LmbacherWMtlmg. Nr. 377. Pränumerntioneprei» : Im kouiptoirgaiizt. fi. N, halbj. N. 5.5". stllr die ^uNülluüss w« Haus halbj. s<<> ll. Mit del Post ganzj. fl. !5, halbj. fi. 7.5«. Montaq, 2. December Insertions««l>Ähr l'i^ 10 Zci.en: i mal 0,» ll,, »m. 10ll,'. u. s. »r. Inscrti"N<^empeI jcbc!«N!. lio li. 1887. Alntlicher Theil. , ^c. l. k. Apostolische Majestät haben mit Allcr-Mfteiu Handschreiben vom 25. November d. I. den ^"nzm August von Sachsen-Co burg-Goth a ^uu ttlilichcn Milglicdc des Herrenhauses des Nclchs-aNM allerguädigst zu ernennen geruht. . Se. f. f. Apostolische Majestät haben mit Aller. M^tcr Entschließung vom 25,. Novembcr d. I. an dem ^"ligcr Kathcdralcapitcl die graduelle Vorrücknng des ^'"'"'"' <',>>"> Michael Manzoni znm i'!»i.»i!<»^ ^'^'"', des <'!>»'>!,i<Ni>„> (',!>!>!<,!' lllld dcs t'üNO!!!!'!!,»: .IllüIOI' Anton ^, ^^^^' 5'lM l'lN!c>»i<'llx ('»''ll» allcrgnädigst zn bc-^^n,, ferner an dcinsclbcn Knthcdralcnpitcl die crlcdigtc ^lc t>^ l'lmom» >!> ^^lil'o!- dem Consiftorialbcisitzcr ..'" Professor der Theologie am bischöflichen Vyecnm in 3".^ Dr. Angnstin Cajctan Bcdini und die erledigte ^lcllc des l'üüol,<<:>,,>< .Imm»- dem Vicccrzpricstcr nnd Iltrrer in Rakovica im Ognliner GrenzregimcntcHipPolyt ) ,',an os ic huldreichst zu verleihen nnd denConsistorial-,^!>hcr uud Rcligionslehrcr am Obcrgymnasium in Zengg ,'^hann III linset zum Chrcnoomhcrrn desselben iia-^brnlcapitels allcrgnädigst zn ernennen gcrnht. . Sc. k. f. Apostolische Majestät haben mit Allcr- Wskr Entschließung vom 24. November d. I. bei dem ^"sillorium der griechisch - orientalischen Bntowinacr ^.«se den Reeior am Czcrnowitzer griechisch-oricn« , uschcn Seminar Michael K o m orosza n znm bcsol- .^Beisitzer mit dem Titel eines Cousisturialrathcs ^Nüädigst zu ernennen geruht. h. Sc. k. k. Apostolische Majestät haben mit Aller-^ cyster Entschließung vom IU. November d. I. den t zn ernennen geruht. Das t. k. Ministcriuin dcs Aeusieru hat im Ein» ^'nuhmen mit dem t. t. Ministerium für Handel nnd ^ultöwirthschaft den Consnlarelcvcu Cornel Stabler ^'ud Thcodor Neumann die bei dem l'. k. Consulate ^> Trapczuut uud bei dem k. k. Vicecousulatc iu Ibraila nicdigtc Stelle eines Vicctai^lcrs verliehen. Das Viiuisterium für Cultus uud Uutcrricht hat ^t Porschlag des finstcrzbischöftichcn Ordinariates den ^operator Iohauu Iuraschct zum Ncligiouslchrcr "'" slavischen Gymnasium zu Olmütz crunnut. Nichtamtlicher Theil. Vaibach. l. December. Wcun auch die Aussichten der Co ufere uz schwau-lcn uud mauche cincu mehr formellen als materiellen Erfolg von derselben erwarten, so scheinen die Verhältnisse in Italien selbst zn einer Vösnng anch ohne Confcrcnz hinzudrängen. Ciu Florentiner Correspondent der nbcr- italienische Verhältnisse gewöhnlich gut nntcr-richtetcn „Trieslcr Ztg/' schreibt wenigstens, daß die Hoffnungen sick mehren, es werde endlich den gcmäßig-len Clcmcnleu der 5tnmmcr gelingen, sich zn einer wirl-snmcn Untcrstichnng des gegenwärtigen Vl'inistcriums zu vcrciuigcu und eine neue Majorität zu bildcu, dereu Programm jencö ist, vor nllcin eine Ncgeluug der fiuau-ziellcu Verhältnisse Italiens anzustreben und daher .alles zu vermeiden, was zn einer neuen Krise führen nnd diese Ocmühuugcu paralysi'ren töuutc. Der Einladung ihrer Führer folgend, sind bcrrils zahlreiche Mitglieder der sogenannten gemäßigt-liberalen Partei der italienischen Kammer in Florenz eingetroffen, nnd die vcrschie> denen Befprcchuiigen, welche zwischen dcn Mitgliedern der früheren Majorität stattfinden, lassen hoffen, daß es dem Ministerium Mcnnbrca gelingen werde, die nöthige Unterstützung in der Kammer sich zn sichern, um zur Vüsiing der schweren Aufgabe zu schreiten, die es sich gestellt hat. Außerordentlich zu stalten lommrn der Regierung die verschiedenen Cröffnnngcn über die Manöver, dercu sich Naltazzi bediente, um eine Lösung der römischen Frage herbeizuführen, und die wahrhaft elende nnd charakterlose Politit, die er hierbei befolgte. Selbst die früheren eifrigen Freunde und Auhängcr Rattazzi's sind entrüstet über die kleinlichen Intriguen, mit denen Rattazzi die französische Regierung hinter das ^icht zu führen uud die feierlichen Verpflichtungen zn nnigchm suchte, die Italic,» rimMlingen. nnd eö gibt der ^cul.' >m5 frnhcrcli Aühiniger Rcittazzi's viclc, wrlchc nnn sich des Geständnisse nicht enthalten lönnen, daß der erbärmlichen Haltung R nunss und gerechtfertigter Bcforguiß sieht man dein Cr posl' des Finanzministcrs iu der llnmmer entgegen nnd macht sich ans schmerzliche Cnthüllnngcn gefaßt. CS ist ein offenes Geheimniß, daß das Deficit für das Jahr Ikött über 500 Millionen ^irc beträgt nnd daß zur Äcdecknng desselben ncncrdings zu eiucr Criditoperatiou, zu ciucm Aulchcu wird geschritten werden müssen. Man spricht von netto 400 Millionen, welche durch ein im In» uud Auslande aufzubringendes Anlchcn gedeckt wer« den müssen, nnd sieht mit einer bei dcn bestehenden Verhältnissen gerechtfertigten Besorgnis? der Art und Weise dcr Äcdccknng dicscs Anlchcnö cntgcgcn. Im AnSlaudc scheint jetzt uud bei dcr Disposition des französischen Geldmarktes die Ausnahme dicscs Anlchcns unmöglich und ciu Zwangsanlehcn im ^andc selbst, von welchem mit großer Consequenz gesprochen wird, ist, ohne die Steucrkraft des Bandes gänzlich zu lahmen, kaum denkbar. Dcr Fiuanzministcr Graf Cambray - Digny arbeitet unausgesetzt an der Lösung dieses Problems, ob dieselbe ihm gelingen wird, ist freilich eine andere Frage. 17. Sitzung drs Hcmnhausls vom 2!»!. November. (Schluß.) Der Titel des Gesetzes, sowie die Art. I, 2 und ^ des Slaatsgrundgcsctzcs iu Betreff dcr allgemeinen Rechte dcr Staatsbürger werden ohne Debatte angenommen. Art. 4 lnntct: ?ic ^Vl'iziiginsclt dri' ^nson »lid dc^ ^n'illögi'ütt mm'!'-halb dri< Stnall'ss^l.'il'tei« ii»!lr>!,'gt trim'!' Brschrn!ikl!nc>. Dir ^lcihn! drv NliSwaüdl-ning ift Ul'ü Slcin^iurgiü mir düi'ch die ^chinfticht l'sschlHüll. ?tt'sahv!^^lldl'r diiism nur iü ^üivi-üdüü^ drl' Nsciproriüit Hier hat dic Commission die vom Abgeordneten-Hanse beantragte Bcs Collcgiuui macht uns dcr Lehrer, als auf etwas ^Mrordclitlichcs. auf das spartanische Gesetz aufmcrk-sick '^^chcs uur dcn uugeschicktcu Dicb bestrafte, dcr „^ ^lnppcn ließ. Schon damals konntc ich durchaus „, ^ Außerordentliches darin fiudcu, souderil faud iu i,^'"n tiudlichcu Vcrslaud, daß dies überall uud zu y^" Zeiten gerade ebenso gewesen sei, wie schon daS h,^ Sprichwort von dcr gulcu deutschen Stadt Nürn-^ ^ snllsanl bcknndct. Späj '" zu den cinfachcn Ideen; es ist mit dcn Opcra-l>ca!