fatkidjer ^dju^eitung Sailjlilatt für Hram untr Hit|!rnlantr ©efcf)äftlid)e Slnjeigcit tucrbeit nit^t angenommen, iöeftellnngen nnb Beilagen ftnb anšfrf)ltefjliri) nnr an bie SSertoaltniig: 5rg. § er (lit, Sefjrer in Saibad), 9Karta=2:i)ere|'ta=(StraBe 5ir. 4, ju ricfjtcn. ]|i'rausi)E0EDen uum liratni |'dj en Xeljre r it cvetu e. ^djrifneiter: gubolf g. JJrcr?, k. k. JJrofrffor. 95ereiu§mitglieber erhalten ba§ ©latt umionft. ®cfteKgeOnf)ren nnb alle gaumigen für ba§ iölatt ftnb an ^eljrer grranj gJer|tn in Saibac^, 9Jlaria«2:^erefia«8tra6e sJir. 4, ein-jufeubeit. ©rfdjeint nm bie SUiitte eiuež jeben 3Jionate§. — gejugsprets: jäljrlid) 4 K, fjalbjä^rlid) 2 K; einzelne ©lüde 40 h. ^>anbf^riften nnb eingefanbte 2Ber!e toerben ni^t jnrücfgefteUt. Änaliaruts QJmtn-fHutUmal in Xatltadj. Ultimi QBraf ir. ünerspErg. (Hualia|tuö @vüu.) ®üt S3tlb fcine§ Sebcu? imb Sidjteuä jitt f)uubertjä£)r. Sffiiebetfeljr fcinež ©eburtžtagež bou $v»f. ®r. graitj Sltebl. V. (©^lug.) Stnbere erjä^Ienbe ®icf)tungen. ®e§ 5DidjterIebcn§ ^ö^epunft unb 9lit§gang. 3m Satire 1843 liefj Stnaftafing ©rün bie «9iibeluttgen in gracf» erjdjeinen, eine epifcti=[liri)ctje ©ic^tnng tjumoriftifcfien SnfjatteS,1 in ber alten Utibefungenfiropfie mit freierer 93ef)anbtung ber ißergenben abgefa^t. ©ie befingt bie Sort)eiten be§ §erjog§ äJtori^ 2Bilf)eIm üon ©acf)fen=SRerfebnrg (1688—1731), eines SJfitftfnarren, ber in fdimärrnerifdier ißeretjrung feiner SBajjgeige fidj bemütjte, einen Sltaun üon ber ©röffe jn finben, baff er bie SBajjgeige als SSiotine tjanbfjaben tonnte, nnb if)n and) in einem ißotsbamer ©renabier enbedte nnb als ©egenftüd einen 3lDer9 baju, Kein genug, bie SSioline als iöa^geige ju gebrauten. Sie Sidjtung ift im ©runbe eine Satire auf bie ÜDtarotten ber 3DPfjeit unb inSbefonbere auf baS nufdofc Sreiben ber tteineren dürften unb i^rer §öfe. Sie Sarftettung ift breit, ißotitifc^e Stnfpieluugen unb ©ebanfen finben fid; tiie unb ba.2 Sntereffant unb djaratteriftifct) ift bie Seletjrung beS Knaben in bem Stbfd^nitte: «93ou einer geber, einem ©djloerte unb einer 2tjt; nebenbei etwas üon ber 9Jtenfcf)enI)anb». Ser 1850 erfdjienene «i^faff üom Slasten ber g»3 ift Seuau jugeeignet. SaS ©ebidft ift eine 2trt Sbpttc, ein länblidjeS ©ebidjt mit ©reigniffen ber ©egenwart im weiteren ^iutergrunbe. grei^eitsbegeifteruug ift ebenfalls ©runbton. §er^og Otto ber gröf)lidje (f 1339), ber fid) nadj uralter SBeife aus Säuerntjanb mit Kärnten bcletjuen lä^t, ift bie §auptpcrfon.4 * 21ngefdjioffen ift SBiganb, ber ‘Sfaff uom ®at)Ienberg»,6 eine ernft=t)eit'ere Statur, ber ^eitere, fdjöne SebenS» freube mit finnenbem ©eifte üereint in ber Überzeugung, baff uns ©fjriftuS nii^t jum ©cfjmerje befreit ^abc, fonbern jur SebenSfreube, bie fid) im frofjlidjen Sadjen tunbgibt. ©r ähnelt in gewiffem ©iuue bem Sidjter felbft. ferner Stittjart (Steibtjart üon fReuenttjat), ber als Sauernfeinb betannte berbfomifdie SJtinnefänger, ber Segrünber ber fogenannten «tjöfifdien Sorfpoefie», bie jum ©rgöfeen ber t)öfifd)en Greife itjrcn ©toff aus bem Geben unb Sreiben ber Säuern nat)m. Spätere Sagen fjaben biefeu baprifdjen Stüter, ber nadj Sertuft feines SetjenS nac^ 1 9J?au benannte fte and) at3 •Capriccio». 2 So jene fdjoit int oorigcn Slbfdjnitte berüorgef)obenen Stroptjeu, locldje fid) auf bie natf) feiner Sßer= matjluug mit ber ©räfiu StttemS unb uad) ber angeblidjeu Söciuerbnug um bie Stammerijerrenroürbe eifotgteu Slugriffe unb SSormürfe beziehen; fie ridjteu fid) mobl and) gegen bie politifdjen ©ctjreier unb Starren im allgemeinen, «meld)e fid) SBeife nennen, toeuu fie in ber SOtajorität finb». ©a? politifd)e Sieb mirb folgeubermajjen gepriefen: «ißolitifd) Sieb, bu ©ouner, ber gelfenlferjen fpaltet, ©u Ijeil’ge Driflamme, gum SiegeSjug entfaltet, ©u geuerfäule, bem Slolfe au§ Slned)tfd)aftroüfteu betlcnb, ®u 3erid)opo[aunc, ber 8>ringberru SSotlroert all äerfdjcHenb!» («Ein Stiid Ejpofition, Snoofation uebft etlichen Epifoben», Str. 20.) 3 Su ©nmbe liegt ba§ Solfžbud) oom iPfaffeu SBigaub Dom ffalfbaiberg. Erfte Slu^gabe Don SJ5l)i!ipp graudfürter auž SBieu, gegen Eube beS 14. 3abrbunbert0 berfajjt. ©eit Stoff bat SluaftafiuS ©rün burd) aUerbanb Qutatai erroeitert, oertieft unb gegeuroärtigen Slerbältniffen naher gerüdt. 4 Stad) bem 1414 jum lepteumal geübten iBrauctje mürbe jeber fjerjog Don Stärnten bei feiner ©br01t= befteigung burd) einen 33auer»manu mit bem Saube belehnt unb Derfprach jugleid), bie 9ted)te uub fyreiheiten ber Untertanen 511 fchnpen. ®ic Söelehuuug fanb auf freiem gelbe ftatt. s Sißiganb (Seigaub) Don ©be&en nlt ®onau mar erft luftiger §ofnarr Dtto5 bež gröblichen uub befam bann Don biefem bie Pfarre im Stahleuberger ©orfe bei SBieu als ißfrüube jur Slelohuung. Dtto ber gröbliche hielt oft £of auf bem Stabteuberge. 