EINZELPREIS: woclwntivs 10 Rpl __SamtUg'Sonntag II Rjpl Watturgtr äcituug Amtliches Organ des Steirischen Heimatbundes Verlag und Schriftleitung: Marburg a. d. Drau, Bad^assc Nr. 6, Fernrut; 2S-67. l'rscheiiit wöchentlich sechsmal als Morgenzeitung (mit Ausnahme der Sonn- «. 25-68, 25-69. Ab 18 Uhr (6 Uhr abends) ist die Schriftleituiig nur auf Fernrut l-eiertage). Bezuppreis (im voraus zahlbar) monatlich RM 2.10 einschl. ZosteO- Nr. 28-67 erreichbar. — Unverlangte Zuschriften werden nicht rückgesandt. — gebühr; bei Lieferung im Streifband zuzüglich Porto; bei Abholen hi def Oo- Bei Anfragen Rückporto beilegen. — Postscheckkonto Wien Nr. 54.608. schäftsstelle RM 2.—. — Anzeigen- und Bezugsbestellungen in der VerwaltwiK, 170 cntarburo o. ®rau, 3)onner«tag. 17.3ult ig« 8i. Sa^rgano Verzweifelte GegenangriHe der Sowjets Unter blutigen Verlusten für den Feind zuriiclcgeschlagen Der Hafen Margate bombardiert Weilerhin gUnstiger Verlauf der Operationen im Osten Aus dorn Füfarerhauptquartior, 16. Juli Qa8 Oberkommando der Wehrmacht gibt liekannt: Im Osten nehmen die Operationen weiterhin Ihren günstigen Verlaui. An mehreren Stellen wurden verzweifelte sowjetische Gegenangriffe unter blutigen Verlusten für den Feind zurückgeschlagen. Sowjets sich auf Grund ihrer diplomatischen Immunität einer ungeheuren boi-> schewistigchen Propaganda hingaben. In einem Keller habe man auch die Trümmer eines geheimen Senders gefunden. Obwohl das sowjctrussische Botschafts- im Kampf gegen Großbritannien beschädigte die Luftwaffe ostwärts New Castle zwei grolle Frachtschiffe schwer. Kanipffiugzeuse hombardierten In der letzten Nacht die Hafenanlagen von Maf^gate. Der Feind warf in der letzten Nach*: mit scliwaclicn Kräften eine «crin^c Anzahl Sprcn«:- und ürandboinben in Westdeutschland. Nachtjäger schössen drei der angreifenden britischen Kanrpf-fiuKzeuKc ab. Wie bereits durcli Sondermcldunji be-kanntsjegeben, scholi Oberstleutnant Möl-derS,Kommodore eines Jagdgeschwaders, gestern fünf weitere Sowjctflugzeuge ab und errang damit in diesem Kriege seinen 101. Luitsieg. Zwei Masken - ein Gesicht Von Helmut Sündermann personal schon sehr stark gewesen sei, habe die Botschaft außerdem noch 80 Handelsattachees In den verschiedenen Industriegegenden gehabt. Von den 30.000 kommunistischen Agenten, die von der Komintern besoldet wurden, seien jetzt rund 19.000 verhaftet, während ütKir fKXX) vorläufig festgenommen seien. Clinrcliiiis Biutscliulil Berlin, 16. Juli. In einer offiziellen Erklärung wurden Gibt es größere Gegensätze als den millionenschweren Aktienkönig, der unter den Palmen von Florida Preise diktiert, und dem Agitator, der vor den Toren einer Fabrik mit kreischender Stimme Klassenkampfparolen über die heimkehrenden Arbeiter schreit? Gibt es einen augenfälligeren Unterschied als zwischen dem Lord, der in Friedenszeiten in einer Evke seines Klubs bei Whisky—Soda die Getreideernte ganzer Länder zu verhökern pflegte und dem kleinen Hafenarbeiter von London, der im düsteren Whitechapel den Prophezeiungen eines buckligen Juden über die »Herrschaft des Proletariats« und den malerischen Erzählungen über die »Segnungen des Sowjetregimes« lauscht? Und ;*ibt es etwas Merkwürdigeres, als die vertraulichen Besuche, die stocksteife adlige Briten mit jenen meist durch demonstrativ ungebügelte Hosen gekennzeichneten diplomatischen Vertretern Moskaus seit langer Zeit in freundschaftlichster Weise auszutauschen pflegen? Das sind Verschiedenheiten, die freilich sowjetische Nüchbulen Budapest, Ib. Juli UnaarisrhP PnilKPrtfPrhjinflP waripn wie der Londoner Nachrichten- nur den verwirren mögen, der nicht tief linyonSLH« ranxerveroanae warien idlenst meidet, die Verluste, die durch genng über die inneren Gesetze nachge. deutsche Angriffe m England verursacht dacht hat, die sowohl der Plutokratie anwurden, bekanntgegeben. Von Anfang _ jjänner bis Ende juni sind darnach in Im Zusammenarbeiten mit dc-n deut-1 England 41.900 Personen getötet und sehen Truppen haben ungarische Pan- 152.600 Personen verwundet worden. zorverbande, wie der Chef des Honved*( Oeneralstabes bekanntgibt, die sowjeti-, ''''ll''llll''*llll>i'llii'i<>"illl>>"l>l>>llllllllll>l'l>>llllllliiiiiUlitilllinillllllHinillinillllMlllllllllllitnilliiniiiiiliiiiiiil sehen Nachhuten erfolgreich angegriffen und zurückgeworfen. gclsächsischer Prägung wie dem Bolschewismus Moskowiter Herkunft zugrunde liegen. Der Aktienkönig wie der Getreidelord Wacnsende Opposition gegen Rooseveit Japans Kabinett zurückgetreten Um einer siarkeren Regierung Platz zu msciien Tokio, 16. Juli. Spintnr Tnff anori^potif amtllch bekanntgegeben wurde, ist das Kabinett Konoye zurückgetreten. Tafc aiierkennt peutschlan pag Ministerium Konoye wird auf Anordnung des Tenno vorläufig die Geschäfte loyale Haltung weiterführen. Rio de Janeiro, 16. Juli Domei schreibt zu dem Regierungswechsel: »Das Kabinett Konoye ist ge- Nach Berichten der brasilianischen schlössen zurückgetreten, um einer stärkeren Regierung Platz zu machen, die der Presse macht sich gegen den Präsidenten 1 neuen innen- und außenpolitischen Lage gerecht wird. Das Ministerium Konoye Roosevelt in den Vereinigten Staaten eine j wird auf Anordnung des Tenno vorderhand Im Amt verbleiben.« rasch wachsende Opposition bemerkbar, i Die amtliche Bekanntgabe erfolgte, nachdem der Tenno Konoye eine Audienz Man tritt besonders gegen seine Entsen-1 gewährt hatte, und rief große Sensation hervor. Der Rüclftritt wurde In einer dung von USA-Truppen nach anderen' außerordentlichen Kabinettssitzung beschlossen, die am Nachmittag in Konoyes Kontmenten auf. Amtswohnung stattfand. Sodann begab sich der Premierminister nach Hayama, Der USA-Senator Taft bezeichnet die Besetzung Islands durch amerikanische Streitkräfte als eine .Alai-inahme, die keineswegs notwendig sei für die Verteidi- kehrte aber später wieder nach Tokio zurück und berief erneut das Kabinett zu einer Sitzung ein, in der er den kaiserlichen Befehl verlas, daß er bis zur Wahl Peines NachTolgers im Amt bleiben soll. . Außerdem wurde bekannt, daß das kaiserliche Paar wegen des Ernstes der gung Amerikas. Jedermann wisse, daß! Lage seine Ferien in Hayama unterbrechen und am Donnerstag in die Hauptstadt das Deutsche Reich Amerika nicht angrei- j zurückkehren wird. fen wolle. Die bisherige f^olitik Dcutsch-Ii^nds ']!ab«e bisiicr alles vermieden, was als Angriff gegen Amerika nt'Sgelegt werden könnte. Ein«! der Sowjet- 2S.()(M( Kom^nlcr»t-Ay;enten in Fr.Tnkrcich nnjicbjtdllch c;cmacht Paris, lö. Juli Die Komintern hatte in Frankreich 30 tausend besoklcte A^eiüen, wovon Z'y tausend bcrciis unaclü IMcli ßcmnclit slnü. üo bci ichtct ein SüridcrbcrlchtcraiHtler de^ »Matinx ans Vichy. Im Blatt helBt es ferner, daß nach Abzug der sowjetischen Botschaft in dem früheren Botschafisg;-bäudc eine Juchuiv.^ vorffonoimnen wurde. Dabei imbe man Kielen mit Dokumenten gefunden, die bewiesen, daß die Mölaers-erioigreichsierlagilllieger der Welt DER FÜHRtR VERLIEH IHM ALS ERSTEM OFFIZIER DAS EICHENLAUB MIT SCHWERTERN UND BRILLANTEN ZUM RITTERKREUZ DES EISER- NEN KREUZES Aus dem F ü h r c r h a u p t q u u r t i e r, 16. Juli Das Oberkunimaiido der Wehrmacht gibt bekannt: Bei den Künipfen an der Ostfront schoU Oberstleutnant Möidors, Kommodore clnas JagdRescIiwaders, gestern fünf Sowietflugzeuge ab. Er hat damit In diesem Kriego insgesamt lOI Abschüsse erzielt und elnschlielflicli seiner 14 Ab* Kcf'iisbc im Spaiiien-Fekizu« US Luitsiege errungen. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmach hat diesem heldenhai-icn Xorbilü der Luf waffo und erfolgreichsten Jagdflieger der Welt al« erstem Otlizier der deutschen Wehrmacht die höchste deutsche Tapferkeitsaiiszelch-nung, das Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen und an Oberstleutnant Möklers ein Handschreiben '.■erachtet, In dem er Ihn zu seinen Luft siegen beglückwünscht und Ihm von der bofien Auszeichnung In Würdigung s^ner grotten Verdienste um die Zukunft des deutschen Volkes Mitteilung macht. sind beide ^rößlingc ein^r Weltanschae* ung, in der Ueld alles, Menschen und VQI* ker nichts sind. Ihr Ziel ist allein, zu dienen und durch das Verdienen zu herrschen. Das Schaffen anderer ist ihnen nnr Mittel zum Zweck der Zerschlagting tmd Ausbeutung der Nationen, zur Errichtung einer Diktatur des Molochs >OeW« üt)cr die Menschheit. Der Agitator an den Toren ihrer Fabriken, der bucklige Jude In Whitechapel aber _ führen ihre kreischenden Parolen, ihre lockenden Phrasen nicht zum gleichen Ziel, zum selben Ergebnis: zur Knechtung der Menschen, zur Zerschlagung der Völker, zur Ausbeutung ihrer Schaffenskraft, zur Diktatur eines wesenlosen Molochs Uber alles Leben? Fürwahr —- die Plutokratie in ihren letzten endgültigen Formen ist nichts anderes als die Herrschaft einer Kaste über die Menschheit, ebenso wie sich die Machthaber von Moskau als die raffinier-testen Organisatoren der Zerstörung der Nationen und der Versklavung ihrer Schaffenden erwiesen haben. Wessen Wirken aber zu gleichen Ergebnissen führt, dessen treibende Kraft muß auch aus den gleichen Quellen fließen! Studieren wir den Ursprung von Plutokratie und Bolschewismus, und wir finden nicht nur die gleichen Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts, in denen diese Giftsaaten gesät wurden, sondern auch die gleiche jüdische Menschenrasse, die sie über die Völker ausstreute: der jüdische Kapitalismus war es, der mit seinen men-pchenausbeutenden Verdienstmethoden den Begriff des Proletariats schuf und jedem ausgeglichenen nationalen Wirtschaften den Boden entzog. Und Juden waren es wieder, die diesem Proletariat jene Parolen gaben, mit denen es zum Sturm gegen die eigenen Völker getrieben wurde, um das wirtschaftliche Zerstörungswerk der Plutokratie politisch zu vollenden. Die Masken von Bolschewismus und Plutokratie mögen so verschieden wie nur denkbar sein — das Gesicht aber, das sich hinter ihnen verbirgt, ist das gleiche: die Fratze des Juden, der die Völker entrechtet, ihre Lebenskraft zermürbt und seine Herrschaft auf den Ruinen einer zusammengebrochenen Welt errichten will. Es wundert uns daher nicht, daß in diesem Krieg, den die Plutokraten vom Zaune brachen, auch die Bolschewiston ihre große Stunde gekommen glaubten. Diese edle Waffenbrüderschaft ist überdies nicht nur ideologisch, sondern iauch historisch begründet. Schon vor fünfundzwanzig Jahren waren zu der gleichen Zeit, in der die piutokratischen Machthaber in Versailles die äußere Zerschlagung Lies Reiches vorbereiteten, die bolschewistischen Genos'^en am Werk, um das gleiche Z'el von innen heraus /u betreiben. Ihr Versuch ist damals gescheitert, und deshalb haben sie sich jetzt mit denen von London getroffen, um an der Wiederholung des Kampfes gegen Hcntscliland e zum Teil durchschnittlich fünfzig Kilometer pro Tag zurückgelegt. Was die Welt fedoch immer wieder in Erstaunen versetze, sei das Wunderwerk des deut^hen Nachschut>e8. Zehntausende von Fahrzeugen führten auf allen Teilen des gewaltigen Kriegsschauplatzes in ständiger Zirkulation dem riesigen Körper der Wehrmacht neue Nahrung zu, und es läge darin eine unerhörte Arbeitsleistung des deutschen Generalstabes, dessen