^ IIS Mittwoch, den 4. HKtoöer I87t. X. Jahrgang. Die „Marburger Seitun erscheint jeden aus monatlich 10 kr MnmmIim-EiMng auf die „Al4rß»rgerL^it««g". Vei Veginn des neuen Omnlals machen wir die Einladung zur Pränumeration. V»S»«Meratio»«preise. Adk Marburg! -aoziähiig . . 6 fl. - kr. halbjthrig . > 3 fl. — kr. »iertkljähng . . . l sl. so kr. sdr Zusttllung int Ha«t monatlich l0 kr. Mil Poftversendungt aaizjihrig . . 8 st. - kr. dalbjShri, . 4 fl. — kr. vierttljidrig . . Z fl. - kr. Ate Administration der „Marb. Ztg." Alsaß-Lotyrtngm und dte deutsche Schule. Matburg, 3. Ottobrr. >« zehnte» dieses Monats werden in Straß-bürg, Kolmar «nd Mhlhausen und auterdem noch in zehn Städten des deutschen Neichslandes Elsaß Lothringen Mittelschulen «it deutscher Un« terrichtssprache eröffnet. Zwei L,hrerbilduags Anstalten find bereits gegründet und die Ho^chule zn Gtrahbnra soll eingerichtet werd,«, u« ntben ihren Echtvestern in Deutschland einen der ehrenvollsten Plü^ einnehmen und behaupten zu tön nen. Kür die voltsschulpflichtigen «inder ist der Schulzwaua eiugesührt worden. Was Preußen nach seinem tiesftrn Falle bei Jena als lias Nothweadigste erkannt znr staat« licher Wiedergeburt die Hebung des Volks, geiftes durch die Schule — dies ertlnnt l»ub Deutschland, in welches Preußen aufgegangen. Die Schnle wird Elsaß-Lothringen mil Deutsch« land vereinigen in Wahrheit und Wirklichkeit — die Schule wird ja die Begriffe klären, das <^erz erinärmen und gewinnt«. Ist einmal der Ber-pand »berzengt «nd das Gemnth erobert, dann ist Elsaß.Lothti«gen wieder deutslh mit Leib und Seele, u« nie «ehr anders zu werdeu. Was aber hat Oesterreich mit neuem öänder-erwerb stets begonnen, was hat es z. V. ans der Lombardei nnd Venedig gemacht? Als rein militärische Stellung wnrden dlese Länder betraih-tet und b.handelt und damit der Seist nicht frhle. wurde der Veihwedel geschwungen. Wenn Oesler-reich z. B. Elsaß-Lothringen erobkrt hätle, wären da Schnlen gestistet worden? O l w.lche Ve-schiänktheit d,s Unterthanenkopsts, welche Btr-kennuug der „historischen Individualität-! Ka. sernen und KlSster Hütte Oesterreich gebaut! — so lautet der traurige Schluß unserer veralkichtn-de» Politik. NrovinziakAusstelkungen. Der „Oeslerreichilche Oekonomist". «velcher die Idee der Weltausstellungen in der bisherigen Form und im bisherigen Umfang als eine liereits überwundene, ja physisch unmögliche bezeichnet, ist dagegen s hr geneigt. Provinzial'Aussttllungen das Wort zu reden. Solche Ausft:llungen dienen in erster Reihe der Belehrung sämmtlicher Produzenten und bie len einen Anschauungs-llnterricht im besten Maß stab; fie geben damit den Antrieb zum Aortschritt in den Gewerben, znr Entsaltnng der Industrie, zur Sinsührung besserer Knltur des Boden«, da sich in jedem Bezirke Aussteller finden, lvelche von den neuesten Erfindungen und Entdeckungen, von dem wirtljschastlichen Fortschritte im Allgc, meinen Kenntniß haben. Vegenstände aus dem Auslände auch nicht unbedingt ausgeschlossen sind, ja von den Leitern der Ausstellung