pkCmt V goiovliil. 78. lahrgang Ertclieint wöchentlich scclisnial (mit At^lime der I-oiertage). Schriit-laitimg, Verwaltung und Buchdruckerei Tel 25-07, 25-68 und 25-69. Warlbnr Ki>pfillSka uUct 6. Manuskripte werden nicht retoumierf. Anfragen Rückporto beilegen. Rr. m MHtwodi, den 11. Mal t9S8 Inseraten- und Abonnemenl&*Aujtaiiaie ia Mai-ibur, Ivopaiiska uüca G (Verwaltung). Bezugspreise: Abholen monatlich 23Din, zustellen 24Diii, rlurch die Post monatlich 23 Din, für das Ausland monatlich 35 Din. Einzelnummer 1.50 und 2 Din. Preis Din r 50 imiruioitr Mtnn SuftberfeDr stDifd^en 3u80-flatoien unö 3$ulgarirn mmmmmmm ^Jtad) t)en tdmift^n ^efttagen —ff— Für den Beobachter der weltpolitischen Vorgänge gab es dieser Tage genug an Gelegenheiten, die Auswirkungen der deutsch-italienischen Solidarl-tätsmanifestaionen zu prüfen, die die Krönung des Staatsbesuches Adolf Hitlers im befreundeten Italien gewesen ist. Die beiden Trinksprüche, die Mussolini und Hitler im Palazzo Venezia gewechselt haben, waren bei aller Entschlossenheit, die den Führern der beiden autoritär regierten Mächtc einmal schon eigen ist, zwei glühende Bekenntnisse zu einem ehrenwerten Frieden Europas. Die Welt lauschte auf, als die beiden führenden Männer Italiens und Deutschlands im Rahmen der glanzvollen Festtage Roms ihr Bekenntnis zum Frieden ablegten. Adolf Hitler hat in seiner Tischrede die .Alpengrenze In feierlicher Weise als unverrückbar und als Vermächtnis für »ein Volk erklärt, eine Kundgebung, die auf den Partner der Achsenpolitik Ihren besten Eindruck nicht verfehlen konnte. Für Jugoslawien ergeben sich aus dieser bedeutsamen Entrcvuc mehrere Elemente der Befriedung. Jugoslawien hat — durch den Adriapakt mit Italien selbst in ein friedliches Verhältnis zum großen Nach* barn versetzt — den Abschluß des zweiten englisch-Italienischen gentleman agreement freudig begrüßt, ebenso freut CS sich als Element des Friedens darüber, daß zwischen den beiden großen Nachbarn alle Voraussetzungen einer harmonischen, auf den Aufbau Europas abzielenden Politik restlos in die Erscheinung treten. Die Beseitigung jeglichen und auch des geringsten Mißtrauens zwischen Rom und Berlin als Voraussetzung einer friedlichen konstruktiven europäischen Aufbaupolitik liegt, wie gesagt, nirgends in einer Linie, die etwa gegen jugoslawische Interessen hinauslaufen würde. Wer den Frieden ehrlich und ohne Hintergedanken will, darf ihn nicht nur für sich fordern, sondern auch für die anderen Völker. Dieser Grundsatz ist auch ein integrierender Grundsatz der jugosla wischen Außenpolitik, die als Politik des neuen Realismus den Anschluß Oesterreichs an Deutschland als interne Anger legenhcit des deutschen Volkes erklärt hatte. Damit aber hat Jugoslawien — um nur ein Beispiel anzuführen — genau dieselbe politische Linie gegenüber dem Anschlußproblem eingenommen wie Italien. welches die nationale Einigung des deutschen Volkes keineswegs als irgend einen Anschlag gegen den europäisf hen Frieden, sondern als logisches Resultat einer historischen Entwicklung entgegengenommen hat. Durch die in Rom erzielte weitere Festigung der Achsenpolitik Rom—Berlin sind ni'.;'. auch die Möglichkeiten für eine clnvernehmlichere Lösung "crschiedent-licher mitteleuropäischer Probleme ge- 'haffen worden. Die römischen Bekenntnisse des Duce und des Führers lassen keinen Zweifel darüber aufkommen, daß alle schwebenden Probleme, so schwierig sie ai»ch sein mögen und so drastisch sie in der internationalen Presse geschildert werden, letzten Endes doch mit friedlichen Beograd, 10. Mal. Gestern nachmittags wurde der jugoslawlsch-bulga-fische Luftverkehr in feierlicher Welse erOHkiet Um 14 Uhr verließ das erste jogoilawische Verkehrsflugiettg mit den o^iellen jugoslawischen Gästen den Flughafen In Zemun. Um 15.40 Uhr trat dann das erste Verkehrsflugzeug aus Sofia In Zemun mit den bulgarischen offiziellen Gästen an Bord ein. Nach erfolgter Begrüßung begaben sich die Gäste in die Stadt. Abends wurde zu Ehren der ersten tmigarischen Fahrgäste ein Bankett gegeben. Qlöolf j^itler O&er feine 3taHen- Mariborer Zeitung^ Nummer lOÖ. 2 Mittwoch, den 11. Mal 1938. lirfifdirr $eM in $eopali MINISTERPRÄSIDENT OSCHELAL BAJAR UND AUSSENMINISTER RUSCHDI ARAS IN DER JUGOSLAWISCHEN HAUPTSTADT. B e 0 ß r a d, 10. Mai. Alle staatlichen Gebäude und viele Privathäuser legten bereits gestern reichen Schmuck in den türkischen und jugoslawischen Farben an, um der Stadt das freundliche Gepräge für den Besuch des türkischen Regierungschefs DschelalBajar und des Außenministers Ruschdi Aras zu geben. Die beiden Staatsmänner besuchen Beo-grad in Erwiderung des Bcsuches, den der jugoslawische Ministerpräsident Dr. Sto-jadinoviä bekanntlich in Ankara abgestattet hatte. Die Beograder Blätter bringen aus Anlaß des offiziellen türkischen Besuches herzliche Begrüßungsartikel. Der Sonderzug mit den türkischen Staatsmännern traf um 22.10 Uhr in Beo-grad ein. Am Bahnhof waren zur Begrüßung erschienen Ministerpräsident und Außenminister Dr. S t o j a d 1 n o v i d, alle Minister und zahlreiche hohe Beamte. Als der Zug in den Bahnhof einfuhr, erklang die türkische Nationalhymne. Ministerpräsident Dschelal Bajar und Außenminister Ruschdi Aras wurden vom Ministerpräsidenten Dr. S10 j a d i n o V i ^ herzlichst willkommen geheißen, worauf die türkischen Staatsmänner die Ehrenkompagnie abschritten. Nach dem offiziellen Empfang begaben sich die beiden Staatsmänner in die Villa Teokarovic, die ihnen für die Zeit ihres Aufenthaltes in Beograd zur Verfügung gestellt wurde. Heute uiri 10 Uhr vormittags begaben sich Ministerpräsident D^chela! Bajar lind Außcminister Ruschdi Aras ins Kö-iiigsschloH, um sich iiis Hofbuch einzutragen. Im Laufe des Vormittags fand sodann im Kabinett des Außenministers die erste Aussprache zwischen Dschelal Bajar, Ruschdi Aras und Dr. Milan Stojadi-novic statt. Mittags wurden die Ijeiden türkischen Staatsmänner von S. K. H. dem Prinzregenten in Audienz empfangen. Der Prinzregent behielt die türkischen Staatsmänner beim Mittagstisch. Für naclmiittags ist eine Besichtigung des Pnnzregentenmuseums in Aussicht ge-noinmen, Abends gibt Ministerpräsident und Aul3enminister Dr. Milan Stojadino-vic im fsardeoff^Ziersheim ein Galasouper, an welches sich ein grol^r Empfang anschließen wird. Morgen begeben sich die lü<'kischen Staatsmänner nach Oplenac, wo sie einen Kranz auf das Grab weiland König Alexanders legen werden. Auf der Rückfahrt werden die beiden Staatsmänner auf der Avala auch einen Kranz auf das Grab des Unbekannten Soldaten legen, im Hotel Avala findet sodann ein vom Ministerpräsidenten Dr. StojadinoviC gegebenes intimes Bankett statt. Den Nachmittag werden Dschelal Bajar und Rusch dl Aras in der Hauptstadt verbringen. Abends gibt der türkisciie Gesandte Ali Haidar Bev zu Ehren der türkischen Staatsmänner ein Souper, an dem auch Dr. Stojadinovid und mehrere Minister teilnehmen werden. Am Donnerstag werden die politischen Besprechungen fortgesetzt werden. Der Nachmittag Ist für die Besichtigung emiger Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt vorgesehen. Abends gibt Ministerpräsident Dr. Stojadlnoviö das Abschiedsessen, worauf die türkischen Staatsmänner um 23 Uhr Beograd im Sonderzuge verlassen werden. Senator Lukarevid gestorben. Beograd, 10. Mai. In Beograd ist der Senator und Kaufmann Michael L u-k a r e V i c im Alter von 55 Jahren nach langem Leiden gestorben. Alle Wiener Blätter in der Tcshechoslo-wakei verboten. Prag, 10. Mai. Die Prager Regierung hat die Einfuhr sämtlicher Wiener Zeitungen für das gesamte Gebiet der Republik verboten. Der britische Königsbesuch in Paris. London, 9. Mai. Das Programm für den Besuch König Georgs VI. Ende Juni m Paris wurde am gestrigen Sonntag bekanntgegeben. Der Besuch wird demnach vom 28. Juni bis 1. Juli dauern. laus geboren wurde, sondern es geht um eine bestimmte Form einträchtiger politischer Zusammenarbeit. fitlrr |eut( oiieiiii^ in DER ABSCHIED VON ROM — FESTTAG IN FLORENZ — DAS ITALIENISCHE HERRSCHERPAAR NACH DEUTSCHLAND EINGELADEN — ROM UND BERLIN ÜBER DIE ACHSENPOLITIK R 0 m, 10. Mai. Wie bereits berichtet, ist der Führer und Reichskanzler gestern frühmorgens nach feierlicher Verabschiedung vom König und Kaiser mit seinem Gefolge nach Florenz abgereist. Vor der Abreise empfing König und Kaiser Viktor Emanuel alle deutschen Minister und ReichsWter des Gsfolges in einer besonderen Absehiedsiudiefte, Auf der Fahrt vom Königsschloß zum Bahnhof Termini wurden dem Herrscher, seinem deutschen Gast und dem Gefolge stürmische Ovationen zuteil. Das Spalier bis zum Bahnhof bildeten Militär und faschistische Organisationen. Die Ovationen crreichtcn ihren Höhepunkt, als der Umzug vor dem riahnhof eintraf, wo Hitler in Begleitung des Königs und Kaisers durch den Hof-e-alon den Pcrrnn betrat. Der Reichskanz lei' und der Herrscher schritten zunächst unter den Klängen der Hymnen die Eh-renkonipagnie ab, worauf in herzlichster Weise Abschicd genommen wurde. Punkt 0.30 Uhr kam der Zug des Reichskanzlers iinter stürmischem Jubel der Massen inid den Klängen de:? Deutschland- und des Horst-Wcssel-Liedes in Bewegung. Mussolini war vorausgefahren, um in Florenz seinen Gast begrüßen zu können Dein Sonderzug Hitlers folgten noch zwei Sonderzüge mit seinem Gefolge. In Florenz wurde dem deutschen Staatsoberhaupt ein jubelnder Empfang durch die Vertreter von Staat, Partei, Stadt, Wehrmacht, Jugend und Bevölkerung zuteil. Tagsüber besichtigte Hitler die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Abends wurde dem Reichskanzler zu Ehren im Stadttheater Verdis >Sinione Boccanegra« zur Aufführung gebracht. Um 0.10 Uhr verabschiedete sich Hitler von Mussolini und den italienischen Persönlichkeiten, um die Rückfahrt anzutreten. Der Reichskanzler wird heute, Dienstag um 22 Uhr am I ehrter Bahnhof in Berlin einircffcn. Rom, 10, Mai. Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, hat der Führer und Reichskanzler Adolf H i 11 e r als Staats ot)«rhaupt S. M. den König und Kaiser und I. M. die Königin und Kaiserin zu ei-nem Staatsbesuch in Deutechland eingeladen. Das Datum des Besuches ist noch nicht festgelegt, es scheint jedoch, daß dieser Besuch im nächsten Jahre stattfinden wird. Rom, 10. Mai. (Avala.) M \ G i o r-n a I e d'I t a 1 i a« sehreibt, die faschistische und die nationalsozialistische Revolution seien die beiden neuen sieghaften Mächte der europäischen Zivilisation Durch diese Macht seien die beiden Völker im Kampfe um ihre neuen Lebensformen zusammengetreten, um Europa ein neues, gerechteres Antlitz zu geben. Dies bedeutet aber keineswgs eine Drohung, sondern nur die Klärung des politischen Tatbestandes. In Wirklichkeit seien nicht das faschistische Italien und das national sozialistische Deutschland in der Rolle des Angreifers, sondern in der Rolle des Verteidigers angesichts des Bestehens unterirdischer Umsturztendenzen sowie der demokratischen Kräfte, die sich auch der linksrevolutionären Hilfe bedienen. Das Blatt hofft, daß die Welt die jüngsten Trinksprüche Mussolinis und Hitlers richtig werten werde. Berlin, 10. Mai. Die »Dcutschc politisch-diplomatische Korrespondenz«, das Organ der Wilhelmstraße, schreibt, die Trinkjprüchc Mussolinis und Hitlers seien nach Diktion und nach den fundamentalen Richtlinien eine so klare und klassische Willendokumentation, daß sie keiner Kommentare mehr bedürfen. Es sei erfreulich, daß sich auch die übrige Welt nicht habe dem Eindruck entziehen können, daß es sich um ein Elementarer-eignis in der europäischen Politik handle. Die Welt werde sich überzeugen müssen, daß die deutsch - italienische Solidarität nicht aus irgendeiner Konstellation her- 3>ie gro^e Truppenparade in Ttom ff Auf der Via üei Triumfi in Rom fand am Freitagvormittag die grolle Parade statt, die ein überaus eindrucksvolles Bild von der italienischen Wehrmacht enthüllte. Unsere Aufnahme zeigt den Kaiser und König Viktor Emanuel mit seiner Gemahlin Elena. Links der Führer und der Duce. Rechts von dem Kaiserpaar Reichsminister Lammers und General Heitel. Hinter dem Kaiser erkennt man Reichsniinlster Dr. Goebbels und Reichsminister Rudolf Heß sowie Reichsführer f?'minler. Zu beiden Seiten der Tribüne sind die beiden Söhne der Prinzessin Mnfnida, der Gemahlin des Prinzen Philipp von iicssen, in der Lnilorm des Jungvolkes. (Schcrl - Bilderdienst -Hoflniaiin - M.) 3>fe Sotunp &(r turopfiifdten ISolitif lautet: um!" Minister Cvrkid spricht in Subotica. Aus Subotica wird berichtet: Am Sonntag fand hier seit der Gründung der Parteiorganisationen der JRü (Jugosl. Radikale Gemeinschaft) die erste große politische Versammlung dieser Partei statt, an der über 3000 Personen teilnahinen. Der Hauptredner der "^^cr-sammlung war Postminister V o | k o C V r k i c, der über die Erfolge der Politik der Regierung Stojadinovic sprach, deren Hauptziel es ist, dem Volke Lebensmöglichkeiten zu schaffen und die Lebenshaltung der breiten Massen der Bevölkerung zu heben. Stojadinovic setze die Politik des großen radikalen Parteiführers Pasi<5 unter der Losung: »Mit dem Volke für das Volk!« fort. Auf die Außenpolitik übergehend, erklärte Minister Cvrkic, die Vereinigung des deutschen Volkes in ein großes 75-Milllonen-Reich sei ein Beweis, daß man gesunde und mächtige Staatsgemeinschaften nicht auf dem Grundsatz des Föderalismus aufbauen könne. Deshalb seien die Forderungen der jugoslawischen Opposition mit der nationalen Einheit nicht zu vereinbaren. Die JRG wünsche aber eine Vereinbarung mit den Kroaten. Der Arbeit der Regierung ist es zu verdanken, daß in Jugoslawien in den letzten Jahren 50.000 Arbeiter wieder Arbeit' und Brot erhalten haben. Das Beispiel von Italien und Deutschland und in letzter Zeit auch die Wendung in Frankreich beweisen, daß die Losung der europäischen Politik heute: Rechts um! heiße. Auch Frankreich mußte sich nach vielen Versuchen, nach Ifnks zu marschieren, wieder dem Rechtskurse zuwenden. Über die Minderheitenpolitik der Regie-i*ung Stojadinovic erklärte Minister Cvrkiö, man wolle in Jugoslawien die andersnationalen Volksgruppen nicht unterdrücken. Die Südslawen, besonders die Serben haben für ihre Freiheit so viele Opfer an Blut und Leben gebracht, daß sie angesichts dieser Opfer für die Freiheit, sich niemals dazu hergeben werden, andere zu unterdrücken. Nach den Ausführungen mehrerer Redner, die die Notwendigkeit des Zusammenschlusses in der JRG betonten, wurde die Versammlung geschlossen. 35erltii utib Me 5ori)erun(|en §enletng Gegen jeden Versuch, Henlein zur Mäßigung zu zwingen. — Die Stellungnahme der tschechischen Presse. London, |0. Mai. Der :tD a i I y T e-1 e g r a p h« meldet aus Berlin, daß der am Samstag erfolgte Schritt der englischen Regierung in Berlin nur formalen Charakter gehabt habe, da ein entscheidendes Ergebnis angesichts der .^bwesen heit Hitlers und Ribbentrops nicht zu erwarten gewesen sei. Der Schritt der englischen Regierung werde als freundschaft licher Akt ausgelegt, doch wird in Kreisen, die dem Reichsaußcnministerium nahe stehen, gleichzeitig betont, daß die Reichsregierung es verübeln werde, wenn man versuchen würde, von ihr zu verlangen, sie möge Henlein und der Sudetendeutschen Partei größere Mäßigung in den Forderungen Prag gegenüber raten. Staatssekretär W o e r m a n n, der den englischen Botschafter Neville Hen-derson in Abwesenheit Ribbentrops empfing, soll dem englischen Blatte zufolge auch erklärt haben, daß Deutschland keineswegs die Absicht habe, die Tcshecho-slowakei zum Gegenstand einer bewaffneten Intervention zu machen. Prag, 10. Mai. Das CTK berichtet: Die tschechoslowakische Presse befaßt sich eingehendst mit den jüngsten Schritten der hiesigen Gesandten Frankreichs und Englands beim Außenminister Dr. Krofta. Übereinstimmend wird hervorgehoben, daß diese Schritte freundschaftlicher Natur gewesen seien. Gleichzeitig wird festgestellt, daß es Grenzen gebe, in denen man nach der Suche der Opfer von nmmstSh, cle^ fl. MIT VS». der l^tchechoslowakci gehen kOinie. »Prazsicc N'oviny« schreiben: Die tschechoslowakische öffentlicbkeit nimmt 'diese Ratschläge mit Verständnis und KaftblQtigfceit entgegen, da sie einsieht» daß die Mitarbeit der WestmMchte taktvoll und freundschaftlich ist und daß sie außerdem mit den Intentionen der Prager Regierung zusammenfallt. »N a r 0 d n i L i s t y« betonen, die Tschechoslowakei werde bis zum letzten Atemzuge um ihre Unabhängigkeit zu kämpfen wissen, sie wolle aber dabei niemanden auf ihrem Gebiet entnationalisieren. Der »Von ko v«, das Organ Dr. Hod-zas, schreibt, die Schritte Englands und Frankreichs hätten nicht den Charakter einer internationalen Intervention, da die Ratschläge aus Paris und London im Qeiste des Vertrages von St. Qermain erfolgt seien. »L i d 0 V e N o v i n y« schreiben, es sei die Pflicht der Tschechoslowakei, das Minderheitenstatut so bald wie möglich zu verwirklichen, doch gebe es auch für den guten Willen des tschechoslowakischen Volkes bestimmte Grenzen. Unter dem Titel »Wir bedrohen nicht den Frieden!« schreibt e s k e S 1 o-' V 0«, das Dr. BeneS nahestehende Blatt, es sei Pflicht der Regierung, die erdichteten Gerüchte Uber ihren Standpunkt ge genUber den Sudetendeutschen zu demen tieren. Bei alldem müsse man die fundamentalen Grundlagen des Staates bcrück sichtigen: die Unabhängigkeit ttnd dieif territoriale Integrität der Tschechoslöwa-Vei. »P r a V 0 L i d u« ist der Ansicht, daß die Tschechoslowakei eine vollkommen ehrenhafte Lösung der Minderheitenfrage finden müsse. erenibirWr Das Draubanat für Liquklierufig der Dop peltMSitztümer an der deutschen Grenze. Zagreb, 10, Mai. Die »Novosti« vom 10. d. M. bringen folgende Mitteilung: :^Die Banatsverwaltung des Drau-banats hat die Forderung aufgestellt, daß Jugoslawien in den Handelsvertragsverhandlungen mit Jugoslawien die Liqui dierung der Doppelbesitztümer an der jugoslawisch-deutschen Grenze fordern möge. Ebesno fordert die Verwaltung des Draubanats die Abschaffung des bisheri gen Touristenverkehrs mit den Legitimationen der alpinen Vereinigungen, die von den Polizeibehörden vidiert sind. Aus obigem Grunde nimmt an den jugoslawisch-deutschen Handelsvertragsverhandlungen in Berlin auch der Delegierte des Innenministeriums Dr. B a t a g e 1 j teil.