MARBURGER ZEITUNG AMTLICHES ORGAN DES Vtrlag ood SchrtttUltuBo Martiuig a. 4. Dnn, Itdgcm N4. Paranfi Nr. S54?, SS^, IS4t. Ab II Oht (llglla auBar Stmitag) lit dla ScoTilUaltuog bot auf Farn ruf Nt. 38ST •mtchbai. (Jawlangta Zuichitttaa wardan Blcb> rO<*fcgaaudt Bai almtllchao Anlragan Ist daa Rflckpoito baliulagao PoatachMkkonto Wiaa Nr. 94.601. aMcUftnatallao la QiU. Markipiati Ni. IX Pannif Nr. f. ad !■ NMat« ODgaitoroaaa« Nr. I. Panunf Nt. H. STEIRISCHEN HEIMATBUNDES IrachalDt waikllglitt alr Morgantaltung. Basugiprali (In Toragt t&hlbai) moaatllcb RM 3,10 alaichJlaBItch IB.I Bp' Poatxattttngiigabühri bal Liafarung tm Streifband tuxQg'irb Portoi bal Abholan to dat GeicblfUttella BM !■—- Alttaicb durcb Poit nionatllcb RM 3,t0 (cIdicM 198 Rpf Potixaltunqsgebflhr) and 30 Rpf Zuttall-gabflhx BtOMlnaaiami wardan oor gegan Voralntandung da* Blnialprai*'« vnd fita Portoauilagao mgatandat. Nr. 232 — 83. Jahrgang Marburg^Drau, Freitag, 20. August 1943 Einzelpreis 10 Rpf Äbschlusshericht Ober die Kämpfe auf Sizilien Der Feind verlor ein Drittel seiner Truppen 383 Panzer, 63 Geschütze, 652 Flugzeuge vernichtet oder erbeutet, 61 Transporter, ein Kreuzer, sieben Zerstörer, drei Korvetten versenkt dnb Fflhrarhaaptquartln, 10. Aagait Dtt Oberkommando dar Wahrmacht gibt bakannt; In d«r am 10. Juli bagonnanan fünftan Abwahrachlacht am Kuban-Brückenkopf haben dla unter Führung daa General* feldmarachalla von Klelat und dea Generali der Pioniere Jaenlcka ■tebeDden deutschen und rum&niachen Truppen bli Bum 12. Auguat andauernde Durch-bruchaversuche von 17 Schützendlvlalo-nen, iwel Panzerbrigaden und drei Pan* Berraglmentem der Sowjets in harten K&mpfen abgeschlagen und dem Faind sehr hohe blutige Verluste zugefügt. An diesem Abwehrerfolg sind deutsche, unter Führung des Generalleutnants Angeratein stehende Luftwaffenverb&nde und rum&niache, von General Gheorghiu befehligte FMegerkrIfte beteiligt. An der Mius-Pront trat der Feind Im Raum von Kuibyschewo nach atarker Artillerievorbereitung erneut tum Angriff an. Bei lajum setzte er die Durchbruchsversuche mit starken KrMften fort. In beiden Abschnitten schlugen unsere Truppen Im Zusammenwirkan mit der Luftwaffe und rumAniachen Schlacht-fllegem die Angriffswellen des Gegners in zAhen KAmpfen blutig ab. Im Kampfraum von Bjelgorod dauert der harte und für die Sowjets Äußerst verlustreiche Abwehrkampf an. Uber hundert Panzer und Sturmgeschütza der Sowjete wurden hier ebgeschossen. In mittleren Frontabachnitt griffen die Bolschewlsten weiterhin in wechselnder Stlrke an. Alle Anstrengungen dea Feindes, untere Stellungen zu durchbrechen, scheiterten. Auch bei Staraji Russe und am Ladoga-Sae brachen alle sowjetischen Angriffe unter achwereten Verlusten zu-aammen. Deutsche Geblrgsllger warfen im Louhl-Abschnltt den auch gestern wieder anstürmenden Feind unter hohen Verlusten zurück. In LuftkSmpfen wurden ohne eigene Verluste 21 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Am 18. August verloren die Sowjets 284 Panzer. In den letzten zwei Tagen büflten sie 168 Flugzeuge ein. SicherungMtreitkrÄfte der Kriegsmarine versenkten In der Nacht zum 18. August Im Asowschen Meer zwei sowjetische Motorkanonenboote. Im Seegebiet der Fischerhslbinsel vernichteten schnelle deutsche Kampfflugzeuge vier mit Nachschub beladene Küstenfrachter. In der Zelt vom 10. Juli bis zur Beendigung der Kämpfe am 17 August fügten die Im Räume von Sizilien kämp- fenden Verbinde «Her Wehrmachtteile und Waffengattungen den emerlkanisch-britischen Armeen schwere Verluste zu. Neben einer hohen Zahl von Gefangenen verloren sie etwa ein Drittel ihrer eingesetzten Truppen an Toten und Verwundeten. Vernichtet od^r erbeutet «rur-den 383 Panzer und PanzerspAhwagen, 63 Geschütze aller Art, 652 Flugzeuge und elf Lastensegler. 61 meiat mit Mannschaften oder Krlega-gerAt beladene Transportschiffe mit insgesamt 290100 brt, femer ein Kreuzer, sieben Zerstfirer, drei Korvetten sowie zahlreiche Motorkanonenboote und kleinere Kriegsfahrzeuge wurden versenkt. Weitere 59 Fracht- oder Transportschiffe mit 278 750 brt wurden im gleichen Zeitraum so schwer beschAdigt, doB mit ihrem Verlust gerechnet werden kann. In den ersten zwei Wochen des August sind von Sizilien auf das Festland mit Kleinschiffsraum überführt worden rund 17 000 Tonnen Munition, Betriebsstoff und Stückgut, fast 10 000 Kraftfahrzeuge sowie sAmtMche deutschen und italienische Truppen mit allen Waffen und KriegsgerAt, Zurückgefördert wurden schlieBllch mehr als 4000 Verwundete. Bei diesen Transporten sind von den Besatzungen der Fähre und Kleinfahr- leug« Inagasamt 48 feindliche Flugzeuge abgeschossen worden. Ein Verband deutscher Kampfflugzeuge erzielte in der gestrigen Nacht bei einem Angriff In den Gewässern um Blserta Bombentreffer auf einem Kriegsschiff, 25 Transportern mit zusammen Ober 100 000 brt und Landungsfahrzeugen. In der StraBe von Messlna wurden durch Flakartillerie der Luftwaffe sieben feindliche Flugzeuge zum Absturz gebracht. Im Morgengrauen des heutigen Tages kam es vor der holländischen Küste zu einem Gefecht zwischen den Sicherungs-streltkräften eines eigenen Geleita und britischen Schnellbooten. Der Feind verlor bei seinen erfolglosen Angriffen ein Schnellboot. Drei weitere wurden durch Artillerietreffer beschädigt. Bei bewaffneter Aufklärung und freier Jagd über den Atlantik warfen deutsche Kampfflugzeuge ein feindliches Handelsschiff von 5000 brt in Brand und schössen vier brltlsch-nordamerlkanische Bomber, darunter zwei große Flugboote, ab. In der gestrigen Nacht wurde bei Störflügen weniger feindlicher Flugzeuge im westdeutschen Grenzgebiet ein Flugzeug abgeschossen. In unwandelbarer Treue Tfttfcsbefeht OberifruppenfÜh rer Schepmanns an die SA dnb Berlin, 19. August Der vom Führer mit der Führung der GeschAfte des Stabschefs der SA beauf* tragte Obergruppenführer Wilhelm Sdhepmann hat den nachstehenden Tagesbefehl an die SA erlassen: Männer der SAI Der Führer hat mich mit der Führung der Geschäfte dea Stabschefs der SA beauftragt. Im schwersten Ringen unseres Volkes um seine Außere Freiheit Qbernenme Ich, vom Vertrauen des Führers berufen, eure Filhrung und grüße alle meine Kameraden an dar Front und in der Heimat. Unsere Aufgabe Ist, als Nationalsozialisten In unwandelbarer Treue und selbstloser Hingabe dem Führer zu dienen. Unser Kampf, unser Einsatz und unsere Arbeit sind auf ein Ziel ausqerichfet, den deutschen Sieg! Heil dem Führerl Nach vier Monaten Vorbereitung Dit Kaiattroph« der Nordamerikaner bei Ploesti te Sofia, 19. August. In nordamerikanischen Kreisen in Ägypten hat die Katastrophe der nord-amerikanischen Luftwaffe beim Angriff auf Ploesti große Bestürzung ausgelöst, well dieses Unternehmen bereits seit vier Monaten bis ins einzelne vorbereitet war, wird aus Kairo berichtet. Soweit die Flugzeuge wieder zu ihren Ausgangs- punkten zurückgekehrt sind, befanden sie sich in beschädigtem Zustand. Sie hatten Tote und Verwundete an Bord. Sieben Flugzeuge sind außerdem noch In der Nähe der Ägyptischen Küste verlorengegangen. Fünf weitere Maschinen waren gezwungen, in der Wüste eine Notlandung vorzunehmen, wobei sie beim Aufsetzen auf den Boden zerstört wurden. Die Aufgabe und ihre Lösung Eine militärische Würdigung der Kämpfe auf Sizilien dnb Berlin, 10. August Der große Kampf der deutschen Truppen auf Sizilien gehört seit den frühen Morgenstunden des 17. August der Geselchte an. Der Gegner halte geglaubt, sich billige Erfolg« holen zu können und griff, statt die Errichtung einer zweiten Front auf dem europäischen Kontinent zu versuchen, die vorgelagerte M'ttel-meerinsel an. Der Verlauf der Kämpfe und seine gewaltigen Verluste haben 'hn aber eines Besseren belehrt. ^ Die Landung Nach vorangegangenei. heftigen Luftangriffen gegen deutsche und italienische Flugplätze auf Sizilien und In Südltallen, auf Verkehrsverbindungen und offene Städte, auf Schiffsbewequngen Im Mittelmeer und an der afrikanischen Küste landeten Briten, Kanadier und Nordamerikaner In der Nacht tum 10. Juli mit zwei starken Landungstruppen an der Süd- und Ostküste Siziliens. Nord amerikanische Kräfte In Stärke von mehreren Divisionen wurden an der Süd-küste Im Abschnitt zwischen Llcata und östlich Gela an Land geworfen. Unterstützt von schweren Einheiten der Kriegsmarine, ve'mochtc der Feind seinen Brückenkopf nach, verlustreichen Kämpfen zu erweitern und den Angriff nach Norden vorzutragen. An der slzlllschen Ostköste gelang es starken britischen Kräften, die von Land und aus der Luft gelandet wurden, die Italienischen Küstensicherungen zurückzuwerfen und den Küstenstreifen zwischen dem Kap Passero und Syrakus In Besitz zu nehmen. Auch dieser Lande-topf wurde unter schweren Opfern tfs fn das Gebirge und an der Küste bis zur Hafenstadt Augusta erweitert. Die Landungsvtrsuch« des Gegners an der slzlllschen Westküste wurden dagegen abgewiesen, Im Innern der Insel abgesprungene Fallschirmjäger vernichtet oder zersprengt. Gleichzeitig griffen Luftwaffe und Kriegsmarine die feindliche Landungs-, Transport- und Siche-rungsflotte auf See und an den Landeköpfen an und erzielten beträchtliche Versenkungserfolge. Schon bei den ersten KAmpfen kam das Massenaufgebot dea Gegners zum Ausdruck. Seine Angriffskräfte bestanden aus mehreren Infanterie- und Panzerdivisionen, ferner' aus Marlnelande-truppen und Luftlanaeverbänden. Aus der Luft wurden diese Kräfte durch hunderte Jäger, mehrmotorige Kampf-fluazeuge und Aufklärer geschützt, und zu ihrem Seetransport kamen ganze Flotten von Frachtern, Landungsfahrzeugen aller Gröfteu und sichernden Kriegsschiffen zum Einsatz. Diesen feindlichen Landungsarmeen standen nur unverhältnismäßig schwache eigene Kräfte gegenüber. Die deutsche Aufgab« Dem Kräfteverhältnis entsprach von vornherein die unseren Truppen gestellte Aufgabe. Sie hieß; Den Feind Im Vorfeld der Festung Europa eine gewisse begrenzte Zeitspanne zu binden, die gegnerischen Angiiffskräfte durch beweglich geführte Verteidigung zu zermürben und dann In voller Ordnung zum Italienischen Festland zurückzukehren. um von dort aus den Kampf fortzusetzen. Zur Erfüllung dieser Aufgabe setzten unsere Verbände In der zweiten Julihälfte den Abwehrkampf mit harter Entschlossenheit fort. Trotz schwierigster Gelände- und Witterungsbedingungen verteidigten unsere biswellen auf 80 Kilometer Front breit ausednandergezogenen Panzergrenadierdivisionen, unterstützt von Pionieren, Flak- und Fallachirm-jägereinheiten, jeden Meter Boden. Im Raum von Catania brachten sie britische Angriffe unter so schweren Verlusten für den Feind zum Scheitern, daß dieser seine Vorstöße abbrach und sich absetzen mußte. Im mittleren Abschnitt kosteten die Kämpfe um Enna, Leonforte, Nicosta, Agira, Regalbuto den Kanadiern und Nordamerikanem Ströme von Blut. Am Nordflügel konnten USA-Truppen nach Zurücknahme unserer Kräfte auf verkürzte Linien zwar Palermo besetzen, doch büflten die Stoßverbände auf dem Vormarsch guer durch die Insel ühtr ein Drittel ihrer Kopfstärke ein. Di« Luftwaffe Ebenso wie die Heeresverbände steigerte die Achsenluftwaffe zusammen mit leichten deutschen und italienischen Seeetreitkräften im Kampf gegen die feindliche Transportflotte die Verluste des Gegners erheblich. Die anhaltend hohen Ausfälle zwangen den Feind, seine abgekämpften Verbände fortgesetzt durch frische Kräfte zu ersetzen. Doch auch diesen wurden in Abwehrkämpfen und Gegenangriffen neue schwere Verluate zugefügt. Der Boden von Adramo, Bronte, Troina, Ran-dazzo und die Nordküsts an der Ros-marlno-Mündung und bei Brolo, wo Nordamerikaner im Rücken der deutschen Linien zu landen versuchten, ist vom Blut gefallener Briten und Nordamerikaner getränkt. Außer den Verlusten «n Waffen, Schiffen und Flugzeugen hatte der Feind hohe