^ ^^ Geistes, wie mit dcuen der Äicchauit; man cH"ul iinmcr mit couiplicirtcu Vinschiuen uud gelangt scill, ^'"^ ^^^''^ Vcrsucheu uud Crsahruugcu zu dcu ciu. ""'- Macheu wir cinc Auwcudung auf die Begriffe, Niiw , ^ ^^ ^'"^ Abends durch die Straßen von Paris ^ l' hurte ich ciu furchtbares Geschrei; miudcstcus, als ^^"'«nd erdrosselt würdc. Frcilich war die Ursache euwn s?a^ schlimmeres: Irgend ein Individnnm hatte ^laii ' ^'^"' ^'^" halben Zuckcrhut gcstohlcu. Alle stohl.',^ ^' Straße machteu mit deiu schrcieudcu Be-^lirdc "' ^^"ls: Halttt den Dicb! nnd dcr Ganner ^ch al '^^'^ gchaltm nnd ohne Zweifel auch bestraft. l»id ,, lliug nieiucr Wcgc und machte meine Glossen, ^kcm, - ^U'cswcgs i> II, Proudhuu, denn als Advocat ^ 'ch das Eigenthum als heilig nm so mchr au, als gar uiclc Menschen außer ihrem Eigenthum — gar uichts Eigenthümliches haben. Ich crii'.uerle mich aber, am Morgen in einem offieiöseu Blatt eine lange Vistc vieler Waarcnhändlcr gelesen zn haben, die wegen falschen Gewichtcs, Fälschung nnd Bctrngs über die Qualität dcr Waaren bestraft wordcu warcu. Uud doch crinncrtc ich mich nic, den Chorus der betrogenen Käufer ihr „Haltct dcn Dicb" rufcn gchört zu habcn, wcnn man ihncn schlecht gewogen, odcr Cichorie untcr dcn Kaffee gemischt hatte. Es ist merkwürdig, wie wenig klar die Begriffe sind. - - „Stehlen" nennt mau keineswegs das Weg. nehmen cincr fremden Sache schlechthin, sondern das Wegnehmen in cincr gewissen, im Gesetzbuch näher bezeichneten Wcisc. Dcr Käufer, der dcn Betrug im Gewicht merkt, sagt nicht: Sie haben mich i,„i cin nchicl Pfuud bcstohleu; nein, cr-beinertt ganz schüchtern: Wie mir scheint, ist es doch nicht ganz rollwichtig. Und bei dcr Cichoric: Ihre Wanrc scheint nicht so gnnz rein zu sein. Worauf d^r Epicicr ziciulich grob nutwortcu wird. Also: uchmc ich dcm Krämer cin Stück Znckcr, so ist das Dicbstahl; wicgt dicser mir abcr schlecht so uimmt er mir cin Stück Zuckcr odcr mchr: das abcr heißt nicht Dicbstahl, sondern falsches Gewicht und wird mit Gcldbnßc bestraft Werfe ich in dcu Fleischtopf eines andern cinc schädliche Silbstanz, so ist daS Vergiftung: verlauft mir dcr Krämer uutcr fnlschcr Bcncn-nnng, vermischt mit andcrm, ganz dic nämlichc Substanz, d. l> vergiftet cr mich langsam, so heißt dicö gleichwohl nicht Vergiftung, sondern Waarensälschung uud wird cbcufalls geliudc gcinig bestraft. Nehme ich einem Buch. Händler ein Bnch, so bin ich cin Dieb; nimmt cr mir abcr eines, so ist cr blos Nachdruckn'! Bestände dcr Unterschied nur iu Eyuouymcn. so wäre die Sachc nur ciufach lächerlich: allciu bci den Folgen hat fie ciuc sehr ernste Bcdentung . Eiu Wcinhäudlcr, der die ^icfcrnngen für das Invalidcu-Holcl hattc, wurde ubcrwicscu, Iahrc laug seincm Stoff die Wasscrtausc gegeben zu habcu: cr erhielt eine hohe Geldstrafe; was abcr hätteu dic ^>wn-lidc» bekommen, wen» sic ihm dcu ihnen vorenthaltenen Wein genummcu hätten? War ihncn dcr Gctrug bctannt — nnd bei dcr Qnalität war cr lcicht zn merken --so würdc ich als Vertheidiger höchstens auf unerlaubte Selbsthilfe ftlaidirt haben. Freilich mußte dcr Wci». Händler, dcr so anf dcn Bcislano des St. Florian bantc eine hohe Geldstrafe uud überdies cim Cutschädiguug zahlen; letztere abcr floß in die Cassc des Hotels, während sie von Rechtswegen in die Kchleu dcr alten Soü-datcn halte fließen sollen, die Iahrc lang um ihre Star--knng betrogen worden waren. Mit den Geldbußen ist cö auch cmc eigene Sache: ein Mensch begegnet nns c.uf dcr Strnßc und schlägl uns scincn Stock über dcn Kopf; er erhalt cinc Gcld-Mafe dictirt; aber nicht wir. dic Geschlagenen, bctom-mcn uc, sondern dcr Staat; wic es scheint, I,at dieicr !m?^'1.,^:"l,^ wir dic Schläge d^ ^i, .< ^ < ^ ^ ^''' ' °b d'cs cinc dirccte odcr in- östliche Bnch. das anch gcwiß iu Dculschlcmd viele .c,cr und <^rcuudc gefunden Hal; aber fcinc Rcchtfcrti. gung dcr Geldbußen, die in crftcr ^inie fast immer oi^ 1886 Ritter o. Schmerling beantragt im Namen der Minorität dcS Ausschusses, mit thcilweiser Adoptirung der vom Abgeordnetenhaus beschlossenen Formulirung des Artikels 4,- als zweites Alinea in diesen Artikel ein» zufügen: „Allen Staatsbürgern, welche in einer Gemeinde wohnen und dasclbst von ihrem Realbcsitz eine Erwerb-odcr Einkommenstclicr entrichten, gebührt daS active und passive Wahlrecht zur Gemeindevertretung unter denselben Bedingungen wie den Gcmeindeangchörigen." Es sei nur ein Gebot der Gerechtigkeit, daß diejenigen, welche eine gleiche Last trqgen, auch gleiche Portheile genießen und in die Lage gesetzt werden, auch ihr Votum dort geltend zn machen, wenn es sich um Verfügungen handelt, zu denen sie mit ihrem Säckel wohl bedeutend hin» zusteuern haben. Was die formellen Bedenken betrifft, so hat die Minorität der Commission anerkannt, daß eine Ausdeh« nung dieses Wahlrechtes auf die Landtagswahlen nicht angehe, weil dadurch in die Vcfugniß der Landtage ein» gegriffen würde; etwas anderes aber sei es, wenn es sich um eine Norm handelt, durch welche die Bestimmungen der Gemcindeordnung geändert werden. Zur Zeit ist die Eompetcnz der Landtage über das Gemeindcwescn noch nicht geregelt, zur Zeit bestehen noch die Grundsätze der Fcbrnarvcrfassnng, und nach dieser ist allerdings die RcichSgcsctzgebnng in der ^age, auch in Gcmcindcangelc-gcnhciten Anordnungen zu erlassen. Freiherr v. Hock unterstützt den MinoritätSanlrag, cbcnso Freiherr v. Lichtcnfcl 6. Art. 4 kommt absatzweise zur Abstimmung und wird mit dem Antrage Ritter von Schmerling's angenommen. Art. 5i wird ohne Debatte angenommen. Art. 6 lautet: Jeder Swalödürgcr taun an jedem Orte dcS Staalögcbictee seinen Anseiuhalt l,nd Wohnsitz nehme», Liegenschaften jeder ?lrt crwcrden mio iiln'r dieselben frei verfügen, sowie unter den gesetzlichen Bcdiüguugcn jeden Lrwerdö^wciss anölilien. Fllr die todte Hand sind Aeschräntnngen des Rechtes, Liegenschaften ;u erwcrbcll lind Ulier sic zn ucrfilgen, im Wege des Gesetzes au« Gründen des üfseittlichcil Wohles zulässig. Fürst Sanguszko stellt den Antrag, nach Alinea 1 einzuschalten: „Bei dem durch Mehrzahl der Bewohner einer Gemcindeansgesprochcncn Wunsche, das ihr zustehende alte Recht beizubehalten, können Beschranknn. gen im allgemeinen obigen Grundsätze durch ein Landes« gcsetz stattfinden." Man sagt oft >»!»