EINZELPREIS: wochentass 10 Rpl Samstas-Sonnttg 1$ Rpt Snotburgtt ömuitg Amtliches Organ des Verldg Schrittleltunc: Marburg a. d. Drau, tiadgasst Nr. », hcrnriit: 25-b/, 3fl«68, — Ab 18 Ohf (6 Uhr abtnda) ist die Schnttleitung nur aul hcrnnil Nr. 2t-67 erreichbar. — Unvtriangtc Zuschriften werden nicht hlckgefltndt. — Bf' Anfragen Rückporto beUegen. — Poatacheckkonto Wien Nr. 54.60». Steirischen Heimatbundas Lrüchemt wöchentlicn acchtinial als Murgenztitung (nitt Ausnahme der bonn- u. t-eiertaiic), (im voraus zahlbar) monatlich KM 2.10 einschl. Zustsll- (;ebUhr; bei Lieierung im Streifband zuzüglich Hortu; bei Abholen m der Os* schäftsstelle RAI 2,—. — Anzeigen- und üczugsbesttillungcn m der Venvaltuni;. !]Vr. 307 TRarburo a. 2>rau, 3)irn«tag, 2.2)e&eni(>er iq4i 61.3aDroano .unr kOmien, müssen nnd werden siegen!" Raichsminlster Dr. Goebbels schildert den gegenwärtigen Stand des deutschen Freiheitskampfes Berlin, 1. Dezember ir. Qoebbeis prio» /u Ücginn seiner Europas entscheidende Stunde XutaHim*iiipl«l aljar KrMIle — Ol« mllltSrlich« Macht D*ut*chlandt, Italfant und dar Var. blindatan Ist dar unbaswingbara Garant das nauan Eurapa Zwang von den 180 Millionen Menschen geschmiedet wurden, diu auf ürimd des niedrigsten LcbcnsstanüarUs in jenem riesigen I?aiim ein Rüstungsexperiment er-mögliehtcn, dem wir auf die Daner nichts gjeichwertiges hätten ent^^egnstcilcn kön-gleichwertiges hätten entgegenstellen kün-nen angesichts des Lebensstandards unseres \oIkes nicht über ein Vierteljahr-liundcrt den Wohnungsbau einstellen, das Volk nur mit Rüben ernähren und Jede Kultur erdrosseln, um einer solchen stets wachsenden Bedrohung standzuhalten. Darüber hinaus waren wir, wenn wir den Stoß abgewartet hätten, nicht In der Lage gewesen, Roserven in HOlle und l-lllle heranzuführen, um die vom bolschewistischen Wahnsinn aufgerissenen Lücken ru füllen. Wir würden, wenn die Sowjets mit roher Hand in den komplizierten Wirt-schafts- und Agrarmechanismus unseres hnchzivilisicrten Landes hätten eingreifen köiuien, in kürzester l'rist zugrunde gegangen sein. Elniigartig« hislotitch« Ch«nc« Dr. Ooebbeis schilderte die Lage Deutschlands zwischen der von Osten drohenden kulturvernichtenden bolschewistischen Gefahr und den Herrschaftsanspruch der westlichen Demokratie und ließ dann vor seinen Zuhörerri aus der Gefahr dieser Konstellation die uns gebotene einzigartige historische Gelegenheit erstehen. Niemals in unserer Geschichte, so sagte er, waren die nationalen Chancen so günstig und damit der Einsatz so erfolgversprechend wie hertc. Die große Stunde fordert von uns allen das Letzte, bietet der Nation aber auch das Höchste. (Fortsetzung auf Seite J) ^cvle den üeist der Stätte, un der er prach, und von der Fichte einst die Na-lufrief, ein Geist, In dem sich sentinien-talitütsla^er Realismus und wohltuende iewegthelt des Herzens paaren und der ich m unseren geschichtlichen Stunden uuner durth eine besondere Art von be-»arrlicheni Gleichmut und innerer Kraft uszvichnetc. Der Redner schüUerte mit bewußtem '«rzicht auf dramatische Kffekte den gegenwärtigen Stand des deutschen Krei-eüskanipfe», legte einige seiner Metholen klar und umriii seinen Ursprung ml Sinn sowie seine festen Aussichten uj den Sieg. Kühl und sachl'ch sprach I Probleme an, griff er eine der oft er-irlerten Tagesfragen nach der anderen ui und hatte damit gerude vor dieseuv 'uhOrerkrcis den größten Erfolg. Politik und Kritp »Wenn der Krieg«» «o führte Dr. Goeb* »eis im einzelnen aus, }»die Fortführung er Politik mit anderen Mlttehi ist. bo itt ndererselts auch die Politik die Fortfüh-ung des Krieges mit anderen iVlitttln. >er Krieg bsscTiränkt sich nicht darauf, urch dan Ansatz von Waffensewalt ge-ünschte Ziele su erreichen. Die Politik t seine stete Begleiterin. Nur wenn Po-tik und Kriegsführung in einer Hand He-en, wie heute in Deutschland, ist zu erhindem, daß wieder die Feder ver-irbt, was das Schwert erobert hat. Erst er totale Krieg von heute hat uns die ugen für gewisse grundlegende Er-onntnisse geöffnet. Ein Krieg, dessen iel in der Eroberung einiger Erzbecken nd Kohlengruben besteht, kann auf die )«uer nicht das Volk, sondern nur eine deine, unmittelbar daran interessierte [apitalistisctte Schicht begeistern. Der türm auf die Maginotlinie aber wird eine rt von Volkeljeijen, wenn die Nation «lürt, daß in ihm über die nächsten Jahr-underte entschieden wird. Das, was man Im Ausland Blitzkrieg ennt, Ist nichts anderes, als die sinn-ollc Verbindung von moderner Politik id moderner Kriegführung. Wenn wir nmal den deutschen Sieg in Händen Iben, so wird er das Ergebnis ein»^s )chsten Zusaminenspiels aller Kräfte nseres Volkes darstellen. Wir legen heute an die Politik solda-"^che Maßstäbe an, wie auch die KriejGjs-hrung von Gesichtspunkten der Politik icht bestimmt wird. Unser Volk fühlt 'Utc Instinktiv, daß es für den Sieg nuf den Hin/einen ankommt.-Ausführlich sprach Dr. Goebbels über 0 Anwendung der Mittel der geistigen rlegführimg, die so alt Ist wie der Krieg Ihst. Fr erwähnte als aktuelles Beispiel 9 Zelt vor dem Beginn des FeldzUKes n Osten, dessen heute aller Welt slcht-are Notwendigkeit damals der Führer al- lein schon sah. Ls war die Zeit, in der die tollsten Gerüchte einander widersprachen oder sich gegeiseitig übersteigerten, um auch im letzten Augenblick noch die Überraschung des zum Angriff bereiten Gegners zu ermöglichen, die nach dem Worte des Führers hunderttausendcn deutschen Soldaten das Leben rettete. Der Rodner sprach von den Perioden des Schweigens der deutschen Führung, die noch meist die Stunden vor großen Entscheidungen waren, und stellte fest, daß es uns manchmal vorteilhafter erschiene, den Fngländern für den Augenblick dem psychologischen Lrfolg zu lassen, den materiellen Urfulg aber für uns zu behalten. Ein zeitweiliges Verstummen kann sich die deutsche Nachrichten-Politik jedoch nur leisten, weil sie dank der innner wieder bewiesenen Richtigkeit ihrer Mitteilungen einen so großen Kredit im In- una Ausland genießt. Schweigt der, der die Verantwortung trägt, so erklärte Dr. Goebbels, dann soll die Nation in schwerer Ehrfurcht davor stillstehen. Denn nicht selten wird in seiner Schweigsamkeit geboren, was über Tag und Janr Geschichte sein wird. Und Geschichte wird heute gemacht. Der Minister erinnerte kurz an die historischen schlüssigen Beweise für die Angriffsabsichten der Sowjetunion und schilderte, wie die notwendigen Waffen hierfür unter dem bolschewistischen tdßHs £üqm Die Berimer Ereignisse haben neben — bitteren Enttäuschungen in Lyblcn nach voreiliger Prahlerei — in erheblichem Maße auf die Stimmunti in Encland gedrückt. Dies erkennt man zunäch^^t aus dem Gehaben der britischen Presse, dii» sich damit ab(|uält. ihren Lesern uie großen Ereignisse in der Reiclishauptstadt, die man geradezu alj; den ersten Kongreß des neuen Vuiropa bezeichnen kann, llnlen'edung GOring—Pelain 1' a r i s, 1. Dezember Am 1. Dezember fand in St. Florentin-Verglgny zwischen Rciclismarschall Gö-ring und Marschall Petain eine längere Unterredung über die Deutschland und Frankreich interessierenden Fragen statt. Immer näher an Moskau IS Brltonflugz^uge abgeschossen Kührcrhauptquarticr, 1. Dezember i ein gröliercr Frachter wurde durch öom-Das Oberkommando der Wehrmacht' benwurf schwer beschädigt. Weitere gibt l)ekannt; | Luftangriffe richteten sieh gegen Moskau Ini Riiunie von Rostow setzte der Feind, u» r» *i s * •« a- » auch gestern seine Gegenangrife unter , *{j'' . Ostküste grüf i^ rücksichtslosem Einsatz von Menschen »1 ^ Flugplatz iiiit und Material fort. Er erlitt dabei wieder Bordwaffen an. In Hallen schwerste blutige Verluste. Im Raum von Moskau angreifende In^ fanterie- und Panzerverbfltidc sind im weiteren Vordringen gegen die sowjetische Hauptstadt. Vor Leningrad setzte der Gegner seine vergeblichen Ausbruchsversuche auch gestern fort. Bei der Atywehr eines mit stärkeren Kräften über das Eis der Newa geführten Angriffes verlor der Feind bei hohen blutigen Verlusten zahlreiche Gefangene sowie 30 Panzer, darunter sechs schwerste. Die Luftwaffe l>ekäinpfte im Mittel- und Nordabfichnitt der Front mit guter Wirkung Nachschubwege der Sowjets. Ostwärts des Wolchow wurden Truppenunterkünfte und Materiallager bombardiert. In den Gewässern um Kronstadt versenk und Unterkünften wurden Volltreffer erzielt und mehrere am Boden abgestellte Flugzeuge beschädigt. Bei Nacht griffen Kampfflugzeuge Hafenanlagen in Südwestengland an. In Nordafrika dauern die Kämpfe Südost wärts Tobruk noch an. Von Süden her gehihrte Iwitische Gegenangriffe wurden erfolgreich abgewiesen. Deutsche und italienische Kampf- und Jagdfliegerverbände unterstützten die Operationen. Britische Bomber griffen in der letzten Nacht das norddeutsche Kü^itengehiet an. In Hamburg und Emden hatte die Zivilbevölkerung Verluste an Toten und Verletzten. Die britische Luftwaffe erlitt bei diesen Angriffen wieder schwere Verluste. Sie verlor IR Flugzeuge, von denen zehn durch Einheiten der Kriegsmarine ten Kampfflugzeuge einen Eisbrecher; j abgeschosisen wurden. in ihrer Bedeutun;; herabzumindern, Vor allem aboi ist oliensichtlich Herr fiden, der nicht zuletzt »eine für Ivngland so verhängnisvolle Politik der vergangenen Jahre gegen seinen Willen das Ztisam-inongehöDgkeitsgcfühl der kontinentalon Völker l'uropas gerade gcforcieit hat, die gegenwärtige Situation äußerst peinlich. I'!r versucht, auf bestellten .\nfragen im Unterhaus eine Reihe von Vorwürfen gegen Deutschland zu erheben, ohne dabei über das Widerspruchsvolle und Zweischneidige seiner Darlegungen genügend nachgedacht zu haben. Offenbar von seinem neuen Freund und Gesinnv.figigenosseii Mololow an-miert, versucht er, Mürclicn über deutsche Oreuel in die Welt zu setzen bzw. krieg.^-notwcnci:„e deutsche Gcgcnmaßnahnien Revolten, die in den besetzten Ge-nieten nicht i;ulctzt durch englische A«en-tcn angczMtelt wurden. Deutschland mo-inllscii zur Last zu le^cn. Dabei ist es überhaupt auffällig, wie weit l-ngland sich bereits von der bolscuewislischen Propaganda ins Schlepptau nelinien läßt, obwohl man )n London an verschiedenen Fronten die ritterliche .\rt ücr deutschen Kriegsführung genau kennengelernt hat, wenn auch nur — da stes nur britische Rückzüge in Frage kamen — durch AAiiteiUmgen der britischen Kriegsgefangenen. So Schämte man sich nicht. d"e schändlichen Molotowschen Greucllügen durch Reuter verbreiten zu lassen und ('en Wahnsinn nachzureden, daß sow-ietische Soldaten in der Ukraine gekreuzigt aufftcfunden worden seien! Es muß schon schlecht für Enuland siel)en, wenn der Leiter des britischen Informationsdienstes heute schon auf die Übernahme solcher Propacandainslruktionen Lo-sowskys angewiesen ist. Unwüjdig ist andererseits auch die .Art, mit der Eden heute das von langer Hanu vorbereitete Zusammengehen Englands niit der Sowietunlon einfach ableugnen möchte. Jedermann weiß, däß bis zu dem deutsch-sowietischen Pakt 1039 eiii.j englische Militärmission in Moskau saß, mit tior Instruktion, feste Verembarnngcn mit uer Sowietunion zu treffen, die Verbindung mit Moskau ist >'eitdeni niemals ab^jorisscn. vie'niehr hat England durch Entsendung des Bot- Sefte ? »Marbur^er Zeftunjrc 2. Dezember 194t Nummer 307 üchaiiers Gripps alles «eian, um den Faden zu lesti^cn. Ständi;^ fanden Unterhaltungen zwischen Eden und Maisky statt. Am 26. Juni d. J. wußie der Bostoner Rundtunk-senaer zu berichten, daß die bei Ausbruch des deutsch-sowietischen Krieges iür Moskau bestimmte britische Mission bereits seit zwei Monaten vorbereitet worden war. Es ist daher schon eine freche Zumutun«, wenn Eden heute die Din^e So hinstellen möchte, als ob zwischen Moskau und London nicht mehr über politische Probleme gesprochen worden wäre, und als ob die von nord-amcrikanischer, britischer und sowjetischer Seite unternommene Aktion zur Versteifung der Haltung der jugoslawischen Putschregierung Simowitsch nur durch Zufall gleichzeitig und gleichartig stattgefunden habe! Täglich häufen sich die Beweise, daß Stalin Gcn Pakt mit Deutschland von vornherein nicht als bindend betrachtete, sondern nur auf den Augenblick ge'auert hatte, um das Reich überfallen und Seite an Seite mit England' niederschlagen zu können. Eden aber möchte offenbar der Welt weismachen, als hätte er selbst mit Ma'skv und Molotow mit Crinps immer nur über das Wetter gesprochen! Eden, der Mann, der für die Ausschaltung Englanüs aus der europäischen Völ-keriamilic mit die Verantwortuni; trägt, glaubt in seiner ohnniächtigen Wut, nun die Neuordnung (k's Kontinents durch Jiämische Bejuerkungen stören zu können. England, das sich früher — und vielleicht sogar auch noch heute — als tias iiuserwähite Herrcnvoik üC'.'r die ganze Welt betrachtete, möchte nun, als billige Retourkutsche, Deutschland das Gleiche z.iiii Vorwurf machen. Sogar die Rück-öiedlung zahlreicher Volks.kutsch?.