^^u^_______ Donnerstag, 22. Mai 1890. 109. Jahrgang. OMcher- Zeitung. »°n,M?n «^"^»is: Mtt Posi«ellendu n„: «ni'zjähriss fl. 1b, holWhrig fl, 7 5N. Im Comptoir: lkiii'U 'l'l N, halbjährig fl, 5-50. Frel«pllltz 2, die Mlbaction Vahnhofzasje 24, Sprechstulibc» der Reduction töalich von <» bil 12 Uhr vormittag«, — Unfranlierte Vriefe werde» nicht angenommen und Manuscripte nicht zurückgestellt Umtlicher Weil. sin ^' ^ "l»b k. Apostolische Majestät haben mit ^"höchster Entschließung vom 13. Mai d. I. dem ^""lkrer. außerordentlichen Gesandten und bevoll-"°^ten Minister am königlich bairischen Hofe Feld-^Mll Lieutenant Nikolaus Fürsten Wrede taxfrei l?!k ^ eines geheimen Rathes allergnädigst zu ver-'l'yen geruht. M.^ k. und k. Apostolische Majestät haben mit " ryöchster Entschließung vom 18. Mai d. I. dem ^inspector und Vorstande des Betriebs-Inspectora-Ostr« ^'^ Kaiser.Frrdinands.Nordbllhu in Mährischen '«>'. kaiserlichen Rathe Ferdinand Kühnert. das verl^ "ä ^^ Franz. Joseph. Ordens allergnädigst zu ""'Yen geruht. D„A l. und k. Apostolische Majestät haben mit ^""höchster Entschließung vom 1. Mai d. I. dem rroaurathe Franz Nurian in Wien anlässlich seiner den V^ü^ ^'suchen erfolgten Versetzung in den dauern-bos^üv^ taxfrei den Titel und Charakter eines Wache« allergnädigst zu verleihen geruht. Bacquehem in. zi. Nichtamtlicher Weil. "lturtechmsches im Dienste der Landwirtschaft. Vom Culturingenieur «. Tschadesch in Laibach. i>er»-^ moderne Landwirtschaft erblickt heuzutage in lnelin "^^ Wasserwirtschaft und angemessenen Voden-H^^wn eines der ausgiebigsten, ja nothwendigsten Und ^'^" ^ Ploductionstraft des Bodens zn steigeru ^dlitch den Volkswohlstand zu erhöhen. Neue s'-. "be'M in der Wisscnschast und Industrie Pllbli ^ ^^iche Ideen mit gilustigen Erfolgen das große der 9 " beleben und fortreißen, so ist es auch bei Mt j lmchchaft, wo es verschiedene Zeitabschnitte inerlb ^che" der Fortschritt in großen Sprüngen be« die Vi . ^^ I" dieser Beziehung erinnern wir nur an Un^'"luhrung dez Kleebaues, der Dampfcultur, der bie ÄH 6 des concentrierten Düngers (neuester Zeit 3leul, "placke) ic. Wie mächtig wirken dann solche ^l^geu ^f sämmtliche landwirtschaftliche Kreise ein, und wie besucht sind dann nengebildete oder bereits bestehende landwirtschaftliche Vereine. Die Debatten fördern pl'o und conli'a massenhaft zutage. Himmel und Hölle liegen nicht weiter auseinander, als die zu Markte gebrachten Erfahrungen. Mit der Zeit wird indessen das Urtheil objectiver, die Ansichten klären sich, und vieles bleibt zurück, um nach und nach Gemeingut zu werden. Da mag es denn nicht ungerechtfertigt erscheinen, wenn wir in Sachen der Culturtechnik immer wieder die Aufmerksamkeit auf das allgemein für gut Anerkannte hinlenken. Es kann wohl kaum geleugnet werden, dass die Melioration in vielen Gegenden geradezu unerliiss« lich geworden und dass die Außerachtlassung derselben einem schweren Vergehen, begangen an der materiellen und culturellen Entwicklung des Landes, gleichkäme. Wenn aber das Meliorationswesen in Oesterreich bisher nur auf mehreren Großgrundbesitzungen Eingang gefunden hat und der Kleingrnndbesih mit einigen wenigen Ausnahmen der Errungenschaften des Melio« rationswlscns nahezu ganz entbehrt, so liegt der Grund wohl darin, dass bisher nichts oder sehr wenig geschah, um das Verständnis hiesür zu wecken, und der Klein« grundbesiher nothwendigerweise vor den durch Vorarbeiten und Ausführung des Planes verursachten Kosten zurückschreckt. Wir folgern dies aus der Thatsache, dass. ob« wohl die Pflege des Melioralionswesens eigentlich die Signatur der gegenwärtigen Landwirtschaft ist, dieselbe doch bei uns nnr sehr wenig Terrain gewinnt. Dagegen machen sich Vorurlheile und Annahmen geltend und finden auch Glauben, was den gäuzl'chru Mangel des Verständnisses, des richtigen Begriffes nnd eigentlichen Zweckes der Culturlechnik erkennen läfst. Wir halten uns deshalb ganz besonders verpflichtet, auf diese wichtige Angelegenheit wiederholt zurückzukommen, auf die Gefahr der Einwcudung hin, dass iu dieser Be. ziehuug schon mehr und Besseres geschrieben wurde. Bleibt auch nicht alles, so bleibt doch vielleicht etwas und w,rd von Wirkung sein. Für künstliche Düngungsmittel gcben w,r Hun-derttansende in der Hoffnung hin. befsere Ernten zu er> zielen, dabei scheu wir aber müssig z». wie MMwnen in den im fließenden Wasser gelösten und suspendier« ten Stoffen ungenützt verloren gehen, Millionen, deren rationelle Verwertung uns die höchsten Erträgnisse sichern würde. Trotzdem es eine allgemein bekannte Sache ist. dass das Wasser für das Wachsthum der Pflanzen nächst dem Sonnenlichte das nothwendigste Element ist, mit welchem der Landwirt stets zu rechnen hat. wird dessen hohe Bedeutung noch lange nicht genug gewürdigt. Gegen die Naturgesetze wird noch immer stalk und viel gesündigt. Und doch können wir uns deren Kräfte nur dann dienstbar machen, wenn wir erstere strengstens beachten. Geschieht dies nicht, dann werden Entwässerung»' oder Bewässerungsanlagen so hergestellt, dass die beabsichtigte Wirkung nicht eintritt. Möchten >doch diejenigen Techniker, welche sich mit landwirt-! schaftlichen Meliorationen befassen, erst recht vieles an» sehen und dann genau nach bekannten praktischen Methoden und Regeln vorgehen. Gewiss würden sie bann der Landwirtschaft große Dienste leisten und würde lhnen auch das vollste Vertrauen seitens der betreffenden betheiligten Kreise entgegengebracht werden. Den Landwirten aber möchten wir den Rath ertheilen, sich darüber ein Urtheil bilden zu wollen, was geleistet werden kann und wie es anzufangen ist, um zu einem Erfolge zu gelangen; denn unseres Erach-tens ist diese Urtheilbildung ebenso nothwendig, wie bei jener über zweckmäßige Düngung. Bestellung und überhaupt über die Herbeiführung eines rationellen Wirtschaftsbetriebes. In den meisten sortfchrittlichen Staaten sind die Hindernisse, welche sich den erwähnten Meliorationen entgegenstellen, durch Gesetze beseitigt oder vermindert. So sehen wir in allen civilisierten Ländern neuerer Zeit das Bestreben, Sümpfe und nasse Boden zu cultivieren, um dieselben ertragfähiger zu machen, da die Qualität des Bodens von solchen Ländereien gewöhnlich eine sehr gute ist und sie meistens gleich nach vollendeter Cultur sehr hohe Ertrag« Nisse liefern. Es kommt aber auch vor, dass besonders ein Boden, der viele Säuren enthält und erst durch den Zutritt der L"ft oxydiert, erst nach einigen Jahren verbessert und fruchtbarer wird. Diese Bodenmeliorationen sind daher keine leichte Aufgabe und erfordern Vorsicht und bewanderte culturtechnische Kräfte, damit die Ab» oder Zuleitung des Wassers mit Verständnis und in der Weise geschehe, dafs hierdurch das Gedeihen der Feldfrüchte gefördert wird, denn jede Bodenart verlangt eine ihr eigenthümliche Bchclndlungsweise. Die Entwerfung eines genauen, übersichtlichen und gut durchgebachten Planes zu einer jeden Meliorations'Unternehmung ist somit Feuilleton. Der Brandstifter. Nach dem Französischen deS M 0 ntet. N«'bunter, ihr Iungensl» rief der Patron. Wir reit" 3 ""s der Küste nähern. Halte die Stange be-Die 3?' Nl°M' das Anlertau zur Hand. Pierre!» NehelMerbarle schoss wie ein Pfeil auf der hoch-pliichti^ ^ bach'"- Man war am Tage vorher bei lräul?" - '""ung abgefahren. Eine leichte Brise ben K.. ?'