Nr. 266. Mittwoch, 18. November 1908. 127. Jahrgang. Zeitung Mbacher aauzMriss »o li. bolbjähriss 15 X, Im «untt.r l ganzjährig I Dis on>' und .friellacie Die «ldminiftrnt!»« b^n»^ »2 X. t,°lvja r.g " ^,,^"' "« öustellung n« Hm.« N°nzi^ ll. ^ 5nser.,...e8cbühr- stur «eine Injerate ^ sich M,ll°«i,s.ra^ Nr, 20; b. ° b!« 333 b<« ,u 4 fetten 50 k. «rößele per «eile lL b; hei östcren Ueiholu»nen per Zelle « k. ^ v.„mit,»««. Nnfrantirrte Briele werben nicht ongtiwmmcn, Ma»,'.,lrlv^ „icht znrückgrNellt Telephon-Nr. der Redaktion 52. Amtlicher Teil. Seine l. und k. Apostolische Majestät geruhten allcrgnädigst die nachstehenden Allerhöchsten Handschreiben zu erlassen: Lieber Freiherr von Veck! Mit Bedauern gebe Ich Ihrer Bitte statt und enthebe Sie vom Amte Meines Ministerpräsidenten. Indem Ich Mir Ihre Wiederverwendung im Dienste vorbehalte, würdige Ich gerne auch bei diesem Aulasse Ihr unermüdliches patriotisches, von großen Erfolgen gekröntes Wirken. Ihnen war es bcschieden, durch die volkstümliche Erweiterung des Wahlrechtes dein verfassungsmäßigen Leben neue Bahnen zu weisen; Ihrer loyalen Vermittlung ge-ls.ng es, die parlamentarische Tätigkeit von. Hemmnissen und Störungen zu befreien; durch die Ordnung des wirtschaftlichen Verhältnisses zu den Ländern der heiligen ungarischen Krone haben Sie zur Erhöhung des Ansehens und der Machtstellung der Monarchie beigetragen. Auch wurden von dem Ministerium, an dessen Spihe Sie gestanden, Wirtschafts- und sozialpolitische Hieformen von hoher Bedeutung vorbereitet, die noch in fernen Zeiten segensreich wirken sollen. Indem Sie aus dem Amte scheiden, möge Sie das Bewußtsein geleiten, daß Ich Ihrer hervor» ragenden Verdienste stets dankbar gedenken werde. Wien, am 15. November 1908. Franz Joseph in. p. Veck m. i». Lieber Dr. Klein! Auf Ihr Alisuchen enthebe Ich Sie unter Vorbehalt Ihrer Wiederverwendung im Dienste in Gnaden vom Amte Meines Iustizministers. Bei diesem Anlasse spreche Ich Ihnen für Ihre auf wissenschaftlichem Gebiete uud im öffentlichen Dienste entfaltete, gleich ausgezeichnete und fruchtbare Tätigkeit Meinen wärmsten Dank aus, und verleihe Ihnen zum Zeichen Meiner Anerkennung das Großkreuz Meines Leopold-Ordens mit Nachsicht der Taxe. Wien, am 15. November 1908. Franz Joseph in. i>. Veck m. i,. Lieber Dr. von Korytowski! In Gnaden enthebe Ich Sie hiemit auf Ihre Bitte vom Amte Meines Finanzministers und behalte Mir Ihre Wiederverwendung im Dienste vor. Gleichzeitig verleihe Ich Ihnen in dankbarer Anerkennung Ihrer mit treuer Hingebung unter schwierigen Verhältnissen geleisteten hervorragenden Dienste die Brillanten zum Großkreuze Meines Leopold-Ordens. Wien, am 15. November 1908. Franz Joseph m. p. Beck ,n. i>. Lieber Freiberr von Biencrth! Ich enthebe Sie auf Ihre Vittc in Gnaden von dem Pusten Meines Ministers des Innern und spreche Ihncn für Ihre Mir in dieser Eigenschaft geleisteten hervorragenden und besonders ersprießlichen Dienste Meine vollste Anerkennung aus. Wien, am 15. November 1908. Franz Joseph m. i». V eck m. i>. Lieber Dr. March et! Indem Ich Sie, Ihrem Ansuchen willfahrend, unter Vorbehalt Ihrer Wiederverwendung im Staatsdienste in Gnaden von der Stelle Meines Ministers für Kultus und Unterricht enthebe, spreche Ich Ihnen für Ihre vieljährigen, nut hingebungsvollem Eifer geleisteten ausgezeichneten und loyalen Dienste Meinen wärmsten Dank und Meine volle Anerkennung aus. Gleichzeitig verleihe Ich Ihnen Meinen Leopold - Orden' erster Klasse mit Nachsicht der Taxe. Wien, am 15. November 1908. Franz Joseph in. ^. B e ck n,. i». Lieber Dr. von Dcrschatta! Ihrem Ansuchen um Enthebung von der Stelle Meines Eisenbahnministers willfahre Ich in Gnaden. Indem Ich auch für die Zukunft auf Ihre bewährten Dienste rechne, spreche Ich Ihnen füc Ihre umsichtigen uud zielbewußten Bemühungen um die Ausgestaltung des staatlichen Eisenbahnwesens Meine volle Anerkennung und Meinen wärmsten Dank aus und verleihe Ihnen tarfrci Meinen Leopold-Orden erster Klasse. Wien, am 15. November 1908. Franz Joseph in. i». V e ck ni. p. Lieber Pradc! Auf Ihre Bitte enthebe Ich Sie in Gnaden von dem Posten Meines Ministers und spreche ^hncn fur Ihre in dieser schwierigen Slellung entfaltete ersprießliche Wirksamkeit Meinen Dank und Meine volle Anerkennung aus. Gleichzeitig verleihe Ich Ihnen taxfrei Meinen Leopold-Orden erster Klasse. Wien, am 15. November 1908. Franz Joseph in. p. Beck m. p. Lieber Dr. Eben hoch! Aliläßlich der von Ihnen erbetenen und hicmit in Gnaden bewilligten Enthebung vom Amte Meines Ackerbauministers spreche Ich Ihnen für die erfolgreiche Förderung der Aufgaben Ihres Ressorts Meinen Dank und Meine Anerkennung aus und verleihe Ihnen taxfrei Meinen Orden der Eisernen Krone erster Klasse. Wien, am 15. November 1908. Franz Joseph m. p. Veck in. p. Lieber Dr. Fiedler! Ihrer Bitte willfahrend, enthebe Ich Sie unter Vorbehalt Ihrer Wiederverwendung im Dienste in Gnaden vom Ainte Meines Handelsministers und spreche Ihnen bei diesem Anlasse für Ihre mit rastlosem Eifer entfaltete verdienstvolle Tätigkeit Meinen wärmsten Dank und Meine volle Anerkennung nus. Gleichzeitig verleihe Ich Ihnen Meinen Orden der Eisernen Krone erster Klasse mit Nachsicht der ^axe. Wien, am 15. November 190«. Franz Joseph n>. i». Beckm. p. Lieber Dr. Geßmann! In Gnaden enthebe Ich Sie auf Ihr Ansuchen vuni Amte Meines Ministers für öffentliche Arbeiten und verleihe Ihnen in Anerkeunung Ihres mtlraftigen und ersprießlichen Wirkens in dieser Stellung taxfrei Meinen Orden der Eisernen Krone erster Klasse. Wien, am 15. November 1908. Franz Joseph in. p. Veck in. i>. Lieber Prüfet! Indenl Ich Sie hicmit auf Ihre Bitte in Gnaden von dem Posten Meines Ministers enthebe, fühle Ich mich verpflichtet, Ihnen für die Mir mit unermüdlichem Eifer geleisteten vortrefflichen Dienste Meine dankbare Anerkennung auszuspre-chen. Gleichzeitig verleihe Ich Ihnen taxfrei Meinen Orden der Eisernen Krone erster Klasse. Wien, am 15. November 1908. Franz Joseph n>. z>. Veck m. z>. Lieber Ritter von A b ra h a m o w i c z! Ich enthebe Sie auf Ihre Bitte in Gnaden von dcm Posten Meines Ministers. Wien, am 15. November 1908. Franz Joseph m. p. Beck in. p. Lieber Feldmarschallcutnant v. Georgi! Ich enthebe Sie auf Ihre Bitte in Gnaden von dcm Posten Meines Ministers für Landesverteidigung. Wien, am 15. November 1908. Franz Joseph m. zi. V c ck ">. p. Lieber Dr. Freiherr von Bienerth! Ich ernenne Sie zu Meinem Ministerpräsidenten für die im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder. Zugleich beauftrage Ich Sie, Ihr? Bemühungen um die Heranziehung der Vertreter der parlamentarischen Parteien zu tätiger Mitwirkung an der Negierung mit unvermindertem Eifer fortzusetzen und damit die Grundlagen des bisherigen Systems zu erhalten und zu festigen. Wien, am 15. November 1908. Franz Joseph m.;.. Biencrth m. i>. Lieber Dr. Freiherr von Bienerth! In Genehmigung Ihrer Anträge ernenne Ich den Geheimen Rat David Ritter von A bra harn o w i c z neuerlich zu Meinem Minister, den Geheimen Rat uud Felomarschallcutnant Friedrich von Gcorgi neuerlich zu Meinem Minister für Landesverteidigung, den Geheimen Rat und Sektions-chcf Guido Freiherrn von Hacrdtl zu Meinem Minister des Innern und den Ersten Vizepräsidenten des Abgeordnetenhauses Dr. Johann 5a 5 et sowie den Rcichsratsabgeordnelen Dr. Gustav Schreiner zu Meinen Ministern und betraue gleichzeitig den Geheimen Rat und Seltionschef Adolf Freiherrn von Iorkasch-Koch mit der Leitung Meines Finanzministeriums, den Sektions-chcs Dr. Viktor Mataja mit der Leitung Meines Handelsministeriums, den Seltionschef Dr. Robert Ritter Holzlnecht von Hort mit der Lei lung Meines Justizministeriums, den Settionschcs Josef Ritter von Kanera mit der Leitung Meines Ministeriums für Kultus und Unterricht, den Sektionschef Josef Pop mit der Leitung Meines Ackerbauministeriums, den Scttionschef Dr. Max Grafen Wickenburg mit der Leitung Meines Ministeriums für öffentliche Arbeiten und den Sektionschef Dr. Zdcnto Ritter von Forster mit der Leitung Meines Eisenbahnministeriums. Wien, am 15. November 1908. Franz Joseph m.i>. Bienerth m. p. Laibacher Zeitunq Nr. 266. 