« 3tallmifAt nundaueflrilung in Xeoorab oeWIoffcn Beograd, 10. Mal. Die Ausstellung der italienischen Meisterporträts der vorigen Jahrhundertc im Prinzregenten-niuseum ist nach sechs Wochen nunmehr geschlossen worden. Die Ausstellung war ein Kulturereignis ersten Ranges und gleichzeitig eine große Attraktion. Nicht weniger als 80.000 Menschen haben die Ausstellung besucht. In den letzten Tagen war der Andrang so groß, daß viele Interessenten nicht Einlaß finden konnten. Der italienische Kunsthistoriker und Kustos B a r b a n t i n I ist bereits in Beograd eingetroffen, um die VerpackuiiR und den Rücktransport der kostbaren Bilder nach Italien zu überwachen. ^trtDearntr 4Sr in Om iCoß Travnik, 10. Mal. Vorigen Samstag ereignete sich auf der Industriebahn der Firma Ugar ein schweres Unglück. Der Lokomotivführer Ante Bogdanovic fuhr einen mit Baumstämmen schwer bc-ladenen Waldbahnzug aus StolovaS gegen Rumindol. Infolge Regens waren die Schienen glitschig und die kleine Lokomotive vermochte nicht mehr die erforder liehe Bremswirkung aufzubringen. Bogdanovic avisierte die Bremser mit der Sirene, rechtzeitig abzuspringen, da der Zug den steilen Abhang hinabsausen mußte. Er selbst blieb noch einige Sekunden auf der Lokomotive und sprang als letzter ab, wobei er jedoch unter die Räder geriet. Er verlor einen Fuß und erlitt so scliworc Innenverletzungen, daß er bald darauf verschied. (Sdepaar f(ir6t am Xage Bosanski Novi, 10. Mai. Der 78-jährige Besitzer Michael Basrak, der mit seiner Ehefrau Draginja 54 Jahre in glücklichster Ehe lebte, erkrankte dieser Tage an Grippe. Am 9. d. In der Nncht verfiel Basrak in Agonie. Inzwischen wur de seine Gattin von Uebelsein befallen und legte sich ebenfalls aufs Ki'anken-bett. Um I Uhr nachts starb Basrak und einige Minuten nach seinem ' Tode entschlief auch seine Ehegattin. Die beiden Verstorbenen wurden zu gleicher Zeit im gleichen (jrabe beigesetzt. digen. Hiezu bediente er sich eines gewissen Lazar E r e m I j a, der die Frau zuerst tötete, dann das Dienstmädchen in ihr Zimmer einschloß, das Innere mit Petroleum begoß und in Brand steckte. Dijakovid und Eremija haben ein volles Geständnis abgelegt. Beim Lokalaugenschein mußten die beiden vertierten Verbrecher von 12 Gendarmen geschützt werden, um von der Volksmenge nicht gelyncht zu werden. 0(t>recfensitat eined finnigen Oslo, 9. Mai. In Soloev (Norwegen) tötete der Bauernsohn Bjoern Braske-rud in einem Anfall von geistiger Umnachtung zuerst einen benachbarten Bau er, kehrte dann zurück und erschoß seinen Vater. Die übrigen Familienmitglieder konnten sich retten und riefen den Kommandanten der Ortsgendarmerie zu Hilfe. Als sich dieser mit seinem Sohn<' dem Hause näherte, schlugen ihnen Schüsse entgegen, von denen einer ihn selbst tötete, während i)ein Sohn schwere Verletzungen erlitt. Daraufhin eilten drei andere Gendarmen herbei und gerieten mit Braskerud in einen erbitterten Kampf. Uraskcrud tötete noch den Chauffeur des herbeigerufenen Krankenwagens mit einem Schuß. Schließlich gelang es den Gendarmen ihn durch Schüsse niederzustrecken. 1500 Wagjfons jugoslawischen Tabak«: für Polen, (SnOe einer QBette Der interessante Prozeß. N e w y 0 r k (ATP). Die wirtschaftli-' abgeschlossen worden Es che Depression der Vereinigten Staaten, herzegowinischen macht sich auch im Gerichtswesen gel-j^'^♦^iräte der letzten \ici Jahre tend. Noch nie wurden so viele Fälle aufgekauft Zagreb, 10. Mai. Zwischen der jugoslawischen Monopolverwaltung und dem Polnischen Staatsmonopol sind Verhandlungen über die Lieferung von 150(1 Waggons Tabak nach Polen erfolgreich handelt sich Die Polen Jan Bata in Beograd. Fl e 0 g r a d, 10. Mai. Der Chef de^ Bata-Konzerns, Jan B a t a, ist in Beglei-tun/j; des Generaldirektors der Rata-Wer ke in Borovo, Thomas M a k s i m o v i r in Beograd eingetroffen und hatte eine längere Unterredung mit dem Beograder Hürgernieister Vlada I I i c. von Versicherungsbetrug behandelt, wie in den letzten Monaten. Und da diese Be-trugsvcrsuche zumeist um sehr große Beträge gehen und äußerst schlau und raffiniert eingefädelt sind, würden die Versicherungsgesellschaften oft von den Belu3rdcn zur Auszahlung der Beträge i^ezwungcn werden, hätten sie sich nicht durch eine eigene Polizei geschützt. Diese Polizei setzt sich zumeist aus ehemaligen Kriminalbeamten zusammen, die sich au die Entdeckung von Versicherungsbetrug spezialisiert haben. Dadurch haben sie sich solche Fachkenntnisse angeeignet, daß sie auch dort noch Erfolge erzielen, wo die staatliche Polizei versagen nuiß. Diese Sonderkenntnisse müssen dabei sehr vielfältig sein, denn man kann in Amerika praktisch alles versichern, was einem einfällt. Das erinnert an eine seltsame Prozeß-komüdte, die vor wenigen Jähen in New-' ynrk stattfand. Ein Spaßvogel hatte mit ; lu. Todesfall. In l-jubljaiia v.rschicvl Freunden gewettet, er würde eine Ver-j nach längerem Ueiden der doriigc Photo-sicherungsgesellschaft ganz legal hinein-!u;raph VeliCan Bester, der für die nio-legen, und die Freunde, die genau wuß-1 derne Bildkunst in Slowenien richtung-ten, wie schwer amerikanische Versicherungsgesellschaften zum Zahlen zu bewegen sind, gingen auf die Wette ein. Viel- Frau Stockiflger läßt sich scheiden. W 1 c n, 9. Mai. Die Gattin des ins Aus land geflüchteten früheren System-Ministers Frilz S t (> c k i n g e r hat die erfor tierlichen Schritte eingeleitet, um sich von ihrem (latten scheiden zu lassen. 4us fmUfOka ^eftien in "iUnnifdieri' deftalt Der Kaufmann Sima Dijakovic geständig, Petrinja, 10. Mai. Wie bereits berichtet, starben dieser Tage die Knul-mannsgaitin Milka D i j .'i, k o v i c und ihr Dienstmüdchen Fanny Balenic im Mau se des Kaufmannes Sima Dijakovic den furchtbaren Flammentod. Dijakovic hatte seine Frau und das Haus einige Tage vorher auf 200.000 Dinar versichert, um sich der Frau und des Hauses zu entle-i verbrannte Zigarre verlangte. Die Ge- leicht war der reichlich genossene Bootlegger-Alkohol schuld daran, daß diese dumme Wette zustande kam. Aber Amerikaner nehmen Wetten blutig ernst, u. so ging unser Freund, als der l' iusch verflogen war, ins nächste Zigarrengeschäft, kaufte 20 Fünfcentzigarren, Ing zu einer Versicherungsgesellschaft und versicherte sie gegen Feuersgefahr. Dabei Rab er den Wert mit tausend Doli"' an. Die Gesellschaft nahm die Versicherung anstandslos an und ' " ^ierte die billige Prämie ein. Kaum war der Kontrakt unterschrieben, so zündete der Ver- pfobeml war. lu. Die neuesten Frisuren wurden am Sonntag abends in Ljubljana im Saale des Hotels »Metropol« vorgeführt und fanden allgemeinen Anklang. Das Schaufrisieren veranstaltete der Klub der Damenfriseure aus Slowenien, vertreten waren aber auch Zagreb und Bcnj^rad. lu. Die ausländischen Fremdenverkehrs-leiter, die sich gegenwärtig als Gäste der Fremdenverkciirsverbände von Ljubljana und Maribor auf einer Studicnfahrt durcli ' Slowenien befinden, trafen, von Unter-, krain kommend, Montag nachmittags in i Ljubljana cm und besichtigten die Sehens 1 Würdigkeiten der Stadt. Mittwoch erfolgt sicherte eine Zigarre an und rauchte sie' die Weiterfahrt nach Oberkrain. Die noch im Bureau der Gesellschaft, wo l Tournee wird Samstag in Jesenice bcen-r.'iiif er 50 Dollar Srhadenersntz für eine 1 det werden. »Mariborer Zeitung« Kumner 106. 4 MIHwoch, den Tl. Mal iwte. QBid^tige kommunal angrlegmOeHen FREITAG SITZUNG DES STADTRATES. Der Stadtrat ist für kommenden Freitag, den 13. d. um 18 Uhr zu einer Sitzung einberufen, um verschiedene wichtige Angelegenheiten zu verabschieden. Vor allem handelt es sich um mehrere finanztechnische Fragen, deren Lösung unaufschiebbar geworden ist. Die Tagesordnung umfaßt u. a. das Projekt der Errichtung neuer Notwohnungen im Magdalcnenviertel, in erster Linie zur Unterbringung d«r Bewohner, die in den EIendsbaraciien«tao, Om lo. OHai nocii katastrophaler Hagelschlag, der in wenigen Minuten alles vernichtete, was unter seine gefährlichen Schlössen geriet. In der Umgebung von Velenje zogen Sonntag vormittag schwarze Wolken auf. Plötzlich öffneten sich die Himmelspfor-ten und ein wolkenbruchartiger Regen strömte zur Erde. Aber schon nach wenigen Minuten ließ der Regen nach, und ■Jh T 3n der ^ntituberkulosenwoche gedenket der ^ermsten der formen I 3 Millionen Dinar behandeln. Mit Rücksicht darauf, daß noch heuer mehrere Dutzend Häuser in Bau genommen werden sollen, wobei viele Arbeitslose Beschäftigung finden werden »ist damit zu rechnen, daß die Stidtvllter in Befolgung ihrer biilierigMi Soziafpolitik keinen ablehnenden Standpunkt einiwlimen werden. Aktuell ist aueh die Frage der Errieh-tunf eines Denkmals für weilttid iCthiig Alaiiander geworden, wofür r-rls einzig paeeender Slandpltt^ der Trg svobode neben der Barg in Frufe. kommt. Die renovierte und für Kulturswecke adaptierte Burg wird für das Denkmal wohl den richtigen Hintergrund abgeben. Die raschere Verbauung des Stadtgebietes stellt an die Stadtbetriebe größere Anforderungen. So sind vor rllem einige neue Verkehrswege an die städtische Wasserleitung anzuschließen, vor allem im Zuge der Verbauung des ehemaligen Rosenberg-Besitzes zwischen der Tr2aSka und der Betnavska cesta, wo mehrere neue Straßen entstanden oder im Entstehen begriffen sind. Auch werden die neuen Häuser sobald als möglich an das Gasleitungsnetz angeschk^ßsen werden müssen. Der Anschluß an das Stromlei-tungsnetz macht keinerlei Schwierigkeiten, es sei denn der Umstand, daß in der dortigen Gegend bald ein weiterer Transformator errichtet werden muß, ein Zeichen, daß der Stromkonsum rasch steigt. Auch die Alf gemeine Baugesellschaft in Tezno wünscht, an die Wasserleitung angeschlossen zu werden. Alle diese Fragen werden Freitag einer endgiltigen Lösung zugeführt werden. Glänzender Erfoljz: des jugoslawischen »Wunderkindes«. Jiigof^nw'iens :>Wuflderkind«, die kleine Kiaviervirtuosin Nada B r a n k o v i c, hat mit ihrem gestrigen Konzerl in Maribor alle r^wartungen unseres musikliebenden Publikums bei weitem übertroffen. Dio kleine Künstlerin überwand spie lerrd die Schwierigkeiten der Vortrags-fojge, die Werke von Bach-Taussig, Scaria+ti, Beethoven, Weber, Schumann, Chopin, r>cbusRy, Tajcevtc