Nt. 108. Prä „ ,! m erat! o n « prl! « : Im «lomptoll ganzj. si. l>. hnlbj, fi. V!w. Fill die Zuftlllun» « ll. Mil dcr Pl?ft «„izj, f>, i.^ halbj. fi, 7'5»0, Donnerstaa. 11. Mai. Inlclt!°n,ssebüi: Für llclne Insnatt bl» ,» » Zcilln «5. lr.. qrohne per Zcil« « lr,; bci bst««n Nirdclholungen p»r Heile » ll. 1882. Amtlicher Theil. ^tliM'k' und r. Apostolische Majestät haben mit ClMZ " Entschließung uom 6. Mai d. I. den in Linz Olivier Marquis de Bac- ihln hz„ s,^^ Hofrathe allergnädigst zu ernennen und iibml^ """"3 der Landesregierung für Schlesien zu ^" Muht. Taäffe in. p. hat di/^"«'^^ ""b Leiter des Justizministerium« '» LM« ä""gerichtsadj>l!,cten ^^ Rismondo ^ich,^-""d Stefan Vidulich in Gradisla zu ttnatW luncten bei den, Kreisgerichte in Rovigno l»N di/n^'^ler und Leiter des Justizministeriums ^eiilisi. "sgeMMaojllllc!'',, Joseph Freiherrn von ^»je ," " .'" Pola mid Karl Gregorutti in Tncsj „,,^ ^'chtsaojllncieil b^i dem Landesgerichle in 3"l'lli ^"Fezirksgerichlsadjuncten die Auscultailleu: '"t^^,. '' ^"seggiu für Pola, Gustav Prior a »»k U.'^°M Telcmach Gentilli für Capodistria '" Prinz für Tolmein ernannt. llm Nas l f <, Erkenntnisse. ""u»dl», / ^" Mss^list „Pari«. Frankreich im April" tz.^cchc» ,,' ^llgland. 10, ^lprtt" enthaltenen Aussähe das l^" Lt, A°Z 3 58 d und « St. G. begründe, und hat nach " cnlün,.^ ^"s Verbot der Weitcrvcrbreitung dieser Druck» ,I„. Hns^°chen. 4 ^ l! t^. .^Nreisarricht «ls Pressgericht in <5illi hat aus lu^li/^2 >Staatöan>uallschast '"^ ^^ Erlcnntnissc uom Un? ^l> 2/ ^' ^"^' bic Weücrvcrbrcitiing der „Cillicr Zci-^° ^chllun,« °°'n ^ AP"! 1882 wegen des Uiedcs „Schielen '^^^nach 8 «b» St.G. verboten. ^ Nichtamtlicher Theil7 l^Zntu^^ haben, wie die «Lin- ? ^'i't c>' ed". der Feuerwehr in St. Leonhard ^"veine in «^ 100 fl. und dem Militär-Vete. >Zta« 1°lenstein 00 fl.; ferner, wie die „Trop. ?' lÜeVr ^' ^" Feuerwehr in Bennisch 100 fl. 3 de»i H,, """e für Tirol und Vorarlberg" mel- ^eiml ^"bejchichstailde in Elbigenalp und der 7"ttweh 'Schaft in Kurtatfch je 200 fl. und der »ltllht ^ '" Kramfach 50 fl. allergnädigst zu spenden Zur Lage. Die Zolltarifdebalte im Abgeordnetenhause be-schiiftigt fortgefeht die heimifche Presse. Der „Tre-for" bemerkt u. a.: ^Die Opposition im Parlamente qegen den Zolltarif ist wesentlich politifcher Natur. Ein guter Theil der Minorität de« Abgeordnetenhauses ist im großen und ganzen dem Zolltarife nicht un-freundlich gesinnt, wie dies fchon das Eingehen in die Specialdebalte beweist. . . . Unfere Sache ist es nicht, ilber diefe Taktik zn urtheilen. Aber es will uns doch nicht in den Sinn, dass wirtfchaftliche und politische Interessen fo sehr heterogener Art sind und dafs in der Brust eines Abgeordneten zwei Seelen wohnen lönnen, die einander befehden." — Der „Sonn-und Feiertags-Courier" beklagt den bisherigen schleppenden Verlauf der Zolltarifdebatle und bemerkt: „Dass es der Opposition nicht gelingen kann und wird, das Zustandekommen des Zolltanfes zu vereiteln, davon sind ihre Führer selbstverständlich überzeugt. Sie klammern sich eben bei ihrer „Action" an den Hoffnungsstrohhalm, dafs ihnen im Verlaufe der De« batte irgend ein „glücklicher Zufall" zuHilfe kommen und der Regierung Verlegenheiten bereiten könne. Deshalb wird die Debatte bis ins Unendliche hinaus, gesponnen, deshalb wird jede Tarifpost ohne Rücksicht anf die Nusfchufsberalhungen aufs neue wieder zu Tode gehetzt. . . Glbt es denn für die Wortführer del Linke» gar nichts anderes mehr, als das Partei-In-teresfe? Gilt ihnen Handel ui,o Industrie, gilt ihnen die Hebung des Staatseinkommens und das Streben nach dem Oleichgewichte im Staatshaushalte so wenig, dass sie bei ihrer Campagne gegen das Ministerium rücksichtslos über alles hmwegfchieiten?" Auch die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" beschäftigt sich in cmem längeren Wiener Briefe mit der österreichische» Zolltarifdebatte und schreibt: „Die Campagne in der Reform des Zoll» tarifes ist in vollem und bestem Zuge. Das Cabinet Taaffe kann sich bereits beglückivünfchen, denn die wichtigsten Positionen, wie Kaffee» und Getreidezoll, hat es bereits sieghaft behauptet. Wie es das größte Wunder ist, dass uns nichts mehr als Wunder erscheint, so liegt Kern und Wesen dieser Erfolge darin, dass sie von niemand bezweifelt worden sind. Nur das leitende Organ der vereinigten Linken machte in feinem freihänolerischen Zelotismus eine verzweifelte Aüstlengung, indem es die deutsch'liberale Partei ha» ranguierte, unisono gegen das Eingehen in die Spe« cialdebatte zu stimmen. Die Linke hat jedoch unisono filr das Eingehen in die Specialbebatle gestimmt. Auch der Getreidezoll fand in ihrer Mitte ansehnliche Unterstützung." Reichsrath. 