^ ^," 4. Samstag am K. Jänner »85«. Die „Va.dacher Zeitnnq" erscheint, ».it Ausnahme dcr Sonn- und Feiertage, täglich, und K'stct sammt den Acilagc» m. Comptoir ganziahrg 1l "-', f"! >'I" N ^ 5 ft- " k -> '>>' Kreuzband im Comptoir qau,jähriq '2 ss., halbjäl,riq 6 fl. ^nr die Iuüellnng in's Hans Md halb,a ,clg :w fr. mcn zn entnchtcn. M.t d^^ b°,t ^ »rci ss.nzjäyria. unter Krenzband und ^ornctter Aoresft- l'> ss., halbjährig 7 st. ^) fr. - Inserations^bn r !>.r e.uc Sna e.^, e ^^.^" ^""'" der.el snl ^ malice Ei»sch,!!u„I ^ f, ,,., >w,imaliae 4 lr. . für dvein,.ili,;e ,^ kr. C. M. Inserate l'i., l! Icilen s.'Nen l ss, sur 3 'üial , ^0 kr. N'r 2 Mal nnd 4<» sr. ,nr < Ma! einzuschalten. 3>l diesen Äel'ichren ist nach dem „pro^isovischeu Gescl)e vom b'.' November ll<50 fiir Inse,a!i^,.?^ämrcl« noch l» fr. für e>ne jcdcs»mllae C»l,chaltu»g b»i Ablcsnng des päpstlichen Vrcve, dem Kardinal das Varet mit drm herkömmlichen Zcrcmoiuel ans. Hicranf wnrd^ das 'l gen crlycilt. Se. k. k. Apostolische Majestät kehrten dann in Vcglcitung dcs k. k. Hofstaates wieder in Allerhöchst, ihr Appartement zurück, wohin der Kardinal, sobald dersllbc das rolhe Kardinalklcio angezogn hatte, folgte, unl in ciner besonderen Audienz scincn ehrcr» dicligstcn Dank abzustatten. Se. k. k. Apostolische Majestät habcu mit Aller« höchster Enlschlichnna. v»m 2i». Dezember v. I. dcm Ober.Landesgmchtsrathe in Venedig. Anton Edlen 'o. Carcano, die gebetenc Uebersetzun^ zum Ober-Landesgerichte in Mailand allergnäoigft zu bewilli» gen geruht. Der Finanzministcr hat deil Cillicr Vergsommis-sa'r, Franz Mroulc, znm prooisorischen Äcr^l'anpt-mann in Schmöllnit^ erilannt. Der Minister für Kultns und Unterricht hat die Snpplentcn am Warasdiner Gymnasilim. Franz Folprccht, Franz Korinek und Mathias Val-jaucc. zu n'irllichcn Lehrern an dcrsclbcn Tehran-stalt ernannt. Der Minister des Innern hat den gewesenen Distrikts-Physikns Dr. Angust Hilscher und den Kreiswundarzt Dr. Alois Scmlcr zu Kreisärzten im Weinberger Vcrivallnngsgcdietc ernannt. Das Finauzminislerilim hat den kontrol. Amts« schreibev beim k. k. k. prov. Vcrganttc in mäbrisch-Ostran, Franz Schmalz, znm Amtsoffizial beim k. k. pro'.'. Vergamte in Iaivorzno ernannt. Der Iustizministcr hat den Prcitursadjunktcn, Michael Willcnik. zum Nathssckrctär bei dem Landesgcrichte zu Zara und den Gcrichtsadjnnllen, Alexander Nossignoli, zl>m Nalhösckrctär bei dcm Kreisgerichtc zn Nagnsa ernannt. Veränderungen in der k. k. Armee. P cusi o u i r u n gcu! Der Generalmajor und Brigadier Adalbert Fürst, danu der Oberst Karl (holer v. Euuhubcr des Geniestabcs. niit dcm Generalmajors-Charakter :«! !u>N5. V cfördc r u u g: Der Hauptmann Ferdinand Petriccvic des illyrisch'banater 1^. Grenz-Regiments, .zum Major in seiner Anstellung als Vorstand dcr Grenzscktion beim Militär« und Zioil'Gouvcrnemfnt zu Temcsvar. Heute wird ausgegeben und versendet: das Landes'Regierungsblatt für das Herzogthum Kr a in. Erster Theil. I. Stück, Vlll. Jahrgang 1886. Dasselbe enthält unter Nr. 1. Das kaiserliche Patent v. tt. Noo. 181>.'l womit das zwischen Sr. Heiligkeit Papst Pins lX. und Sr. kaiscrlich'ko'niglichcn Apostolischen Majestät Franz Joseph l.. Kaiser von Oesterreich, am ^8. Allgust 18Üli zu Wien abgeschlossene Ucbcrcinkommen (Konkordat) kundgemacht und angeordnet wird, daß die Vcstim-muugcn desselben, mit Vorbehalt dcr in dcu Artikeln I. und ll. dieses Patentes angedeuteten Anordnungen, im ganzen Umfange des Reiches von dcm Zeitpunkte dcr Kundmachung dieses Pateutes an in vollc Gesez-zeskraft zn treten haben. Laibach am li. Jänner 18,'i6. Vom k. k. Redaktious'Vureau dcs Landrs'Negicruugs-Vlattcs für Krain. Nichtanllsicher Theil. Laibach, 4. Jänner. Der Entwurf zum neuen Gcwcrbcgcsetze ist von der krainischcn Handelskammer einem Comit«, beste« hend ans den Herren Vlasnil, Gnst. H cima n n, Iancsch, Mühl eisen, Sainassa und Kam< mcr°Sckretär Dr. Kluu, zur Vorbcrathung übergc« bcn worden. Das Comit^ hat seine Vorarbeiten beendet, und hat sich ciusti m m i g f ü r dcu Ontwurf erklärt. Es ist nicht zu bezweifeln, daß die Kammer in ihrer Plenarfitmng die Kommissions> bcrathung und deren Anträge annehmen, und den be> rcits im Jahresberichte ung der verschiedenen Wissenszweige, nen stelle die geistige Durchdringung derselben einzunehmen beginnt. / ^ ^ ' ^aln"<^^^^ "'^' unter Andern noch vor einem An^ ^"^ Studilnn dcr Vaterlandsknnde bestellt!' ka„.l/ " ^'rmgmüsation unserer Mittelschlllen dui -. >> ?"