lnr Annst, Literatur, Theater u. geselliges Lebe»». NNN2G2NW ^NN Nie cdel und wie göttlich groß >>Fürs Vaterland zu fallen!« D'rum ist des Schlachiensohnes Loos Das glänzend'ste «on allen. Ward ihm gleich nicht's, als Roß »nd Schwert, Und Liebchen nur beschieden; Ihm ist's genug! — Sein Herz begehrt Nichts Anderes hieruieden. Heut ruft ihn hin, und morgen her Die Pslicht zum tapfer» Streite; Isis obgethü» — dann lehret er Zum Liebchen mit der Beute. So wandelt er mit froher Brust Dem Tode stets entgegen; Denn Schlachlendonner ist ihm Lust — llud Lust der Kugeln Regen! Mag immerhin gehärmt, gequält, Sich lang an seinem Stabe Der sieche Greis durch diese Welt Hinschleppen über'm Grabe: Der Schlachlensohn — er wirft im Nu Die Last von seinem Hucken; Und «engt deu bessern Wellen zu, Gleichwie des Blitzes Zucken! M. Vehovar. Der Ring des Großvaters. Erzählung «o» Fl«nz Wilh. ». S, bcnh ucuer. (Beschluß.) Ohne recht zu wissen, was ich that oder was ich wollte, zog ich die Glocke an dem Gitter, welches die übrigen Wohnzimmer von meiner Arbcitsstube und die Vorhalle von der Stiege absperrte. „Die gnädige Frau ist ausge­gangen« eröffnete mir die Magd, welche mit der brennen­den Kerze mir entgegen trat. Ich ließ sie ohne Antwort. Nachdem ich mir den Schlüssel meines Zimmers verschafft hatte, bedeutete ich der Dienerin, sie habe meine Frau zu unterrichten, daß ein auswärtiges Dienstgeschäft mich bis spät in die Nacht außer dem Hause halten werde. Sie möge meine Heimkunft für heute daher nicht erwarten. Dann sandte ich die Magd wieder an ihre Arbeit. Ich verließ noch einmal das Haus, kehrte aber nach einiger Zeit wieder dahin zurück und begab mich geräusch­ los in mein Zimmer. Wenige Minuten vor Zehn kam auch meine Frau. Ich hörte, wie die Magd ihren Auftrag voll­ zog und die Ueberraschte ihr Bedauern ausdrückte, mich heute nicht mehr erwarten zu dürfen. Jeder Versuch zu beschreiben, was ich in jenen Stun­ den empfand, würde vergeblich seyn. Ich bemerke nur, das; es ungefähr Mitternacht seyn mochte, als ich vernahm, wie das Gitter leise geöffnet werde, und Jemand nachsehe, ob die Thüre meines Zimmers noch verschlossen und ich noch nicht zu Hause sey. Ich brachte die Nacht unausgekleidet auf dem Sopha zu und verließ mit einbrechender Morgendämmerung das Haus. Unwillkührlich wandte mein Blick sich nach den Fenstern meiner Wohnung. I m Schlafzimmer meiner Gat­tin brannte bereits Licht, und ich glaubte ihren Schatten wahrzunehmen. „Das böse Gewissen ist kein Begünstiger nächtlicher Ruhe« sagte ich halblaut und eilte vorwärts. Ich besuchte das Amt zur gewöhnlichen Stunde, aber ich war jetzt keiner Arbeit, keines anderen Gedankens, als der Erinnerung an mein Unglück, an meinen zerstörten Le­bensfrieden fähig. „Madame« schrieb ich auf einen Zet­tel, vSie haben—« doch, während ich weiter schreiben wölke, fiel mein Blick unwillkührlich auf jenen, von der Großmut­ter erhaltenen Ring. Ich legte die Feder schnell aus der Hand. „Zwar« sagte ich zu mir selbst — „ist es hiermit jeder weitern Ueberlegung zu Ende. Ich habe meine Frau mit einem mir unbekannten Mann Arm in Arm bei Nacht auf der Straße gefunden, ich habe vernommen, wie sie sich