Uberragende orga-nlsatprische Fähigkeiten dank der absoluten Überlegenheit der deutschen Luftwaffe voll zur Entfaltung kämen. Nur so sei es auch zu begreifen, daß nach den großen Vemichtungsschlachten seit Bia-lystok und Minsk die deutschen Offensive fast ohne Atempause weitergeht. In den nach ihm benannten Festungs- gürtel ziehe der »Vatei* aller Schnurrbarte« nun in größter Eile alle Reservisten zusammen, auch wenn sie noch nie mit einem Gewehr umgegangen sind, um sie in einer letzten vergeblichen Verteidigungsstellung der siamesischen Zwillinge Bolschewismus-Plutokratie dem siegreichen Vormarsch der gerechten Sache, der neuen Ordnung en^egenzu-wcrfen. Die slowakischen Blätter heben nochmals die Bedeutung des Durchbruchs durch die Stalin-Linie durch die deutschen Truppen hervor. »Slovak« schreibt, daß es kaum eine größere Siegesmeldung geben konnte. »Gardista« stellt fest: Nach diesem gigantischen Erfolg der deutschen Waffen seien keine gegnerischen Wunder mehr zu erwarten. Auch in der Pariser Presse werden die Nachrichten von der Ostfront weiterhin aiuf der ersten Seite in großer Aufmachung gebracht. Das »Oeuvre« stellt heraus, daß sich die deutschen Armeen die drei großen Einfallspforten nach der Sowjetunion gesichert haben. Zum Durchstoß durch die Stalin-Linie schreibt das Blatt, hätten weder der Moskauer noch der Londoner Rundfunk gewagt, diese Tatsache zu bestreiten. Der Vormarsch der deutschen Armee sei So gewaltig, daß es unnötig sei, die Tragweite der Berichte des OKW besonders zu kommentieren. Auch die französische Presse des unbesetzten Gebietes führt die Operationen im Osten ihren Lesern auf Karten und in Kommentaren in ihrer ganzen Tragweite eindringlich vor Augen. Die Presse in Tokio weist darauf hin, daß sich während des bisherigen Verlaufes des Krieges die deutschen Berichte stets als richtig erwiesen hätten. Auch jetzt lasse sich, wi'e »Tschugai Schogio Schimpo« schreibt, feststellen, daß die deutschen Erfolge mit den von deutscher Seite gemachten Veröffentlichungen völlig übereinstimmen. »Kokuinin Schimbun« meint: Trotz der Moskauer Behauptungen, daß der deutsche Vormarsch gestoppt sei, stelle sich immer mehr heraus, daß auch die zweite deutsche Offensive gegen Leningrad und Kiew unaufhaltsam fortschreite. Was auch die Sowjets als Gegenbeweise anführen mögen, unbestreitbar sei, daß die deutsche Ta'ktik die entscheidende Oberhand auch in diesejn FeWzug gewonnen hätte. „Am östüchen Himmel sieigl dte Morgenröte anf" Kopenhagen, 16. Juli »Der größte Volksführer aller Zeiten hat Europa zum Kampf gegen das verbrecherischeste und blutigste Regime aller Zeiten aufgerufen«, heißt es In einem von »Faedrelandet« veröffentlichten Brief eines im Felde stehenden dänischen Hauptmannes im Regiment „»Nordland«, der weiter sagt: »Adolf Hitler hat der bolschewistischen Front den Handschuh hinge* worfen. Dänen, Finnen, Norweger, Holländer und Flamen stehen Seite an Seite in einer Division, die berufen ist, an diesem entscheidenden Kampf teilzunehmen, nicht als Propagandafiguren, sondern jeder mit einer größeren oder kleineren Aufgabe. Am östlichen Himmel steigt die Morgenröte auf, die Morgenröte des neuen Europa.« Erneute Luftangriffe auf Tobrulc KÜHNER VORSTOSS DER ITALIENISCHEN BESATZUNG VON UOLCHEFIT Rom, 16. Juli Der italienische Wehrmachtbe-richt vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut: Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: In Nordafrika haben italienische und deutsche Flugzeuge erneut Befestigungen, Batterien und Hafenanlagen von Tobruk angegriffen. Weitere deutsche Luftwaffeneinheiten haben vorgeschobene Fhigplätze des Feindes angegriffen. Der Gegner unternahm Einflüge auf einige örtlichkeiten der Cyrenaika. In der Nähe von Bardia wurde ein briti- sches Flugzeug von der Abwehr abgeschossen. In Ostafrika hat am 13. Juli eine Ko-tonne Italienischer Truppen der Besatzung von Uolchefit einen kühnen Vorstoß gegen die gegnerischen Stellungen unternommen und überwand In hervorragender Weise den Widerstand des Feindes, dessen Abteilunjg;en in die Flucht geschlagen wurden. Am 14. Juli haben Abteilungen von KolonialtrufH>^ der Besatzung von Uolchefit indische Einheiten angegriffen und aus Ihren Stellungen vertrieben. In der Nähe von Gondar hat unsere Artillerie ein feindliches Flugzeug abgeschossen. Wo stehen unsere Truppen? DER OURCHBRUCH DER STALIN-LINIE UND DIE VERSCHLEIERÜNOSVER-SUCHE IN MOSKAU UND LONpON Von Hauptmann Stephan Berlin, 16. Juli Noch vor wenigen Tagen hatte das Zentralorgan der Moskauer Bolschewisten, die »Prawda«, gejubelt, »die Offensive des Feindes ist jetzt gebrochen, seit er einen unüberA^'indlichen Widerstand gefunden hat, die Deutschen kommen nicht einen Schritt mehr weiter, da die Sowjet-Armee sich in der Stalin - Linie immer mehr verstärkt habe.« Die Druk-kerschwärze war auf dem Papier dieser Zeitung noch nicht trocken geworden, als bereits die deutschen Armeen zu neuem kühnen Ansturm ansetzten und die Verteidigungsfront der Sowjets an allen entscheidenden Stellen durchbrachen. Was sagt jetzt der militärische Mitarbeiter des britischen »Reuter«-Büros dazu, der seiner innigen Genugtuung darüber Ausdruck gab, daß »die Lage eine so große Veränderung zugunsten der Bolschewisten aufzeige«? Diese vermeintliche Wandlung sah der übergescheite General Gough, der schon wiederholt durch seine voreiligen und törichten Prognosen aufgefallen ist, allein in der Tatsache, daß »in vier Tagen an der Ostfront keine Veränderung mehr eingetreten« sei. Trotz aller trüben Erfahrungen macht man in den uns feindlichen Ländern wieder und wieder dieselben Fehler: Wenn von deutscher Se^te ein nanz firroBer Schlae vorbereitet wird, wenn deshalb die deut- schen Kräfte an einzelnen bedeutenden Punkten konzentriert werden, dann atmet man auf der gegnerischen Seite erleichtert auf In der Hoffnung, die Ruhe vor dem Sturm könne diesmal doch vielleicht eine echte Kampfpause sein, erzwungen durch Erschöpfung auf deutscher Seite. Aber weder im Weichselbogen noch bei Narvik, weder an der Somme noch am Olymp hat es jemals auch nur für einen Augenblick den deutschen Armeen an Kampfkraft und Offensivwillen gefehlt. Stets wurde nur der richtige Augenblick für den neuen Großeinsatz abgepaßt. Waren die Verbände an dem neuen Einsatzipunkt geordnet und aufgestellt. dann setzten die deutschen Soldaten zu dem weiteren vernichtenden Stoß an, der den Feind stets gerade in dem Augenblick traf, wo er nach seinen vielen Niederlagen ein wenig wieder aufatmen zu können hoffte. So geschah es auch in dem weiten Raum der Ostfront. Fünfhundert Kilometer haben dort unsere unvergleichlichen Soldaten von Tilsit bis zur alten lettlsch-sow-ietischen Grenze, von Brest bis weit ijber die Beresina hinweg schon in den ersten vierzehn Tnt^i zuriickgele«^. In einer hochsommerlichen Hitze, die in dem Östlichen Kontinental-Klima kaum hinter den afrikanischen Tempe;raturen zurückbleibt, und iti Staubwolken, die in ihrer Wirkung auf den menschlichen Organismus nicht viel anders sind, als die Sandstürme der Wüste, Wegen, die in Mittel- und Westeuropa niemand" für eine Vorwärtsbewegung von Fahrzeugen auch nur in Betracht ziehen würde. Und das alles gegen den hartnäckigen und heimtückischen Widerstand eines Feindes, der sich zunächst nicht damit abfinden wollte, daß seine sicheren Hoffnungen auf baldigen Einbruch in die reichen Länder Westeuropas noch plötzlich durch den deutschen Gegenschlag zunichte gemacht wurden. AH diese Hindemisse überwanden unsere Soldaten in kurzen Zeiträumen. Und dann, als sie vor der letzten großen ;fusammcnhän-genden Verteidigungslinie der Sowjetunion. der Stalin-Linie, angekommen waren und sich wichtiger Ausgangspunkte für den weiteren Vormarsch bemächtigt hatten, schlössen sie auf und gruppierten sich für die große zweite Phase des Kampfes. In dieser neuen Periode des weltgeschichtlichen Ringens mit dem bot-schewistischen Feind ist nun vor vier Tagen bereit« ein entscheidender Sieg errungen worden. Auf der ganzen Front vom Schwarzen Meer dIs zur finnischen Bucht macht er sich t!temerkbar. Im Süden haben unsere Truppen gemeinsam mit den verbündeten Rumänen den Feind auf breiter Front über den Dnjestr geworfen. Der größte Teil von Bessara-bien, dieser widerrechtlich vor einem Jahr von den ländergierigen Bolschewisten annektierten rumänischen Provinz, ist befreit. Nördlich anschließend melden die Ungarn, daß sie den Grenzfluß Zbrucz überschritten haben, östlich der alten Grenze verfolgen deutsche, slowakische und magyarische Truppen den fliehenden Feind. Zum ersten Mal wurde hier im deutschen Wehrmachtbericht der Name der alten ukrainischen Hauptstadt Kiew genannt. Deutsche Truppen stehen bereits dicht vor diesem Zentrum des gesamten Dnjepr-Gebietes. Damit ist auch der zähe Kampf der deutschen Verbände, die sich im nördlichen Verlauf der Karpathen Rcgen überaus starke Befestigungslinien und sowie-tlsche niiteverbände Kilometer für Kilometer schwer vorwärts kämpfen ni'ißlen, belohnt. Die Divisionon. die hier von Przenjvsl und Soknl ;nis in d^n ersten 7Avei V^'nrhiMi. '■-Iflnrien riim Trotz, gleichfalls ihre dreihundert Kilo- N'tiinn^cr 17i» »AUibufi^cr Zeitun.c;« 17. Juli 1941 L-..;c 3 meter iiacfi Osten zurlicJclcgen konnten haben nun cin«n weiteren großen Schritt nach vorwärts • tun können. Südlich der Pripet-Stimpfe nimmt die Offensivbewegung, obgfleich sie Iiier auch noch duTch die Ungunst des Wetters, tropische Regenigüsse u.nd gewaltige Gewitter behindert war, denselben Verlauf wie weiter im Norden. Die Sta'lin-Li'nie, die vom Schwarzen Meer zunächst hinter dem Dnjestr verläuft, lehnt sich nördlich der großen Ro-kitno-Süinpfe an den Flußlaiif des Dnjepr an. Der deutsche Wchrmachtbericht stellt fest, daß die Befe»tiigun.gszonc hier bezwungen wurde. Dort, wo die Statfn-Linie über den Oberlauf der Düna hfaiwesr itn Bosen zum PeifNiS'See verläuft, wurde Wi-tebsk sienommen, eine große Industriestadt und ei-n Ver-kehraknotenipuntkt erster Ordnung; daher in alilen^ Kriegen des zarrstischen I^ßiliand mit seinem nönd'ti<4iein und westlichen Nachbarn stets heiß umkämpft. Der Moskauer Wthrmachtbericht, der »-keine bedeutsaunen Veränderungen der Frontii zu kennen« behauptet, kann dennocii nicht unnhiji, heftige Kämpfe h\ diesem Abschnitt zu melden und indirekt efne Bestätigung der deutschen Nachrichtcn zu geben, indüm er den gleichen Frontabschnitt, den er bisher mit den Orten Polozk umd Borissow bezeichnete, nunmehr mit dem Namen Witebsk benennt. Auf solche Welse werden der bolschcwl-ßtlschen öffentfidiikclt die schweren Niederlagen der Sowijet-Anmeen schonend beigebracht. Man 'kann gespaimt sein, wie die glichen Strateigen nun die Bedrohung von Leningrad durch deutsche Panzenvertjände ihren Untertartien klarmachen wenden. Die Verfalls- imd AuiPlösungsenscheinimgen bei den feindlichen Verbänden machen die Lage für die Sowjet-J"Aachlitaber bedrohlich genug. Durch den unermüdlichen Einsatz der deutschen Luftwaffe wird das Chaos Im HinierJiand noch gesteigert. Almungsvoll meinte die britische Zeltung »News Chronicfe* gleichfalls schon vor vier Tagen, es miiJsse damit gerechnet wenden, »daß Hitler eifien zweiten Blitzkrieg von den jfinsst gewonnenen Positionen aus vhtcn Flakgeschütz zwei Kanoniere durch Spreni^tlloke verwundet werden, schießt die Kamcra/cfen weiter, verbissen und ganz ihrer Aufgabe hmgogeben. Gegen Mittag Ist der Kampf beendet, der Fehid geschlagen. Welter geht der Vormarsch an der Spitze der Di-viskMi, ohne Rast, ohne Schlaf... Nach kämm einer Stunde Fahrt schon wieder ein KradmeklV^r: »Flafk nach vorn!