- aus mancherlei Länilern des Kontinents glaubte luit'n unter diesem üesjohl.swmkel motivieren zu können, obwohl daraus ehor das üegenteil hervorgehcji dürft'.', Eng--nid, tlas Hunderte von Millionen vülks-Irtmder Menschen zu Sklaven im Dienste der englischen Plutokratie herabwürt,i,'f1c, Jiieint. Deutschland auf die i;Ie'che Stufe des Sklavenhalter hernhwürdiijen /.u küiiiien. weil dieses im Veiein mit der Or-g.Mi sierung der geballten europäischen Arbeitskraft die britivjhcn Pläne zu rtuichkreuzen weiß, die dai'auf hi'iauslau-fi'^n, Europa durch Ab'>c!i]icidün seiner überseeischen Zufuhr und infolge Mangels an den notwendigsten Roh.siüffen lim.' Produkten zu Grunde gehen oder zu Kreuze kriechen zu lassen. England und sein jetzige:' Wortführer Ldcn, der glaubt, Deutschland als Aggressor hinstellen zu können, merken heute, daß sie ihr Spiel verloren haben. Selbst gewohnt, durch Krieg und Überfälle allmählich tlie Welt — unmittelbar oder mittelbar — beherrschen zu können sehen sie heute, daß der Krieg, den Churchill in Gemeinschaft mit Roosevelt so raffiniert durch den polnischen Ansager zum Ausbruch gebracht hat, den Verlust des angelsächsischen Einflußes auf t.ie kontinentalen Verhältnisse zur Folge hat. Für den englischen Imperialismus und für den britischen Grundsatz des »Divide jnipera« ist in einem Europa, dessen Völker in Erkenntnis der seiner Zivilisation drohender Gefahr ihre Angelegenheiten nunmehr selbst erledigen und die gemeinsam und einträchtig dcn Neubau des Kontinents in Angriff genommen haben. heute kein Platz mehr! Ilnersdiötlerlidier Siegeswille Italiens D«r itaüenische Ministerrat gedachte der Helden von Gondar Rom. 30. November Der italienische Minisienat gedachte zu Beginn seiner Sitzung am Sonnabend der heldenhaften Garnison von Gondar, deren Fahne nicht eingezogen, sondern vom Vaterland der luvend anvertraut wurde, die sie eines Tages und für immer in diese Gebiete, für die drei Gen;.'ratio-nen ihr Blut vergossen, aufpflanzen wird. Er gedächte ferner der Truppen in der Marmarica und an der Ostfront, die in engster Waffenbrüderschaft mit den deutschen Kameraden gegen d'e unter Aufbringung aller Kräfte durchgeführten An-/rriffe des britischen Imperiums und die letzten Verteid'gungsstcl'unffen des Bolschewismus kämpfen. Der Ministerrat wiirdigte schließlich die Haltung der Bevölkerung SMditnliens und der Inseln, die in vorderster Front mit den Truppen ein'^n einzifren B'o-'k bildet und der den unprs<'h(itterl'- rhen Sie"'es^v^1len des it?rpni«rhen Volkes hos^f'^Vt. Forldauer der KSmpfe in Nordsfrika Rom, 1. Dezember Der italienische Wehrmachtbericht vom Montag hat folgenden Wortlaut: Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: In der Marmarica dauerten gestern örtliche Kämpfe an. In Tobruk lebhafte Artillerietätigkeit. Ein feindlicher, mit Panzerwagen unternommener Angriffsversuch an der Front der Division Trento wurde zurückgeschlagen. Im mittleren Abschnitt fanden Treffen von vorgeschobenen Einheiten statt; eine Anzahl feindlicher Wagen wurde vernichtet. An der Front von Sollum dauerte die Artillerietätigkeit auf beiden Seiten an. Im Süden des Dschebel wurden motorisierte Einheiten des Feindes angegriffen und zerstreut. Deutsch-italienische Fliegereinheiten führten zahlreiche Bomben- und Maschinengewehraktionen gegen motorisierte Abteilungen des Gegners sowie auf Eisenbahn- und Nachschubziele in der Gegend von Marsa Matruk durch. Ftinf feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen. Drei von ihnen bei einem Einflug von der deutsch-italienischen Bodenabwehr von Bengasi, zwei von deutschen Jägern. Kroatien nnd der Anflkomintempakt Aussenminister Dr. Lorkowitsch sprach im Rundfunic tum Icroatischen Volle A g r a m , 1. Dezember, Außenminister Dr. Lorkowitsch sprach am Sonntag im Agramer Rundunk zur kroatischen öffentlichkeit über den europäischen Kongreß in Berlin und den' Beitritt des unabhängiaen Staates Kroatien zum Antikominternpakt. Er irab zunächst einen Überblick über die Entstehung dieses Paktes und die Ursachen, die zum ietzigen europäischen Krieg führten. Er schilderte eindrucksvoll das Elend, das der Bolschewismus über die Bevölkerung der Sowietunion gebracht hatte, und hob die Schuld des Judentums hervor. Auf den Kampf übergehend', den nun ganz Europa gegen den Bolschewismus und seine Helfershelfer ausficht, legte der Außenminister die Bedeutung dir Erweiterung dos Antikominternpaktes und des Beitritts des unabhängigen Staates Kroatien zu diesem weltweitem Block dar. Dem nuabhängigen Staat Kroatien, so schloß Dr. Lorkowitsch seine Rede, sei im neuen Europa ein schöner und würdiger Platz gesichert. Da«; kroatische Volk so'lte diesem Platz in Ehren einnehmen und sich stets vor Augen halten, daß die höchsten Werte der neuen Welt, die aus diesem furchtbaren Krie^, ceboren wird, Fleiß und Tapferkeit sind. Europas entscheidende Stunde (Fortsetzung von Seite 1.) Dramallsclier Kampf Italienischer Bomber von achtfacher Obermacht angegriffen Mailand, 30. November Einen dramatischen Kampf hatte, einojn Sonderbericht des »Regime Fascista« zufolge, in Nordafrika ein italienischer Bomber zu bestehen, der von acht Jägern angegriffen wurde. Zunächst gelang es, eins der feindlichen Flugzeuge zum Absturz zu bringen und im Anschluß daran die Bomben über dem vorgeschriebenen Ziel abzuwerfen. Bei dem konzentrischen Angriff der immer noch siebenfachen feindlichen Übermacht wurden dann nacheinander drei Mann der sechsköpfi-gen Besatzung getötet und einer schwer verwundet. Zum Glück trafen, als bereits die letzte Patrone verschossen war, italienische Jäger ein, worauf die Engländer ihre sichere Beute im Stich lassen mußten. So konnte der Oberst den schwerbeschädigten Bomber, obwohl ein Motor bereits ausgefallen war, zu einem benachbarten Flughafen zurückbringen, wo die Maschine aber gleich nach der Landung Feuer f!ng. Dennoch gelang es dem Oberst, den durch einen Beinschuß KChwerverletzten Leutnant aus dem bren-^ nenden Flugzeug zu ziehen; auch der Bordmechaiüker konnte sich rcttea. Nie waren wir so gerüstet wie jetzt. Nie hatten wir ein so umfassendes wirtschaftliches Potential, nie waren wir im Besitz so ausschlaggebender militärischer Machtpositionen wie gegenwärtig und nie hatten wir ein so heldenmütige Wehrmacht und eine so glänzende Führung wie in diesem schicksalhaften Ringen. Seit einem Vierteljahrhundert stehen wir im Kampf, hat das deutsche Volk sich kaum noch seines Lebens rjiiht erfreuen können. Das muß anders werden. Keiner von uns will wieder von vorne anfangen. Das gigantische Ringen um die führende Großmachtstellung des Reiches ist im Gange. Noch einmal warfen sich die Kräfte der Unterwelt in einem Riesenansturm auf uns, um uns niederzubrechen. Sie werden scheitern. Der Minister wog nüchtern die Ergebnisse von zwei Jahren Krieg, schilderte den ganzen Umfang der wirtschaftlichen, politischen und militärischen Machtstellung des Reiches, stellte die Ergetinisse des Einsatzes der deutschen Waffen gegen Großbritannien dar und kam zu dem Ergebnis der Frage: Wie will England überhaupt siegen oder besser gesagt, wie will es nicht besiegt werden? Churchills Kriegspolitik Dr. Goebbels charakterisierte Churchills Kriegspolitik und traf dabei die Feststellung: Wer sich mit dem Bolschewismus verbindet, um ihn als Verwüster gegen Europa anzusetzen, kann nur als ein im tiefsten Sinne chaotischer und europafeindlicher Mensch angesehen werden. Weit entfernt davon, die England noch verbleibende Widerstandskraft etwa zu unterschätzen, machte Dr. Goebbels den Versuch, das voneinander zu unterscheiden, was an Churchills Angaben Bluff und was Wirklichkeit ist. Bei dieser Gelegenheit erklärte Dr. Goebbels, daß bei den von Churchill in letzter Zeit mehrfach behaupteten angeblichen deutschen Friedensfühlern nur der Wunsch der Vater des Gedankens sei. Roosevelt,ohne Einfluss Im Hinblick auf Roosevelts Rolle und der großen Auseinandersetzung dieser Tage untersuchte Dr. Goebbels die wirt-schaftlichco, poUtischep und militärischen Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der Vereinigten Staaten von Nordamerika. Er entkleidete die Thesen des USA-Präsidenten ihrer dürftigen demokratischifn und humanitären Phrasen, ließ seine Machtgelüste und die Herrschaftsansprüche der hinter ihm stehenden Kräfte klar werden, um gleichzeitig die Grenzen ihrer Möglichkeit anzudeuten. Die Weltgeschichte würde ihren Sinn verlieren, wenn der älteste Kulturkontinent, nähm-lich Europa, ausgerechnet vom Präsidenten Roosevelt über den Fortgang seiner weiteren Geschichte belehrt werden müßte. Dr. Goebbels stellte der Drohung aus USA die Tatsache gecenüber. daß wir fest, sicher und vollkommen unangreifbar auf unserem Kontinent sitzen. Die gegnerischen Stellungen dagegen werden von Woche zu Woche gefährdeter. Die Neuordnung marschiert! Unser Kontinent, auf dem die militärische Macht Deutschlands. Italiens und ihrer Verbündeten unerschütterlich steht, gab gerade in der vorigen Woche bei der Erneuerung und Erweiterung des Antikominternpaktes einen Beweis auf der politischen Geschlossenheit seiner jungen Völker. Militärisch unangreifbar und wirtschaftlich eeslchert kann schon ieizt dieser Erdteil mitten im Kriesre seine Neuordnung organisieren, als ob die Kräfte der Vergangenheit überhaupt nicht mehr vorhanden wären. Judas Schuld Der Minister gab sodann einen Überblick über die ludenfrage, eine Frage, an die man nicht mit Sentimentalität herangehen darf, sondern in klarerer Erkenntnis der geschichtlichen Schuld, die das Judentum auf sich lud. Der Führer sprach am 30. Jänner 1939 im Deutschen Reichstag d e Prophezeiung aus. daß wenn es dem internationalen Finanziu-dentum gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, das Erjjebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und damit der Sieg des Judentums sein würden, sondern die Vern'chtung der iüdischrn Rasse in Ruropa. Wir erleben eben den Vollzutr dieser Prophezei-unn. Dr. Goebbels sprach klar aus, daß wir in diesem Kampf, den wir bis zur letzten Konsequenz durchühren werden, nicht mehr zurückwollen ufrü nicht mehr zurück können. Den rührseligen Argumenten einiger zurückgebliebener Judenfreunde antwortete er: »Sie würden wahrscheinlich Auge. Nase und Mund aufsperren. wenn sie ihre lieben Juden sich einmal im Besitze der Macht betätigen sahen. Aber dann wäre es zu spät, und deshalb ist es die Pflicht einer nationalen Führung, mit den ihr geeignet erscheinenden Mitteln daHir zu sorgen, daß dieser Zustand' nie eintritt. So wie die VorherN ''chaft des ludentums ein. Charakteristikum für die Krankheit des N-'^chwelt-kriegseuropa war, so wird die Beendi-gunrr d'e'ser Vorherrschaft ein Charakteristikum für die Gesundung des kommenden Europas sein.« Die Krieqsziele der Gegner In einem großen, zusammenfassenden überblick schilderte Dr. Goebbels, wie der Anlaß eines Krieges niemals gleich-feitig auch seine Ursache zu sein braucht, und wie deshalb in dem aus Anlaß der Danzi|rer Frage entstandenen gegenwärtigen Krieg unendlich viele, bisher offen gebliebene Fragen unseres Erdteils zur Entscheidfing gestellt wurden. Alle alten, nie oder doch nur unzugänglich gelösten Probleme Europas brachen auf, als die mehr als bescheidenen deutschen Forderungen auf Danzig sowie einen Korridor durch den Korridor im August 1939 von unseren Feinden in den Wind geschlagen und von ihnen zum frivolen Anlaß desi Krieges gemacht wurden. Es Ist das Problem von Versailles, der Versuch der absterbenden Plutokratien, Deutschland und seine Verbündeten auf viel zu engem Raum einzusperren und durch eine Reihe von Trabanten das Leben unseres Erdteils ewig zu beunruhigen. Es ist andererseits das Problem des Bolschewismus, der 180 Millionen zu einem Elendsdasein verurteilte, um eine kontinentbedroliende bolschewüstische Wehrmacht aufzubauen.; Alle diese Probleme sind zur Lösung fäl< Hg, ob wir wollen oder nicht. Europa muß sich entscheiden, ob es leben oder im Chaos versinken will. Eine geschichtliche Aufgabe Dr. Goebbels schilderte hierauf die Kriegsziele der Gegner, die umso blut* rünstiger und rachedurstiger werden, |e weniger Aussicht zu ihrer Verwirklichung besteht, um dann fortzufahren: »Die Chance, die die deutsche Nation heute t>esitzt iist eine einmalige, aber auch ihre größte. Daran muß der ^Idat denken, wenn er in die Schlacht zieht, daran muß der Arbeiter denken, wenn er ans Werk geht, daran muß der Bauer denken, wenn er dem Acker das tigliche Brot für sein Volk abringt, daran muß der Ingenieur, der Wissenschaftler, der Beamte, der Arzt, der Künstler dcmken. wenn er der Nation an seinem Platze dient. Das muß unser Gebet am Morgen und am Abend sein. Wir können siegen, wir müssen siegen und wir werden siegen. Aber hat jemand geglaubt, daß uns die historische Aufgabe der Neuordnung eines Kontinents leicht und fast unverdient in den Schoß fallen würde? Die Geschichte verschenkt nichts, sie bietet alles nur an. Wer da nicht zugreift und festhält, wird alles verlieren. Es liegt an uns, ob uns dieser Krieg verflucht oder segnet. Er fordert das letzte von uns, aber er gibt uns auch alles, wessen wir für unsere nationale Zukunft bedürfen. Wer von uns möchte, wenn er die Wahl hätte, von dieser Zeit in eine andere, ruhigere, dafür aoer auch inhaltlosere entlassen werden? Einmal werden auch unsere Sorgen und Nöte zu Ende sein und werden auch uns die Glocken das Ende des Krieges und den Sieg einläuten. Diese Stund ist dann für uns alle der Preis. Jeder Einzelne wird gewogen in seinen Handlungen und Unterlassungen und dann treten wir als Volk vor den Richterstuhl der Geschichte. In Demut vor einem gewaltigen Schicksal, das uns a'ifgebürdet war und dessen wir Herr wurden, neigen wir unser Haupt, um den Lorheer zu empfangen.