Nr. 2'7. Montag, 2. Dezember 1907. 126. Jahrgang. Mbacher Zeitung Vrä«ln»e?»tilln«prei«: MltPo, grösiere per Zeile 12 b; bei österen Wiederholungen per Zelle » d. Die «Laibacher Zeitung» erscheint täglich, mit «uencihme der «Lonn^ unb Feiertage. Die «bwiniftrotton befinde: sich Kongretzplah Nr, 8, die Viedaltlnn Dalmatingafle Nr, 10. Sprechstunden der Nebattion von u bi« 1U Uhr voi- mittags. Unfranliertc Vriefe werben nicht angenommen, Mauuslripte nicht zurückgestellt. AmMcher Geil. Der Landespräsident im Herzogtnme Krain hat den Mitgliedern des freiwilligen Feuerwehrund RettuiMvereiues in Laibach Franz F u r l a n nnd Anton Perteku die mit der Allerhöchsten Entschließung voln 24. 3covember 1905 gestiftete Ehrenmeoaille für 25jährige verdienstliche Tätigkeit cms dein (bediele des Feuerwehr- nnd Nettnngs-wefens zllerkannt. Den 27. November 1907 wurde in der k. k. Hof« und Staats» druckerei das X(^V. Stück der lroatischen Ausgabe des Reichs» gesetzblattes ausgegeben und versendet. Den 29. November 1W7 wurde in der t. k. Hos° und Staats» druckerei das (^XVIII. Stück des Reichsgesetzblattes in deutscher Ausgabe ausgegeben und versendet. Den 29. November 1907 wurde in der t. l. Hof» und Staats» druckerei das I.XVIII. Stück der kroatischen Ausgabe des Reichs» gesetzblattes ausgegeben und versendet. MchtaanMcher Gei^ Botschafter v. Tschirschky. Tie „Pol. Korr." schreibt: Der neue deutsche Botschafter mn Wiener Hofe, Herr v. Tschirschky, ist am 2«. ^coveniber von Seiner Majestät dein, Kaiser in feierlicher AntrittKaudienz empfangen worden. Dem Wirken des neuen Vertreters Teutschlands wird hier mit günstigen Erwartungen entgegengesehen. Die Tatsache allein, das; er zur Nachfolge uach einem Diplomaten berufen worden ist, der hier eine so erzeptionelle Stellung eingenom-nren hat, wie Graf Karl v. Wedel, bietet eine Bürgschaft seiner vollen Eignung für die ihm an-vertraute Mission. Der nene Botschafter hat seil langein den Nns eines warmen nnd aufrichtigen Anhängers der auf dem Bnndesverhältnis zlvischeu Deutschland und Österreich-Ungarn beruhenden Politik. Einen wertvollen Vorzug des Herrn von Tfchirschky bildet es, daß er als Staatssekretär des deutschen auswärtigen Amtes in der Lage war, sich eine besonders genaue und gründliche Kennt» ni,s der Politik Tentschlands in allen ihren Einzelheiten zu erwerben. Er bringt anßerdem aus der Zeit seiner früheren Tätigkeit bei der Botschaft in Wien Vertrautheit mit deu hiesigen politischen Verhältnissen in seine jetzige Stellung mit. Ferner verdient der Umstand verzeichnet zu werden, das; dem Verkehr zwischen dein neuen deutschen Vertreter und dem Minister des :>'lnßern, Freiherrn von Ährenthal, ihre Bekanntschaft ans der Zeit, in der letzterer als Botschafter in Petersburg wirkte, zustatten kommen wird. Die sehr freundlichen Ge^ sinnnngen, welche Herrn von Tschirschky in den hiesigen politischen Kreisen entgegengebracht werden, haben in den 5tundgebnngen der öffentlichen Meinung, mit welä>en sein Amtsantritt in Wien begrüßt wnrde, Ausdruck gefunden. Kaiser Wilhelm. Der Londoner' Korrespondent der „Pol. Korr." schreibt: In der englischen sowohl, als in der kontinentalen Presse sind in den letzten Tagen verschiedene Gerüchte bezüglich des Gefnndheits znstandes des deutschen Kaisers in Umlauf gewesen. Nachrichten über ein an sich nicht belangvolles, vor längerer Zeit aufgetretenes Ohrenleiden wur deu mit Informationen über seiue Haloertrankung vermischt, so das; ein ganz uuklares Bild entstand, ans welchem Unkundige und zur Seusation Neigende leicht falsche Schlüsse ziehen konnten. So wnrde gemeldet, der Hals des hohen Patienten sei gesund und eine Operation nicht notwendig. AUs autoritativster Quelle läßt sich aber versichern, daß es sich überhaupt niemals um die Eventualität einer Halsoperation gehandelt hat. Zweifellos liegt den Gerüchten der Umstand zugrunde, daß der HalsspeZialist Sir Felir Semon, ein geborener Per liner, seinem alten Freunde lind Studiengeuosseu, dem Leibarzt des Kaisers, Generaloberarzt Doktor Ilberg, nach dessen Eintreffen in Windsor, einen Besuch abgestattet und mit ihm, eine Ausfahrt nach des Königs uenem Sanatorium bei Frogmore uu ternommen hatte. Dr. Semon ist aber dem Kaiser während seines ganzen Aufenthaltes nie als Arzt genaht. Die Halsertrankung des Kaisers ist in vollbefriedigendster Weise nnter dem milden Klima der Südküste gewichen nnd er erfreut sich des aller besten Wohlseins, was zngleich impliziert, daß anch von keinerlei Belästigung dnrch ein Ohrenleioen die Rede ist. Es ist bei dieser Gelegenheit anzu erkennen, in wie hohem Grade die englische Presse die Zurückgezogenheit des kaiserlichen Gaste-? respektiert. Die immerhin bekanntwerdenden kleinen Einzelheiten alls der ruhigen Lebensführung des Kai fers in Highclisfe trugen sehr dazu bei, die durch seilten, Besuch neubelebten ^ympathien für ihn noch zu steigern. Als hochgeehrten und bewnnderten Gast hat die Eity den Kaiser begrüßt nnd als nahen, befreundeten Verwandten des eigenen Herrscherhauses; wie von einem warm verehrten Freunde wird sich das englische Volk von ihm verabschieden, wenn die ScheidesNinoe gekommen sein wird. mit dem ehrlichen nnd her'.iiäieu Wunsche „Anf Niedet-sehen". Politische Ueberficht. Laib ach, 30. November. Über die am ^9. November abgehaltene Sitzung der Duma wird gemeldet: Gleich nach Beginn der. Sitzung besteigt Ministerpräsident Sto lypin die Tribüue, um folgeude Erklärung abzn DeutUetmt. Champagner. Von Mnlo,i Ocliov. Aus dem Russischen von M. von Karlov. (sfoitschunss.) Meine Fran nahm ihr GlaZ, aber sie war schreckensbleich nnd sah mich entsetzt an. „Tu hast die Flasche falleu lassen?" fragte sie. „Ja, ich habe sie fallen lassen . . . Was tut's?" „Das ist mn" schlimmes Zeichen", sagte sie, indem sie ihr Glas anf den Tisch stellte und wl> möglich noch blässer wurde. „Das bedeutet, daß wir noch iu diesem Jahre ein Unglück erleben." „Was für eine dumme Frau dn bist!" sagte ich. „Eine gescheite Fran, die wie eine alte Njanja l Kinderfrau) faselt. Trinke!" „Gebe Gott, daß ich nnr fasele, aber . . . es gibt gewiß ein Unglück; du wirst schon sehen!" Sie fetzte das Glas nicht einmal an die Lip pen, trat zur Seite und wurde nachdenklich. — Ich hielt eine alte, abgedroschene Nede über allerlcl Merglanben, trank die halbe Flasche leer, schritt von einer Ecke des Zinnners in die andere und ging dann hin ans. Draußen herrschte eine stille, eisige Nacht in ihrer ganzen unberührten Schönheit. Neben dem Mond'hingen zwei weiße, flaumige, nnbewegliche kleine Wolken, gerade über dem Stationsgebände, als ob sie dort angeklebt wären und anf etwa5 warteten ... Es ging ein sanftes, durchsichtiges Licht von ihnen auS, welches ganz zart, als fürchte es, deren Kenschheit zn verletzen, auf die weiße Erde henmterschien nnd alles beleuchtete . . . Nichts regte sich. „Die dumme Fran!" dachte ich, indent ich den Weg entlangschntt und nach dem Himmel blü-kte, der mit blitzenden Sternen besät war. Selbst wenn man anninunt, daß Vorbedentungen manchmal recht haben, welches Uuglück könnte mir noch Pas sieren? Das gegenwärtige, anf der Hand liegende Unglück ist schon so groß, daß ich mir kaum vorstellen kann, daß es etwas Schlimmeres geben kann. Was kann einem armen Fisch wie mir, den man