glücklich pries, mir nicht in die Oper gefolgt zu seyn, und dadurch ihr Zusammentreffen mit jenem Fremden un­möglich gemacht zu haben, und wie der nächtliche Ausgang meiner Kenmniß entzogen werden solle, ja ich habe sogar« diesen Gedanken vermochte ich nicht auszudenken — gewaltsam riß ich mich von seiner weitern Verfolgung los. Eine Täuschung über das, was ich als Mann von Ehre nun wisse, war jetzt wohl nicht mehr möglich, eine fer­ 2O2 nere Untersuchung des Gegenstandes konnte nur peinlich seyn, und zu keinem günstiger» Resultate führen. Aber ich hatte bei dem Andenken meiner Mutter, bei meiner Ehre und bei der Liebe einer verehrten Großmutter mein Wort verpfändet, in keinem aufgeregten Zustande handeln oder einen Entschluß fassen zu wollen, ohne mit ruhige r Hand die Ninguhr aufgezogen zu haben. Ruhig war ich nun wohl auch bereits — war jene Pflichtvergessene wohl eine Unruhe werth? Ich mußte, wollte ruhig seyn, und auf meiner Brust lag jetzr allerdings eine — verzweif­ lungsvoll e Ruhe, aber den Schlüssel zur Uhr hatte ich nicht bei der Hand, das Kästchen, in welchem er aufbe­ wahrt wurde, befand sich in den Zimmern meiner Frau. Ich mußte daher, ehe ich entschied und handelte, noch ein­ mal sie sehen, noch einmal nach Hause kehren. Im Amte litt es mich nicht, die Nothwendigkeit einer auswärtigen Nespizirung erklärend, verließ ich dasselbe schon in der nächsten Stunde. Besinnungslos irrte ich in den Strassen der Hauptstadt umher. Es war bereits drei Uhr Nachmittags, da ich mich end­ lich entschloß, den schweren Gang nach Hause zu thun. Unbemerkt kam ich bis in das Vorhaus meiner Wohnung — das Gitter stand offen — gewaltsam mich sammelnd trat ich an die Thüre meines Vorzimmers. Diese Thüre hatte, des Lichtes für das Vorhaus wegen, zwei gläserne Obertheile. Da stand meine Frau, den Kopf auf die Brust herab­gesunken, wieder neben einem fremden Manne, jenem von gestern wahrscheinlich, und dieser schien mit Nachdruck und Salbung auf sie einzureden, während er sie mit vieler Auf­merksamkeit an der Hand hielt. Ha! dachte ich, man hält dich im Dienste außer der Stadt entfernt, und sich daher für um so sicherer. Schon wollte ich, einen offenbaren Eklat^u vermeiden, mich wieder entfernen — für meine Ueberzeugung hatte ich genug, was bedurfte ich weiter? — als die Thüre plötz­lich geöffnet wurde, und eine Frau, welche ich nicht im Zimmer bemerkt hatte, weil ich in meiner Stellung nur einen Theil desselben übersehen konnte, heraustrat. Die Fremde stutzte einen Augenblick, da sie mich erblickte, hing aber im nächsten Augenblicke an meinem Halse, und ich er­kannte — die Schwester meiner Eleonore. v. Meine Schwägerin hatte vor längerer Zeit schon ei­nen zur Armee von Italien gehörigen Offizier geheirathet, dieser war nun zu den deutschen Truppen übersetzt worden, und die Familie gestern am Abende in P. angekommen. Von einer mehrwochentlichen Reise angegriffen, hatte die Hauptmannin sich es versagen müssen, ihre Schwester noch denselben Abend persönlich aufzusuchen, jedoch ihren Gat­ten bestimmt, in der Stunde der Ankunft noch, diese ih­ren Verwandten anzuzeigen. Er traf meine Frau allein zu Hause, und es war anfänglich verabredet