^! ^" ^"th demselben für die Heranbil- Neachtct s/ ^"^ "'^ Staatsbürgers. Allein un- schaft dV >c^° ^^' s")on vor Dezennien die Wisscn- man das s^""^ '" das Da'cin gerufen, suchle fnng minn't'?- ^"'^ '" ^""' "'u^ganiscben Anhän- schiedcnen?"' ^'p^^'"v!'ischcr Details über die ver- nin- s^s,» ^. "!^'^r und machte es lnednrch nicht i s tretles"'^"''^te "'Pf "mnöglich, ein wahr- nd ^ Gcimnmtbilo des großen Kaiserstaates n^ ""nnigfachc,, Gliedernngen uud Gestal- aan .,?" ^"M"". sondern flößte anch durcl, die keilet Vei.nengnng einzelner Unrichtig- M ^.. ^""^^ ''d'm Denkenden ein gerccl.tes ti n . .^^'' ^"^ ^'"'untc Aggregat von No. 2 "", oic er zwar nothgedrungeu iu sein Gedächt- niß aufnahm, jedoch nur, um sie als unnnheu Ballast möglichst balo wieder über Vord ,zu werfen. In den lcnten Jahren des altcn Stildiensystcms machte man allerlei Versuche, dem letzterwähnten Uebclstande abzuhelfen und kam auch auf den Gedanken, die außerordentliche Masse des zn bewältigenden Stoffes durch Herbeiziehnng mehrerer Arbeitskräfte bezwingbarer zu machen. Aber der Fehler in dcr Grnndanlagc blieb und hicmit auch die Unmög lichkcit, die gcsammtcn Daten zum wirklichen Nupcn für die Wissenschaft oder für die Praris dcs Lebens zn verwerthen. Dic Folgen dieser Zustände beschränkten sich nicht aus dcn Kreis dcr Schule. Nicht uicl besser stand cs mit dcn meisten über denselben hinausge» l'endcn Bearbeitungen dcr Vatcrlandskundc. Erst gegen das Ende jenes Zeitraumes traten Vlnmen bach's und Springer's verdienstvolle Arbeiten l'eroor. Von ihnen und ein Paar minder bedeutenden Leistungen abgesehen, hielt sich die Darstellung der Gesammtmonarchie, so viel Schätzens-werlbes ancl» für einzelne Kronländcr geleistet wnrde, ziemlich allgemein auf oder noch nntcr dcm Nivcan der Schnlgeographie. Eben ist ein Iahrzchcnd seit der letzten Umarbeitung dieses Pnchcs verflossen, nnd wer wollte sich noch erlanben, auf dasselbe zurückzukommen? Welche Kluft liegt zwischen den vorzüglich steu Leistungen dcr Vergangcnhcit und Wcvken. wie! H a i u's Statistik oder Bcckc r'S Vatcrlandsknnde !, Wenn man anch bei ihnen dic Masse dcs Stoffes, welche beherrscht werden mußte und dic verschiedene Vcrtheilung des Lichtes, dessen gleichförmigere Pcr> breitung erst die Anfgabc der Verfasser war, noch uicht zu vergessen im Stande ist, so haben sie doch unläugbar dcn Weg gezeigt, die großen Gesammt. Verhältnisse des Kaiscrstaatcs in ihrem organischen Zusammenhange wiederzugeben, dcr geographischen und statistischen Datcn dnrch Auswahl und Zn,am-menstellnng die tiefere, geistige Auffassung abzugc-winnen, welche, statt einc einzelne Seelenkraft vor» übergehend zu'beschäftigen, für die Gesammtheit dcr> sclbcn bildcnd und bclchrcnd wirkt. Untcr dcn Mannern , welche dicscr geistigen Durchdringung dcr Vatcrlandskundc ihre Kräfte weihen, erscheint nnu auch der k. k. Scktionsrath im Ministerinn: für Kultus und öffentlichen Unterricht. Lndwig Ritter von Hcuflcr. für dessen vielseitige literarischc Thätigkeit 10K Druckschriften Zeugniß geben, dic in dcu Jahren 183V — 18üi> theils in verschiedenen Ionr-milen, theils als selbstständige Werke erschienen sind. Hinsichtlich des Materials für seinen geographischen Vcrsncl, „Oestcrrrich und seiuc Kroulän« d e r" beschränkte er sich nicht anf die Penütmng zahl« reicher litcrarischer Hilfsnuttel llnb dcr Ergebnisse cigrncr Bckanntschaft mit einem beträchtlichen Theile dcr Monarchic, sondern zog anch Männer zn Rathe, deren Mittheilungen die gcnanerc Kenntniß ihrer engeren Heimat, cinen dcsondern Wcrth verlieh. Wenn dcr in solcher Weise gewonnene Stoff noch mancher wcitern Ergänzung nnd Sichtung bedarf, so wird cs au dcrjelben gewiß nicht fclilen. Die Verarbeitung aber geht von den wahren Grnndsatzen wissenschaftlicher Erdkunde ans und strebt mit beharrlichem Eifer dcu leuchtenden Vorbildern anf dic« » Z Vom südöstlichen Hlric^schauplatze. I»» dcn nellesten Briesen aus Varna (telcgra-plusch bis 27. d.) rchalt die „Mil,'Ztg." die Bestati. g»l,g der Nachricht über den Rnckzng dcr Armee des Serdars an die Seeküste. Tic Verprovianlirung sei> ner Ariilee durch Dampfschiffe isl cine derart niangel« Yafle, daß slch Olner Pascha veranlaßt gcsnnocll bat. sciuen Stabschef »ach Konslanlinopel zu fcudeu , urn die nöthigen Anordnlingen tin Ort uno Stelle z>i «reffen. Im türkischcu