MARBURGERZEITUNG AMTLICHES ORGAN DES STEIRISCHEN HEIMATBUNDES Verlag and Sehrt''Isflung Marburg a. d Dran, Badgaaa« Nn • Panirul- Nk ''5-87, 25-68, 2S'(I9. Ab It Uht Irscheint werkUgMch ala Morgeaieltung. Bezugsprsls pn voraua tahlbar) monatlich RM 2,10 etnschlteSllct {tSgllch auftar Sainftag) ist die Schrittleitung nui aul Pamruf Nr. 38-67 erralchbai Unrerlangte Zuachrlltaa werden 19,8 Rpl Postzeltungsgebflhri bei Lieferung im Streifband tuzflglich Porioi bei Abholen In der Ges^biftsitelle nicht rückgesandt Be' sflmtlichan Anfragen ist das ROckporto beitulegen Postscheckkonto Wien Nr. 54.808 RM 3,—. Altrech dnrcb Post monatlich RM 2,10 (einscbl 19,8 Rpl PoBl7eituDg!>gebübr| und 30 Rpl Zustei] CeschiftistelleD in Cllli, Marktplati Nr 12. Pemnif Nr 7, «ud In Pettaii, Ungartorgasie Nt- 2. Pemnif Nr. 89 gebühr Binielnunmem werden nur gegen Voreinsendung des Elnieip'ris« und dei Portoauslagfin lugetende» Nr. 335 — 83. )ahrf{atis Marburg-Orau» Mittwoch, 1. Dezember 1943 Einzelpreis 10 Rpf Ungeschminkte Absage Die Exilregierungen haben ihre Rolle ausgespielt dnb Stockholm, 30. November Einen neuen B€weis dafür, daß auch die Vereinigten Staaten auf jede Einflußnahme in europäische Angelegenheiten zugunsten der Sowjets verzichtet haben, lieferte der stellvertretende Staatssekretär im USA-Außenministerium Barle in einer Rede in Knoxville im Staate Termesee. Einem Washingtoner Eigenbericht von »Aftontidningen« zufolge beschäftigte aich Berle iiesonders mit der Stellung der Exilregierungen und erklärte, die Exilregierungen könnten nach dem Kriege keine Regierungsqewalt in Anspruch nehmen. Die Leiter der »unterirdischen Widerstandsbewegungen« würden zwei-fellofl als Vertreter der »kämpfenden Masse« verlangen, daß ihre Wün.sche respektiert würden. Die Vereinigten Staaten müßten »Vertrauen zu der Ma«6e haben und es ihr überlassen, diejenige R^glerungsform zu wählen, die sie wün-iche«. Wenn der schwedische Korrespondent hierzu meint, diese Rede deute darauf hin daß w^er habsburgische Erzherzoge noch konservative Politiker vom Schlag Peyroutons oder auch Generale wie Glraud auf nordamerikanische Unterstützung rechnen könnten, «o deut«t er nur zaghaft die Umrisse an. Er wagte wohl die bittere Erkenntnis nicht auszusprechen, daß Washington mit dieser offiziellen Äußerung auch den letzten Zweifel darüber be«eitigp, was sich in Moskau abgespielt hat. Wie England haben sich auch die Vereinigten Staaten dort dem Willen ("es Kreml gebeugt und Europa bedingungs- los dem Bolschewismus überantwortet, wenn es nach den Wünschen der Feinde ginge. Nichts anderes bedeutet es näm-iich, wenn der Staatssekretär Berle nunmehr im Auftrage Roosevelts den demokratischen Aushängeschildern aus dem Londoner Sandkasten zugunsten der Werkzeuge Stalins, eines Tito u. a., die«e ungeschminkte Absage erteilt. Die GPU machte Bischöfe Orthodoxer Metropolit in USA zu Stalins Kirchenpolitik dnb Bu^enos Aires, 30. Novembei Auch das Oberhaupt der orthodoxen Kirche in Nordamerika der Metropolit Theophil, sieht in der Gründung der Synode in Moskau nichts anderes al« ein Scheirunanöver. Dies geht aus einem Artikel res in Neuyork er6:heinenden Sprachrohrs der orthodoxen Kirche in Nordamerika »Ros-sia« hervor. Darin heißt es, daß Stalin sich zur Schaffung dieser Kirchenbehörde entschließen mußte, um seine neue bolschewistische Außenpolitik zu kräftigen. Er habe mit entsprechendem Druck seiner GPU eine Gruppe von Bischöfen nls Marionetten eingesetzt, die Fäden fiher behielt er weiter in den Händen. An der eigentlichen Lage der wahren orthodoxen Kirche in der Sowjetunion habe sich jedoch nichts geändert. Die seit einem Vierteljahrhundert gefangengehaltenen Prirster müßten weiter hinter Gittern und Mauern sitzen. Das Sowjet-regime wolle das Christentum bis auf seine Wurzeln ausrotten und habe diese seine verbrecherische Absicht niemals fiufgcqr'hen. Die Kirrhe und ihre Gläubigen würden immer noch verfolgt und fiurh das sogenannte neue Haupt der orthodoxen Kirche in Sowjetrußland sei n'chts anderes als ein Gefangener auf dem Patriarchentbron. Das schlechte Gewissen- Londoner Rätselraten Uber den Luftkrieg hw Stochkolm, 30. November Die aufgeregte englische Freude über die Terrorar»griffe gegen deutsche Städte wird teilweise getrübt durch das Ausbleiben der erhofften Zusammenbruchserscheinungen in Deutschland, aber auch durch unverkennbare Anzeichen schlachten Gewissens und zunehmender Vergdtungsangst. Die Londoner Presse veröffentlicht zahlreiche Mutmaßungen über Deutschlands Waffen, aus denen vor allem eines mit großer Deutlichkeit hervorgeht: daß sich die englische Bevölkerung offensichtlich über die auf die Dauer un-vermeidUchen Rückwirkungen der verbrecherischen englischen Terrormethoden auf die eigene Sicherheit ihre Gedanken macht. Die Blätter erklären durchweg, um der zunehmenden Nervosität entgegenzutreten, nach Ansicht der Sachverständigen könnte die von feindlicher Seite drohende Überraschung »mit großer Ruhe« abgewartet werden Aber die Presse selbst mit allem ihrem Rätselraten und dem fieberhaften Bemühen, beim Feind auf den Busch zu klopfen, gibt ein ganz anderes Bild. Auch auf die amerikanische Pres«e greifen die Erörterungen über. Nach einer Londoner Meldung im schwedischen »Polkets Dagbladet« rechnet die Londoner Bevölkerung mit Zunahme der deutschen Angriffe und sucht In größerem Umfang als bisher bei den »bendlichen Alarmen die , öffentlichen Schutzräume auf. Der Londoner Vertreter der »Stockholm» Tidningen« sagt, ganz allgemein sei durch die Angriffe auf Berlin der Bombenkrieg in England In den Vordergrund des allgemeinen Bewußtseins gerürkt. Aus langer Erfahrung hab# der Durchschnittslondoner eine gemächliche Einstellung zum Luftalarm. Trotzdem falle es niemanden ein, die Gefahr von Vergeltungssrhlägen zu verkleinern, da keiner bezweifle, daR die Deutschen allmählich zur Ausführung solcher Schläge bereit seien. Tn jeder Unterhaltung frage man sich, wie die Ausführung erfolgen werde Aus allen diesen Überlegungen wird ersichtlich, daß die Unsicherheit, die heute über England schwebt, in vielfältigster Wetise nicht nur auf die Stimmung, sondern auch auf die praktischen Anstrengungen unserer Feinde einwirkt. LuffkÄmple in SüdHalien Tiefangriffe unserer Kampfflieger dnb Berlin, 30 November An der Bfldltalienischen Front unternahmen schnellA deutsche Kampffliegerstaffeln am Sonntag überraschende Tiefangriffe im Raum der San?.t sich mit Churchill und Roos#*velt fln *inen Tisch setzen dürfte Nun ist es soweit. Nun ist die gegenseitige Ratlosigkeit soweit g^?-st'ogen, daß ein neuer Agitationstrirk folgen kann, der die Völker ablenkt, irgend eine neue Atlflntikcharta, ein «on-«tiger Bluff, eine sonstige Waffe des Nervenkrieges, Fs ist die bekannte Methode angelsächsischer Reklame, für die dem deutschen Volk i'^glirher Sinn ab-gf^ht. Es weiß, daß der Krieg nicht durch Konfeienzen und Proklamationen entschieden wird daß nicht noch einmal Schlachten mit Hilfe von »14 Punkten^ gewonnen worden, sondern daß sie nur im Ringen der Front und der Heimat zu dem Au«gang geführt werden können, der das Leben der Netion sichern wird. Sieger in 250 Luftkämpfen Major Rall und Hauptmann Nowo Iny die erfolgreichsten Jagdflieger zug wurde sein Name erstmalig bekannt Nach seinem 36. Luftsieg wurde der damalige Oberleutnant und Staffelkapitän selbst abgeschossen und schwer verletzt aus den Trümmern seiner Maschine geborgen. Nach langem Krankenlager kam er, obwohl noch nicht wieder fliegertauglich, wieder zur Front. Trotz schwerer körperlichen Behinderung flog der junge Stuttgarter weiter und schoß in regelmässiger Folge Gegner auf Gegner ab. Inzwischen zum Hauptmann befördert und mit dei Führung einer Jagdgruppe betraut, errang er in den harten Kämpfen am Kuban-Brückenkopf für sein Geschwader den 5000. Luftsicg. Ende August erieichte Major Rall als dritter deutscher Jagdflieger die grandiose Zahl von 200 Lüftsiegen. Trotz der langanhattenden Schlechtwetterperiode in den Herbstmonaten erhöhte sich die Zahl semer abgeschossenen Gegner, die am letzten Sonntag 250 erreichte. Damit steht der 2.Sjährige Major Rall mit Hauptmann Nowotny an der Spitze crer ertoigreicbsten deutschen Jagdflieger Er erhielt das Ritftikreu? des Eisernen Kreuzes am 4. Septembei 1942, das Eichenlaub .^m 6 Oktober 1942 und die Schwerter ani 15 September 1943. Noch ein USA-Kreuzer an der Makin-Insel versenkt dnb Tokio, 30. November Wie das kalseiliehe Hauptguartier am Dienstag bekanntgab, griffen Finh^iten der Marineluftwdffe am Sonntagabend einen in der Bucht der Makin-lnsel (im Gebiet der Gilbert-Inseln) voi Anker liegenden feindlifb''n Konvoi an. Ein großer Kreuzer wurde getroffen und sank sofort. Ein zweiter Kreuzer und ein Transporter erhielten ebenf'-^r ^-.rhwer-fite Treffer und gerieten in Brand. Bei diesem Anoriff hatten die inp'iniscben Fliexjer keine Verluste. * Auf der Insel Tarawa (Gilbert-Gruppe) sind weiter heftige Kämpfe im Gange. Nach Meldungen des Feindes solle die Insel Makin von den Amerikanern besetzt sein. In dem Gebiet der fnsel Bou-gainville sind nach iapanischen Berichten die Kämpfe noch lange nicht abgeschlossen. Die feindlichen Verluste in den dortigen Gewässern seien «o groß, daß zweifellos auch Rückwirkungen auf die neplante Offensive des Genners gegen Burma zu erwarten seien. ^loükaus' ßalkanpolitfik Vom Imperialismus des Zarenreiches zu Stalins Ansprüchen Wenn Staiiii immer wieder seine Ansprüche aut die Beherrschung der Bal-kanlander erhebt, so geht ei, wie stets, nuir auf dem Weg, den ihm die imperialistische Politik des Zilien reiches vorge- Am 22 Janudi 187R konnten die Russen Adnanopel besetzen und marschierten dul Konstantiuupei liin tdustiid-jcinriger Traum wai in greifbare Nane geruckt, de? Zarenddler am Bosporus, diib Berlin, 30. November Der bekannte deutsche Jagdflieger Major Günther Rall ^chi^ß in den Morgenstunden de« 28 November an der Ostfront seinen 250. Gegner ab, nachdem er erst am Tage zuvor wieder drei sowjetische Flieger bezwungen hatte. Major Rall, der in Gagg^nau In Baden als Sohn eines Kaufmannes geboren wurde und stine Ju(fend in Stu^gart verbrachte, kam 1938 ?.ur Luftwaffe. Nach Jahren der Ausbildung und verschiedenen Kommandos kämpfte er zu Anfang des Krieges hei einem Jagdgeschwader an der Westfront, wo er seinen ersten Gegner, eine englische Cur-tiss, bezwang. Cs folgten Einsätze auf dem Balkan und auf Kreta. Im Ottfeld- zeichnet hat, getreu weiter. Ein geschieht- j dris schien bald Wiiklichkeit zu weiden lieber Rückblick auf d-e russische Außenpolitik hat di'swegeti heute ein besonderes Interesse. Nochdoni Rußland aus dem Knmkrieg noch glimpilich d<;vonktim, benutzte es die Schwächung Frankr^^lchs durch den deutschen Siiig des Jahres 1870, um seine Pläne auf dem Balkan mit Waffengewalt durchzusetzen. So wurde dei Krieg go-gfin die Türkei in den Jahren 1877/1878 oeführt. Durch die Befreiung der Donau-fÜTEtentümer von der türkischen Ober-hnhelt S'^lltc dor russische Einfluß auf derij Haikan ein für allemal gefestigt werden. N ich außen hin war ein ideali-listiscbes Ziel tiekinnt gegeben, und zwfr Pcli'it/ i'er RalkanvölkVr vor den Türkengreueln. gcPdu wie heute, da Stalin als Bes'-hfit'.er vor dem bösen Nationals>i/i?i!i«mu« und F-:schismus auftritt Im Jahre l87'i hatten p^nslawisti-sche Agenten in der H 'r/egow na ein^n Aufstand eitf-"?sGl1 der sich nach Bulga-rien ve'bre(ir>te vo er von den Türken dann aurh blutig unterdrückt wurde. N'm war der l^ingersehn'e Vorwflnd zum Krieg gegel>pn Rußland m »hil^sierfr sechs Armeekorps und d"r zum Obr^'nefehlshaber er-n^nnti» Großfü'-'^t NlkoKii Nikolajewitsch nahm seinen S tz m Kis^'hinew, der Hiuptstadt Beß (»^rtbienf: \m 24. April 1877 erklärte P-ißhnd nachi- | '">ii n>r T-»ir •> qeleit am 26 November vor der algeri-6c:hon Küste noch ein viertes große« Schiff versenkt, so daß sich die Gesamt-Tsrluste des Feindes bei diesem Angriff auf vier Transporter mit 50 000 brt erhöhen. Nordainerikanische Flieger verbände drangen am vergangenen Tage unter Wolkenscrhutz in die Deutsche Bucht ein und griffen dlo Stadt Bremen an. Es entstanden Gebäudeachäden und geringe Personenverluste. In erbitterten Luftkämpfen sowie durch Flakartillerie wurden 33 feindliche Flugzeuge, davon eine große Anzahl schwerer viermotoriger Bomber, zum Absturz gebracht. Sechs weitere Flugzeuge verlor der Feind über den besetzten Westgebieton Ein Großflugboot wurde gestern von deutschen Femjägem über dem Atlantik abgeschossen. In der vergangenen Nacht warfen feindliche Störflugzeuge planlos einige Bomben auf westdeutsches Gebiet. Deutsche Unter^teeboote verrenkten in harten Kämpfen im Atlantik, im Miltel-meer und im Schwarzen Meer acht Schiffe mit 36 000 brt, zwei Zerstörer, eine Fregatte und ein Unterseeboot. E'n lairhtar Kraurar wurda durafa Torpado-traffar beschädigt. Ferner schössen unsere Untsrseehonte fünf fe'r'-V'fb«^ Flim-wuoe ab, die -Mim ^ * I !