1G7 Öfterreidj üBerfiebette unb bte ®unft grtcbrtcfjg II. bež Streitbaren erttmrb,6 jum Hofnarren Dtto§ be§ grötjlicfjen gemalt, tno^u bie 91amen§glei^^eit mit bem fjerjoglictjen Spa^madjer ilteib^art oerleitete. Srefflid; ift and; ber Bebentjam tjerüortretenbe, urtoü^fige S8nnerž= mann (Sngelmar gejeic^net. ®a§ ©ebid;t fetBft i[t an eigentlidjcr ^anbtnng arm, befto reicfjer an trefflichen Silbern, unter benen 9Iatnrbilber, länblid;e $efte, Soltžfjenen tjeroorragen, ^®pifche 2trabe§fen» hat man fie gut Benannt. 3m §erjog Otto unb SSieganb ift ba§ oolfgfreunblidje prften= unb ißricftertum oerherrlid;t. ®a§ ©lorienbilb eines dürften ift Sofef II. Slnfpietungen auf politifcfje Serhältniffe ber ©egemoart fetjfen, toie gefagt, teincSmegS.7 Sroh ber »reite ber Stnlage unb ber geringen epifdjen §anblung ift ber «ißfaff oom Kahlenberg» megen feiner überaus jaljl" reid;en Sdjönheiten beS ftofflidjen EetailS unb ber Spradje eines ber Beften SBerfe bcS ®id;terS unb mohl geeignet, feinen ®id;tcrruhm unoergäuglid; ju erhalten. 2)er gewählte ScrS ift ber oierfüfjige 3am6uS mit wanbelbarer Uleiinftellung.8 (£S feien nur heroorragenbe einjclheiten Bezeichnet; fo bie »eidjte beS dürften in ber freien 9Iatur, bie erjählung üom erfteu grühlingSoeildjen, beffen entweubung beu Ktithart Zum »auernfeinbe mad;t,9 bie STrt unb 2ßcife, wie DIithart aus Dtadje bie Säuern Betötpelt unb nedt, ood föftlid;en §umorS. DJlanche Sdjerze finb frcilid; fel;r rot;; bod; fie fiub uad; ber alten Solfsfage erzählt. Selbft SSieganb fanu mand;en uugefd;lad)ten Scherz oerüben.10 Köftfidje Sefd;reibungen finb baS länblid;e Kirme^feft, wie ütithart fein Siebten gegen Sauernlift zu ertjalten weif;, Dtitljart als ißilger, worin ber gewichtige SluSfprud;: «Sein eignes Sein nur l;at oerflärt, ber SJlenfd; im Oöttlicljen, baS er ehrt», bie Sefdjrcibung ber Sohannisfeier, bie Serföl;nung beS 9Iit[;art mit ben Säuern angefidjtS ber DJlajeftäft beS UwbeS (freilid; ein Schelmenftüdchen StittjartS), bie ©ebirgSreife mit §eroorhebung ber »eben» tung ber Kloftergrünbnugen, baS länbtidje grühtingSfeftfpiel, an bem felbft ber fröl;lid;e, lent* felige, warmherzige, gemütstiefe Herzog 0tto mitfingenb teilnimmt. 3Me SeBcnSfreube foll felbft im £obe nid;t erlöfd;en, beim fo meint SBieganb: «$0?eiu freubig ißriefterherz nid;t zage felbft an ben Pforten ber ©wigleit z« mahnen an bie golbnen Sage ber flüdjtigen ©rbcnfeligfeit!»11 S)ie §errlid;feit ber 211pen unb bie nrwüchfige Körper* unb Seelenfraft ber 2llpeuföhnc ift bargefteHt im 21bfchnitte «Urmenfdjen». ®ie Freiheit ift beS SaubmanncS ©röffe, ber Sauber feine ©iufamfeit. greilid; fehlt and; baS «3Jtenfd;enErummhoIz» unter ihnen nidjt, geiftige ober förperlidje Krüppelhaftigteit, aber ihre ^erzeuSgütc nährt unb erhält teilnehmenb biefe Unglüdlidjen. DJtit iRed;t tann bal;er fpcrzog Otto fagen: «D grof; ©cfül;!: bicS Sanb ift mein! 0 ©tolz, ber 211pen gü'fl žlt fein!» ^eroorzuheben ift and; bie Sauerufjodjzeit, in ber Sltithart baS biebere, fdjlichte Sauernoolf12 fogar lieben lernt unb auSruft: «0 wonnig ^eimat* lanb ber Sieber, bu rufft, bu wiutft, bein bin id; wicbcr!» 2)er 2lbfd;nitt «ßtoei ^väumer» ift ein intereffanteS S'megefpräd; zwifd;en einem greifen Sauernebeling mit feinem Sohne über 6 * 8 9 10 11 12 6 ®r erhielt Oon bemfelbcn ein ®ut in ber 3?ähe Bon SJtelt. 1 elb reidjlict) auSteilt, aber faft n o d) reicfilic^er empfängt, beuu ungleicf) anberen immer fiegreidjen §etben ber Sunft= unb ®oIf§poefie, nor bereu blofjem Stnblicle fdion bie geinbe bemältigt nieberftürjen, lä^t ipn ba§ engtifdje SSoItšlieb fepr oft niš Sefiegten unb jämmerlich ®urd)geprügelten erfdjeinen, fei eš, bap bie IBolfšbichtung, biefen 3lig oon iRaturma[)rf)eit feftljaltenb, ihren Siebling ber allgemeinen menfdilidjen ^infäKigfeit nicht entfleibeu unb ihn baburch bem Slubitorinm näher rüden molite, fei e§, bah fi£ ihn nbfidjtlidj ben @d)mäd)eren fpielen lä^t, um feine (Segnet ju SInhängern ju merben unb fic in bie ^errlidjfeiten beš SBalblebenš einjuführen. ®iefeš 2BaIb= unb 3agb= leben, oon beffen dteijen unš bie 93aIIaben mit menigen, aber fräftigen ißinfelftrichen ein fo naturmahreš (Semälbe entwerfen, hat nichts gemein mit ber meidjlidjen ft'unftblumenpoefie mobernfter UBalbfeligfeit. §ier trägt ber SBalb nod) feinen alten, grohartig einfachen ©hara^er> in feinem ehrmürbigen, nod) ungelidjteten 3)unfel, in feiner fnorrigen Urroiidjfigteit uub erhabenen SBilbheit ift er baš Stfpl ber Verfolgten, bie ©djule freimidiger (Entbehrung unb Kraftübung, aber auch ^cünat ber mettergehärteten ©efunbheit unb DJčannešfreiheit. ®aš Seben beš gelben fd^licht in ©efdiidjte unb (Sichtung mit tragifd) erfchütternber SSirfung ab; ber anbächtige Verehrer ber heiligen Sungfrau, ber SOtann, meld;er nie einer grau ein Seibeš tat ober antun lieh, finbet in einem grauen!!