Krirgsmiilisteriuiu hrrrfcht abcr cine hlillosc Vcrwirrliug j dic cnglisch.srauzosisch-pic. montlsische gut gclcitelc Intendanz dirigirt ihre Pro« viantschiffe »uir nach Enpatoria. Kamiesch und Bala> llaiva, Die türllsche Alüllinistraliollsbehörde muß abcr nach cilf Scestalioncll dcil Proviant mid die Muni' lioll versenden, u. z. bei dcm schlechlestcll Writer liach Eupatoria. Kcrlsch, Ieuilalc, Suknmlale, Anaklca. Redutkale. Tschefkctil, Balum, Tschlirukfu, Trapeznnl, Mld Sinopc. Eine Ulrich großc Konfusion herrscht auch an dcr Donau uild in dcu andern Militärstalioucu del Tinkei. Drr Sold wird dcn Truppen lulregel. mästig, scit Monate» gar llicht ausbezahlt nnd dcr Vcrfall des oltomanischeu Heeres macht. seiteenl sich die Pforte auf ihre Protellorci, stülpt, riesige Fort. schütte; noch ein Felozug in Kolchis oder Al,alo!icn nnd dic Pfortc wird ül»cr kcin Ralionalhcer. fondern nnr über einige Festnngs-Garuisoustruppen zn versü' gen habcu. Auszug auo dem Protokolle der uou der Jeutralkolumisiunl )nr Erforschung und Erhnltung dcr Daudenkmale uuter dcm Vorsthc dco k. k. Herru S'cktionochcft. Knrl ^'reihcrrn n. C^oernig am 2. Vktobcr l k55 nbgclialtelleu Sitzung. lFolts c h » >i ^,.) Die Ilttciess'-n der Zcntralkommissio» find in Ka'riUcn dnrch ihrcn würoiqcn Kmiserualm' kräftig ucrtrctcn. Dcr qelchrtc Gcschichlschrcidcr scincs Vatcr-landcs nnd Dnelwr dcs hiswrischcn Vcrcins, Frci> hcrr von ä'lntcni<. mit Vor> licbe zngcthan. wovon scine a.cdica,cncn Pcrichlc an die Zcntralkommission das sprcchcimte Zengniß ab° lcgcn. Dcr k. k. ^'andralh von Inborn egg wirmet sich vorzligsiveisc drr Erforschung dcr rölnischcn Dcuk« malc nnd Inschristcn, von wclchcn lst)tcrcn rr cine vollständige Sammln^g l'crcitct hat. Ucl'cr Tclirnia hat er l'crcits in dcn Schriftcn dcr hiesigcn l. k. Akadclnie dcr Wissenschaften daö vorläufige Ergel'nisi seiner ^mschmigcn nicl'crgclcgt, so wie audcrwartige Millhcilmigc» nl'cr ro'»>i,'chc Denkuialc scll'slstänoig veröffentlich!, wäl'rcui) cr gegenwärtig sich an den Ausgral'liugcn ain Zoüfcloc drlhcüigl. Wenn solchc Männer znsamlnenwirken, kann dei einer gnnsligeil Gestaltung der änpercn Verhältnisse nnd l'ci dcr slctö wachscndcn Ulltcrstnynng der Vaterlandöfrcnnde (c>ie durch ihren Eifer ersehen müssen. was dem ^and an an Nmsang nno Mitttln al'grht) nnr wahrhaft Gedeihlichcö für oie Wissenschaft erwartet werden, und mnß der Sinn uild die Freul)c an der Erhal-tnng nnd 'Aliöl'eulung dcr vaterländischen Denkmale wachscn und sich iNllnen und dcr Pficgc der Vater» landöl'undc in der »veileslen Bedeutung del» Pfad el'uen. Die Versainmlling uinunl diese Mittheilung mit Inlercssc entgcgcn un^ l'eschlicßi. den Herrn Ritter v. Mo r o anzugehen, seine Sammlung der Zentral» ' lommisslon zur Einsicht zn stcllen und derselben wo l thnnlichst die Grunl'. nnD Aufnssc der Vllrgcil l'ci. ' zufügen. Der k. k. Schulratl) nnd Konservator in Ofen. Dr. Micharl Haas, berichtet, daß er l'ci einer wis-senschaftlichen Erkursiou die traurige Wahrnehmung gemacht habe. wie wenig Veachlung die höchst in° tercssautcu römischen Ucbcneslc l'ci Alt'Ösen finden und wie selbst an ihrer Vernichtung in rascher Weise gearbeitet wlrd. Der Puloermüller am äußersten Ende des römischen Äqnadnktcs hat nämlich die drei zunächst gelegenen Pfeiler dicser allen Wasserleitung mit Pulver gcsovengt nnd das Material zum Aufbau einer ucncn Pulvcrslampfe verwendet. Die allmälige Vertilgung dicscs ältesten Denlmale« der Nömerzeit muß voil jedein Freunde des Alterthums und der Wissenschaft auf das ticffte beklagt werden und mit der begründeten Äcsorgniß erfüllen, daß diese merk» würdiget, Ueberrcstc in kürzester Zeit gänzlich ver. schwinden werden. Dicser bcdanerliche Fall wurde von Seite der Zcntrallommission dcm k. k. Ministerinm des Innern mit dcm Ersuchen angezcigt, die politischen Veyördcn iu dcn Kronläudern anzuweisen, die Zentralkommis» sion in ihrcm Wirkcu möglichst zu unterstützen. der> gleichen Zerstörungen mit den ihnen zn Gclwle stc. hendcn Mitteln hinlanznhalten uild die Vcvölkerling auf die Nachthcile solcher Zerstörungen, welche in häu» sigen Fällen selbst auf den Fremdcnbesnch hindernd einwirken, aufmerksam zu machen. Dcr städtische Oberbeamte zn St. Polten. Herr Eduard Mahenaucr. übersendete !4 Stü^l Münzen, 2 Stück Armbänder von Htupfcr und ciu Vrnchstück, »reiche derselbe wäbrend des in den Jahren Ittllil uii!' I^ö'^ slattgefundeuen Vanes des Ober« Erziehnng^' Hauses zn St. Polten zum Theil in ausgemauerten römischen Gräbern aufgefunden und gesammelt bat, und stellt selbe dcr k. k. Zeutralsommissiou zur be< licbigcn Verfügung. Herr Regierungsrath Arneth spricht sich ül'tt den ipisscnschafilichen Werth dieser Gegenstände dabi» aus, daß selbe als nenc Beweisstücke für die mull" maßliche Erislcnz eines römischen Munizipiums, ^»'-lim» (!