4N. Zamstag den 6. December 183s. Historische Erinnerungen aus dem Vaterlande, December. ,. December ,8o5 iiberrmnveltc eine Abtheilung f. f. Husaren, unter 5cm Befehle des Rittmeisters He>,zi, die Hauptstadt Laibach, welche damals von den Franzose» beseht war, u»d allarmirte die französische Besamung. 2. , l8>>5 zog G^leral Kncscvich „ach Ncusiadtl ab. /z. » i2«8 erklärte der Herzog Ulrich III. in einer zu Podicbrad in Böhnien ausglstelltcn Urkunde, den König Ottolnr II., auf den Fall seines Todes, zum Erben von Karnthcn l!»d Krai n. 5 ^ ,757 stirbt Graf Ernst Amadeus von Attems, Bischof von Laibach, welcher durch vierzehn Jahre seiner Dio'ccse vor, gestanden. 6. » :3ou stirbt H ein rich, Abt von Sittich, welcher die Klostergi'tter ansehnlich vermehrt hattc< ^, ^ l/>9,^ Bei der mit großer Pracht abgehaltenen Leichenfeier Kaiser Friedrich:- IV. trug von Seite bcs .ZcrzogthnMcs Krai" Nilhclm von Aucrspcrg das Panier des Landes. 8. ^ I<8" stirbt F»l«o»d!is, dc>s zlucite ?ll't «o>, Sittich. I>, «ffüüde»! f«!!!!„t . ^ iL8si. Andreas Daniel Freyherr vo>» ?l a » » a ch, Hc?r urg), Verlach und Walter von Stein, entsagen in die Hände des «Patriarchen Serlhold von Aquilcja ihren Patt'onatsrechccn über die Kirche von Michclsteltcn, zu Gunsten der eben aus Wien hiehcv berufenen Dominicanerinnen. Die ob«n erwähnten Wohlthater gestatteten auch ihre» Unterthanen, Schen^ kungen zli Gunsten des Klosters zu machen. U.berdiesj gab Wcriand von Mcingosparch io Hi,hcn, Gcrlach von Stein H Huben bei Petsch und 6 Huben bei Wopulach. Walter von Stein schenkte ci»e Hübe; die Witwe N i^h z a und ihr Sohn Wcriand gaben vier l'ei Tupalltsch gelegene Hiiben; Margarctya, cine Etiftsnöimc, scheiifts dem Kloster vier Hudcn oei Pcrncgg, und cine Hübe bei Tuftan (Tuffstein). ^ »C.82 stirbt Graf Johann Maximilian von 2 aml> e? g , f. k. Bevollmächtigter beim westfälischen Frieden. Er wln^ wegen seiner Verdienste zum Obcrsthofmeister K. Leopold I. erhoben, und crliillt den Orden Vcs golden, n Vließes. ,5. ^ i7ll wird F^an; Andreas Schega zu Neustadll geboren. Er .wanderte nach Deutschland aus, und ward in der Folae einer der ausgezeichnetsten Gcmmenschneider Deutschlands. ,^. ., i56u. Herbart Freyherr von Auersperg unternimmt mit den tapferen Grenzern einen glücklichen Stremua „acb' ^ Bosnien. ' 03 ^.,. „ ,53, stirbt shristoph Verb eh, ständischer Secretär. Sein Enkel war der ausgezeichnete Literator, D.n'id Vcrbetz, de>-sich auch durch seine medicinischen Schriften nicht nur in seinem Naterlande, sondern auch i» Deutschland einen grosjci, Namen erwarb. 2.2. ^ ,576. Johann V. Abt dcs Cistcrcicnscrklosierj Sittich, stirbt. .^5. „ ,<5>ci stirbt Vinccntius, der erste Abt von Sittich. Er brachte die ersten Religiösen in das nougcgründcte Stift, aus Frankreich. ?,5. „ i6il> hat bei dem damalö aüsgcbrochencn Kriege zwischen den, Hanse Oesterreich und der Republik Venedig, der venetia- Nische Admiral mit zehn Galeeren und i5 Varlcn das in Istrien gelegene, aber der l5bl. Landschaft Krain incorporirte Schlos, Moschenitze fruchllos belagert, und bald darauf den Rückzug angetreten^ ,5, „ l.^,9 beglückt K. Friedrich IV. die Stadt Laibach mit einem Besuche. ,,-, „ i56,s stirbt zu Winters in Böhmen der, in der Refoemationseftoche Krainä besonders thätige Freyherr Hanns Ungna > von Sonnegg. !