Niimmmtim-greift: 5* t Laibach: ®ansjü»tio . . . » fl. 40 ft. Halbjährig . . . 4 „ 20 , BicrMjabtig. . . 2 „ 10 „ Monalli» . . — „ 76 „ M i t der Post: Ganzjährig . . . 11 fl. — fr. Holdjährig . . . ä „ M „ »iwltljähtij. . 1 „ 7S „ 8flt Zuftellrng iiiä Hau« »iertcl-jährig M ft„ monatlich 8 fr. ttinjciiK »lummem * ft. Laibache Tagblatt. Anonime Mitlheilungen werden nicht berücksichtig?; Manuskripte nicht zurückgescndet. Rr9*6ti#* Vabubolgassr Dir. 1*0 ÄtlivbiliDii uu6 3n|tr«Ua-(luvrau: »vngtcül.’l.ib Nt. 81 (Buchh»udl«»t »cn 3. e.AT!finmaPt*i>. ®»mbeta>. 3nftrli9Bsprtift: l>ilr Mt einfyaltige t'etitjeile 3 fr Vei Zweimaliger Cinschallunq k 5 fr tveimal 4 7 tr. 3utfvtiurif(umvtt jcbtdmal M tr. Bei größeren Inseraten »nd ufteret Smtchaltwn j entlvrcdirntet Rab»tt. Donnerstag, 21. September 1871. — Morgen: Mauritius. 4. Jahrgang. Nr. 216. Linladung an die Mitglieder des konftitntion. Vereins in Laibach zu der Vereinsversammlung am 22. September 1871 Abends 7 Uhr im Schießstättsaale. Tagesordnung: 1. Diskussion deS Austrittes der Der» sassungStrenen Minorität aus dem kraiuer Landtage. 2. Besprechung der Regierungsvorlagen, betreffend Äcnderung der LaudeSordnung und des Anhanges zu derselben. Vom Ausschüsse. Die neue Wahlordnung. Nie wohl hat eine Regierung mit ihren Vorlagen größeres Mißgeschick befahren, als das ultra-Uberale Ministerium Hohenwart. Wie sehr sie dieselbe» a„ch mit liberalem Flitter behängt, wie schöne Dinge sie auch durch Herrn Schässle's kundige Hand "> ihre Entwürfe hineinspinnen läßt, cs will alles nicht verfangen; so sehr die „Wiener Abendpost" sich muht, nachznweise», die Regierung sei bei ihren Vorlagen über die Abänderung der Landeswahlord-nugtn „nicht von dem einseitigen Standpunkte einer politischen Partei ausgegangen, sondern von dem Standpunkte der allgemeinen Billigkeit," so wenig glaubwürdig wird diese Betheuerung bei einiger Prüfung der neuen Wahlordnungen. Es müßte auch wunderbar zugegangen fein, wen» eine Regierung, die von allem Anfang an, wie zum Hohn ihres Wahrspruches „über den Parteien," ausschließlich nur nationale, klerikale und feudale Verfassungsgegner in ihre Pläne eingeweiht, wenn eine Regierung, die Ieuiü'eton. Ueber Bürgerschulen. Man mag über die neuen Schulgesetze urthei-len, wie man will, das wird jeder zugestehen müssen, daß fit von einem warmen Eifer für Hebung des Jugendunterrichtes beseelt sind, und eine durchgreifende Verbesserung desselben bezwecken. Man mag über die Erreichbarkeit der darin gesteckten Ziele in dieser oder jener Disziplin, in diesem oder jenem Landestheil. in diesem oder den folgenden Jahrzehnten streiten, das steht ohne Zweifel fest, daß sich alles darin geforderte und mehr noch als dies, in Städten, welche eine intelligente und strebsame Bevölkerung haben, wirklich erreichen läßt. Denn man hat nicht Fantome fixirt, sondern an tatsächlich vorhandenes angeknüpft, und was anderwärts sich mit gutem Erfolge durchführen ließ, das muß sich überall durchführen lassen, wo dieselben Vorbedingungen und derselbe rege Wille vorhanden sind. Das so eben gesagte soll sich auf eine Institution beziehen, welche für unser soziales und politisches Leben von der größten Tragweite ist, auf die Bürgerschule. In Deutschland hat man längst das Be- bei den Wahlen ausschließlich den Zweck verfolgte, eine verfassnngsfeindliche Zweidrittelmajorität zusammen zu bringen, eine Wahlordnung zu Stande brächte, die das Prädikat _ „gerecht und billig" verdiente. Wer will es unfern verfassungstreuen Landtagen verdenken, wenn sie an alles und jedes, woran außer deu Ministern nur noch Clam-Martinitz, Thun und Rieger ihre bessernde Hand gelegt, mit entschiedenem Mißtrauen herantreten? Leider zeigt eine eingehende Prüfung, daß in jeder Zeile der neuen Wahlordnungen alles andere als Gerechtigkeit und Billigkeit sich ausprägen, daß diese Entwürfe nicht die Schöpfung einer gerechten, über den Parteien stehenden Regierung, sondern nur ein Machwerk ihrer Einbläser, der Junker und Hochkirchler sein kann, die cs auf tödtliche Schädigung des Bürger-thnmö abgesehen. Sie sind dabei auch auf der richtige» Fährte. Der klerikale Feudalstaat, der ihnen als Ideal vorschwebt, hat kaum einen unversöhnlicheren Feind, als das freie Bürgerthum. Der Slovenenführer Her-inan in der Steiermark ward von der national-klerikalen Partei mit allen Mitteln den Gemeinden um Pettau als Landtagsabgeordneter aufgedrungen, trotzdem er kurz vorher offen die Wiederherstellung des Konkordates und der Patrimoni'algerichte verfochten hatte; Jung- und Altezchen haben für Wiedereinführung der Prügelstrafe und der mittelalterlichen Jagdgesetze gestimmt, als man ihnen die Vergewaltigung des deutschen Bürgerthums durch Sprachenzwangsgesetze in Aussicht gestellt. Slovenen und Ezechen haben sich demnach als willige Elemente für feudale Gelüste erwiesen; ihnen muß die Majorität gesichert werden, sie müssen der Eckstein des Föderalismus werden; darum her mit einer neuen Landtagswahlordnung. dürfniß gehabt, auch denen, welche nicht eine Realschule oder ein Gymnasium durchmachen, eine bessere Schulbildung zu bieten, als dies die allgemeine Volksschule vermag, und selbst in kleineren Städten, welche übrigens durchaus nicht mit schlechten Volksschulen