des k. k. Staats-Gyranasiuras UVLA-IE^BTTIRa-. 'srr<šH^orr t VerOffentlieht von dep Direeiion am Sehlusse des Studienjahres 1 884. MARBURG. Im Yerlags dee k. k. Staatagymnadiums. Ditio,k voh Ed. .la n s hit/.. / I n h a 1 t. 1. Au ; dem Leben des steirischen Landeshauptmannes Hans III. Ungnad - Weissemvolf, Freiherrn von Sonneck. Von Dr. Arthur Steimventer, prov. Director. 2. Schulnachrichteii. Vom prov. Director. Ab h Leben Ab steirischen LanUanpInnes Hans III. Ungnad - Weisscnvvoll, Freiherrn von Sonneck. Von Dr. Arthur Steinwenter, k. k. prov. Gymnasial-Director. Es war ursprunglich ineine Absicht, in kurzen Umrissen ein Le b ens-b i 1 d des steirischen Landeshauptmannes Hans Freiherrn von Ungnad an diesel- Stelle zu entwerfen ; da mir jedoch der Stoff unter den Handen derart wuchs, dass selbst bei Einhaltung der knappsten Form dies in dem Rabmen einer Programmarbeit als ein Ding der Unmòglichkeit erschien, beschrankte ich mich auf die Darstellung der ersten Periode von Ungnads kriegerischer Thatigkeit, welche die Jahre 1529—1544 umfasst. Als Quellen liiezu dienten mir : Pauli Jovii Nucerini . . . Histor. sui tempor. T. II. A. Ullo a, Vita del potentissimo e christianissimo Imperatore Ferdinando primo. Sleidanus, Commentarii de statu religionis et rei publicae Carolo V. Caesare. Georg Kirchmairs DenkwUrdigkeiten seiner Zeit. M. Dresser, Vngnadische Chronika. W. v. Valvasor, Ehre des Herzogthums Krain III. Th. H. Megiser, Annales Carinthiae II. Th. Jul. A quii. Caesar, Annales Ducatus Slyriae X. Bd. und Staats- und Kirchengeschichte des Herzogthums Steiermark VII. Bd. Val. Preuenhuber, Annales Styrenses. SelbstbiographieSigmunds Fre iherrn von Herberstein. Fontesrer. Austriac. I.Abth. l.Bd. Herbersteiniana der Joanneums-Bibliothek in Graz. Heckenthalers Frisingensia zu MOnchen, Notizenbl. d. Akademie d. Wissensch. 1858. Fr. Chmel, Vier Briefe des Hans Ungnad an Kaiser Ferdinand 1. etc. Sitzungsb. d. Akad. d. Wissensch. 3, Bd. J. Voigt, Briefvvechsel des Hans Ungnad .... mit dem Herzog Albrecht von Preussen, Archiv f. Kunde Osterr. Geschichlsqu. 20. Bd. J. Voigt, Briefwechsel des Freiherrn Sigismund von Herberstein mit dem Herzog Albrecht von Preussen, Archiv I'. K. 0. G.-(J. 17. Bd. A. v. Gévay, Urkunden und Actenstllcke zur Geschichte der VerhiUtnisse zwischen Oester-reich, Ungarn und der Pforte im Ki. und 17. Jahrbunderte. Dr. Carl Lanz, Correspondenz des Kaisers Carl V. K. Oberleitner, Oesterreichs Finanzen undKriegsvvesen unter FerdinandI. vom Jahre 15SJSJ bis 1564, Archiv f. K. 6. G.-Q. 22. Bd. K. Oberleitner, Die Finanzlage NiederOsterreichs im 16. Jahrh., Archiv f. K. 0. G.-Q. 30. Bd. Dr. Georg Góth, Urkunden-Regesten ftir die Geschichte von Steiermark vom Jahre 1252 bis 1580, Mittheil. d. hist. Ver. 1'. Steierm. 13. Heft. J. Fiedler, Relationen venet. Botschafter il ber Deutschland und Oesterreich im 16. Jahrh., Fontes rer. Austr. II. Abth. 30. Bd. E. v. Kausler & Th. Schott, Briefwechsel zwischen Christoph, Herzog von WUrttemberg und Petrus Paulus Vergerius, Bibliothek des lit. Ver. i. Stuttgart. 124. Bd. Archiv f. siichsische Geschichte 8. Bd. Erasinus v. KOnneritz in dem Kriegszuge gegen die Tiirken 1542. Iv. Kostrenčič, Urkundliche Beitrage zur Geschichte d. protestant. Literatur d. Stidslaven_ J. Par a p at, Turški boji v 15. in 16. veku etc. Letopis Matice slovenske za 1871. Ottmar F. H. S c h il n h u th, Leben und Thaten des . . . Sebastian Schertlin v. Burtenbach. Dr. H. J. Zeibig, Die Familienchronik der Beck von Leopoldsdorf, Archiv f. 0. Gesch. 1852. Fr. Firnhaber, Zur Geschichte d. Osten'. Mititàrwesens. Archiv f. K. 0. G.-Q. 30. Bd. Oesterr. milit. Zeitschrift, Oesterreichs Kriege seit 1495, nach Quellen d. Kriegsarchivs. Dr. A. Steinwenter, Materialien zur Geschichte d. Osti. Steierm. unter d. Landeshaupt- mannschaft Hans Ungnads, Freiherrn von Sonneck, Beitrilge zur Kunde steiermark. G.-Q. 1883. E. Weller, Annalen d. poetischen National-Literatur d. Deutschen im 16. u. 17. Jahrh. R. v. Liliencron, Die histor. Volkslieder der Deutschen vom 13. bis 16. Jahrh. J os. Bergmanu, Medaillen auf berUbmte und ausgezeichnete Miinner des Osterreichischen Kaiserstaates etc. I. Bd. Ant. Wrancius, De rebus gestis Hungarorum ab inclinatione Regni. Monum. Hung. hist. II. Abth. Scriptor. 2. Bd. I. M. Bruti, Ungaricarum I. Vlil., Monum. Hung. hist.,’Script. 13. Bd. Nicol. Isthuanfi, Histor. etc. I. 13. Mei c hi oris Soiteri a Vinda I. C. de bello Pannonico I. II. ap. Schwandtner, Scriptor, rer. Hung. I. Joannis Martini Stellae ... de Turearum in Regno Hungariae annorum 1543 et 1544 successibus ad .... fratres epistolae IV. ap. Schwandtner, Scriptor, rer. Hung. 1. M. G. Kovachich, Scriptor, rer. Hung. minores T. I. St. Kato na, Histor. critica Regum Hungariae, 20. u. 21. Rd. Ti. A. Kercselich, De Regnis Dalmatiae, Croatiae, Slavoniae Notitiae preliminares. B. A. Kercselich, Historiarum Cathedralls Ecclesiae Zagrabiensis Partis primae. T. I. F r a k n ó i, Monumenta Comitialia Regni Hungariae. M. H a t v a n i, BrUsseli magyar okmànyhir, Monum. Hung. hist., Diplomataria I. G. P r a y, Epistolae procerum Regni Hungariae. K. M. K e r t b é n y, Bibliografie der ungar, nationalen und internationalen Literatur I. Bd. Ungam betrelTende deutsche Erstlings-Drucke. 1. H. Z e d 1 e r, Universal-Lexikon, 49. Bd. Herzog, Real-Encyklopitdie f. protestant. Theologio u. Kirche, 21. Bd. Fr. X. Prit z, Beschreibung und Geschichte der Stadt Steyer. H. Hermann, Handbuch d. Gesch. d. Herzogthums Kttrnten, II. Bd. 2. Abth. A. v. Muchar, Geschichte d. Herzogthums Steiermark, 8. Bd. A u g. 1) i in i t z, Geschichte Krains, II. Th. F. B. v. Bucholtz, Geschichte der Regierung Ferdinands 1. I. Freih. v. Hormayr, Taschenbuch fur die vaterliindische Geschichte 1889. Des Mar- sehalls Katzianer Tod. I. P. Kaltenbtlck, Oesterreichische Zeitschrift 1837. Johann V o i g t, Der Freiherr Hans Katzianer irn Tiirkenkrieg. Fr. v. Raumers historisches Tasehenbuch 1844. E. Pratobevera, Was hat Steiermark in den Turkenkriegen tur Croatien gethan? Fr. 11 w o f, Die Einfalle der Osraanen in die Steiermark, Mittheil. des histor. Vereines t'ilr Steiermark, XI. H. P. v. R a d i c s, Herbart Vili. Freiherr zu Auersperg. Carinthia, 1877, Nr. 8. Fr. A. v. L a n g e n n, Moritz, Herzog u. Churftirst zu Sachsen. Dr. Fr. v. Krones, Grundriss des oesterr. Geschichte mit besond. RUcksicht auf Quellen-und Literaturkunde. J. Chr. v. Engel, Geschichte des Ungrischen Reiches und seiner Nebenlìinder, 2. u. 3. Bd. J. Chr. v. Engel, Geschichte des Ungrischen Reiches, IV. Bd. Joh. Gf. M a i 1 à t h, Geschichte d. Magyaren, 3. Bd. H e r m. M e y n e r t, Das Kriegswesen d. Ungarn etc. M. H o r v à t h, Geschichte der Ungarn. J. A. F e s s 1 e r, Geschichte v. Ungarn, 3. Bd. Fr. VaniCek, Specialgescliichte der Militargrenze, I. Bd. J o s. v. H a m m e r, Geschichte d. osmanischen Reiches, 2. Bd. J. W. Zi n k e i s e n, Geschichte d. osmanischen Reiches in Europa, 2. Bd. VV. H a n k a, Dobrowskys Slavin. Chr. F r i e d r. Schnurrer, Slavischer BUcherdruck in Wurtemberg irn 16. Jahrh. Chr. Friedr. v. Stalin, Wirtemberg. Geschichte, 4. Bd. L. v. R a n k e, Deutsche Geschichte ini Zeitalter der Reforination, 4. Bd. Rerum Pannonicarum quas ab obitu Joannis Weivodae Inclytus Rom : Hung: et Bohemiae Rex Ferdinandus in Hungariae regno praeclare gessit libri quatuor autore Wolt'gango Lazio, Vien. Medico eiusdem regis a consilijs et historijs, Handschrift Nr. 7967 der Wiener Hofbibliothek. Die einschlagigen Acten des k. k. geheimen H a u s-, Hof- und Staats Archi-v e s in W i e n (namentlich H ungarica und Turcica), des k. k ■ Kriegs-Archives und des steier. land. Archives in Graz- Bei der grossen Fiille von Quellen und der fast erdriickenden Masse des archivalischen Materiales, welelie beide in ausgiebigster Weise durcb jahrelange Arbeit auszubeuten meiu Bestreben gewesen war, kann ich aucb wohl jenen Theil von Unguads Thàtigkeit, der den Vorwurf der gegeuwiirtigen Arbeit bildet, nur in grossen Ziigen arida uteri, sowie ich dies bei Gelegon^, heit eines Vortrages ini histor. Verein zu Graz gethan babo. Der Leser moge mir daher verzeihen, wenn seine Erwartungen, durcb die unifangreicben Quellenangaben boeb gespannt, von den weit dahinter bleibenden Ausfiihrungen bitter getiiuscbt werden ; trotzdem moge er sicli aber versicliert halten, dass wenn aucb Mangel an Zeit und Raum die volle Verwertuug des zusammen-getragenen Materials, das wohl 4 Bande anszufiillen ini Stando wiire, un-rnoglicb machto, es dennocli vollstandig und gewissonlraft durcbgearbeitet wurde. Solite inir einst mein Beruf die notbige Musso gbnnen, dann wiirde es inir zur lebhaften Befriedigung gereichen, den gesammclten Schatz in seiner Giinze ans Licht der Wclt zu fdrdern. Marburg im Janner 1884. S>z. €lztfiuz Stcinwcntez. In den unablàssigen Kiimpfen, welclie Oesterreicb in den mittleren Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts auszufechten hatte, ura von Ungarn nach der Ungliickssclilacht vou Mohacs 1526 zu retten, was noch zu retteu war, und dadurch fiir die alten Erblànder eine Vorraauer gegen die Unglàubigen zu schaffen — in der religiosen Bewegung, die damals alle Liinder Mittel-und Nordeuropas tief erregte und in alle Verhàltnisse des staatlichen und Farailienlebens miichtig eiugriff, spielt ein Mann eine bedeutende Rolle, dessen Wirken einerseits raehr als ein Viertel - Jabrbundert mit der Geschicbte Steiermarks aufs engste verkniipft ist, audererseits aber fernhin iiber die Grenzen des engeren Vaterlaudes binausgreifend in den weiten Itàumen von den Gestadelandern der Nordsee bis zur Po-Ebene und vom Rbeintbale bis zum Munduugsgebiete der Drau uud Save sich abspielte — es ist dies Hans III. Ungnad-Weissenwolf, Freiherr von Sonneck. Aus uraltem frankischen Geschlechte entsprossen, — locbt doch scbon ein Konrad von Weissemvolf in der Lechfelderschlacht des Jahres 956 gegen die Ungarn und starb daselbst den Heldentod — wareu die Weissenwolf um die Mitte des 12. Jabrbunderts nacb Karnten eingewandert, wohin Eberhard, der Bischol' von Bamberg, Dietrieb v. Weissenwolf zum Schutze seiner Besitzungeu als Hauptmann nacb Griffen gesandt hatte. Das Geschlecht bliihte daselbst woiter und trat auoh in die Dienste der Karntner Herzoge. Im Auftrago Ulricbs II. (1181 —1201) vou Karnten belagerto Heinrich ITI.') deu unruhigeu Turpinus von Scbacbenstein in seiuer Veste. „Als diescr solcben Ernst geseben, bet er sich heimlich davon ge-macht, sein Weib aber Sara genannt, ist dariunen geblieben. Diese wio sie eiue listige Fraw gewest, het allerlay Practiken vnd vnterrede mit dem Herru von Weisenwolff als Feldobristen gepflogen, in Hoffuung, das sie in dem Scblot miicbto gelassen werden, Sie het aber vbor zuuorsicht nicbts anders erbalten konnen, dami das sie mit jhren Jungfravven, Knecbtn vnd Gereht herauk gienge. Vnd so bald dasselbe geschehen, ist das SchloC» eingenommen vnd nidergerissen worden. Derobalbeu bat sio hefftigo Klago vber Herru Heinrich vou Weisenwolff von Waltenstein gefiihrot vnd jhn boy mcmiiglicbon au&geruffen, als einen vngnedigen Ilerrn beschuldigt, vnd ') Nach der in den Handsehriflen des steier. Landes-Archivs sich vorfindenden Arbeit von Dr. Carlmunn Tangi, Geschichte der Herren von WeissenwoH', Ungnade genannt, Freiherrn von Sonneck und Waldenstein, jetzt Grafen von Weissenwolf, war dies nicht Heinrich, sonderà Utlnther von Weissenwolf. itnmer vber Vngnad geschrien, auch diese Wort mit grosser vngedult stets widerholet, Vngnad, Vngnad, diG> Gescbrey ist in dem Lande vber all er-scbollen, vnd hat daher fast jederman den Herrn von Weisenwolff Vngnad begiinnen zu nennen. Ja man hat jhm auch ini schreiben gemeiniglich den Tittel geben, Vngnad zum gedechtnu& der loblichen That, so er an den Tyrannen vnd seinem Weibe begangen batte, dardurch das Land aus grosser vnrhue vnd vngliick, in gute rime vnd friede gebraclit ward. So war llerr Heinrich auch au jhm selb ein frommer Ritterlioher Herr, der dieses Namens halber mit nieraand ziiruet, sondern wol darmit zufriedeu war. Ist dorwegeu also geblieben bey diesem gesehlecht biG> auff den beutigen Tag.“ So er-zahlt Dresser 1602 ') in seiuer Vnguadiscben Chronica die Entstehung dcs Namens Unguad. Wir lassen die bistoriscbe Richtigkeit dieser Anekdote dabingestellt sein ; genug daran, der Name Weissenwolf verschwindet, uni erst im 17. Jabrhundert, als Kaiser Ferdinand III. die Unguad in den Iteichs-grafenstand erhob, wieder zu erscheiuen und sich von da an bis auf den heutigen Tag zu behaupten. In den folgenden Jahrhunderten wuchs Macht und Ansehen des Gescblechtes. Hans 1. Ungnad, neben Haus von Neydeck und Walther von Zebingen nach dem Zeugnisse des Aeneas Sylvius der einfiussreichste Mann ani kaiserlichen Ilofc zu Graz, Kauimormeister Friedrichs IV., ward von diesem am 9. October 1462 in deu Freiherrnstand erhoben und mit der Ilerrscbaft Sonncck im Jaunthale belehut. Sein zweiter Enkel Haus, dei-dritte seines Namens, wurde geboren 1493, wahrscbeinlich in Krain, wenigstens nennt er sich selbst in einem Schreiben au Niclas Jurišič, den Laudes-hauptmann des Ilerzogthums, „einen armen Krainer".2) Schon in friiher Jugend kam unser Hans au den Hof Max L, wo er in der Umgebung des ritterlichen Kaisers die auf die kiinftige Kriegerlaufbalm abzielende Er-ziebung erhielt. Vom Uonaulande hegab sich Ungnad, wie er uus in einem Briefe an Ferdinand I. berichtet, in wclcliem er alle diesem geleisteten Dienste aufzahlt, „uiit grossen Kosten an den Hof des kaiserlichen Enkels, lange bevor dieser die Lande eingenommen, uni als untertbiiniger Diener mit etlichen Pferden in dem Fiirschneideramt in den Niederlanden zu dienen." Als Ferdinand dami von deu bsterreichischen Erblàndern Besitz ergrifl, ward Ungnad zum obersten Fiirscbneider fiir seine getreuen Dienste befdrdert und iibte dies Amt nodi in don 50cr Jahren aus bei dem gliin-zendeu Mahle, das Karl V. in Verein mit seinem Brudor den versainmelten deutschen Fiirsten zu Regensburg gab. Auf dem Schauplatz der politischen Geschichto trat er zu gleicher Zeit (vor 1526) als Hauptmann und Vicedom von Cilli3) auf, als welcher er im 3. Jahrzehent des 16. Jahrhunderts schon in jone Bahn seines Wirkens ') Als Handschrift (Abschritl) im steir. Landes-Archive. ’) and un einer andern Stelle als „ein Treuer vnd gueter Clirainer"; es kann aber damit ganz gut auch nur seine Lundstandscbatl in Krain gemeint sein. ■’) als solcher bezog er jilhrlich 500 fi. Chmel p. 354. einlenkt, welche er sein gauzes Leben bis zu seinem aus religiòsen Riick-sicbten 'J freiwillig gewablten Exile beschritt — der Vertheidigung Ungarns und der niederòsterreiehischen Lande gegen die Tiirken, des Kampfes gegen deu unersattlichen, nimmer ruhenden Erbfeind des cbristlichen Namens. Wo und bei welcher Gelegenheit Ungnad die ersten Proben kriegerischen Talents ') oder vielleicht besser gesagt infolge der durch seine confessionelle Stellung als Haupt des Lutherthums in lnnerbsterreich erworbenen Machtfttlle, welche, getragen durch hervorragende staatliche und landscbatlliche Aemter und Wttrden, die Ungnad in Krieg und Frieden diesseits und jenseits der Leitha bekleidete, der landesfUrstlichen Gevvalt bei deren Abneigung gegen die neue Lehre getahrlich zu werden drohte. Dresser, Vngn. Chr. p. (30. »ZeugnuB einer Ersamen gantzen Landschafft deB Furstenthumbs Steyer, welches sie Herrn Hanns Vngnaden geben, Das er Leib, Gut vnd Blut bey dem Haus Osterreich zugesetzet hatte. Aller Durchleuchtigster, GroBmechtigster Rbmischer, auch zu Hungern, vnd BOhemen etc. Kbnig. Aller Genedigster Herr, vnd LandesfUrst, Ewr. Bom. K (ini g. Mayt. Sein vnser vnlertbenigst, gehorsamst, schuldig vvilligest, vnd pflichtig dienst Jederzeit zuuoran bereit. Aller Genedigster Kbnig, wir setzen gar in keinen zweifel Ewr Kbnig. Mayt. etc. sein in frischer Genedigster gedechtniB, waB massen Ewr Kbnig. Mayt. etc. Derselben Erblich Kbnigreichen, Fttrstenthumben, vnd Landen, Nun lange Jahr vnd Zeit her, Der Wolgeborn Herr, Herr Hans Vngnad, Freyherr zu Sonneg, Evver Kbnig. Mayt. Raht, Lands-haubtman in Steier, Haubtman vnd Vitzdomb zu Cilly vnd Obrister Feldtliaubtman, an den Krabatischen vnnd Windischen grantzen, in allen zugestandenen vnd fUrgefallenen Ttlrckens gefehrligkeiten, Heer vnd andern gewaltigen zUgen, in hohen vnnd ansehlichen Amptern, als ein getrewer vnterthenigster Raht, vnd Diener, in aller bestendigkeit, Erbarkeit Erfarnheit, alleni seinem hbchsten vermUgen nach, vngespart Leibs, Guts, vnnd Bluts, gantz vnderthenigst, gehorsamblich, willig, vnd hegierig, vnnd ohne alle versaumbniB, seines Weibs vnd Kinder geschweigen, anwerdung des zeitlichen Guts erzeiget, Das jhme zu bestendiger warheit Ewer Kbnig. Mayt. selbest, Etliche FOrsten des Beichs, auch Ewer Mayt. etc. Kdnigreich, Fttrsten tliurnb, vnnd Lande, Gnedigste vnd gnugsame zeugnis geben mtlgen, Daneben audi bi Olierò Ewer Kbnig Mayt. etc. In inehr vveg. getrewlich vnd lleissig, ohn einen eignen nutz, auffrichtig vnd in aller vnterthenigkeit gedienet, Vnd sicb deB Evver Kbnig. Mayt. etc. Kunfllig zu jhme Herrn Vngnaden, vnnd soinen Sblinen, mit genaden versehen mdgen. Weil denn vvolgemelter Herr Landshauptman, aus seiner vnuermeidenlichen notturll vorhabens ist, Evvre Kbnig. Mayt. mit beuuemer zeit, zu abheltfung seiner obligenden beschwerung vnder-theniglichen anzulangcn. Hat vns bewerter Herr Landshauptman freundlich gebeten, jhme derowegen an Ewre Kbnig. May. vnser vnderthenigste FUrschrifll mit zutlieilen, Fo denn berttrter Herr Vngnad, Evver Kbnig. Mayt. dem Lbblichen HauB zu Oesterreich, derselben Kbnigreichen, Landen, vnd Leuten, mit darstreckung, Leibs, Guts, vnnd Bluts, getrewliehen bey gevvart, Das vvir jhme vvol bertinien mbgen, sein vvir jlini nicht allein geneigt, hierinnen zu vvillfaren, sondern erachten genlzlich das der Herr Vngnad (in bedacht seiner Voreltem, vnd seiner Bitterlichen Ehrlich™ Tliaten, mit vergiessens jlires Blutes) vvol vvUrdig vnd fehig ist, Demnach languì an Evvre Kbnig. Mayt. vvollen aus Genedigsten, Kbniglichen, Mildreichen Gemili, obgenanten Herrn llansen Vngnaden, in seiner hodi obligenden sachen, die er Evvr Kbnig. Mayt. fUrhringen vvird, aller genedigst hbren, Vnd von vvegen obangeregter seiner getrevven, ntllzlich, lleissigen, vnd Krspriefliichen dienste vvegen, mit Genedigster, vnd vvol verdienter ergetzligkeit, aller Genedigst engegen geben, vnnd mil allen Kbniglichen Gnaden befohlen haben, vnd darin Genedigst belbrdern, Was auch der bestimbte Herr Vngnad bifiher vmb Ewre Kbnig. Mayt. nicht verdient, das wird er, vnnd seine Sbhne. oline allen zweifel nodi l'Uro an, mit darstreckung Leibs, Guts, vnnds Bluts, vmb Evver Kbnig. Mayt. etc. Derselben geliebsten Kbniglichen Kinder, in gar vnderthenigster vnd willigster gehorsamb zu volziehen, mit dem hbchsten zuuerdienen geflissen sein, Thun Ewer Rbm. Kbnig. Mayt. vns, vnsern aller Genedigsten Herrn, vnd LandesfUrsten, als die willigsten, gehorsamen, vnd gclrewen vnderthanen, sampt viol gemelten Herrn Vngnaden, vndcr-theniglich, vnd gantz gehorsamstes fleifi befohlen, Datum Grlttz, den 1(3. Tag Martij Anno im 55.