« RilferhreuzIrSger gefallen Berlin. 1. Dezember In den Kämpfen an der Front vor Moskau ist ein Münchner Ritterkreuzträger, Maior Ritter. Kommandeur eines Infanteriebataillons, beim Angriff gefallen. Ongarlsclier Finanzminisler in Berlin Berlin, 1, Dezember Auf die Einladung des Reichsfinanzministers traf am Montau Mittacr der kgl. ungarische Finanzminister Dr. Remenyi-Schneller in der Re chshauptstndt ein. um den Besuch des Rrichsfinanzministers im Frühiahr uieses Jahres in Ungarn zu GfWÜklA. Nummer 307 »Marhurjfer Zeituns:« ?. Dezember 1041 3 Der finnische Daseinsicampff Minittcrpräsidant Rang*li vor dam Raichttag — Voll« EinmUtigkoit dor politischon Partoion DIo Im Moikauor Frlodon varloronon Goblot« wlodor olnveriolbt Helsinki, l. Dezember, .jer finnische Reiclistag trat am Sonnabend zu einer Vollsitzung zusammen, bei der Ministerpräsident RanKcll eine Regierungsericlärung abgab. Nach einer Darstellung der finnisclien militärischen Operationen stellte er fest, daß die im Verlauf des vorjährigen Krieges abgetretenen Gebiete zurückerobert seien, und daß die Kriegshandlungen einzig und allein auf die Qarantierung der Sicherheit des Landes abzielten. Nach einem Hinweis auf die Antwort Finnlands auf die Aufforderung zur Kriegserklärung seitens gewisser Großmächte hob der Ministerpräsident die Angriffsvorbereitungen der Sowjetunion an den finnischen Grenzen hervor, als deren wirksame Abwehr nur eine militärische Besetzung der Gebiete jenseits der Grenzen durch Finnland in Frage kommen könne. Wie weit diese Besetzung ausgedehnt werden müsse, werde durch militärische Gesichtspunkte bestimmt. Ministerpräsident Rangell stellte weiter fest, daß die Bevölkerung Ostkare-liens ein Teil des finnischen Volkes sei und daß die Sicherheitsgarantie für Finnland in vollem Maße auch auf die Östkarelier Anwendung finde. Der Ministerpräsident betonte, dann das klare und gerade auf gemeinsame militärische Interessen und die Waffenbrüderschaft begründete Verhältnis zu Deutschland und wies weiter auf die Finnland im gleichen Friedensvertran wirtschaftlicher Hinsicht hin. Was 'den Beitritt Finnlands zum Anti-komintern-Pakt beträfe, so sei er auf einen bereits lange vorhandenen klaren, grundsätzlichen Standpunkt zurückzuführen. Die Störung der Beziehungen zwischen Finnland und Großbritannien dadurch, daß England zuerst nach Abschneidung des Petsanio-Verkehrs und nach Abschluß eines Militärbündnisses mit dem Gegner Finnlands durch seine amtliche Vertretung in Finnland die militärischen Interessen des Landes gefährden konnte, habe zum Abbruch der beiderseitigen d-plomatischen Beziehungen geführt. Trotz des weiterhin guten Willens Finnlands habe Großbritannien die Zurückziehung der finnischen Truppen auf die Grenze von 19.^ verlangt. Und jetzt fordere die Sowjetunion die britische Regierung auf, Finnland den Krieg zu erklären. Nach dem Dank an die Armee, die Verwundeten und diejenigen, die ihr Leben ließen, gab der Ministerpräsident vier Gesetzvorschläge der Regierung an den Reichstag bekannt. Der erste Gesetzvorschlag lautet: Die Regierung schlägt vor, daß der Reichstag seine Zustimmung gibt, daß das Gebiet, das von Finnland im Moskauer Frieden vom Ii. März 1940 an die Sowjetunion abgetreten wurde, wieder mit dem Reich vereinigt und der Oberhoheit Finnlands unterstellt wird, und gleichzeitig, daß die Verbindlichkeiten, die Finnland m gleichen Friedensvertrag hin-hinsichtlich Hangös und des umliegenden Gebietes eingegangen war, als nichtig erklärt werden. Der zweite Gesetzvorschlag sieht eine Regelung der Staatsangehörigkeit für gewisse Einwohner des mit Finnland wieder vereinigten Gebiets vor. Der dritte Gesetzvorschlag l>otrifft die Fortsetzung der Militärverwaltung in dem mit dem Reich vereinigten Gebiet. Der vierte Gesetzvorschlag bezieht sich auf die Wiederherstellung von Eigentumsrechten in dem mit Finnland; wiedervereinigten Gebiet. Danach sprach der Ministerpräsident J die Erwartung der Regierung aus, daß j der Reichstag seine Zustimmung zu den' Gesetz vorschlügen geben und zur Tages-ordnung übergehen werde. 1 Anschließend sprachen die Vertreter' der einzelnen Reichstagsfraktionen. Als erster gab für die Sozialdemokraten, der' größten Partei Finnlands, der Abgeord-itete Voionmaa eine Erklärung ab. Er bezeichnete den Moskauer Frieden als einen Zwangsfriedeii. den das Volk nicht anerkannt habe. J Der ehemalige Ministerpräsident er-' innerte dann an den rücksiclitskiscn Mißbrauch des Friedens durch die Bolsclie-wisteii und brachte zum Ausdruck, daß der Moskauer Frieden moralisch bere'*^ tot war. Finnland sei dann in einon neuen Krifg gezwungen worden. r>er Abgeordnete betonte ferner den Vorteil, den der Ansturm der deutschen Afftt^ert geten die ^wjctunuai dAni laji« I feren rinnischen Heere gebracht hätte fnd daß es möglich wurde, die geraubten Gebiete dem Vaterland wieder zu-! rückzuführen. Kein kultiviertes Volk der I Welt könne Finnland das natürliche Recht, diese Gebiete wieder anzugliedern, verweigern. Mit dem Schutze der Grenzen hinge aber auch das Schicksal der Karelier zustimmen. Darum ständen finnische Truppen jetzt in den Gebieten jenseits der Ostgrenze. Es wäre unmenschlich und unnational, wenn man bei dieser Gelegenheit die finnischen Ostkarelier vergäße, die jahrhundertelang in Knechtschaft und^Finsternis gelebt hätten. Der Abgeordnete wies auf die völkische, kulturelle und geographische Verbundenheit Ostkareliens mit Finnland hin und auf die Gewährung der nationalen Selbstverwaltung Ostkareliens im Dor-pater Frieden, der von den Bolschewi-sten rficht eingehalten worden sei. Auch die angelsächsischen Länder hätten Finnland im Jahre 1939 sein Recht auch in der ostkarelischen Frage niclit bestritten. Der Redner sprach scliließlicli die Hoffnung aus, daß Ostkarelien einmalulie beste Garantie des Friedens und der Sicherheit für Karelien selbst, für Finnland und den ganzen Norden geben würde, und gab unter dem Beifall des Hauses im Namen seiner Fraktion die Zustim-numg zu den Vorschlägen. Der nächste Redner, der Vertreter des Landbundes, hob in seinen Ausführungen hervor, wie Finnland in seinem Verteidigungskampf 19,39/40 allein stand und nach dem Moskauer Zwangsfrieden allein blieb, wie die sowjetische Wühlarbeit im Sommer 1940 Besorgnis für die Zukunft im Lande erweckte und wie dann die Nachricht von der deutsch-finnischen Transitabmachung in Finnland allgemein mit dem Gefühl der Erleichterung aufgenommen worden sei. Darin hätte man das Vorzeichen gesehen, daß der kom-tnende Kanpf nicht mehr allein von Finnland geführt zu werden brauche. Der Redner erinnerte an den Gang der Ereignisse und sprach darauf im Namen seiner Fraktion die Hoffnung aus. daß die Regierung entschlossen dafür Sorge tragen werde, daß die Opfer, die das fin-nisciie Volk und die die Armee auch in Ostkarelien gebracht habe, nicht vergebens gewesen seien. Der Vertreter der Sammlungspartei brachte zum Ausdruck, daß es eine Pflichtvergessenheit gegen die jetzigen und kommenden Geschlechter sowie die für die Sicherheit Finnlands Gefallenen und die ganze heldenhafte Volksarmee sein würde, wenn man auf Grund irgendeines Druckes oder einer Drohung jetzt von dem teuer Erkauften zurücktreten oder mitten im Kampf um das Ziel Halt machen würde. Auch er sprach im Namen seiner Fraktion der Regierung Zustimmung und Vertrauen aus. Der Vertreter der Vaterländischen Volkspartei, der Abgerodnete Heinioe, wies besonders auf die erleichterten Verteidigungsmöglichkeiten hin. die jetzt geschaffen würden, und gleichzeitig auf die Rettung der außerhalb der Grenze Finnlands lehenden ^''iMimesbrüder vor dem Untergang in dem Meer der Sowjet-unioti. Dies bedeute, daß jetzt ein nationaler LIeblingst'edanke verwirklicht und ein Reich geschaffen werden müsse, daß in seinen Armen ganz Ostkarelien mit den dazugehörigen Gebieten einschlösse, wobei zugleich die strategischen Vertei-digungsmöglichkeiten Großfinnlands in Betracht zu ziehen seien. Bin Aulruf Mannerheims Helsinki, 1. Dezember Der Oberbefehlshaber des finnischen Heeres, Feldmarschall Mannerheim, hat vor seiner Rückkehr zur Armee, die er zwecks Beratung mit der Regierung in Helsinki verlassen hatte, an die finnischen Männer und Frauen, die den Kampf der Soldaten in schwierigen Verhältnissen durch ihre Arbeit und ihre Gedanken unterstützten, folgenden Aufruf gerichtet: .Als das finnische Volk zum jetzigen Krieg gezwungen wurde, waren sich vielleicht nicht alle darüber völlig im klaren, daß unser Land sich in Todesgefahr befand. .letzt, da die finnischen Miinner mit eigenen Augen die ungeheuren Vorbereitungen gesehen haben, die der betrügerische Nachbar, auf seine riesenhafte Übermacht bauend, begönne:! hatte, um uns gleichzeitig an unserer gesamten tausend Kilometer langen Landgrenze, nicht zu reden von der \\ eißmeer-Küste, überfallen hat. zwi-felt wohl niemand mehr daran, daß unser Land zum Untergang verurteilt wordmi wäre, wenn es sich nicht entsclilisse}! zum Kampf gestellt hätte, bei dem es um unser Letztes geht. Unser Volk kann mit gutem G"und stolz auf seine Armee sein, die 'n harten Kämpfen mehrere Monate lang se-gen c;nen vielmals stärkeren Fei i'i vor- IIIIIIIIIMHtlllllHlllllltlllllllllllllll||illl||(IHtll|l!lllil|||||||||||||||||||||||||||||||||)|||||||||||||)niiiit||||||||||||||||||||||||||||t|||(||||„|,||„„„|,|„|, zerschlugen Bmker var Tobrih" Elniigartigo Loittangon untoror Stukas in Afrika In der Sprache des OliW-Berichtes tauchen manchmal neue Worte und neue Sätze auf. Wer sie lesen kann, wird aufmerksam werden und hinter diesen Sätzen all das lesen, was an Tatsachen dahinter steht. Ein bisher nie benutzter neuer Satz im OKW-Bercht war vor wenigen Tagen zu lesen und zu hören. Der Satz: »Deutsche Sturzkampfflugzeuge zerschlugen englische Bunkerstellungen -'üt Tobruk.!« Unsere Stukas haben schon manche Dunke:Stillung zerschlagen. Daran ist nichts Besonderes mehr. Aber vor Tobruk ist es etwas Besonderes, überall, wo diese mit wunderbarer Genauigkeit und Sicherheit arbeitende Waffe gegen Bunker eingesetzt war, waren andere, günstigere Verhältnisse für sie als gerade vor Tobruk. Denn es gibt wohl wenig Festungen, die von Natur aus so für die N'erleidigung geeignet sind wie Tobruk; es wird keine Festung geben, die da für von Natur noch mehr begünstigt ist als Tobruk. Auch für den raffiniertest getarnten Bunker des belgischen Verteidigungssystems, auch für die mit teuflischer Gerissenheit getarnten Bunker der Stalin- und anderer Linien gab und gibt es •«>.