Mbacher O Zeitma. Nr. 5. Pianumeration«pr«i»: Im «lomptoir ganzj. si' '», halbj, fi, s>^, halbj. ? «,, Nittwoch, 8. Jänner. Insertion«gtbül: Fü^ lleint Inserat« bl« ,u 4 Zeiltn 25 lr., größere per Zeile S lr,; bei öfteren Wiederholungen per Zelle 3 lr. 1»?9. Amtlicher Theil. . Heute, den 8. Jänner 187!), wird das I. Stiick des dies- iMlgen Landesgesepblattes ausgegeben und versendet. Dasselbe enthält unter M. 1 die Kundmachuna, der l. t. Landesren icrunc, für Kram vum 2», November 1878. Z. 8164. womit die Katastral elnthcllung der Ortschaft Rann (Area.) im Gerichts- und Stcuerbezirle Sittich richtig gestellt wirb? vtr. 2 die Knndlnachuna der f, t. Landesregieruna für Krain vom 20. Dezember l8?8, Z.8644. mit welcher ber Vor. spannsftreis in Kram für die Zeit vom 1. Jänner bis 31. Dezember 1879 sestgescht wird- Vtr. 3 die Kundmachung der l, t. Landesregierung für Kram vom 22 Dezember 187«. Z. 854:i, betreffend die Fcft« stellung der Milltar>Durchzugsgebür in Krain für die Zeit vom I, Jänner bis lli, Dezember 187!); Nr. 4 die Kundinachung des k, t. Laudesvräsidentcu in Krain vum 2«, Dezember 1878, Z U7.-»2/Pr.. betreffend die AuS schrelbuug der Normal chulfonds-Landesumlaae für das Jahr 1879. , Von der Ned act ion des La ndesgeseh blatte s. Nichtamtlicher Theil. ZeitungSschau. Die „Neue freie Presse' und das „Fremdenblatt" behandeln cmcn soeben unter dem Titel: „Der Adel und der Eouservatismus" erschienene Flugschrift, deren Verfasser selbst dem Adel angehören und' einen Namen führen full, welcher in der österreichischen Geschichte guten Klang besitzt. Der Autor klagt darin, daß der Einfluß des Adels in Oesterreich im Schwinden sei, silcht den Grund in der unversöhnlich schmollenden Haltung emes Theiles des böhmischen Adels, der sich ln „provinzielle Ansprüche" verrannt habe, und ftlai. diert für die Bildung einer neuen conservative» Partei, deren Führung dem Adel zufallen würde und deren Programm zn lanten hätte: Kräftigung des österreichischen Gesammtstaates nach außen, Anertennun.j des Cunstttutionalismus, Aendernng der Wahlgesetze zugunsten der conservative» Gruppen, entscheidenden Antheil der Landlage an der Verwaltung. Das „Fremdcnblatt" wünscht, es möge dieser Mahnruf nicht ungchört verhallen. Nur wenn sie' ohne Groll und im Bunde mit den andern Stände» ihre geistigen Kräfte dem Staatsdienste weiht, tonne die Aristokratie den alten, dnrch Verirrnng ins Lager der Reaction verlorene» Einfluß wieder gewinne». Mehrere Blätter melden, wenn auch mit vorsichtigem Vorbehalte, daß der Abgeordnete Dr. Herbst sich in den nächste» Tage» nach Prag begeben werde, um mit Dr. Rieger wegen der viel erörterten Ver-ständigung zu nnterhandeln. Die „Presse" fragt aus diefem Anlasse, in welcher Eigenschaft und in wessen Vertretung Dr. Herbst diesen Schritt allenfalls thäte, ob er ein ausdrückliches Mandat zu solchen Verhandlungen habe, und was dieser letzteren Zweck sein solle: ob wirtlich nnr die vollständige Durchführung der Verfassung oder etwa eine politische Action, für die man.parlamentarische Bundesgenossen all lioc, braucht? Die „Presse" fühlt sich zwar durch die Person de» Dr. Herbst, welcher das Deutschthum in Böhme» 17 Jahre hmdnrch unverbrüchlich nno unerschütterlich vertreten hat. darüber bernhigt. daß die von diesem Politiker stets verfochtcnen Prinzipiell nicht aus vorübergehenden und Persönlichen Opportunitätsgründen werden geopfert werden; allein eben darum vermag sie nicht die mindeste Hoffnung anf irgend einen Erfolg zu hegen. — In einem zweiten Artikel erklärt dasselbe Blatt die Nachricht von der Reise Dr. Herbsts nach Prag für ganz unbegründet. Das „Extrablatt" nennt die Reife