eigenS herbeigeschafft werden können. Nicht minder dienen sie der Vervollkommnung des Geschmackes durch Vorführung guter Muster und Borbilder. Solche AnSstellungen ermöglichen eine ruhige Uebersicht. gestatten ein eingehendes, wirklich nutzbringendes Stndium alles Reuen und Wis^enS-werthen und regen zu eigenem Denken, zu eige-ner selbftfähiger Arbeit an, während die sogenannten WeltAusstellungen mit ihrem Wüste und ihrer Massenhastigteit verwirren, ermilden, geistig und körperlich lühmeu. Diese Ausstellungen mit ^ebietlicher BegrenMg gehen daher in ihrer Wir» nag auch viel tiefer. Das Eraebniß, welches fie erzielen, steht zu dem Kostenaufwand, den fie verursachen, in einem ungleich günstigeren Berhältniß; fie vor Allem find geeignet, das «erständntß des Fortschrittes dem Vewerbsmann zu vermitteln, dem Landwirth das Bedürfniß einer wiffenschaftlichen Knltur unabweislich darzulegen. Und eben darnm find kleinere Ausstellungen vielen Orten regelmäßige Erscheinungen gewor-, es find wirthschaftliche Feste, deren ideeller Gewinn kaum nachgerechnkt ivcrden kann, deren tvirthschastlicher Rußen anch bei einem finanziellen Mißerfolg der Leitung unbestritten groß bleibt. Und eben so spielen sie in der Richtung eine große Rolle, daß fie zum Th'il an die Stelle der Märkte getreten find und die Thätigkeit die-ser Veltehrs Einrichtungen sogar im gesteigerten, zeitgemäßen Grade sortsühren. Tie gewinnen anscheinend in demselben Grade an Bedeutung, als jene verlieren, weil fie zur Bervlittlung von Erzeugung und Verbrauch in ausgiebigerem Maße beitragen, den Konsumenten die Btzugsquelle seiner Bedarfsartikel, den Produzenten die Bedürfnisse, den Geschmack und die Wünsche deS Publikums kennen lehren. — weil sie endlich die Anknüpfung von Geschäftsverbindungen und damit eine Erlveiterung des AbsaK-kreises der Erzeugnisse anbahnen, nach welchen jeder Industrielle und Gewerbsmann streben muß. Tanz abgesehen von der Unterstützung durch die leider allerdings noch immer nothwendige ^eklame, welche die Prämiirung aus einer Ausstellung für den Industriellen und Gtwerbctrei-benden mit sich bringt, ist es für den Produzen-en immer eine Sache von Wichtigkeit, im Lau» enden zu bleiben über die Bedingungen, an welche der vortheilhaste Betrieb deS Geschäftes geknüpft ist. die Veränderungen, welche in der technit desselben und rund herum auf allen Gc-»ieten des lvirthschaflichen LedenS vor sich gehen, kennen zu lernen, sie mit aitfmcrksamem Auge zu verfolgen. an den Unser Zeitalter ist ein Zeitalter der Erfin« düngen und es ist unmöglich, dieselben aus den Fachblättern allein sich anzueignen; und doch ist es ungemein wichtig, über die Zeit und Kraft erratenden Maschinen, über Fabrikationsvortheile. Arbeitsmethoden. Verfahrungsweisen u. s. w.. welche Anderen auf dem Felde der Konkurrenz einen gewaltigen Borsprung geben, Kenntniß zu erhalten. Die Ausstellungen bieten hiezu die beste Gelegenheit. Der Nutzen der Ausstellungen sür die Land-wirthschaft und deren Entwickelung bedarf des Beweises kaum. Sie sind