versehen waren, suchte der Biirgerstaud seinen Kindern die Erwerbung umfassenderer Kenntnisse zu ermöglichen durch Gründung höherer Knaben-und Töchterschulen. In Oesterreich haben diese Bürgerschulen jetzt auch Eingang gefunden; in Wien, Graz und gewiß auch in anderen Städten von Bedeutung sind sie gegründet worden, und ohne Zweifel werden sie in einigen Jahren ein allgemein gefühltes Bedürfuiß sein. In unserer lebhaft pulsirenden Zeit werden an den Einzelnen weit größere Anforderungen gestellt, als ehedem. Die gewaltigen Erfindungen unseres Jahrhunderts haben mit mächtigen Armen in das Triebrad unseres Verkehrs eingegriffen, und sie wollen verstanden werden, nicht nur von Männern der Wissenschaft, sondern auch von dem betriebsamen Bürger. Die gute Volksschule erzieht intelligente Arbeiter, aber keine intelligenten Kaufleute, Gewerbs-leute, mit einem Worte B n r g e r. Nehmen wir zu den Anforderungen des sozialen Verkehrs noch das rege politische Leben der Gegenwart, in welcher Es ist ja so wohlfeil, damit noch ein >veni> liberal zu schillern. Wie ungeheuer liberal nimmt es sich nicht ans, wenn man das Erforderniß der Landtäflichkeit beim Großgrundbesitz als ein finsteres Ueberbleibfrl feudaler Zeiten bezeichnen kann, als unwürdig der aufgeklärten Gegenwart! Darum hinweg mit der landtäflichkeit! Leider war man bloS dort so ungeheuer liberal und hob die Landtäflichkeit auf, loo der Großgrundbesitz verfassungstreu wählte; dagegen findet man die Landtäflichkeit in der Ord-nung in Böhmen, Mähren und Nicdertiflerreich, wo angenommen werden konnte, daß er stets feudal bleiben werde. Vorrechte darf es bei einer aufgeklärten Regierung, wie die unsere ist, keine mehr geben; darum hinweg mit dem Vorrechte der Handelskammern in dieser Zeit der Freiheit »nd Gleichheit. Es ist offenbar nur eine boshafte Verleumdung nichtsnutziger Preßjnden, wenn behauptet wird, die Handelskammern seien ihres Wahlrechtes verlustig geworden, weil sie fast immer liberal und verfassungstreu gewählt, weil sie des Glaubens waren, durch freisinnige Abgeordnete am besten die Interessen des besitzenden und gewerbetreibenden Bürger-thninS auch in den Ländern mit gemischter Bevölkerung schützen zu können, das ist, wie gesagt, reine Verleumdung; versichert doch die „Wiener Abend' post" auf Treu und Glauben, der Handelsstand sei seinem Wesen nach kosmopolitisch, habe aber bisher daS nationale Interesse zu sehr in den Vordergrund treten lassen — die kindische Alte wollte damit eigentlich sagen, der Handelsstand habe bisher leider meist deutsch und verfassungstreu gewählt, darum hinweg mit ihm. Ein weiteres, nur aus finsteren Zeiten her-rührendes Neberbleibsel sind die Virilstimmen, gerade dem Bürgerstande die größte und wichtigste Aufgabe zu Theil geworden ist, aber auch mit Recht gefordert wird, daß er diese seine Aufgabe begreif«, so bedarf eS wohl keiner umschweifenden Beweisführung, daß eine Höherstellung der allgemeinen Bildung ein unbedingtes Erforderniß unserer Zeit ist. Diese bezweckt aber gerade die Bürgerschule für den Bürgerstand, und zunächst sind selbstverständlich bei Gründung derselben die Knaben ins Auge zu fassen. Was soll sic nun leisten, diese Schule? In den ersten 4 Klassen, welche die Kinder vom 6. bis 10. Jahre besuchen, soll nach Ansicht des Verfassers dieser Zeilen das Ausmaß des gewöhnlichen Unterrichtes nicht viel überschritten werden; denn es muß unbedingt Rücksicht darauf genommen werden, daß hier ein gewisser Abschluß stattsindet für die Knaben, welche in eine Mittelschule übergehen wollen, um sich dem Studium zu widmen. Dennoch unterliegt es keinem Zweifel, daß trotzdem alles gründlicher und gediegener gelehrt werden kann und muß, als in einer Volksschule, da die Klassen nicht so zahlreich und dabei überwiegend von Kindern aus dem gebildeten Mittelstände besucht sein werden. Hier ist vor allen Dingen Werth zu legen aus einen gediegenen Sprachunterricht, sowie auf Erweiterung des Wis- oder bic dem einzelnen Stande als solchem znstehen den Stimmen in der Landesvertretung; darum hinweg mit den Pirilstinnncii der Universitätsrektoren aus den Wahlordnungen! ist man doch nicht immer in der Lage, einen tlieologiao professpv als Rektor zu haben; doch beileibe nicht gerührt an die Biril-stimmen der Bischöfe! an ihnen hat man ja ganz sichere Gegner der Verfassung und der freiheitlichen Entwicklung derselben. Nach solchen Proben echten, in der Wolle gefärbten Liberalismus, scheint es fast unmöglich, daß man sich noch darin uberbieten könne. Doch weit gefehlt, nun beginnt erst Dr. Schäffle's Weizen zu blühen. „Selbst und unmittelbar übe der Staatsbürger sein wichtigstes politisches Recht aus, das der # Wahl." Nach diesem Grundsatz kann doch das Institut der Wahlmänner in den Landgemeinden unmöglich fortbestehen, es könnten ja dadurch dennoch mitunter intelligente, selbständige Männer mit der Stimmenabgabe betraut werden. Die unselbständige, unter klerikalem Hochdrucke stehende Masse der Wähler soll selbst heran an die Urne. Ferner sieht cs ja ungeheuer liberal aus, wenn die Wahlordnung ausgebaut wird auf „breitester Grundlage." Geschwind den Zensus auf 5 fl. herabgesetzt in den Landgemeinden! Das ist beim durchschnittlichen Bildungsstande unserer