2482 18. November 190«. Lieber Ritter von Ab ra h am o w i c z! Ich ernenne Sie neuerlich zu Meinem Minister. Wien, am 15. November 1908. Franz Joseph m. p. Bicnerth m. p. Lieber Feldmarschalleutnant v. Georgi! Ich ernenne Sie neuerlich zu Meinem Minister für Landesverteidigung. Wien, am 15. November 1908. Franz Joseph in. i>. Bicnerth m. i>. Lieber Freiherr von Haerdtl! Ich ernenne Sie zu Meinem Minister des Innern. Wien, am 15. November 1908. Franz Joseph m. P. Vienerth m. p. Lieber Dr. 5äöek! Ich ernenne Sie zu Meinem Minister. Wien, am 15. November 1908. Franz Joseph m. p. Bienerth m. p. Lieber Dr. Schreiner! Ich ernenne Sie zu Meinem Minister. Wien, am 15. November 1908. Franz Joseph ni. i>. Vienerth ui. p. Nichtamtlicher Heil. «Daily Graphic» über die internationale Lage. Aus London wird geschrieben: Sehr bemerkenswert ist, lvas der „Daily Graphic" vom 14. d. M. zur Lage sagt: „Was die Verhandlungen zwischen der Türkei und Österreich-Ungarn betrifft" — bc-mertt das Blatt — „so handelt es sich dabei nur um eine Frage des uniou,- i>rui)r« der Türkei. Es sollte nicht schwer fallen, sie zu lösen, und wir sind überzeugt, daß die versöhnende Staatskunst des Kaisers Franz Josef dieser Aufgabe gewachsen sein wird. Es bleibt das schwierige Problem der serbischen und montenegrinischen Kompensationen. Wir fürchten, daß in dieser Beziehung von Österreich-Ungarn keine Konzession zu erwarten ist und auf solchen zu bestehen, hieße nur alle Aussichten auf das Zustandekommen einer Konferenz verderben. Es ist richtig, das Empfinden in Serbien ist ein sehr starkes und seine Beschwerden sind angetan, die Sympathien Europas zu finden; tat- Dic junge Exzellenz. Roman von Georg Hartwig. (17. FortsctzUNg.) lNachbrucl verboten,) Eva erschrak heftig. „Wie kann man so ungeschickt sein!" rief sie ärgerlich. „Ja, das ist nun geschehen", sagte der Oberst kurz. „Sehr schade!" rief Frau von Solden. „Ist denn keine andere erste Geige in der Eile zu bc-! schaffen?" „Doch!" Es fuhr Eva wie ein Blitz durch die Seele und über die Zunge. „Lina Willig spielt ja Geige. Ich will gleich herunter gehen und sie holen." „Meinethalben!" sagte der Oberst, seine Gattin fragend anblickend. „Wenn's nicht geht, geht's eben nicht. Professor Muschler versteht allerdings wenig Scherz. Er wird einfach das Instrument hinlegen und sagen: ergebensten Dank, meine Herrschaften." „Das wäre in diesem besonderen Falle wenig höflich", bemerkte die Obcrstin. „Nimm dir ein Tuch über, Eva, es ist so zugig auf der Treppe! Nch", fuhr sie unruhig fort, „was ist das nun wieder für ein toller Einfall mit diesem wunderlichen Mädchen da unten. Sie ist für die Geselligkeit ja völlig ungenießbar. Und nun gar mit Muschlcr zusammen, der die überspannten Frauen nicht ausstehen kann. Ich habe zu meinem Erstaunen gehört, daß die Willigs recht vermögend sind. Wenn ich denken müßte, daß Eva solche Schrullen im Kopf hätte —" Eva war unterdessen im Fluge die Treppe hinabgccilt und an dein ihr öffnenden Mädchen vorüber nach Lina Willigs Zimmer, an dessen Tür sie sich anzuklopfen weder Zeit noch Mühe nahm. Schon auf dem Gange draußen scholl ihr die laute Stiunnc der sich im freien Sprechen Übenden sächlich ist aber der Grund zu diesen Beschwerden Vor über dreißig Jahren entstanden, und jeder vernünftige Serbe muß zugeben, daß es etwas spät ist, jetzt die Abhilfe zu reklamieren. Nach dem öffentlichen Rechte Europas hat weder Serbien noch Montenegro irgend einen zureichenden Standpunkt in dem Rechtsstreit, welcher aus der Annexion Bosniens und der Herccgovina entstanden ist. Wenn diese Provinzen nicht österreichisch sind, dann sind sie türkischer Besitz, und von dem Augenblicke ab, da die Türkei der Annerion zustimmt — und sie wird dies sicherlich tun — haben die Serben nicht den geringsten Grund mehr, der in Erwägung gezogen werden könnte, zu einer Reklamation. Nir bezweifeln ill der Tat stark, ob diese Ansprüche jemals ihre gegenwärtige leidenschaftliche Verfechtung gefunden haben würden, wenn nicht gewisse europäische Staatsmänner ihnen eine unüberlegte Ermutigung hätten zuteil werden lassen. Eines ist klar. Die beherrschende Notwendigkeit des Augenblicks ist nicht die Befriedigung der visionären Aspirationen der Serben, sondern die Wiederherstellung einer normalen Lage auf dem Balkan auf der Basis eines revidierten öffentlichen Rechts. Daher sollte die ganze Energie Europas darauf gerichtet sein, die Konferenz mit möglichster Beschleunigung zustande zu bringen, selbst wenn in diesem Prozesse einige unwesentliche Beschwerden ohne Abhilfe bleiben soll-lm."__________________.________________ Politische Neberftcht. Lait> ach, 17. Novembbcr Der „Neuen Freien Presse" zufolge machte der Minister des Äußern, Freiherr von Aehren-thal, dem von ihm empfangenen Direktor der Kreditanstalt, Vlum, gegenüber folgende Äußerung: „Meiner Ansicht nach liegt gar kein Motiv vor, welches irgendeine Berechtigung für die seit einigen Tagen verbreiteten ungünstigen Gerüchte bieten würde. Die Situation ist heute nicht ungünstiger, als zu der« Zeit, da die Monarchie die Ausdehnung der Sou-veränitätsrcchte des Kaisers auf Nosnien und die Hercegovina verkündete. Wir haben nicht die Absicht, eine aggressive Politik zu treiben. Ich glaube, es wird alles ruhig bleiben." Die „Sonn- und Montagszcitung" billigt die von Österreich-Ungarn bisher gegenüber den Treibereien in der Türkei, in Serbien und Montenegro an den Tag gelegte Nachsicht und Geduld, wünscht aber eine Zeitgrcnzc dafür. Jetzt sei keine Stunde mehr zu verlieren, daß Österreich-Ungarn von den ihm in solchen Fällen nach internationalem Rechte zustehenden Mitteln Gebrauch mache. Man sage nicht, daß das eine Provokation wäre und Östcr' rcich-Ungarn dann Schuld am Ausbruchc eines Krieges trüge. Das Gegenteil sei richtig. Da man kräftig entgegen. Mitten im Wort unterbrochen, erwartete Lina mehr mit Ungeduld als Neugier die Gründe dieser Störung. „Wenn ich Ihnen damit einen Gefallen tun kann, sehr gern! Was ich zu leisten vermag, stelle ich mit Vergnügen zur allgemeinen Verfügung. Tante Betty wird nichts einzuwenden haben. Sie muß mir nur erst meinen Zopf in die Höhe stecken." „Es ist noch eine Stunde Zeit", sagte Eva befriedigt. „Ich wollte mich nur vergewissern. Also auf Wiedersehen!" Während sie die Türe schloß, tönte