- •) •■>'t/t waren. reiches am Bosporus war keine Rede mehr. Die Panslaw'sten schoben die Schuld an der diplomatischen Niederlane Rußlands auf Bismarck, der als »ehrlicher Makler« aufgetreten war Bismarck hatte sich jedoch völlin korrekt und nentra' verhalten Die Anitation der Panslaw^ten hatte bald ein Erkalten der einstigen outen Beziehungen des Zarenreichs zii Deutschland zur Folne Schon knüpften sich an der Newa d^e Fäden einer An-näheaing an Frankreich an Die deutsch feindlichen Strömungen in Rußland machten sich immer starker bemerkbar. AN das Zarenre'rb sich dann sngar zu offenen Kriensdrohiingen neoen Deutschland verstien sah sich Bisrnarrk d^r sonst stets Zusammenoehen mil Rußland befürwortet*», neTWungen, das engere Verhfiltni« rtt Puf^land zu lösen, und schloß im .lahrp 1870 ein Srhu'z- und Tnitzbündni« mit Hsterr^ich ^eitdern steirrerte sich der Hputsrhenhaß in ne wissen russischen Kreisen immer m-^hr — bis er der" ersten Wnltkreg auslöst«» Das Fichenlflub zum RiitcrUreuz dnb Führerhauptguartier, 30. November Der Führer verlieh am 28 NovemHer das E'chr'nlaub zuir RiMerkreuz des Eisernen Krnizes an Generalleutnant Otto Schuencmann, Kommandeur einer Infanteriedivision, al« So'daton der deutschen ^Vehrtnacht Rudis IftOO. Feindfluß dnb Berlin, 30 Novembei Hauptmann Rudel, Gruppenkommandeur in einem Sturzkampfaeschwnder, der voi einigen Tagen mit dem Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz de« Eisernen Kreuzen ausgezeichnet wurde, vernichtete am 28 November b«») Tiefangriffen Im Südabschnitt der Ostfront s'eben sowjeti.sche Panzerkampf-wagan Vor wenigan Tagan untsmahn HauptmiBB Rudal seinen If^OO. Flug n*-nen d^-n Feind, damit uteht er, der Zahl .oinr>r rnlndflücif' nach, an der Spitza alu^r (i"ii h i f' Seite 2 * Nr. 335 0 Mittwoch, 1. Deztmbtr 1943 MARBURGER ZEITUNG Vom Zelt zum Bunker Die Feldunterkunft im Wandel der Zeiten / Von Oberstleutnant a. D. Benary Die Geschichte de« SoldatenzeJtes verlauft in Wellenlinien. Bedachtsamere, methodische Kriegführung war ihm freund, lebhaflcrera, freizügigerem Operieren erschien es ein Hemmschuh. Das griechische Heldengedicht, die »Ilias« spricht von den Zelten der Griechen-könige in dem Sch^fslager vor Troja. Die römischen Legionen führten auf zweirädrigen Karren und vierrädrigen Wagen ihie Zeltp aus Letiei oder grober Leinwand nebst den zu ihrer Aufstellung notwendigen Zeltstangen und Pflöcken mit. Die Zelte trugen über einer quadratischen Basis von etwa 3,13 ra eine dachförmige Decke und faßten eine Zelt-kamerac'schaft von etwa zehn Mann. Jeder Führer einer Hundertschaft hatte außerdem em Zelt, jeder Tribun deren zwei für sich und Reine Bedienung. Wagenburg und Zeltgasse Von Zelten unserer n^rmanischen Vorfahren ist uns weniq übermittelt. Um so häutiger hören wir von rton Wagenburgen, in deren Schut? Männer, Frauen und Kinr'er auf der kriegerischen Wanderschaft die Nächte verbrachten. Da« Mittelalter, die heraufdämmernde Neuzeit, die Ritterhrere, d e Landsknechtsfähnlein, die Söldnerrcqimenter führten auf dem schwerldlligen Troß, der mit ihnen Ins Feld zog, Zelte aller Formen und Größen mit sich. Das Aufschlagen des Zeltlagers wurde zu einer Wissenechaft. Führer, Mannschciften, Troß, Marketender und Weibervolk hatten iti ihm ihren »reglrmentaiischen Platz«, in den Zelt-gnssen, die sich um den Appellplatz mit der Fahnenwarht gruppierten, hielt der Walbel auf Ordnung und Sitte. In hohen Ehren stand das Zelt In den Heeren der aslatiechen Wandervölker, denen es in ihrem Nomadendasein Ja die Heimat bedeutete. Die Jurte — das Pilzzelt — des Großkhan« blieb, wis oft sie auch ihren Platz wechselte, das Herzstück des Mongolenreiches. In Preußen gelang es dem Großen Könige, den Troß des Heeres erheblich zu vermindern und damit seinen Bewegungen größere Schwungkraft zu verleihen, dadurch daß er die Zelte auf Packpferden vei lastete, Die Zelte bildeten auf dem Boden ein längliches Viereck und liefen von den Langselten nach oben spitz zu. In der Mitte waren S'ie sechs Fuß hoch. Die Nähte waien außen mit blauer Leinwand besetzt. Die Unteroffizierzelte waren größer und hatten auf den beiden Seiten gerade WÄnde Die KapitSnzelte bildeten äußerlich ein längliches Oval, halten doppelte WSnde und innen eine besondere Schlafkammer, Das Lager wurde in Linie oder entsprechend der Schlachtordnung aufgeschlagen, wobei die Zelfreihen gliederw^isa parallel rur Front standen Die Lagerstelinng paßte sich dem Gelände an, ohne daß auf gerade Richtung gesehen wurde Die Anwendung zv/eigliedriger oder gar nur eingliedriger Zeltreihen gab überdies die Möglichkeit, den Feind über die Stärke de« lagernden Korps zu täuschen. Hinzugefügt sei: Um die Belegungsfählg-kcil des Zeltes zu vergrößern, war Vorschrift, daß die Mannschaft nicht Kopf neben Kopf, sondern abwechselnd Kopf neben Füßen sich niederlegte. Auch mußte, um Desertionen ru erschweren, der Korporal am Zelteingnng schlafen. Im 70er Krieg Der Umbruch der Taktik im napoleo-nlschea Zeitalter glaubte auf die Zelte ganz verrichten zu können und bei den blitzschnellen Bewegungen, den kurzen Feldzflgen ihres Herrn und Meisten, wenn es an Ortfunterkünften mangelte, mit lodernden Blwakfeuem ausnikom- men. Die Erfahrungen auf dem Rückzug von Moskau werden wahrscheinlich selbst den Kaiser stutzig gemacht haben. Auch die preußische Armee schaffte bereits vor dem Unglüclcijahr 1806 die Zelte ab und zog noch ohne ele in die Einigungskriege von 1864, 1866 und 187071. Rückschläge blieben nicht aus. Da man auch im Hfltten- und Unterstandsbau wenig gewandt war, traten vor allem in den regenfeuchten Wochen vor Straßburg und Metz schwere Gesundheitsstörungen ein. Nach langjährigen Versuchen wurde dann in der deutschen Armee 1892 eine vom Manne zu tragende Zeltautrüctung aus zusammen-knöpfbaren Zeltbahnen — zunächst für die Infanterie — eingeführt. Die Zeltbahnen aus Makostoff sind in ihrer heutigen Form auch als Regenumhang und mit Stroh oder Heu gefüllt als Schwimmor zu verwenden. Ihre Indan-thren-Färbung hat sich laufend den Erfahrungen des Tarnanstrichs angepaßt. Das Normalzeit bildet In seinem unteren Teil ein Rechteck von 250 cm Länge und Iß cm Höhe, im oberen Teil ein gleichschenkliges Dreieck von 174 cm Höhe, also von einer Gesamthöhe von 190 cm. Auch die meisten anderen europäischen Armeen führten knrr vor oder nach der deutschen eine tragbare Zeltausrüstung ein. An den Kampffronten des Weltkrieges Im Ze'chen der verbesserten Aufklärungsmittel unrl der Lufterkundung erwies sich das Aufschlagen der Zelte — ganz abgesehen davon, daß ihre dünnen Wände |a nicht den geringsten Feuer-«chutz gewährten — als so gut wie unmöglich. Die Zeltbahnen dienten Im feindlichen Peuerbereich alf waseer-dlchte Decke über dem rasch gescharrten Schützenloch oder a1« Regenvorhang vor dem In die Grabenwand getriebenen Unterschlupf Zu einem regelrechten Aufschlagen eines Zeltbiwaks, das vor dem Kriege der glanzvolle Abschluß so manches Manövertages gewesen war, kam es auch bei den rückwärtigen Marschstaffeln der Weltkriegsheere nicht. Vom Zelt zum Unterstand Große Fortschritte machte dagegen die Truppe alsbald im Bau von Unterständen. Man blieb in der Gefahienzone nicht, wie es die Väter 187071 getdn haben, über der Erde, sondern ging In &ie herein und schützte seine Bauten durch immer stärker werdende Decken vom Baumstamm und Balken. Man lernte die Unterstände zu beheizen, zu entlüften und wohnlich auszustatten. Ja, man griff zur Miniertechnik und trieb Stollen (Furhslöcher) in die Lehmgänge sprengte Kavernen in die Peiswände. Um die Mitte des Stellungskrieges begann man die Unterstände 7U betonieren und kam am Ende so zu dem »Bunker«, dem Betonklotz (ti. U. mit Stahlgerüst), der im gnmdloBen Trichtersumpf der Flandernschlacht, mochte er auch im Trommelfeuer manchmal bedenklich schwanken, sich als der ruhende Pol in der Erscheinungen Flucht bewährte. Im Hinterland der Kampffront gewann der Baracken-und Blockhaushau, Je länger der Krieg dauerte, an Boden. Der gegenwärtige Krieg knüpft an die Erfahrungen des Weltkrieges und entwickelte unter Zuhilfenahme der Fortschritte neuzeitlicher Bnutechnlk, z. B Im Bau normalisierter Baracken, welter. Dei Begriff Bunker, umspannt wohl unter dem Einfluß der ersten Kämpfe im Osten und Westen gegen friedensmäßige Be-festlgungsllnien heute in der Frontsprache alle Irgendwie schußsicheren Unterstände der Kampfzone. Als Entwarnung war, war das Kind geboren Eine junge Frau flüchtet zum fremden Nachbarn — Zwillinge am Ostermorgen Eine Kölner Hebamme berichtet Eine Kölner Hchamme, Frau Sophie Pilgramrn, hat in der ZeHtchriU „Die Jculiche Hebamme" ihre Erlebnisse in Honil-ennächlcn geschildert, Ihre Beruf ikamcradinmn und viele Arzte l{onnen wahrscheinlich ähnli-chet hcrichlcn von treuer Pflichterfüllung in schwelitcr Lage. In dem Aufsatz heifh et: »52 Frauen wurden von mir während des Fliegeralarmes entbunden, darunter viermal Zwillinge, einmal sogar wuide ich in einer Nacht zu vier verschiedenen Frauen, jede in einer anderen Ortschaft wohnend, gerufen Def Pflicht gehorchend, bin iih dann durch schwersten Flakbeschuß hin und her gefahren, aber alles ging gut, und am anderen Morgen lagen vier jungp deutsche Mensrhen neben ihrer strahh?nden Mutter gesund im Hettrhen In dieser Nacht lag hoher Srhnce, der Arzt der mit mir durch eir-i"n Vororf ftihr mußte ver-srhierlentlirli die Rtider meines braven Eifel-Wiigons freischaufeln, wenn wir in den S( hnoevi rwelumgen steckengeblieben V. iren (tlu r es ist dann doch alles gut gegongen Die Derke stürzte ein M'.tle .'^eptemiier l'MI wurde ich eines NdChls um 24 Lhi durc h Fernsprecher zur Prdii H, funi Kilonieier w(Mt, gerufen. Ich solle eil gst kommen, wurde mir gosfigt Beim Hei au-britigeii meines Wagens fiiis der Garage wurde schon Alarm (jegeben; es war eine dunkle Nacht, und ich l»;hr mit k'e nem Lichl los. Kaum wor irh vor unserer Ortschalt, als die I.iifh er'r'd'nimg zu s( hießen begann Gineri feindlichen Flieger sah ich im Lichlkreuz r!er Srheinwerfei schräg über mir; aber gut kam ich b^i der werdenden Mutter an und stellte lest, daß Zwillinge zu erwarten waren Sofort schickte ich eine Frau zum Fernspre eher, um einen Ar/.f zu holen dei dann auch nach kurzer Zeiif, trot'/ des Flak beschtisses, eintr,if Er machte eine Ein spritzung, und balfi wurde rlas cste Kind, ein Knabe geboren Plötzlich horten wir das Heulen einiger Bomben die dann auch gleich darauf in kur-'er Entfernung vom Haus rlelonir-rten Die Fenster und Tiiren wunlen bes'~h'idiqf Die Decke fiel zum Tfil auf d is Heft der Frau, es war kein Lieht mehr da Der ,^rzt, der mir in meinen langen Berufsjahren immer de: beste Helfer und Kamerad gewesen Ist, tastete sich aus dem Durcheinander bis an die Tür und holte aus meinem Kraftwagen die immer bereitliegende Taschenlampe bei deren Licht dann auch das Schwesterchen, der zweite Zwilling zuf Welt kam Es war unter diesen Umständen nicht einfach, die nötige Arbeit für Mutte' und Kind zu leisten Von einem l.'