Anbacher Zeitung. .N «4. Donnerstag am A 8. März «8 5« '^l ft,'s',^r ^!i,..«" cr.Miut »üt Ausnahme der Smm- und F.iert^e tagluH, mid kostet ,am,nt den Beilagen im (5° m p t« ir g an zj 5 hri g 11 j!.. halbjähr iq 5 ff. 30 lr mit Die LaMchc ^^ 12 ss l'"lbiahriq iu's Hcms ,md Hal l, ,ah ri g 3U kr. mehr zn entricht.,.. Mit dr Post por ^" '^ !^l,r . ^ ^..zband ""b ^/'^" ?dressc 1<> ff b"lb,ahr.q 7 ss 30 fr In irrational's.h r für eine Svalte^eile oder den Nan.,, derselben. i?r .'.- !'cl """''"'""'^ fn- ,wc>'»an „provisorischen Gesetze U°». tt. November l. I. fiir Iustrt.onsstmnpel" noch 10 lr. fnr eine jedesmalige Einschaltnnq hinzu z» rechne. ^zuschalten. Amtlicher Theil. .^e. k. k. apostol. Majestät haben mit der allerhöchsten EntMeßnng vom <3. März l. I., die im Justizministerium erledigte Miuisterialrathsstelle dem Sectionsrathe dieses Ministeriums, Franz Freiherrn v. Latter m ann, allergnädigst zn verleihen geruht- Se. k. k. apostol. Majestät haben mit allerhöchster Entschließung . Triest 8. März d. I>, däs an dem Cathedralcapitel zu Pavia erledigte Theologal-Cano-nicat dem Domherrn dieses Capitels, Johann Ma-gani, allergnädigst zn verleihen geruht. Se. k. k. apostol. Majestät haben mit allerhöchster Entschließnng vom 9. März d. I., am Zipser Domcapitel zum Domlector den Domcantor Jacob Du-lovitz, zum Domcantor den Cathedral - Erzdechant, Joseph Kolbay, zum Domcustos den Arvaer Erz-dechant Johann Fragner, znm Cathedral-Erzdechaut den Clms»m>l>« ll^<»l<»^„« Michael Labuczky, zum Arvaer Erzdechant den Titular - Abt und Domherrn Georg Plenczner, endlich zum Liptauer Vrzdechant den Domherrn Roman K'!zmürszky, huldreichst zu ernennen geruht. Die anf Grundlage des Gesenes vom 18. März 18.^0 constituirte Handels- und Gewerbekammer in Agram hat den Handelsmann Anastnsius Popov ic zum Präsidenten, und den Gewerbsmann Franz Peer zum Viceprasidenten ernannt, welche Wahlen das k. k. Handelsministerium genehmigt hat. Nichtamtlicher Theil. Die Mission in Chartum. Wir haben zwar die erfreuliche Nachricht vou dem glücklichen Eintreffen des apostolischen General-vicars, Herrn Dr. Knoblecher, in Chartum bereits mitgetheilt, glauben aber den vielen Mitgliedern des Marien-Vereins und thätigen Förderern dcr Mission in Afrika auch den Bericht des k. k. Consuls in Kairo, Herrn C- W. 5?über, seinem Wortlaute nach nicht vorenthalten zn dürfen. Derselbe ist aus Kairo vom 20. Februar und lantet: „Tit. Zufolge eines mir zngekommenen Berichtes des k. k. Consulates in Chartum ist dcr apostvlische Generalvicar für Central - Afrika, Herr Dr. Ignaz Kno blech er, mit sechs seiner Begleiter am 27. December v. I. in bester Gesundheit in genannter Hauptstadt des Sudan eingetroffen; er hat seine in jeder Beziehung glückliche Reise von Kairo nach Char» tum in zwei Monaten und neun Tagen zurückgelegt. Der k. k. Cousular-Agent, Dr. Reiz, begrüßte die Ankommeuden dnrch das Anfhißen der kaiserlichen Flagge und geleitete dieselben feierlich in das katholische Missionshaus. Am folgenden Abend veranstaltete er zn Ehren der Mission ein kleines Fest in dem Consulatsgebäude, wobei in der Richtung des weißen Flusses ein kleines Feuerwerk abgebrannt wurde, als Symbol baldiger Erleuchtung seiner Bewohner. Im Sinne der erhaltenen Amtsinstruction wird nun der Consular - Agent Hand in Hand mit Herrn Knoblecher für die Förderung der Beiden anvertrauten Interessen arbeiten. Ein günstiger Erfolg laßt sich, um so gewisser erwarten, da diese beiden Männer, mit unerschrockener