schon wieder die laute und klare Stimme hinter ihr her, welche den unterbrochenen Satz mit großer Sicherheit wieder aufnahm und zu Ende führte. Als Herr von Solden, welcher der Bequemlichkeit halber beim Klavierspicl statt des schweren Überrocks die leichte Litewka anzulegen Pflegte, eben den Vechstein aufschlug, betrat Prof. Muschler neben Wechting den Saal. Evas Wangen färbten sich rasch. Die Lieblingsvorstellung ihres Vackfischalters, mit achtzehn Jahren Braut zu heißen nebst allem reizvollen Zubehör von Neid und Staunen der guten Freundinnen, durchdrang ihr Herz. Als Wechting vor ihr stand und das reizvolle Farbenspiel ihres Antlitzes mit einem raschen Blick befragte, wurde ihr seltsam bewegt zumute, die strahlenden Augen senkten sich unwillkürlich. Der Professor reichte ihr die Hand. Er war unverehelicht geblieben. Wie er sagie, weil er nie Zeit gehabt hätte, sich um eine Dame mehr zu bekümmern, als um die andere, und weil, dies wollte irgend jemand von ihm gehört haben, die Damen sich zu viel um ihn bekümmert hätten. Die Wahrheit wußte keiner, daß eine Jugendliebe ihm untreu geworden war und er nach dieser Erfahrung die Wissenschaft zu seiner Braut erkoren hatte. im Orient vornehme Geduld für Schwäche hält, bedeutet die Fortsetzung der bisherigen Haltung eine Steigerung der Kriegsgefahr, rechtzeitige Energie aber deren Abwendung. Keine der anderen Großmächte würde sich Ähnliches haben bieten lassen. In Rußland und England möchte man Serbien und Montenegro zu einer Reserve für den Zukunfts-trieg gestalten. Ein rasches Handeln Österreich-Ungarns würde diesen Plan zunichte machen. Aus Konstantinopel wird gemeldet: Das Ko-mitceorgan „Schuraj Umet" verweist in einem Leitlirtitel auf die Beunruhigung, welche die militärischen Vorbereitungen Serbiens und Montenegros hervorrufen und dementiert die Nachricht der „Times", wonach Rußland überzeugt sei, daß die Pforte eine Verständigung mit Österreich-Ungarn unter der Bedingung einer ökonomischen Entschädigung an Serbien und Montenegro suche. Im türkischen Programm existiert ein solcher Punkt nicht. Das Blatt wundert sich, daß eine solche Idee in Rußland auftauche, sagt aber schließlich, daß Iz-volslij durch verschiedene Vorschläge das Verhältnis zwischen Nußland und Österreich-Ungarn regeln will. Die Pforte sei auch nicht gegen eine gewisse Entschädigung an Serbien, wie die Bewilligung einer Bahn durch Bosnien zur Verbindung Serbiens mit Montenegro. Der Artikel schließt: die Pforte möge gcgen alle Eventualitäten an den europäischen Landesgrenzcn und Meereslüften bereit sein. Aus Budapest wird berichtet: Der Wahlreform-ausschus; wird schon im Laufe dieser Woche seine Tätigkeit aufnehmen. Während der Verhandlung des Wahlreformentwurfs im Ausschuß wird der Minister des Innern, Graf Julius Andrassy, die Vorlage über die Einteilung der Wahlbezirke fertigstellen, so daß das Plenum des Hauses in die Lage kommen wird, beide Vorlagen gleichzeitig zu verhandeln. Die Nachricht eines Wiener Blälies, wonach die Nationalitätcnpartci bei Zusammensetzung dcs Wahlrcformausschusscs umgangen oder ausgeschlossen wurde, entspricht nicht den Tatsachen. Die Wahrheit ist, daß die Nationalitätenpartei eine direkte Aufforderung erhalten hatte, diesen Ausschuß zu beschicken, da gerade Graf Julius Andrassy Gewicht darauf legte, daß die Nationaliiätenpartei im Verhältnis ihrer numerischen Stärke im Wahlreformausschuß vertreten sein möge; die Nationa-lilätmpartei hat aber, um eilte Politische Demonstration auszuführen, keinen Kandidaten für den Ausschuß namhaft gemacht und hicvon auch die kompetenten Stellen verständigt. Eine in der Zeitung „Rußkij Invalid" veröffentlichte Chiffrcndepeschc des russischen Gesandten in Pekinq an das Ministerium des Äußern meldet zu den Vorgängen in Peking, daß eine Verschwörung der großen Vizckönigc Juanschikai und „Wissen Sie schon, Herr Professor", sagte Eva neckend, ihre Fingerspitzen in seine Hand legend, „daß wir eine Tcrcsina Tua für heute für den Stabsarzt eingetauscht haben?" „Ihr Herr Vater sprach bereits davon. Jedenfalls gehört eine ziemliche Portion Mut von der jungen Dame dazu, sich mit einem Kopfsprung in unser Zusammenspiel hineinzustürzen", erwiderte Muschler freundlich, sein geistvolles Auge mit sichtlichem Wohlgefallen auf der schönen Tochter dcs Hauses ruhen lassend. „Was werden Sie da erst von nur und meiner Kühnheit denken", sagte Wcchling lachend. „O weh! O weh! Ich möchte wirklich das Hasenpanier ergreifen." „Wenn Sie nur richtig bis sechs zählen können, Herr Assessor", versetzte der Professor mit drolligen, Ernst, „so werden wir Sie am Schöpf schon mitziehen." „Sechs! Das ist schon zu viel fi'ir einen schüa> terncn Menschen", scherzte Wechting. Eva lachte. Sie mußte daran denken, welchen Eindruck Lina Willig neben ihr selbst hervorbringen würde. „Es läutet!" rief Frau von Soldcn. „Eva, nimm Fräulein Willig draußen in Empfang und führe sie herein! Das junge Mädchen ist gesellschaftlich noch etwas ungeübt", setzte sie gegen die Herren gewandt hinzu. „Fräulein Willig spielt Geige?" fragte Wcch-ting überrascht. Die Tür tat sich auf. Herr von Soldcn, voll ritterlicher Zuoorlom mcnhcit und dankbarer Anerkennung, beeilte sick), Lina an der Schwelle schon auf das herzlichste zu begrüßen, indem er ihr den Geigenkasten abnahm, während die Oberstin das junge Mädchen mit Professor Muschlcr bekannt machte, Gumming folgt,) Laibacher Zeimng Nr. ii66, 2483_________________________ 1« November 1908. Tschangtschitung nut dem Grofzen Rat zur Ermordung dor Kaiserin-Witwe und des Kaisers geführt haben. Als Ursache gilt Furcht vor den persönlichen Folgen der von der Kaiserin-Witwe angekündigten Einberufung eines Parlaments. Auch fünf Man-dschupriuzen zweiten Grades, die Anhänger der Parlamentseinberufung waren, sind den Mördern zum Opfer gefallen. Tagesneuigleiten. — . Boden. Seine Frau nnd seine zwei Töchter liefen herbei, doch all ihre Sorg. fält blieb vergebens. Als der Arzt erschien, war Mal» herbe tot. — Mn ensslischer „Kon juf?o".) Wie aus London blrichtet wird, starb dort eines der beliebtesten und ge» ehrtesten Mitglieder des englischen Richterstandes, der frühere Lord'Appellationsrichter s^cn'd Justice us Appeal) Sir James Mathew. Sie James, ein gebo-rener Ire, hat sich seine große Volkstümlichkeit durch deu gesunden Menschenverstand, den Witz und die menschliche Gesinnung erworben, die er ans dem Richlerstuhle beläligle. Es laufen von ihm zahlreiche Bonmots um' geradezu klassisch ist in England schon sein Wort geworden: „Die Kraft der Wahrheit ist so groß, daß fie sogar bei einem Schwüre heraus» tommt." Ein anderesmal sagte er, Mann und Frau seien zwar zivilrechtlich nur eine Person, aber wenn ein Mann seine Frau löte, so sei das doch Mord und nicht Selbstmord. Wenn er einen Zivilprozeß zu entscheiden hatte, so suchte er mit allen Kräften Ankläger und Verteidiger daran zu hindern, daß fie richtige Plai-doyers hielten, und verlangte, daß ihm die Punkte der Anklage und die der Verteidigung einfach trocken hinler» einander aufgezählt würden. Ein System, das sich dnrch Klarheit und Kürze außerordentlich empfahl. Diese Um-stände und Züge haben Sir James Mathew zum Typus eines Volksrichters, eines „!