschrieben wird — zu dcr neuesten Differenz zwischen der Pforte und dcm Vicelöl'ia. vou Egypte»,, vorerst freilich nur ganz im Allgcmcl'ucn, abcl doch slhr bcslimmt Stellung genommen mit d^r Erklärung, daß cö weder die LoSlösuug EgYftlcnS von der Suzeränitüt dcr Pforte, lwch die Hcraddiückung Eayptcus zu ciucr einfachen lürllscheli Prol)iuz zugebe» werde. Im Coulext der diesfalls „ach Constautinopcl gerichtete» Aeußerung soll üv^rdieö die Veuicrlung eiueu Platz gefundcil haben, daß die Pforte iu neuerer Zeit ihren Dcpcudcuzen gca.cu-übcr eine cher aggressive als defensive Haltung annehmen zu wollen scheine. Versailles, 18. Mai. Die Nulional-Versamm-lung nahm einstimmig die Ratification des FrkdcnS-ucrtragcs vor und beantragte mit 440 gegen 98 Stimmen den Gcbietsaustausch an der luxcmburgcr Grenze gegen den Umkreis VelsortS, nachdem Thiers und mehrere Generale die strategifche Wichtigkeit dieses Austausches hervorgehoben hatteu. London, 18. Mai. Die Lombard Telegraphic Company gibt folgendes Parifer Telegramm aus: Die Vertreter der auswärtigen Mächte baten Preußen, ihre Landsleute zu schützen. Preußen fcudcte eine Botschaft nach Vcrfaillcs, daß, wenn die Commune binnen vier Tagen nicht besiegt ist. die Preußen iu Paris emmar« schiren werden. Preußen zwang bereilS die Föderirlen, das Fort Binccnncs zu räumen. Telegraphischer Wechselrour« omu 19. Mai. 5perc. MewNiauce 5)!'.^l0. — 5perc M.lalliques mit Mai-und Novcn'ber-Ziuscu 59 M — k>perc, Vtatioual-Aulehcn 0t? 85. - l8«0rr Slaals-Aulchen !^?.20. - Banlacüeu 7U3. — Erebil-Acticn ^79.40. - Lnndou t!i5). Silber I22,l!() - K. l, Miinz-Ducateu 5.95'/,. — 3la,>c,lcl,ud'or 9.9ci. Handel und Volkswirt!)schaslliches. Wochenausweis der Nationalbank. Der gestern aus>,esselieuc Wochenau^weiö dcr Vant l'i';iffcrt deu Vaukiioten' mnlauf init 284.5^9.860 fl., dein die sollenden Poften als Vc-dectnug ci^eiulbcrsicheu: Der Mclallschatz i i8.:N2.298fl. iu Metall Filiale Wechsel 29.^8139? fl.. Staatsuoleu. welche dcr Baut gehören, 4,112 8«;? fl., Escomplc 95,3!;3.098 fl.. Dcnlchen 3L,') fl , ciun,elästc Cllnpenc« uon Oriiudeutlastuu^<<:Ol>li^ ciatiaus» 1,881.814 sl,, eiugclostc und l!u,se!,!»lisc,c. Arbeitn', nl! 54 Iahrc. i», Civilspital an, Bicmdc. ^^lrdud Maidic, Inwohnerin, all 50 Iahrc, in drr St, Pcttrövorsmdt Nr. 148 an bereun- Dc» 14. Mai. Dcr Frau Thensi, Mlakcr, t. t. Tc lrgraphi'iideainleuiiwitwe, ihr Kind At^If, aü 11 M^uate, in dn' iilip»;ine>ln,rslcidl Nr. 14 an dcr ^iiii^ül'ü^mibiiüa,. Dein Hcllil Iuhlmi! Rrpit, Maschiusilhier, sni: Kind Johann, alt 2 Monate und 10 Tage, iu dcr St Pttci5vmsludt, Nr. !,5 an Fraiscü. — Josef Icnnar, Hirt, alt 5'> I^ic, i»i Cmilspiwl, in Folge zufällig erlittencr Vnlctzungci, Oce>lg Armic, Inwol,-»cr. alt 52 Jahre, im Cilnlspitnl,' a» dcr Aiii'^ehrung. — Ursula Plcslo, Magd, alt 21 Jahre, uu (5ir'i!spitnl , Mai. Georg Oberdauscr, Iwaugliug. al! 1!> Jahre, im Zwangsarbeitsliause Nr, 4? an dcr Därml'ul'ercuk'se. — Franz Nießl, Zwänglina,, alt 52 Ialne, im ZwmiaMoeil^ hause Nr. 47 an der allgemeinen ^utlräflniig. Den l?. Mai Dem Herrn Adi'lf Iat^-, Vmmter bei der BaunlUernehmuna. dcr Kronprinz Hludolfodahn. sein ilind Adelaide, alt 1'/, Jahre, in der Polanavorstadt Nr. 35, und del» Herrn 57tlo Schack, evaligrlischem Pfarrer, sein Kind Friedrick Wilhelm 57lto, alt l! Monate nnd 13 Tage, in der Kapuziner-Vorstadt Nr. 88, beide an der Lungenlähmimg. - Franz Haliic, Hntmachergeselle, alt 0« Jahre, in der Stadt Nr. Il9, an der , Ciitlräftnug. - Dem Herrn Peter Strrll, Victnalirnhänder, sein ' Kind männlichen Geschlechtes, alt ^ Stunden, notlMtanft. in ^ der Stadt Nr. 22«! an ^edenssckwa'che i» Fol^e der Fchl^elxnt, .», ^""^ ^user, Arbeiter, alt 50 Jahr,', im Cioilspiml an d.