“ Vergi. .1. I'. Knltenback, Oesterr. Zeitsclirill etc. 18117, S. ììòli, wo Richard Strein bemerkt : »Gemelten II. Hansen Vngnadt haben die Landleuth in Steyr vast lieb gehabt vnd auffgewart nit anders alB ilirem LandesfUrsten etc." an den Tag gelegt, ') und ob es derselben bedurfte, ist uns nicht bekannt; aber durch volle 30 Jahre begleitete ilm trotz der irn Grunde sparlichen Erfolge das unbedingte, hingebende Vertrauen der Lande und seines Monarchen. Durch ihren Giiterbesitz und die Gnade der Regenteu waren die Unguade eiues der bedeutendsten Geschlechter Innerosterreichs geworden-In Krain waren Scbloss und Stadt Friedrichstein und Gottschee sammt dem A iute Ringkh, Scherffeuberg und Gurkfeld in ilirem Besitze, in Karnten Sonueck uud YValtenstein, in Steiermark Plankenwart, Rohrbach, das Amt Gameldorf, Hirscheck, Pack und Modriacb, Gulteii zu Feisternitz, Widerdries und Murau etc., dazu kam noch die Herrscbaft Samabor in Croatien und endlich die Gespannschaft Warasdin 2). Wir begreifen nun wolil, dass ein Manu, dessen Schicksale schon durch seine zahlreichen Liegenschaften und den bei den andauernden Fiuanz-verlegenheiten Ferdinanda sich mehrenden Pfandbesitz so innig mit dem Wohle der siidlichen Alpenlànder verkniipft war, in diesen eine hervorragende Rolle ais vierfacher Landstaud spielen musste, namentlich danu, wenn von Seite des Monarchen noch eine ganze Kette von Wiirden und Aemtern h inzugefugt wurde. War schon im 15. Jahrhundert das Hauptaugenmerk der uieder-òsterreichischen Lande und dereu Regenteu auf die Abwehr der Tiirkeu gerichtet, so trat dies, seit Ludwig II. 1526 bei Mohacs Reich und Lehen gegen Suleiman li. verloren batte, in uoch hoherem Masse hervor, denti die eiserne Nothweudigkeit machte sich in der unerbittlichsteu Weise geltend. Rei der traurigen Wehrverfassung, an der damals nicht nur Oesterreich, Ebenso sagt Khevenhttller, Hist. rer. Feni. I., II. S. 202, Ungnad sei in den Liindern, die er venvaltet habe, wie ein Pro-Rex geachtet worden. Vergi. Chmel, Vier Briele etc. in den Sitzungsber. 1849, Schreiben Ungnads an Ferdinand I., S. 350. „So bitt icit auch E. khay. Mt. underthenigist mir ein genedigisten pass und versicher brieff, mit kaiserlichen gnaden zu geben, das idi im Reich wo es mir glegen unverhindert umb mein gelt zu zem menigclich on schaden und nachtail wonen nitig, auch wann ich in mein vatterlandt wOlle ziechen von menigclich unbescliwerdt an und abziechen riitlg, daz E. kbay. Mayt. mein alis alten gehorsamen underthenigen trewen dienners aller-genedigster khaiser sey und die wenigen lag inn meim aliter unbescliwerdt nach meiner gelegenheit wohnen mtlg etc.“ und weiter unten: „Dann von wegen der aussganngnen E. khay. MI. beuelch anu die drey lanndt Steyr, Kherndten und Crain, durch vvelche ich inn merckhlichen spott kommen etc. Tttbingen 22. August 1559.“ Schreiben Ungnads an Max IL, S. 338: , . . . wiewoll ein guette zeitt heer sunderlich in den jungsten zwaien landtagen zu Gretz, wie ir RO. khun. Mt. etc. DaraulT gewest, gar ernstliche ungnedige unnd myr armen dienner aufTs hochst enndtsetzliche Whalten, von ir kbo. Mt. etc. aigen hochen khonigkhlichen personn beschechen etc. Dresden 3. Mai 1567.“ ') mfiglich, dass er an der Bekilmpfung des Bauernaufstandes theilnabm, der Name Ungnad urscheint wiederholt in den (Juellen ; ob darunter aber Hans 111. zu verstehen ist, konnte ich bis jetzt noch nicht feststellen. Tangi nimmt dies nach Megiser an. ’) im Jahre 1543, Beilage XV. sondern auch Deutschland litt, bei dem loseu Bande der Personal-Union, welches die osterreichischen Lander zusammeuhielt, und der grossen Ab-bangigkeit der Fiirsten von dem guten Willen der Landtage, \var an ein Zuriickwerfen der tiirkischen Macbt gar nicht zu denken, jener Macht, der eine einheitliche, planmassige Leitung, unbedingter Gehorsam, ein zablreiches, ausgezeichnet geschultes steheudes Heer und beliebig viel frehvillig an dessen Fersen sich heftende Freibeuter in jeder Beziehung fòrdernd zur Seite standen, die sich um keine Landtagsrechte und Freiheiten zu kiimmern batte und stets iiber gefiillte Casseu gebot. Man war zufrieden weitere Eroberungen, so gut es gieng, ein-zudammeu und sich so billig wie moglich zu vertheidigeu. Und in dieser Hinsicht war Ungnad in Rath und Tliat die richtige Personlichkeit, kein Mann von weit aussehenden kriegerischeu Entwiirfen, aber eine von den Naturen, die in aufopfernder Pflichterfiillung auf dem ihnen angewiesenen Posten ausharren. Im Jannerlandtag Steiermarks 1528 wird Ungnad dem Konig Ferdinand an erster Stelle als Kriegsrath vorgeschlagen, und ein Jahr spàter finden wir ihn in dieser Eigenschaft in dem mit Simon Erdody von Agram, dem Parteigiinger des tiirkeufreundlichen Gegenkònigs Johann Zàpolya, ent-brannten Kampfe, bereits in Croatien in voller Thatigkeit. Der Biscbof fiigte sich dem Scepter Ferdinands. Noch hoher stieg Ungnad in dem fol-genden Jahre, als ihm in den ersten Junitagen 1530 die Landeshauptmanns-wiirde in Steiermark verliehen ward. ') So wie fast allo Aemter in jener Zeit an grosser Unbestimintheit ihres Wirkungskreises litten, die Sphàren derselben vielfach in einander griffen, so war dies auch bei der VViirde des Landeshauptmanns der Fali, der halb landesfiirstlicher Beamter war — bedurfte er doch der Zustimmuiig des Monarcheu, um sich ausser Landes begeben zu konnen — halb wieder Vertreter des Herzogthums und dessen Freiheiten gegeuiiber dem Fiirsten. Civil- und Militar-, politische und richterliche Gewalt vereinigteu sich in 8einer Persou, aber unklar abgegrenzt uach alleu Seiteu hin. Nunmehr gibt es fast keinen Landtag, auf dem nicht Ungnad als landesfiirstlicher Com-missar, wenn anders dies seine weiteren Wùrden zuliessen, erscheint, um die Vorschliige der Regierung, die alle immer darauf hinausliefen, Geld fiir den Kampf in Ungarn gegen Zàpolya und die Tiirken bewilligt, Truppen gestellt zu erhalten, so gut es cben gieng, zu begriiuden, altes Ungemach vergessen zu macheti und neue Hoffnungen zu wecken. Dazu kommen nodi die vielen Ausschusslandtage, auf welchen Ungnad seit Unterdrauburg 1531 fast fort-wàhrend als Vertreter der Steiermark furigiert, eudlich dio Reichstage, auf denen es darauf ankam, die deutschen Fiirsten fiir den Schutz der òster- ') Die Kriegszustftnde in Ungarn, wie aucli der Ginbruch des Mohamedbeg mit 25.000 Mann mochlen «las Ihrige zu dieser lirnennung beigetragen haben. Als Landes-hauplmann bezog Ungnad jilhrlich ltXX) 11. und batte die Nutzniessung des Sehlosses in Graz. (Oesterr. Gedenkbuch von 1530, 2. Juni, S. 152.) reichischen Lànder gegen die Tiirken zu interessieren ; zu Regensburg 1527, zu Augsburg 1530, wieder zu Regensburg 1541 und zu Augsburg 1548 finden wir Ungnad ais Wortfuhrer Inner-Oesterreichs. Daneben galt es fiir die Sicherheit des Landes nach allen Richtungeu zu sorgen : gegen drohende Tiirken-Einfalle die Grenzfestungen in den Stand zu setzen, fiir Pulver und Blei, Feld- und Belagerungs-Gescbutz, Proviant und Kundschafter zu sorgen, Riistung und Zuzug aufzubieten, leichte Reiterei fiirs steirische Truppen-coutingent in Croatieu und Wiudischland zu werben, den gemeinen Mann gerecht zu machen (wie es damals hiess), Verhaue in den Tbalern anzulegen, General-Mandate wegen der Kreidschiisse und Kreidfeuer ergehen zu lassen, Musterungen zu halten und wiederholt selbst den Oberbefehl nicbt bloss iiber die Steirer, sondern iiber alle Truppen der niederòsterreichiscben Lande zu iibernehmen — dann wieder irgend einen Recbtsstreit zwiscben den Standen zu ordnen, die Steuern hereinzubringen, eine neue Polizei-Ordnung einzuftihren, entlassene Sòldner dem Lande auf eine gute Art vom Halse zu schaffen, Uskoken unterzubringen, Einfuhr- und Ausfuhr-Verbote durch-zufiihren, mit den landesfiirstlichen Stàdten und Màrkten zu unterhandeln und endlich noch Sectirer und Wiedertàufer fern zu halten oder fest zu nehmen. W ahrlich wir diirfen uns nicht wundern, wenn Ungnad am Abende seines Lebens bitter dariiber klagt, dass er iiber alle seine offentlicben Geschiifte, Aeniter und VViirden seine eigenen Interessen, seine Farnilie, seine Giiter vernachlassigeu habe miissen uud das Resultat seines Wirkens, da er oft genug, wo die Staatsmittel fehlten, aus eigenem half, fiir ihn eine grosse Schuldenlast geweseu sei.*) Das nàchste wichtige Ereignis in seinem und Steiennarks Leben war der Eeldzug Suleinians im Jabre 1532. Wohl brach sich der Tiirken Anprall an deni Widerstand der Festung Giins und deren beldenmiithiger Besatzung unter Niclas Jurišič, aber bevor das scbwerfallige Reichsheer in die Action eingriff, batte Kasimbeg mit 16000 Mann „ausskblaubter Turkhen", wio Ungnad sagt, das Land zwiscben den Alpeu und der Donau verwllstend, in den ersten Tagen des Septumbers bereits die Enns erreicbt, dieselbe ani 9. bei Erustboven mit einem Theile seiner Scharen iibersohritten, Unheil in ') Die Briefe, welche uns Chtnel inittheilt, sind voli Klagen Uber die traurige fmanzielle Lage, in die Ungnad durch seine langjiihrigen olTentlichen Dienste, welchen er stels seine Fainilien-Angelegenheiten hintangesetzt, und in denen er od aus eigenen Mitteln l'Ur KriegsbedUrfnigse aller Art gesorgt babe, gerathen sei, so z. B. S. 348: „. . . das E. kliay. MI. allergenedigist erwegen, wie rnir biflher inn mein lanngen und vii ansehenlichen emptern darinn idi inn alien gferliehen leulTen mit alleili meinem hóchsten trewen ver mUgen gediennt, nacbent inn die 38 jar, alles umb meinen trewen diennst willen so hodi bescliwerlich und verhinderlich sachen zugestanden, dardurch ich mit leib und guet inns verderben gerathen und trilTt auch zumi thaill mein ehr und leumbden an eie. dann mein schulden mir auffa khtinfllig jar den garaus niadien werden eie. TUbingen 22. August 1559.“ So arg war es min freilich nicht, das beweist die grossartige Untersttltzung, die U. deni slavischen Btlcherdruck angedeilien liess unii die durdiaus nicht kUmmerliche Lebensweise > die er in Urach ridirle. Vergi, die Urkunde bei Dresser p. 61. alien I'orinen nach allea Seiten verbreitend. Steier, in dem die Biirgerschaft voli I< urcht und Schreck der weitern Entwicklung der Ereignisse entgegensali, war bedroht, vor allem aber Kònig Ferdinand selbst, der mit Gemahlin und Kindern in Linz weilte. Scbon streiften die tiirkischen Ilorden gegen Gleink und Losenstein, da erschien als Retter in der Noth Ungnad an der Spitze von 1000 gekarnischten Reitern, dem innerosterreichischen Kriegsvolke, in Steier. Beim Morgenmahle flehte der Biirgermeister: „Gnàdiger Herr, Gott sei es geklagt, der Tiirk ist nali bei der Stadt und brennt draussen allei-Orten.“ „„Lieber Herr Biirgermeister, seid frohlicli, was Gott schickt, das ist gut, selit zu den lhoren““. Die Herreu und Reiter standeu vom Tische auf. H. Leiser ais Lieutenant und II. von Himmelberg, der Kàrntner An-fiihrer, ordneten das Volk auf dein Platzej Ungnad aber ritt mit zehn Pferden vor die Stadt. Als er auf die Hohe zum Kreuze kam, da bramite es an vielen Orten, unter andern auch in Stadlkirchen, ivo die Tiirken Weib und Kind, Jungfrauen, Diener und Knechte und alle Fahrnisse weggefUhrt und den Sitz dann angeziindet hatten. Als Ungnad sofort zu Ratbe gieug, was zu thun sei, Reiter und Wagen schon in Zug und Ordnung standen, sprengte Ferdinands Tbiirhiiter Zetlitz, von Linz kommend, herbei und ver-langte, da man auch dort scbon das Sengen und Brenneu der Feinde wakr-genommen hatte, im Namen des Kbuigs schleuuige Hilfe von Ungnad. Da wurde nun nicbt lauger mehr beratben, sondern der Zug gegen Linz gerichtet, der Heerfiibrer voran mit 50 Pferden, um die Stelluug des beindes zu recognoscieren. Als er zum Kloster Gleink gekommen und ge-seben, dass die Tiirken die Kircbe von Dietach gepliindert und angesteckt batten, sprengte er gegen die Horde an, die nun in wilder Flucht aus-eiuanderstob, Messgewander, Altartiicber, Chorròcko fallen liess und das Weite suchte. Auf der llòbe iibersah man dann gegen die Enns zu das ganze tiirkÌ8che Heer, an 5000 Mann stark; so wie dieses die gliinzende Sellar der Panzerreiter sah, gab es jedes weitere Vordringen auf und eilto iiber den Fluss zuriick, um die Beute in Sicberheit zu bringen. Ungnad aber marschierte mit seinem Volke der von kbniglieber Majestiit erbaltenen Ordre gemiiss gegen Linz ab. So erzablt Ungnad in seiner Defensionsschrift, in welcher er sicb gegen die Anwiirfe der Steirer-Biirger, die dieso gegen ibn bei ibrem Burggrafen, dem Freiherrn von Hoffmanu, vorgebracbt batten, rechtfertigt. Die Stoirer wollten namlich den Feldbauptmann zu einem Angriffo auf die Tiirken boroden oder dock eine Anzalil Reiter zu diesem Zwecko erhalten, aber dieser, „sonst ein christlicher Herr und Rittersmann, habe sicb seinem Namen nacb sehr ungniidig gezeigt'*. Dodi was soliteli aucli die wenigen Reiter, die man von ibm begehrte, niitzen, dann welche Folgeu batte bei der fiinffachen Ueberzahl der Tiirken eine Niederlago flir die Christen gelmbt, in welche Lage wiire Ferdinand gekommen, dessen Befeblen Ungnad zunacbst Folge leisten musste. Dieser erreichte, was er unter den gegebenen Umstànden erreichen konnte, namlich dass das Land, wie er selbst in eiuem Schreiben an den Konig sagt, nicht verbrannt und Ferdinand nicht vor den Thoren von Linz ein Feuer angeziiudet worden sei, „wie barb er auch gehebt, das man forttgeseczt hab“. Seine Reiter blieben in Ebersberg, er selbst eilte zu seinem Kriegsherrn, der ihn mit grossen Guaden empfieng. Doch nur einen Tag weilte Ungnad in Linz, denn der Abzug Suleimans von, Gtìns und dessen Einbruch in Steiermark, der Kasimbeg wohl ebenso sehr zur Riickkehr aus Oesterreicb bestimmte, wie das Auf-tauchen des iunerosterreichischen Entsatzheeres, rief auch unsero Landes-hauptmann auf einen andern Kriegsschauplatz, nach Graz. Katzianer, der konigliche Feldobrist, hatte nach Linz gesendet, die eilendste Hilfeleistung Ungnads begehrend, um die steirische Hauptstadt vor dem Heere des Sultans zu retten. Ferdinand befahl nun, da inzwischen auch kaiserliche Truppen auf der Donau angekommen waren, Ungnad, dem er fiir seine treuen Dienste die glànzendsten Belohnungen in Aussicht stellte, sich mit seinen Pferden so viel als moglich zu sputen, um rechtzeitig nach Graz zu kommen. Dieser eilte denn auch fort, Tag und Nacht, aber bevor er noch das Ziel seines forcierten Marsches erreichen konnte, war Suleiman schon von Graz wieder abgezogen und lagerte auf dem Felde von Leibnitz, ohne der Stadt, von der er sehr unsanft begriisst worden war, irgend welchen nennenswerten Schaden, einige Brandlegungen in der nachsten Umgebung abgerechnet, zugefiigt zu haben. Am 14. September traf Ungnad in Graz ein, von Katzianer, der den Tiirken nur einige Streifscharen nachgeschickt hatte, *) sehnlichst erwartet; denn schon war eiue neue Iliobspost gekommen, namlich von dem verhee-renden Ruckzug der Horden Kasimbegs und deren drohendem Einfalle in Steiermark. Ungnad sorgte zunachst fiir die Bezahlung der Truppen durch etliche tausend Gulden, mit denen er dem Feldobristen aushalf, die er aber selbst wieder zuleihe hatte nehmen miissen — und dann gieng es von neuem mit ebenso rasender Eile gegen Nieder-Oesterreich, um dem Feind, den man nu der Enns zuriickgewieson, zuvorzukommen. Kasimbegs Reiter-scharen hatten unterdessen die Verhaue des Wiener-Waldes durchbrochen und niiherten sich dem Ausgange der Deliléen, welche in die Wiener-Neustadter Ebene fiiliren ; dort wartete seiner der Pfalzgraf bei Rhein und Joachim von Brandenburg mit Abtheilungen des Reichsheeres und in zweiter Linie Hans Katzianer und der steirische Landeshauptmann. Die beiden or8teu Heerhaufen der Tiirken erlagen den Schlagen der Reichstruppen, der dritte wurde von Katzianer und Ungnad boi Neunkirchen vornichtet. Fiinfzehntausond Muselmannen waren in den Tagen vom 18.