und Liszt um tißfe. Nada Brankovrc — jeder Konzert-bc5uehcr mit Musikverständnis wird es im ersten Augerrblick empfunden haben — ist in der Tat ein großes musikalisches Talent. Sic besitzt das Wundervolle des feinsten Gefühls für Phrasierung, Rhyt-inus, Melod»e und dynamische Kontrastie rüng. NtKln Brankovic fesselt immer wie-(ier durch die kindliche Naivität der In-tcrpreticrung, die immer echt ist. Ihre pia nistische Technik ist bei Berücksichtigung des Alters und der körperlichen KornßtitiMion überraschend, was auch für die AiisdnJcksmiVgHchkciten und Ntian-t'ierwngen ihres Spieles gilt. Volle Töne, iiüasti'-iitat der nuisikalisdien Phrasen und Passaßijn, Plastik des Ausdrucks gepaart mit Wärme, sind neben rhytn%ischer S^ cherheit des Anschfitges die Hauptelc-mentc ihres Spiel?. Die Kleine erfolgreiche Pinnislin wurde im Rahmen des Konzens auch von un s.jrcr !ii"«.'nil gefeiert nnd geehrt, indem ihr durch inrc Altorsgcnosi.imien AVia R a p o t e c und Vera M a r i n i i Blumen rum Geschenk gemacht wurden. Das Konzert war sehr gut besucht. Die begeisterten Besucher zollten der kleinen Künstlerin rauschenden Beifall, der sich von einem Programmpunkt zum anderen noch steigerte. Der Erfolg des Abends war so groß, daß Nada Brankoviö noch einige Zugaben spielen mußte. Für das Zustandekommen und Arrangement des schönen Konzertabends, der jedem Musikfreund in bester und dauern der Erinnerung verbleiben wird, hat sich Frau Zora R a v n i k in besonderer Weise verdient gemacht. Das heurige Wetter beunruhigt stark den Landwirt, da es fast täglich Ueber-raschungen bringt. In normalen Zeiten pflegt zu dieser Jahreszeit das schönste Frühlingswetter zu herrsehen. Heuer dagegen scheint der Wettergott alles auf den Kopf gestellt zu haben. Es ist ja mehr als abnorm, wenn in den ersten Maitagen das Thermometer nachts unter den Nullpunkt sinkt und 3 Grad Frost verzeichnet werden, wie dies vor einigen Tagen in der Umgebung von Velenje der Fall war. Daß die Kulturen stark unter dem Frost leiden, ist die natürliche Folge der Abnormität des heurigen Wetters. Der Bauer blickt voll Kummer in die Zukunft, da er infolge der in den letzten Wochen an den Kulturen verursachten Schäden kaum mit einem nennenswerten Ertrag der diesjährigen Ernte rechnen da rf- Zuni Frost geseilte sich nun jetzt auch' nun prasselten dichte Hagelkörner auf den Boden. In kürzester Zeit war die Erde weit und breit mit einer weißen Schlos senschicht bedeckt, sodaß die Gegend wie eine schneebedeckte Landschaft aussah. Die FeUfrüehte wurden, insbesondere im Bereich der Ortschaften Stara vas, SmaKno und Kmiovo, buchstäblich ia den Boden gestampft. Von den Bäumen wurden das BUftterwerk und die spä ten Blüten abgeschlagen und liegen zerzaust am Boden. Der Sehad«!, den das Unwetter angerichtet hat, ist sehr groß und läßt sich augenblieküch noch nicht übersehen. <9r!H)&un0 6(r 9MWvnife Ab 16. Mai in Marifaor. Die Mariborer Fleischer- und Selcher-vereinigung hielt dieser Tage eine Sitzung ab, in der der Beschluß gefaßt wurde, mit 15. d. M. die Fleischpreise je nach der Qualität um durchschnittlich 2 Dinar pro Kilogramm zu erhöhen. Die Fleischhauer motivieren diesen Schritt vor allem mit der Erhöhung der Viehpreise, die durch die allzu starke Ausfuhr bedingt erscheint. Immer größer sind auch die Regien, besonders die Umsatzsteuer, die Schlachtgebühren und sozialen Abgaben, wogegen die Haut-preisc zurückgehen. Da vielfach aus den Reihen der Konsumenten Klagen laut werden, " onach gewisse Fleischhauer besseres Fleisch bezw. geringere Zuwaage an die Kunden abgeben, hat die Fleischer- und Selchervereinl-gung eine Norm aufgestellt, die für alle Mitglieder verbindlich ist und nach der sich diese bei der Festsetzung der Preise für die einzelnen Qualitäten zu richten haben. Desgleichen wird der Prozentsatz der Zuwaage beim Verkauf des von verschiedenen Körperteilen stammenden Fleisches festgesetzt. s:ragif(D(r iCoA Mm ituxm-füllm In den Waldungen bei Murtinci am Draufeld werden gegenwärtig größere Schlägerungen vorgenommen. Unter den dort beschäftigten Hilfsarbeitern befand sich auch der 46jährige Anton M a j e-r i ö, der gestern auf tragische Weise üms Leben kam. MajeriC konnte sich, während eine hohe Buche niederging, nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen und wurde von dem Geäst mit aller Wucht zu Boden geschlagen. Hiebei wur de ihm der Brustkorb buchstäblich eingedrückt, so daß er auf der Stelle tot liegen blieb. m. Todesfall. Im Alter von 63 Jahren ist heute der hier im Ruhestände lebende Hauptmann Herr Andreas L u p 5 i n a gestorben. Friede seiner Asche! Der schwergetroffenen Familie unser innigstes Beileid! m. Priseurgehilfen käm|>fen um KoUek tiwertrag. Die Verhandlungen zwischen den Friseurmeistern und den Gehilfen betreffs Abschlusses eines Kollektivvertrages haben bisher zu keinem Erfolg geführt. Damit im Zusammenhang findet heute, Dienstag um 20 Uhr in der Arbeiterkammer, Sodna ulica 9, eine Zusammenkunft der Gehilfen und Gehilfinnen statt, in der die Richtlinien für den wei- teren Kampf um den Kollektivvertrag festgelegt werden sollen. m. BUHges Fleisch. Am Standplatz nebe-^ der '^chlachthallc gelnr'^t am. Mittwoch, den 11.,d. ab 7 Uhr morgens eine Partie von 180 -Kilogramm Rindfleisch zum ermäßigten Preise von 5 Dinar pro Kilogramm zum Verkauf. Das Fleisch w! ■ im Höchstausmaß von 2 Kilogramm an eine Person abgegeben. m. Im Theater findet heute, Dienstag, die Reprise von Verdis populärer Oper »Troubadour« mit den Damen Oljdekopov und Kogoj als Gäste statt. — Als nächste Novität wird das utopistische hauspiel >Qlück A. G.« vorbereitet. m. Der Denkmaifond zur Errichtung eines Denkmals für weiland König Alex ander hat bereits eine schöne Summe aufzuweisen, so daß die Realisierung des Planes in Angriff genommen werden kann. Das Denkmal dürfte am Trg Svobode neben der renovierten Burg errichtet werden, doch bleibt die Entscheidung dem Stadtrat vorbehalten, der diese Frage in seiner kommenden Freitag stattfindenden Sitzung endgiltig bereinigen wird Um eine genaue Uebersicht über das Ergebnis der Sammlung zu gewinnen und die Aktion abzuschließen, werden alle jene, die die ihnen seinerzeit eingehändigten Sammelbogen noch nicht abgegeben haben, höflichst ersucht, dies ehebal digst m tun und dtm Denkmalaueschuß die Sammelbogen samt den eingehobenen Spenden zukommen zu lassen, damit endlich an die Arbeit geschritten werden kann. Die Angelegenheit ist jet"' dringend geworden, weshalb mit der Rückgabe der Bogen nicht mehr zugewartet werden darf. m. Einbruch in die Teoniegardefot« des Sportklubs »Maribor«. In die Tennis garderobe des Sportklubs »Maribor« wurde in der letzten Nacht ein neuerlicher Einbruch verübt, und zwar brachen die Eindringlinge die Tür des Klubbüfetts auf, wo ihnen verschiedene Mehl-s^eieen und eine Flasche Himbeersaft sowie ein Dutzend Bälle und ein Rakett zum Opfer fielen. Die Polizei hat bereits eine Spur nach den Tätern aufgegriffen. m. Versteck im StraOenkanal. In der Einspieler|eva utk;a drangen aus dem Knn.il Rauchschwaden und kurz darauf schössen auch Flammen hervor. Dte Polizei hielt sofort Nachschau und fand zu ihrer größten Ueberraschung fünf Knaben im Kanal vor, die zu ihrem Vergnügen ein Feuer angefacht hatten. m. Die ErricttMig neuer Kreisgericht«;, die mit Verordnung der Gesamtregierung unlängst verfügt worden ist, darunter auch inMurskaSobota, bringt auch eine Änderung des Personalstandes der bisherigen Kreisgerichte mit sich. Aus diesem Grunde wurden jetzt alle den Kreisgerichten zugeteilten richterlichen Beamten im Sinne der diesbezüglichen gesetzlichen Bestimmungen zur Ver fügung gestellt, um die erforderlichen Ernennungen auf anderen Posten durchführen zu können. m. Hochherzige Spende. Ehi hochherziger Wohltäter, der unbekannt bleiben will, überreichte der Schriftleitung der »Mariborer Zeitung« je 1000 Dinar als Maispende für die Antituberkulosenliga und das Rote Kreuz in Maribor, zusam-men also 2000 Dinar. Herzlichsten Dank! Zur Nachahmung erapfohlenl m. Böhnenauffühniflg. Kommenden Sonntag, den 15. d. bringt die bekannte Dilettantengruppe aus Cirkovci am Drau feld in Maribor die Bauernkomödie »Wem gehört das Anwesen?