pmt mm^ö 71.zgn« jlnahelrit wMwitilch siebenmal SdirtfUeltuag (Tel. Interorb. Nr. 2670) sowie Vervilhing u. Buchdruckerei (Tel. Interutb.Nr. 2024): Maribor, Jurčičeva ul. 4. Briefl. Anfragen Rückporto beilege». Manuskripte werden nicht returnieri hnr. ieo iM)rshe>st»g, den 73. Jun! T9®l Inseraten- «.'Abonnemants^nftahme In Maribor: Jurčičeva, uI.4(VerwaItung^ Bezugspreise: Abholen, monati. 23 Din, zustelle» 24 Din. durch »Post monatL 23 Din, für das übrige Ausland monati. 35 Din. Bnzelnummer-1 monati*. Mariborer ömunn Kabinett Sabal II. Das Kabinett L a v a l, das beim Amtsantritt des Staatspräsidenten D o u me r traditionsgemäß zurückgetreten war, ist unverändert im Amt geblieben. Doumer hat den Rücktritt Lavals nicht angenommen und diesen ersucht, die Regierungsgeschäfte wei-terzuführcn. Formell betrachtet, hat Frankreich eine neue Regierung, nur ist dieses neue Kabinett, was seine Zusammensetzung betrifft, mit der früheren völlig identisch. Kabinett Laval 1 Hut die Aera Doumergues beschlossen — Kabinett Laval 2 hat die Aera Doumer eingeleitet. Hat sich in Frankreich nach dem Amtsantritt Doumers und nach der Bestätigung der Regierung Laval nichts geändert? Doch, es hat sich manches geändert. Die Regierung Läval ist eine zwiespältige Bildung. Sie kann eine gemäßigte Linkspolitik, sie kann aber auch, wenn es sein muß, in einer recht fühlbaren Weise Rechtspolitik treiben. Dafür bieten Männer, wie Kriegsminister Ma-ginot, Finanzminister Flandin und Landwirtschaftsminister Tardieu Gewähr. Sa-oal selbst zählt zwar zu den radikalen Senatoren, aber er hat schon oft gezeigt, daß sein Radikalismus nicht wörtlich genommen werden darf. Was schließlich Briand bekifft, so hat dieser ehemalige Sozialist ttlt Laufe der Zeit oft genug ausgesprochenen Rechtskombinationen angehört, und er dürfte nach wie vor imstande sein, seiner altbewährten Manövrierfähigkeit alle Ehre zu machen. Bei Briand liegt tatsächlich des Schwergewicht der ersten Amtshandlung des Präsidenten Doumer. Durch die Belastung der Regierung Laval ohne jegliche persönliche Aenderung im Amt findet die Briand-Krise Ihr endgiltiges Ende. Nachdem Briand am 13. Mai, dem Tage seiner Niederlage, bei der Präsidentenwahl den Entschluß gefaßt hatte, sofort zuvückzutreten, ist es gelungen, ihn zu einer Reise nach Genf zu der Tagung »es Europaausschusses und des Völkerbunds eates zu bewegen. In Genf hat Briand erklärt er sei gekommen, nur um sich zu verabschieden. Es wurde erwartet, daß der Tag seiner Rückkehr nach Paris der letzte Tag seiner Ministerschast sein werde. Nach Paris zurückgekehrt, ließ sich Briand wiederum überreden, nicht sofort zurückzutreten, sondern bis zum 13. Juni, dem Tage des Staatspräsidentenwechsels und der generellen Regierungsrücktritts, auszuhalten. Als der 13. Juni kam, hat es sich .herausgestellt, daß Briand endgiltig bleibt. Briand ist somit Außenminister geblieben. Was wird er nun tun? Welche Politik wird er setzt treiben? Schon nach dem 13. Mai in 'Genf hat der französische Außenminister ein kühles Wesen zur Schau getragen. Er war sichtlich unzufrieden und nervös. Die Niederlage bei der Präsidentenwahl hat ihn doch mehr angegriffen, als er es nach außen hin zeigte. Er war sich jedoch über die Ursachen seiner Kiederlage ganz im Klaren. Er wußte, daß die Parlamentarier an den Erfolg seiner Politik Deutschland gegenüber zweifeln und angesichts der Ereignisse in Deutschland von ihrem Außenminister energischeres Auftreten erwarteten. Dieser neuen Situation hat ex mit erstaunlicher Wendigkeit Rechnung zu tragen gewußt. Nach seiner großen Genfer Rede wurde allen klar, daß Briand nicht mehr der alte war. Er ist poincaristisch «worden — er brauchte nickt mefir durch Das nasse Massengrab Weil über 500 Todesopfer des „6t. Milben P a r i s, 17. Juni. H Heute vormittags wurde die amtliche Liste der bei der Katastrophe an der Loire-Mündung mit dem Ausflüglerdampfer „St. Philbert" untergegangenen Personen veröffentlicht. Die Liste führt 503 Namen an, bemerkt jedoch ausdrücklich, daß sich im Schiffsrumpf noch Leichen befinden müssen. Bisher wurden 139 Leichen teils aus der Tieft geholt, teils vom Meer ange- schwemmt. Unter Wasser müssen sich noch mindestens 350 Tote befinden. Das Meer hat verschiedene Gegenstände angeschwemmt, die unzweifelhaft von den ums Leben gekommenen Ausflüglern herrühren, wie Männer- und Frauenkleidung, Handtaschen, Schuhe, Spielzeuge usw. Der untergegangene Dampfer konnte bisher noch immer nicht gefunden werden. Man nimmt an, daß er von der Strömung von der Stelle, wo er gesunken ist, gegen die See hinausgetrieben wurde. Das Schiff muß jedoch gehoben werden, da sich die Unglücksstätte in einem ziemlich engen Kanal befindet. Der gesunkene Dampfer bildet eine große Gefahr für tiefgehende Schiffe. Heute nachmittags werden die bisher geborgenen Leichen unter massenhafter Beteiligung der Bevölkerung in St. Ra-zaire beigesetzt werden. An den Leichem feierlichkeiten werden auch Mitglieder der Regierung und des Parlaments teilnrh-men. Keine vorzeitige Einberufung des Reichstages B e r l i n, 17. Juni. Im Aeltestenrat des Reichstages wurde gestern mittag die vorzeitige Einberufung des Reichstagsplenums gegen die Stimmen der Nationalsozialisten, der Deutschnationalen, der Kommunisten, der Wirtschaftspartei und des Landvolkes abgelehnt, da die Mandatszahl dieser Parteien nicht die Hälfte der Reichstagssitze, nämlich 289, erreicht. Die Sozialdemokraten beantragten darauf hin die Einberufung des Haushaltsausschusses zur Beratung über Abänderungen der Notverordnung. Die Kommunisten und die Nationalsozialisten behielten sich ihre Stellungnahme zu diesem Antrage vor. Infolgedessen vertagte der Aeltestenrat die Entschließung über die Einberufung des Haushaltungsausschusses. Die Sozialdemokraten, Nationalsozialisten und Kommunisten bilden zusammen eine Mehrheit des Reichstages, können also die Einberufung des Haushaltungsausschustes durchsetzen, wenn sich alle drei Fraktionen dafür einsetzen. Berlin, 17. Juni. Gestern um viertel 7 Uhr abends versammelte sich der Aeltesten-rat neuerlich. Da der in der ersten Sitzung des Aeltestenrates erwartete Antrag der Sozialdemokraten auf Einberufung des Haushaltsausschusses des Reichstages nicht eingebracht worden war, lag dem Aeltestenrat in der zweiten Sitzung nur ein kommunistischer Antrag vor, der den gleichen Zweck verfolgte. Für diesen Antrag stimmten jedoch nur die Kommunisten, die Nationalsozialisten und die Deutschnationalen, die zusammen über 225 Sitze im Reichstag verfügen, sodaß der Antrag abgelehnt wurde. Der Giftmörömmien letzter Gang Grausige Hinrichtungsszenen Heute um 6 Uhr früh wurden die zum Tode verurteilten Giftmörderinnen Csardas und Szabo im Szolnoker Gerichtshof hingerichtet. Bei der Hinrichtung spielten sich die grausigsten Szenen ab. Während sich die Csardas früher verhältnismäßig ruhig verhielt, fiel sie angesichts des Galgens, in Ohnmacht und wurde in diesem Zustand aufgehängt. Die zweite Verurteilte, die Szabo, leistete, als sie zum Galgen geführt wurde, furchtbaren Widerstand. Sie schrie aus Leibeskräften, schlug und biß um sich wie rasend, bat um Gnade und stieß die wildesten Flüche aus. Mit äußerster Anstrengung wurde sie schließlich vom Henker und seinen Gehilfen gebändigt und zum Galgen geschleppt. Dort fiel auch die Szabo in Ohnmacht und wurde in bewußtlosem B u d a p e st, 17. Junli. Zustand hingerichtet. Die Zuschauer dieser entsetzlichen Szenen wurden von Grauen gepackt. König Zog» gestorben? Beograd, 17. Juni. Im Laufe der Nacht haben sich Gerüchte verbreitet, daß König Achmed Zogu von Albanien gestern gegen Abend verschieden ist. Eine Bestätigung dieser Meldung war bisher nicht möglich, da die Verbindung mit Tirana unterbrochen ist. Der albanische Gesandte in Beograd kann die Meldung nicht bestätigen, er hat sie bisher auch nicht dementiert. Unsere echte Koliner Zichorie I Erdbeben. London, 17. Juni. Nach Meldungen aus Afghanistan wurdt das Land von einer furchtbaren Bebenkata-strophe heimgesucht. Mehrere Städte liegen in Trümmern. Das Beben soll mehr als 500 Menschenopfer gefordert haben. Einzelheiten fehlen, da alle Verbindungen mit dem Bebengebiet unterbrochen sind. Börsenbericht Z ü r i ch, 17. Juni. Devisen: Beograd 9.12625, Paris 20.1725, London 25.0525, Newyork 515,. Mailand 26.965, Prag 15.25, Wien 72.37, Budapest 90025, Berlin 122.22. Tardieu ersetzt zu werden, wenigstens bis auf weiteres nicht. So konnte er Außenminister bleiben, auch bei der veränderten innen- und außenpolitischen Lage. Die erste Rede, die Briand nach dem Regierungswechsel, der keiner wurde, gehalten hatt, war die Rede auf dem Festessen ehemaliger Frontkämpfer in Gourdon. Diese Rede trug einen ausgesprochen friedfertigen Charakter, und auch der demonstrative Beifall, den der neue alte Außenminister ernten konnte, zeugte von einem Friedensgeist, von dem die Teilnehmer des Banketts beseelt waren. Bei alledem wäre es jedoch falsch, anzunehmen, daß Briand im Kabinett Laval 2 dieselben Positionen behalten könnte, wie in den früheren Kabinetten. Die Aera Doumer wurde durch einen Sturm auf die alte Briandsche Politik eingeleitet. Der Tag des 13. Mai ist zum Wendepunkt in der politischen Entwicklung Frankreichs geworden. Der verschärfte Kurs, den das zweite Kabinett Laval zweifelsohne