\nhaltspunkle<<. Ein Baum, eine Wiese oder eine Bergkuppe, ein zerschossenes Haus, ein Feldeck, eine Wegegabel, ja ein Gebüsch oder auch nur ein Baumstumpf genügen schon, ein Ziel zu markieren und es dem Slurzkampfflie-ger zu bezeichnen. In dem weiten Gelände vor Tobruk gibt es all das nicht. Über dieses Gelände wie über die weite Wüste zu fliegen, ist in gewissen Beziehungen nichts anderes, als über bewegter See zu sein. Darin Ziele zu suchen und zu treffen, ist eittc der schwersten Aufgaben, die un- ! serer Luftwaffe je gestellt worden sind. Wohl zeichnen sich marschierende oder I fahrende Kolonnen schon auf viele Kilometer durch den himmelhoch aufsteigenden Staub an. Wohl fällt jede Kinzelheit, I die sich abhebt, auf weiteste F-ntfernun-gen aiil. Aber um so sicherer verbirgt sich alles, was dem Gelände regungslos angeschmiegt und angepaßt ist, ilem suchenden Auge. Das von zahllosen tiefen, ausgetrock-n'jten Flußtälern zerrissene, bergige, aber völlig einförmige Gelände ist für die Sicht von oben wohl mit einer wild bewegten Wasserfläche zu vergleichen. Welcher der zahllosen Wellenberge aber einen Bunker verbirgt — wer kann das ohne jeden Anhaltspunkt aus großer Höhe erkennen? Wie schwer war es unseren Erdtruppen, in ungezählten, oft tollkühnen Erkundungsvorstößen und Spähtruppunternehmungen die Lage und den Ausbau der Bunkerstellungen vor Tobruk auszumachen! Fast durchweg sind diese festen Stellungen nur aus allernächster Nähe zu erkennen. Wieviel mühsame Kleinarbeit und welche Leistungen gehören dazu, das Bunkersy-stem vor Tobruk zu erkunden und kartenmäßig festzulegen. Was aber gehört erst dazu, diese Bunker aus großen Höhen zu erkennen, das Ziel zu finden und im wilden Abwehrfeuer der britischen Flak auf dieses Ziel zu stürzen und es so zu treffen, daß dieser eine stolze Satz berechtigt ist, den lakonisch der Bericht der Oberkommandos der Wehrmacht melde!: *>Deutschc Sturzkampfflugzeuge zerschlugen englische Runkerstcllungen vnr Tobruk... K.ric4;sbci'ichLci R. W. BJJiuiili gedrungen ist und jetzt ein Geb-et befreit hat, dessen Fläche nicht viel kleiner ist als Finnland nach dem Moskauer Frieden. Es fehlt nicht mehr viel, daß wir unsere strategischen Aufgaben crreiclit haben: Nämlich dem Feind die Mittel zu entreißen, die er sorgfältig vorbereitet hat, uns zu vernichten, und eine Grenze zu ei reichen, die leichter zu verre diuen ist als irgendeine frühere Grenze Finnlands. Die Armee kämpft in dein vjriraaens-volien Bewußtsein, daß sie für ihre Heimat, ihre Angehörigen und Kinder d e S cherheit für das Leben der Ko.Timeii-den Geschlechter schafft, und die Armee hat d'es getan in dem Ged -inken. da II hinter ihr ein einmütiges vertrau'iudes und mutiges Volk steht. Wir dort .in der f ront begreifen, daß wir und das -and eincm^ strengen Winter mit Prüfungen und Entbehrungen entgegengehen. Aber wir wissen, daß die innere Haltung des finnischen Volkes und der Glaube an sicii selbst, der über die .lahrhunderte nächst der Vorsehung die festeste Stütze des finnischen Volkes gewesen ist. sich jet/.t wie immer beweisen werde. Es heißt, hart zu bleiben und die Zukiinftsräume des Sommers durch den dunklen Winter zu einem neuen Tag zu führen, der bereits graut. Die Welt und jedes Volk, das um seine Existenz kämpfen muß, werden uns verstehen. \yir führen keinen imperialisii-Krieg, sondern wir kämpfen für die Zukunft und die Sicherheit des Vol- Mannerheim.« Finnland voll Zuversicht Zuversichtliche Betrachtungen der finnischen Presse Helsinki, 1. Dezember Wenn der heutige Krieg zu Ende gekämpft sei, schreibt die finnische Zeitung »Uusi Aura« zum zweiten Jahrestag des bolschewistischen Angriffs auf Finnland, so könne niemand mehr die Existenz Finnlands bedrohen. Und dies sei ein so großer Lohn für die Leiden und Anstrengungen zweier Jahre, daß dagegen alles andere klein erscheinen müsse. Die Zeitung »Turun Sanomat« betont, daß das Schicksal, daß die Bolschewisten dem finnischen Volk zu bereiten trachteten, sie selbst getroffen habe. Die Zeitung ».\mulehti« weist auf die tapfere Haltung Finnlands im Wintej-krieg 1939'40 gegen die Sowjetunion und auf die großen Erfolge der finnischen Truppen hin und fährt fort, daß die Belohnung für den schweren, aber ehrenhaften Anteil, den Finnland an der Rettung Europas vor dem Bolschewismus habe, bereits Gestalt anzunehmen beginne. Frei und gestärkt werde Finnland nach Ende dieses Krieges seine .Arbeit im Norden fortsetzen, ebenso wie es aK Glied des neuen Europa die Achtung genießen dürfe, die es sich durch seinen mutigen Kampf erworben habe. Reuler meldel 19 verlorene Flugzeuge Stockholm, I. Dezember j lü britische Flugzeuge, so meldet Reu-1 ter, seien von ihren Angriffen auf Städte I in Nordwestdeutschand in der Nacht /uin I Montag nicht zurückgekehrt. Der Bericht des Oberkommandos der I Wehrmacht meldet bekanntlich nur 15 Flugzeuge als englische Verluste. l'"s wäre falsch, anzunehmen, das Churchill sich plötzlich entschlossen hätte, die Wahrheit zu sagen, wenn er hier ausnahmsweise nicht nur dieselbe V^erlust-zahl nennt wie der deutsche Wehrniacht-bericht, sondern sogar noch vier Flugzeuge mehr angibt, die möglicherweise unbemerkt über dem Wasser abgestürzt sind. Vermutlich hofft Churchill, uenn er hier ungewöhnlichcrweise die Wahrheit zugibt, mit diesen Opfern seiner »Offensive« seine ungeduldigen bolschewistischen Freunde beschwichtigen zu können. Reuter fügt ilarum hinzu, »dabei entsprächen die Zahl iler vernichteten Flugzeuge nicht einmal dem, was man befürchtet hätte.' Gerard fordert Kriegseintritt N e \v v o r k , I. Dezember Anläßlich seiner Ernennung zum Ehrenvorsitzenden des »Verbandes für direkte Kriegsteilnahnie Amerikas^ forderte der frühere Botschafter der USA in Berlin. James (jerard, ilie sofortige Kriegserklärung. Dies, so meint der alte Hetzer, würde den Krieg verkürzen und alle alliierten und besiegten Völker ermutigen um» (.las US.^-Volk sowie die L'SA-In-dustric zur Einsicht brimren. daß d'e Vereinigten Staaten tatsächl'ch im Kriege V I Seite 4 "»Marburcer Zeittins:« 2. Dezember 1941 Nummer 307 VOLK und KULTUR iitiiiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiitiiiiiiimiiiiiiMiittiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiimiiiiiiniiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiittiitH Um den Stil der Moiartoper FeierstuiHlcn der Instrumeiitalmtisik - Der dritte Tajt d«r Reichs-Mozart-Woche Wien, 1. Dezember. Hatte I3al(jur von Schirucli es als eine der Aufgaben der Muzarl-Woclie des l)outsclicii Reiches bezeichnet, in der Gbcrfiilie der Darbieuiiiiien die verschiedenen kflnsticrischen AuifassunjjsniöK-lichkeiten sichtbar zu machen, so boten bereits am zweiten imd dritten Tay das (lastspicl der Miincliencr Staatsoper mit »Cosi fan tiitte« und die Auffütirunji des »Don (linvaniii« durcli die Wiener Staalsopcr fesselnde ßeispiele für Rin-'pn der deutschen Bühnen um die Wiederk'ewiimunk' eines le;;itinien zart-Stils. Clemens Krauü und seine Münchener Künstler fingen mit höchstem Einsatz einen eiirenen Weg. Krauß hat vSich von Rochus (11 i e s e ehi realistisclies Venedijj mit malerisch reizvollsten Aspekten aufhauen tusseii. So wie er damit die im Zwisclieiireicli von rokoko-haft frivolem Spiel und aufkeimender Cicfühlsbeteiliffunjr kunstvoll schwebende HandUm"^ festlejitc. so spielte auch Re-jjisseur Rudolf Hart in a n n die Vor-Künire auf der Rülme psvcliolo:tatt. Die Kränze, die von Gauleiter und Oberpräsident Bracht. Reichsdramaturg Dr. Rainer Schlösser und durch den Präsidenten der Stiftung Oberschleslen» Landesrat Kate niedergelegt wurden, waren der sinnbildliche Ausdruck des Dankes, dem ein ganzes Volk seinem Dichter schuldet. * '4- Empfang im Wiener Lobkowiti-Palais. Im Namen des Schirmherrn der Mozart-Woche des Deutschen Reiches Reichsminister Dr, Goebbels gab der Leiter der Musikabteilung im Reichspropagandaministerium, Generalintendant Dr. Drewes, am Sonntag nachmittag einen Empfang, in den historischei^ Räumen des Lobkowitzpalals, wo Beethovens »trolca« einst uraufgeführt wurde, wellten als Gaste viele namhafte Musiker aus fast allen europäischen Ländern zusammen mit den zur Reichs-Mozart-Woche nach Wien gekommenen Vertretern der deutschen und der ausländischen Presse. '-f' 65 Auslandsjoumallsten In Wien. Auf Einladung der Presseabteilung der Reichsregierung sind zur Mozart-Wocne des Deutschen Reiches in Wien 65 Auslandsjournalisten aus allen Teilen der Welt unter Leitung des Ministerialrefe-renten von Schimpff, Relchsamtsleltef Hoffmann und Dr. Schäfer vom Relchs-propagandaminlsterium und des Referenten Schnedltz vom Auswärtigen Amt eingetroffen und haben im Grandhotel Wohnung genommen, wo die Presseabteilung der Reichsregierung ein Auslandspresse-büro eingerichtet hat. Unter der recht beachtlichen Reisegruppe befinden sich die namhaftesten Musikschriftleiter aus Italien, Japan, Ungarn, Bulgarien. Rumänien, der Slowakei, Spanien, Kroatien, Portugal, Dänemark, Griechenland, Belgien, Holland. Schweden, Frankreich, Chile und der USA. ■«Sil 1 DIE GELBEN PERLEN I I EIN ABENTEUERLICHER ROMAN 1 klllUlllllllllllll VON HANS RABL imilllllllllllllä Copyrislii by Nfrlag Knorr & Ilirtli, München U'40 (J5. Fortsetzung) Brodle lachte. »Und ietz sprechen wir cncgültig kein Wort mehr von den Geschäften. Ich bitte sehr um Lntschuldl-j^ung, mein Kind! Jetzt sind wir nur noch lür dich da.« Den kurzen, sondierenden Hlick, den er dabei auf den jungen Mann war!', bemerkte lan nicht. Je länger Bctje Swarth über den Inder nachdachte, um so weniger begriff sie ihn. Klar war nur eines, die schwerst-wiegende Tatsache: dieser Ranimohan Ray wußte, wen sie suchte; und indem er, ohne den geringsten Versuch, seine Anwesenheit und Tätigkeit auf den Schildpads harmlos zu erklären oder zu bagatellisieren, sie kurzerhand gefangengesetzte, gab er stillsehweigenu zu, eben er sei der Mann, hinter den die »World Tribune-j; Betje gehetzt hatte. Diese eine Tatsache wenigstens stand e'senfest. Desto schwieriger freilich und desto hoffnungsloser war es mit allem anderen, fand' Betje. als sie wieder logisch und ruhig zu denken vermnchte. Was wuRtc sie von Rav? Nichts, Er. der weithin gc-fürehtele Terrorist bcBniiglc sich an- I scheinend damit, auf einer abgelegenen ; Insel tnedlich dahinzuleben und mit den I Überresten seiner früheren Tricks uie ' Welt von sich fernzuhalten. Oder hatte er einen großen Schlag vor, für dessen { Vorbereiiung er so viel Zeit, Ruhe und Sammlung brauchte? Wer war er überhaupt? HiefS er wirklich, wie er sich nannte? Woher kam er? Wie war er zu den indischen Terroristen gestoßen, er, der Intellektuelle, d^-r europäisch gebildete Arzt? Wie sah se'ne Organisation aus? Wer half ihm? N'chs als Fragen, auf die außer Rav. dem steinernen Schweiger, höchstens der bei aller fröhlichen Oeschwäfzißkeit ebenso diskrete Mike Antwort wußte. Und Mike —? Betje war weit entfernt, von ihren weiblichen Reizen, ihrer Anziehungskraft als Frau gering zu denken; zustatten kam ihr, daß Mike wahrscheinlich nach weißen Frauen ausgehungert war. Und dennoch — würde sie stark genug sein, Mike zu dem zu bringen, was sie von ihm wünschte? Zum doppelten Verrat an seinem Meister, ihr das Geheimn's ganz zu entdecken und sie wider Rays Willen fortzubringen? Damit aber war Betie bei dem Punkt aiiizelan^Jlt, der ihr wichtiger war nls selbst der berufliche, iournalistlsche Er-fr>'g: bei der unerwarteten und unabsehbar langen Trennung von Jan van der Stapp^n. Und h'er versagte alles Denken. Hier fr-ib e«! nichu mrlir als n"ein fipn gMlhen 'cn pinr'-; «'ork^n Herzens, tlas sich mit aller Inbr.unst er- weckten, doch unerschlossenen Weib-tunis nach dem erwählten Manne sehnte. Sehr verschiedene Gefühle und' Gedanken waren es also, d e Betje fortwährend bewegten und hetzten. Doch alle hatten sie ein und dasselbe Ziel; Mike O'DwyCr zu unterjochen und zum Abfall von Ray zu zwingen. Gelang dies, so war al'es gelöst. Mißlang es, so scheiterte nicht nur ihre journalistische Aufgabe — was bitter, doch erträglich sein würde —, sondern an der Trennung zerbrach vielleicht lans Liebe; wer konnte wissen, wie lange Männer liebten, die die Geliebte tot glaubten? Betie. die Unerfahrene, wußte es nicht, und desto mehr fürchtete sie um lans Treue. Es schien dem Mädchen, als wünschte Rammohan Ray ihr nach seiner Eröffnung nicht mehr zu begeencn. Wie stets, seit sie wieder bei Besinnuner war. aß sie auch letzt alle'n, bedient von einem Inder niedriger Kaste, der entweder keine europäische Sprache beherrschte oder den Auftrag hatte, seine Kenntnisse zu verleugnen. Doch die kleinen Plaudereien, 7u denen Rav sich früher täglich eingefunden halle, fielen nun fort. Sie wäre allein gewesen, allein auf unertränlich schmerzhafte Art in dieser völlisr un**''-wohnten Um'ieb'injr des unberührten U* «- rei fremden, im* ersffln Iiichen Tierw'n wäre nicht der Ire gewesen O'Dwver. inde^srn mUo d''' Zeit, .in i'n- ps; ni'l l-reund mangelte. Morgens erschien er, um zu fragen, wie Betje geschlafen, mittags, um zu hören, ob es geschmeckt, abends, um zu erfahren, ob sie sich nicht gelangweilt habe. Alte, zerlesene Schmöker schleppte er an, Zigaretten. Zeitungen mit Nachrichten, die schon bei Bet-ies Ausreise von Frisco nicht mehr neu gewesen waren; bis zu einem gewissen Punkte war er völlig offenherzig, beani-worte'c- er i^oe Frage freimütig; darüber hinaus freilich war er nicht zu locken. Betje erfuhr, daß etwa zwanzig Inder hier waren, unbeweibt allesamt, und an irgend etwas arbeiteten, davon Mike nicht sprach. Mit Feldarbeit gaben sie sich nicht ab; sie hatten oder richtiger, Ray hatte Geld und Tauschwaren genug, den Lebensunterhalt der Leute von den Alfuren zu erhandehi die, auf der Zivilstationsstufe von Steinzeitmenschen, die Zähne s-pitzgefeilt, die Waffen vergiftet, mit Kopftrophäen prunkend, die Insel bewohnten. Der einzige, der versuchte, der Erde etwas abzuringen, war Mike O'Dwyer selbst. Eines Tages führte er sie ein Stückchen von der kleinen Siedlung fort — Betje wußte jetzt, daß es a'iUer dem vorzügHchen Haus, in dem Ray und O'Dwyer lebten, noch ein halbes Dutzend Häuschen und Hütten gab — und wies ihr, halb stolz, halb kummervoll, etwas, das er »seine Tabakplantage« nannte. -Es war ein flüchtig gerodetes ^tück Land, bestanden mit Tabakstauden. die anscheinend weder leben noch sierbeu mochtcn. Nummer 307 »MtrSarjer ZeifunK* ?. Dexember tMl Seite 5 AUS STADT UND LAND