MARBURGER ZEITUNG AMTLICHES ORGAN DES STEIRISCHEN HEIMATBUNDES Äict "M?; s,uÄ'. IS sn?; ;SVÄ r ÄS Nr 174 — 84, Jahrgang__Marburg-Dran, Donnerstag, 22, Jnni 1944 Einzelpreis 10 Rpf ßiesenschlachtschiff versenkt Die Amerikaner verloren einen 45 000 Tonnen grossen Dreadnought dnb Tokio, 21. Juni Zu der vom japanischen Hauptquartier am Diejistag gemeldeten Vereenkunq eines amerikanischen Schlachtschiffes bei den Marianen-Inseln werden (olgende Einzelhelten bekannt: Bs hajuielt sich um ein 45 000 Tonnen großes modernes Schlachtschiff, das zui Lowa-Kla&se gehörte. Die Versenkung «rfolgta bei der Ituiel Guam. Bei •Ineon dar schwer beschädigten Schlacht-•ohiff* handelt es sich um eines vom Typ Nordcarolina, welche« 35 000 Tonnen groB i«t. Dieses Kriegsschiff erhielt •diwerst« Treffer am 15. Juni In den Ge-wSMem der Marianen. Zwei der vier Plugzeugtr&qer, dl® entweder schwer be-ichädigt oder in Brand geworfen wurden, oder schwere Schlagseite aufzeigen, gehören zu der 24 000 Tonnen großen ^ex-KlasseI bei einem dritten handelt es sich um einen umgebauten 10 000 Tonnen-Kreuzer. Von den beiden versenkten Kreuzern gehören einer zu einer großen Type, während sich unter den vier beschädigten drei schwere Kreuzer befinden. Wie der Bericht besonders unterstreicht, handelt es sich bei diesen Angaben um sorgfältig überprüfte und be- st&tigte Einzelheiten. ★ MU dem 45 OOO Tonnen fassenden Schlachtschiff der Lowa-Klasse dürften die Amerikaner das größte ihrer Krieg«-schlffö verloren haben. Es galt bei ihnen als unversenkbar. Mit dem Bau von Riesenschiffen haben die Engländer 1906 begonnen. Sie ließen einen »Fürchtenichts«, (das ist die Übersetzung des Schiffsnamen »Dreadmought«) von Stapel laufen, dessen schwere Artillerie aus zehn 30.5 pm Geschützen bestand. Damals begann xwischan den großen Seemächten ein Wettstreit um möglichst gleichwertige Großkampfschiife, deren Grötensteige- Von der Invasionslront Im Vorfeld tod Cherbourg dnb Berlin, 21. Juni Die Kämpfe des Dienstags an der Invasionsfront waren eine Fortsetzung der schon laufenden Operationen. Beiderseits Tilly setzten die Briten ihre am Sonntagnachmittag begonnenen Angriffe fort, ohne Fortschritte buchen zu können. Wie luvor In den Ruinen von Tilly verblutete die britische Infanterie vor Hotto-Foute-ney. Im Nordteil der Cotentln-Halbinsel schoben sich die Anglo-Amerikaner entlang der von Barneville und St. Sauveur und Montebourg nach Norden führenden Straße näher an die Außenbezirke der Festung Cherbourg heran. Unsere Sicherungen Heferlen den vordringenden feindlichen Kräften eine Reihe von verlustreichen Kämpfen. Um die Bewegungen unserer Truppen zu stören, setzten die Nordamerikaner wieder starke Bomberverbände ein und vernichteten dabei weit über militärische Notwendigkeiten hinaus zahlreiche Ortschaften abseits der großen Straßen, die nur noch Trümmerhaufen sind, östlich der Orne engten unsere Stoßtruppen den kleinen britischen Vorsprung noch weiter ein. Die Säuberung der Wälder war durch das unübersichtliche, von zahlreichen Widerstandsnestern durchsetzte Gelände erschwert. Aber auch unsere Soldaten nützten jede Gelegenheit aus, um an die gut getarnten Flak- und MG-Nester des Feindes heranzukommen. Uber die militärische Beurteilung des Invasionsunlernehmens liegen einige interessante 'Äußerungen vor; Cyrill Falls, der bekannte englische Militärkritiker, beglückwünscht sich in der Wochenschrift „Illustrated London News" selbst dazu, daß er es bisher noch nicht wagte, zum Kampfgeschehen in der Normandie Stellung zu nehmen. Man müsse noch immer sagen, daß vor den Alliierten sich noch riesige Hindernisse auftürmten. Vor allem müsse man sich vergegenwärtigen, daß auch unter dem Gesichtswinkel des Nachschubes das zweite Stadium der Invasion, in dem die Alliierten jetzt stecken, schwieriger sei als das erste. Die englische Wochenschrift »Sphere« schreibt, das Warten auf Nachrichten ' von der Invasionsfront sei fast unerträglich. Stunde für Stunde, ja Minute für Minute sehne sich heute jeder in Eng* land nach Anzeichen, daß das Unterneii-oien gut gehe. Das Invasionsprogramm der Alliierten sei bereits um mindestens 2—3 Wochen verzögert, schreibt die spanische Zeitung »Informaciones«. Nach wie vor sei die überlegene Ruhe der deutschen Führung bewundernswert. Die Alliierten hätten überall, selbst im Bereich ihrer Schiffsgeschütze, ungeheure Verluste erlitten. rung bis 1921 auf 41 000 Tonnen gestiegen ist, worauf die Hauptstaaten als Höchstgrenze für Großkampfschiffe 35 OOO Tonnen ansetzten, eine Festlegung, die aber bald durchbrochen wurde, Die Kämpfe auf Saipan Weitere schwere Verluste der auf Saipan gelandeten feindlichen Truppen werden In Tokio durch neueste Frontberichte bekannt. Japanern ist es sogar gelungen, wie es in einem Bericht heißt, auf See die Landungstruppen mit Booten zu umgehen und hinter ihrem Rücken zahlreiche Tanks zu landen, die einen besonderen Anteil an den Abwehrerfolgen haben. In unaufhörlichen Nachtangriffen stoßen ihre Einheiten tief in die feind- lichen Reihen vor. Die schweren Küstengeschütze der Japaner auf einer Nachbarinsel beschießen ständig die feindlichen TruppenansammlTingen in Saipan und die dortigen Artilleriestellungen der Amerikaner, die jedoch, wie die Berichte weiter sagen, noch Immer Verstärkungen landen ur.d unter Bombenschutz In die Nähe eines Japanischen Stützpunkte« im Süden der Insel gelangen konnten. Auch einige schwere Geschütze konnte 1 der Feind an Land bringen, dagegen ' konnten jedoch die Japaner ihre Posi-I tionen auf den für die B'^herrschung der ! Insel so wichtigen Höhenstellungen festi-' gen, von denen aus die Gegenstöße er-' folgen, die häufig zu erbitterten Nah-' kämpfen führen. Die re^ienJe Tat Vor drei Jahren begann der Waffenganj^ gegen den Bolschewi wismus Gemeinsam bis zum Sieg Telegrammwechsel Führer—Schigomitsu dnb Berlin. 21. Juni Der Japanische Ministerpräsident Tojo hat dem Führer in einem Telegramm aus Anlaß der ersten erfolgreichen Abwehr gegen die angloamerikanische Invasion in Europa erneut Japans Entschi<^denheil zäun Ausdruck gebracht, seinerseits alle« daran zu setzen, die gemeinßamen Feinde venichtend zuschlagen und den Endsieg zu erringen. Der Führer hat darauf dem japanischen Ministerpräsidenten in einem Telegramm geantwortet, in dem er seine Überzeu- gung von dem endgültigen Sieg und seine Genugtuung darüber ausdrückte, daß Japan im gleichen Maße entschieden ist, die Feinde Deutschlands bis zur Vernichtung zu bekämpfen. Ebenso fand zwischen Reichsaußenmi-nister von Ribhentrop und dem japanischen Außenminister Shingemitzu ein in herzlichen Worten gehaltener Tele-grammwerhspl statt, in dem der unbeugsame Wille zum Ausdruck kam, die anqlo-amerikanipchen Angreifer erfolgreich zurückzuschlagen Schluss mit Mihailowitsoh England läßt ihn offiziell fallen dnb Stockholm. 21. Juni Als der Unterstaatssekretär im 'Vußon-ministerium, Hull im englischen Unter-ha\is am Dienstag über die Beziehungen Großbritanniens zu General Mihailo-witsch befragt wurde, erklärte er, man habe beschjossen. daß Großbritannien General Mihailowitsch keine weitere aktive Unterstützung zukommen lassen werde, um Streitigkeiten, die zwischen den »verschiedenen Völkern in Jugo slawien« bestehen, auszuschalten. Dieser Beschluß der britischen Regierung er- hellt aufs neue den Verrat Englands an seinen kleinen Verbündeten, die es erst für seine Interessen ausgenützt und las Verderben gestürzt hat und dann ohne jede Rückslchtnal^nne Ihrem Schicksal. nämlich dem Rol'schewismilf- überläßt Daher das aufgeregte Geschreibe der Emigranten die ihr Schicksal kommen sahen und vernteblirh versuchten, sich eine gute Presse in England zu verschaffen Vielleicht, daß sie noch Exkönig Peler als Reklamefigur für Tito gebrauchen ff Ein menschenleeres Hungerland Italienische Fallschirmer flüchten aus Rom €€ tc Mailand, 21. Juni Ein menschenleeres Hungerland ist das ganze Gebiet nöidlich von Rom bis zur Front, berichten vier Fallschirmer der italienischen republikanischen Armee, denpn die Flucht aus dem besetzten Rom geglückt ist Der Hauptmann Umberto Bruzzese, Feldwebel Marsala und die Gefreiten Angeline und Somonzelli erklärten, daß sie auf der 250 km langen Strecke von Rom bis San Vito am Nordufer des Tiber, die sie zu Fuß zurücklegten, nur brennende Ortschaften und verkohlte Wälder und Kornfelder gesehen haben. ,.Die Alliierten vernichteten das ganze Land", sagt Hauptmann Bruzzese. ..und verwandeln es in eine Wüste. Die Bauern sind überall geflüchtet und halten sich in den Berghöhlen und Schluchten versteckt." Dieses Bild bot sich nicht nur auf den Hauptstraßen, auf denen sich der Kampf abspielt, sondern auch auf den Feldwegen, auf denen wir flüchteten. Die Englander, Nordamerikaner und die Regierung Bonomi stehen vor dem Gespenst einer Hungersnot ungeahnten Ausmaßes. Rom hungert heute schon wie noch nie. Die Fallschirmer erzählten, daß sie auf einer Dienstreise nach Rom waren und dort gerade am Tag des Einmarsches der Briten und Nordamerikaner eintrafen. Sie wurden erkannt und eingesperrt. Jedoch gelang es ihnen, in dem allgemeinen Durcheinander zu fliehen und in Gewaltmärschen nach zehn Tagen die deutschen Nachhuten zu erreichen. Von Hans Hertel Nun sind drei Jahre vergangen, seit der Krieg im Osten begann. Als wir damals den Fuß in die Sowjetunion setzten und europäische Völker von Finnland bis zum Schwarzen Meer zum Schlage gegen den bolschewistischen Weltfeind antraten, waren sicherlich viele Europäer noch geneigt, den Kampf gegen die Sowjetunion als eine reinmachtpoliti-sche Auseinandersetzung zu betrachten, so wie man früher etwa einen Krieg zwischen Deutschland und Rußland beurteilt hätte. Die vergangenen drei Jahre haben nun alle Zweifel beseitigt, die in der Beurteilung des Bolschewismus noch hätten bestehen können. Zwei Erkenntnisse sind es vor allem, die sich als Ergebnis dieses dreijährigen Kampfes herausgeschält haben; Di© Sowjetunion war am 22. Juni 1941 die größte Militärraacht des Kontinents und verfügt auch heute noch über große militärische Machtmittel. Und: Stalin und die Machthaber des Kreml betrachten nach wie vor als ihr heißersehntes Ziel die Weltrevolution. . Es ist unbestreitbar, daß die Verbindung einer revolutionären zersetzenden Idee mit einer starken militärischen Kraft die größte überhaupt vor-stellbare Gefahr darstellt. Darum ist die Sowjetunion der Feind Nr. 1, und zwar nicht allein für unser deutsches Volk, sondern für ganz Europa. In der Idee ist der Bolschewismus eine gleich große Bedrohung für die übrige VVelt, weun auch rein machtmäßig die Ausbreitung der Wettrevolution erst dann für die angloamerikanische Welt eine reale Gefahr bedeuten wüicle, wenn Europa sich militärisch in der Macht der Bolschewisten befinden würde. Unser deutsches Volk hat dank dom Führer und seiner Partei die bolschewistische Gelahr in ihrer ganzen Bedeutung am frühesten erkannt. Mit uns aber auch Ciiejenigen europäischen Völker, die einen praktischen Anschauungsunterricht vom Kommun'smus erhielten an der Spitze Italien, Ungarn, Spanien und in gewissem Umfange auch Frankreich. Wer einmal die kommunistische Krankheit überwunden hat. ist dagegen immun. Er weiß dann, daß die Idee der Weltrevolution nicht dllein auf dem Papier der Zeitungen. Broschüren und Bücher steht, die in Moskau herausgegeben werden, sondern daß diese erstrebte VVeltrevolu-tion eme grauenhafte Realität ist. die das nationale Dasein jedes Volkes auslöscht, das sich von den Tarnungsmaßnahmen und den beruhigendtm Phrasen der Moskowiter einschläfern läßt. Der Führer hat diese Gefahr nicht unterschätzt, er hat sie als erster gesehen und hat sich auch nicht damit begnügt, unser Volk und die Welt darüber aufzuklären. Er hat durch die Gründung d-er nationalsozialistischen Bewegung die Voraussetzung dafür geschaflen, die bolschewistische Idee zu überwinden und dann auch im Reich die kommunistischen Organisationen mit Stumpf und Stiel auszurotten Damit war allerdings die bolschewistische Gefahr nur von innen her bes<>itigt. Von außen her blieb die bolschewistische Bedrohung bestehen und wurde von Jahr zu Jahr durch die gigantischen Kriegsrüstungen größer Nur politische Kinder konnten sich der Überzeugung hingeben, Stalin würde sich mit der Ausschaltung des Kommunismus in Deutschland und anderen europäischen Der deutsche Wehrmachtbericht Die Schiffsverluste der Angreifer Feindlicher Brückenkopf westlich der Orne weiter eingeengt — Unvermindert heftige Abwehrschlacht in Mittelitalien — Das Störungsfeuer gegen London wird fortgesetzt dnb Führerhauptquartier, 21. Juni Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt; In der Normandie wurde der feindliche Brückenkopf westlich der Orne weiter eingeengt. Feindliche Angriffe südwestacli Tilly wurden zerschlagen, 15 Panzer dabei abgeschossen. Angriffe des Gegners südlich Valognes scheiterten. Gegen die Südfront der Fe-stuno Cherbourg fühlte der Feind mit schwächeren Kräften vor, die abgewiesen wurden. Mehrere gepanzerte Spähwagen wurden in Brand geschossen. Bei den Kämpfen im Landekopf hat sich die Besatzung eines Stützpunktes der