einnehmen wird, wird von Briand aufs aktivste mitgemacht. Mit dieser Tatsache wird die deutsche Diplomatie für die nächste Zeit auf das steste rechnen müssen. Das nackte Bein in der Sommermode. Schon im vergangenen Jahre hatte es sich allenthalben durchgesetzt — das nackte Bein in der Sommermode. Zum Sportkleid brachte es eine „Ergänzung", die in den heißen Tagen den ungeteilten Beifall der Frauenwelt fand. Dabei darf nicht übersehen werden, daß es natürlich auch in dieser Mode ein Für und Wieder gibt. Das Für liegt in der angenehmen Luftigkeit, darüber hinaus in den Vorteilen, die das kurze weiße Söckchen beim Wandern und beim Sport gegenüber dem langen Seidenstrumpf bietet. Das „Wider" wird jedem bereits aufgegangen sein, der sich sein sonnenverbranntes Bein einmal nach einer längerer Sommertour objektiv betrachtete: Mückenstiche in geschmackvoller Verteilung, einige blaue Flecke, die beim Sport nun mal unvermeidlich sind, daneben noch einige Risse und Kratzer von bösartigem Gestrüpp. Wen sollte dieses Bein noch begeistern? Ach nein, verstecken wir es lieber wieder unter einem glatten seidigen Strumpf! Die Illusion bleibt so erhalten — krasse Realität ist nicht immer erfreulich) MarMorer tffituftiif Rümmer IGO Donnerstag, 5ert 18. Juni 1931 Ender zurtitigetretm GksamtbemWon der Wiener Regierung Wien, 17. Juni. Nach kaum halbjähriger Regierungszeit muhte daß Kabinett Ender gestern seine Demission einreichen, womit die schon Monate wie ein Damoklesschwert über Oesterreich schwebende Regierungskrise eröffnet wurde. Den Todesstoß versetzte dem Kabinett der Zusammenbruch der Kreditanstalt. Tragisch ist dabei der Umstand, daß nicht eigentlich der Bankkrach die Demission des Kabinetts herbeigeführt hat, sondern daß der Rücktritt erst dann erfolgte, als die Sanierungsaktion für diese Großbank schon beendet war. lieber der Forderung der Großmächte, für die der Kreditanstalt gewährten Kredite die Bürgschaft des Staates zu übernehmen, kam das Kabinett zum Sturz. Dr. Ender mußte das Ultimatum Englands und Amerikas akzeptieren, reagierte aber darauf mit dem Rücktritt. Schon im Laufe der letzten Wochen drang im Schöße der Regierung die Ueberzeugung durch, daß der Staat die Garantie für die Kreditanstalt seitens des Auslandes gewährten Stützungskredite übernehmen muß. Dagegen waren jedoch die Agrarier, die durch ihren Vertreter in der Regierung, den Innenminister W i n- k l e r, schärfstens dagegen protestierten. Montag abends stellten die englischen und amerikanischen Gläubiger dem Kabinett das Ultimatum, die Bürgschaft für die gewährten Stützungskredite in der Höhe von 80 Millionen Dollar bis gestern mittags zu übernehmen, widrigenfalls die in letzter Zeit Oesterreich bewilligten Kredite unverzüglich gekündigt würden. Dr. Endet mußte sich dieser Forderung beugen, da durch eine Entziehung der ausländischen Kredite zwei Drittel der österreichischen Industrie in Mitleidenschaft gezogen wäre und man mit einer Reihe weiterer Zusammenbrüche rechnen müßte. Noch im Laufe der Nacht hielt die Regierung eine lange Beratung ab und faßte den Beschluß, die geforderte Bürgschaft zu übernehmen, was die ausländischen Gläubiger zur Kenntnis nahmen. Es gelang jedoch Dr. Ender, das Ausland dazu zu bewegen, Erleichterungen darin zu gewähren, daß die Oesterreich bewilligten Kredite in den nächsten zwei Jahren nicht gekündigt und nach Ablauf dieser Frist nach Möglichkeit verlängert werden. Innenminister Winkler war in den letzten Tagen abwesend. Als er gestern nach Wien zurückkehrte, war der Be schluß der Regierung bereits endgiltig gefaßt und den Grotzgläubigern Oesterreichs mitgeteilt. Da der Beschluß natürlich nicht rückgängig gemacht werden konn te, reichte der Minister des Innern seine Demission ein. Der Bundeskanzler benützte diese Gelegenheit, um seine schon öfters ausgesprochene Drohung zur Tat werden zu lassen und teilte dem Bundespräsidenten Miklas die Gesamtdemission des Kabinetts mit. Der Rücktritt wurde sofort angenommen. Im Vordergrund steht jetzt die Kombination mit einem christlichsozialen Minderheitskabinett, welchem Finanzminister Dr. Juch und Heeresminister Vaugoin, vor allem jedoch Außenminister Dr. Schober nicht mehr angehören würden. Letzterer hat wegen des Abschlusses der Zollunion mit Deutschland das Vertrauen des Auslandes verloren, weshalb man sein weiteres Verbleiben im Kabinett nicht gerne sehe. Viel Beachtung findet der Umstand, daß die Gesandten Englands und Italiens gestern nachmittags Dr. Schober aufsuchten und mit ihm längere Zeit ton fettetten. Man glaubt, daß sich diese Unterredung auf die Neubildung des Kabi netts bezogen hat. Roch größer ais „D 2000" ... Für den Flugweg Kairo — Bagdad hal I zeichnet wird. Das Flugzeug ist für 42 Pas-man jetzt in London eine Maschine vom Sta sagiere bestimmt, und besitzt allen Komfort, pel gelassen, die als die größte der Welt bs-1 als Neuheit sogar einen Rauchsalon. Zukunftsvifionen Interessante Äußerungen eines englischen Gelehrten Sir Oliver Lodge, einer der bekanntesten englischen Wissenschaftler, wurde anläßlich seines 80. Geburtstages intet viewt und machte bei dieser Gelegenheit einige Aussagen in Bezug auf die Zukunft des menschlichen Geschlechtes. „Tie nächste große wissenschaftliche Entdeckung von umwälzender Bedeutung wird darin bestehen," sagte Sir Oliver, „daß man Doumer schürt die ,<štoine Flamm?" das Bestehen einer anderen Welt außer unserer irdischen konstatieren wird. Es wird der Beweis erbracht werden, daß der Mensch nicht das höchstentwickelte Wesen im Weltenraum ist, sondern das es in der Welt Geschöpfe gibt, die mit einer viel größeren Intelligenz ausgestattet sind." Sir Oliver meint, daß die Zukunftsmenschen länger leben werden. „100 Jahre werden die Normalgrenze des menschlichen Lebens sein. Unser Planet wird zwar, wie alles in der Welt, absterben müssen, aber dis dahin werden Hunderttausende oder sogar Millionen von Jahren vergehen." Als die bedeutendste technische Entdeckung des letzten Jahres sieht Oliver Lodge die Erfindung des Fernsehapparates an. „Das Fernsehen, das noch in den Kinderschuhen steckt, eröffnet für die Zukunft ungeahnte Möglichkeiten." jahr. Aus dem Hinterhalt wurde ein schwerer Stein gegen das zweijährige Svhnchen des Lehrers geschleudert. Der Wurf kostete dem Kinde beinahe das Leben. Am Sonntag nach einem Schützenfest zogen sieben junge Leute vor das Schulhaus und warfen einige Fensterscheiben ein, um den Lehrer zu wecken. Als dieser öffnete, stürzten sich die Burschen auf ihn, versetzten ihm mit schweren Steinen Schläge auf den Kopf und prügelten wie besessen auf ihn ein. In höchster Not zog Teschke eine Pistole und schoß, am -Boden liegend, blindlings auf die über ihm Knienden. Drei von den Burschen wurden schwer verletzt. Der Lehrer hat besonders schwere Verletzungen am linken Auge erlitten, so. daß er wahrscheinlich einseitig erblinden wird. Der Verkauf fremder Lose in Jugoslawien verboten. We aus Beograd berichtet wird, wurde auf Grund des Artikels 23 des Gesetzes über die staatliche Klassenlotterie der Verkauf fremder Lose gänzlich verboten. Der neue französische Präsident hat sofort nach seiner Einführung in fein Amt das Grabmal des Unbekannten Soldaten besucht Dorfkrieg gegen einen Lehrer K a s s e l, 16. Juni. Eine ländliche Tragödie, in deren Verlauf der 28jährige Lehrer Teschke in Kelze bei Kassel schwer verletzt wurde und drei junge Leute durch Pistolenschüsse nie-derstrcckte, ist der Abschluß eines Dorfkrieges, der feit mehr als einem Jahre zwischen dem Lehrer und der Jugend entbrannt ist. Der Kriegszustand begann mit einer unvorsichtigen Bemerkung des Lehrers über die Verrohung der Jugend. Der Krieg gegen den Erzieher wurde von den erwachsenen Einwohnern unterstützt. Sie hatten festgestellt, daß Teschke seine Bedarfsgegenstände nicht bei den Krämern des Dorfes, sondern in Kassel einkaufte. Es kam wiederholt zu Zusammenstößen und Ueberfällen. Der Letzte ereignete sich etwa vor einem Viertel- 20 Zahre für den Raubmörder von Menges Das furchtbare Verbrechen, dem am 13. Februar l. I. der Pfarrer von Menge?, Franz Kušar, zum Opfer gefallen ist, dürfte noch in Erinnerung sein. Der noch nicht großjährige Raubmörder Joan Lakner hatte sich nun gestern vor dem Fünfersenat in Ljubljana zu verantworten. Der Gerichtshof verurteilte ihn zu 20 Jahren schweren Kerkers, zur größten Strafe, die bei Minderjährigen anwendbar ist. Ein Rollspiegel. Einem Laboranten im chemischen Institut in Kalifornien soll es gelungen sein, einen Spiegel zu konstruieren, der sich wie ein Stück Papier zusammenrollen läßt. Der Erfinder dieses Spiegels erzeugte im elektrischen Ofen, der bis auf 2000 Grad Wärme erhitzt wurde, eine leichte elastische Masse. Diese Masse wurde mit einer sehr dünnen S-ilberamalganschicht überzogen. Auf diese Weise entstand der Rollspiegel, dem ein ungeheurer Erfolg prophezeit wird. Der Spiegel ist unzerbrechlich, sehr bequem zu tragen, kann wie ein Taschentuch zusammen gelegt und bei Bedarf wieder auseinandergewickelt werden. Die Silberhochzeit des Königs Alfons. Das entthronte spanische Königspaar hält sich bekanntlich in Fontainebleau in der Nä he von Paris auf. Vor einigen Tagen wurde dort die Feier der silbernen Hochzeit des Königspaares begangen. Im Hotel „Savoy" in dem die königliche Familie ihren Wohn-fttz