Landgemeinde» ja das bequemste Mittel, vermittelst der gedankenlosen Stimmmaschinen der ultramontan-feudalen Querköpfigkeit dauernd die Majorität zu verschaffen und den geistig mündigen Theil der Bevölkerung mundtodt zu machen. Und wenn sich auch einmal eine vernünftige Maßregel, wie die geheime Abstimmung vermittelst Stimmzetteln in dieses Machwerk verirrt, so wird sie gleich wieder durch einen Zusatz oder durch eine Unterlassung lahmgelegt. Warum z. B. erklärt sie nur Stimmzettel mit dem Amtssiegel für zulässig? warum hat die Regierung das Wahlrecht nicht wenigstens an die Bedingung geknüpft, daß die Wähler, auch die Fünfguldenmänner! lesen und schreiben können müssen? Wenn sie öffentliche Lehrer und Beamte von der Wählbarkeit ausschließt, um sie nicht ihrem Berufe zu entziehen und weil sie dem Kampfe der politischen Parteien fern bleiben sollen, warum gestattet sie den katholisch-politischen Kafino'ö und den Geistlichen die unbeschränkteste Wühlerei gerade in Hinsicht auf die Wahlen? Ist der Beruf der Geistlichkeit ein minder ernster? Sind die leidenschaftlichen politischen Parteikämpfe für die Männer des Friedens und der selbstlosen Nächstenliebe minder anstößig? Und wie steht es erst mit dem fast unbeschränkten Einfluß der politischen Behörden auf die Zusammensetzung der Wahlkommissionen und Wählerlisten? Wie steht es mit dem Recht des Statthalters, die Wahlorte auf fens durch Anschauung, besonders tut Gebiete der Naturbeschreibung. In der 3. Klasse kann das Zeichnen begonnen werden, der Unterricht in der Geografie seinen Anfang nehmen und die Erzählung der alten griechischen und germanischen Sagen in den Geschichtsunterricht einführen. Mit der 5. Klasse beginne dann die gründliche Weiterführung und höhere Ausbildung der Schüler, welche in sätmntlichen für das praktische Leben nöthi-gen Unterrichtszweigen bis zu ihrem 14. Lebensjahre sich ein übersichtliches Wissen aneignen sollen. Im Sprachunterricht ist die Satz- und Jnterpunktionslehre genau und vollständig durchzunehmen, die Aufsatzthemen steigen auf zu Schilderungen und Reflexionen; die Geschichte schließt die Literatur in sich ein, Geometrie und geometrisches Zeichnen beginnen, der arithmetische Unterricht führt bis zur einfachen Buchhaltung, Fysik und Chemie öffnen ihre reichen Schätze, die Naturbeschreibung führt ein in die Mannigfaltigkeit der Formen, in den wunderbaren Bau des menschlichen Körpers, in die Lehren von seiner Erhaltung und Pflege; und endlich finde diese Ausbildung ihren Abschluß durch die Erlernung der Kultursprachen der Gegenwart. Geschieht diese Ausbildung in rechter Art und Weise, so darf zudem eines nicht unterschätzt wer- den! Lande nach Belieben zu bestimmen? Kurz und gut, wohin man blickt, man entdeckt nirgends den Standpunkt der gerühmten Gerechtigkeit und allgemeinen Billigkeit, wohl aber durchgehend« echt jesuitische Prinzipien, durchgehende das Streben, in jenen Wahlgruppen und Ländern, in denen bisher liberal gewählt wurde, Aenderuugen, und zwar ausschließlich zu Gunsten der Rückschrittspartei anzubringen. Dadurch ist der Verfassungspartei such ihre Haltung gegenüber dieser Vorlage vorgezeichnet. Wo sie die Majorität hat, wird sie die Vorlage in Bausch und Bogen verwerfen und sich ein freisinniges Wahlgesetz schaffen: wo sic in der Minorität ist, darf sie sich an dem Zustandekommen eines solchen Gesetzes nicht beteiligen. Politische Rundschau. Laibach, 21. September. Inland. „Die deutsche Partei wird durch ihre Tiraden und Demonstrationen in einigen großen Städten, als Wien, Brünn und Linz Krawalle hervorrufen, um auf diese Weise eine verwerfliche Pression auszuüben. Das Manöver könnte wohl geliiv gen, denn der Pöbel ist verarmt, entchristlicht und aufgehetzt. Darum fei die Bourgeoisie rechtzeitig gewarnt. Im Interesse der öffentlichen Sicherheit ist eö angezeigt, daß jeder Putsch sofort und mit eiserner Strenge unterdrückt werde. In Wien befinden sich derzeit lauter sehr verläßliche Regimenter aus Galizien, der Slvvakei und Kroatien und eine respektable Anzahl Stockdegen ist zur Zeit bereits konfiszirt worden. In jedem Falle wird der Säbel feine Pflicht thuit." Diese an Haynau, Windisch-grätz und Murawiew erinnernde Sprache führt gegenwärtig ' ein Wiener Blatt, dessen Patrone, die Elam und Thun, in den innigsten Beziehungen zur Ausgleichsregieruug stehen. Man sieht, die Herren können sich in ihrer ohnmächtigen Wuth darob, daß ihnen die Haltung des deutschen Volkes einen Strich durch die Rechnung gemacht, schon nicht mehr fassen; und dazu halten sich diese Deutschen so streng innerhalb der gesetzlichen Schranken, daß man ihnen nicht beikommen kann! Also muß eö die Denunziation thu» ; man schreit in die Welt hinaus, die Deutschen werden nächstens die Republik ausrufeu, blutige Tumulte hervorrufeu, die Kassen plündern, die Wiener Ringstraßpaläste mit Petroleum verheeren. In diesem Wahnsinn liegt Methode, man sehnt ordentlich einen Gewaltakt herbei, um die „Regimenter aus Galizien, der Slovakei und Kroatien" gegen das verhaßte feindliche Bürgerthum loszulassen. Schöne Zustände das, die uns die Ausgleichsära gebracht. den: mit dem Wissen wird zugleich das Streben nach weiterer Ausbildung den Kindern eingepflanzt, und es ist nicht so leicht