Nr. 142. ^^°MUUV« Freitag, 23. Juni. '««MU^W^^ 1332. Amtlicher Theil. w Der k. t. Landespräsident in Kram hat dm ^5'erungscoiicipisten Friedrich Freihcrru v. Nechbach «UN» Provisorischen Bezirlscommissär und drn Concepts« ^alticcmten Oskar Ritter v. Ka ltr n eg ge r zum pro-"frischen Negicrungsconcipisten in Krain ernannt. Nichtalntlicher Theil. Zur Lage. , Wir lesen im „Fremdcnblatl": „Am 18. d. M. ^ ein Wiener Wochenblatt seine Leser mit der an« ^nehmen Nachricht überrascht, dass das Budget für ^83 durch den neuen Zolltarif, die Petroleumsteuer ""b die anderen jüngst votierten Angaben eine ganz «"derc Gestalt erhalten werde, als das von 1882, ja ^" gebe sich m Regierungskreisen sogar der Hoff. !"'"6 hin. das gewohnte Gebarungsdeficit beseitigt zu '^n- Zur Begründung dieser frohen Meldung wird ""geführt, dass das infolge des revidierten Zolltarifs ^ erwartende Erträgnis allein auf 50 Millionen taxiert "!'^- Z'ffern sprechen in der That sehr dentlich und l"ftig. aber nur unter der einen kleinen Vorauk- ^Ulig. dass sie richtig sind. Nun gehen aber bekannt« '^ selbst die kühnsten Erwartuugen, welche man be. °Mch des Mehrertrages der Zölle h?gl, uicht über ^ Millionen hinaus — also cine Summe, die sammt h." übrigen neuen Steuern noch nicht ausreichen »iia. Wir entnehmen derselben folgende Stellen: „Wenn der deutfchc Reichskanzler für die Deutschen iu Oesterreich das landsmaniischaft-liche Wohlwollen wirtlich hegt, welches die liberalen Wiener Blätter bei ihm jetzt vermissen, so kann es ihn unmöglich freuen, wenn die Deutsch-Oestcrreicher sich durch die oratorische Einwirkung ihrer Redner und Zeituugen zu einer unpraktische,, Politik verleiten lassen, welche, weil sie die Verständigung mit den Realitäten des eigenen Landes verschmäht, mit dem uufruchlbarcn Beharren in einem selbstgeschaffenen Schmollwinkel ihren Abschluss findet. . . Die „Deutsche Zeitung" fürchtet, dass ein aussichtsloser Pessimismus sich des deutschen Oesterreich bemächtigen könne. Daran glauben wir nicht, obschon die liberale Führung der parlamentarischen Deutschen in Oesterreich in der That alles thut. was möglich ist, um den Deutschen „ihre führende Stelluug" in Oesterreich dauernd unmöglich zu machen. Die boudi< senden Fractionsführcr sind eben nicht identisch mit der Gesammtheit des kaisertreuen deutschen Stammes in Oesterreich; das Gewicht des letztern in dem österreichischen Staatswcsen ist ein zu großes uud das Bedürfnis dieses Staatsmesens bezüglich der Mitwirkung seiner deutsche» Genosse,, eiu zu unabweisliches, als dass die Deutsch-Oester-reicher nicht die ihnen in der habsburgifchen Mon» archie natürliche Bedeutung wiedergewinnen solllcn, sobald sie sich von dem Banne der Fraclionsführer uud der phraseichaslen Doctrin, der auf ihnen lastet, deficit haben werden. Die „Wiener Allgemeine Z i-tmig" behauptet, der Kanzler «habe erklärt", der österreichische Liberalism'^ h»be abgewirtschaftet. Wir haben dieses Citat m den Aeußerungen des Kanzlers nicht wiederfinden können, und ist es in dieser Form „„richtig, ebenso die Andeutung des „Vaterland", als ob Fürst Bismarck die Partei Herbst als Vertretnng des deutsche,, Elementes in Oesterreich behandelt hätte. Er hat in derselben nur den doctrinären Liberalismus bekämpft, der ihm in Deutschland gegenübersteht und den er auch in dem befreundeten Oesterreich für keine den Interessen beider verbündeten Reiche nützliche Ent-wicklungsform ansieht." Selbstverständlich hat diese Replik seitens der Wiener Blätter die entsprechende Beachtung gefunden. Das „ Fremde nbl alt " skizziert die Bemerkungen der ..Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" und sagt u. a.: „Das Berliner Organ meint: »fürst B>sma'ck hat nur den doktrinären Liberalismus bekämpft, der ihm auch in Deutschland gegenübersteht und den er auch im befreundeten Oesterreich für keine den Interessen beider verbündeten Reiche nützliche Entwicklungs-furm ansieht. Nun ist sicherlich bei uus der Doctri-narismus in vielen Dingen noch weit unnachgiebiger als in Deutschland, woselbst in allen das Reich oder dessen internationale Stellung betreffenden Fragen der Kanzler auch in der Haltung der National-Liberalen schwerlich etwas auszusehen hätte. Aber bei uns hatte das Fractionsunwesen gerade auf dem Terrain der Neichsfragen besonders tiefe Wurzel geschlagen. Auf diesem haben jene Parteiungen stattgefunden, welche die große parlamentarische Metamorphose mit all ihren Folgen helbeiführlen. . . . Die Versassungspartei wollte ihre Thesen über die Gebote der internationalen Politik und über die thatsächlichen Verhältnisse des Reiches heben, und bei einem Wagnisse dieser Art mussten ihre Kräfte erlahmen, sie selbst in einem Kampfe dieser Art unterliegen. Sic hat nunmehr Zeit und Gelegen-heit, deu Reinigullgsprocess durchzumachen. S>e wird dabei nie vergessen dürfen, dass eine Partei, deren Programm nicht gleichzeitig Von großen, die Reichs-intrrrssen beherrschenden Gesichtspunkten ausgeht, nur immer Partei bleiben, kaum aber Regierung werden kann. Eine Bemerkung können wir u»s der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" gegenüber nichl versagen. Der Liberalismus hat den Sturz der Ver-sassimgspartei nicht herbeigeführt, er ltägt kein Verschulden an ihrem Schicksale. Nicht der Freisinn, wohl aber der Eigensinn hat sie um die Herrschaft gebracht, und so lange dieser mit Muth und Ueberzeuguiiatzllkue identificiert wird, wisse,, wir nicht, wie sie aus ihrer gegenwärtigen Lage sich erheben l^nn." Die „Neue freie Presse" wendet sich zu. nächst gegen jenen Passus des Berliner Blattes, welcher ihr — der „Neuen freien Presse" — antidyna-stische Gesinnung zum Vorwürfe macht, und bemerkt: ..Für jeden Einwohner dieses Reiches gibt es einen leuchtenden Fixstern, der unverrückt bleibt, wenn auch die ihn umtleisenden Planeten kommen und ziehen, dessen Strahlen das Gemüth erwärmen und nicht getrübt weiden von den Wogen der Leidenschaften sowie von der Verbitterung des Augenblickes. Wir erblicken darin eine Verletzung der Ehrfurcht, wenn der Feuilleton. Kunst und Her). Original-Noman von Harriet'Grünewalb. (24, Fortsetzung.) Und l^lMuitsch war an das Fräulein herangetreten twl /^Nte: „Waren Sie die einzige englische Lehrerin " ^omlssse?" «Fast, Herr Graf." ..Unterrichten Sie dieselbe noch?" c> „Nein. wir haben im letzten Winter, wenn die ^U Glasig Gesellschaften besuchte oder der Oper I^vhnte, die langen Abende durch Vorlesen eng-tess n ^"Mer uns angenehm verkürzt. Die Com-^,s Mt ein seelcnvolles Organ, das man in der Eon- lation nun und nimmermehr herausfindet." I^"M,'ss Ienlyn, haben Sie die Güte, mir meinen H ^knblanen Plaid zu hnlen," rief die Gräfin vom ^"llui, herüber. „Wir wollen einen Gang durch den ^ ^kn machen; ich muss Ihnen, lieber Graf, meine nv.'l ^schönen Palmenbäumchen zeigen." Die meer-" ""en U^„ streiften Petruwitsch. erl >/^"b ich muss noch vor Mittag einige Briefe ^ttt>,gen," sagte der Minister, indem er die Hand h^l Fla„ an die Lippen führte. „Also, theuere Si-li?