gefangen, gebraten nnd mit der Sauce an gerichtet zu Tisch gebracht hat, noch Schlimmeres begegnen? Das verstehe ich nicht. Welches Unglück kann es noch für mich geben? Eine übereiste höbe Pappel stand in dein bläulichen Nebel, wie ein Niese im Leichenkleide da. Sie blickte mich ernst lind traurig an, als fühlte sie meine Einsamkeit. Lange schaute ich nach ihr hin, dann ging ich weiter. Meine Jugend verging und war keinen Groschen wert, wie ein unnützer Zigarrenstummel, dachte ich weiter. Die Eltern starben, al5 ich noch ein Kind war, von dem Gymnasinm wurde ich weggejagt. Ich stamme ans einer gebildeten Familie, habe aber weder Erziehung noch Bildung erhalten, uud ich besitze uicht mehr Kenntnisse, alo der' erste, beste Wagcnschmierer. Ich habe kein Heini, niemand, der mir nahe steht, keine Frennde. keine ansprechende Tätigkeit; ich stehe in den besten Jahren und nichts habe ich erreicht als die Stelle eines Stationschefs anf einer kleinen Zwischen station, und das auch nur durch starke Protektiou. Außer Mißerfolgen uud Unglück habe ich nichts weiter vom Leben gekannt. Was kann mir noch Schlimmeres passieren? Hin . . . ich fürchte mich nicht, eimnal vor dein Tod, denn im Grabe kann es nicht langweiliger sein. als anf dieser station. Von weitem leuchteten rote Lichter. Ein Zug kam, mir entgegen nnd weckte die schlafende Steppe. Meine Gedanken waren so bitter, daß e5 mir schien, als ob ich lant dächte und das Stöhnen der Telegraphenstangen nnd das Hchzen des Herannaben den Zliges meine Gedanken ausdrückte. „Wenn ich meine Frau verlöre?" fragte ich mich. „Anch das wäre mir uicht schrecklich. Sich selbst kann man nichts vormachen. Ich liebe meine Frau nicht! Ich habe sie geheiratet als ich uoch eiu Junge war. Jetzt bin ich sting nnd sie ist schon verblüht, ist alt nnd dumm geworden uud vom Kopf bis zum Fuß mit Vorurteilen vollgepfropft. Was ist Schönes an ihrer süßlichen Liebe, ihrer eingefallenen Gestalt nnd ihrem schläfrigen Blick? Ich er-trage sie, aber ich liebe sie nicht. Meine Kraft, mein Mit, mein Fener vergeht . . . Alles geht wie St,anb zugrunde und mein ganzer Neich tum ist in dieser Steppe keinen Groschen wert. Der Zug sauste an mir vorüber und beleuch tete mich gleichgültig mit seinen roten Gläsern. Ich sah, wie er bei den grünen Lichtern der Station anhielt, eine Minnte stehen blieb und dann weiter branste. Nachdem ich zwei Wei-st gegangen war, kehrte ich mn. Die traurigen Gedanken verlieben mich nicht. Wenn mir auch trüb zumute war. so erinuere ich mich doch, daß ich mich bemühte, meine Gedanken noch finsterer und trauriger zu machen, als sie ohnedies waren. Oft gibt es bei begrenzten, egoistischen Menschen Momente, in denen das Be wnßtsein. daß sie unglücklich sind, ihnen ein ge wisses Verguilgen verursacht nnd sie mit ihrem eigenen Leid kokettieren. Vieles, was ich dachte, war richtig, aber- anch vieles albern, prahlerisch uud es war etwas jugendlich Herausforderndes in meiner Frage: „Was kann nnr noch Schlimmeres passieren?" (Schluß folgt.) Laibacher Zeitung Nr. 277. 2592 2. Dezember 1907. geben: „Alle sind sich heilte dessen, bewnßt, das; die von der extremen Linie geschaffene zerstörende Bewegung in offene Näuberei ausgeartet ist nnd aas; alle verbrecherischen Elemeilte gegen die Gesellschaft losgelassell worden snrd, wobei sie den Ruin des ehrlich sich Abmühenden nnd die Denwralisation lX^r Iugenb lvollm. (Lebhafter Beifall im Zentrum und cmf der Rechten.) Dieser Erscheinung kann nur nnt Kraft entgegengetreten werden, unl> dic Regierung wird jegliclie Schwäche auf diesen: Gebiete als Perbrechen betrachten. Die Regierung war bis jetzt bemüht, verbrecherische Ausschreitun gen ausznrotten, und wird auf diesem Wege fort-schreiten, wozu sie auch pflichttreue Staatsdiener benötigt. Persönliche politische Anschauungen, dürfen bei letzteren auch in Zukunft nicht zur (Geltung kommen. Da sich die Regierung der dringenden Notwendigkeit bewußt ist, dm: den Ausnahmegesetzen zum normalen Zustande zurückzukehren, ist sie entschlossen, alle Mttcl anzuwenden, nm die Möglichkeit, eines schnellen, regelrechten Gerichtsverfahrens zu sichem. Die Negiernug hofft, dem Lande auf diesem Nege Ruhe zu verschaffen. Die Regierung hält an der Unantastbarkeit des Privat besihes fest. Daraus folgt die Unantastbarkeit des kleinen Grundbesitzes, als der Grundlage der Existenz Nußlands." Hierauf erwähnt die Regierungserklärung Einzelheiten des nötigen Reformwerken. Ungeachtet der besten Beziehungen zu allen Mächten stellt die Regierung sich die besondere Aufgabe, in Erfüllung des Willens deo erhabenen Führers der russischen Streitkräfte diese auf die der Ehre und Würde Rußlands entsprechende Höhe zu brin-gen. Die Verwirklichung dieser- Aufgabe erfordere materielle Kräfte uud Mittel, die zu bewilligen die Duma aufgefordert wird. An erster Stelle habe die Duma die Budgetvorlage zu erledigen, wobei auf die Erhaltung des Gleichgewichtes im Budget als Basis Zur Wiederherstellung des russischen Prestiges hinzuwirken sei. Die Regierung will alles tun, inn die Arbeiten der Duma und des Reichsrates zu erleichtern. Die Regierungserklärung schlicht mit den Worten, daß die historische selbstherrliche Gewalt l Stürmischer Beifall) und der freie Wille des Monarchen als das teuerste Vermögen des russischen Staatswesens erscheinen, da allein diese Gewalt und dieser Wille, welche die jetzigen Einrichtungen geschaffen haben, berufen sind, Rußland zu Zeiten der Gefahr und der Erschütterung zu retten und auf den Weg der Ordnung und der historischen Wahrheit znnlckzuführen. (Stürmischer Beifall.) An den maßgebenden Stellen in Paris wird bezüglich der in Mazedonien einzuführenden Instizrefo r m unabänderlich der Standpunkt eingenommen, daß die Mächte nicht in der Lage sein werden, in den Hauptpunkten des Reformentwurfes auf cm Xlompromiß mit Abänderungsvorschlägen der Pforte einzugehen. Insbesondere wird hinsichtlich des von der türkischen Regierung am lebhaftesten angefochtenen Prinzips der Einsetzung einer europäischen Kontrolle erklärt, daß diese Forderung, wenn man nicht, auf eine unerläßliche Bürgschaft für eine den gehegten Wünschen auch nur einigermaßen entsprechende Wirksamkeit der genannten Reform verzichten will, nicht fallen gelassen werden könne. Diese Notwendigkeit wird auch in der der Pforte zu ül>err eichen den Kollektivnote der Botschafter der Vtächte in K'onstantinopel nachdrücklichste Betonung erhalten. Seit einigen Tagen sind. wie man aus Konstantinopel meldet, dort (Gerüchte in Umlauf, wonach die Stadt T i a r beki r von fünfzehntausend Kurden, an deren Spitze Ibrahim Pascha steht, eingeschlossen nnd der Vali der Provinz von den Kurden gefangen genommen worden sei. Obgleich diese Gerüchte noch keine glaubwürdige Bestätigung erhalteil haben, erblickt man doch ein Anzeichen der bedenklichen Lage von Diarbekir in dem Umstände, daß man von dem dortigen französischen Vizekonsul, dein einzigen zur Zeit in der genannten Stadt lveilenden Konsnlarvertreter, seit ungefähr einer Woche kein Lebenszeichen erhalten hat und daß der Verkehr mit Diarbekir gegenwärtig überhaupt abgeschnitten zu sein scheint. Tagesneuigleiten. — (Ein Kind in den Armen der Mutter erfroren.) Im Stadtteile Holthauscn von Mühlheim (Nnhr) wurde die Ehefrau des Bergmannes I. auf der