-. « ,83u. Friedrich Barraga landet in Neli«Pork, «„o geht bald darauf als Missionär in die Missionen an den Obcr-Sce ap. F-rievrich ver Orosie unv vkr Nicutenant. Auf einer der großcrn Revuen, die kurze Zeit vor dem bairischen Erbsolgekriege (17 78) in Schlesien ge- hallen wurden, sollte ein neues, von dem Könige selbst erfundenes Cavallerie - Manövre ausgeführt werden. Acht Regimenter, theils schwere, theils leichte Reiterei, stellten sich aufj den linken Flügel bildete das ta. - 19? - pfere Husarenregiment v. W. — Der Entwurf des Königs war, daß alle diese Regimenter in einer mit Fleiß gewählten schiefen Richtung in Zügen dicht vor ihm vorbei, im scharfem Trabe, aber in genauester Distanz ein festgesetztes Ziel erreichen, und sich daselbst in möglichster Geschwindigkeit zum Angriff formixen sollten. Das Manövre nahm seinen Anfang. Allein eins der ersten Regimenter gerieth in Unordnung, die Züge verwirrten sich, und alle Bemühungen der Offiziere, wahrend des raschen Reitens die Verlorne Ordnung wieder herzustellen, waren fruchtlos. Wie natürlich, theilte sich diese Verwirrung auch den folgenden Regimentern mit, und so geschah es, daß auch das auf dem linken Flügel, also ganz zuletzt reitende Husarenregi: mcnt v. W. auf eine Weise vor dem Könige vorbeisprengte, welche auf dessen Beifall keine Ansprüche ma« chen konnte. Den letzten Zug dieses Regimentes führte der Lieutenant M., ein braver Offizier. Der Kö. nig hatte der Verwirrung mit steigendem Unwillen zu-gesehen, er siel auf den Lieutenant M. — Mit aufgehobenem Krückstöcke sprengte er auf den Offizier los, der sich jedoch dem Zorne des Königs durch die Flucht entzog, obschon ihn Friedrich geraume Zeit verfolgte. Wahrend dieses Rittes hatte sich der Zorn des Königs gelegt. Friedrich befahl, daß daß Manövre noch einmal ausgeführt werden solle, doch so, daß man links abschwenke folglich das Regiment, welches das letzte gewesen, das erste wäre, Alles ging trefflich von Stat, len, der König war zufrieden. Kaum waren die Husaren in ihr Quartier gerückt, als sich der Lieutenant M. bei seinem Chef, dem Oe' neral W., einfand, »Nun, lieber M. was bringt Sie zu mir?« »«Nichts, als die Bitte um meinen Abschied.«« Der General sah den Bittsteller mit Verwunderung an. „Sie suchen Ihre Entlassung? Diese Bitte kann ich Ihnen um so weniger gewähren, da ich Sie schon zu meinem NegimentsAdjutanten bestimmt habe. Sie wissen, dieser Posten ist offen." »«Ich danke für das Zutrauen/ muß aber dennoch um mcine Entlassung bitten, und ersuche Sie, meinen Wunsch bci Sr. Majestät zu unterstützen.«« „Bedenken Sie mein SohN/ Sie haben kein Ver, mögen, ein guter Civilposten findet sich auch nicht so. gleich,' wovon wollen Sie leben?" »»Das ist mcin geringster Kummer. Ich bitte um meine Entlassung.«« «M., besinnen Sie sich.« »»Ich habe meine guten Gründe, die mich zu meiner Bitte bewegen, die ich sonst nie gethan haben würde.« »Gründe hüben Sie?« »»Es ist schon an dem einen genug, daß der Ko» nig mir heute mit seinem Krückstock gedroht hat. Ich konnte kaum einer Behandlung entgehen/ die mich auf ewig entehrt hätte. Das Regiment hat diesen Auftritt gesehen, ich kann es keinem Ossizier verdenken, wenn sr mit mir nicht länger dienen will; ich würde alle Tage Händel haben, und das will ich nicht.