/ bellen, auf welche die Sonne ihre blitzen- Uahleu warf. ^geM:^ ^ "^ Vater Landure. der Patron, einen der Hli"'^ nnt besorgter Miene dagestanden, als er an war t>? ^b"v"siMe. In weniger als einer Stunde Hafen ^arometer. dessen Quecksilbersäule vor dem "kr glänzte, um ein volles Centimeter gefallen. Er ^ "'sglich, dass ein Sturm losbrecheu tönute? ^en Tn ^ ""hl verspürt, er. der die Windstöße er „z^g nn vorhinein witterte. Aber heute witterte ^auH l'."ls einen guten Fischfang. Deshalb hatte ^"ominen ^" Jungen. Pierre und Jean, mit sich "Ur ein°"^!v" Jungen? Nein. Vater Landure hatte herrlich'^ .^)ter. Marie, die Perle der Küste, ein Und «7^ lllngrs Mädchen von zwanzig Iahreu, lräftlg <°thtn U ""t Augen wie vou Sammt und Pfirsich. ^le ll^'"°"- Pierre und Jean waren zwei See« M.N H° °"n Orte, rüstige junge Männer, tüchtig in ^. un, '?' bie er seit einem Jahre aufgenommen " ""t ihnen an Bord seiner Barke den Fisch- sang zu betreiben. Mit ihnen gieng alles gut. denn es handelte sich bei ihnen darum, wer mehr mit dem Herzen bei der Arbeit sei. Es waren zwei wirkliche Neben, buhler, und der Patron war ein wenig in Zweifel, woher der edle Eifer bei ihnen komme. Die zwei wacke» reu Bursche waren in seine Tochter verliebt — so viel war sicher — und es bestand ein Wettstreit zwischen ihnen, wer es mehr verdienen würde, als Branlwerber angenommen zu werden. Aber Vater Landure ließ sich darüber kein graues Haar wachsen. Seine Tochter war klug und an Leib und Seele gesund. Mnn sie wollte, sollte sie ihre Wahl treffen, und damit war alles abgethan. Aber sie würde gut daran thun, mcht zu lange zu säumen, denn die zwei gleich verliebten Bursche wollten bei ihrer Ungeduld vom Warten nichts wissen, und seit beinahe einem Monate halte Vater Landure bemerkt, dass sie einander böse Blicke zuwarfen. Be« sonders war dies der Fall bei Jean. der hitziger und auch zornsüchtiger als Pierre war. Aber das alles würde sich mit dem Hochzeitstage geben und der abgewiesene Freier sich mit einer doppelten Nation Cider trösten. E« würde nicht das erstemal sein. dass man so etwas gesehen, wie der Verdruss bei einem aus« giebigen Zechgelage erstickt worden sei — und dann fehlte es ja nicht an hübschen Mädchen in der Ge-gend. Mittlerweile hatte man den ganzen Nachmittag hart gearbeitet. Aber auf einmal, um vier Uhr, hatte sich eine frische Brise erhoben. «Hollah, Matrosen, was soll das bedeuten?» Vater Landure hatte den Kopf aufgerichtet, die Hand über die Augen gehalten und den Horizont gemustert. Dort unten, ganz ties, stieg eine schwarze Wolke mit aller Schnelligkeit auf. Und man hatte sich gegen die Küste beeilt. Aber plötzlich war der Wind aufgesprungen und hatte die Barke vor sich ins offene Meer Hinansgetrieben. Was für ein furchtbarer Sturm! Niemals hatten die zwei jungen Bursche noch selbst Vater Landure, trotz seines Alters, einen gleichen gesehen. Man hätte glauben können, dass sich einer jener Orkane, wie sie in der Südsee toben. Hieher an die Küsten der Bretagne verirrt habe. Alle halbe Stunden sprang der Wind um, und das Fahr-zeug drehte sich um sich selbst, eine unbekannte Richtung einschlagend, die quer durch haushohe Wogen führte. Wie war das Schiffchen nicht schon zwanzigmal umgeschlagen l Aber solid gebaut, wie es war, rollte es von Welle zu Welle, untertauchend, sich wie durch ein Wunder wieder aufrichtend, geschüttelt, umher-geworfen, aber doch immer mit furchtbarer Schnrllig-keit seinen Weg fortsetzend. Doch wohin gieng es jetzt? Die drei Seeleute hätten wohl Mühe gehabt, sich das zu sagen. Die Nacht war hereingebrochen, eine schwarze Nacht, dass man nicht zehn Armläna/u vor sich hin sehen konnte. Einen Augenblick hatten sie den Leuchtthnrm von Äelle-Isle wahrgenommen und gleich darauf wieder nicht. «Patron,» fagte plötzlich Pierre, «der Leuchtthurm ist erloschen.» — «Ich werde mich selbst überzeugen,» erwiderte Vater Landure. Und den Mast verlassend, an dem er sich bisher festgehalten hatte, machte der alte Seemann zwei Schritte gegen die Thüre, welche die Treppenöffnung verschloss. Gerade in diesem Augen« blick fegte eine Sturzwelle das Verdeck. Ein Schrei ertönte — das Verdeck stand leer. «Welches Unglück!» rief Pierre, «der Patron ist im Wasser!» Aibacher Zeituna Nr. 116. 956 22. Mai 1890. eine unbedingte Nothwendigkeit. Die topographischen, hydrologischen, klimatischen und geognostischen Ver« Hältnisse der Gegend, wo melioriert werden soll, müssen genauestens erhoben werden, soll das Project der ganzen Anlage richtig entworfen, veranschlagt und darnach auch ausgeführt werden. Wie bei allen Capi» talsanlagen, so bleibt es auch hier als erste Aufgabe, dafür Sorge zu tragen, dass mit den möglichst geringsten Kosten eine nachhaltig wirksame culturtechnische Anlage geschaffen werde. Die Ersparung aber an den Studien des zu meliorierenden Terrains und an der richtigen Ausführung ist die am schlechtesten an» gebrachte Oelonomie. Auf dem Felde müssen selbst die Schwierigkeiten aufgesucht werden, die dann bei der Anfertigung des Planes und bei der Durchführung der Arbeiten vorkommen können. Gründliche Vorstudien sind daher unbedingt nöthig, die dcsto umsichtiger gemacht werden müssen, ze größer die für die Melioration bestimmte Fläche und je weniger Gefalle auf derselben vorhanden ist. Neben den Hauptvorfragen, was Gefalle und den Wasser» ablauf der zu meliorierenden Fläche betrifft, muss auch die Terraingestalt der ganzen Gegend ms Auge gefasst werden, namentlich muss auf die höchsten und tiefsten Punkte des umliegenden Terrains und beson« ders darauf Rücksicht genommen werden, dass eine derartige Anlage nicht durch später auszuführende Arbeiten wirkungslos wird. Der beste Plan, von einem Ingenieur ersten Ranges angefertigt, kann aber auch nutzlos werden und keinen Erfolg haben, wenn der« selb«: auf dem Felde schlecht durchgeführt wird. Die Landwirte sollten daher sehr vorsichtig sein in der Wahl der diesbezüglichen Techniker, um ja nicht in die Hände eines Empirikers zu gerathen, der nur aus rrin egoistischen Zwecken sich dieser wichtigen Aufgabe unterzieht, ihr aber nicht im entferntesten gewachsen ist und