« Sow}etische Panzerabwehrgesöhütze und Maschinengowehre liegen vor uns im Dorf und an einem von uns zu durchfahrenden Waldstück, ül)ersobütten unsere Vorhut mit einem Hagel von Geschossen. Wieder beginnen unsere Kanoniere zu feuern, schießen auf 800 Meter Entfernung zuerst die Widerstandsnester im Dorf zusammen, arbeiten sloh d'ann noch weiter vor, nehmen das WaWstück awfe Korn, In dem noch Paoeer vemwtet weiden. Dabei reißt die Hubkette an dem schweren Geschütz. Vendarnrnfrer Mist! Da macht sich der Waffenwart, ein Obetgefreiter, unter d^ Feuer feindlicher Baiumschützen an die Arbeit, behebt den Schaden in jsehn Minuten, kommt wie durch ein Wunder imverktzt davon. , Jetzt in seiner neuen Steftung, liegt unser Geschütz in der Streichba^hn der Sowj^et-Maschinengewehre, die bei dem unütoensIchtHchen Gefände nieht aitszu-machen sind. Die Lage witd btttcremstt In diesen entscheidendien Minuten lernen viele Kanoniere ihren Batteriechef er*t richtig kennten. Seine Person nicht-achtend, schkskt er aHe entbehrlichen Leute voan Geschütz in Deckung, feuert selbst mit wenigen Leuten weiter, schießt eignen Panzer und mehrere Pakgeschütze zusammen. Da geht, mitten im härtesten Feuerwechsel, die Munition zu Ende! Kanoniere wollen neue heranschleppen, werden von MG-Salven verwundet. So geht es nicht weiter! Den letzten Schuß läßt der Oberleutnant heraus-jagen, um in der vom Abschuß aufgewirbelten Staiub- Von Kriegsberichter Joachim Schulz. woJke seinen verwundeten Leutnant zu bergen. Nun steht der Batteriechef nur noch mit zwei Mann am Geschütz, ihre Bewaffnung besteht aus zwei Handgranaten. Kurz entschlossen wirft der Batteriechef die Handgranaten vor dem Oescliütz auf die Straße, schickt in der Aufschlag-wolke die Männer zurück. Er selbst bleibt allein am Geschütz. Da artneitet sich derselbe tapfere Obergefreite von vorhin heran, wirft seinem Oberleutnant 'eine Handgranate zu. Mit ihr kann sich dieser auf die gleiche Art in Sicherheit bringen. Doch er kennt keine Ruhe. Die Sorge um seine verwundeten Kanoniere reißt den Batteriechef wieder aus der Deckung, obwohl er sekbst durch einen Streifschuß am Knie verletzt ist. Im Schutze einer geworfenen Nebelhandgranate birgt er mit einem Unteroffizier zusammen seine Männer, schleppt sie in den deckenden Straßengraben. Noch eine Nebelhandgranate ist da, mit ihr muß es gelingen, das Geschütz aus dem Feuerbereich der feindlichen Maschinengewehre herauszuziehen! Die Granate wird geworfen, dann geht es mit sämtlichen Männern htran an das Geschütz! Schweißtriefend und mit keuchenden Lungen ziehen sie es 20 Meter zurück. Weiter geht es nicht mehr. Hoher Sand und die wieder klarer werdend-Sicht sind unüberwindliche Hindernisbc. Die Zugmaschine muß her! Der Batteriechef setzt sich sofort ans Steuer, fährt sie selbst an sein Geschütz heran und zieht es in Deckung. Gerade als wir zu neuem Sturm vorgehen wollen, räumen die Bolschewiken ihre Stellungen, gehen flucht» artig zurück. Wir atmen auf, sammeln uns. Unsere erste Sorge gilt den verwundeten Kameraden. Mit liebevoller Sorgfalt brin;:ie:i die Kanoniere sie zurück. Dann greifen wir zu den Spaten, begraben unsern Toten, einen tapferen jungen Flakartilleristen. Schmücken sein Grab mit frischen Pel'dblumen und einem Kreuz aus Birkenholz, hängen seinen Stahlhelm darüber. Der Batteriechef spricht ein Vaterunser, wir stehen schweigend ... Minuten später sitzen wh- bereit" wieder auf den anrollenden Zugmaschinen, die Maschinenpistolen it* der Hand, die Auigen auf die Waldränder zu beiden Seiten der uns endios scheinenden Straße gerichtet, aius denen es uns jeden Augenblick entgegenblitzcn kann. Wir kämpfen gegen den Schlaf, der Ivei uns schon lang ein höchst seltener Gast ist, — un'J sind doch unsagbar glücklich, als Flakartilleristen heute wieder vorne mit dn-bei sem zu können! Eiglands Bund mit den Sowjets VOLLE ÜBEREINSTIMMUNG MIT DEN KRIEÜSZIELEN MOSKAUS EUROPA SOLL DER BOLSCHEWISTISCHEN VERNICHTUNG PREISGEGEBEN WERDEN Berlin, 16. Juli England und die Sowjetunion haben sich in ihrem Pakt zu Kegenseitiger Unterstützung jeder Art verpflichtet. Keiner der Vertragspartner darf ohne den andern mit dem Gegner verhandeln oder einen Waffenstillstand iibschlieüen, solange dieser Krieg andauert. Ganz offen hat sich damit England zum Komplizen jener Kräfte gemacht, die nur das eine Ziel kennen, ein Larni nach dem anderen, aber auch einen Kontinent nach dem anderen in ihrer wclt-revolutkmären Zerstörungswut zu erfassen. Keiner der Verantwortlichen in England ist sich über diese sehr bestimmten Ziete des Bolschewismus im ■unklaren. Das offizielle Sowietorgan, die »Prawda«, hat. als Finnland jetzt wieder anKegriffen wurde, ofien die restlose Vemlclitung dieser Nation als sowletisches Kriegsziel erklärt. Nachdem, was in Estland, Lettland und Litauen und dann in Gallzien, in der Bukowina und in Bessarabien geschah, ist sich jedermann dessen bewußt, was die Sowjets sich in den Gebieten vorgenommen haben, die sie als ihre »Interessensphäre« bezeichnen. Auch im Baltikum handelte es sich bekanntlich zunächst nur um die Gewährung von »militärischen Stützpunkten«, das Übrige kam dann später nach. Schon vor Ausbruch des jetzigen Konfliktes hatte die ^w-jetunion neue, etwa gleichlaufende Ansprüche auf weitere Stützpunkte — diesmal am BosT>orus und vor allem auch in Bulgarien — in aller Offenheit gemeldet, mit jenem gleichen Ziel, das man heute allgemein kennt. England Ist heute schon bereit, spon-tan mit einer geringfügigen stIUstf-sehen Umschreibung diese sowjet-russisohen Ansprüche ausdrücklich anzuerkennen. Verkündet doch Reuter offen als britischen Standpunkt, daß »eine Regelung der Verhältnisse in Ost- und Südwest-europa nicht ohne die Mitwirkung der Russen erreicht werden könne«. Der Sinn und Inhalt dieser zugestandenen sogenannten Mitwirkung brauchte von den britischen amtlichen Organen nicht weiter erläutert zu werden, ^hon vom spanischen Bürgerkrieg her ist die englische Bereitwilligkeit, europäische Länder um anderweitiger Vorteile willen dem Bolschewismus auszuliefern, notorisch erwiesen. Englaitd stellt sich somit in ailer Öffentlichkeit als Scbrlttmactier des Bolschewismus vor. Bei seiner selbstverschuldeten, äußerst Kefährlichen Lage sieht es keine andere Möglichkeit, als sich mit dem Teufel zu verbünden und iliin den europäischen Kontinent als Preis und Lohn anzub.'j-ten. Das offene Ziel der Moskauer W-ei'.-revolutionäre ist, wie schon allein ihrer Propaganda in den verschiedene'i Ländern hervorgeht, sich nacheinander ihrer aller zu bemäclitigen und ihnen da-gleiche Schicksal zu bereiten, das vor aller Augen den Völkern zuteil wunk. die ilinen bis jetzt in die Hände gefall'?:-sind. Die Engländer haben diesem \ ur-gehen nicht nur durch ihr Bündnit-in die Hände gearbeitet, sondern sie beabsichtigen auch, den Bolsche-wisnnis aktiv in Westeuropa /.uv Revolutionlerung der Massen einzuschalten. Schreibt doch der 5>0bservert,. dali angesichts der Möglichkeit antideutscher Erhebungen in den von den deutschen Truppen besetzten europäischen Ländjni die englisch-sowjetischc »Strategie aufeinander abgcstininit werden tnii.s>e. Der diabolische englische I'lan ist dam t in aller Eindeutigkeit offenkundig. England, das schon durch den tluns^r-krjeg gegen alle europäischen \ ölkc seinen Zynismus und seine Nichtachtung; vor den Rechten und Interessen der europäischen Völker bis zum Übermaß unter Beweis gestellt hat, sucht heute seil' Verbrechen an Europa zn vollenden: England scheut sich nicht, dem ßol. sehewismus alle seine Unterstützung in Aussicht zu stellen bis zum sogenannten Sieg, das heißt, bis zur Erreichung der olfenkundigen Ziele des Bolschewismus In Europa. Die europäischen Völker können unü dürfen sich der Erkenntnis nicht mehr entziehen, daß der bolschewistische Angriff auf das Abendland von der britischen und der Rooseveltschen Aggres-sion nicht mehr getrennt werden kaiui. Denn daß Roosevelt diese Entwicklun); billigt und wünscht, hat er durch sein Begrüßungstelegrannn an Kalinin unmißverständlich zum Ausdruck gebracht. Die Rettung liegt allein in der europäischen Solidarität gegen jede Macht, von der Europa angegriffen und verraten wird. England und die US.A aber setzen sich selber den bolschew stischen Mordstahl an die Kehle. Brasilien oegen den Bolschewismus R i o d e j a n e i r o, 16. Juli Brasilien bekennt sich, wie die brasilianische Presse hervorhebt, offen zum Gegner der Sowjets. Brasilien sei schon seit jeher intensiv von der bolschewistischen Propaganda bearbeitet worden, allerdings ohne besonderen Erfolg. Das Land steh > in der ersten Reihe der Kämpfer gegen de« Bolschewismus. Sette A »MarHurjrer Zeitunsr« 17. Tuli 1941 Nummer 170 Ein Blick in die Zioczower Zitadelle Von Bruno Brehm Der Dichtcr Bruno Brehm hatte Gelegenheit, das östlich LembexK am Bug geleKeae Zloczow zu besuchen und die Zitadelle der Stadt zu besichtlKen, wo die bestialische Mordsler der Sowjets sich an anschuldigen Ukrainern, an Männern. Greisen, Frauen und Kindern entsetzlich ausgetobt hat. Wir geben den Aufsatz wieder, den der Dichter unter dem Eindruck des Geschauten niederschrieb: mänicii weiter vorschieben. Sie standen auf dem Sprunge. Ihre Rüstung für den Angriff war v^ollcndet. .luKOsluwicn war von ihnen mit in den Krieg getrieben worden. Hätten wir uns dort festgerannt, wäre es dort niclit so schnell gegangen, Vormarsch hätten sie in wenigen Tagen sie wären nach Ungarn, sie wären nach Mich hat das Leben nicht verwöhnt. Ich habe das große Flecktyphussterben im Lager von Tozkoe im Jahre 1915 mitgemacht. ich habe die gefrorenen Toten in Krasnojarsk wie Hiolzstücke auf Schlittcn laden gesehen. Das war nichts, ich war diesmal auch nicht in den Lei-chenkellern der Tscheka in Lemberg. Ich war nur in Zloczow. Aber das genügt mir für mein ganzes Leben. * Die Zitadelle liegt im Südostende der Stadt. Wir kamen von Tarnopol. Als wir auf der Rückfahrt an der Zitadelle vorbeikamen, fiel mir auf, daß der grolk Barockbau oben auf der Höhe über der Festungsmuuer Verschalungen vor den Fensteni hatte' die das Licht nur von eben einlassen. Ein Oefängnis, dachte icli im Vorbeifahren. Am Fuße des Burgberges standen zerschossene sowjetische Panzer und Fahrzeuge, die noch nicht beiseite geräumt waren. Auf der Straße war starker Qegenverkchr zur Front. Der Wagen mußte halten. Ich fragte den Posten, warum denn hier so viele Leute den Weg zur Höhe hinangingen, und der sagte mir. daß dort oben die toten Ukrainer lägen. Ich bat meinen Kameraden, den Wagen halten zu lassen un-d mit mir dorthin zu gehen. Weinende^ Frauen und Männer mit erstarrten Oesichtem kamen uns entgegen. Um die Zitadelle läuft ein Festungsgraben. Am Rande des ürabens standen Menschen. Aus dem Graben quoll der Gestank der Verwesung. Der Graben selbst lag voll von Leichen. Keine von ihnen, die nicht furchtbar verstümmelt war und dort verstümmelt war, wohin das Denken des Beschnittenen immer drängt, gleichviel ob das nun die Psychoanalyse Freuds ist oder die Martern der Henker in diesen Gefängnissen sind. Vor den Gesichtern hatte man nicht Halt gemacht. Kein Mensch hätte hier seinen Bruder, seinen Mann oder seinen Vater wiederfinden können. Was abzuschneiden war, war abgeschnitten worden, was herauszustechen oder herauszureißen war, war herausgestochen oder heraus-^.erisseii worden. An der Wand des Grabens war ein halboffenes Grab, Dort lag der Jammer gehäuft. Unmöglich zu zählen, aber auch unmöglich zu schauen. W'w traten in den Hof der Zitadelle. Dort lag das Unglück in langen Reihen. Zwischen den Toten, vom Knaben bis zum (jreise stehen die Lebenden herum und suchen. Kin Mann nahm mich bei der Hand, deutet auf einen fünfzehnjährigen Jungen und zeigt mir das Bild auf dem Paß. Das war mein Sohn gewesen, rj'ne F>au sagte neben mir: »Mein Mann war Stabsarzt, dort liegt er.