—20. September gefullen. ■) Noch in seinen altea Tagen orinnerte sich Ungnad mit stolzem Solbstbowusstsein seiner Leistungen ini Jahro 1632. Nicht zwei Stunden liabe er iibrig gehabt, so viel Miilie und Fleiss bei Tag und ‘) Beilagen Nr. 1 und II. Beilage Nr. III. Nacht, Bitten und Ermahnen babe es ihn gekostet, dass er unterwegs die Leute zum Weiterziehen vermochte, das konne nur der ermessen uud glauben, der es selbst gesehen. „Wellicher auch denselben tag mer feindt mit seiner Hand umbpracht, aucb mer als ein pferd undter mir umbkbumen unnd verwundt ist worden umid suust aucb mer im ersten augriff und in nachse-czen merers gethan, der wirdt mit der warhayt nit auzeigen mugen." Das Jahr 1536 brachte Ungnad mit den Verbundeten der Tiirken, den Franzosen, in Beriihrung. An der Spitze von 1000 innerosterreichischen Knechten und 1200 Reitera macbte er den Feldzug in Piemont mit. Als er heimkebrte, dankte ihm Karl V. in eiuem ebrenden Handschreiben fiir seine ausgezeicbnete Mitwirkung in der ganzen Campagne. ') Wahrend jedoch Ungnad in Italien im Felde stand, drangen trotz des mit den Tiirken bestebenden Waffenstillstandes Mehemedpascha von Semendria und Cbosrewbeg von Bosnien um die Wette auf òsterreichiscbem Gebiete immer weiter vor, so dass mitten im Frieden fast ganz flavoni en in die Iliinde der Unglaubigen fiel. Es war das so tiirkischer Braucb der Grenzpaschas, und auf der boben Pforte sali man nicht ungern dieso miihe-losen Erwerbungen, wenn man sie auch nicht officiell gut hiess und mit der Unbotmassigkeit der Martolosen (d. i. Grenzsoldaten) und deren Befebls-haber zu entschuldigen pflegte. So blieb denn Ferdinand, wollte er der Abbròckelung seines Reiches nicht rubig zusehen, nichts anderes iibrig, als im Fruhjahre 1537 ein nach seiner Ansicbt glanzendes und starkes Heer auszuriisten, um die verlorenen Landschaften wieder zu gewinnen, vor alleni aber Essegg, den Schliissel zum Drautbale und dem Siidwesten Ungarns. Die Fiihrung dieses aus Nord- und Siiddeutscben, Ungarn und Ita-lienern, Nord- und Siidslaven bunt zusammeu gewiirfelten Heeres wurde H. Katzianer Freiherru von Katzenstein, anvertraut, der bis dahin wiederholt Proben seiner Tapferkeit und seines Geschickes im Kampfe mit Tiirken und ungarischen Rebellen an den Tag gelegt, der aber, wie die Folge bewies, wohl ein tiichtiger Haudegen und scbneidiger Iteiter-General war, aber bei seinem heftigen, leidenscbaftlichen und berrischen Wesen durcbaus nicht die Eignung batte, einen ganzen Feldzug, auf dem man noch dazu mit so ungeheuren Scbwierigkeiten kampfen musste, zu leiten. Am 1. Mai solite sich das Heer in Kaproncza sammeln, aber es erschienen nur die Kriegsrathe; infolge der langweiligen Unterhandlungen in den Landtagen vereinten sicb die Mann8chaften erst Elide August, und so war die fiir den Feldzug giinstigste Zeit schon verloren. Die Tiirken hiugegen liatten Musso ini Kriegsrathe zu Vukovar ilire Vorkehrungen zu treficn, und Mehomodpascha erwartete in voller Gemiithsrube zu Essegg mit fiinfzelmtausend Mann und 60 Kanonen, den Anmarsch der Cbristen, wahrend Muradbeg, der Eroberer von Glissa in ') Pratobevera S. 15. Vergi, die Scbreiben Ungnads ddtu. Asti 8. September und Karl» V. ddto. 13, 14. und 15. October 1536, ersteres im k. k. Staats-Arcliive, die letzteren im steierischen Landes-Archive, Dalmatien, mit den tapfersten Martolosen in der Landschaft Požega Auf-stellung nahra, um das feindliche Heer in der Flanke zu fassen. Sechzebntausend Mann zu Fuss und acht tausend Reiter stark, be-wegten sich die schwerfàlligen Marschcolonnen der Christen in den ersten Tagen des Septembers 1537 langs der Draustrasse, ohne jedoch des Flusses Herr zu sein, iiber Verocze auf Valpo zu. Die Hussaren fiihrte Ludwig Pekry, Paul Bakics und der begnadigte Ràuberhauptmann Ladislaus More, die Bohmen Albrecht Schlick, die Oesterreicber Jul. Graf von Hardeck, die Steirer H. Freiherr von Ungnad, die Kiirntner Erasmus Mager von Fucbsstatt, die Tiroler Ludwig Graf Lodron und die Krainer endlich Katzianer, welchem zwar der Oberbefehl iiber das ganze Heer dem Namen nach zustand, dem jedoch weder die Bohmen noch die Ungarn recht gehorchen wollten. Schon zu Beginn des Feldzuges hatte man mit Schwierigkeiten aller Art zu kiimpfen. Langsamkeit — man riickte raanchen Tag kaum eine Meile weiter — Uneinigkeit in allen Formen, fortwahrende Berathungen, oline zu einem rechten Entschluss zu gelangen, Anfragen in VVien, Rangstreitigkeiten , Mangel an Disciplin, einem einheit-lichen Oberbefehle und an Energie von Seite Katzianers Hessen dem ganzen Unternehmen schon von allem Anfang an einen schlimmen Ausgang vorher-sagen. Dazu kam, dass die Verproviantierung dem verràtherischen Bischof Simon Erdody in Verein mit dem koniglichen Proviantmeister Jobst von Lilienbcrg iibertragen wurde und Katzianer, oline selbst zuzusehen, sich auf die Versprechuugen des im geheimen noch immer dem Gegenkonige Fer-dinands, Ziipolya, anhangenden Kirchenfursten verliess. Gleich im Beginn der Unternehmurig trat Proviantmangel ein, welcher sich, da man keine Zufuhr abwartete, im weilern Verlaufe zu einer wahren Hungersnoth stei-gerte, so dass von Essegg ab nicht mehr die Stellung des Feindes, sondern die Suche nach Brot fiir alle Truppenbewegungen massgebend wurde. Fiigen wir noch hinzu, dass unablassige Regengiisse den Boden in ein wahres Kothmeer verwandelten, in welchem die von Hunger, Krankheit und Strapazen erschiipften Soldaten, sowie die 41 Feld- und 8 Belagerungs-Geschiitze, die Katzianer mit sich fiihrte, alle Augenblicke stecken blieben, so konnen wir uns beilaufig eine Vorstellung von dem jammervollen Aus-sehen dies «Offensivheeres* machen. Eine volle Woche verweilte man in Valpo, ’) denn der Briickenschlag iiber die Karasicza, einem sonst un-bedeutenden Nebenfliisschen der Drau, das jedoch jetzt in einen Schlamm-strom verwandelt worden war, nahm so vici Zeit in Anspruch. Am 18. Sep-tember bradi das licer, nur mehr 8000 Fusssoldaten und 10,000 Reiter stark, gegon Essegg auf, das man gegon Endo des Monats erreichte, ununter-brochen umschwiirmt von Walachen, Zigeunern, 'l’schaikisten, Nassadisten (Schiffssoldaten) und Martolosen, welche auf Mohameds Befehl zu Land und Was8or raubten und stahlen, der Pferde und Ochson, welche die Artillerie ’) Beilage Nr. IV. fiihrten, sich bemàchtigten, Zufuhr und Mundvorrath abschnitten und das christliche Heer derart umschwarmten, dass kein Mann sich ausser dem Lager zu zeigen wagte. Dazu begieng man noch deu uuverantwortlichen Fehler, die erste Position vor Essegg, da das Geschiitz von dort aus iiicht bis zur Festung trug, aufzugeben und damit auch die Ruckzugslinie nach Valpo — und auf der entgegengesetzten Seite der Stadt ein neues Lager zu schlagen. Mehemed, dem von Suleiman bei Todesstrafe aufgetragen war, Essegg um jeden Preis zu halten, der ausserdem von der klaglichen Lage der Christen durch seine Spione vorziiglich unterricbtet war, wàhrend Katzianer es an ausgiebiger Spionage ganzlich batte fehlen lassen, liess das feindliche Heer gewàbren und hielt die Seinen rubig in der Stadt zuriick. Die Tiirken nabmen die von den Christen sehnlicbst erwartete Scblacbt nicht an, uud zu einem Sturm auf das wohlbefestigte Essegg war Katzianer zu schwacb, umsomehr als der Hunger ein liingeres Ausharren in der Position unmoglicb ranchte. So musste denn der Riickzug augetreteu werdeu, deu Katzianer stlion friiber, das Hoffnungslose des Unternehmens einsebend, von Ferdinand begehrt, den dieser jedocb euergiscb verweigert batte. ') Zuuachst galt es Nabrung aufzutreiben. In voller Unordnung wandte man sich von Essegg, derWeg nacb Valpo war verlegt, gegeu Erdod an der Donau; scbon damals ware Katzianer verloren gewesen, wenn uicbt Mehemed, eineu Hinterbalt liirchtend, die Seinen in der Stadt zuruckgehalteu batte. Schleeht unterrichtet, wie man war, faud man in Erdod so gut wie keinen Proviant ; planlos, obne jede Tenainkenntniss wandte sich das lleer, Feiudesland im Riickeu, Fein-desland vor sich und auf beiden Flanken, nun gegen die Vuka, uber die wieder erst eine Driicke geschlagen werden musste, da die Tiirken die friiber bestaudene zerstòrt batteu. Als das letzte Belageruugsgeschutz Uber die Brucke lolite, bradi die Deckc ein. Auf dem seblammigeu Boden waren die schweren Kanonen uicht weiter zu bringen, man zersprengte sie, die leicbten Geschutze, Munitionskarren und die Wagen mit dem Gepiick, das auf das Unentbehrlicbste beschrankt, alles Ueberflussige warverbrannt worden, wurdeu in zwei Reihen aneinander gekettet, zwischen welcben wie in einer beweglichen Wagenburg das Heer marscbierte. Uuter entsetzlichen Entbehrun-gen und fortwiihrenden Angrilfen Muradbegs und seiner Martolosen kam das Ileer UberDiakovo, wo es zucbtlos in wilder Gier iiber die wenigen Vorràthe bergefallen war, zu Tode ermattet nacb Gorjan (Gara), das von den auf Umwegen vorausgeeilten Turken scbon besetzt war, und lagerte gegen Široko-polje zu. Da jede Hoffnung, den festen Platz zu nehmen, gescbwunden war, das Kriegsvolk in wildester Aufreguug wegen Mangels an Lebensmitteln wiitbete und tobte, die Desertion nainentlicli unter don llussaren von Stunde zu Stunde mebr uni sicli grill’ und bei der Kraftlosigkeit von Menschcn und Pferden an irgend welcben Erfolg iu der spiiten Jabrcszeit nicbt zu denken war, bosebloss der Kriegsratb, uni dio Truppen zu retten, auf Ungnads Annitlien den scbleunigsten Abzug des Ileeres nacb Valpo, aber wider ') K. k. Staats-Archiv, Hungarica a. 1637. dessen Willen zur Nachtzeit, um auf diese Weise der Verfolgung der Tiirken zu entgehen. Lodron solite mit einigen leichteu Geschiitzen und seiner Mannschaft die vorausliegende Brucke besetzen und so den Ueber-gang des nachriickenden Gros der Armee decken; Katzianer wollte nach dem Abzuge Lodrons mit einer Schalmei das Zeichen zum allgemeinen Aufbrucb geben. In fieberliafter Aufregung brachte das demoralisierte Heer die Naclit zut schlaflos wie die Fiibrer, die den rath- und entscblusslosen Katzianer inseinem Zelte fortwàhrend um Weisungen angiengen. Lodron bracbte den Oberfeld-herrn durch die Vorstellung, dass durch das Blasen der Schalmei die Tiirken auf die Bewegungen des Heeres nur aufmerksam gemacht wiirden, dazu, seine erste Anordnung wieder zuriickzunehmen, und dadurch ward die Ver-wirrung zu eiuer beillosen, da keine allgemeine Contre-Ordre gegeben ward, und jeder Hauptmann an Katzianer verzweifelnd, auf eigene Faust handelte. Nach Mitternacht trat Ungnad in das Feldherrnzelt, um sich noch einmal Be8cheid zu bolen. „Geht hin, macht euch flugs auf, war Katzianers Antwort, und verlasst euch auf nichts wciter. Zeigt dies auch dem bóh-mischen Oberst an und den andern Hauptleuten, dass sie aufbrechen, demi es ist Zeit und iiber Zeit.“ Als der Morgen des 10. October anbrach, waren die Hussaren, Ungnad und Schlick, aber auch der Oberfcldherr aus dem Lager verschwunden, *) wahrend Tiroler, Kiirntner, Oestcrreicher, Sachson und Bòhmen zuriickgeblieben waren. Der Verlauf der Dinge ist so voller Verwirrung, Zerrissenheit, Auflòsung und Unordnung, dass es uicht mbglich ist, sich ein klares Bild von demselben zu machen; es wusste ihn bei dem allgemeinen Chaos der Dinge wohl niemand genau. Die Zuriickgebliebenen fielen unter Anfuhrung Lodrons, der auch dem Befehle Katzianers nielit uachgekommen war, nach heldenmassigem Widerstand den sie umzingelnden Tiirken zum Opfer; die Triimmer des Ileeres retteteli sich nach Valpo. Katzianer, der als Obercommandant der letzte auf dem Platzo hiitte bleiben sollen, liess es an alien Kigenschaften eines Feldherrn fehlen ; Ruhe und Besinnung verlierend, war er, ohne sich um das Schicksal seines Heeres und die Ausfiihrung seiner Befehle zu kiimmern, feige entflolieu. Ungnad, der Ordre Katzianers gehorchond und sich wohl bewusst, dass nur ein 8chleuniger lliickzug wenigstens die Truppen noch retteti konnte, denn Geschiitz und Wagen ini Stich zu lassen, war liingst schon als ein Gebot der Nothwendigkeit erkannt worden, batte gerettet, was noch zu retteli war ; ') Papiere dea steir. Landes-Archiv, Schreiben Ferdinands an Katzianer, Prag 11. Milrz 1538. . . . Nachdem du als vnser Obrister Veldthauptman . . . bey Gorian . . . ha October . . . soleh vnnser dir der Zeit vndergebne Kriegsvolkh zu Ross und tuess, auch ander vnnser Kriegs Rtlstung Artolerey, munition vnd wugenpurg nochtigclich verlassen, auch wider den Gemainen dein selb vnnd ander Haubtleut Kriegs Rat vnd beuelhshaber heschlossenen Ratschlag darin ain zaichen zugeben vnnd dardurch zu ainem ordenlichen abzug zu inuchen abgeret, mit vnderlassung desselhen zeichens vnordenlich vnd tluchtig abgewichen dardurch die citiglieli niderlag so sich der Elide dazuinal zuegetrageu, ertolgt, wie solches dann in deinem aignem schreyben auch der Entschuldigung zu Krenihs ttirge-bracht, von dir bekantlich belunden wurde, vnd soust Landt wissentlich etc. Vgl. Beilage Nr. V. 8einen verniinftigen Rathschliigen hatte man auf dem ganzen Feldzuge ohne-hin fast uie Gehòr geschenkt. Dennoch ward Ungnad, obwokl er, wie mit Sicherheit aus den verschiedenen Darstellungeu hervorgeht, erst nach Katzianer das Lager verlassen hatte, mit diesem und Schlick das Angriffsobject des bittersten Spottes in Poesie und Prosa. „Katzianer, Ungnad und Schlick die mòchten liangen an einem Strick“, las man au den Kirchentbiiren vonWien angeschlagen. Ein neues Lied vou den 3 feldfliicbtigen Hauptleuten im Ungarland und rNew Zeitung von der erparmlichen Erlegung des christlichen kriegsvolks von dem Tuiken“ macbten die Runde durcb Deutschland.') ') R. v. Liliencron, Die liist. Volkslieder der Deutschen vom 13.—1C. Jahrhundert. Nr. 46(5, S. 150. Von der erparmlichen ellenden hartwiderpringlichen aucli der ganzen christenhait, sonderlich aber teutscher natimi nachthailigen erlegung des christlichen und niderOster-reichischen kriegsvolks von tieni Tilrken durch den Ubelgeordneten abzug der obersteu in dem nachslvergangnen 1537 jar jiimerlich beschehen am 9. Octobris — — — Zu widerstand erbfeinds der Ghristen sicli die land, auch etlicli Hungern rtlsten, im augst zu Copreinitz zusam kamen; auf Esseg sie iren anzug namen. Zwaihundert wolgertlster pieni daneben haben die christenlichen Saehsen bili' geben; O zwelftausend guter man zu ross und fuB war alles kriegsvolk auBers troB Vil treffenlichs geschUtz mit gepracht, einer grafschaft iverd ist es geacht. Mit dem geruckt fUr Esseg die stat; den 25. september nians beschloBen bat, das kriegsvolk in d’ schlachtordnung gstelt. Von der feind geschtttz manich man gfelt, Essegg aber mit schanzgrftben und polWerken verwart, dadurch es zum sturni zuschieBen hart. l)es obersten kundschafl verirret was; zu der land rtlth trug er baB, dieselben getium von ime auB dem ratti ; was nutz das ist, gibt nach beschehen that. Dardurch und provant halben der abzug genommen, zum scliloB Hermo ist nian kominen, das selli beschoBen und gewunnen, bei dreizehu TUrken herauB genommen, die sampt weib und kinden init gefurt. Ein peut so den teutschen reutern wirt, ist gewesen auf fUnf pferd ein waizgarben. Die frollimeli fuBknecbt waren auch fast arin, ir profant erschoBen und umbgefallne pferd; waiz und graB IraBen sie auB der erd; auf zoben knecht zweier pfenning word brot. H Ort weiter von der groBen noth daruinb der oberst bat geworben: mancher ist vor liunger gestorben, mit schwachhait dermaBeu umbgeben, daB man dem feind nit widerstreben Das emporte Rechtsgefùhl des Volkes und Regenten, die sick in ihren schdnsten Hoffnungen betrogen sahen, verlangte strenge Untersuchung, die Ferdinand, der ciem Novemberlandtag in Graz persònlich beiwohnte, auch sofort daselbst einleitete; scbien doch alles derart verkehrt, dass noch noch notwendige kriegsordnung mUgen halten. Dardurch die hauptleut mit dem obersten gespalten, ime entdeckt abhòlligung der leut und ross, auch die feinds noth und den hunger groB, damit die gegenwdr abgestelt. Der oberst hat ein anders gewelt: iederman soli ein kleine geduld tragen, profant vvird man stundlich gnug haben, weiten und fast guten weg darbei mit der wagenburg sicher zu ziehen sei. Dem hat man oftmaln glauben geben, es ward aber alle tag Ubler leben, mit der feind geschiitz hart bezwungen, lestlich dahin und in die eng gedrungen, das grofl geschUtz sampt alien wàgen zu verlaBen, den abzug genommen in einer engen straBen vom schloB und flecken Gorian genannt und auf Walpach (Valpo) ziehen zuhand. Durch ein liolz und llher etlich prucken O solt man zwu stund vor tags rucken, wurde zuvor ein lermen machen. Der oberst selbst sehen zu allen sachen; auf einer schalmeien man plašen solt, alsdann er die haufen ordnen wolt auB der wagenburg einen nach dem andern. Jezt vemempt ein erbarmlich wandern, so ali Hussern, auch der oberst genommen, die Steirer sind gleichermaB davon kommen, lermen, schlogen und des obgemelten beschluB hetten si zu erwarten grossen verdruB; den nachzug ins vortraben verwendt, ein loch damit in ir Freihait geprennt. Graf Schlick seiner Bohem vergaB. Vemempt wer noch hei inen was: Sachsen, Osterreicher und die frommen Karner, graf von Lodron, ander FuBknecht mer haben sicb schandheimlichs abzugs nicht versehen. Einer tliet zu dem andern jehen (sagen); Hussern, Steirer, auch der oberst seind davon; wir alle wOllen bei einander stan, den abzug nemen mit gewOrter band; also zu lliehen wer uns ein schand! ziehen diese enge straBen, unser leben bei einander laBen! Solchs den neunten Octobris beschehen ist sich ritterlich in sechs stund gewflrt darinnen all ir leibskraft verzórt — — — Jange Jalire spàter der ungarische Historiker Brutus1) mit Recht schreiben konnte: adeo male gestum, ut si cui petenda sint militiae precepta, ei nullo certior disciplina tradi possit, quam ut omnia contra agat atque in bello acta administrataque animadvertat. Ungnad wusste sich vollkommen zu rechtfertigen, so dass der stei-rische Landtag sogar eine feierliche Danksagung an den Landesbauptmann bescbloss8) uud im Kremser Abschied3) vom 18. December 1537 ihm von Seite der Regierung, nachdem er auf Befebl des obersten Feldhauptmanns und Feldmarschalls gebandelt habe und erst nach diesem und zwar mit auf-recbter Fabne abgezogen sei, die vollkommene Absolution ertbeilt ward. Scblecbter gieng es den iibrigen angeklagten Hàupteru, vor allem aber Katzianer, der sicb der Untersuchungshaft durch die Flucbt entzog, und ais er, von alien §eiten verlassen, mit den Tiirken und Zàpolya konspirierte, deu Streicben Nicias Zrinys am 27. October 1539 zu Kostainicza erlag. Dass auf Ungnad nicht der geringste Makel baften blieb, geht nicht nur aus der Beratbscblaguug des Hoftaidings vom 14. Jiinner 1538 4) und dem Schreiben der windischen Stiindó an die Steirer bervor,5) sondern aucb daraus, dass schon in diesem Jahre wir ibn wieder ais Vermittler der Krone und des zu Pettau tagenden Kriegsratbes6) im vollen Genusse des Vertrauens Etlich sind davon konimen und verirrt, von christscheinigen Hussern erschlagen. Jezt will ich auch die anzal sagen : der eerbestandigen und erlegnen leut waren auf' die selhig herpstzeit zu ross und fuB Ulter zwaitausent bevvilrf nicht. Dis spil ist durch die Hungem angericbt, vielleicht etlich ander mer, die stehen darumb in groBem gfìir, gegen got und hie auf erden schwere verantwurtung sie thun werden, iren lohn nach verdienst empfahen wol. Kein meliseli solchs iezt rechen sol, gol dem lierren Intim setzen wirt uns diss leides ergOtzen, mit seinen gOtlichen gnaden iedem erstatten seinen schaden. Ferner „Ein new lied von der schiariti in Ungerli gesehehen im 1537 jar“. Illuder Veiten ton. Nr. 467, S. 153. llntreu lest sicli nicht sclnntlcken flnanz wirt oflenbur u. s. w. Vgl. Valvasor III. S. 36 IT. ') Mon. Hung. Itisi. Il, Script, li. Bd. S. 491. ') Heilage Nr. VI. J) Heilage Nr. VII. ') Heilage Nr. Vili. s) Heilage Nr. IX. “) Heilage Nr. X. Ini seines Monarchen und der Lande wirken seken ; ja das Fiillhorn kuniglieher Gnade ergiesst sich in den folgenden Jahren in stets reicherra Masse uber ihn. Am 12. Jànner 1540 ward Unguad zum Generalcapitàn der fUnf niederòsterreichischen, windischen und croatischen Lande bestellt. ') Es war dies ein Amt, das eine unendiicbe Fiille von Geduld, gutena Willen und ricbtigem Takte in Anspruch nahm. Die Aufgabe des obersten Feldhaupt-manns war vor alleni die Sicheruug der siidlicben Grenze gegen die Tiirken, aber mit welchen Scbwierigkeiteu war dieselbe verbunden. Da galt es den Anforderungen der Krone, die wegen