so das Gesammtinteresse auf eine unverzeihliche Weise schädigt. Wird einmal den Meliorations-Unternehmungen mehr Sorgfalt zugewendet werden, dann wird auch ein Oleichgewicht zwischen den Verhältnissen der industriellen uud agricolen Bevölkerung herbeigeführt und eine Besserung gewiss nicht aus« bleiben. Politische Uebersicht. (Das Herrenhaus) nahm vorgestern die gali» zische Grundentlastungsvorlage unverändert an, nachdem die Linke, ohne einen formellen Antrag zu stellen, für die Zuweisung der Frage an das Reichsgericht einge° treten ist. Arneth berichtigte die im Abgeordnetenhause aufgestellte Behauptung aus seinem Werke, dass Kaiser Joseph II. Galizien als ein finanziell auszubeutendes Land betrachtete; er wies auch die Angriffe auf ehemalige galizifche Beamte zurück. Se. Excellenz der Herr Minister von Zaleski erklärte, die Regierung be« dauere ihrerseits die im Momente der Aufregung seitens eines Redners des Abgeordnetenhauses erhobenen ungerechten Vorwürfe gegen die galizische Beamten« schaft. Der neue Eisenbahn»Personentarif wurde gleich« falls unverändert angenommen. Se. Excellenz der Herr Ministerpräsident Graf Taaffe erklärte im Auftrage Sr. Majestät des Kaisers die Vertagung des Reichs« rathes. (Das Land Steiermark) wird auf Grund des Gesetzes über den Landes-Eisenliahnfond außer der Linie Golwbitz'Pöltschach-Rohitsch-Sauerbrunu, wofür bereits die Vorconcession nachgesucht wurde, auch die Linien Kaftfenberg'Seebach und Wieselsdorf-Stainz, welche schmalspurig hergestellt werden sollen, in Angriff nehmen. Ferner wird das Landes-Eisenbahnamt in der nächsten Zeit die normalspurigen Prujecte Kmttelfeld-Wolfsbcrg. Knittelseld-Köflach, Mariazell«Kernhof und Murboden-Vaht« einem eingehenden Studium unter« ziehen. (Im böhmischen Landtage) beantragte Graf Kinsky, sämmtliche Ausgleichs Vorlagen einer siebenundzwanziggliedrigen Commission zuzuweisen. Ku« kera erklärte namens der Iuugczechen, dieselben be< kämpfen nicht die Zuweisung an eine Commission, weil sie nicht die Macht haben, das zu verhindern — und weil alles versucht werden soll, um Schädliches in den Vorlagen abzuäudern; er beantragte eine sechsund-dreißiggliedrige Commission. Dieser Antrag wurde abgelehnt, der Antrag Kinsky's angenommen. Ueber Ver« langen Gre^grs ließ der Präsident gegen 800 Petitionen gegen die Äusgleichsvorlagen verlesen. Der Antrag der Iungczechen, die Regierung aufzufordern, auch alle Ausgleichsprotokolle vorz„legen, wurde geschäftsord--nungsmäßig behandelt. Nächste Sitzung Samstag. (Dementi.) Die von mehreren Blättern gebrachte Meldung von einer Reise des Grafen Taaffe nach Prag findet vorläufig noch keine Bestätigung. (Staatsunterstützung für Kärnlen) Wie man der «Tagespost» mittheilt, sind durch die Landesregierung in Kärnten, bezw. die zu diesem Zwecke bestellt gewesene Commission, aus jener staatlichen Unter» stühung pr. 50.000 fl. und der kaiserlichen Spende von 5000 fl,, welche für die aus Anlass der im October 1889 eingetretenen Hochwässer heimgesuchten Gegenden des Landes bewilligt worden sind, mit Hinzuziehung von anerlaufenen Zinsen im politischen Bezirke Spittal 32.150 fl.. Hermagor 18.313 fl.. Villach 2650 fl.. Klagenfurt 1600 fl., Völkermarlt 600 fl. und Wolfs-berg 500 ft. zur Vertheilung gekommen. (Oesterreichisch-ungarische Bank.) Am 3. Juni d. I. findet eine außerordentliche Generalver» sammlung der österreichisch-ungarischen Bank statt. Diese außerordentliche Generalversammlung wird abgehalten, um, nachdem die Gesetzesvorlagen, betreffend die Escomp-tierung von Warrants durch die österreichisch-ungarische Bank, die Genehmigung der beiden Legislativen erlangt haben, über die hiedurch bedingte Statuten« änderung Beschluss zu fassen. Außerdem werden zwei Ersahwahlen von Generalräthen vorzunehmen sein. (Deutsche Heeresrüstungen.) In der Heeres-Commission des deutschen Reichstages erklärte Graf Stolberg im Namen der Conservative», dass dieselben der Vermehrung der Artillerie und Grenztruppen zustimmen, aber Erklärungen der Regierung erwarten. Der Kriegsminister und dessen Commissär gaben denn auch vertrauliche Aufklärungen über die jüngsten Armeeverstärkungen in Frankreich und Russland. Orterer (baierisches Centrum) verlangte auch Aufklä« rungen über die letzten Verstärkungen Oesterreich-Ungarns und Italiens. Im weiteren Verlaufe der Sitzung betonte Kriegsminister Verdy die Erhöhung der Präsenzstärke deS russischen Heeres seit 1887 von 880.000 auf 923.000 Mann und die Bewilligung von drei Milliarden auf drei Jahre für Maßregel« d.'s russischen Kriegsministers, sowie die ausgedehnten Uebungen der Reservisten. Auf eine Anfrage Orterer» erklärte der Kriegsminister. Deutschland könne sich ^ die Bundesgenossenschaft Oesterreich-Ungarns »md 3^ liens unbedingt verlassen. (Päpstliches Consistorium.) In dem '" Juni vom Papste abzuhaltenden Consiswrium werden der Bischof von Genf. Mermillod. und der vcip!M Nuntius in Lissabon, Vanntl'lli. zu Kardinälen ernaM werden. Es verlautet, dass auch ein österreichische A'W die Cardinalswürde erhalten soll. » (Deutschland und Russland.) ^s «Novoje Vremja» bemerkt zur Königsberger Nede l>" deutschen Kaisers, dass. wenn man nicht wusste, da> die Tischreden politischer Sprecher sehr oft die G?"" defsen, was sie selbst zu sagen beabsichtigen, üb"' schreiten, man gezwungen wäre, die Königsberger /lc Kaiser Wilhelms als eine directe und miprovocM Drohung an die Adresse Russlands zu betrachten. (Im englischen Oberhau se) äuße'tt !^ Salisbury über den Socialismus und erklärte. >ua>^ socialistischen Projecte würden, falls sie Thntja^ würden, die heftigste Reaction hervorrufen; lmmery würde durch die socialistischen Projecte das VorP" densein von Uebelständen angedeutet. Der Redner wähnte die bezüglichen Erlässe des deutschen Ka>> und sagte, man sei verpflichtet, gegen diese Uebelstan Abhilfe zu suchen und zu finden. ,,,, (Ein gemaßregelter Bischof.) Der ^ garische Exarch hat an dcn Großvezir einen energy» Protest gegen die Absehung und gewaltsame Tran Portierung des Bischofs Throdosius von Uestilb »^ Constantiuopel gerichtet, weil dies eine Verletzung durch den kaiserlichen Irade' von 1867 gemäh"" . ten Rechte der bulgarischen Kirche ist, die autonom"' autotephal ist. .