« Ich konnte nicht mehr hinsehen, ich mußte fort. Ich konnte auch nicht mehr sehen, ob man die Menschen im Hofe in aller Eile erschossen oder ob man sie im Spitalzimmer des (ierüngnisses vorher verstümmelt hatte. Es war zuviel. Die Fliegen, die Hitze, der Gestank, die schluchzenden Männer, die zwischen den Leichen hin- und hergingen, um ihre ATige-hörigen zu suchen. Mich würgte und schüttelte es. Unmöglich zu zählen. Wa- ren es vierhundert, waren es mehr, es war nur eine der Folterstätten. Weiter, weiter! In diesen Tagen nun, wo endlich, endlich der blutbestritzte Vorhang zerrissen wird, der dieses Land verhüllte, da Polen niedergewälzt und die Tschechoslowakei ernialmt, falls überhaupt Widerstand geleistet worden wäre. Keine Stadt wäre ohne Leichenkeller oder Folterkammer geblieben, die Bestien hätten die Bestien gerufen, der Ruf wäre überall gehört worden, die Henker hätten sich gefunden._ Dschingis Khan wäre diesmal motorisiert gekommen. Wo wäre dann die große Schlacht geschlagen worden? Lenin und Trotzki hatten versucht, die (PK. Dr. Iven, Atlantic. M.) Durch FunkSfM-uch werden Kampfwagen angefordert Ein Stoßtrupp hat sich in einem Befestigungswerk der RotAi festgesetzt und fordert nun Verstärkung an. endlich, endlich für das furchtbare Drama Rache genommen wird, versucht England im Westen den blutbefleckten Bundesgenossen zu entlasten und der »Moskauer Heeresbericht meldet dies mit Wohlgefallen... Nach einer solchen Stunde wie jener in der Zitadelle von Zloczow arbeitet das Hirn fieberhaft, da wird einem mehr klar, als man sonst zu begreifen vermag. * Wir wissen, was iu dem Buch des Führers steht. Wir eriiricrn uns der Versuche des Führers, mit England zu einem Übereinkommen zu gelangen. Wir wissen, welches Opfer wir im Flottenbau für diesen Willen gebracht haben. Es war vergeblich. Der Führer hat gewußt, was uns vom Osten her droht. Es war kein Übereinkommen mit Polen oder mit der Tschecho-Slowakei möglich, well England es nicht wollte, weil das blinde Frankreich nicht sah, um was es ging. Nim sehen wir es. Denken wir einmal den Gedanken ruhig zu Ende. Polen bestünde noch, die Tschecho-Slowakei wäre noch immer als Prahl in das Fleisch des Reiches getrieben. Und nun kommt mit mir auf die Rückzugsstraße -der Sowjets und schaut euch das an, was sie dort an Panzerwagen liegen' gelassen haben. Welche Ungetüme, welche Anzahl! Auf einem Rückzug blieben diese Panzer liegen, weil sie k^nen Brennstoff mehr bekommen. Auf einem Wieder In der Heimat (PK.-Zch-Wcitbiid. m.) Der LiniUi; der siegrcichcn l"allsthirm]ai;c'r nach ihrer Riitkkchr aus Kreta Revolution mit Hilfe des Juidentums in Europa und in der Welt zu verbreiten. Mussolini und Hitler geboten Einhalt, der Versuch war fehlgeschlagen. Aber wir sollen Eisner, Toller, Mühsam und Tibor Samuely doch nicht vergessen. Stalin hatte sich umgestellt. Der Plan der Weltrevolutkwj war deshalb nicht Rumänien vorgestoßen und sie hätten alle Dämme niedergerissen, die gegen sie errichtet worden sind. Mich schüttelte das Grauen, als ich dies auf der Heimfahrt überdachte. Oh. nuti verstand ich auch, warum sich die Spanier zu diesem Krieg melden, denn sie haben in ihrem Lande die Keller gesehen. * Wir verteidigen heute nicht nur Europa, wir verteidigen die Welt vor der Pest und vor den Folter- und Leichenkellern. Wir verteidigen den törichten Schweizer Spießer, den blindgemachten Nordamerikaner, wir verteidigen die Menschheit vor den Ratten, die wir nun in ihren wahren und letzten Schlupfwinkeln aufgestöbert und bei ihrem furchtbaren Werk gesehen haben. Daß wir das Werk erst in so später, ja, in allerletzter Stunde tun konnten, das ist die Schuld Englands. Welch ein Kampf uns bevorstand, hat der Führer von allem Anfang an gewußt. Ehren wir sein Schweigen, überlegen wir, wie hart es ihm angekommen sein mag. Gehe jeder von uns einmal mit sich selbst zu Gericht, welche Einwände er gegen dies und jenes gehabt hat. Er konnte sie haben, weil er nicht das Ganze sah, weil er nicht das Ganze wußte. Wenn ihm aber jetzt der Feuerschein dieses großen Endkampfes alles beleuchtet, dann muß er einsehen, wie winzig, belanglos, töricht und zeitvorbei seine Einwände waren, und wie alles, wa» geschehen ist und noch geschehen muß, nur von diesem einen Gesichtspunkt aus betrachten werden kann. Was wäre aus Dir geworden, wollen wir fragen, wenn Deine kleinen Wünsche, die Dir so groß und wichtig erschienen sind, erfüllt worden wären und Du dann hättest in den Keller steigen und hoffen müssen, daß ein gnädiger Henker Dir bald den Schuß in das Genick gibt? Gebt ruhig zu, daß Ihr alle blind wart und nicht wußtet, wie nahe das furchtbare Verhängnis schon drohte. Und hoffen wir, daß auch die andere Welt versteht, warum wir .so hart und so schnell zuschlagen mußten, wollten wir nicht um ein paar Minuten zu spät kommen. (PR.-Mochschcick-W*ltbiId-WaEcnbore, M.) Übecicaiig über die Bere^lna Nebenan schlagen Pioniere bereits eine feste Behelfsbrücke, Ein Bild sinnloser bolschewistischer Zerstörungswut bietet das in Flammen stehende Dorf jenseits des Flusses. aufgegeben. Es wurde nur der Plan der Welteroberung daraus. Es kamen die Fünfjahrpläne, es kamen die Traktoren in der Landwirtschaft, um später für die Panzerwagen genügend Führer zu haben, es kam die Hoffnung auf die Selbst-zerfleischung des Westens und auf das Erscheinen des fürchterlichsten Fortim-bras, wenn alles im Blute liege. Wie gerüstet wurde, das sehen wir nun auf den Straßen unseres Vormarsches. Wie ernst es mit diesem Einmarsch gewesen ist und was es für Folgen gehabt hätte, können wir nur mit einem Schauer denken, der aus den Leichenhaufen steigt. Die Antwort darauf waren un.scre Rüstungen, denn immer hat ein Mann bei uns gewußt, was uns drohte. Die Antwort waren die Bemühungen um England. Die Antwort war unsere atemlos schnelle Kriegführung, um nur ja nicht zu .s^pät für diese grolie Abwehr zu kommen. Alles gin^: den Bolschewisten nach Wunsch. Der Krieg im Westen begann, sie konnten sich in Finnland und in den baltischen Staaten, in l\)len und in Ru- PK.-Krnusc-Wellbild (M.) Die ukrainische Bevölkerung begrüßt unsere Soldaten sdir herzlich und bietet ihnen Lier und Milch zur Erfrischung an 'Nummer 170 ZcKunj:« fT. 'Infi I94l Seite 5 AUS STADT UND LAND EmtexeH Über den deutschen Gauen glUht Scrni-mersonne und dort das Land und reift das Getreide. Vor wenigen Monden schritt der deutsche Bauer, die deutsche Bäuerin hinter dem Pfluge und der Sämaschine einher; kostbare Saat vertrauten sie dem Boden an und wußten, daß die Ernte kommen würde! Der deutsche Bauer geht mitten im Kriege seiner Arbeit nach, und sein fester Wille, sein ungebeugter Kampf, der ihm den Segen des Himmels eingebracht, hat unserem Volke einen neuen Sieg geschenkt: Den Sieg über Hunger und Not! Sommergelb wiegen sich die schweren Ähren im warmen Winde. Nun ziehen 'viedcr die Scharen der Ernteleute hinaus .tufs Feld und bergen die Frucht im Scliutze der Kanonen! Mancher Bauer ist heuer nicht dabei; er steht unter den Waffen. Und doch gelingt di« Ernte; denn das deutsche Volk hat alle Stände und Berufsschichten aufgerufen zur Tat. Draußen auf den PeWern steht der Handarbeiter neben dem Kopfarbeiter, da steht die Jugend neben dem Alter, und alle haben nur den einen Willen: Die deutsche Ernte muß geborgen werden! Erntegcmeinschaft! Stadt und Land reichen sich die Hand zu starkem Bunde, Mit welcher Freude und welcher Ruhe darf der Soldat auf die Heimat sehen. Kein Sieg der Waffen bleibt ohne einen Sieg daheim! Voll Stolz und Glück stehen wir alle- am Werke und helfen mit und wissen; Deutschlands Sieg ist das Werk unerschlitterlichcn Willens im Dienste der Gemeinschaft aller und lebt aus dem Glauben: Das Leben, das Gute, muß siegen, mcigen die "Feinde noch so laut lügen und schreien, wir tragen die Waffen in der Hand, und unsere Waffen schützen das deutsche Leben. Sie sind unsere Kraft, sie sind unser Sieg! Preistreiberai Die Marburger LebensmHtelfirma Aii-dreas Suppanz wurde vom Polizeidirektor in Marburg (Amt für Preisüberwachung) wegen Preistreiberei m\t ^ ner Geldstrafe im Bet-rage von 25.t^ Mark und mit der vorläufigen Schlie-liung des Großhandelsbetriebes bestraft. Der Prokurist der Firma, Otto Suppanz, erhielt außerdem eine Geldstrafe von 25.000 Mark und z^ei Monate Haft. Die Firma hat ferner die Bezüge ihrer Angestellten so lange weiter zu zahlen, bis diese vom Arbeitsamte eine andere Stellung erha^ten. Der verantwortlidie Geschäftsführer Otto Suppanz wurde sofort in Haft gesetzt. Die bestrafte Firma hat die Versor-gungsiage der Bevölkerung m wucherischer Weise ausgenützt und die Lebenshaltungskosten breiter Schichten in unverantwortlicher Art verteuert, indem sie ihrer Kalkulation höhere ais die tatsächlichen Einkaufspreise zu Grunde gelegt hat. Die Firma suchte diesen Vorgang dadurch zu verdecken, daß ein (jeschärtsfreund bewogen wurde, falsche Rechnungen auszustellen. MMiiWMiiMiMinmiRiiiiiHniiiniHifiniiiMiHiiiNiiniMiiiim jm n seil beiarf es weitg..." Obef«chle8fer bcMCblea die üntersteieniiark — PrdUichcs Singen und Musiziefen in Qooobitz 23 Jahre Jang wunde das deutsche Lied in der Untersteiein»i4c von den serbischen Maohtliatiem und Üiren sloweni sehen Fronkneohiten unterdrOdct und fast fvioilkamimen aus der öffentKcMceit verbannt. Alis »Ailhestönfnig«, »Argemieer-regung« oder gar »Auwiegelung« bezeichnete die Behönde imr xu oft Ab-singen eines deutschen Volksliedes und fand so eine »legale« Unterliige, um gegen das untcnsteirieche Deutschtum mit Gekl- und FrerheHsstrafesn vorzugehen. Nur in den wenigen Gesangvereinen und Liedertafeln konnte das dwtsche Lied noch ein kümmerliches Dasein fti-hren. In der letzten Zeit war es die Jugend, die am ihren Hv^imiabenden, meist hinter vensablossencn Türen und verhängten Fenstern, die Lieder des neuen Deutsch-iland be^tetert kennenlernte und gläubig rhre Mvulodicn erklingen ließ. Das deutsche Lied den Untersteirern wieder näher zu bringen, sie für die deutsche Musrk zu b^eistem, ist eine der zahlreichen Aufgabt des Steirischen Heimatbundes. Zur Unterstützung der bereits geleisteten Arbeit besuchten 22 ot>erschlesi6che