Ausfälle an Menschen. Sie betra- Schrrl'BildtrdIvntt-M Der ungarische Honvedminlstcr In Bfrlln Der ungarische Honvedminister, Generaloberst von Csatay, traf auf der Durchreise zu Besprechungen mit dem Chef des Oberkommandos der Wehrmacht im Hauptquartier In Berlin ein. — Unser Bild zeigt den ungarischen Gast bei seiner Ankunh. Links hinter ihm der Stadtkommandant von Berlin. Generalleutnant von Hase. Der hörnerne Siegfried Die Offensive aus dem Hinterhalt pd Marburg, 19. August Wie war es doch nach jener Jagd im Odenwald, von der die Siegfriedsage uns erzählt? Als Siegfried sich zum Brunnen beugt, schleudert der grimme Hagen den Ger, Siegfrieds eigene Waffe, ihm zwischen die Schulterblätter, daß da« Herzblut hoch aufschießt. Nur eine Stelle hatte der hürnene Panzer, die den Helden verwundbar machte, jene auf die das Lindenbintt gefallen war, als er Im Drachenblut badete. Durch List hatte der Feind das Geheimnis von der gutgläubigen Krlemhild erfahren. wohl wissend, daß im ehrlichen Streite der Held nicht zu fällen war. Es Ist mehr als nur eine Sage, die das große Heldengedicht des deutschen Volke« uns überliefert hat. In ihr sucht eine tiefere Wahrheit ihren Ausdruck, wie sie ähnlich in dem Worte formuliert Ist, daß die Kinder der Finsternis klil- gen an Toten imd Verwimdeten mindestens ein Drittel der Gefechtsstärke aller eingesetzten Verbände. Diese gewaltigen Verluste des Feindes, denen Infolge der überlegenen Kampfwelse unserer Soldaten nur verhältnismäßig gerlnqe einene AusfAlle gegenüberstehen, unterstreichen den Erfolg der deutschen Waffen. An Ihm haben Führung und Truppe ,d1e Panzerdivision Hermann Görlng, die 15. Panzer- und die 29. Panzergrenndierdlvislon, die 1. Fall-schlrmjägerdlvlslon sowie die 22. Flak-brlgade und mit Ihnen Artilleristen und Pioniere, die Besatzungen der kleinen Bootsverbände wie die unsere Stukas, Kampf- und Jagdflugzeuge In gleicher Weise Anteil. Das Elchenlaub zam Ritterkreuz dnb Berlin, 19. Au|{ust Der Führer verlieh am 16, Autfust das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberst Dietrich von Mucllcr, Kommandeur eines Panzerßrcnadier-Reöl-ments, als 272. Soldaten der Wehrmacht. Oberst Dietrich von Mueller wurde am 16, September 1891 als Sohn des Ober-jäj(er- und Oberforsimeistors Ernst August v. M. in Malchow (Gau Mccklenburjj) fieboren, Altbüff^ermeister Huber starb dnb SlraOburit, 19. AujJust Kur* vor VollenduniJ seines 60. Lebensjahres verschied nach lanf^em schwerem Leiden Altbürftermelster Karl Huber, Er zählte zu den führenden Männern der elsässischen Heimatbewetfunö von l')24 bis 1928. Seit 1936 vertrat er das Elsaß in der französischen Kammer. Von dieser Stelle aus wajfte er es, In öffentlicher Sitzunjl die kulturellen und politischen Forderungen seiner Heimat in elsässischer Mundart zu vertreten, und nahm damit gei{en die verbreitete LüfJenlcjtende vom »französischen Elsaß vor aller Well in Aufsehen errettender Weise erstmals Stel-lung, ger sind, als die Kinder des Lichtes In allen Zeiten haben die Mächte der Zerstörung, wo sie nicht im offenen Kampf« anrennen können, e« mit glelßnerlschen Einflüsterungen versucht. So hoffen sie, in dem Panzer des deutschen Volkes Stellen zu entdecken, die ihnen ungeschützt zu sein scheinen. Sie nennen das »Nervenkrieg«. Wenn der Soldat Im offenen Gelände Im Kampf liegt, wird «r suchen, sich Deckung zu verschaffen. Er wird Schützengräben auswerfen, Bunker bauen oder auch nur die natürlichen Deckungen ausnutzen, die ihm das Gelände bietet. Auf keinen Fall wird er, wo es irgend geht, Hilfsmittel verwerfen, dt« zu seinem Schutz dienen können, Wenn die feindlichen Bomber Ob«r unsere Städte ziehen und die Warnsirenen ertönen, wird sich niemand auf die StraBe stellen. Niemand wird dem Feinde den Weg dadurch weisen, daß er die auch zu seinem Schutz erlassenen Verdunkelungsvorschriften mißachtet. Täte er das, dann würde er nicht nur sich selber in Gefahr begeben, sondern auch seinen Nachbarn, einen ganzen Häuserblock, eine Stadt gefährden. Sein Leichtsinn würde, auch wenn er keine unmittelbaren Folgen hätte, auf Grund der Gesetze hart bestraft werden und das mit vollem Recht. Es gibt aber noch einen anderen Krieg. Auch er wird im Dunkeln gelührt. Er Ist ungefährlicher und zugleich doch nicht minder gefährlich. Ungefährlicher deswegen, well er nicht mit Bomben oder Phosphorsäcken geführt wird, well seine verderblichen Geschosse nicht unmittelbar die Menschen treffen oder Wohnstätten In Brand legen. Man braucht vor ihm nicht In Bunkern oder Luftschutzkellern Schutz suchen. Und trotzdpm oder gerade deswegen kann er einem Volke gefahrlich werden und, wo es sich nicht zu schützen weiß, es zu Fall bringen. Von diesem Krieg, dem Nervenkrieg, wird heute viel geredet. Der Feind, der so oft großmäulig seine üftensivp verkündete, war auch diesmal so töricht, ihn vorher anzukündigen, über die schwedische Zeitung »Aftonbladet'* kommt aus London die Meldung, daß di« Gegner der Achse einen »Agitatlons-krieg ohne gleichen« planen, der Deutschlands moralische Zermürbung bewirken soll und zum Belege dafür, daß man wirklich etwas »Entscheidendes« plane, meldet die britische Nachrichten-guelle »Exchange Telegraph«, der englische Informationsminister Brandon Bracken und der Infoimationsminlster Roosevelts, Eimer Davis, seien mit Ihren engsten Mitarbeitern zusammen gekommen, um diesen Krieg vorzubereiten. Wir haben schon viele Agitationsminister des Feindes überstanden, einer zum Beispiel hieß Duff Cooper. Sie sind in der Versenkung verschwunden. Wir haben schon viele Lügen über uns ergaben lassen. Die deutsche Wehrmacht Seite 2 * Nr. 232 * FrcÜajJ, 20. August 1943 M\RBURGEff nSITUNO hat Ii« xarichlagea. Wir können auch übtr dlt &eu«rlich«n Ankündigungen hinw«ggeh«& Una genügt, von 2«tt zu Z«lt, an dlMen Krieg lu «rinnem, der vni Ja nicht unvorbereitet traf und auch dlMmal nicht unvorbereitet treffen wird. Daa deutsche Volk hat sich, wie man bei uns sagt, eine dicke Haut ange-tchafft. Sie mögen ihre Lilgenspeore dagegen ichleudern. Sie werden abprallen. Und wenn der Feind meint, es gäbe ▼•rwundbare Stellen am deutschen Volkikörper, lo »oll er sich gründlich täuschen. Denn dieses Volk, gewarnt durch aelne Geschichte, hat seine Vertrauensseligkeit abgelegt und laßt sich kein Geheimnis entlocken. Es wird auch lu verhüten wissen, daß Unbeachtsam-keit im Sprechen oder im Hören und Weitersagen, dem Feind den Weg füi seine Giftpfeile weist. Es hat seine geistigen Schützengräben länqst errichtet und Hegt in Deckung vor der zu erwartenden Lügenfiut, möge sie Gedrucktes oder Geflüstertes anschwömmen. Wo aber jemand »ein sollte, der sich mutwillig In Gefahr begibt, der wird darin umkommen. Der Phosphorkrieg Urteil einet denkenden Schweden tc Stockholm, 19. August Dl« schwedische Zeitung »Nya Daglig« All^anda« vom Mittwoch veröffentlicht (olgande Zuschrift: »Ich hab« die neuesten Berichte über dl« Wirkung der Phosphorbomben gele-Mn und möchte dazu Stellung nehmen. Dieee Bomben scheinen zweifellos ein» Erfindung der Engländer und Nordamerikaner gewesen zu sein. Wenn man auch heute davon apricht, daß die Deutschen llirerteltt England bombardiert haben, 10 muß doch festgestellt werden, daß die Deutschen nie Tausende von Phosphorkanistern über England abgeworfen haben. Im übrigen brüsten sich ja heute die Englhnder selbst damit, daß die Deutechen auch während der schlimm, tten Tage des BomtLardements Englands nie 10 viele und so schwere Bommen über England abgeworfen haben wie die Englinder in ein paar Wochen ftbei Köln und anderen westlichen Städten, Et tlnd Ja nun nicht die Deutschen, sondern ihre Feinde, die immer schöne Worte von Humanität u. dql. im Munde führen. Unter diesen Umständen muB man die englischen Phosphorkanister wohl alt einen Wächter der Humanität hGtrnchtPn. Das schwedisrhs Volk ist teit Beginn des Bombenkrieqes immer mehr durrh ungezählte arhspnfeindlirhe Propaqandfifilme, Propcinnndaausstpllm-gen, Vorträge u.dgl. mit den Folgen der deutschen Angriffe auf England gefüttert worden. Es weiß aber nichts davon, wie dieser Bombenkrleq dank der Kriegführung der Engländer und Nordamerl-knner sich zu einer wahren Ausrottungsund Terroraktion entwickelt hat. Es weiß nichts davon, daß sich der engHsrhe Rundfunk ständig mit der Anzahl der Toten der niedergelegten Wohnviertel brüstet.« Unterschrieben Ist diese Zuschrift mit »Einer, der nschdenkt.« Wortlose Trauci Die Beisetzung der Opfer in Paris tc Paris. 19. Autfust I Vor einer völlift zerstörlen Kirchc des ' •m meisten betroffenen Pariser Vororts' •landen am Donners*a(t Sär>te vor einem (Jroßer Katafalk, der mit Kränzen des französischen Staatschefs und der deutschen Resat unijsbchörden (Jeschmückt war. Unter Ftihrunj} des Icieijshlindcn Botschafters Scapini waren Abordnungen ; französischer Frontkämpfer erschienen. Die uniformierte Jutfend der Chantiers de la .Teunesse hatte die Ehrenwache übernommen. Für die französischen KrieiJsÄefaniJencn verneinte sich deren Führer Andre .Nlasson vor den Snrfjen. Rci der Traucrleier wurden keine Reden gehalten. Nach den Ki.Tnt'en des »Dies irae« sprach der Erzbi^choF von Paris. Kardinal Suchard. ein kurzes Gebet und setfnete die Tolen. In einem Falle hob der Kardinal für eine eln/iiip Fani He zehnmal die Hand r.iim Seiten Eine Frau hatte mit ihren neun Kindern beim laift* an({riff «ien Tod gefunden. Der Iranzösische »Soldatenitiönch« tc Paris, 19. Auiiust Der TOjährijJc fran/.iisi'iche Fcldi.'eiRtli-che Msßr. Mayol de Lupe tritt am Diens-taij seioe dritte Reisa an die Ostfront an, um dort die An^ehörii^en der fran'.ösi-sehen Freiwilli|{cnlcijion tu bctrruen Die bolschewistische Gefahr . erklärte der französische »Snldatenmonch •, wie ihn die Pariser Presse nennt, kann für Frankreich und Europa nur dann überwunden werden, wenn es noch MSnner jjibt, die für ein großes Ideal zu sterben bereit sind. Die an der Ostfront kämpfenden französischen Freiwillit'en sind auch die Franzosen, die heute sich als Miinner erweisen,* Die Zerstörun}£en m Mailand dnb Rom, 19, AujJust Di# Absicht de» Feindes, durch seine Luftandrifft kulturell wertvolle Bauwerkt zu varnichten und ]2leichzeiti|( durch Zerstörungen von Wohnvierteln auf die BevöllteruniJ einzuwirken, wird durch die vier LuftanjJriffe, die Mailand in den letzten acht TajJen durchzumachcn hatte, erneut bewiesen, so betont die italienische NachrichtenajJenlur Stefani, Außer den früher bereit» gemeldclen Zerstörungen rlniis um den Domplatz und dem Platz de» nunmehr ebenfalls ein Raub der Flammen gewordenen weltberühmten Mailänder OpernhauBCS Scala werden als weitere Opfer des feindlichen I.iifttcrmrs die Am-broiiianische Bibliothek die von Rramanta deschaffene Kirche Santa Maria Deila Grazie, die Brera-Pinakothek und andere mehr öennnnt. Ferner richteten »ich die AnjJrifte die Wohnviertel um die Porta Ticineae, V, Vifientina. Genova und Vittoria sowie ifetfen die Arbeiterwohn-häuser der Via Dobbio, Der Feind muss den Proviant kürzen Bestätigt# deutsche FeststtHungen übtr di« VerMnkungen im Mitttlmeer tc Lissabon, 19. August Nach der großen Geleltzugsschlacht östlich von Gibraltar macht die Bucht von Algeclra» den Eindruck, als sei der sonst so lebhafte Schiffsverkehr plötzlich gedrosselt worden. Es liegen in der Bucht keine abfahrtbereiten Frachter, nur die Zahl der Wracks hat sich stark erhöht. Nach dem Verlust der britischamerikanischen Handelsflotte Ist eine starke Stockung im Nachschubverkehr eingetreten, wie englische Kreise in Al-geciras berichten. Man habe mit erheblichen Verlusten bei der Landung auf Sizilien gerechnet, aber die Rechnung sei von der Wirklichkeit um mehr alt 50 V. H, überschritten worden. Brltiscb-nordamerikanische Angaben über die Zahl der Versenkungen seit der Landung auf Sizilien