des Abgeordneten Dr. Herbst „eine Fahrt nach Eanossa" und beschuldigt ihn, daß er sich dnrch den „Dämon unbefriedigten persönlichen Ehrgeizes" auf Abwege ver-leiteu lasse. In der „Deutschen Zeitung" spricht sich ein Reichsrathsabgeordneter dahin aus. daß die Frage der Aenderung der Wahlordnung und der Errichtung einer czechischcn Universität kein'ernstliches Hindernis für den Eintritt der Ezechcn in den Reichsrath bilde, daß die Czechen auch ohne vorherigen „Eompromiß" in den Rcichsrath emtrete» werden, und daß kaum ein ehrlich an den Interessen des Reiches festhaltender Politiker seine Hand zu einem „Ausgleiche" bieten könne, der die czechischen Wünsche nur hinaufschrauben würde. Das ..Grazer Vulksblatt" glaubt nicht an den Ernst der Verständigungsversuche von czechischer Seite; es hält die ganze Controverse, insoweit die czechischen Blätter daran bethciligt sind, für einen „minder geschmackvolle» Rcdactiunstnifs. durch den die Partei der „Neueu freien Presse" auf das Eis gelockt werden soll." Einige der czechischen Blätter formulieren bereits positive Vorschläge, deren Annahme sie gewissermaßen als Vorbedingung des Eintrittes der czcchische» Abgeordneten in den Reichsrath hinstellen. So betont der „Potrot" die Nothwendigkeit einer baldigen Ae»- derung der Landtagswahlordnung, die „Politik" die Dringlichkeit der Gründung einer czechischen Universität, bezüglich deren die verfassungstreuen Abgeordneten die Verpflichtung übernehmen müßten, im Reichsrathe für baldiges Zustandekommen zu wirken, endlich „Na-rodni Listy" die Wichtigkeit eines Nationalitäteiigesetze«, welches als die erste Nedingnng des Ausgleiches zwischen Deutschen und Czechen hingestellt werden müsse. Neben« her lanfen dann noch Wünsche bezüglich der Durchführung der spruchlichen Gleichberechtigung Leiche zwar nirgends zu cutdecken, und tonnte daher di< Todesursache mit Bcstimmlhcit »licht mehr cunstatier! Werden, jedoch deuten alle Umstände dahin, daß de, nnbrtannte Mann gewaltsam ums Leben kam und wahrscheinlich erst als Leiche in den erwähnten Heustadel gebracht wurde. So viel an der Leiche noch festgestellt werden konnte, war dicfelbe ungefähr 167'/, Ecntimete, lang. hatte noch volle Zähne, woraus zu schließe», daß der Verstorbene jedenfalls nuch uicht das fünfzigste Lebensjahr überschritten hatte, immerhin aber dürfte e» über 24 Jahre alt gewesen sein. Der Ermordete wai von schlanker Statur, hatte weihe Hautfarbe, mehr, schüttere» als dichten Haarwuchs von brauner Farbe, au der Oberlippe kurze Äarthaare von röthlich-brauner Farbe und über die Fingerspitzen hinausragende, circa eiu halbes Eentimeter lange Nägel. Es erscheint die Vermuthung uicht unbegründet, daß der Verunglückte eiu den besseren Ständen angehöriger Tourist gewesen sei. Von Kleidern und suzostigen Effekten war bei dcr Leiche nicht die mindeste Spur aufzufinden, was eben die Vermuthung einer an dem Unbekannten verübten Gewaltthat bestärkt. Da der Leichnam zum Theile schon dcr Mnmificierung nahe gebracht war, fo ist eine genaue Beschreibung desselben nicht mehr möglich. — (Grazer Waggonfabrik-Gesellschaft.) Man schreibt dem „Frdbl." aus Graz - „Die bei der Waggons-, Maschinenbau- und Stahlwerksgesellschaft eingetretene Zahlungsstockung hat hier lebhaftes Bedauern hervorgerufen, weil dieses gewiß lebensfähige Unternehmen für die arbeitenden Klassen unserer Stadt eine wichtige Stätte des Brodcrwcrbes bildet. Wie ,ch höre. wird mit allein Eifer daran gearbeitet, daß ein zweijähriges Moratorium gewährt wird, denn die Gläubiger der Gesellschaft müssen sich doch selbst sagen, daß die Erhaltung eines solchen wohl eingerichteten Etablissements nicht nur