Musitkerzieher anschließend an dais von der Staatlichen Hochschule für Musikerziehung in Graz veranstaltete Schu'lungslager obersohlesischer und steirischcr Musitkerzieher unter der Leitung des Kuiturreferenten des Gaues Kattowi^z Pg. S c h e r z e r die Unter-steiermank. Nach Gonobitz führte ihr Weg. Oberschle&ten und Untersteiermark reichen sich die Hände Die Jugendsin^tunden mit Musizieren und anschließendem Kasperlspiel waren für die Gonobitzer Jugend etwas Neues und Unbekanntes. Im Saale des Hauses der Deutschen Jugend hatten sich die kleineren Schulkinder versammelt, der geräumige Gefolgschaftsraum der Fabrik Laurich war von den »Großen« gefüllt. Bald hatten die Obersohlesier die Verbindung zwischen Gebenden und Nehmenden h'eigestelit. Gespannt lauschten die Kinder den dargebrachten Musiikstücken. Sie Sfpitzten die Ohren bei ihnen bereits bekannten und noch mehr bei den für sie noch unbekannten Liedern, Begeistert sangen sie mit, Worte und Melodie schnell erfassend. Im Nu verging die fllr die Jugendsingstunde angesetzte Zeit. Die strahlenden Kindtrangen und ihr herzliches »Attf Wiederseiheni«-Rufen waren der äußerliche Danik der Kinderseelen, GemeinSchaftssingen auf dem Marktplatz Die glänze Ortschaift war am Abend zum Gemeinschaftssingen auf dem Marktplatz erschienen. Awh die Jugend war anwesend. Sogar die Kleinsten wollten an diesem Abend nicht mit den Hühnern schlafen gehen. Sie »mußten« doch dabei sein, da ja ihre neuen Freunde aus Schlesien noch in Gonobitz weilten. Die überaus zahlreichen Sprachkursteilneh-mer kamen von den Sprachkursen, noch mit Heften und Schreibzeug bewaffnet, im Gleichschritt geschlossen an. »Ernst und Hefter« war die Paroie des Abends, Mitgerissen folgten die Gonobitzer de; Darbietungen. Chorgesänge und alte deutsche Volksweisen, gespielt vom Bloclcflöten- oder dem Streichquartett, fanden danikbare Zuhörer. Doch auch die Gonobit^r ließen sich durch Gausingki-ter Heinrich Polloczek gern dazu bringen, mitzutun, ganz gleich, ob nun ernste Weisen ertönten oder 'eine Gonobitzer »Musikkaipelle« errichtet wurde. Daß die Jugend nicht die schüchternste war, braucht nicht besonders hervorgehoben zu werden. Ti'efe Dämimerung lag bereits über dem mit herrlichem Grün umsäumten Marktplatz von Gonobitz, als die ernsten Schlußa'klkorde ertönten. Grenzlanddeutsche aus dem Osten besuchten Grenzlanddeutsche aus dem Süden. Das gemeinsame Schicksal, der schwere und dennoch schöne Grenzlandkampf, jahrzehntelanj^es Hoffen und Sehnen unid die Verwirklichung der lange so unerreichbar scheinenden Wünsche ließen noch schneller und tiefer Herr zu Herzen komm'en. Oberschlesien und Untersteiermark hatten sich die Hände se-reicht im stolzen Bewußtsein der Größ'' des Reiches und der Kraft seiner Idee. Otto Koschit? Jentsche Ingend" bei ileii Sommerliainpispielen der Hj in Graz Ein BHck auf die Siegerlist« An den in Graz stattgefundenen Som-nierkampfspielen der Hitlerjugend des Gebietes Steiermark nahm zum ersten Mal auch eine Mannschaft aus der befreiten Untersteiermark teil. 400 Jungen und Mädel der Deutschen Jugend im Steirischen Heimatbund waren zu den Kamipfspielen mit den Tausenden aus der steirischen Hitlerjugend angetreten. Die Deutsche Jugend hat dabei wettkämpferische Erfolge erzielt, die alle Erwartungen übertroffen haben und die umso höher zu bewerten sind, als in der letzten Zeit der Serbenherrschaft der Sport in der Untersieiermark brach gelegen ist. Ein unbändiger Mannschaftsund Kampfgeist wog jedoch manche Schwäche der Vorbereitung auf, so daß zusammenfassend festgestellt werden konnte, daß die Deutsche Jugend nicht nur durch Haltung und Auftreten einen allgemein anerkannt Kuten Eindruck gemacht hat. sondern auch in ihren Leistungen als ernst zu nehmender Gegner zu betrachten war. Nahezu in allen Disziplinen belegte sie gute Plätze. In einigen davon holte sie sich sogar Siege. Ergebnisse: In der Bannwertung der Leichtathletik belegte die Untersteiermark im Kampf Stelrischor Heimatbund Sportgemeinschaft Marburg Eröffnung des Snortbelrielies am 20. Jult 1941 mit 17 Bannen hinter Graz-Stadt, Graz-Land. Mürzzuschlag und Bruck den 6. Platz. Im 1500 m-Lauf kam Anton Kos aus Cilli in der Zeit von 4.19,8 vor Hribernik und Ferk in einem erbitterten Endkampf auf den 3. Platz, während sich im Dreisprung der HJ-Klasse A Emst Toplak aus dem Bann Luttenberg mit 11.05 m den 4. Sieg holte. Hans Hoinig aus Marburg kam im Kugelstoßen mit \223 m auf den 3, und im Keulenwerfen mit 27 m auf den 7. Platz. Er wird seine Weiten bei entsprechendem Training zweifeikjs noch beachtlich verbessern können. Auch im Speerwerfen kam er mit 44.74 m auf den 3. Piatz. In der in der Untersteiermark bisher wenig gepflegten Disziplin Hammerwerfen belegte Tomich aus Marburg in 26.28 m einen überraschenden 5. Platz. Im lOO-Meter-Brustschwimnien konnte sich Breitenberger aus Marburg mit 1.32.0 auf dem 4. Piatz behaupten. Recht gut setzten sich die Schützen durch. Obwohl gerade hier die mangelhafte Vorbereitungszeit besonders schwer empfunden wurde, landete die Mannschaft 2 der Untersteiermark mit 35 Punkten hinter Graz-Stadt. Leibnitz und Judenburg im Wehrwettitampr auf dem 4. und die Mannschaft Untersteiermark 1 mit 31 Punkten auf dem 5. Platz. Im Mannschaftskampf der Jugendmeisterschaften im KK-Sciiienen erhielt die 1. Mannschaft der Untersteiermark 661 Punkte und damit den 5. Platz nach Graz-Stadt, Leoben, Graz-Land und Mürzzuschlag. Die Mannschaft der Untersteiermark 2 belegte mit 607 Punkten den 9. Platz. Im Einzelkanipf erreichte mmm Was tun wir gegen Sonnenbrand? »Es gibt so wenig »Ärzte, die loben-dig und volkst'ün^krh plaudern können«, schrieb mir neulrch eirn Schriftleiter. »Wollen Sie nicht einen Artikel über »Sonnenbrand und seine Behandlung« liefern? Wissenschaftliche Unterlagen anbei. Umfang etwa 120 Zeilen.« »Ha!« rief ich und goß den Füllhalter bis oben hin voll Tinte, »das wollen wir gleich haben.« Dann warf ich einen flüchtigen Blick auf die wissenschaftlichen UnterlUgen und begann: Was ist Sonn'enbrand? Sonnenbrand ist Brand, der durch die Sonne hervorgerufen wird. Dieser Satz ist so einfach, daß man ernsthaften Widerspruch kaum erwarten soHte. Und doch, es gilbt Menschen, die starren den, der so etwas Einfaches zu behaupten wagt, fassungslos ins Gesicht. »Wie?« fragen sie, »als neulich das Schaufenster des Optikers Rülke zu brennen anfing, weil die Sonne durch eine Lupe so lange auf ein aus unerfindlichen Gründen eben dort liegendes Tüchlein der Verkäuferin Frieda Diestelrot schien, bis dieses in Flammen aufging das also ist Sonnenbrand —?« Wir schweigen beschämt. So cinfacl^i ist es also doch nicht, und es gilt auch | diesen DingVin mit meseerschtirfcr Logik I nachzuspüren: Sonnenbrand also ist eine durch Verbrennungserscheinungen hervorgerufene Rötung der Epidermis, auch Haut genannt, wie sie durch intensive Sonnenbestrahlung ^entsteht, jedoch nur dann, wenn man sich ihr aussetzt. Dagegen kann kaum jemand etwas sagen. Viel wichtiger aber als dje Definition ist bie Vorbeugung. Das beste Mittel gegen Sonnenbrand ist, man kriegt keinen, sagt Bademeister Krühtke. Dieses Reze>*arbur;'er Zcitunj;« 17. Juli 1911 Bluttat in Pobersch Mord versuch und Selbstmord einer alten Frau (jcstcrn erQigiiete sjcli in der üe-inciiidc Pobersch bei Marburg eine riUt-schenscrrcRende Bluttat, die ein Todesopfer forderte. Die etwa 60 Jahre alte Therese Lor-b e k, die schon längere Zeit für unzu-rechiiuiiffsfähis: ^alt, begab sich von der Roseggei^asse in das Haus der gleich-altrißen Ölverkäuferin Agnes Scbago-w e t z in der unweit davon gelegenen Bismarckgasse. Nach i^urzer Auseinandersetzung zog die T^rbek einen Revolver und gab auf die Schagowetz einen Schuß ab, der diese in die liüftengegend traf und schwer verletzte. Während die Scliagowetz zusammenbrach, feuerte die Lorbek einen zweiten Schuß gegen sich selbst ab, der sie so schwer traf, daß sie auf der Stelle tot liegen blieb. Die schwerverletzte Agnes Schagowetz wurde von der Rettungsabteilung ins Krankenhaus überführt, während die Leiche der Lorbek nach der Tatbestandaufnahme in die Leichenhaüc des Pober-scher Friedhofes gebracht wurde. Über die Hintergründe der Bluttat lierrscht bisher noch Unklarheit. m. Wertschelne des WJnterhilfswerkes des Deutschen Volkes als 2^hluni|[smittel. Wie einer Bcka'iintmachunig der Bundesführung des Stcirischen Heimathundes (Amt Voikswohlfahrt) Im heutiigcn An-zeiigentcil der »Marburger Zeitunrg« zu entnehmen ist, läuft die Gültigkeitsdauer der Wertscheine des Winterhllfswerkes des Deutschen Volkes nicht, wie auf diesen vermerkt, mit d'xrm 31. März 1Ö41 ab, son'dern erst mit dein 3L August 1941. Die Wertsehcine beTcchtiRen Icdi'glich zur Bezahlung vom Lebensmitteln, Be-kleidungsslücken und Brennstoffen. m. Todesoirfer eines Motorradunfailes. In Lebring ist der Mechaniker Franz Pctek den schweren Verletzungen er- legen, die er sich kürzlich bei einem Motorradunfall zugezogen hatte. m. Tödliches Autounjclüdi. Ein schwerer Autoumall ereignete sich auf der Bergstraße, die von Scmriach zum Rötzgraben führt, in Höhe des Gasthauses »Zum Sandwirt auf der Höhe«, in einer Kurve fuhr das Auto eines Grazer Arztes, der sich auf der Fahrt nach Graz befand, aus Gründen, die noch nicht ganz geklärt sind, gegen eine Berglehne. Der Wagen kippte um und begrub die vier Insassen unter sich. Während drei Personen ohne besonderen Schaden davonkamen, wurde die vierte Insassin, die 31-jälirige Maria Rumi>-1 e r aus Graz, die in einer Grazer Zuk-kervvarenfabrik als Beamtin tätig war, bei dem Unfall getötet. Sie erlitt eine schwere Kopfzerquetschung und war auf der Stelle tot. Dieses Schicksal ist um so trauriger, als Maria Rumpier, die krank war. mit dem verunglückten Wagen die Fahrt hi ein Erholungsheim antreten sollte. Da das Heim besetzt war, mußte die Patientin nach Graz zurückgebracht werden. Unterwegs wurde sie das Opfer des schweren Unglücks. m. Beim Baden ertrunken. In einem Grazor Schwimmbad verschwand plötzlich ein Mädchen von der Wasseroberfläche und ertrank. Die nach der Bergung sofort angestellten Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Ein zweiter bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich in der Obersteiermark. Der 18-jährlge HandUmgslehrling K. S tan gl aus der Umgebung von Rottenmann sprang in erhitztem Zustand in den Glo-bukensee und ertrank. Der junge Mann dürfte emer Herzlähmung zum Opfer gefallen sein. m. Armer Winzer tun seine Habe ge-bracht. In Pernrtzen bei St. Margarethen an der Pößnitz hat ein unbekannter Täter das Haus des Winzers Vinzenz Kreinz um die Mittagszeit erbrochen und die ganzen Habseligkeiten der armen Winzerfamilie gestohlen. Die Hausbewohner waren um die kritische Zeit am Acker beschäftigt TURNEN UND SPORT iiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiii Brfiffnuiifi des Sportbefrlebes in Marburg Seite 5 Alfred Egger aus Pettau mit 1^9 Ringen den 10. iplatz. Im Reichssportwettkampi, dem Leicht-athletik-Mannschaftskampf, konnte Ciili trotz guter Leistungen mit 2195 Punkten nur den 13. Platz erreichen. Marburg-Stadt, Pettau und Marburg-Land folgten auf den weiteren Plätzen Beim Jungvolk erreichte Marburg-Stadt mit 2247 Punkten den 7. und Cilli mit 1750 Punkten den 14. Platz. Besonders erfreulich war die Teilnahme der Mannschaft aus Hrastnigg. Die HJ-Gelände- und Orientierungsfahrt, die mit einer Reihe von Wchrwett-kämipfen verbunden war und beachtlichc Schwierigkeiten aufwies, brachte der Mannschaft der Untersteiermark (Schnu-derl, Meklenschitsch, Kröß, Jonas) hinter Graz-Land, Welz und Deutschlandsberg mit 24 Punkten einen sehr guten 4. Platz. Ein besonderer Erfolg wurde der Staffellauf quer durch Graz, den die I.Mannschaft der Untersteiermark gewann, und schlieftlich die WettkämT>fe in Tennis. Hier siegte Ernst Blanke, Marburg, überlegen über den bisherigen Gebietssieger Breisach. Graz-Stadt, und im Doppel Kögel-Blanke gegen Breisach-Danino. Gut haben sich auch die Mädel bewährt. 