Vereinigte Laib ach er Zeitung. w"' 4°. tz Gedruckt bei Ignaz Aloys Edlen v. Klein mayr. Dienstagden lg. Mai 1818. I n n l a n d. Oester reich. Wien. ^ cber die Ne'lse Ihrer Majestäten haben wir folgende Nachrichten erhalten: Den ;. May gingen Ihre Majestäten von Grcichacz über Zcrmagna nach Knin, wo Allerlwchsidieselb?!! vor 12 Uhr Mittags eintrafen , und in einem Privathause abstiegen. Än der Grävzc Dalmatiens wurden Ihre Mo-?estaten von dem Gouverneur, dcn, Kreis-bauptmcinne von Zara und mehreren Edlen des Landes chi'er^icthigst cnclkcs verkündeten den Einzug Ihrer Majestäten zu Knin, und letzteres feyerte bis Abends durch landliche Musik, NationüUänze, Gesänge, und die von Zeit zu Zeit wiederhoütte 'CampaneUa, die beglückende Gegenwart des Landesvaters. Se. Majestät der Kaiser ließen Sick gleich nach der Ankunft das Ossizierkorps, die Geist« lichkeit und den Magistrat vorstellen, speisee ten alsdann, widmeten den Nachmittag Ar« heilen und den Abend Audienzen. Ihre Majestät die Kaiserinn, Hochstwel-chcr von den Armen aUer Gegenden undOr» te Thränen den Dankes' und der Nübrnng stießen, besahen Nachmittags einen Wasser« fall unfern Kni». Abends war Knin erleuchtet, und auf den umgebenden Bergen brannten Freuden» Den 2. Mai brachen Ihre Majestäten Mor« gens um 6 Uhr von Knin auf, und gingen über Kistagne, Berkowatz nach Zaea, wo AUerhöchsidlesclbcn Nachmittags vor ^ Uhr im besten Wohlseyn eintrafen/ und i:nter dem Jude! des Volkes, dem Geläute aller Glocken und dem Donner dcr Kanonen von den Bastionen und Vcn im Hafen liegenden Schissen, welche insgesammt flaggten', einzogen. Nichts gleicht der Freude uüd dem Ei,t« zücken der Dalmatiner, das geliebte Herrscherpaar bei sich zu sehen und in ihrer Mit«, te zu vfrcdren, bei dem Bewußtseyn , daß -Ihre Majestäten die beschwerliche Reise ,»ue unternahmen, um Allerböchstselbsi zu sehci«, Oelost zu untersuchen, was zu unternebmez, sey, um den Wohlstand des Landes zu för» dcrn und zu heben. 'Allenthalben war auf der Straße das Volk aus den Umgebungen versammelt, um Ihren Majestäten die Gefühle der innigsten > Rührung und Ergebenheit zu bezeigen, und «us Zara und den umgebende» Inseln strömte die Menge weit auf der Heerstraße, entge« gen, um früher des Glückes theilbaft zu werden, beide Majestäten von Angesicht zu Angesicht zu schauen. Oleich nach der Ankunft wurde be5 Sr. Majestät dem Kaiser das Gubernwm, die Generalität und daS Offizierkorps, die Geistlichkeit und die übrigen Cwilbehördeu vor-., gelassen. Den 3. Mai Vortnittags, wohnten beide Majestäten einem feierlichen Hochamte in der Domkirche bei. Die Kaufladen und Fenster der Hauser in jenen Straßen, durch welche Allerhöchstdieselben fuhren, waren reich mit Tapeten und schönen Stoffen verziert. Se. Majestät der Kaiser besahen das Ci, vil, Gefängniß, das Arsenal, den Hafen j und bestiegen eine vor Anker liegende Oester« reichische Goelette und Brigg. Ihre Majestät die Kaiserinn besuchten den Haftn und die interessanteren Theile der Stadt. Nacke tuittags wurden AUerhöcksidieselben di< Vea Horden und Honoratioren vorgestellt. Se. Majestät der Kaiser arbeiteten, unk gaben Abends jenen, die ts verlangten, Audienz. Bei