andauernden Geldmangels Ungnad nicht entsprechend unterstiitzen konnte, deu Begeliren der einzelnen Land-schaften, die so wenig wie mòglich an Truppen bewilligen wollten, dann wieder den Anspriichen der ungarischen Grossen, die Besatzung, Geschiitz, Munition, Proviant und Geld fiir die Erhaltung ihrer Schlosser verlangten, selbst aber so gut wie nicbts fiir die Vertkeidigung des Landes thun wollten, oft wobl aucb nicht kounteu, gereeht zu werden, den Wafifenstillstand mit den Tiirken, der nur dem Namen nach bestand, peinlich einzuhalten, um ihnen ja keine Veranlassung zum Bruche desselbeu zu geben, den fortge-setzten Ràubereien aber und Ueberfiillen der au Zahl den Christen bei weitem iibeilegenen tiirkischen Martoloseu wirksam zu begegneu und die von den Uuglaubigen hart bedrangten Vesten der Zriuy nicht in die Gewalt des Sultans fallen zu lassen, ohne sie jedoch offen zu unterstiitzen — und dies alles mit Mitteln, die bei weitem nicht geniigten, mit einigen hundert christlichen Grenzsoldaten und Hussaren.2) Die diplomatischeu Unterhand-lungen Laskys, des Abgesandten an den Pascila von Bosuien, der Ungnad manchen Verdruss durcli sein hofmeisterndes Wesen bereitete, und die Transaction mit den beiden Crafen von Zriny wegen Austausches ihrer Giiter mit andern im Innern des Landes gelegeneu, erhòhteu noch die Scbwierigkeiteu der Stellung des Generalcapitiins Eine stattliche lloihe von ActeustUcken, die das steirischo Landes- und das Kriegs- und Staatsarchiv in Wien aut-bewahren, verschaffen uns Einsieht in das miihevolle Wirken unseres Ungnad und in die Ftille von Hindernisseu, dio er zu beseitigen batte, um seiner Aufgabe nachkommen zu kònnen. Daneben gab es zwischen den Uugarn und Steierraarkern seit dem Beghine der Landeshauptmanuschaft Ungnads in dem Gelande von Itadkers-burg einon ununtorbrochenen Grcnzkrieg, der sich hauptsachlich um deu Lauf der Mur drehte, welchen dio Ungaru nach ihrem Belieben ableiteten und so meilenlange Strecken dem deutschen Erdreick entfremdeteu, alle Gegenaii8talten mit Waffengewalt zuriickwiesen, mit Manuschaft, schwerem und leichtem Geschiitz in Steiermark einbrachen und daselbst nicht viol besser hausten als die Tiirken. Alle Verhandlungen, Tagsatzungen, Schriften und Gegenschriften fiihrten zu keinem Ziele und so erstreckte sich diese See8cklange durch Jahrzehnte hindurch, ganz geeignet, deu Steireru jede ') Beilage Nr. XI ab. ■*) Ueber den Wert dieser Truppen geben AufsehlUsse die zahlreichen amtlichen Berichte Ungnads, speciell aneli sein Brief an Ferdinand bei Chmel, S. 333 ff. Lust zu einer ausgiebigen Hille in den ungarisch-tiirkischen Kampfen zu be-nehmen. Ferdinand musste mit seinen neuen Unterthaneu so glimpflich wie moglich umgehen und manchmal ein Auge zudriicken, um seine obnehin schwankende Herrschaft in Ungarn nicht aufs Spiel zu setzen, umsomehr als es Anhanger der Habsburgor waren, welche sich diese fortgesetzten An-griffe trotz aller Klagen der steirischen Landschaft und Vorstellungen Ungnads mit bewunderungswiirdiger Hartnackigkeit zu Schulden kommen liesseu. ') Als im Jahre 1642 der grosse Eroberungszug der deutschen uud ósterreichischen Armee nach Ofen-Pest, das ein Jahr friiher in die Hande der Tiirken gefallen war, geplant wurde, iibertrugen Ferdinand und die niederósterreichischen Stiinde dem steirischen Landeshauptmann. der in-zwischen auch Statthalter* 2) der niederósterreichischen Lande geworden war und als solcher Sitz und Stimme in der nRegieruugk batte, die Fiihrung eines Reitercorps von zehntauseud 3) Mann, an dessen Spitze er auch den ungliicklicheu Feldzug unter dem Obercommando des Reichsfeldherrn Joachim v. Brandenburg mitmachte.4) Trotz der traurigen Firfahruugen und bitteren Lehren aus den vorhergehenden Feldziigen, begieng man dock wieder die-selben Fehler, wozu allerdings diesmal die trostlose deutsche Reichs- und Heerverfassung einen erklecklichen Theil heitrug. Wiihrend Ungnad in den letzten Julitagen bereits von Alteuburg nach Raab vorriickte uud durch volltónende Manifeste die christliche Bevólkerung von Ofen und die serbischen Nassadisteu der tiirkischen Donauflotille zu gewinnen trachtete und mit seinen Reitern die Greuzcn gcgen die Tiirkcn, die unterdesscn mit aller Gemàchlicbkeit in das durch die Pest decimierte Ofen Verstiirkungeu von alien Seiten herunziehcn konnten, deckte, sammelte sich das Reichsheer erst unter den Mauern Wiens, die buste Zeit in unverantwortlicher WeiBe ver-geudend. Ani 16. August war Joachim erst bei Komoru und blieb dort einen vollen Monat, bis sein Heer auf achtzigtauscud Mann angewachsen war; erst am 2G. August wurde, nachdem man trotz des eindringendeu Abmahnens Ungnads den uusinnigen Pian gefasst batte, zunachst Pest anzugreifen, ohne Ofen zu cernieren, iiber die Donali bei Waitzen gesetzt und zwei Tage spater das Lager vor Pest aufgeschlagen. Da jedoch dieses naturgemàss von den domi-nierouden Ofuer Ilóhen eingesehen und bestriehen werden konnte, so bot das christliche Heer, soweit es nicht durch die Mauern Pests verdeckt war, den tiirkischen Kugeln der Ofner Besatzung ein bequemes und hinliinglich grosses Zielohject. Ueber die Ereignisse wiihrend der kurzen Belagerung vom 28. August bis 9. September gibt uns das in franzósischer Uebersetzung er-haltene Memorial Ungnads an Ferdinand I den besten Aufschluss.5) In die ') AusfUhrlicheres darttber bei Steinwenter, Materialien etc. in den Beitrilgen den historischen Vereines l'Ur Steiermark 1883, S. 92. ') Als solcher batte er ein jitbrliches Einkoinmen von 5—700 fi. 3) Nach Lazius unterstanden Ungnad 20. vnd schickligkeit, ein sonder vndertbenig Geiniit gegen vns, vnd allei- begierlicher willen, mit vngesparter uiiigligkeit miihe vnd arbeit, vns vnd vnser Land vnd Leut, nutz vnd wolfahrt zu bedencken vnd zu fordern erschieuen ist. Derhalben nemen wir nicht alleili angezeigte in zeit deiner Feldhauptmauschaift, bewiesene, niitzliche, auffrichtige, getrewe, fleissige vnd vngesparte dienste, zusauipte deinem vnderthenigeu erbieten, zu gantz genedigen wolgefallen an, Soudern sein auch geuediglich geneigt, dieselben mit alien Genadeu zuerkenuen vnd ini Werck zuerzeigen, das wir darob ein fast genediges gefallen tragen, damit wol zu frieden sein, vnd uls dienst. so vnserer sondern Gnaden vnd Lobes wiirdig bey vns in kein ver-gesscn, oder vuachtung koimnen solleu." s) ') Vergi. Beilage Nr. XIV. ’) Vergi. Beilage XV umi XVI. ») Vergi. Beilage XVII. 4) Vergi. Beilage XVIII. 5) Am 4. Februar 1544 tinden wir jeiloch Ungnad noch in Raab, da er ersi die Aukunil seines Nachfolgers Leonhard Freiherrn von Vels abwarien musale, um ilun alles ordnungsgemilss Ubergeben zu kOnnen. Beilage Nr. I. 1532, H. September, Graz. Der steirische Landesvicedom Michael Meixner gibt dem bambergischen Vicedom in Wolfsberg Nachricht liber die letzten Kriegsereignisse. Der Zug Suleimans vor Graz. Begleitbrief: Sonnder lieber Herr Vitztum. Mein gutwilllg dienst zuuor. Auff Gregor Jòstl begem schickh ich euch hierin verschloBen zu New Zeyttung die nit gut sein, nemblichen das vns der Turkh in diBem landt gar verdorben, hab ich ew in eyll nit verhalten wellen. Damit der ewer. Datum Grecz ani XIIII tag september anno etc. XXXII Michel Meixner _ Vicztum in Steir m: ppria. Aussen die Adresse : Dem gestrenngen edi hochgelerten ritter herrn Georgen von Streydperg etc vitzthumb zu Wolfsperg meinem sonndern lieben freundt, Wolfsperg oder sand Leonhart. In abwesen Gregom JOstl zu sannd Lienhart im Lafentall zu antwurtten. Folgt die: New Zeitung das die erstn Heuffen der Turkhen am erichtag abent nachent hertzue auff ain viertl meil wegs khomen vnd denselben gantzen tag prent haben aber der Khaiser (Solinian) ist zu Gleistorff bliben, sich vmb den taber der khirchen mit sein Janitscharen hafflig angenomen, also haben die Gleistorffer ire heuser so den taber nachent gelegen selbs anztint vnd verprent dadurch den taber erhalten was aber vberbliben ist, dieselben heuser haben die Turkhen verprent vnd am Mitichen frue als der tag anprochen, haben sy ange-fangen zuziehen gar an die stat (Graz) hie ist ain groBer dikher nebl gewefft, das man sy weder vom gfloB (Schlossberg) nodi von der stat nit wol sehen hat mugen, aber mit groBen geschray zogen, auch etlich heuser nachent hertzue gelegen sein, vnd hem Philippen Traut-mannstorffer hoff die tOr aufgchakht, vnd die tisch, penkh vnd khasten zerslagen vnd zer-brochen, des Rindscheit hoff waB heuser vnd Stadi biB herab an den Tiergarten geweft in den nebl verprennt, vnd also ir zug gewert den gantzen tag biB in die nacnt, vnd alBpald sich der nebl aufgeschwungen, hat man ab aln pasteyen auch ab den gsloB, waidlich zu inen geschossen inen groBen schaden gethan, damit sich die heuffen hindan than vnd irn zug von der StraBen ober ain pirg den voglpuchel (Ruckerlberg) sein getzogen ftir sand Petter auff Fernitz vnd Gfatterstorff (Liebenau) vnd auB dem GsloB hat man mit den Slanngen noch zu innen geraicht, haben sy aber mit den heuffen darin der Khaiser zogen ist, seer hindan gerukht, als der Khaiser selbs ankhanib ist es vaft spat geweft, hat er auff den perglein, seine janitscharn ire hanntror all auff einander abschieBen auch darauff die hórpaukhn slachn vnd pheiffn laBen vnd sich bei ain derffl nachent hie haist Harmstorff gelegert vnd etlich fueyr machen vnd pheiffen vnd tantzn laBen aber ee dann rnitte nacht gewest hat er sich in ain ander dori! darin Jostl vnd vischmaister ain hoff vnd edlmanBicz gehabt gelegert, aber sein letz damit abprenen gelaflen denselben hoff auch das dorff vnd alle dorffer vnd ander edleut sytz all abprennt, vnd am mittichen frue sambt den tag haben sy ini nebl zu nachst bey der stat ain furt troffen durch die Muer, der Vorstat mit ain groBen hauffen zuetzogen die selli feuern (niederbrennen) welln. Ist aber von den passteyn mit den geschtttz auch an den schrenkhen erret worden, vnd am phintztag abent ist der Tttrkh vber die Muer zogen in ain dorff heist Qualstorff (Kalsdorf), sich gelegert, in derselben nacht ist Catzianer mit den raisigen zeug auch etlichen fucBvolkh in die drew tausent starkli ankhomen vnd gestern binauszogen mit mueden roBen, hat aber die Turkhn nit ereiln mugen, sein nachtn die Turkhn al ftir Wildon liinab khomen im Leibnitz teld ir leger gehabt lieut trae hat man aber groBc flleyr gesehen vmb vnd vnder Leibnitz, zielien Radkherspurg vnd Marchburg zue werden es ales verhOrn, trag ftlrsorg Catzianer werde sy nymer eerraichn mugen dan er ist mit alien Volkli lue. Was weiter sein furnemen ist wais ich nit. Dan nechtn ist ain posst herkhomen, wie ain groB hOr turkhn so in Osterreich hinauff tur Waidhoffn vnd in Weyr prent haben enhalb Zeli vber ain ptlrg durch alles verhakhen vnd besetzung der pauern prochn vnd herein gefalln villeicbt willens irn zug auff Kliarntn der Khanker oder ander paiBen (Plissé) zuezutziehen oder das Land zuuerderbn. Ich troBt mieli aber ir Kharuer seit geschikhter als wir Steirer wir haben Ine vbl gehaust pose ordnung gehalltn den gemain man nit auffpietn noch vertraun wolln. Es hat Catzianner noch gestern biB in die XVIc ge-ringe phllrt vnd Ville FueBklmecht den Turkhn nachgeschikht inen etwas abzeprechen, sein noch nit wider khomen verhoff Sy werden in vii abprechen mugen. Vnser Landshaubtman khumbt heut her. K. k. Kriegsarchiv, 1532, 9. Februar, Copie des im Wolfsberger Archiv befindlichen Originala (Fase. XXIV, Nr. 1633). Beilage Nr. 11 a. 1532, 27. September, Graz. Schreiben des Michael Meixner, Landesvicedoms in Steier, an den Kónig. Inhalt : Obwohl Meixner den Marburgern aufgetragen habe, ihm, sobald die Ttìrken abge-zogen seien, zu benachrichtigen, wohin sie sich gewendet hatten, so seien ihm doch bis jetzt nur die beiliegenden Schreiben des Richters von Marburg ') und des Primus HurnaB, Bttrgers ebendaselbst '), zugekommen ; er habe Kundschafter zu Fuss und Ross nacb Pettau geschickt mit dem Auftrage, ihm bei Tag und Nacht Posten zu schicken. K. k. Staatsarchiv, Hungarica a. 1532. Beilage Nr. 11 b. 1532, 26. September, Marburg. Schreiben des Stadtrichters Christof Willenrainer an den Landesvicedom Michael Meixner. RUckmarsch der Ttircken, Beobachtung desselben, Kundschafter. Mein ganncz vnderthanig vvillig diennst sein Euern gnaden in ahveg zuuor gnediger her viczthumb E. g. schreiben haben wir vnderthenigklich vernoinen Darauff So 1'Ueg Ich E. g. zuwissen Das die khnecht aulì den 24 tag des Monnats gen pettaw sindt geczogen, Ich hab In hie X laib prot mit getailt, Aber Ich hiet gem gesehen daz Sy auff Rakherfpurg geczogen wern, Ich hab heindt die nacht hern schiessen vmb Radkherfpurg vnd heut an tag auch Etlich schuB gehort, man sagt das ain pànntell (!) wider hindersich herauf Ruckhen, Es sein noch Ettlich flekb die nicht verprennt seind vnnd die sag Ist das der TUrkhisch khaiser auff das windischland hinabzeucht, Aber sein Straff auff den von Serin vnd Bischoff von Agram, weiter wais Ich E. g. nicht zu schreiben. Gnediger her Viczthumb E. G. schreibt mir Ich soli guel khundtschafft hallten, E. G. ist mit nicht versehen, Sunder ain zwenn nach den Turkhen hengen, damit die ku Mt. ain waren glaubwirdigen grundt bat, der Tlirkh veiert nicht, der Toman Otter Jager ist bey mir heindt gewest Reit gen pettaw damit Beuilh Ich micb E. G. als mein g. hern Datum Marchburg am 26 tag Septembris Anno etc 1532 E. G. Gehorsamer Cristoff Willenrainer Richter zu Marchburg. K. k. St.-A., Hung. a. 1532. Beilage Nr. 11 c. 1532, 26. September, Marburg. Schreiben des Primus HurnaB an den Landesvicedom Michael Meixner. Abzug der TUrken von Marburg. Aussagen aus der Gefangenschaft Entkommener und der Pfarrer von Leibnitz und Lembach; Eimtahme von Witschein und Feistritz durch die TUrken; Fintali der Feinde von Warasdin aus. Lieber Herr Vieztum, als der Turkh am Sambstag sanmi Matheustag vor Marchburg abzogen Ist Er aulì ain balbe Meyll wegs gegen Pettaw in das Trafeld gerukht bey vier tagen da gelegen. Da sein Eltlich getanngen ledig worden die zaigen an wie der Turkh vber den Waczisperg (?) vnd Mazili (Woff und Macel ?) auff Warasin Eundllichen ziehe Mer ist ain getanngen Weib kornen so zu Wytgcheynn gefangen worden die zaigt an Wie Sy zwischen den TUrkhen gehOrt hab daz der Turkh auff Agram da ain witscho seczen vnd auff den Grafen von Serynn ziehen welle das Perkhwerch zuuerderben aus der vrsach daz Er hilff gethan, als man Jungist in Wossen *) gezogen ist vnd schaden gethan. Mer haben zwenn Briester der ain pharrer zu leybnicz der annder von lembach der an stat des Gallen mit den Turkhen gehuldigt, als Sy von den Turkhen in die Stat komen sein gesagt daz Sy zwischen den Turkhen und von den Wasclio gehort haben, daz Sy vber drew Jar wideruinb komen wellen Es hab Sy auch der Wasclio getragt wo Ir kUnig Ferdi nandus sey, Er het ln den karnpf geboten vnd Er wartet Nu Vili woclien vber die zeyt aber Er sey nit klihmen mit Merern anzaigen. ') Vergi. Nr. II b und 11 c. ’) Bosnien. Wytscheynn haben die Turkhen mit den Sturm gewonnen vnd alles volkh erslagen daz Ettlich wagen voli Tod Cristen da ligen, Feystricz sambt den Tàber abprenndt. Postscripta. Ist khundtschafft kòmen Wie Ettlich hewfTen Turkhen bei Warasynn vber die Traa vndter Pettaw und Radkerl'purg gefallen vest prennen sollten vnd als Gesstern hat man grossen Rauch vnd vili Feur gesehen. Derhalben that Not daz man noch aufsàhe, dann der Nachzug will noch nit gar wekh oder aufhorn hab Ich Ew nit verhallten wellen Datum Marchburg am Phyncztag vor sand Michelstag im XXXII Jahre Prymus HurnaB. K. k. St.-A., Hung. a. 1532. Beilage Nr. 111. 1532, 19. September, Leobersdorf. Friedrich, der Pfalzgraf bei Rhein, berichtet an Karl V. und Ferdinand I. ùber den Kampf der Reichsvolker und der niederósterreichischen Truppen unter Katzianer und Ungnad gegen die Streifscharen Kasimbegs in der Ebene von Neustadt. An bedeRoinisehkayserlich vnd khonigclichMayestaten, meinen allergenedigisten hem. Allerdurchleuchtigisten, groBmechtigisten ftirsten vnd hern, Eure Rò kay vnd khó Mtn sein mein vnntertenig willig dinst zuuor allergenedigist herrn, vfl meinem, eur der kay Mt, von Laxenburg, vff negstverganngens Sonntags gethanem schreiben, haben on zweiffel eur Mtn was niich mit einer nemlichen anczal von Raysigen vnd fueBknechten, mir beuolhnem kriegsvolcks, vB dem geschlagen Leger bey der Stat Wienn am Wolff (Wolfsau) (doch vnuer-lassenn sonnder beseczt desselben, dahin gein der Laxenburg zufìlegen, Nemlich die weil vnnd allerley anczeigungen vnd kuntschafften des Turken hinderlassnen vnd noch vorhannden Sagkmans, oder strayffezugs demselben zu widerstand abbruch vnd verhinderung zu begegnen bewegt, nach der leng verstanden, Ob woll nun Inmassen ewrn Mtn ich hieuor entdeckt, zu disem notlurfftigem iverckh, nit die geringsten mengel. befynde, hab ich doch zu befridung der cristlihen vnnterthanen, vnd euer Mt Erb Lannden (. zusambt vnd neben dem, das ich dauor hannsen Gaczianer Ritter, Eur Mt Niderosterreichischn Erblannde obristem Veldt-haubtman, vff den daczemals mit mir, vnd den mir zugeordneten kriegs Reten, bedachten anschlag, Nachuolgeml meinen lieben Vetter Marggraw Joachim von Brandenburg etc. auch vii besonnder anczeigen vnd kuntschafften der strayffer vermuetlichen Durchbruchs, mit ettlich vnd nit wenig tausend zu RoB vnd fueB abgefertigt .) mit dem merernteil bemelts Reichs kriegs Volckhs zu RoB vnd fueB von Laxenburg biB hieher gein Leyberstorff, also vB einem leger in das ander verrlickt Vnd nachdem ich vB den mir moglichen gemachten kuntschafften souil befìnden, das die Tttrckisch Strayff-Rot, Im Wiener Wald, vnd den gepirgen noch ver-hannden, vnd vermuetlich zuachten, dieselb eintweder vff vorbenannts Caczianers, oder vnnsers vettern des Marggrauen, oder aber vnnsern halli stoB geraten inussten, Vnd damit dieselben sich souil dester. vB den pirgenn vngewarnt than, vnd nahend an die weyer be-geben mòchten, habe ich dise tag her mit sonder handlung gegen Inen gemach gethan, Nichlsmynder mit merbedachten meinem vettern Marggraw Joachim, vnd andern mtigliche kundtschafft gemacht, bis an gestern, das ich souil bericht empfangen, sy die strayffend Rott vngeuerlich ein meil von dem leger alhir. Ini Marckh zum podenstain gelegertt. hab ich sambt den mir vorbemelten zugeordneten kriegs Reten, an gesstern vngeuerlich vmb VI vhr gegen der Nacht, phillipsen herrn zu oberstain, vnd Bastiaii Schertel. mit Neun fenlein knechten abgefertigt, vnd ain beuelh geben, die vheind In Iren leger zubesichtenn und souerr