^' ^ übergebe dich dem ritterlichen Schutze unseres "w Gastes." zu. .^aum war die Flügellhüre hinter dem Minister schall?"' ^ leuchtete wieder das ungehemmte leiden-Etl, ^ F'uer in ihrem Blicke auf. „Wieder eine laus - ^ "'s erobert." flüsterte sie. ,.O, Stanis-so su'ß /" dem kleinen Palnmchause träumt e3 sich Petrowitsch beugte sich tief zu dem schönen Weibe herab: „Es träumt sich allüberall süß, wo du, meine Lebenssonne, weilst." X. „O süße Macht der Mutterliebe, Du Götterblume dieser Welt." Zedlih. Als Lambert aus dem langen, tief erquickenden ! Schlafe erwacht war, flog sein erster Blick, wie gewöhnlich, zu Gottfrieds Lager hinüber. Zu feiuem größten Erstaunen war es leer, ja so unberührt, als am vorhergehenden Abende. Von banger Ahnung ge« trieben, rrliub er sich rasch aus den Federn. Da lieh ihn ein Zufall die beiden Briefe auf dem Schreibtische gewahren; hastig fass?e er nach demjenigen, welcher die Aufschrift trug: ..Meiuem lieben Lambert!" Kaum las er die erste,, Zeilen, so füllten sich seine Augen mit Thränen. „Fort. fort!" murmelte er mit zucken-den Lippen. „O, ich kann es nicht fassen!" Er begann noch einmal das Schreiben und las es vollständig zu Ende. Der Schmerz um deu geschiedenen Freund übermannte ihn mit solcher Wucht, dass er den Kopf auf den Schreibtisch legte und bitterlich weinte. „Gottfried, mein Gottfried, warum bist du so von mir geschieden?" schluchzte er auf. „Draußen in der Welt wirst du mich, einfältigen Jungen, wohl rasch vergessen." Die Commerzienräthin, welche die jungen Leute zum Frühstück rufen wollte, das man in dem Garten einnahm, war nicht wenig überrafcht über das schluchzende Selbstgespräch ih»es Sohnes, das sie schon bei dem leisen Oeffnen der Thüre vernahm. „Lambert, was hast du?" Kaum hörte der Iüugiing die Stimme der Mutter, so sprang er von dem Sessel auf und warf sich an den Hals derselben. „Gottfried ist fort!" mehr brachte er nicht über die Lippen. Es war auch nicht nöthig. Frau v. Arnau fasste nach dem Briefe, den Lam» bert noch immer in der Hand hielt, und las selbst, was ihr Kind so tief und mächtig ergriff. „Sei vernünftig, mein Junge." sagte sie nach einigen Minuten der Ueberlegung. „Er musste so handeln, wenn es ihm heiliger Ernst um seinen selbstgewählten Beruf war. Gott gebe ihm viel Glück auf seinen Lebensweg und erhalte seinen Charakter stets fleckenlos. Um dies Dasein ist mir nicht bange, glaube mir, er wird sich schon in einigen Jahren zu einem guten Schauspieler emporgearbeitet haben, dann wiist du ihn auch wiedersehen." „Aber er hat ja gar keine Mittel, um die Welt zu bereisen," warf Lambert ein. «Hätte er mir doch fein Scheiden verrathen, ich würde ihm meine ganze Sparkasse zur Verfügung gestellt haben. Ach Gott, ich weih nicht einmal, wohin er sich gewendet." „Dazu, liebes Kind, ist er viel zu stolz; übrig/ni versucht er sein Glück i„ der Welt nicht ganz mittel» los. Ich weih es vom Vater, dass er sich einen kleinen Nothpfennig durch Slundengeben in R. erworben hat, der wird ihn für den Augenblick vor allem Mangel schützen. Und nun nicht mehr geweint, lieber Junge, du wirst deinen Gottfried wiedersehen, glaube es deiner Mutter. Frisch, froh, frei soll jederzeit die Jugend in das Leben blicken, auch in kleinen Leiden." Eine Viertelstunde später schritt die Eommerzien-räthin mit Lambert, der sich an ihren Arm hieng, durch den Garten. Er hatte zwar noch rolha/wemte Augen, doch die Worte der Mutter waren wie lin, dernder Balsam auf sein Herz gefallen: es zitterte durch den Heiden Trcnnungbschmcrz das frohe, verheißungsvolle Licht eines fchönen Wiedersehens. (Fortsetzung folgt.) Laibllcher Zeitung Nr. 143 1228 23. InniM^ letzte Hintergrund unserer politischen Entwicklung auf der Tnbüne und in der Presse so oft blohqeleqt wird, um einen vorübergehenden rednerischen Effect zu erzielen oder einen böswilligen Angriff auszuführen. In Oesterreich ist die monarchische Gesinnung so festgewurzelt, ist das Band, welches den Kaiser und das Volk verknüpft, so innig verwebt mit der Liebe zum Staate, dass es keine einzige Schattierung unseres öffentlichen Lebens gibt, welche die wichtigsten Grundformen des Staates umgestalten möchte." Im weiteren Verlaufe seines Artikels bespricht das genannte Vlatt die Lage der deutsch-liberalen Partei und sagt: „Wenn Se. Majestät der Kaiser heule sich entschließen sollte, die Deutschen zu den Gehilfen seiner Macht auszu» ersehen, so würde er neuerdings dieselbe Ergebenheit, dieselbe Erkenntnis für die Bedürfnisse des Staates, dieselbe Eifersucht für die Erhöhung des Glanzes, welcher die Krone umgibt, wieder finden. Warum sollen wir es überdies verhehlen ! Die bittere Schule der Leiden hat manchen idealen Wunsch erdrückt, die Sorge um die Erhaltung der Nationalität, der Schrecken der hereinbrechenden wirtschaftlichen Reaction hat uns Bescheidenheit gelehrt. Wir wollen ein gesichertes Heim besitzen, wo die Freiheiten, welche die Verfaf-sung gewährt, mit Wohlwollen gehandhabt, wo nicht unaufhörliche politische Processe das Ansehen der Justiz bedrohen, wo die Majorität des Parlamentes in Uebereinstimmung mit der Krone die Steuerkraft des Volkes schont und den Stand der Finanzen regelt, ohne die unabweiilichen Bedürfnisse des Großstaates zu schmälern." In ähnlicher Weise äußert sich auch die „Vor. siadt-Zeitung". Sie bemerkt u. a., dass das Gifttraut des Hineinzerrens der Krone in die Parteikämpfe in Oesterreich nicht gedeihe, da die einigende Macht, welche hier dem dynastischen Elemente inne« wohne, vor