Beharrlichkeit ansgerüstet, für eine nnd dieselbe Idee zu wirken sich befleißen werden nud Beide kräftiger Unterstützuug von Seite des k. k. General-Consnlates in Kairo sich zn erfreuen haben." „Der sittliche Znstand der in Sndan weilenden Europäer ist leider nicht lobenswerth; er mnsi die Eingebornen und die Angestellten mit Mißtranen, selbst mit Verachtung gegen diese Fremdlinge erfüllen. Sie sind Handelsleute, zum Theil selbst an dem Menschenhandel betheiligt. Doch hat seit dem würdevollen und streng gesetzlichen Auftreten des verdienstvollen Herrn Dr. Reiz bereits jetzt schon Manches besser sich gestaltet. Hierdurch in Verbindung mit dem übereinstimmenden Wirken nnd dem gewinnenden Beispiele dcr Missionäre wird gewiß in diesen fernen Ländern der heißen Zone dem christlichen Principe eine immer weiter reichende Geltung verschasst werden." Nach diesem vorläufigen Bericht läßt sich an dem baldigen Eintreffen ausführlicherer Mittheilungen dnrch Herrn Dr. Knoblecher selbst nicht zweifeln. Das Comit^ des Marien-Vereins wird sich angelegen seyn lassen, dieselben ungesäumt zur allgemeinen Kenntniß zn bringen. (Wr. Z.) V e st e rr e i ch Cilli, 111. März. Ein gräßliches Verbrechen, welches in den letzten Tagen des Jahres Il^l im Bereiche des Bezirkes Gonobitz verübt nnd erst vor einigen Tagen entdeckt wnrde, bildet derzeit bei uns das Tagesgespräch. Vlasins Vidmar, in St. Georgen bei Franz ansässig, betrieb schon seit längerer Zeit den Holzhandel in der Umgegend von Pöltschach und Gouobitz, und hatte in dem Wirthshanse des Krämers H.. zu heiligen Geist bei Loöe, eine Stunde von Gonobitz, sein Absteigqnartier. Die Wirthin, ein stattliches Weib von 30 bis 3!! Jahren, stand schon früher in dem Nnfe, daß sie es mit der ehelichen Treue nicht immer geuan nehme, nnd die Nachbarschaft glaubte die Ursache recht wohl zu wissen, warum der Holzhändler jenes Wirthshaus so oft besuche und sich dort oft wocheulang aufhalte. Doch uicht allein der leichtfertige Lebenswandel der Wirthin war es, der ihren Leumund befleckte, sondern man raunte sich weit ärgere Sachen in die Ohren; die öffentliche Meinung beschuldigte sie nämlich, vor 3 Jahren wiederholt im Dorfe Feuer gelegt zu haben, damit ihre hoch versicherten Wirthschaftsgebäude auch abbrennen. Man sprach auch viel von einem mißlungenen Erperimente mit Gift, wobei sie ihren Gatten zum Opfer auserwählt hätte u. dgl. Dcr Holzhändler Vidmar wurde mehrmals vor der Wirthin gewarnt, doch vergebens. Am St. Stephani-Tage 18K1 fuhr Vidmar mit der Wirthin zn ihrem Weingarten, kam Tags darauf mit ihr zurück und ward nicht mehr gesehen. Dieses konnte Anfangs Niemanden auffallen, weil man allgemein glanbte, er sey seinem Geschäfte nachgegangen; als cr aber gegen seine Gewohnheit über drei Wochen ansblieb, und seine zu Gonobitz lebende Tochter, der er oft zu schreiben pflegte, von seinem Aufenthaltsorte keine Nachricht bekam, begab sie sich zu der Wirthin, um dort eine Auskunft zu erhalten. Die Wirthin nannte einen Ort in Croatieu, wohm Vidmar in Geschäften abgereist sey. Dadurch ward zwar die Tochter für einige Zeit beruhigt, als aber noch immer keine Nachricht vom Vater kam, wurde es der Tochter um so banger um das Herz, als sie wohl wußte, daß ihr Vater in den Weihnachtsfeier-tagen den Betrag von 1.'l00 ft. CM. in Pöltschach behoben habe. Man wandte sich daher brieflich an den von der Wirthin genannten Ort nach Croatien; allein hier wnßte man Nichts vom Holzhändler Bla-sins Vidmar. Der Verdacht fiel nun