><>>! .in^<»" ciemacht. — lDic Extreme „Armut und Reichtum") berühren sich in Amerika aus engem Raume wie kaum in einem anderen Lande der Welt. Ein Blick in ein amerikanisches Blatt bestätigt das sofort. Da wird in einein Artikel von der Not der Arbeitslosen und Obdachlosen in New» york, deren Zahl trotz aller Behauptungen znrückgewon. nener Prosperität doch noch immer sehr groß ist, erzählt, und im nächsten Artikel von Schwelgereien derer, die den Mammon in Hülle und Fülle genießen können. Das jüngste Kapitel zu dem Er,trem „Reichtum" liefert die junge Gallin des Stahllrust»Magnaten Eorey. Sie macht mit sechs Freundinnen einen zweiwöchigen Jagd» ausflug. Während dieser Zeit aßen die Damen sieben Pfund Zuclerwerl. Wie Frau Eorey freudestrahlend er-zählte, wurde keine der Damen infolge des Genufses so vieler Süßigkeiten krank. Gejagt wurde nur am Tage. Abends wnrde Gesellschaft gegeben und ein Or» cheater ließ dabei seine Weisen ertlingen. So erzählt wenigstens ein Newyorter Blatt. Welche und wieviel Jagdbeute sie erlegten, wollten die weiblichen Jäger jedoch keinem anvertrauen. — sDer Islam und das Hiitetragen.) Das ägypti» sche Blatt „El.Ehram" schreibt: „Der Islam hat für die Kleidung kein Verbot. Nur die Seidenstoffe sind Män° mrn verboten. Der Glanbe hat mit der Vernunft zu tun, mit der Kleidung beschäftigt er sich nicht. Darum gibt es kein Hindernis für die Mohammedaner, enro» väische Hüte zu tragen." Der ägyptische Großmufli Mu» hainmed schreibt über dieselbe Frage: „Hüte zu tragen ist lein Zeichen der Uugläubigleil. Der Hut schützt uns gegen die Strahlen der Sonne." Land- und Etädtclnldcr aus Syricu und Palästina. Rciscrrimiriimgl'N von Johann Pctlov«l. (Fortsetzung.) Nazareth ist infolge vieler Erdbeben halb zerrissen und feine schlechten Gassen sind durch Nergquelleu und Regen förmlich unterminiert. Die Moschee mit Zypre,. seiiningebung ist seine schönste Partie. Die Werlslätte Josefs, durch eine einfache Kapelle bezeichnet, fcheint befser als feine Grottenwohuung gelegen zu haben; der Tisch aus grauem Kaltstein, an welchem Jesus sem letztes Mahl mit den Aposteln genommen haben soll, ist eine kolossale Steinplatle, die höchstwahrscheinlich ein unbequemes Möbelstück war. Das Interessanteste bleibt die Synagoge, wo der Knabe Jesus den Tex.l des Iesaias auslegte und dadurch den erbitterten Phari° säern so großes H^rnis gab, daß sie ihn von, Berge herabstürzen wollteil. Es bleibt immer ein besonderer Reiz an solche Stellen gebunden, wo erhabene Geister die ersten Pro» ben ihres großen Talentes abgelegt haben. Die be> rühmte Marienquelle entspringt gleich vor den, Torfe in dem Berge, über den wir den nächsten Tag nach Tiberias geritten sind. Der Berg des Herab» stürzens ist auf der entgegengesetzten Seite e,ne halbe Etnnde von der Stadt entfernt nnd wirllich e,ne schauer-liche Erscheinung. Die eben erwähnte Quelle ist d,e einzige in Nazareth und wird daher von wasserholenden Franen und Mädchen sehr in Anspruch genommen. Sie ist durch große Steinquadern gleichsam zu einem Vrun. nen gefaßt und wurde sicherlich von Maria und JesuS häufig besucht. Nazareth liegt ganz am westlichen AbHange des Gebirges. Stünde es nicht anf Felsengrunde, so wäre es längst weggeschwemmt worden, so hoch sind hier die Berge nnd so eng das Tal. Oben in den Felsen befinden fich viele Höhlen, frühere Einsiedlerwohnungen. Die labyrinlhischen Häuser und Ruinen hängen wie Cchwa!-bennesler aus Steinplatten. Sie sind fast durchgehends viereckige massive Türme, Fenster nnd Türen in Spitz» bogen gebaut. Die Frauentracht ist in Galiläa sehr reizend. Ein weißes Hemd und ein rotes Westchen umschließen dic Brust- ein enges Gewand ist eine Art Schlafrock, bunt von Seide oder Nanmwolle und paßt dem ganzen Leibe schließend an. Die zierlichen laiigen Beinkleider reichen bis zum Knöchel nnd ein Gürtel hält das Ganze. Um den Kops ist ein farbiges Tuch geschlungen, junge Mäd-chen aber tragen die bekannt«, Kränze voii dicht» geschuppten echten Silbermünz<'n. Die Haare hängen frei über den Nucken herab und sind unten in silberne Kapseln mit Spitzen gesaßt und mit roten Bändern durchwoben. Diese Tracht gibt eiue schlanle Taille und anmutige Bewegung im Tragen der Wasserlrüge auf dem Kopse. Die Mädchen 'haben dnrchwegs lebhafte Augen, aber ein unschönes Gesicht, welches sie mit roten und blauen Farben bemalen wie in Ägypten; madonnen-artige sanfte Gesichter wie in Bethlehem sahen wir leine. Kinder lind Erwachsene sind hier wohl erzogen. Die italienische Schule scheint gute Erfolge zu erzielen, denn wo mau geht, wird man mit einem freundlichen ,,^cn>a ft<>l-a. c-oln^ kl,ll?" begrüßt, obschon für weitere Unterhaltung die Mittel fehlen. Im ganzen ist die christliche Bevölkerung hier sehr sittlich. Auffallend ist der christliche Typus in den Physiognomien; die hell» blauen Augen und die seine Nase sind bei deu Männern vorherrschend. Nach einem zweitägigen Aufenthalle versammelten wir uns in aller Früh aus dem freien Platze vor dem Hospiz, wo die gesattelten Pferde bereit standen. Der Ritt über Steingerölle und schlechte Haldewege bis zum Fuße Tabors war beschwerlich. Aufwärts ging es besfer, weil die Pferde über leine Steinblöcke zu steigen hatten. Nach einem dreistündigen Ritte erreichten wir den Gipfel des Berges der Verklärung. Anf dein Wege dahin fielen uns die prachtvollen roten Anemonen auf, von denen Ehrislus fagle, daß sie schöner gelleidel seien als Salomon in all seiner Pracht. Kleine Hügel, über die wir ritten, sahen tatsächlich aus, als wären sie mit roten Teppichen belegt. Man überschaut die Landschaft, die im Norden durch den schneebedeckten Großen Hermun, im Osten durch den Hauran, im Süden durch die Berge von Gilead und das Hochland Samaria, im Westen durch den Kännel begrenzt ist. Seine ausfallende Gestalt und die prächtige Rundficht von seinem Gipfel machen den Tabor zu einem der interessantesten Berge. Das Franzislanerhospiz aus dem Tabor mit Zug. brücke und Toren macht den Eindruck einer mittel« alterlichen Burg. Schon Josephus, der als Befehls. Haber in Galiläa gegen die Juden focht, ließ den Tabur befestigen; Saladin zerstörte nach der Schlacht bei Haltin 1167 das hier befindliche Kloster nnd Kirche nnd sein Nachfolger legte daselbst eine Festung an, die später von den Kreuzfahrern lange, aber ohne Erfolg belagert und erst von Sultan Nibars zerstört wurde. Die besterhallenen alten Vauwerle befinden sich im lateinischen Kloster. Es sind ein arabischer Torbogen und Reste einer Kirche aus der Zeit der Kreuzfahrer. Den Abstieg vom Berge machten wir zu Fuß, und zwar auf demselben Wege, auf welchem wir zu Rotz hinaufgestiegen waren. Vom Fuße des Berges Tabor führt der Weg durch ein schönes grünes Tal, und wir lamen in etwa zwei Stunden zum „Chan der Kauf. leute", wo jedeu Donnerstag Marlt gehalten wird. Wir ritten durch diefe schattenlose und menschenleere Ebene ziemlich rasch, so daß einige nicht sattelfeste Reiter zu unserem Leidwesen stürzten. In Lubiu erreichten wir den nicht reitenden Teil unserer Gesellschaft. Von hier ging es sehr start bergab in ein weites, fehr fruchtbares, aber nur von den nomadisierenden Beduinen bewuhnles Tal; links sahen wir Dümije, das alle Adama, dann verschwand jede Spur menschlicher Anjiedlung. Nach