<'lim», in der Gegend des hculigeu St. Pöl< len gelten können und aus diesem Grunde ein beson» dcres Interesse haben. (sso»'tscl>'l"g fl'l^t.) Destcrreich. W ien, ^. Jänner. Wie man der „Presse" aus gnler Qnelle berichlrt. soll sich die Vudioeiser Kam in er bei der gegenwärtigen Vcrathnng cinstim» mig für dcn Entwurf crklärt, uud dein Herrn Ha», dclsminister den Dank der Kammer ausgesprochen haben. — Der königlich sardinische Geschäftsträger Mar< qnis Eunlano de Eeva ist nach längerer Abwesenheit mit Urlaub in Turin, gestern von dort wieder hier augekommen. — Für dcn Kutscher Stricker, welcher durch die Qncrstellnng seines Wagens jüugst die mit dcm Wa> gen Ihrer Majestät dcr Kaiserin durchgegangene» Pferde zum Stillstehen brachte, laufen anch von Pri' vatpcrsonen Geschenke ein. So hat der Herr Artil> lcrie'Hauptmann Alois Kandow demselben alö An< crkennung einc goldene Saekuhr znm Geschenke gemacht. — Das h. FinanzministcrillNl hat angeordnet, daß die Steuer'Inspektoren und Unter .Inspektoren von den Bezügen der Ergreifers-Anlheile mis ^naf> fällen wegen Gefälls'Ucbertrctungen nicht ansgesclM sen sind. — Die Staatseisenbahu-Gesellschaft hat mit der Donall. Dampfschifffahrls > Gesellschaft kürzlich eine" auf drei Jahre lautenden Vertrag abgeschlossen, mil< telst dessen sich erstere verpflichtet, jährlich 300.000 Zentner Kohlen ans den Gruben zu Steyerdorf ü 39 kr. pr. Zentner loco Basiasch der Donau u,« Ihrer Mn^cstnt der Baiserin. Dic allgemeine Freude, welche die Bewohner Oesterreichs bei dcr Vcrmälung Sr. Majestät erfüllte, theilte», auch die Künstler Wiens, und um dersclbcu einen Alisdruck zu gcbcn. bcschloß die hiesige Gesellschaft ausübender Künstler und Knnstfrcunde, die Sammlung eines Albnms zn veranstalten, welches als Zeichen der Huldigung Ihrer Majestät der Kai> scrin" überreicht werdeu sollte. In Folge einer Einladung der Gesellschaft an die auch ibr nicht angcbörendcn Künstler beeilten sich dieselben, den, Uuternebmen sich freudigst anzureihen, und so wuchs die Zahl der zn dein schönen Zwecke tillgelanfencu Blätter mis 12l uon ebcn so vielen Künstlern. Davon sind !>ll Oelgcmälde. ^li Aquarelle und 1!) Bleistift« oder Erayon-Zeichnungen. Da die Theilnahme an dicscm Album als ein Akt patriotischer Hingedung betrachtet wurde, so wurde keine Inry beliebt. Zwischen dem mindcrbc-gabten und dein hochbegabten Künstler sollte es dort kcincu Nntcrschied des Ranges geben, wo es keinen Unterschied patriotischer Deukungvwcisc gab. Folgendes Widmungsgeoicht von I. G. S c i d l. illustrirt von E. Geiger, dient als Titelblatt: Ella»l>' cld>>b'oc Herrin. teicl, liiüf^off»" Von, Wo»!i>nz b»r Annnüh ll»l> del Milds, D^»> dful«ch»>» ?.^>t!c^l!,amm rulsprosscn. Der ill'!? tie ^lu,!st l'.sHiroU mil kraft'.,',» HchÜd,'. Erlandr daß. alr N^chli^U aus d^n l.^ic», ^Do O^ls.ich Di.1, üls Braut IxgrusN »ni ^sss», D'^ K»»st!,r ILicns cö schilcht,,,, !,ult'g<'>'>> w^g^K, 'Oils, W'ift.^sclcnr zu Fülie» Dir z» lcgl». Ein schw^'er Ilnsllilck W's für »ns,r <3lr.l'>'n. l?il' stille Bill'. >,»s D^i»,n Schutz z>, gi,',» : V,!i^>l'° rer Hoh.il s.N'N, d>< Kunst zu h»'l>en. l'a»» niid ibr Wolle,» endliH auch j»m ,fföü,!vur ,r»iu'n: ., zu .vhallen!" Die sälnmllichcn, durch das Aufziehen auf die Kartons, Schriften Briefe u. s. w., erwachsenen Kosten trug die' Gesellschaft, so wic das zur Durchfüh. rung gewählte Eomit^ sich dcn mannigfachen Bemü' huua.cn freudigst unterzog. Dcm chrfurchtsvollcn Untcrnchlncn dcr Künstler schlössen sich dic Herren Hof-Silberwaren - Lieferanten Mayerhofcr und Klinkosch dadurch au, daß sie, unterstützt durch die Zeichnung dcs Herrn Pro« fcssors van dcr R ü l l und dcn ^cistuugcn dcs Mo' dcllcurs Hcrrn I. Ecsar, die ganze äußerc Ans' stattung bcsorgtcn und in ticfstcr Verehrung widinctcn. Die Schwierigkeiten, welche bei der sorgfältigen Ausführnug in edleni Metalle zn überwinden' waren, so wie manche entsprechende Aenderungen, welche gc> troffen wnrdeu. verzögerten, ganz gegen die Wünsche nnd Absichten der