«« »Nun denn, eine Bitte von meiner Seite!« sagte der General, und reichte dem Lieutenant die Hand; „Uebereilen Sie nichts! Dem König geht mehr durch den Kopf als unsi warten Sie mit Ihrer Bitte bis morgen?" M. gab sein Wort, fugte jedoch hinzu, daß er bei seinem Vorhaben verharre. Mittags war große Tafel bei dem Könige. Auch der General W;, von Friedrich hochgeschätzt, war dort und saß dem Könige gegenüber. Man unterhielt sich Über das Manövre, das erst mißlungen/ dann schön ausgeführt worden,, weil das Regiment W eine gute Richtung genommen habe. Regiment und General lvurden sehr gelobt. Der General W. hörte dieß mit Dank an, bemerkte aber: »Dieß schöne Manövre bringt mein Regiment um seinen besten Offizier.« »»Wie so?"" fragte der König. »Der Lieutenant M., den Ew. Majestät nach der Affaire bei Burkersdorf noch auf dem Schlachtfelde vom gemeinen Husaren zum Offizier machten, bittet um seine Entlassung.« Der General schwieg,- auch Friedrich schwieg ein Paar Augenblicke» »«Ist der Lieutenant wirklich ein brav» Offizier?«« unterbrach er hierauf das Stillschweigen. «Ich kenne keinen, der ihn übertrifft." »»Weßhalb will er seine Entlassung?«et Mit der größten Unbefangenheit erzählte W. die Veranlassung. Der König schwieg und ein anderer Gegenstand verdrängte den ganzen Auftritt. Am folgenden Morgen sollte abermals manövrirt werden. Die Regimenter stellten sich auf. M. hielt vor seinem Zuge, als der König sich näherte. »»Heißt er nicht M.,«« fragte der König. ,„>I"!«'< »»Hör' Er, mein Sohn!«« fuhr der König fort, mit fesselnder Freundlichkeit — »»Er ist Rittmeister. Ich habe cs ihm schon gestern sagen wollen, aber ich konnte ihn nicht einholen. Er reitet ja wie der Teu-fel!«« Der Lieutenant dachte an sein Gesuch nicht mehr. Gssers Neiven an ver Nable V'hüte. Die Table d'höte ist eine homöopathische Erfn,. düng. Ueberhaupt muß man, um an einer Table d'hüle zu essen, kein Deutscher seyn, denn der Deulschs. - 195 - laßt Alles an sich kommen, bis aber an einer Table d'hüte etwas an Einen kommt, hat selbst ein Deutscher die Geduld verloren. An einer Table d'hüte ist man bei jeder Schüssel Liebhaber und Nebenbuhler in einer Person, und am Ende der Table d'hüle liegt uns nichts im Magen, als diese unglückliche Liebe und ein Paar Nachbarn. Um an einer Table d'hüte satt zu werden, dazu gehören drei Dinge: man muß sehr gut gefrühstückt haben, man muß sehr gut zu Mittag gegessen haben, und man muß die Gewißheit haben, sehr gut zur Nacht zu speisen; mit diesen drei schönen Bewußt' heiten ausgerüstet, lassen sich an einer Table d'hüte mit Anstand drei Fügungen des Schicksals und des Kell» ners ertragen. Ich habe einmal in einer Gegend Deutschlands, wo das Sattwerden noch nicht allgemein geworden ist, an einer Table d'hüte gespeist, und als ich aufstand, war ich so nüchtern, daß ich vom Kellner mein Früh' , stück verlangte. Ich saß in der Mitte des langen Tisches, auf meiner rechten Seite saß eine Frau mit ei« liem langen Gesichte, sie halte ihren letzten l^upon, Lutten, ein Söhnlein von ?