auf die Wirthin. Sie hatte in letzterer Zeit einige Gläubiger befriedigt, woher mochte sie das Geld bekommen haben? Nebstbei erzählte man sich, die Wirthin habe schon im Monate November einen Taglöhner gedungen, er solle dem ihr lästigen Vidmar in der Nacht am Viadncte zwischen Pöltschach und Lipo-glava anfpassen und ihn hinabstürzen; dieses Attentat sey aber dnrch die Dazwischenkunft eines Bahnwächters vereitelt worden. In der Wohnung des genannten TaaM)ners fand man die Sackuhr und einige Kleidungsstücke des Holzhändlers. Der Taglöhner gestand. Nach seinen Aussagen habe die Wirthin jedem dieser Unmenschen 10 fi. CM. versprochen, wenn sie bei der Nacht kommen und den Holzhändler ermorden. Sie seyen in der Nacht vom 27. December MN in das Wirthshaus gekommen und haben sich unter dem Vortritte der Wirthin, welche ihnen voranlenchtete und dem Einen eine Art einhändigte, zur Thüre des Dachzimmers, wo Vidmar schlief, geschlichen. Auf die Versicherung der Wirthin, daß Vidmar fest schlafe, seyen sie alle drei vorsichtig eingetreten; dcr Eine stellte sich zu den » Füßen des Schlafenden, um sogleich bei der Hand zu seyn, wenn er von einem schlecht geführten Hieb nnr halb getroffen sich aufraffen wollte; der andere Mörder führte mehrere Hiebe auf den Kopf und ermordete den Schlafenden, die Wirthin leuchtete dazu. Die Leiche wurde dann anf dem Dachboden hinter der Manerbank verborgen. In der Nacht vom 29. December kamen die beiden Mörder abermals, um die Leiche des Ermordeten fortzuschaffen. Weil aber die Leiche mittlerweile gefroren war, so konnte sie wegen ihrer Steifheit nicht fortgeschafft werden. Um dieses zu ermöglichen, trennten sie mit einem großen, ihnen von der Wirthin dargereichten Messer den Kopf vom Nnmpfe, lösten die Arme ans den Achselhöhlen aus und trennten die Füße am Kniegelenke ab. Diese Theile wurden in ein Tuch gewickelt, der Rumpf aber in einen Kosch gelegt und über eine Stunde weit in den Velka-Graben bei Pöltschach von den Mördern getragen. Hier sollten sie auf das Geheiß der Wirthin die Leiche verbrennen, allein der jüngere Morder sträubte sich dagegen: Sein Gewissen lasse es ihm nicht zu, daß die Leiche verbrannt werde; denn wo würde der Gemordete am jüngsten Tage seine Glieder wieder hernehmen; sie (die Mörder) würden ihr Lebenlang vor ihm keine Ruhe haben. Sie vergruben hierauf die Leiche 3 Schuh tief in die Erde, wo sie ansgegraben und sowohl von den Kindern des Ermordeten, als auch von allen 3 Verbrechern als die Leiche des Blasius Vidmar erkannt worden ist. Das gräßliche Weib ist Mutter von « Kindern; das sechste unglückliche Geschöpf wird in einigen Wochen im Landesgerichtsgefangnisse zu Cilli das Licht der Welt erblicken. (Gr. 3-) ' Wien, 111. März. Heute ssndet, wenn die dießfällige telegraphische Mittheilung genau war, im britischen Parlamente jene wichtige Interpellation > Statt, wodurch eine offene und erschöpfende Erkla- 272 rung des Cabinets über seine Finanzpolitik, namentlich im Hinblicke auf die Kornzollfrage, erreicht weiden soll. Der Beschluß selbst scheint in der bekannten oppositionellen Versammlung von theilweise widerstrebenden Elementen gefaßt worden zu seyn, von Solchen nämlich, die das Ministerium um jeden Preis gestürzt wissen wollen, den Anhangern Cobdeu's u. dgl-, aber auch von andern besonneneren, whigisch Gesinnten, die eben nur einer positiven Erklärung bedürfen, um sich uud ihre Gesinnungsgenossen zu beruhigen. Diese Manner dürften einstweilen bloß den drängenden Impulsen