zweistündigem Marsche erreichten wir ein basaltisches Platean und es eröffnete sich uns eine überraschend schöne Anssicht über den tiefliegenden See von Galiläa, den See G e n e z a r e < h sowie über die ihn nmgeben» den wildzerllüfleten Berge, zu Füßen aber die Alt» stadt Tiberias. Fast zwei Stunden hallen wir vor uns die schneeweißen Spitzen des Anlilibanon, die uns, immer höher erschienen, je näher an uns das „galiläische Meer" heranrückle. Der Anblick war überwältigend. Wir durchritten hier den fruchtbarsten Boden von Palästina, lauter schwarze basaltische Erde mit der üppigsten Vegetation, aber unbebant infolge der Ver> sehrtheil der lürlischen Regierung. Auf diesem schönsten Fleck der Erde erinnerl fast alles an Jesus, und mit Entzücken belrachlelen wir den Berg „der Seligleiten", dessen besondere Form ihm schon eine eigene Vestim. mnng anznweisen scheint. Er ist ganz grün bis zur Spitze, diese ist hornarlig vorgebogen wie eine Natur, tanzel, über drei geschlossene Tälchen hineinragend. Hier hielt Iefus die berühmte Bergpredigt, die gleich einem elektrischen Funken in die Seele des Volles schlng. Im blühenden Tale von Saphed, das sich gegen den Tee hinzieht, machten wir kurze Rast, da, wo Tausende mit wenigen Broten gespeist wurden. Uns dessen erinnernd, nahmen auch wir eine lleine Stärkung. Die Vergbildung um den 208 Meter unter dem Meeresspiegel liegenden See ist sehr erhaben, zumal seine Eingebung mit schimmerndem, grünem Samt überzogen war. Als wir ans der letzten Anhöhe an» lamen, übersahen wir beinahe den ganzen See mit dein schneebedeckten Hermon im weiten Hintergründe. Znersl erblickt man beim Abstieg in die liefe Talspalte des Jordantales die alte Zitadelle von Tiberias, deren" Manern nnd Minarets noch ziemlich zusammen-hallen, die ganze übrige, sehr nieder gelegen'» Sladl ist aber lrümmerhafl und ungewöhnlich schmutzig. Tiberias hat etwa 5000 Einwohner, darunler 3000 Juden, und ist wegen der düsleren, zinnengelrön-ten Meaner» und weißgelünchten Häuser der Juden von malerischer Wirlung. Das stattlichste Gebände ist das lateinische Kloster, yarl am Tee gelegen, angeblich an der Stelle von Pelri Fischzug. Einst war Tiberias die Hauptstadt Galiläas und wie der Tabor von Josephus während des jüdische» Krieges befestigt; doch uuter» warfen sich die Bewohner den heranrückenden Römern freiwillig. Nach der Zerstörung Jerusalems war Tide-rias der Hauplsit'. der Juden, wo die jüdische Hissen-schafl blühte. Den reinsten jüdischen Eharatler behält die Stadt bis zur Gegenwart. Welcher Kontrast zwi» schen damals und jetzt! Ill diesen gesegneten Flureu Lawacher Zeitung Nr. 266. 2484 18. November 1W8. stand zur Blütezeit des Judentums kein Dorf, das we-niger als 5000 Seelen ssozählt hätte' heute gibt es hier keine Dörfer mehr und die alte Hauptstadt Tiberias ist sozusagen nur noch ein Schutthaufen. Welches rege Leben, welcher Handel und Wandel herrschte früher an diesem See, dessen Fischer zuerst die erhabene Lehre Christi annahmen! Jetzt sieht man nur selten ein kleines Stück Feld angebaut und die tiefe Stille, welche nm den See ringsum herrscht, stimmt die Seele weit höher wie die Aufhäufung geheiligter Reminiszenzen und der da» mit verbundene Prunk in der heiligen Stadt Jerusalem selbst. '(Fortsetzung folgt.) Lolal- und Provinzial-Nachrichten. Laibachcr Gcmcinderat. — Der Laibacher Gemcinderat hielt gestern abends unter dem Vorsitze des Bürgermeisters Hribar eine außerordentliche Sitzung ab, an welcher 25 Gemeinde» rate teilnahmen. Zu Verifikatoren des Sitzungsprotokol-les wurden die Gemeindcräte Milohnoja und Vidmar nominiert. Zu Vcginn der Sitzung brachte Gemeinderat Franchetti den dringlichen Antrag ein, der Gc-n/einderat wolle eine Resolution beschließen, wornach die Zentralregierung aufgefordert wird, alle Erlässe, welche für die slovenischen Genossenschaften in Kram bestimmt sind, in slovenischer Sprache hinauszugeben. Der Antrag wurde der Personal» und Ncchtsscktiun zur Berichterstattung zugewiesen. Namens der Personal, und Nechtssektion berichtete sodann Gemcinderat Dr. Majaron über einen vom Bürgermeister beantragten Zusatz zu der in der jung. sten Gememderatssitzung beschlossenen Regulierung der Bezüge der städtischen Beamten. Die Dienstzeit für die städtischen Beamten wurde von 40 auf 35 Jahre her» abgefetzt. Das Gehaltfchcma wurde wie folgt festgesetzt: VI. Rangstiasse: Gehaltsstufe I. 6400; II. 7200; III. 8000; IV. 8800. VII. Rangstlaffe: Gehaltsstufe I. 4600 II. 5400; III. 6000; IV. 6600; V11I. Rangs-klaffe: Gehaltsstufe I. 3600; II. 4000; III. 4400; IV. 4800; IX. Rangsklafse: Gehaltsstufe I. 2800, II. 3000; III. 3200; IV. 3400; V. 3600; X. Rangs-klasse: Gehaltsstufe I. 2200; II. 2400; III. 2600; IV. 2800; XI. Rangsklafse: Gehaltsstufe I. 1600; II. 1800; III. 2000; IV. 2200. Die Vorrücknng in die nächsthöhere Gehaltsstufe erfolgt in der sechsten bis inklusive achten RanaMasse nach je fünf Tiensljahren, in der neunten bis inklusive eisten Rangsklasse aber nach je drei Dicnstjahren. Den Beamten der neunten bis inklusive elften Rangsllasse wurden überdies zwei in die Pension cinrechcnbare Alterszula^n im Betrage von je 200 X zuerkannt, deren erste nach den: 16., die zweite nach dem 20. Tienstjahre in einer und derselben Rangsklassc fällig wird, für Konzcptspraktikanten wurde ein Adjn-tum von 1200 X festgesetzt und gleichzeitig bestimmt, das; die Konzeptspraktikanten nach drei Dienstjahren, wenn sie die vorgeschriebenen Prüfungen abgelegt haben, in die zehnte Rangsllasfe vorrücken, während die Rechnungs» und Kanzleipraktikanten nach sechs Dienst-jähren in die elfte RangMasse vorrücken ohne Rücksicht darauf, ob eine Dienststelle erledigt ist oder nicht. Die Attivitätszulagcn wurden wie folgt festgesetzt: für die sechste Rangsllasse 1288 X, für die siebente Rango-klasse 1127 lv, für die achte Rangstlafse 966 X, für die neunte Rangsklafse 840 K, sür die zehnte Rangsklasse 672 !5 und' für die elfte Rangstlasse 504 X. Analog den für die Staatsbeamten gültigen Bestimmungen wurde auch für die städtischen Beamten die Einrechnung eines Teiles der Aktivitätszulage in die Pension fest» gesetzt. Der von den aktiven Beamten zu leistende Pen-ionsbeitrag wurde mit 4 3 ie Quadriennien wur» den in gleicher Höhe auch für die übrigen Beamten festgesetzt); für den zweiten und dritten Adjunkten 2800 X Gehalt und 800 X Quartiergeld; für den ersten Offizial 2600 X Gehall und 700 !