öfter feinen Untergang unb oerblutet unter ben §änben eines SßeibeS, beffett djriftlicher Veruf eS mar, ipm §ilfe ju leiften, bie er oertrauenSüoH gefudjt hutte.» (Sie füonue, mel^e ihn tötete, mar eine Vermanbte, bie (ßriorin üon KirflepS in 2)or!= fhire. (Sie Tonnen jener maren mit djirurgifdjen Verrichtungen oertraut. ©ie Ijat ben oom (Sebredjen beS SllterS (Sefdjmäihten, als er bei einem KranfljeitSanfalle ihre |)ilfe fudjte, beim Slberlaffen oerbluten laffen. ©o ftarb 3tobin §oob, 87 gahre alt, am 18. Voöember beS gapreS 1247. (Er mürbe in geringer Entfernung oom Kloftergebäube begraben unb feine ©djar jer= teilte fiih- @r mar ber letzte Kämpfer gegen bie (Stjrannei ber normaunifdjen (Raffe feit ber ©djladjt bei ^aftingS am 14. Dftober 1066, bie SBilhelm ber Vaftarb, §erjog ber (Rormanbie, nad) bem (Eobe SbuarbS beS VefennerS gegen ben SRitbemcrber um bie englifdje Königsfrone, ^erjog §aralb üon SBeffej, ber bereits ben (Eitel eines Königs ber Slngelfadjfen angenommen patte, gemann. (Saburd) mar bie Eroberung EnglanbS burdj bie (Rormannen befiegelt, meldje bann ftrenge, felbftfüchtig unb eigennüjjig, eiferfüdjtig bebaept auf ihren (Eljron Ijerrfchten unb rüdfid)tSloS bie untermorfene angelfädjfifdje Veoölferung in bas gnnere beS SanbeS jurüd» brängten, mährenb ein (Eeil baoon auSmanberte. Ein auberer (Eeil aber jog in bie dSälber unb fudjte oon Ijier aus jurüdjnerobern unb ju erbeuten, maš möglich mar, als Entfdjäbigung für ipr oerloreneS Erbe ober aus (Radje für bie (Riebermetjelung ber ©tammeSgenoffen. S)ie alten englifdjen Vallaben oerbreiteten einen eigentümlidjen ®Ianj über biefe 2lbenteurer unb baS unterbrüdte Vol! begleitete fie mit feinen SBünfdjen. 21m längften blieb im (Rorben ber Seift beS SBiberftanbeS madj. Erft allmählich, als ber angelfädjfifdje VolfSftamm fith an bie neuen Verljältniffe gemöljut hatte unb in biefe eingelebt mar, oerlor jenes greibeutertum feine patrio* tifche SBeilje unb mürbe ein enteprenbeS ^anbmerf. gn ber Überlieferung tritt (Robin §oob, meldjer angelfädififdjer 2lbftammuug mar, heroor als ein edjter grei= unb Sanbfaffe, Sau» unb greimann, ber trop ber Unterbrüdung unabhängig blieb als Kämpfer für baS alte angelfädjfifdje (Recpt. ©eine (Enten ftammen alfo, mie fdion Ijeroorgeljoben, aus reiner Quelle feiner redjtlidjen Überjeugung. ©ie mürben bramatifiert, ju VollSromanen bearbeitet, er mürbe in Englanb fogar ber ©djuijpatron beS ©djühenmefenS, ja ein eigener gefttag mürbe iljm eingefept, ber erfte 3Rai, an meldjem bie Sefdjäfte rupen muhten. (Siefer SRaienfefttag feinem Sebädjtniffe ju Ehren mäprte bis jum Enbe beS 16. gaprpnubertS. 211Ie Stäube, podj unb niebrig, taten ba mit, auep bie normannifepe Veoölferung. (Robin |>oobS (Rame mürbe einer ber üolfstümlidjften nidjt filofi in (Snglanb allein, fonbern auclj in Srlanb unb Sdjottlanb. 3ebe§ ^anbmerf ntad)te ficli fogar ein eigenem iRol3in=§Dob=2ieb.15 Siefe @igentümlicf)feiten beä feltfamen, f)elbcn|aften STcenfdjen, beffen Säten ein gettiiffer ©lorienfc^ein ber Dtomantif unb inžbefonbere ber grei^eit§beftrebung beftra^It, regten nnferen ®id)ter baju an, iljn nactj SSorlage altenglifdjer Sallaben poetifd) ju bet)anbeln, biefe ju einem eintjeitlidjen Sebenäbilbe16 jn|annnenfaf|enb, tnobei er ftd) natürlich bod) gemiffe grei^eiten erlauben burfte unb mujjte in Stoff unb 5Dl'mf °f)ne a6er eine gemiffentjafte Sldjtuug unb Srene gegen ba§ Driginal l)intanjnfe|en. 31. @rün§ IRomanjentranj «9iobin §oob» Hingt burt^ bie Setjanblung beg @toffe§ unb burd) bie eigenartige gora toie eine eigene S)id)terfd)ö{>fung unb erinnert fo an §erber§ «6ib»; ba§ am meiften 31nljeimetnbe aber an ber Stiftung ift ifir §intergrnnb, «ber luftige, grüne SBalb». Unb nun nod) be§ 2eben§ SluSgang unferež S>td)ter§. @rft im Sa^re 1860, al§ nai^ bem Sturje beg ÜDfinifteriumg 33ac^ (1859) eine freiere Strömung in bag 95erfaffnnggleben Öfterrei^g getommen mar, trat er mieber in bie politifdje Öffentlid)teit, inbcm er einer 33e= rufung in ben 31u§fd)u^ oon 33ertrattengmännern jur Beratung eineg @emeinbegefe|eg für ßrain folgte unb in bemfelben Sa^re (1860), alg burd) bag öftoberbiplom b. 3. ber IReic^gtag unb bie Sanbtage einberufen mürben, in ben «SSerftärften Sieidjgrat» trat, üon ber ®rone be= rufen. SSon 1861 big 1867 mirtte er and) mieber, mie fdjon berietet, im frainifc^en Sanbtage. 1861 (15. Slpril) mürbe er unter Si^merlingg SJfinifterium jum lebenglänglidjen Slfitgliebe beg §crrenl)aufeg ernannt. 3n allen grageu ber ©efe^gebung trat er für bie SJtadjtfiellung unb bie IReic^geinljeit ber 9Konard)ie ftetg Iraftig ein unb mar bat]er ein entfdfiebener Oegner beg göberaligmug, meldjer Selbftänbigleit unb politifc^e Sonberftellung ber einzelnen ^ronlänber gegen bie 3bee beg gentralifierten ©efamtftaateg anftrebte. 