ihrer ungeduldigen und niemals zu befriedigenden Hintermänner nachgegeben haben, um sich vielleicht später von ihnen mit Anstand losmachen zu können. Die Ansicht des Cabinets Derby in der Kornschutzzoll-Angelegenheit ist von diesem ziemlich bestimmt ausgesprochen worden. Es wird dieselbe nicht aus eigenem Antriebe und in der Form eines Re-gieruugsvorschlages zur Verhandlung bringen; es wird abwarten, bis die Nation selbst in ihrer überwiegenden Gesammtheit sich darüber ausspricht, und je nachdem dieser Ausspruch fällt, wird das Cabinet die Sache anfassen. Es scheint, daß Lord Derby nnd seine College« den Grundsatz der Protection gegenwärtig lediglich theoretisch festhalten wollen. Sie werden übrigens die Initiative zu einer protec-ttonistischen Vill kaum ergreifen, und eine derartig wiederholte bestimmte Erklärung dürfte dem besonnenen Theile der Opposition genügen, und es daher schwerlich zur Ausführuug der bekannten Drohungen kommen, die unter Anderem anch auf eine limonat-. liche Suspension der Credite der Regierung/ zielen, und in der That sogar über die in England ohnehin so weit gezogene Gränze der vom Gesetze nicht erreichbaren Agitation hinauszuschweifen scheinen. Wir vertrauen dem Tacte des gegenwärtigen britischen Cabinets und dem gesunden Sinne des Parlaments so wie der Bevölkerung England's, daß so gewagte Catastrophe« glücklich werden vermieden werden, — gewagt und gefahrvoll selbst in dem Heimatlande .des Constitutionalismus und seiner Gewohnheiten. * Die Lage der österreichischen Industrie bezüglich der Wollmanufactur ist eine günstige: sie versorgt nicht nur den eigenen Markt, sondern führt auch eine ansehnliche Ouanticät wollene Waren auS. Nach der officiellen Statistik zählt Oesterreich 27,197.239 Schafe. Davon kommen auf die Lombardie uud Venedig . . . 512.512 Stück Militärgränze......1.145.020 „ Ungarn und Siebenbürgen . . 19,000.000 „ Auf das übrige Oesterreich . . 6.639.70? „ 27,197.239 Stück. Der Wollertrag dieser bedeutenden Schafzucht kann nicht ganz ,m Lande verarbeitet werden. Der Verkehr mit roher Schafwolle stellt sich wie folgt: Einfuhr Ausfuhr "I Mit dem Auslande: 63.055 Ctr. 152.235 Ctr. l') Mit Ungarn . .261.142 „ 5.879 „ Im deutschen Zollvereine dürfte der Schafstand bochstens auf 22 Mill. Stück veranschlagt werden. Rechnet mau den Wollertrag eines Schafes im Durchschnitt auf 2'/^ Pfund, so erzeugen 27 Mill. Schafe iu Oesterreich . . - 640.187 Zollcentner davon ab die Ausfuhr mit . 69.180 „ bleiben im Lande 851.007 Zollcentuer Von 22 Millionen Schafen im Zollverein war der Wollertrag 514.018 dazu dle Einfuhr mit . . 29.839 zusammen 543.857 Zollcentner. * 3« 6o!ge 5. 9 he« Hausirpatents ist den Hausirenden mcht gestattet, di« Waren, mit denen sie den Hausirhandel betreiben, bei ihren Wanderungen auf bespannten Wägen mit sich zn führen. Diese Beschränkung nimmt aber laut einer Erklärung des k. k. Handelsministeriums vom 3. März 1852. wie sich von selbst versteht, nicht auf solche Warensendungen Bezug, die den Hausireru von andern Ge-werbtreibenden zukommen, um mit den zugesendeten Waren nach ihrem Empfange den Hausirhandel erst zu beginnen. — Es kann daher solchen Hausirenden von den Ortsobrigkeiten und Magistraten wegen einer derartigen Warenzusendung die Vidirung des Hausirpasses gesetzlich nicht verweigert werden. Zara, 7. März. Der „Oss. Dalm." bestätigt die bereits bekannt gegebenen Bedrückungen der bosnischen Rajah und meldet: Im Februar sind im Prätorialdistrict von Knin in Dalmatien 