für den landwirthfchaft-lichen Betrieb, welcher sich nur allmälig den Fortschritten der Zeit, den Forderungen der Wissenschaft anbequemt, an sich von Bedeutung; von doppelter Bedeutung aber für Gegenden, in lvel-chen mit dem Ausbau deS BahnnetzeS der Ge« treidebau an Rentabilität verliert, die Kultur von Handelspflanzen wenigstens theilweise an die Stelle desselben tritt und der Viehzucht, tvenn sonst die Boraussetzungen des günstigen Erfolges gegeben stnd, ein Hauptaugenmerk zugewendet werden muß. Alles das. was von dem wirthschastlicheu Nutzen der Ausstellungen überhaupt gesagt wurde, gilt doppelt und dreifach von landwirthschastlichen Ausstellungen. ES unterliegt keinem Ilveisel, daß der landwirthschaftliche Betrieb des Kleinwirthes fich in einer kritischen Uebergaugsperiode befindet. Die Landwirthschaft ist ein komplizirtes Gewerbe geworden, geknüpft an Voraussetzungen der mannigfachsten Art, abhängig nicht blas vo» Wind nnd Wetter, sondern von den Bedürsniffen des Marktes aus lveit ausgedehnten, durch die Eisenbahnen einander nahegerückten Gebieten. Der unzulänglich gewordenen ArbeitSfitte muß der rationelle Betrieb, die Maschine, zu Hilfe kommen; die Berechnung und Spekulation, die Benützung gstustiger Konjunkturen müssen der Maschine und dem rationellen Betrieb unterstützend zur Seite stehen. Aus vielen Flecken handelt eS sich nicht nnr nm den Uebergang von der Dreifelder-Wirthschaft zur freien Fruchtsolge. von der extensiven zur inten-siven Kultur, eS handelt sich um einen Frucht-Wechsel höherer Art. die Einführung neuer Kulturgattungen. Landwirthschastliche AnSstellungen vermitteln nicht bloS die Verbreitung landivirthschastlicher Maschinen und Gerathe. sie wecken das Interesse des LandmanneS überhaupt, erweitern dessen Gesichtskreis und können zu einer richtigen Entscheidung der für ganze Gegenden bedeutungsvollen Frage beitragen, »lvelche Handelspflanze neben den Crrealien mit Aussicht auf dauernden Erfolg gebaut werden soll." Schluß folgt. Zur Geschichte des Hages. Nicht allein die freisinnigen Deutschen bilden geharnischte Gegner der Regie-rung — anch die Ruthencn sind Schmerzenskinder gtlvorden und klagen in einer Frage an den galizischtn Landtag, „daß sie ihre Erniedrigung durch t^ar nichts verschuldet, da sie vom Tage der Einverleil)unt^ GalizienS in den österreichischen Kaiserstaat jederzeit, als diesem treu, die Gesetze heilig geachtet und den in der AuS- Übung begriffkven Regierungsorgane« folgsam ßch erwiesen". Welcher Umschwung in der Stim mung! Wo» muß geschehen sei«, um eine so reichsireue Bevölkerung zu diesem Rothruf zu veranlassen l Die Gefahr, welche der französische« Republik von Seite der Vo-napartifteu droht, darf nicht unterschätzt werden. Mögen die Republikaner sich ja von «tlli hat der Sl-chtsvkrwahrung des Landtaae^ gegen die kaiserliche Botschaft an den bShmiseh-n Landtag zugestimmt. Unt^richtS^ b»?m?jch?