Straße vollständig erschöpft und mit einem toten Kinde im Arm aufgefunden. Die Frau war in wr letzten Zeit von ihrem Ehemanne fortgesetzt schwer mißhandelt worden. Als er in einer der letzten Nächte wieder heimkam und gegen die Frau wütetc, ergriff diese in der Angst und Verzweiflung ihr an Lungenentzündung trank darnicderliegen-des einjähriges Kind und flüchtete in die Nacht hinaus. Sie irrte mehrere Stunden in bitterei Kälte draußen umher, bis Straßengängcr auf sie aufmerksam wurden und sich ihrer annahmen. Das Kind war ihr in der rauhen Luft in den Armen gestorben. Der entmenschte Ehemann und Vater wurde verhaftet. — (W ie lange ist ein Mädchen jung?) Es ist gewih nicht leicht, die hcillc Frage zu beantworten, bis zu welchem Alter eine unverheiratete Dame auf den Titel „junges Mädchen" Anspruch hat. „Solange sie selbst sich jung fühlt," mag der eine sagen, oder „so lange ihre Freundinnen über sie klatschen," der andere. Aber nnr den wenigsten dürfte es bekannt sein. daß über diese Frage eine behördliche Entscheidung existiert, die seinerzeit von dem Pariser Seineprafekten Poubelle gefällt wurde. Es handelte sich damals um das Testament eines wohltätigen Sonderlings, der eine Anzahl von Stipendien für junge Mädchen von musterhaftem Lebenswandel ausgesetzt hatte. Nähere Nestimmungen für das Legat fehlten. Ueber „musterhaften Lebenswandel" bestehen glücklicherweise ziemlich allgemein gültige Normen. Nun galt es aber, die ungleich schwierigere Frage zu beantworten: Nas ist ein junges Mädchen? Mi. Poubelle sah sich vor die Notwendigkeit eines salomonischen Urteils gestellt und fällte es mit ziffer-mäßigcr Genauigkeit: bis zum vollendeten dreißigsten Lebensjahre sind die Mädchen jung. — Hoffentlich wollte der weise Richter damit nicht auch gesagt haben, daß mit dem 30. Geburtstag ohne jeden Uebergang das odiose Stadium der „alten Jungfer" beginnt. — (Ein drastisches Mittel.) Im Brüsseler Olympia-Theater hat, wie di? „Voss. Zeitung" erfahrt, die neueste Damenhutmode diefertage Zu einem kleinen Thcaterslcmdal geführt. Ginige Herren, denen die wagen-radartigcn Kopfbedeckungen der vor ihnen sitzenden Damen jede Aussicht auf die Bühne nahmen, protestierten laut gegen diese Beeinträchtigung und erhielten dabei die ein mutige Unterstützung ihrer Geschlechtsgenossen. Fünf Minuten lang herrschte in dem Theater ein ohrenbetäubender Lärm, der erst ein Ende nahm, als das schwache Geschlecht nachgab und sich der Hüte entledigte. Die Folge dieses Auftrittes ist, daß nunmehr den Damen in den meisten Theatern Brüssels das Tragen von Hüten im Zuschauerraum verboten worden ist. — Ein weit drastischeres Mittel hat im vorigen Jahre ein Amerikaner in seiner Heimat angewendet, um dasselbe Ergebnis zu erreichen. Er richtete an die Tlfeaterdircltorcn der Stadt folgendes Schreiben, das er auch veröffentlichen lieh: „Benachrichtigung: Oft genug habe ich für einen Platz im Theater vier oder fünf Dollar bezahlt und nicht» anderes zu sehen bekommen als die Rückseite eitles Tamenhutcs. Ich lasse die Herren Theaterdirektoren wissen, daß ich dessen müde bin. Ich weih sehr wohl. das; ihnen das einerlei ist. aber ich benachrichtige sie ferner, daß ich vom 1. Jänner ab niemals mehr in einem ihrer Theater sein werde, ohne daß ich mit Stinkbombe,: versehen bin. Jedesmal, wenn sich ein Damenhut vor meinem Platz befindet, werde ich — kurz vor Beginn des zweiten Altes — meine Munition auf den Voden werfen. Ich gebe den Herren Direktoren die Versicherung, daß der Aufenthalt im Saale während mindestens einer Stunde etloas unbequem sein wirb. Falls sie daran irgendwelche Zweifel hegen, wird sie die Erfahrung beseitigen." Es bedürfte nur eiires Versuches, der um die Mitte Jänner stattfand. Man muhte unverzüglich den Saal räumen. Vom nächsten Tag an war in allen Theatern der Stadt den Damen das Tragen von Hüten verboten . -- (Der Triumph der 5t o t e t t e r i e.) Im .,Gil Blas" liest man: Ein Herr. der gerade aus China nach Paris zurückgelehrt ist. erzählte in einer Gesellschaft Dreizehn Trümpfe. Erzählung von Carl Munsmann. Berechtigte Übersetzung aus dem Dänischen von Bernhard Mann. (28. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Virginie blickte zn ihin auf und sagte: „Da können Sie sehen. Sie wagen es selbst nicht, für ihn zu antworten." „Nicht aus diesem Grunde habe ich geschwiegen." „Weshalb denn?" „Weil ich nnr nach der ganzen Art und Weise wie Sie die Sache entwickeln, nicht klar darüber bin, wie Sie die Situation eigentlich auffassen." „Was meinen Sie dcmn't?" „Es ist nicht leicht für nn'ch, hierüber zu sprechen. Sie selbst haben ja aber diese Frage angeregt." „Wenn Sie es wirklich ehrlich meinen, so sprechen Sie sich nur gerade ans." „Dann will ich Ihnen sagen, daß ich nur nicht genügend klar bin, ob Sie selbst jetzt, nachdem die Verhältnisse sich derartig zu ungunsten meines Freundes geändert haben, daß er Ihnen nur sehr bescheidene Lebensbedingungen zu bieten vermag, wohl noch dieselben (befühle, dieselbe Lust empfinden, Ihr Geschick an das seine zu ketten." Virginie blickte auf und sagte mit Überzeu-Oung: „Jetzt mehr als je. Dieser Pnnkt war das Einzige, was mich bisweilen unsicher an nnr selbst machte. Ich habe mir wiederholt die Frage vor-gelegt, ob ich ihn nicht vielleicht nur deshalb liebte, weil er mir eine glänzende Zukunft zu bieten versprach. Erst jetzt fühle ich. daß mein Herz ihm voll und ganz gehurt." Hans Voß ergriff ihre .Hand. „Ist das der Fall," sagte er, nnd es war, als dcinächtigte sich seiner eine. plötzliche Freude, „so darf ich I1>non vuhiss die Vcrsichcvuna, aoben, daß Holger Werner ganz dieselben Gefühle für Sie empfindet." Sie hatten sich beide erhoben und blickten unwillkürlich zum Fenster Hinalis. Draußen ertöirte das Masseln einer Drosckke über das Straßen-Pflaster, und kurz darauf hielt der Wagen vor der Hanstür. Es war Holger Werner. In einem Sprunge war er oben auf d,'r Treppe, und im nächsten Augenblick hatte er die Tür zum Wartezimnrer aufgerissen. AIs er Hans Voß und Virginie erblickte, rief er aus: „Gott sei Lob, daß ihr noch hier seid. Ich fürchtete schon, daß ich euch nicht mehr treffen würbe." „Aber was ist denn nur geschehen? Warum bist du nicht zur rechten Zeit gekommen?" fragten die beiden durcheinander. Was gcschelM ist? Ich weiß es selbst nicht. Ich verstehe, das Ganze nicht. Was nützt es auch, jetzt darüber zu spreck>en. Es läßt sich doch nichts mehr ändern. Wie es zugegangen, ist, kann im Grunde gleichgültig sein." Man sah es deutlich, daß ein unbestimmtes Etwas Holger Werner bedeutend mehr in Anspruch nahm als sein Unglück. Seine Angen suchten unaufhörlich die Virginies nnd ruhten von Zeit zu Zeit bittend auf Hans Voß, der hieraus schloß. daß der Freund mit der Geliebten allein zu sein wünschte. „Jetzt gehe, ich hinüber und sage den Zeugen Bescheid," sagte Hans Voß, und im nächsten, Augen' blicke lvar er aus der Tür. Holger Werner trat an Virginic heran und erqriff ihre Hand. „Wie ich jetzt vor dich trete, bin ich nicht der-selbe Mann, der ich lvar, als ich dich nm deine Hand bat. Damals glaubte ich, dir eine durckiaus sichere und sorglose Zukunft bieten zu können. Heute liegt die Sache anders. Wenn wir auch keine Not zu leiden haben, so müssen wir uns doch manä>e Entbehrungen auferlegen. Ich gebe dir deshalb dein Wort zurück. Nimmst dn es an?" Virginie blickte lange vor sich nieder und sagte schließlich ganz leise: „Ja!" Holger Werner ließ ihre Hand los und trat an das Fenster. „Ich ahnte es!" murmelte er vor sich hin. Als Hans Voß wieder eintrat, stutzte er über die,, feierliä^e Stille, die ihn empfing. „Icht ist alles in Ordnung." ..Danke," sagte Holger Werner, „aber ans der Trauung wird nichts." „Was heißt das?" „Das heißt, daß ich Fräulein Virginie ihr Wort zurückgegeben habe." „Und sie hat es angenommen?" „Ja", sagte Holger Werner kurz. „Das Frän-lein meint, das; ich ihr in Zukunft uicht das bieten kann, was sie an meiner Seitc erwartet hat," fügte er bitter hinzu. Da fuhr Virginie zusamnnn. Sie hatte sich erhoben. Ihr Antlitz war sehr blaß. Es war. als wollte sie etwas sagen, könne die Worte aber nicht finden. „Nein. das ist ja zu nusinnig," rief .