einem solchen Beginnen schütze. Weiter heißt es: „Die innere Gestaltung Oesterreichs ist seit 22 Jahren in fortwährendem Flusse begriffen; der Umschmelzungsprocess dauert fort, und in die Wirbel dieser kaleidoskopischen Flucht soll die Dynastie, die das Bleibende im Wechsel mehr noch als anderwärts darstellen muss, hineingerissen werden!? Wer das thut oder versucht, der ist wahrlich der grimmigste Feind Oesterreichs." Das „Neue Wiener Tagblatt" sagt unter anderem: „Ohne dass die „N. A. Z." uns erst daran zu erinnern brauchte, sind wir uns über die Vorwürfe im klaren, die gegen die liberale Partei in Oesterreich erhoben werden können. Gewiss war die liberale Partei nicht immer von den mächtigen Gefühlen geleitet, nicht immer von den starken Impulsen beherrscht, die den Sieg verbürgen. Aber man muss auch erkennen, dass diese Partei mit Schwierigkeiten zu ringen hat, wie keine andere Partei in Europa.... Vielleicht hätten die Deutschen sich in ihrer Machtposition behauptet, wenn sie in der bosnischen Frage rechtzeitig eingelenkt und in der Wehrfrage auf jede Opposition verzichtet hätten. Wir selber hätten gewünscht, dass bei Beurtheilung der Orientfrage innerhalb der liberalen Partei eine fehlerhafte, kurzsichtige Auffassung vermieden worden wäre." Auch in der Provinzpresse bildet die bedeutsame Rede des Fürsten Bismarck noch immer einen hervor-ragenden Gegenstand der Discussion. Die „Gazeta Lwowska" betont, dass Fürst Bismarck den doctri« nären Liberalismus vollkommen zutreffend gekennzeichnet habe. Dieser Liberalismus kranke vor allem an drei Vorurtheilen, die, wie überall, auch in Oesterreich klar zutage getreten seien. Weil in den Zeiten des Absolutismus die Regierung als der Repräsentant des absoluten Willens gegolten, so stellten sich auch heute noch die Liberalen jedweder Regierung, selbst jener, die aus ihrer Mitte hervorgegangen, feindlich entgegen, und weil der Militarismus als die vornehmste Slütze des Absolutismus angesehen wurde, so glaube die liberale Partei auch heute noch, der zum staatlichen Bedürfnisse gewordenen Aufstellung einer entsprechenden Militärmacht oppositionell entgegentreten zu müssen. Die Steuern aber wurden, weil über deren Verwendung dereinst keine Controle bestanden, fortan nicht als ein natürliches und selbstverständliches Opfer des Staatsbürgers, dem. je größer es werde, desto größere freiheitliche und staatsbürgerliche Rechte entgegengestellt weiden müssten, sondern als eine den Staats« ungehörigen aus Fiscalrücksichten auferlegte Last be< trachtet und dabei ganz auheracht gelassen, dass die Controle über die Verwendung der Steuergelder in die Hand der Vertreter des Volkes gelegt worden sei. Vom Ausland. Aus Berlin wird der „Köln. Ztg." berichtet, dass Se. Majestät der deutsche Kaiser dem Vernehmen nach das Reiseprogramm der früheren Jahre auch heuer genau einhalten, also sich von Ems nach Gastein begeben werde, um später den Herbstmanövern in Schlesien anzuwohnen. — Die Angabe, dass die Abgeordnetemvahlen für den prenßifchen Landlag auf den 18., die Wahlmännerwahlen auf den 11. Oktober angefetzt seien, bezeichnet derselbe Correspondent als durchaus der Bestätigung bedürftig. Dagegen bestätigt auch er, dass der preußische Finanzminister Bitter sein Abschiedsgesuch eingereicht habe. Derselbe wohnte bereits dem Ministerrathe am 18. d. M. nicht mehr bei. Differenzen über das Verwendnngsgesetz nnd die Reform der directen Steuern sollen in dem Minister den längst gehegten Wunsch zur Reife gebracht haben, in den Ruhestand zu treten. Die deutsche „Petersburger Zeitung" er« fährt, dass nicht Saburoff, sondern Baron Mohrenheim (Gesandter in Kopenhagen) als russischer Bot. schafter nach London gehen werde, falls Lobanoff eine andere Verwendung finden sollte. — Die „Neue Zeit" meldet, die russische Regierung beschloss, wegen der bevorstehenden Conferenz den Posten Novltoffs sofort durch Nelidoff zu besetzen, denselben jedoch zum außerordentlichen Gesandten und nicht zum Botschafter zu ernennen. Fürst Alexander ist am 20. d. M. um 5 Uhr abends in Sophia angelangt. Die Minister, die hohen Functionäre sowie die Einwohner, welche dem Fürsten vor die Stadt entgegengeeilt waren, bereiteten ihm einen sehr warmen Empfang. Die Stadt ist mit Flaggen geschmückt. Auf seiner Reise nach Sophia em-pfiengen den Füsten überall die begeisterten Zurufe der an der Straße verfammelten Bevölkerung. Das englische Unterhaus nahm in der Sitzung vom 20. d. M. mit 253 gegen 97 Stimmen nach längerer Debatte den Antrag Gladstones auf die Priorität der Pachtrückstandsbill vor allen anderen Vorlagen, die Zwangsbill ausgenom» men, an. Im Laufe der Debatte erklärte Gladstone, die Reform der Geschäftsordnung sei so wichtig, dass die Negierung jedes legitime Mittel benutzen werde. damil dieselbe nicht auf die Session im nächsten ^y» übertragen wird. ..... Sir Charles Dilke e, klarte, die Regierung >" °r reit. die Convention in Betreff der NordseeftscheM " ratificieren, wenn die anderen Mächte ihre AeMlnm ligkeit kundgeben; es fei aber noch ungewiß, oli 6"' reich, Belgien und die Niederlande die Convention " tifici'len würden. .s...« Derselbe Regierungsvertreter theilte zur eWM ' Frag«' mit: Generalconsul Malet sei angewiesen, s" elklävn, dass die Regiernng sich vorläufig aller 6" oerungcn bezüglich der bei den Unruhen in Ml"> dlien englischen Staatsangehörigen zugefügten ^ thätigkeiten enthalte; Malet solle aber zu mrMe» geben, dass die englische Negierung volle Gemlglyu»''» und Reparation verlangen werde. England .^ ^ Wahrung seiner Interessen am Suezkanale die aM Wichtigkeit bei. Malet sei an der Bildung des "^ Cabinets nicht belheiligt. Die Negierung nehme n^ von den früheren Erklärungen bezüglich lh«6 Haltens in der egyptifchen Frage zurück. Der M' Meinungsaustausch zwischen den Mächten ergab'""' die Großmächte auf die Initiative Englands und l^' reichs erklärten, es fei geboten, über die eM">^ Zustände und die eventuell nothwendigen A^^H gemeinsam zu berathen. England und 3"".M machten den Vorschlag, dass'die Vertreter del !^ Großmächte am Donnerstag in Constantino«"«^ Conferenz zusammentreten sollten. Die Pforte niwH. nicht in die Conferenz. Wegen des Verbleibes "' Paschas im neuen Cabinet betonte Gladstone abe"«".