in ihrem eigenen, sondern anch im all-gemeinen wirthschaftlichen Interesse gelegen ist. Man hofft daher, daß dieselben in dcr am 7. d. stattfindenden Versammlung dcm Antrags zustimmen werden, durch das eine länger ausgedehnte Zahlungsfrist einräumende Arrangement dieses industrielle Unternehmen der Stadt Graz und ihrer Arbeitcrbevüllcrung zu erhalten " -Nach der letzten Bilanz dcr Gesellschaft hat die Staats, Vorschußkasse bei derselben ein Guthaben von fl. 400.M0 uud überdies fl. 50<,'.0lX) Prioritäts-Acticu. das Wiener AuShilfseomitc ein Guthaben von fi. W0.000; ferner ist Gläubiger der Gesellschaft die Kreditanstalt mit fl. 5'0.000 nnd ScharmitzerS Neffe mit fl. 95.000. Das Acrienkapital beträgt fl. 500.000. Die Kreditanstalt ist für ihre Forderung pcr 250.000 st. durch eine Garantie des Barons Mayer - Melnhof und der Grazer Firma Wcizer gedeckt. — (Die russischen Kosten des letzten russisch-türkischen Krieges) betrugen, wie die Petersburger „Ruhtaja Prawda" schreibt, im ganzen zwei Milliarden Nubel, von denen 800 Millionen Rubel auf die Liquidation der durch den Krieg verursachten Rechnungen und die Erhaltung der Occupationsarmee entfallen. _______________ fokales. — (Aus dcm Landesausschusse.) Der trainische LandesauSschuß hat in seiner Sitzung vom H. d. M. über folgende Gegenstände verhandelt: Dcr Landesregierung wurde das Verzeichnis dcr wehrpflichtigen Landcsbeamten zur Berücksichtigung ihrer Dienstes-verhältnisse im Falle einer Mobilisierung der betreffen-c>en Truppcntörper mitgetheilt. — Mehreren nachträglich ausgewiesenen hilfsbedürftigeu Familien einberufener Reservisten wurden verschiedene Aushilfen aus dcm Unterstützungsfunde nach den hiesür festgestellten Grundsätzen flüssig gemacht. Das Gesuch eines Inner-trainer Grundbesitzers um unentgeltliche Betheilung mit Edclbäumeu, Rcbensetzllngcn u. drgl. aus den Obst- und Wcinbau-Schulanlageu in Slap wurde abgelehnt. — Der Vullzug des LandtagbbeschlusseS, die Zustäudigleits' erhebungen für die in den Landes-Wohlthätigleits» anstaltcn Verpflegten unmittelbar durch die Gemeinden pflegen zn laffen. wurde infulge der von der Spitals-dircctiun angeregten Bedeuten sistiert, und wird dem nächsten Landtage hierüber Bericht erstattet werden, — Die von der Eiscnbahnverwaltung gestattete Fahrpreis-» ermäßigung für Irrsinnige und deren Begleitung wird der SpitalSdircction und der Landcsbuchhaltung zur Dar-nachachtung mitgetheilt. — Uclier das Unterstützniigs-gesuch der Gemeinde Stockendorf für Wasserschäden wurden Erhedungen eingeleitet- der Protest der Gemeinde kiieufeld gegen die Concurrenz znm Gottscheer Fritdhofvaue wurde abgewiesen. — Die Resignation des Gemeindevorstehers in Gotsche wurde abgelehnt. — Der Landtagsbeschluß, betreffend die Einhebung der Gemeindesteuer. Zuschläge durch die t. l. Stenerümter, wird allen Geinelndeämtcrn dnrch ein Circularc zur BenehmimgSwisjenschast mitgetheilt, in welchem denseloen auch alle für die RechtSgiltigteit solcher Umlagenl'eschlüsse maßgebenden Normen dcr Gemeinde-Ordnung und ms-besondere die richtige Vorauspräliminierung des Erfordernisses und der Bedeckung in Erinnerung gebracht wird, für welche sich der Gleichförmigkeit und Erleichterung wegen dcr Gebrauch vurgedruckter Blautette cm» pfchlen würde. Mit Bezug auf dieses Eirculare werden die zur Genehmigung vorgelegten Anträge von Stcucr-zuschläge» nnt 40 Perz. in der Gemeinde Neumarttl, mit 25 Perz. in der Gemeinde Gottschec uud mit 200 Perz. (für die Pfarrhofsherstellung) in der Gemeinde Neuthal zur besseren Instruicruug rüclgcstcllt. -^ Das Gesuch eines Grundbesitzers in Senosetsch um Befreiung von Entrichtung der Reka-Straßenmauth