zu befürchten, daß sie in die Stupidität versinken, welche wir so häufig bei den halbgebildeten jungen Leuten unserer Zeit unter sein frifirten Locken antreffen. Nach dieser Darlegung braucht man wohl nicht die Frage an die Leiter von höheren Fachschulen, an Kaufleute und Meister zu stellen, ob sie mit der Vorbildung eines solchermaßen in einer Bürgerschule ausgebildeten Schülers oder Lehrlings zufrieden fein möchten. Wohl aber könnte ein Einwurf gemacht werden, der hier noch Berücksichtigung finden muß. Man könnte sagen: Alles dies ist recht gut, aber um es zu erlernen, bedarf cs keiner besonderen, keiner Bürgerschule; wir haben dafür die Unterrealschule, und Bürgerschulen mögen allenfalls dort aut Platze fein, wo keine Mittelschule existirt. Dieser Einwurf ist jedoch leicht zu beseitigen. Erstens nämlich lehrt die Erfahrung, daß die Bürgerschulen auch dort, wo Realschulen bestehen, in großer Blüthe sind und herrliche Früchte bringen, und zweitens geht die GrunUosigkeit dieses Einwurfes daraus hervor, daß die Unterrealschule einen ganz anderen Zweck und darnach eine ganz andere Behandlung und Einteilung des Lehrstoffes haben muß, als die ^ Ein ministerielles Organ bringt bereits eine Skizze der A d r e f f e des b ö h in i s ch e n Landtages. Zuletzt spricht sie den Dank ans für die Anerkennung des czechischen Staatsrechtes (was sagt die „Abendpost" dazu?) und für die in Aussicht ge> stellte Königskrönung. Zugleich wird der Bitte Ausdruck gegeben, der Kaiser möge seine Minister veranlassen, die erforderlichen Einleitungen zu treffen, damit ein giltiger Vertrag zwischen dem Königreiche Böhme» und feinem Könige geschloffen werden könne. Nachdem aber der König keine Verbindlichkeit gegen Böhmen entgehen kann, so lange er nicht jener ent» bnndeu ist, zu welchen ihn das Patent vom 26. Februar 18(51 und die Staatsgrniidgesetzc vom 21 teit Dezember 1867 verpflichten, und nachdem es mt-mözlich sei, das böhmische Staatsrecht mit den Rechten der andere» Königreiche und Länder, welche aus der erwähnte» Verfassung abgeleitet werden, zu vereinen, so sei cs zuerst nothwendig, daß der Reichsrath dem Kaiser durch ctitc Umänderung der Dezember-Ver-sassung „seinen freien Willen" zurückgebc. Sobald der König von den „Fesseln dieser Verfassung," welche für die Czecheu gar fein Interesse habe, befreit sein werde, „wird das Königreich Böhmen keinen Anstand nehmen," ja es werde sogar „nicht zögern" (wie gnädig!), Deputirte aus Böhmen und Mähren (Schlesien bleibt dabei aus dem Spiele) nach Wien zu schicken, welche mit dein Rcichsrathe zu verhandeln haben werden über die Weise, in welcher der König von Böhmen mit der böhmischen Nation einen staatsrechtlichen Vertrag schließen könne. Mit dem Resultat dieser Verhandlung soll dann eine eigene Deputation, eine sogenannte Krönnngs-depntation, vor den Thron des Königs treten, ih" mit demselben vertraut machen und zugleich einladen, in Folge der nunmehr, „getroffenen Vereinbarung der Kroue Böhmens" mit den übrigen Königreichen und Ländern Sr. Majestät sich in Prag krönen zu lassen. (Darnach wurden also die Czechen nicht einmal den Reichsrath beschicken. Die Versicherungen der Offiziösen in dieser Hinsicht waren also purer Schwindel.) Der erst seit ein paar Tagen aufgetauchte „böhmische Staat" hat rasch seinen Bundesgenossen gefunden. Die Franzosen nämlich sind ganz glücklich darüber, daß ein neues Reich über Nacht empor geschossen, welches vielleicht gar im Stande wäre, den verhaßten Deutschen einmal den GarauS zu machen. Sie hoffen Großes von der czechischen Nation. „Der Staat Böhmen," schreibt die „Opinione Nationale," „war ehedem größer. Er umfaßte ganz Schlesien, das, wie man weiß, mit Czechen und Polen bevölkert ist, und eine andere Provinz, die Bürgerschule. Erste« hängt organisch mit der Oberreal sch nie zusammen und hat in erster Linie den Zweck, ihre Schüler zu dieser hinzusühren. Der gesummte Lehrstoff in den erwähnten Lehrfächern wird auf wenigstens 6 Klassen ertheilt; in den 4 ersten Jahren lernt man also einen Theil des ganzen, und diesen gewiß ganz gründlich; aber, tritt der Schüler dann aus, so weiß er von dem Rest — und dieser ist in allen Fällen wichtiger, als das Einleitungs-studium — gar nichts. Ganz anders ist es selbstverständlich, wenn in 4 Jahren eine Gesammtübersicht über das wissenswürdigste gegeben wird, und daS will die Bürgerschule; sie will ihre Zöglinge mit einer abgeschlossenen Bildung ins Leben treten lasse». Wo außer der gewöhnlichen Volksschule nur eine Realschule besteht, sind allerdings die Knaben, welche sich einem praktischen Fache widmen wollen, genöthigt, in dieselbe einzutreten. Wohl dem, der alle ihre Klassen durchlaufen kann; aber die wenigsten können es, und die Erfahrung lehrt, daß eine verhältnißlofe Mehrheit nach dem Besuche eiuiger Klassen wieder anstatt. Muß nicht das Streben der Realschule durch eine solche Uebersüllung der unteren Klassen beeinträchtigt werden? Muß es nicht ein peinliches Gefühl fein für die Professoren dieser Lausitz, deren Bewohner gleichfalls Slaven, dein Stamme der Wenden oder Serben (soll wohl Sorben heißen) angehören. Diese beiden Provinzen gehören jetztzu Preußen und Sachsen. Allein, sowie die sächsische Dynastie erlischt, tritt das