hat, wurde einer der Salons in eine Kapelle verwandelt. Nachdem der Gottesdienst abgehalten war, empfing das Jubelpaar die Gratulationen ihres Gefolges. Eine Deputa- tion, die von der Einwohnerschaft Fontainebleaus entsandt wurde, überreichte dem König ein seltenes Buch, Betitelt „Königliche Vorschriften für die Ausübung der Reit» kunü". Dieses Werk wurde 1625 in der Druckerei Pluvinel in Paris auf Anordnung des damaligen Königs von Frankreich gedruckt. Es gibt davon nur vereinzelte Exemplare. Der Königin wurde eine herrliche Vase aus kostbarem Kristall überreicht. Ein Schutzmann mit phänomenalem Ge» bächtnis. Die Newyvrker Verkehrspolizei zählt in ihren Reihen einen Beamten, der ein so phänomenales Zahlengedächtnis besitzt, daß die bekanntesten Zahlenkünstler der Welt es mit ihm kaum aufnehmen können. Dieser Polizist vermag einige Hundert Nummer«: schilder vorbeifahrender Automobile im Kopf zu behalten. Jeden Morgen wird ihm von der Vorgesetzten Behörde ein Verzeichnis überreicht, in dem die Nummern bei am Vortage gestohlenen Automobile aufge-sührt sind. Der phänomenale Schutzmann überfliegt das Verzeichnis und kennt es aus wendig. Darauf begibt er sich in .eine der beliebtesten Straßen Newyorks und paßt auf. Sein Gedächtnis läßt ihn nie im Stich. Unter vielen Taufenden der »orübersauien« den Wagen findet er mit Leichtigkeit diejenigen, deren Nummern im Verzeichnis sie-hen Auf diese Weise gelingt es ihm, täglich ein paar Autodiebe festzustellen und einige gestohlene Wagen den Eigentümern zurück» zuerstatten. Das internationale Trinkgeld. Offene Hände findet der Reisende in jedem Land. Welcher Angestellte einer Pension oder eines Hotels schätzte auch nicht das Trinkgeld? Im Rußland der Vorkriegszeit kannte man ein „Schnapsgeld", das man später vornehmerer Weife als „Teegeld" 6e-zeichnete. Die Marokkaner, mit Vorliebe Fleischesser, sind für den Empfang von, „Fleischgeld" dankbar, und der Türke, dem der Kaffee der Gipfel irdischer Freuden bedeutet, schmunzelt über sein „Kaffeegeld", Die Atelier verschweigen r-ft Bestimmung einer Extravergütung und nennen diese ' „Handgeld", während Deutsche, Skandinavier und Franzosen offen bekennen, daß si# sich ein „Trinkgeld" geben kaffen. Zur Berufswahl Prüft die gesundheitliche Eignung bei de» Berufswahl der Kinder! Von Dentist Hoppe- Celje. In wenigen Tagen werden Taufende und Abertausende von Knaben und Mädchen die Schule verlassen und sich für einen Beruf entscheiden müssen. So selbstverständlich es auch erscheint, daß neben der geistigen Be-fähigung die körperliche Eignung den Ausschlag geben sollte, so wenig wird diese von Sehrherren, Aerzten und besonders von den Eltern schon feit langem erhobene Forderung tatsächlich beachtet. Ja man kann ei immer wieder erleben, daß über wirtschaftlichen und sozialen Erwägungen gesundheitliche Rückschlüsse zunächst ganz und gar vergessen werden, bis die geschädigte Gesundheit — oft schon zu spät — daran erinnert, daß der schönste Beruf nichts taugt, wenn man ihm gesundheitlich nicht gewachsen ist. Falsch ist vor allem die Wahl eines Berufes, bei dessen Ausübung bereits vorhandene Krankheitserscheinungen sich verschlimmern könnten. So gehören junge Leute mit schwacher Lunge, mit tuberkulöser Belastung oder gar tuberkulöser Erkrankung in keinen Beruf, bei -dem die Staubentwicklung besonders groß ist. Falsch wäre es auch, wenn Menschen mit schwachem Herzen sich zum Schmiede- oder Schlosserhand verk entscheiden würden oder wenn jemand, der von Haus aus schwache Augen hat, sich einem Beruf zuwenden wollte, der dauernde Nah» arbeit erfordert. Bei einer Reihe von Berufen genügt noch nicht das Freisein von be-denklichen Krankheitsanlagen, es ist darüber hinaus eine besondere körperliche Veranlagung zu verlangen. So sollten die An-Wärter jener Berufe, bei denen die Muskel-kraft besonders stark in Anspruch genommen wird (beim Transportwesen, im Bergbau, in der Schwerindustrie) nicht allein vollkom men gesund sein, sondern auch über besonders gut entwickelte Muskeln verfügen. Ganz individuelle Eigenschaften erfordern diejenigen Berufe, bei denen der Arbeiter mit giftigem Material in Berührung kommt Die hauptsächl. in Frage kommenden Gift« sind das Blei, Zink, OueckfMer, her Phos» und Arsenik. Die einzelnen Menschen Verhalten sich verschieden gegenüber der Einwirkung dieser Gifte. Es gibt Menschen, die besonders empfänglich dafür sind und andere, die unempfindlich, „giftfest" zu sein scheinen. Durch bestimmte Methoden versucht man neuerdings schon im gesunden Zu stand festzustellen, wie weit der Einzelne diesen Giften gegenüber empfänglich ist. Bekanntlich fordern bereits seit langem verschiedene öffentliche Betriebe von ihren ^'tellenanwärtern eine körperliche Eignungs Prüfung oder zu mindesten eine Bescheinigung darüber, daß keine gesundheitliche Be denken gegen den gewählten Beruf vorliegen. Auch sonst ließen sich in vielen Fällen wenigstens die gröbsten Mißgriffe in gesundheitlicher Beziehung vermeiden, wenn die Berufsümter und Schulärzte, deren Auf gäbe es ist. die abgehenden Schüler vom gesundheitlichen Standpunkt bei ihrer Berufswahl zu beraten, gehört und vor allem erhört werden. Es unterliegt keinem Zweifel, daß sowohl der Einzelne wie die Gesamtheit Nutzen davon hätte, denn es würde weniger Krankheiten geben und dadurch weniger menschliches Leid und weniger soziale Lasten, ganz abgesehen davon, daß auf diese Weise auch eine Hebung der Arbeitsqualität möglich wäre. SCKICHTOV Hannerle hai was gelernt Mit Vorliebe geht Hannerle allein einkaufen. Neulich wollte ihr der Kaufmann statt Radion etwas angeblich „ebenso Gutes" geben. Aber Hannerle kennt sich aus. „Ich und die Mutter, wir nehmen nur Radion, was besseres gibt's ja gar nicht", sagt sie und alle Frauen im Laden lächeln zustimmend. PERBSAM! 'WWW SCHONT DIE WÄSCHE GARANTIERT CHtORFREI PERE SAM Erschließung Jugoslawiens Eröffnung einer Kreisfluglinie — Einbeziehung Dalmatiens und Bosniens in den internationalen Fremdenverkehr Nach -der Wiederaufnahme des Fulgver-tehres zwischen Beograd, Zagreb, Graz und Wien, wodurch der Anschluß an das uultel* iuropäische Flugnetz hergestellt wurde, ist letzt eine Kreis-Fluglinie hinzugekcmmen, big einen großen Teil Jugoslawiens für die internationale Touvistenwelt erschließen wird. Am 16. Juni wurde die Riuglinie Zagreb—SuLak—Split—Sarajevo — Beograd—Zagreb eröffnet. Dieser Tage cmge-woffene dreimotorige Großflugzeuge der Type Furman aus Paris werden die über bergiges Terrain führenden Routen beflie-gen. Im Flachlandgebiet werden auch weiter. wie bisher, einmotorige Potez-Doppel-decker den Luftanschluß Herstellen. Die neuen Farman-Eindecker besitzen elegant ausgestat kte Kabinen für acht Personen, nebst Pilot« und Mechaniker-Sitzen, sie sind mit Radio* Empfangsanlage ausgerüstet Es sind die ersten Großflugzeuge, die im jugoslawischen Luftverkehr in Dienst gestellt werden. Sie weisen den für die gebirgigen Strecken nicht zu unterschätzenden Vorteil auf, daß sie bei voller Belastung und ohne Höhenverlust auch mit nur zwei arbeitenden Motoren den Flug fcrtsetzen und auch bei Ausfall zweier Motoren, sofern der Mittelmotor intakt bleibt, zur Not den nächsten Landeplatz an-zufliegen vermögen. Das Publikum hat durch die mit größter Sicherheit betriebenen übrigen Flugstrecken in Jugoslawien während dreier Jahre genügend Vertrauen gefaßt, um auch für die neue Linie die erwünschte Besucherzahl zu stellen. Die Flugzeuge verlassen täglich um 8 Ahr Zagreb, um 9.15 SuZak, um 1145 Split und um 13 Sarajevo und treffen um 14.30 in Beograd ein. In der Gegenrichtung erfolgt der Start in Beograd um S, in Sarajevo um 9.45. in Split um 11.30, in Su§ak um 13.30 und treffen um 14.30 Uhr in Zagreb ein. — Die Fahrpreise betragen in den Relationen Zagreb—Susak 300, SuSak— Split 450, Split—Sarajevo 450 und Sarajevo—Beograd 450 Dinar Die Linie wird voraussichtlich bis 15. Oktober betrieben werden. Die Daseinsberechtigung der neuen Flugverbindung zum Adriatischen Meer wird aber durch das zu erwartende Fremdenkontingent noch erhöht. Was Mannigfaltigkeit und Abwechslung des beflogenen Geländes anlangt, wird die neue Strecke zweifellos eine der interessantesten von Eurcpa wer-, den. Flachland, Karstgestein, Hochgebirge, Meeresküste wechseln stündlich. Die beschwer liche Reise mit der schmalspurigen Bahn oder auf schlechten Autostraßen, die ein Besuch der romantischen Stadt Sarajevo bisher voraussetzte, wollte man aus Dalmatien einen Abstecher in den „Orient" machen, hat so manchen Fremden bewogen, seinen Reifsplan einzuschränken und Sarajevo beiseite liegen zu lassen. Die Flugverbindung mit allen Teilen Jugoslawiens schafft hier Wandel. Eines der malerischsten und beliebtesten Reiseländer, das nach den Jahren des Krieges immer stärker „in Mode" gekommen ist, wird nun auch im Luftwege zugänglich gemacht und damit den großen europäischen Zentren unvergleichlich näher gebracht, lieber den stolzen Nadelwäldern und wildzerklüfteten Felstälern des Gorski Kotar, über wolkenstürmenden Höhen des Velebit, und entlang der blauen Adriaküste bis tief hinein in die unwegsamen Forste Bosniens, hoch über den zahllosen Minaretts von Sarajevo werden fortab die Propeller als Zeichen einer neuen Zeit hinwegsurren. Trockenlegung des Mltlel-meeres... ? Und die Sahara soll gleichzeitig