5 griechische Geistliche angekommen, die sich mit 3 Dienern geflüchtet hatten. Auch ist eiuige reguläre türkische Mannschaft in Livno angelaugt. Vorsichtsmaßregeln in den nahe liegenden Ortschaften sind getroffen. Sie bestehen in der Entwaffnung der christlichen Bevölkerung und Einkerkerung der einflußreichsten Grundbesitzer und Geistlichen beider Riten. In dem Gränzorte Grahovo ist ein Officier der türkischen regulären Truppen angelangt, welcher nach einer kurzen Besprechung mit dem Barzaktar die Ortsvorsteher und Geistlichen Grahovo's zusammenberief. Am 28. v. M. kehrte er nach Livno mit der Vcrsicheruug zurück, ihre Einberufung habe keinen andern Zweck gehabt, als aus ihrem Munde die Zahl der waffenfähigen Mäuner zn erfahren. — Die Gefangennehmung des katholischen Bischofs Barissic bestätigt sich. D e ut l ch la n d. Berlin, 13. März. Der von der Bnndesver-sammlung beliebten Bestellung eines Vundcscommissa-rius für Bremen hat hier durchaus uicht überrascht. Die dießseitige Regierung hat diese Maßregel in Frankfurt wesentlich befördert, nicht minder Hannover. Während in den übrigen Bundesländern die größte Ruhe eingetreten war, war dieß in Bremen keineswegs der Fall. Streitigkeiten in Bezug der Verfassung der freien Reichsstadt und vor Allem die in der letzten Zeit alle Gränzen überschreitenden Agi-tatlonen Dulons und seiner Anhänger mußten um so mehr zu einem baldigen Einschreiten der Vundes-gewalt anspornen, als Seitens der Bremer Behdr-den wenig oder gar nichts geschah, einem Treiben, das sich nicht bloß auf Bremen erstreckte, sondern das auch die benachbarten Länder nicht imailgefochten ließ, entgegenzutreten. — Das Commissariat des Bundes wird bei diesen Sachverhältuissen eben keine leichte Aufgabe haben, und es wird namentlich die Details der Bremer Polizeiverwaltung nicht außer Auge lassen dürfen, da die vorherrschende Energielosigkeit sonst leicht alle Anordnungen unwirksam machen könnte. Leipzig, 12. März. Diesen Mittag passirte eine Coloune k. k. Truppen, zu dem aus Holstein zurückkehrenden Armeecorps gehörend, die Stadt. Dieselbe bestand aus einer Compagnie vom Regimente Wellington, einer Procentodivision, der 43. Transportdivision, einer Traincolonne vom Reg. Wellington und einer Sanitätscompagnie. Die Truppen kamen von Schkeudiy und werden in der Umgegend von Leipzig übernachten. Hamburg, 8. März. Am 4. d. Mts. wurde die Generalversammlung des hiesigen „Vereins von Kaufleuten des Manufacturfaches '» durch die BuudeStruppeu zu besetzen. Italien. Turin, !>. März. Die Zahl der Todten m'd Verwuudeten am 24. Febr. in Sassar, wird «ach einigen Berichten auf <»0, nach anderen auf 20 angegeben. Eine Korrespondenz der „Ital,a e Popolo redet von 10 getodteten uud 50 verwundeten Soldaten. Die ministeriellen Blätter geben bis jent keine Zahlen an. Der Kampf entspann sich zwischen den Bersaglieri und der Nationalgarde, uud würde 275t am 2Ü. und 2N. Febr. sehr blutig geworden seyn, indem Alles vom Lande bewaffnet in die Stadt strömte, wenn ,'ickt Militär- und Civilbehörden durch freundliches, begütigendes und — nachgebendes Verfahren die Gemüther beruhigt hätten. Turin, 111. März. Unser Parlament befestigt seit 3 Tagen Lasale. Dies; kostet lj Millionen und wird von allen denen, welche keine Lust haben, die neuesten cavourianischen Steuern zu bezahlen, zu kostspielig gefunden. Herr Vrofferio findet es nicht allein kostspielig, sondern auch unnütz, und hat vielleicht nicht unrecht. Da der Kriegsminister Lamarmora die Befestigungen schon seit 2 Monaten betreibt, und schon 1 Million verausgabt ist, so ist alles Einreden nebenbei höchst überflüssig. Ucbrigens stellt sich das jüngste ministerielle Schildknappenthum recht mannhaft und compact heraus, wie wir bei einigen Abstimmungen über militärische Vorlagen zn bemerken Gelegenheit hatten. Die ncne Personal- nnd Mobi-liensteuer betreffend, so werden die sardinischen Unterthanen fortan 4 p(5t. von der Miethe von 1!l0. .'