MARBIIRGERZEITUNG AMTLICHES ORGAN OES STEIRISCHEN HEIMATBUNDES M Ä'C.,.ir«.rrs"S..'^ ii« o=Ä; lilr mon»lllch RM 2,10 Wnschl ig.fl Rp. toffzeltung,gebühr) und 3») Rpl Zurtell- ^ (jebühr. BinielnuniQPni werdaD our aegao VoKtosendung d«i Einielpr«iet und der Portosuilatjen inqft*«ndf>t ;.cS, "rü^kg^and. ;;«Tirchen b^ur.g:r7o...Ä^^^ wre^sr ^4^8" SJ f'i 'Au";crZTp'o.'•LÄ"«R^l|^?rlL'"^ ''r' de! G=t."elU G..ch.ft...eU« CUM M.rktpUl. Nr ,3. P.rnru, N, 7%nd In P.ul Un,,r.or,„.. Nr 2, Pem^. N. .5 TJr ^r''.1 ^ j^nJTS — 84, Jahrigang Marburg-Drau,'Montag, 26. Juni 1944__Einzelpreis 10 Rp! Die Wirkung der „V Eins" »Explosionskraft enorm — Militärische Bedeutung eingestanden Die geschickteste Tarnung aller Zeiten" 0 Berlin, 25. Juni Die schweizerische Presse verzeichnet weiterhin in Berichten au» London die Wirkung der neuen deutschen Waffe V I (Vergeltungswaffe eins). Sie veröffentlicht Londoner Pressestimmen und zitiert »Daily Telegraph«, der nüchtern zugeben mußte: »In London und in ganz Südengland sind Aufräumungsarbeiten im Gange. Eine der deutschen Bomben ist auf eine lange GebAudereihe gefallen, die voll* »tändig *er«tört wurde. DÄcher wurden abgerissen und auf andere Gebäude geworfen. Sogar in den benachbarten Straßen sind große Schäden entstanden. Noch In weiter Entfernung wurde ein großes Gebäude vollständig weggerissen.« •Daily Mall* stellt fest, daß die Ungewißheit und da« Unbekannte der neuen Waffe die Engländer am metfiten in Unruhe versetze. Manche hätten echon zum zweiten Male seit einer Woche durch Einwirkung des neuen Sprengkörpers ihr» Wohnungen verloren. Viele lebten nur noch in ihren Luftschutzkellern oder flüchteten, wenn sie das neue Geschoß anbrausen hören, in ihre Splittergräben Unter diesen Umständen verlangt »News Chronicle« Änderungen in den Methoden der zivilen Verteidigung. Der Minister für die Sicherheit in England, Morrison hielt e« trotz dieser, wenn auch abgeschwächten, «o doch Immerhin deutlichen Angaben der englischen Presse über die Wirkung der »V 1« dennoch für notwendig, Im Unterhaus den Schaden zu verkleinern, Er gab rwar zu, daß Menschenverluste und Schäden seien, behauptet aber, der Schaden wäre nur von »geringer nationaler Bedeutung« Er beatritt. d«R durrh die »VI« die Moral des englischen Volke« sinken könne und setzte »Ich dabei In Genensatr ru dem ■ MnrlnemlnlstPT Alexander, der laut »Daily Telecrnnh« In einfr Versammlung erklärte England stohe vor schweren 7eifpn Mit dem Einsatz der »VI« habe die neuartige und tödlichste Angriffsform begonnen. Einigen Engländern ist es bereits aufgegangen, daß sie diese neuen harten deutschen Angriffe sich selbst zu verdanken haben, da, Wie die Wochenzeitschrift »Church Times« wörtlich schreibt: »Die Briten es waren, die mit den entsetzlichen Folgen für die Gesundheit der europäischen Völker Europa außhungern wollten und durch Bomben zu zerstören suchten, Wenn wir' aber beten, daß die Vorsehung unseren Waffen den Sieg schenken solle, dann denken wir nie daran, wie unwürdig wir dessen sind.« AI« eine der schweren Auswirkungen der verschärften deutschen Luftangriffe auf London und Südengland nennt »Fi-nanceal News« die Gefährdung der Finanzlage Der innere Banknotenumlauf sei bedenklich angestiegen, da viele Engländer jetzt große Geldbeträge mit sich tragen würden. Aus Angst durch Zerstörung würden sie zunächst kein Geld abheben können. Bs sei an der Zeit, daß die zuständigen Behörden diesem Unwesert entgegenwirkten. Nach »Fi-nanceal News« sei eine weitere unvermeidliche Folge der deutschen Bombar-dementf auch eine Erhöhung der Verpflichtungen, die die englische Rerfie-rung auf Grund des Kriegssrhadenqespt-ze<5 den einzelnen gegenüber einzugehen habe, Es würde sich um beträchtliche Summen handeln. Au« diesen Erklärungen kann man erkennen, wie bedeutend die Auswirkungen der anhaltenden dnut-sehen Bombardements von Banken sein müssen. Der Einsatz der deutscher »geftfiqelten Bomben« gegen England war am Freitag anscheinend so stark, daß der Oberbefehlshaber de« brlflsrhen I.uftverteidi-nungsdienstes, Sir Roderirh Chili, am Freitag selbst mit einer Spitfire Aufstieg, um sich an den Abwehrpatrouillen zu beteiligen WiederuT*» waren nnrh einer amtlichen Rekanntmarh'inq »Opfei und Schaden zu beklagen«. Starke .laqdpa-troiiil'en wurden aufrerbterbaUen »Fs ist lächerlich«, so gesfrhi der T,nft-waffenkorrespondent der »Paily Maih, Golm Bednall, »behaupten zu wollen, die deutschen Angriffe mit V 1« besäßen auf Südengland keine militärische Bedeutung. Immer mehr dieser Sprengmittel schickten die Deutschen herüber, und man könne zeitweilig von einem wütenden Tempo sprechen, in der eine Serie der anderen folge. Ganz allgemein sei es schwierig, irgendeine Form der Verteidigung zu finden, mit der man die neue Waffe wirksam abwehren könne. Infolgedessen müsse die britische Abwehr völlig umlernen und ganz von neuem wieder anfangen Zurzeit sammele man Erfahrungen. Der Abschuß aus der Luft stelle sich als ein wenig zufriedenstellendes Abwehrm'tlel heraus. Die Standaid-Narhtjäger seien nicht schnall genug. Zu den anglo-amerikanischen Bombenangriffen auf die vermutlichen AbschuBbasen in Nordfrankreich bemerkt Bednai, mit Hilfe der geschicktesten Tarnung aller Zeiten verstünden es die Deutschen, die Installationen dem Auge des Flugzeugbeobachters zu entziehen.« Ein Berichterstatter der Daily Mail-«, der seit Tagen die verzweifelten Abwehrversuche der Amerikaner an der Kanalküste verfolgt, berichtet über zwei Zwischenfälle in Südengland, die die deutschen »Roboter« Innerhalb nur einer einzigen Sekunde verursachten. Dabei seien ganze Häuserreihen dem Boden völlig gleichgemacht worden. Einer der dabei Geretteten habe erklärt: »Ich glaubte, mein Herz rutsche mir in den Mund, als ich eines dieser Ungeheuer auf unser Haus mit großer Gesrhwindiokeit zusteuern sah«. Unter den Einwiikungen der netien deutschen Waffe leide auch die Nahrungsmittelver-sorqung. Die Lehensmittelhändler seien aufgefordert worden, ihre Waren in Zukunft sicherer zu lagem. Luftschutzwarte In Südengland hiittenv.Außerdem neuerdings festnestellt, meldet »Daily Epress«, daß die fliegenden Bomben jetzt viel steiler zur Erde fielen als in den ersten Taaen. Dadurch verbleibe noch weniger Zelt Schutz zu suchen. Waffe und Geis^ Im Vorgelände von Cherbour^ Schwere Abwehrkämpfe vor der Festung» an der mittleren Ostfront und in Mittelitalien db Berlin, 25. Juni Am Samstag versuchten die angreifenden Nordamerikaner im Raum von Cherbourg zvmächst an den beiden Außenflügeln unsere Stellungen einzudrücken. Im Westabschnilt hatten sie, ale sie In den frühen Morgenstunden aus den Wäldern bei Flottenmanville nach Norden vorstießen, so schwere Verluste, daß sie nach' anfänglichem Bodengewinn den Angriff abbrachen, östlich Cherbourg riegelten unsere Truppen den Vorstoß in den Schluchten der Steilküste ab. Im Laufe des Tages zog der Feind von seinen beiden Flügeln zahlreiche Batterien ab und konzentrierte die Masse seiner Artillerie im Süden der Stadt. Die pausenlos einschlagenden Granaten pflügten das Kampfgelände buchstäblich um. Gleichzeitig bombardierten Massen von Flugzeugen unsere Stützpunkte und Befestigungswerke, vor allem das Forf du Roule an der Straße nach Valognes. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen die Stadt selbst und gegen unsere Küstenbatterien, unter Ihnen die von Marineartillerlsten besetzten Werke »Blankenese^ »Hamburg« und »Brommy«, die zur Entlastung der Infanterie fortgesetzt die feindlichen Be-reitsitellimgen beschossen und darüber hinaus noch einen sich nähernden Kreuzerverband wirksam bekämpften. Im Schutze des ununterbrochen rollenden Artllleriefeuere schoben sich die Nordamerikaner schrittweise vor unsere in ihrem Rücken kämpfenden Widerstands-^Inseln, ließen aber keine einheitliche Angriffslinie entstehen. Am weitesten konnte die an der Straße Martinvast-Cherbourg angreifende feindliche Stoßgruppe vordringen. Bei Octeville erreichte sie den Stadtrand. I>;e beiden weiteren rechts und links der Straße Valognes-Che'bourg angesetzten Angriffsgruppen versuchten aufzuschließen. Unsere Feldhaubilzen und Werfer zerschlugen aber an den Höhen von Rouges Terres und Le Cailoux die west-Uche Angriffsgiuppe restlos und östlich der Straße verhinderten sie das Heraustreten des Feindes aus dem Walde von La Glacerioc. Erst bei Dunkelheit gelang es dem Gegner, einige unserer Widerstandsinseln nach erbitterten Nahkämpfen zu überwältigen und dadurch auch von Südosten her den Stadtrand lu erreichen. Ebenso wie an der Invaslonsfront verloren die Kämpfe Im mittleren Abschnitt der Ostfront nichts von ihrer Schwere. Kennzeichend für den dritten Täg der ! sowjetischen Offensive war der gesteigerte Einsatz von Panzern und Flugzeugen. Südlich der Beresina sowie zwischen Rogatschew und Userini an der Dnjepr-Front begann der Feind nach den dort am Donnerstag gesrhpiterten Vorstößen nunmehr einen weiteren Großangriff, der von starkem Artilleriefeuer eingeleitet und laufend durch zahlreiche Kampf- und Scblachtflicgervorhände unterstützt wurde. Sowohl südlich der Be-res'na wie im Raum von Ossrani qe-langen ihm Einbrüche, die unter Abschuß von 77 Panzern aufgefangen werden konnten Die übrigen Angriffe in diesem Abschnitt scheiterten. An den bisherigen drei Brennpunkten, nämlich östlich Mogilew, an der Smolensker Autobahn und bei Witebsk setzten die Bnlsrhewi-sfe weitere starke Kräfte an, um ihre Einbrüche zu vertiefen und zu verbreitern, Trotz zäheslen Widerstandes unserer Truppen die Immer wieder zu Gegenstößen übergingen, konnte der Feind weiter vorwärtskommen, wenn er auch seine Bodengewinne bei Mogilew und an der Autobahn mit 112 und bei Witebsk mit 63 Panzern bezahlen mußte, D'e schweren Abwehrkämpfe .sind in diesen Abschnitten noch in vollem Gange. Im nördlich anschließenden Raum setzten die Bolschewisten an der Front östlich Polozk bis Pleskau ihre Vorstöße ebenfalls an zahlreichen Stellen fort, ohne sich hier aber durchsetzen zu können, obwohl sie an einer Stelle 1.1 mal anstürmten. Im Gegenteil mußten sie vor deutschen Gegenstößen das in den beiden Vortagen gewonnene Gelände wieder aufgeben. In diesen Kämpfen vernichteten unsere Truppen weitere 27 Panzer, so daß die Bolschewisten am Samstag insgesamt nicht weniger als 279 Panzerkampfwagen verloren. Auch In Mittelitalien gingen die Abwehrkämpfe bei hochsommerlicher Hitze pausentos weiter. Im westlichen Küstenabschnitt begegneten die angreifenden Nordamerikaner energischer Abwehr Ihre Vorstöße konnten nach anfänglichen Bodengewinnen bei Follonica und bei Zessa Marttina aufgefangen werden. Um den Besitz dieser Orte selbst sowie bei Roccestrada entbrannten erbitterte noch bei Nacht andauernde Kämpfe. —-Zwischen Chiusl und dem Trasimenl-echen See erneuerten die Briten unter rücksichtslosem Einsatz südafrikanischer VerbÄTvde ihre Durchbruchsversuche. Nach mehreren vergeblichen und für den Gegner verlustreichen Angriffen konnte der Feind in der Gegeivd von Veisno und un Westufer des Traeixneniscben Sees einzelho Einbrüche erzielen, in öenen er jedoch in sehr harten Kämpfen zum Stehen gebracht wurde. Auf der gesamten ! Front östlich des Trasimenischen Sees ! lag den ganzen Taq über schweres Artilleriefeuer, in dessen Schutz sich der Gegner vorsichtig naher an unsere Stel-I lungen horanschob. 1 Am Südrand des Invasionsbrückenkopfes kam es nur zu örtlichen Kämp-j fen, in deren Verlauf südwestlich Tilly eine bei Holtot nocti bestehende ältere I i£inbruchsstelle bereinigt wurde Vor der j Orne-Mündung hat der Gegner noch I weitere Schiffe zusammengezogen. Einige ] Fahrzeuge luden bei Riva Bella aus. Die Masse der von zahlreichen Kriegsschiffen und Sperrballoncn gesicherten Flotte liege aber hinter Nebelwänden Immer noch untätig auf See. Unsere Küstenbalterien auf dem Ostufer dei Orne nahmen Im Zusammenwirken mit Kampffliogern die Scbiffsan-sammlungen unter Feuer. In den Morgenstunden wurde ein 5000 brt großer Transporter durch mehrere Volltreffer mittschiffs In Brand geschossen und ein mit 38 cm-Geschützen bestückter Monitor zum Schwelgen gebracht. Kurz darauf begann ein schwer getroffener Zerstörer zu sinken. Die nächsten Treffer setzten noch einen großen Frachter in Brand. Zahlreiche weitere Granaten und Fliegerbomben brachten kleinere Landefahrzeuge rnm Kentern und vernichteten am Strand aufgestapelte Nachschubgüter. Weitere Material- und Schiffsverluste hatte der Gegner durch Angriffe leichter deutscher Seestreitkräfte. Im Seegebiet von Dover brannte ein 7000 brt großer Einbeitsfrachter nach Treffern einer Ma-rlneküstenbatterie unter heftigen Explosionen aus und strandete schiießUch. Sehr rege war auch wieder die Tätigkeit der belderseitiqen Flieqerverbände. Der Feind flog außer Angriffen Im Inva-slonsgeblet auch solche gegen das Hinterland Bei der Abwehr feindlicher Versuche, die eigenen Angriffsoperationen zu stören, schössen Jäger und Flak bei Nacht 37 und bei Taqe weitere \9 Flugzeuge des Gegners ab. Das Eichenlaub mit Schwertern dnb Berlin, 25. Juni Der Führer verlieh am 22. Juni 1944 da« Elchenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuze« an Ü-Obersturmführer Michael Wittmnnn, Kompanieführer einer schweren Panzerkompanie in der -Panzerdivision »Hlt-ler-Jugendt, Was zur^ Entscheidung geVört Leipzig 25. Juni deutsche Buch im Krieqe hat, und nach-In einer großen Rede aul der Gu- dem et erklärt hatte, daß Leipzig am tenberg-Tagung in Leipzig zeichnete i Ende des Kneqes wieder die Zentrale Staatssekretär Dr. Maumann vom j Buches werden wird, wandte sich Reichsministerium für Vo/ksaufkJä- i Redner wieder den onmlltelbaren ru/ig und Propaganda die Fronten i Krieqsfraqen zu. Zur Invasion erklärte Staal'56ekieldr Dr. Naumann: »Der Füh- der geistigen Entscheidung aul, die i der Terrorkrieg der Anglo-Amerika- j ner im Bunde mit dem ßo/sciiewis-mus jetzt über Europa und die Welt ' herauNührt. \ Der Angriff gegen Leipzig, die Stadt des deutschen Buches und andere deutsche Kulturzentren den die Teriorflieger geführt haben, ist Teil eines systematischen Zerstörungsfeldzuges, den die Feinde gegen die abendländische Gesittung führen Bolschewisten und Anglo-Amerikaner sind sich einig, Deutschland, das Herz Europas, zu vernichten und damit den bedeutendfiten Kulturträger dieses Kontinents Die systematische Ausrottung der baltischen und osteuropäischen Intelligenz steht aul der gleichen Stufe wie der Luftterror qeqen Nürnberg, rer wiid die deutschen Kräfte zu der Zeit und an dem Ort einsetzen, wo sie mit größtem Erfolq den Feind treffen Wir stehen vor der größten Kraftanetrenqunq dieses Krieqes und müssen sie bestehen, dabei ist es für uns eme beruhigende Gewißheit, eine Führung zu haben, die soldatisch denkt und alles tut, was überhaupt In menschlicher Kraft steht. Das Einsetzen der Vergeltung, auf die unser tapteree Volk so lanqe und geduldig ge wartet hat, zeiqt, wohin die Fahrt geht. Nun ist es so weit, daß wir beginnen können einem entarteten Feind zurückzuzahlen, was er ^n uns verbrochen hat. Die Wdfte V 1. tut ihre Wirkung, weitere und wirksamere werden folqenj es handelt sich erst um den Anfang. Wir haben berechtigte Hoflnung, auch auf S'Anqrilf ^^en unrleh^ f Gebieten das Wirksamwerden iin Angriif gegen uns stehende amerikanische Jahrhundert hat seine Visitenkarte unmdßverständlich in den zerstörten deutschen Kulturstätten abgegeben. Sie verküinden arrogant, daß sie unseren Erdteil erretten wollen »Mi' welcher Berechtigung?