^ die Negierung nehme nichts von dem zurück, "'"^n in der egyptischen Frage gethan und gesagt; " der Frage der schließlichen Lösung der eM",^ Krisis sei aber momentan eine andere doiniiue ^ Frage entstanden: die Sicherheit der Person ^ .^e Eigenthums der Europäer. Diese Frage könne V" Rücksicht auf die Personen, in deren Händen auaen"^ lich die Gewalt liege, nicht erwogen werden, "le gierung sei noch der Ansicht, dass die Pforte an Conferenz theilnehmen sollte; der Sultan sel anderer Ansicht. ^. Die Krisis in Ggypten. Die durch die egyptischen Wirren ueranl^ Botschafterconferenz sollte nun doch ^„^ Meldung der „Agence Havas" zufolge — am "' . d. M. in Constantinopel zusammentreten, allere» ^ wie es scheint, ohne die Theilnahme der Pforte, »m " indes auch der zu Ende des Jahres 1870 in (5o"!l tinopel zusammengetretenen Conferenz zuerst >^^„-blieben und dann beigelreten war. Der Z"^.^, tritt der Conserenz hält übrigens die Mächte m^ ^ ihre Vorkehrungen gegen ernste Zwischenfall ^» Egypten fortzusetzen. Der Befehlshaber des enam ^ Geschwaders vor Alexandrien erhielt am 20' ',g, die Weisungen für eine eventuelle Truppenla" „, und wie aus Paris gemeldet wird, hat auch ^M zösische Regierung den Admiral Conrad angew „, für den Fall ernster Ereignisse in Kairo oder "'^, drien französische Trnppen gleichzeitig mit ^> heü lischen landen und gemeinsam mit denselben vo u zu lassen. M' Arabi Pascha hat inzwischen eine Proclaw ^ erlassen, worin er erklärt, dass kein Grnnd v"^^' sei, eine Störung der öffentlichen Rnhe zu Fürstliche Pathengeschenke. Es ist in fürstlichen Häusern Brauch, dass die Pathen eines Sprößlings aus fürstlichem Geblüt der Mutter des Täuflings ein Pathengeschenk verehren. So wurde bei der Taufe die Prinzessin Wilhelm von Preußen mit kostbaren Taufgaben erfreut. Außer einem reichen Geschenk hatten der Kaiser und die Kaiserin der Frau Prinzessin, wie die „Tgl. Rundschau" mittheilt, noch als besondere Aufmerksamkeit ein großes Etui verehrt, in welchem sich Stock und Gnff zu einem Sonnenschirm aus Lapis-Lazuli mit Reifen von Brillanten befanden. Der Täufling hatte nur ein Pathengeschenk bekommen. Dieses bestand aus einer großen, in massivem Silber getriebenen Schale, einer so« genannten „^ovinZcup," wie sie bei großen Gastmahlen in England auf der Tafel paradiert und vom I^iit. MÄ8t,or umhergereicht wird. Auf der Vorderfeite befindet sich die Widmnngs Inschrift: Ia I^äoriok MNiani Victor ^.UFUäwä Ernest, ol lruiiLia. d^ Ili« aFectionatL Oient, (irandmotkLr Victoria ks^iuk) auä I(mz)6l'a.tnx) 11. «Iuu6 1882. Prinz Wilhelm brachte feiner Gemahlin als Taufgabe einen großen Schmuck, der neben seinem materiellen Wert ein Meisterstück künstlerischer Behandlung von Gold, Emaile, Brillanten, Rubinen. Smaragden und Perlen ist. Die aus einem Collier nut daranhängcnden Schmuckstücken, einer Brosche, Boutons, Armband und Ring bestehende Parüre ist im Geschmack der Renaissance von einem namhaften Künstler gezeichnet und von einer Hanauer Flrma ausgeführt worden, und das in einer Vollendung, dle an die besten alten Augsburg« Arbeiten dieseö Genres erinnert. Kurz vor Beginn der Taufe überreichte Se. k. u. k. Hoheit der durchlauchtigste Kronprinz Rudolf von Oesterreich der Frau Prinzessin für seinen kaiser, lichen Vater und für sich als Palhengeschrnt ein him< melblaues Sammt-Etui. Aus diesem erglänzte eine handgroße Brosche in Form eines Zweiges aus Blüten von Brillanten mit fünf aus Ärillantenkelchen her« abhängenden Airnenfterlen vom schönsten Glänze und erster Größe. Das Taufgefchenk des Königs von Sachsen bestand in einem breiten Kettenglieder-Armband von Gold mit einem großen Vrillantschloss und in der Mitte desselben ein Smaragd. Ein großer Saphir mit zwei Solitärs war das Millelstück eines aus massiv goldener Kette bestehenden Armbandes, welches Großfürst Sergej im Auftrage feines Bruders, des Kaisers Alexander III., überreichte. Die Gabe', welche der Herzog von Aosta von seinem königlichen Bruder von Italien überbrachte, war ein schmales Armband mit fünfzehn k.jour gefafsten Brillanten in aufsteigender Größe. Schwer von mafsivem Golde war das breite Bracelet, das Geschenk der kronprinzlichen Herrschaften, an die Schwiegertochter. Ein blau emaillierter, herzförmiger Schild trägt die Namenszüge der Herrschaften, überragt von zwei weiblichen allegorischen, massiv goldenen Gestalten, die eine goldene Krone tragen. Auf dem Reise befinden sich il, .jou»- die Wappen der Provinzen Preußens. Der Großherzog zu Sachsen schenkte eine Shawl-Agraffe von Brillanten. Prinz Albrecht eine Brosche uus emailliertem Golde mit Perlen, Brillanten und Rubinen, in Form eines Fächers. Ein Schmuckstück in Form eines goldenen, !mit Perlen besetzten Hufeisens und mit dem in Blil- ---------------------------------------------------------------^ ^ lanten ausgeführten Worten: „Oooä luek" ^Mle Prinzefsin Christian zu Schleswig.Holstein ihr" verehrt. „Allgemeine Sport-Zeitung/' Wochensch^ ^ ^ 5 alle Sportzweige. Herausgegeben v, Victor Si^ ^st^ Officielles Organ von 105 Sportgesellschafte» '^H^ reich. Deutschland. Holland. Russlnnd und der ^ ^s Größtes, reichhaltigstes nnd verbreitetsles Spo"" ^tjglt europäischen Coutinentes. Die jiingste Nm»'"" «anttl wieder eine Neihc größerer Aufsätze und ^ ,^. V^ Berichte, darunter: Das Umon'Nenxen in ^Hec ^ neue glänzende Sieg des „Tiurus". (A"sM" " hM' richt) Curiose Geschichten von der Berliner ^ ^sf. - Das erste große Wiener Vclocipede.Nenn^ ^ e Bericht). Der neueste beste Record: 2: 41/4' ^Oel/ große Regatta in Colilenz. Sieg der 3ra»W'" 5^ mania". (Ausführlicher Bericht). — Das T"^ ^ch. ning. Nudern. — Phonograph. — Vermischtes ^„ßerve"' — Theater. — Briefkasten. — Nachtrag ".^tt"' zahlreiche wertuollc Notizen ans allen ^" " d""s Abonnementspreis bei regelmäßiger tfr"I".7<„eM, vom Mai bis Ende Dezember 1882 10 fl. ^'"^ l^? mern 30 kr. Il.ni-ttalender. unentbehrlich ^t Tursbesucher. 20 kr. im Verlage: ..Mgemew Zeitung". Wien. 1., Elisabethstraße Nr. 1?