3(tljäl)rlidj erneuerte er auc^ feine Singriffe gegen bag iTouforbat unb ben UltramoutanigmuS unb erroieg fidi in ben lircbenpolitifd^en Sebatten unb Sümpfen non 1868 big 1874 alg bebeutenber SSorfämpfer ber IReformgefe^gebung. 3n biefen f)atte er nur eine übermädjtige römifd)e ^ierard)ie unb beren golgen oor Singen, feineg= megg bag ßl)rifteutum alg foldjeg felbft, bag er ja fo fdjön poetifd) öerljerrlidjt ^at. (Sin ^auptjiel mar i^m and) bie greilfeit ber Sdjule, mobei ifjn ber ®runbfa| leitete, bap ber Staat §err ber Sdjule bleiben müffe. Sen iöfilitarigmug bamaliger gd* unb bie ju ^o^en §eeregauglagen ^ielt er für fc^äbigenb; baljer trat er bagegen auf. Sllg S3erid§terftatter unb SSerfaffer oon Slbreffen entfaltete er ebenfallg eine glänjenbe unb einflu^reidje Sätigleit. Seggleidjen mar er ein eifriger Slrbeiter in gadjfommiffionen, namentlich im S3ubget= augfdjuffe, ein genauer Senner ber Staatgoermaltung, beg Steuermefeng unb ber oolfgmirU fdjaftlichen S^erljältniffe. ißeriobifdj mirite er gu gleidjer ßeit feit 1867 im fteiermärl. Sanbtage. Sag ©runbmotio feiner politifchen Sätigleit täfjt fid) jufammenfaffen in bie SBorte: greiljeit, gortfdjritt, Saterlanbgliebe. Seine ißflidjttreue lennjeidjnete er felbft mit ben SSorten: «greiheit ift nicht ©enufi, fonbern Slrbeit, unauggefetjte SIrbeit an ben großen Sulturaufgaben beg Staateg.»17 @g fei hier nodjmalg an bie für ben Sicljter^arlamentarier bejeichnenben ©ebichte «3m 97eich§rate» erinnert! Surdj laiferlidjeg §anbfdjreiben bom 12. 9J?ärj 1863 mürbe er jum «©eheimen 9iat» mit bem Sitel (Sfjetlenj ernannt unb bie Stabt SBien berlielj ihm 1864 alg «SSorlämpfer für bie greiheit in Öfterreich» bag ©Ijrenbürgerredjt. 1865 mürbe er bei ber 500jährigen 3ubel* feier ber SBiener §odjfd)ule «megen feiner auggejeichneten Seiftungen im Sienfte Slpollog» 15 ©inge^enbere§ bariiber in ber fefjon genannten «©inleitung». ,6 ®er ®icf)ter nennt e0 treffenb «SKoiatfbilb». 17 ü(n§ ber Diebe in ber iperreuljanšfipung öom 4. Quli 1871. gum ©jrenboltor promoöiert unb 1868 gum Sßräfibenten ber ©elegierten be§ IReidjSrateg ermä^lt. 2(m 11. SIprtl 1876 feierte er rtocf) in rüftiger Sraft feinen fiebgigften ©efmrtStag, non feinen ga^lreic^en greitl1^ei1 i'1 Öftcrreic^ unb ©eutfdjlanb anf§ ^erglii^fte Beglüdroünfdjt. 2tm 12. September ereilte itjn ber ©ob burd; ©ef)irnfd)Iag in ©rag, mä^renb er gerabe mit ber Verausgabe ber Sieber «Sn ber SSeranba» befdiäftigt mar.18 3n feinem ©eftamente patte er bie Sprenfolbe feiner ©dpriften im betrage öon 30.000 ©ulben gu ©tipenbien für ©tubenten feines VeimailanbeS beftimmt. ©ein im fdjönen Sugenbgebidjte ‘31(t)rien> auSgefprocpener SBunfcp ging ifjm in Erfüllung; er fanb in feiner geliebten Veimat feine dtupeftätte. ©eine ©emaplin lie| ipm im ißarte gu ©purn am Vart auf freigemacpter, erpabener ©teile, bie einen offenen gernblid gemäprt, ein ÜJiaufoleum erridpten. ©er Entmnrf, meifterpaft im dtenaiffanceftil, ftammt bom ©rager Slrcpiteften S. Sueff. ©er Sau ift eine ftattlicpe 9totunbe unb trägt bie SBappen ber gamilien SluerSperg unb SlttemS.19 ©ieS mar bie frainifcpe f5re'Petl^ercbe beS borigen SaprpunbertS, ben fein abeliger ©icpter= unb ^eitgenoffe, ber talentbolle, leiber fo früp berftorbene $Otorip ©raf bon @tracp = mip (1822 bis 1847) im folgenben ©onette befingt: SInaftafiuS ©rün. Sßiel pab’ icp oft im ^erjen, in bem junfloi, ©etraumt Bom Siebennut, bem freien, roapren: ®u fotltcft mir e§ perrlicp offenbaren, SBa§ mir nur fern, ein teifer §aucp, geüungen. ®ie SSürbe paft bu mit ber Sraft Betfcpluugen, ®ie feurig pin^iept gleicp ben (Sonnenaaren, Unb mit bem SBort, bem ernften, licptoott ftaren, §aft bem ©efd)Ied)t ein ©traftieb bu gefungen. ®icp fep’ icp ftepu toie beinen lepteu btitter Sm ©cpioaK ber ©iplaffpeit beiuer felbft bettrafst, ©in grüner Stamm im grauen SJacptgeroitter. ©ing' aucp ba§ Sanb in taufenb morfcpe Splitter, gür ba§ ber ®ou fcpmott beiner beutfcpen S3ruft, Qft ©rün bie fgarbe bocp ber §offnung§Iuft. Unfer ©iipter felbft aber fagt launig im ©ebidjte «Säuterung» :20 S8o ift ber ÜUtann, mann mirb er tommen, ®en alte ®ugenbäierben abetn? Stept er bir nap nocp fo Botttommen, ®ocp roeipt bu bie§ unb ba§ gu tabetn; ©rft menu er fcpieb unb nimmer tcprt, ©rgtängen pett bir feine ©oben, Hub eine? Süteufcpen gangen SBert gu tenueu, müjjt ipr ipu begraben. Sept, breiig Sapre nacp feinem 21bleben, möge 21naftafiuS ©rün mieber oon allen ridjtig erfannt, gemürbigt fein unb ein bolfstümlicper ©icpter merben, mie er eS öerbient! ©eine 18 ®er tptan, bie ©efcpidite beš Stammfdjtoffež unb be§ ©efcptecpteS ber 9Iuer§perge gu fcpreiben, micptig aucp für bie allgemeine ©efdjiipte Staiuž, befonberS im ÜJtittetatter unb in ber tReformationSgeit, tarn nicpt gur Stugfüprung. Stucp Stiebrid) mit ber teeren ®a[dje cpifp gu bepanbetn, mar bcabfiptigt. 