« fragen wir. Sie haben in Europa nichts verloren, alles, was sie für ihr materielles Leben brauchen, haben sie in Hülle und Fülle auf ihrem Konti-_ nent. Die aber, die vorgaben, uns vom' Hunger und von der Tyrannei erretten zu wollen, sind die gleichen, die trotz allem Überfluß an Rohstoffen und Reichtümern nicht in der Lage sind, ihre eigenen Völker auch nur notdürftig zu ernähren, bei denen Hungersnöte grassieren, wie wir sie bei uns nie gekannt haben Was haben denn diu Voreinigten Staaten selbst an kulturellen Leistungen hervorgebracht Im Vergleich zu den von ihnen In den letzten Monaten In Mitteleuropa vernichteten Kulturgütern? So geht das Ringen in der Tat um die entscheidenden Werte, die Europa In seiner mehrtausendjährigen Geschichte hervorgebracht hat, und um die Voraussetzungen, aus denen sie ihren Ursprung herleiten Das ist es, was wir einen Weltanschauungskrieq nennen. Es ist kein Kampf um Grenzkorr'.kturen oder um Revisionen, sondern ein Ringen um die Wurzeln unseres Daseins, um unsere Substanz. Der deutsche Arbeiter weiß, daß er kämpfen muß, wenn er leben will, daß dies der Krieg ist, der verhindern «oll, daß er schlimmer als jemals wie ein Bettler vor den Arbeitsämtern stehen muß oder nach Sibirien zwanqsver-schickt wird Mag der Feind vorübergehend mehr Flugzeuge haben, auf dem Waffensektor Kricgsmoral sind unsere Bataillone stärker. Nachdem er kurz zu Aufgaben, die das anderer sonst so bewährter [deutscher Walten 4n Kürze I wieder zu erleben. Daß die« be-i sonders empfindlich sein wird für unse-I ren Feind, der durch seine Truppenmas-sierung auf der Insel und nun fauch auf dem Kontinent auf ungestörten Nachschub angewiesen ist, dürfte klar sein. Auch im Luftkrieg ist noch nicht aller Tage Abend. Die Nachtanqriffe sind für den Feind schon so verlustreich qewor-den, daß er sehr viel soltenei als In der I Vergangenheit bei Dunkelheit das ' Reichsqeblct angreift. I Trotzdem wollen wir uns nicht über den Ernst unserer Lage täuschen lassen. Die Entscheidung fällt nicht durch eine Waffe odei durch eine zeltweise technische Überlegenheit auf diesem oder jenem Gebiet. Mehr Wert ist bestehende« Vermögen der kriegführenden Nation und der Wille, die einmal aufgenommene Waffe nicht ohne den Lorbeer niederzulegen.« Unter Hinwels auf d'e gegensätzlichen Interessen der Feindmächte schloß der Staatssekretär mit den Worten: ».Sie vertreten in der Tat eine entarrrte Welt. Daß sie sicqen sollte wird niemand annehmen können, der sich auch nur eine Spur von Glauben an ein»» höhere Ordnung bewahrt hat. Die Weltqeschichte hätte ihren Sinn verloren, wenn die Bolschewisten oder das amerikanische Jahrhundert siegten, mit uns ist das Recht und die geschichtliche Wahrheit, und deshalb auch allein der Sieq Wir sind Schwert und Schild einer erhabenen Mission: Wir sind vollberechtigt, unseren Besitz im Namen Europas zu verteidigen. Hier ist eine Kultumation am Werk, sie kennt die Verantwortunq die auf ihr liegt, und wird ihr qerecht werden. Der Führer zelat uns den Weq, wir wollen ihm folqen.« Der Zusammenprall im Wesfpazifik Wieder zwei USA-Flugzeugträger versenkt — Worum es geht O Tokio, 25. Juni Von einem japanischen Stützpunkt im Zentralpazifik wird gemeldet, daß japanische Lultstreitkräfte seit Samstagmorgen wiederholte Angriffe auf feindliche Marinestreitkräfte in den Gewässern der panischen Hochseeflotte herangezogen wurde, und die Feststellung, daß der Feind trotz der ihm zugefügten großen Verluste noch immer über genügend Schlagkraft v^füge, unterstrichen. Japanische Marinekreis.e verkennen den Bonin-Gruppe führen. Als Ergebnis der Ernst der bevorstehenden Entscheidung kühnen Torpedoangriffe wurden zwei nicht. Sie wissen, daß von dem Ausgang feindliche Flugzeugträger versenkt. Die i dieses japanisch-amerikanischen Zusam-Angriffe werden fortgesetzt. Japanische menpralls für die Luft- und Seehen-Störflugzeuge haben in den Luftkamp- schaft im Westpazifik ungeheuer viel fen mit ungefähr 60 feindlichen von I abhängt. Den Nordamerikanern Ist es Flugzeugträgern gestarteten Bombern darum zu tun, die 12fi9 Seemeilen von über Iwoojina Ogasawara am Samstag- j Tokio und 1500 Seemeilen von den Phl-morgen mindestens 37 feindliche Flug- lippinen entfernt liegende Insel Saipan zeuge abgeschossen. . in die Hand zu bekommen, um die Phi- Die gegen Saipan eingesetzten star- | ippinen und Japan selbst in den Ak-ken feindlichen Schlachtschlfformatio- tlonsradius ihrer Bomber einbeziehen zu nen setzten ihre Operationen trotz ihrer ; können. Daß die Nordamerikaner sich Verluste auch weiterhin östlich und ^ der Wichtigkeit ihrer Marianen-Offen-westlich der Marianengruppe fort. Die | sive bewußt sind, geht daraus hervor, hartnäckigen japanischen Abwehr- ' daß sie mehr als 20 Flugzeugträger und kämpfe werden vor allem von der Lut'^ ! ungefähr zehn Schlachtschiffe eingesetzt Waffe unterstützt, die in ununterbroche- i'iaben, abgesehen von über 100 Trans-nen Angriffen den feindlichen Lande- I porterr;, die seit dem 11. Juni in den köpf auf Saipan, Munitionslager und Saipan-Gewässern unter dem Schutz von Ansammlungen von Landungsbooten schweren Schiffsgeschützen Truppen an mit Bomben belegten. Auch die übrigen Inselstellungen Japans im mittleren und südlichen Pazifik sind in den letzten Tagen von feindlichen Flugzeugen, die von den Flugzeugträgern der dort operlereaden Schlachtformationen aufgestiegen sind, angegriffen worden, so zum Beispiel Paiau, Truck. Rabaul auf Neu-Britan-nien und Kaweng sowie Namai-Anai auf Neu-Irland. Bei allen diesen Ein-flügen wurde der Feind von der japanischen Verteidigung unter Verlusten abgewiesen * Die Wichtigkeit* der augenblicklich andauernden schweren Kämpfe um den Land zu werfen versuchen. Tapfere italienische Torpedo-gruppe dnb Berlin, 25. Juni Italienische Torpedoflieger erzielten zu Anfang dieses Monats mit der Ausschaltung von mindestens 30 000 brt feindlichen Schiffsraums durch einen überraschend ausgeführten Angriff auf Schiffsansammhingen in der Bucht von Gibraltar einen hervorragenden Erfolg, der auch im Wehrmachtbericht vom 6. Juni Erwähnvmg fand In Anerkennung dieser kühnen Waflentat sandte Generalfeldmarschall von Richthofen, Chef el- Besitz von Saipan wurde bereits durch j ner Luftflotte, dei in Betracht kommen- die Verlautbarung des Kaiserlichen ' den italienischen Torpedogruppe herz- Hauptguartler« vom Freitag, daß zum j liches Glückwunsch- und Danktel»- ersten Mal «in größerer Verband der ]a- ' gramm. ✓ Seite 2 • Nr. 178 • Montajf, 26. Juni 1944 MARBURGEH ZEITUNG Bei den russischen Freiwilligen Die Ostbataillone schlagen sich im Westen hervorragend Mchrfacfi wurde davon berichlet, wie hervorruyend sich die Im Westen Osthataillone schlagen. In dem nachfolgenden Re-ncht, der aus dem Hussischen über' Irngcn wurde, schildert ein Russe den Finsat? seiner landsleulc aus den Proiwillicjen-VerhündLn hei enl-scheidenden Kämpfen in der Inva-aionsschlacht. Ajn Kdnal, im Juni In «auüendor Fdhrt qchl es zur »Zweiten Front<. Das Goeicht des Krieges in Frjnkreich, wie w» fiich in den letzten vier Jahren biloete, hdt eine gründliche Wandiunq erfahren. E« fliegen vorbei die vom Romhenteppi''h des »Inv.isions-DiorgenS'i zpr- törtru Dörfer und Flecken, es mehren sich die Angriffe der im Sturzflug herunterkommenden Tommies, die uns zwingen, einige unangenehme Minuten mit der Nase im Dreck zuzu-bring*?n. Wir treffen dip ersten von den Engländern verlassenen Fahrzeuge. Hier waren «ie «chon, haben »ich nber nicht lange h'tltcn können. Noch einige Kilometer. Wir sind gezwungen, den Wagen zurückzuschicken und weiter zu Fuß vorzugehen, der Weg befindet sich unter Beschuß der Schiffsartillerie. Im Sturzflug greift der Engländer von oben an — der Tommy versucht von neuem in N. hereinzukommen, d.a« von Teilen der ruflSMJchen Befreiungfiarme» seit dem 6. Juni ru»anunen mit inzwaschen heran-geelltan deutschen Einheiten gehaltan wird. Noch 800 Meter und wir »ind in N., wo gerade wieder einmal die Angelsachsen heiauegeworfen werden. Die Feuertaufe Wir troffen die ersten russischen Soldaten, und etwas später den Bataillonskommandeur Hauptmann R. In einem zerschoösenen Haus, In das un« der Hauptmann einlädt, hflren wir, daß die ereta russische Einheit, die an den mili-tfiriftchen Operatinnen an der Westfront tftilnimmt, nicht nur auch hier ihre Feriertaufe bestanden, nicht nur vollkommen da«; Vertrauen des Oberkommandos gerechtfertigt, sondern auch das erste Ruhmvslilatt in die Geschichte der Freiwilliijen-Verbande der Westfront geschrieben hdt, Wjr gehf'n zum Chateau, In dem sich der Bcitaillons-Sldb befindet. Der Adjutant — or war schon zusammen mit dem Bataillon (in der O^stfront — erzählte uns die Eii'ignisfie der Nacht zum 6. Juni. Em rirofior Teil des Bataillons war in klpipfn GruppL'n auf Arbeitskommandos zprfplitk'rt, die Engländer aber hatten Bich gerade das Dorf X., wo sich der Btl.-Stat) bef ind, als eins ihrer Opera-tionszPiilren vorgemerkt. Die Posten bemerkten gleich, daß irgend etwas nicht geheuer war. E« wurde Alarm gegeben. Die Luft war v^ill von Transportflugzeugen und SrgcI*chlfipporn. Das Bataillon bezog die Vertoidigungssfellung. Uffz. S. hchüß m t c'er 2-cm-Flak sofort eine Transportmaschine und einen Segel-fcchlopper fib. Beim Stall befanden sich etwa 40 Münn, 711 denen ein Teil der 1. und der 4. Kompanie, weitere 20 Mann, hinzukamen. Mit diesen 00 Kämpfern schlägt « ch der Hat.iillons-Knmmandeur bis zui belohlenen Stelle — dem Dorf N., in tieni wir uns befinden, — durch, und halt die Slelliing gegen 7mal von allen Seiten angit-ifonde Engländer, bis deutsche Truppen herankommen, die jetzt Schulter c;n Schulter mit den Russen diefien Front.ilw^hnitt verteidigen. Während dieser Zeit hat da« Bataillon, das selbst mir 6ü Mann zahlt, über 70 Engländer gefangengenommen. Das Bataillon, von allen Seiten von E'^glonr'ern umringt ,hat viel von seinem Eigentum einnehiillt, bis es sich bis N. dllr^;hgo^c.hlag'.•n hat, dafür aber hat es eine groHe M.