sy vermainten Inen abbruch zuthun were Inczufallen, doch die stund desselben InfalB mieli zeitlich zuuerstendigen, vnd nichts weniger die sach dahin zurichten, mir vnd dem bej mir harennden krigsvolckh die vheindt vnder augen, vnd in die hennde zuJagen, wie auch der anschlag geratenn, gegen dem lag mit dem vberfall vnd angrifì, vnd sy die vheinde Ini leger vberfallen vnd Ireni anczeigen nach ob tausent erlegt, den hauffen in die flucht ge-trieben Also nachdem ich von bemeltem obristen vnd Schertel verstendigt worden, das sy anzugreilfen Willens, vnd wie ich gedaeht, sy die vheind Iren zug vff Loyberstorff nemen werden, bili ich mit dem kriegs volckh heut vor tag zu Recider weil zu RoB vnd fueB vff-gewesen, vnd mieli bej Loyberstorff vngeuer dem gestaig, darauB ich midi der vheind durchpruchs In das felde vnd der vheindt gegenwart gethan, vnlanng nach disem, Nemlich vmb siben vrh vft den tag, haben die vheinde anezogen, vnd denselben Iren zug stracks gegen vnns genomen, vnd als sy etwas genehet hab ich sy angriffen, darunter ettlich bliben, die anndern alspald ein holcz gemoB vnd wasser vnder dem gepirg so sy vff der Rechten seiten gehabt an sy vnd die flucht an die gepUrg, vff den huffschlag des TUrkischen kaisers abezug vor GUnB, als sy selbs sagen genomen Alspald ich des Reichs Re nnfann, sambt den schflczen vnd mir zugegeben hussern und Ringen pferden, Auch ettlich hundert schUczen zu fueB an sy gehennckt, die bej vier Meilen wegs mit Inen geJagt, Imselben auch vnftìrsehenlich, meine des Reichs, zu hannsen Gaczianer vor abgefergtigte Reuter sambt hannsen Vngnaden frey. lierm zu Sonneckh, Landshaubtman In steyrnd (Steierland ?) in die Acht komen, Also das Im angriff, vnd der flucht ein gute anczal, der ich noch nicht genczlich bericht haben mag erlegt worden vnd was weiter hinein in das gepirg, oder lieranS tracht, verhofflich durch tnein Vettern Marggraue Joachim, der den paB am wasser der Leytta verhellt, auch Ine des Lands Steyrs haubtleuten ankomen werden sollen, Nun wirde ich seit dem wie ich wider in mein leger zogen, durch kuntschafft bericht, das noch etlich bis in fttnfftausent Ttirgken, in der flurh in den gepirgen vmbstraiffen sollen, ob wol ich meine von wegen des Reichs beuolhene Reiter vnd knecht, vber dieselben zuhalltn, vnd gegen Inen zuhandlen geneigt 'vere. So sein doch die pferd vnd Leute so Mtted, zudem das an der notturtiligisten profiand nit ein cleiner mttngel ist, das ich zu demselben nit gefasst bin noch der wegen fruchtbarer vBtreglicher hanndlung halb hie zuverharren gedencken mag, So hab ich eur Mtn Stathallter vnd Reten gein der Neuenstat geschriben und begert, solchen fliichtigen straiffzug, der ye Einmal durch gottliche genad vnd hilff geschlagen vnd in die flucht zertrennt vnd gebracht also das es klainer gelar von Noten, mit Irem bej sich habenden kriegs. Auch dem Landt Volckh. zuuersehen vnd zu weren, des versehens es soli damit versorgt sein, Auch nichts weniger hab ich dannoch noch lieint zu RoB vnd fueB, ob Inen die Stat zuhallten, vnd was mllglichen gegen Inen zuhandln beuolhen wie dann eure Mtn. solches vB Andre vn-gnaden, freyherrn zu Sonnegkh etc. der Vngeuerde zu disen sachen vnd geschichten komen. sich auch derselb zu ftirderung fleissig vnd wol bewisen, femer zu vernemen haben, Vnd nachdem eur, die kay Mt mir verschiner tagen, des heiligen Reichs haubtpaner vberantworten lassen, bin ich erbuttig, eur Mt, eur Mt (!) dasselb auch wider in kurcz wie sie gebtirt zu-lifTem, welchs eurn Mtn ich in eyle, zu Rechtem grundigen bericht, vnnterteniger meynung nit wòllen verhalten. Datum in meinem Veldtleger bei LovperstorIT den XVlIIten septembris Anno etc XXXII Eur kay vnd kho Mtn Vnnterteniger fUrst friderich pfalczgraw bej Rein vnd berczog in Bayernn etc. K. k. Staatsarchiv, Hungarica a. 1532. Beilaije Nr. IV. 1537, 13., 14-., 16., 18. September, Valpo. AuszOge aus den Hriefen des koniglichen Feldhauptmanns Hans Katzianer an Ferdinand I. in Betreff des Standes der Expedition gegen die Ttlrken. Ex literis Capitanei Joannis Caczianner De statu Expeditionis bellice in Sclauonia contra Turchas. In quibusdam literis Ex Castris prope Walpo 13 Septembris ad Regiam Maiestatem datis generalis Capitaneus scribit sese ante biduum cum toto Exercitu castrametatum, duo Millianu ab hostibus peruenisse, Et cum inibi locus quidam paludibus repletus existeret, de-creuisse ordinasseque fieri pontem, Edoctum preterea fuisse a Tureis captis, Turearum Copias constare XX*1 hominum numero, cum Equitatu et peditatu tam in Terra quam in Aqua, vna etiam cum Basse Bosnensis auxilio, quem cum 5M hominibus in auxilium ad Castrum Essegk uenisse dicunt quodque Joannes Wayuoda XXV naues ex Buda et circiter 1200 pedites in auxilium Turearum miserit, Tureas itaque intendere fretos illa loci commoditate expectare ibi consertionem manuum, Quamprimum uero pons ille extructus fuerit ipseque Generalis Capitaneus locum illum explorauent se uelle aquam traijcere et ulterius rem contra Inimicos aggredi. In alijs literis datis 14 Septembris ostendit ipse Generalis Capitaneus sese propter aeris intemperiem, et assiduas pluuias non potuisse ulterius progredi Nihilominus tamen nonnulla leuia prelia commissa fuisse, in quibus nostrj parua damna acceperunt, verum ex 'lurcis plerosque cesos et captos extitisse. Preterea totam prouintiam Posegam tam nobiles quam plebem Regie Maiestati sese dedidisse et per eos nonnulla Castra et Arces recuperatas fuisse. In literis XVI Septembris Ex Castris prope Walpo ostendit se ex celi Intemperie maxiinaque tempestate impeditum fuisse quominus ulterius procedere potuerit nihilominus tamen Equitum leuioris et nonnullos Equites grauioris Armature cum duobus uexillis peditum sese Inimicis ostentasse ut eos ex illa loci commoditate elicerent contra se, ipsos tamen Inimicos loci illius opportunitatem derelinquere minime voluisse. Item in literis datis XVII11 Septembris Ex eisdem Castris scribit se aquam illam palludiosam pridie traieeisse ibique constitisse propter pluuias. Cum uero aeris dispositio clarior sese ostendere ceperit Intendit ipse Capitaneus minime feriari ulterius, sed recta ad hostein qui vallis sese muniuit, properare, idque deo dante efficere propter quod hec Expeditio Suscepta est Preterea quod lì Septembris mane 32 naues Nassadistarum a Castro Essegk vsque ultra flumen Drammi quo ad Nostrates Commeatus defertur ascenderunt, ut illum eriperent et propedirent sed tamen re infecta etiam cum eorum damno coactos fuisse aufugere, quod etiam totus Nobilium et ignobilium populus Posege ad Regiam Majestatem defecit, seseque contra Tuream fortificat, pari modo sese nonnulli Rascianorum Capitanei et Wayuode offerunt, atque maximam Christianam affectionem ostendunt, Itaque ipsum Capita -neum sperare in 5. aut sex diebus Egregium aliquod facinus contra ipsos Hostes edere. K. k. Staatsarchiv, Hungarica a. 1537. Beilage Nr. V. Auszug aus dem Schreiben Ferdinands I. an seine Scluvester Maria ddo. 15. October 1537. Postscriptum. Madame aiant escrites cestes, la nuit apres me sont venues nouvelles, comme aiant Katzianer gagnie ung chateau (ErdOd?) aux turks et aiant eu ancoires grosses escarmuses et se aiant bien porte, nos gens toute foeis a la fin soient fori constraints de faim, se veullant retirer s’en ansuiuy vgne fuite, dont ay perdu toute l’artillerie et crains beaucop de gens, de bien, car je ne say encores de gens principaux que soient eschappes que Albrect Schlick, Katzianer et Hans Ungnaden ou que la reste est demouree ou comme se s’y sont eschappes, ne say encores rien, mes s’y est a craindre que la perte ne sera petite. Ueux jours d’auant en vgne escarmuche estoient (ein Wort unleserlich) tues Bakisch Paul et Peter Raschin, deon (?) veuille avoeir bien autres. — — — K. k. Staatsarchiv. Beilage Nr. VI. Novemberlandtag 1537 zu Graz. Ratsleg auf diselli Landtag verfasst. Auszug. Danncksagung. dem Herrn Lanndshaubtmann. Die weill sich der lierr Lanndshaubtmann. yeczo in verganngen Zug sambt seinen vndergebenen Reittern. souill an seiner herrschaflt inUglich gewest ist, woll vnnd Redlich gehaltn, Ist beratslagt Das der halben durch etlich Herrn, vnnd Lanndtleut seiner herrschaflt von ainer lanndschafft wegen hoch vleissiger dannckh gesagt werdenn soli. Mit dem erbietten solches hinfuran vmb sein herschafft willig zuuerdiennen. Vnnd ob sich zuetrtleg das des beschectienn abezugs halben seiner herrschafft oder der selli e n vnnder gegebnen haubtleutn vnnd Khriegsfolckh etwas nachtailligs zuegemessen werden wollt. Ist ain Lanndschafft gannez genaigt. gedachten hermn Lanndshaubtmann vnnd derselben verwontn personnen vermug seiner herschafft ge-thannen bericht Darumben Dann ain Lanndschafft seiner herschafft freundlichen dannckh sagen zu enntschuldigen vnnd zu bereden. Steir. Landesarchiv, Landtagshandlungen VI ff. 49' und 50. Beilage Nr. VII. 1537, 18. December, Krems. KOniglicher Bescheid betreffend die wegen des flucht-artigen Abzuges in Windischland (Gorjan 10. October 1587) beschuldigten PersOnliclikeiten. Hans Katzianers Vertheidigung wird als ungenllgend angesehen und er, nachdem seine An-gelegenheit ein crimen laesae maiestatis involviert, in Hall genommen mit dem Bedeuten, dass wenn er sich innerhalb dreier Moliate nicht vollkommen zu rechtfertigen wisse, ilmi der gerichtliche Process bevorstehe; mit seinen Gtltern darf mittlerweile keine Ver-Underung vorgenommen werden. Dem Feldmarschall Niklas Freiherm von Thurn ist der Eid abzufordern, sobald eine kOnigliche Ladung an ihn ergehe, sich binnen eines Monates zu weilerer Verantwortung stellen zu wollen. Graf Albrecht Schlick, Oberstem des Kriegsvolks der bOhinischen Krone, wird der Bescheid auf seine Entschuldigung zu theil werden, wenn Ferdinand diesbezUglich den Vortrag der bohmischen Rftthe vernommen liaben wird; auf Verlangen des Kbnigs hat er sich dann zu seiner weitern Vertheidigung binnen 14 Tagen bei Ferdinand einzutlnden. Ungnads und der anderen Hauptleute und Kriegsritthe Rechtfer-ligung nimmt der Konig in Gnaden an ; niemand darf sie wegen des unglUcklichen Feld-zuges weiterhin in Wort oder That angreifen, dodi behiilt sich Ferdinand vor, sie innerhalb eines Jalires zu fernerer Verantwortung ziehen zu dUrfen ; nacli Ablauf desselben sind sie, wenn ilinen keine weitere Vorladung wilhrend obbezeichneter Frist zugckommen, als gknzlich entschuldigt anzusehen. Ais Herr Hannss Gaczianer freyherr etc. sich gegen der ROmischn Ktt Mt etc. vnnserm allergnedigisten herrn vber das Erst Glait so Ime sein Kii Mt, zuegeschickht, vnnd Ime nit annemblich gewesen, verrei' vnnderthenigist erpeten, Souerr die Hochgedacht Kii Mt, Ine auf ain ganncz oder halbs Jar, genuegsambclich versichern, das sein Mt, in solher zeyt, gegen seinem leib vnd leben, nichts ftlrnemen noch hanndlen, Sonnder Ine zu statlicher Auiftierung seiner entschuldigung, gnedigist khemen lassen, So wollt gedachter Gaczianer, auf solh Glaidt, so pald Ime dasselb zuekhamb, bey Irer Ktt Mt, an die Malstat, dahin die Kii Mt Ine erfordern wiirdet, gehorsamblich erscheinen, vnd wie die hochgedacht Ktt Mt, Ime sein entschuldigung zuthun autlegen vvttrde, auBzuftteren, demselben gehorsamblich geleben, Was er aber nit auBfttern kiinndt, dardurch Er in Ktt Mt strati fieli, daz Er in seiner Mt, gnad vnnd vngnad zustellen, vnnd dasselb vnangesehen der verglaittung zugedulden willig sey, mit dem weittern erpieten, das Er seiner person abweichens halben seiner Mt, nach denselben, selbst gnedigisten gefallen, dagegen genuegsame versicherung thun welle, wie dann solhes sein schreiben, aigentlicher mit sich bringt, Auf welh des Caczianers erpieten, Ime sein Mt, gnedigiste versicherung vnnd Glait auf drew Monatlanng, fur sein Mt, derselben Lanndtleut vnnderthanen vnd Menigclichs Irrung bewilligt vnnd zuegesagt, das Er auf den yecztverschinen Aindlefflen tag gegenwttrttigs Monats Decembris, In lrer Mt, statt zu KrembB gewiBlich erscheinen, vnnd sein verantwurttung vnd AuffUerung, wie die Ktt Mt Ime die autlegen on Menigclichs Irrung thuen mttge, vnnd solle dergestallt, das Er vmb daz so Er nit aulftteren mttcht, vnd vnRecht befunden wttrde, in die strati seiner Mt, gnad vnnd vngnad gestellt, vnd dasselb vnangesehen der verglaittung gedulden, vnnd daz Er auch fttr sein abweichen nach seiner Mt gefallen gnuegsame versicherung zuthun schuldig sein soli, Alles nach vermttgen solhes Glaidts das Er von Irer Mt, also Emphanngen, vnnd darauf hie zu Krembs, vor Irer Mt personndlich erschinen. Nun hat sein Ktt Mt, sambt seiner Mt vodristen gehaimen vnnd anndern Reten, so Ir Mt, in trefennlicher Anzall, darzue beruefTt, bemellts Gaczianers entschuldigung so Er schrifltlichen gethan ‘), gnedigclich gehttrt, vnnd solhe enntschuldigung, nach genombnem bedacht, vnnd vernembung bemellter Irer Mt, Rete guetbedunckhen, vnnd nach aigentlicher vleissigen erwegung gelegennhait vnd gestallt-sam der Saehen obgedachts Gaczianers enntschuldigung, des offenbaren vnd vnuermeidlichen seiner Personen ais obristen Veldthaubtmans, abzugs vnnd verlassung des HOrs, vnd seines vnndergebnen Kriegtlblkhs, auch andrer hanndlungen halben, mer demselben Nachtailligen vnnd laydigen Abzugs anhenngig, nit genuegsam befunden, Vnnd dieweill dann sein selbst erpieten, darauf das Kttnigclich Glait (wie obsteet) gestellt ist, vermag, daz Er vmb des, so Er nit AuffUert, nach gedachter Ktt. Mt, gnedigen gefallen gnuegsame versicherung zuthuen schuldig sein soli, vnnd Aber die verprechung (wie yeczt obengemellt, dagegen sein enntschuldigung wie obsteet, nit genuegsam befunden) ain peinliche Sach, vnd Grimen lese Maiestatis, auf Im tragen mOchte, darumben dannallenRechten vnd gebreuchen nach khainAnndereCautionBurgg-schatlt noch sicherhait (ausserhalb gnuegsamen verhefftung seiner person) stat haben khan noch mag. Uemnach so ist Ir Ktt. Mt, von Recht billichait vnnd notturrfll, verursacht worden, nach seiner Person zu greiffen, vnd dieselb biB auf weittere hanndlung, in verwarung zunemen, Vnnd dar Innen zu enntlicher AuffUerung seiner enntschuldigung verwarlich zuhallten, Nachdem aber hochgedachter Ktt Mt gemuet vnd Maynung nit ist, ilas gemellter Gaczianer in diser schweren Saehen, in seiner verantwurttung vnnd auffUerung vbereyllt oder verkhttrczt werden soli, So gibt Ime die Ktt Mt, noch zue, das Er Innerthalb berttrtter dreyer Monat sein ferrer entschuldigung vnd veranntwurttung, in alweg thun mttg, Wo Er aber solhes in denselben dreyen Monaten nit thun wttrdt, oder mttcht, So hat sich Ir Ktt Mt gnedigist entslossen, das Sy nach verscheinung der dreyer monaten, ain gerichtlichen proceB, aus den Vrsachen wie obgemellt, dureh Irer Mt. Ghamerprocurator vor derselben Irer Mt. Reten, die Irer Mt darzue, in guetter Anzall ordnen wttrdet, Instituiern lassen will. Darauf dem Gaczianer beuorsteen, vnnd nachgelegennhait der Saehen, nottttrtTtig Termin vnnd zeyt gegeben werden soli, sein Anntwurtt ein Red, Weysung, vnnd ali annder notturllt vnnd behelff wie sich gepttrt vnnd Recht ist, einzufUern, Vnd so also durch die tayll beschlossen, So will Ir KU. Mt. solhen Rechtlichen ProceB, nottttrffligclich beratslagen lassen, Vnnd alBdann sich ainer Vrtl ent-sliessen, vnd ferrer fttrmemen vnnd handlen, waz sich gehttrt vnnd Recht ist, vnd sich dar-Innen der gepttr vnd Rechten nach, dermassen hallten vnd erzaigen, das sich darlnnen Niemannds ainicher vbereyllung billicher weise zubeswern vrsach haben soli, Vnnd dieweil diese Saehen, wie oben auch verrneldt. Grimen lese Maiestis (sic) auf lr tragen mOcht, Also eingeUbt an entsprechenden Stticken des Obungsbuehes, Vocabellernen, im II. Semester alle li Tage eine schrilthche Arbeit. 3 Stunden. Beendigung der Satzlehre, Wiederholung von Abschnitlen derselben und der Formenlehre, Lesen, Erklàren,Wiedel-erzàhlen, Mernorieren und Vortragen ausgewithlter LesestUcke, monatlich eine oder zwei schriftliche Arbeiien. ! iv. 27 2 Stunden. I. Semester: Geschichte der gOttlichen Oflenbarung des neuen Bundes. II. Semester: Kirchen- geschichte. 6 Stunden. Wiederholung von Par-tien der Formen- und Gasuslehre, die Tempus-und Moduslehre, eingeUbt an entsprechenden Stticken des Obungs-buches, Elemente aer Prosodie unii Metrik, Cm, bell. Galli l, il u. Ili, eine kleine Auswahl aus Ovid; alle 14. Tage eine sehritt-lielie Arbeit. Privatlecttire : Cies, bell, (i,di. VI. i. Stunden. Wiederholung des Nomens unii der Verhen auf w, die Verhen aul ftl und die Ubri-gen Classen, ein-getiht an ausge-willdten Sìitzen des Olnmgsbu-ches, ausgewllhlti LesestUrke, Vocabellernen, inonatlich 1 od. 2 schrittl. Arbeiten 3 Stunden. Ergànzende Wiederholung der Grammatik, die Lehre von den Geschàftsaulsàtzen, Grundztige der Prosodie und Metrik, Lesen, Er-klìtren, Wiedererzahlen, Mernorieren und Vortragen ausgewithlter LesestUcke, monatlich eine oder zwei schriftliche Arbeiten. plan. Lehrgegenstànde. Slovenische Sprache. Geschichte und Geographie. Mathematik. Natur wiseen-schaften- 3 Stunden. Formenlehre, der ein-fache Satz, Lesen, Erklaren, Wiedererziihlen, Memorieren und Vor-tragen ausgewahlter Lesestiicke, monatlich eine schriftliche Arbeit. 3 Stuiiden. Die nothwendigen Vor-begrifle der mathe-matischen Geographie, allgemeine Begriffe der physikalischen und politischen Geographie, specielle Geographie der 5 Welttheile, Kartenskizzen. 3 Stunden. Die 4 Rechnungsarten mit ganzen unbenannten und benannten, ein- und roehr-namigen Zahlen- mit Decimai- und gewOhnlichen BrUchen. Linien, Winkel, Dreiecke, ihre Arten und Constructionem 2 Stunden. •Sauge und wirbellose Thiere. 3 Stunden. Fortsetzung derFormen-lehre, Lesen, Erklaren, Wiedererzahlen, Memorieren und Vortragen ausgewahlt. LesestUcke, monatlich eine schriftliche Arheit. ■1 Stunden. Geschichte und Geographie des Alterthums, allgemeine Geographie von Europa, specielle von SUdeuropa, Frank-reich, Grossbritannien, Asien und Afrika, Kartenskizzen. 3 Stunden. Verhàltnisse und Propor-tionen, Zweisatz, Regeldetri, einfache Interessenrechnung, wàlsche Praktik, Mass-, MUnz- und Gewichtskunde. Vielecke, Umfang und Inhalt geradliniger Figuren, Ver-wandlung und Theilung derselben, ÀhnlichkeitBlehre. 2 Stunden: I. Semester : Vogel, Rep- tilien, Amphi-bien und Fische. II. Semester : i Botanik. 2 Stunden. Wiederholung ent-sprechender Partien der Forinenlehre, die W ortbildungslehre, Lesen, Erklaren, Wiedererziihlen, Memorieren und Vortragen ausgewiihlter Lesestiicke, monatlich eine schriltliche Arbeit. 3 Stunden. Geschichte des Mittel-alters mit Hervorhebung der Osterr.