niiiiiiiiiiimiiiiiiiiiMtiiiiiiiiiiiiiiii)ititinHiiiiiiiHtiiiiiiii(iiiiiiitiiiHiiMiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiH>>iiuuiiiiiiiMiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiihiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii^ pjj, Jg, jjiiseiien chonniislk In Ulli Erstes Konzert des CllHer Männergesangvereines nach der Rückgliederung der tnterstelennark — Dr. Fritz Zangger zum Gedenken Wir kennen es alle, dieses Niemandsland, es ist uns gar niclit so fremd, wie man meint, nur wenige Minuten von unserem Alltagsleben ist es entfernt. Ja. dieses Land gehört nur den Lokonwti-ven, den grauen Ranchsciiwaden und den dürftigen Büschen und Hecken. Rs ist ein freudloses und unfruchtbares Land, meist hinter Zäunen und Wöllen licßcnd. unbeachtet, ungepflegt. Der Mensch, der darüber geht, tut ts in dienstlicher Eile oder nur mit scheuer Vorsicht, weil er weiß, daß es verbotenes Land ist. Dieses Niemandsland sind die weiten Bänder, die die Scliienen tragen. Es gehört unserem Schicksal, und wo dieses Land uns hin verschläRt, da hören wir unter uiw das monotone Lied der Räder. Die Häuser, die an dieses Land grenzen, wenden ihm ihre schlechteste Seite zu. Man schaut auf der Durchfahrt durch die Städte auf Höfe, auf Schuppen und rauchgeschwärzte Steinwände. Es ist ein Land der Arbeit. Zwischen den toten Oleisen sproßt mageres Unkraut Immer wieder senkt sich der heiße Atem der Maschinen auf die verdörrten Oräscr und läßt alles zum Licht ringende Leben unter sich verkümmern. An den Schran-kett aber, an denen die Wege Ins Lei>cn führen, träumen iunge Menschen ;vid lauschen auf das Rattern des Zuges, das in der Welte verklingt. Ihre Oedanken laufen mit auf den Spuren des Niemandslandes, hin zu dem Wunschland der Ferne — und sie wissen noch nichts da-\'on, wie nüchtern einst die Erfüllung ist. Es hat eine andere Mission, dieses graue Land, das keine Früchte trägt. Es träfet riesige Lasten an Menschen nnd Material, an SorKc und Olück. frohen und banden Erwartungen entgegen. Und dieses Niemandsland, das so klein erscheint, 'st unendlich groß... gerade jetzt, in diesen Kriegstagen, wo es gewaltige Brük-ken spannt zwischen Front und Heimat. Trotz aller Kargheit aber bleibt es ein Land der Sehnsucht und der Hoffnung, das uns zu des Lehens dunkelster Tiefe führt oder der Sonne entgegenbringt R. K. m. Todetfttlle. Im M^rburger Krankenhaus starb am 30. November die 27-jährige Arbeitersgattin Alolsla Weiß aus Unterpulsgau und die 46-jährlge Schlos-scrmeistersgattin Christine Kme titsch aus Marburg. Ferner verschied in Marburg, Magd<*»lenengasse 72, die Private Anna Walland im Alter von 81 Jahren. m. Dieii«tv6rk«^hr im Amt des PolHi* ^ch«ti Kndkr«ises Marburg. Die Zeiten für den Dienstverkehr beim Politischen Kommissar des Landkreises Marburg sowie die 'oiten für den Parteienverkehr mit d L'^em Amt sind neu festgesetzt worden und aus der Anzeige im heuligen Anzeigenteil ersichtlich. C i 11 i, 30. November ^ Das Wirken unserer untersteirischen Gesangvereine in der Zelt vor dem Weltkrieg kann als V'ereinstätigkeit gewertet werden, der zwar ^roße nationale Bedeutung zukam, die sich aber frei und ohne gröliere Sorge um völkische Behauptung entfalten durfte. Wach dem Zerfall der Monarchie wuciis der Aufgabenkreis dieser Vereine. In jenen Zeiten der Not waren es die Gesangvereine, die da und dort zu wahren Zufluchtsstätten des Volkstums wurden; deutsches Lied brachteTrost und Stärkung im deutschen Leid. So war es in vielen Orten der Untersteiermark, so war es auch in unserer altehrwürdigen Sannstadt. Daran sei erinnert, um der Würdigung des gestrigen Konzertabends im großen Saal des Cilller »Deutsehen Hauses« die rechte Sicht zu schaffen. Das Konzert begann mit einer Gedächtnisfeier für Dr, Fritz Zangger, der ohne Unterbrechung volle 30 Jahre Chor-nieister des Cillier Männergesangvereines und ein Kämpfer für die große Sache des deutschen Volkstums Im steirischen Un-terlande war. Fritz Pichl, der Führer des Cillier Mrtnnergesangvereins, hielt dii: Oedenkredel Das Bild Fritz Zang^ers, das der Sprecher entwarf, war ähnlicher, als alle Büsten und alle gemalten Porträts es sein können. Der aufrechte deutsche A\ensch, der verdienstvolle Musikfreund und -förderer, der liebenswürdige, edel* mütige, warmherzige Freund und Volksgenosse erstand vor uns. Das war Fritz Zangger, der prächtige Sohn unserer Heimat, wie wir ihn kannten und liebten. Fritz Pichl errichtete hier unserem Dr. Fritz Zangger ein schönes Denkmal. Aufrichtiger Beifall dankte dem Redner. Das Konzert-Programm war mit glücklicher Hand sehr wirkungsvoll zusammengestellt. Man wählte Mozart, Hugo Wolf, Schubert, Beethoven und V/agner. Eine solche Feier mußte den vielen Besuchern eine hohe Freude und einen tiefen Qenuß bereiten. Zunächst eine Verbeugung vor Wolfgang Amadeus Mozart, dem »Licht- und Liebesgenlus der deutschen Musik«. 150 Jahre sind verstrichen, daß seine müden Glieder zur Ruhe gingen. Der Prlester-chor »O Isis und Osirls« aus der »Zauberflöte« und Klänge aus Mozarts Schwanensang, seinem »Requien in d-moll«, an dem er noch sterbend komponierte, leiteten das Konzert stimmungsvoll ein. Ein guter Anfang, ein festlicher Anfang. Dann erklangen Franz Schuberts »23. Psalm«, dieses tröstliche melodische Bekenntnis, der ^Nachtgesang Im Walde«, gut Im Lyrischen und Feierlichen, der stimmungsreiche »Gondelfahrer« und das reizvolle »Ständchen« (das Solo war dem weichen Tenor Erich Blechingers anvertraut worden). Die vier Schubert'schen Lieder wurden prächtig wiedergegeben. Das war geübt worden! Hut ab vor Chormeister und Männerchor. Nebenbei bemerkt, war Schubert der eigentliche Schöpfer des Liedes, einer Kunstgattung, deren vorzüglich deutscher Charakter schon daraus erliellt, daß Franzosen ihren Liedersamm-limgen nicht selten den Titel »Anthologie du Lied« geben, den Namen des Liedes also für unübersetzbar halten. Und dann Hugo Wolf, der »Wagner des Liedes«: ein leidenschaftlicher Revolutionär, der in genial gewählten neuen Harmonien und einem frei betonten Sprechgesang die ideale Verwebung von Wort und Ton erzielt. Der Frühlingschor (gemischter Chor) aus »Manuel Venegas« war das stilvolle Opfer, das der Verein den Manen des großen Landsmannes aus Windischgraz darbrachte. Die Wiedergabe bot Achtung einflössende Klangwirkungen. Von Hugo Wolf gab es noch Sopranneder zu hören. Hedi Hinker brachte, mit bezwingender Innerlichkeit gestaltet, die Lieder »Herr, schicke was Bu willst«, »über Nacht kommt still das Leid« und »Kein Schlaf noch kühlt das Auge mir«. Von Franz Pratl vortrefflich begleitet, eroberte die blühende Stimme der Sängerin mit ihrer beseelten Vortragsweise und nicht zuletzt ihrer überaus glücklichen Art, die Töne zu formen, im Sturm die Sympathie unseres nicht ganz leicht befriedigten Publikums. Hedi Hinker wurde stürmisch gefeiert. Ferner: Ludwig van Beethovens Chor der Gefangenen aus »Fidello«. Die Vereinigung sarig mit ausgezeichneter rhythmischer wie klanglicher Disziplin und wurde auch in stilistischer Hinsicht dem I männlichen Charakter der Beethoven-j sehen Musik durchaus gerecht. Beethoven: das ist, laut Hans von Dettelbach, »die Heraufkunft des Heldentums in der Musik«. Beethovens Kunst Ist Bekenntnis zur Charaktertreue, zum deutschen Menschen. zum Zukunftsgedanken. »Ich will dem Schicksal in den Rachen greifen« — das ist ein unsterbliches Beethovenwort das ist der Gehalt seiner Kunst — das auch das Motto de» neuen Deutschland. Die Begeisterung der Zuhörer war groß; oben in der Gesangsfront und unten im Saal. Das neugegründetc »Cillier-Quartett« (Ing. Edmund Unger-Uljmann, Walter Schramm. D. Sancin und StefriKcher Hctmtthitnd. Amt Volkblldunf Acbtunil Qastspielfolse der Radttlock^r Puppenspiel«! Mittwoch, den 3. Dezember in Kötsch Donnerstaji. den 4. Dezember in Poberscli Samstag, den 6. Dezember In Marbursr Sonntag, den 7. Oejembcr in Marburg Montag, den 8. Dezember in Brunndorf Dienstag, den 9. Dezember in Marburg An den genannten Tagen sind je zwei Vorstellungen. Um 15 Ulir Kindervorstelliinf um 20 Uhr Vorstellung für Erwachsen« Direktor Gustav Müller) ist bereits zu einem Pfeiler unserer stäatlschen Musikkultur geworden. Die Namen, aus denen sich das Quartett zusammensetzt, verbürgen — vor allem für den Primgeige-und den Violincello-Part — kammermusikalische Werte, und so wurden denn auch In manchen äußeren Faktoren von Zusammenspiel und Form die Erwartungen nicht enttäuscht Hugo Wolfs »Italienische Serenade« fand eine ungemein graziöse und farbige Wiedergabe, die ganz auf Stimmungsmalerei eingestelU war und Bewunderung verdient. Troubadourhaft erklang die werbende Kantilene, um dann einer impulsiv durchbrechenden glutvollen Leidenschaft zu weichen. Scheinbar improvisiert und leicht hingeworfen wurde diese geistvolle Komposition gespielt, ein Beweis für das hohe technische Können dieses Miniaturorchesters, Die Zuhörer erwärmten sich der etwas frostigen Saaltemperatur zum Trotz und spendeten reichen Beifall. Zuletzt erklang, wohl auch Dr. Frit/. Zanggcr zu Ehren, die aufrüttelnde Apotheose des Hans Sachs aus Richard Wagners »Meistersinger«, eine der herrlichsten Verklärungen, die das Deutschtum gefunden hat. Wie erinnern uns daran, welche Rolle diese Apotheose in unserer Kampfzeit gespielt hat, der Appell des Hans Sachs: »Ehrt Eure deutschen Meister«, er hat in unseren Herzen stets feurigen Widerhall geweckt. Der Cillier Männergesangverein, der drei Jahrzehnte unter Fritz Zanggers Leitung stand, erfüllte hiermit eine Ehrenpflicht einem Manne gegenüber, dessen Wirken wesentlich dazu beitrug, daß Cilli als Musikstadt auch über die Grenzen der Steiermark hinaus einen guten Ruf erlangt hat. Fritz Zangger hat die Kunst gehegt und gepflegt und »im Drang der schlim-n]en Jahr'«, sie »deutsch und wahr« erhalten. Der Dirigent des Abends, Dr. Eduard B u t s c h a r, gestaltete den Wach-auf-Chor zu einer ergreifenden, zu Herzen gehenden Huldigung für seinen dahingegangenen Bruder in Apoll, Bei dieser Apotheose hatte das Cillier Haus-orchester einen hervorragenden Anteil am Gelingen der Wiedergabe, wie zuvor bei den meisten Chören Professor Hermann Frisch am Flügel wertvolle künstlerische Beihilfe leistete und viel zur guten Wirkung beitrug. Die Schar der Sänger und Sängerinnen des Cillier Männergesangvereins bildet einen Chor, der in Klang, Deklamation, Ausdruck und Vortrag Ausgezeichnetes leistet. Durch sorgfältige Probenarbeit erreichte es der famose Chormeister Dr. Eduard B u t s c h a r, alle Feinheiten prächtig herauszuarbeiten und Schönheiten hervorzuheben, die bisher verborgen geblieben waren. Dr. Butschar ist ein Vollblutmusiker, der sein Handwerk von Grund aus versteht. Ihm gebührt heißer Dank. Wer der Musik so dient wie er, ist ein Kämpfer für die große Sache des deutschen Volkstums. Man darf das nie vergessen: Es geht heute auch um die seelische und musische Ertüchtigung des Volkes. Der Jubel wollte nach der herrlichen Apotheose des Schlusses kein Ende nehmen und ließ uns einmal ganz vergessen, daß durch volle 23 Jahre in unserer untersteirischen Heimat die heilige deutsche Kunst schwerster Gefährdung ausgesetzt war. Helfrled Patz. iWHSKHnü Eine Pferdegeschichte Voo Max Barthel Der Pionier Richard Müller, der draußen in der Front neben Brückenbau auch mit 'Pferden zu tun hat, schrieb nach Heuse: »Wir liegen augenblicklich in Ruhe und warten, bis es wieder nach vorn geht, wir denken viel an unsrc | Lieben in der Heimat, aber wir grübeln j n cht. Das Grübeln überlassen wir den | Pferden, die haben größere Köpfe als wir.« Ob nun die Pferde, wie Müller meint, ihre großen Köpfe zum Grübeln benutzen, wissen wir nicht, aber das weiß jeder, wie wunderbar die Pferde sind, wetm sie ruhig und sicher die schweren! Lasten durch die versteinerten Städte! ziehen. Unvergleichlich und wie not-! wendige Ergänzungen zu alten Götter-' bildern sind sie, wenn sie die Pflüge durch die^ feuchte Frühlitigserde reißen oder im Sommer die Ernte einbringen. Es ffibt Pferde in vielerlei Dienst und -Clestalt: Pferde mit FlÜKeln. die den Dichter zur Unsterblichkeit tragen, Pferde mit Männerleibern, Zentauren j unter einem heitereji Himmel, dessen Erde noch von Halbgöttern nnd Voll-' KÖttem bevölkert ist. Pferde trugen dlej Ritter In die dröhnende Schlacht oder die jagendon Mornrolen /"rch ihre Step-' pcn nach dem Westert Die Erde wim- melt von Pferden, und das geistige Auge sieht sie im Sprung Über Gräben und Hürden setzten, sieht sie in der Schwemme oder auf der Weide, umtanzt von den übermütigen Fohlen. Unvergessen sind die Pferde unserer Soldaten in der Front, diese treuen Kameraden in den Gewittern der Schlachten... Einige Jahre vor dem Weltkrieg geschah in Berlin eine sonderbare Ehrung: ein vor einem Qemüsewagen gespanntes Pferd bekam an seinem Kopfzeug das Schild: »Kriegskamerad« verliehen, während seinem Herrn eine Haferspende für das treue Tier überwiesen wurde. Der Spender war der berühmte Asienforscher und Deutschlandfreund Sven Hedin. Das Pferd hieß Lola und war Im Jahre 1914 mit einer Munitionskolonne ins Feld gezogen. Vier Jahre blieb das Tier draußen, bis es 1918 während einer Kanonade verwundet wurde. Elfi Pferd unter tausend anderen. Nach dem Krieg diente Lola dann in Berlin elf Jahre lan« wechselnden Herren, bis der letzte fand, daß sie reif für den Abdecker sei. Aber das Schicksal hatte nvit Lola noch andere Dinge vor Ein Infanterist des Weltkrieges, der einen kleinen Handel eröffnete, rettete das Tier vor dem^ schiinpflichen Tode, spannte es vori seinen Wapen. dies sechs Jahre lang, und versorgte Berlin mit Obst und frl-' Schern Gemüse. | Im siebenten Jahre trat am Kurfürstendamm ein Mann vom Bürgersteig,' nachdem er das Tier verwundert und eingehend gemustert hatte. Er ging zu dem Händler und fragte ihn: »Ist das nicht Lola, ein Kriegspferd?