Luftnachrichtentruppe unter ihrem Komman-danten Oberleutnant Egle durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet. Das Störungsfeuer gegen London wird fortgesetzt Kampfflugzeuge erzielten In der Nacht Bombentreffer auf feindliche Schiffsansammhingen vor der normannischen Küste Seit dem 6, Juni versenkten Luftwafle. Kriegsmarine sowie Heeres- und Marine-küstenbatterien vor der normannischen Küste und im Kanal, nicht eingerechnet die feindlichen Verluste durch Minen- treffer, zwei Kreuzer, 14 Zerstörer, vier Schnellboote, 27 Fracht- und Transportschiffe mit 1G7 400 brt und zwölf Panzerwagen-Landungsschiffe mit 18 300 brt. Dvirch Bomben-, Torpedo- und Artillerie-troffer wurden drei schwere Kreuzer, drei weitere Kreuzer, 21 Zerstörer, neun Schnellboote, C8 Handels- und Transportschiffe mit 287 000 brt, zwei Landungsfahrzeuge mit 4000 brt und ein Dampfer mittlerer Größe beschädigt. Auf einer Frontbreite von über 140 km tobte auch am vergangenen Tage in Mittelitalien die große Abwehrschlacht in unverminderter Stärke. Immer wieder versuchte der Gegner unter scharfer Zusammenfassung seiner Kräfte unsere Front aufzureißen. An dem harten Widerstand unserer Truppen scheiterten alle Durchbruchsversuche des Femdes. Nach Bereinigung öftjjcher Einbrüche war die Hauptkampflinie am Abend voll In unserer Hand. Lediglich im Raum nordwestlich Perugia kamen die Kämpfe noch nicht zur Ruhe. Die blutigen Verluste des Feindes waren besonders hoch. Während der gestern gemeldeten Rückführung unserer Truppen von der Insel Elba wurden bei der Abwehr von See-und Luftangriffen zwei feindliche Schnell- boote versenkt, zwei weitere schwer be-' schädigt und zwei weitere Jagdbomber abgeschossen. Dabei haben sich die unter Führung des Korvettenkapitän Wehrmann stehenden Kampffähren und die Marineküstenbatterie .,Piombino" besonders ausgezeichnet. An der südlichen Ostfront, südlich der Smolensker Rollbahn und südöstlich Witebsk scheiterten örtliche Vorstöße der Bolschewisten. Sicherungsstreitkräfte der Kriegsmarine versenkten am 19. und 20. Juni im Finnischen Meerbusen in harten See- und Luftgefechten fünf sowjetische Schnellboote, beschädigten sechs weitere, von denen ein Teil in Brand geriet und schössen neun feindliche Flugzeuge ab. Ein eigenes Fahrzeug ging verloren. Starke nordamerikanische Bomberverbände führten am gestrigen Vormittag Terrorangriffe gegen die Städte Mamburg, Hannover, Magdeburg und Stettin Es entstanden Schäden und Personenverluste. Luftverteidlgungskräfte vernichteten 58 feindliche Flugzeuge, darunter 49 viermotorige Bomber. Weitere 23 viermotorige Bomber mußten nach Angriffen unserer Jäger und Zerstörer auf schwedischem Gebiet notlanden. Ländern abfinden. Jeder Rückschlag bei den Zersetzungsversuchen in einem europäischen Lande wurde mit emer neuen Verstärkung der Sowjet-Armee beantwortet. Schließlich bestand kein Zweifel mehr, daß die Bolschewisten zum Überfall auf Europa bereit und entschlossen waren. Da ich erst am 15. Juni 1941 Moskau verlassen habe, kann ich als Augenzeuge bestätigen, daß damals die bolschewistische Mobilmachung und der Aulmarsch nach Westen in vollem Gange war Dieser Krieg mit der Sowjetunion war nicht mehr zu vermeiden. Em weiteres Abwarten hätlG den Bolschewisten die Möglichkeit gegeben, zuerst loszuschlagen und den Krieg in das Reichsgebiet hineinzu tragen. Allein oem Entschluß des Fuh rers vom 22. Juni 1941 iet es za verdanken, daß dieser gewaltige Kampf sich nicht aut deutschem Boden abspielt Sei no einmalige Harte zeigt, daß die bolschewistische Gefahr v;el größer wai als die Kenntnis, die im allgen'.einen darübei in Europa herrschte. Als Bilanz des dreijährigen Ringens im Osten können wir feststellen, daß dei geplante bolschewistische Angntf gegen Europa abgewehrt wurde. Die bolsche wistischcn Truppen sind nicht in das. Reichsgebiet eingedrungen. Sie haben etwa 20 Millionen Mann an Toten Schwerverwundeten and Getangenen verloren und haben damit ihre Angrifls-kraft soweit vermindert, daß sich jetzt die Auseinandersetzung zwischen uns unü den Anglo-Amerikduern m Westen abwickeln kann, ohne daß uns vom Osten her die Entscheidung aus dei Hand gewunden werden könnte. Für unseie Generation sind die Belastungen, die der Kampf gegen Sowjet-rußland mit sich brachte, und auch in Zukunft bringen wirü, außerordentlich stark. Der Nachwelt atier wird es einmal geradezu unfaßbar erscheinen, in wie wenig Jahren Deutschland gleichzeitig den Angriff seiner kapitalistischen Feinde im Westen und des Bolschewismus im Osten abwehren konnte um sich dann zu einer noch nie dagewesenen Größe emporzuaeben. .Mancher Generation vor uns wurde von den vielen Aulgaben, die heule in e'nem Zuge gelöst werden müssen, nicht eine einzige von vergleichbarer Größe gestellt. So schwer unsere Zeit für den einzelnen zu tragen ist, sie 16t die giößta m der Geschichte unseres Volkes, und es macht uii«s stol? einen Kamp! durchzustehen, der an Umfang und Härte alle Kriege der Vergan genheit übertrifft und den nachiolgendeti Generationen dereinst als Schullieispie' dafür gelten wird, wessen ein Volk fa big ist. das im schwersten Kampf den unerschütterlichen Glauben an seiner Sieg behält. An diesem Page sind die Gedanken unseres Volkes bei den Soldaten dei Ostfront. Seit am 22. Juni 1941 morgens 3.05 Uhr die ersten Panzerspähwagen aul russischen Wegen nach Osten rollten und unsere Infanteriespilzen zum eriten Mal in sowjetisches Gebiet vorluhlten haben die Ostkämptei Beispielloses ge leistet und erduldet. Sie kämpfen gegen den härtesten und brutalsten Feind unter den schwersten Umständen, die Landschaft, Klima, Wege und Transportver-hältnissf» bieten können. Sie haben die Überlegenheit des Feindes an Zahl und Material und alle anderen Schwierigkeiten durch ihre persönliche Tüchtigkeit überwinden müssen. Sie stehen wahrhaft für Europa und können es nicht hindern, daß irgendwo auf diesem Kontinent noch Menschen leben, die sich einbilden, daß der bolschewistische Koloß ausgerechnet an ihren Grenzen mit höllichem Lächeln Halt machen würde. In diesem Ringen ge^ren den bolschewistischen Weltfeind zeigt der kleinste deutsche Grenadier im Osten mehr politisches Verständnis als mancher neutrale Schwätzer, der sich für einen Politikei oder gar Staatsmann halt. Das aber ist das größte Ergebnis des Ostleidzuges daß hier der politische Soldat geboren wurde, der einmal als Grenadier Adolf Hitler« in die Geschichte eingehen wird, wenn die Namen eingebildeter Größen längst vergessen sind, Zu ihm bekenn' sich heute mit dem deutschen Volk das verantwortungsbewußte Europa, das seine Existenz allein dem deutschen Soldaten verdankt In Schweden notgelandet dnb Stockholm. 21. Jum Auf dem Flugplatz von Malmö mußten, wie »Aftonbladet« meldet, am Dienstag vormittag nicht weniger als 16 USA-Bomber notlanden. Wie Reuter meldet. führten 23 USA-Bomber am Dienstag in Südschweden Notlandungen aus. 16 von ihnen landeten auf dem FlugplHtz Malmö. Die Besatzung einer Maschine, die in Brand geriet, kam um. Während eines Luftkampfps. der sich über Lailand—Alster entwickelte, sind zwei USA-Bomber westlich von Langs-land ins Meer gestürzt eine dritte Maschine stürzte nächst Gjedser «U Seite 2 * Nr. 174 ♦ Donnerstag, 22. Jun! 1944 MARBURGER ZEITUNG Das Gesicht der Invasionsfront Wie Hornissen fegen die schnellen Flugzeuge dicht über dem Boden hin — Die Blutschuld der Invasoren an Frankreichs Bevölkerung — Dörfer und Städte versinken Von ff-Kriegsberichter Günther Honolka ff-PK. — D*cht« Rag«iU>ö*D tagen ftber die grautn AsphdiLstraflen der Nor-mandie. Seit Taqen geht ddt nun echon •o Sturm, Re^tinscbauer, Nebelfichwd-den ,. Trotz tiiceer staiken natürlichen Behinderung ifit die Lufttätiykeit, besondere entlanq d«t wichtigen Nachschubstralien, in diesen Taqen überaus reqe. Ailetd nns — und ane qibt dem Käm.pf-gefichehpn in der Luft einen grinz besonderen Charakter — spielt eich der Einsatz cinqreifrnder Verbände von Jnqd-bombern und damit die Abwehr durch unsere Jaqer meist unter ciei Wolken-de-lte, also in unmittelbarer Bodennähe ab. Tl«fril«gerjagd Wie rweiid gewordene Hormaeen f*- g«n die schnellen Maechinen dicht über dem Bnden hin, tprinqea iw«r Hecken, kurven durch Alleen..., eine richtige Wilde Jaqd Bei dipser Kampifuhrunq «o dicht übet den Kopten cier anrollenden Truppen und Ndchschubkolonnen niilfi-»en die Feindflieqer zu der ohnehin schon starken Brdrohunq durch unsere Jacidwdife noch eine aus tausend Rohren feuernde Abwehr von der Erde über «ich ergehen ldti«cn. Die Einheiten der Fldk, die in diesen Tagen kaum 7ur Ruhe kommen haben viele Helfer gefunden, denn jeder, der wn Gewehr oder ein Maschinengewehr r.ur fljnd hat, beteiligt eich an dieser Tieifiietjerjarjd. Eine Menge abgeschüssener Maschinen der Angreifer Idngs der Straßenzüqe zeugen von der Wirksamkeit dic^r Bekämpfung. Wiovielo Maschinen bei diesem gefährlichen Wetter schon beim Start in Enqlatid oder bei der L-indunq verloren gingen, läßt sich kaum übersehen. Das Land selbst — jener blühende, parkähnliche Gniten der Normandie mit seinen sauberen, schmucken Städtchcn bietet heute ein grauenvolles Bild des Todes. Stadt um Stadt ist von den anglo-amenkanischen Luftpiraten sinnlo« niedergelegt worden. Hier halten die Ter-rorflieqer Cleleqenheit, ihrem bllmlwütl-gen Zprstörunqswahn freien Lauf zu lassen. Die Häuser — wie es hierzulande Üblich ist — leicht und meist ohne Keller gebaut, sanken in sich zusammen wie das flüchtige Werk eini.'s spielenden Kindr^ am Steinbaukasten Wieviele tausendjähriqo Kulturdenkmäler, an denen das alte Sogenland der Normandie so reich war, wieviele taiieend Leben v()llig unschuldig hingeinordeter fran-logischer Zivilisten liegen heute noch unter den Trümmern! Frankreich hat in diesen wenigen Tagen seinen »Befreiern- einen Blutzoü entrichten mü.'wen, der alle in den großen Kriegen erlittenen Opfer schon bei weitem übersteigt, Sinnlose Opferl Vielleicht wäre dieses Werk der britischen Terrorflieger dann zu erklären, wenn auch nicht zu billigen gewesen, wenn sie damit irgendwie entscheidend die militärischen Entwicklungen an der Invasionsfront hätten beeinflussen können. .Aber nichts von alledem! Der Schlag traf ausnahnxalo« diä Zivilbevölkerung, da die deutschen Truppenkontin-gppite ihte Unterkünfte läugbt in den Be-reitschaftsraumen außerhalb der StHdte ' bezogen hatten. Den Nachschub können so'che Zerstörungen nicht unterbinden. In diesem Lande der guten Straften sogar I nicht einmal wesentlich behindern. i Das Straßennetz Frankreichs, das Im j wesentlichen erst in den Jaluen nach dem Versailler Vertrag — also zum großen ; Teile von dem Gelds unserer Reparationszahlungen — so großzügig und feinmaschig angelegt wurde, kommt uns heute zugute Ein geradezu groteske» Spiel de« Schicksals! Dieses Netz guter Strafien, von denen selbst die kleinsten Dnrfverblndungen meist noch asphaltiert ncier zumindest fest gepflastert sind, bildet ein so eng verknotetes Gewebe, daß schon ein Blick auf die Karte dag Sinnlose dieses Versuches, den Nachschub zu unterbinden, dem Laien klarmacht. Wo die Verwüstungen in den Städten mit Durchgangsstrdßen besonders schwer sind, wo ganze Stadtviertel in Mörtel-und Ziegelsteinhaufen auf den Verkehrswegen liegen, da genügt eine kleine Umfahrt von wenigen Kilometern, um den Nachschub ungehemmt daran vorbeizuführen Ein grausiger Irrtum Für das so schwer geprüfte französische Volk über gab es etn furchtb^iies Erwachen Man hatte geglaubt, abseile stehen zu können, man — das war leider der GroOteil Frankreichs — dachte, den Krieg als beendet betrachten zu können und kümmerte sich einfach nur »o-Icnge um die Notwendigkelten und Gegebenheiten diese» Schicksalskampfes, als sie fJen Ablauf des lÄgllchen mehr oder weniger bequemen Bürgerlebens wesentlich berührten. »Die Engländer werden es schon machen . .!