worden, mich im Theater aufzusuchen, und den Abend bei den Ange. kommenen gemeinschaftlich zuzubrigen, da meine Frau sich Nicht darein ergeben wollte, ihre Schwester eine Nacht in der Stadt zu wissen, ohne sie gesehen zu haben, und der Hauptmann das ihm in der Mitte der Stadt und in der Nähe der Militärbehörden angewiesene Absteigequartier sei­ ner morgigen Meldungen wegen nicht verlassen und bei uns wohnen wollte. Aber während meine Frau und ihr Schwager nach dem Gasthofe gingen, in welchem der'Letz­ tere abgestiegen war, änderte jene ihren Plan. Es war der erste December. Da am 3. mein Namenstag fiel, wollte sie für den morgigen Abend eine kleine Gesellschaft arrcm« giren, und ich sollte durch das plötzliche Eintreten unserer Verwandten angenehm überrascht werden, darum heute von der Ankunft derselben noch nichts erfahren, und somit meine Frau bei meiner Rückkunft aus dem Theater jeden Falls schon zu Hause finden. Da es sich schon öfter begeben hatte, daß der Dienst plötzlich eine Respizirungsreise in die Umgegend nochwen­ dig machte und mich selbst über eine Nacht auswärts hielt, war es meiner Frau nicht aufgefallen, bei ihrer Heimkunft zu hören, daß ich zu Hause gewesen sey, und sie mich für den Abend nicht mehr erwarten dürfe. Gleichwohl aber hatte sie um Mitternacht, bis wohin sie an einer zu mei­ nem Namenstage für mich bestimmten Brieftasche gearbei­ tet, es sich nicht versagen können, noch einmal nachzusehen, ob ^ich nicht etwa doch schon nach Hause zurückgekehrt sey, und, um sie nicht zu stören, mich unmittelbar in mein Zim­ mer begeben habe; sie fand mich nicht, da ich das Zim­ mer abgeschlossen hatte. Um ihre Schwester am folgenden Morgen wieder besuchen, gleichwohl aber auch jene Arbeit vollenden zu können, war die Gute schon um vier Uhr Morgens wieder aufgestanden und hatte sich an ihr Tisch­ chen gesetzt. Darum hatte ich bei meiner Flucht aus dem Hause schon Licht in ihrem Zimmer gesehen, welches ich sehr unrichtig für einen Beweis ihres bösen, unruhigen Gewissens zu nehmen, so übereilt gewesen war. Als ich jedoch auch am folgenden Mittag noch immer nicht nach Hause gekommen war, begann sie ernstlichen Be­sorgnissen sich hinzugeben, und beschloß am Nachmittage Erkundigung im Amte einholen zu lassen, wann sie mich zurück erwarten dürfe. Zugleich unterrichtete sie ihre Schwe­ster von meiner Abwesenheit und bat sie, noch vor der be­stimmten Stunde zu ihr zu kommen. Dies geschah, und eben da der Hauptmann sich Mühe gab, die Trübselige zu überzeugen, daß ja doch noch nicht alle Hoffnung vorüber sey, mich heute noch zu Hause zu haben und mir die zugedachten, mehrseitigen, angenehmen Ueberraschungen zu meinem Festabende bereiten zu können, stand ich vor meinem Vorzimmer. Ich habe kaum nöthig zu erwähnen, daß ich es nicht für gut fand, des beabsichtigten Absagebriefes und der Veranlassung hiezu, selbst auch nur scherzweise, zu geden­ken, und daß ich die Qualen verschwieg, welche ich in den letztverflossenen zwanzig Stunden erduldet hatte. Der Rin g meines Großvater s hatte meinem schuldlosen Weibe eine unverdiente, vielleicht nie zu vergessende Krän­kung erspart, er hatte mich gehindert, in den Augen