-ungarischen Geschichte, Geographie Deutschlands, der Schweiz, Belgieus, der Niederlande, Nord- und Osteuropas, Amerikas, und Australiens, Kartenskizzen. 3 Stunden. Die vier Rechnungsarten mit ein- und mehrgliedrigen besonderen und algebra-isrhen Ausdrttcken, Potenzen und Wurzeln. Die Lehre vom Kreise, der Ellipse, Parabel und Hyperbel. 2 Stunden. I. Semester: Mineralogie. II. Semester : Allgemeine Eigeii8chaften der Kòrper, Warmelehre : und Cliemie. [ 2 Stunden. Fortsetzung und Be-endigung der Syntax, Lesen, Erklaren, Wiedererziihlen, Memorieren und Vortragen ausgewahlter LesestUcke, monatlich eine schriftliche Arheit. 4 Stunden. Obersicht der Geschichte der neueren und neuesten Zeit mit be-sonderer BerUcksichti-gung der Geschichte Osterreich-Ungams, Osterr.-ungarische Vaterlandskunde, Kartenskizzen. 3 Stunden. Zuaammengesetzte Verhàlt-nisse und Proportionen, lnteressen-, Termin-. Ge-sellschafts-, Ketten- und Zin8eszinsrechnung, Glei-chungen des ersten Grades. Lage der Linien und Ebenen im Raume, Berechnung der Oberflilche und des Inhaltes der Kdrper. 3 Stunden. Mechanik, Magnetismus, Electricitat, Akustik und Optik. Classe. Stun- den- zahl. Religione -lehre. Lateinische Sprache. Griechische Sprache. Deutsche Sprache. V. 27 i 2 Stnndeu. ! Einleitung in die katholische Keligionslehre. 6 Stunden. Livius II, 1—40. Ovid. Metainorph. I, 89 -415. II, 1—306. Ili, 146-313. Wiederholung aus-gewàhlter Abschnittte der Granunatik, wóchentlich 1 Stunde grammat.-stilistische Ùbungen, alle 14 Tage eine schriftliche Arbeit. 5 Stunden. Xenophon : Die Abschnitte. I & II der Kyrop. u. 1, III, V (leUterer theilweise) u. Vili der Anab. Homer _A. Wóchentlich 1 Grammatik-stunde (Wiederholung der Formenlehre, Erklàrung und Einubung derSyntax bis znr Lehre voti den rràpositionen inclus.). monatlich eine schrifliche Schul-Arbeit. Privatlectiire : Xen. Kyrop. X- Mera. Ili, IV. 2 Stunden. Metrik, Grundformen der Dichtkunst, Formen der epischen und lyri-schen Poesie in Ver bindung init einschlà-giger Lecture, Vortràge memorierter poetischer Stùcke, 12 schriftliche Arbeiten. J' VI. 26 2 Stunden. Katholische Glaubenslehre. 6 Stunden- Sallust. bell. JugurtU., Cic. orat. Catii. I. & IV., Verg. Aen- I. Wiederholung ausge-wahlter Abschnitte der Granunatik, wóchentlich 1 Stunde grammat.-stil istische Ubungen, alle 14 Tage eine schriftliche Arbeit. Privatlectiire : Sali. Catil. ; Verg. Aen. IV. Cicero, orat. Catil. II. 5 Stunden. Homer : II. IX und X. Herod. VII 1-60 u. 100-133. Wóchentlich l Granunatikstunde (Wiederholung von Partien der Formenlehre, die Genus-, Tempus- und Moduslehre), monatlich eine schriftliche Arbeit. PrivatlectOre : Homer VI ; Herod. VI. 3 Stunden. Die Formen der drama-tischen Poesie, die Lehre voin Stile und Literatur-geschichto bis Klopstock (exclus.) im Anschlusse an das Lesebuch, Vor-trage memorierter poetischer Stòck«, monat-lich eine schriftliche Arbeit. Privatlectiire: Schillers Jungfrau von Orleans. VII. 27 2 Stnndeu. Katholische Sittenlehre. 5 Stunden. Cic. orat, pro Sestio. Vergil. Aen. IX. Ekl. I, IV, V. Georg. I. 1—42 ; 311-514, II, 136-176; III, 440-566; IV. 1-115. Wiederholung ausgew&hlter Abschnitte der Grammati k, wóchentlich 1 Stunde grammat- 'stilistische Ubungen, alle 14 Tage eine gcliriftliche Arbeit. Privatlectiire : Verg. Aen. VII, Vili. Ekl. II. VI. VII, Vili, IX, X. Cic. Pro leg. Manii., Pro Lig-, Pro Deiot., Pro Ardi. poet. 4 Stunden. Demosth. I., lì., III. phil. Kede. Homer «, t, t. Alle 14 Tuge l Grammatlk stunde (Wiederholung aus-gew&blter Abschnitte der Granunatik und Ueendiguug der Syntax), monatlich eine schriftliche Arbeit. Privatlectiire : Homer, ein holiebigor Gesang aus der 11. HAlfte der Odyssee- 3 Stunden. Literaturgeschichte von Klopstock bis Schiller (inclus.) im Anschlusse au das Lesebuch, Lessing» Hamburgische Dramuturgie. Schillers W. Teli, Gótlies Tasso u. Iph igenie, Lessings km ili a Gali «itti, Vortragc memorierter poetischer Stòck e, 12 schriftl. Arbeiten. vin. 1 27 2 Stunden. Geschichte der cliritftlichen Kirohe. 5 Stunden. Tacit. »list. 1. 1-71; IlorAZ : Auswahl uus don Oden, Epoden, Satire» und Kpisteln. Wiederholung der TempuH- und Moduslehre, wóchentlich 1 Stunde grammat. -stil istische Ubungen, alle 14 Tage 1 schriftliche Arbeit. Privatlectiire : Tac, Agricola. 5 Stunden. Sophokl. Oed. T. ; Plat. Ladi., Euthyphr.; Hom. «, l-BS. e, 48-41)3. (. X, /1, 182-Endo. Wóchentlich 1 Gr animati k-stunde (Wiederholung aus-gew&hlter Abschnitte der Granunatik), monatlich eiue schriftliche Arbeit. PrivatlectOre : Hom. fi, 1 fi, Herod. Vili. Dem IH. phil. Itede. 3 Stunden. Literaturgeschichte von Schillers Tode an im Anschlusse an das Lesebuch, Lessing« Laokoon und Minna v. Harnhelin, 12 schriftliche Arbeiten. Slovenische ! Geschichte und Sprache. j Geographie PhilÒBOph. Propa- àeutik. 2 Stnnden. Metrik, Formen der ly-rischen Poesie mit entsprecbenden Lese-stucken, Vortrfcge memorierter poetischer Stticke, Wiederholung der Grammatik, monatlich cine schrift-liche Arbeit. 4 Stunden. Geschichte und Geographie des Alterthums, Erweiterung der geogra-phiseben Kenutnisse. 4 Stunden. Sinleitnng, die Grundoperationen mit ganzen Zablen, Theilbarkeit ler Zablen, gemeine, Decimal-und Kettenbrtiche, Verhfcltnisse und Proportionen. Longimetrie und Planimetrie. 2 Stunden. I. Semester: Mineralogie in Verbindung rait Geognosie. II. Semester : Botanik. i 2 Stuuden. Elemente der epischen Poesie in Verbindnng mit entsprecbender Lecttire, Vortrfcge memorierter poetischer Stticke, mouatlich eine schrift-liche Arbeit. 3 Stuuden. Geschichte des Mittel-. alters mit Hervorhebung der osterr.-ungarischen Geschichte, Erweiterung der geographischen Kenutnisse. 3 Stunden. Potenzen, VVurzeln, Logarithraen, Gebrauch der Logarithmentafeln, Gleichungen des ersten Grades mit einer und mehreren Unbekannten. Stereometrie. Goniometrie und ebene Trigonometrie. 2 Stunden. Somatologie des Menschen. Systematik des gesammten Thierreiches. — 2 Stunden. Literatnrgeschichte von Trubar an und ult6lo-venicbe Lileraturge-schichte, Lesen und Krkl&ren uusgewfchlter Lesestticke, Vortrfcge memorierter poetisi*her Stticke, mouatlich eine sclirift-1 iclie Arbeit, 3 Stunden. Gescbicbte der Neuzeit bis § 70: Frankreich seit der Februar Revolution im Jabro 1848 mit Hervorhebung der osterr.-ungarischen Geschichte, Erweiterung der geographischen Kenutnisse. 3 Stunden. Unbe&timinte, quadratiche, Exponenlial- und einige hòhere Gleichungen, ProgresBÌonen nebst ihrer An-weudung auf die Zinseszins-rechnung, Combinationslehre und biuomischer Lehrsatz. Anwendung der Trigonometrie, der Algebra auf die Geometrie und analytisc.be Geometrie der Ebene. 3 Stunden. Einleitung und allgemeine Kigenschaften der Kòrper, Mechanik fester, f)il esiger und luftf firmi ger Kòrper, Chimi e. 2 Stunden. Formale Logik. 2 Stunden. Altsloveniflche Formen-lehre mit Lese- und Ubersetzungstibungen, tibersicbtliche Zusatn-ìuenfassnng der slove-nischen Literatur, freie Vortrfcge, monatlich eine sohrift-licbe Arbeit. 3 Stunden. Geschichte der Neuzeit von 1815 bis zur Gegen wart und Geschichte, Geographie und Statistik ósterreiek-UnganiB. 2 Stunden. Wiederholung des gesammten mathematischen Lehrstottes und (Jbung im Lfieen mathematiche! Probleme. 3 Stunden-Magnetismi, Elektricitat, VVellenlehre, Akustik und Optik. 2 Stunden. Empiriche Psychologie. 1 B. Freie Lehrgegenstande. 1. SlovenischeSprache fur Schiller deutscher Muttersprache in 3 Cursen zu je 2 Stunden. I. Curs: Laut- und Formenlehre. Voeabellernen, Obersetzen und Sprechubungen. II. Curs: Beendigung der Formenlehre, Voeabellernen, Satzlehre, Obersetzen und Sprech-iibungen. III. Curs: Wiederholung der Grammatik, Obersetzen, Sprechiibungen und schriftliche Arbeiten. 2. S tei e rmar kische Geschichte, Geographie und Statistik, 2 Stunden. Dieser Unterricht wurde vom 19. October 1883 an ertheilt. 3. Stenographie. Untere Abtheilung, 2 Stunden: Lehre von der Wortbildung und Wort-kiirzung und EinUbnng derselben. Obere Abtheilung: Wiederholung der Lehre von der Wortbildung und Wortkiirzung, die Lehre von der SatzkUrzung, schnellschriftliche Obungen. i. Zeichnen. 1. Abtheilung 3 Stunden: Die geometrische Formenlehre und das geornetrische Ornament. II. Abtheilung, 2 Stunden: Fortsetzung des geometrischen Ornamentes, das Flach-ornament, Zeichnen von Ornamenten in Farbe, die Perspective und elementare Schatten-gebung. III. Abtheilung, 2 Stunden : Kopfstudien, Zeichnen nach dem Runden in verschiedenen Manieren, Stillehre. 5. Gesang. I. Abtheilung (Anfiinger) 2, II. (Sopran und Alt), III. (Tenor und Bass) und Gesammtchor je 1 Stunde: Das Ton- und Notensystem, Bildung der Tonleiter, Kenntnis der Intervalle und Vortragszeichen, Einttbung vierstimmiger Gesange und Messen im ein-zelnen, im Gesammtchore und ftir Miinnerstimrnen. 6. Turnen in 3 Abtheilungen zu je 2 Stunden: Ordnungs-, Frei- und Gerathubungen. 7. Schonschreiben, 2 Stunden. Die Currentschrift nach M. Greiner’s Vorlagen. C- Lehr-, Hilfs- und libungsbucher. Religionslehre: Dr. F. Fischer’s Lehrbiicher der kath. Religion (l.), der Liturgik (II.), der Geschichte der gòltlichen Offenbarung des alten und neuen Bundes (III- IV.) und der Kirchengeschichte (IV.); Dr. A. Wappler's Lehrbiicher der kath. Religion ftir die oberen Klassen der Gymnasien (V.—Vil.); Dr. B. Kaltner’s Lehrbuch der Kirchengeschichte (Vlil.). Lateinische Sprache: C. Schmidt’s lat. Schulgrammatik (11.— VII.); Di'. F. Schultz'ens kleine lat. Sprachlehre (I. u.Vlil.) und Aufgabensammlung zur Einiibung der lat. Syntax (HI.—V.); Dr. J. Hauler’s lat. Obungsbuch (LIL); Dr. E. HofTmann’s Historia antiqua (111.); Caesar’s bell. Gallicum (IV.); Ovid (IV. V.); Livius (V.); Sallust's beli. Jugurthm. (VI.) ; Cicero und Vergil (VI. VII.); Tacitus und Horaz (Vlil.); C. Stipfle’s Aufgaben zu lat. Stil-Ubungen. 2. Th. (VI.-Vili.). Griechi scile Sprache: Dr. G. Curtius' griech. Schulgrammatik (III.—Vili.) ; Dr. C. Schenkl’s griech. Elementarburch (IH.-V.); Chrestomathie aus Xenophon (V.) und Obungs-buch zum Obersetzen (VI.—Vlil.); Homer (V.—Vili.) ; Herodot (VI.) ; Demosthenes (VII.); Platon und Sophokles (Vili.). Deutsche Sprache: Dr. F. Willomitzer’s deutsehe Grammatik l'Ur òsterr. Mittelschulen (1. u. IL) ; A. Heinrich’s Grammatik der deutsclieii Sprache (111. u. IV.) ; A. Neumann's und O. Gehlen’s deutsehe Lesebiicher L-IV.) ; Dr. A. Egger’s Lehr- und LesebUcher ftir Obergymnasien, 1. (c 2. Th. (V. Vili); Sobillerà Jungfrau von Orleans (VI.); Iphigenie und lasso von Goethe; Wilhelm Teli von Schiller; Lessings Hmnburgische Dramaturgie (VI.), Minna von Barnhelni und Luokoon (Vili.), Textausgaben. Slovenische Sprache. Ftir Slovencu: JaneiiC’ens Slovenska Slóvnica (1.—VII.) und Cvetnik ftir Unter- (I. IL) und Obergymnasien (V.—Vili.); Bleiweis’ens (III. IV.) und Dr. F. Miklosich's (V.—Vili.) LesebUcher. FOr Deutsche: Dr. J. Sket’s (1. IL) und JanežiiVens slovenische Sprach- u. Ohungs-hUclier (111.); Dr. A. Gindely’s Lehrbuch der allgcmeinen Geschichte ftir Obergymnasien, 1. Bd. (111. Cui-s). Geschichte und Geographie: Dr. A. Gindely’s LehrbUeher der allgetneinen Geschichte fttr Unter- (1.—IV.) und Obergymnasien (V.—Vlil.); G. Herr's LehrbUeher der Erdbesclireibung (I.—UL); Dr. E. Hannak’s LehrbUeher der iisterr. Vaterhindskunde (IV. u. Vili.); Atlanten von Stieler und Kozenn (1.—Vili ), Sydow (V.—Vlil.), Putzger (IL—Vili.) und Steinhauser (IV. u. Vili.); Altas antiquus von Kiepert (11. u. V.). M a t h e m a t i k : Dr. F. R. v. MoCnik’s LehrbUeher der Arithmelik und Geometrie ftir Unter-(I.—Vili.), der Aritlnnethik und Algebra (V.—Vili.) und Geometrie l'Ur Obergymnasien (V. — Vili ) ; Dr. A. Gernerth’s logaritlunisch-trigonometrisches Handbuch (VI. —Vili.); E. Heis’ens Aufgabensammlung aus der allgoineinen Arithmetik und Algebra (V,—Vili.). Naturlehre: Dr. J. Krist's AnfangsgrUnde der Naturlehre fUrdie unteren Classen (IH. u. IV. und P. MUnch’s Lehrbuch der Physik (VII. u. Vili.). Naturgeschichte: Dr. A. Pokorny’s illustrierte Naturgeschichte (I.—111.); Dr. M. Wretschko’s Vorschule der Botanik (V.) ; Dr. F. v. Hochstetter's und Dr. A. Bisehing’s Leitfaden der Mineralogie und Geologie (V.) ; Dr. 0. Schmidt’s Leitfaden der Zoologie (VI.). Philosop bische Propadeutik: Dr. G. A. Lindner’s Lehrbtteher der formalen Logik (VII.) und empirischen Psychologie (Vili.). Steiermarkische Geschichte: Dr. G. Hiisch's Heimatkunde des Herzogthums Steiermark. Stenographie: R. Fischer’s theoretisch-praktischer Lehrgang der Gabelsberger’schen Stenographie. I) Themen. a) Piir di© deutsolien Aufsàtze. V. Classe. 1. Die Erziehung der Knaben und JQnglinge bei den Persem. (Xenophon, Kyropaedie.) 2. Der Laubwald im Spàtherbst. 3. Die Entstehung des neueu Menschengeschlechtes. (Ovid, Met.) 4. Dispositionen (Chrie) zu: a) „Wem nieht zu rathen ist, dem ist auch nioht zu helfen." b) „Ein auderes Antlitz, eh’ sie gescheh’n, Ein anderes zeigt die voll-bracbte That.“ (Schiller, Braut v. Messina, III., 5.) 5. Der Nibelangenhort nach Jordan. 6. Auf welche Weise vertheidigt Grimbart seinen Neffen Reineke? (Goethe, Reineke, I.) 7. Dispositionen (Chrie) zu : a) „Effugit mortem, quisquis contempserit, timidissimum quemque consequitur." (Curtius, IV., 14.) b) „An’s Vaterland, an’s theure, schliess’ Dich an, das halte test mit deinem ganzen Herzen." Schiller, Wilhelm Tell, IL, 1.) 8. Die Stammgiiste im Gasthaus zum „goldenon Lòwen". (Goethe, Hermann und Dorothea I.) 9. Siegfrieds Tod. (Nibelungenlied.) 10. Welche Umstiinde veranlassen Achilleus, sich von dem Kample zurfickzuzichen ? (Ilias, I.) 11. An’s Vaterland etc. vide 7 b) Ausfiihrung 12. Der Einlluss des Meeres auf den Verkehr des Menschen. VI. Classe. 1. Ueber die Gelegenheit zum Lernen. (Nach Riickert’s „Weisheit des Brahmanen".) 2. Parallelo zwischen Karl dem Grossen und Otto I. 8. Betrachtung ùber die Be-ziehungen der Thierwelt auf das menschliche Leben. 4. „Wàhle zum Vertrauten nicht Jeden du ; das leere Haus ist offen, das reiche zu." 5. Wodurch sucht Hannibal in tìrill-parzer’s dramat. Scene „Scipio und Hannibal" den Ròmer von der Nothwendigkeit des Friedens zu iiberzeugen? ti. Charakteristik Talbot’s in Schillers „Jungfrau von Orleans." 7. Wodurch làBst Schiller in seinem Drama die Jungfrau von Orleans ìhre Schuld suhnen? 8. Die Idee der Treue in den deutschen lleldenliedern. 9. Die Bedeutung der Baben-berger fiir die Entwicklung Oesterreichs. 10. Hans Sachs als Mensch und Dichter. VII. Classe. 1. Es soli nach den Andeutungen des Prologs der Schauplatz in Goethes Iphigenie auf Tauris beschrieben werden oder der Prolog in G. Iph. auf T. (lnhalt und Zweck). 2. „Gliick und Glas, wie bald bricbt das !" (Erliiuterung.) 8. Charakter Marinellis in Lessinga „Emilia Galotti". 4. Der Mensch als Herr der Natur. 5. Dispositionen zu : a) Lessing und KlopBtock (Parallele), b) Die weltgeschichtliche Bedeutung der Schlacht bei Leipzig 1813. 6. Auf welche Weise bekampft Lessing in seiner „IIamburgÌ8chen Dra-marturgie" Pierre Corneilles Rodogune ? 7. In wie fern erkennt man an der Sprache den Menschen? 8. Disposition und Inhaltsangabe der I. Scene von Schillers W. Teli. 9. Alititeli der Geistlichen an der Entwicklung der deutschen Literatur. 10. „Willst du herrschen, so lame geborchen." 11. „Hektor’s AbBcbied" v. Schiller. (ErklSrung und Wurdigung.) 1?. Stròme sind Culturadern der Erde. Vili. Classe. 1. Sind die Griinde, welche Jean Paul fiir „die Schònheit des Sterbens in der Biute des Lobens" anfiibrt, sticbhàltig oder nicht? 2. Das antike und das moderne Drama. (Vergleichende Gegonuberstellung.) 3. Warum wird Lessings „Minna v. Barnhelm" ein nationa)e8 Drama genannt? 4. Welche Vortheile gewahrt da9 Reisen zu Fuse? f>. Charakter des Oedipus in der Tragoedie des Sophokles „Oedipus tyrannus". 6. Der EinQuss der Meschine auf die Umgestaltung der menschlichen Zustiinde und Lebensverhiiltnisse. 7. Das Mythische im Nibelungenliede. 8. „Concordin parvae res crescunt, discordia maximae ditabuntur." (Sallust, Bellum lug.) 9. Selbstgewiihltes Thema aus der Literatur oder Weltgeschichte. 10. Was ist von dem Ausspruche des Aristoteles zu halten : >,ó fiéiroi uQitrtos“ ? n. Auf welche Weise widerlegt Lessing in seinem Laokoon die Ansichten des Crafen Caylus, welcher die Maler auf die Dichtungen des Homer als den geeignetsten Stoff fiir ihre Gemalde hinwies ? Freie Vortriige. 1. Wallenstein. 2. Eiuiges iiber das Wesen der lyrischen Dichtung. 8. Ueber den Einfluss der Frauen auf die CliristianÌBÌerung Oesterreichs. 4- Die Bedeutung der germanischen Gdtterwelt. 6. Ueber die Gaslfreundschaft. 6. Der Entwicklungsgang des Menscben. 7. Einfluss der griechischen Literatur auf die deutsche. 8. Karl XII. in Wabrheit und Dichtung. 9. Ludwig XIV. und sein Zeitalter. 10. Ueber das Hexenwesen. 11. Warum ist die Wahl des Lebensberufes so schwierig ? 12. Der Einfluss der Mueik auf den MenBchen und das Thier. 18. Ueber den Nutzen der Gescbichte. b) Fur die slovenisohen Aufsatze. V. Classe. 1. O prikladnej gojitvi leposlovnega čuta. 2. Kako naj pristojno čitarao in pre-davljemo ? 8. Samosvoja ljubezen stori, da smo proti sebi slepi. 4. Govor Volkmerjevega .Sivca o srečnej podložnosti". 5. Razmišljevanje pri kosu vsakdanjega kruha : .Nobeden kruh tak ojster ni, Da lakota mu mojster ni.“ (Valjavec.) 6. Kaj je storil Slomšek za svoj narod ? 7. .Kdor resnico ljubi, ušes ji ne maši, Kdor se je pa brani, zaveže še oči.“ (Fr. Levstik.) 8. Ktera je poglavitna misel v Prešernovem „Krst-u pri Savici?" 9. Kaj pomeni alegorija .Heraklej na razpotju"? (Xen. mem. Il, 1.) 10. .Vivos voco, mortuos plango, fulgura frango." (Schillerjeva pesem .Glocke".) VI. Classe. 1. Cvetlice v narodovi domišljiji. Kaj misli, čuti, pregovarja, pripoveduje in poje v vaši domačiji prosti narod o teh milih hčerkah matere narave? 2. V resnici izobražen mož ljubi in spoštuje materni jezik. Zakaj ? 8. Kake nasledke ima vestna delavnost za človeka ? a) za dotičnika, b) za bližnjega, c) za celoto in d) razmera vestno delavnega človeka k Bogu. 4. Legenda. (Cvet. št. 188.) a) Basen pesmotvora, b) kako je pesnik teoriji legende z pričujočim pesmotvorom vstregel ? c) mera, d) nenavadne besede, reki in oblike. 5. Vetrovi. a) Njih postanek, b) znanstvena imena, c) njih koristi in škode, d) ali znate morda raznim vetrom posebna domača imena. Kaj misli, pregovarja, pripoveduje, poje narod v vaši domačiji o vetrovih? 