Königreich Böhmen vertragsmäßig wieder in den rechtlichen Besitz der Lausitz. Dies ist das Königreich Böhmen, dessen Rechte und gesetzlichen Bestand Kaiser Franz Joses anerkannt und proklamirt hat. Dian stelle sich nun den neuen Staat vor, der im Osten und Sndostcn an alle slavischen Länder Europa'« grenzt und deren Haupt er wird; mau wird alsdann leicht die ganze Tragweite des großen Ereignisses, das sich gegenwärtig in Oesterreich vollzieht, sowie seinen Zusammenhang mit dem seit längerer Zeit schwebende» Projekte begreifen, eine große Slavcn-Konsöde-ration zu schaffen, welche dazu bestimmt sein wird, das ehemalige Königreich Polen und seine das Gleichgewicht erhaltende Kraft im Mittelpunkte Europa's zu ersetzen." Die wesentlichsten Ausgleichsbediugungen außer der Königskrönung sind: Der Reichsrath und die Delegationen bestehen fort. Der böhmische Landtag beschickt den Reichsrath. Die direkten Steuern werden von den Landesregierungen bemessen und zur Bedeckung der Landesbedürfnisse für Administration, Schule und Justiz verwendet. Die indirekten Steuern bemißt der Reichsrath. Das Quotenverhältniß zu Ungarn wird nicht alterirt und bestimmt der Reichs-rath die auf Böhmen zum Staatshaushalte entfallende Beitragsquote. Der Landesausschuß wird aufgehoben und verschmilzt mit der Statthaltern zur Landesregierung. An der Spitze dieser steht der Kanzler für Böhmen. In Prag wird ein oberster Gerichtshof errichtet. Alle Schulen, die Universität ausgenommen, unterstehen der Landesregierung. Die Bezirksvertretungen verschmelzen mit den Bezirkshauptmannschafte» zu politischen Bezirksämtern. Die Bezirrshauptmaimschaftei, behalten die Exekutive. Ausland. Die Generalversammlung der katholischen Bereine Deutschlands in Mainz hat in ihrer Schlußsitzung eine Resolution einstimmig beschlossen, die in mehreren Punkten sehr heftig und leidenschaftlich gegen die Besitzergreifung Roms von Seiten der Italiener protestirt, das Garantiegesetz für „unannehmbar" erklärt und ihren tiefen Schmerz darüber ausdrückt, daß keine katholische Macht gegen diesen „Raub" eine diplomatische Intervention „zum mindesten" unternommen habe. Um übrigens unseren Frommen, die nie müde werde», den „reinen Katholizismus" als die beste Waffe des Reiches zu erklären, eine Freude zu bereiten, theile« wir des weitere» mit, daß zum Schluffe die Versammlung das Lied „Gott erhalte Franz de» Kaiser" anstimmte. Uud da soll noch jemand bezweifeln, wo die „eigentlichen Grundlagen" der Macht und der Zukunft Oesterreichs läge»! Das Aktionskomitee der Altkatholiken in Stuttgart hat bereits das Programm festgestellt, mit welchem es bei der großen Ältkatholikeuversammluug in München aufzutreten gedenkt. Dasselbe enthält in den zwei ersten Punkten die Erklärung, daß die Altkatholiken die Unfehlbarkeit und keine andere Glaubenslehre in Abrede stellen, um das nach Religion rufende Volk nicht mit theologischen Zänkereien abzuspeisen. Die weiteren Punkte lauten folgendermaßen: Ein Hauptziel der katholischen Aktion soll die Begründung einer Verfassung der Kirche sein, wie sie dem Christenthum entspricht und wie sie schon in den ersten Jahrhunderten bestand. Wir streben an: a) Beschränkung der Rechte des Papstes nach Maßgabe der Heiligen Schrift und der Zeugnisse der Kirchenväter; b) Anerkennung deö ökumenischen Konzils als entscheidender Behörde in Feststellung von Glaubens- und Sittenregeln nach dem Zeugnisse der Kirchengeschichte; c) Wahl der Geistlichen, der Bischöfe, des Papstes uud deö Konzils durch das christliche Volk oder feine Delegirten. Begründet wird dies mit der historischen Thatsache, daß cs in den ersten drei Jahrhunderten so gewesen. Das Volk soll an der Regierung der Kirche wieder beit gebührenden Theil erhalten, den ihm Jesus uud seine Apostel zuerkannten. Dem Zustandekommen des Zollvertrags zu Gunsten von Elsaß-Lothringen stellen sich ernsthafte Hindernisse entgegen, die Schutzzöllner in der französischen Konstituante haben solche Klauseln hinzufügt, daß es fraglich ist, ob derselbe von deutscher Seite ratifizirt werden wird. In dem Fall bleiben sechs Departements auch fernerhin noch von deutschen Truppen besetzt, die sonst schon jetzt geräumt worden wären und bleibt die Okkupationsarmee um 30.000 Mann stärker. Klassen, ihre Zöglinge so, halb ansgebildet, wieder scheiden zu sehen? Die Bürgerschule hat also ein beschränktes Ziel, aber dieses kann sie auch ungehindert erreichen. Sie st e l l t sich die Aufgabe, die Knaben diS zum 14. Lebensjahre der Art zu unterrichten, daß sie befähigt sind, wohl ausgerüstet in das praktische Leben, und zwar besonders in den kaufmännischen und Gewerbestand eiuzu ' treten. Wer die Mittel hat, kann dann immerhin zuvor eine kaufmännische oder sonstige Fachschule besuchen; die nöthigen Vorkenntnisse werden ihm nicht mangeln. Es sollte dieser Aufsatz nur die Knabenschule besprechen ; von der höheren Töchterschule ist deshalb hier nichts gesagt. Da für Mädchen, aus besseren Familien fast überall Institute von genügender Zahl existiren, so ist ihr Bedürfnis; nur sekundärer Natur, obgleich es nicht zu uuterschätzen ist, daß bei einer solchen Töchterschule, besonders wenn sie unter städtischer Verwaltung steht, der Unterricht weit weniger kostspielig