> ^ * Alles in dieser Rlldril Ännczciate ist A > Der Frühjahranbau, namentlich von Ger e ""d Hafer, ist infolge der kalten und windigen W't-'^>ng „ahezu allenthalben verkümmert, lnsbesondere "ber in Oberungarn; Hackfrüchte haben überdies auch 'wch durch die Fröste gelitten. . , ,. ^ Der Naps ist an manchen Stellen verdorben ""d hat theils durch Frost, theils durch Insecten ge- . Ueber das Vorkommen von Nost wird nur in ^" Berichten des Zalaer und Eiscnburger Conutates ^wähmmg gethan. ^. ^.,. ,, . Nr Futterqewächse war d.e Witterung ^elchfalls ungünstig; weder natürliche Wiesen noch ""gebautes Futter machten Fortschritte, so dass ste k'"e schwache Ernte versprechen. , Obst und Trauben haben wohl durch Frost Butten, dennoch ist besonders bei letzteren Aussicht ^ rine gute Fechsung vorhanden. Ueber wesentliche schaden am Obste wird speciell aus dem Unger-^encsiner und Zempliner Eomitate berichtet. Gerichtssaal. Wien, 20. Juni. l (Process Hoffmann. - Zweiter Verhand-^"NLtag.) Nach halb 10 Uhr vormittags wurde heute ^ Verhandlung wieder aufgenommen uud das Detml-s/^hör Hoffmanns fortgesetzt. Es wurde zunächst con-flirrt, dass Karl Hoffmann sich bereits am l7. Juli ^75 um das von ihm so oft angeregte Lenmunds-^"gllis des Karlsbader Bezirksgerichtes beworben hat. w Pr.: Was hat Sie dazu veranlasst? — A.: Die Attheilungen des Eberhardt'schen Polizei-Anzeigers "ber mich. cv, Pr.: Warum haben Sie förmlich um ein Zeugnis ^lez Wohlverhaliens angesucht? — A.: Ich erinnere "ch nicht mehr daran. A Der Präsident constatiert sodann, dass nach den Karlsbader Mittheilungen gegen Karl Hoffmann eine tzi,"suchung wegen Ucbcrlrctmlg gegen die öffentliche s. '"Zkeit eingeleitet gewesen, und dass eine Bcstra-"N Hoffmanns nicht erfolgt ist. ' Nach diesen Constatierungen begann die Zeugenvernehmung mit derjenigen des Hoteliers Franz Haupt mann, in dessen Holel „zum goldenen Lamm" bekanntlich Hossmann während semes Wiener Aufenthaltes gewohnt hat. Aus dieser Aussage geht hervor, dass Karl Hoffmann sich zuletzt am 16. Februar 1877 dort einlogiert, den Ruf eines vermöglichen Mannes zn rechtfertigen gefucht, dafs er anfangs Wagen und Pferde besessen, alles prompt bezahlt habe, zuletzt aber schuldig geblieben sei. Pr.: Iu welchem Stile hat Karl Hossmann gelebt ? — Z.: Sehr anständia. Er hatte drei Zimmer und einen Salon im ersten stocke inne, und wenn ich mich recht erinnere, hat er monallich 490 fl. be< zahlt. Ich kann dies nicht bestimmt angeben, weil mein senher veistorbener Bruder die finanzielle Leitung hatte. Pr.: Zuletzt ist Ihnen also Hoffmann schuldig geblieben? — Z.: Oh das hat mchls zu bedeuten, das kommt bei uns öfter vor. (Heiterkeit.) Pr.: Wie viel schuldet Ihnen Hoffmann noch? — Z.: Nach den Ausschreibungen meines Bruders 9700 Gulden. Der Präsident bringt hierauf einen Brief des Brnders des Zeugen zur Verlesung, worin Hossmann wegen der auestehenden Zahlung gemahnt und erwähnt wird, dass ja der vorgebliche Geldgeber Hossmanns Dr. Fialla in Wien, und dass das Mahnen für beide Theile gleich demüthigend sci. Trotzdem versichert der Zeuge, dass der Ruf Hossmanns ein fehr guter ge« wefen sei. Ein anderer Brief von dem Clavierfabrikanten Hoffmann, den der angeklagte Namensvetter nicht ten« nen will, enthält unter anderem folgende Stellen: „Früher sind Sie mit vier Pferden gefahren, und das war etwas ganz anderes. Jetzt sind Sie, wie ich höre, bereits eine fragwürdige Existenz. So werden Sie be> greifen, dass ich Sie wegen meines Guthabens mahnen muss. Ich höre, dass Sie gegenwärtig alles schul« dig bleiben, dass von Ihnen nichts mehr zu erhalten ist. Wenn solche Aeußcrungeu über die Ehre eines Mannes gemacht werden, der mir seit zwei Jahren bekannt, bei dem alles auf das beste sichergestellt und der mir als echter Chevalier bekannt ist. so wird das solideste Vertrauen erschüttert. (Allgemeine Heiterkeit.) Pr.: Also, Herr Hoffmann, obwohl Sie, wie Sie behaupten, für sich jähllich 80,000 fl. gebraucht haben, mussten Sie doch derlei Mahnungen wider sich ergehen lassen. Ich constatiere dies nur zur Richtigstellung Ihrer emphatischen Aeußerungen; denn die ganze Angelegenheit ist bekanntlich nicht Gegenstand der An« klage. D>e Ihnen präsentierten Rechnungen lauten auch ^ auf „Hochwohlgeboreu Baron Hoffmann". — A.: Ich! hatte dagegen nichts einzuwenden. Pr. (zum Zeugen): Ist dieser Titel von Hoffmann angesprochen worden? — Z.: Ich erinnere mich nicht daran. Ich glaube aber nicht, denn leider herrscht bei uns der Brauch, dass man auch jemandem, der nichts ist, „Herr von" sagt, und so geht das weiter. (Heiterkeit.) Nun kam das Actenmateriale bezüglich der nord« böhmifchen Kohlengewerkschast zur Erörterung. Den Anfang machten Verlesungen einschlägiger Abmachungen, aus denen zu entnehmen, dass Hoffmann wie immer auch in diesem Falle vor allem den eigenen Vortheil wahrgenommen hat. Die betreffende Actien« gefellschaft ist bekanntlich eingegangen, und für diesen Fall hatte Karl Hoffmann den Besitz ber Actien vor« gesehen, die sein Activermögen ausmachen und, wenn sie nicht wertlos wären, eine Summe von mehr als 50,000 fl. repräsentieren würden. Der Angeklagte bestritt natürlich die Werllosigkeit dieser und noch anderer iu seinem Besitze gefundener Aclien mit dem Hinweise auf die Veränderlichkeit solcher Werte. Der Präsident schritt sodann zum Factum der versuchten Elwerbung des Gutes Wolfsberg in Kärnten und vernahm zunächst den Zeugen Privatirr Arnold Gradewitz. Durch diesen Zeugen wurde der Angeklagte mit dem beabsichtigten Guti-verkaufe bekannt. Ein sicherer Neumann stellte die Verbindung zwischen ihm und dem ..Baron von Hoffmann" her. Zeuge war von Hugo Grafen Hrnckel-Donnersmirk damit betraut, einen Käufer für das Gut Wolfbberg zu fuchen, Hoffmann offerierte sich als ernster Käufer, und da diese Zusicheruug dem Zeugen nicht genügte, schrieb Hoffmann ihm. dafs er bei dem Banthanse „Euulhs u. Eu." in London ein Depot von 3.040,800 Gulden besitze. Auf diese schriftliche Zusicherung hin trat Zeuge mit Hoffmann wegen des Gntsvertaufes iu Unterhandlungen, die ein volles Jahr währten, ohne irgend welches positive Resullat ergeben zu haben, ob< wohl Gradewitz aus diesem Anlasse sogar von Breklau aus wiederholt Reisen nach Wien und London unter» nommen hatte. Aus einem Briefe des Grafen Arthur von Henckel-Donnrrsliiark iu London (Sohn des Grafen Hnqo) geht hervor dass infolge der Mittheiluugen dcs Gra> dewitz der Eintritt in persönliche Unterhandlun<;cn von der Erlegung eiucr Caution von 200.000 st. seitens