«oans Voß ganz rot vor Eifer ans. Das Ganze muß auf einem Mißverständnis beruhen. Kurz vor deiner Ankunft habe ich noch mit Fräulein Virginie ge^ sprochen. Sie erklärte mir, daß Sie sich selbst gefürchtet habe, daß sie nur in dein Geld und nicht in deine Person verliebt sei, aber in dein Augenblick, als der Termin überschritten war und' sie wußte, daß du nicht mehr der reiche Mann seiest, habe sie erkanut, daß ihre Liebe zu dir stärker als je sei. Wenn sie jetzt etwas anderes gesagt hat. so geschieht, es sicher nur deswegen, um dir deine vollständige Freiheit zu geben." (Fortsetzung folgt.) LawliHss Zeituln; Nr. 277. 2593 2. Dezember 1907. von dem Erlaß dcr chinesischen Regierung, dcr llllcn Chi-liestn den Qpiumgenuß bei hoher Strafe verbietet. Nur die Chinesen, die schon das 60. Lebensjahr erreicht haben, werden von dcr „Härte des Gesetzes" nicht betroffen, man betrachtet sie als unheilbar und läßt ihnen ihr zweifelhaftes Glück für ihren lurzen Lebensabend. Aber diese Klausel hat eine Folge gehabt, die von dcr Negierung wohl lauin beabsichtigt war. Plötzlich gab es im Reiche der Mitte fast nur noch alte Mummelgreise; über Nacht waren alle Opiumraucher über sechzig Iahrc a!t geworden, Rüstige fünfziger und Vierziger gaben sich als Sechziger aus, und wo die Natur Miene machte, sie zu desavouieren, da wurde mit allerlei kleinen Kunstmitteln nachgeholfen, um das Aussehen ehrwürdigen Alters zu erlangen. Die Regierung tam diesem Schwindel natürlich bald auf die Spur und cs kam zu hohen Strafen und zur Maßregelung von vielen hohen Beamten, die sich aus diese Art die Erlaubnis zum Opiumgenuß verschafft hatten. „Es ist dabei bemerkenswert," so schloß dcr Erzähler seinen Bericht, „daß unter all den aufgedeckten Vetrugsfällen nicht ein einziger bekannt geworden ist, dessen eine Frau sich schuldig gemacht, obwohl der Opiumgenuß in China bei den Frauen nicht weniger verbreitet ist als bei den Männern. Nicht eine einzige Tochter des Himmlischen Reiches hat sich herbeigelassen, sich ihrem Laster zuliebe älter zu machen." Und zur merklichen Entrüstung seiner Lauscherinnen schloß der Herr seinen Bericht: „Und das beweist, daß die Koketterie das mächtigste aller Laster ist, sie wird fast zur Tugend, indem sie andere Laster hintanhält." — (Ein kleines Mißverständnis.) Ein Berliner, der zum erstenmal nach Wien kommt, besucht vormittags ein Stadtrestaurant. Er bestellt beim Pikkolo ein Glas Pilsner und da er gerade am Nebentische einen Herrn ein halbes Paar Frankfurter vertilgen sieht, fügt er bei: „Und bann können Se mer ooch so 'nc Wurst bringen!" Der Vierjunge beschränkt sich darauf, ein „Seidl Puls" mit vollendeter Grazie herbeizuschwingen, während er die weitere Bestellung dem Speisenträger zur ressortmäßigen Behandlung abtritt. Alsbald erscheint auch dieser, einen Teller gegen die Plafonddecke balanzicrend: „Einspänner bestellt, bitte?" — Der Berliner nimmt von dieser Enunziation leine Kenntnis. Der Sfteisenträger fliegt vorüber. „Einspänner, bitte?!" ruft er neuerdings. „Ja, gebn's her!" sagt ein Gast, erfreut, fo prompt bedient zu sein. — Der Berliner wartet und wartet. — Schließlich wird er ungeduldig. „He!" ruft er, „was ist'Z denn mit meinem Frühstück?" „Was hab'n bestellt?" fragt der vorüberkom-mendc Geschäftsführer mit gelassener Vornehmheit. „Na. 'nc Wurst hab' ich bestellt — schon vor einer Viertelstunde!" — „Eine Wurst?" — „N^ ja. so 'ne Wurst, so 'i,e lange, wie sie der Herr bort —" „Ach, einen Einspänner?!" bemerkt der Geschäftsführer verbindlich lächelnd. „Einen Moment, bitte! — Anton! Der ,Herr wünscht einen Einspänner!" — „Mann, sin' Se von Sinnen?!" brüllt der Berliner, in die Höhe fahrend. „Was faseln Se da von 'nem Einspänner, wenn ich 'ne Wurst haben will?! —" „Pardon," repliziert der Altaliertc, ohne seine Ruhe zu vcrlicrcn, „der Herr ist wohl ein Fremder. -- Bei uns in Wien nennt man eben die Halste von einem Paar Frankfurter .Einspänner'." — „Na, hören Se mal!" bricht der Berliner los, „das ist denn doch zu toll! Auf 'ne Droschke sagen Se .Einspänner', auf 'ne Wurst sagen Se ooch Anspanner' — wie soll sich denn da 'n vernünftiger Mensch eigentlich zurechtfinden?" Lolal- und Provinzial-Nachrichten. Handels- und Gewerbekammer für Krain. — Die Handels- und Gewerbelammer für Kram hielt Samstag nachmittags im städtischen Rathaussaale unter dem Vorsitze des Kammerpräsidenten Lenar5i5 eine ordentliche Sitzung ab. Als landeZfürstlicher Kommissär wohnte der Sitzung Regierungsrat Kulavics bei. Zu Vcrifikatorcn des Sihungsprotololles wurden die Kammer-rate Globelnit und Schrei) nominiert. Zu Beginn der Sitzung machte Kammerpräsident üe-naruiö die Mitteilung, daß die Kammer dem zurückgetretenen Handelsminister Dr. Fort für die tatkräftige Förderung der Handels- und gewerblichen Interessen den Dank ausgesprochen habe. Die Kammer hat ferner den neuen Handelsminister Dr. Fiedler begrüßt und sich dessen Wohlwollen empfohlen. In s«Oem Danlschreiben erklärt der neue Handelsminister, daß er die Interessen des Handels und Gewerbes nach Kräften wahren und fördern wolle. Der Kammerpräsident machte weitcrs die Mitteilung, daß der Kammer vom Vereine „Merkur" ein in Druck erschienener eingehender Bericht über den jüngst in Laibach abgehaltenen Kaufmannstag mit dem Ersuchen zugekommen sei. die dortselbst gefaßten Resolutionen, insoweit dies im Wirkungskreise der Kammer möglich ist. unterstützen zu wollen. Von besonderer Wichtigkeit sei die vom Kaufmanns-tag beschlossene Resolution, betreffend die Errichtung einer höheren Handelsschule in Laibach. Der Kammerpräsident rekapitulierte bei diesem Anlasse die von der Kammer in dieser Angelegenheit unternommenen Schritte und hob na- mentlich hervor, daß über Intervention der Handclä- und Gewerbetammer sowohl der Landesausschuß als auch die Ctadtgemeinde Laibach entsprechende Beiträge für die Gründung und Erhaltung einer Handelsschule zugesichert haben, und daß nunmehr auch die l. t. Regierung sich bercit erklärt habe, einen jährlichen Veitrag zu den Er-haltungslosteu der Schule zu bewilligen sowie auch einen Teil der Gründungslosten zu übernehmen. Da auch in betreff der Organisation dcr geplanten Handelsschule das Nötige bereits vorgelehrt wordeil ist, sei die Hoffnung gerechtfertigt, daß die langersehnt«,' Handelsschule in Laibach nunmehr in nächster Zutunft wird eröffnet werden. Nachdem der Kammerpräsident noch mitgeteilt