und darum für größere Kreise zugäng lich ist. O. Schack. Zur Tagesgeschichte. — Als Freilag am 15. um 9'/» Uhr Vormit tags der von Graz abgegangene Militärzug, worin sich die Stabsoffiziere des Kaiser Nikolaus 5. Dragoner» Regiments befanden, aus dem dritten Tunnel gegen Marburg herausfuhr, bemerkte der Zugführer, daß ihm auf dem gleichen Geleise ein Lastenzug entgegenfahre. Sogleich wurde das Zeichen zum Bremsen gegeben und mit großer Anstrengung gelang cs, beide Züge in einer gegenseitigen Entsernnng von kaum mehr 50 Schritten zum Stillstände zu bringen, woraus der Lastenzug nach Marburg zurückfahren mußte. Nur an einem Haare hat es gehangen, daß nicht ein schaudervolles Unglück herbeigeführt wurde. Die Ursache aber, daß beide Züge sich auf einem und demselben Geleise be gegneten, solle eine falsche Stellung des Wechsels, wahrscheinlich durch Nachlässigkeit des betreffenden 2Bei chenstellcrs, gewesen sein. — Zwischen der ungarischen Regierung und dem Fiumaner Komitate ist ein Konflikt abgebrochen, Der „P. N." bringt über denselben nachstehende Details: „Der Sitz und das Zentrale des Fiumaner KomitatS war bisher die Stadt Fiume. Nachdem aber diese Stadt an Ungarn zurückfiel, mußten die Beziehungen, in welchen sie zum Komitate stand, aufhören. Die Regierung forderte daher das Komitat auf, seinen Amtssitz au« Fiume an eineu anderen, ihr geeignet erscheinenden Ort zu verlegen. Zu diesem Zwecke wurden die Städte Buccari, Portore und Fascini empfohlen. Das Komitat wollte aber dem Wunsche der Regiernng keine Folge leisten und will auch ferner um jeden Prei» in Fiume seinen Sitz haben; vor Kurzem erklärte es, blos der Gewalt weichen zu wollen und reklamirle sogar für sich jenes Gebäude, in welchem der Gouverneur Graf Zichy präsidirt. Diese Renitenz des KomitateS rief zwischen der Regierung und dem Komitate einen unangenehmen Konflikt hervor, welcher schließlich doch zur Niederlage des Komitales führen wird, da die Regierung ohne Zweifel soviel Energie besitzen wird, ihre Anordnung, das renitente Komitat nötigenfalls mittels „Brachimn" aus der Stadt hinaus zufchaffen, durchzufetzen. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. (81 u 8 dem Landtag.) In der gestrigen 3. Landlagssitzung, in welcher 21 Abgeordnete amve-end waren, begründete Dr. Costa seinen Adreßantrag. Anknüpsend an die vorjährige Adresse, betont er, selbe bilde die Deklaration des krainer Landtages, sowie die Grundlage seiner Thätigkeit und bas letzte Ziel seiner Bestrebungen. Jetzt sei die politische Lage noch wichtiger, darum auch nothwendig, sich mit einer neuen Adresse an Se. Majestät zu wenden. Es stehe ein Ministerium am Ruder, welches das Vertrauen des HaufeS und der Völker (!!) besitze; dieses Ministerium bekämpfe aber eine zwar nicht sehr große, aber mächtige Partei, deren Thäligkeit auf die Untergrabung des angestrebten Friedens unter den österreichischen Völkern gerichtet sei. Der Föderalismus, welchen das jetzige Ministerium vertrete, fei die einzige Rettung Oesterreichs, er bedeute nicht Zertrümmerung Oesterreichs, sondern ei« starkes, auf der Treue zufriedener Völker beruhendes Oesterreich. Der Kampf zwischen Föderalisten und Zentralsten fei ein Kampf zwischen Freiheit (!) und Vergewaltigung; wahre Freiheit fei in Oesterreich nur aus den Grundlagen de» Föderalismus möglich; schon jetzt herrsche im Reiche ein freiheitlicheres Regen, als unter dem Bürgerministerium, welches über eine Provinz den Belagerungszustand verhängte (natürlich, nach Dr. Costa trägt da-Ministerium die Schuld an den czechischen Aufläufen und Judenplünderungen!) und unter welchem der Aufstand in Dalmatien ausgebrochen sei; damals wollte man Freiheit nur für sich, für die anderen Vergewaltigung. ES fei »ieS kein Kampf zwischen Deutschen und Slaven, wie dies aus den Vorgängen im tirolischen, ober-österreichischen und Vorarlberger Landtage sich ergebe, welche auch gleich den Slaven ein mächtiges, aber auf Autonomie der einzelnen Länder gebautes Oesterreich wollen. Der Kampf gegen das Ministerium sei ein erbitterter; allein wie es bisher, unbeirrt durch die Bekämpfung im Reichsrathe, aus dem von den Slaven gebilligten Wege vorgeschritten sei, so werde es schließlich den Sieg erringen, um so leichter, als die Vertreter des Zentralismus Generale ohne Armee seien; denn eine Oppo-Ition, die sich nicht auf das Volk stütze, sei eine hohle. Daß hinter der Opposition bas deutsche Volk steht, dürfte sich weit eher zeigen, als dem Dr. Costa das lieb ist.) An dem jüngsten deutschen Parteitage in Wien hätten, Zeitungsnachrichten zufolge, auch zwei krainer Landlagsabgeordnete und noch dazu Beamte, theilgenommen (ist bekanntlich erlogen!), allein diese beiden hätten nicht hundert Bürger hinter sich. Ueber eine solche Opposition könne bas Ministerium leicht lachen. (Es scheint nicht so ganz der Fall zu sein.) Sin weiterer Grund, eine Adresse an Se. Majestät zu richten, sei das an den czechischen Landtag erflossene kaiserliche Reskript, in welchem an selben die Aufforderung ergangen, die Grundlagen und Mittel zu einer >emeinsamen, auf Begründung einer neuen Veras sung gerichteten Thätigkeit zu bieten. (Was sagt die „Wiener Abendpost" dazu?) Auch der krainer Landtag habe bie Pflicht, seine Wünsche