233. Sitzung des Abgeordnetenhauses. Wien, 9. Mai. Der Herr Präsident Dr. Smolla eröffnet um 10 Uhr W Minuten die Sitzung. Auf der Ministerbank befinden sich: Se. Excellenz der Herr Ministerpräsident und Leiter des Ministe« riums des Innern Graf Taaffe, Ihre Excellenzen die Herren Minister: Dr. Freiherr von Ziem »allow fli, Graf Fallen hayn, Dr. Prajäk, Dr. Freiherr v. Conrad-Eybesfeld, Dr. Rltter von Dunajewski und Freiherr v. Pino. Auf der Bank der Regierungsoertreter: die Herren Sectionsläthe Freiherr v. Kalchberg und S ch u ck. Zur Vertheilung gelangen die gestern eingebrachten Regierungsvorlagen, betreffend die Behandlung der aus Bosnien und der Herzegowina in das Geltungsgebiet diefes Gesetzes gelangenden Kalender und Spielkarten, dann die Bedeckung des von den Delegationen votierten außerordentlichen Heerescredites von 21.700.000 fl., von welchem 14.88tt.220 fl. auf die im Reichslllthe vertretenen Länder entfallen. Ein Betrag von 5.831,000 fl., fo den gemeinsamen Activen entnommen und der Rest von 9.055.200 fl. durch Begebung von Obligationen der auf Grund des Gesetze« vom 11. April 1881 geschaffenen, mit fünf vom Hundert in österreichischer Währung verzinslichen, mcht rückzahlbaren steuerfreien Schuld aufgebracht werden. Ferner gelangt zur Vertheilung die Regierungsvorlage, betraut» die zellliche Befreiung von der Entrichtung der Erwerb» und Einkommensteuer für den Betrieb der Schiffahrt zur See mit im Inlande erbauten Dampfern. Der Strafgefetz-Ausfchuse beantragt in dem vorgelegten Berichte die Zustimmung zu den Abänderungen, welche das Herrenhaus an dem Gesetzentwurfe über die strafrechtlichen Bestimmungen bei Vergehen gegen das Thierseuchengesetz vorgenommen hat. Die übrigen zur Vertheilung gelangten Drucksorten betreffen Äenchte des Petitions-, des Eifenbahn-und des Struerausschusfes über Petitionen. Das Haus jchreitet zur Fortfetzung der Special-debatte über den Zolltarif. Zur Verathug gelangt Tarifllafse XXIV (Wolle, Wollengarne und Wollenwaren). Be, diefer Klasse er- Jeuilleton. ^ Ein Hochzeitsfest. !^el>^^"'. wenn auch nur lurze Zeit. in Venedig ^"e>l Gn,,."M eine hübsche, angenehme Erinnerung M ^'lNutl? ""ö der Laguueustadt heimgebracht? k> .Hkeit ^ ja man kann wohl fagcn elegante ! °'l Unk 5. Vereine ihrer unermüdlichen Arbeit, ^»l flhl',°. Pünktlichkeit, ihrer Genügsamkeit und L°s °" den w Wch" macht sie den Fremden wert, Hn ^lsch^ ^erlehrsvermitllern anderer Städte, den den^e e?' ""f entgegengefetztem Wege für all diese ob "bcr^. empfänglich gemacht worden. Trotz all ""/ "»ch Uv" nur wenig Reisende Zeit und Muhe h' ^r^^egenheit, das Familienleben, die inter-^> Urll U c^efer für das uenetianifche Leben so «us "^ lNUschaftsklasse fennen zu lernen. Meinem die Malte "'^ '"" war es bei längerem Herbst-dotl^ UM ü ?"'^'U gelungen, die Zurückhaltung, so >'r,ch3 dem freundlichen Wefen und der Zu« hes "X Ul der Gondolieri birgt, zu überwinden, M? zur Tli '/'"" ""se^l Gondelführer uns treu-,<>r ^yellnahme an einem Feste in feiner Fa-dh/s ^chzelt seiner Schwester, einlud, ^tch rsvll>l"I »uns Uhr morgen« an einem feuchten bti». ble H^' als uns Francesco weckte, um uns '"w."' U ^"" "ach der Kirche der Gesulti zu l"'iet " Wir " "°ch wenig Leute zu fehen, doch he^ z>vch^ ^'"l etliche Minute», da rief Antonio, ""d ,'iZU un^"bol'"' der Hochzeitszug komme schon 'ht in ^rEtMauschung begab er sich zu Fuhe Gondeln zur Kirche. Wir verliehen die unsere und rangierten uns dem Zuge ein. Die Braut trug den ganz gewöhnlichen venetianifchen Typus zur Schau und zeichnete sich nur durch ein paar wahre Prachtaugen aus. Sie war in ein buntgefprenteltes graues Seidenkleid, mit Myrtenkranz und langem Schleier gekleidet, offenbar bemüht, ein möglichst bürgerliches Gepräge zu tragen. Ebeuso verhielt es fich mit dem Bräutigam. Das war die echte Gonoolirr-Physiognomie, mit der über den Backenknochen stramm angespannten Haut, den licfgesehten funkelnden Augen und den unter dem Kinne strickarlig hervortretenden Mutzkelsträngen. Aber auch er hatte seine schlanke und doch so muskelstarke Gestalt für die festliche Gelegenheit in ein gesticktes weißes Shirtillghemd und schwarze Gewänder gehüllt, die ihm ein lpiehbürgerlicheS Aus« sehen gaben. Das Brautpaar fühlte sich offenbar nicht ganz heimisch in diesen Festgewändern und büßte dadurch viel von der angeborenen Eleganz feiner Hal- l"ng ein. . c - >. Die Ceremonie wurde von dem fungierenden Priester sehr eilig, man kann fagen flüchtig vollzogen, und leiner der Anwesenden, selbst das Brautpaar nicht, schien ihr befondcre Aufmerksamkeit zu schenken. Dagegen erwiesen sich alle sehr andächtig bei der vom Priester gleichfalls ziemlich rafch abgethanen Mrsfe. Dreimal machte während derselben die Sammelbüchse die Runde, und in dem Äeivnsslfein, wie viel auch nur ein paar Soldi für diese hart arbeitenden Menschen bedeuten, imponierte uns der stattliche Kupfcrschauer, der auf dem Blechboden der Büchfe hörbar ward. Nun zogen wir nach vollendetem Gottesdienste paarweife aus der Kirche, voran natürlich das Brautpaar mit dem Compare. Dieser — unser „Beistaud" — fpielt eine gar wichtige Rolle bei einer Hochzeit. Er hat die Braut nicht nur mit einer stattlichen Pyramide von künstlichen Blumen, die später auf der Hochzeitstafel prangt, zu beschenken, sondern auch mit einem Paket Kerzen und einer umfangreichen Schachtel Bonbons, deren süßes Innere, um altem Brauche treu zu bleiben, auch zwei Wickeltinder aus Zucker aufweifen mufs. Ein Compare, der sich anständig aus der Affaire ziehen will, darf, den Wein und die Cigarren hinzugerechnet, immerhin 100 Francs in die Hand nehmen. Der unsere, ein dicker kleiner Munn, ein Verleiher von Marttboolen, machte feinem Wohlstande alle Ehre. Von der Kirche wanderten wir. kaum drei Minuten, nach dem Haufe des jungen Ehepaares, desfen Wohnung ans ein paar geräumigen, hübschen, luftigen Zimmern bestand, deren Wände zwar nur mit Kalk gt'liincht, dafür aber reichlich mit Bildern überdeckt wnlel». Unter dlefer mannigfachen Windzier befände» sich auch lebensgroße Bildnisse von zwei berühmten Gondoliers, der eine in der Vorväter, der andere, eine moderne Berühmtheit, in der gegenwärtig üblichen Tracht. Am Fenftelpfeller stand ein kolossaler Oipsabguss „ach einer Antike. Der moderne Lagunenheld war auch mit feinen bunten Flaggen und Preis-gewinsten abgebildet, was zwar den grellen Farben-effect hob, zur Harmonie des Colorits jedoch nichts beitrug. Als alles sich niedergelassen, wurden, unter dem fortwährenden Geplauder der Frauen, Limonade und Kuchen herumgereicht, fodann ein Glas Cyperwein und wieder Kuchen, dann Curasao und abermals Kuchen und schließlich — es war erst 7 Uhr morgens, Nuss-liqueure und wieder Kuchen. Unsere WeigerungK-versuche wurden von dieser allzu activen Gast freund-fchaft nur als Zeichen der Wohlerzogenheit und He. vaibaibet Neituna slr. 108 926 H. Wai 1888. scheinen die gröberen, schwereren Wollwaren (über 500 Gramm per Quadratmeter) mit einem Zolle von 50 fl., die feineren, leichteren Wollwaren (unter 500 Gramm per Quadratmeter) mit 80 fl. Zoll belegt. Die Aus« schussminorität beantragt die Gleichstellung der Tarif« sähe mit denen Deutschlands, und zwar für alle Wollwaren über 200 Gramm per Quadratmeter 67 fl. 50 kr. und für Wollmaren unter 200 Gramm per Quadrat« meter I si. 10 kr. Abg. Ritter v. Gomperz motiviert den Mi« noritätsantrag mit der Befürchtung, dass der österreichische Markt bei niedrigeren Zöllen von französischen und englischen Waren überschwemmt werden würde. Berichterstatter der Majorität Meznik weiSt auf den geringen Import der betreffenden Wollwaren hin und betont, das« trotzdem die Zölle für dieselben, gegenüber dem Zolltarif von 1878, erhöht wurden. Abg. Reschauer vertritt den Minoritätsantrag hauptsächlich vom Standpunkte Nordwestböhmens. Doch hat er leine Hoffnung auf dessen Annahme, denn die Majorität gehe, wie der Elephant vom Senegal, von der Anschauung aus, dass ihr alles ganz egal sei. (Große Heiterkeit.) Abg. Neuwirth führt aus, dass die Forderung der Minorität laute: Parität mit Deutschland. Die Ablehnung werde ihm sein Schlussvotum sehr erleichtern. (Beifall links.) Regierungsvertreter Freih. v. Kalchberg betont dem Minoritätsantrag gegenüber, dass bei den wichtigsten Wollwaren eine Erhöhung von 10 st. eingetreten sei, dass aber in eine weitere Erhöhung mit Rücksicht auf die Weigerung Ungarns nicht eingegangen werden könne. (Bravo rechts.) Nachdem noch Abg. v. Chlumecky eine Erhöhung einzelner Tarife sür Wollwaren beantragt, Abg. Haase für den Minoritätsantrag gesprochen, wird dei namentlicher Abstimmung der Minoritäts-antrag mit 161 gegen 152 Stimmen verworfen und nach Ablehnung des Antrages Chlumecly der Majoritätsantrag angenommen. Bei Tariftlasse XXV (Zeide und Seidenwaren) wird die von Dr. Kopp beantragte Erhöhung des Seidenzolles von 22 auf 50 fl. abgelehnt und der AuLschussantrag angenommen; die Tarifklassen XXVI bis XXXI, betreffend Kleiderwaren, Bürstenbinder-, Siebmacher-, Stroh, und Bast«, Papier- und Kaut« schukwaren, Wachstuch, ohne Debatte angenommen. Bei Tarifklasse XXXII (Leder und Lederwaren) beantragt die Ausschuss-Minorität, dass der Zoll für gegerbte Schaf- und Ziegenfelle von 6 auf 2 fl. herabgesetzt werbe. Abg. Kronawetter beantragt, für gemeines Leder 9 fl. statt 8 fl. und Aba.. Wiesenburg für Sohllederabfälle 8 fl. statt 18 fl. anzusehen. Bei der Abstimmung werden sämmtliche Amende-ments abgelehnt, der Majoritälsantrag angenommen. Bei Tarifklasse XXXIII (Kürschnerwaren) ersucht Abg. Löblich die Regierung, dass im Interesse der Kürschner in dem an die Fiuanzorgane hinanszugcben-dcn Warenverzeichnisse eine entsprechende Emthcilung lind Klassificierung getroffen werde. Sectiunsrath'Frh. von Kalchverg bemerkt, dass diesen: Wunsche Rechnung getragen werde und die Interessenten zur Begutachtung des Warenverzeichnisses werden aufgefordert werden. Tarifklasse XXXIII wird hierauf angenommen und Tarifklasse XXXIV (Holz- und Veinwaren) ohne Debatte genehmigt. — Sitzung morgen 10 Uhr. Die juridische Commission des Herrenhauses hat den vom Nbgeordnetenhause im § 3 amendierten Gesehentwurf über die Legalisierung von Unter» schriften auf Tabularurkunden in Berathung gezogen und den Bericht (Referent Freiherr v. Hye) vorgelegt. Die Amendements des Abgeordnetenhauses bestanden darin, dass die gerichtliche oder notarielle Legalisierung einer Tabularurkunde auch durch die Beifügung der genehmigenden Erklärung einer auto. nomen Gemeindebehörde ersetzt werden könne, welche berufen erscheint, die Interessen desjenigen wahrzu« nehmen, dessen Recht beschränkt, belastet, aufgehoben oder auf eine andere Perfon übertragen werden soll; ferner sollte die Bestimmung beigefügt werden, dass „die von den Vermögensverwaltungel, der vom Staate anerkannten Kirchen über zurückgezahlte Kirchenkapitalien ausgestellten Quittungen bezüglich der Löschungs» fähigkeit der Legalisierung nicht unterliegen;" und endlich sollte ausgesprochen werden, „dass die den Ge-meinde'Ordnungen entsprechenden Fertigungen der Gemeindevertretungen keiner Legalisierung bedürfen." Die juridische Commission glaubt, keine dieser drei Abänderungen dem hohen Herrenhaus« zur Annahme empfehlen zu können. Dagegen hat die Commission aus diesem Anlasse erkannt, dass eine andere Verbesserung an dem Texte dieses § 3 wünschenswert sei. Die bisherige Fassung desselben, wonach die einer Privaturlunde beigefügte genehmigende Erklärung einer Staats- oder Landesbehörde die gerichtliche und notarielle Legalisierung ersetzen soll, lässt dem Zweifel Raum, ob darunter auch der Fall subsumiert werden könne, wenn diese Clausel von einem autonomen Bezirksausschüsse einer von einer Gemeinde ausgestellten