^ (Aus Serbien.) Der neue serbische M"p des Innern, Ojaja, erließ ein sehr energisches C'^"/ das die Beamten, die mit dem neuen System unz. frieden sind, auffordert, freiwillig zu gehen, bevor entlassen werden. ^, (Von Haiti.) Nach einer Londoner^ dung haben die Regierungen von England, ^zsi, land und Italien den General Hyppölit als ^^ denten der Republik Haiti anerkannt. Alle Staaten knüpften aber an diesen Act gewisse behalte. ^. Tagesneuigleiten. „ Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaisel'^ sowie Ihre k. und k. Hoheit die durchlauchtigste ^ Erzherzogin Marie Valerie haben dem ^" ^, Comitö zu Gunsten der nothleideliden bäuerliche' ^„ völkerung Galiziens den Betrag von 300 fl. 3" >" geruht. Ml- Se. Majestät der Kaiser haben, wie der «"'^ vatoreTriestino» mittheilt, zur Restaurierung der" in Ricmanje 100 fl. zu spenden geruht. Die beiden Männer beugten sich über das Schiffs» geländerund blickten scharf durch die Dunkelheit; aber sie konnten nichts sehen. «Was wird Marie dazu sagen?» begann Pierre neuerdings. «Wir können das zufälliger« weise nicht erfahren,» erwiderte Jean. «Warum nicht?» — «Weil auch wir von hier nicht fortkommen wetden.» — «Glaubst du?» — «Es ist Aussicht dazu vorhanden.» — «Man weiß es nicht.» — «Ich meinestheils weih es. Jedenfalls habe ich eine Idee.» — «Und die ist?» — «Dass, wenn sich das Fahr« zeug saldiert, es nicht mehr als einen von uns zurück« bringen darf.» — «Warum das?» — «Wegen Ma« riens.» — «Du bist wahnsinnig. Jean.» — «Ich bin kein Narr. Von uns Zweien ist einer zu viel. Die Gelegenheit ist günstig. Wenn du kein Feigling bist, werden wir uns dieselbe zunutze machen.. — «Wieso?» — «Einer von uns wird dem Vater Lan« dure nachfolgen.» — «Welcher?» — «Ziehen wir das Los. Die erste Sturzwelle soll entscheiden. Kommt sie von Steuerbord, bist du es, der sterben muss, kommt sie von Backbord, bin ich es. Gilt es?» — »Ja, es gilt.» Die zwei Männer schwiegen. Eine Minute ver« strich, so lang wie ein Jahrhundert. Der Sturm schien sich ein wenig zu legen. Endlich strich eine Sturzwelle über das Verdeck. «Backbord l» rief Jean. «ich bin es!» Er blieb wie festgebannt auf seiner Bank, ohne ein Wort zu sprechen. Dann begann er: «Du hast Aussichten. Und dazu beruhigt sich das Meer. Es wäre möglich, dass du Marien wiedersehen könntest.» Er schwieg wieder, stand dann plötzlich auf und gieng auf die Stiegenöffnung zu. «Wohin gehst du?» fragte Pierre. «Wohin es mir beliebt.» erwiderte Jean im Tone brutaler Wuth. .Ich will hoffen, das« du mir eine Gnadenfrist von fünf Minuten zugestehen wirst.» Er öffnete die Thüre und stieg hinab. Pierre blieb allein in der Nacht zurück, das Gesicht vom Wellenschaum gepeitscht. Nach fünf Minuten kam Jean zurück. Er lehnte sich an den Mast und schien auf etwas zu warten. Pierre sagte zu ihm: «Jean, du bist ein Narr. Du wirst dich doch nicht ins Wasser stürzen wollen?» — «Warum nicht?» erwiderte Jean. «Ich habe ja doch verloren.» — «Ich erlasse dir die Wette. Bleibe an Bord!» In diesem Augenblick lauschte Pierre gespannt. «Was geht da unten vor?» begann er wieder. «Man sollte glauben, dass Feuer ausgebrochen sei.» Jean erwiderte mit einem höhnischen Lachen: «Du hattest zu» viel Chancen, mein Junge. Ich habe Feuer au die Kambüse gelegt.» — «Feigling.» rief Pierre. «Feig. ling? Das ist nicht wahr. Der Beweis ist, dass ich meine Schuld bezahle.» Und mit einem Sprung über das Geländer der Barke sehend, verschwand er. Pierre stürzte gegen die Treppenthüre und gieng drei Stufen hinab, kehrte aber halb erstickt zurück. Ein scharfer Rauch war ihm entgegengekommen. Der elende Jean hatte seine fünf Minuten Gnadenfrist gut verwendet, das Brantweinfässchen auf einen Haufen ge« theerter Taue entleert, und schon stand die ganze Kam« büse in Flammen. Wer sollte dem Feuer Einhalt thun? Fünf Männer hätten dazu nicht genügt. Da setzte sich Pierre auf die Bank am Steuer« ruder, das er erfasste, und klammerte sich instinctmäßig an das Leben, das er verlassen sollte. Der Wind hatte sich fast auf einmal gelegt. Die See gienq zwar noch immer hoch, aber ihre Wuth hatte augenscheinlich ab> genommen. Plötzlich schlug eine Flamme durch die offengebliebene Treppenthüre. Dlls Verdeck brannte und das Feuer nahm von Minute zn Minute zu- ^ er war unbeweglich sitzen geblieben. Auf el'un"!- ehie die Annäherung des Feuers spürte, ließ er stcy ^h Kniee sinken, machte das Zeichen des KrMe ^ legte sich flach auf das Verdeck, mit dem GeM den Fußboden. , ssu^" Wie lange er in der Betäubung stlner >' ^gt Resignation da gelegen sein mochte? Vielleicyl ^ Minuten . . . Plötzlich töi,te Geschrei an w' . .^c Er richtete den Kopf empor. Da sah er aM '" ^ ^it Nähe ein mit vier Männern bemanntes Vool, flatter Kraft der Ruder herankam, phm'taM ", He!' ben Wiederschein des Feuers beleuchtet. «H»""' rief eine Stimme. «,^r <^ Pierre öffnete die Lippen zur Antwort. " sjch rade in diesem Momente fühlte er die V"tt" « ih"' sinken, und die eindringende SalM '^'^tels plötzlich Mund und Ohren. Das Schiff, d" sich Landure war untergegangen. Alö er nmoel^Fe kam. im Rettungsboot auf dem Rücken Urge"". ^ ^ Pierre eine große bärtige Gestalt, die s'A hjelelD' bmqte. So wie er die Äugen öffnete. sp"^ss dc>" «Nun, mein Junge, du hast Glück aehabt, " ' ^sel Fahrzeug brannte. Sonst hätten wir d,cy stürmischen Nacht nie a/sehen.» bratete. A Als Pierre ein Jahr später Manen Y"r ^. zählte er ihr die Geschichte dieser ^eckt'^ ^ «Er war ein schlechter Me.'sch. dieser Jean, ' ^" .nicht wahr, mein Kätzchen? Wenn lch "'« ^„.. ^ geblieben bin, so hat er mich doch todten w ^rl^ «Wenn es dir recht ist, mein Pierre.» "wwe^ ^ «so wollen wir eine Kerze für seme arme ^ 5 brennen.» Macher Zeitung Nr. 116. 957 22. Mai 1890. h, ..'T'/Ein historischer Fund,) Wie bekannt, ll^ll '"' vergangenen Jahre eine Commission der un-b!n i, Alademie der Wissenschaften nach Constantinopel Ä.?"a "" ^^ bisher so wenig bekannten Schätze der "'vl'olhet des «alten Serails» zu studieren. Hiebet wurde "er anderm ein namentlich für die Valkanforschung sehr anl!> Fund in dem OriginalManuscripte einer M?" ^"^ ^" serbischen Königs Stefan UroöII. l'ut.n gemacht, welche aus der ersten Halste des vier« ^"Jahrhunderts dntiert. Ueber Veranlassung des . .^°3lnanzministers v. Kallay, welcher in die Ur« ^ durch die ungarische Akademie der Wissenschaften . IM erhielt, hat die Landesregierung in Sarajevo von ' goldenen Nulle eine Ausgabe in Druck erscheinen Äu«s!' ^ Werk, welches sich durch seine künstlerische zeiNl^"^" schenkte. Die Ehe war eine musterhaste, bis »virtt^ ^ Katastrophe eintrat. Der Director der land-die u'^" V""l, Carlo Retez, drängte sich an Vezi k ^°" ""^ ""^^ '^ ben Hof. Wie weit diese >Nlln?^" ^""then, ist vorläufig nicht zu eruieren, selche? ""^ ^ "'^' ^°^ ""l> Kammerfrau die Briefe, selbe» ^ "" ^'^ l"nge Frau schickte, dem Mann der. leiner <3^' Dieser fertigte Abschriften an, die er sich ^,°"ln zustellen ließ, und behielt die Originale bei hrem "urzl,ch empfieng Frau Alfano den Director i>, al« d-. ^" ' ^"""' "^"n beide im Boudoir der Frau, Elend/ ^"^ hereinstürzte und mit den Worten: «Ihr NevM ^ 'ch euch endlich!, fünf Schüsse aus einem ^me/.