^Lan1 desschulrath in zwei Gruppen, in -ine deut sche «nd eine tsehechische getrennt werden. Die Lage ^ Paris ist bedentlich. Die Agitation der Bonapartisten greift unter de» SewerbSleuten und Arbeitern «m sich. Man spricht von der Bertheilung eines napoleoni» Äen Aufrufes, welcher insbesondere die freie ?ückkehr der vernrtheilten Kommunisten verheißt. noch »ur Verhandln^: ein Antrag, betreffend die Ueberlegung deS MilitärfpitalS — ein Unter-stützungSgcsuch — der Antrag wegen einer Bau-Herstellung an der Domkirche ^ zwei Ansuchen, be. treffend Vergütung deS Schulgeldes — eine An-Meldung, betreffend die Ausübung rineS Gewerbes. (Tanzunterricht.) Herr Eduard Eichler. diplomirter Lehrer der Tanzkunst auS Graz, wird in Marburg seinen Unterlicht für Erwach-sene und Kinder Anfangs November beginnen. Kcha«büh«t. ch * » «Der Fechter von kkavenna", Tran-erspiel in fünf Akten von Friedrich Halm, ging am 30. September vor einem zwar nicht zahlreichen. aber aufmerksamen Publikum in Szene — ein echt deutsches Stück, in welchem EinheitSsinn und BolkSehre daS Wort führen gegen tvälsche Sittenlofigkeit und römischen Hochmuth. Wie edel ist dem weibischen und bestialisch grausamen Callgula gegenüber der Stolz der gefangenen Thusnelda, welche ihren und ihreS SohneS Thu-mellkuS Tod der Schmach vorzieht, dem Tyrannen jn« blutigen Spiele zu dienen. Dem Fräulein Lanint (Thusnelda) gebührt unstreitig die Palme Ms zum Schaffst. Bon Z. Mthlfeld. (Fortjeßung). „Da hörte ich einen Schuß und gleich fiel darans «och einer, doch ich erreichte daS HauS, stürzte in den Garten und schlug die Rilhtung nach dem Dorfe ein. Ich sprang über den Zaun, lief durch deS Nachbars Garten und klopfte an das Aenster. WaS weiter geschehen ist, weiß ich nicht: «ir war, als stürbe ich, und ich dachte in dtm Augenblick, daß ich doch wohl geschossen sei." Der Staatsanwalt las die Antwort vor. der Aktuar nahm sie zn Protokoll. »Nie diele Meuicheu sahen Sie an der Scheune stehen?" fragte der Aichter. „Ich weiß es nicht genau, ob drei, vier, fünf oder noch mehr, ich »var so voll Entjeyen." „Haben Sie keinen derselben erkannt, auch die Stimme desscn nicht, den Sie rufen hörten?" „Rein, ich erkannte Niemand, auch die Stimme kannte ich nicht." „Was tvissen Sie über das Verbrechen oder die Verbrecher anzugeben." „Ich weiß nichts iveiter, als was ich ausgesagt habe." Der Rath stellte noch mehrere Fragen kreuj und quer, allein Fritz schüttelte i>ur den Kopf und wies das dargereichte Papier zurück. Er gai! keilte Antwort mehr. Der Staatsanwalt sah ein. daß wenigstens angenblicklich weiteres Drängen nnd Fragen nuh« loS sein würde: er winkte dem Rathe und erhob sich. Der Dorfschulze schloß einen Schrank ans und zeigte den Herren die Kleider, in welchen Fritz Fröse gefunden Warden war, und die Brief» tasche mit Werlhpapieren, die in diesen Kleidern gesteckt hatte. Die Herren betrachteten prüfenden Blickes diese Gegenstände. Sie bildeten jedenfalls einen seltsamen und den Jüngling verdächtigenden Fund. Die Kleider tvaren neu und fein, offenbar die sogenannten Festkleider. Ihr vollständiges Vorhandensein ließ darauf schließen, daß fie nicht im Angenblick deS Schreckens