«, das wa^ ein geflügeltes Wort geworden. Sie haben es schon »gemnchf«! Frankreich wurde von seinen Freunden zum Kriegssrhau-platz des erbitterten Kampfes ausrrse-hon, Schon blutet es aus tiefen Wunden. Zwhchon den Ruinen seiner Häuser, vor den Trümmergräbern der FamiTen erst ist manchem die Erkenntnis gekommen, wo in diesem Ringen um Europa das Recht und die soviel zitierte »He'llge Mission« liegen Es Ist mehr als nur die persönliche Wut über den erlittenen Verlust, mehr als der menschlich verständliche Haß gegen d e anglo-amerikanlschen Zoj. siöTer, der sich heute schon üherall im Tande bemerkbar macht, wenn die Franzosen ihre Haltung den Deutschen gegenüber zu ändern beq'nnen. An vielen Beispielen kann man das beobich'en: Durrhqangsweqe werden oft in freiv-'ininfm Einsatz von der Zivilbe-vftlkernnq für die deutschen Kolonnen freiqesrhnufelt, normannische R'^nern be'fpn mit heim Fanqen und Vernichten hiOaelandeter Feindeinheiten Mehr als einmal konnten wir beoharh'en, daß französische Frauen und Mädchen Blu- menberge auf die frlache Erde der GrS-her gefallener deutscher Soldaten häuften. »Les Allemands« sind auf einmal n'.chl mehr die lästigen Okkupationstruppen, condern Verteidiger geworden — Freunde. Tarnung Der Front und dem Ablauf des Kampfgeschehens hat die Eigenart der normannischen Landschaft einen ganz besonderen Stempel aufgedrückt. Flachwellige Hügel, weltgewundene FluBläufe, dich'e Alleen und vor ftllem die zwischen einem unentwirrbaren Kreuz-und-quer grüner Hecken regellos wachsenden, breitkroni-gen Obstbäume bieten unseren Truppen und Ihren Fahrzeugen viele i.atürliche Deckungsmögllchkelten gegen die ständig drohenden Tieffliegerangriffe. Jeder Panzer, jedes Kraftfahrrad, ja sogar jeder einzelne Mann verwandelt sich im Nu in ein Stück dieses grünen Gartens. Tausend Tricks werden erdacht, un-erschöplirh sind die Männer im Erfinden immer neuer Möglichkeiten der Tarnung. Die gute Tarnung Ist In dem deckunqs-reirhen Gelände of^^entscheidend. Die Panrer haben im Schutz der Hecken und hochstehenden Felder Immer wieder die Möglichkeit, sich bis auf nächste Entfernung an den Gegner heranzupirschen. Wo der Engländer oder Amerikaner angreift, da massiert er auf engstem Raum so viele schwere Waffen, Bomber und Schiffsgeschütze, daß buchstäblich kein Stein mehr auf dem anderen, krin Baum stehen bleibt. Dörfer und Städte versinken, werden einqeebnet und die Trümmer noch umgepflügt. Die deutschen Grenadiere haben das elnzine Mittel gegen d'efie Vernichtunns-überfälle länqst gefunden — es Ist da» alte, oft erprobte Motto: »Rein In den Leib von Mutter Erde!« Die vorderste Frontlinie besteht heute bipr, im Küstengebiet von Caen, au^ Schützenlöchern. Solanne die Männer in diesen Löchern noch ein schlagendes Herz im I.eibp haben, solanqe sie wissen, wofiV sie kämpfen, k^nn kein noch so vernichtendes Trommelfeimr der Tnvnsoren ihren Ab-wehrwlllen brechen. Der finnische Webrmachtberichf Heftige Kämpfe auf der Karelischen uncl Aunus-Landenge dnb Helsinki, 21. Juni Der finnische Wehrmachtbericht hat folgenden Wortlüut: Auf der karelischen Landenge griff der Feind am Dienstag mit Unterstützung von Panzern, Artillerie und Luftstreitkräften heftig unsere Stellungen südlich Viipuri (Wiborg) an Es gelang dem Feind, nach heftigen Kämpfen in die Stadt einzudringen. Unsere Truppen mußten wegen des feindlichen Drucks sich auf neue Stellungen unmittelbar nördlich und nordöstlich der Stadl zurückziehen Westlich von Viipuri (Wiborg) wurden heftige Angriffe, die der Feind mit Unterstützung von Panzer-angriffen unternahm, zurückgeschlagen. Dabei wurden 26 Panzer vernichtet. Bei Ayrbpää unternahm der Feind mehrere Angriffe, bei denen er unter großen Verlusten zurückgeschlagen wurde. Im östlichen Teil der Karelischen Landenge wurde ein Versuch des Feindes, den Suvanto-Kanal zu überschrei.ten, vereitelt. Zahlreiche Transporter wurden versenkt. In den letzten zwei Tagen wurden mit Sicherheit 26 feindliche Panzer vernichtet Auf der Aunus-Lnndenge und der Landenge von Maaselkä unternahm der Feind a.i mehreren Stellen mit Abteilungen bis zu Bataillonsstärkc örtliche Angriffe, d'ie untei bedeutenden Verlusten für den Feind abgeschlagen wurden. Den feindlichen • Landungsfahr-zeugen gelang es In der letzten Nacht, unter Einnebelunj Truppen von der Küstp nach dem nördlichen Teil der Koivisto-Insel zu versrhieben. ffämpfe um den feindlichen Brückenkopf dauern an. ,, L^nserp Luftstreitkräfte und deutsche Sturzbomber griffen feindliche Bereitstellungen und Marschkolonnen an. Der Schwerpunkt der feindlichen Lufttätigkeit lag weiterhin im Seegebiet zwischen der Koivisto-Insel und der Nord-küste von Viipuri. über der Karelischen Landenge und im F'inniscben Meerbusen scho';sen unsere Jäger und Bordabwehr 6.1 teindliche Maschinen ab. Auf der Aunus-Landenge sind vier weitere Flugzeuge abgeschossen worden, somit verlor der Feind im Laufe der letzton 24 Stunden 67 Maschinen. Im ncht'?Jen Au)^enb!*ck Schwelzerblatt ÜbPr die neue Waffe dnb Genf, 21, Juni Die »Neue Züricher Zeitung« stell* in einem Bericht aus Berlin u. a. fest, daß das nalionalsozialistische Deutschland die Welt wieder einmal mit einer kaum mehr für möglich gehaltenen Überraschung in Erstaunen versetzt hat. Das Blatt schreibt wörtlich: «Hitler befolgte auch in diesem Falle seinen altbewährten Grundsatz, bis zum günstigen Augenblick sein Vorhaben zu verbergen, aber es dann unter Aufbietung aller Kräfte rücksichtilos durchzuführen. Die neue Waffe war zweifellos «chon «eit längerer Zelt fertig und ihre Verwendung im letzten Winter hätte die Moral der leidenden Bevölkerung selbstverständlich in wünschenswerter Weise gehoben und die Aufgabe der Regierung erheblich erleichtert Die Versuchung, schon damals zu beginnen, war sehr groß, aber das deutsche Heer besaß Nervenkraft genug, um den Tag abzuwarten, den er für den geeignetsten hielt. Er wurde so gewählt, daß die Alliierten am empfindlichsten getroften werden sollten. Einer Londoner ,• Eiqenmeldunq in »Sveneka Dagbladet« zufolge, wird jetzt fp«tgestellt, daß die Bekämpfung der deutschen »Roboterflugzeuge« (wie ra.in die rätselhaften Sprengkörper nennt) durch britische Jagdflugzeuge sehr schwierig und mit großen uetahren verbunden «ei. Die Robotarflugzpuqe hätten eina viel höhere Geschwindigkeit als man iuer«t angenommen habe. Außerdem können es, wenn das Jagdflugzeug seine Geachütze zu nahe am Roboterflugzeug abfeuere, passieren, daß es bei der Explosion selbst zerstört werde. E« müsse infolgedessen sein Feuer aus bedeutender Entfernung auf das deutsche Flugzeug richten. E« sei aber notwendig, daß ein bestimmter Punkt auf dem Ro-boterflugzeuq getroffen werde, sonst explodiere es überhaupt nicht, sondern stürze ab und explodiere beim Aufschlag, und gerade das soll verhindert werden. Eine schwerere Aufgabe, so wird daraus gefolgert, habe es für die britischen Jagdflugzeuge bisher wohl nie q«rnii Rndqas^o S. tur Zeit fflr Anrpiann n Gräben im waldigen Sumpfland oder die windigen Felsennester in der Tundra droben Hunderte von Kilometern über ' dem Polarkreis, vorzustellen, aber ihr nüchterner Verstand lehrt sie, auch die Dinge des Krieges mit objektiven Augen zu sehen. Und wenp uns die finnische Studentin erklärt, daß sie die Deutschen liebe, weil sie die Brüder ihres Volkes seien, so kann man einen leichten Schauer der Bewunderung für diese Tochter dieses eigenwilligen, jungen Volkes nicht verhindern. Unser politisch geschultes Denken aber wird gleichermaßen angerührt von den Gedankengängen der jungen finnlandschwedischen Korrespondentin: »Wir Finnen und Deutschen«, sagt «ie, »stehen auf der gleichen Linie und gehören beide nebeneinander, l^lein Bruder kämpft seit Jahren genau so an der Front gegen den Bnlschewlsmus wie Sie, Es kann nie sein, daß wir diese Waffenbrüderschaft vergessen, denn nur aus ihr kann uns die neue Zukunft erstehen, die Finnland den Platz im Orchester des Europäertums gibt, der ihm kraft seines lünfundzwanzlgjiihrlgen Freiheilskpmpfes gebührt. Kein vernünftiger Mensch Suomis kann anders denken.« Diese männliche, konkrete Elnstellunq der finnischen Frauen zeigte uns auch jene Dame, die seit einem Vierteljahr-hundert in Helsinki lebt dabei aber ganz Europa kennt und die Sprachen vieler Länder spricht, in deren internationale Treffpunkte sie ihre Reisen führten: »Wir miissen ja zu ihnen stehen«, sagt sie in ihrer vornehm klugen, akzentfreien Sprechweise, »denn rlaß der Bolschewismus uns sofort auffressen würde, weiß jeder Finrte genau so gut wlp jeder Deutsche Das uns niemand anders hilft als Sie, fühlt jeder, selbst jener, der ni» mit Deutschen zusammenkam und ihr« ehrliche Kameradschaft kennenlernte. Ich kenne die internationale Atmosphäre, und ich weiß mit aller Klarheit, daß wir Verbündeten nur au« eigener Kraft zu unserem lockenden Ziel qelan-gen können, wenn wir mit Haltuna die Drohung dieses Chaos übeistehen.« Und es gab unserer Liebe zu diesem Land der unverschlossenen Haus- und Herzenstüren einen mächtigea Auftrieb, als uns jene Dame, die in der. Hotels der großen Länder ebenso zu Hau'^e ist v/ie in den Rlockhäusern nordfinnischer Holzfäller und Fischer, zum Abschied sagte: »Früher sagte ich: auf Wiedersehen, und; Kommen Sie bei uns in Holsinkl vorbei Aber ich kann leider keinen Menschen mehr einladen, denn unser Haus haben bolschewistische Bomben zerstört. Aber ich habe es schon wieder auf 5,5 kq Gepäck gebracht«, und^ dezu lächelte sie ein wenig wehmütig, v/le Frauen lächeln, die viel vom Leben erfuhren immer aber worden wir an die heim-weh^Üße sehnsuchtvolle Stund" In unserem Blockhaus denken, das die zarte Vogelstimme jener karelischen Sängerin von der Helslnker Oper, die zu den deutschen Soldaten ans Eismeer gekommen war, mit schmeichelnden Melodien erfüllte, Sie sanq uns das kleine Lied: »Ich wünsch' mir ein kleines Haus für Dich und für mich,« Sie sang es so innig, daß uns der heiße Wunsch und der harte Wille zum Sieg wie eine mächtige Woge erfüllte. Denn niemals wird dieses Haus im Wald gebaut werden, niemals wird der Zaun ein kleines Königreich von Freien umgrenzen, wenn unsere Kraft und unser Wille zum Durchhalten vor dem ostischen Moloch Kommunismus •rUhmen. KriegsberJcliler Karl f/aas MARBURGER ZEITUNG Donnerstag, 22. Juni 1944 * Nr 174 * Seit« 3 H^MioUithe Rmdstiuut: UntersteirischeSinggemeinschaften im Wettstreit J J ^ Die lastige Zugskofltrolle I Der kulturelle Wettbewerb nimmt am Samstag in Pettau seinen Fortgang Laienspielgruppen zeigen ihr Können FERE ERSTEIRER Mancher, der beruflich unterweq« «ein muß, iriän hier und da Ärqer enipfuiwlen h.'ben, wenn »;r aus seinem Schlaf durch den Rut »Zu^skontrolfei« aufgeschreckt wurde. Wer 6eine Papiere in Ordnung hat, braucht ja auch nichts zu befürchten. Aber hier ein Vorkommnis, das beweist, wie umaichtiq und qenau kontrolliert werden mufl. Von A. nach B. fährt ein Flakoffizier. Seine Papiere werden von der Zugstreife — von einem Hauptmann qeführt — als in Ordnung befindlich bezeichnet. Nach einer kleinen Weile kommt der Hauptmann wieder und bittet diesen Offizier um seine Unteistützung. Einige Abteile weiter verhaften dann beide einen Offizier in deutscher Uniform Wa« war geschehen? Der Hauptmann — Streifenoffizier — hatte hei dem verhafteten Offizier Ausweispapiere festgestellt, die dem Ver-hcifteten niemals gehören konnten Denn diese Ausweispapiere zeigten den Bruder des Streifenoffiziers. Und dieser Bruder war seinerzeit in Afrika In Gefangenschaft geraten. Allerdings hatte sich der Streifenoffizier hei der Kontrolle selbst nicht» merken lassen, er holte sich zunächst die Unterstützung eines Kameraden, worauf die Verhaftung ohne weitere Zwischenfälle verlief. Das ist natürlich ein überaus seltenes Zusammentreffen von Umständen. Aber wenn dieser Vorfall auch fast einmalig sein sollte, so zeigt er doch, daß wir die Augen und Ohren übera!' offen halten müssen. Gar nicht auszudenken, wenn in dem Abteil, In dem der Verhaftet« saß, nua noch Geciprich» aufgekommen w&-rcn, die fflr einen feindlichen Agenten gefundene« Freesen «ein würden! HAtte denn jemand im Abteil Hemmungen gehabt, in Gegenwart eines Offiziers dies lind das aus seiner Arbeit zu erzählen?! Holten wir die Zunge im Zaum, wir wissen nie, wer da mithört. Un^ wae uns selbst am harmlosesten erscheinen maq, kann uns am gefährlichsten werden. Deshalb — schweig! Unsere Jugend voran Mathuiger VolksschUler spendeten über 60Ü RM fürs Deutsche Rote Kreuz Wir haben in der letzten Zeit schon des öfteren von der beispielgebenden Spendefreudigkeit der Marburger Schuljugend berichten können, die jede Gelegenheit nützt, um auch ihre diesbezügliche Bereitschaft zu bekunden. Mit besonderer Freude können wir heute von der Leistung der Brunndorfer Schulkinder berichten, die in rier 6. Volksschul-klassp den stolzen Betrag von 614,63 Reichsmark für das Deutsche Rote Kreuz als Spende brachte. Mit dieser Opfer-freudigkelt hat die unterBteirische Ju-qrnd erneut bewiesen, daß auch eie ge-H-nu ist, mitzuhelfen an der Erringung des Endsieges als auch die einzig richtige Antwort auf den LultterrOf unserer feinde zu geben. * Jungen vom J^hryang 1927. In den ainllichon Bekanntnidchimgen der vorliegenden Ausgabe macht der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwafle, General für Nachwuchs der Luftwaffe, auf einen wichtigen Meldetermin aufmerksam. Danach lauft für den .Jahrgang 1927 die Melde-trist rtls Offiziershowerber der Luftwaife am 30. Juni 1944 ab. I Au« der Ortsgruppe Stauden. Kre» PeltdU .vuidc i.i'iU:, iiu')i I ®U8 Unlerjabling mit dem Eisernen Kreuz Nach den schönen und stolzen Erfol- ■ legt wird. Da> dritte, von ihnen gewühlte Singgemeinschaft Gurkfeld, die Singge- j Klasse ausgezeichnet. gen des Wettstreites der Musikgemein- Lied kann aus der gesamten deutschen j meinschaften Jakobstal und Lichtenegg. Schäften ■ der Untersteiermark, der am i Musikliteratur, doch kann auch dieses den gemischten Chor des Männerge-17. und 18. Juni in Cilli zur Austragung ein Volkslied sein. Verboten lediglich j sangsvereines Pettau, den Ranner Man-gelangte, findet Samstag, 24 Juni, in sind moderne Tanzschlager sowie Lie- I nerchor, den Frauenchor als auch den Pettau der Wettbewerb für Singgemein- , der aus Operetten und Tonfilmen schaffen statt. Jeder sich arn Wettbewerb Der Wettstreit der Singgemeinschaften beteiligenden Singgemeinschaft stehen j in Pettau, der