decken sich ungefähr mit der Meldung des deutschen Oberkommandos, der zufolge die Zahl der verlorenen Frachter sich auf 110 be- lief mit alntr Tonnagt Yon 1 521 700 brt. Es sei seit Beginn d«r brltlsch-nordame-rikanlschen Operationen Im Mittelmeerraum zum ersten Mal, daß man die Bucht von Algeciras im Zeichen angekündigter großer Aktionen so von Fahrzeugen ent* blößt gesehen habe. Die Auswirkung der Schiffsversenkungen macht sich bereits In Proviantkürzungen bei den Truppen auf Sizilien und In Algerlen bemerkbar. Auch die Versorgungsschwlerlgkelten in Französisch-Nordafrika sind, wie die dortigen Zeitungen berichten, ständig im Steigen begriffen. Das Land wird so gut wie gar nicht mehr mit Lieferungen aus Nordamerika bedacht, Die Bltttter beschweren sich täglich über das Ausbleiben von Zucker, die Verschlechterung des Brotes, das Fehlen der versprochenen Zündhölzer und vor allen Dingen den vollkommenen Mangel an Arzneien. — Gleichzeitig führen die Behörden einen vergeblichen Kampf -egen die stlndig tnstelgenden Preise und die weitere Verbreitung des Schwarzhandels, der sich mehr und mehr aller vorhandenen Nahrungsmittel bemächtigt. Englvidi Versorgungslage Bittgttnge nick den USA und Kanada dnb Genf, 19. August Englands Versorgungslage Ist offenbar doch nicht ganz so gut, wie die englische Agitation dies dem Ausland gern glauben machen möchte. Denn wie aus London berichtet wird, begibt sich ein Vertreter des Londoner Ernährungsministe-rlums in allemlchster Zeit erneut zu Bittgängao in die USA und nach Kanada. Dieser Abgesandte wird, »Daily Telegraph« zufolge, der parlamentarische Unterstaalssskretär Im Ernährungtminl-sterlum sein, der la erster Linie In verschiedenen Städten zum Thema »Lebens-1 mittellage in England« sprechen wird. Unbesfellbare Orden W§U tat in M§*r rntti tt^t mmi hirp manehtß G»h»tmnii, Ab» manchmal mf dlt Sttf auch Gehttmnt»$a prtti. Dann na-b«n Oelehrt* rticidieh $u tan and »i» könntn übfr das Walttn gtheimntsvoller Mächte nachdenken. Ähnltch mögen auch die marokkanh $chen Fischer an der Käite von Meltllt nachdenklich geumrden »*ln, al$ ihnen das Meer eint» Tages mtArtr« grate Kisten an den Strand trug, mngefällt mU nordamerikanischen Örden, von denen einige, mit Brillanten betettt, in dtr südlichen Sonne prächtig aufleuchtilen. Brust und Hals der nordamerikanischen Soldaten sollten damit geziert toerden, wenn sie in 14 Tagen, wie erwartet. Sizilien iiberrannt und die Beherrscher des Apennin wären. Nun sind Schiff und kostbare Ladung nom Meere verschlungen worden, ein deutsches Torpedo hat dabei nachgeholfen und die Ordenskisten umrden als »unbestellbar« irgendwo an Land gesetBt. Die Orden waren eben fär die falsche Adresse bestimmt. „Womit soll der Teufel die Hölle heizen..." .,. wenn ihm die Menschen das Gas wegnehmen?« — Warum die rumänischen Bauern den Bohrtürmen mißtrauten — Bukarest stellt sich auf Methan um Von unserem tc-Vertreter in Bukarest pl, Bukarest, Mitte August Durch die Straßen von Bukarest ziehen sich enge, tiefe Gräben hin, und auf Lastautos werden mächtige Stahlrohre von einem Ende der Stadt zum anderen gefahren Der Ausbau der Rohrleitungen ist in vollem Gange, durch die Rumäniens Hauptstadt mit Methangas, also mit Gas, das aus den Sümpfen und Waldtälern aufsteigt, versorgt werden soll. Statt Rohöl und Holz Bukarest erbringt für die Umsicht seiner Stadtverwaltung einen schönen Beweis, in dem es jetzt, mitten im Kriege, die Umstellung der Versorgung der Millionenstadt mit Licht und Heizkraft auf Methangas vornimmt. Bisher mußten die Dieselmotoren mit Rohöl getrieben werden, die für die Lichtversorgung den Strom lieferten, und zur Beheizung der Wohnungen wurde fast durchweg Brennholz verwendet. Beides hatte Rumänien im Überfluß Das Rohöl wurde aus den Petroleum-gebieten um Ploesti gewonnen und das Brennholz lieferten die unermeßlichen Wälder des Karpathengürtels rings um Siebenbürgen, Nun aber ist durch die Gebietsregelung mit Ungarn vom Juli 1940 der Waldbesit? Rumäniens zusammengeschrumpft und die Erträgnisse der Petroleumguellen werden für vordringlichere kriegswichtige Zwecke .benötigt. Da muß nun der Reichtum Rumäniens an Methan- odei Sumpfgas in die Kraftwerke der rumänischen Großstädte geleitet werden, und an Stelle von Rohöl und Brennholz übernimmt das der Erde entströmende Gas die Aufgabe, elektrischen Strom und Heizkraft für Industriebetriebe wie auch für Wohnstätten zu liefern. Als die Erde bebte Mit der Ausnutzung des Erdgases Ist es anfangs nicht ganz glatt gegangen. Das Sumpfgas, das im Bereich det Pe-'.roieumfelder gewonnen wird und etwa reines Gas enthält, bereitete keine Schwierigkeiten. Da gab es gut ausgestattete und erprobte maschinelle Einrichtungen! es gab erfahrene Ingenieure, die den Enden der Petroleumgebiete kannten und mit ihm umzugehen verstanden. Das Methangas aber, das in den WaldtSlern Mitfelsiehenbürgens vorkommt und fast völlig reines Gas ist. wollte sich nicht so leicht einfangen lassen. Zu seiner Ausnutzung wurden die ersten umfangreichen Arbeiten während des vorifjen Krieges in Angriff genommen. Zur gleichen Zeit aber traten in Siebenbürgen heftige Erdbeben auf, die eine Zeitlang allnächtlich die Einwohnerschaft buchstäblich aus den Helten warfen und ins Freie jagten. Die Bevölkerung brachte die Erdbeben mit den Bohrungen nach Erdgas in Zusammenhang und setzte Stein und Bein in Bewegung, um die Regierung zur Einstellung der Bohrungen zu veranlassen. Die zünftigen Geologen mußten selten-lange Zeitungsartikel und umfangreiche Broschüren schreiben, um die Öffentlichkeit zu beruhigen, daß nicht die Erschließung des Erdgases die Ursache der Erdbeben sei. Ein Höllenscbausplel Wenige Jahre nach Kriegsende hielten wir uns in dem kleinen Badeort Baassen bei Mediasch auf. Dort war eben ein kleiner Methangus-Brunnen In Betrieb gesetzt worden, der den Badeort mit unentgeltlich geliefertem Gas versah Die Gartenanlngen de» Bades erstrahlten die ganzen Nächte lang In märchenhaftem Licht, und in den Küchenherden des Dorfes brannten Tag und Nacht die Gasflammen. Nun sollte neben dem ersten kleinen Brunnen ein größerer erschlossen werden. Von unseren Fenstern sahen wir m das buchenumkränzte Wiesental. in dem spitz aufragend der hohe Bohrturm stand. Eines Morgens aber war der Buhrlutm einlach weg. Er war mit dem ganzen Bohrgerüst und Gestänge in die Tiefe gesunken. Nur ein Tümpel gelben Wasser» verriet die Stelle, wo gestern noch det stolze Turm gestanden hatte. Die Bauern von Baasen aber meinten, der Teufel habe den Turm mitsamt der ganzen Bohranlage geholt. Womit solle er denn seine Hölle mit den ganzen Röstanlagen für die verdammten Seelen hetzen, wenn ihm durch Ableitung dn« Erdgases der Brennstoff entzogen werde? Die Bauern waren auch sehr dagegen, als die Bohrungen bald wieder aufge nonimen wurden. Sie meinten, dem Höllenraum unter ihren Füßen tolle der gewohnte Heizstoff erhalten bleiben. Daß aber bei der Verteidigung des Erdgases gegen Ableitung in andere Landgeblete In Wirklichkeit der Teufel die Hand im Spiele hatte, das merkte man bald darauf, als In einem Waldtal zwischen Mediasch und Großprobstdorf ein neuer Methangas-Brunnen erschlossen wurde. Die neue Quelle erwies sich als überaus ergiebig und ununterbrochen strömte in den Leitungsrohren das Gas nach Mediasch, wo es in engere Rohre gefaßt und den Industriebetrieben und Haushaltleitungen zugeführt wurde. In einer Augustnacht aber gab es einen gewaltigen Krach und eine Erschütterung, die In weitem Umkreis die Fensterscheiben zerschmiß. Im gleichen Augenblick loderte an der Stelle des Gasbrunnens eine Feuersäule von etwa 70 Meter Höhe zum Himmel. Da war es klar, daß der Teufel die Gasquelle Heber selbst angezündet hatte, als daß er sie gutwillig den Menschen überließ. Vergeblich wurden diesmal die Wissenschaftler wieder herangeholt, die erklärten, der Brand sei daduich entstanden, daß durch den Gasdruck Kieselsteine in das Stahlrohr der Bohrleltung geraten seien, die bei der Reibung an der Bohr-wand Funken gegeben und dadurch die Zündung veranlaßt hätten. Gebändigte Gewalten Nun begann ein sonderbares Leben in dem Land, das auf viele Kilometer im Umkreis die ganzen 24 Stunden taghell erleuchtet war. Für die Bauern, die mit der Ernte und den Arbeiten In den Wein- gärten beschäftigt waren, hatte der Arbeitstag keine andere Grenze mehr, als daß sie vor Müdigkeit schließlich hinfielen In den Nächten fuhren Kolonnen von Kraftwagen aus allen Landestellen heran, -und staunend betrachteten schwarze Menschenmauern rings um den Talkessel das gewaltige Schauspiel der Feuersäule, die mit einem Durchmesse? von etwa 20 Meter sausend in die Höhe schoß. In dichten Schwärmen flogen Wildenten, Tauber, Reiher und andere Zugvögel, vom Feuerschein angelockt, heran! sie wurden von der Glut ergriffen und sanken taumelnd in den Feuersrhlund. Welthin leuchtete das blendendweiße Fanal, aus über fünfzig Kilometer Entfernung konnte man die Feuersäule sehen, die sich in gleichen Zeiträumen hob und senkte. Nun l»t schon lange die Widerspenstigkeit des Gases gezähmt, seine Kraft in den Dienst schaffender Arbeil gestellt Aus 45 Brunnen Siebenbürgen» strömt das Methangas In die großen Rohrleitungen, die es aus dem Zentrum von Mediasch nach Hermannstadt und Kronstadt und nun bald auch nach Bukarest bringen. Bei gewissen Industrien, die hohe Helrkraft benötigen, wie Glasbläsereien. Emaillefabriken, Schweißanlagen usw ist heute das Methangas kaum mehr wegzudenken. Seinen wohltätigen Wert «Is billige und ausgleb'ge Heizkraft aber wird die Großstadt Bukarest bald kennen lernen nach zwei Wintern, die durch Mangel an Brennholz der Bevölkerung schwere Tage schufen. Blut in Pulverform Es retiete schon vielen Soldaten und Kindern das Leben ndz Berlin, 19. August Schwere Ausblutungen, Verbrennungen, Erlneruiifjen und Nervenschocks können dann zum Tode führen, wenn durch bedeutende Blutverluste der Blutdruck bedrohlich sinkt. Hier hat nun dia dfutsche Wissenschaft in diesem Kriege einen VVeg gefunden, der vielen Soldflten das Leben rettet: die Serumkonserve. Wenn von unseren Verwundeten in tliesem Kriege erheblich mehr (nämlich zwischen 80 und 90 Prozent) als im eisten Weltkrieg wieder soweit hergestellt weide, daß sie zur Truppe /urückkohien können, Ist das ein überzeugender Buweis lür die qroflen Erlolge dpr deul,scben Wohrmedizin, insbesondere der Kric-gschiruryie, Blutiiber-tr-igunqen sind unter den oft primitiven Verhciitnissen der Front meist nicht aus-'iihrbar. liier hat sich nun das au» dem Hlut gewonnene Serum, das lebensnotwendige Salze und Eiweißstoffe enthalt, dls voll wirksam erwiesen. Diese Seruin-konserve gfhl in flimsiger und getrockneter Forin zu Tausenrlen von Ampullen an die Front und hat schon zahlreichen Schwerverwundeten das Leben erhalten. Sie Ist nämlich in getrockneter Form unbegrenzt haltbar und einfach In der Anwendung, Ein weiterer Vorzug besteht darin, daß die Serumkonserve ohne Rücksicht auf die Blut-Gruppe, der der einzelne Mensch angehört, gegeben werden kann, Neuerdings hat sie sich auch in der Kinderheilkunde bewährt. Kleinkindern, die an lebensbedrohenden Verdauungsstörungen litten, konnten durch die Serumkonserve wertvolle Nährstoffe zugeführt werden und sie blieben so am Leben, Das Institut der militärischen Akademie, In dem diese Forschungen zusammenlaufen, beschäftigt sich weilei mit Fragen der zweckmäßigen Ernährung unserer Truppe unter den verschiedenen klimatischen Bedingungen, wie in den Tropen und im Hochgebirge, Di« Leistungsfähigkeit der Soldaten hängt wesentlich von ausreichender und richtiger Ernährung ab. In den Laboratorien des Instituts wird durch Messungen una Analysen untersucht, ob die entsprechenden Voraussetzungen der Soldaten-ernährunq gegeben sind. Der verunglückte