« ».Möglich«, antwortete der andere, »Lola heißt das Tier.« »Also doch! Ich kenne es genau, denn ich war vier Jahre lang Kanonier Im Westen, Immer Im Westen.« »Ich auch«, entgegnete der Händler und stellte sich vor. »Fußlatsclier«, fügte er hinzu, »Flandern. Champagne, Argon-nerwald, Verdun. Immer dicke Luft!« Sie schüttelten sich die Hände. »Na, Kamerad, da weißt du ja Bescheid«, sagte der erste. »Und — Lola läßt sich nicht wn links einschirren?« »Ums Verrecken nicht von links, da hast du recht, mein Lieber!« »Und beim Fressen steckt sie den Kopf tief In den Futtersack und pustet dabei?« »So ist es noch heute«, erklärte der Händler. »Außerdem hält sie beim Laufen den Kopf schief. Ein Pferd ist es, treu wie Gold!« Der Mann, der nach so vielen Jahren Lola wiedererkannt hatte, trat nun auf das Tier zu und streichelte dessen Hals. Mit bewegter Stimme saj?:te er dann: »Also doch Lola! Ich sah es auf den ersten Blick. . Vier Jahre waren an der Front zusammen, vier Jahre. F*-yrah kein besseres Pferd Im ganzen Beritt. Woher hast du Lola bekommen?« Die Auskunft war bald gegeben, und den beiden Männern wurden die Augen feucht dabei. Nun suchte der ehemalige Kanonier in seiner Tasche. Da er ein Pferdefreund war, brachte er zwei Stücke Zucker hervor und gab sie Lola. Die nahm sie und schnaufte, bevor sie das Süße mit den alten Zähnen zermalmte. Anschließend berieten die Männer darüber, wie Lola aus der Schar der anderen Pferde herauszuheben sei. Sie schrieben noch am selben Tag einen Brief an den Diplomwirt Finus in Ober-bayem, von dem der Gedanke ausging, die alten Kriegspferde, diese unvcr-gleidillchen Kameraden der Frontsoldaten, zu ehren. Herr Finus sorgte dafür, daß Lola einen Paten bekam. Ein n>erk-würdiger Zufall wollte es. daß auch Sven Hedin von der Ehrung der deutschen Kriegspferde hörte; er übernahm sofort eine Patenschaft: ausgerechnet die über Lola fiel ihm zu! Und so bekam das altft treue Pferd sein Schild sowie eine willkonwncne Haferspende. Als Lola .den Kopf in den Futtersack steckte, schnpMfte sie dabei wie schon damals im WeltkrieRC. ^aus im Unterland ohne .«Marbiirgfr Zeitung' ( Sdte 6 »Marburger Zeituagc 2. Dejscmber \94\ Nummer 307- Bnser DinslaiuKll itr Rreii-liiirai MntiqhStMl .Viontag, den 1. Dezember, fand unter Lettung des Kreisführers K i i n g b e r g ern großer Dienstappell der Krei^ftihrung Marburgl Stadt statt, bei dem die Amtsleiter der Kreisführung sowie sämtliche OrtsgruppenfOhrer über ihre bisher geleistete Arbeit berichteten. Nach einer eingehenden Besprechung der derzeitigen Lage und Erörterung sämtlicher Tagesfragen, wurde das weitere Arbeitsprogramm bekanntgegeben und erläutert. ZiB liefenfeend dtr Rnnnl-siigerii fienii Lnam • Berlii Die Musikgemeinschaft des Amtes Volkbildung des Steirischen Heimatbun« des veranstaltet, wie bereits bekannt, am Dienstag, den 2. Dezember im großen Versammiungssaal des Steirischen Heimatbundes in Marburg einen Liederabend, bei dem die Berliner Konzertsängerin Gerda Lammers Werke von Mozart, Schubert, BralHns und Pfitzner zu Gehör bringen wird. Die Sängerin wird am Flügel vom Musikdirektor Hermann Frisch begleitet. Harlnmer KrieoswhifnriiflbkOBinl thrWtlmucM Zugunsten des Kriegswinterhilfswerk gab unsere Wehrmacht Sonntag abends im Saale des Steirischen Heimatbundes (Götz-Saal) in Marburg ein großes Konzert, das bis auf den letzten Platz ausverkauft war und dem schönen Zweck eine beträchtliche Summe brachte. Das Streichorchester ließ schon beim Auftakt mit dem Huldigungsmarsch von Eduard Grieg aufhorchen. Es folgten dann Perlen der Musikliteratur, Werke von Thomas, Deiibes, Bizet, Puccini, Heuberger, Lehar, Doelle und Dostal. Sic wurden vom musizierfreudigen Orchester mit blendender Prägnanz in vorbildlichster Weise zum Vortrag gebracht. Besonders die »Paganini«-Weisen von Lehar, der Amphytrion-Walzer von Doellc und das Poutpourri aus »Monika« von Dostal lösten die helle Begeisterung des Publikums aus. Es wurde daher auch für jede Darbietung mit aufrichtigem und verdientem Beifall gedankt. In Publikumskreisen ist vielfach der Wunsch nach der Wiederholung eines solchen Wehrmachtskonzerts laut geworden. Friedrich Golob. 1800 FeMiiMlnktte an mbehamte SoMatei In der Dienststelle des Amtes Frauen des Steirischen Heimatbundes türmen sich in den letzten Tagen Pakete und Päckchen, die für unsere Soldaten an der Front bestimmt sind. Hunderte von kleinen Dingen wurden gesammelt, um damit unseren tapferen Soldaten eine Freude zu bereiten. Viele kleine Brieflein sind diesen Liebesgaben beigelegt und zeugen von der Gebefreudigkeit der untersteirischen Bevölkerung. In mühsamer Arbeit wurden all die Dinge geordnet und für den weiteren Weg vorbereitet und hunderte von fleißigen Frauenhänden halfen dabei mit, den unbekannten Soldaten an der Front den Gruß der teuren Heimat zu übermitteln. Auch die Deutsche Jugend im Stciri- Die Staats-Lehrerlilldinigsaiistalt in Marimrg erOHnet Aus der deutschen ist der Erzieher nicht wegzudenken Mit der feierlichen Eröffnung der Staats-LehrerbÜdungsanstalt in Marburg am 29. November 1941 wurde im Rahmen des planmäßig kulturellen und schulischen Aufbauwerkes fn der Untersteiermark eine in die Zukunft weisende Planung verwirklicht. Die tieue Anstalt wird die Erzieherinnen heranbilden, die im Land ihres s/päteren Wirkens und Schaffens ihre nachhaHigsten Jugendeindrücke emipfangen werden und ihr Studium absolvieren. Die Landschaft, die Menschen und die Besonderheit der Aufgabe werden zu den jungen Menschen täglich werbend und fordernd sprechen und diese Menschen Wurzel schlagen lassen. Die Feier wurde mit der Meldung an den Leiter der Anstalt, Studienrat Dr. Schoklitsch, und der Flaggenhis-sung eingeleitet. Im Festsaal begann die Feierstunde mit Sprüchen und einigen Sätzen emster klassischer Musik. Studienrat Dr. Schoklitsch konnte namhafte Vertreter des Erziehungs- und Schulwesens begrüßen, unter ihnen den Regierungsdirektor Dr. Josef P a p e s c h, den Oberbürgermeister der Stadt Marburg, Knaus, die Obergauführerm Terzaghi, in Vertretung des Bundesführers des Steirischen Heimatbundes den Leiter des Amtes Schulwesen, Mi-hael Strobl. von der Deutschen Jugend deren Führer Rudi S c h i 1 c h e r und die Mädelführerin Tr. Lorinser. Regiefmigsdlrektor Dr. P a p e s c h s-prach über die hohe Verpflichtung und große Verantwortung der jungen Erzie- Heimat. Er wies darauf hin, daß viele der tüchtigsten Männer in der Steiermark ihre Studienzeit in Marburg verlebten. Was sie dem Leben und der Gemeinschaft gaben, empfingen sie in ihren Voraussetzungen in der schönen Drau-stadt. Kein Zufall ist es, daß in der Zeit der Fremdherrsdiaft die Anstrengungen der damaKgen Machthaber dahin ging^, das deutsche Kulturleben in der Untersteiermark auszurotten. Doch ihr Werk kam rasch zum Stillstand und bald wird das Land wieder restlos deutsch sein, wenn durch eine liebevolle Pflege der Kern des deutschen Lebens, das verschüttet und mit einer fremden Fassade übertüncht war. zum Vorschein gekommen ist und weiterentwickelt wird. Der Redner verpflichtete die Erzieher und Schülerinnen mit den Worten: »Seid erfüllt von der Ehre und Aufgabe, die dem Erzieher gestellt ist! Aus der deu\schep Welt ist der deutsche Erzieher nich^ wegzudenken!« Regierungsdirektor Dr. P a p e s c h überbrachte die kameradschaftlichen Grüße der Staats-Lehrerin-nenbildungsanstalt in Graz und wünschte der Anstalt und den künftigen Erzieherinnen nach den Jahren schwerer Arbeit viel Erfolg. Nach den Dankesworten des Anstaltsdirektors und dem abgegebenen Versprechen, durch unermüdliche Arbeit und Pflichterfüllung den Kampf der Front zu sichern und dem Werk des Führers zu dienen, wurde nach dem »Sieg Heil« und den Liedern der Nation die Eröffnungs- K. K. * (Scherl-Bilderdicnst-M.Tf Dr. Friedrich Rainer der neue Gauleiter und Reichsstatthalter des Qaues Kärnten hergeneration in diesem Teil unserer I feier geschlossen, sehen Heimatbund hilft fleißig beim Sam mein für die Frontsoldaten mit und schon gingen über 800 Pakete an Feldeinheiten und Lazarette ab. Somit zeigt die unter-steirische Jugend ihre Verbundenheit mit der Front und in den, den Paketen beigelegten Briefen kommt immer wieder die Haltung einer neuen Jugend zum Ausdruck sowie die Freude, einem Soldaten einen glücklichen Tag bereiten zu können. Mflitwieiifmini in Rnis Marbwi-Laid Seitens der Beratungsstelle des Staatlichen Gesundheitsamtes Marburg-Land haben für den Monat Dezember gestern Montag in Schleinitz. St. Nikolai bei Schleinitz und in Kerschbach die Mütterberatungen im Kreis Marburg-Land be-gönnen und werden wie folgt fortgesetzt: Heute Dienstag, 2. Dezember, (14 Uhr) in der Schule in Wachsenberg. Mittwoch, 3. Dezember In Lorenzen o. M. (Hilfsstelle, 14 Uhr) und Windischgraz (Hilfsstelle, 14 Uhr). I>onnerstag, 4. Dezembe\ in Rast (Steirischer Heimatbund. 13.30 Uhr) und Feistritz bei Rast (Gasthaus, 15 Uhr) und am kommenden Freita? in Frauheim (Hilfsstelle. 14 Uhr) und in Zell-nitz/Drau (Hilfsstelle. 14 Uhr). Über die Mütterberatungen in der kommenden Woche berichten wir demnächst. Es Ist selbstverständliche Pflicht von allen Müttern mit Kleinkindern, diese in die Beratungsstunde zu bringen und die im Blick auf die Volksgesundlieit so wichtigen Ratschläge der Kleinkind-Betreuung entgegenzunehmen und durchzuführen. Das lale Buch Ur Volk uid ligml AlljährHch gelangen im Jugendlitera-tur-Wettbewerb Preise für die besten Volks- und Jugendbücher des Jahres zur Verteilung und es ist erfreulich, daß dieser schöne Brauch auch in diesem Jahre zur Durchführung kam. In Anwesenheit von Vertretern des Oberkommandos der Wehrmacht, der verschiedenen Parteidienststellen des deutschen Schrifttums und der deutschen Erzieherschaft fand in Berliin in der Verbindungsstelle des NS-Lehrerbundes durch Reichswalter Gauleiter Wächtler die Verteilung der Preise im Wettbewerb des »Hans-Schemm-Preis« und des »Hilf mit-Preis« statt. Den ersten Preis erhielt das Buch von Günther Prien »Mein Weg nach Scaipa Elow«, das besonders geeignet ist, ein Volk- und Jugendbuch zu sein. Mit dem zweiten Preis wurden die Bücher von Frau Erika Berufsschulen im Kreis Pettau Wie im übrigen Gebiet des Reichsgaues Steiermark werden nun auch in der Untersteierniark alle berufsschulpflichtigen Jugendlichen in den Berufsschulen erfaßt. Im Kreise Pettau fand diese Erfassung im Monat November des Jahres statt. Zwei allgemein gewerbliche Berufsschulen, die in Pettau und Friedau eingerichtet wurden, erfassen Lehrlinge und Lehrmädchen der einielnen Gewerbe und Gewerbegruppen. Bis ietzt sind in diese beiden Schulen schon über 450 Lehrlinge und Lehrmädchen eingereiht. 