^jjh rigen Jungen, der als einziger im Ne benzlmmer bei seiner Mutter geblieben war, wurde aus der Nachbarschaft eine Kerze und Wasser geholt, und so ging auch hier alles wieder gut Als Mutter und Kind versorgt waren fuhren wir nun, wie vom Schicksal bestimmt einen anderen Weg nach Haus** Am anderen Morgen, als Ich zur Woch^nbett-pflegp fuhr stellte ich fpst, daH unge fähr .500 M»ler vom Haus*» entfern» ein Brimbentrichfer war de- uns bestimmt in der Nacht bei Dunkelheit zum Verhängnis geworden wäre Ein Arzt wird bPnfttlgt Im Mai 1^42 wurde irh e'ncs Nachts um 2.1 Uhr durch Fern^nrerher nach auf^erhalb zu "iner Erstgebirend^n ne-ruf'»n. D'e Geburt hatte ''oeben ein'^ie-sef-'f als auch schon die Sirenen nrfnn-ten T^'h konnte die Frpu nicht m^hr in f'en Keller d^s kle'nen Fachwerkhauses brinien Plötzlich benann der Annriff, die Romben hpulten die feindÜchen Fliege- flonen. mit Hpp Bordwaffen schießend über unser Hans Bomben deponierten das Hau#, nebsl Bett und Möbeln 7ifterfen, Brandbomben fielen in dnn Hof aber ich mußte auf di-m Posten ble'^'^n Ganz allein sop ich neb^n r'er F'au und sprach ih' Tloffniinn und Trf)sf 7u Um 2 t'hr 'vu^de e'n kräffiner Kn^be neboren Ein Arzt wurde benötigt. MIe Fernsn'pchlpitunoen warer ■'ersförf. df'r närb«!te Arzt wohnte s'oben K'lome-fer entfernt in einem anderen Voroi^t. frh habe dann einen Autofahrer mit mr>»npm Wanr«n und einem Meldeb'-'ef 7iin-i A r/f ffosrbickt. der dann trot-^dem se n Haus auch von mehreren R^and-iio'n'ien not'offr'n war. fiofo-t m'tVam und die nöl'ne Hilfe leistet" ^iich bi^r r«ing alles out In diesem Fall war die V^erantwortiipn be^onHors srbwr weil Hie iu"0" Mutter und auch der Vater wpn'"e MoTiatp ^'0'he'■ schon in Köln dii'ch nombensplitter verletzt worden WÄrr>n. Wenige Tage später h'üte ich eben- falls wieder zwei Entbindungen in einer Nacht. Es war wieder Alarm, aber der Angriff war diesmal nicht so schlimm, und alles ging gut. ^ Anfang September hatte ich eine Entbindung in meiner Ortschcift, als nachts gegen 1 Uhr ein viermotoriger Bomber in 20 Meter Höhe brennend dahinsauste und am Ausgang des Ortes aufschlug und verbrannte, was wir vom Fenster des Zimmer« der Wöchnerin aus beobachten konnten. Es kam nun für yns Kölner eine etwa?» nihlgere Zelt bis 2ur Jahreswende 1943. Aber dam setzten Nacht für Nacht die Angriffe w'eder ein, und im Februar saß Ich eines Nacht« bei einer Frau Im Nachbarort, als wieder ein Angriff Über unsere Stadt kam. Di<^ Bomben fielen, das L^cht brannte nicht mehr, aber von draußen schien hell das Rot der Brände In unser Zimmer Auch hier wurde, aU Hr'warnnng war, das Kindchen gesund geboren In einer anderen Nacht desselben Monats erlebte Ich dann wieder einen Anariff Irh saß In einer Randsiedlung bei Frau S., alles bebte, trotzdem ging alles gut, und einen kräftigen Jungen durfte ich f'em gerade aus dem Osten auf IJr. laub weilenden Vater In die Arme legen Im April wti'de Frau G In unser'^m Ort von mir entbi'nden Es feien eine Menge Bomben aber wir blieben auch diesmal verschont. Zwei unerwartete Osterhasen In der Nacht zum Ostersonntag wurde ich während des Alarms durch Fernsprecher zu einer mir unbekannten Frau etwa sechs K"'orneter entfernt, zu Hilfe gerufen Der Annifer, ein älterer Herr, sagte, es habe eine junge Frau bei Ihm trotzdem habe sie so große Schmerzen und der alte Herr möchte doch lieber einen Arzt oder eine Hebamme rufen. Ich fuhr sofort mit meinem Wagen hin. Als ich in der Dunkelheit ankam, stand in dem Haus schon alles köpf Der ältere Herr stand schweißgebadet vor der Tür und sagte mir, daß das Kindchen schon da sei. Ich lief schnell h'nauf zur Mutter, und nach kurzer Zeit lag schon das zweite Brüf'erchen im Bett. Alles war überglücklich, und niemals vergesse ich die Freude des älteren Herrn, der diese junge Frau als Fremde aufgenommen hatte. Er sagte zu mir, meine beiden Jungen stehen im Osten, dafür habe Ich nun plötzlich zwei Osterhasen Ins Haus bekommen, es ist nun wenigstens während der Feiertage nicht so still und Leben in meiner Wohnung. Die Sache war, wie folgt, vor sich gegangen: Die junge Mutter kam als Fremde abends gegen 21 Uhr vom Nle-dorrheln nach Köln. Ihr Mann war als Soldat bei den Pionieren und Samstag früh nach Köln gekommen. Er hatte sofort seiner Frau teleqraphiert, daß er die beiden Oftertage nicht nach Hause kommen könne. Die Frau wol'te nun Ihren Mann zu Ostern überraschen und fuhr nachmittags nach Köln in die Wohnung ihrer Schwester, die zur Zeit für einige Wochen zu Besuch bei ihr am Nieder-rheln weilte Sie hatte sich nun in der Wohnung der Schwester ins Bett gelegt, um am anderen Tag ihren Mann in der K.iserne zu besuchen Beim Fliegeralarm trat plötzlich die Geburtstätigkeil ein. D'e Frau wußte keinen Rat und ging nun zum frenv'en Nachbarn, de? dann alles srj großartig weitergeleitet hatte, sogar eine nute T'lasrhe wurde schon am frühen Ostermorgen diif das Wohl de' beiden Zwill'ngskinder getrunken Ende August saß ich bei Frau F Es waren schwere Stunden, die ich niemals vergeGsen werde, aber aushalten und stark sein ist auch hier erstes Gebot, Schwarze Rauchwolken zogen durch die Brände hervorgerufen, zum Himmeli aber jtftiL'liinoy, I ß ni E > r/rjmf V, / . ,,;/ *i /■ • V ''' > > Tern-f! 'A 'JIM AT t $ CHi S M £ 4 tL"'\ V,- ' 'Ha,.. tVililhitHnt Urmoh »y > f ''"wi , -nfion- J ^issino "/ /^erpih y ^ 'ori'eAmu(ttn*s SLhn Kampfraum S'MMalien ' orHutMOiiw Weltbild Glietr neschellf und gesagt, sie erwarte ein i auch diesmal war mir das Schicksal Kind, allerdings wäre es nach ihrer hold, alles ging gut, und ein gesunder Rechnung noch um einen Monat zu früh, und kräftiger Knabe wurde geboren.« Ehrungen für Dr. Hacha Fünf Jahre Staatspräsident des Protektorats Kayserliches Htnry Kay$§r, der Inhaber der nach ihm benannten Kayter'Werft in Rieh-mond in Kalifornien, ist unier Rooaeuelt ein mächli^er Mann geworden. Als kleiner Angestellter hat er angefangen; heute beherrscht er den amerikanischen Schiffbau, und dank seiner Reklame, die er sich viel Geld kosten läßt, genießt er den Ruf eines Zauberers, der Schiffe nur so am laufenden Band vom Stapel läßt Dank der von ihm erfundenen etwan jgc-heimnisvollen Baumethoden hat er Rekorde in der Bauzeit von Schiffen er zielt. Daß die Kayser-Schiffe nach den Er fahrungen, die die amerikanischen Seeleute mit ihnen gemacht haben, heut< allgemein Kayxer-Särge heißen, weil sif mit ihren Besatzungen bei etwrrn unruhiger Set sehr oft versacken, stört Kaysei weiter nicht. Rekord ist Rekord, meint er, und so hat er, wie der *Daily Telegraph* kürzlich meldete, fetzt ein Schif in zehn Minuten gebaut Zwar sei es nw acht Fuß lang und flach, aber es sei doc' tatsächlich am 24. November vom Staprl gelaufen, wenn auch mit etwas beschä digtem Bug. Die Beschädigung rühr nämlich von der hn^hcn Flasche Sc.'?/ her, die bei der Taufe dagegengeschla-gen wurde. f'nb Prag, 30. November Staatspräsident Dr Hacha stand anläßlich der fünfjährigen Wiederkehr se.ner Wahl zum Staatsoberhaupt im Mittelpunkt zahlreicher Feiern und Ehrungen. Uberall in Böhmen und Mähren beging das tschechische Volk in allen größeren Städten durch festliche Theatorveranstaltungen, Konzerte und Feierstunden den Ehrentag seines Präsidenten Den Höhepunkt der Kundgebungen am Dienstag bildeten die Empfänge auf der Prager Burg, wo sich etwa 3000 tschechische Jungen und Mädel eingefunden hatten, um Im Namen der gesamten tschechischen Jugend Ihrem Präsidenten zu huldigen. Gegen 11 Uhr fanden sich dann die Mitglieder der Protektoratsregierung beim Staatspräsidenten ein, in deren Namen der Vorsitzende der Regierung, Minister Dr Krejci eine Ansprache hielt, in der er hervorhob, daß sich Dr. Hacha In einer der schwersten Krisen der Geschichte des tschechischen Volkes als treuer Hüter seines Geschickes erwiesen habe Er habe das Volk gelehrt, In den neuen Verhältnissen die Pflichten gegenüber dem Reich zu verstehen und loyal zu erfüllen. Das tschechische Volk sei sich heute dessen voll bewußt, wo^ür es ihm zu danken habe. In der Mittagsstunde erschienen Reichsprotektor Rolchsmlnlster Dr. Frick und der deutsche Staatsminlster für Böhmen und Mähren, jf Obergruppenführer K, H. Frank, In Begleitung des Wehr-marhtbevollmächtlgten beim Relchspro-t/ektor und Befehlshaber« Im Wehrkreis Böhmen und Mähren, General der Pan- zertruppen Schaal, beim Staatspräsidenten und übermittelten ihm ihre Glückwünsche Reichsprotf klor Dr Frlck brachte In seiner Ansprache Dr. Hacha den Dank des Fühiers ebenso) «vie den seinen für dessen aufonferungsvolle Ar belt während der fünfjährigen Tätigkeit als Staatspräsident zum Ausdruck und betonte, daß das von ihm bewiesene PflichtbewpRtsein ihm jetzt und immerdar die Anerkonnunn al'er de^e-^ schert, die nuten Willens sind Staatsminister Frank betonte, daß Dr. Hacha in den fünf Jahren seiner Präsidentschaft und mit Ihm das ganze tschechische Volk der Welt bewiesen habe, daß es die realen staats- und voHtstums-poHtischen Erfordernisse Europas erkannt hat, daß es gewillt ist, sein Schicksal aus der Heimat heraus selbst zu gestalten und sich nicht den von raumfremden Interessen diktierten Forderungen der In London oder Mockau ausge-hnltenen Emigranten zu unterwerfen Die ne«''hlchte werde einst di^" große Tat Dr Hacha« würdinen. und die Nachfahren würden ihm dafür Dank wissen. An 3000 Opler des Erdbebens dnb Istanbul, 30 November Wie der Sender Ankam am Montagabend bekanntgab, nimmt tiie Zahl der Todesopfer de« Erdbeben« vom Freitag vorigor Woche ständig zu Autienblick-llch bef.Tage die Zahl der Opfer; 271'? Tote, 1084 Schwerverletzte und 3321 Leichtverletzte 143^ Gebiiude seien zu-»nmmengestürzt, 1570 teilweise zerslöiti Vier neue Ritterkreuzträge; dnb Berlin, 30. Novembe. Der Führer verlieh auf Vorschlag de Oberbefehlshabers der Luftwaffe Reichs marschall Göring das Ritterkreuz de; Eisernen Kreuzes an Oberfeldwebel Hu bert Strafll, Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader, .Straßl ist 1918 in Linz a d Donau geboren Der Führer verlieh ferner das Ritter kreuz des Eisernen Kreuzes an Oberst Arthur Fluger, Kommandeur eines Artil-lerleregiments (geboren als Sohn eines Versicherungsbeamten in Morker bei Thornji Haup'mann d. R, Ernst Bunge, Bataillonskommandeur in einem Grenadierregiment (geboren 1914 In Zerbst); Oberleutnant Heinz Künecke Kompaniechef in einem Infanteriebstaillon (geboren 1916 In Berlin)) Leutnant d R Wilhelm Kn.iuth, Kompaniefiihrpr in einer Panzerabteilung (geboren 1916 in '^a'-cWendorf, Westfalen). Volle Kammern, aber notleidende Truppen dnb Malland, 30 November Die Zeitung »Brescia Republicana* berichtet! Während die kämpfenden ita-llenisrhen Truppen infolne mangelhafter Ausrüstung schwere Ausfälle zu verzeichnen hätten, befanden «ich allein In dem großen Magazin von Bagglo nicht weniger als sieben Millionen ^ Paar Schuhe Auch am 8 San^omher waren hoch drei Millionen Paar Schuhe ' vorhanden. Während zahlreiche Italiener in Nordafrika aus Manoel an Benzin in Gefangensrhnf nerieten, wurd»»" nll»»in In Barl Taiisende von Litern gefunden. Als Bftdogllo und KompMven vo" einem Mannel an Waffen fast litten, nah es in Rrp<(rin und ^lalland nach dom 8 September Zehn^ause^de von Masch'-nenriisto'pn nnH in Nordlfalien Tausende von Panzern. Als den gemeinsten Verrflt fiher s'ehf das Brescla^r Blatt Hie Übergabe d^r italienischen Flotte an die annin . iP'-'Vinis'-br'n an, "T'hd'^m sie vorher änn*;f1ich behütet worden war Ur^svTP dnb Deutsche Fhrunq |apanlscher Ge-fallener. Unter Führung des Landosgrup-penleiters dor Ausl«nfIcnTa.inlSr->tirtn ''r»' NSDAP begab sich am Dienstagvormittag eine aus 30 Deutschen besiehendp G upp zum Yisukumi-Schrein, dem japanischen NationalhelHgtum in Tokio, um hier die gefallenen japanischen Helden zu ehren dnb Die Juden an der Spitze. Die Pa riser Zeitung »Matln« bringt eine Zu sammenstellung über die Erfolge in der Bekämpfung der Terrorakte im Pansei Gebiet Danach wurden seit dem 1*1 November 114 Personen — Anstifter, Orgn nisatoren oder Mitschuldige kürzl'che' Attentate - verhaftet. 