Samstag ab 14.30 Uhr im neben den vorgeschriebenen Pflichtlie- Hofe des Kreishauses beginn», wird fol-dern zwei deutsche Volkslieder zur freien gende Singgemeinschaften aus allen Tei-Auswahl, wobei besonderer Wert auf das len des Unterlandes vereint finden: die Singen von steirischen Volksliedern ge- Frauensingschar aus Anderburg, die Lichtbildi WtiBtnttclotr, Marbarf Die Fahne steigt am Mast empor Wie gestern bereits berichtet, fanden sich in der hoch über dem Drautal gelegenen Schulungsburg Wurmberq des Steirischen Heimatbundes in der Zeit vom 6. bis 15 Juni unter Leitunq der Gau*Kindergruppenleiterin Uray die Kreie-kindergruppcnleitcrinnen der Steiermark und Untersteiermark und mit ihnen Kameradinnen aus den Gauen Kärnten, Niederdonau, Tirol und Wien zu einer Arbeitstagung zusammen. Der reiche Arbeitstag begann stets mit dem Aufziehen der Fdhne, die in diesen Tagen weit ins Land grüßte Männerchor aus Rohitsch, die Sinqge-meinschaften Römerbad und Strahleck, den Trifailer Bergmannschor und die Singgenieinschatten Tütfer. Am Samstag um 20 Uhr wird als .Aus-klang des Tages bei guter Witterung ein IMätzknnyert im Stadtpark, Ornirfkai, zur Durchführung kommen, das seitens der Pettauer Einwohnerschaft gleichfalls hcizliche Aufnalime finden düiftc. Neben diesen beiden Wetli)ewerben der Musik- und Singgemeinschdlten, lauten in den Ortsgruppen auch die Wettbewerbe der TheaterspielgemeinscliÄl ten. die in tier Zeit vom 1. bis .10. Juni in der zuständigen Heimatortsgruppe zur Austragung gelangen. Hierbei können entweder Einakter oder dreiaktige StückR mit oder ohne CJcsangseinlagcn aufgeführt werden. Zum Wettstreit sind sowohl neiieinstudierte als auch bereits von der Bühne aufgeführte Stücke zugelassen. Nach dem bereits mit gutem Erfolg durchgeführten Wettstreit der Laienspielgruppe Schlrnidorf im Abstaler Hel-matbundsaal gelangt Samstag, 24 Juni, Handelsschule nur norh nach dem Pflichtjahr. Dei Reich(^erziehungsniinu sler hatte bereits vor längerer Zeil empfohlen, weibliche Jugemlliche n^ih Ableistung dos Pfiichtjihreg /um Besurh von Han(ielsschulen zuzulassen Dej- Minister hat dieso Empfehlung jetzt zur Anordnung erhoben Ein neuer Erlaß des Reichserziehungisminis^er!» ordnet dahet an, daß die Zuldssung zum Besuch von Handels- und Höheren Handelsschulen grundsätzlich von der vorbei igen Ab-leistung des f^JUch'jahreg abhängig zu machen ist. Aus und Laud Marburg. Der für heute von der Marburger Voiksbildungsstätte angekündigte Vortrag »Deutschland kreuz und quer« kann aus technischen Gründen nicht durchgeführt werden. Die Karten werden jn der Geschäftsstelle des Amte-^ Volkbildung, TegetthoffstraSe 10 a, bis 2ß Juni 1944 zurückgenommen Oberradkershurg. Die dienstfreien Ge-folgschaftsmitgiieder, unter ihnen auch der Amtfivorsteher, des Postamtes Oberradkershurg haben den vergangenen Sonntag bei der Einbringung der Heu- der Wettstreit der Spielqemeinschaft I Gutsbesitzer Alois Jurscha .... A t TU * 1 I verbracht und haben damit gezeigt, daß Tyfter_iur__Au,tr,gung.^ Ihm folgen am ,1!« Kräft. »«■ 25. Juni die Laienspielgruppen Hohen* mauthen und Mahrenberg, wlhrend am 27. Juni dl« Laienspielgruppe Luttenberg, am 28. Juni die Spielgemeinschaft Ponigl, Freitag, 30. Juni, die Theatergruppe Egidl und schließlich am 2. Juli die Laienspielgruppe Steinperg in Margarethen ihren Wettstreit austragen und somit die Veranstaltungen anläßlich des diesjährigen Wettstreites des Volkskulturwerkes im Steirischen Heimatbund beenden wird. mittelstelle hat sich der Ansicht des Erstgerichtes vollinhaltlich angeschlossen, das in den Urteilsgründen u. a. ausgeführt hat, daß gerade während der Zuchthaus für Wilderer Vom Gerichte Pettau wurde der 47jäh-rigc Schutzangehörige Johann Drewen- schck aus Woilgang in der Kollos, ledig, Kriegszeit das Wildbret einen wichtigen Bergarbeiter, wogen Wilderns von minde- Bestandteil der Volkscrnährung darstelle. stens sieben Stück Rehen, wovon min- , Eine entsprechende Hege könne aber der.tens vier Ricken, in der Schonzeit in ' wegen Mangels an Jagdpersonal im Schlingen gefangen wurden, zu einer : Kriege nicht durchgeführt werden. Das Zuchthausstrafe in der Dauer von drei Wild müsse darum während des Krieges [ ^,^11 "die Tlj'cihrVqe ArbeÜe^sgättTn' An- 1 nriirlmlft 11 j* a>k >ir r-n h n V rX^r In. ^ _ nACrkriHAre ACH I I T ** I ««'Ar/fork l.\/AT^n ____•' ■' die rechte Kniescheibe schwer vei letzte. — In Kappel bei Marburg stürzte der 40-jährige Arbeiter Josef Schaffer aus Knlt-telfeld vom Kirschbaum und verletzte sich den linken Unterschenkel. — Eine Gehirnerschütterung und Kopfverletzungen zog sich durch Sturz von einem Baum der 13jährige Besitzerssohn Franz Reischp aus Poßruck 10 zu. — Kopfverletzungen Jahren verurteilt. Drewenschek, der be- ' besonders geschützt werden. Wenn sich reits zehnmal vorbestraft ist und wegen : jemand übet diese Pflicht hinwegsetze, Wilddiebstahls und Raubes schon über ! nur um ein angenehmes Leben führen zu können, so könne diese Tat nur mit härtesten Freiheitsstrafen gesühnt werden. 12 Jahre schweren Kerkers verbüßt hat, hat im Sommer 1943 im Gemeindegebiet Monsberg durch Schlingenlegen aus einem Waldrevier mindestens sieben Stück Rehwild auf diese gemeine Art gefangen. Diese Wilddieberel übte er deswegen aus, um sich durch den Verkauf von Wildbret eine entsprechende Einnahme zu sichern und ein angeneh- i nies Leben führen zu können. Zwei ' slritz bei Rast bei der letzten Haussamm-Frauon die Drewenschek bei der Wil- I lung des Kriegshilfswerkes für da« dere-i unterstützten, wurden 7U Gefäng- i Deutsche Rote Kreuz 100 RM anstelle nlsstrafer» von acchs und drei Monaten eines Kranzes. VorbUdliche Spende für das Deutsche Rote Kreuz. Anläßlich des Heldentodes eines guten Freundes der Familie spendete Frau Ndda Scherbaum aus Fei- verurteilt. Die von Johann Drewenschek gegen das Urteil des Gerichtes Pettau eingebrachte Beschwerde wurde von der Rechtsmittelstelle beim Beauftragten für die Rechtspflege In Marburg als unbegründet zurückgewiesen. Die Rechts- Ins Marburger Gaukrankenhaus eingebracht. Mit dem linken Fuß kam der 31-jährige Grundbesitzerssohn Stanislaus Prelog aus Fraiiheim 15 bei Marburg unter ein Wagenrad. — Auf die Sense fiel der 17jährigc Keuschlerssohn Stanislaus Pliberschek aus Rogeis 39, wobei er sich Der Feldpostbrief — Stimme der Heimat Die stillen Zeichen der Liebe und Dankbarkeit ,,Gepackt, gesiegelt, nun geh hin, erfreue meinen Herzensjüngen, wär' ich so jung, so alt Ich bin, ich wär' der Feldpost nachgesprungen", diese Worte werden uns allen aus dem Herzen gesprochen sein, die wir oft schon in die-on Kriegsjahren einen Ffldpostbrief mit (Ion tausend Wünschen für alles Soldci-fcnglück dem roten Kasten übergaben und dann, vielleicht nach Wochen oder gar nach Monaten sehnlichst Antwort erhielten. Für Millionen deutscher Menschen ist die Feldpost zu einer Einrichtung geworden, die niemand mehr missen möchte. Vater und Mutter schreiben an den Sohn, denn jede Veränderung im Hdus, jeden Zuwachs im Viehstall soll der Junge an der Front wissen. Und während sie mit oft ungeleni^er Hand schlichte Worte zu Papier bringen, ersteht ihnen ihi Stückchen Heimat so, wie sie es sich immer wünschen und es wird durch die innere Wärme weiterge- tragen viele hundert Meilen zum Sohn, der in diesem Feldpostbrief das Lied der Heimat hört. Kuiz gesagt, es ist die Heimat selbst, die durch den schlichten Feldpostbrief von Vater und Mutter an den Sohn, von der Frau au den Galten, von den Kindern an den Vater, von der Braut an den Liebsten spricht, persönlicher als dies andere Nachrichten zu tun vermögen. Die kleinen Dinge des Lebens sind es oft, die Freude bereiten können und daher nimmt auch der Frontsoldat jede Nachricht der Heimat, an der er mit jeder Faser des Herzens hängt, mit besonderer Liebe entgegen. Ob es sich um die ersten Gehversuche dos Jüngsten handelt, ob es eine Schilderung über das gepflegte Gärtchen vor dem Hause ist, ob es Nachrichten von Freunden und Bekannten sind oder sonst tausenderlei Dinge, die ihm in der Erinnerung zu vertrauten Einzelheilen seines früheren Le- Aofnahmini Slcften-Llchlbitd, üri> Oer Feldpostbriet an seinen Soha benskreises geworden sind, all das ist ihm, wenn es von liebender Hand mitgeteilt wird, lieb und teuer, eben weil es ein Stück Heimat ist. Wer von uns möchte nicht von ganzem Herzen alles tun. um unseren Lieben im Felde diese Freude, auf die sie gewiß den größten Anspruch haben, bei jeder Gelegenheit von neuem zu schenken und alles zu vermeiden, um durch ein unbedachtes Wort der Klage oder der Unbehaglichkeit die Sauberkeit unseres Wollens zu trüben. Niemand wird dies wollen, das ist gewiß, denn Im Vergleich zu den wirklichen Opfern, die der Krieg fordert, sind all die kriegsbedingten Unannehmlichkeiten nicht nennenswert und das erste Aufwallen der Gefühle zu Papier zu bringen ziemt uns Deutschen nicht, denn ehe der Feldpostbrief den Empfänger erreicht, hat man diese kleinen, unangenehmen Dinge längst vergessen. Unsere Lieben an der Front ist aber durch diese Nachrichten eine seelische Belastung aufgebürdet, die Ihnen unverdient manche unruhige Stunden bereiten und das glückliche Bild der Heimat, das der Soldat immer vor Augen hat, trüben. Und wie die alltäglichen kleinen Sorgen, so gehören auch Geschwätze und Schreckensgeschichten, die durch männliche und weibliche Klatschmäuler breit getreten werden, nicht in die Nachricht an die Front, denn hinter ihnen verbirgt sich meistens die Lüge des Feindes. Gewiß, auch der Sohn der Untersteiermark will Anteil nehmen an den Sorgen und Nöten der Heimat, nur muß e« sich immer um Dinge handeln, die es wert sind, daß man sie gemeinsam erlebt. Und derer gibt e« so viele: die kleinen Freuden des Alltags, der Stolz über die eigene Leistung, gemeinsame Erinnerun gen, Eindrücke über ein gutes Buch, eine frohe Kinderschar. AH das sind Sonnenstrahlen, die zur Quelle der Kraft und des Vertrauens werden, wenn sie im Feldpostbrief unsere untersteiiischeu Väter und Söhne an den Fronten erreichen und sie werden zu dem, was sie sein sollen; zu Beweisen dei Liebe und Dankbarkeit. gola Kraner au« der Fraustaudnerstraße 37 in Draiiweiler bei Marburg. Todesfälle. In Marburg verschied die 56jfihrige Modistin Maria Grubelnik aus der Wildenrainerstraßa 17. — In Packen-steJn starb die 75)8hrlge Gnindbesitz»-rln Maria Bergles, geb. Bergles. — Im Alter von 65 Jahren Ist die Besitzerin Maria Podgorschek In Ponigl gestorben. Es wird verdunkelt; von 22 bis 4 Uhr stehen. Lalbnltx. Qelraltar Prem Hammer tw Hlchberg-Trautenburg arhielt das Eisern« Kreuz II. Klasse. Arntels, Vor kurzem fand nach atnar mehrwöchentllrhen Schulung die Abschlußprüfung des Grnndausbildungslehr-ganges für DRK-AnwÄrterlnnen statt Alle Bewerberinnen konnten die Prüfung mit Erfolg ablegen. — Auf dem Sportplatz wurde der Reichssportwettkrimpf der Hitler-Jugend durchgeführt Em hoher Prozentsatz der angetretenen Jugend erreichte die vorgeschriebene Punktezahl. — Seit Kriegsbeginn wurde der dritte Lehrgang des NSKK für die Ablegung des Führerscheines durchgeführt. Außer den elf Jungen, die die Prüfung für den Führerschein der Klasse 4 bestanden haben, nahmen an der Schulung und Prüfung auch fünf Mädchen der Jugend-gruppe der ^^S-Frauenschaft teil, die den verschiedenston Berufsgruppen angehören. Oherhaag. .^rn 11. Juni betreuten die beifleii Ortsgruppen Arnfels und Ober-hang, Kreis Leibnitz, das Reservelaza^ett Straß Durch die fleißige Sammeltätigkeit der Blocklelterlnen der NS-Frauenschaft war as möglich, dia Vervmodeten mit Mehlspeise, Brötchen, Zigaretten tmd Wein zu bewirten. Bei einem geselligen Bei5?nmmen«eln brachte der Mn^1k7uq der T^Iitler-Jngend und der BDM aus Oberhaag sowie die Jungendgruppe Her NS-Prauens^hnft aus Arrfels in bunter Folge Ntufiikstücke, Einakter, Lieder und Tanze zur Auffuhrung. Sfopfstunde für unsere Soldaten Ein besonderes ErcijJnis für Friedauer Schülerinnen Daß »msere unte'sibirischen Mfldel freudig ihren Platz innerhalb der deutschen Helfergemeinschaft ausfüllen und Immer da sind, wo sie zum Einsatz gerufen werden, wissen wir nur zu gut. Nicht abzusehen ist das große Gebiet ihrer Hilfeleistungen bei den Straßensammlungen für "das Kriegs-WnW, das Deutsche Rote Kreuz, den Sammelaktionen lür Spinnstoffe usw. Immer standen sich hier die Schulklassen unserer Städte und ländlichen Orte im Unterland in frohem Wettstreit gegenüber und glücklich war man immer wieder, zu erfahren, daß man in der erreichten Leistung an der Spitze stand. Und wie oft traten die Mädel, mit Körben »bewaffnet«, am frühen Samstagmorgen ihren Marsch In die heimatlichen Wälder an, um unter aachkundiger Führung Hellkräuter zu sammeln, und dies mit ausgezeichnetem Erfolg, Dann wieder galt e«, Verwundeten eine Freude zu bereiten, Lieder, Spiele und Volkstänze einzuüben, um dann mit den Frauen aus den Frauengruppen den Weg in die Lazarette anzutreten und dort mit der Überreichung der Gaben selbst glücklichste Stunden zu erleben. Diese« Mal aber kündigte die Lehrerin der Schule in Friedau einen besonderen Dienst an: Stopfstunde für unsere Soldaten, Mit hochroten Wangen mag da manche« Mädel nach Hause gekommen sein, um den Eitern zu berichten, daß sie nun ihr in der NShstunde und im Elternhaus gelerntos Können wirklich einmal unter Beweis stellen kann. Schnell wurden vielfarbige Wollresta zusammen- gesucht, denn bei diesem Sondereinsati wird sicher viel »Werkzeug« benötigt. Kaum konnte man den anderen Morgen erwarten. Früher als sonst fand man sich in der Schule ein und in munterem Geplapper bildete die Stopfstunde ddS Gespräch dieser Mädel. Und dann stellten sich pünktlich die Abordnungen unserer Soldaten ein und brachten die »Kompaniestrümpfe«, zum Toi' ordentlich mitgenommen, so daß manches Mädel der Mithilfe der Lehrerinnen bedurfte, die gangbare Wege fand, diese oder jen« Socken wieder benutzbar zu machen, ist es doch wichtig, die Reparatur so fertig TU stellen, daß der Soldat mit «o einem geflickten Strumpf ruhig seinen 40-Kilo-meter-Marsch aufnehmen kann, ohne am Ende desselben von Fußheschwerden geplagt ru sein, Doch zur Ehre unserer so arbeitsfreudigen Mädel sei es gesagt: Sie haben auch hier hier ein mitfühlendes Herz gezeigt. Wie neu, doch etwas bunt in den Farben, so kamen pünktlich zur festgesetzten Zelt die Strümpfe zur Ablieferung und man konnte die Freude an den strahlenden .