Urkunde beigefügt wird. Und doch ist diese Festsetzung nicht nur consequent, sondern im Hinblicke auf jene Länder unerläßlich, in welchen, wie zum Beispiele in Böhmen und Galizien, zwischen den Landesausschüssen und den autonomen Gemeindevertretungen noch Be-zirksvertretungen eingeschoben sind und in welchen demnach in Gemäßheit der bezüglichen Landesgesetze die Genehmigung, welche in Beziehung auf bestimmte Beschlüsse der Gemeindevertretungen von einer höheren autonomen Behörde zu ertheilen ist, nicht wie sonst von dem Lanoesausschusse, sondern von dem Bezirksausschüsse ertheilt wird. Um nun den angedeuteten Zweck zu erfüllen, schlägt die juridische Commission vor, dass die oben erwähnte Gesehesstelle im § 3 dahin ergänzt werde: „Mit der genehmigenden Erklärung einer Behörde des Staates, eines Landes oder eines Bezirkes." Aus Budapest wird unterm 8. d. M. gemeldet: Der Finanz» Nusschuss des Reichstages sehte in seiner heutigen Sitzung die Specialberathung des Gesetzentwurfes über die Steuer^ manivulatiou fort und beschäftigte fich glöhtentheils mit der Feststellung des Wirkungskreisis der königlichen Steuerinspectoren. — Der Iustiz-Ausschuss verhandelte und acceptierte den Gesetzentwurf über die Inarticulierung des mit Luxemburg bezüglich der gegenseitigen Auslieferung der gemeinen Verbrecher geschlossenen Vertrages. — Die Unabhängigleitspartei beschloss in ihrer heutigen Conferenz. bezllg'ch ^' allgemeinen Zolltarife« im Abgeordnetenhause e>n" Resolutionsantrag zu stellen, dass das Ministe""" mit der Regierun« der im Reichsrathe veitreteM Länder wegen Aufhebung des gemeinsamen u^H. stellung eines selbständigen Zollgebietes UnterhM lungen einleiten soll. ,,<,, Handelsminister Baron Keminy legte ,m " gcordnetenhause am 9. d. M. den MseMM über den provisorischen Schutz für die zur ^'s'' elektrischen Ausstellung einzusendenden GegenM ° vor. Hierauf wird die Generaldebatte über vieH". tarifvorlage eröffnet. — Referent Aaroß ^ die Bestimmungen der Vorlage im allgemeinen . und hebt den Vortheil hervor, den der jetzige ^ > gegen den vom Jahre 1878 bietet. Der Schutz. "^ cher der österreichischen Industrie gewährt lmro, keineswegs drückend zu nennen. Redner besä!«' ^ weiters mit den einzelnen, bereits im Ausschusse gs^ die Vorlage vorgebrachten Anschauungen und knipst die Annahme im allgemeinen. ,,.« Aus Maros-Väsärhely wird der «2 Post" gemeldet: Seit einigen Tagen ist eine ftw'" Dürre eingetreten; die drückende Hitze versengt °". Wachsthum; der Wasserstand der Maros ist >o,^ gesunken, dass sogar Flöße stranden. Eine ^ ^ Hitze wird aus anderen Gegenden Siebenvu^ gemeldet. Vom Ausland. Im deutschen Reichstage machte der R' sident die Mittheilung, dass dem Prinzen w>^ ,^ ein Sohn geboren wurde. Dem deutschen ^^^ damit zum erstenmale ein Elbe geworden. Mge . selbe dereinst der Quell der Einheit. Einigt"! " Macht des Vaterlande« und der Quell der F^^t des Schreckens seiner Feinde werden. Der P^'^, erhält unter lebhaftem Aeifalle des Hauses die ^ mächtiaung. die Glückwünsche des Reichstage« ^ kaiserlichen Paare, dem kronprinzlichen Paare u>> ^, Eltern darzubringen. — Der Bundesrath y"^, Unfallversicherungs-Gesetz nach den Anträgen d^"^ schusses angenommen. Die Vorlage wird unvelzuu drm Reichslage zugehen. ,. Ist Aus Haag wird unterm !1. d. M. ge»'^"' ^ der ersten Kammer erklärte der Ministerpräsldel>l ^ Lynden. dass das Ministerium wegen des «^ über den Handelsvertrag mit Frankreich collectlv > Demission eingereicht habe. ^ „,M Wie man dcr „Pol. Corr." ans Belgrad "U . wird der vom Könige Milan und dcr serbischen "V?^ rung gleich lebhaft bedauerte Zwischcnfall von H< insofern nicht ohne Consecmcnzeu blciben, als olc ! ^ sche Regierung einige Veränderungen im Persia ^ betreffenden Behörden vorzunehmen und M/'M administrativen Wc^c Verfügungm zu treffen de" ^ tigt, uni Dcuwnstratiuncn, durch wclchc die S^A ^ zu fremden Mächten gestört werdcn könnte«, s"^, Znümft hintanzuhaltcn. (Dcr Zwischcnfall m'U ^l von dein hicr die Sprachc ist, licstand darin, oa>^ Einzug dcs Königs Milan in dicsc Stadt Z"^ Demonstration bcnützt wcrdcn solltc, wclchc die.dcl ^c Aspirationen einer serbischen Partei auf ^^ i„i!!>l jenfcits dcr Drina zum Ausdrucke zu bringen ve> F war. Könia. Milan unterließ, als er davon "" scheidenheit betrachtet, und wir hatten sie zu büßen, indem man uns nun vorlegte, und zwar mit fo vieler Herzlichkeit, dafs all unsere Energie dadurch lahm» gelegt wurde. Die Frauen, zumelst in Blau und Scharlachroth gelleidet, wurden des Plauderns nicht müde, während die Männer, die ihre Cigarren und Cigarretten angezündet hatten, nur hie und da etliche Worte wechselten und mit ersichtlichem Hochgenusse blaue Rauchwöllchen in die Luft bliesen. Bei ihrer Handhabung der Cigarre bemerkte ich, dass sie ihre Finger reichlich mit Ringen besteckt trugen. Man betitelte uns zwar Signori, doch verkehrte man in jener einfach höflich ungebundenen Weise mit uns, die auch den anderen standesgenössischen Gästen zutheil ward, was unser Behagen wesentlich erhöhte. Nach acht Uhr entfernten wir uns mit dem Ver-fprechen, uns um halb drei Uhr wieder einzufinden zum Hochzeitszuge nach dem Locale, in dem der „Pranzo" eingenommen werden sollte. Bei unserer Wiederkehr zum Hause der Neuvermählten fanden wir Gondel-Gedränge vor der Thür desselben. Um die Boote, welche den Brautzug tragen sollten, hatten sich noch viele andere, mit Neugierigen belastet, geschart, und es gab der Bemerkungen und des