>>!»> j»5, !>ui,'»>!» mim-u,, dem könne noch mit mehr Recht entgegengestellt werden: ,"umm!> lÜX'llüX, >UMMl! >!lV!lU>. Ich kann zwar nicht vorhcrschen, ob mein Antrag den vielen kleinen Städten West-Galiziens, von denen mchrcrc nlich gebeten haben, dcnsellicn zn stellen, helfen wird; aber jedenfalls würde er nicht nur von diesen Städten, sondern auch von vielen Ortschaften anch an« derer Kronländcr dankbar aufgenommen werden. Gegen die Freiheit ist er nicht gerichtet, im Gegentheile er' ist fchr freisinnig. Denn die Achtnng fremder Rechte ist die Grundlage jeder Freiheit. Der Antrag SangnSzko wird nicht unterstützt, indem sich für denselben nur der Antragsteller, Graf Bloomc, und die Fürsten Iablonowski, Lapieha und CzartorySki erheben. Art. 6 wird hierauf nach dem Antrage der Com« mission a ngen ommcn. Art. 7 wird ohne Debatte angcno m m e n. Art. 8 lautet: Die Freiheit der Person ist gewähvlnsttt. Das bestehende Gcsetz vom 27. October 18<',2 (Nr. 87 R. G. Äl.) zum Schutze dcr persönlichen Freiheit, wird hicmit als Bestandtheil dieses StalltSgrnndgcsctzcö erklärt. Jede gesetzwidrig verfügte oder verlängerte Verhaftung verpflichtet den Staat zum Schadenersätze an den Verletzten. (In diesem Artikel hat die Commission bei Absatz ^! die im Beschlusse dcS Abgeordnetenhauses enthaltenen Worte: „bis zur vollen Genugthuung" weggelassen.) Herr v. Hock behandelt in einstündigcr Rede die Frage über die Ersatzpflicht der Beamten und stellt den (jedoch nicht unterstützten) Autrag, die zweite Alinea wegzulassen. Freiherr v. Lichtcufels bezeichnet cS als einen hochherzigen und edlen Act der Legislative, wenn dicfeldc den Grundsatz aufstellt, daß Jeder, der durch eiu Organ der Staatsgewalt geschädigt wird, den Ersatz vom Staate zu erhalten habe. Dieser Grnndsatz sei in Oesterreich kein neuer; er habe schon seit l78O bis zu dem auch vom Vorredner erwähnten Syndicatsgcsctz des Iah» res 185!) bestanden. Wenn der Herr Staatsrath Hock dieses Gesetz als etwas Lobcnswerthcs hervorhebt, müsse er (Redner) sagen, daß dieses Gcsetz ein Rückschritt war. (Bravo! rechts.) Denn dieses Gesetz hat den früher allgemeinen Grundsatz rcstringirt. Er selbst bezweifle, ob cS möglich fein werde, diesem Grundsatz der Haftpflicht des Staates in allen Zweigen der Administration gerecht zu werden. Dies werde dann auszumittclu sein, wenn die einzelnen bezüglichen Gesetze hier in Berathung kommen; gegenwärtig aber handle cö sich darnm, den Staatsbürgern rücksichtlich desjenigen Rechtes eine Sicherung zu geben, an dem jeder zumeist bcthciligt ist: an dem Rechte der persönlichen Freiheit, (Bravo! bravo!) .Im selben Sinne spricht FML. u. Gab lenz. Art. 8 wird hierauf nach dem Eommissionsantrage angenommen, cbcnso die tz§ <.j bis incl. 15. Art. 10 lautet: Den Anhängern eines gesetzlich nicht anerkannten Religionsbekenntnisses ist die gemeinsame häusliche Nl'ligimiöübnng gestat« ttl, msoscruc dieselbe weder rechtöwidng, noch siltcnuerlehciid ist. Freiherr vou Lichteufels beautragt die Weg» lassung des iu diesem Artikel vorkommenden Wortes „g e-meinsa m e." Das Abgeordnetenhaus habe dieses Wort nnr aus dem Gruude aufgenommen, um die Deutung auszuschließen, daß der Artikel nur in jenem beschränkten Sinne aufgefaßt werde, als ob uur jedem einzelnen Anhänger eines gesetzlich nicht anerkannten Religionsbekenntnisses für sich allcin die häusliche Religions» Übung gestattet fei. Allein zur Errcichnng dieses Zweckes ist die Einschaltung nicht nothwendig, da das Wort „Anhanger" hier im Plural gesetzt ist; andererseits ist aber zn befürchten, daß bei dieser Textirnng es den Anschein gewinnen würde, als ob anch die Familien m c h< rcrer Hänscr zur gemeinsamen Rcligionsübung sich vereinigen können. Ja cö könnten sogar unter diesem Vorwande ausgedehnte Versammlungen fremder zu einem Hause nicht« gehöriger Individuen stattfinden, uud deshalb sei die be» antragte Wcglassnng gerechtfertigt! Der Antrag ist unterstützt. Der Leiter des Ministeriums für Cultus und Unterricht, Iustizministcr Ritter von Hyc nnterstützt den Antrag durch die Hinwcisnng auf einen euentucllcu Con» flict zwischen der Bestimmung oicscS Paragraphen uud dem Vcrcinsgcsctz, Bei der Abstimmung wird Artikel 16 in der vom Freihcrrn b. Lichtcnfcls vorgeschlagenen Fassung angenommen. Ohne Debatte werden sodann die tz 1.7-20 Freiheitsstrafen ersetzen sollen, scheint mir doch etwas sophistisch, zumal in einem so dnrch nnd durch demokratischen Vandc. Sollte man es glauben, daß über den „Nießbrauch einer Tabaksdose" ein RcchtSstrcit entstehen könnte? Und doch. warum wieder nicht? Paßt doch das Wort .Meß-branch" so ganz vorzugsweise anf die Dose, da sie ja die schöne Bcstimmnng hat, zum Nicßcn gebraucht zu werden. Und dann ist nicht eine Dose wie die andere, und die, worüber kürzlich bei einem brctagnischcn Ge-richtshoj processirt wurde, war ein ganz apartes Eremplar. Als Napoleon >. im Jahre 1810 einmal von Mai« land znruckkchrtc, ward cr in einem Städtchen der südlichen Departements besonders enthusiastisch empfangen und machte der Maire seine Sache so gut, daß der Triumphator, statt wie gewöhnlich die Empfangsrcdc abznschncidcn, gnädig bis ans Ende zuhörte und dem wcihrauchspendcndcn Redner schließlich eine mit Brillanten verzierte Dose schenkte. Dieses Geschenk wurde uou dem Mairc, anch nachdem cr mit seiner ganzen Familie in die Bretagne übergesiedelt war, wie ein Hciligthum aufbewahrt nnd verfügte cr in feinem l841 errrichtcten Testament: ..Ich vermache meinem ältesten Sohne Ar-thur auf Lebenszeiten den Nießbrauch der mir von dem großen Kaiser verehrten, mit Brillanten geschmückten Dose. Sollte er sich, gegen den Anschein, vcrheirathcn, so geht das Eigenthum auf seinen ältesten Sohn, wo nicht, auf seinen Neffen Karl über. Die Erhaltung dieses Geschenks in meiner Familie muß derselben werth« voller scin, alS der äußere Werth desselben." Im nämlichen Jahre starb der Erblasser; da« Jahr 1867 kam und noch lebte der Nießbraucher. Onkel Ar-thnr und dcr Neffe Karl, und zwar Letzterer längst ver- heiratet und Familienvater. Leider aber hatte die werth-volle Dose aufgehört zu cxistircu, und mit ihr sowohl daS Nutzuugsrecht des Einen, wie das Eigenthumsrccht des Andern. Wie der Ncsfe herausbrachte, hatte dcr pflichtvergessene Oheim bereits im Jahre 