Flussübergang Das schaurige Ende eines bosnischen Bandetihaufens deutschen Annreiler entrinnen zu können, In schauriger Wildheit kämpften die von den Booten Gestürzten mit den vom Ufer, den führerlos flufitibwärfs treibenden Kähnen Zustrebenden vergeblich um ihr Leben. Vielfach rissen sie sich gegenseitig in die Tiefe ihres nassen Grabes Das war das furchtbare Ende einer gefährlichen Horde des bosnischen Kom-munistenhäuplings Tito. Ihr Schicksal hat sich mit der Raschheit eines plötzlich hereinbrechenden Sturmes erfüllt. Kriegsberichter Othmar Merth PK Die Verfolgung kommunistischer Plünderei die nach der Terrorisierung eines Dorles in Nordbosnien vor anrük-kenden deutschen Truppen Fersengeld (jegeben hatten, erreichte ihren dramatischen Höheininkt an dem großen Fluß entlang der Landesgrenze, Das breite Wasser war tüi die fliebeoden Banditen ein schweres Hindernis. Ehe sie in Booten die am Strand herrenlos lagen — die hier siedelnden Bauern halten sich vor den Kommunisten im nächsten Ort in Sicherheit gebracht — übersetzen konnten, waren unsere Tru^nen an das Buschwerk vorgedrungen, das der Bande hart am Ufer noch Schutz zu geben vermochte, Dann aber setzte die große Abrechnung ein. Noch während die ersten Banditen die Boote bestieoen und, gegen die anstürmenden Feldgrauen verzweifelt feuernd von Land abstoßend ihren letzten Fluchtversuch begannen, ergoß sich über sie der dichte Geschoßhagel mehrerer MG, Was dann geschah, rollte in wenigen Minuten ab. Das ruhmlose Ende der Bande vollzog sich so rasch, daß nur kaum eine Koinoanie zum Einsatz kam. Was nicht schon an Land gefallen oder verwundet liegen geblieben war, fiel ins Wasser. Wer in Booten keinen Platz mehr gefunden hatte, sprang, Rettung vom Fluß erwartend, in das Wrisser ohne indessen dort, wie auch jene In den Booten, dem vernichtenden Feuer der dz Die Zahl' der Rundfunkteilnehmer in der Slowakei betrug. Ende Juli 129 834. dz Erhöhung der Flelv^hration. Das rumänische Wirtschnftsblatt »Argus« begrüßt die neue Verfügung der Regierung über die Erhöhung der Flelschra-tlon In Rumänien. Die Erhöhung der Fleischration und die Aufhebung der Schlacht- un(} Transportbeschränkungen werden fOr die Viehzüchter einen neuen Antrieb zur Vermehrung ihres Viehstnn des bilden dz Starker RQckganq der Flecktyphus-fälle. In der Zeit vom 1 bis 15. August wurden in der Türkei 53 Flecktyphus-fälle, daninter t8 In Istanbul, verzeichnet, wie aus Ankara gemeldet wird Diese Zahlen lienen weit unter denlenfgen, j die wählend der ersten Hä'fte des Monats Juli festqoslelM worden waren. HandelsschiU torpediert Fünf Spttflres abgeschossen dnb Rom, 19, August Der italienische Wehrmachtbericht vom Dqnner»tag meldet unter anderem; In der Schlacht um Sisilien, in dar mit »o viel Hartnückiiikeit der italianitohan und deutschen Divisionen gekämpft wurde, haben sich besonders die Marine und die LuftwaHe au»'bezeichnet, die »ich ebenso im Kampf selbst als in der schwierl-I jlen Plift»c der Evakuierung der Insel her-I vortaten, Untere Torpedoflu^zeutfe griffen In dar Höhe von Biserta einen Ueleitzutf an und torpedierten Im Gebiet von Kap Passero ein Handelsschiff. Unsere Ja(|dflici!er schössen in Luftkämpfen fünf Spitfires ab. Vor diesen Operationen kehrten drei unserer Fluifzeuge nicht zurück. Der Feind unternahm Antfrlffa auf Ortschaften in den Provinzen K^dio di Ca-labria, Neapel und Ca^liari. Durch Flakfeuer wurde ein Flugzeug zerstört, das in der Nähe von Santo Antioco ins Meer stürzte. i Flugzeuge gegen Luidiiiigfboote dnb Tokio, 19, August Bei einem erneuten vernichtenden Überraschungsangriff gegtn den Feind, der im Morgengrauen det Dienstag einen weiteren Versuch unternahm, auf Vellalavella (Salomonen) zu landen, griffen Einheiten der japanischen Marinelultwaffe ungelfihr zwanzig feindliche Landungsboote und ein großes an der Kfiste von Biloa vor Anker liefjende» Fahrzeug an; da» große Frachtschiff und sieben Landunganoote wurden i von den fapanlschen Flugzeugen sofort versenkt, sieben weitere Barken »chwer beschftdigt und die Landungtanlagen an drei in der Nfthc liegenden Landungtttel-len in Brand gesetft. Unsere Kurzmeldungen dnb Emlgrantengeaeral aal SIiUUm gefallen. Bei den Operationen auf Sizilien ist der Kommandeur des 19. Armeekorps, der französische Bmigranten-general Louis Maria Koeltx, gefallen. rd Der ichwedltche JnstlHilBitter Westmann hat, nunmehr endgültig den Wunsch geäußert, aus der Regierung auszuscheiden. Die Frage der Nachfolgeschaft soll in den nächsten Wochen geregelt werden. Minister Westmann ist seit längerer Zeit krank. tc Geheimnisvolle Bonbenexplotloa. Am Donnerstag früh explodierte auf einem Platz im Zentrum von Stockholm eine Bombe, wobei eine^ Feuersäule In die Luft schlug. Menschen kamen dabei, soweit bisher bekannt ist, nicht zu Schaden. Ein Mann, der die Bombe geworfen haben soll sowie einer seiner Helfer wurden nach längerer Jagd durch die .Stadt ve.liaflet, ' tc Das HQndem In Kriegszelten wird jetzt auch In Frankreich mit dem Tode bestraft. Ebenso wird auch derjenige mit dem Tode bestraft, der in einem vorübergehend verlassenen Raum oder Gebäude odei in einem teilweise zerstörten Gebäude einen Diebstahl begeht. dz Eine finnische Wlrtschaftsdelega-tlon ist, von Sofia kommend, in Bukarest eingetroffen, Sie beabsichtigt, die rumänische Lebensmittelindustrie kennenzulernen im Hinblick auf eine Intensivierung des rumänisch-finnischen Handelsverkehrs, tc Eine Keramikfabrik niedergebrannt. Die bedeutende Keramikfabrik Santa Luzia bei Lissabon brannte nm Dienstag vollständig ab. 300 Arbeiter sind beschäftigungslos geworden. Die Schäden übersteigen .5 Millionen Escuden. tc Die iranische Regierung hat einen nordameriknniscben Offizier zum Direktor für all(iemeine Sicherheit auf iranischem Gebiet ernannt, tc »Palästina gehört uns«. Zum Gene-ralkommissar für öffentliche Erziehung wurde In Palästina Dr, Solobeitschik ernannt. Seine erste Aufgabe Ist die Reorganisation der Lehrmethoden In den iüdischen Schulen und die Einführung der Geographie des neuen jüdischen .Staates in das Lehrnrogramin Ein neues NationalMed unter dem Titel »Palästina gehört uns« wird in allen Schulen gelehrt. dnb Wegen Mordes verurteilt. Der Sohn des fniheren mexikanischen Präsidenten Ortiz Rubio wurde wegen Ermordung des Gouverneurs des Staates Mexiko 'm März d. J zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt. Orurk u Vorlog Mflrbiirqer Verlngi- a Druckerei-mbH— B Zell «II An7r>u)i>n die Preiillit« I4r t vom 10 April 144« qOlllg Auilnll d«i Llsfflrund dAi RlflUf* hftlntrct Gflwiill idpr B«lrlobsBtAning gibt keinen Anipriirb aitt Rü< kzätiliing des Rerugi- f rMNAKfiUau£a. ZüllUNG HiMltiäu hlkästtutu In gesicherter Position »Auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege«, von dem Jeder längst weiß, daß ei der Weg Über das Zeitungsin-•erat ist, sucht heute mancher den Le> bensgefährten. Er ist im Lauf der Jahre ein Weg wie andere geworden, in der Tat keineswegs mehr ungewöhnlich — wer von uns kennt nicht die eine oder andere glückliche Ehe, die so zustande gekommen ist. Manch einer auch macht »ich, ohne telbgt »beteiligt« zu sein, ein Vergnügen daraus, gerade diese Sparte in seiner Zeitung nachzulesen. Und dabei fällt llim auf, welch große Rolle in fast allen diesen Anzoigen die »gesicherte«, zumindest aber die »qute« oder »auskörtun-liche« Position spielt. Gewiß werden auch mancherlei andere Vorzüge gerühmt oder gewünscht,.je nachdem, etwa der »warmherzige Charakter«, dem es zudem nicht an »beträchtlichem Barvermögen« mangelt, oder die »Größe nicht unter 1,70 Meter«, gepaart mit »hausfraulicher Gute« und »Interesse an Musik«) aber während hier der Variation kaum Schranken gesetzt sind, erscheint die »gesicherte Position« als das stets Wiederkehrende und Gleichbleibende, Wieso eigentlich, fragen wir uns, denn gerade sie sollten sich die künftigen Ehepartner doch erst gemeinsam erwerben! Bitte, man miflverstehe uns nicht: weder wollen wir die wenigen Genie« zitieren, die es nie zu solcher Position gebracht haben und doch Ge-^ nies waren, noch möchten wir sozusagen einem generellen Leichtsinn das Wort reden; doch wir meinen halt, daß hier die materiellen Dinge vielleicht etwas überschätzt werden. In einer Zeit zumal, wo selbst dem Zivilisten eine einzige hcimtflckisrhe Bombe über Nacht nicht nur die »Position«, sondern Existenz und Lehen rauben vermag und wo es sich vor unseren Augen tagtäglich erweist, daß die starken Herzen mehr aushalten als die stärkste — Position, Pflichtappell in Cilli 500 rot« Mitgliedskarten überreicht Im Festsaale des Kreishauses fand am Mittwoch, den 18. August, ein Pflichtappell für die Parteigenossen und Parteigenossinnen aus 22 Ortsgruppen des Kreises Cilli statt. Gleichzeitig wurden an mehr als 500 Männer und Frauen die-■er Ortsgruppen die roten Mitgliedskarten des Steirischen Heimatbundes verteilt. Nach der Meldung durch Füji-rungsamtsleiter Flaser spielte das Cillier Quartett das Andante von Haydn, worauf gemeinsam das Lied »Nur der Freiheit gehört unser Leben« gesungen wurde. Hierauf sprach Kreisführer Dorf-raeister. Es sei jetzt die Zeit, wo sich Jeder bewähren kann und muß. Jetzt werden Männer und Frauen mit storken Herzen aufgerufen, die auch noch den Kopf hoch tragen, wenn es hart auf hart geht, und voll gläubiger Zuversicht dem Führer vertrauen und an den Endsieg glauben. Deutschland ist überall dort, wo starke Herzen sind. Jeder Parteigenosse hat die Pflicht, wo immer er auch eingesetzt sei, zu führen, aufzuklären und den Gerüchtemachern entgegen zu treten. Wir haben allen Grund vertrauensvoll in die Zukunft zu blicken, rief der Kreisführer aus. Begeisterter Beifall donkte dem Kreisführer für die mitreißenden Worte. Während vom Quartett das »Drichsteinliedv« gespielt wurde, (Iber-reichte der Kreisführer dm Ortsgrup-penführern die Mitgliedskarten,* die dcinn den Kamer.nden und Kameradinnen ausgelinndigt wurden. * Drei Gewinne /u 50 ÜOO RM. In der Varmilte<|szichunq der fünften Klasse der neunten deutschen Reichslotterie am 19. Aunuät fielen drei Gewinne von je 50(100 RM rtuf die Nummer 69 901, Vier Kriege milerlehl. Ein seltenes Jubiläum beging mit ihrem 102 Gebu'rts-tdq die Witwe Kathiblte ihnen der Waldcrbiilmeister von der nnt<;'rbiinn und Geschfchte der Schule Um ein Fripbnis reicher mit viel Sonne und Frohsinn kehrten sie wie-^Vr in d:e tIntersteiermarV. * StraniMisdnimlung nur am Samstag und Sdnntag. Die zweite Straßensamm-iung deh Kriegshiltswerkes tui das Deutsche Rote Kreuz wird am Samstag den 21 Aunus» und Sonntag, uns der Name dieses Tales sofort ver- Form. Aus nicht bekannten Gründen Aunust durchnefiibrt Abzeichen ständllch: Es ist nämlich wirklich wurde dann abei das Bergwerk wieder werden nicht ausgeqeben Es wird aus-»krump«, wie der Steirer statt krumm aufgelassen .drücklich darauf hingewiesen das nur das Berywe,. , ™ d'rS Eisenerzer Reichensteines empor. Der c" ffml p '"i'' j Ofijähriqer GoHscheer gestorben. In See ist ein sogenannter Schneesee. er r k-" ;Tschernutsche bei Haselbnch, Kreis wird durch die,abtauenden Schneejnassen im Gebirge nichi gearbeitet wer-| R^nn veis»arh im selten hohen Alter immer wieder gespeist und versiegt amh Zentner .von 96 Jahren der aus Mitterbuchberg bei im heißesten Sommer nicht. Ein Wasser- /® Quecksilbers Damals stand am NVsseltal umgesiedelte Matthias Deutsr h-fall stürzt sich von dem See über 1 eine Knappeiihutte und ein rnann Der Verstorbene war ein re'^ht Felsen und w^ tio.ßine, Z-mmermann und bei seinen Krumpenbach, der in den Vordernber- aufgebauL D.e Zubringung des Zinnober Landslenten sehr beliebt Viele Kinder, Engerbach mündet. Die meisten, die dieses ^""umpenhals zum Krumpen kel und Urenkel trauern -im d«n Ve.