73 de» Ve'hafte ten sind Ausländer und 53 von diesen Juden. tc Die MarselHelse ausgeschaltet. Sei' Dienstag beginnt Radio Beirut seine arn I bischen .Sendungen mit der libanesischpr Nrtlionnlhymne und nicht mehr wie bis her mit der französi/^chen. dnb »Indien reif für eine Revolution- Subhas Chandra Bose gab Über der Rundfunk Schonan einen Überblick übe seine letzte Reise nach Tokio, China und den Philippinen Er habe dabei dir Überzeugung gewonnen, daß Großnst asien geschlossen hinter Inf'ien und des sen Freiheitskampf stehe. Indien se reif für eine Revolution. tc Neuer ÜSA-AdmIral fllr den Pazifik Der rhef des Waffenamtes der nord amerikanischen Kriegsmarine Konterad '•miral Blandv wird Anfang Dnzernber von seinem Posten zurücktreten und ein pa zifisches Kommanrlo unter Admiral Ni mit/ (ibernehmen. dnb Gefallen« USA-Generale. Wie Uni tfifl Press festst» III, beläuft sich d'f Zahl der in der USA-Armee bis zum Ok tober d. J. gefallenen, verwundeten gefangenen oder vermißten Generale auf 30 Außerdem fiele?) drei Admirale und zwei kamen bei Flugzeugunfällen ums Leben. Druck u VortBfl t^«rburq«r V^rtBCi ii Oiirkern Chi mbH- VprlagulnUung Eqnn BrtUmg«rtiH'i Haupi»rtiriMipl»ung Anl"n Goinhi.* tinld.- (n Mf'burfJ ■ d Driiii Railq.tMe fl Zur Zolt Uli Aniflfipn die Pff»!«!!'!»- Nr 3 vom 10 April 104'J gülttq AuRtnll rtct Lli'tnriing de« BlAltoi boi höherer Gewalt ortet DetnrbMtörunq o|l)t keinen Ansprurh niif R(l' k/ahlung de» Bezug»-f«ldM MARBÜRO1:;R ZEITUNG Mittwoch, 1. Dezember 1943 Nr, 335 * Seite 3 Htim Hitki Ruudstkau, Der gute Wille schafft es! Es ist nicht neu, daß man auf Reisen, Für die Zelte Lichtenberq (Swetitiri) jtn Zug lind in den Wartesälen viel der Ortsgruppe Tüchern war am verqHn- sieht und lernt. Nicht inimrji muß es da- qenen Sonntag ein besonderer Fpiertflg. bei etwas Erfreuliches sein. Doch was | Sclion Tage vorher warben Plakate für it:h letzthin zwischen zwei Hflltfwteljen ' c nen Lichtbild vertrag dei Jugend unlhnach(sfeste9 er* geht ein besonderer Erlaß Die .Verbraucher haben die Bettelt-scheine 57 vom 13. bis 18 Dezember 1943 bei den Verteilern abzugeben. Vom 27. Noyember bis 4. Dezember wird verdunkelt von 17 bii 640 Uhr die Biockführer und Wehrmänner eilten geschäftig von Haus zu Haus, um für die ZeJlenverSfimmlung alle« auf die Beine zu bringen. Der emsige Fleiß der Amts-träger des Steirischen Heimatbundes hat sich at)Rr dann auch beim Besuch der beiden Veranstaltungen durch einen Rekordbesuch gelohnt. Schon lange vor der festgesetzten Zeit war der Schulraum von Jugend, aber auch von Erwachsenen dicht gefüllt. Mit dem Lied-»Ein junges Volk« wurde der Lichtbildvortrag einfjeleitet, Begeistert sangen jung und alt mit. Sodann erzählte Kreisredner P. an Hand von Bildern aus dem Leben und dem Kampf des Führers. Der Vortrag war lebendig und volkstümlich gehalten. Wie sehr die Teilnehme», auch die Jüngsten, mitgingen und wieviel «ie bereits vom Führer und seinem Aufbauwerk wußten, bewiesen die vielen Zwischenfragen. Während der Pause leitete die Mädelgruppenführerin die Singstunde. Kampf- und Heimatlieder klangen auf. Man hatte seine rechte Freude daran, in diesem vergessenem Bergdorf nach zwei Jfihren Aufbauarbeit dieeen reichen Schatz von deutschen Liedern vorzufinden. In weiterer Folge rollte der Film »Unsere Infanterie« ab, der besonders bei den Jungen und Wehrmännern lebhaften Anklang fand und mitten In den Erläuterungen mit lebhaftem Beifall bedacht wurt'e. Die folgenden Bilder aus dem Zeitgeschehen erschlossen den Lichtenbergern die Welt des gigantischen Kampfes der deutschen Wehrmacht um unseren Bestand, das «chnelle Zupacken des Führers In Italien und die kOhne Rettung des Duce aus den H&nden der Verräterclique. FQhrerehrung und Lieder der Nation schlofisen diee» Veranstaltung. Um die Mittageetunde begann die bekannte Lichtenberger Musikkapelle mit einem Standkonzert auf dem Dorfplatz. Ein Hochzeitszug kam daher. Die Brüder Srimschek, zwei fleißige untersteirieche Bauemburschen, führten ihre jungen Frauen heim, begleitet von einer großen Volksmenge, die bald darauf den Ver-«ammlungsraum im Gasthaus Himmer füllte. Etwas später kam auch die Wehrmannschaft mit der Musikkapelle anmarschiert. Bis zum Beginn der Versammlung wurden fleißig Lieder und Märsche gespielt. Nach dem »Dachsteinlied« eröffnet der Zellen- und Wehrmannschaftsführer Eugen Himmer • die Versammlung. Mehr al« 200 Personen, darunter auch sehr viele Frauen, waren erschienen und füllten den schön gestalteten großen Versammlungsraum. Aufgeschlossen und begeistert gingen die Vercammlungsteil-nehmer mit dem Redner, der sich an eie in temperamentvollen Ausführungen wandt«. Zum Schluß dankte stürmischer, aus dem Herzen kommender Beifall dem Redner. Restlos war man der festen Überzeugung, daß Deutschland diesen Krieg gewinnen und p« niemals «o kommen wird wie im Jahre 1918. Für jeden, der In der politischen Aufbauarbeit des Steirischen Heimatbundes tätig ist und am Sonntag in Lichtenberg weilte, war dieser Tag ein besonderes Erlebnis. Mit Erstaimen, aber umso größerer Freude konnte man feststellen, daß die deutschen Sprach-kenntnisse in diesem abgeschiedenen Dorf ganz große Fortschritte gemacht haben. Menschen, die vor gut einem Jahr kaum deutsch grüßen konnten, sprechen heute, wenn auch ein holpriges, so doch leicht verständliches Deutsch. Man kann sich mit ihnen über die täglichen Fragen des Lebens sehr gut deutsch unterhalten. Auch die Kinder zeigen ein erstaimliches Wissen und Können und gute Beherrschung der deutschen Sprache. Die Wehrmannschaft ist eifrig im Dienste. Der Sturm Lichtenberg gehört zu den besten der Standarte Cllli-Ost. Ganz besonders lobenswert ist die Arbeit der Frauen von Lichtenberg, die in der Ortsgruppe Tüchern zu den verläßlichsten und fleißigsten Mitarbeiterinnen zählen. Es ist sonst nicht nationalsozialistische Art, Namen zu nennen, denn es gilt vor allem die Arbeit und nicht die Per- son. Aber die Ergebnisse oer Aufbauar-beU in Lichtenberg sind so in die Augen springend, dall der Zellenführer, Slurm-führer, Ein&atzleiter, Sprachkursleiter und Hilfslehrer, Kamerad Eugen Ilim-mer, wohl genannt worden muß. Auf seinen Schuliern luht die gesamte Aufbauarbeit in der Zelle Lichtenberg. Wie erfolgreich und erfolgversprechend für die Zukunft er sie anpackt und meistert, ist beispielhaft. Bei ihm und seinen Leuten gilt eben das Sprichwort: «-Wider-stände sind dazu da, um sie zu meistern.« Geht die Aufbauarbeit in Lichienbeig in diesem Tempo weiter, dann wnd diese Zelle, trotz ihrer Abgeschiedenheit und mangels anderer Lehr- und ' Einsatz-kräfte bald zu den besten in der Untersteiermark gehören. Und wer die trostlosen Verhaltisse im früheren Swptina gekannt hat, wird mit dankbarer Freude die erfolgreirhe Arbeit des Stoirisrhen Hoimatbund?s in Lichtenberg erknnnrn und um dessen Enderfokj nicht b.iriqe «ein. Untersteirische Jugend hilft sie schafft Spielzeuge IQr Bombenge-schfldigte Die Schüler der Hauptschule in Schönstein fertigen, dem Aufrufe des Reichsjugendführers folgend, unter Anleitung ihier Lehrer dreihundertfünfzig Spielzeuge an Am Samstag wurde eine Schau eröffnet, zu der Vertreter des Steirischen Heimatbundes, der Bürgermeister und andere Gäste erschienen waren. Einleitend spielte ein Streichquartett, dann sang die Singschar drei Steirerlieder. Der Schulleiter Aduatz führte seine Gäste sodann in den anKeqenden Schulraum, in dem die Spielzeu'fe zur Besichtigung ausgeitellt waren. Hier konnte man mdt Staimen festetellan, was selbst Kinder unter vierzehn Jahren fertigbringen können, wenn «ie von ihren Lehrern richtig angeregt und gelenkt werden. Die Schüler setzten lihren ganzen Ehrgeiz daran und mancher Junge arbeitete, um seine «ich eelbsit gewählte Arbeit fertigzustellen, mehrere Tage bis tief in die Nacht hinein. Wir lernen gutes Deutsch Aus der Arbeltsgemeinschaft »Lebensvolle Sprachttbungen« Eine Arbeititfemeinschaft der Marbur-jer Volksbildun^sstätte mit 24 Teilnehmern hatte es sich zum Ziel gesetzt, Ge-schftftsbriefe, amtliche Berichte und Mit-teiluntfen aller Art in lebenswahrer und stilrecntcr Form tu schreiben. Der Leiter des Kurses, Fachlehrer Hans Baxa, erläuterte dabei die Grunds&tze einer (tuten StiHorm und konnte sie in neun Kernsfttzen zusammenfassen. Danach arbeiteten die Teilnehmer ihre Schriftstücke aus und setzten anstelle der schwulsti-|{en, papiemen Redewendungen einfachere und wirkungsvollere Ausdrücke, übersetzten das dürre Fremdwort mit einem kraftvollen deutschen Wort und ersetzten unrichtifle Zusammensetzungen und verstaubte Einleitewörter durch klare und schöne Formen, So bekam jeder Mit-arbeiter das nöti|{e Rüstzeuf{ und die Übunj, »eine Schriltstückc nunmehr in ({u-tem Deutsch abzufassen. Zum Schluß las der Kursleiter einif^e Kurzijcschichten aus neuerem deutschem Schrifttum als Muster vorbildlich schöner Schreibweise vor. „Auf Gleis 2 läuft der Zug ein.. Tausend Hebel zwischen Ankunft und Abfahrt — Wovon der Reisende nichts ahnt »Achtung, Achtung, Bahnsteig zwei! Auf Gleis 2 läuft ein der D-Zug nach . I Planmäßige Ankunft 12,42 Uhr. Ritte zurücktreten bei Einfahrt des Zuges!