1865> das Palladium dcr Familie für 5000 Fr. auf dem Mont> in Paris versetzt; das Pfand war Mangels Erneuerung verfallen nud öffentlich um 7000 Fr. versteigert worden. Dcr Käufer hat die Dose auScinanderbrechen lassen, um die Eontrolc-Gcbührcn zu sparen: Stciue und Gold waren iu alle Welt zerstreut, als wäreu sie Asche gewesen. Der Advocat des Neffen argumcntirtc kurz und bündig also: der Nießbraucher ist verpflichtet, die Sub-stauz dcr Sache zu erhalten, zugleich geht sciu Recht mit dem Mißbrauch, dcu cr treibt, verloren; gibt es abcr einen größeren Mißbrauch, als dic totale Vernichtung dcr Sachc? Da aber hiedurch zugleich das Eigenthum vcr-loren gegangen ist. fo hat der Eigcnthumsbcrcchtigtc offenbar Anspruch auf Erfatz dcö vollcu WcrthcS; dieser beträgt 16.000 Fr., denn so ist die Dose in der Familie immer taxirt worden. Dcr Aduocat dcö Onkels erklärt hierauf: Bewahre! Dein Eigcnthumsrccht ist von einer Bedingung abhängig, von dem früheren Tode Deines Onkels. Du fclbst bist also jetzt gar nicht berechtigt, den Ersatz dcS Werthes zu verlangen, so wenig, als Du die Sache selbst bekommen würdest, wenn sie noch existirtc. Das Gericht gab dem Neffen Recht, indem dnrch die vom Onkel verschuldete Vernichtung dcr Substanz im nämlichen Augenblicke das Nießbrauchsrecht des Letzteren erloschen und das volle Eigenthumsrccht in der Person deö Ersteren consolidirt worden sei, und verurtheilte den Onkel zur Zahlung einer Entschädigung von 10.000 Fr. nach dem Commissions - Antrage znm Beschlnß erhoben und hicmit das Gcsetz in zweiter Lesung beendet. Die nächste Sitzuug morgen. Tagesordnung: Bericht über dcn Entwurf deS Gesetzes durch welches das Gesetz über die RcichbvcrtretllNg vom 26. Februar 1862 abgeändert wird. 18. Sitzung des Herrenhauses vom 2l). November. Präsident Fürst Karl AnerSperg eröffnet um 12 Uhr die Sitzung, zu dcr die Mitglieder dcs Hausc? in großer Anzahl erschienen sind. Von geistlichen Win< denträgcrn sind Ihre Eminenzen dic Cardinäle v. Ra>i> ' scher und Fürst Schwarzcu bcrg, Erzbischof v. Ta r-noczy, Erzbischof Litwinowicz, Fürstbischof Wi cry anwesend. Anf der Ministcrbank: Ihre Excellenzen die Herrc" Minister Freiherr v. Bcust, Graf Taaffc, FM> Freiherr v. John, v. Hye. Nach Verlesung des Protokolls leisten die neu cii^ tretenden Mitglieder Graf GlciSpach nud Grnf Thurn die Angclobung. Cardinal Fürst Schwarzenberg überreicht ^ Adressen des Königgrätzcr Diöccsanclcrus, 7 Adresse» , des Prager Clcrus, 1 Adresse dcr Lehrer des HolM clbcr DistrictcS gegen Abänderung des Concordats, Cardinal u. Rauscher des Cnratclcrns von Krcii» gleichen Inhaltes, Baron Wassilio cine Petition dtt Gemeinde Snczawa bezüglich dcr Fcststcllnng der Tra" dcr Czcrnowitzcr Bahn. Fürst Jablunowsti ül>c>' reicht 11 Petitionen einzelner Gemeinden Tirols, Obc>' Oesterreichs, Stciermarks uud 5) Lchrcrpctitioucn ^ Aufrcchthaltnng dcs Cuncordatcs, resp. gegen die TN"' nung dcr Schulc von dcr Kirche. Graf An er speis überreicht cinc Petition einer steicrmärtischen Gcmci^ gegen das Concordat. Sämmtliche Eingaben werden dc» betreffenden Ausschüssen zugewiesen. Graf Anton AnerSperg verliest nunmehr dc» an der TageSordnuug stehenden Bericht dcr Commissio" des HerrcnhanseS über den Entwurf eines Gesetzes, lv0' dnrch das Grundgcstz über die Rcichsucl" tretnng vom 26. Februar 1861 abgeändert wird. Dc" Standftnnkt dcr Commission legt die Einleitung des O^ richtcs dar. Nachdcm oaranf hingewiesen, daß die Nevi' sion dcs Fcbruarstatutcs in mannigfachen Bezichnngeü eine durch die Sachlage gebotene Nothwendigkeit gcwor" dcn sei, nnd daß die Regierung in ihrer Vorlage diese" Verhältnissen anch Rechnung getragen habe, heißt es weiter! Von dieser Regierungsvorlage weicht jedoch der dB Hause der Abgeordneten von seinem AnSschnssc vorgc' legte Gesetzentwurf nicht unwesentlich ab. Dcr Vcrfas' snngsansschnß des Abgeordnetenhauses glaubte ncmlilh seine Aufgabe nicht blos anf jene Aenderungen bcschrä^ ten, sondern auch „in solche Aenderungen und Zusä^ eingehen zu müssen, durch welche die constitutioncllcnRcch^ der Volksvertretung klarer gestellt odcr dcm constitnlioncllc" ' Rechte gemäß erweitert werden." Diesem StandM^ dcS Ausschusses ist, wie sich aus sciucr Bcschlußfassu»,!! ergibt, das Hans dcr Abgeordneten selbst bei- und ^ Ncgicrnng nicht entgegengetreten, ja die letztere hat si"? in dcn Berathungen dcr Commission dieses hohen HaU' scs in sehr erheblichen Punkten entschieden für dic bcM lichcn Anträge dcS Abgeordnetenhauses ausgesprochen Auch die Commission dcS Herrenhauses durste sich dc»' crwähutcn Slnndpnnltc im wesentlichen nm so nnbc' dcnklichcr anschließen, als sie einerseits in dcn mcist^ dcr vom anderen Hanse entworfenen Äcstimmnngcn d>l Grundlagen eines gcsnndcn freiheitlichen Verfassung lcbcnö und somit die Bedingungen seines ersprießlich^ Gedeihens, andererseits aber anch neben dem Fortschritt streben zugleich den Geist der Erhaltung und Ncchl^ achtung zn erblicken glanbtc, welchcr dcn RcchtSlwd^' dcm er selbst seine Existenz dankt, gewissenhaft zn >"^' ren und ulir von ihm aus Unvollkommenes zu bcsse^ Ungenügendes zn erweitern strebt. Dieser Geist wa^ festirte sich in nnvcrkcnnbarcr Wcisc, indem AussäM und Plenum dcS Abgeordnetenhauses, anf dcm O"^ ^ der Fcbruaruerfassuug beharrend, trotz der angcfochtc^ ^ Mängel nnd Lücken derselben, trotz mancher lantgc»«^ denen Wünsche und Bedenken, die Grenzen ihrcS b^ Fcbruaractc eutstammtcn Mandates ausdrücklich ane kannten und einhielten nnd die dnrch dieselbe gcschaffe"^ Institntioncn, erworbenen Rechte nnd Befugnisse s! wisscnhaft achteten. Die allgemeine und nnvcrbrüchll^ Achtung vor Recht und Gcsctz aber bleibt immer ° sicherste Gewähr für gedeihliche und dancrndc Verfassung zustande. ^ Die Commission empfiehlt demnach, wie bcka>',' den ans dem Hanse dcr Abgeordneten hcrvorgcssanac . Gesetzentwurf mit einigen nnwcscntlichcn Modificatl» in dcn i;t; 10, 11 nnd 12 zur Annahme. ^'t Nachdem zur Generaldebatte niemand das h ergreift, wird sofort zur Spccialdcbattc geschritten ^, in dieser die tz§ 1 bis 9 ohne Debatte cinstiumug genommen. ,.