16 Lehrpersonen unterrichten bereits in 15 Klassen diese lu-gendlichen. Außer aer Erteilung eines gediegenen Deutschunterrichts ist dem einschlägigen Fachunterricht breitester Raum gewidmet. Es ist die Bildung von 13 Fachgruppen für die einzelnen Gewerbe und Gewerhegrunnen vorcesehen. Selbstverständlich ist, daß die einheimi- BiMnMiiik GrtiM LihirilirlH Itkrfikrlkflr rnktlkiilii sehen Meister aus den verschiedensten Handwerkszweigen zur Mitarbeit an der gewerblichen Berufsschule herangezogen werden. Durch diese beiden Berufsschulen wird erreicht, daß auch die gewerbliche und kaufmännische lugend des Kreises Pettau eine den Anforderungen Q'Cr heutigen Zeit entsprechende Berufsausbildung erhält. Darüber hinaus werden in allen Orten die berufsschuloflichtigen lucendlichen in bäuerlichen Berufsschulen erfaßt. deren Führung die Lehrerschaft des Kreises Pettau übernimmt. Durch diese Berufsschulen wird es nun möglich, auch die bereits der Volksschule entwachsenen lugendlichen einen ordentlichen Deutschunterricht zuzuführen und damit das Erlernen der deutschen Sprache im Kreise Pettau auf eine entsprechende Grundlage zu stellen. Freudig und gern kommen die Jugendlichen in die Berufsschulen und mit. voller Einsatzbereitschaft erfüllt auch die Lehrerschaft ihre Pflicht, gilt es doch den Befehl des Führers durchzuführen, die Rückdeutschung d'eses Ljmdes möglichst kurzer Zeit zu vollenden. in AHwien^r Palüste Es war eine überaus glückliche Idee, | für die Veranstaltungen der Mozartwoche in Wien neben der Staatsoper und den j großen Konzertsälen als Aufführungsstätten auch jene Altwiener Paläste zu wählen, die Wolfgang Amadeus Mozart in seiner Wiener Zeit oft und oft gesehen hat, an denen er vorbeigegangen ist und in deren vornehmen Räumen sein Name schon bei Lebzeiten mit Bewunderung genannt wurde. Sie ragen aus den Tagen seines Erdenwallens in unsere Zeit herüber und sie haben sich, was wohl der am meisten bestechende Reiz der Idee ist, seit damals in ihrem Gepräge und Gepränge nicht veränjdert. Alles ist so geblieben,. wie es einstens war, alles ist echt und unverfälscht, und wenn auch die Geschlechter versunken sind, die einst hier rauschende Feste feierten, an den Räumen selbst ist die Zeit Spurlos vorübergegangen und sie atmen den Zauber der großen Welt, die hier zu Hause war. Anläfilich der Mozartwoche werden sie wieder ihre gastlichen Pforten öffnen, ihre Säle werden in hellem Licht erstrahlen und des unsterblichen Meisters Musik wird aufklingen als eine ehrerbietige Huldigung des kunstbegeisterten Wien für den Genius, der eine ganze Welt in seinen Bann zwang. Im Palais Pallaviclni wird Kammermusik auf alten Instrumenten und das Klarinettenquintett aufgeführt, im Palais I-ohkowitz spielt das Schneiderhan-Quartett und im Winterpa- lais des Prinzen Eugen wird das Salzburger Mozarteum-Quartett zu hören sein. Keinen schöneren und stilvolleren Rahmen gäbe es für diese zarte, intime Musik als diese drei berühmten Wiener Paläste. Von den drei genannten Palästen ist das Winterpalais des Prinzen Eugenius, den das bekannte Reiterlied den edlen Ritter nennt, .wohl das bedeutsamste. Zwei der größten Meister der Barockzeit, Fischer von Erlach und Lukas von Hildebrandt, haben es erbaut. Es gilt als das großartigste und vollendetste Beispiel eines adeligen Stadtpalastes aus der Zeit der Hochblüte des, Wiener Barocks. Wunderbar ist, wie dhs sich aus der Enge der Straße sich ergebende Problem einer monumentalen Fassadenwirkung gelöst worden ist. Das reichgegliederte und prachtvolle Stiegenhaus, Fischer v. Erlachs ausschließliches geistiges Eigentum, wird von den Kunstsachverständigen zu den stärksten Eindrücken der in dieser Beziehung wahrlich nicht armen Stadt Wien gerechnet. Im neunzehnten Jahrhundert wurde an diesem Hause des Prinzen Eugen allerdings einiges gesündigt. Man nahm »Adaptierungen« vor, die wenig glücklich waren. Umso größer ist daher das Verdienst zu werten, das sich die jetzigen Betreuer Wiens erwarben, als dieses herrliche Palais in seinem ursprünglichen Glanz wiederhergestellt wurde. Im Frühbarock wurzelt das Lobkowitz-palais, das von Giovanni Pietro Tencala, einem italienischen Baukünstler, für den Grafen Dietrichstein erbaut wurde. Es wurde später von Fischer von Erlach durch das Einsetzen eines dominierenden Portals und einer figurengeschmückten Attika im Stil des reifen Wiener Barocks modernisiert und ist namentlich durch seine Stiege und den Festsaal bemerkenswert. Heute hat der Prachtbau eine neue Bestimmung erhalten. Er dient als Haus der Mode. Seine Rolle in der Geschichte Wiens ist somit keineswegs ausgespielt. Es war einmal eine große, eine tragende Rolle. Denn in den Räumen des Palais Lobkowitz hat der Wiener Kongreß getagt und hier hat eine andachtsvolle Menge gelauscht, als der Titan Beethoven sich ans Klavier setzte und seine Kompositionen vortrug. Der Josefsplatz wird als der geschlossenste Platz der Welt bezeichnet, der tatsächlich wie ein Riesensaal unter freiem Himmel wirkt und um dieser einmaligen Eigenschaft willen als Schauplatz der Serenaden während der Wiener Festwochen verwendet wurde. Hier erhebt sich das Palais Pallavicini. Es ist der jüngste der drei erwähnten Altwiener Paläste. Von Johann Ferdinand von Hohenberg, dem auch die den Schönbrunner Park überragende Gloriette zu verdanken ist, in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts für den Grafen Moritz Fries errichtet, spiegelt es am dtMitlichstcn die Zeit .Wozarts wider. Wenn hier die Zaubcrklänge Mozarischer Musik aufschweben werden, bedarf es keiner besonders üppigen Phantasie, um sich in die Zeit des Rokoko zurückversetzt zu fühlen, in die sogenann'e galante, seidenschimmernde Zeit, in der es dem Unsterblichen beschieden war, sein die Zeiten überdauerndes Lied anzustimmen. Anekdote Das Rechenexempel Adolph von Menzel führte cmM auf einer Gesellschaft ein »junges Mädchen« in erheblich vorgeschrittenen Jahren zu Tisch, das sich offensiclitiich bemühte, möglichst jung zu crsclieinen. Wiederholt fragte sie den Meister, wie alt er sie wohl schätze. Zuerst überhörte Menzel die Frage, aber als seine Nachbarin nicht locker ließ, blickte er sie prüfend von der Seite an und sagte dann höflich: »Nun, Ihr (iesicht scliant aus wie 20, nach Ihren Händen zu urteilen, könnten Sie ein Kind von \2 Jahren sein — und nach Ihrer Kleidung etwa 18.« Die Dame lächelte liebreizend und ge-schnieiclielt und fragte kokett: »Und für wie alt schätzen Sie mich nun wirklich, verehrter Meister?« Menzel lächelte sarkastisch. »Das ist ein einfaches Rechenexempel«. meinte er dann. »iO und \2 und 18 — macht zu-sannnen 50!« Hie Dame soll danach später keinen Wert mehr auf Schätzungeti 'hres Allers gelegt haben... MmwmeT ^ »MarStirgfr Zeftuiiß« 7. Dezemher 1941 SeKc 7 MulleNHenius »Die Juns^n vom clcut- | ■% V A. m m m — mm sehen Daktor«, .Abenteuer mii Saratow, Vw I M I S C H MM r I und »Wolgakinder inv Baltenland« aus-! •• ■ I ■ I I Kezeichnct. Den dritten Preis erhielt das Buch »Kinderfarm« von Ernst Ludwig Gramer. Neben diesen dfei Preisträgern des »Hans-Schenini-Preis« wurden U Jugenderzählungen von Schriftstellem, die zurzeit fast ausnahmslos im Felde sind, tnit dem' »Hilf-niit^Prcis« ausgezeichnet. iOBiiie Chronik' m. VoHf^beweKunK in Marbnrg. In der zweiten Hälfte dfes November wurden beim Standesamt in Marburg angemeldet: 64 Geburten (8l)..,hievon 39 Knaben (44), 25 Mädchcn (37);' 50'Sterbefälle {42h hieyon 31 Männer (16). 19 Frauen (26). Ziviltrauungen wurden 25 geschlossen (in erster Monatshälfte 22), 9 Trauungen sind bereist bis 1. d. M. vorgemerkt. Die Vergleidisziffern in Klammer beziehen Sicli auf Annicldungeu in der ersten Monathälfte. m. Die Reichsnährstand^ausstellung in Marburg auf einen späteren Ternih verjagt. Wie aus einer Bekaimtniachung im heutigen Anzeigenteil ersichtlich, ist die Keichsnährstandsausstellung in Marburg auf einen späteren Termin verlegt worden, m Vermeidet Leerlauf im Güterverketir. Oft schon haben wir uns die Frage vorgelegt, wie es der Deutschen Reichsbahn möglich ist, den umfangreichen Güterverkehr, der durch den Krieg und die «gewaltige Ausdehnung der Fronten um ein Vielfaches gesteigert ist, zu bewältigen. Nun, die Antwort ist leicht: Der Güterverkehr der Reichsbahn rollt mit einer Präzision, die überraschend ist. Einen gewissen Teil dieser vorbildlichen Arbeit, die ein wichtiges Stück des Pulsschlages des deutschen Wirtschaftslebens ist, leistet der Verfrachter, der durch den Fortfall ales entbehrlichen Versandes und durch möglichste Beschleunigung des Gü* teran- und Abtransportes mit dazu beiträgt, den Wagenstillstand auf ein Mindestmaß zu beschränken. Dies ist nur zu erreichen durch das schnellste Bc- und Entladen der Güterwagen. Um dies den Verfrachtern zu ermöglichen, erfolgt Benachrichtigung von dem voraussichtlichen Eingang der anrollenden beladenen und leeren Wagen. Wichtig ist, daß zu diesem Zeitpunkt auch das Be- und Entlar depersonal bereitsteht, nur so wird nicht nur den Wünschen der Deutschen Reichsbahn sondern auch den Frfordernissen, die für die gesamte Wirtschaft von Wichtigkeit sind, Rechnung getragen. m. Einbrecher am Werk. In den Verkaufsladen des Kaufmannes Karl Tscher-gul in Pettau wurde nachts eingebrochen, wobei den Tätern vor allem verschiedene Nahrungsmittel in die Hände fielen. Es verschwanden 20 Kilo Schweinefett, 8 Kilo Butter, 30 Kilo Zucker, 1 Kilo Margarine, 5 Kilo Kaffeersatz, 18 Kilo Weizenmehl und 10 Kilo Roggenmchl. Um die Beute leichter mitnehmen zu können, bedienten sich die Langfinger zweier Tischen, die im Laden standen. Der Gesamt-schaden beziffert sich auf etwa 160 Reichsmark. Nach den Tätern wird gefahndet. m. Abgängig. Aus seiner Wohnung in Trifail ist der am 0. Juni 1931 in Trifail geborene Schüler Stanislaus Kos spurlos verschwunden. Der Knabe ist ungefähr 120 Zentimeter hoch, trägt blondes Haar, hat rundes Gesicht, blaue Aiigen, gesunde Zähne, spricht nur slowenisch. Fr trägt einen blauen Anzug mit kurzer Hose, ein rötlich-blau gestreiftes Hemd und ist barfuß. Etwaige Aufschlüsse über sein Verbleiben mögen der Polizei oder dein iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiittiifiitiiiiitiiitiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiniiMiiiimriiiiiiiiiniitiiiiiiitiiiiiiiini X Deutsch-kroatischer Zahluns^verkehr. Eine Mitteilung der Kroatischen Staatsbank besagt, daß der deutsch-kroatisclie Handelsvertrag vom November auch .\bändcrun-Ren der Bestiinniuiijien über den deutsch-kroatischen Zalilunnsverkelir enthält. So sind die ehemals jugoslawischen Gebiete von Untersteicrinark und Kärnten ab 1. Dezember 1941 in den Zahlungsverkehr mit Deutsciiland eingeschlossen, womit der so-Kcnannte kleine Clearing-Verkehr mit der Steiermark entfällt. Die zugunsten kroatischer Exporteure eröffneten Reichsmark-Akkreditive sind erst zu diesem Zeitpunkt in Kuna umzuwandeln. X Crcditanstalt-Bankverein-Flliale in Letnbers. In Lemberg wurde am 1. d. M. eine neue Zweigstelle der Creditanstalt-Bankverein eröffnet. X Deutsches VermöKcn In Rumänien. Deutsche Staatsbürger und juristische Personen, die hren Sitz in Deutschland haben sowie ihre Zweigfirmen und Vertretungen in Rumänien, können mi Siime eines Beschlusses der rumänischen Regierung frei über ihr Vermögen, ihre Rechte und Interessen in Rumänien verfügen. Grundbesitz und Beteiligungen an Industrie- und Handels-unternchmungen dürfen sie jedoch nur an rumänische Staatsbürger mit rumänischer oder deutscher Volkszugehörigkeit verkaufen. Der Ankauf von Grundstücken, Aktien und Beteiligungen aller Art muß seitens der kofnpetenten rumänischen Behörden genehmigt werden. X Clcsenkte Luxussteuern in Ungarn. Auf Cirund einer Anordnung der ungarischen Fi- nanzvervk altung wurde die Luxussteuer auf Rum, Liköre, Branntwein und Schnäpse herabgesetzt. Branntweine, die pro Liter weniger als 20 Pengö kosten, sind von der JO-prnzentigcr l.u.xusstcuer befreit. X Mohneinfuhr in die Slowakei zollfrei. Das slowakische Finanzministerium hat die zollfreie Einfuhr von 400.0(K) Kilo Mohn bewilligt. Der Mohn soll zur Erzeugung von Kuiistspcisefett verwendet werden. X Edelmetalle in Kroatien neu punziert. Auf Grund einer Verordnung der kroatischen Regierung müssen alle Gegenstände aus edlen Metallen, die sich in kroatischen Geschäften oder \^'erkstätten befinden, um verkauft zu'werden, mit ener zusätzlichen kroatischen Punze »NDHx versehen werden. Die (jebuhrcn für das Punzieren werden nach dem 1. Jänner 1942 beträchtlich er-liöht. X Serbische ZollbefreiunKcn. Im Sinne eines neuen Erlasses des serbischen Minislerrates sind in Hinkunft Installationen, Stahl. Betoneisen und Zement für den Bau von Silos, die von der Silo-A. G. gebaut werden, von allen Importabgaben befreit, ferner wurde das Gesetz über die Befreiung der Brennliolzeinfuhr von Zoll- und Taxabgaben bis ,^0. Juni \942 verlängert. Hingegen wurde die Verordnung, nach der Waren aus dem ehemaligen jugoslawischen Staatsgebiet zollfrei eingeführt werden konnten, aufgehoben. X Freier Zementhandel In der Türkei. In der Türkei wurde der Zementhandel, der bisher unter staatlicher Kontrolle stände wieder freigegeben. nächstbesten Gendarmeriposten bekanntgegeben werden. m. VVohnungsdiebe. Dem Besitzer Emil Pichlmeier in Pettau wurden aus der Wohnung zwei gelbe Steppdecken und ein gelber Kopfpolster im Gesamtwort von 00 Reichsmark entwendet. Vor Ankauf wird gewarnt. Der Dieb nützte die Abwesenheit des Besitzers aus und gelangte mittels Nachschlüssels in das Innere der Wohnung, in der er alles absuchte und sich schließlich mit obiger Beute vorlieb nehmen mußte. o. Neuer Bukarester Oberbürgermeister in sein Amt eingeführt. Als neuer Oberbürgermeister von Bukarest wurde Samstag nachmittag der General Konstantin Flo-rescu in sein Amt eingeführt. Der bisherige Oberbürgermeister. General Modreanu, demissionierte, nachdem vor etwa einer Woche größere Unstiinn^igkeiten eines \'ize-bürgcrmeisters und einiger Angestellten der Versorguiigsabteilung aufgedeckt worden waren. BiUk ftüfk Süd^stth o. Oesetz über das Ustascha-StraiRericht. Das kroatische Amtsblatt veröffentlicht-eine Veiprdnung über die Organisation und den Wil\ungsbereich des Ustascha-Disziplinar-nnd*Strafgerichtes. Dieses Gericht ist nicht nur für die Disziplinarvergehen, sondern auch für alle Vergehen und Verbrechen im Sinne des Strafgesetzes und des Militärstrafgesetzes