-romantische Tal durchwandern wissen storbenen, dessen um ein-ae F.hrp jün-wohl nicht, daß schon vor Jahrhunder-, mau das Zmnobergestem hinauf^ nero GaH'n atu h noch am Lehen ist ten hier ein wichtiger Verkehrsweg''^^®' vier knappen Abreinkalrnder für blinde Soldaten. Ende der vorjicschrlcbcncn Verdunkelungszeit. Der Ernstfall, der »Luftalarm« wird durch den auf- und abschwellenden Sirenenton in der Dauer von elnfr Minute gegeben. Während dieser Zeit heult die Sirene ununterbrochen, ohne Pause ■ In diesem Fall sind d^nn ollerdings unverzüglich die wohl allen bekannten Maßnahmen zu treffen und die Luftschutz-räume aufzusuchen. Für Reisende sei bemerkt, daß sowohl bei der Luftschutzwarnung wie bei Luftalarm die Züge tm-ter Umständen vor der tahrplanmnfli>Jen Zeit abgelassen werden und in die S'atio-nen nicht einfahren, sondern auf freier Strecke halten In beiden Fällen, bei der Luftschutz-warnung und beim Luftalarm, ist das oberste Prinzip: Ruhe bewahren! Wer die Nerven verliert, schadet nicht nur sich selbst, sondern auch der Gemeinschaft, denn undiszipliniertes Verhalten steckt bekanntermaßen an. Nun noch ein Wort über die »Bombenflüstcrer« Das sind jene, die nach jeder Luftschutzwarnung wissen wollen, daß Graz bereits ein Trümmerhaufen ist oder der Eljiditunnel eingestürzt ist. Auch solche, die mit e'ner wichtigen Miene verkünden, dafl für die kommenden Stunden ein Großangriff zu erwarten sei. Solchcs W'ssen «:ie immer aus »ganz ztiverlassiger' Quelle Hören wir an diesen Schwätzern vorbei oder besser noch, stnpfpn wir ihnen den Mund Wenn es auch noch so dumm ist was sie — sicher nicht aus Bowill-'t^keit — plappern, sie vprSreilrn Hnrtthe Verlassen wir uns einziC und allein auf unseren vorzürtl'ch orttHnlsierlen luft'clnitz und auf jene Männer deren «charrp Au-t?en im ganzen weifen R^icli und an den Fronten den Himmel abspähen, um die Meldunrf einer G^f^hr rechtzeitirt zur Heimat abgehen zu können Vnn de'' Kurtaxe bnfreit Nach einem Erlaß des Reichsminister^ sind mit Wirkung ab 1 Auou«! Bomben geschädigte und solche Personen die vorsorglich umquartiert sind un^ eine Abreisehescheinigung der Gemeindebe hörde ihres Wohnortes besitzen von der Zahlung der Kurtnxe befreit Wegen der Entsrbäf'irrung der Fremrtenverkehrs'if» meinden für die dsdurrh entstehenden Kurtaxenausfälle ergehen noch wpitore Weisungen. Quecksilberfieber in Obersteier Auf den Spuren alter Bergwerke am Fuß des Reichenstein führte. Es war der Fußsteig der Berg- bearbeiteten Schwierigkeiten machte Um iuch erblindeten Soldaten die Mciq- knaonen die >»vor dem Bera« — womit auch die Beschattung von lirhkeif ni m'ben sich liher das Datum der Erzberg gemeint wa"-- wohnter. Schmelziet„rten uul die Zeit de. Sonnenautgannes und Un- Aus dem »vor dem Berg« entstand dann Kfumpensee Man verweridtjte da/u tergange^ und andere Dincje zu onenfip. der Name des Marktes Vordernberg :Krummholz 18.3« ren ist Abre-ß Kalender mit Rlin Die Knappen gingen nun auf diesem he- | ergiebige Bergwerk an e^nen denschrift erfimden worden Ausne schwerlichen Pfad über den Reichenstein 'Apo heker verkauft _ dann wdhlte ^pn.^he für leden Tan au Po i- verfiel es und an Stelle des ernst so re fik unri Ge^. h rhte und ein qe«chirh»li gen Treibens ruht heute in niaie-Jtat! eher Anhand vervollständinen liefen scher Dorgeiusdinkeil dei grüne Almsee Abreißkalenr'ei dei sjcher n'^o'^en AnHans Auer klano finden wird zum Erzberg. Auf dem sogenannten »Krumpenhals« stoßen wir auf merkwürdige Gebäudo-reste und Mauerspuren. Nun durchsuchen wir die Alm genauer unri finden auch Stollengänge. Seit Jahrhunderten wurde hier schon nach Erzen gegraben. Die Stollenstrecken sind »genestelt«, das heißt, mit Schlegel und Eisen in den Stein hineingetrieben. Sie müssen also schon vor der Erfindung des Schieß-pulvcrs gebaut worden sein. Und hier stehen wir an der Stätte eines einst blühenden Quecksilberbergwerkes. Heute ist es still hier — aber vielleicht schlummern noch ungehobene Schätze In dem Gestein Dieses Bergwerk hat eine seltene Geschichte Schon vor Jahrzehnten interessierte sich der jetzige Bürgermeister des unweit liegenden Markte» Trofiach, Hofer, für das Bergwerk, konnte aber die verschütteten Gänge nicht finden. Nach dem Weltkrieg hatte die Krumpenalm wieder recht sonderbare Besucher Männer mit pendelnden Weidenzweigen durchstreiften die' Gegend — tatsächlich wurden auch mit der Wünschelrute die Stollenstrecken des alten Quecksilberbaue? gefunden. Vordernberger, Trofalacher und Loobner Bürger bildeten nun eine Schurfgesell-schaft, die zehn Jahre lang dort nach Zinnober grub. Er wurde auch gefunden und zwar, eine sehr seltene Erschslnung. In »Schnüiwi«, In rein kristallinischer Aufnahmr Sleilen-!.ichCirt* In den Wänden des Relchenstcin sind viele Spuren uralter BerjJ- werke zu finden JJie Spfufff fflr flan Detttseliv Kote. IxrcHZ kommt ffenhämptenrfeH V/ifem und Söhnen zpffufe. lür sie ist Arhtc Sum tue zu hoch Strassensammlungr am 21. und 22. August i Seite 4 ♦ Nr. 232 ♦ FrcUajJ, 20. Au^uit 1943 MARBURGER ZCITyNO Sonderabteile der Reichsbahn In ein«Tn in der Nähe de« Gepäckwagen» lautenden Wagen der D- und Eilzüge hell die Deutsche Reichsbahn lie-kannllich hesoariere Ahleile Ii!. Klasse für Srhwprkriegsbpjchädiqte sowie (ür Mutter und Kind eingerichtet. Auf viel-iachen \Vun«ch wird künltig auch ein besonderes Abteil II. Klasse iür Schwer-kriefj!.be8rhädigte mit Berechtigung zur Benut7ungcnkldSse und cm Abteil fl. Klasse für Mutter und Kind voigost'hfn. Die Wagen werden «iuöer-li(h durch besondere Aufslecksthllder auf dfn Einrichtungsschjldern gekttin-7et(hnet, Die Autsteckschilder tragen drts Zrichen der NSKOV sowie das der NSV. In dieiioii Sondprabteilen ebenso wie in den lünigt^n in dm Zügen eiiujririch-fetrn Sonrirrnliloilrn dürfen die Ireipn Plätze vnii unberechtigten Reisf^ndon nicht eigonmäfhtig belegt werden, Die 7iiweien, wenn bpvnrTf htigte Reisendr die Plül.£e hnpsip'iirhen * Reqlerunqutdl Prof. Max Halfler gestorben. Am M. August fand in dlloi in fi' iv d'«' Totciileior des n>irh kiU/tf'T K''mkhr;l im AltiM von 71 .!üh-rr'n pVil/lifh r'cstorbcnen Rff(iorun'|s-rnieei Pro!. M i\ flililor sMt( ll.iUier «'"nm?c tiu* Dteiiden, Ms Turnlrhier V,* IT ei an veisrbiedenen Mitlelifhiil'''n tfif'g. Vr>!hcr lohte er einige Jahre in V^^rbing an der Drau, dann war et Turn-p-f>fessnr in Clraz und Fürstenfeld. In dT v'iiki^rhpii 1 urnlirwenuiig war er r--tlos lal ri erwarb sich Htiifler '' -len ih Sloinw uid Iiei Dnutsrh- b' V "1 und Ir.;! riem Deutsrhen Turne-hund !Ti. ')em et dis Obortiirnwiirt b'< vm wrni(]('!t .1 ihren dnoehnrie, Tedesfall tn <"1111. /\iif dem stiidiischen F^iedbol in f'Mli wurde am Dicn5>fog r-(Hi .Iineerh l" heHiesetzt Die TP U li erst iii Iiilue rill und rrrhörle iils eine der lleiß.n'ilen Mjlarbei-f^f'nnen flef'no<.;,en auch Cine Abnrrl-nur.n lie: f") t-.')itinpeniühiun(| teil fni ^ ■'1111 n des Orls'Tiipoenfiihrer'j ndhni 7 lif>nfnh leus'b vnn fiel Verstorh'^-nrn Abwlifd H' dankle ihf tiir die nu-tf v|rpiui r|(> \fii irhei! ufMi entbdl ihr den le' n C iifl i|i • OrfsfjMiDne St hl<>''ib'M q Der lono. im \IlU^erelhoIung^• hrlm. Im NSVAInthTethdUmiishejin Spill! am S inmerinci lind dieser Ttiiie de nrUie Miii'ei nderrna»^ken n^rh rntwiiifiii rle« Obrrposlb.UjrtiU Kreb (Krakau) lifwins Die M;irke zu 'J4 ?() nroirb«''!! — rot, Turhhallen in Kr.^kaii — ist bereits /:u den Feierlichkeiten am n August erschienen) lie witI 7nn#»rh*t nur auf der Fe!dpo«(k/irte d'^r NSDAP /nsanimen m't dem Sonder-nfempel abgefioben Die ftlldemeine M)-ff«be an den P'islsr h ili''"IU sirifi. ) WIRTSCHAFT UND SOZIALPOLITIK Englands Baumwollmonopol zerschlagen Wir hören im lUindfiink FrtlU|, 20. Aiiuil RticKHtMdcrt UV-II nptchv.in|!tr KUnfF «u« Op»r und Knnrcrl, 12.JS-» 12-15 tlff flrri'lil ?uf -14 l.jrd und KikvkniM.^ik 17 11 Iii* lÄ.Wi Bunl^r M*lndi*nr«ijin. Ifi ln-l*'. Der Z>H-• pi»|«l. l'IS-tn.jn. Irnnlhoiuhtc. I'^l—!(1: Dr Crnf Ktirll-.^rtiknl -Dit Rrililiilon dt« Kncitm' 21 ?0 -21: I;nlrrhi1lunii Ilfulc »hi-nd tifi miri 21 ■•?2 Muiil* III« Opcrtirff«. DtaUchlaadicndtr: 17.15 11)0 Sinlomaihii. Kofljrrli Richard Mfiri Thor X'ilin Hci'«r 20.13 21: Slr*ic1iail»rU"lt P-Hwr vnn ru-Cthnvpn t.SlruirU'll), II • 22' 'Pctcr Schmoll Die Bdiimwollp ist ßiner der begehrtesten Rohstofift; e« rnlsprach. also der plutokratitchen Weltordnung, daß die Briten auch dieses Geschäft im wesentlichen unter ihre Kontrolle brachten. Lange war es England allein, da» das Weltmonopol für Baumwolle besaß und aus dem »weißen Gold« große Profile 7og, Lancashire, die englische Grafschaft an der Irischen See mit den Städten Vlanrhester, Liveipool, Lancaster und anderen, wo sich die von Cnfjländern erfundenen und eifersiichiig gehüteten feinen Sp.ndeln der Baumwoll«pinnereien drehten, wurde zu einem Be.grilf für di» Welt und /u einena der miichligsten Ein* flußzenitrn dos Empire In der Londoner Politik wuulc oft das Wort wahr: nWas L'iiirashire htule denkt, tut England morgen." V(?rIorene Weltmärkte Al)er wie so Vieleft, so ist in diesem Ki.erfe auch das britische flauniwolimo* nopol enflgiiltig /.erschlagen worden. Da rlor Rauinwüilatib.iu klimagebunden und sonnonril)hcingi(| ist, scheidet die feucht-nasse liritische Zone aus Die Einfuhr der Rohbaumwolle nach dei Insel wurde vor «^ihnn aus Indien, Ägypten und dem ^udan hc'rirbtn In verarbeitetem Zu-btdiule gingen dann die butlschen Baum-woller7.eugnis(ie in alle Welt. Der gegen-wärligt' Krieg hat diesen Austausch stark geslört. Infolge des Tonnägemunnöls und riei von Dinitst hbiiid durchgeführten InneilibK kude slrht Lancashiie nur ein TeJ rief fricd('ii«niärtitirn B.iumwolleiu-luiircn /.ur Vcdiigung. Weyen der kriegshedingten Schwierigkeiten ist aber auch die Verarbeitung dieser geringen Mrnqei' oft nicht mriglich, so daß schon dir> Inlrinr'sversorgung in Baumwolle sehr kni'pp ist, und soeben kündigt D'il-Ion, (l-M Präsident fies Unndelsamts, an, (iaPi d e iiin I. Septemliet hertiuskoin-nieride neue Kle deikurtc weitere Punkt-rib.>tnthe luingen werde Unter diesen (Jmsttinden — und ehentallfi wegen des ronnaqeiniuine's — ist in eine britische RaiiniwoHauifuhi kium 7U denken. Die Wcllinäikte gehen lur England verloren. 11 S ^ und Sowjetunion Diilüi werden m ftrt,tei Linie die Ame-iikdiici aus Noid und Süd soigci». Die Veromiiiten Staaten sind seit Idngeiti 7.u •-UKm drt eisten B'iiimwolliiusfuhrtänder 'Ipn, und nuch tlcr Anliaii konnte >i.h ''i;m grußlen Teil innerhalb der eigenen Gienznn vollziehen Im Durchschnitt hahen die USA jühriich .5 bis 6 Milliunen Hetrug tüe nordameriknni-■jche Alistuhr sogar fi,2 Vllllionen f^allen. Als dann der Krieg sich auf immer weitere Zone^n ausdehnte, die Schiffahrt 7.u-schentls hinderte und auch die USA sich iinrner mehr dem Kampfleld nhher|ten. ging flie Ausfuhr sprunghaft 7uritck Si'e e.rreif hte im .lahre 1040 41 nur noch 1 2 Millionen Ballen, und «eitdem ist d.e Aiisftihi noch mehr zurückgegangen, we I der inner^inerikanisrhr Verbrauch ~ besonders für das Militär — immer uroftfM wird. R t <1 s i I i e n als lachender D r if t e r Aus don Verlegenheiten Englands und der Vereinigten Staaten zieht Südamerika als der lachende Dritte großen Nnl7on In erster Linie ist es Flrasilien, das füi rlen Baumwolllanhau hervorra-((ei»d geeignet ist. Der »Mi'inchestef Ciiardiap das Leibblatl der britischeji Spinnei tpilt mit saurem Cesirbt einige ZiMern iiber diese Enlwick!unn mit iJ/'n'^rh hat Brasilien im .lahie 1M7 mo-nallirh eine halbe Million YardP (1 Yiird 01,410 cm| Biumwollvaren ai'sgpliihit 1040 war die Ausfuhr schon ('ul drei Vlillioneri Yards im Monat ge-slifoen Im ersten Halbjahr (041 stand der Monatsdurchschnitt bei 20 Mili'o-nrn, und im Juti 1042 war^-n schon .10 Millinnen Yards erreicht Hier Ist alsn in wrniT^n Jahren eine hel?.ptello«e ^tfif(("uno eingetreten die dpn blassen N'eid der Briten und f^If>rdamerik«neT er« wi^f'kf'n kann, von ihnen jedoch nicht 711 ändern ist Die brasilianische B^ium* Braiilica tritt «Im Erbt u Wollindustrie hat In erster Linie den ganzen südamerikanischen Markt für sich erobert und beginnt sich sogar auch in Atriks festzusetzen. Wie sehr das schon der Fall ist, kann ebenfalls mit wenigen Ziffern bewiesen werden. Im Jahre 1939 — also nach dem Vorkriegsstand — führte England Im Monat durchschnittlich zehn Millionen Yards Baumwollwaren nach Südafrika aus Brasilien hat es im Juli 1042 schon auf neun Millionen Yards gebracht und dürfte railtlerweile die ehemaligen bri-.tischen Lieferungen eingeholt oder gar überflügelt haben. Baumwolland Europa Alle diese Verschiebungen sind so gewaltig, daft sie nicht annulliert werden kftnnen. Das angelsächsische Batim-wollmonop«! ist dahin und wird in alter Frische nicht mehr wiedererstehen. Da7U kommt, daß der Baumwollanbau innerhalb dos Empire sogar stark zurückge-onngen ist. weil dir» Absatzschwierigkeiten in Ägypten und in Indien ungp-hevier sind Auf der anderen Seite ist auch in den südlichen Staaten Europas der Baumwollanbau in den letrten Jahren stark gefördert worden, so daß auch hier schon Mengen zur Verfügung stehen, die ins Gewicht fallen. Die Türkei hat ihre Anbaufläche auf rund 300 000 Hektar erhöht. Italien hatte vor dem Kriege 3? 