„se Dcr § 10 lautet in der vom Abgeordnete"')^ vorgeschlagenen Fassung: „Der Ncichsrath wird ^^,, Kaiser alljährlich im Jänner einberufen." D"' ög' mission empfiehlt statt „im Jänner" zu setzen: ,.'"" lich in den Wintermonaten." (Wird angenommene (Schluß folgt) ^ 1887 57. Sitzung dc5 Abgeordnetenhauses am 2!1. November. Auf der Ministcrbank: Sc. Excellenz Finanzministcr Freiherr v. B ecke. Präsident Dr. Giölra eröffnet die Sitzung mn 11 Uhr 2^> Minntcn. Das Protokoll der letzten Sitzung wird vorgelesen und gcnchinigt. Graf Falkenhayn zeigt feinen Austritt ans dem Abgeordnetenhaus«: an, welcher dnrch dcsscn erfolgte Vc< Ulfmiss in das Hcrrcnhans motivirt ist. Präsident theilt mit, daß Sc. Excellenz der Minister des Innern Graf Taaffe mittelst Zuschrift eine Regierungsvorlage betreffend die Kosten für öffentliche Findelanstaltcn auf den Tisch dcs Hauses niederlege. Abg. Stenc beantragt zur Vorberathnng dieses Gegenstandes einen Ausschuß von 9 Mitgliedern ans den Abthciluugcn zu wählen. (Angenommen.) Die Wahl wird nach der Sitznng vorgenommen werden. Präsident verliest hierauf cinc Zuschrift des Hcrru FiuanzmiuistcrS, womit wegen der Nürzc der Zeit "Nt Rücksicht auf die uoch nicht festgestellten gcmeinsa-«'cn Lasten vorläufig der die Bedeckung enthaltende Theil des Stantsvoranschlagcs übergeben wird, damit die Ausschüsse in den Stand gesetzt scicn, in die Prüfung b'cscr Boranschläge schou jetzt einzutreten uud damit bei ^iichringnng des vollständigen Finanzgcsctzcs, dessen Vor-lnssc möglichst beschleunigt werden wird, dieser Theil der vorbereitenden Arbeiten bereits vollendet sein könne. Dr. Arc st l beantragt, diesen Gegenstand dem bethenden Finanzausschüsse zur formellen Bchandlnng ''"zuweisen. Abg. Wintcrstcin stellt den Zusatzautrag. dcu ^inanzansschnß zn beauftrage:!. schon in der nächsten Sitznng mündlich Bericht zu erstatten. Sc. Excellenz Finanzmiuistcr Freiherr von Vcckc '"acht darauf aufmerksam, daß die Vorlage blos den Bc< dcckuugsctat für das Finanzministerium betreffe, die Bedeckung der anderen Etats sei in die Vorlage nicht aufgenommen. Der combinirtc Vrcstl.Wintcrstcin'schc Antrag wird herauf angenommen. Abg. Bach ofcn u. Echt nnd Genossen mter« ^llircu Se. Exc. den Leiter dcS Handelsministeriums: 1. ob derselbe von der Einstellung der Eilzügc von "'Nst nach Wien Kenntniß habe odcr nicht; 2. ob diese über Vcrfügnng des Handclsministc-^luus erfolgte; -i. ob im cntgcgc»f,csctzt>,'n Falle das Handclsmini-Ncrium »ich^ cnlschlosscn sei, dicscr Störung des Vcr-^hrs entgegenzutreten. Sc. Excellenz Finan^uiinistcr Freiherr v. Äcckc (als Leiter des Handelsministcriums): Mir ist Mr diesen Gegenstand'nichts bclanul, ich wcrdc mich aber Nlformircu und iu der nächsten Sitzung Aufkläruugcu gcbcn. Die eingelaufenen Pctitioucn werden den betreffenden Ausschüssen zugewiesen (darunter 11 Petitionen um Aufhebung des Eoncordatcs). Es wird znr Tagesordnung geschritten. Erster Gegenstand ist die Wahl der Schrift' Führer. Die Stimmzettel werden abgegeben; das Scrn-tuu'um dcin Bureau des Hauses überlasse». Zweiter Gcgcustand sind Berichte des Pcti< ^onsansschnsscs. ,, Baron Scifscrtitz rcfcrirt über die Petition des ^Miu Adam um Errichtung cincs Institutes znr Äil-^."ss von Landärzten und zngleich über die Pctttion der ^'Nirgcn von Wien um Regelung ihrer Verhältnisse. ^ Ausschuß beantragt, diese Petitionen dem Ministern dcs I,il,cru zur eingehenden Würdigung abzutreten., Dr Noscr bekämpft in längerer Rcdc die Idee, """ Bildungsanstaltcn für Landärzte und Ehirurgcn zu , Ucu. ssi,r die Wissenschaft sei dies längst ein ubcr-, ""dcucr Staudpunkt. Er beantrag, das hohe Haus !"°llc beschließen, die Ministerien des Unterrichtes und °^ Tunern werden aufgefordert, dafür Sorge zu tra-uen, daß ^ 1. die bestehenden chirurgischen Lehraustaltcn mit 'October 1hl',« aufgchobcu wcrdcu; ^> 2. daß die Modalilätcu der Ausübung der iuucrcn Mps der Ehirurgcu durch eiuc aus Fachmäuucrn bc. ^irndc Eommissiun geregelt werden. «Unterstützt.) s, Vcrichtcrstattcr Baron Sciffcrtitz bekämpft die« ..Antrag, weil er die Frage noch nicht für sprnch. ^s halt. n, Der Antrag Noscr wird abgelehnt, dcr Ansschuß-'"N angcnoiumcn. .^ ,. , u'olgcu weitere Berichte des PetitionöauS,chusscs. (Schluß solsst.) Oesterreich. 5.,,. V3ien, 2^. November, (Parla m cutari s ch c s.) E,...^r Vorbcrathuug der Petition des Wlcucr »,.7!">tcller. und Iournalistcn.Vcrcins ..Eoncord.a ^. "unudcrnug mehrerer Äcstimmnngcn dcS Plcb-i» ^^'"icdcrgcsctzlc Ausschußhicltgestern cincSltzmN' ei,,7lcher Aerichlerslatter Professor Herbst " Gesetzes vorlegte, durch welches einige AbNndclNn. !gcn an dcni Prcßgcsctzc voiu 17. December 1^62 eingeführt werden sollen, nud zwar beziehen sich dieselben lediglich anf die in der Petition der „Eoucordia" berührten prcßgcsctzlichcn Bestimmungen, indem sich der AnS-schnß gcgcuwärtig hiclt, daß ihm ciu Auftrag zur Revision des bestehenden Prcßgcsctzcs übcrhalipt nicht geworden sei. Als erster Bcschwcrdcpunkt warcu in der Petition der „Concordia" bezeichnet die Bcstimmuugen der ^§ 19 nud 2l dcS Prcftgcsctzcs voiu 17. December 1862, welche sich auf die Aufnahme vmi Berichtigungen auf Verlangen der bcthciligtcn Partei in die Zeitschriften beziehen. In dieser Beziehung einigte man sich nach längerer Debatte, an welcher sich außer dcm Berichterstatter die Abgeordneten Dr. Rcchbauer uud Kuranda bctheiligtcn, und in welcher insbesondere auch auf die im Zuge bcfiudlichc badischc Prcßgcsctzgcbung hingcwic-! sen wnrde, grundsätzlich dahin, daß, wcnn cin Redacteur , die Aufuahmc ciucr Berichtigung verweigert, der Partei das Recht zukomme, sich au deu Richter zn wenden, nnd daß der Nichter dann unverzüglich zu crtcuucn hat, ciuerscits über die Aufnahme der Berichtigung, andererseits über die Strafbarlcit der grundlosen Weigerung des Ncdactcurs. Gegen das Ertcuutuiß des Richters, ob die von der Partei verlangte Berichtigung aufzuuch-Iincn sei oder nicht, findet kein Rechtsmittel mit ans-l schiebender Wirkung statt; über das Erkenntniß des Richters aber, ob die Weigerung des Redacteurs, die verlangte Berichtigung aufzunehmen, strafbar sei odcr nicht, findet cin Recurs mit auffchicbcudcr Wirtuug statt. Die uähcrc Stilisiruug dicscr Bcstimmuugcu iu das zu erlassende Gesetz wurde vurbehallcu uud die Sitzung hierauf gcschlosscu. H^ieu, 30. Novbr. (Das Oberhaus) nahm den revidirtcn Vcrfassuugscutwurf bis § II i!l. l) nach dem Eommissiousautrngc au, uachdcm dcr AbändcruugS-antrag Sch'ncrling's im Sinne größerer RcichSraths» compctenz fiel nnd die Bedeuten Rauscher's gegen das jährliche Stcucrbewilliguugsrccht des Rcichsrathes vom Berichterstatter Anlon Aucrspcrg und Reichskanzler Bcust widerlegt wurden. Ausland. Berlin, W. November. sDcr Vertrag mit Hannover.) Bismarck erklärte in dcr Budgetcommission, dcr rcgieruugoscits bcabsichliglcu Vorlage au die Kammer zog der Köuig vou Hauuoucr die sactischc Eutsaguug vor, iudcm er sich mit dcr neuen Ordnung dcr Dinge einverstanden erklärte. Das dcr König mehr ! erhielt, war politisches Bedürfniß. England stimmte dem Vertrage zn. Rcscrcnt Twcstcn glaubt, dic Rcgicruug war nicht berechtigt, dic Abfindungssumme dcr Anleihe zu .