< Quartier» geld; für dcn zweiten Offizial 2400 X Gehalt und 700 Iv Quartiergeld; für den ersten Assistenten 2000 X Gehalt, für den zweiten Assistenten 1900 X Gehalt und sür den dritten Assistenten 1800 X Gehalt und je 500 1v Quartiergeld. Die Beamten wnrden in die ein- zelnen Gehaltsstufen nachstehend eingereiht: Sekretär Johann H r a st, Kontrollur Anton T r ft e n j a k, Kas» sicr Franz Pretnar, erster Adjunkt Josef K uralt, zweiter Adjunkt Anton Kusteräi«, dritter Adjunkt Franz A b u l ncr , erster Offizial Wilhelm Trtnik, zweiter Offizial Johann Hiter, erster Affistent Josef MeZek und zweiter Assistent Ianko Eolnar; die dritte Assistentenstellc ist derzeit noch unbesetzt. Die Sparkassediener erhalten je 1200 I< Gehalt, fünf Trien-nien zu 100 X und Naturalwohnnng oder je 300 K Quartiergeld und Amtstlcidung. Über Antrag des Ne-ferenten Gemeinderates Milohnoj a wurde be-schlössen, daß diese Gehaltsrcgulierung am I. Dezember 1908 in Wirksamkeit zu treten habe und daß die Stelle eines definitiven Hausmeisters und Heizers neu zu systemisicren sei. Gemeindcrat Dr. Ma jarun berichtete über den Antrag auf Änderung einiger statutarischen Vcstimmun-gen für die städtische Sparkasse sowie auf Gründung eines Kreditvereines bei dieser Sparkasse. Die Grün^ dung des beantragten Kreditvereines wurde einstimmig beschlossen und dessen Statuten genehmigt. Über An-tiag des Gemeinderates Turk soll die k. k. Landes-regicruug ersucht werden, den Statuteu des Kreditver» eines die Genehmigung ehestens zn erteilen, damit der nene Verein seine Tätigkeit ehetunlichst aufnehmen könne. Der Fonds des Kreditvcreines soll vorläufig mit 500.000 X dotiert, nach Bedarf aber die Dotation ent° sprechend erhöht werden. An Stelle, des gewesenen Ver° waltungsrates Viktor Rohrman, welcher seine Stelle niedergelegt hatte, wurde Gemeinderat Dr. Oralen zum Verwaltungsrate der städtischen Sparkasse gewählt. Namens der Personal- und Rechtsscttion referierte Gemeinderat Dr. Majaron weiters über die Wahl von 16 Gemeinderatsmitgliedrrn in die Wahlkummissio-nen anläßlich der am 14. Dezember vorznnehmenden Wahl von zwei Landtagsabgeurdneten aus der allgemei-ncn Kurie. Behufs Stimmenabgabe werden acht Wahl-kommissionen aktiviert werden. Zn Vertretern des Ge-meinderates in den Wahlkommissionen wurden gewählt, und zwar: für die erste Kommission Vizebürgermeister Dr. Ritter von Nlciweis und Gemcinderat Ivan 5 ubic, für die zweite Wahlkommission die Gemeinde» rate Franz Bergant und Ubald von Trnt <"> czy, für die dritte Wahlkommission die Gemeinderäte Jakob Dimnik und Karl Mayer, für die vierte Wahl-kommission die Gemeinderäte Alois Len«ek und Franz Mally; für die fünfte Wahlkommission die Gemeindcräte Urban U 5 eni 5 nit und Ivan V e l k o-vrh, für die sechste Wahlkommission die Gemeinderäte Ivan Knez und Josef Vidmar, sür die siebente Wahlkommission die Gemeinderäte Anton Likozar und Ivan Milohnoja und schließlich für die achte Wahltommission die Gemeinderäte Josef L e n 5 e und Ivan Pav 5 ck. Im weiteren Verlaufe der Sitzung wurde der Vcr-kauf des städtischen Grundkompler.es hinter dem Staats-bahnhofe im Ansmaße von 7910 Quadratmetern an den Zimmermeister I. Z a t o t n i k um den Betrag von 19.755 X mit der erforderlichen qualifizierten Majo» rität beschlossen und über Antrag der Bansettion der Rekurs des Hausbesitzers Ferdinand Stand acher gegen die an Philipp Sudans erteilte Bewilligung zum Bau einer Villa in der Nonnengassc sowie der Relnrs des Hausbesitzers Dr. Josef Sa jovic gegen die dem Besitzer Paul Turk in der Schießstättgassc erteilte Van» bewilligung abschlägig beschicden. Endlich wurde über Autrag des Gemcindcrates Mall y beschlossen, für die städtischeil Anlagen 50 neue Sitzbänle anzuschaffen nnd den erforderlichen Kredit in den Voranschlag für das Jahr 1909 einzustellen. Nach Erledigung der Tagesordnung wurde sodann die öffentliche Sitzung um halb 7 Uhr abends ge. schloffen. — lKaiser.Iubilä«msstiftu»n zum Zwecke der Für-sorge für Kinder von Bediensteten der t. l. österrci-chischcn Staatöbahnen.j Anläßlich des 60jährigen Regie-rungsjubiläums Seiner Majestät des Kaisers wird zugunsten der obgenannten Stisluug eine Esfeklenlol-terie veranstaltet, deren Ziehung am 2. Dezember um 6 Uhr abends stattfindet. Der erste .Haupttreffer besteht aus einer Silbcransstattnng nnd Schmuckqarnitur im Werte von 15.000 X nnd wird über Wunsch des Ge-»uinners in Bargeld gegen Entrichtung der 20 55,,igen Gewinnsteuer uud abzüglich 10^.. des augegebenen Wertes ausbezahlt; die weitereu Treffer bestehen eben-falls aus Wertgegcnftänden. Lofe sind zmn Preise von 1 X per Stück bei sämtlichen Slationskassen, bei der k. k. Staatsbahndirektionkass«' sowie in den meisten Tabaktrafiken von Trieft, Lcnbach, Görz und Pula er. hältlich. — sDie Regulierunq der Offiziersgaaen.) Seine Majestät der Kaiser hat die Beschlüsse der letzten De-legationen bereits sanktioniert nnd die damit in Zusam» menhang stehenden Perordnungen über die Regulierung der Offiziers- und Militärbeamtengagen sowie über die Ausbesserung der Mannschastsbezüge genehmigt. Die diesbezügliche Verlautbarung wird bereits in den allci-nächsten Tagen erfolgen. Wie verlautet, werden die er-höhten Gebühren mit 1. Dezember slüfsig gemacht wer» den. Da die neuen Gagensätze bekanntlich mit Rückwir-kung alls den 1. Oktober l. I. angenommen wurden, werden die entfallenden Mehrbeträge per Oktober u»d November ebenfalls am 1. Dezember zur Auszahlung kommen. — sVom Schuldienste.) Wie uns aus Wien gemel-det wird, hat Seine Exzellenz der Minister sür Kultlis und Unterricht den Supplenten am Ersten Staats-gymnasium in Laibach Dr. Paul Kuzina zum wirk-lichen Lehrer an dieser Anstalt ernannt. — lVom Iustizdienstc.) Seine Exzellenz der Justiz, minister hat zu Staatsanwaltsubstituten der achten Rcmgsklasje ernannt den Gerichtsselretär Dr. Friedrich Vra5i<: in Eilli sür Eilli und die Gerichlsadjunklen Dr. Theodur Ritter Neupauer von Brand» hausen in Marbnrg nnd Dr. Franz Hradetzly in Klagensnrt, beide für Klagenfurt. — llziubcrufuug der Landwchrmannschaft zu den Waffcnübnngcn im Jahre lUW.j Sämtliche im Jahre 1N09 Waffenübungspflichligen der Landwehrsußlruppen lausgenummen das Landwehrinfanlerieregiment Klagen-fürt Nr. 4 und die beiden Landesschützenregimenler) sind von Mitte Juni bis Mitte Juli lchen Sparkasse.) Vom 1. Dezember l. I. angefangen werden keine Pfandstücke zur Bclchnung mehr angc» nommen. Die bis zu diesem Tage verpfändeten Gegen» stände können bis längstens 1. Februar 1910 umgesetzt werden. Psaudslückc, die bis zu diesem Termine nicht ausgelöst oder nicht schon früher gemäß 8 7 der Pfand» statute» versteigert wurden, kommen im Monate Fe» bruar 1910 zur öffentlichen Versteigerung. Jedoch ist der Pfandschuldner berechtigt, das zum Verkaufe bo stimmte Pfandstück auch noch am Tage der Lizitation auszulösen. Im Falle der Versteigerung eines Pfand» stückcs wird der nach Abzug des Darlehensbetrages, fcr-ner der Zinsen und Kosten verbleibende Überschuß dem Pfandschuldner vorbehalten und ihm gegen Abgabe des Versatzscheines während des Verlaufes von drei Jahren vom Tage der Versteigerung gerechnet, verabfolgt. Jenen Pfandschuldnern, deren Pfandstücke nur mit de.n Betrage vou 2 l( belehnt sind, wird die Schuld samt Zinsen und allfälligen Kosten gänzlich nachgesehen; diese Pfandstücke können, von gestern angefangen, gegen Ab» gabc des Versatzscheines behuben werden. Gestern wur-den über 60 solche Pfandstücke, hauptsächlich Kleider und Wäschestücke, abgeholt. Als Amlstage zum Zwecke der Auslösung und Umsetzung der Pfaudstückc sind wie bis» her jeder Dienstag und jeder Donnerstag bestimmt. — (Ehrung.) Der pensionierte Oberlehrer Herr Martin Gröar in Neudegg, der viele Jahre verdienst, voll als Schulmann uud Organist in der Gemeinde Neudcgg gewirkt hatte, wurde anläßlich seines siebzigsten Geburtstages in der letzten Gcmeindesitzung einhellig zum Ehrenbürger der genannten Gemeinde ernannt. " lStaatssubvention.j Seine Exzellenz der Herr Ackcrbauministcr hat der landwirtschaftlichen Filiale in