« Der Lautsprecher auf den Bahnsteigen isl uns nichts Neues mehr, insofern höchstens, als wir seit einiger Zeit eine Frauenstimme daraus ertönen hören. Wem mag sie gehören? Geheimnisvolle Ordnung Noch während wir nachsinnen, tritt sie aus der Tür de« kleinen Häuschens, auf dem wir die Aulschrift »Aufsichtsbeamter* lesen können. Da kommt auch schon der Zug in die Halle gerollt, und die »Frau Bahnhofsvorstpherin« — wie man sie wohl an kleineren Orten nennen würde — die heute die Aufsicht Ober den Bahnsteig führt, geht ganz dienstlich mit roter Mütze und einem dicken Buch unter dem Arm am Rande von Gleis 2 entlang, um auch die letz-den Unvorsichtigen, die noch immer dicht an den Gleisen stehen, einige Meter in den Hintergrund zu verweisen. Während des Aus- und Einsteigens, das ja Immer mit einigen Schwierigkeiten ve«bunden Ist, da man wohlweislich Koffer Pakete und sonstige Reise-UtensÜlen dicht um die Türen herumgebaut hat, wird sie immef wieder mit Fragen bestürmt. Sie antwortet mit bewunderungswürdiger Gleichmütigkeit und vnrliert keineswegs die Ruhe, ob-bereits öl, Wasser iisw genommen hat, wdhi sie gerade nohen der Tafel steht, mit sämtlichen Ankunft- und Abfahrzei-ten nach sämtlichen Richtungen mit Bahnsleigangahe aufgezeichnet sind. Sie schein» wahrhaftig den gflnzen Fahr-phn Im Kopfe zu haben, dabei ist sie noch nicht mal die »Auskunft«, die 30 Meter welter denselben Sturm über sich ergehen lassen muß. mir mit dem Unterschied, daß hier der Andrang noch größer ist, da man Ihre Dienststellung für jeden sichtbnr an r'em aiirb in der Nacht leuchtenden Phosphor-Mützenrnnd lesen kann. Kaum sind drei Minuten vergangen. In denen der Zug schnaufend verweilt, schon hebt die Aufsiclilsbe.imtln den Befehlsstab zum Zeichen der Abfahrt, und der Zug braust davon. So, nun ist Ruh'el Nun kann sich das Personal ausruhen. So scheint es wenigstens, denn alles verschwindet in dein kleinen Dienstiaum. Gehen wir aber mit, so werden wir eines Besseren belehr^ Jetzt geht erst der »Innendienst« los. Der Zug muß der nächsten Station gemeldet werden mit allerlei Angaben über Achsen-, Tonnen-, Lokomotivenzahl, Prozent der Besetzung, Verspätung usw Er muß eingetragen werden, inzwischen aber klingelt fast unablässig das Telefon, denn schon wird der nächste Zug vorgemeldet. Was gehört überhaupt dazu, ehe ein Zug abfahren kann! Nehmen wir an, es w'rd ein 2^g neu eingesetzt. Zunächst schafft das Rangierpersonal (der Rangiermeister und seine Leute) die Wagen, die im Zugbildungsplan nach Anzahl und Art genau vorgeschrieben sind, zur Stelle. Das Bahnbetriebswerk liefert dazu die betriebsfertige Maschine, die mit Lokomotivführer und Heizer. Ist sie mit den Wagen verkuppelt, prüft der Wagenmeister zunächst sämtliche Luftdruckbremsen nach. Die Wagenschilder m*t Angabe der Faihrtroute sind schon angebracht, der Lampenwärter hat die Schlußsignale aufgesteckt. Der Zugführer — wir erlcennen Ihn an dem rottn Schulterriemen — überwacht das Ganze Er hat Inzwischen den Wagenzettel mit Zugnummer, Strecke, Plätze In den den einzelnen Klassen, Verkehrs- und Bremsgewicht usw. ausgefüllt. Das Gehirn des Bahnhofs Wir haben uns vom Zugabteil aus oft gewiß gewundert, was die schmalen, höhen Häuschen mit den großen lateinischen Buchstaben auf den Emailleschll-dem an der Außenwand, die vrir vor jedem größeren Ort fanden, wohl zu bedeuten haben. Das sind zum großen Teil Stellwerke. Im Hauptstellwerk befindet sich auch der Sitz des Fahrdienstleiters, der für die ordnungsmäßige Durchführung aller Zugfahrten um den Bahnhof hertim verantwortlich Ist. Eine Aufgabe, die genaueste Präzision und Konzentration bei jedem Handgriff verlangt. Was kann passieren, wenn hier ein Fehler gemacht wird! Selbstverständlich hat man die größtmöglichen Vorsichtsmaßregeln getroffen, sodaß durch das Versehen eines einreinen nie ein Eisenbahnunglück Zustandekommen wird. Sehen wir einmal hinein in dieses sonst streng verbotene Revier. Der luftige, großfenstrige Raum mit einem weiten Blick über beide Fahrtrichtungen enthält lange Reihen von Schalthebeln, Knöpfen und Apparaturen, häufig In roter, grüner, auch blauer Farbe. Jedes kleinste Hebelchen eine wichtige Funktion. Schon Stunden vorher erfährt der Fahrdienstleiter und seine Leute etwaige Verspätungen der Züge, die sämtlich nummerlert sind. Fast ohne Pause klingelt einer der vielen Telefonapparate, Brocken wie «D 72«. E 193« usw. schnappen wli auf. Andere Bahnhöfe geben den Standort eines Zuges an, der vielleicht erst einige Stunden danach bei uns eintreffen wird. Die letzte Meldung erfolgt dann von einem Vorort aus, und nach ihr stellt das Befehlsstellwerk die Signale, Vorsignale und Weirtien. Die Sprache der Signale Prinzip der Reichsbahn ist, möglichst ein Halten d^s Zuges vor dem Bahnhof TU vermeiden, um Energie und Zeit zu sparen. Bei Verspätungen kommt es manchmal vor, daß zwei Züge zugleich einlaufen die fahrplanmäßig auf demselben Bahnsteig abgefertigt würden. In solchen Fällen weitet man lieber von der Bahnhofsfahrtordnung ab, dirigiert im letzten Augenblick einen von beiden auf ein anderes Gleis, als Ihn draußen warten zu lassen. Im Befehlsstellwerk befindet sich auch der Zugmeldedienst, der der Zugüberwachung im Betriebsamt die Züge meldet, sie beim Passieren einträgt, weiter durchgibt und schließlich unvq^rherge-sehene Züge aller Art den Schrankenwärtern" zu melden hat, damit zur Zelt die Schranken geschlossen werden. Interessant ist auch, da£f jede kleine Rangierlokomotive innerhalb des Bahnhofsgeländes erst die Gene'hmigung des Befehlsstellwerkes haben muß, ehe sie von einem Gleis aufs andere fahren darf, da diese Stelle die einzige ist, die einen Überblick über die freien und besetzten Gleise hat. Wie eine große Maschine ist der Betrieb eines Bahnhofes, ein Teilchen greift ins andere, tind jedes muß funktionieren. Wenn wir uns diese große Anlage nun hineingebaut denken als einen winzigen Teil in das riesige Verkehrsnetz des Reiches, dann können wir uns ein Bild machen von der täglichen Arbeitsleistung der Deutschen Reichsbahn. R. W. Tapfere Untersteirer. Wieder erhielten drei tapfere Söhne der Gemeinde Roß-hof bei Mureck für Tapferkeit vor dem Feind das Eiserne Kreuz II. Klasse es sind dies Obergefreiter Josef Walch, Roßhof, Soldat Josef Pesserl aus Dra-nenberg und Albeit Zacharias aus Lugaus. Somit hell sich die Zahl der mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse Ausgezeichneten in der kleinen Ortsgruppe auf sieben erhöht, von denen einer auf dem Felde der Ehre geblieben ist. Der Soldat Ladislaus Drawinetz ans der Ortsgruppe Sallenburg, Kreis Cilll, wurde gleichfalls wegen tapferen Verhaltens vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Todesfälle. In Oberrotwein bei Marburg starb der ÖOjährige Reichsbahner und Jagdaufseher Johann Strauß. — In Marburg verschied der 41 jährige Kesselschmied Josef Pliberschek aus Roßwein Nr. 55. — In Gams bei Marburg ist der Schuhmachermeister Josef Geiger senior gestorben. Von der Bohrmaschine erfa.ßt. Der 5ß Jahre alte Tjschler Jakob Mlakar aus der Unterrotweinerstraße in • Marburg wurde während der Arbeit an der elektrischen Bohrmaschine in einem hiesigen Unternehmen von dieser erfaßt Er erlitt dadurch schwere Quetschungen in der Hüftengegend. — Beim Umstellen einer Drehbank, die dabei umkippte, kam der 14jahrige Schlosserlehrlitig Josef Kreinz aus der Heizhausgasse in Marburg mit dem rechten Bein darunter zu liegen, sodaß ihm der Oberschenkel gebrochen wurde — Durch Berührung mit Starkstrom zog sich der 23jahrige Elektriker Adolf Postuschnik aus der Zeiß-gasse In Drauweiler bei Marburg Brandwunden zu. — Durch Ausgleiten auf dem Heimwege brach sich der 2.1iährige landwirtschaftliche Arbeiter Matthias Mari-nitsch das linke Bein. — Vier Meter tief slürzte der 62 Jahre alte landwirtschaftliche Arbeiter Josef Ribitfich au*? Braun-schweig, Gemeinde Kranichsfeld, vom Stallboden, wodurch er sich eine Brust-korbverletzung mit Rippenbrüchen zuz'ig. — In ihrer Wohnung in der Eichendorff-gasse 9, glitt die 47iährige Portiersgattin Leopoldine Kos aus und verletzte sich das linke Knie. — Der 14jährige Schüler Manfred Beck aus der Kriehu-bergasse 31 in Marburg brach ^^ich durch Sturz den linken Unterschenkel. — Die Verunglückten befinden sich im Marburger Krankenhause. Verhctngnisvoller Fahrradstnrr. Der 2.5 .lahre alte Angestellte Anton Petelin-schek der Gemeinde Weitenstein, eben-dort wohnhaft, erlitt am Montag einen Fahrradsturz, der durch die Umstände verhängnisvoll für ihn wurde. Sein Jagdgewehr mit dem Lauf nach unten über der Schulter hängend, geriet er auf seinem Rade fahrend auf der beschntfer-ten Straße ins Schleudern und stürzte. Zum Unglück entlud sich dabei das Gewehr und Petelinschek erhielt die ganre Ladung in den linken Fuß. Er muR'e mit starkem Blutverlust vom Deutschen Roten Kreuz Ins Marburger Krankenhaus überführt werden. KriejgswinterhiHsMferk 1943/44 MAlTSJmvm SMifiSn BAliJ^l OpiersonnUg am 5. Dezember 61 Jahre berufstätig Der Kctlcn.schmicdi.mcistcr Ferdinand Frankl d. Ä konnte dieser Tage ein seltenes Jubiläum feiern. Er vollendete sein 75. Lebensjahr, ist 40 Jahre selbständi-jjer Meister und ist vom Bei^inn seiner Lehrzeit insgesamt 61 Jahre berufstätig. Aus diesem Anlaß wurde der Jubilar vom Kreisamtslciter des Arbeitspoliti-schen Amtes der Krcisführun|{ Marburg-Stadt und dem Kreishandwerksmeister besucht und ihm ein Ehrcnjfeschcnic überreicht. ★ Ritterkreuzträger Weber sprach In Wel?. Ritterkreuzträger ff-Untersturm-fübrer Weber sprach in Welz. In ebenso packender wie schlichter Wei^e berichtet«? der Rit'erkreuzträger vom Einsatz ein(>r Tnfnri'orjp-Pinnier-Kompanle im Kampf um Charkow und an der Mlus-front. Es war ein elnziqes Heldenlied auf den deutschen Frontkarnnfer. Mit den Worten »Stärker als Eis, Kälte und Feind ist d^r deutsche Soldat. Er kämpf/ mit flem Cauben im Herzen nn un«pren Führer und nn Deutschland«, schloß er seinen Vortrag. Tagung für Jugendmedizin. Das Amt für Voiksoesundhelt der NSDAP Gnu Steiermark veranstaltet gemeinsam mit der Gebietsfflbrung der Hitler-Jugend am 3. und 4. Dezember in Graz eine »Ta-fTunq für Juqendmedizin«, an der die Vorstände der Universitätskliniken und andere hervorranende Fachvertreter zu den wichtigsten Tragen dieses entscheidenden L. .salters des Menschen der Entwicklunnsfitufe vom 10. bis 18. Lebensjahr Strihinfi nehmen werden. Die Tagunrj findet vor der Ärzteschaft des aanren Grubereichps statt, vor allem werden die Amtsärzte, die Leiter der Kreicämter für Volksgesundhelt, die Betriebsärzte, dir» .'Xryte der Part^igliede-runnen. vor allem der Hitler-Jugend, nn der Taaung teilnehmen, um ihnen neuere Ernebnic'^e der medtsinisrhen For-schnm zu vermi'fpln, Im Schnertrelhen mit dem Kraftwagen verunglückt. Am 25. November fuhr der Lenker des Lastkraftwagens Johann Verderber der Fleisch- und Selchervereinigung aus Graz in Berrleitung eines Mitfahrers des in Graz wohnhaften Markus Moser von St. Oswald nach Eibis-wald Bei starkem Schneetreiben geriet der Kraftwagen 2 km vor St, Oswald beim Passleren einer scharfen Kurve mit dem linken Vorderrad In den Straßengraben und stürzte über eine 6 m hohe stellt Böschung hinab Der Mitfahrer Moser wollte sich durch Abspringen retten, wurde aber dabei vom Auto f-rdrückt. Der Fahrer Verderber blieb unverletzt. 73|ährlger vom Auto erfaßt und getötet. Am 25. November fuhr Dr, Franz A'lltsch aus Kapfenberg mit seinem Auto auf der Reichsstraße aus Graz kommend nach Kirchdorf. Der in Kirchdorf wohnhafte 73jähnge Reichsbahnpensio-iiisit Ludwin Kotzmaler wollte mit seinem Leiterwa gen die Straße übergueren, wurde d.ibei vom Auto erfaßt und auf die Fahrbahn geschleudert. Er erlitt einen tödlichen Schädelbruch. Bol einem eplL ptischen Anfall tödlich verunglückt. Die im G'sthaus Pierergut beschert crt*? Magd .loheinna Gotthardt begab sich am 23. November, wie jeden Moraen, mit der brennenden Petroleumlampe in der Hand von ihrer Schlafstube in die Küche D^ibei erlitt sie einen epileptischen Anfall. Die Lampe zcr-brach, das ausfließende brennende Petroleum setzte die Kleider der Bewußtlosen in Flcimmen, Die Schwerverletzte starb am gleichen Tage im Brucker Gais-krankenhaus. Das wilde Heer stob durch die Nachf Allerlei Brauchtum vom Monat, der das Jahr wendet Der Monat, der das Jahr wendet ist mehr, denn alle anderen mit überlieferten Bräuchen und ui altem Sinnbild durchsetzt. Der letzte Mon.