hatte, daß das Qrganisationsstatut für den Gewerbeförderungsdienst in Krain die Genehmigung des l. t. Handelsministeriums erhalten habe, wurde zur Erledigung der Tagesordnung geschritten. Als Zensoren bei der Laibacher Bankanstalt der Oesterreichisch-ungarischen Bank wurden abermals die Herren Johann Ianesch, Franz Koll-mann, Vaso Petriöiö und Ferdinand Souvan in Vorschlag gebracht. Zu Vertretern der Kammer in den SchulauZschüssen der gewerblichen Fortbildungsschulen in Zirlnitz und Ibria wurden Postmeister und Realitäten-besiher Franz Zagorjan in Zirlnitz. bczw. Handelsmann Karl Lapajne in Idria bestellt. Kammerrat Meja l' berichtete über die Änderung der Gehalts- und Beförderungsvorsthrift für Kammerbedicn-siete. Die bisherige Gehaltsvorschrift wurde dem GehaltZ-system angepaßt, wie solches bei anderen Kammern üblich ist. Die neue Vorschrift normiert fünf Rangsllassen. Für die eisten drei Rangsllassen (Konzeptspersonal), von denen aber bisher bloß zwei besetzt sind, wurden Bezüge festgesetzt, welche annähernd der 8., 7. und 6. Rangsllasse der Staatsbeamten gleichkommen; für die Kanzleibeamten (vierte und fünfte Ncmgstlasse) wurden Bezüge festgesetzt, welche der neunten und elften Rangsllasse der Staatsbeamten entsprechen. Für sämtliche Nangsllassen wurden außerdem Quinquennien und mit Rücksicht auf das infolge des geringen Status erschwerte Avancement auch Alterszulcigcn normiert. Hinsichtlich der Einreihung der Kammerbeamten in die einzelnen Rangsllassen wurde eine Aenderung nicht vorgenommen. Dem Kammerlonzipisten Dr. Franz W i n -di scher wurde der Titel „zweiter Sekretär" verliehen, und sonach kommt dem Sekretär Dr. Viktor Murnil nunmehr dcr Titel „erster Sekretär" zu. Den Diurnisten wurde das Taggeld um 70 I, bis 1, X per Tag, erhöht und gleichzeitig festgesetzt, daß sie nach sechsjähriger zufriedenstellender Dienstzeit mit dem Gehalt von 1^00 X und fortlaufenden Quinqnenien per 100 X sowie mit dein Rechte auf PenfionZbezug angestellt werden tonnen, T>ic Bezüge des Amlsdieners wurden mit 1050 X sowie fortlaufenden Quinqucnicn per 100 X festgesetzt. Die Anträge des Referenten wurden ohne Debatte zum Beschlusse erhoben. Die neue Gehaltsvorschrift tritt am 1. Jänner 1908 in Kraft. Kammerselretär Dr. M u r n i l sprach der Kammer sür die wohlwollende Regelung der Bezüge namens dcr .^ainmcrbcdicnstclcu den Dank aus, worauf Kammcrrat Hribar erklärte, daß dic Kammer durch das einmütige Votum hinsichtlich der Gehaltsvorschrift der Beamtenschaft ihre Anerkennung für die pflichteifrige Tätigkeit ausgesprochen habe und gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Beamtenschaft ihrer Aufgabe auch künftighin mit dem gleichen Eifer nachkommen möge. Kammerrat M e j a 5 berichtete weiters in ausführlicher Weise über den Kammervoranschlag für das Jahr 1908. Das Gesamterfordernis stellt sich auf 52.458 X und ist gegenüber dem Vorjahre um 920 X geringer. Außer den ordentlichen lausenden Ausgaben für das Kammerburean enthält das Budget unter anderen nachstehende Posten: für gewerbliche Schulen uud Stipendien für Schüler an solchen Schulen 6800 X und für den Fond zur Errichtung einer höheren Handelsschule in Laibach 5000 X. Der Referent beantragte zwecks Deckung des Erfordernisses die EinHebung der Kammerumlagc im bisherigen Ausmaße von 4 y<,. Der sich ergebende Uebcrschuß der Einnahmen über das Erfordernis beziffert sich auf 5478 X und wurde zur Deckung der durchgeführten Regelung der Dienstbezllge im Betrage von 4766 X verwendet. Die Anträge des Referenten wurden einstimmig angenommen. Im weiteren Verlaufe der Verhandlung wurden den Handwerkergenossenschaften in Idria und Sairach Subvcn tionen zur Deckung der Kosten fiir Schuhmacherfachlurse bewilligt, und zwar der ersteren 200 X. der letzteren 132 X. Dem kaufmännischen Vereine „Merkur" würd? pro 1908 eine Subvention im bisherigen Ausmaße von 500 X bewilligt und schließlich der Rekurs des Konsumvereines in Altenmarlt gegen dic Vorschreibung der Kammerumlage abschlägig beschieden. Nach Erledigung der Tagesordnung wurde sodann die öffentliche Sitzung um halb 6 Uhr nachmittags geschlossen. Der öffentlichen Sitzung folgte eine vertrauliche Sitzung. Saatcnstands- und Erntcbcricht. Dem vom k. t. Ackerbauministcrium nach Mitte November veröffentlichten Berichte entnehmen wir auszugsweise folgende Daten: Die gegen Mitte November eingetretenen Niederschlug,' kamen den Wintersaaten, Wiesen und Kleefeldern recht wohltuend zustatten. Die sonach ungewöhnlich schöne Herbstwitterung war für die Landwirtschaft von großem Vorteile, indem sie die restlichen Erntearbeiten und die ungestörte Fruchteinbringung sowie die tunlichst lange Ausnützung der Viehweide ermöglichte. Ungeachtet des wechselreichen Witterungsverlaufes im Sommer 1907 ist die diesjährige Gesamternte im großen uud ganzen als eine gute Mittel-erntc zu bezeichnen. In Steiermarl. namentlich in Mittel-Steiermark wird das heurige Jahr sogar ein gesegnetes genannt. Gleichfalls schr gute Ernten brachten Krain und teilweise auch Kärnten. Die Maisernte hat im allgemeinen cinen ganz befriedigenden Ertrag geliefert. Nur in Dalmatien ist die Mais-fechsung an manchen Orten als eine mittelmäßige, mitunter auch nur schwache zu bezeichnen. Die Kartoffelfechsung ergab zum größten Teile cin zufriedenstellendes Resultat. In Böhmen und Mähren litten die Kartoffeln ziemlich stark an Fäule, im geringeren Maße auch in Schlesien. In Ober- und in Niederösterreich wird befürchtet, daß sich diese bis zum Frühjahre schwer halten wird. Der Ertrag ist sehr schwankend. In den übrigen Ländern gediehen die Kartoffeln vortrefflich, nur in Dalmatien recht spärlich, wo sie den Winlerbedarf kaum decken dürften. Die Futterrüben warfen überall einen recht befriedigenden Ertrag ab, insbesondere in West-Schlesien, Steier-mark, Kärnten und Mittel-Böhme«. Die Ernte des Kopflrautes lieferte fast ausnahmslos sowohl hinsichtlich der Quantität als auch dcr Qualität vorzügliche Ergebnisse. Das Kraut ist eine der bestgediehcneu Früchte des heurigen Jahres. Die gewonnene Menge übersteigt bei weitem die gehegten Erwartungen. Der Buchweizen lieferte zumeist einen guten, an manchen Orten auch cinen sehr guten Ertrag, mit Ausnahme von Kärnten, wo dieses Prodult infolge der starken Regengüsse nicht gut geriet. Am besten gedieh der Buchweizen was Menge und Güte anbelangt, in Steiermarl mit Ausnahme des Gerichisbezirles Gonobitz, wo wegen Dürre lein gutes Endresultat erzielt wurde. Die Herbsiweioe konnte beinahe bis zu Mitte November ausgedehnt und von den Viehstücken ausgenützt werden, wodurch sehr viel an Nintcrfuttcr erspart und die in manchen Ländern aufgestiegene Gefahr einer ernsten Futternot wesentlich verringert wurde. Immerhin bleibt in mehreren Ländern und manchen Landstrichen die Besorgnis eines unzureichenden Vorrates an Futtermitteln unverändert aufrecht, so namentlich in Dalmatien. den Küstenländern. Tirol, dann Mähren und Galizien. Die Weinlese gelangte auch in Niederösterreich zu gutem Abschlüsse. Die Qualität der weihen Lese ist außerordentlich befriedigend, quantitativ ergab sich aber gegen das Vorjahr ein Ausfall von beinahe 50^. Er wurde dadurch ausgeglichen, daß gewisse Rebcngattungen schr reichlichen Ertrag lieferten. In Süd-Tirol fand die Weinlese unter