^nge englischer und ameri-kanisfh"r Mdschinenpistolen, Maschinengewehre und anderer Waffen erbeutet. Auf dem Tisch steht ein den Engländern abgenommenes Funkgerat und neben dem lisch ruht sich der Uffz. S. aus, der allein 10 Engländer gefangen-genoiiunen hnt. Hin Dreher aus Moskau Alexander S. ist seit 1942 beim Bataillon, seitdem er mit ihm als Fallschirmjäger der Sowjet-Armee zusammengetroffen war und bcgrillen hatte, auf wessen Seite er den wahren Interessen seines Vaterlandes und des russischen Volkes dif-nen kann. Dieser 20jährige Dreher aus Moskau hat sich bereit« bei seinen Vorgesetzten und Kameraden den Ruf Abwchrerfolße der Finnen Bisher 523 Fuindflugzeuge abgeschossen dnb Helsinki, 25. Juni Der fiiinifi(hR Wehrmachtbericht vom 25. Juni berichtet von erfolgreicher Abwehr sowjetischer Angriffe im westlichen Teil der Karelischen Landenge. So wurde eine auf der Insel eingedrungene feindliche Kompanie im Gegenstoß bis zum letzten Mann vernichtet. Am Ufergelände des Ladogasees geling es dem Feind zwar in finnische Stellung ein-zudr.ngen, doch wurde die Einbruchsstelle abgeriegelt. Hier wurden zwei und an anderen Stellen 25 feindliche Panzer ze;6türt. Bei der Brückenkopf-Btellung von Tuulos wurden heftige Kampfe ausgetragen, unsere Artillerie erzielte mehrere Volltreffer auf feindlichen Landungsfahrzeugen, mit denen der Feind Truppenergänzungen heranbrachte. Auf der Landenge von Maaselkae war der feindliche Diuck westlich von Kar-humaeki am stärksten Die Stadt Kar-humaeki wurda aufgerieben. Wdhrtaid «einer Großoffensive hat der Feind an den finnischen Fronten n-ach ÜberpriHten Meldungen bis heute Insyesamt 523 Mascbineü verloren. eine« kühnen Kundachafters erworben. In diesen Tagen, wo unter dem Pfeifen der Kugeln und dem Donner der kra-chendon Bomben und Geschosse die Seele des Menschen entblößt wird, hat er wie viele andere russische Freiwillige seinen Wert und seine Treue zum Fahnenneid bewiesen. Ihm w'rd ein Stoßtruppauftrag in Richtung des Dorfes Z. gegeben. Fünf Mann, die ihn begleiten, läßt er an der Straße zurück, als er ein verdächtige« Geräusch an der Biegung hört. Allein schleicht er sich nach vorn und trifft auf einen englischen Stoßtrupp mit einem Hauptmann und Oberleutnant an der Spitze. S. springt vor mit der Maschinenpistole tn der Hand und ruft nach dem kräftigsten Fluch, den die russische Sprache kennt, das ihm einige Tage vorher vom Bataillonskommandeur beigpbrachte »Hands up«. So fi'hrt er die 10 Söhne Albton» ru «einer Gruppe und liefert «ie im Batalllona-Stab ab. Jeder der drei Kompanletell« hat »Ich hpreit« besondere ausgezeichnet. Die 4. hält N. Die Engländer drücken mit ^elt übermächtigen Kräften. An einigen Stellen gerät die Verteidigungslinie in Verwirrung. Der Kommandeur weiß, daß er sich auf seine 4, verlassen kann. Mit dem Adjutanten und einigen anderen deutschen und russischen Dienetgraden eilt er an die kritische Steile, dl« Soldaten der 4. Kompanie aber empfangen die angreifenden Engländer mit vernichten- dem Feuer Kein einziger von Ihnen verläßt seinen Platz, obwohl er den Kampf-lärm «chon hinter «einem Rücken hört Die Lage wird wiederhergestellt. Kameradschaft Es ist eine alte Wahrheit, daß die wahre Kameradschaft sich im Kampf zeigt. Die niseischen und de^itschen Offiziere und Soldaten haben da« an der Zweiten Front gezeigt. Die Reste der 3, Kompanie schlugen sich zum Bataillon unter der Führung ihre« Kompanie-Chefs, des deutschen Hauptmanns, und des Zugführers, de» Leutnant I. Wi^ gehen zu Leutnant I,, der In der vorgeschobensten Stellung den Wegg X.-Y. kontrolliert. Leutnant I., Im englischen Regenmantel, mit zwei amerikanischen Pistolen (Kaliber 12 mm) im Gürtel, erzählt uns »eine Abenteuer. In der Nacht lum 6. gaben die einzelnen Züge, nachdem «1« bemerken, daß eine Luftlandung vor sich ging, selbst&ndlg Alarm. Die Kompanie befand »Ich am Weetufer de« Flusses X. im Schwerpunkt der englischen Landung. Sie iMmnelte und trat unter Beschuß der irhweren Schlffsnrtlllerie und dem Bombenhagel der angloameri-kaniflchen Flieger den Marsch nach dem vorher befohlenen Punkt an. Vor dem Kanal, der »Ich vor dem Flüßchen hinzieht, traf ele auf starke Landungskräfte de« Feindes. Nach Einbruch der Nacht gingen der Kommandeur und der Leut- Bant cur Klftrung der Lage in« Dotf, da* an dar Kanalbrücke lag Am Dorfeingang atolpert der Hauptmann in der Chmkelheit (Iber einen englischen Pallechirmjäger. Gleichzeitig •prlngen noch zwei Et>gländer vor, Leutnant I. tötet die beiden Angreifenden und rettet gleichzeitig das Leben seines Kompaniechefs mjt^slnem dritten Schuß in dem Augenblick ,in dem der Engländer Hauptmann P. mit seinem Dolch den tödlichen Stich versetzen wollte. »Leider mußte Ich dabei dem Hauptmann auch den Ärmel seiner Feldbluse durchlöchern«, fügt Leutnant I. hinzu. Die Kompanie wird ins nächste Dorf zurückgeführt und geht In Schützenkette in anderer Richtung zum Kanal vor. In schweren Kämipfen unter dem »Teppich« der englischen Bomben überschreitet sie den Fluß, um dann auf deaitsch« Panzerjäger zu treffen. Der Kompaniechef übergibt da« Kommando Leutnant 1. und geht selbst den Stab de« Bataillons suchen. Leutnant I. und seine Freiwilligen halten noch zwei Tage zusammen mit den Panzerjägern eine wichtige Straße und stoßen dann ru ihrem Bataillon. Wir kehren zum Bataillona-Stab in« I>orf zurück. Lebhaftes Feuer ist zu hören. Das Geknatter der Maschinengewehre mischt sich mit dem Krachen der krepierenden Granaten. Wir erfahren, daß soeben die erneut angreifenden Engländer aus dem Dorf herausgehauen worden sind. Wir lassen die vom Armee-Oberkom-mando gesandten Auszeichnungen im Batajllons-Stab zurück und kehren im Schutze der Nacht an der zur Front gehenden Ablösung vorbei zu unserem Wagen zurück. B. Zum „Tiger" kamen die „Panther" Sie gelten auch den Sowjets als die besten Panzerkraftwagen der Welt Der Panzerkampfwagen hat Im modernen Krieg ausschlaggebende Bedeutung erhalten. War er Im ersten Weltkrieg lediglich ein Hilfsmittel für die Infanterie, so Ist er heute Im operativen Einsatz die entscheidende Durchbruchswaffe geworden. Die Entwicklung Im Panzerbau ist insbesondere seit Kriegsbeginn fast sprunghaft gelaufen. Die Panzer, die heute im Einsatz stehen, stellen mit ihrer Führungsfähigkeit die zu Beginn des Krieges bekannten Kampfwagen wolt tn den Schatten und man kann heute an den Panzer Anforderungen stellen, die vor Jahren noch als Utopien galten. Es ist nicht zu leugnen, daß die Sowjets mit ihrem T 34 zunächst einen gewichtigen Vorsprnng zu haben schienen. Die deutsche Panzerfertigung hat Ihn inzwischen mehr als aufgeholt. Der „Tiger" mit seiner weittragenden 8,8-Ka-none hat sich Im Fronteinsatz absolut überlegen gezeigt. Für unsere Soldaten gilt er als eine fast uneinnehmbare Festung. Aber der „Tiger" ist kein Kampfwagen, der in Massen eingesetzt werden kann und soll. Er steht für ganz bestimmte Aufgaben zur Verfügung. Der deutsche Massenpanzer, der nun auch schon seit vielen Monaten an den Fronten dieses Krieges sich bewährt hat, ist der „Panther". Auf Einladung de» Reichsministeriums Speer hatten Vertreter der deutschen Presse Gelegenheit, dieses letzte Erzeugnis der deutschen Panzerfertigung kennenzulernen. Der ,,Panther" Ist leichter als der „Tiger", er ist dafür schneller. Das etwas geringere Kaliber von 7,5 cm wird ausgeglichen durch eine noch längere Kanone mit ihrer größeren Reichweite und erhöhten Treffsicherheit. Die Bewaffnung besteht außerdem aus zwei Maschinengewehren, von denen eins aus der Kommandokuppel für die Fliegerbekämpfung ragt. Neben dem Turm ist beim ,,Panther" auch die Kommandokuppel noch in sich drehbar. Neu ist beim ,,Panther" auch die Form. Im Gegensatz zu den früheren Kampfwagen und auch zum „Tiger" hat er schräggestellte qeschoßabweisende Flächen, womit seine Verwundbarkeit bedeutend herabgesetzt ist. Eine rauhe Zementauflage, dio neuerdings für alle Kampfwagen und Sturmgeschütze vorgesehen Ist, gewährt zugleich Schutz gegen Haftladungen. Die geringe Preisgabe an Innenraum, die mit der Schrägsteilung der Flächen verbunden ist, wurde für die größere Sicherheit in Kauf genommen. Der „Panther" hat eine Spezialfederung erhalten, die es ihm erlaubt, die Unebenheiten des Geländes im Laufwerk abzufangen und den Wagen selbst bei großer Geschwindigkeit in ruhiger Lage zu halten. Dank der Griffigkeit seiner Ketten nimmt er spielend Stellhindoinlsse von einem Meter und mehr. Ebenso ist er in der Steigfähigkeit unübertroffen. Der „Panther" ist ebenso wie Jeder andere Panzerkampfwagen das Ergebnis gründlicher wissenschaftlicher Arbeit und konstruktiver Durchbildung, die ihre endgültige Form in der auf Befehl von Reichsminister Speer berufenen Panzer-Panther-Kommlssion, der sog. Papako, erhielt. In unvorstellbar kurzer Zeit wurde diese Arbeit beim Panther geleistet und der neue Kampfwagen der \Front zur Verfügung gestellt Seil Monaten läuft er nun schon in der Serienfertigung. Seine Güte und Überlegenheit ist an den Fronten vielfach erprobt und auch vom Feind anerkannt. Nach dem Zeugnis sowjetischer Offiziere beispielsweise gilt der ,,Panther" als der beste Panzer der Welt. Der deutsche Wehrmachtbericht Im Osten 252 Sowjetpanzer vernichtet Beispielhafte Tapferkeit der dputschen Truppen im Kampfraum Cherbourg Feindlicher Angriff bei Tilly — Das Stöfungsfeuer auf London wird fortgesetzt dnb Führerhauptguartier, 25. Juni Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Kampfraum der Festung Cherbourg erlitt der Feind gestern bei seinen Angriffen gegen unsere Widerstandsgruppen, die mit beispielhafter Tapferkeit aushalten, besonders schwere Verluste. Erst nachdem in den Abendstunden eüd-wcfitlich und südöstlich Cherbourg einige unserer Stützpunkte nach erbitternden Nahkämpfen verloren gingen, konnte der Gegner dort die Stadtiänder erreichen. Im Raum von Tilly trat der Feind mit starken Kräften zum Angriff an. Die Kämpfe sind dort in vollem Gange. Unsere Küstenbatterlen griffen trotz schweren Feuers der feindlichen Schlffsartille-rle und rollender Luftangriffe wirksam in die Erdkämpfe ein. Außerdem erzielten sie mehrere Treffer auf feindlichen Kreuzern und Zerstörern. Im Ofittell der Seinebucht sthossen Heeresküstenbatterien einen Transporter von 5000 brt in Brand. Ein feindlicher »Monitor« und mehrere feindliche Kriegsschiffe wurden zum Abdrehen gezwungen. Nach Innentreffern ging im gleichen Seegebiet ein feindlicher Zerstörer unter, ein weiterer größerer Transporter geriet i]|} Brand. Unsere Schnellboote und Vorpostenstreitkräfte erzielten im Gefecht mit feindlichen Seestreitkräften Treffer auf Zerstörern und Schnellbooten. Fern-kampfbatterlen der Kriegsmarine vernichteten im Kanal vor Dover einen feindlichen Frachter von 7000 brt. Schweres Störunqsfeuer lag weiterhin auf London und seinen Außenbezirken. In Mittelitallen griff der Feind gestern im Westabschnitt unserer Front erneut an mehreren Stellen mit starken Kräften an Nach schweren Kämpfen, die sich bis zum Abend hinzogen, konnte der Fednd im Küfitenabschnitt unsere Linien wenige Kilometer zurückdrücken. An den übrigen Stellen wurden alle Angriffe verschlagen. Im Osten stehen unsere Divisionen im gesamten mittleren Frontabschnitt im schweren Abwehrkatfipf gegen die mit starken Infanterie-, Panzer- und Luftstreitkräften geführte Offensive der Sowjets. Es gelang dem Feind nur östlich Mogilew, af» der Smolensker Rollbahn und besonders Im Raum von Witebsk, seine Einbrüche zu erweitern. An alleci anderen Stellen brach der teindliche Ansturm nach harten wechselvollen Kämpfen blutig zusammen. 252 feindliche Panzer wurden vernichtet Jäger und Flakartillerie brachten 42 sowjetische Flugzeuge zum Absturz. Zwischen Polozk und Ploskau führten die Bolschewisten zahlreiche vergebliche Angriffe, bei denen weitere 27 Panzer abgeschossen wurden Ein nordamerikanisrher Bomberverband griff erneut rumänisches Gebiet an und warf Bomben im Raum von Ploesti. Deutsche, rumänische und bulgarische Luftverteidigungskräfte vernichteten 23 feindliche Flugzeuge, daruiiter 20 viermotorige Bomber Nordamerikanische Bomber führten In den gestrigen Mittagsstunden emen Ter-roranqriff gegen Bremen Es entstanden Schäden in Wohnvierteln Die Bevölkerung hatte Verluste, In der Nacht warfen einzelne britische Flugzeuge Bomben im Raum von Berlin. Durch Luftverteidigunqskräfte wurden über dem Reichsgebiet und den besetzten Westgebieten bei Tage und in der Nacht 59 feindliche Flugzeuge vernichtet. Der Wehrmachfbericht vom Samstag Das Oberkommando der Wehrmacht gab am Samstag bekannt; örtliche Vorstöße des Feindes im Brük-kenkopf der Normandie scheiterten. Gefangene wurden ei^ebracht. An der Landfront der Festung Cherbourg kam es gestern an verschiedenen Stellen zu erbitterten Nahkämpfen, die sich auch In der Nacht fortsetzten. In den Nachmittagsstunden gelang es dem Feind, einige unserer Stützpunkte zu nehmen und weiter gegen die Festung vorzudringen. Im Rük-ken des Gegners kämpfen noch zahlreiche Widerstandsnester zäh und verbissen. In anderen Abschnitten wurden feindliche Angriffsspitzen im zusammengefaßten Feuer zerschlagen. Östlich der Ornemündung zersprengten unsere Küstenbatterien trotz Btaikem Beschuß durch schwere Schiffsartillerle einen feindlichen Landungsverband und schössen mehrere Transporter und Frachter in Brand. Seestreitkräfte versenkten vor der In-vaslonsfront ein vollbeladenes Landungsschiff von 3000 brt und einen Zerstörer. Bei der Insel Jersey versenkten Sicherungsfahrzeuge eines Nachschubgeleit» aus einem angreifenden Verband britischer Schnellboote zwei Boote und beschädigten ein drittes so schwer, daß mit seinem Untergang zu rechnen ist. Alle übrigen felncillchon Boote wurden bfschödlgt. Ein eigenes Minensuchboot und ein kleines Transportfahrzeug gingen verloren. Die Luftwaffe erzielte in der Nachl Treffer suf mehreren Handelsschiffen. Uber dem Landekopf und den besetzten Westgebieten wurden 40 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Das Störungsfeuer auf London wurde bei Tag und Nacht mit wuchtigen Feuerschlägen fortgesetzt. In Italien wurde im Raum nördlich Gros-seto auch gestern schwer gekämpft. Unter starker Massierung seiner Kräfte konnte der Feind dort in unsere Stellungen einbrechen. Durch sofort einsetzende Gegenangriffe wurde die Front wieder geschlossen. An der übrigen Front wurden zahlreiche feindliche Aufklärungsvorstöße blutig abgewiesen. Bei den schweren Ahwehrkämpfen der letzten Tage haben sich die unter Führung des Generals der Panzertruppen Herr stehenden Divisionen des Heeres und der Luftwaffe, besonders das Grenadierregiment 145 unter Oberst Kühl hervorragend bewährt. Im Golf von Genua versenkten Sicherungsfahrzeuge der Kriegsmarine ein angreifendes britisches Torpedoschnellboot und beschädigten drei weitere schwer. An der südlichen Ostfront scheiterten alle Vorstöße der Bolschewisten. Erneute Bereitstellungen wurden zerschlagen. Im mittleren Frontabschnitt nahm der sowjetische Großangriff an Wucht zu und dehnte sich auf weitere Abschnitte aus. Während zwischen dem Pripjet und Tschaussy alle Angriffe erfolglos blieben, gelang es starken feindlichen Infanterie- und Panzerkräften östlich Mogilew beiderseits der Smolensker Rollbahn und beiderseits Witebsk, in unsere vordersten Stellungen einzubrechen. Die Abwehrschlacht geht hier nilt steigender Heftigkeit weiter, Di« Bolschewisten ver- » Verdächtige" Gebiete flJn« schwed/iche MaJdu/iy aus London »nthüJU, das deutsche StOrungafeuer mit gchweren Sprengkörpern habe neuen Höhepunkt erreicht. Es könne nicht geleugnet werden, daß es den Deutschen , bisher gelungen sei, Ihre Ausganr/splätze für die Spretigkörperbe schleßung geheimzuhalten — ein interessantes Zeugnis aus London. Es rückt die geradezu enormen englisclhamerika-nischen Anstrengungen, diese Gebiete mit lausenden von Bomben einfach „zuzudecken", ins rechte Licht; Engländer und Amerikaner schütten also blindlinc/B Ihre Bombenmassen über irgendwelche „verdüchtigen" * Gebiete ab, St ilist In neutralen Kreisen wird dies, zusammen mit den neuesten Terrorangriffen auf Berlin und zahlreiche andere dculsche Städte, als Beweis für die Wirksamkeit der deutschen Waffe ausgelegt. Der Ter-rorcharakter, besonders bei dem Angriff auf Berfln vom Mittwoch, wird In London durchaus zugegeben. Die englische Regierung bekennt sich zynisch, trotz der Schläge, die jetzt auf ihr eigenes Volk zurückfallen, tur Porf.'