— L Jahren mitgebracht, um ihm die Anfangsgründe der Table d'hüte - Speisekunst beizubringen. An meiner linken Seite saß ein Mann, den die Natur zu einem zarten Esser schuf. Er hatte einen Mund, einen Conversationsmund, dessen Supplemente ins Unendliche gingcn, und nur an beiden Seiten von den Ohren verhindert wurden, die Reise UM den K?''f zu vollenden. Luiken hnltr sogleich seine und meine Semmel mit kindlicher Einfalt umfaßt, und mit seinen Fingerchen in meinem Trinkglase herum< gespielt. Die Suppe kam endlich von beiden Seiten auf mich zu. Links die Klöße, rechts die Vollculle-Sup-pe. Noch drei Klöße trieben sich wie kleine Inseln in diesem Wasser herum; mein Nachbar griff ein Mal hinein, und zwei davon sieln, ein Opfer seiner Wuch; aber noch ruht er nicht, noch ein Mal schwingt er den schöpferischen Löffel. — »Halt ein, o du mein Schö. xfcr! Halt ein, Barbar!» — Vergebens, schon liegt «mch der dritte auf seinem Teller; mit Entsetzen wende ich mich nun zu meiner Nachbarinn, noch ein Hühner-siügcl streckte mir sehnsüchtig feinen Arm entgegen, aber nein, es sollte nicht seyn; »Iotte doch!« sagte sie. „Sie »vissen man jar nich, wie mein Luiken gcrne ein Flügel» ten essen dhut,« und damit war auch der letzte Flügel für mich verloren! Aber Luiken war nicht undankbar; als er das Flügelken gegessen halte, warf er die Nein? chen neben sich fort, und gerade mir auf die Weste! Auch das Rindfleisch kam von beiden Seilen auf mich zu, zwei Stücke lagen noch da, als es an meinen Nachdar kam ; das eine Stück war dünn, aber fett. das andere dick, aber mager; ein innerer Kampf spiegelte sich auf seinem Antlitze, endlich blitzt c5 hell durch sei- ne Seele, ein Gedanke des Lichts hat ilm ergriffen, er ergreift beide Stücke, und schleudert sie auf seinen Teller. Schnell sah ich mich nach dem zweiten Kellner um, allein er war verschwunden, und ich glaubte eine Zeit lang, Luiken habe «uch den Kellner gegessen. Also auch dieser Kelch ging unberührt an mir vorüber. Ich wollte nun eine bescheidene Semmel zu Gemüth ziehen, allein Luiken hatte sie alle mit seinen Händchen bedeckt. Ich rief zwanzig Mal „Kellner!« endlich kam einer: ich trug ihm mein Anliegen ganz gemüthlich vor, u»d er, durchdrungen von den Vernunflgründen eines wohlerzogenen Magens, sagte: „Gleich!" Seitdem sind zwei Jahre verflossen. Nun kam das Zugemüse, Spinat mit melancholischen Wursteln. Weit entfernt, irgend einen Spinat auf der Welt verleumden zu wollen, oder irgend ein Würstel persönlich zu beleidigen, muß ich doch gestehen, daß es Wesen auf dieser Welt gibt, die ich inniger lie-be als Spinat mit Würstel; allein in diesem Augenblicke liebte ich sie unendlich. Ich beschloß, meine ungetheilte Aufmerksamkeit dem Kellner Rechts zu schenken: da war er zwischen Mutter und Luiken. Sie hatte schon ein Paar Würstel für sich auf dem Teller, und auch dem zarten Luiken hatte sie schon ein Paar auf den Teller gelegt, und doch blieb noch ein drittes da für mich; ich griff schon dar« nach, allein: — Luiken war ein kleiner Spaßvogel; unbemerkt hat-te er die Finger unter der Schüssel hinaufgestreckt, das Würstelpaar an dem äußersten Zipfel erwischt und husch hatte er's herausgerissen, daß der Spinat davon flog. Das vierte Gericht bestand aus kleinen Gänsebrüsten mit Kapern.Sauce. Die linke Seite hatte ich ganz aufgegeben, da war kein Heil zu finden, denn mein Nachbar von dieser Seite war mein Vormund, d. h., er aß mir alles Vor dem Munde