150 untersteirlsche Mädel, also der größte Teil der Mannschaft, nahmen an den gymnastischen Vorführungen bei der Großveranstaltung am Sonntag im Eggenberger Stadion teil. Es war für die untersteirischen Mädel eine Auszeichnung, daß sie bei der Grundgymnastik die drei Blöcke vor der Ehrentribüne bilden durften. Obwohl sie erst kurz vor den Sommerkampfspielen in Marburg mit der Gymnastik begonnen hatten, unterschieden sich die untersteirischen Rigen — aüßerlich an den Leibchen mit den weiß-grünen Rauten zu erkennen — überhaupt nicht von den übrigen. Das gleiche galt auch für die Mädeltänze. In der Leichtathletik konnten ebenfalls einige Siege erzielt werden. So belegte Inge Kanzler aus Pettau im Hochsprung den 3. Platz. Inge Burndorfer aus Marburg-Stadt konnte im Kugelstoßen und Diskuswurf beide Male den 3. Platz belegen. In der 4X100 m-Staffel wurde Marburg-Stadt dritter Sieger nach Judenburg und Liezen. In der BDM-Werkklasse wurde Rosl Alter aus Pettau in Diskuswurf zweite Siegerin. Besondere Erfolge konnten in den Schwimmwettkämpfen erzielt werden. Im 100 m-Brustschwimmen belegte Edi Hofer aus Cilli den ersten Platz. Ebenso errang Elfriede MIklauz aus Cilli in der BDM-Werkklasse den ersten Platz. Auch im Tennis waren die untersteirischen Mädel erfolgreich. Elfi Scherer aus Marburg errang Im Einzeltennis den 2. Platz, im Doppel konnten Elfi Scherer und Incrid Pirich aus Marburg den 2. Platz belegen. Soldatenbetreuung auf dem Marburger Hfluptbahnhof Wer jemals zum Dienst im ehemaHgen serbischen Heer gepreßt worden ist, kennt die Schwierigkeiten, die damals mit der Anreise verbunden waren. Wer hungrirg und mit trockenem Gaumen dem Salonwagen »40 Mann oder Pferde« entstieg, mußte den Bahnsteig entlang laufen, wenn er sich endlich für sein Geld etwas kau'fen wollte, vorausgesetzt, daß man überhaupt ein Geld hiefür besaß. Die monatliche Löhnung von 10 Dinar — da« sind etwa 50 Pfennige — ersparte manchem Soldaten das Aussteigen überhaupt. Diese Zeiten sind nunmehr endgültig vorbei. Der deutsche Soldat wind in jeder größeren Bahnstation verpflegt und gelafet, ohne die Brieftasche ziehen zu müssen. Auch in der Untersteiermark sind die fortschrittlichen Einrichtungen des Großdeutschen Reiches sofort eingeführt worden. Der deutsche Soldat findet nunmehr auch auf dem Marburg-er Hauipt-bahnhof den gewohnten Bahnhofsdienst. Das Amt für Voikswohlfahrt im Stcirischen Heimatbund hat dort in kameradschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Amt Frauen und dem Deutschen Roten Kreuz eine Labestelle 'eingerichtet. Neben einem sauberen Speiscraum steht auch eine Schlafgelegenheit zur Verfügtmg. Frauen und Mädchen versehen im freiwilligen Einsatz diesen Dienst an unseren Soldaten und wissen, daß sie damit einen kleinen Teil des Dankes abstatten, den die Untersteiermark ihren Befreiern schuldet. m. Todesfall. In Marburg, Rurggas«;e Nr. 40. stPrh am 16 d. die 77-inhrige Jo-s^fine J a r c. Die Sportgemeinschaft Marburg im Stelrischcn Heimatbund eröffnet ihren Sportbetrieb am Sonntag, den 20. Juli mit einer Veranstaltung, an der Sportler und Sportlerinnen aus Graz, Cilli, Pettau und Marburg ihre Kräfte messen werden. Aus dem vielseitigen Programm verdienen die Tenniskämpfe, das Fußballspiel GAK (Graz) : Sportgenieinde Marburg und der Staffellauf durch Marburg besondere Beachtung. Zum Staffellauf treten die Mannschaften der vier genannten Städte mit je einer Staffel an. Der Sport hatte unter der deutschen. Bevölkerung der Untersteiermark schon! Ausscheidungskämpfe der HJ-Fussballer In der Gruppe 4 des Ausscheidungsturniers zur Jugendmeisterschaft im Fußball kämpfen die Mannschaften der HJ.Ge-biete Wien, Niederdonau, Oberdonau und Steiermark. Kommenden Sonntag stehen einander aie Gebietsme'ster von Steiermark (Bann Graz-Stadt) und Oberdonau (Bann Steyr) in Graz in einem Vorentscheidungskampf gegenüber, der Sieger steigt in die Endrunde auf, in der außer, dem die Fußballmeister der Geb'ete Wien (Bann 509/FAC) und' Niederdonau (Bann Wiener - Neustadt) spielen. Das erste Treffen der Endrunde zwischen Wien und Niederdonau findet gleichfalls nächsten Sonntag in Wiener-Neustadt statt. Am 27. Juli spielt der Sieger des Orazer Sp'eles in When, und das letzte Spiel führt den Gebietsmeister von Niederdonau nach Graz oder Steyr. : Soldaten.FuRball Wien—Berlin. Der Luftwaffen SV-Berlin veranstaltet am Mittwoch im Mommscn-StaHion zugun_ sten des Deutschen Roten Kreuzes ein Fußballspiel zwischen den Wehrmacht. Mannschaften der Standorte Wien und Berlin. In beiden Reihen wirken einir'P namhafte Spieler, wie Sesta, Pekarek, Hahnemann. Epp und Durek bei Wien, der Rekord.Nationale Ernst I.ehner. der Mittolläufer Sol ' bei Rorl'n mU. : Scliweden und Unprnrn treffen in den nächsten Wochen in Göteborp in zwei I änderkämpen in der und ' Tii Srh>^''"'"'".cr r,ii^"T''nien P o ' haben ilirc Bc.^esnunt;; am 17. immer zahlreiche Anhänger aufweisen können. War doch die sportliche Arbeit auch eine der Waffen des Vo'lkstunis-kampfes. Die sportliche Begeisterung und das vorhandene vorzügliche Material sicherten schon während der Serbenzeit den deutschen Sportlern in der Untersteiermark eine weit über den Rahmen des örtlichen Sportlebens hin-ausrcichende Geltung. Nach der Befreiung wird nun das gesamte Sportwesen, aufgebaut auf breitester (irundlage und von geschulten I Kräften geführt, einheitlich erfaßt im Steirischen Heimatbund, einer frucht-I bringenden Entfaltung entgegenschrei-1 ten. und 18. Juli in der südschwedischcn Stadt, während die Schwimmer ihren Länderkampf am 26./27. Juli verlegt und als neuen Termin den 24. und 25. August ver_ einbart haben. : Das Olympia-Kampfgericht amtiert. Die Deutschen Leichtathletik. Meisterschaften, (He der sportliche Höhepunkt des Jahres sind, sollen es auch in organisatorischer Hinsicht sein. Deshalb wird, wie schon immer in den letzten Jahren, das Olympia-Kampfgericht eingesetzt, das unter Leitung von Rc'chsfachamtsleiter I>r. von Halt für eine flotte Abwicklung sorgen wird. Starter ist wieder »Weltmeister« Franz Miller (München). Die Kämpfe beginnen am Samstag um 9 und Ifi Uhr, am Sonntag um 9 und 15.45 Uhr. VOR DEM RICHTER Volstreckung des Todesurteiles an einem Mörder Dienstag ist der am 12. Dezember 1906 in Bernburg an der Saale geborene Max Natho hingerichtet worden, den das Sondergericht in Verden an der Aller wegen Mordes zum Tode verurteilt hat, Natho, ein mehrfach vorbestrafter Verbrecher, hat einen Bauer, in dessen Gehöft er eingebrochen war, erschossen. Vatermörder zum Tode veiiirteih Vom Brcslauer Sondergericht \Kiirde der erst 16 Jahre alte Eberhard ^^'lilisch aus Breslau wegen Verbrechens -egen ci'Mi Ptiragraphen der Gewaltverhrt'cher. v<.' o aiiuir; tin jup^cr.cüi'jhe Sc'^' .-«runr-brcciier ziim Tode und' zum veriusi der | .Nummer 170 bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt. Willisch hatte seinen Vater ermordet. Dann hat er die Leiche in einen Sack gesteckt und im Keller verborgen. Am nächsten Tage brachte er sie auf einem Fahr, radanhänger an die alte Oder und warf sie ins Wasser. Die Todesstrafe v^ur-ie ausgesprochen, weil nach dem Gntacii-ten des Arztes der Jugendliche die Intel, ligenz eines über 18 Jahre alten Burschen besitzt. Todesstrafe für Kleingartcndieb Der 33 Jahre alte Ludwig Wenael vo.i Nürnberg verübte im Herbst 1030 2U schwere Diebstähle in Nürnberger Klein, gartenkolonien, wobei er in fünf Fällen die Verdunklung ausnützte. Das Sondere*'', rieht Nürnberg verurteilte ihn im Maj zu acht Jahren Zuchthaus und ordnete d'e Sicherungsverwahrung an. Das Reichsgericht hob das Urteil auf, .sodaß G'er Fall nochmals vor dem Sondergericht Nürnberg verhandelt wurde. Der Verdunklnngsverbrccher. der bere'is im Alter von 15 Jahren straffällig wurde, wurde jetzt als Volksschädling una' Ge. wohnheitsverbrechcr zum Tode verurteilt. AUS ALLER WELT a Straßenbahn Regen Lastkraftwagen. In Essen ereignete sich ein schwerer Stra. ßenbahnunfall, bei dem drei Personen ge. tötet, mehrere schwer- und 32 leichtvcr. letzt wurden. Ein Straßenbalwizug, der einen schweren Lastkraftwagen überholte, wurde aus den Schienen gehoben und kippte auf die Seite, woRei der Anhän. ger, der einstweilen noch auf den Schienen lief, den Motorwagen überholte un'l sich dann erst zur Seite neigte, sodaß der Straßenbahnzug in umgekehrter Fahrtrichtung zu liegen kam. Nach kriminalpolizeilichen Beststellungen ist Unvorsichtigkeit des Fahrers die Ursche des schweren Unfalles. An der gleichen Stelle war wenige Wochen vorher ein Straßenbahnanhänger umgekippt, wobei es zahlreiche Verletzte gab. a. Klceschneider tfonnte Kopi v^ Rumpf. Ein schrecklicher Unfall ereignete sich in Vilsöhl bei Velden. Kitt Bauer schnitt mit dem elektrischen K!ce-schneider Futter, als er plötzlich von der Maschine am Rockende erfaßt und in sie. hineingcschleudert wurde, wobei ihm der Kopf vom Leibe getrennt wurde. a. Zwei Frauen winken — von der Lokomotive erfaßt. Auf der .freien Bahnstrecke in der Nähe von Baltersweiler wurden zwei junge Frauen, die einr.m vorbeifahrenden Zug zuwinkten und das andere Geleise betreten hatten, von einer aus entgegengesetzter Richtung kommenden Lokomotive erfaßt uivd getötet. a. Von der Riftschbahn in den Tod. Im Schwimmbad in Staßfurt vergnügte sich ein junger Mann mit mehreren Kameraden an der Rutschbahn. Dabei glitt er stehenii hinab und landete so unglücklich im Wasser, daß er mit dem Kopf auf die untere Kante der Rutschbahn aulschlug. Der junge Mann ging sofort unter und ertrank. FÜR DIE FRAU Sieben Fragen vor der Ehe Ein weiser Mann legte einmal einem seiner Freunde, der sich verheiraten wollte, vor dem entscheidenden Schritt die folgenden inhaltsschweren Fragen vor. Nur wenn er dies mit einem unumwundenen Ja beatworten könne, dürfe er heiraten. 1. Hast du Charakter genug, um an deiner Überzeugung selbst gegen die Bitten deiner Frau festhalten zu können? 2. Kannst du auf eine Mahlz.eit warten? 3. Kannst du eine Nacht wachen, ohne am folgenden Tage mürrisch zu sein? 4. Kafinst du dich mit dem vorletzten Wort begnügen? 5. Kannst du heiter blicken, wenn Waschtag ist? (i. Kannst du Widerspruch vertragen, wain du weißt, daß du im Recht bist? 7. Kannst du ein Kind auf den Arm nehmen, wenn cs schreit? Was macht man mit hartgewordenen Gummiringen? Die Gummiringe der Fruchteinmache-gläser werden häufig hart und brüchtig. Man kann sie aber wieder weich. machen. wenn man sie in Ammoniakwasser (ein Teil Ammoniak zu zwei Teilen Wasser) Manchmal brauchen die Ringe nur wenige Minuten In diesem Bade ^bleiben, in der Regel aber ist etwa eine i.!:-!!"»'