Gekichers kein Ende, als sich Paar um Paar in die Fahrzeuge begab. Voran natürlich der Sposo mit der Sposa, dann der Compare mit der Kranzbraut, sodann wir beide, jeder mit einer uns zugetheilten noch jungen und hübschen Witwe, sodann die anderen. Unsere Witwen waren offenbar schon darauf vorbereitet, uns zugetheilt zu werden, sie hiengen sich selbst munter an unseren rechten und ihren Shawl ungeniert an unseren linken ^'ÜI "^ "u'uthigten uns gutmüthig zu dem Sprunge m d,e Gondel, d« angesichts so viller Neugieriger und Lachlustiger eben kein behagliches Unternehmen war. Signora dell' Agna, die mir zutheil geworden, plauderte mit einem Frohmuthe, der es mich wahrhaft bedauern ließ, die Mysterien des venetianischen Dia-lektes nur so ungenügend ergründet zu haben, dass ich ihr nur sehr lahm secundieren konnte. Allein sie war genügsam und unterhielt sich offenbar über mich, wo sie sich nicht mit mir unterhalten konnte, doch in so harmlos naiver Weise, mit so hellem Kinderlachen, dass selbst der ärgste Griesgram es ihr nicht zu miss» gönnen vermocht hätte. Wir verkehrten auch alsbald als Compare und Comare. In einer Trattoria di San Gallo ward das Hochzeitsmahl eingenommen. Offenbar war der Rau.n, in welchem sich die für 40 Personen gedeckte Tafel befand, einst die Gallerie eines vornehmen Palazzo gewesen. Das Mahl war einfach, aber trefflich bereitet. Fisch figurierte dabei nicht, wie mir meine Witwe erklärte, weil man ja zu Hause ohnedies Fisch genug äße und nicht neun Francs in einer Trattoria zahle, um das Gewohnte zu bekommen. Dass jeder der Festestheilnehmer für sich zahlt, ist eine offenbare Erleichterung für das Brautpaar, hindert aber nicht, dass sich alle gewissermaßen als Gäste desselben betrachten. Außer dieser Mittheilung überraschte cs mich, vor jedem Gedecke noch einen Extrateller zu sehen, dcr auch noch besonders und reichlich beladen wurde. Meine Nachbarin forderte mich auf, diesem Beispiele Folge zu leisten, und als ich versicherte, nicht mehr verzehren zu können, als ich ursprünglich genommen, wurde ich ringsum weidlich ausgelacht. Die Zusammenstellung verschiedener Speisen auf dem zweiten Teller war ja dazu bestimmt, nach Hause genommen zu werden. Näher besehen, ist die Sitte lange nicht so vulgär, als es auf den erste» Blick erscheint; jedes u'""'^ wofür es bezahlt hat, und hält sich in disc«"' ^ zeil. Das erfuhren wir, als wir, um nicht " > ^i und beschämend zurückzubleiben, des Guten s^iü thaten und von den Aufwärtern höflich aUs» gemacht wurden, dass wir zu weit giengen- ^^ Der gute Appetit, den die Versammlung^ ligte und der nirgends zur Gier ausartete, ^ Oe< durchaus nicht am lebhaftesten Geplauder ". ^ lächter. Der Wein erhöhte die Stimmung ^Aal>e wohl dem leichten, doch wohlschmeckenden k dürfen die örtlichen Truppencommandanten walten - ^" ^^^le der höheren Autoritäten abzu« ^,«^' 'u extreme» Fällen nach eigenem Ermessen Nc>s^"^ der Bedrängten einschreiten. Diese Juden, «ms d p V"' ""len nicht allein ein schlechtes Licht yr!h", ^"Wallung, sondern fügen auch dem Lande Mrn f H"den zu. Gerade die vermögenden Israeliten die N '"^zukommen. Sie sind in Polen und Litthauen M"ll?,"tler ber Producenten und Händler und be. besik^ -^ "ll "nem kleinen Gewinne. Die Guts. NlM^ ''"^ lchon jetzt in Verlegenheit, da sie der keid? ^" ^"le zuverlässigen Factoren beraubt lvie s^ °öu kommt, dass diese Gewaltthaten zeigen, lckdr., "?H ^"^ ^j"lk ist und wie wenig die Be-H^s „'Alande sind, es in Ordnung zu halten. Se. son m^ " Kaiser befahl, dass sich die Gerichte so. 6nls^ ""l Zurücksetzung aller anderen Geschäfte mit nm,?du»g der Klagen infolge der Iuden-Verfol-»iea, ^Hastigen. Andererseits ist es die Wicht der iu t>^ U' auch die Interessen der Christen im Auge m Sie kann daher nicht dulden, dass die jüdi-sau. ^"'tweinschenkcr das Volt systematisch aus-vewnl'. "'^ "'u^ auch den Zemstwas und den Stadt. Püt,,, ""gen Gehör schenken, welche sich, auf alle k'lellll^" ^stutzt, der Ansieolung von Israeliten ^oini - l. "'ldersetzen. Zugleich wurde im Minister, "och ! Schlossen, die Rechte der gebildeten Juden ö"lü/?r auszudehnen, um den in der Civilisation 33ege .' benen Israeliten zu zeigen, auf welchem ^nci^ .^, ble Rechte der anderen Staatsbürger er- "!>nen. Llbju,^" ^urst von Bulgarienin Begleitung zweier und s.j' ^. tam am 2. d. M. abends 6 Uhr hier an sich /, A,''" «Hotel Demuth" ab. Gestern begab er " flillis^" Majestäten nach Gatschina. mit denen '"dem V^ H?te bezog der Fürst Appartements <^'"erpalaiL. Er wird etwa zehn Tage hier teise/^" U"d dann über Berlin nach Darmstadt ^lriaupn Anwesenheit Hierselbst dürste mit den betas'' "" Zusammenhange stehen, durch welche ill lH^ von einer fanatischen Partei in Bulgarlen ^d^^/'ung der Moskauer Ausstellung bellten ^ ^" stattfinden. Der Katalog der aus« fasse» Gegenstände wird etwa 50 Druckbogen um-^»'nw^ Photograph Mein (Scherer. Nabholz nlbu>n ?'/ ^" bas Recht erhalten, ein Ausstellung«. steUuna ^miszugeben. ^m Haupteingange der Au«, ^sucksv l"bk" sich große Säle, in denen sich die 3" ausruhen können. puff " 7'chste Mann in Russlanb, Fürst Iussu-3"bel 3Ä""ister des kaiserlichen Hofes, hat Ü000 3"'ser U "'"'"^ f"r das beste Geschichtswerl über Ro„^ Alexander U. Die Summe ist im vorigen den d...'" der Reichzbank eingetragen und soll mit Mor ^"geschlagenen Zinsen im Jahre 1900 dem ^'tsch°^ Preisgekrönten Werkes zukommen. Die saften U l°Ut die kaiserliche Akademie der Wissen-"»d i„ ^.ur gedruckte Werte russischer Unterthanen l"wjcher Sprache werden zugelassen. zn H..s^ Zustände in den Ost see Provinzen geben "M d ,, ^!'