fort; also nur links hatte ich zu speculiren. Die Gänsebrüste nehmen immer mehr ab; so ist der Mensch, er greift nicht gerne in die eigne Vrust, aber in die seiner Neben-menschen. Da kam der Kellner mit der letzten einzigen Gänsebrust und stand zwischen Mutter und Sohn Ich weis mich lange keiner solchen Sehnsucht zu erinnern, wie sie mich jetzt ergriff, denn die Sehnsucht des Magens ist eine ganz andere, als die des Her-zens; „ach," seufzte ich still, »komm' an meine Brust, du —« allein der Seufzer erstarrte mir auf der Lippe; mit einem Griff, wie eine Klavierspielerinn, hatte die zärtliche Mutter die letzte Gänsebrust angepackt und sie an ihre eigene gezogen. Der Kellner kam mit Ironie und Kapern auf mich zu, und ich sing schon an, an aller Menschheit zu vcrzwciftln. Noch lagen Mehlspeis und Braten wie unentdeckle reiche Minen Amerika's vor meiner Phantasie. Die Mehlspeise k.un. ^ 596 ^ Die zärtliche Mama legte einige kleine Mehlspeishügel auf ihren Teller, und eine kleine Gebirgskette aufLui-kens Teller; aber es blieb auch noch eine kleine Portion für mich. Schon war der Kellner hei mir, schon hab' ich den kühnen Löffel, da macht Luiken eine kecke Wendung, stößt den Kellner an den Arm, der letzte Rest Von Mehlspeis fällt auf den Boden, und die Sauce fließt mir über den Frack hinab. - Da kam der Braten, anspruchlos, in kleine Theile geschnitten; ein kleiner Luftzug, der durch das Zimmer wehte, spielte mit den kleinen Portionen, und der Kellner legte die Gabel darauf, damit die Luft sie nicht fortführe. Von allen Seiten wurden nun die Gasts lauter Wahlhcrren, ein jeder musterte die ganze Schüssel, und stach sich das Veste heraus. Mein Nachbar links war dem Kellner entgegen gereist und nahm ihm das Veste fort. Die Mutter meines lieblichen Luiken aber, kehrte und wendete an den letzten Portionen, wie an Münzen, von denen alle Gepräge verwischt sind, nahm endlich drei Stücke für sich, und drei Stücke für Luiken, und die Schüssel kam an mich; in mitten der, selben lag ein Wesen wie eine kleine Mumie: es war «in kleines Bein mit unverkennbaren Spuren ehemaliger Fleischanwesenheit. Neben diesem Vein lag eine halbe gelbe Nübe, wie ein verwitterter Leichenstein. Ich ließ den Wirth rufen, hielt ihm das Vein, an dem gar nichts daran war, unter die Nase, und sagte: »Man spricht das man bei Ihnen so gut speist; ist da was dran? Darauf drückte ich Luiken zärtlich an mein Herz, gab meinem Nachbar links den Nippenstoß, den er mir vor Tische geliehen, zurück, bezahlte meine Zeche, und ging dorthin essen, wo man nicht Table d'höte speist. W o h e s A l t e r. Das Journal beider Sicilien kündigt den Tod nner Frau, Franciska Micale, an, die kürzlich in ihrem lüften Lebensjahre starb. Sie behielt ihre kör. PerlichG, und geistigen Fähigkeiten in hohem Grade dis an ihr Ende; sie hatte stets ein sehr regelmäßiges Leben geführt, und sich vorzugsweise von Gemüse und Obst genährt. In ihrem I02ten Jahre wuchs ihr wieder schwarzes Haar, welches jedoch schnell weiß wurde. Vas Oeueste unv Interessanteste im Gebiete Der Aunst und Dnvustrie, ver N'änver. mw ^ölkerkunve. Die englische Admiralität hat Befehl gegeben, an Bord der eisernen Dampfboote, welche den Shan. non befahren, Versuche mit der Magnetnadel anznste?