wird dem Bezirks - Straßenausschusse zur nochmaligen Aufklärung rückgestellt. — Zwei UnleheuSwcrbcr an den Kalister'schen Gemeinde-StiftungKfoud wurden gegen Er» füllung der ihnen vorgczcichueten Bedingungen acceptiert. Zur Vertretung des lrainischen Normalschulsondee vor dem Reichsgerichte am 22. Jänner 1679 gege« I»en Studicnfond und beziehungSwelje Staatsschatz wegen Fortzahlung deS Iahresaversums von 1292 fl. 60 kr. wurde das Landcsausschuh'Mitglied Herr Dr. u. Schrey ersucht. — Die von der t. t. Finanzdirection mitgetheil» ten Resultate der in fünfzehn Steuetbezirlen Krams pro 1879, eventuell 1880, 1681 Pachtschillinge per 116,760 fl. und der hiebe, für die Landesumlagen per 46,704 fl. erwirkten besonderen Caution des Pächters per 11,676 fl., wurden zur Kenntnis genommen. — (Widmungsannahme.) Se. Exc. der Herr FZM. Freiherr u. Philippooich hat die Widmung des vom hiesigen Schriftsteller Herrn Peter d. RaoicS verfaßten und demnächst im Giontini'schen Verlage er-cheinenden populär-geschichtlichen Wertes über „Bosnien und die Occupation" angenommen und dem Verfasser hiefür in einem uns abschriftlich vorliegenden, sehr verbindlichen Schreiben seinen Dank ausgesprochen, — < Vor trag.) Morgen um 5 Uhr abends findet in der Musealtanzlei im hiesigen Lycealgebäude (zweiten Stock) eine Versammlung des trainischen Mu-scalvereiuS statt, zu der jedermann der Zutritt offen steht. Eustos Herr Deschmann wird hiebei über die im Jahre 1876 in den aufgedeckte» heidnischen Grabstätten nächst Watsch und m der Wochein gemachten antiken Funde einen erläuternden Vortrag halten. — (Danksag« ug.) Das Laibacher Damen-comite' zur Bekleidung dürftiger Schullinder ersucht uns, seinem Danke an die löbliche Direction der trainischen Sparkasse für die großmüthig votierte reichliche Unterstützung von 150 Gulden öffentlich Ausdruck zu geben. — l^Lebensrettuug.) Die hiesige itonducteurs-gattin Frau Dorothea Ogrin fiel am 4. d. M. um zehn Uhr vormittags, als sie am Petersdamme mit Waschen beschäftigt war, in den Laibachfluh und wurde von der Strömung fortgetragen, jedoch noch rechtzeitig durch den Gefreitcu Zemna oeS 17. Infanterieregiments vom Ufer aus mittelst elller Stange gerettet. — (Aus dem Gerichtssaale.) Eleonore Sichert, ein 21jähr»ges, auS Krainburg gebürtiges Dienstmädchen, hatte sich kürzlich wegen Verbrechens des Diebstahls vor dem LandeSgerichte in Trieft zu verantworten. Die Angeklagte war vom 16. bis zum 22ften November v. I. bei der in Trieft Via Brandi wohnhaften OberingenieurSfrau Anna Vout als Stubeu-mädchcn bedieuftet. Während dieser Zeit entwendete sie ihrer Dicnstgeberin aus den offenen Schränken mehrere Kleidungsstücke im Werthe von 87 st. Hierauf verließ sie diesen Dienftort und nahm bei der in der Via lla-rinthia wohnhaften Bettvernlietherin Theresia Latner Quartier. Auch dort verübte sie einen Diebstahl. Am 25. November verließ sie nämlich heimlich 0aS Quartier, nachdem sie vorher aus dem offenen Schubladtaften dcr Lukner 75 fl. entwendet hatte, und begab sich auf die Eisen-bahn. wo sie eben, als sie mit dem gemischten Znge in ihre Heimat abreisen wollte, über Veranlassung der Latner noch rechtzeitig festgenommen wurde. Sichert war bei der Verhandlung geständig; auch wurde der größte Theil der von ihr gestohlenen Gegenstände vorgefunden. Dcr Gerichtshof sprach daher die Angeklagte deS Verbrechens des DiebstahlS schuldig und verurtheilte sie zu 7 Monaten schweren, mit einem Fasttage und Einzelhaft in jedem Monate der Strafzeit verschärften Kerkers. — (Trifail.) An Stelle des Herrn Pongratz Elchelter wurde Herr Ludwig Hertle zum Direktor der Trlfailer Kohlenwerte ernannt. Wie wir in der Grazer „Tgpst " lesen, hat derselbe bereits am 12. 