6. Ptice pevke, a) v naravopisnem, b) v gospodarstvenem in c) v estetičnem oziru. Morda znate o ti ali uni ptici pevki kako resnobno ali šaljivo narodno pripovedko, pesem, pregovor. Kake besede podtika narod v vašem domačem kraju petju raznih znanih ptic. 7. Teorija in kratka zgodovina .balade" in kako ustreza Levstikov .Ubežni kralj" po vsebini in izpeljavi tem tirjatvam ? (Cvet. št. 159.) 8. Narisajte značaj .Krajnskega Slovenca", kakor ga nam slika Levstik v povesti: .Martin Krpan". (Cvet. št. 164.) 9. Morje in njegov pomen za človeka. 10. Ktero glavno namero je imel Prešern pred očmi spiBujoč epični pesmotvor .Krst pri Savici" in kako porabljena sredstva ti Damen ustrezajo ? VII. Classe. 1. O času novačenja, (črtica iz narodnega življenja in pesnikovanja.) 2. Kaj je ljudi preganjalo k preučevanju prirode ? 8. .Kratko je življenje naše" — tako toži modrijan in bedak. 4. Trojna pot spoznanja in njej primerna razdelitev vseh vednosti. 5. Trdna izreja — dobra volja. (Narodni rek.) b. Zasluge Kopitarjeve za slovenščino sploh in posebej za slovenščino. 7. .B’la je taka osoda vedno slavnih veljakov, Da jim slovelo ime, ko jih zagrnil je grob." 8. a) Priraerjeva med Filipom in Atenci po De-moBtenu (xaxd «/HXi'nnov oc., /S., ne(/i xij$ tiitrvTj,'). b) Prestava in alegorična razlaga Vergiljevih verzov (georg. IV. 116—148). 9. Moč znanstev in umetnosti. 10. Značaj slovenskega slovstva v XIX. stoletju. Vili. Classe. 1. Nektere prikazni v naravi, ki so posledica ravnotežja tekočin. 2. Iunaštvo in zvržek njegov — fanatizem. 8. Sanje v dušeslovnem in kulturo-zgodovinskem oziru. 4. .Srčna pritateljstva mladih dni so najlepše zveze v življenju (.Zorin in Strtina" od Valjavca.) 6. .Zdravje duše in telesa sta si najbliža soseda, kajti pod eno strelio prebivata." (Slomšek v životopisu Volkmorjevem.) 6. Zakaj je Prešeren prvi slovenski pesnik? 7. .Aequaro memento rebus in arduis Servare mentem, non secus in bonis" etcì. (lior. 1. IL, c. IH., 1—2.) 8. Značaj slovenskega slovstva v 16., 17. in 18. veku. 9. .Zdaj klije tebi dvojni cvet: Pomladni čas, čas mladih let.* (S. Jenko va pesem .Sprehod".) 10. .Velevati pevcu ne smem govori Vladar prijnznega obraza — V dolžnosti on višega kralja stoji." (Schillerjeva pesem .grof Habsburški", poslovenjena od Koseski-ja, maturila naloga.) Govori. 1. Ivan Sergejevič Turgenjev. 2. Zakaj so pečamo dolgih osem let z latinskem iu grškem jezikom ? 8. Dr. Lovro Toman. 4. Na kak način zamore vsak rojak narodu koristiti? 5. /Vièti« accvxnv. g. Bitka na Kosovem polju in njeni nasledki. 7. O razvitku grške tragedije. IV. Vermehrung der Lehrmittel. A. Bibliothek. 1. Lehrerblbllothek. (Unter der Obhut des Prof. J o s. Mei sel.) a j Geschenke. 1. Des k. k. Ministeri um s fur Cultus und Unterricht : a) Germania, Vierteljahres-schrift fUr deutsche Alterthumskunde. Neue Folge XVI, 3, 4, XVII, 1, 2; b) Osterr. Botani-sche Zeitschritl, 1883, 7—12, 1884, 1—6. 2. Der k. k. Central-Commission zur Erfor-schung und Erhaltung der Kunst- und liist. Denkmale: Mittheilungen derselben. IX, 2, 3, 4, X, 1. 3. Der kais. Akademie der Wissenschaften in Wien : a) Anzeiger der philos,-hist. CL 1883, Nr. 14-27, 1884, 1-14, /9. der math.-naturw. Cl. 1883, Nr. 14-28, 1884, 1—14; b) Ahnanach derselben ftir 1883 ; c) Archiv ftir Osterr. Geschiehte LXV, 1 ; d) Sitzungs-berichte: «. Philos.-hist. Cl. CII—CV, 1, /9. Math.-naturw. Cl. 1. Abth. LXXXVI—LXXXVIII, 1, 2. Abth. LXXXVI- LXXXVIII, 1, 3. Abth. LXXXVI, 3 - LXXXVIII, 2; d) Register zu den Banderi XCI—C der philos.-hist. Cl. 4. Des k. k. steierm. Landesschulrathes: Steienn. Geschichtsblatter, herausgeg. v. Dr. J. v. Zahn, 4. 5. Des fb. Lavanter Consistorium s : Personalstand des Bistliums Lavant im Jahre 1884 6. k. k. Universitats-Bibliothek in Wien : a) B. E., Die lrrvvege der Gymnasiallehrmethode, Wien, 1883, b) J. Čebular, Fizika za nižje gimnazije, realke etc., II. del, e) J. Grujev, Osnova za blgarska grammatika, 3. Ausgabe, d) Friedr. Mtiller, Die Drieschfelder und ilire Bewirtschaftung, Graz, Ì882, e, •I. Jesenko, Občna zgodovina, I. del. 7. Des histor. Vereines f(ir Steiermark : a) Mittheilungen desselben, 31. Heft, H) Beitfilge zur Kunde steiermark, Geschichtsquellen, 19. Jahrg., c) Festrede aus Anlass der sechshundertjilhrigen Habsburgfeier der Steierm. v. Dr. F. v. Krones. 8. Des prov. Direetors Dr. Arth. Steinwenter: F. v. Krones, DieFreien von Saneck und ihre Chronik ais Grafen von Cilli, Graz 1883. 9. Des Prof. J. Bi berle; Zwei speelelle Falle der relativen Bewegung. 10. Des Prof. F. Lang: L. A. Franki, Das Habsburglied, Wien, 1832, 11. Des Herrn M. Murko: Miklošič in Hrvati. Napisal M Murko, Laibach, 1883. 12. Der Verlagsbuchhandlung Fr. Tempsky in Prag: a) Lat. Schulgramm. (2 Exeinpl.) und Lat. f bungsbuch v. H. Kozini, b) H. Nohl, Ciceronis orati. sel. vol. I, c) K. Kummer, Deutsche Schulgrammatik, d) A. Scheindler, Sallustius, e) G. Andresen, Cornei. Nepot. vitae, f) A. VVeidner, Com. Nep. vitae, g) J. Prammer, C. J. Caesar de b. g., h) J. Prammer, Schul-VVOrterfauch zu Caesars comm. de b. g., i) F. Schubert, Sophoclis Oedipus Rex, Antigone, Electra, k) Th. Schiche, Ciceronis Cato maior de senectute, Laelius de amicitia. 13. Der Verlagshandlung Herder in Freiburg i. B. : Cornei. Nepot. vitae, ed. M. Gitlbauer. 14. Der Huchhandlung Leuschner & Lubensky in Graz: B. Beichel, Abriss der steirischen Lan-desgeschichte, 2. Auli. 15. Der k. k. Hof- und Verlagsbuchh. K. Prochaska in Teschen : Ad. Hofmann, Netze fUr Zvvillings-Krystall-Modelle. 10. Des Herrn A. Dahne: Die Stabilitili der Drehachse. 17. Der k. k. Hof- u. Univ.-Buchh. A Hii lder in Wien: a) V. Hintner, Zur Ahwehr, b) K. Schmidt, Lat. Schulgrammatjk, 0. Auli. 18. Der Buchhandlung Berma nn u. Altmann in Wien: .1. Ilauler, Lat. Ubungshueli f. d. erste Cl., 9. Auli. 19. Der Buchhandlung .). Leon in Marburg: F. Hauptmann, Fizika v nižjih Solali, Marburg, 1884. 2h Der Buchhandlung Schworèila u. Héfck in Wien: Lat Obungshučh v. J. Nabrhaft, 2- Th., 1884. 21. Der Frau J. Jurik: Adress-Buch der Stadt Marburg. 22. Anonym : a) E. Sclnrer, Die Zukunfl der Blinden, Wien, 1883; b) Bul let in des Travaux de la Società Murithienne du Valais, XI« fase. Neuchatel 1883. h) Ankavf. 1. Zarncke: Liter. Centralblatt f. Deutschland, 1884 2. Zeitschrift ftir die Osterr. Gymn. 3. Wiener Studien. Supplement zu 2. 1884. 4. Neue Jabrb. ftir Philologie u. Pudagogik, 1884. 5. Bibliotheca p h ilologica classica, 1884. 0. V. J agi 6: Archiv f. slav. Philologie, VII, 2, 3. 7. v. Sybel: Hisl. Zeitschrift. Neue Folge. XIII—XV, 2. 8. Mitthei-lungeu der k. k. geograph. Gesellschatt in Wien, 1884. 9. A. E. Seibert: Zeitschrift fUr Schulgeographie, IV,0 — V,9. K). G. Wiedemann: Annalen der Pliysik und Chemie, 1884. O. Verhandlungen der k. k. zoolog.-hotan. Gesellschatt in Wien, 1883. 12. J. A. Ja- nisch: Topogr.-slatist. Lexikon von Steiermark, 43.-45. Helt. 13. J u. W. Grimm: Deutsches Wórterbuch, IV, 4, 5, VI, 11, VII, 4. 14. A. Wilhelm: Praktische Piidagogik mr Mittelschulen, 2. Aulì. 15. Meyers Conversationslexikon, 20. Bd. 10. I. S. Turgenjev, Lovčevi Zapiski. Preložil F. J. Remec. I. del. 17. Letopis Matice Slovenske za leto 1882 in 83. 18. J. B. VVeill, Lehrburh der Weltgeschiehte, VII, 1, 2. 19. J. C. Poggen- dorf, Geschiehte der Physik. 20. F. Neue, Formenlehre der lat. Sprache, 2. Aulì. 21. G. Tschermak, Lehrbuch der Mineralogie, Wien, 1884. 22. Fr. Miklosich, Vergleichende Granmiatik der slav. Spracheu, III. Bd. (VVortbildungslehre). 23. Lessings Werke, heraus- gegeben von R. Boxberger. 24. F. Grassauer, Handbuch fiìr òsterr. Universitàts- und Študienbibliotheken. 25. A. Mii 11 er, AUgemeines WOrterbueh der Aussprache auslàndischer Eigennamen, 6. Aulì. 26. K. F. Becker, Der deutsche Stil, neu bearbeitet von C. Lyon. Gegenwiirtiger Bestand : 3544 Werke in 7116 Bànden etc. und 10.825 Progranmie. i 3. Sohiilerbibllothel«. (Unter der Obhut des suppl. Gymnasiallehrers J. M a y r.) a) Geschenke. 1. Des Secundaners Th. Jàger: a) Das Bucli der Welt, 1853, 1854, b) Der fliegende Hollànder. Erzàhlung v. 0. Hoflinann. 2. Anonym : Die Korsaren aus Morgenland. b) Ankauf. 1. Westermann’s illustrate deutsche Monatshefte, Nr. 322—327. 2. J Stenger, Stenographisches Unterhaltungsblatt, 1884. 3. Rothaug’s Jugendbibliothek, 4 Bdclien. 4. Unsere Helden, 8. Heft: Andr. Hofer. 5. Lad. Pyrker, Sàmmtl. Werke. 6. Chamisso, Gesammelte Werke, herausgeg. v. Max Koch. 7. W. Wàgner, Unsere Vorzeit. 8. Immer-mann, Oberhof. 9. J. Šket: Kres, 1884. 10. Vrtec, 1884. 11. Spomenik šeststolet-nici začetka Habsburške vlade na Slovenskem, zalo?., in na svetlo dala Matica slovenska, 1883. 12. J g n a z Orožen, Celska Kronika. V Celi, 1854. 13. J. C. Mitterrutzner, Slovani v iztočni Pustriški dolini na Tirolskem. Poslovenil M. Malovrh. V Novomestu, 1880. 14 Val. Orožnovi spisi. Zbral i priredil M. Lendovšek. V Celovcu, 1879. 15. Koroške in Štajerske Pesmi. Na svetlo dal M. Ahacel. V Celovcu, 1852. 16. S. Gregorčič, Poezije. I. V Ljubljani, 1882. 17. Narodna biblioteka, Hefte 1,2,3, 5,6. 18. Pripovedke za mladino. 1. zvezek. Spisal Fr. H. V Ptuji. 1882. 19. J. Jurčiča zbrani spisi. Uredil Fr. Levec. 1. zv. 20. A. Terstenjak, Fr. Ks. vitez Miklošič. Laibach, 1883. Gegenwiirtiger Bestand: 910 Werke in 1214 Biinden. B. Historisch-geographisché Lelirmittel-Saiiiiulung. (Unter der Obhut des Prof. Franz Ho rak.) a) Geschenk. Von der Direction des k. k. I. Staatsgymnasiums in Graz: B. Kozenn, VVand-karte der Steiermark. b) Ankauf. 1. Geographische Charakterbilder von Ed. Hiilzel, Lieferung 1—7 incl. sammt dem dnzugehOrigen Texte. 2. Dr. Miihl’s Oro-hydrographiscbi1 und Eisenbahn-Wandkarte von Deutschland. 3. Langl’s Bilder zur Geschichte, lil. Suppl., 5 Blfttter. Stand der Sammlung: 58 Wandkarten, 17 Handkarteu, 39 Atlanteu, 21 geographische, 62 historische Bilder, 1 Globus. C. Physikali.sches Cabinet. (Unter der Obhut des Prof. J. Biberie.) a) Geschenk. Von Herrn Ingenieur Arledter: 1 matheni. Modeli. b) Ankavf. Schnellmessinstrument, Gluhlampe, Modeli des Bourdon’sehen Barometer.«, Quadran-tenelekti'ometer, Hofmann’« Apparat zur Elektrolyse des Wassers, Klinkerlues’ Patent-Hvgro-ineter, Modeli der Muschelsteuerung, Taueherglocke, Communicationsgelliss, Apparat nacli Clement und Desormes, Lahialpfeiie (Làngssclmitt), 2 Helmlmltz’sche Resonatoren, Mach's Wellenmaschine, Cylinder- und Kegelspiegel, Elui init phosplmr. StolTen, 4 Kugeln (Cu, Pb, Sn, Bi), Heron’s rotierende Dampflcugel, Kabelabsebnitt, Kette aus Silber und Platin, West-phal'sche Wage. Das Inventar der physikalisch-mathematischen Sammlung enthalt'462 Numwern. 1). Naturalieiicabinet. (Unter der Obhut des suppi. Gymnasiallefirers J. L e c h 1 e i t n e r). a) Geschenke : 1. Des Schiilers der V. Classe Ernest Reis er: a) Gelege von : Corvus glandarius, Lanius collurio, Fringilla domestica und Turdus viscivorus, b) Corvus caryocatactes ; 2. des Schiilers der II. Classe O. F r i t s c h : Maja squinado ; 3. des Schiilers der V. Classe C. A r 1 e d t e r : Vipera ammodytes. b) Ankauf. 1. Glas-Imitationen von Pelagia noctiluca und Corallium rubrum. 2. Die Verwendung des Flachses. 3. Anatomische Wandtafeln von Dr. Kundrat. 4. Kopi’ von Esox lucius. 5. Kopf von Canis familiaris 6. Kopf von Mustela Martis. 7. Krebs, priipariert und zergliedert. 8. Verschiedene lnsecten, prapariert und zergliedert. 9. Ein Pflanzenstecher. 10. Draht-Modelle der Kristali-Axensysteme. 11. Verschiedene Stofle und Werkzeuge zum Pr&parieren und Con-servieren der Objecte. 12. Ein Packet farbiger Kreiden. 13. J. Seboth : Die Alpenpflanzen nach der Natur gemalt. 43.—48. Helt. Stand der Samndungen : Das Inventar der Mineraliensammlung enthalt 559 Nummern, die geolog.-paliiontolog. S. 323 N., d. S. der Wirbelthiere 334 N., d. S. der Weichthiere, Wilrmer und Strahlthiere 469 N., d. S. der Bilderwerke, Modelle, Werkzeuge etc. 72 N., d. botanische S. 36 N. E. Lehrniittel tur den Zelcheminterricht. (Unter der Obhut des Prof. G. K n o b 1 o c h und des Biirgerschullehrers F. Schuster.) Ankauf. Vom Mechaniker Franz Steflitschek in Wien : 1 eisernes Stativ, 1 Drahtwiirfel und 1 volle vierseitige Pyramide aus Holz. Vom k. k. Osterr. Museum fttr Kunst und Industrie in Wien nachbenannte Gipsmodelle : 9 ornamentale Formen aus verschiedenen Stilperioden ; 2 Reliefs, Kiipfe in Medaillons an der Loggia des Wiener Opernhauses, von Halinel ; antike Bùste des Apollo vom Belvedere; antike BUste einer Vestalin; miinnliche BUste mit Metall-gelenken zum Veriindern der Stellung, von Prof. Machold. Stand der Sammlung : I. Vorlagen: 11 Vorlagenwerke und 282 diverse Vorlageblatter. II. Apparate, Draht- und Holzmodelle: 4 perspectivische Apparate, 15 Drahtmodelle, 5 elementare Holzmodelle, 9 architektonische Elementarformen aus Holz. III. Gipsmodelle : 5 architektonische Formen, 5 GefUssformen, 9 ornamentale Formen aus verschiedenen Stilperioden, 2 Reliefs, 5 BUsten und 1 Statuette. IV. Varia : 73 StUck. F. Musikaliensammlung. (Unter der Obhut des Gesanglehrers August Satter.) Ankauf. Franz SchUpf: Messe in A-moll fUr gemischten Clior, 1 Orgelstimme und 25 (ge-schriebene) Gesangstimmen. Stand der Sammlung: a) 12 Wandtabellen fUr den Gesangunterricht, b) 10 Tantum ergo und Segenlieder mit 266 Stimmen, c) 43 Kirchenlieder, Graduale und Offertorien mit 924 Stimmen, d) 33 Messen mit 907 Stimmen, e) Weltliche Lieder : «. 31 deutsche mit 912 und 24 slovenische mit 374 Stimmen. G. Munzensammlung. (Unter der Obhut des Prof. F. Lan g.) a) Geschenke: I. Der Herren Gebrttder S c h 1 e s i n g e r, Getreide- und Productenh&ndler in Marburg : 1. MUnze des Kaisers Gordianus 111. Pius (Billon). 2. Brakteat (Silber). 3. Salzburg. (?) Pfennig (S.). 4.-5. Oest. DenkmUnzen 1701 (Invahdenstiftung) und 1873 (Regie-rungsjubiliium), beide von Bronze, 6.-7. Preuss. 3- und 2- PfennigstOck 1848 und 1849 (K ). 8.-9. Badens. Kreuzer von 1842 und 1852 (K.). 10. Kurhess. 3-HellerstUck 1843 (K.). 11. Hanauischer Heller 1745 (K.). 12. Pfennig der Stadt Augsburg 1796 (K.l. 13. Russ. Kopeka 1851 (K.). 14.—16. Mtinzen des Sultans Mahmud II. (Bill.) und Abdul Aziz s (K.). 16. Kupfermttnze mit dem Avers : „East India Company 1804“, auf dem Revers ttlrk Schritt und 1219 (muham. Aera). 17. Mcdaille aut' die Londoner internat. Ausstellung 1862 (/mm). 18.—19. Messiugietons. 20. Griech. 10-LeptastUck 1849 (K.). 21. Mtlnze der ver. Staaten der jon. Inseln Ì848 (K.). 22. Bologneser Quattrino 1741 (K.). 23.-24. Kirchenstaat : Mezzo Baiocco 1839 und 1851 (K.). 25. Venelimi. Revolutionsmttnze, 5 Cent1. 1849 (K.), 26. /, Bchweizer (St. Gallen) Batzen 1808 (K.). 27. Niederl. '/, Cent 1837 (K.). 28. 1 Cent fllr Niederlànd. Indien 1839 (K.). 29. Danischer Kupferschilling 1833. II. Des Herrn Ferdinand A p p e 11, Schriftsetzers in Marburg.: 1 ungar. Duarius 1097 (Bill.)- HI- Des Secundaners Joh. M a j c i g e r : 1 Mttnze des Kaisers Gratianus (Br.). IV. Des Sec. Otto F r i t s c h : 1 ost. Kupférkreùzer 1781. V. Des Prof. F. Lang: 1. Ttìrk. 5-Parast(ick tK.) des Sultans Abdul Aziz. 2.-4. Ungar. Kreuzer von 1868, 1879 und 1881 (K.). 5. Oest. 5/l0 Kreuzer 1877 (K.). 6. Spielmarke (Messing). b) Durch Umtausch. 1. Serb. 10-Parasttìck 1868 (K.j. 2. Rumitn. 2-BanistUck 1879 (K.). 3. Kgl. sàchs. 2-PfennigstUck 1869 (K.). 4. Deutsches 2-PfennigstQck 1874 (K.) 5. Ungar. Kupferkreuzer 1767. 6. Oesterr. '/j-Kreuzerstilcke 1851 fi. 25 kr. wurden dem aus Marburg gebiirtigen Schiller E. Schopper der II. Classe zueikannt. * • D. Aus der Ri ng a ul’schen Stiftung wurden an dùrftige Schuler Arzeneien im Kostenbetrage von 18 A. 65 kr. verabfolgt. E. In die Casse des Vereines zur Unterstutzung diirftigor Sohiiler des Gymnasiums haben als Jahresbeitriigo odor Gaben der Wohlthàtigkeit fur 1883/4 eingezahlt : Se. Excellenz Dr. Jacob Maximilian S t e p i s c h n e g g, Sr. Majestiit wirklicher fi. kr. geheimer Rath, Fùrstbischof von Lavant etc. etc., Ehrenmitglied des Vereines . . . . . . . . .25 — Der hochw. Herr Georg M a t i a è i 6, infulierter Dompropst . . . .5 „ „ „ Ignaz Orožen, Canonicus sen. . . . . .2 — „ „ „ Franz Kosar, Domherr . . . . . .2 „ „ „ Lorenz H e r g. „ . . . . . . 8 — „ „ „ Franz Ogradi, Dotnlierr und Director des Priesterhauses . 2 — „ „ „ Dr. Johann Ž u ■/. a, Consistorialrath und 1 b. Hofcaplan . .2 — „ „ „ Dr. Johann Križanič, Subdirector des Priesterhauses und Theologie-Prof'essor . . . . . . .2 — „ „ » Karl H r i b o v S e k, Spiritual des Diocesan-Priesterhauses . 2 — „ „ „ Johann Skuhala, Theol.-Prof. und Leiter des fb. Ktiabeu- seminars . . . . . . . . 2 — „ „ „ Dr. Johann Mlakar, Theologie-Professor und Suliregens des fh. Knabenseminars . . . . . . .2 — „ „ „ Dr. Michael Napotnik, Theol.-Professor . . .2 — „ „ „ Dr. Anton S u h a 6, Dom- und Stadtpfarr-Vicar . . .2 » » „ Dr. Franz F e u S, „ „ „ Caplan . . . 2 — ni) n Anton B o r s e ò n i k, Chorvicar . . . . .2 — „ n » Franz H e b e r, Chorvicar . . . . . .2 — n n » Jakob Caf, Caplan in St. Magdalena . . . . 2 — „ „ „ Gregor Presečnik, Caplan in St. Magdalena . . .2 — Ilerr Victor Freiherr von II ei n, k. k. Bezirkshauptinanu etc. . . .2 — „ Franz Kankowsky, k. k. BeziikscomraissÈtr . . . .2 — „ Dr. Mattbiìus Kotzmuth, Advocat in Graz . . . . .5 — Ilerr Adolf Laug, k. k, Ilotiath iu Peusion in Baden, Ehrenmitglied d. Vereines . 