eintcetender Nacht war ganz Zara reich und schön erleuchtet. Der Jubel der Einwohner war unbeschreiblich, als Ihre Majestäten die Beleuchtung der Stadt i>i Augenschein zu nehmen geruhten. Den 4. Ma» fuhren beide Majestäten nach der Insel Pago. Im Kanalc erwartete Al-lerhöchstdiesclDen eine Menge verzierter Barken und begleitete das Schiff, in dem Ihre Majestäten sich befanden , unter beständigem, jubelndem Frohlocken bis zum Aussieigen an der Stadt Pago, wo die Municipalität, die Geistlichkeit und der größere Theil der Bevölkerung der Inscl versamm.lt waren, und das grenzenlose Entzücken der Insulaner in einem immerwährenden Lebehoch! ertönte. Veide Majestäten begaben Sich in die Kirche und aus selber in das Absteigquartier, das iu einem Prioathause genommen wurde. Nachmittags besahen Allerhöchsidiesclben die Salzmagazine und jenen Theil der Salinen , der nicht bereits Vormittags während der Fahrt im Kanäle' in allsrkochsss', Augenschein war genommen worden, und besuchten das Kloster der Ve.nediktinennnen, die eine Mädchenschule unterhalten. Abends wurde bei Sr. Majestät dem Kaiser Jedermann, der es verlangte, zur Audienz gelas» sen. Mit einbrechender Nacht war d«e Stadt beleuchtet. Den 5. Mai früh um 6 Uhr sichren Ihre .Majestäten unter den rührendsten Segnungen der Insulaner und von zahlreichen Barken ' begleitet, von Pago ab , besahen unter Wegs das Stäbchen Nonaunddie große Manfriu-sche Landwirthschaft, und trafen nach 12 Uhr Mittags wieder in Zara ein. (W. Z.) Im vorigen Monathe wurde in dem Jagd« revier der sürsil. Lcimbergischen Herrschaft Steyer (Oberösterreich) in dem Commissari-atsgerichle Grosraming ein Bar erlegt, der so viele Pfunde wog, als Tage Die Salzburgec Zeitung vom 7. Man ent» halt folgenden Aufruf: Der nun endlich gelochte Brand, welcher einen so großen Theil dr Stadt Salzburg verzehrte, Hab und Gut von 298 Familien, aus 11.5/, Personen» bestehend, vernichtete, hat nabmcnloses Elend und unermeßlichen Schaden überdlc Betroffe« ucn ausgesckünet. Idn wieder gut zu machen, wicd ni?, idn zu verschmerzen , nur mit der Zeit, ihn abcr zu lindern und von der größten Bitterkeit zu belreyen, durch die NM-thätigkeit glücklicherer Nebenmenschen aelin, gen.—An alle jene also , welche die Mittel besitzen; an aUe jene welche Salzburgs Umgebungen einige heitere, glückliche Stunden danken, an alle jene, nah und fern , wel« che den Iammcr der Unglücklichen fassen und gerne des Mitleids Stimme hören; an alle gefühlvolle Menschen ergeht daher der Aufrus, der Noth der Schwergebeugtcn ein« gedenk zu seyn, und das süße Geschäft des Woblchuns, cm ihnen zn üben. Jede , auch die kleinste Vabe , wird willkommen seyn, daükbar angenommen und auf die zweckmäßigste Art zum Woble dee Abgebrannten ver« wendtt werden. — Alle Beitrage wird das hiesige k. k. Kreisamt einnehmen, quittiren , durch die zur VcrtbeNung eigens bestellte Commission verwenden und seiner Zeit öffentlich verrechnen. (Wdr.) Salzburg, den 8. May. Um die versprochenen letzten Resultate unsers,Brandberichtes zu liefcru, zeigen wir hiermit an , daß uck nach ämtlich angestellten Untersuchung folgendes ergab, nämlich gänzlich verunglückte Personen ,o; vermißt, nber aller