angelegt sein konnten. Denn wer sollte ein schwarzseioenes Halstuch erst sorgfältig falten und Fettilleto«. mit zierlicher Schleife versehen um den Hals schlingen, wie dasselbe bei Fritz gesunden worden lvar, wenn er die Flammen auS seines Vaters Hause schlagen steht und nicht wissen kann, ob Aeltern nnd Geschwister schlafend von den Glnten überrascht wurdeu? llnd dann das Geld, die Werthpapiere! Wie kamen Sie in des Jünglings Besitz? Und gerade in dieser Nacht? Dies r Fund war nur zu geeignet. Miß-trauen zu erregen, und nach kurzer heimlicher Be-sprechnng mit dem Staatsanwalt wandte sich der Rath nochmals zu dem jungen Fröse. Er zeigte ihm die Kleider und beobachtete ihn dabei. Es entging ihm nicht, daß der Jüngling vor dieser plötzlichen nenen Wendung der Sache er-schrack. „Sind das Ihre Kleider? fragte der Ge-richtsrath. Der Jüngling ergriff Papier und Bleistift und schrieb: „Ja wohl". „Wie kommt es. daß Sie in dieser Schreckensnacht gerade Ihre Festkleider anlegten?" Er besann sich ein Weilchen, bevor er schrieb Der Staatsantvatt las nachher: „Zufällig. Ich muß im Schrecken sie zuerst ergriffen haben." „Sie waren aber sehr sorgfältig angekleidet, hatten nicht nur frische Wäsche angelegt, sondern auch Ihr Halstuch sorgsam geschlungen, als ob es einem Feste gälte?" „Davon weiß ich nichts. Wenn es so war. so muß es gewohnheitsmäßig geschehen sein, ohne dot ich darüber nachdachte." Die Antworten lauteten immer unbefriedi' gender und Staatsamvalt und GerichtSrath wech-selten bedenlnngSvolle Blicke. Letzterer fragte weiter: „Und welche Bewandniß hat eS mit dieser Briestasche?" Alle lauschten athemloS. Der Staatsanwalt hielt dem Gefragten daS Papier hin, allein er nahm eS nicht. Wie schlafetld lag er da. Der Jnquirent wiederholte seine Frage. .Wie kommen Sie zu dem Gelde und den Werthpapieren? Sind dieselben Ihr Eigenthnm oder wie kommen dieselben in Ihre Kleider?" Wieder schwieg der Gefragte eine Weile; endlich griff er nach dem Papier und schrieb: „Die Brieftasche lag zufällig in meinem Zimmrr und ich rettete fie, weil ich eS hatte brennen sehen, in meiner Kleidertasche." „Sie bezeichnen vieles Seltsame als zufällig geschehen. Können Sie den Zufall nicht näher erklären, weshalb daS Geld in der fraglichen Nacht fich in Ihrem Zimmer befand? Hatten Sie dasselbe in Verwahrung bekon»mcn?" Fritz wurde offenbar mit jeder neuen Frage mehr um die Antworten verlegen, sie erfolgten stets erst nach Pausen, in denen er vor sich hinstarrte. . Endlich schrieb er: „Nein. Mein Bater hatte am Nachmittage in meinem Zimmer geschrieben und gerechnet und diese Brieftasche mitzunehmen vergessen." „Und weshalb trugen Sie ihm dieselbe nicht nach, da er die Brieftasche doch vermissen und suchen tonnte?" „Ich fand sie selbst erst, als ich schlafen gehen wollte. Da ließ ich sie liegen." „Schrieb Ihr Bater öfter in dem sogenannten AnszugSstübchen?" „Zuweilen; er schrieb überhaupt nicht oft." „Und aus weichem Grund wählte er denn gerade daS kleine Stübchen in dem Hinter-Häuschen?" „Ich weiß eS nicht. ES