^ricgözwcckcn zn cutuchmcn. Dic Eommission möc,c dic Vorlage dcs Vertrages bcautragcn. Bismarck, gc^cn dic Nichlbcrcchtigung ftrotcstircnd, erklärt, mau wcrdc mittelst Vorlage die Genehmigung uachsuchcn, falls dic Majorität es verlangt, Dcr Antrag Twcslcus wurde au< gcuommcn. München, 27. November. (Ucbcr dic Eon« fcrcnz frage) berichtet cin Pariser Brief der „Südd. Presse" unter anderem: Um die Bcdcntlichkciteu Ruß< lands, Englands und Preußens wcgcu Mangels cincs Programmes zn bcscitigcn, soll ein Programm in rcin osficiöscr Wcisc aufgestellt werden, aber iu Form italic« nischcr Fordcruugcu, wclchc dic Approbation Frankreichs erhalten, somit auch auf die dcr übrigcu Eoufcrcnzstaatcu Hoffnung haben würdcu. Florenz. ,W. November. (E o n fcr cn z aus s i ch -ten.) Die „Italic^ dcmcutirt, die italicuischc Regierung dabc ausdrücklich dcr Eoufcrcn; zugcstimult. Dic „Opi-uiouc" sac,t, mau müssc Italicus Zustiiumung uicht als absolute auslege«. Italicu unterstützt Frankreichs Wuusch, behält sich jedoch erst dann ciucn definitiven Ausspruch vor, wcun Frankreich anf die Vorbehalte und Fragen scantworlet, wclchc wir iu nnscrcm Inlcrcssc slcllcn inußtcn. ebenso sci dic Anuahmc dcr Großmächte mit ciuigcr Bcschräutuug auszulegen. Prcußcn. Rnßland uud Cliglnnd nchmcu au dcr Eoufcrcuz Thcil, 'venu cin Programm ausgestellt wird; bis jetzt sci dcr italicuischcn Regierung diesbezüglich keine bestimmte Antwort znge. kommeu,' dahcr habe sie anch lciucn bcstimiutcu Entschluß gcfaßt. Vern, 24. i!loucmbcr. (VolkSbewcg u n g.) Im Eanton Zürich zeigt sich cinc anf Erwcitcruug dcr Volksrechtt, dircctc Wahlen, Dcccutralisation, Erlcichtc-ruug der Ätilitürlast, des VcreiuSrcchtcS, bessere Justiz, abzielende Volksbewegung. Eiuc Volksvcrsammluug iu Wintcrthur beschloß: I) Es sci ciuc Vcrfassuugsreuisiou durch ciucu Vcrfassungsrath und Erncucruug dcr gcsctz-gcbcndcn, sowic dcr obersten Vcrwaltuugs' uud Justiz, bchordcn dcS Eautons anzustreben; 2) es ist cin Allsschuß von sieben Mitgliedern zu wählen, welcher sich mit den Vcrtraucusmäuucru dcr andcrcu Landcslhcilc in Vcr. bindung setzen wird, nm dnrch Sammiung dcr U>.0l>0 Uutcrschriftcn dic Vcrfasfuugsrcvisiou zu crmuglichcu uud überhaupt unt allen gesetzlichen Mitteln daS angestrebte Ziel zu verfolgeu. Paris, 25). November. (M un zconfcrcn z. — Geheime Verbindung entdeckt.) Dcr „Moni-teur" veröffentlicht cin Rnndschrcibcn des Marquis dc Mollsticr an die diplomatischen Vertreter Frankreichs im Auslande, nm ihnen dic in dcr internationalen Münzconfercnz gefaßten Beschlüsse mitzutheilen und sie anfzufordcrn, deu verschiedenen Mächten die Prüfung und Annahme dcr Beschlüsse dicscr Eonfercnz anzuempfehlen. Frankreich und Oesterreich haben bereits ciuc Präliminarconvcntion abgeschlossen. — Die Entdeckungen, wclchc zur Vcrhaftuug dcs Nacquet, Acola'S und andcrcr Demokraten geführt haben, sollen nach ocn Angabcn dcr Regierungsblätter von großer Bedeutung sein. Eine gchcimc Verbindung soll entdeckt worden sein. Eine Untersnchnng soll in der Provinz vorgenommen werden. Nacquct soll auf räthfclhafte Wcisc verrathen worden sein. Man habe, so erzählt man, in seinem Keller uutcr ciucm ^tcin vergraben die Statuten der geheimen Gesellschaft und cinc Lislc von Anhängern gefunden. — 28. November. sIn dcr hcntigen Siz -zung dcs gesetzgebenden Körpers) wird cin Dccrct vcrlcfen, welches Marquis dc Mousticr beauftragt, dic Regierung bei dcr Discussion übcr die Angclegcnhci-tcn Deutschlands und die römische Expedition zu ver-treten. — Andcllarrc entwickelt die Interpellation. For-cade antwortet demselben, worauf Andcllarre nicht wci» ter auf feiner Iutcrpcllation bcharrt. ^- Hierauf wurde dcr Ucbcrgaug zur Tagesordnung angenommen. Paris, 30. November. (Im Senat) dankt Dupin dem Kaiser für den Schutz des Papslcs, Frankreichs Pflicht und Interesse erheischen den Schutz dcs von dcr Revolution bcdrohtcu Katholicismus. Bounc» chosc beschuldigt Italicu dcs Vcrralhs, Fraulrcichö Wunsch sci, daß die Trupftcu erst nach wirlsaincr Garantie dcr weltlichen Macht zurückberufen werden. Die Katholiken werde» niemals zugcbcu, daß uebeu dein Papst im Va-tican der König von Italien im Eapitol seinen Sitz habe. Donnct verlangt Anfhcbnug dcs Votums, Welches Rom für die Hauptstadt Italiens erklärt. London, 2H. November. (Parlament.) Im Obcrhausc verspricht Lord Derby, von Stratford intcrpcllirt, die Vorlcguug dcr auf Kreta bezüglichen Docnmcntc. Im Untcrhanse versprach Lord Stanley, von Waltin intcrpcllirt, dic Vorlagc zweier Depeschen bezüglich dcr Alabama°Fragc. Lord Stanlcy erklärte, daß ein Arrangement mit Portugal bezüglich dcr Herabsetzung dcs Wciuzollcs nicht stattfand. Northcote theilte mit, die Rccoguosciruug dcr abyssiuischcu Päsfc sci bcfricdi-dcud ausgefallen. In Abwesenheit Disraeli's macht Huut 5ic Fiuauzuorlagc. Das Surplus wcrdc iiu April wcgrn dcr schlechten Eonjnnctur nur 2O».<»0() Pfd.Sterl. betragen, die Regierung beantragte cincn Pcnny pcr Pfund Ein-tommenstcncr-Zulagc behufs der Kriegskosten. Dies gc-uügc inclusive dcs Surplus bis April. Gladstouc erachtet die Rcgicruugsmitthcilnng als übcrraschcud güustig uud ulilcrflützt dcn Rcgicrungsantrag; letzterer wi"d au^ acnommcn. Euchranc intcrpcllirt nber Englands Stel-j lung in dcr kretischen Angclegcntieil. Stanley ertheilt leine rcscrvirtc Autwort uud bemerkte: Lord Elliot habe im Jahre 1"02, als dcr griechische Thron cinc»! briti-schcn Prinzen angeboten worden sri, in Eonslantiuopcl die Frage wegen Rcclificiruug dcr Grenzen angeregt; die Pforte habe energische Einwcndnngen gegen derartige Pläne crhobcn; Elliot ließ hicranf dic Sache fallen. Northcutc beantragt cin? Rcsolntion, wclchc die Verwendung der ! iudischeu Truppcu uud dic Ausrüstungs - Vorschüssc gc-! nchmigt. England wcrdc dic Gcsammtkostcn in Indien j aus sciucm normalcn Trnpftcnsold bcstrcilcn. Gladstone und Laing nntcrstütztcn