«, ein Werk des heimischen Schriftetellers K o r i e, zur Aufführung. m. Spende. Für die beiden armen Familien S. und Z. spendete »Ungenannt« 100 Dinar. Herzlichsten Dank! m. Wetterbericht vom 10. Mai; Tempe ratur 11, Barometerstand 730, Windrichtung W-0, Niederschlag Regen. m. Tod auf der Straße. Bei Marenberg wurde der 74jährige Bettler Valentin P a h e r n i k tot auf der Straße aufgefunden. D'ie Todesursache ist in gänzlicher Erschöpfung irrfolge Unterernährung zu suchen. m. Fahrraddiebstahl. Dem Tischler Josef B 0 g a t i n kam gestern in der Mittwoch, den 11. Mai 1938. ;>MariboTer Zeitung« Nummer 106. KoroSka cesta ein funkelnagelneues Opd Fahrrad im Werte von 1300 Dinar abhanden. Das Rad ist mit der Fabriksiwm mer 2176176 gökonnz«chnet. m. Bkilige Bunctaeftsclilaclit. linweM von Raöe kam es Sonntag abernte zwischen den Burschen der Ortschaften Bre-zola und Wartenheim zu einer Schlflge-rei, die alebald in eine vrttete Mcteerste-cherei ausartete. Es gab eine ganze Reihe von Verletzten; die schwersten Verletzungen trug der 25Jährige Hilfsarbeiter Alois R a k a r davon, der mehrera Stichverietztifi0Mi in der Ripfjongegefid cfHtt. m. ZündMder BMz. Sonntag naehniK-lags ging Uber das untere Draufeld ein schweres Unwetter nieder, das von starken Blitzschlägen begleitet war. Ein Bfftz schlug in das Wirtschaftsobjekt des Besitzers Josef M c d v e d in Freiheim bei Pragersko ein und steckte es in Brand. Der Schaden wird auf 20u000 Dinar geschätzt. m. Günstige Venttenstmöiclkhlceit für Jugendliche. Der Sportklub )>MarfboT« nimmt mehrere Balljungen für seine Ten nisaektion auf. Knaben im Alter von 8 bis 14 Jahren mögen sich beim Platz-meißter der Tennisanlage des S6K. Ma-ribor in der Copova uWca meWen. Minimalverdienst 2 Dinar pro Shimle. * In der »llliwtrirten Zeitung Leipzig« vom 5. d. M. schreibt der bekannte itaiie-nisdie Journalist Virgino r-^yda »Die Achse Berlin—Rom von Italien aus gesehen« anläßlich des Hitler-B'^suches in Italien. Der dreiseitige Beitrag, der das Kernstück der Nummer bildet, ist umrahmt von anderen Artikeln und Bilder folgen, die einen Querschnitt durch das Italien von heute geben. Der allgemeine tagesgeschichtUchc Teil mit den Text-und Bildchroniken des Wocheri;: ;schehens schließt auch diese Nanmier ab, die wie wohl alle anläßlich bedeutender Ereignisse erscheinenden Hefte der »lllustrirten Zeitung Leipzig« den Wert eines geschichtlichen Dokumentes besitzt. b Olafinik Primorske banovine. Nr. 9. Ausgabe des Amtsblattes für das Küsten-landbanait. Am RM p. Fremdenverkehr. Im April wurden in Ptuj 169 Fremde angemeldet, hievon waren 44 Ausländer und zwar 37 Reichsdeutsche, 1 Tschechoslowake, 1 Franzose, 2 Italiener, 2 Ungarn und 1 Schwede. Die Nächtigungsziffer betrug 325. p. Der Qeorgstag wurde am Freitag von der hiesigen Garnison in traditioneller und feierlicher Weise begangen. Am Sonntag veranstaltete auch der Sokol seine Georgsfeier im Volksgarten, in deren Rahmen ein Schauturnen mit einer anschließenden Unterhaltung stattfand. p. Treiben unverantwortlicher Elemente. In der Nacht zum Sonntag wurden an mehreren Häusern Flugzetteln mit aufreizendem Inhalt angeklebt. Die Behörde hat eine Untersuchung eingeleitet, um diesem verantwortungslosen Treiben ein für allemal ein Ende zu setzen. p. Die Sokoltombola, <1ie am vorigen Sonntag am TyrSev trg stattfand, erfreute sich eines zahlreichen Besuches. Der erste Tombolapreis, 2000 Dinar in barem, fiel an den lOjährigen Besitzers?'^*in Johann Pader aus Nova vas bei Ptui. Insgesamt wurden 22 Tombolapreise sov. ie mehrere Hundert sonstiger Gewinste v -'ost. Aus Äw. slb. Aus der Geschäftswelt, "^er Me-chanikermeister Josef | a g c r hat in Slov. Bistrica, Haimtnlatz 17, ein Mechaniker-mit anschließender Werkstätte eröffnet. slb. Neubau. Der Realitätenbesitzer Jose! G a s p e r i c5 in Sv, Jozef hei Slov. strica baut auf seinem Grund ein Wot-n-haus, mit dessen Fcrtigsicllung die ganze Uingebung der Jnsefikirche gefällii^c-res ÄiiReres b"kon'"'iipn wird. Heller Kopf! Praktischer Sinnl Inserieren bringt Gewinn! c. Evangelische Kirdieng^hide. Herr Pfarrer Dr. Gerhard May ist am Sonntag nach Seki£ (Batschka) abgereist, wo am 10. und lt. Mai unter dem Vorsitz des Landesbischofs D. Dr. Philipp Popp der vierte Landeskirchentag der Deutsch-EvangeUsdien Kirche stattfindet. Da für Pfarrer May kein Vertreter bestimmt wer den konnte, mußten die beiden Gottesdienste am Sonntag entfaiien. c. Tramtngen. In Tehafie bei Celje fand küraHch die Trauung des Herrn Rudolf F e r l e z, Inhabers einer modernen Molkerei und Käsefabrik in St. Juri], mit Frl. Maria J a n ö i C aus Teharje statt. — In Kozje wurde der Steoerbeamte Herr Drago C e r n e mit der Privaten Frau Dragka L' o v e c, geb. I>tfSkovi<5 getraut c. Maiandaoht... Audi bei uns in Ceije kann man sich für den Monat Mai ohne die katholischen Maiandachten nicht mehr vorstellen. Das wäre für die Sann Städter kein Mai ohne den blumengezierten Maienaltar in der Marien- und Stadt-pfarHcircbe, der allabendlich bei Anl)ruch der Dämmerung im Glänze seiner Lichter strahlt, den dann zur Orgel liebliche Weisen begrüßen und ehrwürdige LHaneien preisen, dem Maien zu Eliren, der heuer aber kein richtiger Wonnenronat mit Sonne und Wärme weiden mag. c. Kunpf der Tiibirhiloeel Die schaf< fenefreudige Antituberkuloser'iga in Celje veranstaltet In diesen Tagen (6. t>ts 14. Mai) eine Propagandawoche zur Bekämpfung der Tuberkulose, deren Rainerträg-nis zur Hintanhaltung dieser mörderi sehen Krankheit bestimmt ist. Wie bei allen Veranstaltungen dieser Liga haben sich diesmal viele Damen un! Herren sowie die Schuljugend zur Mitarbeit an diesem gemeinnutzigen Werke freudigst zur Verfügung gestellt. Geljeer! Helft mit an der Bekämpfung der Tuberkukise, helft mit, die Not der Ärmsten unseres Volkes zu lindern! Darum: Gebe jeder freudig seine Spende! c. Vom Handilfverein. Der Handeis- verein in Celje (»Trgovsko druStvo«) hält seine diesjährige Hauptversammhing am Donnerstag, den 12. Mai, im Beratungszimmer des Handelsgremiums der Stadt Celje (Razlagova ulica 8, Parterre links) ab. Beginn um 19.30 Uhr. c. Anmeldungen von Privatzimmern. Um die Liste des Wohnungsnachweises zu Beginn der Reisezeit rechtzeitig zusammenstellen zu können, ersucht das Fremdenverkehrsbüro Celje die Privatzimmervermieter von Celje in deren Interesse, ihre verfügbaren SommerR'oh-nungen ehestens der Fremdenverkehrs-kanzlei »Putnik« bekanntzugeben. c. Auch kleinere Geldsorten. In Celje wird darüber geklagt, daß um Uliimo die kleineren Geldsorten kaum anzutreffen sind, dagegen Lohn- und Gehaltsemp fänger ihre Einkäufe mit Hundert oder Tausenddinarscheinen bezahlen. Für die Geschäftsleute ist es dann schwierig, die großen Scheine zu wechseln. Die Geschäftsleute bitten deshalb, daß die Lohn-und Gehaltsempfänger auch in kleineren Geldsorten ausbezahlt werden. c. Die heutige Zeit hat keine Zeit! Machen Sie eine Ausnahme! Nehmen Sie sich Zeit: besuchen Sie die Ausstellung bildender Künste in Celje, veranstaltet von Künstlern unserer Stadt und ihrer Um gebung anlMl^tich der slowenischen Kulturwoche in Celje, Sie findet im kleinen Saal des Hotels »Union« statt und bleibt noch bis einschließlich Donnerstag, den 12, Mai täglich von 0 bis 19 Uhr geöffnet. c. Aus dem Eisent>ahndienst. Der Kon-trollor Herr Josef C u n d r i Ö in Celje wurde an die Handelsverkehrsabteilung der Eisenbahndirektion in Ljubijana berufen. — Der Maschinzugsführer Alexander B a 1 o g in Celje wurde nach Crveni krst im Bereich der Beogracler Eisenbahn direktion versetzt. c. Von der Adriawacht. Die Jugendab-teilung der Adriawacht (»Jadranska stra za«) am staatlichen Realgymnasium in Celje veranstaltet morgen, Mittwoch im hiesigen Stadttheater einen Bunten Abend Beginn um 20 Uhr. Ferner gibt die Ju- geodabteilung der Adriawacht an der ,8taatlk:hen Knaben- und Mädchenbürger schule am 15. d. ebenfalls im Siadtthea-ter eine NachmlttagsvorsteUung. Beginn um 1630 Uhr. Die Vortragsordnong sieht GeEsangsvorträge, TurnvorfUhrungen und ehien Emakter von RibidiC vor. c. — intiniettoealer Schönheita-siagcr. Am 1. lAai fand in Budapest die große internationale Hundeausstellung statt. Dem Laien gingen die Augen über. Auch den Richtern mag der Kopf gebrummt haben. Bestes Hundermaterial aas aller Herren Länder, und aus diesen suchten die Preisrichter jeder Fachschaft den Schönsten aus, um ihm den Hunga-ria-Preis und den Titel eines ungarischen Staatssiegers zu verleihen. Diese Auszeichnung wurde dem Chow-Chow-Rüden »Pu-Vi«, einem rotbraunen tibetanischen Steppenhund, zugesprochen. Ferner wurde 5>Pu-Yi« mit einer Goldmedaille und einem Goldpokal ausgezeichnet. Der glückliche ^sitzer dieses ^«»sohönstcn Hundes« ist Herr Dr. Rudolf S a d n i k in Celje. Da »Pu-Yi« bereits Träger von sechs Siegertiteln ist, einem österreichischen, zwei ungarischen und drei jugoslawischen, wurde ihm nunmehr das in-ternatkmaie Schönheits-Championat zuerkannt, die höchste Auszeichnung für einen Rassehund. Wir gratulieren Herrn Dr. Sadnik zu den außergewöhnlichen Erfolgen seines edlen Vierbeiners und freuen uns, einen so »berühmten« Hund in unserer Stadt m haben. c. Dtr Mnttefteg hi Celje* Der Ehren-tag der Mvtter wurde am vergangenen ' Sonntag auch in Celje festlich twgangen. Allein der Mai hat vergessen, zu Ehren des Tages seinen Fcstechmuck anzulegen. Der Nachmittag brachte ein Gewitter mit Donnergrollen. Die vielen, die mit ihren Mütterlein ins Freie gewandert sind wurden enttäuscht. In pietätvoller Weise war auch der Toten gedacht worden, deren Gräber frisciie Blumengrüße zeigten, Der Lebenden at)er gedachte auch die Ortsgruppe Celje des jugoslawischen Frauenvöreinee, die vormittags in den Straßen der Stadt eifrig Bhimen vorkaufte, um mit ciem Erlös arme und alte, kran ke Mütter in ihrer Not zu unterstützen und ihr LekJ zu lindern. Rmtta-pMftamm .^LfCN SIC der Haut Ihres Gesiciiies u. Körpers, gnädige Frau! derm 6-700 gr. verschiedener Ausscheidungen muss die Haut täglich abstossen, Ausserdem soll sie noch auf sich selbst achten, damit sie nicht vor-zeilig schwach und alt wird. Des Leciti>in der Solea-Seife stärkt die Haut schon durch gewöhnliches Waschen und wird durch die Creme noch genährt. «<5(8^ iuk) OemeM tkaeUoeet Ikeakt Mittwoch, 11. Mai. Ljubijana, 12 Schallpl. 16 Jugendstunde. 18.40 Vortrag. 19 Nachr., Nationalvortrag. 19.50 Schach. 20 Gesangsoli. — Beograd, 17.20 Konsert. 18.15 Schallpl. 19.30 Nationalvortrag. 20 Volkslieder. — Prag, 16.10 Bergmannslieder. 17.10 Schülerakademie. 18.20 Buntes Programm, 19.30 Militärkonzert, 21.20 Internat, Austauschkonzert Paris—Prag, — Brünn, 17.10 Deutsche Sendung: Besuch in einem Mädchen-Blindenheim. 19.30 Militärkonzert. 20 Bunter Abend. — Zürich, 18.30 Konzert. 19.10 Schallpl. 20 Volksabend. — Budapest, 18 Zigeunermusik. 