dcs Hbffmann abhängig gemacht wurde, welche Cau tion bl'i Dr. Stammsest in Wien zu erlegen gewesen wäre, jedoch nicht erlegt worden ist. Hoffmann bemerkt dazu, dass er in der That jenes Depot besassen, dass es jedoch nicht in barem Gelde, sondern in Actien ber ostpreuhischen und der Insterburger Eisenbahn bestan« den, wie auch der Präsident der ersteren dieser Bahnen, Graf Linder, bestätigen könne. Pr.: Graf Linder kann nur bestätigen, dass sich diesfalls bei ihm Graf Henckel sen. erkundigt hab?. — A.: Ueber meine Weisung. Der Präsident eiiü-r B^hn kann doch leicht erfahren, wer Actionär derselben «st. In erster Linie war übrigens gar nicht von dem Guts» kanfe die Rede, sondern ich sollte für den Grafen ein Anlehen von 2 Millionen aufnehmen, und ich wollte ihm 2 Millionen aus meinem Depot geben. Graf Henckel aber machte die Annahme di'ses Anerbiete-'s davon abhängig, dafs der Finst Vismarck privatim die Erklärung aba/be, dass der Slaat die ostpreußische Bahn ankaufe. Da dies nicht geschah, wUlde dieses Geschäft nicht ausgeführt. Der Zeuge Gradewitz erzählte nun, wie er über Veranlassung seines Vollmachta/bers und des „Baron" Hoffmann nach London gereist und wie er ge>ade so klug wie früher wieder nach Wien zurückgekehrt sei. Hossmann hatte ihm in London zwei Häuser als sein Eigenthum gezeigt, sein Versprechen aber, ihn seinem Banquier vorzustellen, nicht erfüllt. Geschworner Frauenberger: Warum sind Sie nicht aus eigenem Antriebe direct zu dem Bank' hause gegangen? — Z. Er hatte mir dirs immer mit dem V«'sprechen, mich hinzuführen, ausgeredet. Bei seiner Manier hätte mir übrigens dies ohnedies nichts genutzt. Es kamen nun zwei Briefe des Grafen Henckel zur Verlesung, in denen sich der Graf bitter über das Verhalten Hossmanns in dieser Assure beklagt. Pr.: Graf Henckel hat Ihnen gegenüber wirklich eine erstaun'.iche Geduld on den Tag gelegt. — N.: Das anerkenne ich auch vollkommen. Pr. (zum Zeugen): Hat Ihnen Hossmann nicht auch den Grund angegeben, aus drm er das Gut zu kaufen vorhalte? — Z.: Er sagte, oass er damit be-» zwecke, in den Neichsralh gewählt werden zu können, um dauu im Interesse der Negierung zu wulen, um sich dadurch mit seinem Onkel, dem Reichs^Fincluz» minister in Wie», zu ve> söhnen. — A.: Das bekämpfe ich, indem ich behaupte, dass ich das gar nicht gesagt haben loimlr. Der Präsident constatierte nun aus mehreren Ver-lesungen, inLbesondere aus der Aussage des Agenten Julius Hillel. dass Hoffmann selbst sich in London als Baron und Neffen des ehemaligen Reichs-Fmanz« mmlsters llustzegebrn habe, dass er in England nur als solcher gekannt gewesen und buss lediglich darauf der Credit zurückzuführen sei, drssen Hoffmann sich in England erfreut hat. Hierauf wurde die Verhandlung auf eine halbe Stunde unterbrochen. Hagesnemgkeiten. — (Ho fnach richt.) Ihre l. und t. Hoheit die durchlauchtigste Frau Erzherzogin Marie Valerie ist am 20. d. M, um 7 Uhr. früh in Ischl emg'truffen. — (Vuchdrucker'Säcularfeier) Die Hrrreu Hofralh Dr. Ritter v. Beck. Iabper und WalliKhansser unterbreiteten namens deb Comiles zur Feier ber 400jiih, rigen Einführung der Buchdruckerkunst in Wien Semer Majestät dem Kaiser die Einladung znr Elöffnungs» seier der h'storischen Ausstellung im l. l, Musrum Seine Majestät nahmen die Einladung freundlich nuf und stellten den Besuch der Ausstellung in sichere Auesicht. Auch erkundigten Sich Se. Majestät der Kaiser mit sichtlichem Interesse nach dem Zu^anbelommen derselben, — Das Festcomite hat seine Vorbereitungen zur Eröffnung«, feier im l. t. Museum am 24. d. M sowie zum großen Vuchdruckerfesle in der „Neuen Welt" am 25. d. M, nahezu vollendet. Hufrath Nlttrr v. Scherzer wird am 24. d. M. seine große Festrede im l, l. Muse»m halten. Zum Bnchdnlckerfests in der „Neuen Welt" in Hiehing werden am 25 d. M. nachmittags die Herren Karl Hiiger und der Neichsrothsabgeordnete Heinrich Rrschauer jprechen. Von bleibendem Interesse wird die Herausgabe des von der artistischen Anstalt R v Waldh?im in be-sonders reicher typographischer Ausstattung hergestellten „ErinnerungsblatieS" sein, das auch die Festreden der Herren Hofrath Ritter o, Schcrzer, Heinrich Reschuuer und Karl Hager enthalten. — (Prinzessin Margarethe, von Sachse »«Alte »bürg, -f) Die vor eniiger Zeit schwer erkrankte Plinzejsin Margarrtha, Tochter Seiner Hoheit dcs Prinzen Moriz von Sachsen-Altenburg. ist am 17. d. Vl, in Altenburg verschieden. Prinzessin Mar. garetha Maria A^neS Adelheid Karoline Frieder,le war am 22. Mai 1807 geboren. — (Wiener Universität.) Am 20. d. M, wurde der Professor des römischen und canonischen Rechtes Hofrath Dr. Friedrich Maaßen zum Rector für das Studienjahr 18A2M gewählt; alt Profector wird der bisherige Rector Professor Dr. Anselm Ricker fungieren. Dir Resultate der T^cantzwahlen sind sol-gende: Z„m Decan der juridischen Facultät Wurde Hof. rath Professor Dr, Gustav Drmelius. zum Prodecan Professor Dr. Karl Menger; zum Decan der philoso- Laibacher Zeitung Nr. 142_________________________________ 1230_________________ 23. Juni Ms.___ phischen Facultät Professor Dr. Max Vüdinger, zum Prodeca» Pvof.ssor Dr. IuliuS Wiesner; zum Decan der theologisch.» Iacultät Professor Dr. Karl Krückl. zum Prodecan Professor Dr. Anton Waftpler gewählt. — (Verhungert.) In das Spital der Barm« herzigen Brüder zu Linz wurde am 19. d, M. von zwei Männern ein etwa dreizehn Jahre alter Knabe in be« wusstlosem Zustande überbracht. Sie hatten das Kind im Walde bei Prägarten hilflos liegend aufgefunden. Auf dem Körper des Knaben krochen bereits Schnecken und allerlei Käfer umher, woraus geschlossen werden muss, dass derselbe bereits mehrere Tage in dieser Lage im Walde zugebracht haben müsse. Im Spitale wurde dem Bewusstlosen Speise gereicht, die er jedoch nicht mehr zu sich nehmen konnte. Gestern früh starb derselbe. Locales. — (Das Gremium der Kaufleute in Laibach) hält am Sonntag. 