!00 Fr., 10 pCt. von 4000 und darüber zahlen. Fur Mobiliar wird 1 s»r. mills' vom Werth gezahlt, !l Fr. für eine Magd, 16 Fr. für einen männlichen Bedienten. Hl Fr. für ein Pferd, 30 - !l0 Fr. sür Ein- und, Zweispänner u. s. w. Bei dieser Steuer trifft die Unverehelichten, welche große , reiche Locali-läten bewohnen, noch eine Zulage; es scheint also, daß die Civilche nicht länger anf sich warten lassen darf. Der „Virgilio" brachte die neuesten Nachrichten ans Sardinien, und zugleich zwei neue sardische (Belagerungsznstands-) Depntirte ans Sassari, die Herren De Candia und SuliS. General Durando snhr fort, überall zu entwaffnen. Wir erfahren, daß mobile Kolonnen nach Ozieri, Alghero, Tempio, Nuoro u. s. w. geschickt wurden, und daß alle diese Ortschaften Bewegnngen (moli l> lli^nlini) qleich Sassari gehabt. Zn Sassari kamen s,0 Verhaftungen vor. Es werden abermals Truppen hinüberge-sch'fft werden. Die Zustände der Insel werden überall besprochen, nnd man sieht jetzt endlich ein, daß Al. berto delta Marmora mit seinen Schilderungen im Relchssenat vollkmnme» Recht gehabt. Er verlangte von der Regierung im December v. I. „keine Sympathien, sondern nur Gerechtigkeit für Sardinien." Da der Generalintendant von Sassari, Herr Pasella, uuter den Versicherungen von Milde, Wohlwollen, Vergebung u. s. w. nach dem 2l»00 Geschütze. Großl'ritnnnill, nnd Irlnnd «ttndun. 12. März. Die angekündigte Besprechung der liberalen Parlamentsmitglieder im Hanse ^ord John Rnssel's faud gestern Statt. Die Häupter dcr Pccliteu und Palmerston mit seiue» nächsten persönlichen Frenndeu fehlten. Lord John Rüssel setzte die Grüude auseinander, die ihn bewogen hatten, die Anwesenden zu sich zu bitten. Er erzählte, er habe bei Mr. D'Israeli schriftlich augefragt, ob es die Absicht der Negierung sey, sich am kommenden Montag (1^. d.) eines Weiteren über ihre zukünftige Politik zu erklären. Darauf habe der Schatzkanzler (D'Isracli) geantwortet, es liege nicht in der Absicht der Regierung (ironischer Beifall). Nun habe er die Meinung von Sir James Graham und von Mr. Cobden eingeholt, und beide und noch Andere seyen der Ansicht gewesen, daß es ganz in dcr Ordnung sey, vom Ministcrinm eine Erklärung zu verlangen. Noch wolle er schließlich bemerken, daß es nicht seine Absicht sey, seine Re-formbill in dieser Session einzubringen, da diese nur von der Regierung selbst mit Aussicht auf Erfolg durchgeführt werden kann. «den erklärte sich mit den Worten Lord John's einverstanden, und sagte, daß man mit Beseitigung aller Nebenfragen die Regierung einzig nnd allem um cinc Erklärung über ihre Politik in der Kernfrage angehen solle. Mr. Hume scheint sich der Führerschaft des Erprcmiers nur unter Bedingungen anschließen zu wollen. Deßhalb frägt er gleich, welche Principien denn Lord I Rüssel befolgen wolle, wenn Derby durch ihn gestürzt ist. Lord I. Rüssel entschuldigt seine bisherige Haltung auS den mannigfachen Schwierigkeiten, mit denen er seit 1«4<» zu kämpfen hatte. In diesem kritischen Augenblicke sey es vor Allem