^n Anlass. Letten und Esthcn, wclchc sonst ^u ie^ utschen in guten Verhältnissen lebten, sucht k'Ncn >, .^kn dieselben aufzuhetzen. Die Attentate auf ^ ^ r'^" Geistlichen von Holst und kürzlich ans ""Wsch s-'s'hcr Aaron von Nolkm, dem cin Auge z>lrii^^,!^u wurde, werden auf agrarische Verhältnisse !? l'icktc!^"' A"ar hat der Minister des Innern den ^ln,d^""iger Weise zum Hasse aufregenden esthnische« Mgl lvnfiscicren lassen, auch die Censoren, die ihn ge-^'ht ^i '"' ""ch Gcliür bestraft, aber noch iinmer t "cheM5c" derselben gehässigen Weise gcschriebcllc ^ vech". ^ "Sattala", w'clchc wohl cin gleiches Schick-!" Viin s, ^ der esthnische Kalender. Vorläufig hat ^e„ fUer des Inueru den dcntschen Baronen gc-!'^' ^ " giltlichcr Weise mit den Bauern zu ^dc,i ^ute dirs nicht helfen und die von den Land^ ^tiirliH ^anlsiertc Polizei nicht ausreichen, so muss Mel^ äu andren äliittcln gegriffen werden. Der ^ blül^.N an der Nuhc der Ostsceprovilizen, die zu >'el g^l^ '^" des Reiches gehöreu, selbstverständlich n! ^rkn 3' ^> Majestäten rechnen ihren Aufenthalt '2 vc^ ,-pwvulzeil, namentlich in Hapsal, wo sie inWerden, zu der frohcsten Zeit ihres Lebens. Aus Bukarest meldet man unterm 8. d. M.: Der Senat hat mit 31 gegen 4 Stimmen den von der Kammer bereits votierten Gesetzentwurf über die agricolen Verträge, jedoch mit mehreren Modificationen, angenommen. — „Romanul" schlägt als Lösung der Donau-Frage vor, den Antrag Barröres durch den auf dem Berliner Congresse von Baron Haymerle eingebrachten Vorschlag, welcher im zweiten Protokolle drs Vertrages (Sitzung vom 2. Juli 1878) verzeichnet ist, zu ersetzen. Das Journal sagt, eine solche Lösung der strittigen Donau-Frage würde alle vorhandenen Interessen versöhnen und könnte auf keinerlei praktische Schwierigkeit stoßen. — In der Kammer entwickelte Cogalniceano seine Interpellation wegen Nichtausführung des Artikels 57 des Berliner Vertrages, welcher Oesterreich-Ungarn die Verpflichtung auferlegt, die Donau am Elsernen Thore zu regulieren. Cogalniceano sagt, die Felsen des Eisernen Thores befinden sich auf serbischem und rumänischem Gebiete, und sollte Rumänien von Europa verlangen. dass es selbst mit der Entfernung d,efer Schiffahrlshindernisse betraut würde. Der Minister des Aeußern, Statesco. erwiderte hierauf, dass die Claufel des Artikels 57 wahrfcheinlich deshalb noch nicht ausgeführt sei. weil die Oesterreich.Ungarn durch den Congress übertragene Aufgabe eine nicht sanctio-nierte Verpflichtung ohne Termin sei. Er erklärt weiter, dafs er die anderen Mächte unterstützen werde, damit der Artikel 57 zur Ausführung gelange, und er werde nöthigenfalls für Rumänien das Recht und die Verpflichtung fordern, das Eiferne Thor zu beseitigen, damit die Schiffahrt den ganzen Lauf des Flufsel entlang eine freie sei. Die Kammer gieng hierauf zur Tagesordnung über. Gerichtssaal. Wien, 9. Mai. (Ringtheater.Process.) In der Sitzung vom 9. d. M. wurden zunächst die Aerzte Dr. Dei-mel und Dr. Anthofer vernommen, welche die Leichen der Verunglückten, unmittelbar nachdem sie gefunden waren, im Gebäude der Polizeidirection untersuchten. Dieselben gaben an, das« alle diese Per« sonen schon mindestens eine Viertel- bis eine halbe Stunde vorher erstickt waren. Mit Wahrscheinlichkeit ist anzunehmen, dass sie schon fünf bis sechs Minuten nach 7 Uhr todt oder dem Tode nahe, in jedem Falle rettungslos verloren waren. Nur bei einer Frauen«. Person habe es ihm geschienen, dass sie erst fünf Mi» nuten vor der Untersuchung gestorben fei. Diese Perfon mag von anderen Körpern gedeckt gewesen und infolge dcfsen auch später erstickt worden sein. Die Erstickung erfolgte aber hier nicht, wie bei den anderen, durch Gas, sondern durch Mangel an Luft. Die Vewegun» gen. die an den Körpern beobachtet wurden, feien nicht Lebenszeichen gewesen, da solche mechanische Be» wegungen auch an den Leichnamen wahrgenommen wurden, die sich im Polizeidirections'Gcbnude befanden, an denen jedoch Wiederbelebungsversuche erfolglos blieben. Die Gerichtsärzte Professor Hoff mann, Dr. Hasche! und Dr. Doll geben nun ihre Outachten ab. Dieselben gehen übereinstimmend dahin, dass in« folge des Oeffnens der Rollthüre der Vorhang sich ausbauschte und Feuer und Rauch gegen den Zu« schauerraum getrieben wurde, dass infolge defsen die athmosphärische Luft aus den Räumen verdrängt und Kohlenoxydgas daselbst erzeugt wurde; dass dieses Gas eiue tödtliche Wirkung hatte, die aber je nach dem Orte, wo sich der Einzelne befand, und je nach seiner körperlichen Beschaffenheit mehr oder weniger rasch eintrat. Dennoch sei die Luft im Haufe leine absolut tödtliche gewesen, da frische Luft durch die, wenn auch geschlossenen. Fenster eintrat und überhaupt fortwährend ein Luftzug stattfand. Die Sachverständigen sind des. halb der Ueberzeugung, dass bei rechtzeitigen, ziel. bewussten Rettungsversuchen es möglich gewesen wäre, einen großen Theil der Verunglückten dem Tode zu entreißen. Die Erfahrung lehre, dass in Crstickungsfällen auch nach scheinbarer Entweichung des Lrbens Ret. tung möglich sei. Der markanteste Beweis dafür sei durch Dr. Ranninger geliefert, welcher >m Zu-schauerraume bewusstlos niedergesunken war, spater von einem Strahle Wafser getroffen wurde, stch da. durch erholte und einen Ausgang finden konnte. Alle-mand werde so kühn sein. zu behaupten, dass Dr. Nanniuger in