.' "^'ijüde nötig, urn ihnen die alte I Elai'ti/.aät wieder zu verleihen. Ntimmer 170 »Marburger ZeHung:« 17. Juli IMi Srfte 7 VOLK und KULTUR (iiiMiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimMimiiiiiiiiiiinHiHiiiiHiiitiimuliiiiiiiiiitiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiHiwiiiiiiiiiiiii ff Gib mir das Seimsuclitsland...!" Der Lyriker Emst OoU aas Wiiid)sclip:az im Lenz der Kraft und mit dem Schritt der Jugend ist er von uns gegangen. Er, dur aus dcnj Sonnigen kam, das Kind der beglückten, blaugrünen untefsteirischcn Rehdenlandschaft, unser Ernst Göll, ein Kämpfer, ein Grenzdeutscher, der unser Bruder war und der sein Leben dahin^gab, weil sein reines und empfindliches Herz für dieses Leben zu schwach war, weil er dieses Leben nicht als König meistern durfte. .. Gib mir das Sehnsuchtsland oder erlöschende Lethe, Du reiner, du goldener Weinl Nur zwischen beiden i.aß mich nicht müde sein Und mich bescheiden! — Er nahm teil an den Kräften der Erde, die sich in wunderbar leuchtenden Worten und in urewig gleichen Bekenntnissen durch seinen Mund verkündeten. Er sah die Welt mit Augen, »die noch halb auf Erden und schön halb im Himmel sind«. Deutsch sein — das heißt in Dämmerungen gehen Und Sehnsucht tragen nach dem Himmels- blau'n. Heißt mit den Füßen auf der Erde stehen Und mit den Augen nach den Wolken .schau'n. Ernst Göll war ganz der Sohn seiner Heimat, ein großer, edler Mensch, ein echter Dichter dieser leuchtenden, wehmütig träumenden untersteirischen HUgel-und Wcinhöhenlandschaft, die es ihm •dankte, die ihm Worte und Bilder gab wie keinem sonst. Die Menschen waren Uim weniger dankbar. Die Menschen haben mich zu sehr gequält, Und allzu schwer empfand ich meine Bürde. Da trat ich frierend aus dem Tor der Welt Und wünschte nichts, als daß mir Ruhe würde. Der Tod war sein Freund. Er hat ihn oft gegrüßt, er hat ihn oft nahe geahnt, sprach oft von »jener Zeit, da wir einsam, trostlos irren in der großen Dunkelheit«. Er sprach vom Ende; Die ilir an meinem frühen Grabe steht. Verlöschet sanft die blassen Totenkerzen, Gebt mir nicht Tränen, gebt mir kein Gebet: Es führt kein Weg zu meinem kühlen Hirzen. , Docli jenem andern,' der noch Atem holt, Bekränzt den Weg mit roten Lfebesrosen Und wertet seine Menschheit nicht nach Gold, Daß er nicht flüchte zu den Lebenslosen. Erschütternd ist es zu beobachten, wie alle seine letzten Gedichte nur mehr eine Zwiesprache mit dem Tode sind, ein Ringen mit einer unheimlich lockenden Idee, der er nicht mehr entkommt. Das Leben war zu hart, es ließ sich nicht mit seinem heiligen Streben nach Schönheit, Reinheit und Liebe in Einklang bringen, zerbrochen ist es auf dem Jugendweg — und die Entläuschungen des Diesseits locken die Hoffnungen aufs Jenseits hervor: »Und gibt es hier oben auf Erden nicht ein gültig Treueversprechen — die Treue, die mir der Tod verspricht, die Treue kann er nicht brechen«. In diesen Tagen, da sich des Dichters Todestag zum 29. Male jährte, möchten ihm viele zurufen, wie sie ihn trotz allem Hebten und verehrten. Nun ist es zu spät, denn »Stunden gibt es, die wie Geigen sind, die nicht mehr klagen, wenn sie einmal brachen, und Stunden sind, die wie verlorene Nachen zum Ufer treibt nicht Woge mehr und Wind«, Emst Göll war einer jener wahrhaft Gnadevollen, denen nicht nur ein Gedicht mit sauberem Reim und Rhythmus, sondern eben ein Lied gelang. Und Göll hat viele solche Lieder. Lieder, darin _ wie Josef Papesch sagt — »Leid und Lust nicht zu Gedanken über Gefühl und Gemälden von Landschaften werden, sondern Gefühle bleiben«. Lieder voll sehnsüchtig süßer Innigkeit, in Worte umgesetzte Musik, heimlich schwingende Rhythmen. Besinnlich, bald letzte Geheimnisse erleuchtend, bald volksliedhaft naiv. Lieder, in denen des Dichters Heimat lebt, Lieder, die nicht gemacht sind, sondern gewachsen, wie Feldblumen. Und eben darum formvollendet, in sich gerundet. Eines der Lieder, die Göll neben Lenau, Hölderlin und Rilke stellen, sei hier angeführt. Es heißt »Weingartenlied« und lautet: Reben, die lange entblättert sind, Krieren und liegen darnieder, Über die Hänge im Abendwind Weinen Klapotezalieder. Weinen um all die vergangene Lust, Ernte und Winzergclage, Wecken in meiner ruhigen Brust Sehnsucht verklungener Tage. Uib mir noch einmal, braunäugiges Kind, Deine verdurstenden Glieder! — Nutzlose Klage! Im Abendwind Weinen Klapotezalieder. Eines haben alle diese feinen, stets leise verschattetcn Verse unseres Ernst Göll gemein: Sie sind erlebt und niemals langläufig im lyrischen Ausdruck. Wie klanggesättigt, wie farbcnerfüllt, wie warmblütig im Ausdruck steht alles da! Ernst Göll ist im tiefsten Wesen mit Hugo Wolf verwandt: Wie er entstammt er dem weitwelligen Weinhügellande der Untersteiermark, auch er wurde in demselben kleinen Städtchen Windischgraz geboren. Gölls Werk ist Sehnsucht, Verklärung, Leid, Erfüllung: Es stirbt nicht, solange die Menschen an die Kraft glauben, die machtvoller ist als der bloße Hirngeist, an die Kraft des reinen guten Herzens. In die Klänge der Klapoteza tönt heute noch Gölls Lied. Und das wird nimmer ausgesungen, solang der Herbstwind an die Bäume rüttelt und Wehmut unsere Erde füllt. Helfried Patz WIRTSCHAFT iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiittiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiiintiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiimtiiniiiiiiifiiiiininniiiiiiinnimiiiniiiiiimtnminniniiiiiiinifiinii Ertragssteigerung durcli Aufklärung Die Beratungserfoige der Landesbaiiernschaft Südmarlt Von den Wirtschaftsberatungskräften der Landesbauernschaft Südmark wurden im Laufe des Berichtsjahres trotz «personellen Schwierigkeiten mehr als 15.000 Betriebe durch Eiiizelberatung in Hof und Feld und mehr als 12.000 Betriebe in Haus und Qarten beraten, zu welchen noch ungezählte Einzelberatungen kommen. Die Massenberatung wurde verstärkt. Es wurden von den Wirtschaftsberatungskräften 2268 Kurse und Vorträge, teils mit ' Filmvorführungen, gehalten, die von rund 124.000 Teilnehmern besucht waren. Erstmalig wurden im Berichtsjahr 14-tägige Landmaschinenkurse für Jungbauern und ehemalige Landwirtschaftsschüler eingeleitet, deren Portsetzung geplant ist. Als Ergänzung der winterlichen Aufklärungsarbeit der ehrenamtltehen Mitarbeiter wurden wiederholt örtHche Feldbegehungen und Hofbesichtigungen veranstaltet. An 494 solchen Begehungen nahmen über 20.000 Landwirte teil. Für die Ortsbauemführer, Ortshofberater und Ortsabteilungstelterhinen sowie in der zusätzlichen Berufsschulung wurden 250 Lehrgänge und Vorträge durchgeführt, die von rund 8626 Teilnehmertn-nen besucht waren. Infolge der großen Niederschlagsmengen, des teilweise hohen Qrundwasserstandes in den Tallagen und der bisher vielfach extensiven Wirtschaftsfolge in den Bcrglagen zeigen die Böden starke Versäuerung auf. Zur Bestimmung des Kalkgehaltes wurden 92, zur Ermittlung der vollständigen Bodenanalyse 908 Bodenproben genommen. Die Beratungserfolge wurden nicht nur durch die Verbesserung der Höfe und Betriebsmittel sichtbar, sondern auch in steigenden Leistungen der Felder, des Grünlandes und des Viehstalles, sowie steigenden Abgaben an Erzeugnissen für die Volksemährung. Frischwaren müssen sofort verkauft werden! Der Reichskommissar für die Preisbildung nimmt in einem neuen Erlaß wie. derhoH scharf Stellung gegen den immer wieder zu beobachtenden Mißstand, daß Obst, Gemüse, Südfrüchte, Frühkartof, fein und dergleichen in Läden und auf den Wochenmärkten nicht sofort verkauft werden, weil die Wiederverkäufer geblich die Rechnungen ihrer Lieferanten nicht rechtzeitig erhalten haben. Er weist nachdrücklich auf d'ie bestehenden Vorschriften hin. Danach sind die Lieferan. ten dafür verantwortlich, daß weder die Lieferungen noch die Berechnung der Ware sich verzögern. Die WIederverkäu. fer müssen spätestens bei Eingang der Ware im Besitz der Rechnung oder eines Doppels davon sein. Im inländischen Warenverkehr ist das regelmäßig ohne weiteres möglich. Kann bei Auslandswaren ein Einfuhrhändler aus besonde. ren Gründen seinen Einkaufspreis nicht rechtzeitig ermitteln, so kann er seiner Kalkulation den Tageseinkaufspreis zu-grunci'e legen. Auf der Rechnung hat er das zu vermerken. Ergeben sich dabei unzulässige Gewinne, so sind sie nach den bestehenden Vorschriften abzuführen. Die beteiligten Wirtschaftskreise sind von dieser Regelung bereits früher in Kenntnis gesetzt worden. Wer schuld-haft dagegen verstößt, wirc' nach erneuter Weisung des Reichskommissars für die Preisbildung an die Preisüberwa-chungsstellen unnachsichtlich bestraft. Entgeltliche IVlitteilungen (Aaßer Verantwortung der Schrlftlettung) ^ Aus dem Marburger MännergeSanK-verein. Freitag, den 18. Juli, wichtiße Männerchorprobe. Beginn 20.30 Uhr, Erscheinen Pflicht! Strunipfreparatiiren aller Art schnell und billig — Reiserstraße l-I, 3003 Alpengrms otlmr Seegras gute Qualität, • gesponnen, in Waggonladungen fortlaufend zu kaufen gesucht. Anbote unter Preisangabe unter »Alpen-Seegras Nr. 1.000/31.963« an Ala Anzeigen A. G. Wien I., Wollzeile 16, erbeten. 4253 Zu verkaufen: Speiselimmer, schwarz poli-tiert, Kirschenholz, gut erhalten, zu verkaufen. Anschrift in der Verwaltung. 4549-4 Hesl die Mit Hitler im Westen: Einer der schönsten Bilderbände. Feldzuß in Holland, Belgien und Frankreich, Führer in Paris. 194 herrliche Original-Aufnahmen. Großartige Bilddokumentc. R.M 5.—. ^ff Hitler In Polen: 96 Bilddokumentc von dem Frontaufenthalt des Führers im Osten. RM 4.—. Hitler wie Ihn keiner kennt: Prachtvolle Aufnahmen aus dem Privatleben des Führers. 100 Original-Großfotos. RM 4.—. Hitler um Jugend: Entzückende Aufnahmen. 120 Großbilder, die den Führer inmitten seiner Lieblinge, der Deutschen Jugend, zeicen RM 4.—. Sämtliche Bände sind herausgegeben von Professor Heinrich Hoffmann, Reichsbildberichterstatter der NSDAP. Original-Großaufnahmen auf feinstem Kunstdruckpapier 19X26 cm. Diese Bilddokumente gehören in jede Familie des Unterlandes. Versand erfolgt nur gegen Voreinsendung des Betrages. Portofrei. Vertreten durch; Franz Startschitsch, Marburg, Schmklplatz 3 b. 4TM He Schwann Plerde Roman von Tarjel Vesaas (46. Fortsetzung) »Die PferdchenI« ruft der Besitzer seiner Reihe laut und eifrig Z4i. Da heben die vier die Köpfe, erkennen ihn mit vielen Freuden, sie haben ihn gerne, wenn er auch manchmal noch so finister und scharf ist — sie prusten ihm entgegen, nein, jetzt beginnt Sabb zu wiehern, er ist ja Anibros' besonderer Fround, und Sankeriib, Sular und Kane wollen ihm nicht nachstehen; auch sie wiehern jetzt laut, und aille vier Paar Ohren sind Ambros entge^engerichtet, um weitere Worte der Freundschaft aufzunehmen. weiß gar nicht, wie ihm wird ob tincr solch unerwartet liebevollen Begrüßung. ♦ Zu Hause auf Förnes hören sie diesen Februar den Lärm von Ambros* Taten. Immer wieder laut und deutlich. Die Rennlisten Fn den Zeitungen. Das Bild des großen, entstellten Mannes und der vier schwarzen Pferde. Viv steht mit der Zeitung in Händen und freut sich; die vier grüßen sie von den Hindernisbahnen. Und auch Leiv verfolgt alles eifrig, und Kjell. Vom Vater kommt nie ein Wort, kein Brief oder ähnliches, sie hören oder besser vernehmen nur Zei- chen, und inmitten des Siegeslärms schaudern sie vor der Kehrseite, die ihnen bekannt ist. Die beiden Sveinsonsöhne machen die Tour mit. Und Sveinson selbst flucht. Von seiner Frau wissen die Leute wenig, sie nennen sie bloß Frau Sveinson, Da sickert wohl auch die Kunde von der Kehrseite durch, sie geht von Mund zu Mund bis an den Ladentisch von Nornes. Und Henrik weiß nicht, was er wollen soll. Die Kunde erreicht auch Lisle, sie reißt die Augen auf. Es ist wie das Dröhnen eines nahenden Gewitters, und es ist viel schlimmer, dies dumpf drohende Grollen zu hören, als selbst mitten drin zu stehen. Kjell spürt auch irgend etwas, ein loses Maul mag ihm ein verletzendes Wort hingeworfen haben. »Was macht denn der Vater?