000 Hektar mit Baumwolle bepflanzt. Im gegenwärtigen Erntejahr sind es schon über 90 000 Hektar. Griechenland tritt in der Statistik mit flOOnO Hektar in die Erscheinung, Bulgarien mit 50 000 Hektar, In weiterem Abstand folgen Rumänien und die anderen Balkanstaaten sowie Spanien. Europa wird es zwar zu keiner Baum-wollautarkip. bringen, es hat jedoch erfolgreiche Versuche zur t^Jberwindung der Btiumwollnole gcmachL Hinzukommt, daß von hier aus der Siegeszug der Kunstfasern ebenfalls nicht mehr aufzuhallen isl. Diese qualitätsstarke Konkurren/ wird sich dauernd zu behaupten wissen Alles in allem; Es sind keine rosigen Aussichten, die sich für Lancashire .in der Zukunft bieten, und es ist heule schon zu erkennen, daß die Entthronunn Englanr's tuich hier unwi-derniflich ist. WPD K riegshilfswerk'Rou"r?uTmi f^JL^ iMME9i EfNSATZ" VND - BlEfHEIT Z. Strassensammlung Zl./ZZ. Ilugust SPORT u. TURNEN H«r»t«lluRg und Verarbeitung ron Le-derauiUufchstollen. Durch «Ina Anordnung der Relcbsttfllle für Lederwirt-scbaft vom tO. August 1943 (RA Nr. 188 vom 14. 8. 1043) werden Herstellung und Verarbeitung von Lederauslauschstoffen neu geregelt. Di^ Anordnung tritt am 15 September 1943 in Kraft. Sie gilt auch in der Untersteiermark, — Auf Grund obiger Anordnung erläßt der Riichsbe-auftragte für Lederwirtschaft eine Erste Bekanntmathung der Reichsstelle für Lederwirtschaft. Durch diese weiden die Hersteller von Ledoraustauschslofftn aufgefordert, Anträge auf ZuKiisung ihre Erzeugnisse zu stellen, und zwar Ins zum 1. September 1943 bei der Re^chs-slelle für Lederwirtschaft, Berlin-Char-lottenburg 2, Knesebeckstrafte 78. In den Anträgen isl folgendes anzugeben: Ein Kennv/'Ort für den Lederaustauschsioff (Markenbezeichnung) die Rohstoffzii-sammensetzung, das HersfellungsvpTf,ihren und der vorgesehene Verwendungszweck, Eine St«dt liefert 1600 kg Seldeiiko-kons ab. Wohl an erster Stelle in der Seidenraupenzucht Oberschlesiens steht die Industriestadt Hindenbiirg. Seit vielen Jahren werden hier Maulbeerhecken unterhalten Diese Fürsorge hat bereits schöne Erfolge gezeltigt. Die Hindenbur-ger Seidenraupenzürhter h^ben bisher 1600 kg Seidenkokons abliefern können. Staatliche Pflrdenind des Flscherel-wesen» In Kroatien. Zur Ffirdeninn der kroatischen Meer- und Süßwasserfische-rei hat der Wirtschaftsnilnister eine Summe von insgesamt 14 Millionen Kuna ausgeworfen, die für Fischerei-ausrüstungen, Anlage neuer Fischteiche, Unterhaltung von Fischereistationen und Fachau«bildüng der Fischer verwendet werden soll. An der Adria, in Kraljevlcft und Diibrovnik, werden Versuchsanstalten für .Seefischziicht errichtet. Diese Anstalten haben den Zweck, die wissenschaftlichen und praktischen Kenntnisse über die Adrinfischerei zu erweitern und zu vertiefen und sollen Unterlagen für den Ausbau der kroatischen Meeresfischerei liefern, Dia Hoizvorrlta dar Slowakei. Nach den neuesten offiziellen Schätzungen beläuft sich die gesamte Nadelholzpm-duktion d«»r Slowakei auf 28 Mill. cbm. die Laubhojzproduktion auf 2..S Mill cbm. Das Säge-Rundholz macht 60 % der gesamten Jahresproduktion an Nadelholz aus. Für den Verschnitt des Rundholzes «stehen in der Slowakei gegenwärtig 20 (troOe, 07 m'ttlere und 270 klejnere Sägewerke zur Verfügung, Die derzeitige Zellulosoholzprodnktlon, die nach den Angaben amtlicher Kreise noch steigerungsfähig ist, deckt jetzt den Bedarf der heimischen Zellulosefnbriken, der etwa T.SOOOn bis ROOOOO cbm beträgt Nadelgrubenhnlz wird in einer Mencfe von nind 200 000 cbm produziert wovon ein Drittel auf den heimischen Bedarf und 7wei Drittel auf rlen Export entfal- len. Die Produktion von Nadelholz bewegt sich zwischen t50 000 und 2Ü0 000 cbm, während Nadelbrennholz 5 % der gesamten Nadelholzproduktion ausmacht. Die slowakische Laubholzerzeu-t(ung erhält durch den Aul- und Ausbau der heimischen Industrie zur Verarbeitung von Laubholz eine sichere Grund läge. Die Gewinnung von Laubsäge-, Fournier- und Sperrplattengrundholz er-von rund 200 000 cbm produziert, wovon 250 000 cbin auf Buchenrundholz, .50 000 auf Eichenrundholz ui*d 70 000 auf anderes Ldubrutidiioiz entfallen. Die heimischen S'ifjun zerschneiden rd. IHOOOn clim Laubrundholz jährlich, wovon zwei Drittel als Schnillmaterial dUsgeführt und ein Drillet im Lande selbst ver-briiucht wird. Füi die Erzeugung von I Eisenbahns( hv/ellcn werden jährlich • 120 000 chrn Buche und 30 000 cbm Eiche 1 verbraucht. Die Ges.unter/eugung an Brennholz beträgt etwa 1.55 Mill, cbnii j davon weiden Iür den Hausbrand 1 Mill.. i für die Holzkohlenproduklion 350 000, 'für die Trockenholzdesfillation etwa 350 000, für die Trockenholzdestlllation etwa 100 000 und für andere Zwecke ebenfalls rd. 100 000 cbm verwendet. I Zwangsweb.c Einrichtung von Saat-reiniflungsslellen in Bulgarien. Um ein hociiwertiges Saatkorn zu sichern, hat , da« bulgarische Landwirtschafsministe-j rium eine Anordnung herausgegeben, wonach jedes Gemeindeamt, in dem I Landwirtschaft betrieben wird, eine I Sdatreinigung^station einzurichten hat, ! die mit fien nötigen Maschinen versehen I sein muß. Die Agrarbehörden werden bi'auflragt, zu beobachten, ob die Bankern ihre Felder mit gereinigtem Saatkorn bestellen Nichtbeachtung dieser Anordnung zieht Geldstrafen bis zu 50 000 Lewa nach sich. Typlslorunq der bulgarischen Seldon-stofiproduktion. Durch eine Verordnung des bulgarischen Handelsminlsters wird in Zukunft die Erzeugung von Seidenstoffen typisiert. Die Fabriken werden demnächst nur besondere und im voraus bestimmte Stoffarten herstellen können Guter Ausfall der türkischen Hasel-nullernte. Man rechnet in der Türkei für dieses Jahr mit einer guten Haselnußernte, die der des Vorjahres ungefähr gleichkommt. Die Qualität soll hervorragend sein. Auswirkungen des nordamerikanl sehen Kohlenarbeilerstrelks. Der nordamerikanische Innenminister Ickes hat angekündigt, daß der Kohle- und Anthrazit-Verbrauch für Industriezwecke um 10 v, .H. reduziert werden müsse. Diese Maßnahme sei notwendig geworden, weil durch den letzten Kohlenar-beilerstreik die Kohlenproduktion eine fiinhiifie von 3,5 Mill. Tonnen erlitten habe, und andererseits auch das für 1043 aufgestellt Programm der Anthrazitpro-rluktion von 65 Mill Tonnen nicht erfüllt werden könne. Marburg für das DI^K Für das Marburjjcr FuDballtrcffen DRK —Feucrschutzpolizei, das am Sonntag um 10.30 Uhr am Rapidsportplatz zur Durchführung gelangt, herrscht schon heute regstes Interesse. Es sei betont, daß es sich hier um kein Kibitzspicl handelt, sondern um eine ganz ernste Auseinandftsclziini,5, da zumeist ehemalige Fuilbnllcr den Kampf bestreiten werden N:»int'n wie Tschertsche, Unterreiter, Sadnii^ sind nicht in Vergessenheit geraten Inzwischen ist auch bekanntgeworden, daß der siegreichen Mannschaft ein Pokal überreicht wird. Für den Eintritt worden lediglich Spenden für das ÜRK entgegengenommen. Das Spiel wird Schicdsricliler Frankl leiten. Rapid Wien in Marburg Gattspiela des Kärntner Meisters I Eine Großsportveranstaltung wird am 28. I und 29. August von der Abteilung Rapid ' und der Abteilung Deutsche Keidishahn ! der Marburger Sportgemeii^schaft durvligc-' führt. Als schon lange ersehnter FuHball-I gast erscheint die Meistcrfufiball.'If Ra-I pid Wien in Marburg. Als weiterer Teilnehmer an dieser Großveranstaltung ' wurde Kärntens Fußballmeister, der Vil-lacher Sportverein, verpflichtet Am er-' sten Tag spielen im Reichsbahnstadton: I Villacher Sn V. gegen Rapid Marburg I und Rapid Wien gegen Deutsche Rt-ichs-I bahn Marburg. Am zweiten Tag sni'I« n auf dem Rapid-Sladion VilUchcr Sportverein gegen Deutsche Ruich.-«bHhn M iv-! bürg und Rapid Wien gegen Rapid M tr-burg. An beiden Tagen werden die Veranstaltungen durch Jugendspicle eingeleitet. ♦ SG, Marburg, Abteilung Post. Sämtliche Spieler haben sich am Freitagaljpnd um 20 Uhr zum Training und ziii Besprechung des Spiolos ge(f('n Postsimrt Graz am Spielplatz einziiluidcn. Der Leiter. SG. Marburg, Abteilung Rapld-FuDl)«)!!. Freitagabends im Kaffoo »«Ralhaus^i um 20.30 Uhr Spielerversanimlung. Aul dem Wörthersee werden vom 21, bis 29 August die 4 Krieqs-Rnzitksse-gelwettfahiten 1043 ausgatragen. Kriegsversehrter wurde Mehrkampf-gfeger. Bei den vom Bcreich Nieder-rhein im Düsseldorfer Rheinstadiori veranstalteten Mehrkämpion siegte der Kriegsversehrte Mühlen (TV Revdt) ira Fünfkampf der Männer mit Hl.se Punkten überlegen gegen Kuhlmnnn (Essen) mit 2341 Punkten und Wolff iRemscheid) mit 2337 Punkten. Bei den Frauen war die Niederrheinmeistcrjn Ruth Rollinri-haus mit 273 Punkten erfolgreich. Im Dreikampf der Frauen holte sif h Teich-mann (Düsseldorf) den ersten Platz vor Helet (Duisburg) mit einem Putikt Unterschied. In Erfurt sollen am 26. September dl« besten Radamateure des Reiches Steherrennen um den Adler-.Schlld austragen. Für 1944 bereitet das Rolchstacbamt Radsport eine Deutsche Meisterschaft für Amateure hinter Motoren'übriuig vor. über .^Om Im Disknsv/erfen. An die zweite Stelle der Eiiropabeslenllste im Diskuswerfen ist der Unoar Horwath gerückt, der tn Dios-Györl die Scheibe 50.53 m weit schleuderte. Den ersten Platz hält der Italiener Consniini mit 51.54 m nie 2000 m In lief In Brüssel der Belgier Reiff, die auch neuen [.andesre-kord bedeuten. DI« französische Straflenme»ster^rh,i»t der Amateure wurde auf einer Rund-strecke bei M^mtauban über insnesfimt 1.50 m entschieden Im fnd? i" sir>nte Mirhaftl Rahut fNanc\) in 4-2r) 'J2 vor den Parisern Devreese, Pirl und r.irrara. Effi Briest Uoman von Theodor Fontane 21. Fortsetzung »Dia hattet ihr alle? Was soll das heiBen, Johanna?« ». , . Und wenn die gn^d ge Frau wirklich solche Angst haben, so kann ich mir ja ein Lagei hier machen. Ich nehme die Strohmatte und kehre einen Stuhl um, daß ich eine Kopflehn«? halie, und dann schlafe ich hier bis morgen früh oder bis der gnad'gc Heri wiedei da ist.xi »Er will mich nicht siörcn. Das hat er mir eigens versprochen.'- »Oder Ich setze mich bloß in die Sofaecke.t »Ja, das ginge vielleicht Aber nein, es gehl auch nicht. Der Herr darf nicht wissen, daß ich mich angstige, das lieht er nicht Er will immer, daO ich tapfer und entschlossen bin, sn wie er Und das kann Ich nichtj ich war Immer etwas anfilMln . , Aber freilich ich sehe wohl ein, ich muH mich bezwlmieo und Ihm in solchen Stücken und liber-hntipf zu Willen sein , . . Und dann httbe Ich |8 auch Rollo Der liegt |n vor der TOrschwelle.