0. M. die Leitung der Werte übernommen. — ä. (Theater.) Die sonntägige Vorstellung dcr Zauberposse „Lumpacivagabundus" von Nestroy füllte das HauS in allen feinen Räumen; ein Beweis, daß dieses VulkSstück, das beste des unsterblichen Komikers, die moderne Posse und namentlich ihre heutigen Wiener Spezialitäten an Witz und Gestaltungskraft weit überragt, indem es sich den unvergänglichen Ruf der nahezu klassischen Trefflichleit gesichert hat. L>idcr lieh die Aufführung manche berechtigten Erwartungen unerfüllt und brachte ein oft flüchtig ausgeführtes, unvollständiges Abbild des Originals, und zwar hauptsächlich infolge der zu wenig sorgfältigen und umfassenden Thätigteit der Regie. Wir verkennen es nicht, daß an die Leistungen einer Provinzbühne, die last alle ausübenden Kräfte tagtäglich in andelen Stücken beschäftigt, ein beschränkter Maßstab zu legen ist, dcr sich zwar am meisten bei der Beurtheilung der decorativcn Szeneneffecte geltend machen, allein auch der iudividuellen künstlerische» Produetion und im höheren Grade dem Ensemble der Nebenpersonen zullute tommen muß. Trotzdem wir unS nun dieses durch billige Verglcichung gewonnenen Maßstabes bedienen, müssen wir die sonntägige Vorstellung als in vielen Punkten nicht entsprechend bezeichnen. Daß sie desjen-ungecichtct beifällig aufgenommen wurde, findet theils"' der unverwüstlichen Fülle von Vorzügen der Komödie an und für sich. dann in den gelungenen Leistungen einzelner Darsteller, und endlich in der günstig voreingenommenen Stimmung des Publilums seine Erklärung. 4« ?i? Vor allem zu tadeln erscheint uns die schrankenlose Kürzung des Stückes, welche nur zu häufig auch solche Stellen nicht verschonte, die zur Entwicklung des Zusammenhanges und der Charaktere unumgänglich nothwendig sind. Ein guter Theil der Wirkung ging durch diesen ungerechtfertigten Vorgang verloren. Vollständig mißlungen war ferner die Bekchrnngsszem', indem sie für den grüßten Theil des Publikums unverständlich blieb. Auch die musikalische Production ließ manches zu wünschen übrig, und nahm sich beispielsweise Fräulein Selma als „Camilla Palpiti" neben Frl. Massa (Laura Palpiti), welche diese Partie im letzten Augenblicke wahrlich nicht zum Schaden der Vorstellung übernommen hatte, ganz ungenügend aus. Ueberaus drastisch war der Schneider „Zwirn" des Herrn Friedmaun, einc köstliche, reich und effectvoll nuancierte Vagabundengestalt. Auch Herr Direktor Ludwig (Leim) und Herr Selus (Knie-riem) erzielten, abgesehen von ihrer unrichtigen Eha-rakterauffassung, eine sehr günstige Wirkung. «Das liederliche Kleeblatt" schließt ebensosehr die vollständige Honettheit, die ersterer in Spiel und Erscheinung zeichnete, wie die absolute Lasterhaftigkeit, welche Herr Selus zum Ausdrucke brachte, aus. Jene macht den intimen Freundschastsbund des ordentlichen Menschen mit den beiden completten Halunken und die Wahl des bösen Geistes Lumftacivagabuudus, — diese die Möglichkeit der plötzlichen Umkehr zur Besserung unerklärlich. Im übrigen gefiel Herr Direktor Ludwig durch sein gewinnendes joviales Auftreten, und wußte sich Herr Selus für seine trefflichen, naturwahren Details die Anerkennung zu verschaffen. Die weiteren Darsteller hätten im allgemeinen Besseres leisten können. Ginladung zu einer Monatsverjammlung des Musealvereins morgen Donnerstag, den !). Jänner, um 5 Uhr abends in der Museallanzlei im Lyccalgcbäudc, II. Stock. Tagesordnung: Vericht des Musealcustos Deschinann über die im Vor« jähre gemachten Funde von Äruucen und anderen Alterthümern in den aufgedeckten heidnifchcn Grabstätten nächst Watsch nnd in der Wochci n. Laibach. 