2 — Flirtrag 72 — Ubertrag Fran Maria Schmiderer, Reahtateubesitzerin .... Herr Dr. Josef Schmiderer, Reicbsraths- und Landlagsabgeordneter etc. etc. „ Dr. Hans Schmiderer, Realitàtenbesitzer Frau Càcilia Bitterl Edle von Tessenberg, k. k. Hauptmannswitwe etc. „ Franzisca D e 1 a g o, Realitàtenbesitzerin Herr Heinrich P f a n n 1, Eisenbabn-Inspector i. P. „ Dr. Ferdinand Duchatscb, Advokat, Burgermeister etc. „ Ludwig Bitterl Ritter von Tesseuberg, k. k. Notar, Vice-Burgermeister etc. „ Dr. Heinrich Lorber, Advokat, Stadtratb, Realitàtenbesitzer „ Franz H o 1 z e r, Realitàtenbesitzer und Gemeinderath . . Johann Girstmayr sen., Realitàtenbesitzer, Gemeinderath etc. „ Johann G i r s t m a y r jun., Realitàtenbesitzer „ Dr. Josef Bancalari, Apotbeker, Hausbesitzer, Gemeinderath etc. „ Josef Stark, Ledercnneister, Realitàtenbesitzer und Gemeinderath „ Heinrich Schleichor, Hausbesitzer, Weingrosshàndler und Gemeinderath „ Friedrich Leyrer, Buchhàndler und Hausbesitzer „ Anton F e t z, Glashàndler und Realitàtenbesitzer „ Cajetan P a c h n e r, Fabriksbesitzer etc. „ Roman P a c h n e r, Handelsmann .... „ Dr. Bartholomàus Giano ni k, Advokat und Realitàtenbesitzer „ Dr. Johann Seme o, „ „ „ „ Dr. Johann O r o s e 1, „ „ „ „ Dr. Alexander Miklautz, „ „ „ „ Dr. Julius Feldbacher, „ „ „ „ Johann W i e s e r, k. k Bezirksrichter „ Dr. Adalbert Gertscher, k. k. Bezirksrichter „ Dr. Johann Pek olj, k. k. Gerichtsadjunkt „ Dr. Franz V o u š e k, „ „ „ Karl T e r t n i k, „ „ „ Joh. Ritter von Haselmayr, k. k. Oberfinanzrath „ Josef B i r n b a c h e r, „ „ „ Leopold Ritter von N e u p a u e r, k. k. Bezirksoberingenieur „ Ferdinand Pachernig, k. k. Steuereinnehmer i. P. . „ Dr. Albert Leon hard, k k. Bezirksarzt n Alois F r o b m, Weingrosshàndler und Realitàtenbesitzer „ Julius P fr im er, Landtagsabgeordneter und Weingrosshàndler „ Max M o r i 6, Handelsmann „ Karl Bo hm. Privat . Frau Antonie Reiser-Fruhauf, Private Herr Dr. Othmar R e i s e r, Advokat und Realitàtenbesitzer in Wien „ Dr. Matthàus R e i s e r, k. k. Notar und Realitàtenbesitzer „ Max Baron Rast senior ..... „ Franz O e h m, Hotel- und Realitàtenbesitzer „ Josef N o s s, Apothoker und Hausbesitzer „ Dr. Franz R a d e y, k. k. Notar, Landtagsabgeordneter etc. n Karl S c h e r b a u m jun., Privat . . . „ Johann Grubitscb, Handelsmann und Realitàtenbesitzer Franz K o č e v n r, Weingrosshàndler Aloisia S tac h el, Kealiàtenbesitzerin Barth. Ritter von C a r n c r i, Reicbsraths- und Landtagsabgeordnete „ Georg K a as, Director der Lehrerbildungsanstalt . . ■ „ Johann G ut sc h er, k. k. Gyinnasial-Direclor in Graz und Ehrenmitglied des Vereines ..... „ Dr. Arthur S t e i n w e n t e r, k. k. prov. Gymnasial-Director „ Dr. Josef Pajok, k. k. Gymnasial-Professor „ Julius B i b e r 1 e, „ „ „ Albert von Berger, k. k. „ n Josef M e i s e 1, „ „ n Rudolf Gašper, k. k. Gymnasial-Lebrer „ Dr. Franz Ž a g e r, k. k. Religions-Professor „ Dr. Gustav H e i g 1, k. k. Gymnasial-Professor » Engelbert Neubauer, „ n Franz H o r ii k, n „ ■ Ergebnis einer Sammlung untor don Schiilern des Gymnasiums*) Fri. Herr fl. kr. 72 — 5 — 5 — . 5 — , 2 — 5 — 2 — 2 — 2 — 60 6 *) Dio Schiller der I. A Glasso spondoten 6 fl. 10 kr., dor I. Summe B 4 (1. 70 299 0 der 11. 7 fl. 88 kr., der III. 8 fl. 18 kr., der IV. G fl. 70 kr., der V. 6 fl. 68 kr., dor VI. to kO IO to to lOO’WlilOtOlCMlOtOlOCBMlOtCtOatlOtOtOtOtOtótOtOtólOKSfOWtOOMO'JUOWtOtOW^'J’tótOOSOiCB Rechmingsabschluss Nr. 27*) vom 2. Juli 1883. Die Einnahmen dea Vereines in der Zeit vom 25. Juli 1883 bis 2. Juli 18S4 bestehen: 1. A us den Jabresbeitriigen der Mitglieder ..... 249 fl. — kr. 2. Aus den Spenden der Wohlthàter 8. Aus den Interessen des Stammcapitales 4. Aus dem Eriòse fur verkaufte Biicber 5. Aus dem Cassareste des Schuljahres 1882/8 50 , 292 2 110 6 23 40 2 Summe vom 25. Juli 1883 . 703 fl. 71 kr. bis 1. Juli 1884 Die Ausgaben fùr Vereinszwecko in der Zeit betrugen : 1. Fùr die Unterstùtzung wùrdiger und durftiger Schùler a) durch Beistellung von Freitischen ..... 465 fl. 98 kr. b) durch Ankauf und Einband von Lehrbùchern und Atlanten, welche den Schùlern geliehen oder gescbenkt wurden, und durch Verab- folgung von Schreib- und Zeichenerfordernissen . . . 121 „ 40 „ c) durch Verabfolgung von Kleidungsstùeken und Bargeld **) . . 48 „ 60 „ 2. Fùr Regie-Auslagen (Entlohnung fùr Schreibgeschàfte, Dienstleistungen) 25 „ 06 „ Summe . 661 „ 04 „ Es verbleibt also am 2. Juli 1884 ein barer Cassarest von 42 fl. 67 kr. F. Zu besonderem Danke sind viele Schùler des Gymnasiums den Herren Àrzten MarburgB fùr bereitwillige unentgeltliche Hilfeleistung in Krankheitsfàllen verpflichtet. G. Dem Uuterstùtzungs-VereiQ spendeten neue Lehrbùcher der Herr Buchhaudler F. Leyrer im Werte von 26 fl. 40 kr., Frau Aloisia Ferlinc im Werte voti 20 fl. 62 kr ; ausserdem wurden von ehemaligen und gegenwiirtigon Schùlern der Anstalt dein Vereiue 19 bereits gebrauchte Lehrbùcher und 1 statistische Tafel geschenkt. H. Freitiscbe wurden mittellosen Schùlern von edelherzigen Wohlthàtern J84, vom Unterstùtzungs-Verein 49, zusammen 283 in der Woche gespendet. Filr alle den Scinderà des Gymnasiums gespendeten Wohlthaten spridit der Berichterstatter im Namen der giltigst Beaacnten hiemit den gebilrenden innigsten Dank aus. VI. Erlàsse der vòrgesetzten Behorden. 1. Erlass des k. k. Landessckulrathes vom 12. November 1883 Z. 6816, durch welchen bestimmt wird, dass Schiiler deutseber Muttersprache, welche sloveuischen Spracliunterricht geuiesseu wolleu, an die fìir solche Schiiler bestehenden Separatcurse zu weiseu sind. 2. Erlass des k. k. Laudesschulrathes vom 6. Màrz 1884 Z. 1303, durch welcheu angeorduet wird : sobald das Schulgeld vom Cassier eiuge-hobeu worden ist, den mit der Zablung im Riickstande gebliebenen Schiilorn eine kurze Frist — etwa acht Tage — zu steckeu, binuen welcher sio ihrer Zahlungspfliclit nachzukommen haben. Ist auch dieso Frist erfolglos ver-strichen, so ist den sàumigen Schlilern (gemàss des § 2 der h. Ministerial-Verordnung vom 1. Jiinner 1852 Z. 12912) der ferriere Besuch der Schule nicht zu gestatten. — Schiiler solcher Art haben selbstverstàndlich auf ein Abgangs-ZeugnÌ8 keineu Anspruch. 3. Erlass des k. k. Landesschulrathes vom 18. Mai 1884 Z. 2286, durch welchen dio Zahl der Unterrichtsstuuden fiir die Mathematik in der VI. Classe *) Der Ucchnungsabschluss Nr. 26 wurdo in dor ordontlichcn Genoralversammlung vom 16. December 1883 geprùft und fùr richtig befunden ; der Ausschuss des laufeuden Vereinsjahres bestaud hur den llorron : Dr. A. Steinwenler, k. k. prov. Gymnasialdirector, Obtnann, Johann Girstmayr sen., Realitàtenbesitzer etc., Dr. 11. Schmiderer, Realitàten-besitzer etc., Dr. Fr. Žager, k. k. Professor, Eng. Neubauor, k. le. Professor, Ausschuss-mitglicdcr ; als Rechnungsrevisoren fungiertou dio Herren : J. Birnbacher, k. k. Ober-Finanzrath und J. Biberie, k. k. Professor. **) Unverzinsliche Darlohen in kleineren Betrùgen (eine audere Art der Unterstùtzung) wurden deu Schùlern in der Bòbe von 130 fl. zum Theilc gegen rateuweise Rùckzahlung gewiihrt. auf Grand des O. E. § 52. 7, unter der Bedingung erhòht wird, dass die vierte Stunde nicht zur Erweiterung des Lehrstoffes iiber den Lehrplan hinaus, sondern zur Einiibung desselben in der Schule verwendet wird. Durch den gleichen Erlass wurde die Einfiihrung des deutschen Lese-buches von Leopold Lampel zunachst in der I. und der Lectiire des Cornelius Nepos in der III. Classe genelnnigt; ferner bestimmt, dass in den vier Oberclassen in jedem Semester 7 deutsche Aufsàtze, der Mehrzahl nach Hausaufgaben, auszuarbeiten seien. 4. Verordnuug des k. k. Ministeriums fur Cultus und Unterricht vom 26. Mai 1884 Z. 10128, betreffend mehrere Abiiudernngen des Lehrplanes der Gymuasien und die Hinausgabe von Instruetionen fiir den Unterricht an den Gymuasien (Verordnungsblatt, Stiick XI vom 1. Juni 1884). 5. Erlass des k. k. Ministeriums fur Cultus und Unterricht vom 27. Mai 1884 Z. 8019, betreffend die beziiglicb der Aufnahmspriifuug in die erste Classe der Mittelschulen geltenden Normen. VII. Chronik. a) Verttnderungen ini Lehrkorper. Zufolge der h. M.-E. v. 9. Màrz 1883 Z. 21457 ex 1882, 18. Juli 1883 Z. 12091 und 25. August 1883 ad Z. 4 verliessen wahrend der Ferien die Prolessoren Valentin Ambrusch, Heinrich R. v. Jettmar und Johann L i p p die Lehranstalt, um die ihnen durch die gleichnamigen Erlàsse ver-lielienen Dienstposten an den Gymnasien zu Gottschee, Wien (Vili. Bezirk) und Arnau anzutreten. An ilire Stelle wurden durch die h. M.-E. v. 15. Aprii 1883 Z. 6195, 18. Juli 1883 Z. 12091 und 25. August 1883 ad Z. 4 ernaunt: die Herrcn Lorenz Krištof, Gymuasiallehrer in Cilli (als solcher beurlaubt) und Professor airi Miidchenlyceum in Graz, Julius Biberie, Professor an der Staatsrealschule in Jagerndorf, und Josef Meisel, Gymnasiallehrer in Arnau. Von diesen blieb jedoch der erste iufolge des li. M.-E. vom 12. Mai 1883 Z. 8851 hehufs Fortsetzung seiner Thàtigkeit am Miidchenlyceum beurlaubt, und seine Stelle wurde durch den bisherigen $upplenten am Gymnasium in Gottschee, Johann Lechleitner, versehen (L. Sch. R. E. vom 27. September 1883 Z. 5277). Nach Schluss des Schuljahres 1882/3 schiedeu noch ferner aus dem Lehrkorper der Supplent Josef Pravdi č und die Lehramtscaudidaten Eugelbert Potočnik und Josef Pichler (gegenwiirtig Suppleuten an den Gymnasien in Sarajevo, Cilli und Gottschee), weiter die Nebenlohrer Josef J on as c li, August Némeèek, k. k. Itealschulprofessoren, und Josef S climi diliger, pens. Oberlebrer; an die Stelle des ersteu trat der Biirgerschullelirer Friedrich Schuster, an die Stelle des letzten der Domchoralist August Satter. Durch den li. M.-E. vom 17. September 1883 Z. 17438 wurde der bis-herige Director der Anstalt Johann Gutscher dem I. Staatsgymnasium in Graz zur Dienstleistung zugewiesen und zur Mitwirkung in der Direction dieser Anstalt bestimmt. Gutscher wirkte seit dem Schuljahre 1857/8, also durch volle 26 Jalire, mit unermiidlichem Eifer und hingebungsvoller Pflicht-treue theils als Lehrer, tlieils als Leiter (seit 1869) am h. o. Gymnasium; dem viiterlicheu Freunde der Jugend, dem wohlwollenden Bcrather seiner Collegen, dem Helfer in mancher Noth *) werden Schiiler und Lehrer gewiss *) Trotz reichlicher Gaben an die Schiiler der Anstalt vermehrte sicb unter Gutscher’s Direction in Folge seiner rastlosen Demuhungen das Stammvermògen des UnterstiHzungsvereines um 4300 fl. ; in Anerkemiung seiner grossen Verdienste um den Veroin wurde denn auch Gutscher in der Generalversammlung vom 10. December 1883 einstimmig zum Ehrenmitgliede desselben ernannt. stets ein ehrenvolles, dankbares Andenken bewahren. Diesen Gefiihlen gaben auch die bei der Abscbiedsfeier am 14. October 1883 gehaltenen Ansprachen des Seniors Professor Majciger und des Octavauers Wilhelm Iiirzer beredten Ausdruck. Durch Allerhochste Entschliessung vom 14. September 1883 wuvde an die Stelle des Scheidenden der Professor am I. Staatsgymnasium in Graz Dr. Arthur Steinwenter zum prov. Director der Anstalt ernannt, und es ubernahm derselbe am 7. October die Leitung der Geschàfte. Zufolge Erlasses des k. k. Landesschulrathcs vom 8. November 1883 Z. 5849 wurde der Gynmasiallehrer Josef Meisel defiuitiv im Lehramte bestàtigt und ihm der Titel Professor verliehen. Gegen den Schluss des I. Semesters erkrankte Professor Dr. Pajek an einem ihn schon langere Zeit quàleuden Leberleiden so heftig, dass er sich genotbigt sali, in Karlsbad Heilung seines Ubels zu suchen ; ihn ver-traten wiihrend des 2. Semesters iufolge L. Sch. R. E. vom 13. Marz 1884 Z. 1517 die Herren geistl. Rath u. Theologieprofessor Dr. Johann Križanič und der approbierte Lehrauitscandidat Josef Jenko (zugleich laut h. M-E. vom 18. Februar Z. 2979 als Probecandidat dem Professor Neubauer zuge-wiesen), indem der erstero den Unterricht aus der Religion, der letztere aus der slovenischen Sprache ubernahm. Zufolge h. M.-E. vom 12 Juni 1. J. Z. 8661 wurde dem suppl. Gynina-siallehrer J. Mayr eine Lehrstelle am k. k. Gymnasium in Nikolsburg verliehen. b) Die wichtigsten Dateli. Wahrend der Ferien wohnten die in Marburg auwesenden Mitglieder des Lehrkorpers am 18. August 1883 dem zur Feier des Geburtsfestes Sr. k. u. k. Apostolischen Majestàt desK bisera und am 3. September dem zur Danksagung l'iir die gliickliche Niederkunft Ihrer kais. Iloheit der aller-durchlauchtigsten Kronprinzessin von Sr. Excellenz dem Fiirstbischofe celebrierten Hochamte bei. Das Schuljahr 1883/4 wurde am 16. September 1883 mit dem vom hooliw. Derni I. Orožen, Canonicus sen. des fb. Lavanter Doracapitels und Mitgliede des k. k. steierm. Landesschulrathes, celebrierten hi. Geistamte eroffnet, nachdem vom 13. bis 15. September dio Aufnahme der Seliiiler stattgofunden batto. Der Zudrang von Scbiilern war wiedor so gross, dass von dem k. k. Landesschulrathe mit dem Friasse vom 27. September 1883 Z. 6277 die Theilung der I Classo in 2 Parallelclassen bewilligt wurde. Am 4. October begieng dio Lehranstalt die gottcsdieustliclie Feier des Namensfestes Sr. k. und le. Apostolischen Majos tilt des Kaisers mit einem feierlichen Gottesdienste und ebenso am 19. November die des Namensfestes liner Majestiit der Kaiserin. Am 6. und 7. December unterzog der Ilerr Landesschulinspector Dr. Johann Zindler die Anstalt einer theilweisen Inspection. Ani 9. Februar 1884 wurde das I. Semester geschlossen, am 13. das II. begonnen. Am 20. Marz starb der Seliiiler der VI. Classo Franz Sertschitsch und wurde ani 21. zu Grabe geleitet, am folgenden Tage in der Gym-na8Ìalkirche far ihn eine Seelenmesse gelesen. Ani 5. und 6. Aprii wurden die dsterlichen Exercitien in Verbindung mit dem Empfange dor hi. liusssacranieute abgolmlten ; ausserdom empfiengon die Schiiler dieselben zu Aufang und zu Elide des Schuljahres. Vom 22. bis 28. Aprii wurde die Anstalt in eingehender Weise vom Herrn Landesschulinspector Dr. Johann Zindler inspiciert. Am 13. Mai wurde aus Anlass des Hinscheidens Ihrer Majestat der Kaiserin und Kònigin Maria Anna in der Gymnasialkirche ein feierlicber Trauergottesdienst abgehalten, dem der Lehrkòrper und die Sckiiler der Anstalt beiwohnten, ersterer war auch spiiterhin durch seine dienstfreien Mitglieder bei dem am 19. Mai in der Domkirche aus dem gleichen Anlasse celebrierteu Requiem vertreten. Am 23. Mai beehrte Se. Excellenz der Herr Statthalter Baron von Ivubeck die Anstalt mit einem Besuche und wohnte dem Unterrichte in mebreren Classen bei. Am 14. Juni fand die Priifuug aus der steierm. Geschichte statt. Zu diesem Acte zu erscheineu erwiesen der Anstalt die Ehre die Herren : Se. Excellenz und fb. Gnadeu Ur. J. M. Stepischn egg, Se. Hochwurden Canonicus sen. und Mitglied des steierm. Landesschulrathes J. Orožen, Biirgermeister Dr. F. Ducbatsch, die Reichs- resp. Landtagsabgeordneten Dr. Josef Schmiderer, J. Pfrimer und Dr. Fr. Radey; an der Prii-fung betbeiligten sich die Schiller der IV. Classe: P. Gregorc, J. Kardinar, F. Mohorič, H. Miihmler, F. Tominšek und J. Žolgar und gaben durch ihr vorziigliches Wisseu Kunde von dem besonderen Eifer, den sie auf dieses Studium verwendet hatten. Die ausgezeichnetsten Leistungen waren die der Schiiler J. Žolgar und Fr. Tominšek, denen die beiden vom h. Landes-ausschusse gespendeten silbernen Preismedaillen, ersterem ausserdem uoch ein Ducatcn, zuerkaunt wurden. Da jedoch die ubrigen Bewerber ein fast ebenso vorziigliches Wissen an den Tag legten, so wurden auch sie mit je einem Ducateli beschenkt. (Herr Dr. Schmiderer batte niimlich 2, H. Dr. Duchatsch, Pfrimer und Dr. Radey je einen als Pràmien der Direction gross-miithig zur Verfiiguug gestellt.) Die Preise verlheilte der Herr Biirgermeister nach einer warmeu Ausprache an die Schiiler, in welcher er deren Leistungen in schmeichelhaften Worteu auerkannte und sie zu treuer, uuwan-delbarer Liebe zum Vaterlande aufforderte. Am 30. Juni wohnten die dienstfreien Mitglieder des Lehrkorpers dem in der Aloisikirche fui* weiland Se. Majestat den Kaiser Ferdinand I. celebrierteu Trauergottesdienste bei. Vom 17. Juni bis 9. Juli wurden die Versetzungspriifungen, vom 8. bis II, Juli die Clii8sifìcation vorgenommen. Bei derselbcn erhielten die 1. Classe mit Vorzug folgende Schiiler: Janežič Rudolf, Sedlmayr Alexander der I. A, Freiherr von Buoi Arthur, Nbst Josef, Troha Eugen der I. B, Fritsoh Otto, Šket Michael, Žmavc Johann der IL, Štrakl Anjton der III. , Žolgar Johann der IV., L u oz er Justus, Štrakl Matthaus, Žmavc Jakob der V., Janežič Franz, Kotnik Josef der VI., und Murko Michael der VII. Classe. Am 15. Juli 1884 wurde das hi. Dankamt vom hochw. Herrn Canonicus sen. I. Orožen celcbriert, nach demselben der Prcis der Schillerstiftung fiir die gelungensten poetischen Versuche in slovenischer Sprache dem Schiiler A. Medved der VII. Classe iiberreicht und mit der Vertbeilung der Zeug-nisse das Schuljahr geschlossen. ») Davon 1 beurlaubt. 3) Mit dem Titel Professor- 'j Davon 1 zugleich Probecandidat. 5) Darunter je 1 Pnv; o; Zusammen Prov. Director Professoren WirklicheLehrer Religionslehrer Supplenten Nebenlehrer Kategorie Lehrpersonale am Schlusse des Schul-jahres. h— -t*> 4*- | l© 00 »-k weltlich CO 1 ~ ^ 1 ~ 1 geistlich II I. A I. B U. ffl. IV. V. VI. vn. VIII. Classe. 1 Zu Anfang Bewegung. bS 1 1 1 , 1 - 1 1 1 - ! Zuwachs - . 3 | t-kt-kfcsooo-'Jt©^5 Abgang. g fc© Offentlicbe Scinder l Abschluss. t© | I | 1 I H* H* 1 1 Privatisten 1 SlšSiSS&SŠšSš Zusanimcn 8 1 o* 4* O t© wi k© 1 1 Zòglinge eines Institutes 1 '—* 1 05 1© / Vorzug •s I 1 a = 5 sS H 1© \ *|8 W -5 ! I. Classe ( è I l© l© 05 —1 O» CO II. Classe ! 1 f 85 { ‘ -\ ^ | ! 1 w 1 oi CO U> w III. Classe 1 4*- 1 » 1 - 1 1 1 1 - UngeprOll 05 \ F 1© | ►_* ì CO t© t© t© Ì b© VViederholungsprO-lung vvurde gestattet "šT ►—* ►—< t© ^ * Kl^.OJ'dOO'OO'MOO i Deutsche ! i ss OoWoSSwSSoit^ Slovenen II ►—* 1 1 1 1 1 ! ~ 1 1 ; Kroaten ’ s *— ssssstfi'xti katholiscli, lat. ltitus u I© Ì | J 1 M N* 1 1 1 1 Augsb. Coni’.- 2 .1 2 i M 1 1 1 1 1 1 1 1 llelv. Coni'. 2- i F : Vlil. Statistik des Gymnasiums. Von 294 Schiilern zu Ende des II. Semesters waren zur Schulgeld-zahlung verpflichtet...................................183 Von dar Zahlung des Schulgeldes befreit J ' ' ‘ ’ ^ Gesammtbetrag des eingehobenen Schulgeldes . . . 3112 fl. davou : im I. Semester..............1548 n H. „.......................1564 G esammtbetrag der fiir Lehrmittel bestimmten Einkunfte 582 fl. 26 kr. davon : Aufnahmstaxen . . 195 fl. 30 kr. Lehrmittelbeitriige . . 331 „ — „ Taxe fiir Zeugnisduplicate 14 „ — „ Ausserordentliche Einnahmen 41 fl. 96 kr. Im Genusse von Stipendien standen 44*) Schiiler, deren Beziige betrugen : im I. Semester................................. 2603 fl. 47 kr. » H. » ....... 2688 , 66 , Summe 5292 fl. 13 kr. IX. Maturitàtspriifungen. a) Bei der am 24. September 1883 abgehaltenen Maturitàts-Wieder-holungsprufung wurden beide itn Sommertermine auf zvvei Monate reprobierten Abiturienten fiir reif erklart ; der eine wandte sich den philosophischeu, der andere den juridischen Studieu zu. b) Im Sommertermine 1884 unterzogen sich sammtliche 15 Schiller der Vili. Classe dem Maturitàtsexamen ; die schriftlichen Priifungen wurden vom 26.—30. Mai incl. abgehalten und hiebei folgende Themen zur Ausarbeitung vorgelegt : .1. Zum Uebersetzen aus dem Lateinischen ins Deutsche: Livius: Hist. XXXIV, cap. 60 und 61 bis: Orta deinda altercatio est. 2. Zum Uebersetzen aus dem Deutschen ins Lateinische : Einiges Denk- wiirdige aus der Geschichte Spartas und Athens (zusainmengestellt aus der Einleitung zu Cornelius Nepos, ed Felix Sebast. Feldbausch, I. Biindchen, Heidelberg 1828, pp. 3—6 und p. 53.) 3. Zum Uebersetzen aus dem Griechischen ins Deutsche: Demosthenes, flirti Toir iv XtQQovijir