in Betreff der Landes- und Staatsverfassung darzulegen, damit ihm ein Recht, wie den Ezechen zu Theil werde. Dieser Gegenstand bedürfe jedoch einer reiflichen und gründlichen Prüfung, daher er die Wahl eines siebengüe-drigen Ausschusses beantrage, waS einhellig angenommen wird. Nachdem dann die Gesuche mehrerer Gemeinden, einige Rechnungsabschlüsse von 1869 und 1870, der Voranschlag sür 1872, betreffend den Landes-Krankenhaus-, Gebäranstalt-, Findelanstalt-, Irrenhaus-, Zwangsarbeitshaus-, Landeskultur-, Theaterfond, sowie den Fond zum Baue eines Irrenhauses dem Finanzausschüsse zugewiesen worden, berichtet Dr. B l e i w e i » über den Antrag des LandeSauSschuffeS auf Reorgani-sirung der LandeSwohlthätigkeitS-Anstalten. Die An. träge des LandeSauSschuffeS sind im wesentlichen folgende : Die Leitung der medizinischen Angelegenheiten wird von der Leitung der Verwaltungsangelegenheiten getrennt; beide Leiter unterstehen dem LandeS-ausschuffe, dem auch das künftige Ernennungsrecht derselben aus den Primarien zukömmt. Die Krankenanstalt hat vier Abtheilungen, für jede einen Primarius und Sekundarius. Diese Anträge werden in zweiter und dritter Lesung angenommen. Weiters steht auf der Tagesordnung eine Resolution dahingehend, daß bei jeder Bezirkshauptmannschaft auch ein Bezirksarzt bestellt werde. Der Landespräsident verspricht selbe kräftigst unterstützen zu wollen. Weiters berichtet Dr. Bleiweis Uber die Aufhebung des Findelhauses und beantragt, daß der schon in der Sitzung vom 24. August 1870 gefaßte Beschluß, daß die Findelanstalt mit 1. Juli 1871 aufzulassen sei, die Gebäranstalt und Hebammenschule aber forkzubestehen habe, der allerhöchsten Genehmigung zu unterbreiten sei, was ohne Debatte angenommen wird. Schließlich berichtet Dr. Costa Uber einen Antrag des Sandes» auSschusses: Der Landtag wolle beschließen, daß ins künftige die Ernennung des Verwalters des ZwangS-arbeitshauses nach § 25 der Landesordnung in den Bereich des Landes falle, was ebenfalls ohne Debatte angenommen wird. Nächste Sitzung Montag den 24tcn September. — (Schadenfeuer.) Heute, eine halbe Stunde vor Mittag, ertönten drei Kanonenschüsse vom Kastell und ward ein Feuer in der Gradischavorstadt signali-sirt. ES hatte aber schon längere Zeit gebrannt, so daß Feuerwehrmänner bereits beim Brande waren, ehe noch geschossen wurde. Es brannte in der Gradischa Hs-Nr. 1 beim Bäcker Gacnik ein Nebengebände, welches theils als Holzlege, theils als Wohnung benutzt wurde. Namentlich Wippacherinnen hatten ihr Lager auf dem Bodenräume, und den Armen ist der größte Theil ihrer Habe verbrannt. Die Feuerwehr war rasch am Platze und dämpfte das Feuer nach einstUndiger angestrengter Arbeit völlig, so daß alle Gefahr vorüber war und der Löschtrain abfahren konnte. Nur eine Wache und eine alte Spritze blieb auf der Brand» Hätte. Auch ein Piquet Landwehr wurde zugetheilt und arbeitete tüchtig an der Pumpe. Der Bürgermeister, der MagistratSkommisstär, sowie mehrere Gemeinderäche waren sofort am Brandplatze erschienen. — (Ausstellung. Nur Samstag den 23tcn d. M. wird in den ebenerdigen Räumen des hiesigen Museums ein großes historisches Gemälde von Prof. Franz Globoönik aufgestellt. Es stellt die Enthauptung des H. Stefan dar und die Christenverfolgung in den Katakomben St. Luzia 257 n. Ehr. Das Bild ist für die Pfarrkirche in Reifniz bestimmt. — (Rettung.) Die k. k. Landesregierung hat dem Martin Kraöovic aus Bo^akovo Nr. 35, im Bezirke Tschernembl, sür die mit eigener Lebensgefahr bewirkte Rettung des Knechtes Jvau Waida aus Wi-doSif vom Tode des Ertrinkens im Kulpa-Flusse die gesetzliche Rettungsgebühr zuerkannt. — (Widmung.) Der Ausschuß der „Slo-vcnska Matica" hat 200 Exemplare des vom besagten Vereine im Jahre 1867 herausgegebenen slovenischen Werkes „Stirje letui casi“ für die Bibliotheken hier» ländiger Volksschulen bestimmt. — (Logenvermiethung.) Für die begin» ntnbe Theater-Saison sind noch die Logen 16 und 28 zu vermiethen, worüber beim landschaftlichen Portier nähere Auskunft ertheilt wird. Witterung. Laibach, 21. Scpttmbcr. NachtS schwacher Siegen. Morgens Nebel, der sich später l)ul). Wolkendecke meist geschlossen, abwechselnd Regen. Wärme: Morgens 6 Uhr 13.2", Natdmittags 2 'tlnr + 16.0" C. (1870 + 13.0"; 1869 + 16.3'). Barometer im raschen fallen 730.37 Millimeter. Das gestrige Tages-mittel der Wärme + 11 •r>°, um 2.3 unter dem Normale. Angekommeue Fremde. Am 20. September. Sigmmid, Gollschre. -- Hofser, Bühnbcdun-flrtcr, Graz. — @iaf Welöperg, k. f. Oberst, ®raj. — Barl, Triest. — Swokvina, Triest. - Hrcn, Kausm., i'oufcn. — ©aiffort, Kausm., Iserlohn. — Göddlche, Fabr kant, Mriffru. - Säffrr, t. f. Ol ei st und Eeiiirnl^ali^-lLhks, Groz — HauSuer, Kaiifm., Güiz. — Crefdjrf, Professor, «Siitj. — Pirker, Soilfch. — Repina, Prioale, i'oitsch. — Kotter, Private, Soitfd). —Goijup, HaudelSm.. (Siirz. — GneSda. Retigionslehrer, Trieft. — Hocevar, Bauunternehmer, Gurkfeld. — Hofftetter, Dechant, Adelsberg. - -Pinter, Pfarrer und Landtagöabgeordneter, Obcvfrain. --Bronwoig, Triest. — Montag, Triest. Stailt Wien. Dr. Razpet, Sauilittsralh, Adelsberg, — Schifsermttller, Werks-Direktor, Krainbnrg. — Morgenstern, Kausm., Wien. — v. Bach, Rentier, mit Familie, ans Sachsen. — Schirnhoser, Private, Neapel. — — Globoiüig, Kausm, Gra;. — Bloch, Kausm.. Gra;. Baieimcliep llol1. Gaber, Stein. — Kullnig, Wippach. — Ladek. Kassier, Prag. — Subart, Slidbahn-Beamle, Wien. — Winiiedick, Prag. Mohren. Sagore, Wirlh, Ragusa. - Sladezcki, Lehrer, Pola. — KriZai, t. k. Feldwebel, Senoselsch.