bewässert werden - Ein gigantischer Plan Der sensationelle Plan der Trockenlegung | weiten Strecken der Sahara in den Zustand eines Teiles des Mittelmeeres und der gleichzeitigen Bewässerung der Sahara-Wüste ist von französischen Ingenieuren in allen ‘ Einzelheiten so genau ausgearbeitet, als bestände die Absicht, schon morgen ans Werk zu gehen. Es wird aber noch eine geraume Zeit vergehen, ehe die Fluten des Mittelmeeres den ewigen Sand der Sahara überschwemmen werden. Bekanntlich beabsichtigt England, zwei große Eisenbahnlinien durch den schwarzen Kontinent zu ziehen. Die erste von der nördlichen Ecke Afrikas in der Nähe von Alexandria bis zum Kap der guten Hoffnung und die zweite quer durch Mittel-Afrika und die Sahara bis zur Elfenbeinküste. Die Techniker zerbrachen sich lange darüber den Kopf, woher das Wasser für die Lokomotiven genommen werden sollte, die durch die trockene Sandwüste fahren werden. Durch die Erfindung von Diesellokomotiven wurde diese Frage gelöst. Es blieb aber noch ein anderes, viel schwierigeres Problem zu lösen, und zwar die Frage der Gleislegung im tiefen Sand der Sahara. Die besten englischen Eisenbahn-konsirukt««re konnten bis jetzt keine Antwort auf diese komplizierte technische Frage geben. Die Schwierigkeiten würden sofort be-tipBen nxstfcen, wenn es gelingen sollte, die zurückzuversetzen, in dem sie sich vor vielen Tausenden von Jahren befanden. Bekanntlich war die Sahara in den früheren Epochen ein Meer. Der deutsche Ingenieur Soergel arbeitete dagegen ein Projekt aus, das auf den Gedanken beruht, die beiden Ventile des Mittelmeeres, die Straße von Gibraltar und die Dardanellen abzusperren, damit das Mittelmeer keine Zufuhr von Wasser aus dem Ozean erhält und unter dem Einfluß der Sonnenstrahlen langsam austrocknet. Da die Meerenge von Gibraltar nur 13 Kilometer breit ist, würde die Schaffung eine Staudamms keine besonderen Schwierigkeiten machen. Dieser großartige Plan, durch Trockenlegung des Mittelmeeres zwischen Europa und Afrika eine Brücke zu schlagen, wird aber weniger ernst genommen, als ein anderes Projekt, das schon in absehbarer Zeit seiner Verwirklichung näher gebracht werden soll. Es handelt sich um den Bau eines Eisenbahntunnels unter der Straße von Gibraltar. Freilich müßte die große wirtschaftliche Krise, die zur Zeit alle Länder Europas bedrückt, erst behoben werden, damit dem menschlichen Schaffensgeist freie Bahn und Geldmittel zur Verwirklichung dieses grandiosen Planes gegeben werden. Schanghaier Menschenjäger Entführungen am hellichten Tage — Häuser werden gestürmt — Die Leibwachen der reichen Chinesen Scha n g hai, im Juni. Ein dicker chinesischer Herr in gesetztem Alter, dessen Augen angstvoll hinter einer großen Hornbrille hervorblicken, und dessen Vollmondgesicht von Kummerfalten zerfurcht ist, eilt im Lauftempo einem dichtverschlossenen Kraftwagen zu, dicht gefolgt von z-vei Russen in blauen Tuniken, die jeder einen Revolver schußbereit in der Hand halten. Der eine folgt in den Wagen, der andere sekt sich neben den Chauffeur, und fort rast das Gefährt durch die Straßen des Finanzviertels von Schanghai. Man möchte vielleicht glauben, daß es sich hier um einen flüchtigen Kassierer handelt, der seine eben gemachte Beute gegen jede Verfolgung verteidigen will, aber der ängstliche Chinese ist ein sehr ehrenwerter Herr von großem Vermögen, der sich nur auf diese Weise gegen die ständig drohende Gefahr der Entführung zu schützen sucht. Wenn er nicht diese Vor- sichtsmaßregeln anwenden würde, so dürfte er bald auf irgendeiner einsamen Dschunke sitzen und klägliche Briefe nach Hause schreiben, um die Summen anzufordern, die er aufbringen muß, wenn er nicht rin Ohr oder seine Nase verlieren will. Die Kunst der Entführung ist in Schanghai in letzter Zeit in einer Weise ausgebildet worden, die ganz unglaublich erscheinen würde, wenn nicht immer 'wieder neue Berichte von kühnen Taten dieser Art alle früheren Leistungen in den Schatten stellten. Man hat in der belebtesten Gegend der Stadt am hellichten Nachmittag ein Opfer au: der Menge herausgeholt und in seinem eigenen Wagen fortgeführt, wobei nur der völlig eingeschüchterte Chauffeur durch ein Mitglied der Bande ersetzt wurde. Trupps von Entführern stürmen die stark befestigten Häuser reicher Leute und schleppen sie vor den Augen ihrer nächsten Verwandten forte Einer der unverschämtesten Angriffe wurde kürzlich gegen ein Haus vollführt, da? ein reicher Chinese in der Avenue Joffre int französischen Konzessionsgebiet bewohnt. Die Menschenräuber wählten die Mitternachtsstunde, aber sie hatten den Augenblick schlecht getroffen, denn sie kamen gerade, als die Wachmannschaft,, die zwölf Stunden auf Po sten gestanden htte, von 'der zweiten abgelöst wurde, und fand so eine doppelte Zahl stark bewaffneter Russen. Es kam zu einer heftigen Schlacht, bei der zwei Russen und zwei Chinesen getötet wurden, während ein Russe auf der Walstatt verwundet blieb. Die Banditen flohen, als die französische Polizei eingriff, und das auserkorene Opfer gab sich dem trügerischen Glauben hin, daß für diese Nacht die Gefahr vorüber sei. Doch die Belagerungsarmee kehrte um vier Uhr morgens wieder und brach nach Ueberftei-gimg einer hohen Mauer mit Gewalt die Vordertür auf. Die Wachmannschaft schlug sie aber mit Verlust eines Mannes erfolgreich zurück. Solche Angriffe gegen 'die Häuser erfolgreicher Chinesen wiederholen sich immer wieder. Die Polizei weiß, daß wenigstens etwa 15 Millionen Dinar im letzten Jahre an solche Banden gezahlt worden sind, die in Schanghai ihr Unwesen treiben. Allein diese Summe ist nur ein Bruchteil der Lösegelder, die geopfert werden mußten, denn der größte Teil dieser „Geschäfte' dringt nicht an die Oeffentlichkeit. In dem internationalen Konzessionsgebiet der Stadt sind jetzt die strengsten Maßnahmen getroffen worden, aber in der Chine-senfta'dt ist man nicht so eifrig, und so haben sich die Räuber jetzt auf dieses' Gebiet beschränkt. Eine Folge dieses ewigen „Belagerungszustandes" ist die Organisation ton persönlichen Leibwachen, die sich reiche Chinesen zugelegt haben. Russische Flüchtlinge, besonders frühere Soldaten und Offiziere, deren Papiere auf ihre Echtheit von der Polizei geprüft sind, werden bevorzugt. Wie ein Londoner Blatt mitteil: betrag: die Zahl dieser Leibgardisten gegenwärtig mehr als vierhundert. Ein einziger Chinese besoldet bis zu sechs Männer, die ihn auf all seinen Wegen begleiten oder des Nachts fein Haus und seinen Garten beaufsichtigen: sie erhalten außer Verpflegung bis 4000 Dinar im Monat und trage» Uniformen, die bald einfache Khakisache,r. bald prächtige Livreen sind. Jedenfalls kann Chicago, daS sich immer stolz die „größte Verbrecherstadt der Welt" nennt, mit Schanghai nicht konkurrieren. Schanghai weist an einem durchschnittlichen Tage mehr Morde, Entführungen, Räubereien und Gewalttätigkeiten auf, als Chicago in einer ganzen Woche. »erheiratete leben länger als Geschiedene Der Präsident des Aerztevereines in Edin burgh, Professor Roberson, hat festgestellt, daß die Zahl der Geisteskrankheiten unter Verheirateten niedriger bleibt, während sie beim Verlust des Ehepartners außerordentlich ansteigt. Der Leiter des Sanitätswessns in Chicago erbringt durch Statistiken außerdem den Beweis, daß verheiratete Männer „zweimal" länger leben als Männer, die ge schieden sind. * Professor Dresse! weist darauf Hin. daß >er Geburtenausfall im Kriege sich um das Jahr 1940 in günstigeren Heiratsaussichten für die Frauen bemerkbar machen wird. Kei* ne Frau braucht also vor dem Jahre 1940 den Mut sinken zu lassen — wenn sie es jo lange aushält. * Die französische Statistik überrascht damit, Daß mehr brünette Frauen heiraten als blon de. Amerikanische Aerzte wollen durch genaue Meßapparate nachgewiesen haben, daß brünette Frauen temperamentvoller seien als blonde. Wieweit Färbeprozesse oie Statistik verfälscht haben, steht dahin. * Die Psychologin Doroty Dix in Amerika Behauptet, daß die Voraussetzungen für eine glückliche Ehe bei der zweiten Heirat größer sind als bei der ersten. Ein englischer Gelehrter, Dr. Gernsback, verlangt, daß vor der Ehe die Zuneigung der Ehepartner durch Apparate genau gemessen werden soll. Der von ihm beschriebene Apparat zeigt bei einer Umarmung und bei einem Kuß genau an, wie groß die seelische Erregung der Liebenden ist. Daraus soll man Rückschlüsse auf die gegenseitige Zuneigung machen können. . * In San Francisco wurde einer Schei-oungsklage stattgegeben, die von einem Manne ein geleitet war, weil seine Frau seine automobilistischen Fähigkeiten immer stark kritisiert habe — ---------------- Theater uns Kunst 9tationam)eater in waribor Repertoire Mittwoch, 17. Juni, 20 Uhr: „Evangeli-mann". Abonn. A. Kupone. + Neue Romane deutscher Schriftsteller. Walter von Molo schreibt einen Friedrich List-Roman „Ein Deutscher ohne Deutschland", Max Brod hat ein neues Prosawerk „Frau Phyllis" beendet, von Franz Werfel erscheint demnächst eine neue Prosaarbeit unter dem Titel „Die Geschichte von Neapel", Felix Salten schreibt den Roman eines Zoologischen Gartens „Freunde aus aller Welt", Robert N e u m a n n den Roman „Das Schiff Esperace", Kasimir E d s ch m i d t hat einen neuen Roman „Feine Leute" und Ernst L o t h a r die Geschichte einer Zwölfjährigen „Kleine Freundin" vollendet. + Ein Jugendwerk Dürers. Ein Jugendwerk Dürers befindet sich in der Churer Kathedrale, und zwar ist es das Mittelbild des Katharinen-Altars im nördlichen Seitenschiff, das nach der Ansicht E. Poeschels die Vorstufe für den Holzschnitt der großen Passion bildet. Wenn die Ansicht Poeschels richtig ist, wäre damit eine ältere, mündliche Tradition wieder zu Ehren gezogen, die den Churer Katharinen-Altar hartnäckig Dürer zuschrieb. Saul saust zur Polizei. „Man hat mir gestern meine Brieftasche gestohlen!" „Wo? Wann," „Nachmittag. Beim Tanztee." „Ihre Brieftasche?" „Ja." -Schlank und blond", schmunzelt Saul. Spott Der GnlMewung entgegen Elfte Runde der internationalen Ringkämpfe. — Heute Revanche Frank Or-sowsky. Der geschmeidige Sachse Frank feierte im gestrigen Eröffnungskampf einen Blitzsieg über den unroutinierten Zagreber Kraj e ti i d, zumal das Match bereits in der vierten Minute entschieden wurde. C s o n t a s, der Löwe aus Siebenbürgen, benötigte 24 Minuten, um seinen Lands mann P e c a r s k u auf die Schulter zu bringen. Zu einer vollendeten Exhibition gestaltete sich die Begegnung T o m S a y e r—B o g-n a r. Beide gaben ihr Bestes, so daß man diesmal auch mit dem Unentschieden zufrieden war. Die Kämpfe leitete zur vollsten Zufriedenheit des gesamten Publikums Schiedsrichter Dr. Pipenbacher. Der Intendant des Ringerensembles Herr Eugen Bergant, der gestern den schwierigen Kampf Csontas—Frank persönlich leitete, teilt uns mit, daß er nach dreimaliger Ermahnung die Disqualifikation Csontas sofort vorgenommen habe. Der heutige Kampfabend sieht folgende Kämpfe vor: Tom Sayer (Afrika) gegen Csontas (Siebenbürgen), Bognar (Ungarn) gegen Pecarsku (Rumänien) und Frank Sachsen) gegen Orsowsky (Polen). Gin 20 Äahre olier Weltrekord gebrochen W Der Ungar Dr. D a r a n y i hat im beidarmigen Kugelstoßen eine Weite von 28,0-1 Metern erzielt. Er hat damit den Welt rekord des Amerikaners Rose von 28 Metern aus dem Jahre 1912 erheblich verbessert. : S. K. Rapid. Donnerstag ab 18 Uhr wichtiges Training der ersten und der Reservemannschaft mit anschließender Spieler-versammlung. Erscheinen aller in Betracht kommenden Spieler unbedingt notwendig. : Matejka — Tennismeister von Oesterreich. Im Finale der Oesterreich ischen Tennismeisterschaft trafen auch diesmal Matejka und Ariens aneinander. Matejka siegte mit 11:9, 6:2, 6:4 und gewann damit, neuerdings den Meistertitel. Im Doppel siegten Bolzano—Haberl gegen Artens—Matejka 6:1, 6:3, 3:6, 6:4. Bei den Damen blieb Frau Redlich siegreich. : Arbeiterolympiade in Wien. In der zweiten Juli-Hälfte l. I. wird in Wien die zweite Arbeiterolympiade.abgehalten, an der Sportler aus Deutschland, der Tschechoslowakei, Litauen, Belgien, Finnland, Polen. Estland, Palästina, Amerika, Jugoslawien, Dänemark und Ungarn teil-nehmen werden Die Olympiade wird am 19. Juli mit einem Welt-Kindertag eröffnet. Das Hauptprogramm ist für den 23. bis 26. Juli vorgesehen. : Ein Rurmi-Rekord gebrochen. Pavao Nurmis Weltbestleistung über ly, englische Meilen (2414 Meter) im Jahre 1925 gelegentlich eines internationalen Meetings in Los Angelos mit der Zeit von 6:42 6 aufgestellt, wurde am Dienstag im Nahmen eines Leichtathletik-Sportfestes in Helfing-fors unterboten. Der Finne Lehtinen durchlief die Strecke in 6:42.1. : Ter Weltmeister siegt. Ungarns Meistermannschaft „Ujpest" absolvierte Sonntag das erste Spiel seiner Südamerikatournee. In Montevideo stellte sich vor 20.000 Zuschauern die Auswahlmannschaft vor Uruguay den Gästen, und die Weltmeister konn te.3:0 (2:0) über die Ungarn siegreich bleiben. : Aldo Radi, der italienische Weltmeister im Fechten wurde beim Pariser Turnier von dem Franzosen R a f f a l i im Florett geschlagen. Der Franzose erzielte in drei Gängen 3:5, 5:3, 5:3 Tauchäs. : Neuer Weltrekord Spence'. Der amerikanische Meisterschwimmer Leanhard Spence verbesserte den von ihm gehaltenen Welt rekord über 200 Meter Brust mit der vorzüglichen Leistung von 2:30.2. Die alte Marke stand aus 2:31.8. : Professionalismus in Frankreich? Der französische Fußballverband beriet am Samstag über die Profifrage. Es wurde ein Vertragsentwurf angenommen, der das Verhältnis der Spieler zu den Vereinen regeln soll. Zur definitiven Einführung des Prcfessionalismus kam es jedoch nicht. Die endgültige Entscheidung soll erst nach Abschluß der Saison 1931/32 fallen. : Oesterreich—Schweiz 3:0. Im gestrigen Fußballänderkampf gegen die Schweiz blieben die Oesterreicher trotz zahlreicher Ersatz leute mit 3:0 siegreich. : Jugoslawien in Wimbledon. Nach dem Mekka des Lawn-Tennis sind geitern die jugoslawischen Repräsentationsspieler Schäf ser und Kukuljevie abgereist. Das Weltmeisterschaftsturnier in Wimbledon beginnt am 22. Juni. : „Concordia" schlägt die Prager „Slovijo". Aus ihrer Tournee durch die Tschechoslowakei besiegten die Handbaüerinnen der Zagreber „Concordia" den tschechoslowakischen Meister „Slavia" mit 5:2. Die Zagreberinnen besiegten auch eine Auswahlteam, von Mittelböhmen mit 9:5 Aus (Seife Amgebungs-Oememderat Sonntag vormittag fand eine öffentliche Sitzung des Gemeinderates der Umgebung im Gemeindesaale am Breg statt. Der Bürgermeister Herr Mihelčič erinnerte sich eingangs des am Samstag verstorbenen Gemeinderates und Kassiers Herrn Franz P o g r a j c und forderte die Mitglieder des Gemeinderates auf, sich am Begräbnis zu beteiligen. Darauf berichtete der Bürgermeister, daß die aus Gemeinderäten der Umgebungsgemeinde und der Stadtgemeinde zusammengesetzte Deputation, die bei der Zentrale des Kreisarbeiterversicherungsamtes vorsprach, Erfolg hatte und die Zusicherung erhielt, daß das Haus des Versicherungsamtes in Celje noch in diesem Jahre gebaut werden wird. Darauf wurde das Protokoll der letzten Sitzung verlesen und genehmigt. Für den Finanzausschuß berichtete Herr Kukovec. Die Verlängerung der Kersnikova ulica bis zur Dedkova cesta wird auf später verschoben, desgleichen der Ankauf des Privatweges von dem Grah-chen Anwesen bis zur Oblakova ulica, da im Voranschlag keine Deckung dafür vorhanden ist. Der Plan zur Verlegung der Straße auf dem Josefiberg wird genehmigt. Einige Besitzer unterhalb des Josefiberges sind mit ihren Gärten in die Straße cinge-rückt; bis zum Herbste wird ihnen die Nutznießung der Straßenfläche noch erlaubt, darauf aber werden sie mit ihren Gärten zurückgehen müssen. Die Straßenbeleuchtung in Zavodna, ©aberje und Oftrožno wird vervollständigt werden. Zu dem Vereine „Handelskollegium", der den Bau eines Pensionates für Handelsschüler plant, kann ie Gemeinde vorderhand noch nicht als gründendes Mitglied beitreten, wird es aber später tun. Da die Gemeinde als Landgemeinde die Kulukarbeiten bis zum Herbste verschieben darf, wird beschlossen, diese Arbeiten erst im Herbst auszuführen. Es folgte die Erörterung über Wohnungsangelegenheiten in den Gemeindehäusern und wurde die Sitzung für geheim erklärt. In der wieder öffentlichen Sitzung wurde beschlossen, mit der Stadtaemeinde wieder ein Arranae- ment zur Straßenbespritzung einzugcbea, wie das im vergangenen Jahre der Fall war. Zum Schluffe verliest der Bürgermeister die Statuten der Waffergenoffenschai! an deren Gründung herangetreten werden wird, sowie die Berichte der übrigen interessierten Gemeinden eingelaufen sein werden. c. Achtzig Bergarbeiter bekommen Arbeit. Die Arbeitsbörse sucht achtzig Bergarbeiter zum sofortigen Antritt in dem Kohlenbergwerk „Jerna" in Senkovo in Serbien. In Betracht kommen nur solche, die schon in Kohlenbergwerken gearbeitet haben. Anmeldungen und Auskünfte bei der Arbeits-börse. c. Kommission wegen der Reinigungsat läge in der Fabrik Westen. Vergangenen Montag hätte eine Kommission einen Augenschein bei der Fabrik Westen machen sollen, um die Frage der Errichtung von An-lagen zur Reinigung der. Abfallprodukte endgültig zu erledigen. Da der geologische Sachverständige verhindert war, wurde die Kommission auf Mittwoch, den 24. Juni verschoben. c. Die Freiwillige Feuerwehr und Rer« tungsgrssllfchast ersucht aiw Rechnungen die aus Lieferungen und Leistungen für die Sechzigjahrfeier und die Tombola herrüh-ren, bis spätestens den 25. Juni einzusen-den, da alle bis zu diesem Termin nicht eingeforderten Außenstände als Spende angesehen werden. c. Der Schulschlutz auf der Musikschule der „Glasbena Matica" findet am„Vidov dan" mit der Verteilung der Zeugnisse statt. Die Einschreibung für alle Schüler, sowohl bisherige als auch neueintretende, findet vom 20. Juni bis 1. Juli statt. c. Die Hauptversammlung des Fischereivereines fand vergangene Woche im Hotel „Hubertus" statt. Herr Sekretär Zorko gab ein ausführliches Referat über die Tätigkeit des Vereins im vergangenen Jahre. Der Verein war bei der Ausarbeitung des neuen Fischereigesetzes beteiligt, da er mehrere Vorschläge und Abändernnzsan-träge einbrachte, die fast alle im Gesetze berücksichtigt wurden. In Angelegenheit der Verseuchung der Voglajna und der Sann war der Verein bei allen Eingaben, Kommissionen und Deputationen beteiligt. Bel der Ausarbeitung der Verordnung über die Banatssteuer auf Fischerkarten war der Verein auch beteiligt und es gelang ihm, bedeutende Ermäßigungen in Bezug auf die Taxen zu erreichen. Großzügig ist der Plan, einen Fischmarkt in Celje zu errichten. In einem Pavillon würden Forellen und Weiß fische an die Bevölkerung verkauft werden, ganz besonders aber würden die Kurort« Dobrna, Rogaška Slatina, Lasko und Rimske Toplice mit Forellen versorgt werden Die allgemeine Wirtschaftskrise macht sich auch bei den Fischern geltend. Bis zur letzten Hauptversammlung im Mai 1930 gelangten 104 Fischerkarten zur Ausgabe, heuer waren es nur 83, darunter kaum 9 für Hechte. Ausführlich berichtete auch bei Wasseraufseher Herr T r a m sch e q g Ir der Brutstelle gab es heuer 160.000 Bachforellenlaichen, aus denen 142.000 Forellen ausgebrütet wurden, also fast 90 Prozent. Nach Maribor wurden 15.000 Hechte abgegeben, nach Oesterreich 10.000, 4000 wur den in die Sann gegeben. Ein neuer Ausschuß wurde nicht gewählt, da der jetzige im Vorjahre auf zwei Jahre gewählt wurde Aus 6lobenfqraDer fl. Unfälle. Der Besitzer Balthasar D e-b e r 8 e k brach sich bei einem Sturz im Steinbruch den rechten Fuß. — Der Schüler Boris Debela k erlitt beim Spiel eine Fraktur des rechten Armes. — Der Besitzer Ivan Knez verletzte sich unvorsichtigerweise mit einer Senfe an der linken Hand. — Der Arbeiter Josef Skalen-n i k zog sich beim Holzhacken eine gefährliche Verletzung am rechten Knie zu. Alle beluden sich im hiesigen Kvo::.’