dic Rcsolutioncu, welche mit 1l<8 gegen 2^ Stimmen nngenommln wurden. Briissel, 2«. November. (Abgeordnetenkammer.) :>lnf eine Interpellation erklärt dcr Minister des Auswnrtigcu, Belgien habe noch keinen EiKschluß bezüglich dcr Eoufcrenz gcfaßt, obwohl cs principiell jcdcn Versuch für die Annähcrnug dcr Nationen bcgüustiyc. ^ Dic Liute befürwortet dic Ablchuuug, lvährcub die Rechte dic Auuahme dcr Eonfcrcuz cmpfichlt. Dcr Minister gibt zu verstehen, daß Belgicn die Folgen seiner Zustimmung vor dcr Erthciluug ocrsclbcu crwägcn müsse. Hastesneuiglieilen. — (Allerhöchste Spend-.) Ihre Vlajellüt die Kaisktm haben dnn Wiener Fraucnoertine slli Arbcitsjchulen cincn Bttrag von zweihundert Gulden allergnäbisssl zu be< willigen geiuht. — (ErsleS t. k. conccssionirtes Militilr. vorbereitunq»instilut.) Unler diesem Name,, wild am 3. Jänner kommenden Jahres cine Prioatanstcilt in Wie,, eröffnet werden, welchl Knaben und Jüngling?, dic sich dcm Mililarsiande wirmcn wollen, zur Cadclten- oder OsficierS. ajpilniUei'Vtüsunss voldcr.ilcl. Dcr rcgulürc Äilcuiwtzaana umsaht cinen Z^ilrauln von dni Jahren : je t^ch h^ ^ ^ k.xntnisien lann jedoch die Aufnahme auch in den zwe'l oder dritten Jahrgang eijolgcn. Jun^n Männern ^I" eine allgemein »visscnichailliche Vildung dereil« l.-^ ', durch einen SpecialcuiZ Grkq-nlmt ,ed°te,, m/^ c-'^'^ militärischen Fächer binnen echtz l, g ^ ^ '"' l" "e eiqnen. Mit der Schule slcht ein m' s . "" °"'"' für Zöglinge aus der Pr v , N^ ^'"" '" ^"bindun, gel.Nch aufgeben u>,7 f 'o . l"^ """' """" .errn ^er ^ien Ms^^^^,^.^"' ^r^.ri.!'M^°/ln^)^^,^ «Vermuthung, d.h die Hingeschiedene in Folge nner V^rgiilung du.ch Blausäure «.slorben s^i, wurde nach nncr 1886 Mittheilung dcr „Mg. Ztg." durch die nach der Section von Professor A. Nuchnrr vorgenommene chemische Unter« suchung vollkommen b.stcUigt. Is ist diesem Chemiler qc> lungen. das Gist nicht nur im Inhalt des Magens in be» deutender Menge nachzuweisen, sondern auch aus dem Blute der Vergifteten noch am fünften Tage nach deren Tobe mit voller Sicherheit daizustlll.n. — (Grubenunglück.) Nach einer Mittheilung der „Elbltstldel Zeitung" aus Saaibrücken sind in der Grube „Kronprinz" beim Dorfe Griesborn (in der Nähe von Saar-loui-:) am 25. v. M. durch ein schlagende« Wclter dreizehn Menschen gclödlet worden, darunter der Bergblrector Bauer, ein Obersteiger und zwei Steiger. — (Spielb a n t en ) Die Unterhandlungen der Homburgcr Spielbank mit dcr prcußifchen Regierung sind, tincr Mittheilung aus Frankfurt zufolge, abgebrochen und dir der Wiesbadener Bank resullatlos geblieben. Die Ne> gieiung vellangt line Million Thaler als Beitrag für den Eurs>.'Nd und will die Fortdauer des Spiels fur sechä Jahre gcslaltln; tie G»slllschaft will aber nur cinen Aeitrag von 200.000 Gulden Kisten. Locale s. — (Ma ndalsniederlegu ng.) Unser zum Sec-tionsralhe im H>2ndclwass-nct sich eingcsuüdcn hatten, wagte laum hie und da (5iner den obwohl ungefährlichen Versuch, Herrn Haines nach« zuahmen. — (Die Pcrnl) art's che Panoramen-Ausstellung) wurde gestern Vormittags von der Gymnasial« jugend bisucht, welcher Herr Peinhart in liberaler Weise den freien Eintritt gestattet halle. — (Die Wiener Handlung Giani und Haas für kirchliche Paramente) hat hier eine Niederlage in der Postgasse im Kaus'schen Hause eröffnet, in welcher zu Fabritsvrcisen verlauft wird. — (Neue Posteipedition.) In Et. Rochus wurde eine neue Posttrpeoition errichtet. — (Dio c es an Veränderungen.) Gestorben ist am 10. November Herr Thomas Baselj, Cooverator in Hcrjul. — (Für die Mission in Amerika), in wel« cher ui-sei 83jährige Landsmann Herr Pirc mit unermüd» lichcm Eifer wirkt, hat der Herr Dr. Pauler mehrere kirchliche Geräthfchaflen und Paramenle abgesendet. Die „Tanica" tbeilt mit, dah Herr Pirc schon 15 Kirchen während feiner Mission unter den Weihen und Indianern an den oberen Sc schädigung! Peter Nibic: Uebertretung gegen die körperliche Sicherheit. — Am 6. December. Andreas Premrou mit Ge« nossen: Schwere körperliche Nefchädigung - Johann Gacnit: Schwere körperliche Beschädigung: Anton und Maria Tercet: Tiebslahl._______________________________^__ Nentstl Post. Wien, 30. Novemlicr. Die „Wr. Ztg." schreibt: Wir fühlen uns glücklich, bestätigen zu dürfen, daß dem allerhöchsten Kaiscrhause ein freudiges lHrcigniß bevor« steht, dessen Erfüllung unter Gottes gnädigem Schutze in Millionen treuen Herzen mit derselben innigst frohen Theilnahme gefeiert werden wird, mit der ihr Se. Majestät dcr Kaiser nnd Allerhüchstdcssen durchlauchtigste Familie entgegensehen. Ihre Majestät unsere allerguä-digstc Kaiserin und Herrin sind in gesegneten Umstän» den und in nächster Zeit werden die, wie wir glauben, bis zum April des kommmcndcn Jahres fortzusetzenden Kirchcr.gcbetc beginnen, um den Beistand des Allmächtigen in der schweren Stunde und die ungetrübte Fortdauer des Wohlbefindens zu erflehen, dessen sich Ihre Majestät erfreuen. Die „Wr. Ztg." schreibt ferner: Ein hiesiges Abend» blatt bringt aus Petersburger Müttern, die cS übrigens nicht näher angibt, sehr verwunderliche Enthüllungen, welchen zufolge die in Serbien stattfindenden Rüstungen und Agitationen Folge uon österreichischen, auf Annexion gerichteten Bestrebungen sein würden. Eine solche Aus» streuung, so plump sie ist, läßt sich begreifen; was wir aber nicht begreifen, ist, daß jenes Wiener Blatt sich zu deren Weiteroerbreilung herbeilassen lonute. Wien, 30. November. Die ..Wr. Abdp." schreibt: Ein hiesiges Blatt bringt heute die Nachricht, dcr Statthalter von Niedcr-Oesterrcich, Herr Graf Eho» rinsty, habe in einer Vorstellung an Se. Majestät den Kaiser anf seinen Posten resignirt und gleichzeitig um Enthebung von seiner Würde als HcrrenhauSmitglied gebetcu. Wie wir vou compcteutestcr Seite erfahren, ist diese 'Nachricht in allen ihren Theilen unbegründet, und so sehr wir begreifen, daß Herr Graf EhorinSty im gegenwärtigen Momente sich zurückzieht, so wenig könnten wir ein Motiv auffinden, welches den Herrn Statthalter verhindern würde, in nächster Zeit seiner doppelten Verpflichtung nachzukommen. Pest, 30. Novbr. „Hon" meldet: An daS Pester Eomitat ist gestern ein Erlaß gelangt, welcher wegen dcr Recrutirung für das Jahr 18K8 die unverzügliche Cou« scription der ersten und zweiten AltcrSclassc anordnet. Pest, 30. November. Heute um 2 Uhr fand ein M iniftcrrath unter