___________________ Lcrstorbenc. Den 20. September. Josef Kovac, Packer, alt 52 Jahre, in der Polanavorstadt Nr. 3f> an der Gehirn-lähmnng. _____________________________________ Gedenktafel über die am 25. September 1871 ftattfinbenben Lizitationen. 1. Feilb., Silc'sche Real., Glvbelj, «G. Neisniz. — 1. Feilb, Rajer'sche Real, Wrußuitz, BtK. Rndolfwerth. - - 2. Feilb., v. Älciimtatjr’jcht Real., Teisenberg, BG. Seisenberg. Telegramme. Wie», 20. September. UnterrichteterseitS verlautet, baß alle von heutigen Wiener Morgen» blättern verzeichiicten Gerüchte über Aenbcrungen im ANnisterium vollständig unbegründet sind. Die „Wiener Abendpost" betont gegenüber ben unberechtigten Schlußfolgerungen, welche Wiener Blätter aus ihrer jüngsten Auseinandersetzung ziehen, nochmals, baß jene Interpretation, welche bie Erklärung der beutsch-böhtnischcn Abgeordneten dein kaiserlichen Reskripte angedeihen läßt, eine willkürliche, unhaltbare ist. Die „Abendpost" überläßt der weiteren Entwicklung die Entscheidung darüber, ob nicht die jüngste Aktion der Berfassungöpartei, die an jene willkürliche Reskriptauslegung geknüpft wird, auf Täuschung beruht. Schließlich weist die „Abendpost" die Zumnthung der Blätter zurück, welche die Regierung mit den Auslassungen des Journals „Vaterland" in Verbindung bringen. Wiener Börse vom 20. September. Staatsfonds. Sperc.Stente, ö ft. Tat), bto. dto. öft.ivSilb. C voll 1854 . . . e von 18110, gange e oor 18(10, Füllst. Iträmienf#. «. 1864 OrandenU.-Obi. Steiermark juSptJt. ffätntcn, Ärain u. Äüfteiilanb 5 „ Ungarn . . ju 5 „ fhroat.ll.6lae. 5 „ Biebenbürg. „ 5 „ Aotlen, >tinfL-8etcfct S.-B. uliilb.glum. Bahn . Pfandbriefe. flation.ö.H). eer!o8b. Ing. Bod.-Crcdttanst. üllg.ost.Bod.-Lredit. Mo. m «!),«. rurti. . Geld ißarc Gelb Dar» 55.7t) 58 8v Ocst. Hypsth.-Bauk . —.— 95 50 68.7( PL8) 68 8. »1 50 Prlorlt&ts-Obilff. 98 10 98 4C Südb.'Gef. zu 500 ^r. bto. Bons 6 pCt. 108 25 108.75 113 - 113 öl 237 — 135 50 135 75 'Rozbb. (100 fl. LM.) 104.76 105.26 bieb.-B.(200st.ö W ) 89.55 89.7S Staatsbahn Pr. Stück 159 — 92.— 93.- StaatSb. pr. St. 1867 131.— 13R.60 RudolfSb.(300st.ö.W.) 9u.f0 -1 — 85.75 86 - Frauz.Ios.(200st.S.) 98.70 98.90 7>*.— 86.25 79 :>o 86 50 Lose, '<6 — ^50 Lredit 100 fl. ö. W. . 188.-- 183.50 Don.-Dampfsch.-55.60 Wechsel i8l»on.) 173 25 377.5U 203 172 — 181.— 173 76 37 Rente öflcrr. L>ilber Gll.—. — 1 8ij()ev StaatÄanleben 08 15. — Bankaktien 770. — Kreditaktien 290.70. — London 119.—. — Silber 120.—. - jt. t. Münz-Dukattn 5 78. — Na-pvleonsd'or 9.5‘j. Danksagung. Für die vielen Beweise der Tbeilnahme und zahlreiche Begleitung zur letzten Ruhestätte nicv »er geliebten iSattin Amalie Leitmaier geb. Scheigcr insbesondere dem verehrlichen Mannerchor Ser filhnri». ltzesellschaft. so wie allen Verwandten, Freunden und Bekannten sage meinen tiefgefiihl teu Dank. Laibach, am 20. September 1871. Dr. Viktor Leitmaier, (4i) 11 f. f. Staatsauwaltsubstitut. Üesseiltsicher Dimli. Die gefertigte Haiiptageutschaft sicht sich angenehm m pflichtet, aus Anlaß des beute in der Gradischavorstadt statt gehabten Brandes der L'otliarticv fvciiuilliflcii Feuerwehr für deren schnelles Erscheinen am Brandorte und die lobens werlbe Umsicht und Thätigkeit beim Löschen ihren aufrichtigsten Dank öffentlich auszusprechen, indem nur ihrem tbä tigeu, unverdrossenen Eingreifen ziizüsckreiben ist, daß das unmittelbar beim verbrannten Objekte liegende, bei der gefertigten Hciuptageutschaft vet sicherte Wohngebäude von den Flammen" verschont blieb. Haupt - Agentschaft für Kram der k. f. priv. Riunione Adriatica di Sicurtä in Triest. Laibach, 31. September 1871. E. Terpin. -u dem Lehr- und €rjirl)ungs-Jn|titnif der (430-1) ie Eta i Zolli _ " beginnt daS 22. Schuljahr am 2. Oktober, Spitalgasse Nr. 277, zweite« Stock. Eine schöne ifflmilicutuoljmmg, bestehend aus :» möblirteu Zimmern, Küche, Boden, Hol; lege, ist zu vergeben und sogleich zu beziehe». Nähere« im llotel Klel'ant Z.-.Xr. .>(• „der im Falle bei Herrn Joli. Alfred llartmuii» im Grnmnig'schen Hause (427—2) Ei» schöner, sehr gut erhaltener Konzert-Flügel ist preiswlirdig zu verkaufen. Näheres iu der Expedition dieseö Blattes. (426 2) IAL- auf den zehnten Theil eines kais. tlivt. 44)0 Franken Prümien-Loses jFF* » i* CSuidei» «. w. Die nächste Ziehung erfolgt schon Olli 1. Eftobtv l. I. llaiiiitlrell'er 300.000 Pranken in Gold. Rückkauf nach dem Tageskurse. — Emittirt und zu beziehe» gegen Einsendung des Betrages durch die Oesterreichische Zentral-Bank, Wien, Stock im Klseu-Plntz Nr. !i. Unsere Wechselstube besorgt den Ein- und Verkauf aller Gattungen Staats- und Industrie-Papiere, Gold- und Silbermitnzen, Banknoten und Devise» genau nach dem jeweiligen Tageskurse. Aufträge sür die t. f. Börse werden koulantest esfektuirk. (Nachdruck wird nicht honorirt.) (393—7) Druck een Igo v. Kleinmett * ged. Bamicra in Laidach. Verleger und für die Redaktion verantwortlich: Otto mar Bamberg.