25. Juni, um II Uhr vormittags im Sihungssaale c.es Rathhauses unter dem Vorsitze des Herrn Vorstehers Alexander Dreo die ordentliche Generalversammlung ab. Die Tagesordnung lautet: 1.) Bericht des Gremialvorstandes: a) über die Geschäftsführung im Jahre 1881. d) über die Geldgebarung im Jahre 1881, c) über den Vermügensstand am Schlüsse 18^1 ,' 2.) Bericht deö Rechnungs.Reui-fionsausschusses über die Prüfung der Nechnungs-Ab-schlüsse pro 1881; 3,) Anträge des Gremialvorstandes: k) auf Genehmigung des Voranschlages pro 1882, d) auf Aufnahme von drei hiesigen Firmen als Gremial« Mitglieder; 4) Wahl von drei Nechnungsrevidenten pro 1882; b.) Anträge der Gremial-Mitglieder. — (DasConcert der span ische n Gl ocken-spieler), das, vom schönsten Wetter begünstigt, gestern nachmittags von 3'/, Uhr bis 6 Uhr im Schweizer-Hause in Tivoli stattfand, erfreute sich eines fehr zahl« reichen Zuspruches, und sah man eine gewählte Gesellschaft versammelt, welche den Klängen der Glocken« virtuosen mit gespanntester Aufmerksamkeit lauschte. Die verschiedenen zum Voltrage gebrachten Pi^cen der Geschwister Sftira fanden rauschenden Beifall, namentlich ein Potpourri, in welchem der „Earneval von Venedig" in zartester Weise zur Geltung kam, auch das „Album" mit Motiven von Wagner, Schumann, Mendelssohn u. s. w wurde lebhaftest acclamiert. Am Sonntag nachmittags findet im Schweizerhause abermals eine Production der auch hier rasch populär gewordenen „Glockenspieler" statt. Küche und Keller der Eder'schen Wirtschaft befriedigten, wie immer, aufs beste. — (Die Musik bei Schloss Tivoli). die gestern abends von 6 bis 7 Uhr von der Kapelle des k k. 26, Infanterieregimentes Michael Großfürst von Russland stattfand und bei welcher das von uns gestern mitgetheilte Programm mit gewohnter Präcision zur Ausführung gelangte, hatte ein äußerst zahlreiches Pu-vlicum aller Stände versammelt, das die Anlagen rings um das Schloss und die Alleen füllte und auch noch die im Schweizerhause von früher her versammelte Gesellschaft wesentllch verstärkte. — (Aus dem Schwurgerichtssaale.) Nm 15. d. M, war Johann Tomaz des Verbrechens der Brandlegung angeklagt. Am 24. Mai d. I, kam Tomaz in sein Haus nach Brod bei St. Veit nächst Laibach von Medno, wo er bei seinen Angehörigen wohnte Es war Abend, und er trug aus dem Hause in einem Sack Hirse weg. Bald nach seiner Entfernung wurde vom Zeugen Rozman, welcher am Hause vorüber» gieng, ein Brandgeruch verspürt. Nozman gieng ins Haus und fand auf dem Dache einen glühenden Schwamm, Welcher schon halb verbrannt war und welcher mit dem Deckel einer alten Holztruhe bedeckt war. Auch der Holzboden war schon ausgebrannt. Später erschien der Gemeindevolsteher von St. Veit, welcher mit einer Laterne den Dachboden näher untersuchte und nun noch hinter dem Dachsparren unter dem Strohdache einen zweiten glimmenden Schwamm in der Größe eines Kür» bisses fand, in dessen Nähe brennbare Stoffe, als Schilf u dergl.. angehäuft waren. Das Stroh des Daches in der Nähe des glimmenden SchwammeL war bereits glühend heiß und nur der gewissenhaften Untersuchung des Hauses durch den Gemeindevorsteher von St. Veit ist es zu danken. dass ein Brand verhütet wurde und so nicht das Haus des Johann Tumaz und die Nachbarhäuser ein Opfer der Flammen geworden sind, was bei dem herrschenden, sehr ungünstigen Winde zweifellos eingetreten wäre. Die That begangen zu haben ist der Angeklagte dringend verdächtig, Er war knapp zuvor, als man den Brandgeruch verspürte, im Hause und war auf einem ungewöhnlichen Weg?, nämlich über die Hutweide, in dasselbe gekommen. Er befand sich auch in einer sehr unzufriedenen Lage, denn er wollte heiraten, wurde aber mit seinen Werbungen überall abgewiesen, so dass er den Ent-schluss gefasst hatte, das Haus zu verkaufen und fortzuziehen. Schon früher, als er von Nachbarn aufmerksam gemacht worden war. den zufammegestürzten Mantel in der Küche doch herzustellen, da sonst leicht ein Brand entstehen könne, äußerte sich der Angeklagte, dass ihm wenig daran liege, er sei ja um 900 fl. versichert, die bekomme er, wenn das Haus abbrennt. Der Angeklagte leugnet mit größter Entschiedenhelt, den glühenden Schwamm gelegt zu haben. Hirse habe er geholt, um Nahrung zu haben. Die Geschwornen verneinen mit 6 gegen 6 Stimmen die Schuldfrage, worauf der Gerichtshof den Angeklagten des angefchuldigten Verbre-chene freispricht. -x- — (Die slovenische Wochenschrift „Edi. no st") erscheint mit 1. Juli zweimal in der Woche. — (Thätigkeit der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger pro 1881) Noch in keinem Jahre feit dem Bestände der Gesellschaft haben die Rettungsboote ein so glänzendes Resultat zu verzeichnen gehabt, als im abgelaufenen. Es wurden im ganzen 966 Meusch?nlrben und 33 Schiffe durch die Boote der Gesellschaft gerettet. Die Gesellschaft hat außerdem noch Prämien für die theils durch Fifcher-boote, theils durch andere Mittel bewirkte Rettung von 155 Schiffbrüchigen ausbezahlt. Seit der im Jahre 1824 erfolgten Coustituierung der Gesellschaft gelang es ihren Organen. 28.724 Schiffbrüchige zu retten. — (Schwim m ende Gewerbe-Ausstellung.) Mehrere Unternehmer in London beabsichtigen eine schwimmende Gewerbe-Ausstellung zu veranstalten. Englische Blätter schreiben darüber, dass zu diesem Zwecke ein Dampfer von 2640 Tonnen und mit großen Kajüten, welche als Musterzimmer zur Auslage der ver» schiedenen Waren dienen, eingerichtet werden soll. Der Dampfer wird bei der Ausreise die südafrikanischen Häfen besuchen, dann Mauritius, Adelaide, Melbourne, Hobart-Town, Sidney und Brisbane anlaufen und von da die Häfen Neuseelands berühren, nach Callao und Valparaiso steuern, um längs der Osttüste Südamerikas die Heimreise anzutreten. Vielleicht ließe sich nach der stattgehabten Ausstellung in Trieft versuchen, mit einem Theile der Industriegegenstände eine ähnliche Rundreise zu machen, was bei der völligen Unbekanntheit unserer Erzeugnisse in überseeischen Ländern von recht praktischem Nutzen wäre. — (Die Operette „Nachtigall und Lerche") von Aimc von Wouwermans, Musik von Alfred Khom, welche für die Herbstsaison an mehreren Bühnen in Vorbereitung ist, gewinnt durch die neuesten Vorgänge in Egyftten an actuellem Interesse. Die Operette spielt im modernen Kairo, und der berühmte belgische Künstler Herr Emil Wauters. dessen Nil-Panorama überall so verdiente Anerkennung findet, hat gestattet, dass die Costüme orientalischer Charaktere für die Oper: Eseltreiber, Iussuf. Sais, Beduinen, Haremswächter, Fellahweiber ;c,, nach seinen Ociginal-bildcrn aus Kairo angefertigt werden. Neueste Post. Original Telegramme der „Laib. Zeitung." Paris, 22. Juni. In der heutigen Sitzung der Kaminer erklärte Freycinet, die Conferenz trete heule zusammen, und bilde den einzigen Verathungsgegeu-stand die egyfttische Frage. Die Mächte hätten ein ?l'0t0(Mo ä6«lllt.