19 ®er eingige Sopn beg ®id)terg, ©raf ®peobor, ftarb im iugeublicpcu Sitter Bon 21 Sapreu in ©rag infolge eiueg Sturgcg Bom tßfcrbe im'Sapre 1881. 20 Qn ber SSerauba, 1. ®ebid)te finb fein ^erriic§e§ ©eifiešbenfmal;21 fie finb ein föftlic^er Slumenftrauff, reii^ an S31üten, Snnft unb SJJöge er wieber aufblüljen in ben Seelen aller für ißoefte (Srnpfäng^ li^en, inSbefonbere feiner ©tammeggenoffen, benen er ja bie ganje ^raft unb gü^e feiner eigenen ©eele gemibmet ^at im Ijarten, oielfeitigen Gingen feiner Sage unb im Streben nac^ bebeutungSüoIler Vereiterung ber beutfefjeu Sidjtfunft! r>.i« ©rbuvfsljau» BnaU.Uuia ffirüna. Jüfuf CSmanwel Ein ©ebeutbtatt öon Slbolf Siiblct. (Sdllug.) @o ftanb Stifter aüein, öou allen feinen Sieben berlaffen ba; immer büfterer würbe fein ©imt, immer gurüctgejogener fein Seben. (£in Sitfitfiraljl nur fcfiien iljm not gu teuc£)ten; boeb acb gu halb, nur gu halb öerlbftte and) biefer — in bež Sidjterž §ergen eine SBunbe fct)lagcnb, bie immer wieber tion neuem frifcf) aufbretenb big gu fpilfctferg frühem Sobe nicht gang Oer* narben fonnte. gm 3jaf)re 1828 nämlich ^itfeher eine fülle, aber tiefe Veigung für bie fclföne Sochter eineg reichen Saibadjer Saufmanneg gefaxt. Ser Sinter erfannte fehr Wohl, ba^ unter ben obwaltenbett Umftänben biefe Siebe augfichtslog fei unb üerfchlo^ fie in fein tieffteg Snnerfteg. 9?ur feine Oertrauteften greunbe hatten babon Senntnig. biefer glüdtidhen Siebeggeit entftanben Oiele ©ebichte foWie ein. ln ©tangenform unb ber ftöne ©onettenfrang «Sin Slngelifa». ©|3äter oernichtete jebot ®ilfter aüeg, wag irgenbwie mit ber Slngebeteten feineg §ergeng in Vegiehung ftanb, nachbem er fit bei biefer felbft für alt feine tiefe Siebe unb Verehrung eine ftmählite Bitrüctweifung geljolt holt6- ®er unauglöftlite ©inbruef, ben biefe ßurüdweifung auf ihn matte, Hingt noch in einem Vriefe nat, ben er litrg Oor feinem Sobe an feinen fton früher erwähnten greunb Säfer rittete: «©ie, für bie it mit bem ©rabfteit hätte arbeiten tonnen, tmt mit mit einer ©emeiuheit abgewiefen, bie ben ©tolgen gur SSut empören mü§te, Wetter ber rebtite 3)tann nur Verattung entgegenbringen fann, bie aber it — it lann ia9eit — einer SHitbe unb einem ©betmute erwiberte, ber — wenn nitt fton jejü — bod) einmal gewi§ ertannt unb meine ftwere Vate fein wirb.» Von weif tiefem feeliften ©tmerg geugen feine Sieber aug jener Sebengehote! SBie rührenb finb feine SBorte im «Slbftieb»: «Sebe roohl, bu gute, liebe Seele! Slutenb reig id) mid) bon beiuem bergen, Slber wie ©efong ber tphüomele Söne gärttich bir ba§ SBort ber @chmel'gen. . Von ben Fimmeln bin ich auSgetrieben, Sitte Slberit finb in mir oergiftet — SBar e§ benn ein gwOet btch gu lieben? Sit! nur Unheil hob > entgegen an§ feinem «SSieberfe^en» ! gmat fdjtiigt bic 3}cue nidjt mein Stugc nicber, ®od) tiefe Iraner fd)aut au§ meinem Süd. ©o ift bcr Süd auf eine liebe Seidje — ©in ©bei: miift ©rimt’tung in ben ©inn — SBir fdjaucu in ba§ Stngefidjt, baš bteidje, Unb roiffen: ?ltle§, alles ift bat|in. Unb tnie ein 3lIflinftSal)nen mitten nnS bie leisten öier be§ gleicfien ©ebic^teS an: gmar — metfe Slumett mufj ©rinn’nmg bieten, ®ocb leife mahnen fie an Saft unb ©lanj — $ir aber bleibt bon nad)gepfufd)ten Slüten Sin bürrer nur, ein bir ticrtjajjter Stranj! ®arf e§ ung bann tmtnbernefjmen, tnenn er nac^ all ben gerben ©djicffatgfc^tägen, bie it)n in rafctjer Reihenfolge unerbitt(icf) getroffen, fjerauStritt an§ bem Greife ber §röf)tict)eH, biefeu fetbft jurufenb: «®ebt mid) auf unb tagt mid) füefien, Hub geuiefjet euer ©tüd. Statte, fiuftre Strme jiet)en Sou ben großen mid) juriid. «©djcttet uidjt beS Srüben Söeifc, gorfd)t mid) uid)t beforgtid) au§! g-rembling eurem fdföneu Streife, Jtret' id) fdjeu aus it)m fierauS. «©teid) id) bod) bem bunlten Statte 3u bem üd)teu Stütenfrauj; Sa^t cS tnelfen, e§ befchatte, Srübe nicht ben t)et(eu ©tauj. «SBenn in alten Süden reine Sreube mie ein iOtorgeu Iad)t, ©djaut auS meinen Singen eine ©ternenteere SJtitteruacht. «güt)lto§ — nein! id) war e§ nimmer, Sd) berftehe eure Stift; ®od) ber greube gotbuer @d)immer Saßt in feine öbe Sruft. «D, toie muh id) end) beneiben, ©önn’ id) eud) bod) aßeS gern. Safjt, o tafjt mid) immer fdjeibeu, g'otgen meinem trüben ©tern! «Std)! itjr luigt bon feinem Seibe, $aS berjet)renb nimmer rut)t, SBiR e§ nid)t, roie tueh bic greube Hub wie met) baS SDlitteib tut.» 2tu§ biefen fttrjen unb junt Seit nur tjeranžgeriffenen groben ^itfdjerfthcr äftnfe gä^nt ung ein uuergrünblidier Stbgrnnb bou Uugtfid, ein unenbtidjeg SJiecr bon ©eetenfdimerj entgegen. 