sehr ungünstiger, regnerischer Witterung statt, weshalb auch die Trauben stark litten. In Unter-Stcier-mark ergab der Isabella-Weinstock seit seinem Bestände, d. i. seit dem Jahre 1850, die höchsten Erträge. Ebenso vorzüglich gedieh der Luttenbergcr Wein. In den Küstenländern lieferte der Weinstock heuer eine sehr reichliche und qualitativ so gute Ernte, wie dies schon seit dem Jahre 1875 nicht der Fall gewesen sein soll; infolgedessen wird die Anlage neuer Weingärten mit amerikanischen Reben vorbereitet. In Dalmatien fiel die Weinlese über alles Erwarten, sowohl was Menge als auch Qualität anbetrifft, ganz vorzüglich aus. Dcr Anbau der Wintersaaten gestaltete sich infolge der außerordentlichen Nodenhärte äußerst schwierig. In Ost-Schlcsien, Osi-Galizien und in Dalmatien tonnte der Herbstanbau an einigen Orten wegen des allzuharten Bodens nicht vorgenommen werden; desgleichen mußte der Anbau des Winterweizens in den Küstenländern wegen zu starlcr Nässe an vielen Orten unterlassen werden. Dessenungeachtet berechtigt der gegenwärtige Stand der Wintersaaten im großen und ganzen zu den besten Hoffnungen. Die Saaten hatten sich fast durchgehends sehr gut bestockt und stark entwickelt, haben ein kräftiges, gesundes Aussehen und wurden durch den rechtzeitigen Eintritt der letzten Niederschläge vor der Einwinterung des Bodens wesentlich begünstigt und bei einem normalen Verlaufe der Wintermonatc in ihrem weiteren Vestande gesichert. Vielerorts stehen die Wintersaaten derart üppig, daß sie geschröpft oder überweibet werden müssen. (!. — (Das R e g i e r u ng sju b i l ä u m Seiner Majestät des Kaisers.) Zur Feier des heutigen Tages, an welchem Seine Majestät dcr Kaiser Franz Josef in das 60. Jahr Allerhöchstsciner glorreichen Regierung tritt, wird im Verlage der Hof- und Staats- Laibacher Zeitung Nr. 277. 2594 2. Dezember 1907. druckerci mit der Ausgabe des Iubiläumsbildnisses Seiner Majestät begonnen toerdcn. Die musterhaft hergestellten Drucke sind nach einer Schöpfung des Altmeisters der Wiener Radierkunst William Unger verfertigt und im Verlage der Hof- und Staatsdruckerei zum Preise von "0 Kronen per Stück erhältlich. Daneben werden Vorzugsdrucke verschiedener Ausstattung Mr Ausgabe gelangen. Es ist nicht zu zweifeln, daß das Iubiläumsbild als vornehmer künstlerischer Schmuck und als patriotisches Gedenl-blatt allseits hochwillkommen sein wird. — Wie wir erfahren, haben die Entwürfe zu den aus Anlaß des sechzig-jährigen Negierungsjubiläums Seiner Majestät von der Postberwaltnng im Jahre 1908 zur Ausgabe gelangenden Kaiser-Iubiläums^Vriefmarlen die Allerhöchste Genehmigung erhalten. Heute als an dem Tage des Beginnes des sechzigsten Regierungsjahrs Seiner Majestät wird eine Ausstellung der neuen Marken und der Qriginalentwürfe im Kunstverlage der Hof- und Siaatsdruckerei eröffnet weiden. — (Fremde Au » zeichnunge n.) Seine Majestät der Kaiser hat genehmigt, daß der Leutnant Franz Habwiger des Landesgendarmeriekommandos Nr. 12 in Laibach das Ritterkreuz des großherzoglich mecklenburgischen Greifen-Ordens und der Postenführer-Titularwacht-meister Josef Zimmcrma n n des gleichen Kommandos die grohherzoglich mecklenburgische Silberne Medaille annehmen und tragen dürfen. — (Auszeichnung.) Der Direktor des Grand Hotels „Union" in Laibach, Herr Naimund Granigg, wurde durch Patent vom 24. November zum Hoflieferanten Seiner Hoheit des Herzogs Paul Friedrich von Mecklenburg-Schwerin ernannt. — (Personalnachricht.) Herr Hofrat v. N uff, Staatsbahndirettor in Trieft, ist heute im Hotel „Union" abgestiegen. — (Der Elternabend,) der am vergangenen Samstag an der I. städtischen Knabenvollsschule abgehalten wurde, versammelte eine so zahlreiche Zuhörerschaft, daß der geräumige Turnsaal dicht besetzt erschien. Unter den Anwesenden bemerkten wir die Herren: Direktor ('! r n i -vec. Schulrat Prof. Dr. Vezjat. GerichtZselretär F. Milöinski und viele Vertreter der städtischen Lehrerschaft. Herr Oberlehrer Dim nil begrüßte die Erschienenen aufs herzlichste, hob die Wichtigkeit der Gesundheitspflege in den Schulen hervor und knüpfte, das Thema des Referats berührend, den Wunsch an. auch die Schulen Krams mögen in Bälde definitive Schulärzte bekommen. Sodann referierte der städtische Arzt Herr Dr. Demetcr Ritter Vleiweis von T r st e n i 5 t i über das Thema: „Der Kamps gegen die Tuberkulose, besonders mit Rücksicht auf unsere Jugend und unsere Schulverhältnissc." Für die interessanten Ausführungen, auf die wir morgen des näheren zurückkommen wollen und denen die Zuhörerschaft mit Spannung folgte, fand der Vortragende am Schlnssc rauschenden Beifall. Der Leiter des Elternabends sprach ihm namens der Eltern und der Lehrerschaft für die kostbaren Winke zum Zwecke der Abwehr des Würgers der hilflosen Jugend seinen Dank aus. Auch lud er die anwesenden Eltern, da an der Schule besondere Vcsuchstunden eingeführt worden sind, zu einem noch lebhafteren Verkehr mit der Schule ein. — An dem Elternabende nahmen zu Studienzwecken auch die Zöglinge des vierten Jahrganges der k. l, Lehrerbildungsanstalt teil. — (Leichenbegängnis.) Gestern nachmittag um halb 4 Uhr fand das Leichenbegängnis nach dem am 30. b. M. hier nach langem, schwerem Leiden verstorbenen Vollsschulkatechelen Herrn Mauritius K a r a b o n unter zahlreicher Beteiligung aller Kreise der Gesellschaft statt. Den imposanten Trauerzug eröffneten die Knaben und Mädchen der städtischen deutschen Volksschulen und der hiesigen Naiscnanstalten „Marianum" und Freiin v. Licchtcn thurnsches Institut. Den Kondukt führte Herr Kanonikus Kalan. An die Verwandten schlössen sich seitens der l. l. Landesregierung Herr Hofrat Graf C h o r i n s k y, seitens des k. k. Landesschulrates Herr Landesschulinfpeltor L e v e c, Direktor C! r n i v e c, Kanonikus Lesar und Professor Kr2i<», als Vertreter des t. k. Stadtschulrates die Herren l. k. Vezirlsschulinspektorcn Velar und Maier an. Weiters bemerkten wir zahlreiche Vertreter der Geistlichkeit und der städtischen Lehrerschaft sowie eine große Anzahl von Damen. Die so rege Beteiligung zeugte von der großen Verehrung und Sympathie, deren sich der Verstorbene zu erfreuen hatte. Die Beisetzung der Leiche erfolgte auf dem neuen Friedhofe zum Hl. Kreuz. * (Aus dem Volksschuldienste.) Der t. l. Bezirksschulrat in Adelsberg hat an Stelle des krankheitshalber beurlaubten Oberlehrers Herrn Julius (''c n 5 i 5 die geprüfte Lehramtslandidatin Fräulein Johanna Sim -öiö zur Supplentin an der Volksschule in Vrcm bestellt. —r, " (S chu l b au an ge l e g c n h e i te n.) Ueber Ansuchen des k. k. Bezirksschulrates iu Littai findet am 6. d. M. um 10 Uhr vormittags die Nachlollaudierung der neuhergestellten Volksschule in Weichselburg durch einen Ttaatslechniler der k. l. Landesregierung für Krain statt. " (G e me i ndcspa rta sse in Ibria.) Der Herr Landespräsident hat den Herrn Oberhüttenverwalter Gottlieb Slavik der k. l. Vergdireltion in Idria zum landcsfürstlichen Kommissär bei der Gemeindesparlassc in Ioria ernannt. —,-. "(Zur V o ltsbe we g u ng in Krain.) Im politischen Bezirke Loitsch (40.383 Einwohner) fanden im dritten Quartale des laufenden Jahres 32 Trauungen statt. Die Zahl der Geborenen belief sich auf 339. die der Verstorbenen auf 177, darunter 62 Kinder im Alter