Iuhannistal, politischer Bezirk Gurtfcld, zu den Kosten der Errichtung eines Schnittweingarlens einen Staats» beitrag von 1200 X bewilligt. —,-. * ^Personalien der Staatseisenbahnverwaltung.) über eigenes Ansuchen wurde Herr Thaddäus Nowak, Bautommissär der österreichischen Staatsbahnen, l. l. Eisenbahnbauleitung Lemberg, in den Amtsbereich der k. k. Staatsbahndireltion Triesl versetzt. —r. — lTclcPhonwesen.) Die partiell zerstörte inter, urbane Telephonlcitung Tricst-Abbazia wurde nunmehr instand gesetzt und wird heute dem Betriebe übergeben werden. * lAus dem VollssHuldienste.) Der k. k. Landes» schulrat für Kram hat über das Gesuch des Ortsschul» rates in Egg die Einführung des ungeteilten Vormit-tagsunlcrrichtes im Sinne des § 60 der definitiven Schul» und Unterrichtsurdnung in beiden Klassen der zwcitlassigen Voltsschule in Egg das ganze Jahr hin-durch bewilligt. —r. * Genossenschaftswesen.) Die k. t. Landesregierung für Krain hat die abgeänderten Statuten der Genossen» schast der Gastwirte, Kafseesieder, Branntweinschenter, Fleischer und Ausköche in Landstraß, politischer Bezirk Gurkfeld, genehmigt. —i-. __ Danitäts.Wochenbericht.j In der Zeit vom 1. bis 7. November kamen in Laibach 17 Kinder zur Welt (22-10 pro Mille), darunter 2 Totgeburten, da» gegen starben 20 Personen (26-00 pro Mille), und zwar an Tuberkulose 7 (2 Ortsfremde), infolge Schlag» flusseS 1, an sonstigen Krankheiten 12 Personen. Unter den Verstorbenen befanden sich 10 Ortsfremde (50 A) und 15 Personen aus Anstalten (75 A). Infektiuns» erkrankungcn wurdcu gemeldet: Masern 1, Scharlach 7, Typhus 1, Diphthcritis 1, Notlauf 8, lontagiöse Augen» entzündung 6. * lDer Verbrecher aus Reisen.) Zu dieser in der vorigen Woche gebrachten Notiz wird uns mitgeteilt, daß es der Gendarmerie gelungen ist, den äußerst gcfähr. lichen, aus der Polizeiaufsicht entwichenen Einbrecher Franz Pir« dingfest zu machen. Er wurde dem Be» zirksgcrichte Stein eingeliefert. * Dein, Mittagsessen gestört.) Diescrlage machte der auf der Außenarbeit beschäftigte Zwängling Josef Hofstättcr dr hiesigen Zwangsarbeitsanstalt einen Spa» ziergang in die Stadt und kehrte in einem Gasthausc in der Vahnhosgasse ein, wo er sich einen Teller Suppe bestellte. Nach eiuiger Weile erschien im Gastlokal ein Sicherheitswachmann, der den Ausflügler in fein altes Heim zurückbegleitete. * (Gefunden) wurde: ein goldener Ohrring, ferner ein Astrachanmuff. Auf der Südbahnstatiou wurde ein Männcrhut, ferner ein Geldtäschchen mit 320 lv Geld gesunden. Theater, Kunst und Meratur. — lSlovenisches Theater.) Hatten der ersten Auf» führung der „Fledermaus" etliche störende Mängel an» gehaftet, so wurden bei der gestrigen Reprise die Uneben» heiten fast zur Gänze ausgeglichen und dadurch das lustige Werk auf ein bedeutend höheres Niveau gerückt. Vor allem war die Operette auf den richtigen Lustspiel» ton gestimmt; dann repräsentierte sich die Adele des Fräuleins Hadrbolcovaals ein zwar übermütiges, trotzdem aber „besseres" Stubenmädchen, das sich mit „Schick und Fasson" den herrschaftlichen Manieren an» zupafscn und die feine Dame zu spielen weih; Weilers hatte Herr Bohuslav sein Slovenisch einer gründ» lichen Revision unterzogen, was namentlich im dritten Akte der köstlichen, mit zwingendem Humor gespielten Szene mit Herrn Povh« zugute kam; schließlich war der Kontakt zwischen Bühne und Orchester energisch hergestellt worden uud die Ncgie des Herrn Dra» gutiuovi« waltete mit Umsicht ihres Amtes. Es gab lauten Beifall sowohl nach den Allschlüssen als auch bei offener Szene; namentlich die Fräulein Ha-drbolcova und >8 ipanlova sowie Herr P o v h <-konnten zu verschiedenen Malen für Separalapplaus danken. — So, wie die „Fledermaus" gestern gegeben wurde, sind ihr noch einige volle Häuser sicher. Das Theater war ausverlauft. —n— — Mus der deutschen Theaterlanzlei.) Heute ge-langt „2 X 2---5", Satyrspiel in vier Akten von Gustav Wied, zur Erstaufführung. Dieses ebenso geistreiche als launige Werk hatte am Deutschen Voltstheater in Wien durchschlagenden Erfolg und beherrscht daselbst noch immer den Spielplan. Gustav Wied gehört zu den besten Stilisten, seine Menschen sind wirkliche Menschen, seine Situationen von packender Wirklichkeit, seine Schil» derungcn von anschaulicher Kraft, die Art, wie er Charaktere anlegt, entwickelt und durchführt, ist immer von neuem wieder erstaunlich. Das Stück wird gewiß allgemeinem Interesse begegnen, zumal darin alle ersten Kräfte in größeren Rollen beschäftigt sind. — Am Sonntag gelangt die Joh. Straußsche Operette „1001 Nacht" zur Aufführung. — lAus der slovcnischcn Theatcrtanzlei.) Am Don-nerstag gelangt das drcialtige Originaldrama „Hl» tians 1 Geh); im Be-zirle Lawach Umgeb»'q in den Gemeinden Bruw'dorf 1 Geh.), Moste (1 Geh.,, Mariafeld (1 Gel,.). Oberlaibach (1 Geh. ; die Schweinepest im Bezirke Gottschee in der Gemeinde Schwarzcnbllch (1 Geh.). ^. k. tLandeNregierunH für Mrain. Laibach, am 14. November 1U06 Die Bor- und Lirhium-hältig'e Hellquelle SALVATOR1 kewänrt sich b«i Nieren- und Blasenleiden, Gicht, f Mekorharnrvhr und catarrhalischen Affectlonen. ^ Natürlicher eisenfreier Säuerling. Ü Hauptniederlagen In Lalbaoh: Michael Kastner und Peter Lassnik. Depot der k. u. k. Generalstabskarten. SRafjftab 1: 75 000. '•Breis per SBlatt 1 K in Xa[rf»euformat auf Setimxmb gespannt 1 K 80 h. 8|. i S(cimnaQr 4 frl. %ambrrg§ Suinnlluiig in JLaiÜHXcfy. Meteorologische Beobachtungen in Laibach. Seehühe :;W 2 m Mittl. Luftdrnck 73« 0 mm. " 9 U. Ab. 745 3.-50, windstill bewölkt_______ 18^ U. F. > 744 5^^5sNNO.schwllch1 . j 00 Das Tagesmittel der gestrigen Temperatur -8 0°, Nor« male 3 m 8 ll m » l, m » ll m n tl m ^ Aaib ach: 16. ^50 17 28 56---------------------17 ^0 13 17 1^2 V (2^) Uriest: 16. — 172851---------------------17 29 42 17 31 V (58) 1«. — 17 29 19---------------------17 30 03 17 31 >V (50) K arazevc»: 16. 10.000 17 29 1«------------18 00 56---V ^0'1) 17. 30 03 46 36-------------03 4« 41 01 2! V (60) Tie Bodenunruhe ist seit gestern unverändert gc» blieben. * lers, V — V!ilrosei«moaraul> Piceiüiui, V/ — Wiechsü Vendrl. Angekommene Fremde. Hotel Elefant. Exzellenz Minntillo, k. u. t. Adm.. s. Tochter, W'ldenegg. - Hering. Kfm.; Dr. Nizzoli, Arzt; zrcrn, Kfm,, Trieft. — Dr. Hocroar. Gnrkenfcid. — Kasmcmhuber, Kfm,, Graz. — Eger, Fabrilant, s. Geniahlin, Eisnern. — Schmidt, s. Tochter, Marburg - Werner, Ksm.; Domiler. Heidenfcld, Rsde., F'ume. - Konh, kfm., Budapest. — Deutsch, Kfm., Gr. Nmnzsa. — Beok. Privat. Luttal. — Kcauanja, Kfm,, Ccrnila. — Neu« mann. Kfin., Agrain. — Metzler, jrfm,, Barmen. — Fabian, Professor, Wien. — Bricher, Dentist; Aschner, Schmiebt, Barton, Bloch, Winller. Trebiz. Nößlcr. Kflte,, Wien. Verstorbene. Nm 15. Nove in ber, Urban Iamnil, Inwohner, 5l1 I,, Radchkystraße II. Marasmus. — Maria Lulejiö, Spitzen« llöpplcrin, ^2 I,. Lastengassel5, 'luborenlou. pulm. Im Iivilfpitale: Am 12. November. Julia Niefergall, Private, 4? I., I^epliliti» edron. ^'andesthenter in A'aivach. 