« ^'^'- ^° ^"" fl°h. s°nl aber im nächsten >>en^^c.7^ grossen zusammen. Zwischen den bei-Man° .1 ^ " '""°"d ein furchtbarer Kampf, dann °"ldeckl >> l " ^' ^ lu flüchten. Erst später wurde ll"tets.^ '^ ^ junge Frau bereits todt war. Eine "'Uchung wurde eingeleitet. liche^ l«Ueylam.Iosefslhal..)Dic 19. ordenl-u»d ^ ""alverfammlung der Actieng<-seUschast fi!r P.ipier. 'n ^"ckilidustrie «Leylam«Iosessthal» wurde vorgsstrrn ben, «!' ^gehalten. Die Papierproductio:, ist gegenüber "»t> h, ^lahre um rund 7000 Melercentner gestiegen Vli^"Ug 127.198 Mtercentner im Werte von 4 353 lllllz /'^" Gulden. Die Cellulose Fabrication weist gleich« centner"" ^hrproduclion, „„d zwar von 13.636 Meter« UU"g b."^' "Ehrend die Holzstoff- und Strohstofferzeu-des ab<>, ^ «leich geblieben ist. Das Brutto-Erträgnis lion io c,°"^"en Betriebsjahrcs beziffert sich auf 1 Mil< >nit 522? sl' lvovon nach Abzug der Steuern, Spesen lc. ein N.,,, i ^' ""b der Abschreibungen per 200,50? st. sich l». z ,'^"^"^ V°" 287.035 st. verbleibt, welcher »Us g^^ des Gewinnübertrage« aus dem Vorjahre hiev»,, ^ fl. erhöht. Der Verwaltungsrath beantragt, N"d 5""^ ^atulenmähiger Dotierung vun Refervesoods üproc 5 ^"" "'t zusammen 13.055 st. nebst den b'i. ^ s^'talszinsen per 200.000 fl. weitere 20,000 fl. >>^^l- Per Actie. als '/^pror. Superbiuidende an die Actionäre zu vertheilen, dem Reservefonde weitere 50.000 Gulden, der Arbeiter^Unterstützungs» und Invaliencasse 3980 fl. zuzuführen und den Rest per 90,000 fl, aus neue Rechnung vorzutragen. Der Antrag wurde nach Absolvierung des Verwaltungsrathes einstimmig an« genommen. — (Eine sensationelle Br 0 schil re.) Aus Paris wird uns telegraphisch berichtet: Der bekannte Deputierte Dreyfus veröffentlicht eine Broschüre, in welcher ausgeführt wird, Frankreich müsse auS diploma« tischen, ökonomischen und militärischen Gründen den Krieg gegen Deutschland unternehmen; Deutschland sei nicht bereit, Frankreich sei es. Warum warten? Die historische Stunde sei gekommen. — (Eine Kirchenseier in den Vocche di Cattaro.) Die dreitägige Kirchenfeier in der Ge> meinde Mulla der Bocche di Cattaro anliisslich des Triduums des selig gesprochenen Grazia wurde in glänzendster Weise geschlossen, Erzbischof Guerrini von Slutari mit dem Metropoliten von Albanien cele-brierte unter Assistenz eines zahlreichen Säcular» und Regular-Clerus in der reich geschmückten Pfarrkirche das Pontificalamt. Der Function wohnten der Bischof Earev von Lesina, der Diöcesanbischof Radonicil, die Spitzen der Civil« und Militärbehörden von Caltaro, nahezu sämmtliche Bürgermeister der Vocche und eine zahlreiche Bevölkerung bei. Um 1 Uhr mittag« fand die von der Gemeinde Vulla veranstaltete Festtafel statt, an welcher die anwesenden Bischöfe mit dem Cle» ru«, die Spitzen der Civil« und Militärbehörden sowie die Bürgermeister theilnahmen. Der Bürgermeister von Mulla brachte einen Toast auf Se. Majestät den Kaifer, wobei die Kapelle die Vollshymne intonierte, und einen Toast aus den Papst aus. Unter Entfaltung allen kirchlichen Pompes zog nachmittags die Procession mit dem Sarge des seligen Grazia durch die reichgeschmückte Ge> meinde, wobei die Glocken läuteten und Pöllerschüsse ab« gefeuert wurden. An der Procession belheiligten sich zahlreiche» Vereine und Congregalionen, die Schulkinder, die Militär.Musillapelle des zweiundzwanzigsten Insanterie-Regiments aus Castelnuovo und die städtische Musik von Cattaro. In den Nachmittagsstunden strömte, begünstigt durch ein herrliches Sommerwetter, aus den entferntesten Gemeinden die Bevölkerung zu Fuß, in Dampfern, Barken und Wagen dem seltenen Kirchenfeste zu. Es waren gegen 5000 Fremde in Mulla anwesend, und im Canale lagen über 200 Barken. Abends waren die Gemeinden Mulla und Dobrota sowie die Riva in Caltaro glänzend beleuchtet. Pyrotechniker aus Trieft brannten oberhalb der Pfarrkirche zahllose Raketen und Feuerwerke ab. Erst gegen Mitternacht endete das schöne Fest. — (Selbstmord aus einem Dampf« schiffe.) Der am Freitag abends von Budapest ab« gefahrene Passagierdampfer «Iris» war auf der Fahrt nach Wien bei Nagy.Maros angekommen, als man plötzlich die in der Schiffslüche als Aufschreiberin be« dienstete Marie Kovacs vermisste. Man suchte sie vergebens im ganzen Schiffsraum, das junge Mäo« chen blieb verschwunden. Endlich fand man einen von der Vermissten an die Küchenvorsteherin hinterlassenen Abschiebsbrief, in welchem sie derselben mittheilt, dass sie sich aus Lebensüberbruss in die Donau gestürzt habe. Das Mädchen hat jedenfalls die Dunkelheit der Nacht benutzt, um unbemerkt den Selbstmord auszuführen. Unglückliche Liebe soll die Veranlassung dieses Entschlusses sein. — (Die älteste Frau Amerika'«,) Aus feiner Suche nach den ältesten Leuten in Amerika, von welchen er eine vergleichende Zusammenstellung für wissen» schastliche Zwecke machen will, hat der «St. Louis Globe-Demokrat» eine Negerin entdeckt, die ganz verbürgten Mittheilungen und sicheren Documenten zufolge das Alter von 136 Jahren erreicht hat. Diese steinalte Frau, Elizabeth Potter mit Namen, lebt noch zur Stunde im Cheateam County, Tennessee, und ist sähig zu gehen, zu hören und zu sehen. Sie ist die Mutler, Großmutler, Urahne und Ururahne von 4439 Personen. Von ihren Kindern, deren sie in dreimaliger Ehe 27 gebar, starb das letzte am 9. Juni 1889 im Alter von 94 Jahren. Ihr ältester Sohn Rasmus Williams erreichte das hohe Alter von 106 Jahren. Er starb vor zwei Jahren in Tarboro. — (Radfahrer. Bundes fest.) Im Laufe der letzten Tage sind bereits zahlreiche Anmeldungen der hervorragendsten Rennfahrer Oesterreich«Ungarns für das heurige Pftngst'Rennen in Graz erfolgt, welches demnach fportlich äußerst interessant zu werden verspricht. Namentlich die Wiener Vereine werden zahlreiche Vertreter auf die Grazer Rennbahn entfenden, um die Meister« schaflstitel und die Preife, welche sich derzeit ausnahms« los in den Händen von Wiener Rennfahrern befinden, zu vertheidigen. Der Preis der Stadt Graz, eine prächtige Busennadel, wurde als Führerpreis für das Hochrab-Meisterschaftsfahren von Oesterreich (Cisleithanifn) be. stimmt. Die Meisterschaft wird ebenso heiß umstritten sein, wie die «Alpenländer-Meisterschaft», welche bisher alljährlich die hervorragendste Nummer der Rennen des Grazer Bicycle-Clubs bildete. — (Verlobung Stanley'».) Nus London, 19. d. M., wird berichtet: Vorgestern verlobte sich Stanley, wie schon kurz gemeldet, mit Fräulein Do» rothy Tenant. Die Braut ist eine sehr begabte Malerin, deren Bilder ost in der königlichen Akademie der Künste und anderen Salons ausgestellt gewesen sind. Die Hoch» zeit soll Anfangs Juli stattfinden. Bei der ihm zu Ehren von Baron Henry de Worms gegebenen Abendgesellschaft cmpfieng Stanley zahlreiche Glückwünsche. — (Unfall während der Blttproces-s i 0 