19.30 Oper. — Paris-Radio, 19.30 Hörspiel. 20.30 Konzert der Garde Republicaine. — Straßburg, 19.30 Hörspiel. 20.30 Konzert. London, 20 Konzert. 21 Operette. — Rom. 19.40 Schallpl. 21 Oper. — f^ailand, 19.40 Schallpl. 20.30 Tanzmusik. — Deutschlandsender, 18 Kammermusik. 19.10 Tanz musik. 21 Abendmusik. - Berlin, 18 Aus alten Operetten. 19.10 Konzert. 20 Heiter und bunt. — Breslau, 18 Vortrag. 19.30 Hörspiel. 20 Tanzmusik. — Leipzig, 18 Vortrag. 19,10 Italienische Musik. 21 Sinfoniekonzert. — München, 17.10 Konzert. 19,10 Fröhliche Musik. 20.30 Hörspiel, — Wien, 10.30 Schalini. 12 Konzert. 15.30 Kon/crtstunde. 16 Nachmittagskonzert. 19.10 Fröhliche Musik. 20.30 Sinfoniekonzert REPERTOIRE. Dienstag, 10. Mai um 20 Uhr: »Troubadour«. Ab. D. Gastspiel i'rl. 0 ! i t' e -k 0 p o v und Frau K o g c j. Mittwoch, den 11, Mai um 20 Uhr; Festakademie der Handelsakademiker. Donnerstag, 12, Mai um 20 Uhr: »DaP-bor«. Ab. A. ^olf^itnit»erfttät Freitag, 13. Mai: Dr. Üavorin C i i a n (Maribor) spricht über dii" Einwirkung der Kampfgase auf den menschiirh'"-Organismus. -(- Leipzig feiert den 125. Geburtstag Richard Wagners. Leipzig, Anfang Mai. Mit der Aufführung des Opernfragments »Die Hochzeit« und der romantischen Oper »Die Feen« begann am 20. April die zweite Festspielreihe der »Richard-Wagner-Festspiele 1938« in Leipzig, der Geburtsstadt des Meisters. Auch 'Fortsetzung auf Seite 6. Burg-Tonkino. Heute, Dienstag zum letzten Male der wundervolle Burgfilnt »Der Berg ruft« mit Louis Trenker. IKt neue Film vom Kampfe um das Matterhorn, der alle bisherigen Gcbirgsfilnie weit überragt. In packenden Bildern rollt sich die erschütternde Handhin^' vom Sieg über den schönsten Rerg der Alpen ab, dessen Pracht in einzigartigen .Aufnahmen festgehalten ist. — A\itt\\oc!i und Donnerstag wird der großartige Schaufilm »Ernte« mit Paula Wessely u. Attila Hörbiger vorgeführt, der schon bei seiner Erstvorführung eine wahre Sensa tion auslöste. — In Vorbereitung »San Francisco«, der letzte amerikanische Großfilm mit Jeanette Mncdonald und Clark Gable. Union-Tonkino. Die Premiere des prächtigen Ausstattungsrilnies »Metropo litan« mit dein größten Sänger der Welt, ^awrence T i b b e t t in der Hauptrolle. s-Metropolitan« ist der größte Opernfilm, in dem der weltberühmte Sänger be kannt Arien aus »Cnrmenvs, »»Faust«, »Ba lnzzoti{4unj^ vDi) den kommenden Preis« i-iützunr^^maßnaiiinen der amerikani-^chcn I^egierimR. ILlnsiuoilon wirkt sich (tie^ rllerdinßs auf die RohstotTpreisc '■'icli nicht aus. Baumwolle. Der Bauniwollpreis in den Ver-«-•iniglcn Staaten hat sich noch nicht wieder befestigen können, er schwankt um rund H,60 cents je Pfund. Obgleich iliij amcrikani'i;che Regierungspolitik sicher auf eine Erhöhung auch des Bauni-wollpreisGs hhiausgehen wird, bieten .sich bei dem stark rückläufigen Inlands-verbrauch und den nur zögernd anstei-,i^cnden Auslandsabsatz für amerikanische Baumwolle angesichts der übermäßig hohen Vorräte einstweilen noch keine Ansatzpunkte hierfür. Getreide. Am Weizenmarkt war das größte Interesse den Erklärungen des britischen Schatzlonzlcrs gewidmet, die Umsatztätigkeit wurde naturgemäß dadurch einstweilen nicht angeregt, so daß die Preise Icicht nachgaben. Die Tatsache daß die Käufe der britischen Regierung geheimgehalten werden konnten, wird darauf zurückgeführt, daß sie durch drei große britische Mllhlenkonzerne (bzw. deren Agenten) abgewickelt worden sind. Man beurteilt die zukünftige Markt läge jetzt auf Grund der Ankündigung, daß die französische Regierung ebenfalls Lagerungskäufe vornehmen wird, wobei allerdings dem dadurch bedingten laufenden Bedarf in den nflctisten Monaten wahrschclnfieh ein größeres Angebot aus neuer Emfe gegenüber-stehen wird, vor allem aus den Vereinigten Staaten. diese AaffQhningsfolge umfaBt in 13 Abenden »Das dramatische Gesamtwerk Richard Waßners«, das erstmalig in ge-scWosseucr Folge dargeboten wird. Gespielt Avitrden am 23. April »Das Liebes-^Tirbot^', am 28. April >Rienzi«, am 2. Mai »Der fliegende Holländer«; es folgen am 12. Mai »Tajinhäuserc, am TÖ. Mai 5ä>Lo-hengrinerlegen abfertigte. Gegenwär tig liegen die T^chechoslowaken mit 12 Punkten in Führung, worauf Jugoslawien und Rumänien mit je 10 Punkten folgen. Der :Ocit)M-£up Die Tschechoslowakei hat nunmehr tatsächlich gegen die von Oberschiedsrichter Thompson getroffene Entscheidung im Davls-Cup-Kampf Jugoslawien —T schechoslowakei Einspruch erhoben. Zunächst wollten die Tschechoslowaken den Fall einem desinteressierten Verband zur Beurteilung überlassen, was aber der Jugoslawische Verband ablehnte und die Berufung an das internationale Davis-Cup-Komltec anrief. Trotz alldem dürfte an dem jugoslawischen 3:2-Sleg nichts mehr zu ändern sein. Gleichzeitig mit Jugoslawien spielten noch andere Landesvertretungen in der ersten Rujide des Davis-^Cup, Italien : »Rapid« in Murska Sobota. Die erste Mannschaft »Rapids« absolvierte am Sonntag ein Gastspiel in Murska Sobota und schlug die dortige »Mura« nach flottem Spiel mit 3:2 (1:0). : In der Grazer Fußballmeisterschaft kämpften am Sonntag Sturm gegen GAK 2:0, Austria gegen Südbahn 3:1, Gratkr i gegen Leibnitz 2:2 und Kapfenberg gegen Donawitz 2:0. : Henkel besiegt. Im Tennisturnier in Wiesbaden unterlag Henkel dem Amerikaner Anderson mit 6:1, 3:6, 6:4, 6:4. Dagegen gewannen Henkel-Metaxa das Doppel gegen Nelson-Anderson mit 6:1, 6:3, 6:1. Im Fraueneinzel blieb Horn gegen Zehden mit 6:0, 6:1 siegreich. : Cslkos, der Ex-Jugoslawc, wurde 'in Budapester Tennisturnier vom Italiener Bossi 6:4 6:1 geschlagen, : fn der Wiener Liga gab es am Sonntag folgende Resultate: Wiener Sportklub XFC. Wien 1:0, Admira—Floridsdorfer AC, 2:1. : In Klagenfurt erzielte der Grazer GAK gegen KAC nur ein 4:4. : In der tschechoslowakisGhen Fußball meiaterschaft spielten am Sonntag: Proß nitz—Viktoria Pilsen 1:0, Nachod—Vikto ria 2izkov 1:0, Sportklub Pilsen—Kladno 3:1, Sparta—Pardubitz 3:2, 2idenice-— Bratislava 2:0, Slavia—Schlesisch-Ostrau 3 : 1. : Die ungarische Fußballiga wurde am Sonntag weitergeführt: Ujpest—Budafok 1:0, ^Kispest—Ferenczvaros 1:2, Nemzeti —Bocskai 4:1, Hungaria—Taxameter 3:2 Raab—Törökves 0:0, Elektromos—Szege din 2:0. : Im französischen Cup-Endspiel schlug Olimpique-Marseille den FC. Metz nach i'weimaligcr Spielverlängerung 2:1. : In Lausanne schloß der Fußballkampf Belgien gegen Schweiz 3:0 zugunsten der Belgier. Ein zweites Schweizer Team wurde in Baden von Württemberg mit 3:2 besiegt. Alts ik. Schülerexkursk)n. Unter Leitung ihrer Lehrerschaft nahmen am 6. d. M. die Schüler der höheren Volksschulklassen eine ganztägige Exkursion in die Holzindustrie-Ansledlung Rakovec vor, um den Aufforstungsarbelten, welchc in den Graf Thurnschen Waldbeständen durchgeführt werden, beizuwohnen. ik. Späte Schwaltwoankunft. Beinahe einen Monat später als im Vorjahre sind heuer die ersten Schwalben erst am 5. d. M, in unserem Talgebiet eingetroffen. Un ter lebhaftem Gezwitscher fand sich die Vogelschar, deren Ankunft uns nach lan ger Zeit auch einen sonnigen Tag mitbrachte, bald zurecht, bewillkommt selbst verständlich von Jung und Alt. ik. Starker Reif. Der Morgen des 6. d. M. brachte uns einen überaus starken Reif, welcher namentlich an den Obst-kulturen einen bedeutenden Schaden ver ursachte. ik. OroBer Viehfuttermangel Unsere Bauernwirtschaften befinden sich wegen der großen Futternot in einer schlimmen Lage, welche die jetzigen abnormalen Witterungsverhältnisse noch niehr zu verschärfen drohen. Während in den früheren Jahren die Fechsungen an Heu und Stroh zumeist befriedigten und zuweilen sogar mit Ueberproduktlon endeten, lieferten die beiden für den Viehbestand so wichtigen Futtermittel im Vorjahre ein sehr ungünstiges Ergebnis. Die meisten Bauern haben daher ihren Vorrat an Heu und Stroh schon längst verfüttert und sind bcmüssigt, entweder diese Fut termittcl einzukaufen, oder aber ihren Viehsiaiid zu reduzieren. MitfwocTi, 'den ft. Mal 1938. KulturhUtprlichT Aufsati ^Mariborer Zeitung« Nummer 106. Pk HoäiMU Met putfiHttiJim 6tU6kS Die Geschichte eines Schwindels In diesen Tagen, da ganz Frankreich das Andenken an seine Nationalheldin Jo hanna, die Jungfrau von Orleans, feiert, ist es vielleicht nicht uninteressant, sich wieder jener geheimnisvollen Geschichte zu erinnern, die ohne Zweifel einen der größten Schwindel der Weltgeschichte enthält, ohne daß man bis heute mit vollkommener Sicherheit angeben kann, wer eigentlich der Schwindler war. Am 30. Mai 1431 wurde Jeanne d'Arc — die Kämpferin für die Freiheit Frankreichs — von den Engländern auf dem Marktplatz von Rouen verbrannt. Fünf Jahre später heiratete sie den Herrn von Harmoises. Die Heiratsurkunde ist i!ns nicht erhalten, sie wird jedoch noch in Schriften des siebzehnten Jahrhunderts erwähnt. Dagegen besitzen wir eine Urkunde über einen Grundstückverkauf, die beginnt: »Wir, Robert von Harmoises, Herr von Thichemoni, und Jcinne du Lys, die Jungfrau von Frankreich, meine Frau .. Und diese Urkunde Ist zweifellos echt. Sic ist in Metz auspestellt worden, Ihre Echtheit ist über jedem Zweifel erhaben. Ein Wunder? Daran glauben wir nicht. Also ein Schwindel. Gut, aber wer hat diesen Schwindel begangen? Geheimnisvolle Hinricfitttng. Haben die Engländer vielleicht gar nicht die wirkliche Jungfrau von Orleans verbrannt? Ist es einflußreichen Freun den gelungen, sie zu retten? Das wäre nicht einmal ausgeschlossen, es gibt sogar einiges, was dafür spricht. Vor ihrer Hinrichtung, die ja auf Grund