^clzung der Terrorkrfegführung. Ihr» Sprknialion, daß Im deutschen Volk ein Erlahmen der Widerstandskraft oder ein ZweUel an der Wirksamkeit der eigenen Waffen laut werden könnte, sind freilich völlig abwegig loren gestern Im Mittelab«ichnttt der Ostfront 73 Panzer und 53 Flugzeuge. Süd-Östlich Ostrow, im Raum von Pleskau und nordwestlich Narwa scheiterten zahlreiche sowjetische Angriffe. Die Marinebatterie Tytters versenkte im Finnischen Meerbusen drei eowje-tische Räumfahrzeuge. Bei Angriffen eitios nordamerikanischen Bomberverbandes auf serhlüchcK und rumänisches Gebiet wurden Wohnviertel der Städte Giurgiu und Ploesti getroffen. Deutsche, rumänische und bulgarische Luftverteldigungssfreitkräfte vernichteten 18 feindliche Flugzeuge Einzelne britische Flugzeuge warfen In der letzten Nacht Bomben auf Bremen Deutsche Kampfflugzeuge griffen Ziel« in Südostengland an. Neue RitterkrenztrSfter dnb Führerhauplquartier, 25. Juni Der Führer verlieh das Ritterkreuz de« Eisernen Kreuzes an: Oberleutnant Anton Lorch, Kommandeur eines Gebirgsjäger-Regiments aus den deutschen Alpengauen, geboren am 6. Juni 1910 in Sigmaringen, Hohenzollern, als Sohn eines Inspektors L| Oberleutnant d. R. Josef Schuck, Kompanieführer In einem fränkischen Grenadier-Regiment, geboren am 18. Oktober 1906 in Aschaf-fenburg alp Sohn eines Schreiners und Unteroffizier Jakob Roth, Zugführer in einem rheinisch moselländtfichrn Grenadier-Regiment, geboren am 27. Dozem-" ber 1912 In Lachen bei Neustadt a. D. als Sohn eines Landwirts. Auch in Bulfjarien Bordwaffen gegen Zivilisten tc Sofia, 25. Juni Der bulgarische Heeresstab teilt mit: Am Samstag, den 24 Juni, überflogen feindliche Flugzeuge bulgarisches Gebiet In der Richtung Rumänien und zvuück. Auf einige Orte m Bulgarien wurden Bomben geworfen, doch liegen Meldungen über Verluste noch nicht vor. Die feindlichen Flugzeuge beschossen tlie Bevölkerung mit Bordwaffen. Einige Flugzeuge sind auf bulgarischem Gebiet abgestürzt. Hervorraf{ende Arzte ausjjezeichnct dnb Berlin, 25. Juni Der Führer hat für hervorragende Verdienste um die weh rniedizin Ische Forschung und die ärztliche Betieuung verwundeter und kranker Soldaten das Ritterkreuz zum Kriegsverdienstkrouz mit Schwertern verliehen an: ^^-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffenff Professor Dr. Gebhardt, Oberstarzt Prof. Dr. Gutzeit, Flottenarzt Prof. Dr Buchmeister, Oberstarzt Prof. Dr. Roennis. Kurzmpldtmp.pn über Plünderungen In Häusern, die von der neuen deutschen Bombe in Südengland getroffen wurden, berichtet die Londoner Presse. Eine Reihe von Verhaftungen .auch von Soldaten und Aufräumungsarbeitern, «ei bereits vorgenommen worden. Haschisch-Schmuggler verhaftet. Di« ägyptische Polizei hat eine große Bande von Haschisch-Schmugglern verhaftet. Diese Bande hat längere Zeit hindurch Haschisch in Form von Zigaretten verkauft. Selbstmord eines englischen Generals. Der englische Generalmajor H. L. Alexander hat in England Selbstmord durch Ertrinken verübt, meldet »News Cro-nicle« am Freitag. Auf der gerichtlichen Totenschau sei festgestellt worden, daß die Tat in geistiger Umnachtung erfolgte. Judengegner In USA. In den Vereinigten Staaten ist es nach einem Bericht der »Time« zu antisemitischen Kundgebungen gekommen, Wallace In TschungkIng. Nach einer Meldung aus Tschungking wurde nach Ablauf des Besuche« de« amerikanischen Vizepräsidenten Wallace in Tschungking eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, in der e« heißt, daß eine chinesisch-sowjetische Verständigung wesentlich sei für jedes Friedensgebäude in der pazifischen Zone. Drurk lein, Praßberg und Sachsenfeld zu flehen sein. Getreu dem Fahneneid Am Freitag, 23. Juni, fand am Dfau-weiler-Friedhof in Marburg die Beisetzung des im Kampf gegen landfremde Banditen gefallenen Wehrmannes Franz Meichenitsch statt, an der neben den Vertretern des Steirischen Heimatbundes auch viele Volksgenossen teilnahmen. Ein Ehrenzug der Wehrmannschaft der Standarte Marburg-Stadt gab dem toten Kameraden das letzte Geleit und ein Musikzug der Wehrmannschaft umrahmte die Trauerfeier mit Musikklängen. Am offenen Grabe verabschiedete sich vom Gefallenen In Vertretung des Kreisführers Parteigenosse Blassy, der mit wür-! dlgenden Worten der Elnsatzfreudigkeit I des Toten gedachte, der nun Im Kampfe um die Sicherheit seiner engeren Heimat getreu seinem Fahneneid sein Leben für Führer und Volk gab. Unter den Klöngen de« Liedes vom guten Kameraden sank der Sarg in die Gruft und Kränze schmückten das frisch« Grab, über das eine Ehrensalve der Wehrmannschaft als letzter soldutisrhor Gruß ertönte. Auf dem Heldenfricdhofe in Cilli wur- de am Donnerstag der im bewaffneten Einsatz gegen landfremde Banditen gefallene Wehrniann Karl Tschmaie, Angehöriger der 1. Alarm-Kompanie C'illi-West, beerdigt. Ortsgruppenlührer Wasser hielt dem gefallenen Kameraden, der im Sturm 16 die Stellung des Rechnungsführers bekleidete, einen tiefempfundenen Nachruf. Im Westfalen geboren, gehörte er durch seine Großeltern doch zur Untersteieimark und als diese im Jahre 1041 wieder befreit wurde, folgte ei der Stimme des Bluteo und kam ins Land, um am Aufbauwerk m'truhellen. Karl Tschmaie war ein solbstiospr und treuer Kamerad, der jede Aufgabe gewissenhaft erfüllte und in der Verteidigung der geliebten Heimat auch den Tod fand. Während dr blumengeschmückte Sarg in die Grube gesenkt wurde und eine Ehronsalvfc über den Heldenfriedhof dröhnte, zog im nahen Walde eine Schar Pimpfe vorbei. Frohjauchzend sang sie ein Lied, das Sinnbild des Lebens, für da« auch Kamerad Tschmaie den Heldentod fund. Vorbildliche Stundcnb'ldcr Lehrer-Arbcitsfcmelnschaft in Presen Die Schulen Fresen, Kappel, Oswald und Remschnlg hielten Ihre Arbeitsgemeinschaft in Fresen ab Der Leiter dieser Arbeitsgemeinschaft, Oberlehrer HdüS, begrüßte Schulrat Schneider, der ebenfalls zu dieser Tagung erschienen war und sämtliche Lehrkräfte der genannten Schulen. Im Mittelpunkt der Ta-qunq stand der Geschichtsunterricht. Schulleiter Skrabl führte in der Ober- SOjährlges Ehe|ubTäum. In völliger geistiger Frische begingen Samstag, 24. Juni 1944, die Eheleute August Drexler und seine Frau .'Vgne^ die goldene Hochzeit. Frau Drexler schenkte elf Kindern das Leben und zwar sieben Söhnen und vier Töchtern. Sie ist Inhaberin des Mutferehrenkreuzcs in Gold. Alle Kinder lebea noch heute waren Vorkämpfer des Deutschtums und sind auch heute aktive Mitarbeiter für eine freie deutsche Untersteiermark. Neue Fernsprechnummern der Mar burqer Polizeireviere. Ab heute, Montag, sind die Polizeireviere in Marburg nach Änderung der Fernsprechnummern fernmündlich wie folgt zu erreichen: Polizeirevier Adolf-Hitler-Platz 7, Fernsprech-Nummer 2551, Polizeirevier Bismarckstraße 24, Fernsprech-Nummer 2552, Polizeirevier Hlndenburgstraße 45, Fernsprech-Nummer 2553, und Polizeirevier-Zweigstelle Drauweiler, Benzgasse 20, Fernsprech-Nummer 2554. Hundekontumaz Im Bezirk Marburg-Stadt. Wir weisen auf eine Bekanntmachung de« Staatlichen Veterinäramtes der Stadt Marburg hin, nach der für den gesamten Bezirk Marburg-Stadt die Hun-dekontumaz verhängt wurde, nachdem man bei einem Hund Tollwut feststellte, Ausqabe von Luftschutzhandspritzen In Marburg. Wie der Beauftragte für Luftschutz-Fragen der Kreistührunq Marburg-Stadt bekannt gibt, gelangen gegen Bezugscheine, die jedoch mi» dem 15. Juli dieses Jahres ihre Gül'lgkelt verlieren, an die Hausbesitzer wieder Luft-schutzhandspritzen zur Auegabe. Es er- geht an die Hausbesitzer die Aulforderung, die erhaltenen Bezugscheine sofort einzulösen Eine weitere Ausgabe von Bezugscheinen für Luftschutzhandspritzen erfolgt nicht mehr. Fcidpostsendungen nach dem Westen aut 20 Gramm beschränkt. Private Feld-postr.endungen — einschließlich* Zei-tungssendungen jeder Art — also auch die Zeitungopakete dei Verleger an Empfängüi mit Feldpostnummern, die im Westen eingesetzt sind, werden vorübergehend nur noch bis zum Gewicht von 20 Gramm befördert. Scinvrerere .Sendungen gehen an die Absender zurück, ohne daß die dafür verwendeten Zulassungsmarken für Päckchen zurückerstattet werden. Nur für Diensttiendüngen tritt keine Beschränkung ein. Knochen gegen Seile. Knochen sollen bekanntlich nichl achtlos weggeworfen, sondern gesammelt und der Verwertung wichtiger Rohetoffe zugeführt werden. Wie bereits mehrfach tiekanntgegeben, kann für die Ablieferung von fünf Kilogramm Knochen ein Stück Kernseife bezogen werden. Auch bei Ablieferung von ein Kilogramm Knochen wird bereits ein Guischein ausgogrben. Diese Gutsrheine gelten in den Einzelhande'sgeschSften als Bezugscheine auf Kernseife. Zu: Erfassung der Knochen werden im Gau Steiermark in den Ortsgruppen in Kürze Sammelstellen errichtet, die in der Presse noch bekanntgegeben worden. Gäste in Schleinitz Froher Nachmittag fttr Verwundete Kürzlich fiel der Ortsgruppe Schleinitz bei Marburg-Drau die schöne Aufgabe zu, Verwundete zu betreuen. Alle»! freute sich auf da« Kommen der heben Gaste. Schon Tage vorher rtjgten sich fleißige Frauenhände, um den Soldaten den Aufenthalt recht angenehm zu gestalten Die Bewohner der zur Ortsgruppe Schleinitz gehörenden Dörfer waten sich ihrer Pflicht vollauf bewußt und spendeten reichlich und gerne Im Gasthaus Falesch iuSchieinitz fand in festlich tiesrlr'Mif k-ten Räumen die Bewirtung statt Musikklänge trugen zur Erheiterung der ( iäsle bei. Viel Beifall fanden die Vorfühiun-gen der JungmSdel aus Drauhof, Nikolai und Schleinitz. Schöne Steirerliedfr, kleine Schwanke und Singspiele kamen zum Vortrag. Alles hi'tijnd sich in heiterster Stimmung und als der Abend ^lJm Aufbruch mahnte, da war man beiderseitig voll des Dankc"», in schonen Stunden der Gomeinsrhaft geben und nc'|n-,oii /u dürfen. Richtig verdunkein! Die einiachsuj, euer noiwtndigbiu Lutt-schutimabnahine, die Verdunklung, wird trotz der laugen baue; ihrer Anwendung, noch immer nicht surgfaltig genug durch-I getulirt. Vor aliem ipieien uei Uej NaLh-' lässigkeit im Verdunkeln Bequemlichkeit und Ut'dütikonlosiykeil, ja sogar Gewissenlosigkeit eine gioße Kollc; denn juler weif'., daß auch dei kleinste Lichtschein den leindlichen Fliegern ein Ziel bietet Der Gedankenyang, »Jch will Lichi machen — also muß ich vorher verdunkeln!« muß jedem m Fleisch und Blut übergehen. Daß unsere Peinde mit doi Nachlässigkeit einzelner Volksgenossen rechnen, beweist die Mitteilung eines ab-gnschossciion Fliegers, der sich für die gute Uehattdiung n einem deutschen ' a-zarett erkenntlich ze gen wollte, indem er erklärte: »Sagen sie allen, dai'l sie gut verdunkeln sollen; wir haben Befohl auf jedes Lichl Boniben zu werfen. * Jetzt Eierausgabe für die Wlnterver-sor^ung. Um die Ausgabe von Eiern über das ganze Jahr verte Ii durchzuführen, mußten im Vorjahr zui Z'Mt der Haupt-legetätigke t Eier für die Winlerausgabp konserviert werden. Die Möglichkeilen hierzu sind im allgemeinen und beMjn-ders im Reichsgau Steiermark iie-schränkt Zur Verme'dung der damit ver-butidenen Schwierigkeiten erfolgt die Eierausgabe zur Zeit der Hauptlegelä-tigkeit der Hühner in verstärktem Ausmaß, während im Winter d^e Eiausgabe stark eingeschränkt bzw zeitweise gtinz unteibleiben wird. Die Verhriiucher werden dfiher besonders dorauf aufmerksam gemacht, daß die bisher und jetzt aus-gegebenr? größere als in den Vorjahren iiblirhe Anzahl von Eiern nicht als ein Zeichen der wesentl'chen Verbesserimg der Gesarriteiorversorgimg betrachtet we""-den darf *Die jetzt ausgegebenen Cier sollen driher von Hon Hausfrauen selbst für den Winte' kn, das namcritlifh von tremdKivrli^ichrn .\r-beilskräften nicht immer rf«n'ia''nd bc*-achtet wird, so daß iede> "on '.n« d e doppelte Verpr!ichtu"n hat b-i dr>i Durchführunn drs Verbots mit/iihnlfm, w e liberhaiint Füt irden Srizic'^^iärfier die Verpflirh'unn be-fh! h?nba'~htPte B''ändp srhnelKfens flci Fur^flbe'iördo zu nrelden und sie ru bek.impf''n Spaziernänner, die rleri Riänden teilnahmslos ciecjpnü1i''"K(ehf>ri mii nichts zu ihrr>r Bekampfunn iintn:nniimori stellen f^'ch außerhalb de Volk<^(.;( rn'' ^chl^ft. Das Cc<^et7. i'rht fü' «; e horp-ti, R 'S^ra-funri vor. Lohend phei miir. rjer \'o'ks-neeos^ien ned^ch» H'"!den ■ P.i ind'^ in ihrei Entstr hunn sofo't ing e fiMi und auf den Herd bifirhrjiiken /4'<.S rSllldl utui l.diK! Oberratlkersburg. D]s Amt Fra i-^n der Ortsgruppe 0!)erradkerstiurii h-Mte am 22 Juni untei Beide n fl<-r Kr»is!ta i. P(| Herma Bouvier, im He ni ;tbundv: .aj e ne Arbeilsbei-inrechung. De k -iMr.ni ^prrich zu den voilzähiig erscb t':tenon .AintTtrii-gerinnen über Ginsatzlieroilst lidft und Arbeit im fünften Kriegsjahi. 