« len, da man gefunden hat, daß an Vord solcher Boot« der Compaß beinahe ganz unnütz ist. Vor Knrzem reisten 800 Personen mit dem Dampfwagen von Liverpool ab; unterwegs wurde durch einen Unfall die eine der beiden Locomotivmaschinen unbrauchbar gemacht; sogleich befestigte man den ganzen Zug an der andern Maschine, und diese allein zog ihn in einer Stunde 15 englische Meilen weit fort. Ein gewisser Hr. Lindsay in London hat ein be-ständiges elektrisches Licht erfunden. Dieses Licht übertrifft an Schönheit jedes andere; es hat keinen Geruch und dampft nicht. Da die elektrische Lichtmaterie zum Brennen keine Lufc nöthig hat, so kann man sie in einem verschlossenen Glase verwahren. Sie entzündet ,sich, ohne angesteckt zu werden, und scheint besonders für Flachshäuscr, Spinnmühlen und andere Locale, die leicht entzündbare Stoffe enthalten, berechnet. Das elektrische Liclu kann so weit verschickt werden, als man will, und den Apparat dazu kann man in einer ge.< wohnlichen Büchse verwahren. A, i t e r a t u r. ES gereicht uns ;ttm großen Vergnügen, unsere verehrten Landsleute auf ein Werk aufmerksam zu ma> chen, welches sowohl durch Inhalt als in Bezug seines gegenwärtigen Heralisgebers sich empfiehlt; wir meinen die in Commission bei Joseph W enedil' t in W i e >? erscheinende Topographie des E r z h e r z o g t h n m K ,2 e st e r r e i cl). Dieses Nnie nehmen veldaulit sciocil Nr? sprung dein sel. k. k.Hofraplane Darnaut, welcher die ersten Bände dieses nun bis zu dreizehn derselben gestiege-Nl'n Werkes herausgab, wo dann die Nedacnon von den» ehemaligen, Professor der Physik am Lyceum zn Klagen-fürt, nunmehrigen Domherrn in Wien und Direktor dcö k. k. physikalischen Cabinetes, Adbu Stelzhammcr, übernommen und von diesem noch jugendlich lebhaften Greise mit ungeschwächter Thätigkeit fortgeführet wird. Da5 Werk zerfällt in drei Tyeile, in das (Krzherzothnm Oester-reich unter der Enno, >n 9 Bänden; in Oesterreich ob dc>: Enns, jenseits der Donau, 2 Bände, und cn Oesterreich ob >>er lHnns, dießseits der, Donau mit Salzburg, in 5 Bänden. Die Darstellung, übrigens mit Abbildungen li::d Karten ausgestaltet, enthalt die Entstehung der Stadlc, Markte und merkwürdigen Dörfer, ihre Schicksale. dani: der Nnincn, Schlösser und Edelsitze, und dev noch möglichei'. Neihenfolge ihrer Besitzer; der ^iage und Erwerbszwcige der Ortschaften, des Ursprunges der Stifte,Klöster, Pfarren, Localien, Beneficien und Spitäler, der Denk-- unk Grabmäler, der merkwürdigen Inschriften, Volkssagen und Ilrkunden. Da iN'.besonderS Wien und seine Ningcbungen. nicht minder, das.herrliche Salzkammergut und das schön«? Salzburg für jeden gebildeten Bewohner des Kaiserthums höchst merkwürdige Puncte sind, so finden hier Wißbegier de und Forschungsgeist volle Befriedigung, indem das Ganze nicht die, meistens nur einseitige, Arbeit eines Einzelnen, sondern das Nesultat vereinter Bemühungen jener ist, welche unmittelbar an -den Quellen schöpften. Der eigentliche Ladenpreis eines Bandcs ist 2 fl. C, M.; indessen erhält jener, welcher auch die bereits fniher erschienenen 12 Bände zusammen abnimmt, sie um zk ff. (5. M. — Bestellungen darauf werden sicher von jeder Buchhandlung i'bcrliommen. 2.Nei,acteur. H^-, l'aU. Melnrlch. Erleger: Mnaj Äl. Soler u. Ale,nmayr.