geschah auch nur selten. Vielleicht, weil er wußte, dort stetS die Tinte frisch zn finden; er »var da oben auch ungestört." »Eine andere Erklärung können Sie nicht abgeben?" „Nein, ich weiß nichts weiter." Die letzten Antworten ülier das Dasein deS Geldes hatten lveniger nuwahrschelnlich geklungen, als die über die Kleider und daS sorgsältige Anlegen derselben, sie hatten doS Mihtranen der In-qnirentcn tvieder etwaS versöhnt. Der Staatsanwalt erklärte, daß sie in ein anderes Zlmmer gehen und die weltern Verhöre vornehmen ivollten. Der Lene wurde bedeutet, daß sie zuerst befragt werden solle. „Ich?" rief daS erschrockene Mädchen. „Ich weiß von nichts! Gar nichts!" .,WaS Sie nicht sagen, liebeS Kind", bedeutete Sie der Staatsanwalt kiihl. „Sie haben nichts weiter zu thu«, als unsere Fragen wahr-heitSgetreu zu beantworten." Lene erlwb sich. Ihre Augen hingen angst« vall am Gesicht deS jungen Fröse. (Fortsetzung folgt.) Stadt-Theater in Marburg. Mittwoch, 4. Oktober: lliv PNNIV88iN von IfSPVZUNt. Burleske Operette in 3 Akten von Ossenbach. Mit ganz neuer AuSstottung. Donnerstag, 5. Oktober. Die Mönche, oder: Vit Carabinierts im Karmtliterklofter. Lustspiel in S Akten nach dem Französ. von M. Tenelli. Keine Modenzcitunji hat rine größere Btr breitu!^ als__ Ms I>oä»i»»«It. Prcii für daS ganze Vierteljahr 10 Sgr., mit viertelj. neun kolorirten Modetupfern 25 Sgr. An trefflichen Original-Jllustrationen ist die Modenwelt, ungeachtet ihreS überaus niedrigen Preises, wohl daS bei Weitem reichhaltigste der-artige Journal. Seit sechs Jahren bestehend, wuchs ihr Rus fast von Tag zu Tag; als ein unentbehrlicher Rathgeber in allen weiblichen Kreisen wird sie nunmehr in zehn Sprachen über, se^t. — Durch anerkannt vorzügliche Slhnitt-Muster und genaue, leicht verstandliche Anweisun-gen macht die Modenwett auch die ungeübteste Hand geschickt, alle Arten von Handarbeiten. Garderobe und Wäsche selbst anzufertigen, solvie Getragenes zu modernisiren und dadurch die bc deutendsten Ersparnisse zu erzielen. Abonnkmetits werden jederzeit angenommen in Friedrich Leyrers Buchhandlung zu Marburg. - Wisstischastlichtö Vutachtti» über die Aüathkrill-Zahltpajta dtb Herrn Zahi-antts Dr. Diese berühmted et Herrn Zahnarztes Dr. I. S. Popp in Wien, Stadt, Bognergasse Str. 2, habe ich einer gründlichen Prü snng unterworfen! denn das allgemeine wiffenschastliche Interesse, welches sich an dieses so außerordentlich verbrei I ete Zahnmittel knllpft, bringt e» schon mit sich, die natnr listorischen und pharmakodynamischen Eigenschaften des elben kennen zu lernen. Dieser Prüfung zufolge stell ich mm heraus, daß in der That die Anather in-Zahnt »asta des Herrn Dr. I.E. Popp in Nien ein n ihrer Art ganz einziges Mittel ist; denn ste enthält faktisch nur die auserlesensten vegetabilischen und mineralischen Stoffe, welche sich bei Mund« und Aahnleiden aller Art stets von der größten Wirksamkeit und Heilkraft gezeigt haben, so daß dieses „Zahn'Präparat" nnstreitig ein Mnnd und Zahnmittel" von den allervortefflich sten