2)ie Qualen beg SSereiufamten, £>eimatfremben, ^urüdgeloiefenen fauben auch bann feine Sinberung, alg bag Regiment Rr. 17 i)n Saljre 1835 nad) Bologna berlegt tourbe unb |>ilfd)er fetbft nad; fttrjem Rufenthalte in Bologna bttri^ bie Rertoenbitng beg ^tauptmanueg bon SRarfano (felbft $)idjter) jum gurier Beim ©enerakOuartiermeijterftaBe in SRatlanb ernannt tmtrbe, ja tier« flimmerten fic^ nodj im ©egenteil bitrd^ bie Služfftšlofigfeit, ba§ golbene i)3ortef)ee jn erreichen, nm alž Sentnant ben SDienft quittieren 311 tonnen unb bitrdj bie immer heftiger anftretenben @r= f einungen ber Sungenf toinbfif t, be§ ŠBiirgengelž feiner gamitie. 2lm 12. SiobemBer rüdte §ilfer jur großen Strmee ein, nac£)bem ficB, mie fon gefagt, in ber lebten Seit 31t ben feelifen auct) nod) unfagBare förf)erli(^e @cf)mer3en gefeHt Ijatten. S)er 2:ob mar bem SeBenSmüben eine ©rlöfung. 2ag§barauf faub feine ©eerbigung auf bem Sötilitär^riebf fe in äJiailanb ftatt. 3Jtet)rere öfterreicl)ifcf)e Offnere — toBenb fei eS anerfanut — gaben il)m baž le|te Geleite. |)ilfdE)erž ©rab, um baž fict) niemanb meiter Befümmerte, ift im Saufe ber Safe öerfdfmunben, fein ©ebein mobert berftreut in melfcfjer ©rbe! ®er unž Bortiegenbe 33anb bon §ilfcber§ ©ebic^ten, fraužgegeben Bon ®r. Stnton ©c^amž in Seitmeritj, anläfid; ber fmbertften SBiebertef be§ @eburt§tage§ beg ®id)terž, teilt fic^ nebft einer augfüflitten Siografie beg ®ic^terg, ber ait^ Borfteljenbe ®aten 3um größten Seile ent« nommen finb, in 3mei Seile, nämlidj in ©ebit^te (Originale) unb ÜBerfeftngen. Um ^ilfc^er Bod unb gan3 mürbigen 31t tönnen, muffen mir in ber ^Beurteilung feiner SBerfe auc^ biefe Sweiteilung Borneljmen. ©eine ©ebictite, menn and) gering an fff Betunben eine erftaunlidje §errfi^aft über bie ^oim, Berraten eine iöelefenf it unb eine Kultur, bie mtg bei bem Silbnngggange eineg Unter« militärg beg borigen ffffnbertg gerabe3U munberne^men muf |)ilfd)er ift borsuggmeife Sfifer, feine Söffe 3eigt fein fitreg Slntli^ — faum ein mefnütigeg Säbeln. feiner ©ebi^te trägt ben Stempel ber ©djtfit beg «©elbfterlebten» an fic() unb nimmt mit gefimnigBolIer Söiad)t fqfort bag |>er3 beg Seferg gefangen. fMlfcberg eigentlidje Sebeutung liegt in feiner Sätigfeit alg Überfetjer, befonberg alg Sltac^bid^ter Sprong. Uufjer Sfon ft er nocf) ©ebic^te Bon Sfmag Söioore, ©outft), SÖiilton, ©olbfmit^ nnb anberen englif^en Sßoeten, bann Bon Samartine, Söiaffei, enblic^ ben «©efang Bon ben ©räbern» beg italienifen SPoeten Ugo Sogcolo ing ®eutfd)e über* tragen. ®er alg ®id)ter befannte unb fdjon Borfr ermätmte Hauptmann Bon Sötarfano freibt na cf) §ilfd;erg Sob an granfl: «©eine (|)ilf(^erg) Überfettungen SSprong finb bag SBorsügliipfte, mag Seutfdjlanb in biefcm Seile ber Siteratur nuf3umeifcn ft. ©benfo aufrt fid; ©eorg |>er« toeglj in ber «Seutfdjen SSoIfgfHe» (1840): «@r ft in biefer Übertragung bag fpöd)fte geleiftet, mag in Seutfdjlanb in Überfettungen geleiftet mürbe». 2luf ber gleiten §öf ftefn ebenfo and) feine Überfettungen aug bem Sran3öfifd)en unb bem Stolienifcpen unb fein 3tneiter ft fo mie fpilfcfr eg Berftanben, fii$ in ben ©eift ber fremben ®id)tung pineinjuleben unb biefelbe in bemfelben ©eifte in beutfcfr Überfepung ober SJiacfilbung mieber3ugeben. SBie fo manchem anberen, mürbe ^ilfcper auc^ erft nadp feinem Sobe @f e unb Slnerfennung 3uteil. 1840 mürben Bon S. 21. Sranfl §ilfd)er§ Sichtungen bei tpedeuaft in ißeft f nuiggegeben. 1863 übernahm Sianfl bie SRebaftion ber smeiten Bermehrten 2fuf(age ber ©ebicfjte ^ilfcherg, meld;e in Seitmerifj crfchien. 21m 27. Suni 1863 mürbe mit grofr Seierli^feit in einer SRifdje feineg ©eburtghaufeg, beg fettigen ©eminargebänbeg, bag ^>ilf(her«®enfmal enthüllt. Sie aug Kanonenmetall gegoffene 23üfte beg Sidjterg ift Bon Sßrofeffor Karl SRabnipfp in SBieu meifierhaft auggeführt unb trägt bie Sfcfift; Sof. ©man. ^lilfdjer, geboren in biefem fmufe am 22. Sönner 1806, geftorben 31t Söfilaub am 12. SlfoBember 1837. Sem Sicfer bie SSaterftabt. 1863. 2Inläfich beg h«nbertften ©eburtgtageg mürbe, mie feffon ermähnt, Bon Sr. 2Inton ©chamg bie brüte Bermehrte 2luflage Bon §itfd)erg ©ebichteu beforgt (SSerlag g. ©eifert unb ©omp., Seit« merift), beren 21nf(haffung märmfteng empfohlen merben fann. SanbcžrcgienintjSrat $t. SWtrfjael ©ftettc«* Ijofcr, unjeren Sefern ang bem Seridjte über bie bie§jnf)nge ffiejirfžte^rerfonferenj in ©ottfcfjee befannt, ift bor farjem nad) 40jäf)rigcr Sätigfeit in ben 9}uf)eftanb getreten unb tourbe bei biefer ©elegenl)eit bon @r. ÜRajeftät bnrc^ bie S8er« tei^nng bež ©fernen Sronenorbenž anžgejeid)net. ^eugt bie faiferlidje Stnerfennung bon ber SBert« fd)ä|nng, ber fic^ ®r. ©ftettenf)ofer alž Beamter erfreute, fo liefern bie biefen @^renbürger«@r<= nennungen, bie jaljtreidjen 3nftintmungžfunb« gebungen anž alten ©djidjten ber SBebötfernng, bon feiten ber berfdjiebenen ©tänbe unb anž bem Säger beiber nationalen Parteien ben Setbeiž, bafj Ofottfdjee an bem §errn Segierungžrate einen feltenen SDlann berliert, ber ež berftanb, bei alter SSafjrnng ber ^ofjeitžre^te einež botitifd)en ^Beamten mit bem $olfe in jenen SSerfe^r jn treten, anž bem allein eine frndjtbringenbe Jätigfeit ju ermarten ift. Unž Seljrern ftanb ber fdjeibenbe SJorfi^enbe alž too^ItboHenber greuub unb tatfraftiger görberer bež ©djul» toefenž na^e unb toenn ber beutfdje Se^rerberein ©ottfdjee gelegentlich ber lebten SSereinžberfamm« luug bie Slbfdjiebžgrit^e burd; cine Slborbnnng entbieten lie^, fo hat er bamit nur einen Heilten Seil ber ©anfežfdjutb abgetragen. ®r. Sttidjael ©ftettenljofer hat in ©ottfchee feine Beamten« laufbahn abgefdjloffen unb ež ift barum gelbifj manchem ein Seburfniž, biefelbe in rndläufiger Sinie ju berfolgen, bejto. ben Sebenžgang bež botfžtiimlidjeu fftegierungžratež ju fennen. — «SBoher fommt toohl ber neue Seiter ber Sejirfž« hauhtmannfchaft, ber alž Sanbežregierungžrat bei unž einjieht ?» ©o mag fidj mancher gefragt haben, alž ®r. ©ftettenhofer im Simi bež Saljrež 1901 bie 2lmtžgefd)afte in ©ottfdjee iiber= nahm. «2tnž Srainburg!» lautete bie Slnttoort; «bort hat er nun ein Sahojehnt mitten in bem heifjen Gingen mit gefihidter §aub baž ©teuer geführt, bort hat er ©djule um ©d)ule gebaut, bort troh aller gahrtidjfeiten fein gut beutfd) SSefen befunbet unb beloahrt. «Sft er ein ®eutfd)frainer, ba^ er bie Ser« hältniffe fo ju hacfen berftanb?» Sbeinežloegž! ©r fam anž ber grünen Sltarf; in ber gefte Subenburg ftanb feine SBiege, in ber fd)öneu ^auhtftabt bež ©teirerlanbež fatjen luir im Sal)re 1867 ben jungen ißraftifanten, unb jluar in ber Abteilung «Sultuž unb Unterricht», in Siejen 1870 ben Sejirfžfommiffčir, halb barauf ju Seutfdhlanbžberg unb furje Seit her«“^ ii'1 f. f. Sanbežfdjulrate bon ©teiermarf. §ier fe^t bie ©djultätigfcit ©ftetteuhoferž neuerlich ein. günf Sahne toerbcn faft aužfdhliefjlid) ber ©djule geluibmet; bie Ubergangžjeit forbert energifd)ež ©ingreifen unb genaue Senntniž ber ©efe|e. ipatte jnbor ber ißraftifant fith noch mit ber alten «2ßolitifd)en ©dhulberfaffung» abjugeben, fo mufjte ber Sommiffär ben neuen ®nrž ftubieren unb mit Sachbrncf baž neue ©efeh jur ©eltuug bringen. SSeun mir biefe Sätigfeit in Südficht jieljcn, fo fann ež unž nidjt mnubernehmcn, bah ber nachmalige Sanbežregierungžrat ©d)ul= fragen mit ficherer |mnb anjufaffen berftanb. — 1887 jieht ber f. f. ©tatthaltereifefretär Sr. ÜDUchael ©ftettenhofer in bie fdjöne ©ann= ftabt ein unb 1889 fommt nach Soitfd) ein neuernannter 23ejirfžhauf>tmann anž ©teiermarf. Seiber bertoeilt er bort nur 1 Salm; man hatte für ihn einen toichtigeren Soften: Srainburg aužerfehen unb jehn Sahne fpäter ben midjtigften im Sanbe: ©ottfchee, mo jloei Solfžftamme ge« maltig aufeinanbcrpralfen unb ber jmlitifche ßampf holje SSetlen f^tägt. SBenn heute bie Sölfer bež Sejirfež biž auf einen ^erb frieblich neben« einanber mirfen unb ftatt fiolitifcher SSogen nur« mehr ein eintonigež, ruhigežSlatfd)ernjitbernehmcu ift, fo ift baž nicht jum geringften Seile ein Serbienft bež SJlannež, ber in befonnener SBeife bie Ülufmerffamfeit ber Setoohner auf baž mirt« fd|aftlid)e ©ebiet ju lenfen muhte unb felbft unter SBahrnng feiner lautern bentfdjen ©e« finnung fotoeit nationale Sulbfamfeit jeigte alž fie ohne ©efahr an ben Sag gelegt merben fann. ©obiel fteljt heute feft: 9San muh bem f. f. Sanbežregierungžratc Sr. äftidjael ©ftetteu« hofer bie Suhe gönnen, aber man barf nicht baž Serhaltuiž anž bem Sluge berlieren, baž il)n mit bem @ottfd)eerbolfe berbanb. S'i ©ottfehee muh man toahrljaft ju «regieren» berftehen. ifS. b. Snbicž, nufer h0^9efd)ähter Sfit« arbeitet-, feierte uulängft feinen 70. ©eburtžtag. ©omeit bie literarifciie SBelt Kleinarbeit unb befdjeibeuež SSirfen ohne Slufprudj auf baž Singltangl bež Serithmtloerbenž ju fchätjeu meih, regte ež fid; allenthalben nnb nufer heimifcher ©chriftftelter mürbe bielfach beglücfmünfdjt unb gefeiert. SBenn mit unž bei biefem Slnlaffe mit einem fleiuen iß(nhd;en befd)eibcn unb nicht nad) ©ebühr baž Seben unb SBirfen Sabicž’ ans« führlidh fdjilbern, fo hulbigen mir bamit feinež« megž bem laubežitblichen «Sid)tž gilt ber Prophet in ber ^eimat», fonbern entfprechen bamit bem SBefcn unb gemih and) bem SSunfdje bež ©e« feierten. Sauf, fdjöneu Sanf für aK bie gehobenen ©dlähe jur heinüfd)en ©efdjichte unb für heimifdjež ©djrifttum, ©lüdauf jur meiteren Slrbeit! Saž fei nufer Suruf unb ^erjenžmunfd). Sanf. Sie Serlagžbuchhanblung i|5id)lerž SBitme unb ©olju hat bon ben heuer jur ©in« fühmug gelangten Sefebüd)ern bon grifdh«Subolf iufc^riffen unb ^Titfcüunnen. 145 greiftiicfe für beutfcEie SMfšfdfnlen im ©ebiete OD» ©ottfc^ee abgegeben, ^erjlidjen ®an! bafür! ©tternabeub. Stm 25. b. tnirb an ber bentfcfien ißriöatle^rerinnenbilbungganftalt in Saibad) ein foldjer mit folgenbet S3ortrag»orbnnng oeranftaltet werben: 1. S3egrü^nng burdj ben ®ireftor. 