?nhnn?. • fl. Zur Verschönerung der Stadt. Ter hiesige Bäckermeister Herr Julius K a tz i a-n e r verschönerte sein Haus mit einer neuen Fassade. fl. Schadenfeuer. In St. Md brach dieser Tage ein Feuer an?-, das da« Wirtschaftsgebäude des Besitzers Križan vollkommen einäscherte. Der Schaden erscheint nur teilweise durch Versicherung gedeckt. oonES-nq, oen r*. uufii tsw. fokale CßroniM Mittwoch, Den 17. Äuni Freispruch vor dem Dreierfenat Der Vater tötet seinen Sohn — Familientragödie am Lande Bor den Richtern stand heute der 69jäh-rige Besitzer Michael Jurg ec aus Zgornja Pristava, der angeklagt ist, am 6. April seinen Sohn Johann erstochen zu haben. Es handelt sich um eine jener Tragödien, die am Lande so oft zu verzeichnen sind und die schließlich zum frühzeitigen Trde des einen oder anderen Familienangehörigen führen. Der Sohn des Angeklagten ließ sich am erwähnten Tage in seiner Wut dazu verleiten. daß er die Hand gegen seine Eltern erhob und sie schwer mißhandelte. Der junge Jura ec vergriff sich im Zorn an seiner betag ten Mutter und mißhandelte sie so schwer, daß sie ohnmächtig zusammensank. In dem Augenblick trat der Vater ins Zimmer und hielt noch das Messer in der Hand, mit welchem er eben Brot geschnitten hatte. Als er die Ausschreitungen des Sohnes wahrnahm trat er zu ihm und stellte ihn wegen der Mißhandlung der Mutter zur Rede. Darauf hin erhob der ungeratene Sohn die Hand auch gegen den Vater und versetzte ihm zwei so schwere Faustschläge ins Gesicht, daß der alte Mann zu Boden stürzte. Der Schwager bes' Jungen, Simon Gabrovec, trat da zwischen und versuchte ihn zu beschwichtigen. Aber auch er erhielt zwei Faustschlage ins Inzwischen erhob sich der Vater vom Boden. Der. Sohn trat zu ihm. offenbar um ihm weitere Schläge zu versetzen, stützte jedoch im gleichen Augenblick zu Boden, da ihm der Vater mit dem Brotmesser, das er noch in der Hand hielt, zwei Stiche in den Unterleib versetzt hatte. Die Verletzungen waren so schwer, daß ihnen Johann Jurgec drei Tage später erlag. Den Vorsitz der Hauptverhandlung führte Landesgerichtsrat Zemljič und Votanten waren die Kreisgerichtsrichter Dr. Kotnik und K o l s e k. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Sever, während Rechtsanwalt Dr. 8 t o r als Ex offo-Ver-teidiger fungierte. Auch heute beteuerte der greise Angeklagte, daß er sich nicht recht entsinnen könne, wie es eigentlich zur bedauerlichen Bluttat kommen konnte. Er befand sich nach dem grausamen Vorgehen seines Sohnes in derartiger Aufregung, daß er nicht mehr Herr über seiner Person war. Der Verteidiger Dr. Štor setzte sich in seinem Plädoyer warm dafür ein, die Bluttat, die in der Anklageschrift als Totschlag gewertet war, wenn schon nicht als Z u f a l l, so doch als N o t w e h r zu betrachten, wofür in den Begleitumständen hinreichende Anhaltspunkte zu finden seien. Er beantragte deshalb den Freispruch des Angeklagten. Nach kurzer Beratung des Gerichtshofes verkündete der Vorsitzende sodann das Urteil, wonach Jurgec von der Anklage freigesprochen wurde. Der Angeklagte, der den besten Eindruck machte, nahm das Urteil mit sichtlicher Genugtuung entgegen. m. Bürgermeister Dr. Juvan kehrt dieser Tage von seinem Jahresurlaub zurück und wird am Montag, den 22., d. die Agenden wieder übernehmen. m. Dr. Povalej — Ehrenbürger von Sv. Jurij bei Celje. Die Gemeinde von Sv. Ju-rij ernannte dieser Tage den Finanzdirektor in Ljubljana und ehemaligen Chef der Finanzbehörde in Maribor Herrn Dr. P o-v a l e j zum Ehrenbürger. Dr. Povalej erwarb sich bekanntlich für die Gemeinde Sv. Jurij große Verdienste. m. Schauturnen des Sokol 1. Der Sokol 1 (Magdalenenviertel) veranstaltet Sonntag, den 21. d. M. nachmittags ein großes Schauturnen, bei dem auch das Militär Mitwirken wird. m. Straßensperre. Das städtische Bauamt teilt mit, daß der Gehsteig zwischen der Samostanska und Koroščeva ulica in der Zeit vom 20. bis 30. ds wegen Regulierungsarbeiten gesperrt bleibt. m. Eine hygienische Ausstellung veranstaltete vergangene Woche das hiesige Gesundheitsheim in Sv. Lovrenc am Bachern. Die Ausstellung, in deren Rahmen auch meč cere Vorträge gehalten wurden, erfreute sich eines regen Besuches seitens der dortigen Bevölkerung. m. Schülerkonzert Frisch. In unserem ersten diesbezüglichen Bericht ist ein Irrtum unterlaufen. Das Schülerkonzert, welches Prof. Hermann F r i s ch im kleinen Saale der „Union"-Brauerei veranstaltet, findet nicht Donnerstag, sondern Freitag, den 19. Juni um 8 Uhr abends statt. Nachzutragen wäre noch, daß sich unter den auftretenden Schülern außer den bereits Genannten auch noch Mitzi Klasinc (Pragersko) befindet. Karten bei H ö f e r, Ulica 10. oktobra. m. Fremdenverkehr. Im Laufe der ersten Junihälfte wurden beim hiesigen Meldeamt 1021 Personen, darunter 309 Ausländer, angemeldet. m. Billiges Fleisch. Am Donnerstag, den 18. d. um 7 Uhr morgens gelangt am Stand platz bei der städtischen . Schlachthalle eine größere Menge von Rindfleisch zu 7 Dinar pro Kilogramm zum Verkauf. Das Fleisch toirb im Höchstausmaß bis zu 2 Kilogramm abgegeben. m. Von einem Stier attackiert wurde der 60jährige Besitzer Vinzenz K r a m e r in Radenci, Der Mann erlitt hiebei schwere Verletzungen am Unterkiefer. m Die Artillerie-iUnteraffiziersschule in ^uprija nimmt für das heurige Jahr 150 Jünglinge im Alter von 17 bis 21 Jahren auf. Näheres teilt das städtische Militäramt mit. m. Fabriksschlotsprengung. Der 50 Meter hohe Schlot der ehemaligen Ziegelei des Baumeisters Glaser wird morgen, Donnerstag, zwischen 17 und 18 Uhr gesprengt werden. Die Ziegelei befindet sich hinter dem „Mellingerhof" in Melje. Wunder des Waschens! Wasche nur mit Waschkompressor! Es gibt keinen Waschtag mehr, sondern nur Waschstun- den! In 5 Minuten ist die Wäsche rein gewaschen und schneeweiß. Vorführungen: Montag, Dienstag und Mittwoch um 16 Uhr. Alleinverkauf: Jos. Govediö, Maribor, Prešernova ulica 19. 6311 m. Großer Taschendiebstahl. Der Gendarmeriewachtmeistersgattin Franziska R o-d o 8 e k aus Ruse kam am Hauptplatz eine Handtasche mit einem Geldbetrag von 1600 Dinar abhanden. Vom frechen Langfinger fehlt einstweilen jede Spur. m. Karambol. Auf der Straße unweit von Radvanje stieß ein Kraftwagen in den Wagen des Besitzers Franz P r i st o v-n i k. Das Pferd wurde Hiebet so arg in Mitleidenschaft gezogen, daß es mit gebrochenen Beinen zusammenbrach. m. Auf der Straße zusammengebrochen. Der beim Stadtverschönerungsverein beschäftigte Gärtner Branko Pirc wurde gestern abends am Grajski trg von heftigem Unwohlsein befallen, so daß er bewußtlos zusammenbrach. m. Im Schlafe bestohlen. Der Besitzer Anton Majhenič aus Cirknioa verbrachte gestern in der Stadt einige fröhliche Stunden. Als er gerade in der besten Stimmung war, wurde er vom Schlaf derart übermannt, daß er sich in der Splavarska ulica schlafen legte. Als er wieder erwachte, war die wohlgefüllte Brieftasche verschwunden. Des Diebstahls wird eine Frauensperson bezichtigt, die sich längere Zeit mit dem biederen Landwirt unterhielt. m. Wetterbericht vom 17. Juni 8 Uhr: Luftdruck 740, Feuchtigkeitsmesser —4, Barometerstand 736, Temperatur +26, Windrichtung NW., Bewölkung teilweise, Niederschlag 0, Umgebung Nebel. m. Nächtlicher Einbruch. In der vergangenen Nacht wurde in die Winzerei der Familie P ö l z l in Košati von einem unbekannten Täter eingebrochen. Der Schaden ist bedeutend, da zahlreiche Kleidungsstücke „wtcrrvoret ^eirung' atttrmmet >ov. welche im vierhändigen Spiel eine bei Schülern seltene Einfühlung in den Gehalt des Musikstückes bekundeten. Kanič Lfzila brachte, begleitet von Turšič Ivan, Leclni-re„ „Presto" für Violine und Klavier, Mayerhofer Elfriede Medelssohns Auch an heißen Tagen gepflegtes Haar! Ji e Dazu verhilft Elida Shampoo. Es reinigt gründlich .. . macht das Haar seidig locker und *2$ V) ^ wirkt wunderbar erfrischend 1 Jede Woche einmal Kopfwäschen mit ELIDA SHAMPOO und Eßwaren abhanden kamen. Der Täter konnte von mehreren Leuten gesehen werden. * Hagelschläge und Brandkatastrophen sind in letzter Zeit an der Tagesordnung. Wer