^ugen unserer so braven Friedauer Madel ablesen, die nicht nur zeigten, daß sie in ihren Nähstuben etwas gelernt haben, sondern daß auch sie trotz ihrer Jugend bereit sind, ihren Platz in der großen deutschen Helfergemeinschaft auszufüllen. Und daß ihnen dies« durchaus nicht einfache Sonderarbett viel Freude gemacht hat, zumal sie dieselbe fflr unsere Soldaten tun durften, g.ng aus der Frage hervor; Und wann kommt der nächste Transport? Aulnahmet Hoiiian, Frird.iu Dia Frledauar Scbülerlnnen bei dar Stoplarbelt MARBURGER ZEITUNG Eine Pflanze, die Tiere „schluckt" Die Fallen des Wasserschlaiichs rriter i. n fleischfressenden Pfianzen, f1'!- '.p dii und lür suh em seltsames | NuL.i wu:;*l"r ilüiattllcn, ist diT Wrtsser- i irii r h' p! .r'iocn Form der Fartrhlasrn, qrtijd-.' i(J, find drei Artpn aiirii hpi uns In n,. >rh, die sogenannte ..WäSser-r/ciri^ ■ u -' d(?r in zwei Foimen vorkom-ni- r-'l , Wassorschlaiich". 1 Wc»ss«-r- und Sumpf- p »ti: ■ ist am Boden des Gewässprs | n;c' • vprankf-r?, soriflcrn schwebt frei in V\ 1 ser, ein Gebilde, d K'olilrnsäuio entnehmen und fi'ni P'-iP/oiikörper zuführen, um sie I ,.i. r des Lichtes in ilbll- f 1 r W'eisfi zu Sförke verarbeiten. •'* i''i fitido" mnn zwischen dem P',1 ■ ■■.v'fjk seltsamen Ornane, de- ni'i di-^ P 'fiT.'e ihrrn Nitmen verdankt, r* ' ,,*^rlil.inr Ii'>" liiiben wie schon er-w ''nt !u'!martig{ Form, man könnte sie f;i.st rr,ii VVii'i'ierf'öhrn verwr-rhseln, d' nrn sie in der Form auffallend Ähneln. Oer ,Afiind" der H'flse, von kurzen, !v r^-,iiqon f I i,Iren nmcfeben, Iräqt auf dem v'lsijfi vorqf^tik'fierien Innenrand kurze fr'iso.i'-arire, von flenen f^ine schieimiqe T aiisneschieden wird. Wahr- si \\T>rden f'urch sie die Tiere ' Tür na'-h r>iiiwärts, und srhou qeliiiqt es dem Tier, in da? Tnneie Liebe einer Rahenmutter hl Q'UHllinhurq am Harz ist jetzt ein Ti«'.idyH 711 lif^obacht'n, bei dem ein iM'.iip (las landläufige \V\jrt von der ,,Rü-l'enr.inttfH" whlerleqt.' I in Mann halte f'abLMinesler aiisqenommcn und die Jun-qen an Kinder verteilt, die hocherfreut mit ihren Tierchen nach Ifaus« liefen. .Si« fertirjten kleine Kflflqe an, in denen die iv.nqen Raben nun wohnen. Inzwi-srhen wurden die Junqen von den Alten qesMCht, denen es auch qelanq, einen Teil der Kafiqe zu finden Jeden Morden, Mittag und Ahend kommen die AI-Va trotz des weiten Weqes reqelinäf^iq ru Ihren Jungen In dio CJ» fangenschult und hrlnqen Ihnen Nahrung. rtlnimal im Jahre Aderlaß Im 15. Jahrhundert gab ab In den K!ö-•tt-rn UHiBr den Mönchen nicht nur einen, d«r sich «Is Apotheker betätigte und den Medizinschrank zu überwachen liatle, sondorii auch stets einen, der sich als t . ruiq iin damaligen Sinne betätigte. !;■ 'st t hatte u. a. die Aufgabe, an sämt-li'i.oTi Kl(Ns'tMl)rüdern liinfiual irn .iahre ( ii ri .\(l'.*pItill vorzunehmen, der in der (''t:n'i!ir(!Mi /m! als zur Cicsundprlialtuiiq r'i'Mhiiilir-h (jait. Dieser allgemeine Ader-I wiirdo in di'i Adventzeit, zu Wrili-nrlitr-n. in dt^' Fastenzeit, zu üslein i.i; I 7u Ffinq^'ten vorgefiominen. MuUcr spranj» dem Kind n^ch T' i'z aller eindrintilichen Wornuiiqrn, Kl' 'i' r im Zuq nicht luiboaufsichligt, und vor allem nicht an Turea stehen zu las-passiert es imnvr wieder, daß Kin-(''"r aus fahrend' n Zügen stürzen. Auf di'r Strecke Hleirh':roda — Puslleben (l ■ lisfeld) fiel ein /wt tjähriges Mäd->':■ n aus der sich öffnenden Tür und die i' Ii r sjjianq ihrem Kiiu'e nach. Wuh-Ti'ii l sie mit Irichlen Veiletzunqen da- ■ in, wurde das Kind durch den Sturz fl ;l fl' r Steüü getötet. i'-eiscnneit in der Kaüeekanne : ■n:Mi r^riqinollen L'lnfall hatte in einem D' rf Im OldiMitnirgischen ein Moisen-p.hirliftn, daß sein Nest in einer alten K.r'eekanne aus Porzellan errichtete. Auf dem Bode n der Kanne, die an einem ^ n ten'/aun lehnte, richtete das Piirthfn ein '.veir-hes Nest und flog durch den < Hai'-, der Kanne ein und aus. einzudringen. Die Tür •schließt sich so-Jort wieder, da sie sich nach außen nicht ulfnen icißt, Ist das Geschöpf im Innern der Blase gefangen. Dann beginnt sogleich der Verdau-ungsprozel^ der Pflanze Kleine Drüsen im Innern des Schlauches scheiden eine schleimige Masse ab, die das Wasser verdickt und die Atmung des gefangenen Tieres unmöglich macht. Spaltpilze und Verwesungsbakterien sorgen . dann für rasche Zersetzung des toten Tierkörpers. Ein Teil der Verwesungssafte wird durch die Ddkterien aufgebraucht, die übrigen werden in den Pflanzenkörper als neue Aufbaustoffe übergeleitet. WdSBurtiere verschiedenster Art fallen dem Wasserschlauch zum Opfer: WasserflÖhe, Hüpferlinge^ Rüsselkrebs-eben, Mückenlarven, Fadenwürmer und Rädertierchen Besonders interessant ist die in jüngerer Zelt gemachte Beobachtung, daf^ der Wasserschlauch, sobald Tinr in pjne rler B' t on einzudringen sucht, durch eigenartige ,,SchIuckbewe-fjuiitjen nachhiltt. Ein Unwetter hali Vermißten finden Alle Bemühungen der Berqwacht, die Leiche eines 17jährlqen Lehrlings zu bergen, der am 12. März bei einer Skiab- fahrt nach Bad Reichenhall verunglückt war, blieben ergebnislos. Als der Vater de« Jungen nach einem örtlich nledeige-ganqenen Unwetter sich wieder einmal auf die Suche begab, fand er die Leiche «eines Sohnes in einer Alpgartenrinne. Das Unwetter hatte sie freigelegt. USA-Friedhof bei Bern Die Vereinigten Staaten haben in der Gemeinde Münsingen (Bern) ein Areal gekauft, das als Begräbnisplatz für die In der Schweiz gestorbenen amerikani-ßchen Soldaten verwende» wird. Bis heu-te sind dort etwa 35 amerikanische Piloten beerdigt, die durch Absturz oder Abschuß von Terrorbombern über schweizerischem Gebiet den Tod gefunden haben. WIRTSCHAFT UND SOZIALPOLITIK Deutsche Ausfuhrleistungen im Kriege Erhöhte deutsche Leistungsfähigkeit und Abwehrkraft des Kontinents Seit Anfang des Krieges hat Deutschland sich bemüht, seinen Außenhandel mit den europäischen Ländern nicht nur aufrecht zu erhalten, sondern zu erweitern. Diese Uemuhungen konnten auch im vierten und fünften Kriegsjahr fortgesetzt und sogar intensiviert werrlen. über die hierbei erzielten Erfolge gab der Leiter der Hauptabteilung Aulien-wirtschaft im Reichswirtschaftsministe-riuni, Dr. Kirchfeld, in einem Vortrag vor iler Presse erstmals Zahlen und Ein-zellioiten bekannt. Als charakteristische Beispiele für die Ergebnisse im Kriege stellte Dr. Kirch-fcld u. d. die Entwicklung dos Warenverkehrs Deutschlands mit Bulgarien, Ungarn und Norwegen heraus. Die deutsche Einfuhr aus Ungarn hat sich von 190 Min. RM Im Jahre 1930 auf 020 Mill. RM im Jahre 1943 erhöht, in der gleichen Zeit ist die deutsche Ausfuhr nach Ungarn von 150 Mill. RM auf 070 Mill. RM gestiegen. Die Hinfuhr aus Bulgarien betrug 19.30 100 Mill. RM, 1943' aber 300 Mill. RM. Die Einfuhr aus Norwegen ist in denselben Jahren von 100 Mül. RM auf 230 Mill, RM, die Ausfuhr nach Norwegen von 1.30 Mill. RM auf 500 Mill. RM gestiegen. Im Durchschnitt ist die deutsche Ausfuhr nach allen verbündeten Landern im Jahre 194,3 gegen 1938 auf mehr als das Vierfache qestie-gen. Bei den drei als Beispiel angeführten Ländern ist nicht nur der GesamtauRen-handel mit Deutschland vervierfacht worden, besondei;« bemerkenswert ist vor allem die Tatsache, daß in allen drei Fällen die deutsche Ausfuhr wesentlich über der Einfuhr aus den betreffenden Ländern liegt. Da% Verhältnis zwischen Ein- und Ausfuhr hat sich außerdem durchwegs zu Gunsten der betreffenden Länder verschoben. Selbst wenn rhan die inzwischen eingetretenen Preiserhöhungen berücksichtigt, zeigen schon diese drei Beispiele das Bild einer eindrucksvollen Leistung Deutschlands als Abnehmer, und — w^s zur Zeit besonders wichtig ist — als Lieferant. Diese Zahlen rücken die von deutscher Seite bereits mehrmals getroffene Feststellung erst ins rechte Licht, daß die deutsche Außenhandelsbilanz hinaichllich des Warenverkehrs mit allen europäischen Ländern durchweg aktiv Ist. Wo daa iia QMring-stand nicht zum Ausdruck kommt, wurde es durch außerhalb des Warfenverkehrs liegende Faktoren hervorgehoben Die deutschen Lieferungen haben wesentlich zur Aufrechterhaltung der Versorgung sowie der Leistungsfähigkeit dyr Wirtschaft in vielen Ländern Europas beigetragen. Der deutsche Außenhandel dient im Kriege In erster Linie der Sicherung und Steigerung der deutschen Kriegskraft. Gleichzeitig führte er zu einer Erhöhung der deutschen Leistungsfähigkeit und damit der Abwehrkraft des Kontinents gegen die Inglo-amnrikanische Blockade. Es ist sichergestellt, daß der deutsche Außenhandel auch weiterhin die gleiche Leistungsfähigkeit aufweisen wird. Flöhere Preise für den Tabakpflanzcr. Die deutschen Tabakpflanzer haben im Krieg unter erschwerten Beduigung'^^'n die Anbaufläche so au6'>' s, fiucHjy starile schwer at-nu nd hitiiilier, 'Lrltichcih zischte und rief es Im f)inq. Der Inspizient biüllte — sinnlos vor /iitregiinq — Froggy an: »Wo ist Ihr Ilerr hin?.. Was sollen wir denn bloß ti.;n?t: Der Neqer drthte sich mit einem sdiweren Seufzer um. — Das war kurz bevor (ior Vorhang liel. Durch alle Gonge des Theaters liefen Eii'.fi'^iiile und sthrien ntu h Erlaclier. N'ryends kam eine Antwort,-- In Erlnchers Ciiirdeiobe stand der Abendreqisseur Kirnke und jammerte. »Was soll denn um Gotte#j willen jetzt gr 'Erhöhen? ... Wenn nur der Herr Intendant da wärel« flu der Loge ist er nichtl« ri<»f der In-Fpi.'.ient. »Wenn er nicht im Schloß drüben ftorkt, ist er oben im Büro!« Als sin fort waten, verfiel Kimke, der foi Iwühifcind ncrvus von der Tür zum Fenster lief, auf einen neuen Gedanken. | »Man soll doch vom Büro aus hmüber ins Hotel telephoaicren. Vielleicht wis-Ken die wasi« Froggy wiegte zweifelnd den Kopl. »Laul luber ms Büro — rasch!« schrii der Abendregiseur den stupsnasigen Friseurlehrling an, der sich neugierig an die Tür drängte. — »Man »oll im Ex-zelsior anrulenl« »Was soll man?« fragte der Lehrling aufgeregt. Seine Ohren wurden rot. »Du Idiot!« brüllte Kimke. »Ich schreib s dir auf — hier!« Er warf eilig eine Nummer und ein paar Worte auf ein Blatt Papier, das auf dem Schmink-Usch gelegen hatte, und drückte es in die Hand des Jungen. — Los! Renn, was du kannst!« Der Lehrling warf sich, Kopf und Schultern voran, die Faust um das Blatt ge-krampft mitten in die Menge, die sich im Gang staute, und verschwand — von Flüchen veriolgt. Das Intendanzbüro lag etwas verzwickt im vorderen Teil des altmodischen Gebäudes, im zweiten Stock, und war eist durch einen Gang vom Foyer des zweiten Rangs au« zu erreichen. Der Lehrling schoß über die Bühna, Sie lag leer da. Nur die Notlampeii brannten. Von der anderen Seite des Vorhangs her borte er das aufgeregte Summen des Publikums. Als er die Well-blechtür öffnete, die zum Foyerkorridor führte, sah er In ein unbeschreibliches Menschengewimmol. Er hätte eine Viertelstunde gebraucht, um sich hlndurt h-zuwlnden. »Nee —,« dachte er — lief wieder zurück. quer über die Bühne bi« zur Hinterwand und kletterte an der eisernen Leiter hoch, die auf den Schnürboden ging. Von der zweiten Galerie de» Schnürbodens aus führte, das wußte er, eine Eisentür unmittelbar in den Wandelgang de« zweiten Ranges. Sie bildcta eine Station in den nächtlichen Rundgängen der Feuerwache. Es war ein ungewöhnlicher Weg zum Büro, den sich der Lehrling da wählte, aber es war sicher der kürzeste. Und auf diesem Weg stieß ihm etwas zu. Vielleicht machte sich ein Arbeiter einen dummen Wilz mit ihm... Aber die Sache hatte allerhand Folgen — und war übei-hnupt blödsinnig, bist sehr viel späler kamen ein paar Leute dahinter, welche Bedeutung dem Abenteuer auf dem Schnürboden beizumessen war. Der slupsnasige Lehrling schwang »ich, ein wenig außer Atem, auf die oberste Galerie de« Bühnenraumes. Sic zog sich längs der Mauer hin — staubig, spärlich in weiten Abständen von ein paar Glühlämpchen erhellt. An einer besonders finsteren Stelle rannte er gegen das Gestell eines Scheinwerfers und fluchte, Einen Augenblick stützte er sich auf das Geländer der Galerie imd sah, ein leises Schwindelqefühl bekämpfend, in die Tiefe des Biihnenbodens hinab. Er lag ganz leer und verlassen. Alles drängte sich In den Gängen um Erln-chers Garderobe und in der Kantine. Denn daß «me Vorstellung aus einem solchen Grunde abgebrochen werden mußte — das war noch nicht dagewesen, «elf das Theater stand. — Ein paar Oberlichter brannten tief unter ihm. Die Bäume In den Kulissen und die Felsen auf dem Hinterprospekt sahen von hier oben in eigentümlicher Perspektive aus wie schmutzige Pappkartons. Der Junge entsann sich seines Auftrags. Er wandte sich, die düstere Galerie entlangspringend, zu der eisernen lür. Er war bis auf ein paar Schritte nahegekommen, als die trockenen Bret'cr der Galerie hinter ihm knackten, »Nanu —I« sagte er und wollte sich umdrehen. Und nun passierte diese merkwürdige Geschichte: er fühlte sich plötzlich von rückwärts gepackt, eine Hand schloß sich um seinen Mund — und ehe er zur Besinnung kam, hatte Ihn der Unbekannte In eine Materialienkammer des Schnürboden gestoßen. Der Lehrling taumelt# fassungslos auf eine Kiste zu, in der Eisendraht und Bohrer durcheinanderlagen — setzte sich seufzend und rieb sich den dröhnenden Schädel. Wütend sprang der Lehrling auf und hflmmerte an die Tür: »— Aufmachen!