diefem Augenblicke der einzige lebende Mensch im Haufe gewesen sei. Vielmehr sei es sicher, dass um diese Zeit noch eine grohe Anzahl Menschen gleichfalls aus ihrer Bewussllusigleil befreit werden konnten. Der Zeitraum für die Möglichkeit der Ret. tung wird von Dr. Doll bis 7'/, Uhr. von Dr. Haschet und Professor Hoffmann bis 10 Minuten nach 7 Uhr angegeben. , .. . Die Vertheidiger Dr. Markbrelter und Dr. Fialla bemühen sich vergebens, durch eine Reihe von Fragen die Sachverständigen zu einer Ab< schwächung ihres Gutachtens über die Rettungsmög« lichleit zu bewegen, das in diesem Punkte für die An. geklagten von der Polizei und Feuerwehr selbstverständlich von ungünstiger Gedeutung ist. Stadtbaumeister Ndametz. ber als Vachverstän« diger für die bauliche Beschaffenheit vernommen wird. kritisiert scharf die bauliche Anlage des Ringtheaters. Wegen der nicht ausreichenden Grundfläche musste in die Höhe gebaut werden, und dadurch wurde die Zahl der feuergefährlichen Räume vermehrt. Der Sachver« ständige wird befragt, auf welche Weise Luft und Licht in die Räume, vornehmlich auf die Stiegen gebracht werden konnte, wenn dies nicht auf directem Wege möglich war. Die Antwort lautet dahin, dass dies bei deu Nothstiegen durch Einschlagen der Fenster geschehen konnte, bei der Haupttreppe nur durch das Einschlags« der Mauern, was freilich längere Zeit in Anspiuch genommen hätte. Die Einschlagung der Verschalung des Foyers hätte zunächst nur dem Foyer Luft gebracht, die sich auf die andereu Räume nur langsam vertheilt hätte. Insbesondere wären die Stiegen dadurch nicht rauchfrei geworden. Die Sitzung wird hierauf unterbrochen. Die Nachmittagsverhandlung wird voraussichtlich bis in die Nacht währen. Hagesneuigkeiten. — (Rothes Kreuz.) Für die zebeihliche Vnt-Wicklung der Vereine des rothen Kreuze» und insbeson« dere für die Forderung ber Vildunz einer möglichft großen Zahl von Zweigvereinen ist es unerläßlich, das» alle Schichten der Bevölkerung über den Zweck und die Organisation dieser eminent humanitären und segeu»-reichen Institution fowie über deren Wirksamkeit im Frieden und im Kriege eingehend belehrt werden. Zu diesem Behufe haben sich — über Anregung Sr. l u»b l. Hoheit des durchlauchtigsten Herrn Proteclor»Stell-vertreters des rothen Kreuzes in Oesterreich, Ungarn, Erzherzog Karl Ludwig, — in einigen Provinzen patriotische und opferwillige Mitbürger der Landes-HilfsVereine der Mühe unterzogen, die Bevölkerung — selbst in den kleineren Ortschaften — durch populäre, aber sachgemäße Vorträge über die Mission des rothen Kreuzes aufzuklären. Se. t. und k, Hoheit hat ferner zu diesem Zwecke speciell für Tirol dem dortigen Militärkommandanten FIM. Grafen Thun«Hohenstein den Ge-trag von 500 st. aus eigenen Mitteln zur Vergütung der Reise-Unkosten für die dortselbst mit dieser Ausgabe betrauten Persönlichkeiten zur Verfügung gestellt. — (Süd bahn.) Die Wie» . Trieft« Tage». Eilzuge (Wien ab 7 Uhr früh. Trieft ab 6 Uhr 46 Minuten früh) werben vom 15. Mai angefangen, wäh» rrnd der Dauer der Vadesaison in den Stationen Markt Tüffer und Nümerbao anhalten. — (Qualvolle Situation.) Au» StrasKburg berichtet vom 27. April die „Metz. Ztg.«: Zehn quäl-volle Stunden verbrachte gestern ein Arbeiter in einem sehr unbequemen Gefängnis, in das er sich selbst eingesperrt hatte. Derselbe, schon ein bejahrter Mann. war damit beschäftigt, auf dem neuen Wall Unkraut und den Nasen zu entfernen. Um vor einem lttegengus« Schuh zu finden, kroch derselbe gegen 8 Uhr morgen» in ein fogenannteS Kartusch-Magazin, dessen eiserne Thüre er sich selbst gedffnet hatte. Diese Kartusch. Magazine sind kleine Gewölbe von einem Meter im Geviert und 1 25 Höhe. etwa 50 Centimeter über dem Boden. Die starke eiserne Thüre ist nur von außen zu öffnen und fällt von felbst in» Schlos». Kaum hatte der Mann seinen Zufluchtsort in gekrümmter Stellung eingenommen, als ein Windstoß die Thüre zuwarf und er so thatsächlich lebendig begraben wurde. Seine Lage war eine entsetzliche. Erst abends wurden ein Ingenieur» Officier und ein Wallmeister. welche dort passierten, auf sein Klopfen aufmerkfam und konnten ihn befreien. — (Blitzschlag in einer Menagerie.) Ein vor einigen Tagen nachmittags über die Stadt PariS hereingrbrocheneS Gewitter richtete daselbst viel Schaden und Verheerung an. Unter anderm schlug ein Blitz in die Menagerie Pezon ein und tübtete daselbst einen weihen Wolf. Mehrere in Nebenläfigen befindliche Naubthiere wurden von dem Blitz gestreift und ein Tiger fast vollständig gelähmt. Von merkwürdigen Folgen war baS Gewitter fiir eine Itou kOiiutrjcl.Ol' begleitet. Die Schlange, welche einige Wochen schon an Indigestionen und Appetitlosigkeit litt, schien unmittelbar nach dem Gewitter vollkommen wiederhergestellt und äußerte, untrügliche Zeichen deS wiederkehrenden Appetites. Man reichte ihr mehrere Hasen, welche sie in rascher Aufeinanderfolge verzehrte. — (Schwimmende Ausstellung.) Lon» doner Kaufleute haben die Idee gefafSt, eine fchwim-mcnde Ausstellung zu arrangieren, die zur Hebung des englischen Exports beitragen soll. Der für diesen Zweck angekaufte Dampfer „Der Vicelvnig" wirb gegenwärtig zu London equipiert und nimmt eine große Ladung ber verschiedenartigsten Erzeugnisse Londons. Birminghams, Manchesters und anderer großer Industriecentreu an Bord. Der Dampfer wird die Meerenge von Gibraltar, daS miltcllim» dische Meer und den Suez-Kanal passieren und alz. dann Ceylon. Indien, Australien, die