2. ffinb nnb ©c^nle. (SSortrag bcS f. f. Sejirtsfdjutinfpeftorž 9inb. @. ^eerj.) 3. Sin« fragen an bie Übnngsleljrerinnen. (Jmcnnungcn. flum 1. f. Sle.drfšijanijtmann für ben fjolitifcfjen Sejirf ©ottfdjee itmrbe §err Söaron @d)önberger in ©tein ernannt. — ©e. (SjjeUenj ber §err SJHnifter für SnltuS nnb Unterricht fjat ben ©n^flenten §errn ®r. Snbloig ©anbt), ißrobefanbibaten an ber ©tnatSreal« fd)itle in ©ra^, jnm proüiforifdjen £e£)rcr für bie ©taatžrealfdjnle in fiaibad), ferner ben ßef)rer an ber öffentlidien ißriüatrealfdiule in ©ra^ §errn S'arl Jßetrafd) jnm proöiforifdjen Seljrer am ©taatggtjmnafium in ©ottf^ee ernannt. — §err ißrofeffor ©infoOie, bisher am 1. 1. jmeiten ©taatggtjmnafinm in ßaibad) tätig, tonrbe jnm £>nuptlel)rer an ber f. f. ßeljrerinnen« bilbnngSanftalt in ßaibach ernannt. $ürgerfdjnHd)rcrfuv3 in ßaibad). ®iefer fjödjft notloenbige nnb langerfeljnte ^urg itmrbe am 27. September eröffnet nnb bot bag 93itb regen Sitfpo't^sg nnb aufrichtiger Segeifternng. gnr ijßäbagogi! hatten fich an 60, für Statur« gefchichte 42, für Statnrlehre 45, für ÜDtatbc-matif 37 nnb für geichnen 24 Teilnehmer ge« melbet. §err ßanbesfd)ulin)pc!tor granj ßeöec Oertoiež in feiner Segrüjfnnggrebe junädjft auf ben Umftanb, ba§ bei ber heueo erfolgten Sin« rid)Utttfn^iner IBürgerfdjule in Stbclsberg nicht We bnoticf^^njahl geprüfter ßehrfräfte anfge« trieben .werben tonnte — ein betrübenbeg ßeidjen für bie gootbilbnng ber ßehrerfepaft. gnbeg nicht bei bet*fllf)rerfd)aft allein liege bie ©d)itlb, beim el fei ipr faft benommen, fid) bnrd) ©elbftftnbinm bag 51t erwerben, Wag bei ber Prüfung ge« forbert werben muff. 3m ben lebten fahren habe bie t. t. ißrüfituggfommiffion für SSoltg« nnb iöürgetfchulen Don 14 S3iirgerfd)ulfaubibatcn 8 jurüdweifen müffen. ®iefeg Srgebnig habe 511« nächft ben Stnlaff jur Srrichtung beg U'urfeg ge« geben. ®a nun in ben nädjften Saljren neue löürgerfchulen eröffnet werben, fo fei 511 ber Stüdfichtnahme auf ©üfeleiftung bie StotWenbigfeit getreten nnb eg mu^te bie ©djuloerloaltnng barauf bebaept fein, fiep einen ©tab geprüfter ßehrer, bejw. ßehrerinnen im borang 311 fichern. ©rfrenlid) erfcheine eg, ba^ ber 3>tfpi'>ich ein unerwartet reger fei nnb hoppelt angenehm berühre bieg im §inblide auf bie DpferWifligfeit ber flehrerfchaft, ba neben bem Dpfer an 8rit auch folche an ©elb gebracht werben müffen. Sßom ßchrcrqniutctt. 3>t SBcihnad)ten foll bag Kärntner ßehrerqnintett in ©ottfdiee ein« Riehen nnb jum Sleften beg fieprerheimeg im ©üben tonjertieren. SBäre eg niept möglich, mit ber Steife noch ^er beiitfdjen ©prachinfel auch anbere Drte ä» Oerbinben? Stene ©djnlen nnb fein ©nbc. ©in guteg SahrJ Sn ©d)ifchfa blüht eine beutfepe SSoltg« fcpule auf, in ©örtfepaep erwadpt eine alte 31t neuem ßeben nnb in ®omfcpale wirb bie jweite Stoffe nötig. @g Will ßenj Werben im beutfepen ©cpnlwefen Don Srain. ßeprcroerfammluug. Stm 11. ©ept. fanb in ©ottfepee eine löerfammlnng beg bentfdjen ßeprerüereineg ©ottfepee fiatt. ©ie wirft. Sw ©cpulgebiete Oon ©ottfepee pat eg einen Soll Oon «ißflegfcpaftggericpt» ge« geben. ®er betroffene fap üerbnpt barein nnb fcpalt bie neue berorbnuug über bie Sltapen. Steuerlich ©d)nloercingfpcnbcH. gür bie ©rrid)tuug ber ©(pulen in ©taKborf nnb Stelltet4 Würben Oom ©cputoereine in SSien 13 50 K bewilligt. ißola. (© t a a t g 0 01 f g f cp u 1 e.) ©inen neuen Dberleprer patten Wir, boep noep fein neueg @e« bäube. §err griebriip iß>-‘ieger War bigper abminiftratioer ßeiter an ber ©taatgoolfgfcpule auf bem ßeip^iger ißlape in Trieft nnb würbe nun auf ben ßeiterpoften ber ©taatgoolfgfcpule in ißola berufen. SBir begrüpen ipn alg beutfepen SJtann. ®ie auf ben Stoüembertermin fallenben ßeprbcfäpignnggprnfnugcu für allgemeine bolfg« nnb Sürgerfdjnlen in ßaibaep Werben Sltontag, ben 5. Stoüember 1906 nnb an ben barauf folgenben Tagen abgepalten werben. Trieft. (S8on ben @taat§öolfgfcpulen.) ©g War poep an ber 3ed, bap enblicp ein Slb« georbneter and) nuferer ©taatgoolfgfcpulen ge« baept pat. SBag bieSlbgeorbueteu SBaftian u. §of« mann, oerfäplicpeu Slnloätte für bie ®eutfcpen im ©üben, bem SJtinifter für Sultug nnb Uuterricpt mit ber Suterpellation borlegten, ift nur ein ©tüd oon bem ©nujen nnb wir werben mtumepr ©orge tragen, bap oben aHeg befonut werbe. Vorläufig pat man bie $rage ber ©rloeiterung nnb bie ©epaffung Oon ®ireftorenftet(en angefepnitten. SSie« biel anbere Srageu laufen im ©efolge mit? (SBir bitten bringenb um bie Sefanntgabe. ®. ©cp.) SfelltntauiifcljrcUmng. 1.) 2f(aff. SSoI(gfd). in ftrobO, ß., uiept ftäub., 25. Dftober, 18. 6cp. 9t. 9tabmann§borf. Sßertegt nnb perauggegebeu Oom «Sfrain. ßcpceroereiu». — ®nuf 0011 Sfleinmatjr & SSamberg, ßaibad).