« brüllte er. »Laßt doch die blöden Witze! ... Aufmachcnl — Ich muß was im Büro bestellen — Ihr werdet Krach mit Kimke kriegen. — Ihr Lausejunga!« Denn es bestand zwischen dem Lehr«, llng und einigen Arbeitern eine unterirdische Feindschaft aus der Fußballmannschaft her. Die Rumpelkammer hatte kein rlchti ges Fenster — nur hoch oben, unerreichbar für den Jungen, befand «ich eine verstaubte Luke, nach dem Schloßhof hin. Kein Mensch ging über die Bühne. Ea dauerte eine halbe Stunde, bis ein Beleuchter kam, der die Oberlichter ausschalten wollte. Und auch er war schon dabei, den Bühnenraum zu verlassen, als er das schwache Klopfen hörte, das von der zweiten Galerle de« Schnürbodens knm. überrascht starrte er In die finatere Hoho des Buhnenolymps. 4, Kapitel Vor dem Schminkspiegei Brlacher« saß Lonl, sie nahm sich zusammen. Auf dem Fensterbrett hockte Peter, dei Botaniker, mit unglücklichem Gesicht und sah nach dem Schloß hinüber. Der Assessor stand neben Loni und redete lhi mit kleinen korrekten Verneigungen gut zu. »Das Blöde an der Sache ist —,« sagte er etwas beklommen, »— daß man ja faktisch nicht weiß, was man tun soll Ihr verehrter Herr Bruder Ist ja schließ lieh kein Ritterfräulein, das sich entführen läßt! — Er hat sich entfernt, well et es so wollte — und er wird sich wiede" einstellen, wenn er es will!« »Aber könnten Sie denn nicht —f« »Was denn — mein gnädiges Fräulein — Meinen Sie wirklich, daß ich einer unserer Beamten hinter ihm herschicken sollte?... Wer weiß, wa« daa für Kor Sequenzen hättel« »Nein —,« seufzte Petei vom Penste her. »Wo er recht hat, hat er recht. Wli können Im Augenblick nichts machen!» Kimke, der Abendregisseur, schoß wie der einmal auf seinen wilden RundgSn gen durchs Theater zur Tür herein und pflanzte sich vor Loni auf. »Machen Sie mich nicht verrückt Mensch!« sagte ®ie wütend. »Ich weiß selber nichts!« Kimke raufte sich wortlo« seine paai Haare und srhoß wieder hinaus. Im Gang stieß er auf Froggy. »Wo ist der Kammersänger?« brüllte er ihn hyste-risrh an. »Keine Ahnung!'« sagte Froggy stumpf, >— Wo ist der Intendant?« MARPURGER ZEITUNO Donnerstag, 22. Juni 1944 * Nr. 174 * Seite 5 UNTERSTEIRISCHE LICOTSPIELTHEATER MAHa»ftG-Ü?;AW I 3URG-LICHTSPIELE 17 m l<> 44 IThl P»rnT»if 7?t' Theo<1or Dhnitgqer. Carola HOliii, Maria Andergait, BrUa V, Theltuinn Wolt Alh«rl) R^ltv, Hann Motac, Rudolt Carl nnd Gcoig Alaiander in Abenteuer im Grand'Hotel Hb alAgicle Brunndorf Dl» Vnrst«lliinq«n baginnen; Montag bli Praltaq 10.19 t)hr Stimsl^'o |7 19 l.S Uhr. Sonntaq 14 30 17 I!) IThr Donnarilag, den 22. Juni Stärker als die Liebe ■ach dem RomAn ..Die boidan Wildtauben" t«b Kick. SkovTTonnek. In dem beweglnn L«bpnsblld wlrkaa mlti Ivan P)>trnwich. Kirln Hardt, Paul llchlar und Lpny Mnrenbarh. — Für Jiigpndllrha otcht tngpIaMMl Di>itn«r«lng, 22. Juni — um 17 Uhr Dar lusllye Kaspar-Pllm SEID IHB ALLE OAt Sa( baenlalHai ilrflOp Btirg-Li'chtspiele CUli Splelrclten- Wothentngi um IB und 20,30 Uhr. Sonn-un>1 FfioitBri'' l^ 'o1-^icbtspiele CUli SpieUeU) W 17.30 a. 20 Uhr) 8 16. »,30 n. 3P.45 Uhi Donnertlag, den 22. Juni Gefährliciier FrühUnft Ein Ula-Pilm dnr Produktion 1941^ mit Olga Ticha-chnwa, Winnie Mnrkut, Stegtrled Breuer, Paul Dahlka und Frllz Wagner — Splellellungi Kam Depp«. Pitt JugeDQl che anlnr 14 Jahreo olchl iugela«Mnl Leonhard i. d. Büheln Donnarilag, 22. Juni — um 20 Uhr Mädchen in Weiß Metla CeboUrl, Ivan Petrowlch, Hilde t. Stoli und Georg Alexander Bin gaui gtofier GonuD für Jung und all, f^Ui iugendllibt anlei 14 Ja Iren alchl lugeUitenl Tonltchtspiele Deutsches Haus P c 11 a u Freilag, 23. uro 10.45 Uhr, ünmitag, 24. um 17.30, 19.45 Uhr, Sonntag, 28. Juni um IS, 17.30, 19.45 Uhr Karawane Ein packandai Geichehen mit I>a Pola, MIchal Simon, Rofsano Brazil u. a. FOt Jugendllcha nicht lugalaaioal Ton-Lichtspiele Stadttheater P e 11« u Spl^lT^lt W IT m 4S rihr S M .lO I7 tThr Dunnardag, den 22. Juni Jenny Jugo, Karl Ludwig Diehl, Hannai Staliar und Leo Peukptl Ip dem i'bermUtlyan Luitspiel Ein hoffnunftsloser Fall PQr Jugendllrhr Dirhl lugalaatenl Am Freitag, den 23. Juni wegen Thanter geichlotianl Lichtsn'clthcater Triiail Donnetilag, den 21, Jont So endete eine Liebe mit den Hauptdarilellcrn: Paula Weiialf, Willy Font und GutUv GrOndgeni. — Muilki Frani Cirolhp Rf'iii' Karl llnril. FQr Jugendliche «agelaiiaal SpIftiTelt, Wo 17.10 19 4.S Uhti 8o H, IT 30, 19.«5 Uhi nonnetslag, den 22. Jtinl Fiakerlied PIt Jugendlich« anlar U Jahren alckl Hgalatiaal Unters teirer / Ächtung ! Verordnungsund Amtsblatt dtti Chuta der Zivllverwditung lo det llnleralelermark Nr. 12, vom 13, Juni 1944 INHALT: Zehnte Bekanntmachunq über dl« Erfdssunq für den Wehrdienst in der Un-teisleierniiuk vom 6. Juni 1944. — An-ordmmq ül)er den Erholunqsurlaub der Beamten, Anqestellten und Arbeiter im öffentlichen Dienst für das Urldubsjahr 1944 vom (i Mai 1944. — Verordnunq über die Durchführunq von ländlichen Sied-lunqfivorfahren in der Untersteieriuark vom 25. Mai 1944. — Anordnung über die Ik'wirtsrliaftunq von Nahruiri«- und Futtermitteln nui mikrobiologischer Grundla-qfi vom 30 Mal 1944. — Anordnunq über die Bewirtschaftunq von Speisefrühkartof-foln vom 17. Mni 15)44 — Anordnunq des Beauftraqten lür Ernährunq und Landwirtschaft vom 27. Mal 1944, — Erlaß betreffend Rcichskarten für Urlauber vom 2. Juni 1944. — Bekanntmachunq über die Zu-lasBunq öffentlich bestellter Verme«-sunqÄinqenieure in der Untersteiermark vom 22 Mai 1944 "rluR bp«'-'"ff'»n'' gebunden. Da» Stadttheater Marburg,'Drau sucht Schneiderinnen. Vorzustellen im technischen Büro des Staditheaters. 2813-t) Lohnbuchhalter fllr Bauunterneh-munq gesucht. Zuschi. unter »Sofort« an die »M. Z.« __________4795-6 Verläßliche Bürokraft mit Mn-schinschreibkenntnieson geflucht. Zuschrj unter »Bauunternehmung« an die »M Z,«;. 4794-6 Tüchtige Burhhaltunqskraft an selbständ. Arbeiten qewöhnt, in Dauerfttellunq goiucht Zuschr unter »Baldigst« an die »M Z.« _________ 4796- r Vermessungstechnlkerlehrllnge werden zur Ausbildung an der Auabilduiigfistelle Graz angenommen. Agrarbe/Irkshchörde Marburg/Drau, Reiserstraße 3 2806-6 Hausgehilfin mit Kochkenntnissen gesucht Ernst Gert, Lebzelter und Wachszieher, Mar-burg-Drau, Herrengasse 13. _ ■_4869-6 Alleinstehendes Fräulein sucht Hebe nette Frau, die ihr leib-wasche bügeln würde Adresse in der »M. _ 4851-6 ?tltere Frau, womöglich ohne Anhanq, mit eiqener Wohnung, westliche Gegend bevorzuqt, als ganztägige Bedienerin von Arzt aufgenommen. Podinaung: rein, ehrlich und verläßlich. Zuschriften unter »Arzt« an d. »M. Z.« 4852-6 Zu vermieten Kost und Wohnung für zwei Schüler bzw Schülerinnen frei in guter Familie. Offerte unter »4859« an die »M. Z.« 4859-7 Zti mieten gesucht Möbliertes Zimmer von Frau per sofort gesucht, wenn möglich Stadtzontrum Angebote unter »Dringend 4818« an die »M^.«_^__ 4818-8 Älterer, ruhiger Herr sucht dringend mfthl. Zimmer oder Kabinett, Wäsche vorhanden. -Zuschr. unter »Rein 4020« a. d »M^Z^«^______4820-8 Kaufm. Angestellter sucht per sofort oder später reines, separates Schlafzimmer. Möglichst Zentrum oder Bahnhofs-nähe. Preis bis zu 50 RM. Angebote erbeten unter »Zentriimi an die »M, Z.« 4866-8 Wo*i»i|in<*stiaiisch Tausche schönes Zimmer und Küche mit Garten i:n Rotwein gegen ebensolche Wohnung oder für großes Sparherdzim-mer. Adresse in der »M. Z.« 4858-9 Tausche Zimmer und Küche, TriesterstraDe, für ebensolche Wohnung im Gamserviertel o, Leitersberg. Adresse in der »M. Z.« 4872-9 Funde und Verluste Junger Schälerhund, hört auf den Namen »Hasso«, hat sich auf dem Wege Kriehubergasse-Mellingerslraßif verlaufen. Abzugeben gegen hohe Belohnung hei iTöhlUh, Kriehubergasse, Gemeinschaftslager, Zollschup-fen^____^13 Damenbluse wurde am 10, Juni -in Brunndorf, Daungasse, gefunden. Abzuholen: Laudonq. fi9, Brunndorf^____ 4826 Verloren: Am Samstag, den 17, Juni 1944 zwischen 11 und 12 Uhr auf der Straße zwischen Pettau und Margareten blaue Lederhandtasche verloren. Inhalt: ungefähr 220 RM, Petroleumkarte, Seifenkarte, RAD-Paß, zwei Geldbörsen, Füllfederetui. Bitte wenigstens um Rücksendung der Dokumente, Finder erhält hohe Belohnung. Nachrichten erbeten an Wümn Griehbaum, Thomasberg. _^2871 -1 Junger brauner Hund zugelaufen. Abzuholen Tauriskeretraße Nr. 43, L Stock. Marburq-Dr, 4876-13 Verschiedenes Batterleempfäng., Marke »Hor-ny-Marquifiv«, erstklasslq u. ein wandfrei funktionierend, wird gegen gleichwertigen Netzemp fänqer eingetauschi Anzufrag.: Nachmlttaq ab 15 Uhr, Wilden-ralnergasse I,^_Marburg-Dr. Tausche rostfreie Messer und Gabeln gegen gut erhaltenen tiefen Kinderwagen. Anechrlft in der »M. Z.« 4BG3-14 Starkes Herrenfahrrad gegen guten Rundfunkempfänger zu tauschen gesucht. Wertausgleich, Hdusampacher Nr, 69, Kölsch bei Marburg-Drau. ______4865-14 Gebe kleineren elektrischen Kocher für Spiegel. Katzian Wera, Josefstraße 3, Marburg (D^au)^_______ 4071-14 Herrenanzug oder Wintermantel suche, gebe dafür guten Fotoapparat und Konzertzither Anträge unter »4849« an die »M. Z.«_ _ _ 4849-14 Tausche Gaskocher für Rundfunkempfänger auf Batterie o. doppeltürigen Kleiderkasten, Adresse in dar »M. Z.« _________4850-U Batterieempfänger. Marke »Horny - Marquis«, erstklassig u. einwandfrei funktionierend, wird gegen gleichwertigen Netzempfänger eingetauscht. Anzufragen nachmittag ab 15 Uhr Wildenrainergasse 11/III, Marburg-Drau. 4831-14 Tausche 1 Elektromotor »Elin«, 14 PS, 380 Voll, 960 Umdr., gegen kleinere Elektromolore bi» /u 10 PS. Anfr, an Alois Kra-lionia, Wagneret und Autoka-■o«serie-Workstätte, Marburg- I3rai^_jriester6tr^ 6^_ 4838-i4 Tausche Herreniahrrad gegen eine Damenrundschlff-Nähma-schine, Wertausgleich, Anzufragen Supanz, Windenauerstr. Nr. 78, Marburg-Drau, 4868-14 Krankheit' jeder Krank« lößt eine LDdc« in der Kampffront dar Haimof offen. Der Wille zur schnellen Geiundung Iii deiholb PFlichtj «r muß die Kumt der Arxl« und dl« Wirkung bewährter Arzneimittel unteritützanl AS TA ARZNEItvIlTTEL T Amtliche Bekanntmachungen Der Chef der ZivllverwaJtung In der Untersteiermark. Der Beauftragte für Ernährurkg und Landwirlschad. CdZ. LE-M 2/7&—1944. Graz, am 19. Juni 1944 Bekanntmachung Wahlweise Abgabe von entrahmter Frischmilch anstelle von TopfCQ in den Versorgungsgebieten von CllU« Marburg und Pettau. Mit Beqlnn der 64. Zuteilungsperiodo, das ist ab 26. Juni 1944, können die Verbraucher nach eigener Wahl bis auf weiteres anstelle von 125 q Topfen (Quark), einen Liter entrahmte Fiischmilch oder Buttermilch beziehen. Verbraucher, die von dieser Bezugsmögllchkeit Gebrauch machen wollen, haben den Quarkbostelischein dor Fettkart© in der Zeit vom 22. bis 28 •lunl 1944 bei ihrem Milchkaufmann abzugeben, der diesen Bestelltichein und den zugehörigen Bezugfiabschnltt mit »M« kennzeichnet. Die Milchausgabe erfolgt gegen Entwertunq des gekennzeichneten Bezugsabschnittes an Werktagen nach Maßgabe der Anlieferung im Laufe der Zuteilungsperiode. Die Milchkaufleute haben die mit »M« gekennzeichneten Quark-bestelkchelne gesondert aufzukleben und an Ihrem Verrech-nunqstaq beim zuständigen Ernährungscimt einzureichen. Sie erhalten dann einen mit »T« bezeichneten Bezugschein auf so viele Liter entrahmte Frischmilch, als sie Bestellscheine verrechnet haben, 2873 Im Auftrag: gez. Dr. Soukup. Der BUrgermelBtcr der Stadt Pettau. GZ, III — 240/1—1944. Pettau, am 20. Juni 1944. Bekanntmachung Am Donnerstag, den 22. und Freitag, den 23. Juni 1944, findet die Schülereinschreibung dn allen Volks- und Hauptschulen des Stadtgebietes Pettau statt. A) Für Volksschulen, Alle Im Kalenderlahr« 1938 geborenen Kinder werden mit Reginn des Schuljahre« 1944 45 schulpflichtig. Die Erziehungsberechtigten (Eltern oder Vormünder) sind verpiHchtet, die Kinder des Geburtsjahrganges 1938 sowie die Kinder der Ge-liurtsjahrgänge 1931 bis 1937, die noch nicht eine hiesige Schule besucht haben, zur Einschreibunq zu bringen. Mitzubringen ist eine Goburtwurkunde, nach Möglichkeit ein Impfzeuqnis und die Mitgliedskarte des Steinschen Hei-mulbundos der Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten B| Ftlr Hauptschulen. Zur Einschreibunq zu melden sind sämtliche hauptschulreif erklärten Kinder, die In diesem Schuljahre die 4, Schul-stufe besucht haben. Mitzubringen sind da« letzte Schulzeugnis, die Geburtsurkunde des Schüler« und die Mitqliedfikarte des Steirischrn Heimatbundes des Erziehungsberechtigten. Jene Erziehungsberechtigten, die schulpflichtige Kinder nicht zum Schulbesuch anmelden, werden strenqe bestraft. 