- Johanna nickte zu Indem Wort und /Tindete dann das Licht an, das nut fiffis Nichttisrh stand. Dann nahm sie die I.ampe. «Befehlen gnid'ge Frau noch etwas?' »Nein, Johanna. Die Läden sind doch feslgoscfilossen?« )Blolt angelegt, gnä dunkel und so stickig.'i »Gut, gul.H Und nun entfernte sich Johanna; Etfi dhui gmg auf ihr Bett zu und wickelte sich in ihre Decken. Sie ließ das Licht brennen, weil sia gewillt war, nicht gleich einzuschlafen, vielmehr vorhatte, wie vorhin ihren Polterabend, so Jetzt ihre Hochzeitsreise zu rekapitulieren und alles an sich vorüberziehen zu lassen, Abfer es kam anders wie sie gedacht, und als tie bis Verona war und nach dem Hause der Julia Capiilet suchte, fielen ihr schon die Augen zu Das Stümpfchen LIrht in dem kleinen Silberleuchter brannte allmählich nieder, und nun flackerte es noch cinmol duf und erlosch Elfi schlief eine Weile ganz fest. Aber mit einem Male fuhr sie mit einem laufen Schrei aus Ihrem Schlafe auf, )a, sie hörte selber noch den Aufschrei und auch wie Rollo draußen anschlug) — »wau, wau<' klang es den Ptur entlang, dumpl und selber beinah ängstlich. Ihr war, als ob ihr das Horz stilktünde» Ale konnte nicht nifen, und in diesem Augenblicke hiiichte was an Ihr vorbei, und die nach dem Flur hinausführende Tür sprang auf Ahoi eben dieser Moment höchster Angst war auch der ihrer Befrebing, denn statt etwas Schrecklichem, kam jetzt Rollo auf Sie zu. suchte mit seinem Kopf nach ihrer Hand und legte sich, als er diese gefunden auf den vor Ihrem Bett ausgebreiteten Teppich nieder Effi selber aber hatte mit der andern Hand dreimal auf den Knopf der Klingel gedrückt, und keine halbe Minute, so war Johanna da, bar-lüDig, den Rock über den Arm und ein großes, kariertes Tuch über Kopf und Schulter geschlagen. »Gott aal Dank, Johanna, daß Sie da •Ind.« »Wm war denn, gniid'ge Frau? Gnäd'ge Frau haben geträumt.« »Ja, geträumt. Es muß so was gewesen »ein . . . aber es war doch noch was anders.» »Was denn, gnÄd'ge Frau?« j>Ich schlief ganz fest, und mit einem Mal<^ fuhr Ich auf und schrie . vielleicht, daß es ein Alpdruck war . , . Alpdruck ist in unserer Familie, mein Papa hat es auch und Ängstigt »ins damit, und nur die Mama sagt Immer, er solle aifh nicht so gehen lassen aber das Ist leicht gesagt . . Ich fuhr also auf aus dem Schlaf und schrie, und als Ich mich umsah, so gut os eben ging in dem Dunkel, da strich was an meinem Bett vorbei, gerade da, wo Sie jetzt stehen, J< hanna, und dann war es weg Und wen i Ich mich recht frage, was os war . . »Nun was denn, gnad'ge Frau?« »Und wenn Ich mich recht frage . ich mag es nicht sagen, Johanna , . aber Ich glaube der Chinese.« ♦»Der von oben?i und Johanna ver suchte zu lachen, unser kleiner Chinese den wir an die Stuhllehne geklebt ha ben, Christel und ich. Ach, gnad ge Frau haben geträumt, und wenn Sie schon wach waien, so war es doch alles noch aus dem Traum,« »Ich würd' es glauben. Aber es war genau derselbe Augenblick, wo Rollo draußen anschlug, der muß es also auch gesehen haben, und dann flog die Tür auf, und das gute, treue Tier sprang auf mich los als ob es mich zu retten käme, Ach, meine liebe Johanna, es war entsetzlich. Und ich so allein, und so jung. Ach. wenn ich doch wen hier hStte, bei dem ich weinen könnte. Aber so weit von Hause , . Ach von Hause . • »Der Herr kann jede Stunde kommen.«, »Nein, er soll nicht kommeni er soll mich so nicht sehen. Er würde mich vielleicht auslachen, und das könnt' ich ihm nie verzeihen. Denn es war so furchtbar, Johanna . . Sie müssen nun hier bleiben Aber lassen Sie Christel schlafen und Fiiedrith auch. Es sofl es keine»^ wissen - »Oder vielleicltl kann ich auch die Frau Kruse holenj die schläft doch nicht, die sitzt die ganze Nacht da,« »Nein, nein die ist selber so was' Das mit dem srhwfir/en Huhn, das ist auch so wasi rlir diirf nicht kommen. Nein, Johanna, Sie bleiben allein hier Und wie gut, d.iß Sie die I.(iden nur angelegt. Stnßeii Sif< sie cuif, recht laut, daß ich einen inenschlit ben Tf)n höie. einen menschlichen Tnn, . ich muß es so nennen, wenn es am h «rjnderbar klingt und dtinn math'M» Sie das Fenster ein wenig iiui, daß ich Lull und Li( hl h'ibe. Johanna tat wie ihr geiieißen, und Effi fiel in ihre Kissen zurück und bald danach in einen lothargis( lien St hlai. ZEHNTES KAPITEL Innstetten war eist sechs Uhr früh Vrm Varzin zurückgekommen und hatte sich, Rollos Liebkosungen abwehrend, »o leise wie möglich in sein Zimmer zurückgezogen, Er machte sich« hier tiequem und duldete nur, daß ihn Friedrich mit einer Reisedecke zudeckte. »Wecke mich um neunl« Und um diese Stunde war er denn auch geweckt worden. Er stand rasch auf und sagte; »Bringe das Früh-stückl« »Die gnädige Frau schUift noch.'< »Aber es ist ja schon spül, It>t etwas pi ssiest?» • Ich weiß es nichti ich weiß nur, Johanna hat die Nach» ülier im Zimmer der gnädigen Frau schlafen müssen.« »Nun, dann schicke Johanna.« Diese kdm denn auch. Sie halte denselben ro«lgon Teint wie immer, schien sich also die Vorgänge der Nacht nicht sorlderlich' zu Gemüte genommen zu haben. »Was ist das mit der gntid'gen Frau? Friedrich sagl mii, es sei was passirrt, und Sie hatten drüben iir-1 hl.ift'n.'< »Ja, Herr Baron. Gniid ge Fiiiii klingelte dreimal ganz rascii tiinlereiii..nder, daß ich gleich dai hle. e-; i-:'deulet was. Und so war es nncb Sjp h.'d wdil tie-triiumt oder viellnlchl Wrir es auch d(ts andere,« »WelchoB andeie? »Ach, dci giitirl gp llgii wis'-'ii ja.« MARBURGER ZEITUNG Freltatf. 20. AujJust 1943 ♦ Nr, 232 ♦ Seite 5 Aus aller Welt 250 Jahre Tabakpfeife Die Tabakpfeife hat letzt im Kriege mit seiner Tahakverknappung wieder wachsende Würdigung {{efunden Ehedem verfügten die Pfeifcnraucher über ein« ^anze Garnitur von Pfeifen in den ver> schiedensten Größen, die kurze, di« halb^-lange und die lange Pfeif«. Es sind gerade 250 Jahre vefganj{en, leitdem die ersten Tabakpfeifen in Gebrauch kamen. Die einfache tönerne Tabakpfeife wurde 1585 auB Virginia nach England eingeführt und eroberte sich von hier aus den ganzen europäischen Markt, nachdcm sie fabrikmüßig Zuerst in Holland hergestellt worden war. Im Jahre 1793 erfand dann «in Wiener Arzt eine Pfeife in der Art, wie sie noch heute im Gebrauch ist. Als Wohnsitz des Konstrukteurs wurde Wien zugleich der Haupthcrstcllungsort für Tabakpfeifen, In Deutschland erlangte d«r Kunsthandwerkerort Ruhla Im Thüringer Wald eine führend* Stellung in der Herstellung von Tabakpfeifen. Sünder auf der Waage Merkwürdige Sühne Opfer in alter Zeit Fernando M«nd«z Pinto, der berühmte portugiesische Abenteurer des 16. Jahrhunderts, der im Laufe von 21 Jahren fünfmal Schiffbruch litt, dreizehnmal gefangengenommen und siebzehnmal als Sklave verkauft wurde, erzählt in seinen Erinnerungen auch von einem eigenartigen Pest, das «r in Pegu feiern sah, einer in Burma gelegenen, sehr blühenden Stadt, Auf großen Waagen, die an bronzenen Stäben hingen, Heiden sich daselbst viele Menschen wägen, »teils zur Erfüllung von Gelübden, die sie in Mißgeschick und Krankheit getan, teils zur Vergehung der Sünden, die sie begangen in dem Jahre, das zwischen diesem und dem vorigen Wägefette lag«. Ihr Körper wurde nähmllch mit be.stimm-ten Stoffen abgewogen, die sie dann als Opfer oder Bufie an die Priester gaben. Jede Sünde hatte ihren besonderen symbolischen Stoff, mit dem sie ausqegllrhen werden konnte Diejenigen z B., die sich UnmAssigkeit im Essen vorwerfen mufften, hatten »Ich mit But- ter, Honig, Eiern usw. aufwägen m lassen. Hartherzige, die geizig gegen die Aimen gewesen waren, machten ihre Versäumnis wieder gut, indem sie ihr Körpergewicht in kleinen oder großen Münzen spendeten. Die sich den Freuden der Liebe zu sehr hingegeben hatten, stifteten nach ihrem Gewicht Weine, Wohlgerücbe, Daunen und schmiegsame Stoffe. Eine Kultstätt«, die demselben Grundgedanken der Sünden-waage dient, soll es auch in Japan geben. Der Gedanke, das Körpergewicht eines Menschen, das Maß für ein Bittopfer, ein Sühneopfer oder auch ein Lösegeld sein zu lassen, ist uralt. Einige Interessante Fälle führen Grimms »Deutsche Rechtsaltertümer« an. Da wird z B in einer alten Rechtsquelle gefordert, ein Vatermörder solle sich lösen »mit so viel Golde als er selbst schwer Ist, und so viel Silber, als Ihn zweimal aufwiegt,« Ein Bittopfer vollzog ein Sueven-köntg, indem er das Körpergewicht sei- nes kranken Sohnes In Gold und Silbei an den Sarg des Heiligen Martin sandte. Bekannt Ist Ja auch das Opfern von Kerlen, die entweder das Gewicht oder die Höhe des Leidenden besitzen. Körpergewichtsopfer in wertvollen Stoffen konnten freilich nur begüterte Menschen darbringen Felix Liebrecht, der verdienstvolle Volkskundler, hat darum einmal die Vermutung ausgesprochen, daß die große Menge wohl immer nur einen ganz geringen Teil des Körpergewichts in edlem Stoffe darbrachte, das Fehlende aber mit irgend einem billigen Füllstoff ergänzte. Uralte Elchen im Strombett der Elbe. Det gegenwärt^e Wasserstand der Elbe ermöglicht es dem WasserBtraflenamt eine Generalsäuberung des Strombettee von Schiffahrtshindernissen vorzunehmen Seit mehreren Wochen schon sind die Männer der Wasserstraßenbauver-waltunq dabei, das Strombett nach Objekten abzusuchen, die den Dampfern und*Kähnen gefährlich werden können und im Laufe der Jahre schon so manche Beschädigung verursacht haben. Meist sind es uralte Elchenstämme, die auf dem Grunde liegen und nun geho- HARDTMUTH Dem Bleistift geschichtlich verpflichtet.' t*ee f • ben werden. Ihr Aussehen ist tchwari, das Gewicht sehr hoch und Ihr Alter nicht abzuschätzen STEIRISCHER HEIMATBUND ArbeUspolHisches Ami Krtlilfthrung PelU« Bekanntmachung Es wird bekanntgegeben, daS ab 16. August 1943 dar Parteienverkehr de« Arbeitapolitischen Amtes in Petteu auf folgende Wochentage festgesetzt ist: Montag, Mittwoch und Freitag. Die übrigen Tage werden für Betriebsbegehungen u. Bereinigungen Im Außendienst sowie Aufarbeitung des schriftlichen Materials verwendet 167 Der Kreisamtsleiter des APA: gez. Bnrgstaller. UNTERSTEIRISCHE LICHTSPIELTHEATER MARBURG-DRAU BURG.LICHTSPIELE Heut« 16. 18.30, 10.43 Uhr Fernruf 3219 Ikklae Petori, HaraM Paalmi Rdllk Ott In dem hand alcHt «ugelataaat ^0 lA 18 30, 201^ Ubi Sc t3 45. 16 18 30 30.«f Ubi Hanl Moaar ESPLAIAOE aara Taliodr Wolf Albacb-ReHr Maske in Blau IchlagarMlIg« Mufik — lUndendar Rbythmui — achAne Prauan — verltobt« Ahenletiet — blendende Revuen. Ptti Jagcadllcbe airbl logi-laaaeal licflilpiele Kae nl< ht lugi'lH^senl Netropo^«l.fcht»pie^e Ciltt Von 20. bli lA. August Die große Nummer Lany Marenbach, Rudoll Prack und Paul Kemp. I btÜll Llcktfspiele Eicktfal Prellig, 20., Sani*liii|, 21. und SAnntag, 22. Auguit Der arme Millionär Ein Baviitia-Film nach dam LiihUpiel von Ludwig Thom» ,,r)er Srhu^lernail' mit Weis Perdl, Ursula Orablry, Georg Alexaador. Will* Rosnar u. s. w, Pttr Jug«-ndlirh<> tugnUsttiil licti<»pietr|c RIeniann, Theo LIngen, Carola Höhn, Greihe Weiset u. a. — Spielleitung: Jürgen von Allen — Musik- Friini Fox. PUi Jngenilllrhp untei 14 Jahren nichl togelasseal fen"Licht Helnrlrh George, Heidemarie Hathwyer, Will Quadtlleg, M.irlna von Dilmar, Erich Ponto. ~ Splelleltunri; Paul Verhoeven. PBi Jugendlirba nlrht tugclassen) Vom 21. bis 23 August Kulturfilm „GruSe Fahrt". Filmikeaier TiiHer Freitag, 20., Samstag, 21. und Sonntag, 22. August — ttgllch um IS 30 und 19 30 Uhr Wir machen Musik mit flse Werner, Viktor de Kowa, L'dIth Oss u. a. m. POr Jugendliche nlrht lugelassent X Amtliche Bekanntmachungen 9 HR B 6—57 Änderungen bei einer Firma f Im Register wurde am 18. VUI. 1943 bei der Firma; Deutsche Umsiedlungs-Treuhand-Gesellschaft mit beschränktet Haftung, Niederlassung Marburg/Drau, Sitz: Marburg'Drau, als Zweigniederlassung der In Berlin unter derselben Firma bestehenden Hauptniederlassung, folgende Änderung eingetragen; Dr, Heinrich W o 11 e r t Ist als Geschäftsführer ausqe-schiedtn. Die gleiche Eintragung ist bei dem Gerichte des Sit-zes dem Amtsgerichte Berlin bereits erfolgt und im Deutschen Reichsanzeiger Nr, 177, vom 2. 