6. Jänner 1879. Bon der Geschäftsleitung. UeuesteM. (Original «Tele gram me der „La ib. Zeitung.") Wien, 6. Jänner. Die heutige „Wiener Zettung" meldet die Verleihung dcr GehelmratlMürde au dcil Sectionschef Baron Calice und die Erilemiung des Grafen Szechenyi zum Botschafter in Berlin. Wien, 7. Jänner. Die „Pol. Korr." meldet, daß heute in Zogal bei Stutari eine Konferenz zwlscheil Sussien Pascha und montenegrinischen DelegiclMi betreffs Uebergabe Podgoriza's an Montenegro nnd Räumung der von den Montenegrinern occupieitrn albanischen Küste stattfindet. Paris, 7. Jänner. Die französische Regierung fordert voll der tunesischen sofortige Abbitte vor dem französischen Konsul, Abberufung der compromittierten Functional und Untersuchung der Affaire Sanchy. -Die Regierung kündigte am 31. Dezember die Handelsverträge mit England und Belgien, welche am 3 l. Dezember 1879 erlöschen. London, 7. Jänner. Beaconsfield ist an einem heftigm Gichtanfalle erkrankt. Lissabon, 7. Jänner. Dem Vernehmen nach follen dle Könige uon Spanien und von Portugall in ElvaS eine Zusammenkunft haben. Petersburg, 7. Jänner. Ein Extrablatt des „Regierungsboten" lneldet ein abermaliges heftiges Auftreten der Menschenpcst. Eine außerordentliche Konferenz zur Berathung der Maßregeln dagegen wurde einberufen. Wien, 7. Jänner. Hinsichtlich der Begebung der österreichischen Papierrente meldet die heutige „Presse": „Bei der am Sonntag im Finanzministerium stattgefundenen Offertverhandlung blieb die Aodenkceditanstalt - Bankverein - Gruppe ^ bestehend aus der österreichischen Bodenkreditanstalt, dem Wiener Bankverein, der niederösterreichischen Escomptegesell-fchaft, der Baliqne d<^ Paris et des Pays - Bas in Paris, der deutschen Bank in Berlin, der deutschen Vereinsbank in Frankfurt am Main und der württembergischen Vereinsbank in Stuttgart — Echeherin. Dieselbe übernimmt die zum Verkaufe gelangten fl. 30.110,000 Papierrente znm Kurse von 60 10. — Wie wir vernehmen, sind auch die auglo-österreichische Bank und die erste österreichische Spartasse an diesem Geschäfte betheiligt." Paris, 0. Jänner. Die Ergebnisse der hente vorgenommenen Senatswahlen sind jetzt insgesammt bekannt. Die Republikaner gewinnen 41 Sitze. Alle früheren republikanischen Senatoren sind wiedergewählt worden. Von den Conservativen wurden nur 13 gewählt. Zwei Nachwahlen sind erforderlich. Petersburg, 6. Jänner. Die Londoner Nachricht, daß der Emir von Afghanistan russischen Schutz nachsuchte, findet hier an unterrichteter Stelle keinen Glauben; ebensowenig liegen Nachrichten vor, welche darauf schließen lassen, daß der Emir sich auf russischen Boden begeben wolle. Petersburg, 5'. Jänner. (Presse.) Der Gene-ralgonverneur von Turkestan, General Kaufmann, begibt sich nach Samarkand, um dort den Emir von Afghanistan bei dessen bevorstehender Ankunft, der für Mitte dieses Monats entgegengesehen wird, im Namen des Zaren zu begrüßen. Es heißt auch, General Kaufflnann werde den Emir Hieher begleiten. Hier dürfte Schir Ali jedoch erst gegen Ende Februar eintreffen. Konstantinopel, 5. Jänner. (Frdbl.) Wie in diplomatischen Kreisen verlautet, sind die Verhand-lungen über den definitiven russisch-türkischen Friedens-vertrag abermals ins Stocken gerathen, weil Rußland die Zurückziehung seiner Truppen ans dem türkischen Gebiet von dem Vollzug der Abtretung Podgmiza's an Montenegro abhängig mache und die Aufnahme eines entsprechenden Artikels in den Friedensvertrag urgiert. Die Mehrzahl der Mächte findet Rußlands Forderung ungerechtfertigt. Ko nstantinopel, 5. Jänner. Suleiman Pascha wurde zur lebenslänglichen Verbannung nnd zur Dc gradation verurtkeilt. — Rußland wird die Ränmung dcs türkischen Gebietes bis zur Regelung der An-gklVgeicheit Podgoriza's verzögern. Die türkischen Kom missäre sind heute nach Montenegro abgegangen. Telegrafischer Wechselkurs. vom 7. Jänner. Papier-Rente 6510. — Silber - Rente 63-30. — Gold Rente 74-10. — 1860er Staats-Anlchen 115 25. — Vant-Äctien 7«!). - Kredit-Action 224 . — London 116 55. — Silber 100- K. k. Münz - Dukaten 5 54. — 20 - Franken»Stücke 9 33. - 100-Reichsmark 57 «0.