des Urteils eines französischen Geistlichen Gerichtes erfolgte, wurde die Jungfrau wiederholt von einem Gefängnis in» andere geschleppt, und Zeitgenossen berichten, daß sie jedesmal anders gekleidet gewesen sei. Einmal wie eine junge Frau, ein anderes Mal wieder In ihrem Panzer, In dem sie ins Feld gezogen war. Auch habe ihr Aussehen sehr gewechselt. Der Prozeß wurde unnötig lange hingezogen. Ist vielleicht schon in dieser Z'^it die Jungfrau »ausgetauscht« worden? Und gar mit Wissen der Engländer? Denn bei der Hinrichtung konnte man sie nicht sehen. Fünfhundert Schwerbewaffnete umgaben sie, sodaß niemand nahe genug an herankam, um ihre Gesichtszüge zu erken nen. Außerdem trug sie eine Maske aus festem Papier, auf dem alle ihre Sünden verzeichnet waren. Schon bald nach der Hinrichtung wurden Zweifel laut, ob es wirklich Johanna d'Arc gewesen sei, die den Feuertod in Rouen erlitten hatte. So laut wurden diese Zweifel, daß die Engländer »"ach einiger Zeit ihre Gebeine ausgruben und ausstell ten. Jedermann konnte sehen, daß hier eine Frau verbrannt worden war. Aber «welche Frau? Fünf Jahre später tauchte c.: • Jungfrau in dem Lothringer Dorf auf, in dem ihre Brüder wohnen. Aber gerade diese Brüder sind es, die an der Echtheit der wiedererstandenen Jungfrau zweifeln lassen. Nicht etwa, weil sie sie nicht anerkannt hätten. Im Gegenteil, nach kurzem Zaudern erklärten beide, ihre Schwester wieder zu erkennen, und sie begrüßen sie ft überströmender Freude. War dies brüderliche Zärtlichkeit? Das kann man kaum glauben, wenn man sieht, ' die beiden Brüder die »Rückkehr der Schwester« geschäftlich ausnützten. Vorerst machtcn sie ungeheure Reklame für die Schwester; dabei gingen sie mit vollendeter Bauernschlauheit vor. Nun v/urden natürlich alle Ortsbewohner veranlaßt, sie ebenfalls «cnau zu erkennen. Nicht eine Stimme des Zweifels wurde but. Von da ging dann die Propaganda ins Nachbardorf, In die nächste Stadt, durch ganz ' ringen und ganz Frankreich. Und überall glaubte man freudig an die Wiederkehr der heldenhaften Jungfrau. Doch selbst die Geistlichkeit, deren Bil düng die des Volkes bei weitem überstieg, ließ nicht die geringsten Zweifel laut werden. Im Gegenteil. Viel'' und sogar sehr hochstehende Geistliche erklärten, die Jungfrau zu erkennen. ? Und doch spricht Verschiedenes gegen die Echtheit dieser Jungfrau und dafür, daß die wahre Jungfrau von Orleans verbrannt worden ist. Erst einmal die überaus große Betriebsamkeit der beiden Brüder. Diese gingen nach Orleans, der Stadt die der Jungfrau so viel verdankte, und ließen es sich dort als wohlgelittene Gäste gut gehen. Sic kamen auch an den Hof des Königs, der Herrscher hörte ihre Erzählung gerührt an und beschenkte sie reich. Orleans wollte seine ehemalige Befreierin sehen. Immer wieder versprachen die Brüder, die Jungfrau zu bringen, und immer wieder zogen sie diesen Besuch hinaus. Sie verstanden es tatsächlich, drei Jahre lang auf Kosten der Gemeinde üppig zu leben und sich dazu noch viel Geld schenken zu lassen. Aber schließlich riß den biederen Bürgern die Geduld. Sie woll ten endlich die Jungfrau sehen. Flucht vor dem KStiig. Und die Jungfrau kam, zog feierlich in die Stadt ein, mit Schwert und Fahne, hoch zu Roß, so wie einst. Tatsache ist, daß die Person, die damals in Orleans eintrat, genau so gut zu Pferde saß wie die echte Jungfrau. Und sie wurde auch von allen erkannt. War das vielleicht nur eine Massenpsychose? War es eine Aehnlichkeit, die alle narrte? Oder doch die echte Jungfrau? Wiederum spricht etwas dagegen: Der König wolMe sie sehen. Nach einer Reihe von Festen kam der Abend, an dem ihr zu Ehren das Königsbankett stattfinden sollte. Der König sollte sie dabei das erste Mal sehen. Nun aber kannte wohl niemand so gut die echte Jungfrau wie der König. Hatte sie Angst vor der Begegnung mit dem König, oder vor der mit dem Stoffhändler, der ihr seinerzeit Ware geliefert und sie oft aus nächster Nähe gesehen hatte und der gleichfalls eingeladen war — kurz, sie nahm an diesem Bankett nicht teil, sondern war ohne Abschied auf und davon. Sie ließ dann erklären, ihr Gemahl hätte sie zurückgerufen. Aber es ist nicht bekannt geworden, daß ein Bote zu ihr gekonnnen wäre. — Gar zu sehr sieht dieser formlose Abschied nach Flucht aus. Es sprkiht ebenso viel für die Echtheit dieser Johanna du Lys wie gegen sie. — Der Streit der Gelehrten ist bis heute nicht entschieden. Und es ist unwahrscheinlich, daß dieses Rätsel je gelöst werden wird. (ATP) 3lM>ertoae atu gron>««Hft-«imnn S)(r ennoenOetr $ott 9AHNBAU MIT ZWISCHENFÄLLEN. Von Francois Kerneil (ATP«) Die Wahl fiel einem schwer, wurde man vor die Frage gestellt, welche Strecke unangenehmer war: die durch den Sumpfwald, die wir eben fertiggestellt hatten, oder die durch den hügeligen Urwald, an der wir nun arbeiteten. Wir waren drei Europäer, die mit einer Horde Neger ausgesandt worden waren, den Teilabschnitt Mandingou — Mindou Ii der Mittelkongobahn zu bauen, die nach ihrer Fertigstellung Pointe Noire an der Westküste mit Leopoklvillc verbinden sollte. Wie oft sind schon die Schrecken des Urwaldes geschildert worden: wilde Tiere und Schlangen und mordlustige Ein-gel)orene. Um die Wahrheit zu sagen — wir haben nie etwas davon gemerkt. Wir haben nie ein Raubtier gesehen, obwohl es sicherlich welche gab. Vielleicht haben sie sich vor dem Lärm des Bahnbaues gefürchtet und sich vor Angriffen zurück gehalten. Niemals hatten wir auch nur den geringsten Verlust durch Schlangenbisse, von Riesenschlangen gar nicht zu reden. Wenn uns die Tiere plagten — das aber ausgiebig —, waren es Mük-ken. Fliegen, Blutegel und Zecken. Die Eingeborenen aber, mit denen wir zu tun hatten, waren die friedlichsten Burschen, die man sich vorstellen kann. Wir hatten einen viel ärgeren Feind, als all dieses so oft beschrieb. Feindes es je hätten sein können. Das war die 3>(W ^dmiral^fd^iff „(Sonte M Slaggengola Der Donnerstag brachte während des großen Staatsbesuches A. Hitlers die riesige Flottenparade im Golf von Neapel, der in großangelegtes Manöver der italienischen Seestreitkräfte vorausging. Unser Bild zeigt das Admiralschiff »Conte dl Cavour«, auf dem sich der Führer und Reichskanzler mit dem Köni^ und Kaiser sowie dem Duce während dieser größten Flottenparade, die bisher in Italien jemals gezeigt worden ist, befindet. (Scherl-Bilderdicnst-M.) Langweile. Und diese war es letzten Endes auch, die unsere friedlichen Schwarzen in reißende Bestien verwandelte. Ein ödes Leben. Man steile sich nur einmal unser Leben vor. Von Zeit zu Zeit brachte uns ein Materialtransport viele Wochen alte Zeitungen. Unsere Korrespondenz war fast eingeschlafen. Wohl hatten unsere Freunde uns anfangs geschrieben, ausführliche Briefe, die wir nach endlosen Zeiten auch wirklich erhielten, aber alles was darin stand, war längst überholt. Fragen, die man uns stellte, waren längst von anderen beantwortet. Probleme, von denen man uns berichtete, längst gelöst. Dinge, um die man uns fragte, längst erledigt. Und was hätten wir berichten sollen? Wir wurden schreibfaul, und so hörte der Briefwechsel auf. Die Telegraphenlinie, die wir gelegt hatten, diente nur dienstlichen Gesprächen, und so erfuhren wir selten etwas Neues. Genau so langweilig war unsere Nahrung. Tag für Tag das gleiche Konser-venessen. Wir hätten jagen können, aber wir waren ja nicht zu unserem Vergnügen in den Mittelkongo gegangen. Dafür gibt es bessere Gebiete. Wir wollten Geld verdienen, rasch und reichlich. Und so arbeiteten wir ohne Unterlaß, konnten weder Sonntage noch Feste, denn es gab für rasche Fertigstellung der Strecke eine Sonderprämie. Und wenn wir den ganzen Tag über die Straße vermessen, die Holzfäller beaufsichtigt, die Erdarbeiten geleitet, den Empfang von Schienenmaterial und Werkzeug bestätigt, kurz allen Dienst eriedigt hatten, dann waren wh* zu müde, irgend eine geistige Zerstreuung zu suchen. Wir saßen in unserer Holzhütte, einem kleinen Blockhaus, das die Schwarzen uns gebaut hatten, wir tranken teuren und stets zu war men Alkohol, und die Langeweile griff mit ihren dürren Armen nach uns. An einem solchen Abend war es, dal^ Lavoisier auf den irrsinnigen Einfall kam, den »Gott« zu stehlen. Der Gott war eine Fetischfigur, die wir in einem benach harten Dorf entdeckt hatten. Sie war ein Wunder an Negerplastik, von abschrek-kender Scheußlichkeit, und doch lag in ihrer Primitivität etwas ungeheuer Eindrucksvolles. Gerade auf diese Statue hatte Lavoisier es abgesehen. Vor seiner Abreise hatte er seiner Braut einen Negergott versprochen. Er war ein guter Kenner Afrikas, denn er war schon ziini zweiten Mal hier unten, und so hatte er sich wohl gehütet, eine jener Negergöt^en zu kaufen, die die Schwarzen an der Küste für Matrosen und andere neugierige Weiße anfertigen und die man für wenige Franken kaufen kann. Aber dieser Gott war echt. Darum war er den Negern für überhaupt keinen Betrag feil. Und gerade darum wollte Lavoisier, der Afrika gut, die Neger aber gar nicht kannte, diesen Gott haben. In dieser Nacht nun. in der wir alle ein wenig zu viel getrunken hatten, stahl er den Gott. Schon vor Morgengrjuen weckte uns ein ungewohntes Geräusch. Wir lauschten; die Signaltrommel! I nd als ich zu gewohnter Stunde aus der Hütte trat, um an die .Arbeit zu gehen, zischte ein Pfeil haarscharf an meinorn Kopf vorüber. Ich sprang zurück und warf die Tür ins Schloß, aber schon hörte ich, wie mehrere Pfeile ins Holz einschlugen und zitternd steckenblieben. Unfehlbare Gerechtigkeit Schnell schlössen wir die Fensterläden und saßen beim Schein einer Petroleumlampe rings um den Tisch. Dann fiel mir ein, daß der Telegraph vielleicht trotz der Belagerung funktionieren könnte. Tatsächlich hatten die Schwarzen ihn offenbar für einen bösen Zauber gehalten und nicht berührt. So baten wir um Entsendung von Askaris. Drei Tage lang dauerie es, bis diese kamen. In diesen drei Tagen konnten wir die Hütte nicht verlassen. Wir waren ohne Wasser in schlechter Luft, und stets mußte einer von uns, das Gewehr im Anschlag, wachen, daß die Schwarzen sich uns nicht näherten und Feuer an die Hütte legten. Die Neger gaben die Belagerung nicht auf, obwohl wir schon mehrere gelötet hatten. Und als die Askaris endlich kamen, gab es ein Blutbad. Schließlich blie ben die Soldaten Sieger und befreiten uns. Die Rädelsführer wurden an den nächsten Baum gehängt, der üötze wur- >Mariborcr Zeitung« Nummer 106. 