1-ur die He-treuuiig der verwundeten Soldaten, d e am 9. Juli aus einem Lurarelt 7,11 uns kommen, wurden alle mitigcn Mrirvi.ih-nien getrotfen. — Der beim L.n'ir.it be-dienstete Beüinte Kurn k hat \ ir/ h in der Mur einen 7 J4 kq sihwoiea K'ir[)!'-'ri gefangen. Gleichenberg Der 1 iihre: verlit h das Ritterkreii? de-.-. Eisernen Kreuze^ rl'm Oberst K.irl Neuni^* sler, Komni-Mirienr eines Weimarei Pan/ergrenadiorrrni-ments. Oboist Neumeister ist eii. ^ hn der, Bnchhalter.s Karl Neuineii'er Gleichenberg Als Kornmaprien Panzergrenndierreg menis hat -verschiedenen Fronten durch b gende Tapferkeit ausge/eirhnot 1 rägei des Deutschen Kreuze, in Ii Ii id r !hs r Ii m V'M -a- r-r ist r..ld, des goldenen ^'erwiincletenab ei-h-ns und anderer Tapferkeitsaus7ei( hnuivtcn. Die Ankunft von Rilterkreu7tii'npt Neumeister v;urde für Bad G'eichenber : /u e nem tjesonderen Fieudentan „Allen zur Freude" Künstler spielten in Cilli für die Wehrmacht ,,Allen zur Freude" betitelte sich der Bunte Abend, der kürzlich im Deutschen Haus vom Amt Volkbildung der Wehrmacht geboten wurde. Es war mit vollstem Rechte hielür der passendste Titel gewählt worden. Denn jede Nummer für sich ist eine Glanzleistung, wie sie Cilli selten zu sehen bekommen hat. Schon der urgemütliche Plauderer Bernhard verstand es, beste Stimmung zu bringen. Ganz Hervoj ragendes leisteten auf der beweglichen Rolle und in weiteren Darbietungen die Geschwister Sparakoff und das Geschwisterpaar Palnis. Als Nachwuchs für die schwere Kunst der Kör- perelastik lernten wir das entzückende Geschwistetpaar Braun kennen. Das eleganteste Moment des Abends bildete das schon durch seine Erscheinung blendende Tanzpaar Seroff, das hier noch nicht gebrachte Tanzkunst zeigte. Auch die Jongleuse Rassy bot hohe Kunst in schwierigen Jongleurakten. In einem Anlipodenakt erregte Peretz als Fußjongleur allgemeines Staunen. Zum Schluß zeigte das Paar Trobas eine aus-g^ezeichnete komische Akrobatik. Alle Darbietungen untermalte in trefflicher Weise der den Cilliern schon gut bekannte Pianist v. Meinzingen. F. St. Wer besitzt den Führerschein 2 oder 3? Technische Schulung und handwerkliche Ausbildung der Fahrer von Nutzkraftfahrzeugen Der Relchsverkehrsmiiilster hat folgende Anordnung, die im Deutschen Rcichs- und Preußischen Staatsanzeiger und im Reichsverkehrsblatt B II vom 8. Mai 1944 veröffentlicht wurden ist, erlassen: Die außerordentlichen im Straßenverkehr zu bewältigenden Transportaufgaben und die daraus folgende starke Beanspruchung der Nutzkraftfahrzeuge erfordern, daß diese besonders sorgfältig gewartet und kleine Reparaturen, auch zur Entlastung der Werkstätten, sofort tlurch den Kraftiahrzeugführer ausgeführt werden. Der Führer hat daher den Korpsführer des NSKK beauftragt, die Fahrer der Nutzkraftfahizeuge einer technischen Schulung und handwerklichen Ausbildung durch das NSKK zu unterziehen. Die Fahrer der rot bewinkelten Nutz-kraftfalirzeuge mit über einer Tonne Nutzlast (Kraftomnibusse, Lastkraftwagen und Zugmaschmen) haben sich bis zum 31. Dezember 1944 einer technischen Schulung und handweiklichen Ausbildung durch das NSKK zu unterziehen und sich zu diesem Zweck in der Zeit vom 26. Juni 11)44 bis 15. Juli 1944 bei der unteren Verwaltungsbehörde — Fahrbereitschaftsleiter —' zu melden. Neben dem Kraftfahrzeugführer ist der Kraftfahrzeughalter für die Meldung verantwortlich. Die Schulung wird vom NSKK-Kom-mando Untersteiermark durchgeführt. Fahrer, die als technisch und handwerklich gut ausgebildet dem Fahrbereit-schaftsleiter bekannt oder durch die Art ihrer Beschäftigimg ausgewiesen sind, können einer abgekürzten Schulung und Ausbildung unterzogen werden. Das NSKK versieht die Führerscheine der geschulten Kraftfahrer mit einem Veimerk, daß der Inhaber durch das NSKK geschult ist, die Führerscheine der Klasse 2 und 3, die diesen Vermerk nicht tragen, verlieren ab 1. Januar 1945 auf Kriegsdauer ihre Gültigkeit. Fahrer, die der Meldepflicht nicht nachkommen oder sich der Schulung und Ausbildung ohne triftigen Grund entziehen, können nach einer hiezu an die Heranziehungsbehörden ergangenen Weisung des Reichsministers des Innern notdienstverpflichtet oder nach § 5 der Anordnung auf Grund des § 21 KFG bestraft werden. Sie sind in jedem Falle durch den Fahrbereitschaftsleiter dem Leiter der unteren Verwaltungsbehörde zur Notdienstverpflichtung oder Strafverfolgung 7u melden. Alles Nähere ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. PORT UND TÜRMEN Die Leichtathletikmeister des Unterlandes Die Sleqerliste Cilll war Samstag und Sonntag der Schauplatz der untersteirischen Leicht-athletikmeisterschaften, die im schönen und modernst ausflestalteten Stadion der BSG Westen- Cilli zur Entscheidung kamen Die Kämpfe boten bestechende Leistungen ,die zumeist überdurchschnittliches Niveau zeigten. Die Liöte der untersteirischen Leicht-athletikrneister 1944 lautet: Männer: 100 m: Schmidt (BSG Westen) 11.6i 200 m: Schmidt (BSG Westen) 24.9; 400 m: Oblt. Stenzl (WH Marburg) 55.1 ( 800 m: Oblt. Stenzl (WH Marburg) 2.08; 1500 m: Perz (SG Cilli) 4:24.9i 5000 m: Blaschek (Rapid Marburg) 17.29, Hochsprung: Martini (SG Cilli) 1.70, Weitsprung: Staube (BSG Westen) 5.68, Stabhochsprung: Staube (BSG Westen) 2.90, Kugel: Lt. Pribitzer (WH Marburg) 12.14, Diskus: Lt. Pribitzer (WH Marburg) 39.56; Speer: Ing. Schmidt (SG Petlau) 49.46, 4x100 m Staffel: WH Marburg 48.1, Hammer; Kodre (BSG Westen) 35.39, Frauen: 100 m: Derschek I (SG Cilli) 13.9, Hochsprung: Derschek 2 (SG Cilli) 1.35, Weitsprung: Derschek 1 (SG Cilli) 4.38, Kugel: Stiindl (SG Cilli) 8.R0, Diskus: Stündl (SG Cilli) 24.31, Speer: Katschnig (BSG Westen) 24.28. Westen besiegt Trifail stolzer 5:2-Sieg der Cillier Betriebs-Sportler Im untersteirischen Fußballbetrieb gab es am Sonntag ein sensationelles Ereignis: der in letzter Zeit mächtig emporstrebenden Elf von Westen Cilll gelang es, die bislang auf untersteirischem Boden ungeschlagene BSG Trifall nach hinreißendem Kampfgeschehen einwandfrei niederzuringen Die Begegnung, der man in Cilli ein auOerordentlichee Interesse entgegenbrachte, stand durchwegs Im Zeichen eines erbitterten Ringens, da« zunächst bald die eine bald die andere Mannschaft Im Vorteil «oh, bi® dann die We6ten-£U endgültig dan verbissenen Widerstand der Trifailer brach und einem klaren Siege zusteuerte. In diesem Spiel-abschnitt waren die Cillier klar überlegen und vor allem ihre Angriffsreihe mit Lobenhofer an der Spitze dominierte in jeder Hinsicht. .Auch Tschoch und Vor-starek setjten sich aufgezeichnet durch, während das Hinterspiel mit dem schußgewaltigen Verteidigerpaar Pechmann— Koschell diesmal ein nicht zu nehmendes Bollwerk darstellte. Die Trifailer kämpften zunächst mit restlosem Kräfteeinsatz und gaben sich erst nach erbitterter Gegenwehr geschlagen Für Westen waren Lobenhofer und Schuh mit je zwei und Tschoch mit einein Treffer die Torschützen; während für Trifail Schuster erfolgreich war. Soielleiter war Schiedsrichter Ochs. Der 5 2 {2:2)-Sieg der Westen-Mannschaft wurde von den zahlreichen Zuschauern mit begeistertem Beifall aufgenommen Kleinkaliberschießen des NSKK Um die Rrlgademelsterschaften Im Dienste des Gedankens der Wehrertüchtigung führt die Korpsfühnmg des NSKK jährlich Meisterschaften im Kleinkaliberschießen durch, bei denen zunächst in den Stürmen die Besten ermittelt werden und danach in den Standarten, Brigaden und Gruppen die Auslese de« ganzen Reiches, die sich schließlich bei den Korpsmeisterschaften trifft. Im Bereich der Motorbrigade Steiermark sind die Wettkämpfe bis zur Ermittlung des Brigademe'ster« gediehen. Sie standen im Ze chen einer bomerkf^nswerlen Leistungsbreite und guter Spitzeneigeb-nisse, obwohl bei den Schlußkämpten die Witterungsbedingungen denkbar ungünstig waren. Im Mannschaftsbewerb erwies sich als bebte die Vertretung der Motorstandarte 89M 89 aus Leobon, die mit 913 Ringen Brigadomeister 1944 wurde. Als Einzelschütze ragte aus Her Fünfermannschaft Sturmführer Kurt Lil-lie hervor, der 212 Ringe schoß. Den zweiten Piatz erreichte mit 879 Ringen die Grazer Standarte M 88. Brigade-Oin-zelmeister 1944 wurde der Obersturmmann Hermann Peßl (Leoben) mit 188 Ringen. Seinen schärfsten Bedränger, dfen Obertruppführer Josef Jauk, der e« auf die gleiche Ringzahl brachte, vermochte er aber erst in einem Entschei-dungsgnng knapp auf den zweiten Platz zu verwaisen. Der Große Deutschland-Preis Die klassische Zuchtpiüiur.q der Dreijährigen um den Großen Deutschland-Preis gestaltete sich am Sonntao im Hop-pegarten zu einem HöhepunKt de« deutschen Galopprennsports. Da». tOOOOO Mark-Rennen wurde von rtem Fuchshengst Nordlicht unter Otto 'Schmidt sicher mit Dreiviertel Längen qrgen Traumerei (Held), dem weitere Fünfviertel Längen zurückfolgenden Schlenderhaner Schledorn (Dterit) und Weifenfürst (Bol-low) gewonnen. Fünfter wurde Sonnenadler, Nordlicht hat als Vaterpferd Oleander und ist aus der ungeschlagenen Nereide gezorien, ist also Tränef bester Blutströme Sein Reiter Otto Schmidt feierte wie das Gestüt Erlephot seinen fünften Erfolg im Großen Deutschland-Preis. Der Toto- 43 (Einleul ,522) Platz 16, 22, 14, 96, Richtspruch: 3 3—5 4 Lg. Der steirische Tschammerpokalsieger Im steirischen Endspiel um den Tscham-merpoka] zwischen Reichsbahn Gra? und LSV Zeltweg siegten die Reich«ihnhner mit 3:1 (2 0)' Marburq-Stadt siegreich gegen Pragerhol. Am Sonntag Irafen sich auf dem Sportplatz in Prägerhof die Elf der Gefolgschaft 12 Marburq-Stadt mit der Elf der Deutschen Jugend Pragerbot Kreis Marburg-Land zu einem Wettspiel, in dem sich die Marburgei Hlf mit 7 2 Toren der heimischen Elf weit überlegen zeigte. Gegen die ausgezeichneie Marburger I-Lntormannschaft und die übe !e-) gene Verteidigung vermochten di? .Jungen aus Pragerhof nicht aufzukommen und mußten sich mit zwei Toren beanü-gen, während Marburg reiche C'nte hielt. Die beiden Spielet Wodn k und Kraus der Marburgr EU konnten al'eln je zwei Bälle In« Gegnertor eirsenden. Das Spiel h it wieder gezeigt daß der Fußball auch in der Deutsche • .fuq. nd begeisterte Aufnahme gefunden hat und die aktiven Mannschaften guten N.ichwuchs zu erwarten haben, Im Aufütiegturnier zui steirischen Ci.ui-klasse siegte die SG Graz gegen BSG Pohnsdorf mit 3:1 (1:1). Das Grazor Frauen-Handball-Turnier schloß mit einem Sieg von KSK 1 eoben. Auf den Plätzen folgten Poslsport Graz, BSG Kapfenberg und Tuö Leibnitz. Seite 4 ♦ Nr. 178 * Monta<, 2«. Juni 1944 MABBUR44 im 25. Lebensjahre bei der Arbelt tödlich verunglückt ist, und uns (ür immer verlassen hat. Die Beerdigung findet Dienstag, den 27, Juni 1944 um 15 Uhr von der Leichenhalle aue, auf den Friedhof in Drauweiler statt, 5013 Marburg-Drau, Drauweiler, Ogulln, den 24. Juni 1944. In tiefster Trauer: August und Marie Postruschnik, Eltern; August, Bruder und alle übrigen Verwandten. In tiefem Leid qebe Ich die trauriqe Nachricht, daß mein lieber, guter Mann, unser Vater, Bruder, Schwager und Onkel, Herr Gottfried Dietner Rektor un«' am Freitag, den 23. Juni 1944, nach langem, schwerem Leiden für Immer verlaesen hat. Die Verabechiedung erfolgt am Montag, den 26. Juni 1944, um 18 Uhr, in der Grazer Feuerhalle Vollsberg, den 24. Juni 1944. 2918 Josefine Dietner geb. Waldbacher, Gattin» Wolfgang Dietner, Sohn, tan Namen aller Varwandteo. * Wir 0** ^ NMhik(Mi ia* m ll«b«r Ottt«, V«t«r md lohn Rudolf Pnrgai «m IF. Mfd 1M4, im V. UbcnsJifeM. « OiV front f«lan«i tot. Drauwftller, Bruck, St. Ntkolal, den IV. Juni 1944. 4738 In tiefer Trauert Mlml, Gattini Erik«, Töchterchent Anton und Franziska Purgal, Eltern i Josel, Frlts» Stefan, Mathilde, Geichwlster, Müll, Schw&gerln. Schmen«rfülU geben wir «Ueo Verwandten und Bekennten die tramlge Nadirleht, d«i «nt »««r« geliebte Mvttef, Ichweetet, Qroimuttet wmi Tant«, mm Helene Kramberger geb. KoroschetE Wltw« am Freitag, den 23. Juni 1944 um 6.30 Uhr hn Alter von 63 Jahren für immer verlaaeen hat. Die Beerdigung der teuren Dahingeschiedenen findet am Montag, den 26. Juni 1944 um 15 Uhr am Magdalenenfrledhof in Drauweiler statt Marburg-Drau, am 23. Juni 1944. In tiefer Trauer; Franz und Josef, Söhne» Anna Jewschenack, Schw®-sten Marie und Juliane, Schwiegertöchteri TonJ Nichtei Emil, Franzi und Sllvy, Enkelkinderi und alle übrigen Verwandten. Unsere liebe Mutter, Großmutter, Urgroflmuttei und Tante, Frau Julie Kokol hat un« am 24. Juni 1944 für Immer verlaseen. Da« Begräbnis findet am Montag, den 26. Juni 1944, um 16 Uhr, von der Leichenhalle in Drauweiler aut statt. Die trauernden Familien! Ratschltsch, Haa», Kantzner, Repoluak nnd alle übrigen Verwandten 5006 WARBURGER ZETTUNO Montag. ?6. Jun! t944 * Nr. t78 » Sefte J UNTERSTEIRISCHE LICHTSPIELTHEATER MARbUftG Pj^AU I ß ü RG - LICHTS PI EL1£ IS n tn, tq «5 irhr P^mriif TiV Thaodor Diin<*ggeT, CaroU llähn, Maria Andargait. Brikd V, Theluidtin, Wo» Albdch RhIIv Man« Mnwt. Kudoll Cdfl und Georg Alexander In Abenteuer im GrandsHotel Etn nlc^dntes Lusttpicl, bei dem Humoi und Herl lu ihrem Rechte kommen Mir Jug(>ndllrh^ nirht fuqrlamenl SONDER VERANSTALTUNGEN: Monldg, inuJ Miiiwuli um ii.4> Uhn Albrccht SchAnhals, Sdblne Peters, Hilde von Slolt, Ptiul IlKnr.keli und Theodor Loo* In d<'ra sensationellen Gespllsrh.iftq- tint' 7irkii«-Pilm; Die gläserne Kugel FOr Jiiqendllrhe lugeiditenl Ah Dlenstdg, den 27. Juni bringen wir Hans Moser, Ellricdp DaUIg, Paul llflriilqer, Anny ttosar und Hans I!olt In irm frfthllrhen Wl"t»-Hilrni Schwarz auf Weiß FOr Jugendlirne zugelassen I So lÄ 17.30 Ifl 45 Uhr w~ IS c m t« 4,1 UM Bis Monla)^ 70. Juni NORA Ein Uts-Fllm nach den Motiven des Schauspltls von Henrik Ibsen — mit Luhe Ulrich Viktor Staal, Franslska Kln' Gustav DleDI. Carl Kuhlmann und Ursula llerking. Für Jugendliche untur t4 Jahren olchl lugelassenl Sat hienlelder Straße BurjJ-Lichtspicle Cilli Splalieltan- Wochentag» um tB und 20 30 IThr. Sonn-on l PeiertHCTs um IS ifl, |H und 70 IS Uhr_ Kti MoDitiy, 1. Jiill Die goldene Spinne Ein SplonageUlm dsr Torra-FUmkunst mit KIrstep Helberg. Mflrot>o!