Eigenschaften ist. Insbesondere aber ift diese Zahnpasta zufolge ihrer ausgezeichneten Bestandtheile daS allervorzüglichste Mittel gegen die verschie« denen Arten von Zahn« und Mnndsiiule, in welcher Beziehung eS von keinem andern derarti gen Mittel übertroffen wird; und dieses hat auch einen sehr uatttrlichen Grund, denn die Dr. Popp'sche Zahnpasta enthält außer ihren heilsamen Bestandtheilen auch noch die allerzweckentsprechendstenStoffe zur vollkommenen Reinigung der Zähne, wo onrch eben jede Art von Mund- nud Zahnsäul niß verhiitet wird. Somit ist die Anatherin Zahnpasta des Herrn prakt. Zahnarztes Dr. I. G. Popp in Wien, nach allen ihre» Eigenschaften auch zugleich daS beste und krä ftigste Präservativ-Mittel gegen alle Mund, und Zahnkrankhei« ten, was ich nnparteiisch und der Wahrheit gemäß hiermit ausspreche und durch meines RameuS Unterschrift nnd Siegel bekenne und bescheinige. Beilin, den 28. Juni 1869. I>i^. Hsss, kiinigl. preuß. approbirter Apotheker nnd I ^ Chemiker l. Klasse; wissenschaftlicher Unter sucher und Sachverständiger filr medizinische, pl)armacentische, chemische und TesundheitS-ü Artikel, Fabrikate und Dromien aller Art. Zu haben in: Marbnrg in Bancalari'S Apotheke, bei Herrn A. W. König, Apotheke zu Maria hilf, bei Herrn K. Kvlletnig und in TanchmannS Kunsthandlung; Cilli bei CriSper nnd in BaumbachS Apotlieke; Dentsch-Landsberg A. L. Miillcr, Apoth. Gleichenberg: F. v. Keldbach, Apotheker; Gonobib: E. Aleischer, Apoth.; Leibnitz: Kretzig's Witwe, Apoth.; Luttenberg: Kr. Pesfiak, Apoth. Mureck: L. v. Stein berg, Apoth.; Pettan T.Reitl)ammer, Apotheker. Rad kersburg: F. Schulz Apoth. und I. Weibinger; Rann: F. Schniderschitsch; Rohitsch: KriSperS Apoth.; Sauerbrunn: in der Apoth.; Stainz: V. Timonschkk, Apotl). Wind. Feistrih: I. DieneS, Apoth; Wind. Graz: I. Kaligaritsch; Wind. Landsberg: Vaßulichö Apoth.; WaraSdin: A. Halter, Apoth._ Schlafstellen sür Arbeiter werden gesucht. (648 A. V. Itleiiiioliust»'. VI»« SIi>s«r ÄlsnvLwVtnrlnK v«. Znhaber der größte» USH«i»schi«tn-/abrik der Welt! 'W> vss äuszezeielmelste »»s V»Illio»»e»8te auk 6eiii Ovdivte ävr Mllma8e1liuell-Iv6u8trio dietet 6ie Lillxor (Zo. eivew ?. ?ubljlcuw, uuä ist nameutliol» äorev 6as Lleßsntete, vag man in äieger Linsiollt liaKon kann; 8eIIiixv arbeitst 80 8ot»0ll, lvielit unä 8cdnell, ^^88 e8 äis be8tv ^asedivv iiir ^eäö Arbeit 8ein äürtte. LV4 Server Linä 8tLtg aw I^ager »»«vklnvn suf Lolinslösf, 8vl«ikm»vli«i' u.». W. /ec/e As/eistet. va anäorsoitis vackj^vmaedts 8inger-llia8olilnsn »nxedotou vorävv, go maoko iek äarauf auimerk3am, äas» Original-I^a8ekinvn au? äurek mied dszioßon veräon können. Der üllvinigv Nsupt-Xjsevt tkr «47 An der Alling» - mt Mßtlschilr der k. k. LchrerbildungSaitstalt in Marburg ist eine Suppls»tO»>tsUs zu besetzen. Bewerber um dieselbe haben sich an die Direktion der Lehrerbildungsanstalt — GambrinuShalle 1. Stock — zu wenden. Vit k. k. Virektion. Vi« gebildete» jUNserMO«« mil schiiin »«läufig» Schrift tMpfithlt ßch -l» Schr«ib«r oder «anzellift. — Sefilll,« «»trige