mei­ner Verwandten lächerlich zu werden und endlich — glaubt 3O3 es mir ihr Ehemänner! es ist ein, oder es sind vielmehr zwei Uebel mehr im Ehestande, hat man nur einmal gezeigt, man könne auch eifersüchtig seyn oder Zweifel hegen an der Treue der Erkornen! Die Ruine Wallenburg in Hberkrai«. Da ich unlängst an das Landes - Museum in Laibach einen alten Säbel sammt Scheide, dergleichen die Vorfah­ren der jetzigen Bewohner von Oberleibnitz (Pfarre Stein­büchel) als Knappen der Besitzer und Herren des uralten Schloßes Wallenburg trugen, übersandte, so erlaube ich mir in der vaterländischen Zeitschrift Folgendes darüber zu erörtern: Das edle Wallenburger Geschlecht war bekannntlich schon im Jahre Christi 1354 erloschen, und das weitläufige Schloß kam in den Besitz des Ritters Hanns v. Houns­berg, dann an das Geschlecht der Grafen v. Katzen stein, später an die Lam berge, und endlich an die Grafen v. Thurn , in deren Besitz sich die seit vielen Jahren (näm­lich seitdem das Schloß unter einem gewißen Ambrosius Grafen v. Thur n im löten Jahrhundert durch eine Feu­crsbrunst eingeäschert wurde) verödete Ruine noch befindet. Die Vorfahren der jetzigen Bewohner von Oberleibnitz waren der Gewohnheit des Mittelalters gemäß, Knappen der Besitzer von Wallenburg, und hatten wahrscheinlich schon von den ersten Besitzern einen nahe gelegenen Terrain zur Bebauung und Aufstellung einer Wohnung als Lehensträ­ger, und in Hinsicht des Besitzes als Freisaßen erhalten, mit dem Beding, das Schloß zu bewachen, in jeder Ge­fahr zu vertheidigen, und im Nothfalle dem Lehensherrn in den Krieg zu folgen. Auch hatten sie bei Gerichten, Urtheils-Executionen u. dgl. Wache zu halten, wie dies zum letzten Male noch in der zweiten Hälfte des isten Jahr­hundertes bei Hinrichtung eines gewißen Contrebandiers Dominik geschehen, der wegen Ermordung eines Insaßen bei Hohenbrucken unweit Aßling, bei der unterhalb Rad­mannsdorf über die Save führenden Brücke enthauptet wurde.— ObgenannterKnappen oderFreisaßen gab es acht­zehn; von denensiebenzehn Dienste thaten, der Eine aber die Dienste und Verrichtungen u. s. w. anzusagen hatte. I n diesem letzten Amte wechselten sie jedes Jahr unter ein­ander ab, welche Gewohnheit sich noch jetzt in Betreff der Gemeinde-Angelegenheiten erhalten hat. — Bei der Schloßwache und im Kriege führten sie Säbel und Spieß (eigentlich Hellebarde) und bei andern Wachen mit Eisen beschlagene, wie auch mit eisernem Knopf versehene Stöcke, was sich noch hinlänglich unter den jetzigen Bewohnern im Andenken erhalten hat. Von Spießen und Stöcken ist leider jetzt kein Stück zu erhalten, (indem manches davon sich zu Hausgeräthschaften verbrauchen ließ) obwohl sich noch nicht zu sehr bejahrte Personen zu erinnern wissen, Hellebarde und Stock gesehen zu haben. — I n Betreff der Schloßwache ist es noch immer im Andenken, daß jede Nacht zwei Mann Wache zu halten hatten, und man vor nicht langer Zeit noch die Plätze auf der Ruine zeigen tonnte, wo sie standen. Was insbesondere den übersendeten Säbel, der sich in dem an der jetzigen Ruine zunächst befindlichen Hause ?lr. 22 (po>« 3!-»5. Der Buchstabe H. Laibach. Druck und Verlag von Joseph Vlasnik.