n.) Nus Trient, 18. d. M, wird gemeldet: Montag früh gieng die Vitlprocession von Ranzo, oberhalb des bekannten Toblino-Sees gelegen, nach Margone. Als der Zug Mitte Weges war, löste sich vom Gipfel des Berges ein Felsblock los und stürzte mit lautem Gepolter start zerbröckelnd auf die Menge, die wild auseinanderstob. Es war ein Glück, dass die Ersten des Zuges gute Beine hatten und daher dem dichten Steinhagel durch die Flucht ausweichen konnten. Zwei Personen erhielten starke Verletzungen: ein Knabe am Kopfe und ein Mann am Flche. Wäre der Stein nur kurze Zeit fpäler gefallen, s5 hätte er die Mille des Zuges getroffen und das Unglück wäre enorm gewesen. — (Kaiser Dom Pedro in Wien) Wie die «Deutsche Zeitung» erfährt, wird Kaiser Dom Pedro in der ersten Hälfte des Juni in Wien eintreffen und für längere Zeit im kaiserlichen Lustschlosse Schönbrunn Aufenthalt nehmen. Kaiser Dom Pedro beabsichtigt, in der Nähe Wiens dauernden Aufenthalt zu nehmen, und wurden bereits mit einem Gutsbesitzer wegen Anlaufe seiner Besitzung Unterhandlungen eingeleitet. — (Zur Arbeiterbewegung) Au« Pilsen telegraphiert man uns unterm Gestrigen: Gestern griffen die Bergarbeiter gewaltsam den Marthaschacht bei Nür« Nachdruck vcibiür». Zerstoßen iinö verlassen. »iullllln von Vmile Richebourg. H (29. Fortsetzung.) Schilf ^"bekannte hatte seine Rechnung mit grohcm iedo^ gemacht. Mit einer Selbstzufriedenheit, die ^iltbeil Malquise entgieng, sprach er: «Mmie lch an'^V' Frau Marquise, besteht darin, dass ich Ul,d hl M'mnitheit erkläre: Die Tochter des Vicomte . ^ °'"^sse von Merulle lebt!» ?lhcl,ir°" ^" Saulieu sprang auf; ihr mühsames !'e sich hNm verrieth, in welch furchtbarer Aufregung ^ llll'z '^ s'e — wo ist meine Enkelin?, stich kam, ich Ihnen nur ,N^^"lm "icht mehr?. ^ das ^ ,.'ch '» dieser Stunde selbst noch nicht weiß. , «Q^aulm, von Merulle sich aufhält.» Mt sa7 ^""k" «'s nicht? Oder wollen Sie es mir ?h>vcim.n '""l Sie eine geheime Absicht mit Ihrem !>>rl, verbinden? O. ich verstehe! Sie sind ge« ^ viel ,"!."" mir einen Kcmshandel abzuschließen. V tfiü ^ Ihr Geheimnis? Sprechen Sie - ,ch ^' "en„ ""b kann Sie fürstlich bezahlen. Sprechen 2 "vck,"" Sie ihren Preis! Sind cs hundert-, stnd l""' Francs, reden Sie - S,e > E,^" — alles, alles, was Sie b.>qchleu. nur ""Ag " nur. wo — wo finde ich das Kind nmner I^rn Gabriele?» 'prachloser Verwunderung starrte er sie an. Die großen Summen, die sie nannte, verblüfften ihn. War er doch mit der Hosfmmg hierher gekommen, im günstigsten Falle zwei« bis dreitausend Francs zu gewinnen, und nun bot man ihm ein Vermögen. Wie gern hätte er darnach gegriffen! Doch er hatte die Marquise nicht getäuscht; er wusste in der That nicht, wo das Mädchen sich aufhielt, weun auch dessen Exi-stenz ihm bekannt war; ein anderer besaß das Geheim« nis. Er war hierher gekommen, um das Terrain auszukundschaften, das für sich zu erobern er sich geschwo» reu hatte. «Gnädigste Frau. ich sprach die Wahrheit, indem ich Ihnen sagte, dass ich nicht wisse, wo das Frau« lein sich aufhalte. Sie müssen davon überzeugt sem. dass ich angesichts des Vermögens, welches Sie mir bieten. Ihnen sofort davon Mittheilung machen würde, wenn ich den Aufenthalt Ihrer Enkelin kennte!» «Mein Gott. also nichts, nichts!» stöhnte die Marquise auf. «Verzeihen Sie, Frau Marquise, es ist denn doch etwas mehr als nichts, wenn ich Ihnen die Versicherung gebe, dliss Ihre Enkelin lebt!» «Kaun ich Ihnen denn glauben? Wer bürgt mir dafür, dass Sie nicht versuchen, mich zn täuschen?» «Fran Marquise, ich habe keinerlei Interesse daran. Sie zn tä„schen; nachdem ich Ihnen gesagt, dass das Fräulein von Merulle lebt, besteht mein einziger Vortheil darin. Ihnen bekannt zu geben, wo sie ist. Wann ich dessen fähig sein werde, das weiß ich noch nicht, aber ich hoffe, dass der Zeitpunkt nicht mehr fern sein wird. wo ich den Schleier werde lüften können. Gins kann ich Ihnen schon heute sage», Frau Marquise. Ihre Tochter hat sich nicht, wie man es Sie glauben machte, ms Meer gestürzt, während sie ihr Kind in den Armen hielt. Bevor sie selbst aus dem Leben schied, hat die Vicomtesse von Merulle ihr kleines Mädchen bei großmüthigen und barmherzigen Menschen zurückgelassen, welche dasselbe adoptierten und erzogen, als wäre es ihr eigenes Kind. Wer diese Menschen sind und wie sie heißen, das weiß ich bis zn dieser Stuude noch nicht, aber seien Sie überzeugt, dass ich es in Erfahrung bringen werde.» «Aber wie?» «Ich habe dazu meine eigenen Wege.» Die Marquise schüttelte traurig den Kopf. «Ich möchte Ihncn ja so a/ln glauben, aber alles, was Sie mir bisher erzählte!», hat in mrinm Augen zu sehr den Anstrich eines Märchens.» «Ich werde d>r Frau Marquise den Beweis liefern, dass ich Sie nicht täusche!» Frau von Saulien ließ dm Kopf auf die Hände sinken und verharrte in tiefem Nachdenken. Sprach jener Menfch die Wahrheit? Trotz d,s fcheinbar aufrichtigen Ausdrucks in seinem Gesicht vermochte die alte Frau ihr Misstrauen nicht niederzukämpfen. Wie sollte dieser Elende, der den Stempel des Lebens, welches l-r führte, im Antlitz trug, ihr Vertrauen einflößen können? Sicher, er war nur gekommen, um ihr Geld l abzulocken. Nachdem sie sich flüchtig einer beseligenden Hoffnung hingegeben, empfand sie jetzt nur noch tiefer ihr Elend, bluteten die Wunden ihres Herzens nur um so heftiger. (Forschung folgt.) ^aibacher Zeitung Nl. 116. 958 22. Mai 1890. schan an, der Angriff wurde jedoch von dem daselbst l stationierlen Zug Infanterie zurückgewiesen. Sieben « Arbeiter blieben todt am Platze, sieben wurden schwer, ! über dreißig leicht verwundet. Eine Escadron llaval» > lerie wurde von Stab nach Niirschan verlegt. l — (Räuberischer Ueberfall.) Aus Debre. ! czin lommt die telegraphische Meldung, dass auf der Besitzung des Gerichtshof « Präsidenten Kornis, des» > selben, welcher im Tisza«Cszlarer Processe den Vorsitz < geführt hat, ein räuberischer Ueberfall stattgefunden hat. > Herr von Kornis und dessen Gemahlin befinden sich am , Leben, dagegen wurde der bei ihnen zu Gaste weilende , 83jährige Grundbesitzer Dugali von den aufgescheuchten ! Räubern erschossen. — (Eine wichtige Entscheidung.) Der ^ Verwaltungsgerichtshof hat eine principielle Entscheidung ' gefällt, durch welche der Stadt Wien das Recht ent- ! zogen wird, die Wasserleitungen in den Häusern eigen« mächtig stören oder einschränken zu lassen. Den Haus» besitzern wird das volle Vezugsrechl des Wassers ein» geräumt. — (Blumensprache.) Corporal: «Was sind Sie?» — Rekrut: «Der Sohn eines Selchermeisters!» — Corporal: «Das kann man leicht sagen — das muss man beweisen können!» Local- und Provinzial-Nachrichten. — (Aus dem k. l. Landesschulrathe.) Ueber die jüngste Sitzung des k. k. Landesschulrathes