^t des Jahres war schon bei den Römern, in deren Kalender er vor Julius Cnesar's Referm der Zehnte, von da an erst der zwölfte war, reich an Fest- und Gedenktagen. Man beging in ihm das Fest der Laren, der Haus-, Feld- und Wegegötter (am 23. Dezember) und die drei der fruchtspendenden Natur und dem Hirten- und Bauernstand geweihten Feiern der Faunalien, am 5., der Con-sualien am 15. — Consus wdr der Name eines altitalischen Erd- und Saatqottes — und der Saturnalien am 17. Dezember, Besonders bei den Saturnalien ginn es sehr ausgelassen zu. Bei uns sieht am 6, Dezember der Nikolaus- oder Ruprechtstag dem Weihnachtsfeste vorher. In einigen Gettenden Siid-deutschlands und der Ostmark hat sich die Erinnerung an die nitgermanischen »Rauch«- oder »Rauhnächte« erhalten, die Zeit der dunkelsten Tage des Jahres, in denen die Geisterwell in n.ihe^'p Berührung mit den Menschen trat. Has wilde Heer stob durch die Nacht und nach mancherlei Sitte wurden die b«ispn Mächte beschworen, dip nul#n Götter um Schutz angeqangen. Die Raiibnäcb'e fallen in die Zeit vom 21 flezemlier bis zum 1 Januar, reichen also noch in das neue Jahr hinüber. Die meisten alten Brauch- und Tage des Dezember haben Beziehiing zu dem bedeutsamen astronomischen Ereignis, das in diesen letzten Monat des Jahres fällt: die Wintersonnenwende. Denn der Dezember bringt zwar die größte Verkürzung des Sonnenlichtes, zugleich aber auch die Wende und den Beginn dos Anstieges zu neuem Werden. Es ist inimei wieder eine kleine gedankliche Umschaltung nötig, ehe wir uns darüber klar werden, daß am 21 22. Dezember allerdings der eigentliche, astronomische Winter erst beginnt, daß zugleich abei zu d esem Zeitpunkt der -kür/este Tag- und die »längste Nacht erreicht wird und daß es von da an wu tler dem licht entgegengeht. Sehr lrin(|Scim, k.uim merklich fieilich zunächst Aber doch trotz alledem imd aUedein Es ist Winter, in ihm jedoch strebt die Erde auf ih'er Bahn um die Sonne bereits wieder dem Frühling ent-oegen, der am 21 März beginnt. Im iihriaen liegt, nach der Statistik der Meteorologie, d'e Temperatur in Deiitsch-Irind im Dezember nur wenio unter Null. Se soll, wenn e«; mit rethfen Dinqen /unrht •viscbr'n plus t" und —0,5* s( bwanken. Unter di-n altrn Rmernrenfln die f|pm Dezember newiduiet sind, findet sif'b der Sprinh dei r'e''eilber, «in df^r I.en'.' e'n Oi.'kel dn-^ vielerlei Aii'!flentii!in K Ulm ntbt E-- h^ißt ^ber ■nu'b' Oe/enibr-r ir.ilt mit Sr hti' p — gibt Korn auf jed^r Ibih' d^m'^ufnlgr» wir nUn gfirni^ht sn «sehr wün^^rhen sollten, dnß diesrr Monat Tröglirh«;t lind verlaufe Abc- wie er au- b ausfalle — et bringt d.is l.irht und in den hohen T.inen dei Weihnacht das schönste Fest des Jühieg, » MARBURGER ZEITUNG Aus aUer U elt Ausstellung »Bergvolk — Soltlaten-volk« in Innsbruck. Am 4. Dezembi-r wird im l.andcsmuseum in Innebruck die große Aus«tellunq der Gebirqstruppe »Bergvolk — SoidntPiivolk« dem allno-meinen Besuch zugänglich qpmacht. D;e AuÄStellunq kommt von Sdlzburq, wo rund 50 000 Volks7Pnosspn aus alUn Schich'on nd virle T. onturlaubor die Behcnswcrte Srhnu be*;irhliqten. Todesstrafe für einen Feldposldieh. Vom Sondpifinrirh» Wirn wurde df^r -"iO Jahre alte Frdn/, Buresch v/eqon D'eb-sfahls von Frldpostpriketen und 30i) Feldpobthrieten »iowif p;nf.'r A'^nibind-uhr unter dor Annnhm»? ei'^e<; be'-onHors schweren Frilles als Volksschadlinq schlimmftcr Art 7um Tode vpnirte'U, seine 43tcihrir)e Fbeftriii M ir" nls M t-taterln am DipbstrihI von /wölf Feldpost-pakrien zu zwei Jflhrf'P Zuchthaus, Zwei /.erstückflte I.eicJien Im D-Zuq. Im VorrfUim eine s VVdtnfons de« Berlin— Freiburqui Ü-Ziiqes wurde in Weil am Rhein ein hcrrenlosei Koffer und e n Pappkarton mit Leichenteilen entdeckt. In dem Koffer befand sich ein Frauenrumpf und abqetrennte Arme, In dem Pappkarton ein Mädchenrumpf sowie Untorsch'.mkpl und Fuße der Frauen-lelche. An dei Frau'^nlciche fehlen folgende Körperteile. Kopf, Obcrsrhonkol und H>inde, an der Mäd' hcnleiche fehlen: '\rme niil Hfinden, Beine und Füßn. Anscheinend handelt es sich um die Leiche einer jünneren Frau von kräftiger kleiner Statur, etwa l,,*)! Meter groß, mit dunkelblonder flaarf.irbe. Hie K ipr'epfropft ifeiier trug nun der Baum zum orstni-mnl an den Plropireisern Flüchte. Diese ähneln aber weder df>n Vogelbeeren no-'h den .^p'eln, sondern gleichen in ihrer Form (her flen Birnen Sie h.iben lange S'iel"' und l)ilden wie «"üe Vogelbeeren grnUe Troulien flu GeschmiK k g!r'cht detn der Ap'el. Dabei sind sie v/idfrstandsfähig flogen Fröste tuid Krankhei'rn WIRTSCHAFT UND SOZIALPOLITIK Der Betriebsführer als Menschenführer Will der Betriebsführei seine zentrale Knegsaufgabe der Prortuktionssteigerung erfüllen, so muß er sich heute mehr r'enn je als wirklicher Mensrhenführer bewehren. Denn da eine E'hfthung der Gefolg(^fhafts7ahl nicht ohne weiteres möglich ijst, muß er es durch die ent-sprerhr-nde Führung und Brf'eiumg seiner Gefo'gsrhaft verstehen, die Güte und Menge ib'er A'beit zu h^ben, E»' iei die mdn lachen mußte, — e'v.a dem Regrns-burger Strudel, den Bin !rhf(;iuern und dem Tod von fiasel, so steuerte er ihr verwahrlos'e"; Her? ohne Wide'-sfand in immer dichtere Rliitenfiil'e hinein, bis sie ganz üherwMItigt in den Rosen ranken der Poesie drin war Hine W.mdlung wnr mit dem schönem Ntädrhen vorfien^nnen! wob' nerkto sie sich mit Hanns und war ein wenig kerk gegen ihn, wie sie das vom Tennisplat/ b^r b'»fte Mier sie folgte ihm überal'hin, frngto fast nur ihn um allo Dingo und war unschlüssig und umhergotrioi)en wie ein steuorlo-ses Boot, wem er fortgegangen oder bei Frau Utta war. Sangen sie dann sechsstimmig, so horchte sie mit quellendem Herzen auf seinen zweiten Tenor und fand seine hWarten Sie nur, bis wir drei erst bei uns zu Hause die alten Sachen spielen! Orlnndus Lassus, Palestrina oder die Z'prlirhen Herren aus dem snäten Barork, über denen die beiden Deutschen «io wuchtig stehen; Händel und Bach O, diese Pe'ücken' Na, Sie werden Augen machen' Braune, große, südlich ferne!'* Da trieb sie daß man den Rankenstoi-ner Aufftilhalt kürze Die Baronin Hey-denrejrb hatte Kampf und Sorge mit der Reblaus und konnte nicht horübefkom-men, und sie b'jt sehr bei Frau Utta, mein möchte doch übersiedeln, in Hannsens schaurig schönes .\hnensch'oß Prau ntta sah die Lene Runrd still nn, und von Tag zu Tag staunte ihr Herz mehr in bangem Begreifen, was hier geschah jfn!f.nn Puard fragte s'e, als Hanns einmal e'nci napven Taq lang nicht ans seinem Zimmer kam, eifrig nach dem jungen Baron aus. Ob es so unbedingt feststände, daß er gar nicht nach Wien übersiedeln wollte? »Nein, der geht nicht von hier«, sagte Frau Utta ernst. »Aber er ist doch ganz rum Kavalier gemacht! seine Erscheinung, seine Talente würden ihn hervorheben.« »Es haßt alles Hervorgehobensein.« Ja, er ist ein wunderlicher Mansch Wie es sich wohl auf seinem Schloß Daheim leben mag?« Einsam, einsam: ohne Eitelkeit und recht schweigsam.« »Und darum ringt und kimpft er so sehr«, seuftrte He'ene Ruard. »Der? Ich dächte, er läßt die Sorge um Weingärten, Felder, Futter und Stall fast gänzlich seiner tapferen Mutter und träumt bloß und jagt.« »Ja, weißt du denn nicht, was er eben jefzt auf seinem Zimmer tut?« »Nein.« »Er schreibt. Er beschreibt seine Jaod-erlebnisset seine Erfahnmnen und Taten und Gefahren. Die Offiziere haben mir erzählt, wie reizvoll, ja wie gewaltig er in den Fachschriften der Jand-welt von diesen Dingen erzählt. Alle sagen, er wäre ein Homer des Weidwerks. Ganz anders als alle andern packt er's ant mit zwingender Urkraft redet er von seinem bittem Leben und dem Töten in dieser Einsamkeit, so daß selbst Leute, die die Jagd bisher nicht k^'nnten, ganz toll werden imd mit dem Gewehr In die Wälder zu gehen anfangen. Man staunt über diese gänzlich neue Welse' es hat noch niemand solche V'nrte nefunden. und selbst die hohen Herren bei Hofe passen schon auf, ob nicht wieder eine seiner Schlldenmgen kommt. Du, ich hab' schon was gelesen, Schauerlich. Er hat auch schon auf Menschen geschossen. Du, — und mit den Mädchen in den Wäldern macht er'» g^nz kurz.« Frau Utta wurde rot. — Ihr hatte er dort oben bloß die Hand geküßt. »Und weißt du, warum er schreibt?« »Nein.« »Von dem Geld, da« er dafür bekommt, zi»hlt er die Hypothekenzinsen für sein altes Schloß.« »Ach«, rief Frau Utta laut. »Da« Ist schön! Das Ist mir neu an Ihm. Das... ach, das erhebt ihn sehr.« )«Da''ura sagte ich doch, er ringt um sein alte« Helm, Es ist doch rührend, daß der Edelmann um seines Vaterhauses willen sich soviel Gewalt antut, statt der Büchse die Feder in die Hand zu nehmen, und da schreibt er und schre'bt oft die ganzen Nächfei auch hier Wir merken am Tage nichts. Er ist munter und lieb, aber die Dienstboten wissen's. An den heyahgebrannten Kerzen, an den zwanzig Zignrettenresten und den dik-ken Briefen, die sie, auf die Post zu bringen haben, merken sie, wie er arbeitet. um sein geliebtes alles Schloß zu stützen.« Frau Utta war bewegt. Was da alles durch ihr Blut summte! Er arbeitet! Leidet und kämpft und schweigt! Nein, nicht gegen alle; Helene weiß darum, und ich nicht! »Könnte man ihm nur helfen«, rief das Mädchen In einem Ton, der beinahe Oual verriet »Ich kann dir nicht sagen, Utta, wie groß mein Mitleid ist!« »Heirate Ihn doch«, sagte Frau Dressel sehr leicht und flüchtig hin, kehrte sich ab und ging fort, durch die Nebengänge, ins Labyrinth der Welnlauben-terrassen hinein und war bald weder zu sehen, noch zu finden. Helene Ruard war von dem Worte so sehr erschrocken, daß sie blaß wurdet sie stützte sich an die Bank und ließ sich dann nieder. Eine lange Zeit wußte sie von nichts anderem, als daß ihr Herz tobte und klopfte. Prau Utta aber ging In gleichem Sturme. Sie wand sich mit dem biegsamen Leibe durch das verstrickende, üppige Gewächs der grünen Ranken und ging fort, fort, kreuz und quer über Terrassen, Stiegen, immer durch Reblaubgänge bis an den Fels über die Sawe, auf dem ein kleines Rundtempelchen stand, das im zärtlichen Rokoko der Venus geweiht gewesen war. Noch stand das Marmorbild der Göttin im mollig koketten Geschmacke jener Zeit In der Wandnische und Heß sich lächelnd von einem Liebesengelchen die letzte Hülle vom Leibe ziehen, ohne «Ich groß zu wehren. Dort war man ganz versteckt. Oben Reben über Reben, unterm Felsen die Sawe. Die rauschte so tief, daß Frau Utta seufzen konnte, ohne gehört zu werden. Und die schöne Frau tat's, ja sie stöhnte beinahe. Da war Feuer im Hausej neben ihr, und sie hatte bloß gespielt! Helene Ruard war den ganzen Tag an ihm bei ihm, um Ihn. Frau Utta aber tändelte bisher bloß mit einer ledsen Neigung, stachelte sie, hielt sie zurück, wie sie wollte, und diese Lene Ruard liebte! Herbet für dos Oeutsclie Rote Kreuz! Familien-Anzeigen Äl" Fiir «-ein-^n geliebten Fi^hrer, für Volk und jg Freiheit des Großdeutsehen Reiches st irb unser innigstgel.ebter Sohn und Bruder Friiz S nküW.lsch (ielreller am R. November 1941 im Alter von Ifl Jahren an der nördlichen Ostfront den Heldentod. Mai bürg'Drau den 10. November • Tn tiefer, stolzer Tr-iut^r; I ndislaus Sinkowitsfh, V.iter; Rosalia, Stiefmutter; W ichtrieister Hans Sinkowllsch, dzt im Felde, Funker Tran/ SlnUowitsrh, dz't im l.a/arett, Brüder; .Slefie Sinkowitsrh, Schwcitcr, im Namen aller Verwandten Schmerzet lüllt geben wir die unendlich traurige Nachricht daß unser unvertjeßlicher Gattü, Vatei, Schwieger- und Großv'ater Herr Josef Geiger der Ältere Schuhmachurnieisler in Gams-Marburg uns nach kurzem, schwerem leiden am Dienstag, den 30. November für immer entrissen wurde. Die sterblichen Überreste des teuren Verblichenen werden am Ooniierstcig, rleii 2, Dezember, um 10 Uhr, in Gams beerfiii> .mm «apataaMia LiclitsoieHhcatcr GurHeld Mlllwoch. I. Daiambar La Habanera Ein Ufa-Pllri mit Zarab Lanndar, Karl Marlall. Jalla Sf>rda. Paidliidnd Marian Panl llldl. Erwin Jirgas. Musik Loihar BtOhna — .SpiAlIcitung- Dallaf Slarack. I ni inornil* • he itlfbl >iigar.i«M>ii Ton-Lichtspiele Stadttheater P e 11 a II Dlrnilag, 30. November, Mlllwoch, I. und •Ji.nnpri-lag, 2 Dozrtnbcr — Frau hat ein ikll) Uo- hcimiln' 4in<|l Jrihdnnei Heealvri <«Bber Gewitter im Mai mit Hanai Knolerk Pjul Richter u. a. PQi Jugendtichv aan< Lichtspiele Sarlisenfeld_ Mlllwoch I. und Dnnnaralag. 