nothwendig, jede persönliche und Nebeufrage zn vermeiden. Nur die Hoffnung wolle er anssprechen, daß die Schwierigkeiten, welche bishel der Erweiterung emer Rrformbill m, Wcgc standen, theilweise verschwunden seyn werden, wenn es zur Bildung eines neuen Cabinet« kömmt. ^ Man einigte sich dahin, am Montage die entscheidende Interpellation zu machen. Sollte die Antwort nicht befriedigen, dann bleibe es jedem Mitgliede freigestellt, ein Mißtrauensvotum, allgemein gehalten, oder speciell auf die Freihandelsfrage Bezug nehmend, zn beantragen, dcßgleichen zu beantragen, daß das Budget bloß auf <» Monate votirt werde, so daß das Parlament im September wieder zusammentreten müßte. Letztere Ansicht schien die vorherrschende, und man trennte sich im besten Einvernehmen, um in nächster Woche wieder zusammen zu kommen. H m c r i k a. Die bis zum AI. Jänner reichenden Zeitungen aus der Hauptstadt Meriko's wissen nichts ron der Verwerfung dcs Tehuantepec-Tractates von Seileu des mericauischen Congresses; die Nachritt ist iu brieflichen Mittheilungen nach New-York gekommen. Eine Gesellschaft von Amerikanern hat cme electro magnetische Telegraphenlinie von Melico nach dem 1.i0 Miles entfernten Napolncan (ans der Hälfte des Weges nach Vera-Cruz) eingerichtet; die Linie soll m einigen Monaten bis Vera-Cruz fortgeführt werden. Es ist jetzt alle Aussicht vorhanden, daß die große Ausstellung in New-Vork ,m 5'aufe des Sommers eröffnet werden wird. Das dazn bestimmte Geb.nide soll einen Raum von 1i»0.000 Quadnitsns: .'imn-lm,?,, und 200.000 Dollars kosten. Neues und Neuestes. Trieft, 1'l. März. Die wichtigste Nachricht der heute hier eingetroffeuen l e v a n t i n i s cbe n Post ist die Wiedereinsetzung des zeitherigen Staatsratbs-Präsidenten, Reschid Pascha, in seine frühere Würde als Großvezir der Pforte. Die Angaben aus Constan-tinopel reichen bis zum <». d. Der Austritt des Ministers der auswärtigen Angelegenheiten, Ali Pascha, und dessen Ersetznng durcli Fuad Pascha scheinen mit dcr Angelegenheit deS belligen Grabes und namfnt-llch mit dem Seitens einer großen betheiligteu Macht, w«e man hört, entschieden abgegebenen Proteste nicht ohue Zllsamlilelchailq geblieben zu seyn. Auch m auderu Mimsterialportesruilles ward verschieden«',! Veränderungen entgegengesehen, da Reschid Pascha nunmehr sich beflissen zeigen dürfte, die Reiben seiner zweideutigen Anhänger oder gar seiner Gegner zn lichten. Ans Beirnt wird vom >'l. d. berickle,. dasi rccrntiruugsflüchligc Drusen mehrere Christen-dörfer überfallen und ausgeplündert babcn. (Nachtrag zur U eberla n ds p o st.) Bombay, 17. Febuar. Einem Gerüchle ,n Folg!», ist in den ostindischen Besitzungen Portugals eine Emeute ausgebrochen, sofort abl)l>lera ist m Raugun 852 Amsterdam, für 100 Thaler Currant. Rthl. 174 Monat Augsburg, für 100 Gulden (5ur.. («old. 124 3/8 «so Franffurt a.M.. l für l20ff. südd. Äer« eixS-Wahr, i»»2^ l/2 sl. Fuß, Gilld.) l23 l/2O. 3 Monat. Hamburg, für 1N0 Thaler Banco, Nthl. >83/i 2 Monat. Vans, für 300 Franken . . Gold. 147 3/t '.'tapolconsd'or's „ . , . . — 9..,Z Soiwcrainsd'or's .. .... — 17. lH Friedrichsd'or's „ .... — 10.l8 Nuß. Ilnperial ...... — iy« l^nql. Soveralngs ,.,... — 12.27 Silberagio .... .... — 2l Getreid - Durchschnitts - Preise in Laibach am 13. März 1852. Marktpreise. Ein Wiener Meyen Weizen . . 4 fi. «2 kr. — — Kukurutz . . — » — » — — Halbsrucht . — „ — »> — — Korn ... 3 » 30 », — __ Gerste ... — »— » — — Hirse ... 3 « 26 >> __ — Heiden . . . 