Bcthciligtrn, die gänzliche Vollen« dnng dcr prachtvollen Hüllc bis zum 2l. Inli d. I. Aber schon am 22. Juli hatte das Künstlet Eomit'' mit den Herren Mayerhofer und Klinkosch das Glück, das Album Ihrer Majestät unserer aller« gnädigsten Kaiserin und Hcrrin zu übergcbcn und sich dcr huldvollstcn Annahme zu erfrcucn. Wcil wegen dcr so schnell stattgcfundencn Ucber« gäbe nicht die Möglichkeit vorhanden war, das Al> bum in seiner Gcsammthcit dcu Bcitragcildcu z»l' Ansicht zll bringen, wagtc das Eomit«' die Bitte, daosclbc ihnen zli diesem Zweck auf kurze Zeit wieder zu überlassen, welcher Bitte die gnädigste Gcwäh' ruug zu Theil wurde. Es wurde zugleich gestattet, zn dieser AuMellung bloß für die Betbeiliglen U"b ibre nahen Angehörigen den k. k. kleinen Nedouttll' saal dnrch vier Tage benutzen zll dürfen. (Wiener Ztg) «5 bewerkstelligen. Vis zu diesem Tage >viro dcr defi. nilive Beschlnö erfolgen, ob dir R'eise nnternommen »vird oder nicht. -^ Die betreffenden Behörden in Ungarn erhielten dcu Auftrag, über alle in ihre», Bezirken sich vor> findenden historisch merkwürdigen Baurcste. Monu« "u'ntc n. dg!.. sic mögen der Vorzeit »der dem Mit> «claltcr angehöre», Verzeichnisse zu versassen und dic-selben der h. Statthalterei vorzulegen. ' Die gedeihlichen Erfolge der zu Kralau wäh. reild dcr letzten Eholerarpidcmie bestandenen Saniläts-kommission haben l). O. die angenehme Vcraillassnng dargebolen. dem weiter lino den Mitgliedern der Köm. mission für die hicbci entwickelten vielfachen Bemühungen nnd heilsameil Leistungen die vollste Anerken-»umg auszudrucken, lmd zudcm iloch fur die zweck» mäßigen ökonomischen Einrichtungen aus icuem An-lasse sowie die dießfälligen mcnschensreundlicheu Einlei-tll"gen dic insbesondere verdiente Belobung briznfügcn. -- Von Pcstb sind mehrfache Klagen nnd Beschwerden über die Administration der l. k. privilege ten östcrrcich. Staatseiscnbahngcscllschaft zur Oeffcnt-l'chkeit gelangt, die sich vorzüglich daranf basircn, daß ^ 5" >n Pcsth aufgegebenen Warcu nicht schnell genug "pcd.n werden, und viele Waren im Freien lagern »UM". Diese Klagen berühren weitreichende Inter-Mn. Emc Velenchtnng derselben, die wir einem uns > vorkcgenden Erpos.'. entnehmen, wird daher um so w'Ilkommener sein. als sie nebcn der Beantwortung r'mger speziellen Punkle anch bemerlenswerthe alige. 'nc.uc Aufschlüsse gibt: Das den erwähnten Klagen zu Grunde liegende Faktum läßt sich nicht läugnen. cilwu die Ursache der Administration der Staatscisen. bahngesell,ch.ft zuschreiben zn wollen, wäre sehr un. gerecht, da es aubcr der Macht derselben liegt, so-«'eich dem Bedürfnisse entsprechend die Vahn so ein» zunchlen uud mit solchen Gebäuden und Fahrbetriebs, «utteln zu versehen, daß dem schnell angewachsenen Verkehr entsprochen würde. ! Die Gesellschaft hat bekanntlich dic Vahn in ei. >mn unvolttommcncu Zustande übernommen. Die! «m,zc Vahu ist bloß mit einem Geleise versehen Der Stanonsplatz in Pesth ist zwar sehr geräumig, die ^mpulal.on i» den Warenlagerplätzen aber sehr be» "Iwcrlich und zcilranbeud. der Szcgediner Bahnhof ' "? "!,^">. Mit Fahrbetriebsmitteln ist die Vahn versehen, daß bekanntlich fast jährlich mußte ^7^" iwchtcnaufnahmc eingestellt werden P . nnd selbst für diese unzureichenden Fährbetrieb«. "" MM die nöthige Uutcrkunst. so daß die Loko. ^onvell in allen größeren Stationen im Freien stehen Daß es aber dcr Gesellschaft bereits gelungen ist, rmen energischen uud ersprießlichen Betriebsdienst eiu. Muhren und Alles aufgeboten wird. um mit dcu wc> "^en M»teln das Mögliche zu leisten, dürfte schon ""rn, Umstände ersichtlich sein, daß sie nut den Mit"" gcgcn das Vorjahr bedeutend lose ^'^ ^ "'"^" "l'"ert hat. Dnrch die rast. /d ^ 7 '"' ^"'"'" mw die richtige Veuü, 2' '"^udencu Mittel hat sie , B. < re Frach« b oiderung nach Oderberg so weit gesteigert, daß ' p"u^cheu V^,ueu nicht im Stande waren, die suhrttn Wm-en wegzubringen und die Kaiser Fer« n s-Nordbabu sich g^ungen sah, der südöstli. ch Vahu der Gcsellschaft für einige Zeit die Wei. ' u^mderung der nach Oderberg instradirten Waren '^weigern. Dal'ei ist zu bemerken, daß gleich.« l'aft war ^ ^"^'" ^" ^'""bach sehr leb. kcit d^^ ^^'"^"ft hat nicht nnr die Unznläuglich. vorauf-?''"'^"^'" Vctriebseinrichtung erkannt uud M"stlc^>. "' ^'^"" sch"" lange die energischsten „^, ^." N'ar.ffrn. um allen Ucbelständen zu begeg. > s^deu Ma^l^'^ l"i der Abwägung dcr zu ergrci. aende Bedürf. 