-Lichtsoielc Cmi SpielOTlti W 17.30 n. 20 Uhn S IB. 18.30 u. 20.45 Uhi Bis Donnerstag, 29. Juni Liebesbriefe Bin nachdrnkllch-hclterer UFA-Fllm mit Hermann Thlralg, Käthe Haack, Paul Hubichmid, Suse Grjf, Bmnl LSbel u Hans Brausewetler. Produktion 1943/41. Fttr Jngandllrhe nlrht sngelassenl Achtungl Das Betreten des Zusrhauarraumas w&hrend d«r Filmvorführung Ist verbotenl Leonhard i. d. Büheln_ Mittwoch 211. nnd Donnerstag 29 Juni ura 20 Uhr Liebe im Dreivierteltakt Hin erht«» Wipner VolkssKlck mit Leo Sleiak, Hans Holt. Uzry Holzsihuh, Rndoll Carl. Für Jugendllrhe Dicht tugriassenl Ton-Lichtspiele Stadttheater P e t f 8 u SplelTelt W 17 IM ^S "h, t; 1410 i? |«) «s utiT Nt'ft.iq, den 211 Jnl Sehnsucht ohne Ende — »Sarasate« f'in njin.iMMMh(*r l-ilrn .uk ili'in Loben 's» tlcnjfr-kAnlgs und der berühmten SSngerin Adullna Pnltl, PQr Jugcntllche unter 14 Jahren ntchl lugelassenl Lichtspiele RAST_ Mittwoch 2R und Donnarstag 19 Juni am 20 Uhr Eine Frau wie du Gin antzückendes Lustspiel mit Brigitte Horner, Joachim GnIU'h.ilk, Volker v. Collunde. FQf Jugendliche nirhl lugelassenl Lichtspieltheater Trifail Bis Doouerslag, 2H. Juni Schrammeln Ein ..Wlpn-Fllm" m't Marie lldrell, Hans Holt und Paul Hörblgpr. — Musikt Willy Schnildt-Gentner. — Regle: G. v. Bolvary, — Für Jugendliche zugeUssenl Ich gebe die traurige Narhricht, daß meine langjährige Wirtschafterin, Fräu-Ifln Vjhe Sekantschnik , n.uh langer schwerer Krankheit Ins Alter von (>4 Jahren heuts' gestorben ist. Das Leicheubegünniiis findet am Mon-tig, den 26. Juni 1944 um halb 16 Uhr in Drauweiler eiatt. 49!}3 Marburg-Drau, den 23. Juni 1944. Johann Bcsiak, Sattlermeister, Dleust-geber. Anzeiger Zu {faulen ffesucbt Gulerhdllene Strlrkmasrhlnt wird zu kaufen gesuiht. Kder Verkaufsangebote unter >300« an die »M. Z.», Marburg (Drau)^_____ 4973-14 Tausche tiefen Kinderwagen gegen Sportwagen. R. Meiiit-zer, Kunigund, Schloß Pachta. 50U4-14 25]^hrig. AugcRlellter wünscht 18—22 Jahie alte Hilfsarbei-lerin odor HausnrhiUin zwerks Ehe kennenzulernen. Lichtbild nrwünscht, wird retnurniert. 'uschriiten untc ttGiitliorzicies MädeU an die »M Z« 4K73-t2 FvnHf» VcH*!stc FUllfeder mit schwarzem Etui, -im Hauptpostamt Marburg-Dr 'm 20. Juni verloren Per ehrliche Finder wird geboten, die--oibe gef|rn Belohnung in dei Trafik Weiß, Tuirciplatz, Mar-I>urg-Drau, al).'.ugei)on 4838-13 lU'rren-Tasthenuhr Samstag den 17. Juni abend*?, in de' Fich'egafjse verloren Da An denken, wird der ehrliche Finder gebeten, dieselbe gpgen Sehl gute Belohnung im Gast hof zum guten Tropfen, Fichte gasse ,abzugeben, 5007-13 Armbnndniir, verchromt, Samstag vormittag vom Physika! bis zum Hauptpostamt verloren Finder wird belohnt. Abzugeben beim Stadtischen Phy-sikdt, Marburg-Drau. 5011-13 Vcrschierlencs Hin Paar braune Korkschuhe, Nr. 39':i, und ein Paar schöne schwarze Semischschuhe, Nr 17, beide Paare tadellos, gegen ebensolche Nr. 38 oder 38)<. zu lauscheri gesucht Zuschriften unter »Schuhe« an die »M. Z.<' 4996-14 Lies Deine Zeitung täglich! Pldi|9Zlli In Peflao oder naher Umgebung gesucht W. Mxmi, POT/i!] narbur^cr Orcsshandcls^csdlschaSf Am 30.6. und 1# 7a 1944 ist unser Betrieb we^en Warenbestandaufnahme geschlossen Wir bitten unsere geehrten Geschäftsfreunde um Kenntnisnahme narburfler OrosshonnelsiteselischQlf Marburg, Adolf-Hltler-PlatK It LajJer Kranichsfeld — Lager Windlschgrax 28111 Tausche Volksempfänger gca. Damenfahrrad mit Wortausgl. Adr in der »M Z^«___4982-14 Tausche Wanduhr gegen Fahrrad. Adr. in der Z^«_4812-14 Tausche guter-h.iltcnen Kin-derschlafwagen gegen ebensolchen Kleiderschrank. Adr. in der Verwaltung der »M. Z.« __4844-14 B«itlerle - Hund-funkenipfünger gegen Wechselstrom - Rund-funkempftingpr, im guten Zustand, zu tauschon. Adresse m der »M. Z.« ____4946-14 Seid immer luli-scnutfz-oereii! idioffcnbo fraucn in IDaffcnfdimicDcn fdrloffern, frhiocinBn, bohren, brehtn, friifcn, montieren — fit finö g«fdiicfetf liclferinnon im Rrbeltscinfa^ ber Rüjlung. Daheim aber ocrforgcn (ii nodi ihr^n l^aushalt. Dabei ifl (i^nko ihr tüditigec fielfer. Genügcnb Innge cingciocidite LUäfdie loirO gut iiurch-goftampft unb bnnn nur itur3 mm fiochen gcbradil. Ohne Reib-unb BiirU-arbcit loirb fo bie LDäfd>c faubcr. Dos lUafchpalucr tcichl aus, ble lOäfdic lotcb gcfdiont unb man fdilagt ju-' nicidi ftohlenidnu ein SchnipptliBn. r M Matarlalvarlust und i*c)ea Solt2an (Ohrt ru AC>faltl Vannalda fnOg. ll^st ladan Bruc^ dar Minal HARDTMUTH ^____ö] An unsere Posibezieher^ Wenn dai Pnstbnt« tu Ihnen tumni und d * BefuqsgHbilhi lAi Marbui qpi Zeitung «inhebl oillen wii "iie dumit In dei Zu^ietlunq nein* Uniei brarhtina mnttiti iie Znhinng nirli' ?u verweigern Die Be^iiii«iripbnhr i*i I iromei id vorauf m ber^hlen ..Mdrtiiitgfi tvltung Veflrtelunhlfllunt i®«» Amtliche Bekanntmachungen Der Chef der Zivllverwaltunq in der Untersteicrmark Gruppenfahrbereitschaftsleiter. ZI.: CdZ IV Verk Gfb II-345-Sch-44 Marburg-Dr., den 24. Juni 1944 Bekanntmachung über die technische Schulung und handwerkliche Ausbildung der Fahrer von Nutzkraftfahrzeugen. Auf Grund der Anordnung des RVM vom 30. April 1944 IRVkMl. B. S. 73 RA Nr. 107) haben sich die Fahrer der rol bewinkelten Nutzkraftfahrzeuge mit über einei Tonne Nutzlast (Kraftomnibusse, Lastkraftwagen und Zugmaschitionl bis zum 31. Dezember 1944 einer technischen Schulung und handwerklichen Ausbildung durch da« NSKK zu unterziehen und sich zu diesem Zweck in der Zelt vom 26 ,Iuni 1944 bis 15 Juli 1944 hei der unleren Verwaltungsbehörde — Fahrbereit-schaftsleitet — zur Teilnahme an einem Schulunaslehrganq di'S NSKK zu melden Neben dem Kraftfahrzeuqliihrer ist der Kraftfahrzeughalter für die Meldung verantwortlich. Aiisgenommop hievon sind d'e Fahrer von Nu^zkraftfahi-zeuqen mit Sonderkenn^eirhf^n (zur Zeit WH, WM, WL, SS. Pol. DK RP RAD OT und DRK). D)t Fahrerlaubnis zur Zeil der Klasse 2 und 3 (5 SiVZOl berechtigt vom 1 Januar 194.5 auf Kriegsdauer zu.m Führen von rot bewinkelten Niitzk'nftfahrzpugen (Kraftomnibussen, Lastkraftwagen und Zugmns'hinen) nur, wem der Führei--schnin eänrn Vermerk trägt, daß der Inhaber durch dw NSKK aosrh'ilt ist. Die Finberufuntj zur Schulung und Aushlldnnq erfolnl durch den Fahrbereitgchaftslpiter nach vorheriaein Finvernrh-men mit mpiner Dienststelle über Antracr de« NSKK-Kommnn-dos Untersteiermark. Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften de^ Aiior^^. nung werden gem-iR § 21 und 'S 24 de« Gesetzes (Iber den Verkehr mit Kraftfahrzeugen bestraft, 291fi fm Auftrag qez. Erich Dellowllsch Der Pollzeldlrektor In Marhurg-Dr. SM — 2324/1944 Ab 2fi. Jiml 1944 sind die Polizei-Revier» nach Änderung der Fernsprerhnummer telefonisch wie folgt zu erreichen: 1. Polizei-Revier Adolf-Hitler-Platz 7 ..... 2551 2 Polizei-Reviei, R'smarckstraße 24 ...... 2552 3. Polize-i-Revier, Hindenb urgstrafle 45 .... 2.'i53 Polizei-Revier, Zweigstelle Drauweiler, Ben^q. 20 2554 Dr. Walner. Staatliches Veterinäramt f. d. Stadt Marburg'Drau, MARDUUG'Dr., Parkgasse 1. ZI: Vet W 1/2— 44. Marburg-Dr., 21 Juni 1944 Retrifft; Hundekontumaa. In der Stadt Marburg an der Drau (Drauweiler) wurde bei einem Hunde Tollwut amtlich festgestellt. Viehseuchenpolizeiliche Anordnung Auf Grund der §§ 18 ff de« Vieheeuchengesetzes v 26. Juni 1909 und der §§ 110 der AuslührunqsvorschrUten ziun Viehseuchengesetz ordne ich an: 1.Das ganze Gebiet der Stadt Marburg-Dr. wird zum gefährdeten Sperrbezirk erklärt, für den ich mit sofortiger Wirksamkeit die Festlegung aller vorhandenen Hunde und sichere Verwahrung aÜer Katzen bestimme. Der Festlegung ist das Führen der mit einem sicheren Maulkorb versehenen Hunde an dei L^ine gleich zu achten 2. Im gefährdeten Sperrbezirk müssen Hunde und Katzen so festgelegt sein, daß sie mit umherstreifonden Hunden und Katzen nicht In Berührung kommen können. 3. Die Hundebesitzer sind verpflichtet, ihre Hunde in das Hundestandsverzeichnis bei der Gemeinde eintragen zu lassen. 4. Die Ausfuhr von Hunden und Katzen aus dem gefährdeten Sperrbezirk ist nur mit meiner Genehmigung nach vorheriger Untersuchung gestaltet. Zur Beförderung mit der Bahn werden nur Hundo und Katzen zugelassen (ür die Ausfuhrgenehmigungen vorliegen Als Ausfuhr im Sinne dieser Anordnung gilt nicht die vorüborgehenrle Entfernung von Hunden bei Spaziergängen, Ausflügen u. dhnl. Gelegenheiten. Hunde müssen auch in diesen Fällen mit einem sicheren Maulkorb versehen und an einer Leine gefühlt ♦ werden. Katzen diirfen ohne Genehmigung auch nicht vorübergehend entfernt werden. 5. Für die im Dienste der Polizei und der Wehrmacht sowie zur Führung von Blinden verwendeten Hunde, können für die Dauer des Dienstgebrauches Ausnahmen von obigen Vorschriften 7ugelas%?n werden, ebenso auch bei Jagdhunden bei der Jagd. Außer der Zeit des Gebrauches un terliegen diese Hunde jedock den in dieser Anordnung gebotenen Vorschriften. 6. Verbotswidrig frei umherlaufende Hunde und Katzen werden eingefangen und getötet. Auch die Feld- und Forst-Bchutzbeamten, die Jagdinhaber und Jagdpachter sind zum Abschuß ermächtigt, 7. Die Aufhebung der Sperrmaßnahmen wird erfolgen, wenn kein neuer Fall von Tollwut auftritt, jedoch nicht vor Ablauf von 3 Monaten nach Inkrafttreten dieser Anordnung 8. Übertretungen dieser Anordnung werden gerichtlich geahndet. 9. Diese Anordnung tritt mit sofortiger Wirksamkeit In Kraft 2893 Der Leiter: ORA Dr. Frledl. Stetrlsrher Heimatbund, Krelsiflhrunq VUrburg-SUdt Dt'r Beauftragt« tttr LS-Fragm. Bekanntmachung Es gelangen wiederum Luftechutzhand«pr1tzeii nw A«e> qabe. Die Ausgabe erfolgt nur gegen Bezugtchelne, die Jedoch mit 15 Juli 1944 ihre Gültigkeit wieder verlleren Die Haue-besitzer werden daher aufgefordert, die erhaltenen Bezugscheine sofort einzulösen, da eine neuerliche Bezugscheinaui-gabe an Säumige nicht mehr erfolgt 2910 Der Fleauftragte für IS-Fragen, Kreisführung Marburg-Stadt: ZI. I 123/'2—44. Marburg-Dr., den 20, Juni 1944. Verlautbartinil Im Sinne des Erlasses des Chefs der Zivilverwaltung in der Untersfeiermark vom 12 Juni 1944, ZI, (CHZ| I Pol 389 Me 174 1944 fordete ich alle derzeit im Landkre.s Marburg-Dr, wohnhaften Umquartierten au6 den Lnflkriegsgclvefen auf, sich sofort bei ihren gegenwärtigen Aufenthaltsfi' m inden polizeilich anzumelden und gleichzeitig die Rückmeldung bei d^^r Mv'ldebehörde des Abzugsorfes zu veranlafisrn. Aliqpsehen davon, daß diß Unterlassung der Meldepflicht filrafi)ar iSt, entstehen durch d^! Nichtbeachtung bei den Geme nden der Luft-kriegsgehiete erhebliche Schwierinke'ten, da iihcr den Verbleib einer größeren Anzahl von Umguartierlcn gar nicht«; bekannt ist. 2917 Der k Landrat; Knaus, Oberhürgermrlster. DER ODFRllüKGERMEISTER DER STADT MARni'Rr, DRAU S c h u 1 a m t Schii'cr<>irschrlksschule Marburg-Gamst Goniischte Volksschule M i burg-Kötsch| Gemischte Vo'\sr,(hu!e Mnrt)urg-!.emt)ach| Gemischte Vnlkr.scli'ile Mgrburg-P'ckerndorfi Gemischte Volksschule V'1.irhurn-Rnßv.rp'Ti| Gemischlp Volksschule Mi''hurfi-Rotwein; Gemisrhte Vnikc'^thu'e ^tarburg-Zwettendorf Oer regelmäßtne UnieTirht beriMinl am 4 September 1944 DiC Schüler haben s.ch an 'l."som Tan" um 8 Uhr früh in der Schuir^, in der sie einnffh' 'hcn wiuf'en einzufinden 'ene Erzjphvinnftherechl "t. p d'e scbulpfüchtige K nder iiich' zum Srhulbesuche u.melden h-iben mit gpse^7''rbnn Strafen zu ^e^hnen. I. V. STROHL. Der f hef der 71vllvprwaltiing In der Unfersteiermark .Schul abteihiiifl Einschreibung In die Stnattlch« Wirtschaftsoherschule Marburg/Dran, Teqetthoff-platz 1, .Staatliche Wlrlschaflssihule Mdrbu g/Drau, Teiietthottpi.itz 1| .Staütllchf WirtschafIsschnle Cilli, Roseggerstraßt! 1; SlaallUhe \Virlsch,tUsschule Oberradkersburg, in Radkersburg, Hauptschulgeb;iude; ■tadtlirhe Wirtschallsscluile Pettau, Mädchenheimstraße 2| ;^taatljche WIrlschaftsschnle Trifail, II. Hauptschulnebäude. Die Wirfschdftsoberschule (Handelsokadem e) ist eine i'achschule, die in vieijährigof Ausbildung] füi alle Zw-ins ler kaufin.tnnischrn Berufe vorbereitet. Da#, Re'fezougnis er-nögl:cht das Studium an Handelshochschulen, an di n w is-senpchaftlichen Fiikultcilen dor deutschen Horhschnlen, unter bestimmten Voraussetzungen das Studium an Ro'hfswi-.sen-'Chaf.eri und ersetzt außerdem die volle Lehrzeit und tvn Jahr Gehilfenzeit im Handelsgewerbe Die Wirtschdftsschule (H indelsschule) ist eine Berufstach-•chule und bereitet ',n zweiiahriger Ausbildunn lür d:< L.r.if-Sahn eines kaufmannischen Angestellten und m■tt^■rcn F-am-'en vor. Das AbschluHzeugnis ersetzt die vidle Lehrzeu im iiandelsgewerbe und bildet die Grundlage zur 7nl.