26. Vorstellung. Gerader Tag. Heute Mittwoch den ««.November: Zum erstenmal: 2X2^5 Satyrspiel in vier Alten uon Gustav Mied. Anfang mn '/," Uhr. Ende 10 Uhr. s\f ßy.s feste &ftüssiqe mutate----r#-. ! *£$0r^ Neuheiten: U Savon fin „LilaB Blanc" |kt Stück......K —-10 » » „Violette de Nice" prr snir.k ...» —t.o Gut erhaltener Intanterie - Extramontel wird zu kaufen gesuoht. Antrüge werden unter ,,Extra-Mantel" au die Administration dieser Zoitung firjjctcu. (4580) 2—2 Kinematograph Pathe* (früher Edison). Prosr.'innn (4308) von Mlttwooh den 18., bia Freitag den 20. d. K. 1.) Hidonia trinkt unseren Woin (komisch). — Wasser-S])orte (Naturaufnahmei. — 3.) Ein Schurke (Drama in 17 Bildern). — 4.) Der Miiiiaturzirkus (Drama. Wunderbare Farbetiproduktioni. 6. Marionetten unterhalten sich lauge ikomische Bilder). Kurse an der Wiener Börse (nach dem offiziellen Kursblattej vom l7. November W08. Die notierte« Nurse vcistcbeu sich in Kroneiiwäbiun« Die Äiotierung lümtlichcr Altien und der .Dlveilei, Lose" versielü Nch per Stü >»? !!> »8««er ,. 10« fl. 4"/„2l8 - i!li3' >«S4«r „ 100 st. . . 2«x - >«?> l»«4«r .. 5« fl. . 2«3 !^!i7- - Dom.Pfllnbbr. ^ 1«0 fl. b°/, H»8 ^S1- Vtlllltsschuld d. i. Meichs. rate vertretenen König» reiche und Bänder. Osterr. «oldrente steueifi., G old ver Kasse .... <<>/, l,5 ~ ilV»« vsterr. Nenlc in Kronenw. stfr., per »ass«.....4"/, 9» »k 9«os dttto per Ultimo . . 4"/, 9b «,l> «S'U5 vft. Inv»stltion«.»lente, stfr., «r. per «ass« . . 3'/,°/» Sö-L5 «ü 4» U»st»»»!,n.Zl«at«schnI». »«schrllbungeu. Ellfabeth-Bahn i, E., steueifr., zu lc>,m«> fl.....4"/„ —-— —-— Franz I°sepl,-«ahn in Silber (d«v. St.) . , . . ü'/<"/<, Ns20!19'2s «aliz. Karl Ludwig-Nahn (div, stücke' Kronen . . , 4«/„ 9b ho 9S b< «udolf«ahn in Kronenwühr. steuerfr. üetlo Linz Vubweis «00 fl. ö, w, L, »'^ .... »ü? - 430-dttto Talzburg Tirol 200 fl. ö. W, S. b"/„ , . 422 «4 - '«mstalvahn »nl« ßlsenbllhn > YriolNLl,- Gbltgattonen. Äöhm. Wcstbahn, Lm, lSSö, 4lX', 2N00 u. lo.UOa Kr, 4"/n »«'15 «7 1b 15'«« ElifabethÄahn 400 u. L000 Vt, 4"/„........!128ftli3«b ^rbinaiibs-Nordbahn Gm. l»8« «8 - »» - detto Em, 19<>4 »8'K0 «9 bl' Zranz Ioleph-Bal,n Gm 1»«4 llng.-galiz. Acil»n !iN<> jl. S. 5"/„ 10» ?b ,04 7k. o^üo 400 >l. 50« 0 4« ^"/n ungar. Nmte in Krone»- währ. stfr. per Kasse . . 91 05 »l'85 4°/„ deito per Ultimo »> oo »1 «n ü'/,"/n detto per ltasse 8i'bv »< ?^ Unaar. Prämlen.»lnl. k 100 fl. 184 >«8 -dtttll b 50 fl l84 ' 8» - Iheih-Ncg.-Losc 4"/„ . . . . 14l> 4<< 144 4« 4°,^ unnai. Grundei't!,-Obllg. »«35 Ä3'8k' 4»/„lroat. u. slav, Vrbentl.-Olil, »3 50 »4b0 Andere öffentliche Anlehen. hosn, LllNbe«-Anl. (div.) 4"/„ 90'8b 91 5b Vo«n,-Herccss Eijciib, -Lande«- Änlehcn ldlv,, 4'/,"/„ . . 9« 9t 87 «k! 5"/„ To»ll»-Nea.-Anleihe »878 l«2K<> W3 b<) Wiener Verlchrs-Anl. . 4"/„ 9bt>c »6 b<» detw 1!«" ^ »5 4! »6 40 einleben der Stadt Wie» , , !««> 6k, u> > 5 deito (S. oder O.) 1874 ,2» ,l!i detto (1894». , , »ü'»> v4 3<> detto iGa«> v. I, öo »«"< detto lVleltr., v, I. IWn 95 ^5 >'« «5> detto sIiw. A.)u I1W2 9b 45 »« 4s> Vörlebau-^lnlclien uerlosb. 4"/„ 9« i0 »? 2.' «ulsilche Etaalsanl. v. I. 1»06 f. ,00 Kr. p. ft, . , b°/„ - '- - '-detto per Ultimo , , 5"/., »7 4N 9? 85 Vulg, Staat«-Hypothekar Änl. ,892 . , , 8°/, 11«:<>«1» «> Geld Ware Nulg. Staat« - Goldanlelhe 1907 f. 100 Kl. . . 4>/2"/° 84h, Sb »0 Pfandbriefe usw. Äodcnlr.,allss.üst.l.b0I.vl.4"/„ 9460 9b-l>o Aöhm, Hupothelenb. vcrl. 4°/<, 97-^ 97>7U i/, I. ruclz. 4»/„ 92 2b 94-lib Mähr, Hypothelc»!,. vcr!, 4«/„ 9« 0t> 97 0b N.-österr, Lanbcs-Hyp.-Uüft.^/s. »?- y«-- detto lull. 2"V„ Pr, verl. 3>///n 8«'lib «9 Lb detio K,-S/,"/<> 88'2b 89-2b detto verl......4"/» 9N 7b 97-7b Österr.-ungar. Nanl b« Jahre Verl. 4"/n Ü. W.....98-4b 99'4b detto 4"/„ Kr......99' 100 Spart., Erste ösl.,60I.verl. 4"/» 99-50 ,00- Eisenbahn-Prioritäts« Obligationen. Öslcir. Noldwestb. 200 fl. S. . 103-b« 104-lx, Ltaatsbahn 00 Fr..... 400' 4»b-— Eübbllhn k 3"/„ Jänner-Juli 500 ssr. cper Et.) . . . «e?-»? Lk« 90 Sübbahn k ü°/, l«o fl. S. 0. V ii»'3b 12« »b Diverfe Lose. Ptrzlnllichl fos«. 3°/« Bodenkiedit-Lose Lm. 1880 267-75 2?:, 7b detto Em, 1889 LSii-b«, 2«8^>0 b"/„ T)°iiau-Reaul,-Lo!e 100 f! 2b7-- i»S3- Serb. Präm.-Anl.p. i00Fr.2"/„ 9^- 8b-. Nnn«r)lu«lttasi!!ka Dombau) 5 sl. 2N so 22-«> «rediüole W0 fl , . .64' 474 Clarn-Lose 4n sl, KM. . . . i-«'«l is>2 b T'rner Lose 4« fl...... 2!b- ü^b' balfi»i-l:ll,e 4«, fl, KM. . . . I9l>- ^z Xo,s„ „renz, üst, Oe<, v. 10 fl, bO'b«, b4'N Noten Kreuz, unn. Ves, v. 5 fl, 26 d„ 28 ün ^»bolf.^üir >0il......67- ?,- -alm Üole 40 l Präm.-Oblig. »00 Fr. per Kl-sse , , . <78-üs> l?9 ?b betto per Vcebio , , . i?7-!<5 >?8«^f> Geld Ware Wiener Komm.-Lost v. I, 1874 48«-- 49»--!j>ew,-E. d. 3"/„Präm, Schuld b. Nodenlr.-Anst. Vm, 1888 ?2-— ?«'- Nltien. lllln»polt>Unttme!>«nngtn. Hl»!sill-Tcplivcr Giscnb. 500 fl. 23b2'- '^ükl- Vühmischr Nordbal," 1b<> fl, , 4U2-— 404- - BMchliehradei Eilli 500 fl, KM, 2870 - 28,-«>- ^ detto (lit ll, 200 fl. prrUlt. 1045'^ 1«b0-Tllnaii - TllMpNchissahrt« - Ves,, I., l l, priu., f,00 Tni-Bodenuacker lt.-Ä. 400 ttl. 5>s,b-— bb?- '^ldinll!ide-«ordb. l00«s! KVl, bcsc»'- bill»'-Ullschau-Oderbcrner ltiirnbahii 2«0fl,S....... 3b7— 380- !irmb.-Eze,l!,.Iassv,-ahn- Gelellschafl, liW fl. O, , . 5b4'- bbk'- lo^d, üs>.. Trieft. b<>0 fl., KV, 4l"'- 4<,4 bv jbstcrr Nordwestbahn 2Uu fl, <2. 448 - 449' - deNo Ml, l<)L0U fl S,p U!t, 44c-' 4^8- ^ran-Tul^Vscnb 9'— 2l»2'50 TiaalKeXrül!. ^«0 fl, N. per Ult. S«s> Lb ««!'2l> ^»idbllhl, ^00 fl, Silber per Ult, 1127b 11A7b Lüdnurdlieiitsch,' Verbindnogsb. 200fl,KM...... 3W'5O iiSs'l.» Iraospor! Wei., intern,, A,-V. 200 Kr........ 118 - 12»'— Ungar. Wcstbahi! (Raav - Vraz) 200 fl. S....... 404' - 4«s- Wr. iiolalb.-Ultien-Gef. uno fl. 20b - 21b-- Vanlen. Aüsslo - Österr. Vans, 12U fl. . 2ö9'b0 L90'b0 ^anlverel», Wiener per Kasse —'- detlo per Ultimo bit Lb b12 2b Vodenir-Anst. «st., »00 Kr, , W4«-- tllb!)-- ttentr,-V°d.-Krebbl, iist , »00 il. b3«-— b»«'-Kreditllnstali fiir Handel und Gewerbe, 820 Kr., per Kasse —>- —'— detto pcr Ultimo «M'?b »Z< ?b ^rekitbaiil, »na. aNa,, 20» fl. 7»f>-- 73aü, 2l>" fl. . . . b98'- SN2- ONerr -unssar. Bans 14NN «lr. 17b<>- l?«l>- Veld Ware Ulilonbanl 200 sl...... b»b— bss- Unionbanl, bühmilche 100 fl. . »4b- »4s — Aeilehrbvanl, all» 14« >l.. , 340' - 341-— Ind»llr!l'zlulen,»!, münzen. Vaiiaelellsch,. all« st., 100 fl. 15» — 104 — VriixerKulilenbergb-Kel, lnosl. 708' 7>0 — Elle!!blll!!!derlrl,r«.«»slalt, »st., l00 sl........ 394 . 396 öl» Eisenbahnw,-Le!hn., erste, loofl, l,02 50 «V3o0 ,Elliemill!l", Papierf. u. l8,-G. 1N0 fl........ i«9" 194— ltleltr-Ors. allq «sterr,. 2N0fl. 3«» - 390 iü !tlcltr.-«cblllca". «I.-G, f. Petrol.- Industrie, 500 Kr. . . . 4bb'— 423-" ,,Eteurermül,l",Papicrf,» V.V. 43b'- 44b'"- Irüailer Kohlenw-G, 70 fl. . «?«-- «l«— Tttrl, Tabalrcnie-Vcs, 200 Fr. per Knsse..... —>- —— detto per Ultim« . . . «Ü0 b« 3S» — Walfenf,-Mel , Ustcrr., lOv sl, , «l>4 — «0«— Wr, Va»ne!ell!chaft, lON fl. . . I47'b"- Devisen. zni>t z 4b »^ Äl, Pelersbnra,...... 2b1 - 2b1 b<> Zürich und «asel..... sb 8b 9b'°0 Valuten. Dulaten........ n-üt l'»ö 20.ssranl?n-Vtücke..... i»'N' >»'^' li"M°rl-Sti!cte...... «5-4'i «»b0 leuilche ».cichsbanlnote» , . 1!? Ub N7'«o ^taürnült,!' «anlnolen , . . 9b?b »b'4» !>„!ic>.Nn!>'!!..... 2'f>1 2'l>» I ~. ^^..^-M^^oHU,,-, Aktien, I Jl. C3e> M »JT «>*^ ,1 ^iVat-Dep«" (süfo'"" OHitH) I I Lawa •«!., O«T}mb and Talatm. |l| B«.33.1c- "CLUd. "^7"ac3a.alexg"e»CllÄ.£t II vi»-*«* •i-smn.mioa. V«r»chlMa« etti I