7."'"' ""^ l'l'ß m,s das vorlie-diesem F'l/i 7"^ '"' m.snM^ ^'"^U'Ngm getroffen, welche einem vor. 1) ch noch bedeutendere., Verkehr in der Folge kouueu. Das Ziel der Gesellschaft ist nicht p- den vorhaudeucu Verkehr bewältigeu zu können sondern vielmehr ihn mit solcher Leiebligkeit zu besor> gen und ihn so zu begünstigen, daß dadurch ein Im> puls für eine weitere Entwicklung desselben hervorge« rufen wird. Solche Einrichtungen sind zwar begreiflicherweise nicht daö Werk einiger wenigen Mouate. doch kanu als Veleg für diese von der Gesellschaft eiügeschlage' uc Nichlung augcführt werden, daß die Gesellschaft bereits 6l> sehr kräftige Lokomotive bestellt hat, deren Ablieferung noch im Dezember begonnen hat. daß 3l) reren Elablisftments des In> und Auslandes in der Anfcrlignng begriffen sind. Für Herstellung einer soliden Vahn und Legnng eines zweiten Geleises ist eine Anschaffung von 478,!)72 Zentner genehmigt worden; Gctreidcsäckc sind 210.000 Stück, Theerdc» cken zur momentanen Abhilfe 22ü bestellt. Dabei werden Pläne zur Anlage des zweiten Geleises, znr Erbauung von Werkstätten, Heizhäusern uud zur Ne< gulirnug für einen gropcu Verkehr augrfcrtigt, unl im Frühjahic sogleich die nöthigen Arbeite», vornehmen zu können. Dem Kohlcntransport widmet die Gcsellschaft ein besonderes Augenmerk und sie ist eben mit der Anlage von großartigen Depots lind Anschaffung des nöthigen Wagenparkes beschäftigt. Man wird cinsc. heu, daß die Dnrchführnng so großartiger Maßregeln ciuc gewisse Zeit bedingt, um so mehr im Ansauge des übernommenen Betriebes, wo dcr ganze Mechanismus der Verwaltung geändert wiro. nnd eine ganz neue Geschäftsführung gleichzeitig durchzufüh. rcn ist. — Mit hohem U»tcrrichts>Ministerialcrlasse vom 7. v. M. wurde dem Herrn Dr. Franz Cnvr, Inhaber einer Privat < Lehr- nnd Erziehungsanstalt, die VewiUignng zur Errichtuug und Eröffuuug eines Privat de dadurch vou der Donau beträchtlich weggerückt werdcu. A) Neutralisation des schwarzen Meeres, ohne alle russische Befestigungen und Arsenale längs scincr Küste. Nur an deu Ausflüssen der Donau soll eine ^ Station leichterer Kriegsfahrzeuge znr Handhabung der ! Wasserpolizei hergestellt werden. 4) Gemeinschaftliche Protektion über die christli- chen Unterthanen der Pforle. So weit rülnrn die Friedenspunkie von Oesterreich hcr. Tchwciz. Der schwcizcr'scht Bnndesrath bal für i6llHeros«''e; Stellvertreter: Fornewd. Finanzen: Kuüsel; Stellvertreter: Frauscini. Zoll: Foruerod, Vizepräsident; Stellvertreter: Näss. Posten: N'äff; Stsllverlreler: Slämpfti. Großbritanuien. In einem Schreiben der „Allgem, Ztg." aus Jersey, U). Dezember, n'ird ein Rückblick aus die Wirkung geworfen, welche die lehle Answeisnng Vik« tor Hugo's und der audcrn französischen Erilirtcn aus Jersey auf die gesammtc französische Flüchllings» schaft hervorgebracht, nnier welcher Viktor Hngo ei. gentlich sehr wenig Anhänger zähle. „Ein sehr großer Tbeil dcr sranzösischen Erilir» ten. welche theils hier, theils iu London leben, be« trachtet die Veröffentlichung jener „Deklaration" und die ganze Ausweisung als eine Art Handstreich Vik» tor Hugo's, durch welchen er wieder bei seiner mast> losen Eitelkeit die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich uud scin „politisches Märtyrerthum« leuken wollte. «Viktor Hugo", sagte ein französischer Flüchtling. ..be> ganu sich in Jersey gründlich zu langweilen, keine Seele nahm mehr Notiz von ilnn. und er mag cbeu über ein Mittel nachgedacht haben, wieder über sich sprechen zn machen, als ihn» die Geschichte mit dem Briefe Pyats und die Ausweisung Nibeyroll'S. Piau< cam's und Thoma's aus der Verlegenheit riß. Jene famose „Deklaration", welche eigentlich über die Ans« weisung gar uichts sagt, wurde sofort beschlossen und füuf oder scchs Schmeichler Hugo's beeilten sich. die» selbe mit zn unterzeichnen, während sich andere Flücht» lingc an dcr Unterzeichnung nur iu der Meinung be. theiligten: es gälte wirklich dcr Sache, uud dabei nicht wußten, daß die ganze Geschichte nur znr Pri» vatuutcrhaltnng Hugo's dieuru sollle. Es scheint also wirklich, daß Hugo auf die Ausweisung so zu sagen spekulirte. IeNt empfängt Viktor Hugo — wie mau aus Guernsey berichtet - die Deputatioucn der vcr» schiedeucu in Eugland abgehaltene» Anti'Ausweisungs. Meetings nnd nach der lchten Nummer des „L'Hom-mc" hat ein gewisser Harucy ihul eine Adresse