«^inq lür eine Sonderreifeprüfung, d'e das Studium der Wrtsi tuiflswis-'enschaften ermöglicht. Aufnahmebestimmungen: Alle .Aufnahmebewerber "langen ^nd Made') niüssen Mitglieder der Deutschen IiKiend (d:e dtern Mitglieder des Steirischen 1 leimatbundr^i «-iMn ui;d lia-, ben eine schriftliche und mündliche .Aulnahmepruiung aus deutscher Sprache ah/ulcqon. in den ersten Jahrgang der Wirtschaftsoberschule wird aufgenommen; 1. Wer sich mit dem Jahreszeugnis der 4 Klasse einer Oberschule oder eine« Gymnasiums ausweisen kann, das in allen Pllichtgcgenständen die Mindestnote »aus'eichend« aufweist. Eine Note »mangelhaft« oder »ungenügend • aus einer der alten Fremdsprachen bildet kein Hindeni:s tür die Aufnahme. 2, Wer das Jahres- und Fntlaesunoszeuanls der 4. Klasse einer Hauptschule besitzt, in dem die Gegenstände Deutsch, Rechnen und Raumlehre mit mindestens belriedigend.. und alle übrigen Gegenstände mit mindestens »ausreichend« beurteilt sind. In den II., IIL und IV. Jahrgang der Wirtschaftsoberschule wird aufgenommen, wer sfh mit einem Zeugnis der erfolgreichen Beendigung des entsprechenden vorhergehenden Jahrganges ausweisen kann In die 1. Klasse der Wirtschaftsschule wird aufgenommen: 1 Wer sich mit dem Jahreszeugnis der 4 Klasse einer Oberschule oder eines Gymnasiums ausweisen kann, das keine Note »ungenügend« oder »niangeihaltft in Deutsch und Rechnen (Mathematik), sowe kein »ungenügend-^ in Geschichte, Erdkunde und Physik aufweist. 2. Wer das Jahres- und Entlassungszeugnis der 4 Klasse einer Hauptschule besitzt, das keim* Note »ungenügend« oder »mangelhaft« in den Pflichlgegenständen aulweist. 3. Bei geringerer Vorbildung ist eine schriftliche und mündliche Aufnahmeprulung au« Rechnen abzulegen. 4. Von Bewerberinnen werden jene bevorzugt die das PlUchlj.ihr bereit« ahgeleistei haben. In die 2. Klasse der Wiitscbaltsschule wird aulgenommen, wer sich niil dem Zeugnis über die erbdiirciche Beendigung der 1 Klasse einer Wirtschaltsschule ausweisen kann Zur Einschreibung sind mitzubringen: I Taufschein, 2. letztes Schulzeugnis, 3. Mitgliedskarte der Deutschen Jugend, 4, Heimathundlegitimat-ion der EIUtu. Die Einschreibxing lür die obengenannten Schulen findet am Dienstag, den 11. Juli von B--10 Uhr Im Gebäude der betreffenden Schule «tatt. Die Aufnahmeprüfungen werden inschließend abgehallen. lüi Auftrage; Dr. Stuchly e. h. ' MARBURGER ZEITUNG Ein Dichter erzählt Heimaf-Geschichte Ein Abend mit Hans Kloepfer In Köflach Die VolksbiUliingästatte Köflach der Deutschen Arbeitstront konnte als Abschluß ihrer Vortrafisrcihe in diesem Jahr für ihren letzton Heimatabend keinen besstren Sprecher finden als den so innig mit dioicm Boden verwachsenen stei-rischen Iluvm-itdichler Hans Kloepfer, der ein ungemein reiches, farbiges und ein-dringliclies Bild der Geschichte Küflachs und des Kalnachbndens entwarf, dankbar hegrüDt vom Leiter der Volksbil-dungsstatte Ing Riiflolf Arvay und von einer großen Ziihorerbchaft, die den (estlich geschmückten Saal bis auf den letzten F^ldlz füllte. Dr. Klocpler begann mit Hinweisen auf unser Wissen von den Höhlen- und L'reinwolinern. die Steinbeil, Hirschhorndolch und Fischgräten-nadi'l handtuibten, bis etrnskisrhe Han-dels'enle kompliziertere (jebrauchsgegen-stände brachten. Die Stürme der Völkerwanderung brausten vorüber, Mischung des nordisch-keltischen Bauernblutos mit slawischen IZinwonderern, mit Bayern, die Einführung des Christentums, die Herrschaft der Habsburger folgte Alles das wußte der Vortragende in lehens-vollv'n Bildaussrhnitten hervor/.uzaubern. Die Unterschiede von Hrli- und Zeitpacht, Stadl-, Markt- und Weidereclit, der Robottdienst wnrrlen knapp gekennzeichnet, wie aucii die Nachklänge alten deutschen Rechts im Ortsrecht und selbst in dem noch ülilichen Kinderspiel. Köstlich charcikterisirrte Hans Kloepfer die kleinen Eifersüchteleien zwischen dem mehr bäuerlichen Köflach und dein mächtiger aufblühenden, sich bürgerlicher entwik-kelnden Voilsberq, das die Landesherren begünstigten. Alle die harten Zeiten der Türkenoin-ffille, der Pest, besonders in den Jahren 1584 bis 1585, des Baiiernanfruhrs, der Hexenverfolqiingen, der Erdbeben, Feuersnöte, der Hociiwässer, des Franzosen-durclizugs von UlOf) unter Marschall Mar-mont Würden ebenso lehrreich aufgerollt wie die freundlichen Zeiten der friedlichen Entwicklung in Straßenbau, Schulwesen, Bergbau Industrie, Handwerk und in der Baugeschichte mit dem wohl ältesten erhaltenen Baudenkmal, dem Karner, aus dem 13. Jahrhundert. Urahnen-Erinnerungen an den herrlichen „Kometenwein" von 1811 wurden laut, und dankbar wurde der Aufschwung erwähnt, den die (jegend seit der Eröffnung der Graz-Köflacher-Bahn am 3. April 1860 nahm. Hans Kloepfer gedachte im Aiisklang der vorbildlichen Haltung, die die kerndeutsche Bevölkerung des Bodens auch nun, in den Zeiten des zweiten Weltkrieges, als musterhaft zeigt. Dem Vortragenden dankte Ing. Arvay mit herzlichen Worten. Ein kleines Mädchen überreichte Hans Kloepfer untei allgemeinem Jubel einen Strauß aus Feldblumen des geliebten sfeirischen Heimatbodens. Es folgte noch die Vorführung einer Folge vom Landesarchivdirekfor Meli beigostellter Rüder aus Alt-Köflach und aus dessen TJmgebung. Eine Schar gut geschulter Musiker brachte, unter ihrem Leiter Rudolf Strohl, vor und nach dem Vortrag anheimelnde steirische Tänze, die ehrnfalls viel Beifall fanden Dr. Alfrecf Mrt//er Kommende Tanz-UraufFührung Intendant Dr. Rudolf Meyer erwarb für die Städtischen Bühnen Graz die Tanzdichfung „Teufelslegende" von Heigo Kolt; Musik von Ernst Märzendorfer, zur Uraufführung. Heigo Kolt ist erst'^r Solotänzer und Ernst Märzendorfer Kapellmeister an den Städtischen Bühnen in Graz. Schauspiclprcis für eine Grazerin Für das beste Schauspiel unserer Zeit hatte das mjjinger Stadttiieater einen Schauspielprois ausgeschrieben. Da von den über 31J0 eingereichten Werken keines den gestellten Forderungen entsprach, wurde der Preis der stärksten unter den weniger bekannten Begabungen, die durch das Preisausschreiben entdeckt wurden, zuerkannt, nämlich der Grazerin Hilda Knobloch fiir ihre Bühnenwerke ,,nor Arzt der Königin", „Der Dämon" und „Der gioße Schröder". Festtag der steirischen Jugend Morgenfeier, Wettbewerbe, Ausstellungen und Festaufführungen in Graz Für d'e Morgenfeier mit dem Satzbur-: ger Dichter Karl Heinrich Waggerl, der anläßlich des kulturellen Wettbewerbes zur steirischen Hitler-Jugend nach Graz gekommen war, bildete der Eggenbergcr Schloßpark einen stimmungsvollen Rahmen. Zur Feier war auch Gauleiter Uiber-reither erschienen. Eine sanft ansteigende Wiese, umschlossen von hohen, alten Bäumen und darüber der blaue Himmel, rief in den Jungen und Mädeln eine Stimmung wach, die sich am besten mit den Worten dee Dichters Eichendorff beschreiben läßt, wenn er von der »schönen, scheuen Schöpfeistunde« spricht. Glockenrein und melodisch erklangen die Stimmen der Mädelsingschar Gleisdorf in dem mehrstimmigen Satz: »Wacht auf, das Land steht schon im Glanz ..« Dann begann Karl Heinrich Waggerl zu erzählen, Schon nach den ersten Worten hatte er in eeiner natürlichen Art die fierzen der Jugend gewonnen Er erzählte ihnen von seiner Heimat, seinen eitern, und jeder der Zuhörer vermeinte die Gestalten und die Landschaft vo^ sich zu sehen. Die Mutter beim Nähen der alten Trachten, die Nachbarin, wie sie mit neidvollen Blicken auf die kunstvoll gefältelte Schürze der Mutter Waggerl blickte und den Bauern, der »so uralt war, daß ihm seine eigene Jugend nur vom Hörensagen bekannt war«. Eine un-i efidliche Fülle von Lebensweisheit verbirgt sich in den Worten des Dichters, eingehüllt in den Mantel eines goldenen Humors; jeder Satz Ist ein kleines Kunstwerk für sich. So wurde in dieser Stunde I auch der Reichtum, die Bildhaftigkeit und I Klangschönheit der deutschen Sprache zum unvergeßlichen Eindruck. Heimatliebe sprach aus jeder kleinen Begebenheit. Man glaubte mit dabei zu sein damals, ale der Dichter noch ein kleiner Bub war und den mit den Schneiderge raten der Mutter vollbeladenen Wagen den steilen Weg zu einem Gebirgsbauern hinaufschob und die Schönheit der wogenden Felder und grünen Wiesen in sich aufnahm. Zugleich war das Erzählte ein starkes Bekenntnis zum Bauerntum. Fast mahnend und getragen von sorgender Güte sagte der Dichter zu den Hunderten von Jungen und Mädeln, die zum großen Teil in steirischen Dörfern zuhause sind; Was der Pflüger verloren gibt, kann der Krieger nicht zurückgewinnen. Bauer sein heißt tapfer sein und ein erfülltes Leben führen. Oft und oft ist es dem Dichter so gegangen, daß ihm ein Gespräch mit einem Bauern über dessen Alltagssorgen die innere Ruhe wiedergab. So konnte die Jugend von dieser Morgenstunde nicht nur echte Fröhlichkeit, sondern auch ernste Lehren mitnehmen. Es war ein Stück deutsche Heimat voll Innigkeit, wie sie wohl der Soldat vor sich sehen mag, wenn er vor schweren Entscheidungen oder mitten im heißen Ringen steht. Die steirische Hitler-Jugend ist Karl Heinrich Waggerl dankbar dafür daß er ihr dieses Erlebnis geschenkt hat. Am VoiTnittaq de« Freitag begann der Wettetreit der Singscharen und Chöre, der Puppen-, Märchen- und Laienspielgruppen und jener Jungen und Mädel, die sich für darstollende Kunst und Sprechkunst gemeldet hatten. Am Nachmittag wurden die Ausstel-luncfen im Joanneiim in Anwesenheit des Kreisleiters Kollik durch Geblrlsführer Danzinger eröffnet, Es folgte eine Führung der zahlreich erschienenen Ehrengäste durch die Trachtenschau und die Ausstellung »Künstlerisches Schaffen«. Dr Nitsche, Hauptabteilungsleiler der Gebietfiführung, hatte in einem Einführungsvortrag auf Sinn und Zweck der AusstelluTigen, die von der gesamten am Wettbewerb teilnehmenden Jugend be- sucht wird, hingewiesen. 800 haben ihre Arbeiten in den einzelnen Sparten zum kulturellen Wettbewerb eingeschickt. Es ist eine der vornehmsten Erziehungsaufgaben der Hitler-Jugend, die schöpferischen Kräfte anzuregen und künstlerisch begabte Jungen und Mädel herauszufinden. Die Ergebnisse de« Wettbewerbes — von denen die besten Arbeiten in der Ausstellung gezeigt werden — weisen eine Anzahl vielversprechender Leistungen auf. Vor allem ist die Ausstellung ein Ansporn für alle Dr. Nitsche dankte hierauf jenen steirischen Künstlern, die sich als Bewerter zur Verfügung gestellt hatten und damit den begabten Jungen und Mädeln ihren weiteren Weq weisen. Die ebenfalls in den Räumen des Joan-neums aufgebaute Trachtenscha« soll, wie Dr. Nitsche sagte, der Jugend die Schönheit der heimischen Tracht und ihre Form- und Farbgesetze vor Augen führen Die Ausstellung ist nicht nach dem Gesichtspunkt einer Sammlung des überlieferten aufgebaut, sondern nach dem der Kleidung, wie sie heute von unseren Jungen und Mädeln getragen wird. Anschließend wurde den Jungen und Mädeln wieder eine große Freude zuteil. Sie konnten die Dichter Hans Kloepfer, Franz Nabl und Paul Anton Keller in Lesungen aus eigenen Werken hören. So durften sie an diesem Tag eine reiche Fülle deutschen Kulturgutes aufnehmen. Durch ihre Leistungen be den Wettbewerben, durch ihre Laienspiele und einen Elternabend zeigten sie sich dieser Güter würdig, Dankbarkeit fü» das Gebotene und Stolz auf das eigene Können erfüllte die Jugend am Schluß dieses Tages, an dem für sie auch die Festvorstel-lungen im Grazer Opern- und Schauspielhaus mit Mozarts »Zaubertlöte« und Shakespeares »König Lear« gebracht wurden. Haydn in Trifail Auch der Grenzkreis beging seinen »Tag der Musik« Auch in diesem Jahr hat Trifail, wie wir bereits vorausschauend berichtet haben, den Tag der Musik feierlich begangen. Am Vormittag kam die Aufbauar« beit der Kreismusikschule und ihrer Zweigschulen Edlingen, Eichtal und Ratschach in zwei Vorspielstunden zum Ausdruck, die Musikdirektor Stekl im Heimatbundsaal abhielt. Das Bannorchester der Deutschen Jugend, das sich auch bei den Kulturtagen in Pettau hervorgetan hat, stimmte ein gemeinsames Lied an. Dann kamen die anderen Sieger und Siegerinnen in den Einzelwetbewerben des Peltaner Musikwetlstreites zu Wort — vor allem die beiden Eichtaler Nada Podlogar (mit einer Arie aus Puccinis »Madame Butterfly«) und Josef Jan-tschar, der kleine Meister auf der Handharmonika. Den Beschluß machte die auch im Pettauer Arkadenhof vorgetragene Bergmannskantate von Günther Bialas, an der das Bannorchester und die Mädelsingschar der Deutschen Jugend gemeinsam beteiligt waren. Den Höhepunkt des Musiktages bildete am Abend das große Festkonzert im Heimatbundsaal, das gleichzeitig die 41. Mu-fiikaufführung und das S. Symphonie-Konzert der Kreismusikschuie Trifail darstellte. Der musikalisch sehr gehaltvolle Abend, bei dem das Trifailej- Bergknappen Symphonie-Orchester, der Tri-fc.iler Bergmannschor, der Frauenchor der Kreismusikschule und die Singschar des Reichsarbeitsdienstes sowie, als Solist, Dr. Herbert Krames auf dem Violoncello mitwirkten, stand im Zeichen Josef Haydns. Die graziösen Katharinentänze, über deren Entstehung Musikdirektor Stekl vor kurzem an dieser Stelle berichtet hat, erlebten bei diesem Anlaß unter seiner Stabführung ihre steirische Erstaufführung. Souveräne Beherrschung der ihm anvertrauten musikalischen Ausdrucksmittel zeigte da« Trifailer Symphn-rie-Orrhestpr dann in der wnhlgelunge- nen Wiedergabe der Symphonie in Es-dur mit dem Paukenwirbel — nicht zu verwechseln mit jener bekannteren »Symphonie mit dem Paukenschlag«. Die Klangschönheit und die in den sattesten Orchester-Farben gestaltete Instrumentierung dieses Werkes kam