sein Heim, Kulturen usw. vor dieser Gefahr schützen will, möge sich unverzüglich mit einer Karte an den hiesigen Generalversicherungsvertreter Herrn Franjo ž e b o t, Loška ulica 10, wenden. * Neroenleidenden und Gemütskranken schafft das überaus milde, natürliche „Franz-Ioses". Bitterwasser regelmäßigen Stuhlgang, gute Ber dauung und erhöhte Eßlust Nach Erfahrungen berühmter Nervenärzte ist der Gebrauch des Franz-Josef-Wassers auch bei Erkrankungen des Gehirns und des Rückenmarks aufs angelegentlichste zu empfehlen. Die GchMßausführungen unserer „Glasbena Malica" Zweiter Tag. Außer der Gesangklasse des Herrn Prof. Schweiger, welche mit einem neuen Programm anfwartete und des Celloensembles wurde ein Zweig musikalischer Hilfswissenschaften „rhythmische Uebungen", der bisher viel p wenig Beachtung und Pflege fand, vorgeführt. Fräulein Maria Raboti a, leitete die Uebungen, die nicht nur Heiterkeit erwecktest, sondern auch den Ernst, mit welchem sie betrieben werden und den Wert, welcher ihnen als Glied der musikalischen Ausbildung zukommt, durchleuchten ließen. Die Rhythmik ist die Grundlage der Musik,. ja auf ihr ist alles, was wir heute unter Musik verstehen, aufgebaut. Es ist daher nur naheliegend, daß man ihr ein ganz spezielles Interesse entgegenbringt und eigen! lich unverständlich, daß man sie in früherer Zeit nur so nebenbei den Schülern beibrachte und mit ihr die technische Ausbildung belastete. Die rhythmischen Uebungen erweisen sich als notwendige Ergänzung des Musikunterrichtes und ersparen den Musiklehrer viel Arbeit. Einzelvorträge gaben zum Besten aus den Klavierklassen der Frau Liza S e rajnik: Debevec Roman, Peteln Maria, Škofič Milko, Perkič Irma, Končan Sotli und Srkošek Vlasta; des Fräulein Maria Radova: Peitler Vera und Rems Eteltrude; des Fräu lein Maria Finžgar: Osojnik Nada und Skrem Mira; des Herrn Prof. Schweiger Sonne Gerlinda, Schweiger Lotti und Kutin Danica. Recht gut gefallen haben auch die Biolintiorträge des Pinič Stefan, Korošak Josip, Neralič Tomislav (Klasse Fr. S e-rajnik), dann Prelog Anica (Klasse Direktor Hladek) und schließlich ein Streichensemble für Violinen (Weinwurms „Rondo"). Dritter Tag. Während die beiden ersten Vortragsabende den Anfängern zur Verfügung standen, konnte man am dritten Abend schon einen konzertanten Einschlag deutlich fühlen. Die Leistungen wurden abgerundeter, von einzelnen Schülern bereits individuell gefärbt. Talente sah man im Kristallisationsprozeß, dessen Ausgang sich bereits aus der Güte der Darbietung ahnen ließ. Den Vortrag der Solisten eröffnete P e-t r i č Jelisava am Klavier. Der von ihm vorgetragenen Serenade wäre ein leichter Anschlag wohler bekommen. Gut war S l a-v e c, welche die Stimmung in Floridias „Madrigal" recht' nett zum Ausdruck zu bringen wußte. Zwei Talente lern tem' wir in š £ o t i č Marijan und Milko kennen. „Jagdlied" zum Bortrag. Talent bewies auch S i k o s e k Rajko, welcher ein guter Geiger zu werden verspricht. Ausnehmend gut spielte Škofič Marijan Skalickis „Večerni mir" und „Polka". Auch Lea und Hilde S ch a u bach brachten drei Rhein-goldsche Kompositionen sein säuberlich. und korrekt zu Gehör. Aufmerksamkeit erregte Bazzanella Walter, welchen Schaubach Hilde mit gutem Verständnis am Klavier begleitete, durch den Vortrag eines Teiles aus Rodes Konzert E-moll. Geläufigeit paart sich bei ihm mit gutem Strich und ermöglichte eine abgerundete Leistung. Gewissenhaft wurde auch Schuberts Ballettmusik" aus „Rosamunde" von L a ck n e r Helene vorgetragen. Das Tempo entbehrte allerdings des leichten fließenden Schwunges. Abgeschlossen wurde der Abend mit einer sehr beachtenswerten Leistung des Schülerstreichorchesters. Gegeben wurde die herrliche D-dur Serenade von Robert F u ch s. 10 Geiger, 4 Bratschen, 4 Cellos saßen hinter den Pulten. Am Dirigentenpodium stand Direktor Hladek als Leiter dieser En-senbleklasse. Der Vortrag war in dynamischer und rhythmischer Beziehung auf ganz beachtenswerter Höhe. Direktor Hladek wußte seine musikalisch vornehme und stilistisch vollendete Auffassung selbst den schwäch sten Spielern beizubringen und sie mitzu. reißen. Man spürte daher echt künstlerischen Schwung und sah sich in ein regelrechte; Konzert versetzt. Das Streichorchester hat be wiesen, daß es als Grundstock für ein grö-res Symphonieorchester in Betracht käme. Dr. B. 1 (Fortsetzung folgt). Aus Vtuj P. Eine Mutter von vier Kindern vom Blitz getötet. Während des Unwetters am vergangenen Freitag schlug in Sp. Breg ein Blitz in das Haus des in den Staats« bahnwerkstätten beschäftigten Tischlers V alentin ein. Die Gattin des Tischlers, die gerade am Herd stand, wurde zum En:-setzen ihrer vier kleinen Kinder zu Boden geschleudert, wo sie regungslos liegen blieb. Trotz sofortiger Hilfeleistung im Krankenhaus gab die arme Mutter bald darauf ihren Geist auf. p. Wegen der schlechten Frequenz mußte die Autobuslinie Ptuj—Ljutomer dieser Tage aufgelassen werden. Der Autobus wird einstweilen noch bis Sv. Tomaž— Savci verkehren. P. Der Stadtverschönerungsverein hält am Samstag abends seine diesjährige Hauptversammlung ab. P. Regelung der Obstausfuhr, Die Obst. ausfuhr ins Ausland wurde nun dahin ge-geregelt, daß das Obst vor dem Transport von einem Obstbauinspektor bezw. Referenten besichtigt werden muß. P. Sportliches. Die wieder ins Leben ge» rufene Mannschaft des Sportklubs „Ptuj" trug vergangenen Sonntag ein Trainingsspiel gegen den Mariborer Sportklub „Jadran" aus. Die heimische Mannschaft konnte die im letzten Spiel gegen „Rapid" gezeigte Form nicht ganz erreichen und mußte sich mit 1:2 knapp geschlagen geben. Das Spiel erhielt erst in der zweiten Hälfte mehr Tem Po, in welchem Abschnitt die he:mischen Spieler so manche schöne Aktion vorführten, doch verfehlten die zahlreichen Schüsse immer wieder das Ziel. Zur vollsten Zufrieden heit leitete Schiedsrichter O m u l e tz den fairen Kampj, Wirtschaftliche Rundschau Kapital. Zinsfuß und Anleihen Die wachsende Unsicherheit im Wirtschafts leben Mitteleuropas, die immer nach irgend einem Ereignis der breiten Masse der Bevölkerung zum Bewußtsein kommt, hat zu einer neuerlichen Abwanderung von Kapitalien nach der Schweiz geführt. Die Schweiz hat diesem Geldzustrcm mit sehr ge-Mischten Gefühlen entgegengesehen und plötz lich verlaütbart, daß sie für die neuen Einlagen keine Zinsenvergütung mehr zu leisten vermag. Die Käpitalseinlage sinkt also zu einem Depot hinab, sie trägt nicht mehr Früchte. Diese Tatsache, daß die Schweiz keineZinsen mehr zahlen will, läßt die Divergenz zwischen diesem Staate und den Ländern mit sehr hohen Zinssätzen noch stärker hervortreten, als es ohnedies schon bisher der Fall war. Allerdings hat die Schweiz auch vorher nur etwa 1% Prozente gezahlt, also nicht übermäßig viel. Es gibt in Europa Staaten, die an ausgesprochenem Kapitalüberfluß leiden, dazu gehören Frankreich, Holland und die Schwerem welchen Ländern der Zinsfuß naturgemäß im andauernden Sinken begriffen ist und sich derzeit bereits auf einem vermutlichen Minimum befindet. Dann gibt es Staaten mW Kapitalsmangel, hiezu gehören fast alle mitteleuropäischen Staaten. Hier sind die Zinssätze höher, halben fast durchwegs steigende Tendenz. Neben diesen beiden Gruppen gibt es aber auch Staaten, in denen hauptsächlich durch die Agrarkrise eine Verarmung der Bevölkerung (Landbevölkerung) eingetreten ist, sozusagen ein Güterschwund durch die Entwertung der Produkte auf dem Weltmarkt. In diesen Ländern bewegt sich der Zinsfuß fast überhaupt nicht mehr, er hat seine Höhe erklommen und scheint dort stabil bleiben zu wollen. Zu diesen Ländern gehören so ziemlich alle osteuropäischen Staaten, in erster Linie Polen und Rumänien. Jeder wird mit Recht meinen, daß ein solches Bild nur einen Augenblick lang bestehen kann, denn das Kapital ist doch beweglich und nichts ist natürlicher, als daß ein Ausgleich geschaffen. wird, daß das Kapital in die Länder mit hohem Zinsfuß abfließt und zwar so lange, bis der allmählich sinkende Zinssatz die Höhe des Zinsfußes im anderen Lande erreicht hat, also der Ausgleich geschaffen wurde. Dies ist aber nicht der Fall, dieser Gedankengang erweist sich als eine rein theoretische Erwägung. Ter Grund liegt im Mißtrauen und in der Furcht vor Investition, kurz in der Vertrauenskrise, die heute die meisten europäischen Staaten, soweit sie als Kapitalabnehmer in Betracht kommen, heimsucht. Es gibt eine wirtschaftliche.und eine politische Erschütte- rung des Vertrauens, wobei naturgemäß stets beide Momente ausschlaggebend sind, es kommt nur darauf an, welches überwiegt. Es hat sich gezeigt, daß der Schrecken, den politische Momente verbreiten, stärker und insbesondere nachhaltiger wirkt, als der wirtschaftlicher Zustände. Das Kapital haßt jegliche Unruhe, jede Bewegung, die Ueber-raschungen zu bringen vermag und Unübersichtlichkeit schafft, jedes politische Extrem, ganz gleichgültig welcher Tendenz. Ausnahmslos kann man diese Erscheinung in der Geschichte aller Staaten verfolgen. Der Erhaltungswille des Kapitals ist derzeit so groß, daß selbst gewinnbringende Anlage hoher Zinssätze keine Lockung darstellt, man stürzt sich vielmehr auf sichere Anlagen, die dann sehr gefragt werden und zusehender-maßen immer weniger abwerfen. Es fehlt demnach in Europa nicht an Kapital, sondern an