im Auftrage des Newcastle Mcetiug überreicht, welche Viktor Hugo in eben derselben Nnmmer der geuann» ten Zeitschrift in sciuem gewohnten poetischen Phra» senstyl beantwortet. Gerade diese Ovationen aber, bei welchen nur ausschließlich dcr Name Viktor Hugo figurirt, scheinen riner großen Anzahl der Mitansgc' wiescuen die Angcn über die eigentliche egoistische Tragweite jcncr hier veröffentlichten „Deklaration" geöffnet zu habeu, denn mau ucrsichcn, daß Viktor Hngo in Guernsey uou seinen srühereu Anhängern ganz verlassen sei, uud gegenwärtig seine „ganze Partei" uur aus fünf oder sechs Subjelteu bestehe, welche sich in williger Unterwürsigkeit den Launen dcs Gebieters in dcr eitlen Hoffnung fügen, bei ei» ncr „künftigen Bewegung" in Frankreich dic Schleppe desselben tragen zu dürfen. Viktor Hugo bildet mit Einem Worte unter den französischen Flüchtlinge» keine Partei, uud wenn er überhaupt zu ciucm blinden, erbitterten Gegner der jetzigen Negieniug Frankreichs gehört, so mag die Ur< sache wohl uur in seinem verletzten Ebrgeiz liegen, welcher es den, Kaiser uic und nimmer verzeihen kann. daß er den anmaßenden Träger desselben ig»o. rirend bei Seite geschoben!" Rußland. Der Admiral Fürst Mcntschikoff. dcr Diplomat und Feldherr, dessen Name mit den Allfängen des orientalischen Krieges so innig verknüpft ist, ist zum Geucral «Kriegs ' Gouverneur vou Kronstadt mi< deu Rechten, uud Privilegicu cineS Oberst«KommandireU' «« den einer Armee und mit dem Obcr«Vefchl über alle in Kronstadt befindlichen Land, und See-Truppen ernannt. Sei cs die Antwort anf Die Ncgotiationen mit Schweden, sci es, so incint Die „Schlcs. Ztg.," cine an die N.nion gerichtete Antiuort anf die man»^ nigfachcn Frieocnsgerüchte. die bis yieher dringen —, über die Bedeutung dieser Ernennung wiro sich wol)! Niemand tänschcn. Mentschikoff, )lowosilr treibenden Nationen, nnd Dänemark hat sie znr Bc-schicknng einer Konferenz eingeladen, welche diesen Monat in Kopenhagen zusammcntretcu würde, zur Erwägung eines Vorschlags von Seiten Dänemarks, der darauf hinausläuft, die Einnahme zu kapitalisi° rcn und die Summe, wodurch es für dcu Verzicht auf die gegenwärtige Art der Zollerhebung entschädigt werden soll, auf die verschiedenen Seehandclsstaatcn zu vertheilen. Die vereinigten Staaten sind achtnngs» voll aufgefordert, einen Vertreter zu der vorgeschla« genen Konfcrcnz abznordnen. Ohne die redliche Absicht, mit welchcr Dänemark diese Maßregel vorschlägt, überhaupt in Frage zu stellen, fühlt sich doch der Präsident pflichtschuldigst gezwungen, die Einladung abzulehnen. Die Konfc-renz soll gerade jenes dänische Recht, dessen Existenz die vereinigten Staaten abläugnen, zur Grundlage ihrer Verhandlungen machen. Man beruft sie ohne irgend cinc Vefugniß über das dänische Recht zur Besteuerung der Schifffahrt ein Urtheil abzugeben, sondern gibt ihr bloß die Ermächtigung, die Summe festznstelien, welche jeder Staat an Stelle der Abga-ben, welche bisher auf seine respektiven Fahrzeuge und Schiffsladungen gefallen sind, zu entrichten hätte. Die vereinigten Staaten jedoch bestreiten überhaupt, daß sie irgend cinc Kontribution zu zahlen verpflichtet sind. Dic Hauptfrage, um die cs sich zwischen dieser Regierung und der von Dänemark handelt, ist nicht, eine wie große Stenerlast unsere Hanoclsschifffahrt nach der Ostsee tragen soll, sondern ob sie überhaupt einer Steuer zu uutcrwcrfcn ist. Dem vorgcschlagc» neu Tribunal ist, wie man sieht, durch die Beschränkung seiner Kompetenz ausdrücklich das Recht benommen, die einstige ernsthafte Streitfrage, die zwischen den vereinigten Staaten und Dänemark vorliegt, zu erwägen und zu entscheiden. Darin besteht jedoch nicht dic einzige Schwierig, kcit, welche den Präsidenten abhält, in dic Beschickung dcr Konsercnz zu willigen. Indem er dic Befreiung unscrrr Schiffe und Schiffsladungen von dcr dänischen Zollerhebung in den baltischen Meerengen bcan< sprucht, tritt dcr Präsident für ein großes nationales Prinzip in die Schranken, welches einer ansgcdchn» ten und mannigfachen Anwendung unterliegt. Wird es in einem einzigen Falle preisgegeben, so wird cs schwcr, dasselbe in andcrn Fällcn aufrecht zuhalten. Wenn sich die vereinigten Staaten cinc Bedrückung unserer Haudclsschifffahrt am Eingang in die Ostscc ruhig gcfalleu ließen, so könntcu, uach dcmsclbcn Prinzip, ähnlichc Anforderungen in dm Mccrcngcn von Gibraltar, Messina und