8 Mittwoch, den 11. Mal 1938, de zurückgeben, Lavoisier wurde strafweise versetzt. Am nächsten Tag arbei-teten unsere Schwarzen wie zuvor. Aber acht Tage später wurde unsere Langeweile wiederum unterbrochen, und zwar durch eine Sensationsnachricht. Lavoisier war mit einem Pfeil im Rücken an seinem neuen Arbeitsplatz aufgefunden worden. Drcihundertfünfzig Kilometer weit entfernt! Die Gesetze des Urwalds sind streng, seine Gerechtigkeit unfehlbar. Mtkmtkmä b »Die Woche«, Nr. 18. Alljährlich findet in ganz Indien das Dasara-Fest, die fiöchste und prächtigste Feierlichkeit der Hindu-Religion statt. Neun Nächte lang dauern dann die Festlichkeiten. Nirgendwo aber im ganzen Land entfaltet sich um diese Zeit eine ähnliche Pracht wie in dem südindischen Staat Mysore. — Außerdem liest man im gleichen Heft von weiblichen Vagabunden in U.S.A., vom Leben der »schwedischen Nachtigall« Jenny Lind, deren große Qesangs-kunst das ganze Europa des vorigen Jahrhunderts fesselte. Außerdem aktu- elle Bilder aus alfer Welt und viel Humor. b Die Galerie. Monatsbiätter der Internationalen Kunstphotographie. Das Mai-Heft dieser immer interessanten und schonen Zeitschrift bringt einen Artikel, der die »Tontrennung« jedem Lichtbildner sehr leicht und auf eine ebenso billige Art möglich machen wird. Heinrich Mietzl beschreibt darin eine neue Methode, die sicherlich sehr viele Freunde finden wird, über die »Brauntonung« wird ausführlich berichtet und ein Beitrag, der auf einige Bilder bezugnimmt und das Heft einleitet, analysiert in unterhaltender, zugleich aber bildender Form die »Genrebilder«. Die Qualität der 20 ganzseitigen Bilderreproduktionen spricht auch in diesem Heft für den Werf und die Leistung der »Galerie«. Probehefte versendet die Redaktion, Wien 6, Linke Wlen^eile 48, gegen Briefmarken im Werte von RM —.35. b Zeit im Querschnitt Halbmonatsschrift. Verlag Dr.Joseph Wrede, Berlin. Preis vierteljährlich 1.70, Einzelheft 030 Mark. Nr. 9. Mit ausführlicher Behandlung aktueller Fragen von weltpolitischer Bedeutung. Neue Varinngstine verschönern Ihr Heim. Reiche Auswahl brin^ TextUana Bflüelelilt Maribor, Gospoikn 14 2K yfrfrfliiftii Schöner Dekoritk>iisdlwMi preiswert zu verkaufen« Zu besichtigen tätlich von 11— 12 und 15—17 Uhr. Anfr. in der VcTW. 4416 Bohneii&tanseti, Weiiigarten-stscken, Fisolenstaneen noch zu haben HolzhandlunR Albin Cch. Betnavska c. 4. 4420 MMhü ptMuU Siiclip bis 1. Juli vierzinune-rigc komfortable Wohnung mit Bade- und Dienstl>oten-Zimmer, «v* mit Garage- Anträge unter »Pünktlicher Zali 1er« an die Verw. 4413 Streng separ. Zimmer in Parknähe sofort gesucht. Anträte unter »Ständljf« an die Verw. 4422 Suche mit 1. Juli moderne ZwdzImmerwohnuDK m. ßad. üahnholnähc. ToraSiCev dre-vored oder Parknähe. .Antr. unter »Kinderlos: No. 41t0<)« an die Verw '5795 iukou^^estuid Kaufe altes Qold, Silberkronen, falschc Zahne zu Höchstpreisen. A. Stumpf. Goldarbeiter. KoroSka c. S. 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Die Beerdigung des teuren Toten findet am Donnentag, den 12. Mai um 16 Uhr von der Leichenhalle in Pobrezje aus statt. ■•rib«r» Kapsle, EJubyaaa* Drag«9 Sie sind töricht, Fräulein Holl. Wenn Sie ihn lieben, dann ist doch mein Vorschlag; noch viel einfacher zu befolgen. Gehen Sie zu ihm, lassen Sie sich lieben und lieben Sie selbst, so wie es Ihnen Gefühl und Leidenschaft eingeben, und dann kommen Sie wieder. Sie werden Ober Ihre Wandlung selbst staunen und erst dann alles in sich haben, was Sie zu einer großen Schauspielerin macht. ^Wanmi strauben Sie sich also?« »Weil ich genau weiß, daß ich dann in Qroß-Karschln bleiben und nitht mehr wiederkommen würde, Doktor.« Gina Holls Augen waren ganz dimkel geworden, und ein tiefer Emst lag auf ihrem Antlitz, über ihrem braunen, welligen Haar sprühten Ooldfunken. Die langen Ohrgehänge zu beiden Seiten ihres Gcsichtcs schwankten leise, als übertrüge sich das Zittern von Ginas Körper auch auf diese leblosen Dinge. Knörr lehnte sich zurück, hob die Hände und stellte die Fingerspitzen gegeneinander. »So ist das also? Tja, da brauchen wif nichts mehr darüber zu reden, urtd ich kann Ihnen auch nicht helfen, Gina. Tut mir leid, hätte Sie gern und mit einem künstlerischen Nutzen für Sie durch diese Geschichte hindurchgebracht.« »Sie vergaßen nur, daß man ein^P?-tcr Wendt nicht ohne Gefahr zu einem Werkzeug seiner eigenen künstlerischen Vervollkommnung machen darf.« »Natürlich!« »Es muß auch ohne ihn gehen, Dok-for.c Oius Mund zuckte, ein hilfk>ses, müdes Llchefn prägte sich um ihre Lippen. sFidUch muß es!« Knörr^ nahm ein Stück Bxaten von der Pfatte, die der Kell ner gebracht hatte, und fegte es auf Ginas Tellec. Da kann man nichts machen, dachtt er. damit mußt du nun allein fertig wer-dea, (Staa Holt Viefleldlt war es gut für sie. Das Leben mit seinen Hoffmnigen» Wünschen und EntHoscbungen war fanrner der beste Lehrmeister. Es war sicher grausam» aber KnArr wünschte der jagen Künst« lerin» die nur noch eines stallten, mit* reißenden Erlebnisses beduilte» mn sidi ganz entfadten zu kOnnen, in diesem Am* genbHck ein gerüttelt Maß tiefeingreifenden Leides. Er hätte ihr lieber Glück ge« wünscht, den Rausch einer starken Lei* denschaft, die schwere, süße Olat langsam sich erfüllenden Prauentume. Sie hatte das ausgeschlagen. Schttn» dann gab es nur noch den andern Weg.* Leid, Zweifel, Kampf um das, was stärker war. Ehe sie sich trennten, fragte er: »Ist Wendt noch hier?« Qina hatte den gleichen Gedanken gehabt und fuhr zusammen, als hätte sie der Doktor auf verbotenem Weg ertappt. >Ich glaube» ja. Er wollte aber mit dem Nachtzug fahren.« »Heute noch?« »Ja, heute abend.« Knörr zögerte, dann fragte er schnell: »Werden Sie ihn heute noch einmal sehen?« »Nein, wir nahmen bereits Abschied.« Out, dann war diese Episode sozusagen beendet. Der große, blonde Bär aus Ostpreußen würde heute abend nicht mehr im Theater sitzen, Qina Holl würde spielen, vielleicht schlecht und recht spielen, aber das war nun auch nicht mehr so wichtig. Morgen reiste sie nach Garmisch, hatte vier Monate Zeit, mit sich selbst ins Reine zu kommen. Es gab ja nicht nur einen Peter Wendt auf der Welt. Es gab viele Männer und darunter vielleicht einen, der den Gutsherrn von Groß-Kar-schln mattsetzte. KnOrr sah Gina Holl prüfend an. Sie fühlte seinen mißbilligenden Blick und fragte ein wenig unsicher: »Was haben Sie, Doktor, sind Sie unzufrieden mit mir?« »Wenn Sie nur nicht so verdammt tugendhaft wären, Gina.« Sie schüttelte verweisend den Kopf. »Lieber Freund, es gibt Frauen, die nicht leichtsinnig sein können, und es soll Manner geben, denen eine tugendhafte Frau mehr gilt als eine große Schauspielerin.« »Siehe Peter Wendt!« knurrte der Doktor böse. »Aber einen guten Rat möchte ich Ihnen doch noch geben, ehe ich Sie aus meiner Obhut entlasse: Werden Sie sich darüber klar, was Sie wollen, diesen Herrn Wendt aus Ostpreußen oder Ihre Kunst. Beides zusammen geht nicht.« Sie nickte. »Ich weiß es Doktor. Wenn ich im Herbst zurückkomme, sollen Sie mit mir zufrieden sein.« Zweites Kapitel Wendt hatte das graue Kabriolett zur Garage gefahren und mit dem Besitzer des Wagens abgerechnet. Jetzt bummelte er langsam, die Hände tief in die Taschen seines Regenmantels versenkt, durch die innere Stadt. Vor einem Photoladen in der Friedrich Straße blieb er stehen und schaute sich die ausgestellten Apparate an. Den Photosport hatte er einmal als Junge leidenschaftlich betrieben, ihn dann ganz aufgegeben und sich auch nicht mehr um die Neuerscheinungen und Verbesserungen auf dem Photomarkt geküni mert. Nun staunte er über die Wunderwerke kleiner und kleinster Kameras und bekam einen Augenblick lang Lust, sich solch ein kleines, niedliches Ding zu kau fen. Doch wozu? Er hätte das früher tun sollen, vielleicht gestern noch oder vorgestern. Da war er mit Qina in Potsdam gewesen und auf der Pfaueninsel. Er hätte Gelegenheit genug gehabt, Aufnahmen von Gina zu machen. Bitte recht freundlich, schöne Frau! Nein, so nicht! Er hätte sie bestimmt heimlich geknipst, etwa auf der Bank unter der Hängeweide oder am Wasser. Wie schön war da ihr Profil gegen den Himmel gestanden, edel in jeder Linie, umsäumt von einem goldenen Streifen Licht ... Jetzt erst fiel ihm ein, daß er kein Bild von Gina besaß. Er hatte nie danach gefragt und sie auch nie um ein Rild gebeten. (Fortsetzung folgt.) Chefredakteur und für die Redaktion verantwortlich: UDO KASPER. — Druck der »Marlborska tiskarna« in Maribor«, — Für den Herausgeber und den Druck verantwortlich Direktor Mtthahaft in Matibor,