bittet man im Eomptvir d, Bl. abzuAtbtii. stZ8 Wamung. Ich erlaube mir die ?. I. Damen auf mein reich sorlirteS Lager von 8kmmt-, 8siösn- und filMtsn ntnestcr Fagon, »sudvn. vapuekon«, vasoklik», VIumsn, formen ic. aufmerksam zu machen. Es bittet um zahlreichen Zuspruch 638 HochachtuugSvoll Marie Samtitzly „zur Wientrin". ^ Kßftft«dente« werden in eine anständige Familie ausgenommen. Anfrage daselbst. Es witd ersucht, auf meinen Namen N i e-man den Geld oder GeldeSiverth zu boraen da ich nicht Zahlerin bin. Katharina Weitz, 637_Hotelbtsttzerin „zur Stadt Meran" Drei Mädchen wünschen im Schnittzeichnen Unterricht zu geben und kleine Mädchen in weiblichen Handarbeiten auszubilden. Nähere Anfrage in der Mühlgaffe. HauS-Nr. 183. (649 wurde Mittwoch AbendS von der Bahn durch die Tegetthoffstraßk, Grazer«, Post- und Herrcniiaffe bis zur Draugaffe ein lichles, grau und schlvarz karrirtks Damentuch, nnd wird der Kinder ersucht, selbes im Comptoir dieses BlatteS gegen Beloh nung abzugeben.____(636 Marburg, so.Sept. (Vochenmarfttbeeicht.j Veiten st. S 70, Korn A. 3.40, Gerste ft. S.80, H«fee fl.I 75.Kuturutz fl.4.SV, Hirse fi.s.so, Htrsebrein ff. 5.S0, Heiden fl. S SV, Srdüpfel si. 1.40, Bohnen p. Pt.Wetz. »eizengries ft. Ig.—, Mvndmehl fl. 10.—, ee««el«ehl fl. 9.—. «eißpohlmehl fl. 8.—, Schwarzpohlmehl fl. 6.—, Kukurntzmeht fl. 7.— pr. Cut. Heu fl. 1.— , Laaerßroh fl. 1.b0, Futterstroh fl. V.lW, Strenstroh fl. 0.S0 pr.Eeat. Rindfleisch ZS-S8. Kalbfleisch 80. echweinfleisch s.Ib.« .m C-mpt-i. dies.» Blatt.» g.g.a Bcl.h. nun» abzugebt». lS3S «. «M, Stteiifinih fi. «.»» ««». DMUUUMUMUUWUUUU^^ ««mmfiiiich zz.s»««, stiich»«. «ii,ds»«ch b«. «»»«««! V Z . ^ s «/SöiNX 3 Z ^ . U lchmalz 44. Schmeer 4^, vutter so, «opfentäfe l0,s«iebel s. ^ g N Knoblauch j^Krenn lS, Kümmel 8S tr. pr. Pf. Eier pr. W Z SAZ SM St. 27,kr. Milch frische 10 kr. pr. Maß. Holz, hart 18« a> »5Z Z onZ gA do.-, M as » '«> L L'«'L ^ Z« .s x ^ Ls°LssHs Knoblauch I^Krenn lS, Kümmel 8S tr. pr. Pf. Eierpr. St. 2'/, kr. Milch frische 10 kr. pr. Maß. Holz, hart 18" fl. 5.50, dto. weich fl. 4.Z0 pr. Klafter. Holzkohlen hart fl. 0.54, dto. «eich fl. 0.84 pr. Metze«. Eisenbahn-Fahrordnung. Marburg. Versouentkae. Von Trtest »ach Wien: Ankunft 0 N. 21 M. Krüh und 0 »l. 4ü M. Abe«ds. Abfahrt 0 u. 38 m. Arüh und 0 u. 57 M. Abend». von Wien nach Triest: Anknnft 8 N. 18 M. Friih und 9 U. — M. Abends. Abfahrt 8 U. SS M. Krüh und 9 U. IS M. Abends. Eilzüge. Bon Wien nach Triest: Anknnft 2 Uhr S Min. Nachmittag. Abfahrt 2 Uhr 8 Min. Rachmittag. Bon Triest nach Wien: Ankunft 2 Uhr 48 Min. Rachmittag. Abfahrt 2 Uhr 4S Min. Rachmittag- Gemischte gitge. Bon Miirzzufchlag nach AdelSberg: Anknnft 12 Uhr 59 Min. Rachmittag. Abfahrt 1 Uhr 15 Min. Rachmittag. Bon Adelsberg nach MÜrzjuschlag: Anknnft 12 Nbr 22 Mi«. Rachmitrag. Abfahrt 12 Uhr 41 Min. Rachmittag. ZtArNtnereAKge. Gemischte. Räch Billach Abfahrt 2 U. S0 M. Rachm. Von Billach Ankunft 11 U. 56 M. vorm. >er««twortltch» Redaktion, Vnick und Berlag von.Adnard Sanjchtß i» 2. «. St. o.