dcn Dardanellen und auf allen großen schiffbarcn Strömen erhoben wer« dcn, deren obere Arme uud Seitenftüsse sich in der Gewalt verschiedener unabhängiger Staaten befinden. Dcr Präsidcnt kann cincm Tribunal wic das, wclchcs vou Däncmark vorgeschlagen ist, nicht die Kompetenz zugestehen, ein fnr die gcsammtc Hau-dclswclt so uugeheuer wichtiges Priuzip zu handhaben; durch die Beschickung aber wäre diese Kompetenz zugestanden. — Es ist gcgcn die Theilnahme an dcr vorgeschlagenen Berathung noch ein anderer Einwand zu erheben, dcr ganz eben so stark ist, wie die beiden früheren Gründe. Die Regierung der vereinigten Staaten wird niemals die Prätcnsion gelten lassen, daß die neue Welt dazu herhalteu soll O l<> !>,> li>,i>i-l>inil,!<' dent wird von der strengen Beobachtung jener Poli« tik in keinem Falle im Geringsten abgehen. Folgende Stelle aus dem dänischen Aktenstück, wclchcs den erwähnten Vorschlag enthält, wird die Absicht, bcidc Gcgcnständc mit einander zu verknüpfen und durch einander zu mengen, deutlich nach-weisen: «„Außer dieser Bedingung erachtet die dänische Regierung noch cinc andere für wesentlich nöthig — uämlich, daß die bewußte (Sundzoll') Angelegenheit nicht als eine Geld- oder Hanbcls-, sondcrn als eine politische Sache erwogen werde: dieß wäre dcr Geschichte des Snndzolls und dcr Nolle angcmcsscn, dic cr in dcr Politik des europäischen Nordens gc-spiclt hat. Sonst blicbe die Unterhandlung jenes Charakters nl'.d jener Tragweite beraubt, welche sie haben muß, nm nicht durch Fragen sekundärer Art cingccngl zu wcrdcn, dic zu cincm lcdiglich kommcr-zicllcn nnd fiskalischen Arrangement gehören mögen, aber nicht zu einem Arrangement, welches dic Vc-stimmnng hat, Fricdcnsvcrträgcn und Kompromissen, durch welche das System des politischen Gleichgewichts gcordnct wnrdc, als Ergänzung zu dienen."" In Bczug auf dic politische Fragc, wclchc in diesem Auszüge hervortritt, kann die amerikanische Regierung sich nicht bewogen fühlen, irgendwie Par° tei zu nehmen; noch wild sic sich gefallen lassen, daß man ihre internationalen Rechte verkürzt ober abändert der politischen Theorie zu Liebe, mit der sie im dänischen Vorschlag verflochten wcrdcn. — In dcm oämschcn Aktenstück findet sich cinc Anspiclnng auf dic „Opfcr", wclchc Dänemark gebracht hat, mn fremden Schiffen dic Fahrt durch die baltischen Mccr> cngcn zn crlcichtcrn. Dic Ansgabcn, dencn cs sich für die Sicherheit und Leichtigkeit dieser Schifffahrt umerzogen hat, begründen wohl einen billigen Anspruch auf Erfatz von Seiten fremder Staaten nach Maßgabe dcs Vortheils, dcn diesc davon gezogcn habcn. Dic bisher erhobenen Zölle habcn cs für jcnc Aussagen mehr als entschädigt. Während die ucrcinigtcn Staaten sich nicht hcrbcilasscn würden, cin Rccht, wclchcs sic für unzwcifclhaft haltcn — das Rccht zur freien Vcnutzuug dcs Sundes nämlich — zu crkalifcn, würden sie doch ohne Bcocnken ihrcn reichlichen Antheil an dcr Entschädigung tragcn, wclchc Däncmark für seine Unkosten bei dcr Verbesserung und Sicherung dcr Slmdschifffahrt billigcr Wcise bc-anspruchcn mag. Die Erhaltung von Lcnchtthürmcn, Bojcu u. s. w. behufs cincr sichern Sundschifffahrt, macht ohnc Zweifel erhebliche Ausgaben nöthig. Dafür, aber nicht für cinen Verzicht auf ciu vorgebliches Rccht, dic Sund- lind Vclt-Schifffahrt zn bcbcrrschcn, sind dic vcrcinigtcn Staaten Willens, sich mit Däncmark abzufinden nnd cinen billigen Ersatz für die Vortheile zu leisten, welche ihr Scehandcl von jenen Auslagen gezogen haben mag. Sir erhalten demnach die Weisung, Däncmark auf dicsen Gegenstand hin einzuladen und zu vcrsl-chcrn, daß Ihre Regierung demselben cinc gebührende Erwägung schenken wird; allein cs darf nicht erwartet werden, daß sein Auspruch cinc geneigte Anfnahmc finden wird, falls cr, ausdrücklich oder folgcrungs-wcise, irgend cinc Entschädigung in sich begreift fnr die Aufopferung des vorgeblichen Rechtes, dic frcic Fahrt amerikanischer Schiffe durch den Suud und die beiden Beltc zu kontrolircn." Ich bin. Sir ?e. W. L. Marcy. Telegraphische Depeschen. 'Trie st. :i. Jänner. Die «Triester Ztg." widerlegt entschieden das hierorts verbreitete Gerücht von dcm Ansbrnchc cincs Brandcs auf dcm Dampfer „Asia" auf dcm Wege von Beirut nach Mrandricn. Dic „Asia" ist am 23. d. M. in Alcrandricn wohl« behalten angelangt. Druck und Vc»ag von I.««z v. «.einumyr ^ FTBamb.^i,. Laibach, - «cw>.w«Mchcr Nr«m: F, «ambcr«.