Vertrauen, die Kapitalien schlummern unverwertet oder nur ganz mangelhaft verwertet in den Tresors einiger weniger kapitalsstarker Staaten und man wagt sich damit nicht heraus, obgleich steigende Diskontsätze locken. Diese kurze Darlegung zeichnet in Kürze die gegenwärtige Kapitalskonstellation in Europa mit ihrem scheinbar unverständlichen Zwiespalt. Es ist aber auch interessant, die Kapitalsbewegung im großen zu betrach ten, also die Staatsanleihen. Die in letzter Zeit untergebrachten drei Anleihen dreier Nachfolgestaaten, Rumänien, Polen und Jugoslawien, geben dazu die Möglichkeit. Sie ermöglichen einerseits die Betrachtung der Konditionen, die von den An-leihewerbern verlangt werden und andererseits auch den Vergleich untereinander, über die Bedingungen in den einzelnen Anleihemissionen. Man darf natürlich nicht den offiziellen Zinssatz nehmen, denn dieser besagt noch recht wenig, sondern die dem Staate, als Aufnehmer der Anleihe, tatsächlich zur Last fallenden Beträge. Wenn wir nun die drei Anleihen nach der Reihenfolge im Sinne der tatsächlichen Nettobelastung betrachten, dann hat R u m ä n i e n für die Anleihe 7%% zahlen müssen, Emissionskurs 56%, Bankenprovision, machen zusammen eine tat sächliche Nettobelastung von 1 0 Prozent aus. Die genauen Konditionen der polnischen Eisenbahnanleihe sind zwar noch nicht allgemein bekannt, doch sollen nach einer gelegentlichen Publikation der polnischen Regierung die Lasten 9 Prozent entsprechen. Die Anleihe, die Jugoslawien ausgenommen hat, entspricht bei Be rücksichtigung von Zinsfuß, Emissionskurs u. Bankenprovision einer Nettolast von nicht ganz 8% Prozent. Die jugoslawische Anleihe konnte demnach zu den günstigsten Bedingungen untergebracht werden. Alle drei Anleihen sind von Frankreich aus herausgebracht worden, ist doch dieser Staat der Ban kier des Kontinents geworden; in allen drei vorliegenden Fällen sind naturgemäß auch politische Momente in die Wagschale gefallen, denn an allen drei Staaten zeigt Frank reich lebhafte Jnteressennahme. Der Vollständigkeit halber sei aber erwähnt. daß in letzter Zeit auch seitens der Tschechoslowakei eine Anleihe über öO Millionen Dollar ausgenommen wurde, die zu günstigeren Bedingungen perfektuiert werden konnte, denn die Gesamtbelastung beträgt für die Tschechoslowakei weniger als 7 Prozent. Die ZwiespMigkeit der Kapitalsverteilung auf dem europäischen Kontinent, die Unausgeglichenheit der Kapitalsfülle und Nachfrage entspricht der allgemeinen Störung der gesamten Wirtschaft, vestärkt durch zwei Momente, die man dem Kapital nicht nur übelnehmen kann, sondern eigentlich wünschen müßte, daß sie immer beherzigt werden: Vorsicht und Abneigung gegen politische Experimente. Dr. H. ff. Die Goldreserven der Welt vor der Erschöpfung „Die Goldreserven der Welt werden bald erschöpft sein", behauptet der schwedisch-amerikanische Nationalökonom Prof. Waldemar Lindgren. „Bereits in 20 Jahren wird sich ein schwerer G nrgel fühl bar machen. Die südafrikanische Goldproduktion ging seit 1915 von 100 Millionen Dollar jährlich auf nur 40 Millionen zurück. Die einzige Hoffnung ist, daß Kanadas Goldausbeute gesteigert wird, und daß neue ausgiebige Goldfelder in anderen Weltteilen entdeckt werden. Diese letzte Hoffnung ist aber verschwindend klein." Sollten sich Lindgrens Befürchtungen erfüllen, so würde das Schwinden der Goldreserven nicht nur die Notwendigkeit ergeben, Taschenuhren und Trauringe aus einem anderen Metall zu verfertigen, sondern eine vollkommene Umgestaltung der Weltwirtschaft bedeuten. Heute schon führen manche Wirtschaftler und Gelehrte die schwere Wirtschaftsnot unserer Zeit auf die Steigerung des Goldwertes zurück, die ihrerseits in dem wachsenden Rückgang der Produktion des gelben Metalls ihre Erklärung findet. Wenn dieser Prozeß der Goldverknappung tatsäch lich fortschreitet, so werden die Menschen nicht umhin können, sich an Stelle des Goldes ein neues Wertmaß zu suchen. X Heu- und Strohmarkt. Maribor, 17. Juni. Die Zufuhren beliefen sich auf 10 Wagen Heu und 6 Wagen Stroh. Heu wurde zu 70—95 und Stroh zu 55—60 Dinar per 100 Kilogramm, Stroh auch zu 1.50 Dinar per Garbe gehandelt. X Handelsvertragsverhandlungen in Mitteleuropa. Der ungarische Ministerpräsident Graf B e t h l e n hielt in Debreczin eine Programmrede, in der er ausführte, daß Ungarn angesichts des Scheiterns der Londoner Wirtschaftskonferenz u. angesichts der langen Wartezeit bis zur Verwirklichung des Präserenzsystems den Absatz seines Exportüberschusses durch Regionalver-träge anstrebe. Der Abschluß solcher Wirtschaftsverträge mit Oesterreich und Italien stehe bevor. Die Laufzeit betrage ein Jahr. Es sei zu hoffen, daß es gelingen werde, diese Uebereinkommen durch solche mit der Tschechoslowakei und Deutschland zu ergänzen. Die Bukarester Blätter kündigen die bevorstehende Wiederaufnahme der Handels-Vertragsverhandlungen zwischen Rumänien und Oesterreich an, die unabhängig von den Verhandlungen mit Deutschland geführt würden. Als Grundlage würden die früheren Verhandlungen dienen, die wegen des österreichisch-deutschen Zollabkommens unterbrochen wurdenl Die rumänische Delegation ist bereits ernannt worden. Radio Donnerstag, den 18. Juni. L jubl j a n a 12.15 bis 13 Uhr: 3ie« produzierte Musik. — 18: Konzert. — 20.30 Bach-Orgelkonzert. — 22: Uebertragung aus Bled. — Beograd 22.50: Bala-laikakonzert. — Wien 21: Grazer Fest, spiele. — 22.15: Abendkonzert. — Mähr. O st r a u 18.10: Schallplättenmusi!. — Mühlacker 22.20: Kammermusik. — 22.50: Tanzmusik. — Toulouse 20.25: Opernarien. — 21: Konzert. — 23.45: Symphonieorchester. — Bukarest 20.30 Klassische Musik. — 21.15: Humperdincks „.Hansel und Gretel". — 3t o m 21: Klassisches Konzert. — Prag 22.35: Schallplattenkonzert. — Warschau 22.20: Populäres Konzert. — 23: Tanzmusik. — D a v ent r y 19.45: Militärkcnzert. — 22.50: Tanzmusik. Kino Burg-Tonkino: Noch bis Mittwoch „Di» blonde Nachtigall", eine liebliche 100% ige deutsche Sprech- und Tonfilmoperette. Donnerstag „Das Flötenkonzert von Sanssouci". Union-Tonkino: Bis einschließlich Donnerstag der Großtonfilm „Atlantik" mit Fritz K o r t n e r und Willy F o r st. Unterstützet die flntituberkulosenliga Harald Bemkovens blondes Modell Roman van Gert Rothberg. Copyright by Marita Feachtwanger, Halle a. d. Saale. 56. Fortsetzung. Die wundervolle Schönheit des jungen Weibes dort, vom schwarzen, seidenen Mantel zur Hälfte verdeckt, wehte diesen glücklichen Frieden zu ihm herüber. Rastlos arbeitete Bernkoven. Und die MaSke stand wie aus Stein gemeißelt! Endlich besann sich Bernkoven; er dachte daran, daß er Uebermenschliches verlangte. „Es ist genug. Wollen wir eine Pause einschieben, oder möchten Sie lieber nach Haufe;, gnädiges Fräulein?" „Ich möchte doch lieber nach Hause." Kaum vernehmlich klang es. Er verbeugte sich tief. „Sie haben zu bestimmen, gnädiges Fräu lein". Und er stellte die Wand zurecht. Ws sie dahinter verschwunden war, klingelte er dem Diener. „Bringen Sie etwas frisches Teegebäck und eilte Karaffe Süßwein." Jean verschwand. Draußen grinste er, und in der Küche berichtete er, daß sich wieder etwas anbandle da drinnen. Prof. Bernkoven bat die schlanke Frau: „Würden Sie mir die Ehre erweisen, noch eine kleine Erfrischung zu sich zu nehmen?" Der Mund, von der Maske unbedeckt, zuckte. Bernkoven dachte: Welch eine Aehn-lichkeit in allem mit Rea Alfen. Doch diese hier ist bestimmt eine junge Frau, trotzdem sie sich von mir mit Fräulein ansprechen läßt. Sie ist von entzückender, frauenhafter Schönheit, aber Rea war kindlicher, unentwickelter ;dennoch liebte ich sie wie nichts anderes auf der Welt. Die Dame sagte: „Ein Glas Wein, bitte. Ich bin durstig geworden." In 'der kleinen. lauschigen Ecke saßen sie sich dann gegenüber. Kurze Zeit, aber diese kurze Zent genügte, um Bernkoven dieFrage auf werfen zu lassen: Wer ist diese Frau?! Ein leises Interesse, nein, ein Verlangen war schon da, das Gesicht der blonden Frau zu sehen, die seiner Rea so ähnlich war. Ein paar knappe Worte, dann stand die Dame auf. Draußen im Flur hüllte er sie selbst in 'den von Jean bereitgehaltenen Mantel. Mit einer tiefen Verbeugung schied er von ihr, die schnell und leichtfüßig den Gartenweg hinunterschritt. Drüben wartete Guido Treibers Auto. * ©6? kam täglich! Die Freunde Bernkovens, die leichtsinni- gen Freunde, fanden stets verschlossene Türen, wenn alles Telephonieren nichts half, und sie selbst kamen,, um Bernkoven zu irgendeiner fidelen Sache mitzuschleppen. Sie schüttelten verwundert die Köpfe, sahen sich vielsagend an, und irgendwer meinte: „Ueberschnappt oder hahaha!" Und sie lachten fröhlich. Bernkoven, der Draufgänger, der kam wieder in ihren fröhlichen Kreis. Gar nicht so sehr lange würde das dauern. Bernkoven aber dachte vorläufig nicht daran. Er arbeitete mit vollster Hingabe an seinem Gemälde, und ein tiefes, seliges Freuen war in ihm: Das Bild wurde etwas! Er hatte also nur den Glauben an sich selbst verloren gehabt! Denn et konnte noch etwas! Seine Kunst, seine geliebte Kunst hatte ihn noch nicht ganz verlassen. Dieses Bewußtsein hob ihn über alles Leid hinweg. Nun wollte er wieder arbeiten — unentwegt! Einmal rief er Treber an. „Ich danke dir, Treber. Vielmehr, ich kann dir nie genug danken Dir und deiner liebenswürdigen Gemahlin. Ich fange