« »Du weißt doch, er fährt«, antwortet Lisle. »Ja, aber —«, Kjells Stimme verrät Angst, sie verschlägt sich nach innen — die Mutter ist ihnen jetzt wieder nähergekommen. »Sag es doch, Mutter.« »Ich weiß nicht, was du meinst«, sagt Lisle, »der Vater ist bei den Trabrennen. Jeden Sonn- und Feiertag ist irgendwo eines.« Kjell steht da und klappt mit den Lidern, dann kommt es angestrengt; »Er benimmt sich wie ein wildes Tier.« Sie schrickt zusammen: »Was sagst du da?« »Ja, das iiaben sie zu mir gesagtl Was tut er denn da?« Anstatt ihm zu antworten, faßt sie Kjell am Kinn: »Du hast den Vater ja so gerne jetzt, nicht? Sag doch!« »Ist er denn nicht auch gut gewesen?« »Und da fragt man nicht so, wie du jetzt gefragt hast, Kjell, was du gehört .last, ist nur Klatsch.« Kjell v/ird rot und schämt sich. »Kommt er denn dann nicht bald wieder?« »Weiß nicht —«; wie sie so dasteht, glaubt sie ihr. schreien zu hören, und sie zittert vor dem Tag, wo er kommen wird. Im März kommen die Wagen angerasselt. Stehen eines Tages im Hof, Männer und Pferde. Kane ist von allen am liebsten zu Hause; er wiehert laut vor Freude, wieder in FÖrnes zu sein. Sie sind erschöpft. Sankerib wirft nicht den Kopf in den Nacken, Sabb und Sular geben sich einen leisen Stoß mit den Kinnbak-ken, als würden sie sagen, willkommen daheim. Viv läuft zwischen sie hinein, und sie geben auch ihr kleine Püffe mit den Kinnladen. Den Sveinsonsöhnen merkt man (Jie durchsetzten Nächte an. Aber Kjell, der zur Begrüßung herangestürmt ist, bleibt jäh stehen, wie er den Vater sieht, dieses Gesicht, dieses eine, blutunterlaufene Auge, es überläuft ihn ein Zittern. Sabb dreht sich ihm zu, um ihm guten Tag zu sagen, aber KJell ist nicht bei der Sache, es fällt ihm ein: »Benimmt sich wie ein wildes Tier, wildes Tier, wildes Tier —.« »Guten Tag, Kjell, wie geht es dir?« Er verzieht den Mund zu einem Lächeln. Etwas abseits unterhält sich Viv übertrieben laut und freudig mit Sankerib, als ob sie auf diese Weise ihren Schrecken über den Vater loswerden möchtc. Nur Mabb ist noch zu klein, sie beginnt zu weinen. »Ist denn Lisle nicht zu Hause?« fragt Ambros Viv scharf. Viv antwortet leise, daß sie zu Hause ist. Er tappt etwas steifbeinig hinein. Während sich die Burschen und Viv dcf Pferde annehmen. Die Stube ist loer, Inger steckt den Kopf aus der Küchentür. »Da schau mich an, Inger. Hübscher Kerl? Erinnerst du dich an die Zeit, wo du und alle anderen hinter mir her gewesen seid und mich einfangen wolltet, hee? Versteckt sie sich heute?« »Weiß nicht.« »Doch, du weißt; hol sie.« Inger macht die S^bentüre hinter sich zu. »Soll sie gequält werden?« »Das geht dich nichts an!« Ambros haut mit der Faust auf den Tisch. »Hol sie her!« »Sie soll selbst kommen, wenn sie wilk., sagt Inger und geht zu ihren Kochtöpfen. Ambros folgt ihr in die Küche, aber Lisle ist nicht dort. Da poltert er die Treppen hinauf. Die Bodentür ist zu. »Aufmachen!« Sic macht auf. Seit* 8 »Mar^mrstr Zeitimg« 17. Jult 1941 Nummer 17l IT IMHICHE BENINNTMICHONCEN hr PiHMm RMMkut llrM briticli üitlMi/lm a. S IMJ 4/1 Hafkaty, dm 11. Jnli 1941 Bekannlmachung SditrIftclitoBen. Vom 28. Juli bis einschließlich 2 August 1941 werden Einheiten der Wehrmacht ganztägig G«fochtochi«st«n mit Infanteriewaffen im Räume Pragcrhof—Zirkowcti—St. Lorenzen—Marli-Neu-stift—Sestersche—Ternowetz du rchführe n. Während des Schießens ist das Betreten des durch die genaiwuten Orte begrenzten Raumes wegen Lebensgefahr verboten. Den Anordnungen der auftfcsteil-ten Wehrmachtsposten Ist unbedmgt Folge zu leisten. Zuwiderhandlungen werden strengstens bestraft. 4000 Töscher e. h. DER POUTISCHC KOMMISSAR DER STADT MARBURG A.D.DRAU SkSdÜscfies Stoncramt, Domptatz 11 Betrilft: Getrln'iwsteuer. Wie aus den bisher erfoligten Antiielduii^en ersichtlich ist, halben bis heute noch f>icht alh; Vertkäufer von getrlnlcesteuerpflichtigen Geträniken das Steuerbuch für die Qetranlcesteucr beim Städtischen Steueramte behoben. loh mache darauf aiuthnerksaim, daß nicht nur alle Qastwirte, sonidern auch alle anderen Verkäufer von getrünlkcsteuerpfHchtigen Getränken (Cafös, Konditoreien, Limonadenverkäufer usw.) verpflichtet sifld, da« Steuerbuch zu führen und die Getränkesteuer re-gdmäßig abzuNihren. Nichtbefol^ung der Getränkesteucrordnung zieht gesetzliche Strafen nach sich. 4733 Marbuiig a.d. DraFU, den 15. Juli 1941. Der Politische Kommissar der Stadt MartDurg a.d.Drau: Knaus e.h. Wertscheine des Winterhilfswerkes des Deutschen Volices Für die durch das Amt Volkswohlfahrt im Steirischen Heimatbund ausgegebenen Wertscheine des Winterhilfswerkes des Deutschen Volkes 1Ö40/41 gelten folgende Bestimmungen: 1. Die Wertscheine berechtiigen lediglich zur Bezahlung von Lebensmitteln, Bekleidungsstücken und Brennstoffen. Andere Waren dürfen auf diese Wertscheine nicht verabreicht werden. Eine Differenzvergütung in bar darf nicht erfolgen, noch weniger eine gänzliche Auszahlung des auf den Scheinen vermerkten Wertes. 2. Die Wertscheinc müssen von allen ehi«chlägigcn Geschäften in voller Höhe in Zahlunig genommen-werden. 3. Die Gültigkeitsdauer der Wertscheine läuft nicht, wie auf diesen vermerkt, mit dem 31. März 1941 ab, sondern erst mit dem 31. August 1941. Nach diesem Zeitpunkte dürfen Wertscheine von den Kaufleuten an Zahlungsstatt nicht mehr angenommen werden. 4. Die Geschäftsinhaber versehen die in Zahlung genommenen Wertscheine aul der Rückseite mit Firmenstempel und kennzeichnen die ausgegebenen Warengattungen. Die Erstattung des Gegenwertes der Wertscheine erfoWt bis zum 30. September 1941 bei allen Zahlstellen der in der Reichsgruppe »Banken« zusammengeschlossenen Kreditinstitute. 5. Mißbräuchliche Verwendung der Wertscheinc wird strafrechtlich verfolgt. Maiburg a. d. Drau, den 16. J«li 1941. 4m Steiritchar Heimatbund, Bumksffthrung Amt Volkswohlfahrt DER CHEF DER ZIVILVERWALTUNG IN DER UNTERSTEIERMARK, DER BEAUFTRAGTE FÜR ERNÄHRUNO UND LANDWIRTSCHAFT Bei der Pferdevertellunssstelle in Windisch-Peistritz sind Pferde mit nachstehenden Brandnummern eingetroffen; 13 14 19 25 34 36 124 134 135 184 217 229 431 507 570 581 592/413 1563 1588 15Ö7 1707 1906 1945 4945 5524 5533 3Ö78 5588 5808 4918 1297 50 1101 5589 3T 4937 387 87/97 1495 494 4935 325 23 3903 tö 3952 4931 42 47 49 52 53 55 249 253 255 303 401 413 672 887 992 1051 1231 1241 2152 3200 3942 3943 3982 4011 1368 1250 4920 1567 568 1584 4966 4958 298 1213 3966 4957 5801 380 255 35 296 558 1612/38 56. 56 114 121 414 419 426 1267 1290 13l5 4232 4315 4542 495 438 4919 304 4950 0171 1246 5532 302 Die Gemeinden werden aufgefordert, die Nummern durchzusehen und gegebenenfalls die Eigentümer der Pferde zu verständigen. Dieselben müssen die Pferde bis längstens Sametag, den 19. Juli 1941 in Windisch-Feistritz gegen Nachweis des Eigentumsrechtes übernehmen. Ab Montag, den 21. Juli 1941 werden die übriggÄliebenen Pferde als Leihpferde an solche Bauern abgegeben, die sich durch eine gemeindORmtliche Bestati'gung über die Dringlichkeit des Bedarfes ausweisen. 4745 Im Auftrage: Dr. Franz yfcijffcfrrftfüii Suche Siedlungsauto von Lal-bach nach Marburg. Anzufni' «cn Donko, ViktnnghofRass« fr. 24. 4736-1 Wegen Qefolffachaftiiiirtaab MelM das Geschäft voffl18.bit 3t. JoH seschloMtn. Martine A Straaß. 4735-1 üttHififf ffffff ffrf Versenkbare Nähmaachhie zu kaufen gesucht. Angebote unter »Nlhmaschine« an die Verwaltung. 4737-3 Kleiner Eisschrank, gebraucht, zu kaufen gesucht. Reiserstraße 22, II/5. 4723-3 Gut erhaltenes Speisezfanmer, Pianino und Klavierharmonika zu kaufen gesucht. Adr. in der Verw. 4724-3 2ii Spsimlmnier zu vcfkaufen. 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Vorfflhntngen: Heute 16, 18.30 und 21 Uhr Karten von 10 — 12 und ab 15 Uh» ESPLANADE Pemnit 25>2& ZARAH LEANDER Der Weg Iis Freie | Die große Wochenschau aus dem Osten: Europa kämpft gegen den BolscHewlsnius Der feige Oberfall der Sowjets auf Finnland im Jahre 1939 — Finnlands Stthne Seite an Seite mit unseren Soldaten — Der Kampf in Kowno und Dünaburg — Vormarsch im Raum von Bialystok — Vorwärts über Grodno nach Minsk — Sturm auf B,•■^^st-Li-towsk — Sieweichcr Vorstoß über den San Unsere Flieger haben die Luftherrschaft erkämpft Für Jugendliche nicht zugelassen! 4523 ___ Schöner Speisezimmertiach zu verkaufen. Kaiserfeldgasse 19, ff. Stock, Tür 6. 4725-4 Zwei fast neue Herrenjaketts zu verkaufen. Adresse in der Verw. 4726-4 Nähmaschine und Fahrrad zu verkaufen. Tappeinerplatz 6/1. 4727-4 Suche Kostplatz mit Familienanschluß. Anträ^ an die Verwaltung unter ^^reundlich«. 4728-6 Stiiiik0§9utk$ Hotal'Portier mit Sprachkcnnt-nitacn sucht Dauerposten bei sofortigem Eintritt. 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Anzufragen zwischen 7 imd 9 Uhr abends bei Saischek, Marburg, Neugasse 4. 4730*8 Bekanntmachung i Der Polizeidiroktor m Manburg a/Dr. (Preisüberwachung) hat die Firma Andreas Supipanz, Marburg, Blumenigassc, mit 25.000.— RM und den Prokuristen dieser Finma, Otto Suppanz, Camerlgasse, gleichfalls mit 25.000.— RM und zwei Monaten Haft bestraft und die vorläufige Schließui^g des Gro&han)delsbetriobes verfügt. Ferner wurde den Bestraften die Auflaige erteilt, die Bezüge ihrer Angestellten 60 tanigc wei-ter zu zahlen, bis diesen vonii Arbeitsaantc eine andere Stellung zi^ewiwen wind. Nach aiTiitlichcMi Feststdlungcn und doim Ocstandnisse des Geschäftsführers Otto Suppanz hat dieser seit dem Begintw der Importtätigkclt durch die Firma, d.i. vom 7. Juni 1941 bis zu der am 7. Juli 1941 crifolßten Beanstandung, in zahlreichen Fällen in gowinnsüchtiger und betrügerisoher Absicht, bei in Kroatien eingekauften, zur Versorgung notwendigen Lebensmitteln (Gemüse, Kartoffeln, Obst und Südfrüchten) h(>htirc als die tatsächlichen Einkaufspreise der Kalkulation zugrunde gelegt. Diesen Vorgang suchte die Firma dadurch zu verdecken, daß ein Geschäftsfreund zur Ausstellung von falschen Rechnungen bewogen wurde. Außerdeiin wurdtjn die Waren mit Schwund und Verderb weitergegeben, statt diese aus der GroßhandelÄgewinnspanne zu decken. Die Bestraften haben hiebei in wuclierischer und genneinschaftschädigender Weise die Versoiigunigslage ausgenützt und so die Lebenshaltungskosten breiter Schichten der Bevölkerung unverantwortlich verteuert. Durch dieses vo