Fidschi»Imew Madeira lc. anlaufen. Man verspricht sich von dies« schwimmenden Ausstellung einen großen Erfolg LailaHe« NeUu-a «e IN« 928 11. Mal 1882. «Hoc ales. — (Krainischei Fisch ereiverein.) V«. stern, 10. Mai, wurden den in ber Nusschusssihung vom 3. April zu Ehrenmitgliedern ernannten hochverdienten Notabilitäten: dem Herrn l. l. Lande8präsidenten Andreas Winkler, dem hochwürdigsten Herrn Fürst« bischofe Dr. Johann llhrysoftomus Pogaia«, dem Herrn Landeshauptmanne Gustav Grafen von T h u r n-Vallsassina und dem Herrn Dr. Karl Freiherrn von Würz bach-Tannenberg, Präsidenten der l. l. krainischen Landwirtschafts.Gesellschaft, die von der litho-graphischen Anstalt der Josef BlaSnil'schen Erben sehr nett ausgestatteten Diplome durch eine Deputation, bestehend aus dem Vereinspräsidenten Herrn Raimund Kaftelic und dem Ausschussmitgliede Dr. Josef Kapler, überreicht. Nei diesem Anlasse hielt der Vereinipräsident an die obbenannten Persönlichkeiten passende Ansprachen, in welchen « das von denselben dem Vereine bethätigte Wohlwollen insbesondere betonte und gleichzeitig die Vitte stellte, dem Vereine noch fernerhin ihre huldvolle Gewogenheit und ein gütiges Wohlwollen geneigtest bewahren zu wollen, wozu die« selben freundlichst ihre Iusicherung zu geben geruhten. — (Ein Abschiedsgruh.) Es wird uns von hier geschrieben: Das diesjährig« Mai'Avancement in der l. l. Armee entführt unserer Stadt den in allen Kreisen der Gesellschaft ob seiner biederen und wackeren Gesinnungen hochgeachteten Herrn l. l. Major Gut-mann. Die herzlichsten Segenswünsche aller, die den« selben kennen, begleiten ihn auf seinen ferneren Lebens« wegen, und treu wird gewiss jeder, dem es gegönnt war, mit diesem liebenswürdigen Manne und braven Osficier zu verkehren, das Andenken an ihn bewahren. — (Die hiesige evangelische Gemeinde) hält heute Abend um 8 Uhr im Schulgebäude die Jahresversammlung ab. Vei derselben wird neben Erledigung der allgemeinen Gemeinde'Angelegen» heiten auch die Wahl eines Lehrers, beziehungsweise die Bestätigung des bereits berufenen Lehrers erfolgen. — (Das Neftkegelschieben für den Nä-roäui äom) im Gasthofe des Herrn Ferlinz „beim Stern" auf dem Kaifer en 9. Mai. Margareth Rebolj. Verzehrun«ssteu^ cmssehrs-Tochter, 13'/. I. «runngasse Nr. 13, Tubercle, Maria Hotevar. Inwohnerin, 70 I., Polanasttahe ^c, Altersschwäche. , ,M Berichtigu. ng. Im Tobtenrapport vom 10. Mal 1° ^ bei Victor Svetel da« Alter anstatt 1? Jahre l? ^"» heißen. Im GarnisonSspltale. (Zu spät angemeldet.) .,, Den 11. Uvril. Johann Frihe, l. l. Lieutenant 47. Inf.'Rcg., 23 I., Lungentuberkulose. _____^ Handel und MkswirtschäftlM. Laibach. 10. Mai. Auf dem heutigen Marlte sind ^ schienen: 7 Wagen mit Getreide, 4 Wagen mit v«" Stroh und 20 Wagen mit Holz. Durchschnitts» Preis fi,,lr, fl. lr, 1^^ Weizen pr. heltolit. 92« 10 54 Vutter pr, Kilo . -^ ^ ^ Kor» „ 6 16 6ü8Eier pr. Stück . . ^ ^^. Gerste . 5^04 b,43'Milch pr. Liter . ^ ",^ Hafer , 4 06 3l85 Rindfleisch pr. Kilo -A ^ ^ Halbfrucht , -, 7 20 Kalbfleisch „ «3^ Heiden „ b!04 6 03 Schweinefleisch « ,«^ Hirse . 5 04 b!27,lHchöpsenfleisch „ «^ ^ Kuluruz „ 6 - 6 38 Hähndel pr. Stück ^ ^ . Erdäpfel !00 Kilo 2 96-------Tauben „ - ^ ^ Linsen pr. Heltollt. 9-----------heu 100 K!lo . - 2 " ^. Erbsen „ 9----------!«troh „ - - 1 b<> Fisolen „ 10-----------lholz, hart., pr. vier ^gl> Niüdsschmlllz Kilo 1 —------- Q.'Meter ^ ^ . Schweineschmalz, —34------------ weiches, „ I5 4 O, schwach heit« 9 . Ab. 74l 44 -s- !)0 HO. schwach heiler ^ Morgens bewöllt, dann Aufheiterung, herrlicher ^ sehr lühl. Das Tagesmittel der Temperatur -j- 1^ ' 19° unter dem Normale. ^___^ Verantwortlicher Redacteur: Ottomar Vambt^ Für die uns von so vielen Seite» erwiese'' M herzliche Anthciliwhme an dem Verluste unsere« gc ^ liebten, unvrrgcsslichcn Gatten, beziehungswe«! « Vaters, Schwiegcr» und Grohvaters, Herrn » Aerhart Medemann, W Gutsverwalter i. P., W sowie für dir schönen Kranzspenden und für "^ ^ Geleite zum Grabe sprechen wir hicmit von ganz M herzen unftlen tiefgefühltesten Danl aus. W Laibach am 9. Mai 1«82. > Die trauernden Angehörige«' ^ heute unngmü um 5 Uhr ist in seinem <"' ^ Lebensjahre nach kurzem Leiden Herr i» Ägnll) OinlMt, W herzogl. Auerspergscher Forstamts - Controleur i. V" W gestorben. .«. «ebe" M Von diesem uns tics betrübenden Ereigniss? »^, ^ wir hicmit allcn Thcilllchnirnden Nachricht "«" ^ W psehlen den Verblichene», der sich in den vr«^ ^ seiner Hinterbliebenen ei» mivergä'ilgliches 2)^" « gesetzt hat, dem fromlncn Aildculen. ^ch^ W Freitag, den 12. Mai d. I. um « "^u"' W mittags wird die hülle des Verstorbenen im ^ ^ iM hause — Burgplal) Nr. 1 - gehoben und aM W Friedhosc zu Sl. Christoph beerdigt. W Laib ach, 11. Mai 1882. ^ W krolln« Llnllurt, Gattin. — ^urt, l,c- ^t, M fcssorundVczirls.schuIiusprclor-^" ff. W Huchbmdergchilfe; I>r. ilvrmltnu ^l»«»^, ^ W Vczirtsarzt. Söhne. — ^loxuullrlne ^»"° ^ W ^uzu.^te Itl»knu, ^Vun» I.l«ll»rt, ^""'^rs^ iM Hlurl?. Hlnnuert, Förster; rru«/ "!»»»««," ^h. W nleistcr, Schwiegersöhne. — Aurl» ^' !.1,in»0"' I M Xlemeuölö, H1»rl» I.ln»,»rt geb. «ut»«»'" >> ^ Schwiegertöchter. »W-Beilage. "Ws-A Der heutigen „Laibachcr Zeitung" liegt sur ^^,1" cll abonnenlen eine ?lbonncmentS»Einladung «ul ^^fel""!'^^ Sch,uciger - Lerchenfelds illustriertes^ ^lll" ^ ,.?ic Adrict" bei. - Bestellungen aus "b^c» ^l" ^ü nimmt die Auchhandlung Jg. v. itleinmayr ^ " ^ g^ in Laibach, woselbst auch die erste Lieferung « Einsicht ausliegt.