für Krain erhalten wir folgende Mittheilung: Nach Eröffnung der Sitzung durch den Herrn Vorsitzenden trug der Schriftführer die seit der letzten Sitzung im currenten Wege erledigten Geschäfisstücke vor, was zur Kenntnis genommen wurde. In Erledigung der Tagesordnung wurden sodann der zweite Lehrer in Arch, Herr Johann Wreßih, zum Lehrer und Schulleiter in Reifen; die Lehrerin in Tscher-nembl Fläulein Auguste. Matanovic zur dritten Lehrerin an der Mädchen-Volksschule in Adelsberg und der Lehrer in Unteridria Herr Leopold Puncuh zum Oberlehrer daselbst ernannt. Ernannt wurden ferner: die provisorische Lehrerin in Dornegg Fräulein Hedwig Edle von Lehmann zur definitiven vierten Lehrerin in Wipftach, sowie die provisorischen Lehrer: Franz Groß in Suhorje und Johann Ouligaj in Ostroznoberdo zu definitiven Lehrern für ihre gegenwärtigen Dienst« Posten. Die Benützung des Volks« und Nürgerschul« gebäudes in Gurlfeld zur Unterbringung von Militär-Reconvalescenten im Kriegsfalle wurde genehmigt. Vor« behaltlich der Zustimmung des krainischen Landes« ausschusses wurden die einclassigen Volksschulen in Iirllach und Trebelno zu zweiclassigen, die zweiclassige Volksschule in St. Ruprecht zur dreiclafsigen und die drei« classige Volksschule in Nassenfuh zur vierclassjgen er» lveitert; desgleichen wurde die Errichtung von einelassigen Volksschulen in Puschendorf und Pleterjach beschlossen. Das Ansuchen der Gemeinde Langenthon um eine Unterstützung aus dem Normalschulfonde zur Aufbringung der Kosten für die fachlichen Schulerfordernisse pro 1890 wurde abgewiesen. Die von der Direction der Lehrer« und Lehrerinnen«Vildungsanstalt in Laibach vorgelegten Gesuche von Zöglingen dieser Anstalten um Velassung, be« ziehungsweise Erhöhung und Neuverleihung von Staats« stipendien wurden der Erledigung zugeführt. Dem Gymnasiallehrer Herrn Iofef Sturm in Rubolfswert wurde die definitive Bestätigung im Lehramie ertheilt und ihm der Titel «Professor» zuerkannt. Die vom Nezirlsschulrathe Tschernembl verfügte Einführung des zeitweiligen Halbtagsunterrichtes für die erste Classe an der Volksschule in Tschernembl wurde nachträglich genehmigt. Dem Professor an der k. l. Staats«Oberreal« schule in üaibach Herrn Heinrich Pirler wurde die vierte Quinquennalzulage zuerkannt. Der Aushilfslehrer Herr Franz Schllnbrunner in Mottling und die Lehrerin Fräulein Karoline Milek in Podzemelj wur« den in den dauernden Ruhestand versetzt. Endlich wurde eine Anzahl von Geldaushilfsgesuchen erledigt. — (Unfallversicherung.) Das Ministerium des Innern hat im Einvernehmen mit dem Handels» Ministerium angeordnet, dass in jedem unsallversicherungs« Pflichtigen Betriebe an geeigneter, allen Versicherten leicht zugänglicher Stelle von dem Betriebsunternehmer durch Anschlag bekannt zu geben ist: 1.) in welche Gefahren« classe und in welchen Procentsah dieser Gefahrenclasse der Betrieb von der betreffenden Arbeiter-Unfallversicherungs» Anstalt eingereiht wurde; 2) wie viele Kreuzer von jedem ausgezahlten oder in Gemähheit des 8 l6 des Gesetzes zur Anrechnung kommenden Lohngulden der Unternehmer als Gesamml'Versichcrungsbeitrag an die Versicherungsanftalt abzuführen hat; 3.) welchen Theilbetrag hievon als auf den Versicherten entfallenden Quote des Versicherungs« beitrages diesem bei den regelmäßigen Lohn« oder Gehalte« zahlungen abzuziehen der Unternehmer in Gemäßheit der Paragraphen 17 und 18 des Gesetzes berechtigt ist; 4.) ob der Unternehmer gesonnen ist, von diesem Rechte Gebrauch zu machen, und im bejahenden Fallr, ob die Abzüge bei jeder Lohn« ober Gehaltszahlung stattfinden oder, wenn dies mit Rücksicht auf die resultierenden Vruchtheile eines Kreuzer« nicht thunlich ist. bei welchen Lohn« oder Ge« Mszahlungen innerhalb des zulässigen Zeitraumes von inem Monate die Abzüge erfolgen. Jede an den nach 3orstehendem bekanntgegebenen Daten eintretende Aende« ung ist gleichfalls unverzüglich in gleicher Weise be« anntzugeben. Die Verordnung tritt mit 1. Juni in Wirksamkeit. — (Ein «lllyrisches Liederspiel») oird nächstens zu Wien im Druck erscheinen, um als heatralische und musikalische Neuheit an die Bühnen »ersendet zu werden. Visher erklangen die «Volkslieder ms Krain» fast allein nur in reichsdeutschen Liedertafeln, lamentlich in Berlin und Leipzig, und nun follen sie >en Rundgang in der Theaterwelt beginnen. In das ge« lannte Liederfpiel, das in zwei Abtheilungen mit einem fantastischen Märchen-Intermezzo besteht — Veldessee« Mxentanz im Mondlicht — sind 23 «illyrische» Me« odien einverflochten worden, darunter die beiden Seclie-)er von Vilhar und Masel, Jagd-Quartett, Chor der Schnitterinnen, September-Lied, Winzer-Chor, Wunsch« zlockenlieb, Unter der Linde, Sftinnerlied, Trinkspruch, 3ottschewer»Solo, Schiffer-Chor, Thürmerlied von Potocnik, Ztändchen von Fleisman, Gute Nacht von Masel, Ninka>Ductt, Müller-Lied, Romanze vom Sarafan, Sol« blltenlied und einige andere, Decoration ist die Landschaft i>es Veldessees mit dem Triglav, und ein dreifaches Ballet lrönt die bunte Scenerie. —m— — (Der Fürsterzbischof von Salzburg.) Der neue Fürsterzbischof von Salzburg, Dr. Johann Hall er, bisher Bischof von Aden und Generalvicar des Erzbisthums, ist am 23. April 1825 zu Mattin im Passeierthal geboren. Er wurde im Mai 1648 zum Priester geweiht und bekleidet die bischöfliche Würde seit 1874. — (Der Laibacher Gemeinderath) hält morgen um 6 Uhr abends eine öffentliche Sitzung ab. Auf der Tagesordnung steht unter anderem der Bericht, betreffend den Bau eines neuen Landestheaters in Laibach. — (EinfurchtbaresEiferfuchtsdrama.) Aus Trieft wird gemeldet: Nazario Divo, der sich nach Ermordung seines Weibes anscheinend lebensgefährliche Verletzungen am Hälfe und am Unterleibe beigebracht hatte, befindet sich bereits auf dem Wege der Besserung. Er zeigt nicht die mindeste Reue über seine grässliche That und macht durch abstoßenden Cynismus auf seine Zimmergenossen im Spitale den peinlichsten Eindruck. — (Ha gel schlag.) Die Hagelwetter beginnen sich bereits einzustellen. Wie aus Kärnten berichtet wird, ist am 18. d.M. nachmittags über die Ortschaften Sanct Martin am Techelsberg, St. Thomas, Geiersdorf, Vellach, Timenitz, Magdalensberg ein heftiges Hagelwetter niedergegangen und hat das Getreide und die Obstbäume geschädigt. — (Ein tragifches Ereignis.) Zu den unter dieser Ueberschrift gebrachten Mittheilungen haben wir noch nachzutragen, dass die Leiche des Professors Iofef Pichler, welcher bekanntlich in den Wellen des Isonzo den Tod gesucht und gefunden, am vergangenen Samstag zu St. Andrea, etwa eine Stunde unterhalb Görz, gefunden und dortselbst auch bereits zur Erbe be« stattet worden ist. — (Todesfall.) Wie man uns aus Wien telegraphiert, ist der