2. Detember Fiakeriied Eine WIpnei Liel)Rsq<>icliirMi> mit Paul HArblger Gimtl tlulifr u a POr Jugendlich' unter 14 Jahren nicht tttgalaiianl Lichtsniftltheater Trifai 1 Vom 30. ^fovt•tnb^r bli 2. »Traummufiilt« mil Marie Marell, LIttl WaldaiOlli-r, Albiprhl »tnftti hall, Werner Hini, Atel von Ambmxer un'l Ovnlinil nii GIgll. — Spielleitung Geia *, Miivury, • Miiilk Ppler Krender. - Für Jugendliche nUnI .uii>l4ikap> Filirfhcater Tüffer fei Nt 24 Mlllwoch. 1. und Donneritag, 2. Driember — t&gllch um Irt 30 lind 10 10 Uhr Ein WindßtoU FOi Jugondllclie unter 14 Jahrun olchl tugelaiienl | STBtRISCHBR HBIMATBUND kralilOhniBf Mirburg-Sladt — Aait Volkbllduag Donnerstag, den 2. Dezember 1943 Heimatbundsaal 20 Uhr M U S I K R I N G II. Symphoniekonzert Dirigent Opernkapellmeister R. D I • t I M Reger — R, Wagner — Fr. Uszt Gelang: Kammersänger Hans D a p s e r, München—Wien Eintrittskurten zum Preise von RM 2.— bis RM 5.— in der GeschAftsstelle des Amtes Volkbildung, Tegetthoffstraße 10a, Restkarten an der Abendkasse 9 STBIRISCHBB HEIMATBUND Amt Frauen Ortsgruppe IV Rotkäppchen Der Kartenverkauf zu der am 4. Dezember 1943 stattfindenden Vorstellung findet an der Kassa Domplalz 17, Donnerstag und Samstag von 14—16 Uhr statt 1 Alle Jungen der Geburtsjahrgänge 1926, 1927 und Itinqer aus dem Gebiet der Südsteier mark und den Kreisen Deutschlandsberg, Leibnitz und Radkorsburq, die Neigung für den Offizibrberuf haben oder sirh für die aktive Unteroffizier- oder Re serveoffizlerlaufbahn im Heere interessieren, können sich in allen Prägen an den zuständigen Nachwuchsoffizler I n Marburg-Drau, Herrengaiic 28, um Rat und Auskunft wenden Ebenio werden die Eltern flbar alle Fragen — lowalt ile die Offizier- oder Untaroffliieriauf bahn batreffen — gerne beraten. 207 Wohnort- u. Anschriltändeninji müssen unsere Poslbezieher »olori dem kuMSp diger Poiiam* (nichi dem Ve'lag) melden „Marburoet 7pli»inn* VerlrlebjiBhir1l"no SehPWiElitiD fflr alltilntei'SteiPBr! UEPordnuogs- unii ümtsbliitt dei Chefs der Zlvtlverwaltuoq In der Untersteiermark Nr. 33 vom 22. November 1943 Inhalt: Verordnung über die Einführung des Eisenbahngesetzes in der Untersteiermark vom 8 November 1943. — Verordnung zur BekSmpfung der Zwetschkenschild-iaus vom 10 November 1943. — Zweite Verordnung über die Aus-, Ein- und Durchfuhr in der Untersteiermark vom 11. November 1943. — Verordnting über d^n Warenverkehr in der Untersteiermark vom 11, November 1943. — Anordnung zur Durchführung der Verordnung über die Aus-, Ein-und Durchfuhr in der Untersteiermark vom 11. November 1943 — Beknnntmflchung von Anordnungen d« Reichsführors-ff, Relchs-kommlwar für die Festigung Deutschen Volkstums vom 8. November 1943. — Allgemeine Anordnung des Reichsführers-f)i, Reichskommissar für die Festiqunq Deutschen Volkstums Nr. M'fV — Allqpmpine Anordnung dos Reichsführers-ff Reichs-kommisaar für die Festigung Deutsrhen Volkstums Nr. 15/TII. — Anordnung bi^ref-tend Änderung der Mehl- und Backwaren-marktordnunq vom 9. November 1943. — Erlafl betreffend Erziehunn7lng Vor arlbprq 98 Srndrf d»n Snldnt^n du »Mti'hiif ftt Zfthmf an dt» front! In tiefster Trauer geben wir bekannt, daß uns unser InnigMgeliebter Gdtte, Vater. Schwieger- und Großvater, Herr Johann Wok . Finanzoberaufseher L R. am Montag, den 29. November 1943 nach kurzem, •chwerem, jedoch mit Geduld ertragenem Leiden im 79 Lebensjahre füi immor verlassen hat. Das Beqräbni« unseres Unvergeßlichen findet am Mittwoch, den 2. Dezember 1943, um 15 Uhr, am Städtischen Friedhof statt. Cilli, Wolfsberg, Rann, den 29. November 1943. In tieffer Trauer: Antonia Wok, Gattini Johann, Maria, Angela, Ernit und Annl, Kinder) Else Wok, Schwiegertochter) Anton Stosrhir und Rudolf Kralnz, Schwiegersöhnei Carmen, Anton, z. Zt im Felde, Wilma, Martha, Rudolf, Edo, Thea und Romana, Enkelkinder. 10 KLEINER ANZEIGER Realitäten und Geschäftsverkehr Kleiner Besitz in der Umge-bunq Marburg wird vom solidem Ehepaar zu pachten gesucht. Anträge unter »Kleiner Besitz« an die Verw. 1-2 Zu verkaufen HolISndlsche B1uraen7wiebel; Hyaclnthcn, Tulpen, Kroku«, Anemonen. Scilla, einqelanqt bei Blumen • Weiler, Mnrbnrq, Herrenqasse 26 840-3 Tabaksamen nebsf vollFt^tidi qer Anleitum f'*' Auwan' und Cehandlunq sofort lieforbar Ein Sortimpnl 4 RM '-hnAh me-Versand — Fqnaz Medwed Vfilkprmiirkt (Kärnten) 561- Stellengesuche 23jähriqe Reichsdeutsche, perfekt In Stenographie u. Schreib-maichine, sucht selbständigen Sekretärinnenpcisten in Marburg. Angebote unter »Nr. 23« Offene Stellen Vo< eioileitong «no ^rhHil^kiar («a mut ieran7iin Abzugeben bei Johann Hhi-pitsch, Brahmsqass« 8. Mirbiirn- __21-13 Ein schwarzer, rechter Herren-hnndschuh, mit weil^em Fell qe-'flttert. wurde auf dem Weae Mozart«*ra(\p bis zur Rntckner-qasse verloren Der ehrliche Finder wird ersucht d^'n Hnnd-"chuh qeqen Belohnunn bei Karl Seml'tsch, Rrucknerqn'««:p Nr. 6, nbzuneben. 8-3 Hahn zugelaufen TheoHor-Kft''. ner-Straße "il. Marburq-Drau. ____ Srhwarz-weiPer Norwegerfäuct-llnq am W^^ip FrHqraben—lei ( tershr>rn verloren. AbTuneben 1 im Gpschfift Anderle, Horren-j gasse 10-11 Versct*'<*H<»n'»s Tausche m{>derne Küchenein-1 ricbtunq für eine tadellose j Kofferschreibmaschine oder ei-) nen quten Pelzmantel Unt®'* 1 »Wortausqleich« an die »M i. « — Cilli_____M8-14 Lederstiefelbose, warm (gefüttert, tausche jicßen i{uten Frau-enwinterinantel, jjrößcre Person Nur von 1?—12 45 oder ab 18 Uhr Rrunndorf. Lembarhcr-strißc_2(1-n_____880-14 Näfimaschiiic, versenkbar, Nuß-holzqestell, 300 RM, wogen Krankheit qegen tadellnsen Rundfunkempfänger zu tauschen. Anträge unter »Günstig« an die »M. Z « 14-14 Tausche prima kompletten Herrenanzug oder tadelloses Herrenfahrrad gegen einen erstklassigen vierröhriqen Rundfunkempfänger. Hella Plaskan, Fjj^ßlau^ Krel^aiju__3-14 Tausche Harmonika, 2-relhig, tadellos, 40 RM. und ein« Violine, 30 RM, für e4ne Harmonika mit Tasten Schule Mietsdorf, Post Mureck. 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( I urpe'em ■t'iouii'':, *[ilf'is: i» melden • .-t., Wien L, HolM'nNliitiU'ug. 10 u ■ r-fjk ■ . 1 VoiiisiurBoroe- ^jJVor ''herungen m m Danksagung Für die überaus grolle Teilnahme an dem schweren Verlusire meines lieben, unvergeßlichen Gatterf HEINRICH MALLITSCH, sowie l^r die zahlreiche ehrende Beteiliqung an der Verabschiedung und die vielen schönen Kranz- und Blumenspenonip(dn-fjer und Au'.',..Jiiuii||. Ru'loll-Berntcilci-Fl, ..ß^ Ii) Iii nniuloil, Nl r biiii) Dr. ij 11-14 I Tdiisclie S( liiices( hiiliti Nr. 37 ; ijt'iieii pific hr: Ni ,i'i K»)nig, l'i)l)prai'hrIlr !.po t wagen und Gi-irirtr p 1). II KiimcI Ii k-mplan-' qer .\in(tit in cn i .,M Z NlLllUuiy ÜiuU IJ N ) Seite 6 * Nr. 335 * Mittwoch, 1. Dezember 1943 MARBURGER ZEITUNG Bollwerk in der HKL des Geistes Hochschulkurse für Frontstudenten PK Der Unteroffizier Lorenz sieht in den grauen Morgen, dei über die Ss.nja-wiiiliöhe kriecht. Die Nacht wai ru-h,g, endlich einmal. Alle die anderen Tage und Nächte trommelte der Feind auf die Siellungen. Wie lange das so ging, ist nicht genau zu sagen Man verliert das Gefühl für Zeit. Wer wollte wohl glauben, daß fünf Jahre vergangen sind seit jenen Semestern in Frei-burg?-Man muß sich das wieder einmal zurückrufen: »Lorenz stud phil. im vierten Semester, 25 Jahre, ledig«. Unwichtig, denn man liegt auf der Ssinjawinohöhe, ist Flakartillerist an einem Vierlingsgeschütz, Der Leutnant kommt durch den Graben. »Was wollen Sie eigentlich nach dem Krieg machen, Loren/? Sie studieren doch.« »Wüide jet/t ins Staatsexamen steigen, Alfphilologe' , sagt der Unteroffizier. »Würde<, lächelt der Leutnant, »Kommen Sie nachher ma! in meinen Bunker, habe was für Sie!« Als Lorenz vom Leutnant zurückgeht, ist er etwas durcheinander »Sie fahren zu einem Hochschuikursus auf die Universität Dorpat, sind schon seit langem vorgesehen. Kloine Überraschung, was? Ubergeben Sie Ihr Geschütz an Lehmann. Und dann los«. Dorpat wird das Einfallstor deutschen Geistes am Rande zweier Welten genannt, Am Fuße des Domberges steht inmitten der Bürgerbauten die Universität: sie erhebt die Stadt zum geistigen Mittelpunkt dos Landes. Gustav Adolf gründete sie, vor der Mitte des siebzehnten Jahrhunderts. »Wir Deutschen wollen nicht vergessen«, sagt der Professor aus Konigsbeig, »daß die Wiedergründung der Universität nach dem Weltkrieg deutsches Werk ist Der deutsche Geist hat von hier auch immer nnch dem Osten gewirkt, und so ist es kein Zufall, wenn wir als Frontkämpfer, die wir für eine Woche die Gräben verließen, den Geist desjenigen anrufen, dessen geistige Welt durch das Tor Dorpat in den nordöstlichen Raum fand: Goethe. Der Unteroffizier Lorenz hört vormittags die Vorlesungen eines Königsberger Professors »PaustpToblem und Mensch-he'.tsidee« und eines Wiener Dozenten über »Philosophie und Politik«, nachmittags: Arbeitsgemeinschaft, anschließend Aussprache, abends: »Don Pasguale« in der Dorpater Oper. Wenn er, der gestern noch die Trichterlandschaft vor Augen hatte, heute, den Kopf voller Eindrücke, sich die Frage nach einem vorläufigen Ergebnis stellt oder zu dei bald präziseren Formulierung kommt, hat das Sinn für mein weiteres Studium und die geistigen Aufgaben, die mir gestellt sind?, so findet er überraschenderweise sehr schnell die Antwort. Er kann nämlich jetzt schon sa- gen, daß der »Blick übern Zaun« fruchtbar wirkt. Der Professor aus Königsberg sagt: »Was wir tun wollen, ist: mit diesen acht Tagen einen Kontakt zu schaffen zwischen Hochschule und FrontI Einmal werden Sie den grauen Rock ablegen, dann sollen Sie nicht als Fremder und dem wissenschaftlichen Leben feindlich Gegenüberstehender und mit allzu großer Skepsis beladen wieder in die Hörsäle gehen. Wenn nur der Wille rein geblieben ist und das Verständnis der akademischen Frage Ihnen bewahrt blieb — der Geist trägt letztlich den Sieg über die Materie davon.« Aus dieser Besinmuig wächst die Berufung des deutschen Frontstudenten. Darum ist Dorpat ein Stück Schützengraben, ein Bollwerk in der Hauptkampflinie des Geistes, mit dem dieser Krieg, im letzten Grurd«^ von uns qn-Wonnen wird.