zuständig, die von Mitgliedern der Ustascha-Leibgarde, der Ustascha-Miliz oder uniformierten Angehörigen des Usta-scha-Aufsichtsdienstes begangen werden. Die Strafen sind grundsätzlich höher als beim allgemeinen Dienstvergehen verbunden sind, wird in der Regel die Todesstrafe oder lebenslänglicher schwerer Kerker verhängt. o. Neues kroatiscbes Bcamtcngesetz. Der kroatische Staatsführer unterzeichnete das neue kroatische Beamtengcselz. das wesentliche Änderungen in der Rangj^liederung und Besoldung vors'ieht. Es gibt nunmehr zwölf Fvangklassen für Beamte, drei für Dnterbe-amte und zwei für das Dieitstpcrsonal. In der ersten Rangklasse wird der Ministerpräsident, in der zweiten werden die Minister und in der dritten die Staatssekretäre und Gesandten geführt. Das Gesetz legt ferner die Gehälter und Zulagen fest. o. Die kroatischen KrieKSKefangenen bis Weihnachten In der Heimat. Bis Weihnachten werden alle kroatischen Kriegsgefangenen. die sich noch in Deutschland befinden, in die Heimat zurückkehren. Die Rücktrans-porte der Gefangenen laufen schon seit einigen Wochen. SPORT DS6 Bosental auf dem dritten Platz pie Meistcrschafi der ste.iischen Gau-kiasse fand am Sonntac mit einem von uen drei noch ausständigen Treffen ihre Fortsetzung. Die BSG Rosental empfing auf eigener Anlage den Luftwafien SV Zeltweg und siegte knapp 3:2 (3:1). Da^-niit sind die Bergknappen auf den dritten^ Tabellenplatz vorgestoßen, von dem sie in der ersten Spielserie nicht mehr verdrängt werden können. Die beiden restlichen Spiele sind für Sonntag, 7. Dezember angesetzt, und zwar spielen SG Cilli—BSG Rosental und TuS Le'.bnitz Regen LSV Zeltweg. Seidler gab gegen Neusel auf Der im Mittelpunkt stehende Haupt-kampi der Berufsboxer in der Deutscli-landhalle zwischen Neusei und Seidlcr. den beiden F.xnieistern im Schwer- bzw. tIalbschwerKCwicht, fiel zugunsten Nctj-sels aus, der sich als der stärkere und erfahrenere Bnxer erwies. Neusei beherrschte seinen Gegner in fast jeder Runde und zwanji ihn in der Pause zur neunten Runde zur Aufgabe. : Sportgauführer Kozich empfing eine Abordnung der kroatischen Boxer unter Führung von Ivan Begac im Wiener Rathaus. : Kärntens FuÜbaiimeisterSchaft bringt im Herbst noch folgende Spiele: 7. Dezember: LSV Klagenfurt—Rapid Klagen- furt. Villacher SV—Klagenfurter' AC; 14. Dezember; Spt'j Aßling—Klagenfurter AC, SpG Krainburg—LSV Klagenfurt : 32 Spiele gelangen am 14. Dezember im Rahmen' der ersten Runde des Tschammerpokal-Wettbewerbes 1941/42 im Sportgau Wien zur Austragung. : Wiener Amateurboxer besinn Kroaten-Auswahl 11:5. Der in den vollbesetzten Sofiensälen am Freitagabend zur Durchführung gelangende Ver-gleichskainpf der Wiener Amateurboxer mit der Kroaten-Auswahl hat die Frwar-timgen nicht erfüllen können. Einmal zeigten sich die Gäste noch als ziemlich unfertige Boxer und zum anderen wollten sie einer Entscheidung des Kampfgerichtes wegen vorzeitig abtreten. Das Ergebnis von 11:5 Punkten für Wien gibt das Kräfteverhältnis gerecht wieder. Mozart-Anekdoten Zahlreiche Anekdoten überliefern^ wie Mozart schwierige Kompositionen aus dem Handgelenk schüttelte. Gar manches ist dabei aufgebauscht oder entbehrt völlig der Grundlage. Tatsache aber ist, daß der »Priestermarsch« in der »Zauberflöte^ wirklich erst während der Generalprobe entstand. Schikaneder meinte, beim Auftreten der Priester riiüsse irgend eine markante Musik da sein, das wirke viel besser. Und Mozart, der am Pult stand, fand die Auffassung bgründet. »Gebt's Eure Kas-Zetteln her!«, rief er den Musikern zu und schrieb darauf der Reihe nach die Stimmen nieder. Von noch nassem Notenpapier erklang wenige Minuten später der »Priestermarsch«. * Während Schikaneder nur anregte, zwang die Sängerin Duschek den Meister gewaltsam zu komponieren. Er hatte ihr versprochen, für sie eine Arie zu schreiben, dies aber außer Acht gelassen. Als der Mozart dann während seines Prager Aufenthaltes bei den ihm befreundeten Duscheks wohnte, zeigte ihm die Frau des Hauses den Park, der zu ihrer Villa gehörte. In ihm befand sich auch ein reizender Pavillon. Mozart trat ein und schritt zu den Fenstern. Plötzlich war die Sängerin wieder vor der Tür und drehte den Schlüssel um. «So, Meister Mozart«, meinte sie schelmisch lächelnd, »da findet er Schreibzeug, und so lange er meine Arie „AAia viamma, addio" nicht komponiert hat, bleibt er gefangen.« Mozart schrieb die Arie. Und um sich für die (Überrumpelung zu rächen, brachte er einige schwierig zu intonierende Übergänge an. Außerdem verlangte er, die Duschek solle sie sofort fehlerlos aus dem Stegreif singen, sonst wolle er sie vernichten. (Bittschön, die Arie.) Das geschah aber nicht, also muß die Künstlerin gut bei Stimme gewesen sein oder sie hat dank einer neuen Schelmerei das \^'erk der Nachwelt erhalten. ♦ Über das Honorar, daß der 27-jährige .Mozart fordern konnte, gibt ein Brief aus dem Jahre 17,33 .\ufschluß. In ihm bot der Meister dem F^ariser .Musikvcrleger Siebcr drei Konzerte für Piano und Orchester sowie seine sechs Haydn gewidmeten Quartette an. Er verlangte als Freund-schaftspreis, wie er Sieber ausdrücklich schrieb, für die Konzerte .30 und für die Quartette 50 Lonisdor. Nach unserem Gelde entspricht das unter Berücksichtigung der damaligen Kaufkraft etwa insgesamt einem ^Betrag von 4000 .Mark. Gewiß, für unser Empfinden ist das Verlagsrecht der Mozartwerke für eine solche Summe noch immer geschenkt. In Anbetracht der damals üblichen, erschreckend geringen Honorare aber war die Forderung selbst Sieber zu hoch. Rej^ßfiten 20 dkg Mehl. 1 Päckchen - Pulver, 10 dkg Zucker, 5 dkg Butter oder Margarine, 5 dkg Nüsse oder Mandeln. 1 ganzes Ei, l Messerspitze Zimt-Ersatz, etwas geriebene Zitronenschale (oder ®(2W» - Citrakt) und 2 Eßlöffel Milch werden am Brett zu einem Teig geknetet. Ein Drittel des Teiges wird für das Gitter zurückbehalten: aus dem Rest wird ein Tortenboden ausgelegt und mit Marmelade bestrichen. Darauf wird ein üittej gelegt und die Torte nun inittelheiß gebacken, ist sie iertig, werden noch zwischen den Gitterstäben Marmeladehäufchen gegeben. NÄWRM.ITTELWERKE Cd.tjaas WIEN - LJ NZ' R EICH EN B E R6 leite 8 »M«rbuner Z^Kuns« 2. Dtzember 1941 Nummer 30(7 StodnhMMr Marburg an dar Drau H«ute, DientUg, dm 2. ücxtmber, 20 Uhr Der VogBihändler Operette in 3 Akten von Carl Zdler Morgen, Mittwoch, den 3. Dezember» 20 Uhr Gastspiel des Steirischen Landestheaten Unverhofft Posse von J. N. Neitroy IkinoMvUiii „IYIrow Blul", lirslaufführuiig Krrilaf: „Die EntfflhnmK aus dem Ssrati" Hpsfaufföhriing Samelad: ^Monika" Sonnig: XuchmilluysvoisU'llung „Wiener Rlul", Abondvorslclliing „Die KbI* fnfirang aus (fpm Serail" '1441 T rfwrrwwTfwwrwwwwwwwwwwywwwwj^rfTf¥Ff'wT ■■ ■ • — - 10^ rti idttn» uom «•P«f Kleiner Inzelger dili tetue4f«clit« Wert U RdI. »er WortDCfti cJHble n ffl Bnchstabea la wort 'iflarMbQhr (KenmorO 3! mm m ^ ^ 'o' 9»Bllwi*es«€hfn f »r "■lartfoBt »OD Renit^orrbrieteft werden 90 ffpl Pwto Iwreelioai .1^ —*wr ursvm 'eifjt# rP^Til tufsrfnoTniti^n »Ine ni (toCb le y«tsAitäeius AritnuichweU, Dokumente m. dam beschafft. Familienfor-schunps-lnptitut Graz, Gries-Vai 60. Ruf 67-95. I Verkaufe per sofort ! Singernähmaschine, unter >Sin)fer« an gefren bar III®. Anträfte r« an die VerM', 9482-4 Verkaufe Stutzflägel, Kaffee-5^995.] 1 Marmortische, »Scifferf- Tausche MaiisnieisterwohnunR jrrsfcn zahlh.irc Wohniiiigf. Zimmer und Küche. Adr. VerM. 9481.1 AbMhreitTen? 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Schubert Brahmt, Pfitxnar Am Flügel: Prof. Heimaon Friach EintritUkarten im Vorverkauf in der Geschäftsstelle des Amtes Volkbildung (Ecke Teg^tt-hoffstraße—Gerichtshofgasse) llll^ von RM 0.60 bis RM 3.— BURG'KIMO r erijru] 16,t8*'iO, 21 Uh» Ein Film der MMrklschen-Panorama-Schneider-Södott: Herz phn« H«imat Albc«cht »choenhals, Annellrie UhHg. O^v DIeW, Camilla Horn, SaWne Petara, Dorn Krayalcr. Für Jugendliche nicht lugelassen! Kulturfilmt Neueste deutsche Wochenschaul ESPLANAOe fcrarul 35*2*' Heutfrl«. 1^-30,21 Uh» Luise Ullrich, Karl L, Dlehl, Werner KrauO Annelie Die Oaachlchta ebics Letwns Der Film erhielt die Prädikatei Staatspolitisch und künttltrisch bMOodcrs wertvoll Volkstümlich wertvoQ Kulturfilm. Ufa-Wöche Nr. 585. Jugendlich« utilAr H Jahren nicht rugolasacn 40-jihrige intell. Witwe mit Pension und Tochter in Stellung möchte gerne als Mitbewohnerin oder als Wirt-schafterin gehen. 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Werkstättenstr. 19-1. 9463 8 DER BOROERMEISTER DER GEMEINDE WINDISCHDORF ßctfifft; Stellenausschreibung. Windischdorf, am 27. November 1941. ZI. 760 Stellena ussehrelbung In der (jcmeindc Windischdorf, Kreis Pettau, gelangt die Stelle eines I. üemeinde sekretArs zur Besetzung. Bewerber müssen die deutsche Sprache in Wort und Schrift beherrschen und haben ihr Anstichen bis längstens 20. Dezember 1941 an den Bürger meister der Gemeinde Windischdorl, Kreis Pettau, einzusenden. Die Finreihung erfolgt in der Vergütungsgruppe VIII der TOA. Gemeindeamt Windischdorf, Kreis Pettaii 94i2 Der Bürgermeister: J. Kaisersberger. DER CHEF DER ZIVILVERWALTUNO IN DER UNTERSTEIERMARK Der Politische Kommissar des I andkreises Marburg (Drau)._ Varlaulbaruno Mit Wirkung vom 1. Dezembtr 1941 wird die Dienstzeit im Amt des Politischen Kommissars des Landkreises Marburg (Drau) bis auf weiteres wie folgt lestgesetzt. Montag, Dienstag, Donnerstag, rreitag \on 7.30—12.30 und von 14.00—18.30 Uhr; Mittwoch von 7.30~-t4.()0 Uhr. Samstag von 7.30—13.30 Uhr. l-iir den Parteienverkehr, mit Ausnahme de« Wirtschafts- und ErnMhrungsamtes. Abteilung B, sind der Mittwoch- und Sanistagvorniittag (9.00 — 13.00 Uhr) festgesetzt. Der Parteienverkehr für das Wirtschafts- und Ernährungsamt, Abteilung l^, findet nach wie vor nach der bisherigen Regelung statt. 9440 gez. Töscher. Geübte Zahlkallnerin, d. deutschen Sprache mächtig, mit längerer Praxis, nicht unter 25 Jahre alt, wird aufgenom« men, Hotel Henke, Türfer. 9448-8 Buchhalter (In) und Kanilfi-kraft mit Maschinenschreibkenntnissen wird per sofort oder 15. Dezember aufgenom-TTien. Anträge unter »Dau-erstelle« an die Verw. 9472-8 Hauain#lst«r-Ehef»Mr, deutsch-sprechend, ordittmgsliebend, wird aufgenommen. Luther, gasse 5, Scherbaum. 9460-8 Zwei tüchtige Zuschni^der für Herren- und Damenkonfektion gesucht. Antr. unter »Zuschneider« an die Verw. 9454-8 hiudt - IfniMti Seidenpintsch zugelaufen. Anzufragen Fuchs, Luiseng. 15, Thesen. 9464-9 Uder Unlmieirnr liesl die Marborger Zeitungl f wTwwwwwtwTwrrr für leidende Beine «ler Frau»«, di« viel stehen und tfchcn. »n verichiadenc« t'reiilajtcn. a r a t a n 8 at e 11 • n ZUM INDIANIR, Orfii Herrenfatt# 21 n«b«n C«»e Herrenhol, GUMMIHOF, Grai, SpoifMM 4 neben Luci(k< *oW(» FRAUENHill, Orn, AUiiMhlgM«* f VerieMgen Sie Meetkarl«! Große Textilindustrie in der Untersteiermark sucht zum sofortigen Eintritt PERFEKTE STENOTYPISTIN versiert in allen BÜroarl>eiten. Wohnung steht zur Verfügung. Angebote an die Direktion der Littal-Pragwalder Tcxtil-werke A. 0., St.- Paul bei Pragwald, Kreis Cilli. 0^50 I Suche zum sofortigen Eintritt. Einen Fatablndar einen Lattkraftwageni«nic«r Müdchrn zum Flaschenittllen V«rkXuforin, eventuell angelernt 9471 Adaiberl fiusul, Marburg, Tsgelthoflstrasse 30 DER POLITISCHE KOMMISSAR MARBURG Bekanntmachung Um einer Ausbreitung der in einigen Gehöften au^ebrochcnen Maul- und Klauenseuche vorzubeugen, wird die für 7. Dezember bis 14. Uczumhcr 1941 geplant gewesene Reichsnährstands-Ausstellung bis auf weiteres verschoben. Der Kartenvorverkauf durch die ürtsbauernführer und durch meine üeschäitijstelte gellt weiter. Die gelösten Karten behalten ihre Gültigkeit, dagegen sind die lum Aushang gebrachten Plakate zu entfernen. ..... Der Leiter des hrnährungsamtes i. A.: NItzsche. 9452 DER POLITISCHE KOMMISSAR OER STADT MARBURfi AN DER DRAU Wir ISch altMiml Verlautbarung Die Ausfialx' der 3. Iloicliskloiderkurlen vrlolyl ab 1. Üez. 1941. Diese werden Haus zugt^frlU. Die riiiZPlnOn Paftnon^ haben sich zu lei^itimiereii und durch IIIS ihr Ihre rnlerschrih'den^ Kleiderkarlon zu beslüliuen. Der llaushallungs- vorslaml, drsscii Hhi'galtin, lu>ziehinigs\voisc i-m l)ryollmäohligles volljähriges l a-milii'riniilfiliod kann iln- Kleidcrkarto nbernolinuMi l-mc l iK-rnuhiup firr KleidorUar-(en (htrcU und4?re IVrs^men isl »ich« yeslaltel. l'voiiUu'lU- Eiiisin-iiche sind «n «las Wirlsrhaflsunit /.u richton. i 1 i-i • 1 In «leii zu Murburg-Stadt tfchörtMidon lirrirkiMi erlolgl dii^ Ausjjabo der Kiridn-- karlen in den einwlnen HczirKstlionstsU'jlcn , 1 n 1 Die Kli'ldrrknripn mit I-kttHs rrlolgtrii Noryrilloii koniu'u ersl luicli Ahschin"-d»«n (!<')• Vorgriflspunkle ahgt'gi'lK'M wi-rden Während «Ut AusgaU- der Rfichskloldorkarlen hlpibl das \> irtscliallsan.l gesperrt. (1.—0. Dez. IlMt). r. I>r. W e b p r. Hauptschriftleiter Anton Qerschackj Steil vcriretenüer HauptsthniHeiter Udo Kasper. — Druck der »A\arburger Druckerei«