dem Vorfitze Sr. Majestät des Kaisers statt. Allerhöchstdicselben reisen heute Abends nach Wien zurück. Alle officiellen Abschiedsfeierlich» leiten sind verbeten. — Der hiesige Rabbiner, Dr. Meisl, ist heute in dcr alten Synagoge unmittelbar nach seiner Predigt in lebensgefährlicher Weise vom Schlage gerührt worden. Karlsruhe, 30. November. Die c rft e Kammer hat heute daS Wehrgesctz einstimmig angenommen. Florenz, 30. Novbr. Die „Nazionc" veröffentlicht folgendes Telegramm aus Rom vom Heutigcu: Eine kleine französische Eavalerie.Abtheilung verbleibt in Rom, dcr Rest dcr Occupationstruppen geht ab. Die Division Dumont hat ihre EinschiffungSopcratiou in Eioitavccchia beendigt. Die Division Bataille beginnt morgen sich einzuschiffen. —^ In der verflossenen Nacht wurden hier (Florenz) die Hauptmitglicdcr zweier Maz. zinistischer Eomit>'ö verhaftet. Madrid, 29. November. Sc. laiserl. Hoheit dcr Erzherzog Ludwig Victor ist gcstcrn hier angekommen und wird Sonntag nach Andalusien nnd Portugal abreisen. — Der Marquis MiraflorcS vcröffeutlicht in der „Epoca" einen liberal-conservativen Artikel. Tel »graphische Wechselcourse vom 30. November. 5pcrc. Mctalliaue« 57.25. — 5perc. Mctallique« mit Mai- un» November-Zinsen58.40.— 5ptr>.-. National Änlchcn 66.10, -- va"l' actiln 679. — «lrebitattim 1^4.30.- 1860er 2talltsa»lrl,en 83 90. Silbcr 118.50. — London 120.35,. — K. f. Ducatcn 5.72'/.,. Keschasts-Zeitung. Wochen-Ausweis der Nationalbank. Vanlnoten Umlauf:250,H96 8I0fl.—Bedeckung:Metallschat) 105,251.737 fl., in Metall zahlbare Wechsel 43.5?,>.982 ft,. Staatanotcn, welche der Vanl gehören. 2.83".147 fl„ Eöcompte 7li.352.Ai« fl. Darlehen 25,339,200 fl., eingelöste Coupons von GrundenllasllMgs-Obligationen 2,037.794 fl,. eiugelösle Pfandbriefe zu «6'/. p2t. 6.4<>0.800 f!.. zusammen 261,847.89!» fl. Bei der k. k. Tiidbalin-Gesellschafr wird vom I.Dc-ccmber ein N^io.Zuschlllg lwn '^0 Percent cingchobcn. Die «e,t»lng derUeberlal,dpost durch Oesterreich Nlcrandricii, dcr Zielpnnlt des europäischen Abschnittes der indischen Postlinic ist uon Marseille 1425. von Trieft 1236 und uon Brindisi 835 Seemeilen tulsernt. Da das italienische Bahunel) biö Briüdlsi uollendct und dllrch die Br^inerbahn mit den central-«tlropäischcil Bahnen verbundm ist. s» hat sich der Ceiitral-Nusschuß des Vneincö d^- österreichischen Industriellen mit dcr Frage beschäftigt, ob nicht dir cnglilch-indischc lllbcrlandpost am bcsteil vou Ealais. Ostcnde ilbcr Lnxcmbnrc;. Stuttssarl, Innsbruck. Verona zum Hafcu roii Bnndisi zu teilen wäre. In Erwägnnq der naiuhaflcn VoNhcile, die diese Nontc vor den übrigen beiden bietet, beschloß der Central-Ansschnß, dru erwähnlen Antrag durch rine eigene Deputation dem Neichslanzlcr Freiherr,, v, Benst zu ilbrl' reichen. Zugleich soll dcr Antrag dem Präsidium ocö Handels-Ministerium« llbermittelt werden. Vaibach, 'l0. Nou.',nbcr, Auf den, heutigen Marlle sind er« schienen: 26 Wagen «lit Getreide, 5 Wagen mit Hen nnd Stroh (Hm II« Ctr 73 Pfd., Stroh 5l> Llr. 25 Pfd.). 40 Waaen und « Schiffe (44 Klafter) mit Holz. Durchschnitts-Preiss. Mll.lMgz.. cklt.. Mgz7' fl-lr. st. lr. fi. li. fi. ,l. Weizen pr, Mchcn 6 50 7 30 Butter pr. Pfund - 42 — — Korn „ 3 R> 4 2^ Eier pr, Stilcl — 2i___ Gerste .. 3 .'l«0 Milch pr. Maß -10 - Hafer ,. 190 2— Rindfleisch pr. Pfd. ^ 21 — - Halbfrucht „ -— 515 Kalbfleisch „ —22 — - Heiden „ 3 40 3 42 Schweinefleisch,, ..20- — Hirse „ 3M 3.'l2 Schöpsenfleisch „ — 12 — ,^ Kniurnh „ ------4— Hähndel pr. Stllcl — 30 — — Erdäpfel „ 1 4.« ! WSW.z.st, trilbe 0.0« I0„ Ab. 325.7. > 4«, > mäßig , trllbe Den 30. vormittag dnnstcrflllltc Atmosphäre. Nachm. ga"/ heiter, ruhige, llarc ^'nst. — Den I.Dcr. Morg. starter höhe»"'!' Nach 7 Uhr zeigte das Thermcter -- 7 > " N. Schou VormMs Wollenzug an» W2W. nm halb 12 Uhr heftige Windstöße, »>c Sciroccalstrümilng den ganzen Nachmittag anhaltend. Regen'v^ lcn. Gegen Abend näßie es, ohnc meßbaren Niederschlug. ^, Vtranlmcirtlicher Nldacteur: Iana» n. K l f i „ m a n r ^Nl'l'i'N^pl'tl'^^ Wien, 29. Noucmber. Die Vörsc war etwas schwächer gestimmt sowohl slir Staatsfonds als fur Industrie- und Eisenbahnactien, von welchen namentlich lchtcre erheblich"^ Hl1!l^l«»vl^U/i. Einbußen erlitten, während Devisen und Valuten einige Bruchtheile anzogen. Geld miudcr fillssig. Geschäft ohnc Aelang. Veffentliche Tchuld. ä. des Staates (für 100 fl) Geld Waare Iu 0. W. ;u 5pCt. filr 100 fl 53.65 53 75 In östcrr, Währung strucifrci 57 «0 57..0 ^, Slcucranl. in ü. W. v. I. 1tt<;4 zu 5pEt. rilchahlbar . 89,25 l^.75 Silber-Aülehcn uon I«64 . . ?2.5l> 73.— Silberanl. 1865 (Frcs.) rilckznhlb, in 37 Jahr. zu 5 pEt. 100 fl. 79,— 79,50 Nat-Anl. mit Iän.-.Coup. zu 5"/« W.60 <>tt 70 ,.....Apr.-Eoup. .. 5 „ W,3<) 66.40 Metallique« . . . . ^ 5 ^ 57.40 57.5,. detto mit Mai-Coup. „ 5 „ 58,70 58.80 detto . . . . „ 4;., 5l),50 50.- Mit Verlos, u. 1.1839 . . . 1^.50 1.'<0 - „ „ „ 1854 ... 75.75 7ß _. ., „ » I«k0zu500fl. 53.90 84,- „ ,.., I860 „ 100 „ 92.- 92 5>(» ^ .. ..,. 1864.. 100.. 78.K. 78,20 Tomo-Ncntensch. zu 42 I.. »usl. H, .>« 22. - Domainen 5perc, in Silber 10j8.— A.'tglo-Anstria-Banl zu 200st. 106,— ,06.50 ^cmberger Ccruowitzcr Acticn . 167.50 168. Pfandbriefe (fllr 100 fl.) National- j baut auf ^ verlosbar zu 5'/. 97.70 97.90 6. M. j Nationalb.aufö.W,verlosb.5« 93.— 93.25 Ung. Vod.-Creb.-Aust. zu 5'/, „ 89.75 90. -Allg. öst, Blldtn-Lrcdit-Anstllll verlosbar zu 5'/, in Silber 108.50 104 — «oft (Pr. Stllcl.) Ertd.-A.f.H.u.G.z.100fl.ü.W. 128.75 129.» D°u.-DmPfsch.-G.z.100fl.EM. 86.- >-7.^ Stadtgem. Ofen « 40 „ °. W. 24.— 24.50 Esterhazy ,. 40 „ EM. 118.— 120.— Salm „ 40 „ „ . K0,50 31.50 Pllllfty „ 40 ^ ^ . 24.25 24.75 Ocld Waa" Elary zu 40 fl. EM. 25,25 25." Sl.Genoi« „40„ „ . 25.- 25.5<' Wmdischgrah „ 20 .. « . 19.- ^'"" Waldstein „ 20 „ „ . 19.50 2l^ Kcglrvich „ 10 „ „ . 13.50 14-^ Rudolf-Stiftung 10 „ „ . 12.25 I^" Wechsel. (3 Monate) Augsburg silr 100 fl, sildd. W. 100-^5 100-^ Franlfnrla.MIM st. detto 10^ ^"H Hamburg, flir 100 Marl Banlo 88 5l1 ^'^, London fllr 10 Pf. Sterling . 120,30 1^ Pari« filr 100 Franks . . . 47.75 4/. <5ours der Geldsorten Geld W°°" K. Münz-Ducateu 5 fl. 72 lr. 5 st- ^'. „ Napoleousd'or . . 9 „ 63 „ " " ^ „ Rufs. Imperials . 9 „ "7 „ ^ " 78 " Vereillsthaler . . 1 „ 77; « / " .,<; „ Silber . . 119 „ - „UV ,. ^ Krainische GrundcutlaNungs - Obliaallo""' vatnotlrun«: 88. Gelb, 89 W°°"