2868 Der BÜrgermelsler. Verpachte ab sofort ^uf gehende Gcmischlwarenhandlung und TRAFIK in Ternitz Nr. 1, Gemeinde Thomasberg Kreis Pettau. Näheres mündllchl Anfragen bei HOINIG BARTHOLOMÄUS, Ternilz Nr. 1, Thomasberg. 2809 Offizier in der Lullwalie Wichtiger Meidetermin för Olfiziersbewerber. Der Re'.chsminister für Lufliahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe ruft die fliegerfreudigen deutschen Jungen der Ge-burtsjahrgängB 1927 und 1928 zur freiwilligen Meldung als Offizierbewerber der Luftwaffe auf. Für den Geburtsjahrgang 1927 besteht Meldeschluß am 30. Juni 1944. Den Freiwilligen des Jahrganges 1928 wird m ihrem eigenen Interesse empfohlen, sich ebentalls jetzt um ihre Einstellung als Offiziers-bewerbei de. Luftwaffe zu bemünen, damit die ordnungs-gemäßo Einberufung zur gewählten Waffengattung gesichert Ist. Aktive Offiziere stellen ein: Fliegertruppe, Flakartillerie, Luftnachrichtentruppe, Fallschirmtruppe, Panzerdivision Hermann Göring, Ingenieur-Offizierkorps und Saniläls-Offizier-korps. Die jetzt eingehende Meldung gewährt die Einberufung nach Abschluß der Schulausbildung und Ableiiitung des Reichsarbeitsdienstes. Auch Jungen, die nicht Berufsoffizier, sondern Rf'serve-offizier werden wollen, müsfien sich jetzt bewerben, Kriegs-offizierbewerber werden angen ommen für Fliegertruppe, Flakartillerie, Lultnachrichlentruppe, Fallschirmtruppe und Panzerdivision Hermdiir, Gonng. Alle Bewerber reichen ihre Bewerbungfigesuche an diu dem Wohnort nachstgelegene Annahmestelle der Luftwaffe ein. Annahmestelle i für Oflizierbewerber der Luftwaffe (o) Breslau, Hindenburg-Platz 13j Annahmestelle 2 für Oflizierbewerber der Luftwaffe (20) Hannover, Escherstraße 12. Annahmestelle 3 für Oflizierbewerber der Luftwaffe (13b) München 3(1, Jugnfernturm-Straße 1. Annahmestelle 4 für Offizierbewerber der Luftwaffe (12a) Wien XVI11, Schopenhauerfttraße 44—46; Bewerber für die Ingenleurofflzler-Laufbahn (mit entsprechender Vorbildung, vergl, Merkblatt); Annahmestelle 5 für Offizierbewerber der Luftwaffe (15) Bad Blankenburg, Thüringen. Bewe:"her für die Sanltätsolflzler-Laufbahn (mit entsprechender Vorbildung, verql. Merkblatt) wenden eich an den zuständigen Luflgauarzt unter gleichzeitiger Meldung an das Wehrbezirkskommando. Nähere Auskunft erteilen außerdem d'ie Nnchwuclis-offiziero der Luftwaffe, alle Wehrbezirkskommandos sowie für Sanitätsoffiziere der zuständige Lultgauarzl. 2843 Dor Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe — General für Nachwuchs-Luflwaife. Cheine ^ - J.r ß- l dlleM Lies Deine Zeitung täglich! Im tiefsten Leid geben wir die trauii 'i' Nachricht, daß mein, übei alles geliebl.r Gatte, unser Vati, einziger Sohn. Brudi;r, Schwiegersohn und Schwager Felix Allda Jäger am 13. Mai 1944 verwundet wurde, und am 15 VTil 1944, im 26. Lebensjahre in einem Lazarett im Ofei.n gestorben ist, Marburg-Dr., Trifail, Mahrenbeig, St. Nik.i! ii, Fraiistauden, den 17. Juni 1944. In tiefer Trauer: Adele Auda geb. Plnleritsrh. Gattim Adele, Tochter-cheni Felix und Kathl Auda, Eltern; Kathi, Srhwe-sterj Johanna Plnterltsch, Schwiegermutter; Johan;i Plnleritsch, Schwagen Familien: Pauko, l'rsthnig, Auda, Kriwetz und Zgornlk. 4710 ypwuMr>Ai3MWL-y^ In unfaßbarem Schmerz geben wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige NacJiricht vom Ableben unserer lieben V L A S 1 A die un« am 13. Juni 1944 nach langem, geduldig ertragenem Leiden, kaum 9 Jahre alt, verlassen hat, Nun ruht sie unter den Blumen, die sie so sehr liebte. Pirschenberg, Schwäbisch-Gmünd, Vichelsdorf, Sprottau und Jastreharsko, Im Juni 1944. Um den unvergeßlichen Liebling trauein die FAMILIEN FABINZ, HOTKO und PSENITSCIINIK 286.3 Schmerzerfüllt geben wii die traurige Nathricht, daß uns unser lieber Gatte und Vater, Herr Anti)ii Pototj^chni«: am Dienstag, den 20. Juni 1944, im Alter von 53 Jahren, plötzlich für immer verliissen hat, Die Beerdigung findet Donnerstag, den 22. Juni, um 15 Uhr, von der Leichenhalle in Drauweilet auf den Friedhof statt. Die Seelenmesse wird Samstag, den 24. Juni, um )»7 Uhr, in der Magdalenenkirche neleson, Marburg/Drau, PöUschach, den 20. Juni 1944. In tiefei Trauer: Maria, Gatlini Eduard, Sohn, und alle übrigen Vcwandten Seite 6 *■ Nr 174 Dorncrst'»^, 22. Juni 1944 MARBURGER ZEITUNG L7 n^ieie »o:nde gebt.», voi, diesen ■ Kricq ni( hl 'zl mn ewiq r kiiifiiieilL-s Ciuior w IltMi qeiicn uns luhren /u mü-iüen, alg ri tl'h Mutor Sie sich »n iiiiL-n Zi'i'uiKjen und Rund-tunksendunvicii aufspu K !i Nach ihrer Darstellunq siiiil wir ' uUii'-fLMi'dliche Barbaren, die an B qr lie sind, dllcis diis z" zeiblören, was .i.>q bl c ii dlleip von Nord-amerikancm iimi L.iqlcindf^in in (i f fi m Krioq vtMUJid.qt we drn kitnii In dv'n Tdqtn der Zi-rsiöiuncf dos oh würd q-edlen Klosters jut d^"m Monio Cassino durch nordanierikanischp Flifqer und narh der riirksichtälos'^n Bomb.irdiprunc) und Zclriiinmeriinq clputfirh'T Kirrlien und Priiriiib i'it'-n, die nicht nu dem Hor/cn uiis' u's ciqonen Volkes teuer Wd'on, sondern Millionen und aber Millionen N'ensthi'n, dio — wenn nicht in-fiert-m «o doch unsorcni Kultiir- krcis fnq' hürien, als Denk .irilor u'id Svm'mle des Cieistes unseres Kontinents erscliienen, öcli.eint es mütisi(|, eine B?-trcifhl iiiq drri'ihcr anziist'^'llon, wer die Kul'ur dnqrcitl und wei s e vii'ei'liqt. "Dennorh st h''!nl es notv. etul q, d;o Hin-ste'dunq des Feindes 7ii kwllurellen Auf-qai n kurz zu ski/zioren. Die Gesc'h chle wird unerbittlich festhalten, djii iin d.tsos Krieo reich qes'.uine; i'Si, wlmI Deutsche und Gricchon mir qleicher Ehrfurcht die Schöpfun»! i, dei anlikon Welt 6ls OJfenbarnnq ihres kiin^ Mori«chen Strcbens nach Vollendunu cmpfimlen. .»^o war es auch In Holland, Bi-Iq en und rrrinkrcich und ijberall, wo wir im Zeichen des Kriei^ed ein K.iHuil.ind betraten und unö mit einem KiiÜu'volk auseinanderzusetzen hnttcn Weil wir im europäischen Raum eine ciemeins .mc Basis (iir unsere qoistiqen und künstleri-ficheii AnGchauuiiqen hcMl/eo, Isi uns der Ged keine höhere r>ildu:iq und Rindunq ()ibl. In Furopa iMt uil'er bei weniqen Verkoinmeneh (Iiis Kunstwerk nie als Wfire qeqolten. Auch der private .San,tn'or wa- s'ei." qe-wohnt. das von ilini erwo.bcne Kun^iqut als nationalen Besitz ?.n ?i'>hen. Er fiihlte filch als Treuhänder der Knns!. Daraus erklärt sich auch, daß die bedeutendsten privriien Sammlunqen immer entweder zum Grundstock öffentlicher Sammlunqen wurden, oder den Museen eil': Hrwcitorunq und Beieicherunq r.uqe-fiihrt wurden Wenn nmerik■■irische «M^i-7ene ihre Aufkäufer nach Fuiopa schickten, um Plastiken und Gemiilde, Gobe- keict'isIcUer Balihir von Scfiiracti: DIE KÄMPFER DER KULTUR liiiti und Inkunabeln und Münzen und Medaillen zu jedem Preis aufzukaufen, so entsprach dieses Verfahren durchaus der kapiLii.i.li, hen M uL.i'.ia, ri-e n de. Kunst cmeii Artikel sieht, den man ebenso einkauft wie ölsardi len, Tabak oder Seide. Vom amerikanischen Blickpunkt her qcseh' n ist die Kunst als Y/aie in Europa iiberrei' hlich vorhanden, während sie in LSA verknappt ist. Die Zerstörung europäischer Kunstwerke ist für den arnpr'knnischen Feind nichtr anderes als die Zerstörunq einee Warenloqers von i:nq"heurrm Wert, denn man weiß auch diiiben, daß Kunstweike kostbar sind, und meint, mit jedem zerstörten Dom und jedem vernichielen edlen Bau die Kroditfähiqkeit drs Geqners zu erschüttern. Außerdem vernichtet man nu' das, was man ohnehin nicht fortt'aqen kann. Amerikanische Millionä'-p h."'ben schon in früherer Zeit in Europa Häuser qe-kauft, die sie Stein für Stein nach USA I lianfiportierea und dort wieder aufbauen I ließen Nach demselben Verfahren haben sie in Süditalieii qanzF' Portale ab-I traqen und nach Amerika verfrachten lassen, wo «ie vermutlich als Eingangspforte eines Börsenpalautes oder als Tür-umrahmunq für das Speisezimmer eines reichen Juden in dessen Wolkenkratzer-wohnunq Verwendunq finden werden. Ganze Schiffsladungen von Statuen und Gemälden sind inzwischen nach Nordamerika verbracht worden, und es steht heute einwandfrei fest, daP ira Falle eines amerikanischen Sieges wohl keine europäische Kunstsammlung, kein Museum und keine Kirche dem Schicksal der völligen Ausplünderung entgehen würde. Alle diese »Kunstwnre« Ist nach dem Willen der jüdiachen Finanzmänner für die Kunstabteilunq ihrer Warenhäuser bc^t^mmt Es gibt einen untrüglichen Gradme<;ser für das wahre Kulturbedürfn's einer Nation Das Theater zeigt nicht nur, inwie- Oper der Leidenschaften Neueinstudierte Salome in Graz Richard Straufl-EhnuijJ in Marburf.» Der fpstlichn Marburqer KiiMoif|(:n im;! Zuoiqnunq . Den schönen Atiend l«e'?rh!oß d^s Klnviorquartetf c-mcil!, ,'!•■,fler und tist.-'r Sdlz, das von jcilf m Mi:s k< r soliilisch"S Können vor-lnn^ii unil\'i:i B lule, Drusow.isch SteUifil mit wund' Ii ire.n nirif.'iliion i,i Strdurr echr F'Tmri wiederqeqobcn wurde, Frau .-Xnni N;':l,is beqlei^etc mit heivor-raqt iuiem zum bestimmenden Merkmal der Leistunq wurde, deutlich und Abstand nehmend. Gewiß, die Gefahr, nur eine Seite dieser kindlichen Weibnatur zu betonen, auf Kosten der andern, wurde damit beschworen; doch glich die schöne Konsequenz in der einheitlichen^ Linie d esen Mangel völlig wieder aus. Von entrückter Jenseitlqkeit zeugte die Stelle: »Das Geheimnis der I.iebe ist größer als das Geheimnis des Todes. ,.« Dieser geschlossenen, von ernstestem Streben erfüllten Leistung gegenüber stand die nicht mindere, ja, wir dürfen diesen Ausdruck hier gebrauchen, grandiose Auffassunq Hans Depsers als Merodes, der seinen Tetrarchen innerlich verkommen, von Dämonen des Weines im Blute gepeitscht zur virtuos geformten Figur dieses gefällolosen Dramas machte. Wie ein Sturzbach tiberflutet ein einziges Gefühl alle Beteiligten und zwingt sie in seine verderbliche Bahn. Der kindlichen Salome steht die lasterhafte Herod.ias gegenüber, die In Anna Bargo ihre repräsentative Verkörperung fand. Als Jochanaan gewann Rudolf Großmann durch die orgelnde Wucht seines Barltons und die Betonung des prophetischen Mahners besondere« Gewicht, dem auch die Verklärung in der Nazare-nerverkündigung nicht fehlte. Als Nar-raboth ließ Joseph Janko seine Stimme j strahlen. Das Judenguintett wurde von i Kepplinger, Weiser, Forstmann, Metz und Suchank realistisch erfaRti die bei-I den Nazarener sangen stimmschön W«l-I ter Kön'n und Alois Steiner. Als Pane fiel wieder Susanne Muse- durch ihi"e vorbildliche Worldeutlichkeit auf. Romanus Hubertus, der seine Legitimation als Straußdirigent schon heim Ro-senkavalier unter Beweis gestellt hatte, entwickelte auch aus der Salomeparti-! tur alle Besonderheiten der Strauß'scht^n Palette zur vollen, oft leuchtenden Kontrastwirkung. Dem Bühnenbild Hans Hamanns eignete weise Raumbeschränkung und intensive architektonische Gestik. Die Infizene leitete Rudolf Großmann mit besonderer Bedachtnahme auf alles Wesentliche. So wirkte die erhöhte Stellung der vom tödlichen Strahl der Liebe berührten Salome über der Zisterne des Jochanaan als starke Dominante d^s Spieles. Dore Hoyers Tanzgestaltung paßte sich der Rollenauffassung Maria von Bartsch' vorzüglich an und unterstrich die lodernde Flamme Salomes durch ihre bewegte Choreogratjhie. D(*r Beifall des Publikums erreichte hohe Pro>-mierengrade. Feierstunde für Schmeidel Im rlirwünlinen, traditionsreichen Saal des Musikvercinas für Steiermark, der lieuti(|Rn Landesmusikschule in der Gri. ;-,rjasse, fand, wie wir bereits berichtetem. unter der Leitung von Professor Dr. Felix Obcrborbeck eine gemeinsame IVicr des Musikvereines für Steiermark, des Steirischen Musikschulwerkes und der SläcJtischen Chorgemeinschaft für den Fünfziner Professor Hermann von Sclimcidol statt, die einen freudig bewegten, festlich-harmonischen Verlauf nahm. Als Präsident des Musikvereines üborbiachte Regierungsdirektor Dr. Josef Paposrh dem Geburtstagskind seine in launige Worte gefaßten Glückwünsche, (Ionen sich für die Städtische Chor-qonioinschaft Zollkommissar Barg, für das Muslkscluilwerk Professor Dr. Oher-borbcck und für den Grazer Männergesangverein Direktor Kirschner anschlössen. Ein Verl reter des Städtischen Orchesters überreichte einen Strauß Blumen. Professor von Schmeidel dankte bewegten Herzens und schloß seine Aus-lührungen mit dem Gelöbnis, seine Kräfte auch fürderhin in den Dienst der Heimat stellen zu wollen. Ein Volk, dai in seiner überwiegenden Mehrzahl der Schönheit