3 „ — „ — — Hafer ... — „ — « Z. 349. (1) Nr. 105U. Edict. Von dem k. k. Bezirksgerichte Umgebung liaibach wird hiemit bekannt gemacht: Es sey über llnsuchen des Herrn Leopold Thon» hauser, durch Herrn l)p. Burger, mil Bescheid vom heutigen in die ere,u:ive Feildietung der, zu Udmalh liegenden, im Trundbuche der Pfarrgült St. Peter «»l, Urb. Nr. 37 vorkommenoen, auf Frau Barbara v. Widerkhern vergewährten, gerichtlich auf 2200 fi. geschätzten Hausrealilat, wegen schuldigen 500 st. lammt Hmsen und Hosten gewilligt! worden. Hiezu wurden die Tagsatzungen auf den 2l. April, 24. Mai und 2l. Juni l. I., jedesmal Vormittags von 9 bis 12 Uhr im Orle der Realität mit dem Beisaye angeordnet, daß wenn die Realität weder bei der ersten, noch del der zweilen FeilbietungStagiatzung nicht wenigstens um ten Schähungsbetrag an Mann gebracht werdcn könnte, dieselbe b«i der drillen Tag' satzung auch unter der Schätzung Hinlangegeben wer-den würde. Das Schätzungsprotucoll, dit Licilationsbeding-nifse und der neueste Grundduchsertract können tag» lich in den gewöhnlichen Amlsstunben hiergerichts eingesehen werden. Laibach am 20. Februar »852. Der k. k. Bezirks'Richter : Htinricher. Z 347. (1) Nr. 264«. Edict. Vom k. k. Bezirksgerichte Idria wird bekannt gemacht: Es habe in die executive Feilbietung der auf Lukas Poschenu vergewahrten. dem Anton Ru« dolf gehörigen, im Grundbuche der uormiligen Herrschaft Nippach «>,l, Urb. Nr. 987, Rectf. Z, 157 vorkommenden Re.llität zu Poderlhea, wegen dem Anlon Pleschner von Schwarzexberg aus dem w. ä. Vergleiche 1. o)oldvorstellende Urkunden, als: Stammkapitalien: ^ 3) e t a l l l l r u n g. Barschaft. öffentliche Privat. Fürstlich Sparcasse-^. Obligationen Obligationen Esterhazy'sche Büchel A liose fl. kr. fi. kr, fi. kr. fl. j kr. ss kr. ^mp fä «st«: l Laut der, durch die Zeitung veröffentlichen Kundmachung war der Musealfondsstand mit 3«. December »850 . . . 332 2l ,740 ^ 2050 — ,«l) - 1^00 23 In »85«: 2 An Interessen.......... 188 18 3 ., Beiträgen, theils bar, theils durchführend .... 842 — 4 „ Legaten.......... ,50 __ > ' ' aufgenommenen Vorschüssen...... — 45 ^ 6 „ zurückerhaltenen dto...... . 2 — 7 » zurückbezahlten Capitalien.....- . 792 24 >x „ neuangelegten dlo....... — __ . . . . 800...... 292 .. Empfangs . Summe . 2299 l8 l74N — 28.^0 lM» tz^92 2.'l Ausgaben: ^ Auf Besoldungen und Löhnungen...... ,,a — ^ « Beheizung. Beleuchtung lc. ...... 45 l 2 ' ., Schreibmaterialien........ 2 48 „ Porto und Botenlohn ....... 5 53 ,^ " Inventarialgeräthschaften....... 90 50 7 » verschiedene Auslagen und Durchführungen .... 495 38'/^ « " dto ungewöhnliche Auslagen..... 49 4l^ " neuangelegten Capitalien.......l092 — ............ 580 5! Ausgaben. Summa . ,392 3 . . - ' ' 580 5l D "^^^.^......2«, . ..« - ,«« - .«« - «.^l so zeigt sich am 'i, i> «li > l» December ,85» ei« Musealfondsftand von . 407. 45 l740 - 2850 ^ ,00 - 43ll " .> Anmerkung, l. Da die Ntiträae eingehen, so werden die Current«. '^ "lt qcqen Ende des Jahres ten werden. ^"enlauslag«« «us obigem Cassareste b.stnt^ 2, Der Stand der öffentlichen Obligationen ^ . <^ . - .... Ausweisung nichts geändert. ^ "" ^" sich s«t der vorem.ahr.gen ^ Die Privatobligationen vermehrten sich um 500 n ^^ durch die Er-'.'richnen Geldes" '"'" '" " '" ^'""^ «lie«.,^i,,,sl'Nl,na Den p.p. Herren Vcremsmitqli.dern steht es fr,.. d.eDela.lrechnung bei d«m Museums Vereins-üassier Michael ^<5»> bel.eb.g «.»zusehen. Laibach am >4. Februar ,«52. ss»z<5»,. >'>'^«>. Cassier« und RcchnungSfuhrer.