ül688«m6nt. unterzeichnet; Frankreich begab sich nicht seiner Unabhängigkeit und würde im Falle einer Lösung, die seiner Würde zuwiderlaufe, seine Actwnifreihrit wieder e> langen; er fei jedoch überzeugt, das Einvernehmen der Mächte werde bis zu Ende andauern. Petersburg, 22. Juni. Infolge Entdeckung eines Nihilistenversteckes in Wassilostrow wurde in der Nacht vom 17. zum 18. Juni ein zweites Nihilistenversteck in der Fornaiy«Gasse aufgefunden, und fanden hier ebenfalls mehrere Verhaftungen statt. Alexandrien, 22. Juni. Der Sultan drückte Derwisch Pascha seine Befriedigung über dessen Haltung aus und ersuchte ihn, Arabi Pascha zu bewegen, dass derselbe vor der ersten Conferenzsitzung nach Con» stantinopel komme. Man glaubt, Arabi werde ableh« nen. Der Sultan drückte auch dem Khedive telegra« phisch seine Zufriedenheit mit dessen Haltung aus und versprach, sein Möglichstes zu thun, um dessen Autorität zu befestigen. __________ Trieft, 21. Juni. Se. k. und k. Hoheit Herr Erzherzog Albrecht wohnte vormittags einem Manöver der hiesigen Garnison und jener von Capodistria bei Zaule bei. Um 2 Uhr fand im „Hotel de Ville" ein Diner zu 32 Gedecken statt, zu welchem die Spitzen der Civil- und Militärbehörden geladen waren. Um 5 Uhr fanden sich bei der Abreise Sr. k. und k. Hoheit nach Görz die Spitzen der Civil« und Militärbehörden auf dem Perron des Bahnhofes ein. N gram, 21. Juni. Anlässlich seiner Rückkehr von der Grenzreise richtete der Aainls im Wege der Behörden an das Grenzvolk ein Dankschreiben für die herzlichen Manifestationen der Ergebenheit und Loyalität. An die Bürgermeister von Karlstadt und Zengg richtete der Banns besondere Schreiben, in welchen er dieselben der Förderung der materieller. Interessen der Bevölkerung versichert. London, 22. Juni. „Neuters Office" nnldet aus Alexandrien vom 21. d. abends: Aiabi Pascha und die übrigen Minister haben Alexandrien noch nicht verlassen. Die Zahl der abreisenden Europäer nimmt ab. Da3 neue Cabinet wird uon den diplomatischen Agenten Deutschlands, Oesterreich-Uugari's und Italiens unterstützt, was zu dem Glauben veranlasst, dajs eine vollständige Aussöhnung zwischen dein Khedw und der Mllitävpartei bmierlstelligt worden sel. ^" österreichische diplomatische Agent erklärt, dass er «'^ mals den österreichischen Staatsangehörigen den ^") gegeben habe, Egypten zu verlassen. Die VerM' Englands und Frankreichs legten den Vemchul'g" ihres deutschen und österreichischen College,,, die -">> dung des Cabinets Nagheb zu erreichen, lein Hl>»^ ms in den Weg, aber sie unterhalten gar leiue ^ zielMigen zu d.>m neue», Ministerium. Die ComnnM zur Unwsuchung des Alexandriner Puls^^ .uelle^ nur ans einheimischen Functionären. Man schlugt vo, sie durch eine andere Commissiou zu ersehen, >» "" cher die Consulate vertreten sin sollen. ^ Petersburg, 22. Juni. Der d'ploinaMe Agent Nusslauds in Egyftlen, Staatsmth v. L^. e hielt einen zweimonatlichen Urlaub zu einer ^>, nach Russland. Const antinopel, 21. Juni. Im we»«"" Verfolge o.r Antwort, welche der Minister des MM'' den Botschaftern Montag in der Conf.'relizfrage "' theilt hat, richtele die Pforte heute an ihre Ve'tre^ eine Circulardepesche. Dieselbe wiederholt die im ^ cular vom 3. d. M. geltend gemachten Arg«'""' und fährt fodann fort: Derwisch Pascha verfolgt'« glücklicher Weise seine Mission in Egyftten, die ^ nung ist wiederhergestellt, das Vertrauen e!tva°i wieder, der Erfolg des Mandates Derwisch P^s ist gesichert. Die Pforte beharrt daher im 3>u"^ Europas felbst und des Unternehmens iu EgYPte» ^ ihrer Anschauung, dass eme Conferenz unnütz "^.^ opportun sei. Abgesehen davon, dass sie den H>" essen des Reiches zuwiderlaufen würde, wäre sie att'« net, die Bemühungen Derwisch Paschas zu pa''W^ reu. Wenn das Bedürfnis nach Pourparlers sich >"^ bar macht, so können dieselben ohne Z"sauw"w" einer Conferenz zwifchen den Mächten und der ^l" stattfinden. ,« Vuenos - Ayres. 21. Juni. Nachrichten a" Montevideo zufolge ist in Uruguay eine revolunolw Bewegung ausgebrochen. ^^ Angekommene Fremde. Am 21, Juni. H Hotel Stadt Wien. Nch», Consul; Stiasmy, Wemllcr: Ar" und Huhiuulh, Kaufl., und K'reil. Wien. — Cum', «?"', Trieft. - Hauel. Kaufm., und Vlucha. Privatier. M'^Ni,,, — Wrazouec, GutsbcsilMssohu, Aa,ram. — v. Stein, ^ ^ Hotel Elephant. Vorslucr, l. t. (Yruiidbuchsführer, Ste>"- Aucr. Kfm,: Huttmaun, Reisender. Graz. — Simmal, v teller. Sisscl. „l„ Bairischer Hof. Faß, Pola. — Fercher, RcalitätenbM" Vlcibcra.. Frorcnzuoli, Mrncsseti. Trieft. — Äulii, SW' — Gebrüder Kalb, Kfltc., Koblenz. «,«„-Kaiser von Oesterreich. Müller. Aaicrn. — NasoradslY, V dclsmcmn, Schwarzcnbach. Mohre«. Spida, Privatier, Karlstadt. — Stoöe, Wien^^. Verstorbene. ZZ Den 2 2. Iuni. Josef Czerwcny. FeldwebelssohN». zg Z Mon,. RömcrstrasjcNr. 18, Gchiruhohleuwnssersllcht- '7^ ^ Drcmel. Inwohnerin, 41 Jahre. Rain Nr. 4. LuucM'M ^, Johann Stcrl, Inwohner. li3 I.. Vergwca. Nr. 8. Was!"' Im Civilspit,ale: ^ Den 11). Juni. Maria Vajdc. Tasslöhncrin. ^6I. ^ '7U.Mg. 7."'7 08 ^i'4'0'NÖ. schwach bcwültt gO 22, 2 „ N. 7!i5'74 4 21 4 SW. schwach halbheiter 9 « Ab. 73tt:l2 4-17 7 SW. schwach f. nanz bc"',^M Vormittaas trübe, nachmittag »hcilwcisc Äus^ hB Das Tagcimittcl der Wärme 4- 17 4«, um 14" "" ^ Normale. ^.—^^ Verantwortlicher Redacteur: Ottomar Die Unterzeichneten neben die traurige /^ ^, M richt, dass cS dem Mmiichtincn in seinem '"'"I,.,^,,, W lichen Nathschlusö abfallen hat, unsern mn'M ,' <.„ > mwcrgesslichcn Galten, resp. Väter, den wohlacv" « Herrn M Mmrd Moline, > Privatier, W nach lurzcm Leiden im Alter von !)1 ^"^« cM- W 22. d. M. um halb 0 Uhr früh iu ein bcss"" ^ « seits abzuberufen. , . „ach > Die irdische hülle des Verstorbenen >"^" ^d' » Laibach überiührt und aus dem evaugclischM o « Hofe im cigcucu Grabe bcisscscht. ,^««2 W St.Katharina b,Ncumarltl.22.I'»ll » Hephzibal, Moline, Gattin. - Karl Moline, ^^, > — (Aisabetl, Äioliuc. Mary ^"''s "i°lu>c, ^. « Gulson Moline uud Hele« «crtha Molmc, ^ »