von der Geburt bis zu 5 Jahren. Ein Alter von 50 bis zu 70 Jahren erreichten 26, von über 70 Jahren 44 Personen. An Tuberkulose starben 29, an Lungenentzündung 11, durch zufällige tödliche Beschädigung starben 6 und durch Mord und Totschlag 1 Person; alle übrigen an sonstigen verschiedenen Krankheiten. — Im politischen Bezirke Ru-dolfswert (48.970 Einwohner) fanden im dritten Quartale des laufenden Jahres 38 Trauungen statt. Die Zahl der Geborenen belief sich auf 346, die der Verstorbenen auf 171. darunter 56 Kinder im Alter von der Geburt bis zu 5 Jahren. Ein Alter von 50 bis zu 70 Jahren erreichten 44, von über 70 Jahren 36 Personen. An Tuberkulose starben 17, an Lungenentzündung 12, durch zufällige tödliche Ve-schädiguug starben 8, durch Selbstmord 1 und durch Mord und Totschlag 1 Person; alle übrigen an sonstigen Verschiedenen Krankheiten. —r. " (Eine Nacht Soldat und Zivilist.) Ein Soldat des 17. Infanterieregiments und ein Spengler-gehilfe haben sich Samstag abends besprochen, auf Abenteuer auszngelM, Um Courage zu bekommen, besuchten sie zuerst mehrere Gasthäuser in der Stadt und tauschten endlich die Kleider um, so daß der Sftcnglergehilfe ein schmucker Siebzehner und der Soldat ein Zivilist wurden. Da trotzdem ihr Wunsch nicht in Erfüllung ging, wankten sie unsicheren Schrittes auf die romantische Poljanastraße. wo sie um 3 Uhr morgens mit einem Sicherheitswachmann. der. durch ihren brüllenden Gesang angelockt, herbeikam, ein Aoenteucr zu bestelln hatten. Der Mann des Gesetzes bemerkte sofort mit feinen Argusaugen die Metainorphose, die für die beiden Abenteuerlustigen unangenehme Folgen haben dürfte. Ohne das Amtsgeheimnis des Sicherheitsorganes zu verletzen, muß bemerkt werden, daß die zweite Umwandlung rascher vor sich ging als die erste. -'' (Schüsse auf der Straße.) Als gestern abend zwei Soldaten des 17. Infanterieregiments aus einem Gasthause in Unter-Ki^ka in Begleitung zweier Mädchen kamen und die Richtung gegen die Stadt nahmen, wurden auf sie ans eincm Verstecke drei Schüsse abgegeben, ohne daß jemand getroffen worden wäre. Die Angefallenen flüchteten sich und gingen in ein Gasthaus in Udmat, wo ihnen der angebliche Attentäter nachkam. Ein herbeigerufener Sicherheitswachmann schritt energisch ein und es gelang ihm die Waffe, einen Revolver, der noch mit zwei Patronen geladen war, im Gastzimmer unter einem Tische zu finden. Der Täter, ein 38jähriger Hoteldiener aus Pettau, wurde verhaftet. Das Motiv des Ueberfalles bildete ein Streit, der zwischen den Soldaten lind anderen Gästen entstanden war. — (Gefährliche Drohung.) Am 29. v. M. gegen 11 Uhr nachts kamen die Burschen Johann und Franz Vol<-!5 sowie Anton Zaman in etwas angeheitertem Zustande in die Mühle ihres Dicnsthcrrn Jakob Traven in Gleinitz, wo sie gewaltsam in das versperrte Schlaf-Zimmer des letzteren einzudringen versuchten und sogleich die Auszahlung verlangten. Da Traven dieser Aufforderung nicht nachkam, zertrümmerten die Burschen eine Scheibe der Kück)-Quintett und Felix von Wcinaartners N-moN-Sextett zu hervorragend gelungener Wiedergabe. Reicher Beifall lohnte den mitwirkenden Künstlern Ger stner. Iagschitz. Wcttach. Christoph. Rupvrecht. Dr. Erich Mühleisen und Kapellmeister Felix Günther, welch letzterer sich dem Publikum erstmalig vorstellte. Ein näherer Bericht folgt. I'. — (Aus der deutschen T h e a t e r t a n z le i.) Um auch deu Logenbcsuchern der geraden Tage Gelegenheit zu geben, den „Walzertraum" in anderer Besetzung zn sehen, singt in der heute stattfindenden Aufführung dieses so zugkräftigen Werkes Herr Grasselly die Partie des Nicki. In der übrigen Besetzung treten leine Aenderungen ein. Telegramme des k. k. Telegraplien-Oorrespondenz-Bureaus. Ein Unfall der «Patrie». Verdun. 30. November. Als man gestern mit der Reparatur des Luftschiffes „Patrie" beschäftigt war, entriß plötzlich ein heftiger Windstoß den Ballon den Händen von etwa 200 Personen, die den Ballon hielten, nachdem diese eine Strecke von ungefähr vierzig Metern mitgeschleift worden waren. Der Ballon nahm eine westliche Richtung. Der Zwischenfall hatte leine weiteren Folgen. Paris. 1. Dezember. Bezüglich des Unfalles der „Patrie" wird im Kriegsministerium erklärt, daß man mit Rücksicht auf den herrschenden Sturm die Gondel des Luftschiffes mit Ballast verschen hatte. Plötzlich stürzte ein Windstoß den Ballast um und entführte den Ballon. Um Laibacher Zeitung Nr. 277. 2595 2. Dezember 1907. ^1 Uhr nachmittags hatte man im Nriegsministerium noch leine Nachricht von dem Lustschiffe, das vollständig ausgerüstet war. Marokko. Lalla Märn ia, 30. November. Tie Verluste der Marokkaner im gestrigen Kampfe bei Menasse el Kiß werden auf 500 Verwundete geschätzt; 300 Leichen bedeckten das Schlachtfeld. Neue französische Truppen sind einge^ troffen. Or an, 1,. Dezember, (Meldung der Agence Haoas,) General Liautey bereitet die Bildung von Kolonnen vor, die an der Grenze operieren sollen. Die Hauptlolonnc wird in Sidi Vudjenan unter dem Kommando des Oberstleutnants VranlU'lc konzentriert sein. eine Zweite Kolonne ist bereit» in Udjda aus Ollupationstruppen formiert und eine dritte fliegende Kolonne wird ihre Tätigkeit auf das Gebiet zwischen dem Kihflusse und dem Meere erstrecken. Es ist jedoch bis zur Stunde bezüglich dieser Kolonnen lein endgültiger Beschluß gefaßt, da Liautey die Komplettierung seiner Stände abwartet. — In Port Say sind alle Verstärkungen eingetroffen. Die vorübergehend verlassenen Posten wurden ohne Gewehrschuß wieder beseht. Neuigkeiten vom Büchermärkte. G. Linckh. Leitfaden der Fütterungslehre, X 1 44. < Hcrm. Ritter, Deutscher Wem. Bilder aus der Heimat und der Geschichte des deutschen Weines, X 2 40. —Ober. ingen. P. Koch, Untersuchung dcr Damftferzeuguna.sanlaa.en auf ihre Wirtschaftlichkeit und Vorschläge zu deren Erhöhung-ll 2 88. — A.Vogler, Jedermann Elektrotechniker, X 2 40, — Dr. Vernh. Strehlcr, Das Ideal der lath. Sitllich. teit, X 1-44. — Die direkten Personalsteuern, X 820. — Dr. G. Wendt, England, seine Geschichte, Verfassung und staatlichen Einrichtungen, X 720. — Iul. Deutsch, Die Kinderarbeit und ihre Bekämpfung. X 5-40. — Pfarren A, Wild, Die körperliche Mißhandlung von Kindern durch Perslinen,wülchen die Fürsorgepflicht für dieselben obliegt, X 4 20. — Hans Ludwig Held, Iatobus, X 8. — KurtMüI» ler, Das verlorene Lied, vier Einakter, X 3-60. — Otto Vand, Hans Sachs als Humorist in seinen Gedichten und Schwanken, X 2 16. — A. v. Ho fman n, Die Grundlage bewußter Stilempfilldung, II: der Begriff des Malerischen, X 3 60. Dr. R. v. Krafft'Ebing, k^diopztliig, sexuell» (135. Auflage), X 1^ 20. — Alfred Kubatz. Zur Frage einer Al» toholkonsumstatistil, X 2-40. — Tina Pfeiffer-Raimund, Das Mysterium des Weiblichen, X 1 60. — Dipl. Ingen. M. Albrecht, Automobil. Lastwagen - Motore, gbd. X 3 36-— H. Hermann, Handbuch der Bewegungsspiele für Mädchen, X 2-,6. — A, Hermann, Ratgeber zur Einführung der Volks« und Iugendspielc, X - -W. — L. Abels, Aus galli-schen Gärten, X 1-92. — Dipl, Ing. G. Kaufmann. Tabellen für Eisenbetonlcmstrultionen, X ö 40. — C. Heb ing, Ver» goldung uud Vrouzierung, X6-—. — Hippolyte Taiue, Philusophic der ^unst, X 8 L0. — R. W. Emerson, Gesellschaft und Einsamkeit, X 3 60. — Friedr. Klein, Nord» amerika und Ostasicn, Neiseerinnerungen, I. Teil, X 9 60. — E. v. Adlersfeld.Ballestrem, Maria Schnee, X ? 