dient, indem es sie im Kunstwerk darzustellen sich bemüht — so sagte er — wird jeden Gegner entwaffnen. Denn, wer gegen eine solche Gesinnung kämpft, kehrt seine Waffe schließlich gegen sich selbstl — Den offiziellen Glückwünschen folgten die persönlichen des gleichfalls anwesenden Gauhauptmannes, Professor Dr. Armin Dadieu, sowie die aller Mitarbeiter, Freunde und Bekannten, deren große Schar kein Ende nehmen wollte. Umrahmt wurde die Feier durch Darbietungen des Chores der Staatlichen Hochschule für Musikerziehung, der, geleitet von Professor Oberborbeck, Anton Bruckner« „Weihelled" und die „Beher-zigiing" von Johannes Brahms sang. Zwei Sätze aus einem Quartett für Oboe, Violine, Viola und Violoncello von Joh. Christian Bach unterbrachen stilvoll den Feigen der Gratulanten Kurf HildebrancI Malzak weit dei einzelne dos Bedürfnis nach dichterischem oder musikalischem Erlebnis hat, es zeigt auch 'b der Staat oder die Selbstverwaltungskörperschafl bereit ist, für die kulturelle Bildung der Staatsangehörigen beträchtliche Mittel aufzuwenden. Das eigentlichf Kunsttheater ist im materiellen Sinn üelten rentabel, d. h e« ist ein Zuschußunternehmen. Film und Revue können Sp». kulationsob-jekte sein. Belm Theatei liegen die Dinge anders. Wir Deutschen sind gewohnt, in ! fast allen Städten Theater zu unterhalten. Wir besaßen zu Beginn des Krieges 366 spielfähige Theater In mancher Stadt ist heute der Theaterbau durch die anglo-amerikanischen Bombenangriffe zerstört. Dennoch spielen diese Theater weiter. Oft unter primitivsten Umständen — aber «ie spielen. Die künstlerischen Leistungen haben nicht abgenommen, sondern sind im Gegenteil gestlegen Die kulturellpn Bedürfnisse der schaffenden Menschen unseres Volkes steigen dauernd, sodaß man heute sagen kann, daß es im Großdeutschen Reich in keiner Stadt eine Vorstellung gibt, die nicht restlos ausverkauft wäre. Ähnlich verhält es sich im Konzertleben. Ein deutscher Kleinstaat, Thüringen, hat sieben Theater, eine Stadt wie Wien 18 Bühnen. Im Vergleich dazu hat das Rie-sengebilde der nordamerikanischen Union nur ein einziges Opernhaus unterhalten, das außerdem nur während einiger Monate des Jahres in Betrieb war, die sogenannte Metropolitan Opera. Sie verfügte über kein festes Ensemble, die Sänger und Sänqerinnen wurden in Europa für die kommende Spielzeit verpflichtet. Da« Theater wurde durch private Beitruäge einiger Mä^enf» nnlerbal-ten. In Philadelphia besteht ein ebenfalls privat finanziertes Symphonieorchosler, dessen Mitglieder In Europa engagiert wurden. {Nordamerika hat, ebenso wie England, keinen Komponisten von Ranq hervorgebracht, wenr auch viele Engländer und Amerikaner der Ubczeii-gung sind, daß die großen Komponisten, deren Werke sie hin und wieder im Kon-zertorogramm des Rundfunks finden — ob sie nun Händel, Bach, Mozart, Beethoven, Schubert oder Brahms heißen mögen — nicht deutscher Abstammung sind. Der Deutsche Händel qilt ganz allgemein In England al« englischer Komponist! Man könnte diese Betrachtung beliebig fortsetzen Immer wird man zu derselben Feststellung gelangen, daß die Mächte, die gegen uns kämpfen, so reich sie an Gold auch sein mögen, die kulturellen Habenichtse dieser Welt sind. Aber mit der ihnen eigenen Arroga'^z versuchen sie, den kulturellen Reitrag, den Deutschland und Europa für die Welt vollbracht haben, zu bestreiten. Amerika ist «einen Kulturbeitrag schuldig geblieben. Und so erscheinen die beiden Soldaten, die sich in diesem Ringen gegenüberstehen, als Repräsentanten dessen, was sie vertreten. Der eine trägt in Riesenlettern auf seinem Pullover das zynische »Murder ine.« als Zeichen einer Gilde, die mordet und plündert im Dienste eine^ kapitalistischen Auftraggebers. — Der andere Ist der deutsche Soldat. Finolands (jfroBter Sohn Der finnische Gesandte in Italien, Minister TaleTS, sprach anläßlich eines Be-«■urhes in d_pr^ kurhessischen Universi-lätssla."• orrade /urerht kommt, fcs gibt M:!: ■ lici di n Df^illeuten Mut^ uufl üorroirnoii auf don Holen, zu-weiltn üiich divas Gebarkonc-s — wenn man ciiu» qule \;iel David hatte uutQrwby« zw^ fiuimle Mäji- per angetroffen, bärtige Männer. Am Ende der Dorlgasse waren es schon sechs samt ihiein Hauptmann, aber gleichviel, jedenfalls knieten sie da auf rier Halde und gruben und warfen die Erde hinter sich. »Hai* rief der eine, als er einen glänzenden Klumpen aus der Grube hob. »ha!« schrie auch der andtire, denn in d'eseni Augenblicke hatte er David ent-Hnckt, So schoß der Lügensame Davids immer üppiqer ins Kraut. Zuletzt nahm sich der Vorstand ein Herz und stellte die zwei ! Dunkehnünner zur Rode: dies und jenes sei luchlvir geworden, und nun möchten sie in Gottes Namen Farbe bekennen, um des Friedens willen. Ja, das taten sie dann auch, und es zeigte sich, daß sie zu Sludienzweckon reisten — Geologie w.ir ihr Fach. Was aber den kleinen David lieträte, diesen Schalhütor, so müßte das ja ein verteufelter Bursche sein. — ■>Dr'n behaltet im Auge!« sagten die Her-rcm uiicl lachten unci klopften sich auf den Bauch vor lauter Vergnügen. Die Kornähre im Brot Von Hans WatzUk Da stand mm der Bruder in seinem neuen Wettermantel, der war so dick j und steif, daß er von selber sich auf-1 ruoht hoiteo konnte. Der Vater hatt« ib& gekauft. Und der Gottfried drehte weinerlich den neuen Hut mit dem langen Federngesteck rund um den Kopf. In der Westentasche trxig er «eine erste Uhr, und ein gelbes Kettlein hing daran; es war beileibe nicht aus GnJd. Die Mutter nahm ihm noch einmal den Hut herunter, scheitelte ihm noch einmal peinlich genau das Haar, das immer zerzaust gewesen. Sie gab ihim ein gewaltige« Stück Striezel uncl eine große Tüte Obst mit, das er fürs erste nicht veihun^gere. Er mußte in die Stadt Krummau, um dort lateinisch zu lernen. Wir erhielten zuweilen von ihm ein« Nachricht durch den Fuhrmann, der dem Dorfkrämer die Waren aus Krummau brachte. Manchmal langte auch ein Brief von ihm an, darin stand, daß er sich nur schwer an das fremde Leben gewöhne, und er fragte nach den Krähen, nach dem Hund und nach den alten Kameraden, und ob da« Wespennest noch an der Schupfe hänge, und ob die Mutter wieder einmal Zuk-kerteig angemacht habe. An dieser Stelle des Briefes war die Tinte zerronnen und ein Fleck, da mochte Ihm wohl eine dicke Träne hjngefallen «ein. Und den Leierkastensepp habe er in Krummau getroffen, das habe ihn riesig gefreut. Auch schickte er einmal ein Abziehbild mit, es stellte einen blauen Kuckuck dar, und der Franzi zog es sich gleich vor dem Spiegel an der Stirn ab und lief also ins Dorf: »Vom Gottfried!« schrie er. Einmal sah Franzi abends zum Fenster hinaus. Da schlich eine Gestalt scheu durah den Netel luoa Hau». Ebso Uutet« die Abendglocke, und sie klang ganz ar-mensünderlioh. »Mutter!« «chrie das Kind. »Der Gottfried ist draußen.« »Sei stillt« sagte sie. »Der Gottfried ist In Krummau und studiert.« »Er ist es aber wirklich.« Da rannte sie hina*js. Sie brachte Gottfried daher. Er kam mit gesenkten Augen, als habe er etwas recht Schlimmes verübt. »Was hast du hier zu tun?« fuhr ihn der Vater an. »Es ist doch Schulel« Der Gottfried schwieg. »Du hast etwas angestellt!« rief die Mutter. »Sie werden dich um Hinmiels willen doch nicht schon davongejagt haben?«! Er schwieg beharrlich. Er verteidigte sich nicht. »Da haben wir den Salat!« knurrte der Vater. »Morgen bringe ich dich nach Krummau zurück und werde deine Lehrer bitten, daß sie dir verzeihen.« Wie bist du denn hergekommen?« fragte die Mutter. »Du wirst doch den weiten Weg nicht zu Fuß gelaufen sein?« »Weil Ich die Straße nicht gekannt hab', bin ich auf dem Bahngelelse hergelaufen«, sagte er. »Mein Kind! In den einsamen Wäldern! Im Nebel« rief die Mutter. »Du mußt ja todmüde seini Aber warum, warum hast du das getan?« Da gestand er stockend: »Gestern, wie ich das Brot angeschnitten hab, hab ich mitten drin eine Kornähre gefunden. Da — bin ich — dd — vongelaufen. — Au« H[«imwoh.c DER KREISMUSIKTAG IN LEIBNITZ Der dicwjdhrige Kreismusiktag in Leibnitz naiun einen sehr eindrucksvollen Verlauf. Die musikalischen Veranstaltungen bogoiinen am frühen Morgen mit einer Jugcndmus.izierstunde vor der Burgruine Wildon, ausgeführt von Studierenden der Staatlichen Hochschule für Musikerziehung In Graz unter Leitung von KarJ Marx. Der strahlende Früh-sommermorgen half mit, daß diese Vorspielstunde für die Volksschulen Wildon und Hengsberg zu einem tiefen Erlebnis wurde. Die gleiche Einsatzgruppe spielte und sang anschließend um 11 Uhr im Kinosaale in Leibnitz für die Schüler der Haupt- und Berufsschule und um 14 Uhr im Reservelazarett in Straß. Hier stand die Veranstaltung unter dem Titel »Musikstudenten singen und spielen für die Wehrmacht«. Trotz der frühen Nachmittagsstunde war der Erfolg dieses Einsatzes so groß, daß die Soldaten inuner und immer wieder um neue Zugaben baten und sich von der Studentenschar nicht trennen wollten. Die Musizierslunde der Kreismusikschule selbst fand ebenfalls um 14 Uhr im Kiiiosaale der Stadt Leibnilz statt. Viele Eltern und Freunde der Schule, aber auch viel Jugend hatten sich eingefunden, um die Leistungen nicht nur der einzelnen Abteilungen der Leibnitzer Musikschule, sondern auch die Schüler der Zweigschule Wildon und einzelne Spitzenleistungen von Angehörigen der 4 HJ-Musikzüge des Kreises anzuhören. So manches Talent konnte dabei festgestellt werden. Eine Platzmusik durch den Bannmusikzug Leibnitz leitete über zum Vortrage des Musikdirektors Otto Krischke im Rathaussaale um 16 Uhr. Er sprach über sein ureigenstes und verantwortungsvollstes Arbeitsgebiet, über »Vollis-lieci und Volksmusik in der Steiermark«. Anschließend gedachte der Kreishaupt-stellenleiter für Kultur und Leiter des staatlichen Kulturamtes, Schulrat Grün-berger, des fünfjährigen Bestandes der Kreismusikschule und ehrte mit anerkennenden Worten nicht nur die Leistung der Lehrer und Schüler des Musikschul-werkes, sondern vor allem auch die Aufbauarbeit des derzeitigen Leiters, Professor Drusowitsch. Trotz seiner 72 Jahre ist Drusowitsch innerlich jung und voller Schwung geblieben, überall im Kreise, wo musikalische Quellen spürbar sind, da ist er mit seiner sorgenden Hand am Werk und fördert diese Keime neuen musikalischen Lebens, um den Boden für neue Zweigschulen zu legen. Das unvergeßliche Ereignis des Tage« aber w-ar das Abendkonzert im Kinosaale in Leibnitz unter Leitung von Professor Oberborbcck mit den Solisten Hermann Achenbach, Hilde Faul. Martha Eitler und mit dem Gemeinschaftsarchester des Steirischen Musikschulwerkes. Der Kreisleiter hatte den Besuch dieses Konzortes als kulturellen Appell für die Parteiführerschaft der Kreisstadt erklärt. Alle Schichten der Bevölkerung waren vertreten. Die Art, wie Professor Oberborbeck seine Zuhörer für da« kommende Musikstück vorbereitet und einstimmt, ist formvollendet und man spürte es geradezu, wie auch das einfachste Gemüt aufnahmsberoit für di(5 Lieder und Arien und für die Serenadonmusik unserer großen Meister der Tonkunst wie Haydn, Beethoven und Mozart wurde. Dieises Konzert, mit dem der Kreismusik-taq «ein© Krönung und auch seinen Abschluß fand, kann zu dem bisher größten musilcalischen Ereignis der Kreisstadt Leibnitz gezählt werden. Die Zuhörer dankten auch aus übervollem Herzen mit stürmischen Beifall. Alle Veranstaltungen dos Kreismusiktages standen unter dem Ehrenschutz des Kreisleiters Tomaschitz und de« Landrates Dr Karl Aßmann. Goethemedaille lür Junj^wirth Der Führer hat dem Maler Professor Josef Jungwirth in Wien aus Anlaß der Vollendung seines 75. Lebensjahres in Würdigung seines künstlerischen Schaffens die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Hugo Wolis spanisches Liederbuch Das spanische Liederbuch von Hugo Wolf wird von Julius Patzak, Emmi Leisner, Arno Schellenberg, Aulikkl Rauta-waara, Walther Ludwig und Heinz Marten, am Freitag, 23. Juni (20.15—21 Uhr) im Deutschlandscndor zum Vortrag gebracht. Komödienstolf für Gcrhart Hauptmann Eine im Erfurter Stadtarchiv verwahrte Chroni k vermittelte Gerhart Hauptmann einen dankbaren Komödienstoff, der in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges spielt. In dins'»- historischen Komödie, woran der Dichter gegenwärtig schalft, tritt auch Gustav Adolf auf. Menschen unter Haien Dr. Hans Hass, dessen abenteuerliche Unterwasserforschungen durch seinen Kulturfilm aus der Karibischen See »Pirsch unter Wasser« und durch seine Vorträge und Berichte Aulsehen erregten, hat die Ergebnisse der von ihm geleiteten deutschen Ägäis-Expedition in einem abendfüllenden Ufa-Film zueam-menqefaßt, dessen Fertigstellung in kurzer Zeit zu erwarten ißt. Der Film verspricht eine Natur-Urkunde von besonderer Eindruckskraft zu werden: Ungeahnte Wunder der Meerestiefe werden durch dieses Filmdokument der kühn tauchenden Unterwasserjäger offenbar. So wird man u. a. geheimnisvoll anmutende unterseeische Höhlen sehen; man wird im Filmbild auch Kämpfe mit giftigen Moränen und Riesenrochen erleben, wobei es vor allem bemerkenswert ist, daß die Kameraarbelt inmitten ganzer Rudel von Menschenhaien vonstat-len yehea mußt».