ehemalige Statthalter von Dalmatien, FZM. Freiherr von Rodic, gestern abends gestorben. — (Italienische Arbeiter.) Der Massen, eintritt der italienischen Arbeiter über die Reichsgrenze in Pontafel kann nunmehr als beendet angefehen werden. Es sind im ganzen 28.166 Arbeiter aus Italien gekommen, von welchen die überwiegende Mehrzahl nach Vaiern gegangen ist. — (Stapellauf.) Gestern fand in Trieft der Stapellauf des beim 8wdilimsnw tsonico erbauten Torpedoschiffes «Trabant» in feierlicher Weise statt. Die Schiffsdivision mit dem Flaggenschiffe «Laudon» ist zur Theilnahme an diesem Feste in der Bucht von Muggia vor Anker gegangen. — (In Ieschza) nächst Laibach soll demnächst eine freiwillige Feuerwehr ins Leben gerufen werden. Ueueste^Post. Original-Telegramme der «Laibacher Ztg.» Prag. 21. Mai. Bei der Berathung in der Aus-gleichicommisfioli polemisierten die Abgeordneten VaZaly. Dr. Grsgr, Atarda und Trojan gegen die Alisgleichö-verhandlungen. wogegen Dr. v.'Plener. Dr. Nieger. Fürst Ferdinand Lobkowitz und Graf Clam Martinitz den Obstructionitendenzen entgegenträten und die Ver« einbarungen der Wiener Conferenz wärmstens vertheidigten. G"" auf Einführung eines internationalen Einheitstarifes i Europa und beschloss zu empfehlen, den Antrag" das Verlier Bureau zum Studium und Referate oei nächsten äongresse zu verweisen. Der französische ^ trag auf eine neue Eintheiluna. der Sprachen fnl . internationalen Verkehr wurde hauptsächlich wegen Widerspruches der österreichischen Vertreter M"" gezogen. ^ Butlirest, 21. Mai. Ein hiesiges Vlatt meM aus Rustschuk: In den letzten Tagen wurden bel" Rustschuker Garnison zahlreiche aufrührerische P"c> mationen saisiert. ^^ Angekommene Fremde. Am 20. Mai. ,ß, Hotel Stadt Wien. Gustav von Nanisam, Inspector: " ^ Feilhuber, Mayer, Blau, Schlesinger, Kaufleute, A'^e. Hausner und Retter, Kaufleute, Brunn. — Kren, 6M'"> — Schneider, Pola. — Kalisnil, Postmeister, Neun,««"-^ Wittih, Beamter, Graz. — MaNi, Neumarltl. ^ ^^. Taufferer. Schloss Weixeldach. — Schuntar, Privatier, »5 — Bauer, Graz. ' »»" Hotel Elefant. Ritter von Formantini, Graz, — C- ?.!"" ^ Formautini, Marburg. — Baron Mochy, l. und l, M"" h, und Lengycl, «aufm., Großianifcha. — Mihajlovic, »"u ^ — Rauch, Pola. — Fischer, t. l. Notar, Nassem""'^, Nercler, Agent, Ungarn. — Eclerl. Hausierer: "2^. Wierl, Kulla. Kaufleute; Landauer. Bildhauer, und " hamer, Wien. — Globocnil. Krainburg. — Ruard, V» ,^. Hotel Tlidliahllhof. Zajicel, Wien. — Vecile, Kaufmann. " — Hupet, St. Cantian. ... ^ Hotel Vaicrischer Hof. Lichtenegger, Kaufm., St. LeoH"" ^ Marie Eppich, Gottschee. — Nautl, Obermösel. - SM' Mühlbesiher, Air. — Stonic, Beamter, Verstorbene. ^ Den 20. Mai. Franz Osel. Schneider, 6b ^- ^ Strahc 30. Wassersucht. Meteorologische z L P ft «... ><«V-««^ 7U.Mg. 734 9 14-6 NO. schwach bewöl" 4 21. 2 . N. 734-6 17 4 SO.schwach bewö" Vleu 9 . A. 735-6 1b 4 windstill bewo"t ^, Vormittags schwül, gegen 1 Uhr fernes ^Hc^. Regen, der bis gegen 4 Uhr anhielt; dann bewollt, ".,^1,16 Regengüsse. — Das TageSmittel der Temperatur lo'v, über dem Normale._________------ Verantwortlicher Redacteur: I. Naglic^^^ll Ganz seid. bedruckte Foulards sl , ^eil bis fl. 3'i)() p. Meter (ca, 45)0 versch. Dessins) -^ ^".'fabril"' und stückweise porto. und zollfrei ins Haus das S""'^>M Depot 0. Nennsverx (l. und t. Hollies.) Illrloo. ^ umgehend. Briefe losten 10 kr. Porto. - '1^' W Allen Verwandten, Freunden und AA'denl M gewl wir die traurige Nachricht, dass eS."" ^bte W Allmächtigen gefallen hat. unsere innM» M Mutter Frau > Theresia Zruß zcb. Kogej^ M heute nachts um 7<11 Uhr nach laugen', ^ >„, W Leiden, versehen mit den heil. Sterbesacra»' ' ^^^,„. W 74, Lebensjahre in ein besseres Jenseits """.^chrüc» D Die irdische hülle der theur^i -f" „jtt^s W wird Freitag, de» 23. Mai, um 5 Uhr ''""^ zu M vom Hause Nr. 7 Lingergassc auf den l^" " St. Christoph übertragen. , .„ehrer"' M Die heil. Seelenmchen werden "i Kirchen gelejcn werden. . ^ ». «, lroMwe" M Die theure Dahingeschiedene wild vem i Andenken empfohlen. M Laibach am 21. Mai 1lw0. ^ ^, > W Alexander Nruß, Vrnst Vrnß, M ^ > W bine Naleuta. geb. Vruh. Tocy^ » Velonde« Pnlte würden nicht 959 ____________________ Course an der Wiener Mrse „gm 21. Mai 1890. «««dem °ffcellen loursblane Veld Ware Cwts-Alllthln. 8fH""clie «en»e in «oten «9 80 »9 50 l8,^„<"^'...... 89'76 8»'85 >««<'« v> 6»aa,«lo,o . 250 fl. ,8l ",0 ,»z k>l> ^ei . ' ??,!'^ bON fl. 188 «0,39 »0 . ^llllMolt . ,,0Ufi, l», f>s>!,82- °«°"^Ml>r, l»l»n fl. . , ,4g5(, ,5l»5l, l)eft^/°^""tr, steuerfrei , ,1« 50 ,„.?<> tl!,? "'"""«»»«. ^'A>b°I,n in «,, steuerfrei , „? 4« ,,« - tl!!ab,U" ""n in Lilber „,5kU -— ^" ° L m^" '"'' «- »M, , . «45- «4« - "«" Vllhn Vme»k-»i<> <>„, ^ bust.». W ,87 ?«,»«»!, "»''1.°lt 4" „ »UN fi. ,«7 .^ „7 40 Gclb War,» Glnndcntl.-Oblillllttoncn loö 80 b°/„ mührische...... lU9'5N ^'^ b"/o Krain und Küstenland . , —.^ — — b"/n n!rdrröster«!ch!lchc . . . »09 _ — — .V/n str«r«chs...... -.._ — — b"/„ lioatische «nd slllvonllche . l,,4 __ ln»-. b"/,, sifbenburailchc , , , . ^,^ —>.. b"/n lemeser «anal , , , , _.^. —>— b"/n ungarilckl...... 89 ly 8N 7» Andere öffcntl. Anlchen. Dllnau°Neg,-ilole b"/<, ltt« fl. . «zl-^ l2l 40 dt«, Nnlelbe ,«7» . . llXl — <«? — llnlehcn d« Ltadt Vbr» . . lln — -^ - «nlel,,« d. Vtadtgemeinde Vlen i<>!i — «0« — Präm..«nl. d. Ltadtgem. Men ,47 „ l4? ?n Vttl!eli>i»u «nlehs» verlo» K°„ <<8 50 985» Psandbllcst (fiir l<»0 fi.), Uubencr. allg, bst. 4»/n«, . ll«7b N?7b dto. » 4>/,°/<>, . ,0, bo —'.. bio, » 4°/„ , , . 988!i 988?i dlo, T<>üm, «chuldvrisihi, 8°/,, l0» »0 lU9' — l)est. ^ypolhflrnliant lUj, 5!»°/^ lNl 8k>^<»« L5 l.'ejl. ling. 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Ga»l»W ft, 6U°,° »- li» 7!> l5l «b Uanlverein, Wiener >!«> ft. . . ,,7 5» ll» — «bncr.'Vlns!. öst. 2U»<, fi. . 543 5U »43 7b Dtposttenbonl, «llg, ^lun ,1, , <»9'— L00 — E»cl>mpl. . »eo — W2 - Unlonbanl »UN fi......,44 — »44 50 «erlehrsbanl. «ll«. l4« fl. . . ,59— »59 bv Nctien lion Transport» Unternehmungen. lper Stüll). «llbrecht^Uahn wn ss. <3!lber . L4 b" 05^, «llfvlb-ssluman. Äahn »W ss. E. ,03 b« »<»4 — Uöhm. Nordbahn 150 fi, . . . „,3 — »li — » wtstbalin »Uv fi, . . . 348 — 345 — Vuschttehrader »!>. 500fi. «Vl. ll«) l!4> dtn. slit, U ) »No fl. . 432 — <3l — Donau» »ampflchifffahrt > »«<., Oesterr, boo ft. «M. . . . 84« - 848 — Drau-E!!. <«.'Db.«.),s»<,N,T, »m. ..»«,.. Dul-«obcnb, «iil.^A, l»l«> ft, 3, — — — -sserdinnnd«.N°rdl>. l«0« ft. llM »710 2715 Val.llllil'Ludw.-«. u<»«fl.I«l. l95b" «9»— Üemb,' «lzernow, - Iassy > »>Ien> bahn°»esellsch, l» fl. V. . . 28l - »8l 5« Llo<,b,eft.'UN«,,Iiitft5 fl. 3, , . «W — 2»? — Prag Dultraat»e!!enbllhn «W fi. 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