20. — E. Söhn gen, Moderne Arbeiter, gbd. X 5'70. — I. A. Farrer. Literarische Fälschungen, X6-.— Lester F. Ward, Reine Soziologie, I.. X 7 20. — Ad. Alf. Michaelis, Die ikrankheitszeichen aus den männlichen uud weiblichen Harn-und Geschlechtsorganen, X360. — K. Spitzer, Motorwagen und Lokomotive, X 12 —. Vorrätig in der Buchhandlung Jg. v.Kleinmayr HFed. Vambergw Laibach, Kongrehplatz 2. Verstorbene. Am 28. November. Iosefci Kobilca. Private, 66 I., Alter Markt 16 45 »6 Ub 4 2°/«b. W.Noten ffebi.-Nug.) per Kasse......9« Ab 9« üü 42 °/o ü. W. Silber (Npril°vtt.) per Kasse...... 9» ü« 98 70 I860 er Stlllltilose 500 fl. 4"/„l4?"?ü I51 7b L»e0« „ 10« sl. 4°/„!i07'—Lil'— 1864 er ,, 1U0 II. . —'---------" 18K4« „ b« fl. . - — —-- Vom-Pfandbr. l» 12« fl. b°/<,2U0—2S2'- Stantsschuld d.i. Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder. «l^terr. Goldrente, stsr., Vold per »afse . . . 4°/l.l!4L5114 45 Dsterr. «ente in ilronenw. stfr., ilr. per Nasse, . . 4°/« 86 6ü 96'«b net!» per Ultimo . . 4«/«, 96 7b »6-95 Hfl. Investition«,-Rente, stfr./ ltr. per ttassc . 3'/,°/° »650 8« 70 E>stul>llhn>Zll>lll»schuId. vtischiiibungen. Hlt labethbahn in V., steuerfrei, zu lo.vun fl. . . . 4°/„ — — — — Franz Iosef-Äahn in Silber ^div. St.) . . . ü>/<°/„ 1,9 85120-35 Gal. Narl Lubwig-Äahn (div. Stücle) ttronen . . 4"/, 95 50 W öl! Nudolfbahn in ttronenwähning, steuerfr. (dlv. St.) . 4°/„ 95'7« 90-70 Horarlberger Uahn, steuerfrei, 400 Kronen , . . 4°/, 95 6« «6 «0 ' Zu Ztllllwlchuldveischvtibnngt!! lliglfttmpellt ßistübahN'gktil» H.islldetli-V, LOu fi.jlM, b' <°/, von 40« llroncn .... 452-- 454 — detto Uinz-Budweis LN0 fl. ö. W. L. b'/<"/,,. - - .422 — 424'— dett« Salzburg lirol 200 «>. W. S- b"/„ . . , .41S5U41«5« Geld Ware v«« Staate zur Zahlung über» nommrne Eisenbahn »Vrioritill« ßbliyalionln. ^öl,nl, Wsttbal^n. l^m. i»üi>. 40« Nronen 4',',, . , , , SS'25 «?'2b Ms^betkbalm «u« und 20U<» W. 4 ab id"«......,14 __^5-__ iliillbetbbahn «, El.) Lilb. 4°/, . . vü'LO 97-60 HaKzücke «arl Ludwig, Bahn l,.-ual!z. Vahn uoo fl, E. K°/>, i<« 2b lo? 2b Nnrarlberger Bahn tm. 18U4, Lilb, 4°/. . , 96'- 97 — Staatsschuld d« Länder dcr ungarischen Krone. 4'/„ un«, Golbrente per ilasse 110-60 ll«-«0 ^»/^ betto per Ultimo 110-70 NO 90 4°/„ ung. Rente in lcruncn- wihr. st!rei pei «a>»e . . 93 25 9^-45 4» betto per Ultimo 93 ^5 9^ 55 H>/,"/„ detto pn KllNe. »1-«5 «205 Una. Prämicn-Unl. u il«, enll..Oblig 93'«5 9405 4°/« lroat. u. slllv, Grunbenll.> Obli».......- ^'--------^ Andere öffentliche Anlchen. Äo>»>. ^andee.Anl. (div.) 4°/« 91 — 92 — Bo!>n. ° herceß, Eiscnb. «Landts» Uniehen (biv.) 4 >/,»/„ . 98 5« 99 50 b« ,1 Tunau^Neg.'Nnlelhe 1«78 10325 lOl 25 Mener Verlehr«'««lcl!,e 4"/^ 96- 97 — ^,c,lll l»U0 4°/, 96 — 9? — Anleben der Etadl Wien . . l«l 20102 20 betto <2, ob. G.) . .119 95120 95 detlc, (1«V4) ... 94-10 95 l« detto (18s«> , , . . 95,-70 96'7U detto (1vl><,) - , . . 95-UO 96-UO delto INV.'«.) 1l02 . 95-95 9695 Vörjebau'«I»leben verlosb. 5°/^ 96 — 97 — Aula. Einaletisenb.-Hyp.-Anl, 1889 Gold , , . . 6°/u l!»-9« 119-90 Bula. Staat«» Hl,pothelor Nnl. 1898.....a°/° «5-bO «650 Geld Wave Pfandbriefe :c. Äodenst.,aUg,öst.MboI.dI.4°/» 94 90 95'60 ^ülim. Hypothelenianl verl. 4"/o u« 75 9?>?5 ,'!emlaI°Vod,-«i:ld.-Vi.. öftrrr., 4b I, veil. 4>,,"/o . . , 101-50 — — Zentral Hov^ftreb.'»'., «Nerr,. 6b I. vcrl. 4°/« . . . «67b »7-75 ,'5red.-Inst.Melr.,f.Berl.'Unt, u. uffentl,«lrb.ttat.^vl.4"/« 947b 95-50 ^ündesb. d. itbn. Valizlen und Lodom, 57',, I. ruckz. 4°. 94^5 N1'6« ^iähr, Hiiputheiend. oer!, 4^, 96 10 97 w '^.'Us!err,^and!^>Ht'i>,.Äusi.4",, 9Ü-50 97'l,0 dettoinll, 2^^r.veil. 8>/,'V(, 8750 »U50 dctto K..Schuldsch.verl.3l/,Vi> »7-25 8«-25 ^bettuverl. 4°/o yu— 97-— ».slerl..un^ar. iüan« 5,» jühr. vi>» 4"/oi>. 38 , , , 97.35 98-25 dcttu 4°/« «r..... 9765 >.,8 65 Vvarl. ,. iM., «N I. „eN. 4°/« 99'— 10«'^ Eisenbahn Prioritäts-Obligationen. Ferbi«anhs.Nordb»lin Em. 1»»» ssr. ^pri Et.) , 294-- 296 — Liidbabn ll 5°/» . , , . l2l-25 122-25 Diverse Lose Donau'Nellulicrungs^osl' 100 fl, ö. W. ... 256-50 262-50 2erb.^ram..A»I. b.lOO Fr, 2',, 101-^ 10?-- zln««zin«lulen idreuz, una. Ge>. v., 5 fl 24-75 >>K-75 ,«udulf.«osc iu sl, . . . e«..... 7«-- 3alm.Lose 40 fl. K. M. . . 207— 21? — «eld Ware Nirt. H..Ä..?lnl. Prau»..0bl?5 182 75 Wiener Komm,.l!ose v. ss. 1874 476— 48S — Ä.',v..Och.b. 3",„ Pram.'Gckuldv. d. V°d- Altien. Iran»pllll»llnteruehmnugln. Nussia.lepl. !t!k»d. »00 u, , 2370-— Li!9«'— Ä,»,M. Älorbbahn 15» sl, . , 375-— »79-— V^chtiehraber Elsb, 50»» fl. »M, 284« ^ 2860-— dctlo (lit, U.) 2U0 sl. >>'i Ult. I068- 1030- -Donau . Dampfschiffahrt«. Ges., 1., l. l. pliv., boo sl. »M 978-— 984'- Dlix.Nobenbacker Eisb. to« Kr. 53«— 54«-.. F rbN sl.KW. 5175— 5200-— L > «ilsenbahn» Geielilchast, MM fl. E , 551-— 555'— Llot,d,!>sterr.,Tri,N..500fl.NM, 4«9'50 411-— vslerr, iliordwestbahn 800 fl. N. 43«— 43V-— dettu(!N,tj.)2Uufl.V.p.Mt, 426 50 428'50 ^rlln.DuxerÄIcnb.l«0fl.abgst. 216-— 217 50 3taatsct!f,.2CU fl,L. per Ultimo 676-25 677'25 Iübb. 20« fl. Silber per Ultimo 149 50 150-50 Züdnorddrütsche Vcrt>lndung«b. 200 sl. KM...... 399 — 402'— Tramway«Ges., neue Wiener, Prwiitate.Altien 1. . —-— —-— Ungar. Westbalin (Raab-Eraz) 2N" fl. S....... 403— 403-50 Wr, Uoilllb.'Nttien.Vts. »00 fl. 220'- 240 — Banlen. Annlo.Oslerr. Äanl, lt!« fl, , . 29«'50 292-50 Nanlverein, Wiener, per Kasse —'— —-— detto per Ultimo . . . 517-25 5>l8'25 Vl)d«!!lr,.«lnft. »s!err.,l»««fl,S, 1N08-— 101«-— !l>-nlr..Äl>d..Niedt>, «st,, 20« sl. 525'— 530-. »rebllanslalt sür Handel und Gewerbe, 160 fl., per »asse -»-'" —-— bett, per Ultimo 636—, S3?' «i-eoltbanl allss. ung., 200 fl. . 749 40 750-40 D>>V,sitcnb«ni, all«., 80» fl, . 454'— 4bs'— Eilumptc. GeseNIchast, nieder» üsterr.. 4»0 Kronen. . , 550'— büU'bO Giro. und Kassenvrreln, Wiener, «no fl........ 448-— 452'— Hypllthettnbanl, österreichische, 200 II i»°/» E...... 28?-- 289'- Länbcrbanl, ölterr,, 2au sl. pe: Kasse....... —'— —' — betio per Ultimo .... 409-50 410-50 ,,Uerlur", Wechselst..Mtien» Gesellscha,.', 200 fl. . . . 591 - 595- - Oeld War>> ^fterr.'ung, «anl 1400 Kronen 1779-— 1789'— Uilc., all«, österi., in2'— N3- — Äriizelttolilrübergb.-Gls, 10«fl, 72?-— 73I-— (5!senbah!lw.'Le!hz.,ertt^, I00ll. 196-50 19?-.. ..ltlbemiihl", Papiers. ». Hj..G. 13^-— 2«(».^. E!ertr..<öel., lillg. «Nerr., !ioo fl. 405'— 406-^ dettD internal.. 200 fl. 584'— 585' Hineübersser Parr.., Ziinbh, u, Vlet..ssabr.>!, «m. 19«5, 20» fl...... 2390'—2400' « N^ma.Mulllny «Slllgy'Tarjnner «tisenm. 10« sl. 245-— 250-— Tüll. Ilibarre«ie>Ges. 2oa ssr, per llalse - -— — — dettv p?r Ultimo 399'- 4«i'— Wassens..Oe>., östeir.. in Niien. 100 fl........ 453'— «1bO Wiaaon.Leihanftalt, allge«., ln Vest, 400 »r..... —-— —-— Wr. Baugesellschast 100 fl. . . 139— I45-— Wienerberacr Kleaell..Mt..Ges. 665 — «75-— Devisen. Kurze Sichle« und Scheck,. Amsterdam....... 19930 19955 D utsche Pläye...... K7-75 117-95 London........ 2414?^ 241-70 Illlienische VantplHtze , 8575 95-91 Pari«......... 95 8!) 9595 Zücich und Vale!..... 955?^ 95?« Valuten. Dalaten . . . 11-37 il-4> 20 ^ranleN'Ztülle..... 1»'13^> 18 2«' 209'», .»talienlsche Vanliwlen , . 95 g„ ^^.^ ,liubel°Noten . . . 2-52« 2'53" ] ^ltL- TJ.33.