-r Wassersucht. ^ / < 2l«stclommeno ssre,,,de. A IN 18 Mai. >?>«'<«>»<. Die Herren: Dr. Meicr, i,'ack. -" Singer, Kauf»', Graz. — Lcmbergcr, Pest. ^ Schulter, Kanfin., KropP. -^. Baccarich, Trieft. — Brod, Trieft. — Noner, Lautier, Schnl" ^ Froii, Graz. — Lestovic, Postmeister, Idria. — Cabito' Wertmeistcr, Idria. .»!»t»«lt HH'l«,,. Die Herren - Ritter v. Goßlet, Hrastnig. ^ Naglic, Kaufm., Lack. — Muller, Kaufm,, Trieft. — Komelj, l. t. Oberlicutenant, Klagcufurt, — Mauer, Afch. — Mlill' ner, Nndolfsbahnbeauite, Wien. »»^»»'»M«»»,»'»' »«»>'. Herr Wiutcrnitz, Wien. .2 « ^ ^! k: ". A. 3 ° " « 77Z L ^ ^Ü. Mg."326.8«^'7^2 wmdsiill^ Ncäeil ^ 19. 2 „ N. 327.4? ,-i-N.5 NO. schwach thcilw. bew. """ 10 „ Ab. ^ 328.3z. ! ^. 7.« windstill f, gauz bew. ^' Porinillag^ trnbe, Nachmittag« Nushcilcrnug. Abends wech-feludc Bewölkung. Sternenhelle Nacht. Nrijgefahr. DaS Tage^ Mittel der Wärme ^ 8 8", um 3 0" nntcr dcm Normale. Verantwortlicher Redacteur: Igua, v. K l e i n m a u r. 'H^^l »^l.«»»»^! Wie», 17. Mai. Dir heutige Vürsc war eine dcr rcanngblosesteu feit längerer Zeit. Nicht nur die Summe der Umsätze war gcriug, auch die Acniallonen dcS Curses lilic-Vil^illllllllstl. brn ganz unbedentelld und zwar smvohl im Laufe dcö Gcschästcö, als auch im Vergleich zu den gestrigen Notiruuge». 4. Allstemeine Staatsschuld. i?ilr 100 fl. Geld P)ll!irs Einheitliche Staatsschuld z>: 5 pilt.: uNottu verzinst. Mai-November 5940 59.50 . ., „ Fcbruar-August 59,30 59.40 „ Silber „ Iäuucr-Iuli . «905 t>9.15 „ ,. „ Aprll-Oclober. «8.90 U9.-^.,sf d,1.1839..... 295.-29«.— „ „ 1854 (4«/,) z» 250 s>.. 91.- 92. .. „ I860 zn 500 fl. . . 97.50 97.70 „ l8«0 zn 100 si. . . 109 75 110.25 '„ „ ,8li4 zu 100 fl. . 125,50 125,75 '/laats-Domänen Pfandbriefe zu 120 st. ü.M. «>l Silber . .128.50 —.— «. Grunde»«lastullaach,ieu....., 5„ 74 80 75,10 N,eder-Oeflerreich. . „ 5 ,, 97.25 97.7n Ober.Oesterreich . . „5 « A.- 9475 Hiebenbilrgell ... « 5 « 75 25 75.50 Stt'.crlNlil'' ... „ 5 » 93^- .»4 llngaru .... „5„ 7970 79.90 t?. Andere öffentliche Aulehen. Huuauregulirnugt'lc'sr zu 5p0 Voden-Creditllnstall .... 259, - <Ä^.K Waare ^rau'.'Iosevda-Vaün . . , .202-202 50 iLembtrg-Czerll.lIllssyer-Vahn . 173.75 174 — Anhd, österr......., 395.— 397. - Oesterr. Nordwcslbahn . , .21150 212.— RudolfS-Vcchn...... 163,50 164,— Siebeubilrger Behn .... —.— —.— Sllllllöbahu....... 421 50 422.5)0 Süddühn . ...... 176.80 177 — Slld-nordd Verbind. Nahn , . 178.— 178,50 Theiß-Bahn , ..... 245.— 246.- Ungarische Nordostbahn . . . 162.50 163. ^ Ungarische Oflbahu .... 84,50 84.75 Tramway........ 2l6.— 216.50 M'. Pfandbriefe (silr 100 sl.) AUg. üst, Vodm-. 105,- 105,25 Qist^'. Nord^t!l!,ai»u . . 96 2» 96.50 Geld Waare Siebend. Bahn w Silber verz. . 88 90 89.!^ Staatsb, G.37, »500Fr, „I,Em. 139,25 139.50 Sildb. G, 3"/, -. 500 Frc. pr. Stiicl 110 50 111^ Si!db.-O. « 200 st. z. 5"„ filr 100 st. 89.40 89.60 Gl!db.-BonS 6"/.. (1870 74) !> 500 Frcs pr. Stück , . , 241.— 242,-^ llug. Ostbllhn fi!r 100 st, . . 84.60 84 lB «l. Privatlose (per Slilck.) Creditllustllll f. Handel «. Gew. Geld Waa^ zn 100 st. ö,W......16450 165> Nudolf-St'ftulig zn 10 st. . . 15. 1^^ Wechsel (3 Mnu) Geld Wc>°'k ! Augsburg für 100 st Mdd.W, 103 90 1«4.^ Franlsnrt a.M.100 st. dctlo 104.10 I^.A Hamburg, silr 100 Mart Banco 91 80 91 ^ London, für 10 Pfnud Sterling 125.— l25.1" Pari«, für 100 Franc« . . . —.— -^-'' Cours der Oeldsorte» Gelb W°°",., «. Milnz-Ducatr, . 5 st. 91 ^r,. 5