in allen vier Sätzen Adagio und Allegro con spirito — Andante — Menuetto — Allegro con spirito — vortrefflich zum 'Ausdruck. Hervorgehoben sei das mit perlendem Reiz gefühlssinnig vorgetragene Violin-Solo von Valentin Jager. Der zweite Teil des Abends brachte das große Violoncello-Konzert in D-dur mit den drei Sätzen Allegro moderato — Adagio — Allegro, das den Dirigenten und sein Orchester, und vor allem auch den Solisten, Dr. Herbert Krames, auf der Höhe technischer Meisterschaft und musikalischer Reife de« Ausdrucks zeigte. Den Abschluß bildete die große Kantate für gemischten Chor und Orchester »Der Sturm«, die Musikdirektor Stekl Gelegenheit gab, an einem seltener gehörten Werk Haydns die Leistung der Kreismusikschule in einem Gesamtaus-druck stimmlicher und instrumentaler Mittel zur Darstellung zu bringen. IVerner Scfnillz Erste Serenade in Graz Beethoven und Mozart Zwar hat der Wettergott nicht mitgewirkt, aber die von Professor Ob- rbor-beck dirigierten Chöre, Lieder und Orchesterstücke nahmen sich auch im behelfsmäßig herangezogenen Rittersaal ai« liebenswürdige Darbietungen des Steirischen Musikschulwerkes aus, das nun schon bei seinen sommerlichen Frei-luftkonzerten mit einem Stammpublikum rechnen kann. Zu hören waren zwei Madrigale, von Thomas Morley »Nun strahlt der Mai den Herzen« und von Hans Leo Haßler, »Jungfrau, dein schön Gestalt«, die beide durch den hellen frischen Stimmenklang und die korrekte saubere Ausführung bestachen. — Klärchenlleder Beethovens, »Die Trommel gerühret«, sowie »Freudvoll und leidvoll«, von Hilde Faul ambl-tionlert gesungen, leiteten zur Romanze F-dur für Violine tmd Orchester, Opus 50, über, die Martha Eltler mit großem Ton und leicht romantischer Akzentuierung spielte. Mit der Konzertarie für Baß und Orchester, Opus 523 von Wolfgang Amadeus Mozart, holte sich Hermann Achenbach, ein durch seine Intelligenz und eine sehr gepflegte Stimmbehandlung gewinnender Sänger, herzlichen Beifall Den Beschluß bildete die Serenade D-dur, Opus 185, ein Werk aus der frühen SchaffensperloJe des Meisters, das aber dennoch den ganzen Mozart in all seiner Innigkeit und Schwermut, seiner Weltverlorenheit und humorgotränktcn Laune enthält. Das Gemeiiischaftsorche-ster des Steirischen Musikschulwerkes, unter der Stabführung von Professor Obetborbeck, nahm sich des fünfsätzi-gen Werkchens mit aller Liebe an. Die Solovioline Martha Eitler« wurde auch der Mozart'schen Kantilene im Andante und Allegro völlig gerecht, so daß dem Stimmungszauber dieser Serenade eigentlich nichts als das laue Sommerwet-ter fehlte und die frische Luft, die im übervollen Saal der Schwüle hätte steuern können Professor Oberborbeck und Sfine Mitwirkenden wurden mit lebhaftem und warmem Beifall überschüttet. Kurt Hildebrand Mofzcifc WER ERFAND DIE LOGARITHMEN? Im Jahre 1594, vor 350 Jahren, wurden die Logarithmen von zwei verschiedenen Persönlichkeiten, von einem Schollen und einem Schweizer, gleichzeitig entdeckt. Die in der Geschichte der wissenschaftlichen Entdeckungen und Erfindungen nicht selten^ Erscheinung, daß ein geistig oder praktisch bedeutsames Neues von zwei Forschern fast zu gleicher Zeit gefunden wird, trifft auch auf die mathematische Rechnungsart der Logarithmen zu. Auf das Wesen der Logarithmen soll hier nicht näher eingegangen werden. Es genügt, daran zu erinnern, daß es sich um eine scharfsinnig und geistreich aus der Potenz-Rechnung gefolgerte Methode handelt. Logarithmus ist griechisch und heißt: Verhältnlszahll Der ungemeine Vorteil der Rechnung mit Logarithmen beruht darauf, daß, wenn man den Logarithmus einer Zahl kennt, sich die Multiplikation auf die Addition, die Division auf die Subtraktion, die Po-tenzierung auf die Multiplikation und die Wurzelziehung auf die Division zurückführen lassen. Wer hat dieses geistreiche arithmetische Vereinfachungsverfahren nun zuerst erdacht — der Schotte Napier oder der Schweizer Bürgi? Beide nämlich haben, zweifellos unabhängig voneinander, diese Entdeckung fast gleichzeitig, im letzten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts gemacht. Der Streit ist schließlich I zu Gunsten Napiers entschieden wor-I den, von dem feststeht, daß er Im Jahr« 1594 den Grundgedanken der Logarithmus-Rechnung zu Papier brachte, während man von Bürgl das genaue Datum nicht kennt. Zweifellos aber war dieser ungefähr um die gleiche Zelt derselben Sache auf der Spur. John Napier, meist „Noper" genannt, war ein wohlhabender Gutsherr in Schottland, der sich, 1556 geboren, auf seinem Schloß Meichiston bei Edinburg gelehrten mathematischen und astronomischen Studien hingab. Ehe er auf die Logarithmen kam, hatte er bereits ein mechanisches Rechnungsverfahren für Multiplikation und Division mittels der nach Ihm benannten „Napier-sehen Stäbchen" erfunden. Seine ungleich größere Entdeckung der Logarithmen veröffentlichte er erst Im Jahre 1614: die Schrift, mit der ersten Logarithmentafel, „Mirifici logarithmorum canonls descriptio". Daß er den Gedanken schon viel früher hatte, bewies erst sein Sohn durch Veröffentlichung einer ersten Niederschrift, eben der von 1594. Napier zählte zu den begabtesten Mathematikern seiner Zeit. Es scheint festzustehen, daß der Schotte bereits 1573 auch den Begriff der „Imaginären Wurzeln" kannte. Kaum minder wertvoll, all die Logarithmen, war eine andere fachmathematische Entdeckung de« Schotten, die sogenannten „Neperschen Analogien", ein Verfahren auf dem schwierigen Gebiet der sphärischen Trigonometrie, in dem Napier angab, wie für sphärische Dreiecke, wenn eine Seite und die anliegenden Winkel bekannt sind, die beiden anderen Seiten oder Winkel berechnet werden können. Das Verfahren wird vor allem auch in der Astronomie angewendet. Der zweite oder ,,Mlt-Entdecker" der Logarithmen, der Schweizer Joost Bürgi, wurde 1552 in Lichtensteg im Kairton St. Gallen geboren. Er war einer der kunstreichsten, ersten Verfortiger kostbarer Globen, ein berühmter Uhrmacher und Mechaniker für astronomische Instrumente. Bürgi gilt, wenn auch umstritten, für den Erfinder der Pendeluhr. In einem Wiener Sanatorium starb der ehemalige Professor der Graphischen Staatslehr- und Versuchsanstalt, Erwin Puchinger, der sich al« Maler der Hoch-alpenlardschaft und Ihrer Menschen eines bedeut^enden Rufes erfreute, im 68. Lebensjahr. Eine wertvolle Handschrift findet sich In der Bibliothek des ehemaligen Böh-merwaldstifte« Hohenfurth: das sogenannte Hohenfurther Liederbuch. Es enthalt neben kirchlichen auch weltliche Lieder aus dem 15, Jahrhundert. VORHANG RUNTER! Roman von Ole Stefan! Niclidriicksrpcht• Knorr & Hirlli K.-G.. Münctien 10. Fortset'/ung »Was ist —?'i fragte der Assessor hastig und kam näher. Peter sah fassungslos auf. Und es war Froggy, der von den Flecken auf dem Briefbeschv/erer auf Peters Finget zeigte und '>Blul —!« sagte, G. Kapitel »Lege das Dmg wieder an seinen Platz lurückU sagte der Assessor nach einer Weile Seine Stimme hatte sich verändert. Er maß mit den Augen die Entfernung zwischen dem Fundort des Briefbeschwerers und dem des Monokels. »Wir wollen unseren Rundgang fortsetzen!« Er verließ das Zimmer als Letzter und verschloß die Tür, Den Schlüssel steckte er ZI) sich. Sein Gesicht war blaß geworden — und das von Peter auch. Sie scherzten nicht mehr, sprachen nur das Nötigste, das Mädchen zitierte an allen Gliedern Froggy ging rtihig und gleichmäßig hinter ihnen her Sie besichtigten das Obergeschoß — jede Bodenkammer bis in den letzten Winkel. Alles war verstaubt, seit Wochen nicht angerührt. Dann gingen sie rasch in den anderen Flügel de« Hauses. Und als sie im Schlafzimmer des Baroue waren, standen sie erstaunt vor dem Wäscheschrank. Seine Türflügel waren geöffnet und in dem Fach, wo die sauber gefalteten Handtücher lagen, war ein bißchen Unordnung »Do hat 31 was rausgenommenl« sagte der Asscsäoi und streckte einen langen Zeigefinger aus. Peter sah ihn an, »Na und —?« fragte er ironisch. Aber weiter wußte der korrekte Vetter auch nichts. — Wieder auf dem Treppenabsatz vor dem Arbeitszimmer im ersten Stock angekommen, schickte er Froggy und das Mädchen fort — nicht ohne ihnen streng Stillschweigen über die unheimliche Entdeckung eingeschärft zu haben. »Es hilft nichts, Peter!«, sagte er, während er die Tür wieder öffnete. »Ich habe so eine Ahnung, als ob die ungebetenen Hände der Polizei sich doch mit dieser Sache beschäftigen werden.« »Du meinst —«, sagte Peter, Seine Augenbrauen über der gelben Brille standen dicht beieinander. Der Assessor zog einen leeren Bogen aus dem Wust der Papiere vom Schreibtisch und wickelte ihn behutsam um den Briefbeschwerer. »Ich fahre gleich hinüber zum Polizc.haiiptmann und frage ihn, was er von dei Sache hält. — Sag' bitte den Frauen noch nichts davon ... von dem Ding da ..« Er wog den schweren Gegenstand gedankenvoll in der riand »—dies hier schicke ich zu Dr. Mathusius!« Das war der Polizeiarzt und ein guter Freund der Klings. »Er soll den Flecken noch heute nacht untersuchen — Was sagst du, Peter?« Peter sagte nichts. »Es wird alles nichts helfen!«, stöhnte der Assessor. »Nun kommt die Polizei!« Sie gingen die Treppe hinab und der Assessor stürmte eilig aus dem Haus. Peter sah ihm nach — mit unglücklichem I und verwirrtem Gesicht. Dann wandte er sich Ursulas Zimmer zu. Schon von draußen hörte er eine Männerstimme. Er trat ein, »Peter —!« rief ihn Ursula an. »Sie I kommen zur rechten Zeit. Hören Sie zu! I — Eine Kunde von meinem verschwun-I denen Gemahl!« In der Mitte des Zimmers stand ein kahlköpfiger alter Mann mit einem gebräunten, verrunzelten Gesicht. Er 1 grüßte Peter respektvoll. I »Das Ist Schröder, unser Gärtner!« stellte Ursula vor. »Also — fangen S'Ie nochmal von vorn an, Schröder — der Herr Doktor will das auch hören!« I »Jawohl —ft, sagte der Gärtner etwas eingeschüchtert. Also ... es war so. Ich machte meinen Abendspaziergang auf der Landstraße an der Parkmauer lang. Das mach ich bei schönem Wetter immer so, eh ich das Parktor zuschließe. Es wurde gerade dunkel. Auf einmal seh ich auf der Landstraße an der Park-mauer zwei Kerls . . so — Landstreicher, nicht wahr? — Und da um die Zeit eigentlich selten jemand da vorbeigeht, seh ich mir die Jungs näher an. Der eine hatte einen Samtanzug an und nen schmierigen Zylinder, es war wohl ein I Zimmermann auf der Walz. »Was macht Ihr denn hier, Kinder?« fragte ich. »Na, na!« sagte der eine. Wir können doch stehn, wo wir wollen. Wir hören ein bißchen zu!« — Die Oberfenster hinter j der Bühne sind nömlich bei gutem Wetter immer offen — und man hört über den Park weg das Orchester und die Stimmen der Sänger. Die Kerls waren ganz gemütlich. »Na —« sagte Ich, — »Ihr habt ja einen guten Platz hier!« — »Och —« meinte der Zimmermann — »die Akustik is ja ganz anständig, wenn wir nu bloß auch was zu sehen bekämen!« — »Das könnt Ihr nicht verlangen« — sagte ich — »dafür ist der Platz zu billig.« Darauf lachten sie nu. In dem Moment hörten wir den Vorhang runter rollen, es wurde still, dann ging er wieder rauf, wir hörten das Klatschen vom Publikum, dann ging er wieder runter und so weiter. — »Das ist der Schluß vom ersten Akt, meine Herrschaften!« sagte ich. »Wenn Ihr bleiben wollt müßt Ihr nachzahlen!« denn ich wollte die Brüder doch gerne weg haben — so gemütlich sie auch waren. — »Ne!« sagte der in dem Samtjackett. »Wir wollen heute noch auf Magdeburg. Oder hast du noch Lust auf den zweiten Akt?« — »Hunger hab ich!« sagte der andere — der sprach nun wieder bayerischen Dialekt — und dann lachten sie wieder. Sie waren wirklich ganz nette Kerle. Sie bedankten sich hei mir nur noch für den Genuß —« »Schröder!« Ursula war etwas nervös geworden, als der Alle kein Ende fand. »Das ist ja alles ganz schön — aber das wollten wir ja gar nicht hörenl« »Verzeihung, Frau Baronin! — Ja also ... die Kerle hatschten endlich los und wie ich die Parkmauer weiter lanci gehe, sehe ich auf einmal vor der Türe zum Schuppen ein Auto stellen — so einen Kleinen roten Wagen!« »Vor welcher Tür?«, fragte Peter. Ursula erklärte: »Wahrscheinlich haben Sie sie nie bemerkt, Peter. Den Haupteingang kennen Sie, nicht wahr? — Das große Portal vorne, da« tagsüber meist Olfen steht und abends von Schröder verschlossen wird. — Aber da gibt es seitwärts Im Park an die Mauer angebaut nach der Landstraße zu noch so einen kleinen Schuppen, wo die Gärtner ihr Gerät und so allerlei Zeugs aufbewahren.« »Ich weiß —«. sagte Peter. »— auf der rechten Seite des Parks,« »Stimmt Und der Schuppen hat iu der Mauer ,felbst noch eine alte verrostete Tür zur Straße, die kaum benützt wird.« »Seit Jahren iiicnt —I« fiel der Gärtner ein »Seit vielen Jahren nicht — und darum war ich nicht schlecht verwundert, als ich gerade vor der Tür einen Wagen stehen sah Und wie ich näher koinnie, um zu gucken, wer da dri]j sitzt — da macht es: prrrr . . und der Wagen lährt los und ist weg, ehe ich bis drei zählen konnte.« »Na — wer saß denn nun drin, Schröder?« »— Ich hab's nicht mehr sehen können Frau Baronin!« entschuldigte sich der Gärlnei. »Es wurde ja schon dunkel — und dann wollen meine Augen nicht mehr recht. — Ich weiß bloß, daß eine einzelne Person drin saß — mit einer Lederjacke und einer Lederkappe!« Loni hatte die ganze Zeit, ohne ein Wort zu sagen, auf dem Divan gelegen. Jetzt wandte sich Peter ihr zu. »Kann Ei'lachcr steuern?«?« fragte er auf einmal. »Rudolf —?« Sie machte große Augen. »Nein — er hat keine Ahnung davon,. ■ Sie schwiegen eine Weile. »Also weiter —I« sagte Ursula ungeduldig.