Wahrscheinlichkeit nach auch zu obi-aen gehörend, 2. Ganz abgebrannt sind in der fl. Konvenzionsmünze, und für jene Militarpersonen, die sich durch besondere Anstrengung und Thätigkeit bey den Lösch-Anstalten anszeichnet-n, 12 Dukaten edclmüthig dargebracht. Allein diese wackern Manner, die sich so chatig und eifrig in den Stunden der Gefabr bewiesen, und sich des öffentlichen Dankes würdig machten, wollten noch mehr ttum , und auf die aus-gezeichnetste Weise ihre Anhänglichkeit an Salzburg und ihre Tbeilnabme an- dem Schicksale der Verunglückten beweisen. Sie widmeten denselben freudig die ihnen ges schenkten Zoo st. , und sendeten einen Aus-scknlß aus ihrer Mitte mit diesem Antrage an den k. f. Brigade-General, idtadt-uno Festungs - Kommandanten « Bar. v. Volkmann. (S. Z.) Tyv 5 5> Seine Majestät haben mit Merbochsiir Entschließung vom il. April d. I. das weibliche Lehr , und Erziehungs, Institut der Servllinen zu Arco aUergiiädigst berzus stellen geruhet» (B. v. T) Ausland. Italien. Nom, den 2. Mai. Die deutschen Professorer, und Studenten dcr schönen Künste , die sich in unserer Hauptstadt aufhallen, wollten S. k H. dem Kronprinzen von Baierlt einen Beweis ihrer Hochachtung und Ain hauglichkeit geben, und veranstalteten zu dem Ende am vergangenen Mittwoch Abends ein prächtiges Fest.auf dem Landgut des Hru. Schultheiß, welches S. k. H. mit ihrer Ge« genwart zu beehren geruhten. Tags da rauf verließen S. k. H. Nom, und traten Ihr: Reise nach München an. — Die anßerordent-' liche Hltze, die wir seit einigen Tagen hier hatten, verursachte das falsche Gerückt von dem Ausdruw des Vesuvs; allein weder die Zeitung von Neapel.noch Hrl^aibriefe mel-den etwas davon; und im Fall ^auch ein solcher eriolgt wäre, so würde er doch feine Veränderung ln unserer Atmosphäre hervorgebracht haben. Neapel den 2^. April. Eine 'köniHl. Verordnung setzt alle Tariffen der silbern'.ün« zen, die zur Zeit der militärischen Besitznahme des Könlgreichs erschienen sind, außer Wirkung. Diese , sowie die Goldmünzen , die zur Zeit obdenannter Besitznahme geschla« gen wnrden, werden nur noch nacli dem innern Metallwölth geschätzt. Die,Börsen zu Neapel, Palermo und MesNna werden den Kours derselben in ibren wöchentlichen Llsie« bekanntmachen. Hieuon sind blos dle^'pani-scben Thaler, dic vor dem Fadre l8,^s ge« schlagen worden sind, ausgenommen. (B. v: T.) Frankreich. Wir haben unsern Lesern liacl,sosgend''s Wesentliche von der Mittdcilung nachznira-gen, selche am 25. April der DeputirienB Jammer gemacht wurtze. Dis Masse sämntt-ltther Priva^orderungcn der Verbündeten an Frankrcich btlief sich Q'if lSoo Nill< Franken. Hiervon wnrdsn i/ngefabr 160 Mill. auf den durch das Ge'ctzvom 28. April i8'.Z geschaffenen Creditsond zu-rückgcwlesen, 3" MiN. wurden als unzulässig befinden, cs blieben also noch '3ho MiÜ. zu:.