____________ Handel und Volliswirthschajtlichcs. Verlosungen. Oold-Anlehen der Stadt Wien. Aci der am 2. d. M. stattgehabten l0, Verlosnng wurden nachstehende Obligationen, uii! dem Betrage von IlXX) st, riictzahlbar, gehoben, nud zwar: Nr. 3'.1 IN 45! 43« li«5i 917 1032 1319 1340 1748 2147 2 33!1!> 3442 3i!W 4025 407« 4240 4:«):« 4052 456« 4642 4li70 4U? 5?.'!2 5Ul7 583!) W14 (!1«14 <>293 W,i<) und W5». Lose der Stadt Innsbruck. Bei der am 3. d. M. in Innsbrncl vorgenommenen Verlosung siel der Haupttreffer mit 25,NW sl. auf Nr. 4ti«1 und der zweite Treffer mit 2<«»0 fl. auf Nr. 31N13. Ferner gewannen je :l<»<» fl.: Nr. N8W und 27772. Coms-Nentenscheine. Bei der am 2, d. M, vorgenommenen Verlosung wurde die Scriennmmer 29 gezogen. Vci der Nummcrnziehung fiel der Haupttreffer mil 20,»«« fl, aus Nummer 3434, der zweite Trcsscr nut 5U00 sl. auf Nummer 7n0 und der dritte Treffer mit 2»»«)0 sl. auf Nummer 2371. Angekommene Fremde. Am 7. Jänner. Hotel Stadt Wien. Münzberg. Privatier, Neubera. — v. Fla« dung, Gerichtsadjunct, (5illi. H"el Europa. Fanny Lerne, Besitzerin, Adelsberg. — Polaj, H"el Elefant Müller^ Schauspielerin, wraz. - Demberaer, Fabrikant, Wien, — Tommasini. Aqent, Neumarttl - Menko Handelsmann. Ko.'.ina. Ozbik, Techniker, Klagcnfurt. Kalfer von Oesterreich. Franzl. Graz, - Pibrauc. Kröpft. Vll.erlscher Hof. Verger, Geschäftsmann, Neichenburg. - Stabil, Mohren. Wambrechtsamer. Rudolfswerth. Theater. Heule (gerader Tag) zweites Debut dcs Fräuleins Ella Vechter nnd Gastspiel der Frau Emil ie Müller aus Graz-Rosa und Rösche n. Orissinal-Schanspicl in 4 Ncten von ________________Charlotte Virch Pfeiffer Korrespondenz der Redaction. s,- . '^s" v- in »<-. N. - Rechtzeitig, mit Vergnuqen, heute jedoch ^ volle vlerzehn Tage nach stattgesundenem Kon-zcrte — zu spat. Meteorologische Beobachtungen in Laibach. ' 'Z W N - ?Z W 7U.Mg. 738^22 -^6 2 O,^ schwach', Nebel 7. 2 „ N. 735.91 . ^ O. schwach Nebel 000 9 „ M. 734 04 -^12 0. schwach Nebel < Nebel anhaltend, nur uachmiltagö einzelne Sonnenblicke Das Tagesmittel der Temperatur — 4 7«. um 2 1» unter dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: Otto mar Bam berg. M Für die herzliche Antheilnahme beim Ableben W ^ des Herrn ^ W l. t. jubil. Bezirksgerichts Adjunct««, W W für das zahlreiche Geleite zu dessen letter Ruhestätte, W M dann für die vielen schönen Kranzspenden, nnd bcson- W W ders dem löbl, Männerchorc der philharmonischen W M Gesellschaft für den erhebenden Orabgesang sagen W ^ hiemit den tiefgefühltesten Pant ^ W die trauernden Angehörige«. M W Laibach, 7. Immer l«7!i. ^ Im Gcfnhle des tiefsten Schmerzes aeben die W Unterzeichneten allen Verwandten nnd Bekannten W die traurige Nachricht von dem Dahinscheiden ihres W geliebten Vaters uud Schwiegervaters, dcs Herrn W Igua) Zinreker, > l. l. pens, Kreissctretär, ^ welcher heute, den 7. Jänner, um 11 Uhr vormit- « tags nach langen schmerzlichen Leiden, versehen mil W den hcillgcn Sterbesakramenten, im »4. Lebensjahre W selig im .