* Horst Mönnich „Wir sind gerade dabei" Ein neues Buch von Hermann Pirich Gleich den meisten seiner Zeitgenossen gehört auch der Schreiber dieser Zeilen zu den Leuten, deren berufliche Inanspruchnahme nur wenig Muße zu intensiver Lektüre übrigläßt, deren Verhältnis zur Literatur (zu jener Muse also, die vielleicht unter allen ihren Schwestern den höchsten Grad Innerer Bereitschaft und Empfänglichkeit von uns erheischt), gegenwärtig ein sündhaft nachlässiges, um nicht zu sagen; schlampiges ist Die stillentrückte Versunkenheit einer abendlichen Lesestunde ist verdammt rar geworden, und man ist längst gewöhnt, an Büchern — und wären es die schön-sienl — nach einem flüchtigen Blick auf ihr lockendes Titelblatt und mit Erstes Konzert nach dem Terrorangriff Ta^ der Hausmusik in Kassel Es spricht für die innere Kraft der deutschen Hausmusik daü das erste Kon- | zert in Kassel nach dem Terroranjiriff | eine Feierstunde zur Eröffnung des Ta-}{es der deutschen Hausmusik war. Die Initiative ginj« von don Kasseler Musik- ! trziehcrn und der Keichsmusikkammer j aus. Die Bcauftratjtc für den Tai« der j deutschen liausmiis'k. Katharina Liefi- i nilz, beantwortet die FrajJe nach dem j Sinn der Housrrusik dahin, daß diese | kein f.uxus, keine bloße Zutat zuir behaglichen Leben, vielmehr eine der tra-(Jendcn Kräfte unseres kulturellen Lebens sei Das von Bruno Stürmer als Pianisten ge- leitete Trio spielte zwei Becthovcn-Trios, der Pianist Rothlauf Beethovens E-dur-Sonate. Landesleiter Leist forderte die Kasseler Bevölkerung auf, das Musikleben aus der Familie heraus neu zu beleben und dieser Feierstunde viele Hausmusikabende mit möglichst viel Gästen folgen zu lassen Er wies auf die erfreul.che Selbsthilfe des städtischen Konservatoriums hin, das den Lehrbetrieb in den Wohnungen der Musikerzieher längst wieder aufgenommen habe und nannte als Konzertt^eber des zweiten Konzerts Kräfte des Konservatoriums, die in einer der wenigen noch erhaltenen Kirchen eine Stunde ernster Musik veranstalteten Wiener Kulturträger im Bild Eine neue Ausstellung wurde eröffnet Die mit 'Spannung erwartete Ausstellung »W oner B IdnisHe aus Kreisen dei Kunst lind W ssnnschaft 1400- 194.3-. die nun, voii f er Ge^ollsch ift der l)ild('nden Künste Wiens veranstaltet in das flaus am Knrisplatz cincifT.nqpn is', kann nach zwei Rich'liiii'^n h n besonderes Interesse beanspruchen- Einmal küniiel sie als eine, wenn auch keine<5wpgs lückenlose Galerie de: 'in Knlturleben Wiens beteiligten Pers/')nlichkeiten von dem Reichtum dieser St-idt ^«n geistig schöpferischen Kraft<>n, 7um anderen legt sie Zeugnis ab von dem hohen Stand der Wiener Pnrträ'kiin«it und ih^er Entwicklung seil Ben nn unseres JahMiunderts. In technischer H.nsrht ist die Schau von einer wohltuenden Abgeklärtheit Es tut dem Ges, mteindrurk keinen Abbruch, daß die 12.'i aust,tellenden Künstler zwar alle mit der gleichen aufgeschlossenen Liehe, aber natürlich jeder von seinem Standpunkt aus n das geistige Antlitz Wiens geblickt haben Je differenzierter und abwechsluntisreicher die 273 Mosaiksteine sind, aus d«nen sich das Gesicht des Wiener Kuiturträ gertums zusammensetzt, desto lebendiger stellt sich der Querschnitt dar Die bei solchen Programmausstelhmgen unvermeidliche Eintönigkeit wurde durch die zwischen dit; Ol-, Pastell- und Tempera-hilf nisse, zwischen die Zeichnungen und Radierungen eingestreuten Porträtplastiken geschickt überwunden Es ist nicht leicht, die Höhepunkte einer Ausstellung abzuschätzen, die so viele gleich ausgezeichnete Werke enthält. Dem aber ist auch gut so, denn PS könnte kein schöneres Zeugnis für die geistige und künstlerische Bedeutung Wiens geben als den beglückenden Reichtum hier an Jtulturschöpferischen Pedönlichkeiten, wie er aus der Liste der Dargestellten spricht, und dort an unermüdlich schaffenden Meistern der Palette, de« Stiftes und des Meißels, deren kraftvolle Talente dieser Stadt zur Zierde gereichen Adolf Theodor Schwarz mehr oder minder leicht ertragenem Entsagungsschmerz vorüberzugehen, so etwa, (wenn der Vergleich gestattet ist) wie Ehemänner, stark verheiratete an hübschen Mädchen. Umso dankbarer aber ist man dafür dem Zufall, wenn er einem nun doch einmal mit besonderem Raffinement ein Buch in die Hände spielt und seine Lektüre ans Herz legt, zumal wenn es ein — schönes Buch ist Das, wovon wir nun sprechen wollen, ist ein solches; Ein schönes, ein gutes, ein be7.aubemdes Buch! Und es besitzt außerdem höchste, dre fache Aktualität- Erstens stellt es unp mittoi h nein in die brausende Fülle des Zeitgeschehens, mitten hinein in das Erlebnis des Kampfes, zweitens ist es erfüllt von einer urmännlichen Zuversicht und kraftvollen Gläubigkeit, eine' Gläubigkeit von der manche Seite förmlich widerhallt wie die Tannhäuser-Ouvertüre vom Klange der Posaunen und die so maichem unter uns bitter nottuti und drittens ist sein Verfasser ein Süds^eirer, unser engster Landfminn, der Pettauer Hermann Pirich, der vor ungefähr zehn Jahren der beklemmenden 'hm unerträglich aewor-denen »volksrleutschen" No' d^^n Rücken wandte und n^it nicht v'cl mehr als seinem Idealismus d<»r Reinheit seiner Gesinnung und seinen Talente ausgestattet. ins Altreich wanderte Um es norhmal« 7n sagen, es gab in letzter Zeit nicht alhuviele Bücher, d'e uns von de*- ersten hif; zur letzten Seite so sehr in Uren Bann srh'ugen. wie Hermann Pirichs jünnsfps Opus. Es sollte von jedem Unterst'«''e'- sofern er's bekommt gelesen'wcden. Wie sein Untertitel besagt, schildert es uns »E'lebnisse eines Kriegsberichters von Gibraltar bis Leningrad' also eine vert'ammt weite, innerlich und äußerlich geräumige Welt, zu deren geistig lebendiger Durchdringung schon ein ganzer Kerl gehört. Aber der Kriegsberichter Hermmn Pirich ist so ein Kerl Kriegsberichter? Ja und nein Sein frisches Draufgängertum, die bisweilen geradezu jungenhaft, sympathisch jungenhaft, wirkende Helligkeit seines Wesens, die soldatische Strammheit seiner inneren Haltung stempeln ihn dazu. (Daß f'ipse soldatische Strammheit in ihrer Echtheit so gar nichts mit Konjunktur-Mache und Liebedienerei zu tun hat, daß sie nicht im entferntesten mit dem Hnbtachtstrhen des Meinungslosen, des Nur-Braven indentisch, sondern einfach die natürliche Folgeerscheinung einer Volk, Heimat und Vaterland mit Inbrunst umfassenden Liebe ist, versteht Sick von selbst, und soll hier nur ganz am Rande vermerkt werden, übrigen« enthält ja srtion da« feinsinnige Vorwort, das der Kommandeur der ff-Kriegsberichterabteilunq, ff-Sturmbannführer Gunter d' Alguen, dem Buche mit auf den Weg gab, wunderbar Auf- Aufiinhmc Steffen Lichtbild, Ora» Zimmerlinden am Fenster stehen wie freundliche grüne Inseln im Grau des Wintertages schlußreiches über die Synthese »Soldat und Journalist,«) Aber Hermann Pirich ist doch noch weit mehr als Kriegsberichter. Er ist ein Schriftsteller von Format, ja noch mehr: er ist ein Dichter. Ein Dichter von tiefer Begnadung, dem nichts Menschliches und Allzumenschliches fremd ist, der den Dingen ins Herz schaut, der mit den Sonden seiner tiefen Menschenkenntnis und außerordentlich feinen Beobachtungsgabe verborgenste Gründe berührt. Dali dieser Dichter Hermann Pirich dabei stets interessant, leicht zu lesen und nie langweilig ist, das macht ihn in unseren Augen nicht kleiner. Sein Stil und seine Sprache sind bei aller Leichtigkeit und Flüssigkeit stets lapidar und kernig, bei aller Gedrungenheit stets farbig und ausdrucksstark, seine Bilder und Vergleiche, die er nur so aus dem Ärmel schüttelt,' geistvoll, originell und oft von leuchtender Plastik Dabei ist alles wohlig durchwärmt von einem köstlichen Humor, einem heute, ach. so selten gewordenen Humor, dem eine reiche Ausdrucksskala zu Gebote steht- vom jungenhaften Bummel-witz und kichernden Wortspiel angefangen bis hinauf zu jener lächelnden Weisheit, die auch das Schaurigste noch irgendwie sänftigt und auch das Dunkelste Schmerzlichste und Abgründigste in das tröstliche Licht einer höheren, stemüber glänzten, gottgewollten Ordnung empor hebt. Ja, dieser Hermann Pirich ist ein Dichter. Man wird sich seinen Namen merken müssen. Es gibt Kapitel in seinem Buche (wir denken da vor allem an das seiner »lieben Fi au« gewidmete und an das letzte, das den Titel, »Die untilgbare Schuld« trägt!), die von einer solch herben Süße und Keuschheit de« Gefühl« sind, daß sie einen unwillkürlich an die Vorfrühlingszärtlichkeil unserer südsteirischon Landschaft oder an Lieder von Hugo Wolf erinnern, der bekanntlich auch ein nicht völlig unbegabter Untersteirer war. Zum Schlüsse also nochmals: man sollte das treffliche Buch wirklich jedem Untersteirer in die Hand geben. Denn abgesehen vom Genüsse der Lektüre, die es bietet, ist es doch auch ganz schön, auf einen Landsmann wieder einmal ein bißchen stoz sein zu dürfen. Und wir dürfen es, ohne uns der über-schwänglichkeit oder gar lokalpatrioti-srher Selbstüberhebunn srhuld'g zw machen. Hermann Frisch Kulturbrücke von Gau zu Gau Grazer Künstlerinnen in Gotenhafen Im Rahmen des VDA-Patenschaftswerkes, dem im wieder eingegliederten und neuen Ostgebiet ein wichtiger Anteil an der Festigung des deutschen Volkstums zufällt, entsandte der Patengau Steiermark in «ein Patenschaftsgebiet Gotenhafen zwei junge Grazer Künstlerinnen, die Geigerin Martha Eitler und die Pianistin Claere Kaempffe-Hülsbeck. In der Stadthalle wurden die beiden Künstlerinnen begeistert gefeiert. Ebenso erfolgreiche Konzerte gaben sie auch auf zwei Schiffen und In den Städten Grau-denz, Kulm und Bromberg. Das amtliche Der KdF-Jahrestag im General-gouvemement Zum 10, Jahrestag der NSG Kraft durch Freude wartet auch der Arbeitsbereich Generalgouvernement der NSDAP mit Veranstaltungen auf, die in Krakau mit einem Gastspiel der Münchener Philharmonie unter Leitung von Musikdirektor Mennerich eingeleitet wurden. Das mit starkem Beifall aufgenommene Programm, das auch die Deutschen in Rädern, Lublin und Warschau erfreuen wird, umfaßte neben Werken von Wagner unter Mitwirkung von Kammersängerin Hüni-Mihaczek von der Staalsoper München Bruckners 4 Sinfonie in Es-dur. Ein Festkonrert des Deutschen Chors Organ der NSDAP, der »Danziger Vorposten«, stellt fest, daß der Gau Steiermark mit seiner VDA-Patenschaftshilfe ganze Arbeit macht und dankt insbe-sonders für die aktive Kulturarbeit. Die Gotenhafener entbieten der Steiermark, mit der sie nun schon viele freundschaftliche Bande verbint'en, durch die beiden Künstlerinnen die herzlichsten Grüße. »Als Unbekannte sind sie zu uns gekommen« — schreibt die Zeitung — »als unsere guten Freunde haben wir sie mit einem herzlichen .Auf Wiedersehen!' verabschiedet,« Krakau und ein Gastspiel von Kriften der Berliner Scala runden die Veranstaltungen ab. Auf das zweite Marburger Symphoniekonzert, das morgen, am Donnerstag, den 2, Dezember, um 20 Uhr, im Heimatbundsaal stattfindet, wollen wir noch eirunal hinweisen. Opemkapellmeister Richard Dietl wird das ausgesucht schöne Programm, das Werke von Reger, Wagner und Liszt verheißt, dirigieren. Eintrittskarten, die für die Mitglieder des Musikringes der Marbi»rger Musikgemeinschaft nur die Hälfte des normalen Preises kosten, sind im Vorverkauf beim Amt Volkbildung (TegetthoffstraOe Nr 10 a) und an der Abendkasse zu haben Der Spürhund Von Richard Drews E« mag Leser geben, die nur das lesen, was der Tng ihnen zuträgt, die nur dem willig ihr Ohr leihen, was den Wert der Neuigkeit in sich birgt Man soll sie nicht schelten, das Menschenleben hat seine enggezogenen Grenzen, und die Zeit, der man angehört, verlangt viel und vieles. Nicht jeder mag im Schutt versunkener Jahrhundert« herumstöbern, Zeit und Sammlung gehören dazu und jene lebendige Teilnahme, die ohnehin von der Gegenwart, der sie angehören, bis zur äuflcrsten Grenze gefordert wird Dennoch, glaube ich, daß diese Geschichte aus einem längst dahingegangenen Jahrhundert auch auf das Interesse derer rechnen, die sonst keine Zeit haben. Daß sie es verdient, mag der Leser selbst entscheiden. Ich weiß nicht, wem Karl V. von Frankreich noch ein Begriff ist, aber ich sollte meinen, der Name dieses mächtigen Fürsten wäre diesem und jenem in irgendeinem Zusammenhang doch schon einmal zu Ohren gekommen. Zu seinen Tagen, im 14, Jahrhundert unserer Zeitrechnung, hat sich diese Geschiclile eines merkwürdigen Kampfes auf Leben und Tod zugetragen. Da sie nicht ausgedacht ist, sondern in zugänglichen Akten, wenngleich mit dürreren Worten aufgezeichnet, vorliegt, kann ich ohne der geschichtlichen Wahrheit ins Gesicht zu schlagen, auch das Dalum des seltsamen Duells bekanntgeben; es war dar 3. Oktober des Jahres 1371. An diesem Tage, einem nebligen, naßkalten Herbsttage, fand der absonderliche Zweikampf statt. Auf höchsteigene Anordnung KarU V,, wie ich, der Ge* nauigkeit halber, noch hinzufügen muß. Die Vorgeschichte des Kampfes war diese: einige Zeit vor dem genannten Tag war ein französischer Adliger, der in der Nähe von Paris seine reichen Besitztümer verwaltete, auf geheimnisvolle Weise abhanden gekommen. Alles Sueben nach seinem Verbleib, so eindringlich es auch betrieben wurde, blieb ohne Erfolg, Doch der Zufall, der so oft hilft, wo Menschen am Ende ihrer Weisheit sind, brachte eine überraschende Auf'