- Liquidi-rung. Diese Gumn,- wurde durch Unter-bandlunaen auf32o Miüionen 8 ^,(),^Fran« ken herabgesetzt, wovon die Zinsen in laufenden Nenten auf das qroße Sebuldouch der Nation einzuschreiben, ,6 Mill. ^0,000 H ran? ken betraun. Davon kommen auf die Mach» te des festen Landes 12 Mill. 40,000 Franken , auf England, laut einer besondern Nebereinkunft, 3 Mill. nnd auf Spanien laut einer andern, , Mill., wclcke letztere jedoch in Unterpfand bleibt, bis die deu fran« zösischen Gläubigern zustekenden Forderungen an Spanien berichtigt sind. Jene große Verminderung der Anforderungen an Frankreich ist aber nickt der einzige gewinn für Frankreich. Nach dem FriedensoertriA vom 2a. Nov. i8»5 sollten die Zinsen derselben vom 22. März iiN6 an, laufen. Frankreich hat es aber durchgesetzt, daß sie erst vom 22. März d. F. anfangen. - Nach Berichtigung dieser wichtigen Angelegenheit hofft man, wie die amtliche Mittheilung des Ministers Richelieu zu verstehen gibt, daß die militärische Bese^ng Frankreichs mit die« scm Jahre endigen werde, zumabl, da vollkommene Ruhe im Innern herrsche und die Kraft der Regierung im Wachsen sey. Doch werde die Entscheidung dieser Frage von dem nächsten Monarchen »Congreß abbangen. Um indeß durch püuctliche VoUzi-hung der ein« gegangenen Verbindlichkeiten desto gewisser zu diesem für alle Franzosen hockst erwünschten Zwecke zu gelangen , sey nöthig, was noch ander durch d«.» Dertraa am 20. 5wv. l8>6 auferlegten Kriegsconnibution vou?c)c)Mill. Franken zu bezahle-, sey, unverzüglich in Nichtigkeit zu bringen. Der.König schlügt daher vor, dem Finanzmn-.'lsier einen Credit ' Von 2/^ M'U. Franke», au Renten 'auf das Hloße Vuch zu eröffnen. Hiermit wäre Alles sodann abgethan, was die Nation d?m Ausland schuldig sey, (Mr.) N i ed e r la n tz >. Brüssel, den 27. April. An den Festungswerken Namur, Charleroi, Mons, Ath, Courtrai und Dpsrn wird gegenwärtig ,uit verdoppeltem Elfer gearbeitet. Der Herzog von Wellington wird, wie man vernimmt, bei seiner Zurückkunft aus Enzland , die ganze Linie in Allgenschein nehmen. Mai» halt sich immer mehr überzeugt , daß die Qkkupazionsarme? im Laufe dcs künftige:, Herbstes Frankreich verlassen werde, und man halt dafür, daß es alsdann bon größerer Wichtigkeit ist, nnlre südlichen, Grenzen in einen hinlängllchen' Zllstalld von Gegenwehr zu stellen, und dieftm Grunde schreibt, man auch den ausserordentlichen Eifer zn, womit bereits an unsern Fü'iun^vec-lcn gearbeitet wird. (H. 0. T.) Großbritannien. (Aus Londoner Zeitungen von: 2^. April.) Die nach den» Nordpol besli'nmten Ent-decku.igsschisse verließen edegesiekn die Mündung der Tbenise, kehrten adcr wegen eines erlittenen Wn:dnoßcs, worin sie zwei Ankcr verloren, gcsiccn zurück. Dcr Wind ist ihnen nocb ungnuM. — ?luf Ceylon ist «n Ans< stand s',U5g(k?5.<^A, der zum Zwcck hat, ei« ncm NügÜede 5.^ Entthronten Familie die höchste Gewalt wieder zu verschaffen ; es seblt noch an nähern Vachrichteli. Zu Eanton herrschen zwischen den chinesischen Obrigkeiten und unsern Ktzuficuteu, wclcbe Letztere der Einschwärtznng von Opium beschuldigt werden, ernsthafte MißheUigkeiten, zn dorrn Beilegung 5vapitain Elowell nutder Fregatte Orlando von Macao nach Cauton gesegelt ist.»—Nordomerikanischc Zeitungen bringen die Nackrlcht, daß der Kongreß den gemachten Vorschlag, den Bürgern der Staaten zu erlauben , bei den spanischen Insurgenten T)ienftc zu nehmen, mit ?5 gegen 65 Stimmen verworfen habe. (B' v. T.) Wechsel-Cours in Wien vom 1^. Mai 1818. CouvenNonsmünze don hundert 24? 2sZ