^crrn entschlafen ist W Die entseelte Hülle des theuren Verblichenen W wird Donnerstag, dc» '.1. Jänner, um halb 4 Uhr W nachmlttags aus dem hiesigen Fricdhose znr ewigen W Ruhe bestatte«. ^ Die heiligen Seelenmessen werden den lU. d. M. W um > Uhr jiiih in der Stadtpfarrllrchc gelesen W werden. >M Stein, den 7. Jänner l»7!1. M Serafin Smreter, als Sohn. Hermine Mbel acb, W Smreler. als Tochter. Pan, Hobel. t. k. Oberlleu- W tenant, als Schwiegersohn. ^ 3)l)^!(ll!)(k!(!)!. Wien, 4. Jänner. (1 Uhr.) Die Vörsc besand sich, angeregt durch Ncdarfsläufe, in fchr guter Disposition, luclche auch im Verlaufe leine Störung erlitt. Oelb Ware Papierrente........«2 20 62 30 Silbcrrent«......ljg 35 63 4b Goldrente ... . , . 73 50 7360 Los«. 182»........314 318 . I8b4........10875 10925 . 1860........1147«, 115 - , I860 (zu 100 fl.) . . . 12475 12525 . 1864........141 25 141 75 Ung. Prämien-Anl.....79 °>li 80 — j^edit'ü..........15975 16025 Hudolfs'L.........1550 16- Prämicnanl. der Stadt Wien i)0— l)0 25 Donau'Regulierungs'Lose . . 10430 10520 Domänen»Pfandbriefe . . . 142— 143 — Oesterr, Schatzscheine 1881 rückzahlbar .........98— 9825 Oesterr. Schatzscheine 1882 rückz. 97-- 97 50 Ungarische Goldrcnte .... 8420 8430 Ungarische EisenbahN'Anleihc . 101 75 102 -Ungarische Eisenbahn-Anleihe, Eumulativstücke......99-50 99 75 Unaarischc Schatzanw. vom I. 1874..........11«- NU20 Nnlehen der Htadtgemeinde Wien in B, V......!)5 25 97.50 «elb Na« Grundentlaftungs Lbllnatisnen. Vühmen......... 101 — 102». Niederösterreich ...... 104 50 105'. Galizien......... 8425 8490 Siebenbürgen....... ?3 50 7525 Temeser Nanat...... 7525 7570 Unaarn.......... 79 25 8025 Actien von Vaule» Gelb War« Anglo öslerr. Nant..... 99 — 99 2ü Kreditanstalt ....... 224 80 225- Depositenbank....... 1tt2 - 164- Kreditanstalt, ungar..... 21« - 216^5 Nationalbai.t....... 787 - 783 - Unionbanl ........ 67'50 68- Verlehrsbanl....... 105-- 106- Wiener Vanlverein..... 10825 10875 Uctien von transport Nnterneh-mungen. Gelb W«e , Aliöld-Bahn .......117 25 117 50 Donau-Danlpfschiff..Oesellschaft 495 - 496- EUjabech.Wchb^n.....159 50 159 75 Velb Ware Ferdinands'Nordbahn . . 2052-2055 — Frllnz'Ioseph.Äahn .... 129— 12950 Galizische Karl < üudwig - «ahn 2:l2 5.0 23:! -KaschaU'Odcrberger Bahn . . 101-50 l02 -Lemberg'Ezernowitzer Nahn . 123 25 123 75 Moud < Gesellschaft.....58« - 588 - Oestcrr. Nordwestbahn . . . N1' H> 50 Rudols'Nahn.......11650 117 -- Ttaatsbahn........250 - 850 50 Südbabn.........68-- 6325 Thciß-Nahn........13650 187 - Ungar,-galiz. Verbindungsbahn 83 - 83 50 Unaarische Nordostbahn . . . 11650 11? -Wiener Tramway-Gesellsch. . 159 50 160 50 Pfandbriefe. Ma.öst.Vodenkeditanst.(i.Gd.) 110 75 111 -„ „ ., (i.N..V.) 95- 95 25 Nationalbank.......9960 9980 Ung. Äodenlrebit-Inst. (N..V.) 94 75 95 25 PrisritätS-Dbliaationen. Glisabeth-V. 1. Em.....9250 92 75 Ferd.-Nordb. in Silber . . . 103 50 104 — Nranz-Ioseph.Äahn .... 8425 8450 Velb war« Wal. Karl.Uudwig'V., 1. Em. 100 — 100 50 Oesterr. Nordweft.Vahn . . 8440 8460 Zicbeiibiirgcr Nahn .... 6375 64 . Staatsbahn I. Em.....15825 158 75 Südbahn » 3°/,......no«)., ,1^75 5°/.......97. __ __.,.. Devisen. Auf deutsche Plätze..... 50 95 57 05 London, kurze Sicht .... 11665. 11675. London, lange Sicht . . . . 116 80 ll?90 Paris.......... 46UY 46 40 Geldisrten. «elb War« Dukaten .... 5 fl. 5b lr. 5 fl. 5Ü kr. Napolconsd'or . » 35'/,« 9 „ 34 . Deutsche Reichs. "" .- banknote». , . 5? ^ 60 ^ 57 „ Ü5 . vilbergulden . . 100 , - ^ 100 ^ - . Kraillische Grundentlastungs-Obligationen, Privatnotierung: Oeld 9150, Ware — — Nachtrag: Um 1 Uhr 15 Minuten notieren: Papierrcnte ö22U bis 6230. tzllberrente äH-35 bis 6345. Goldrente 73'50 bis 73 60. Kredit 224 75 bis 225 . Anglo »»' - bi«j 9^25. London N565 bis l.16 90. Napoleons v-33'/, bis «64. Hilber 100 - bis 100' .