8. 1943 kundgemacht, 165 Gericht Marburg/Drau. Alt Gen I 20 Ändemngen bei einer Genossenschait Im Genoiftnschaftsregltter wurde am U. VIII. 1943 bei der Genossenschaft: KneUJeka blagovna ladruga i omejenlm lamttvoB V Sv. Leoartu v Slov. gor. (Landwirtschaftliche Warengenossenschaft mit beschränkter Haltung in St. Leonhard 1, d. W. B.) Sitz: St. Leonhard, folgende Änderung eingetragen; Die Generalversammlung vom 25. Juli 1943 hat an Stelle der bisherigen Satzungen neue angenommen und beruht daher die Genostenschaft auf Grurfd der neu verfaßten Satzungen. Fiimawortlaut nunmehr: Landwirtschaftliche Genossenschaft Leonhaid i. d. B, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftung. Sitz- Leonhard 1. d. B.' Der Gegenstand des Unternehmens ist nunmehr: 1. gemeinschaftlicher Einkauf von Verbrauchsstoffen und Gegenständen des landwirtschaftlichen Betriebest 2. gemeinschaftlicher Verkauf landwirtschafllichei Erzeugnissei i die PÖrdeiung der Maschinenbenutzung, Die Haftung ist elna beschränkte und hat jeder Genosse die Pflicht für die Verbindlichkeiten der Genossenschaft bis zu einem Betrage von RM 100.— für Jeden erworbenen Geschäflsteil nach Maßgabe des Genossenschaftsgesetzes zu haften. Die _ von der Genossenschaft ausgehenden öffentlichen Beknnntma- — chunqen erfolgen im Worhenblatt dei Landesbauernschaft Steiermark Der Vorstand besteht nunmehr aus dem Obmanne, seinem Stellvertieter und weiteren 1—5 Mitgliedern. Gelöscht der bisherige Vorstand. Neugewählt; Heinrich Sarnitz, Landwirt Leonhard 1. d. B., Obmanni Franz Schigert, Landwirt, Unter-Burgstall, Obmannstellvertreteri Vorstandsmitglieder: Matthlas Wratschltsch. Landwirt, Unter-Heudorf) Peter Korn-schetz, Landwirt, Partim Anton Jurscha, Landwirt, Strdhleckf Johann Rois, Landwirt, Kirschherg Vertretungsbpfuqnls und PIrmazeichnung nunmehr: D'e Willenserklürunq und Zeichnung für die Genossenschaft muß durch 7wei Vorstfindsmitglleder, darunter dem Obmann oder seinem Stellvertreter erfolien. Die Zeichnung geschieht In der Weise, daß die Zeichnenden zu der Firma der Genossenschaff ihre Namensunterschrift beifü-qen 159 Gericht Marburg/Drau. Zirkus Colosseum 0bt bekannt, dass das Gastspiel yerlängeri Ist. Teilweise neues Programm! Vorstellungen finden statt: An Wochentagen um 16 und 20 Uhr, am Sonntag um 15, 17.50 und 20 Uhr Ingenieur, Koniirukleur, Zeichnungskonirollor, I eckniker, Zeicliner füi interessante kon-:>'t r u k 11 v e Arbeiten werden eingestellt Günstige Entwtrk-lunq und rasrhe AufsMeqtinAg-lirhkeit werden geboten Ausf. Angeb sind zu richten unter Kennwort »Zukunft Nr 7614* an die Annoncen-Expedition Weller & Co., Wien I.. Singer-Straße 2 Verordnungs- und Amtsblatt det Cbeli de Zlvllverwellung lo dei Unteretelermark Wv. Ii V4>n 9. t945 lit erichienPH ^ Au* dem liilidli Verordnung (Ihet dftn wniterpn Ausb«u det riorlchf»- organi^dtio.' tind Her Ro< liUpllcge in dei Uiitpriicirrmark Elnaelpreli in PIvnnlq Erhilllirb beim Schailet dei Marburger Yerlags- u. Druckerei Cet « k N. Marburg'Drau, Ba«lgas»e 6 bei don Gesrhüttiiitellen der ,,Marburgai Zeitung" IN CILLl, Marklplflti 12 (Fertirul 7) IN rETTAtI lJnn'*>'tnT'ga''!i Boteit 'u Rpl ADaltunftsqpbahi tOr An/el geil (nll iieip Veimeik AubKunlt id de Verwaltung ndei rjetfhaitf itelle' 2U Rpl Anieionn -Vn'i hmeiirhiuR Atu fagi» voi Eriirheineii um Ifi Uhr Kieme Anieinen wpif^en nur gegen Voreinsendung de» Be tritqe» (aiirh qOlliQi Htiflmarken) auiqenominon MlnrleulqehOhi für rtna Klp.ne An.figf I AM 4n unsere Posibezieher! Wenn d»i Pottbote tu llineo kommt und d*e BetugngebOhi ItU dl« .Marbur-gel Zettljag einbebt bitten «ni St«, damit in dei Zuitellung keine Unter-brethiinq eintrltl die Zahlung nlrht zu verweigern Die Be/ugsaebflhr i(t immei in voidii» ru bezahlen ..Marbdrgei ZeltnBf", VerlrirbaatiletluBt Zu verkaufen Wohnungstausch Ih>lo|iiMl gcsiicht in Marburg/Drau 1 bis Z mfibliertE Ziniin*p mit zwei Betten oder ein möbliertes Zimmer mit einem Absfelirdum Eilangebote unter »Dauermietero «n die »Marburger Zeitung«, Marburg'Drau jut erhaltener Tisch, poliert. Tausche dbqeschlossene, kora-mit vier Sesseln, RM 140.— forftible 31/,-Zimmerwohnung Beltgestelle, RM 120.—, 1 wri niii Bad im Neubau, Stadlmit Kasten, RM 30.— und noch gegen ähnliche in dei Nabe nlllnCHIIltlgir ,er,rhi(,dpi,e smcke jnlnri 711 TrlcstersIrBnc AnlräqP un — »Taiisih 3« an die Verw Oer Wohnori -und Anschrittandening müssen un'^eiF ('otilbezlehei ^o(of' dem lusiändlKcn Posiaini nicht dem Verljy melden — 'Marbtii;>ei ZeliunK-VerlrlebsatTteMuni' der «Marburger Zeitunii* ist eine Fundjirube i^ünstiiier An« (lebote aller Art! Es fehlt noch Ihre Anzeiifef 711 i^erkaufen. Adr. i d Verw dt>r »M, Z,«, Marburq'Drtui. .S32-3 Stellengesuche tei der »M Z.«, Marburq/Drau 411-9 Fi.mde - Verluste Altere Frau sucht Posten als Wlrtschüllwln l>pl alü-inslphen- <.oW«Be Dameniihr mit Deckel, dem Heim. Adr. In der Verw, """" der .M Z... Marbura-Diau. wurde am Ih H. 194.1 im Ther-____________1I_ nialhäd Tüffer verloren, Der Sendet den Soldaten die »Marburger Zeitiinj^« an die Front Unser liebes Töchterchen Erika hat uns am Donnerstag, den 19. August, um 4.30 Uhr, nach kurzer Krankheit für immer verlassen. Das Leichentiegängnis findet am Samstag, den 21. August, unr^ 16 Uhr, am Drauweiler-Friodhof statt. Sie ist schmentlos dahingegangen 531 In tiefer Trauer» Familie Dreo. IVlrtschafterin, qute Körhin, plulirhe Finder möge die Uhr, «icht Stelle in einer größeren seihe ein teures Andenken Küche oder hei alleinstehond ''' H^nen qiite Belohnunn ir u . 7 , u • . ihernialbad Tuffer abqeben. — Herrn Zusrhr. erbeten unter t7„. a„i r • ,, . j. Vo» Ankauf wird (lowarnt! >• Wirtschafterin« an die Verw. der »M. Z «, Marburg Drau __________ Offene Stellen Danksagung Für die liebevolle Anteilnahme und die Kranrund Blumenspenden anlÄfllich des Ablebens meine« lieben Gatten des Herrn HERMANN BERG, Lederfabrikanten, sowie für das Geleite zur letzten Ruhestätte, spreche Ich allen Veiwandten und Bekannten meinen herzlichsten Dank aus. 526 Marburg/Drau den 19 August 1943. D'ie tieftrauernde Gallln und Kinder. 521-5 Bezugschein Nr. 4H(i 209, aui ■M» 200 Stück Rdsierseite, ausge-slelll vom Wirtschaflsaml Pet-tau, lautend auf den Neimen Jose! Prelog, Kaufmann, Pettau, abhanden qrkommen Der Fin-dnr wird gebeten, selben hei Ohgonannten abzMgebf-n. 168-13 noinmen. Zuschr mit Lichtbild P'" " ab'>""-hor> ^ ------------- an die Verw. d Bund.-Biirn "" Wäscheverlust dlirch Vn> Blnalelliing von ArttellikiSI-teil miin die Zn .•Ino^httM werden. Der Stadtplan und daü Stru^s'niiBPZBjchnii von Marburfi/Draü 2. Auilage sf In Hllen einschlägigen Geschalten und heim Schalter des Verlages lei »Mfirburget Zeitung* tum Preise von RM l.— erhältlich 1.53-6 Sicherheitsnadeln? Sacknflherln für maschinell ein* Verlnrpn wiird#«n Annennliliipr r» I. .... verloren wuraen Aiigengiaser, Durch Slcherheltinadeln geht aehr gerichtete Sackstopperel hiesi- Markenglas dunkel, blaues Le-Wairu» entzwei, alt st« deoken Dai 'ger GroDmühle zum sofortiqen deretui, am 19 Auoust von der ««"torhen, ofterrt und i-., . ... j , j , . ,, i»-i . ! u r r^j c 1 ij be'komml schttoRlich ein Lorh Wi« Eintritt diingend gesucht. Vor- \ iklrinrfhofgasse.Edm.-Schmid-„,i ^in abgepUtxter strumpihai- zusteil^n bei Franz-Mühle. Miir- Hassn bis Dr Korentschan. Der i«'r nai der Sicin^rheitsncidei .im Gut- burg-Drau, MelllngerstraBe 19. ehrliche Finder wird Q«!'''!". I 527-6 Ciegen Belohnung an- nehmen. Wir oll bleibt aiuh eine I-------------------------- ----tugeben Viktringhofgasse 5. be' Slchi-rlieilmiadel am Ktnderlelbcben Eine perfekte Köchln wird we- Lorebpr, Marburq-nrnu. flcnug i ^ Hftnn Rosffl^rkp »nd spAtm Lörh»r gen Erkrankung der binherigen Hnute, wo WBRche ho knspp und jim kleinen Haushall per sofort ! Verschiedenes Ä FehTe?ve:Jfden "-"weiirri gesucht josei Pirich, Pettau. Wirhtkie winke zur längeren Erhal-Wagplatz 3. Telefon 11. 170-6 ^ ^ , Vr\ 17 _____:_________________Tausche neues Einheltsschiaf- "enkpl Lehr»chrilt „Wäacheichaden Winzeridmille für eine Win zlmmer (nett, Hartholz) g^gen Vorhuiunq . — Zu*endun(r zeiüi in Georgenberg a d Pöß dreiteiligen Kasten, eine Kü- r^ i, h nitz, mit 4—6 Arbeitskräflen. chenkreclenz und zwei Nacht- Drucksache an: wird sogleich aufgenommen kästchen, womöglich neu und PFRSIl-WERKE, DÜSSELDORF Anfragen: F Matiaschitz, Post ungestrichen. Unter »Wertaus- fsjame* Ranzenberg bei Marburg-Diau gleich« an die »M. Z.«, Mar- ..................................................- 375-6 bmg-Drau. 5JÜ-14,9.'.A:.................... \ S«IU 8 • Nr. }32 • FrttUf, JO. Au^uri 1943 MARBURGER ZEmWO Dichterfreundin — Dichtermufter Der Mutter Theodor Körners zu ihrem 100, Todestag Aufnahme: Tobi« (Schinichlenbcrgcr) Wie wär's mit einem Gläschen? Liselotte Klinillcr als Kellnerin eines Oorfkrufjes in dem von Paul Heidcmann inszenierten Tobis-Lustspirl »Kloh im Ohr«, das ab heute im Marburger Burg-Kino zu sehen ist Oer Jurist Rudolf von Ihering Zu seinem 125. Geburtstag am 22. August Uer hintlul} Rudolf von iherinqs, eines der bedeutenstcn deutschen Juristen der neueren Zeit, auf die Rechtswissenschält der zweiten HaJtte des H>. Jahrhunderts ist ungefähr d».>m zu vergleichun, den Savigny ein halbes Jdhihundert früher ausgeübt hat. Zu Savitjny freilich trat Iherinq vielfach in Gegensatz, zumal in seinen zahlreichen, Aufsehen und Widerspruch erregenden Schriften zur Be-»ilzlehre. Ihering fordert darin ein Hervorkehren der realen Faktoren des Rechts anstelle einer Entwicklung aus Reichtsbeqriffen — ein Veifahren. das er alt »unfruchtbaren ßoqriflskultus« verdammte. Auch Iherinq kam von der historischen Schulp her, ging aber sehr bald, voi allem in seinem unvollendet gebliebenen Eiaiiptwerk »Geist des römischen Rechts auf den verschiedenen Stufen seiner Entwicklung , über eine konkrete Entwicklung de; Rechtsinstitute anhand von Quellen hinaus, um in einer Aufhellung allgemein psychologischer Faktoren des römischen Volksgeistes, in einem eigentlichen Aufspüren der Gründe, die zur Fntwickluiiq des römischen Rechts und dos Recht? im allgemeinen geführt hatten, zu einer »Naturlehre de» Rechts« vorzustoßen »Durch das römische Recht über dafe römische Recht hinaus* war der Leitsatz der von ihm ausgehenden Donkrichtung die er in zahlreichen Schriften festgelegt hat, von dfuien noch als die wichtigsten die in den von 'hm zusammen mit Gerber gegriui-defen und herausgegebenen »Jahrbücher für die Dogmatik des heutigen römischen und deutschen Privatrechts« erschiene-n'>n sowie dif^ kleine, nnaeheures .Aufsehen erreqendc »Der Kampf ums Rnrht' genannt sein Es war Thering gegnhen, sein Wissensund Erfahrung-igut sehr anschaulich darzustellen — eine Fähigkeit, die sich in seiner reichen Lehrtätigkeit voll auszuwirken vermochte, .Am 22. Auqust IRIH in Aurich geboren, habilitierte er sich 184.1 in Berlin als Dozent des römischen Rechts, ging dann als o. Professor nach Basel, lehrte in Kiel, Gießen, Wien und seit dem Jahre 1872 in Göltingen, wo er 20 Jahre spater starb. Ihering war ungeheuer populär und so blieb es nicht aus, daß sich um ihn ein Kranz von Anekdoten wand. Tatsache war, daß dieser »niemals trockene«, immer humorvolle Jurist auch selten einem guten Tropfen abhold war. So weiß der Chronist zu berichten, daß Iherinq als weiland Gießener Professor in der sonnigen Pfalz ein Riesenfaß mit einer besonders blumigen Lage dieses gesegneten Weinlandes erstanden hatte — zum Schrecken seiner Eheliebsten, die mit ansehen mußte, wie sogar eine Sei-tenwand ihres Hauskellers diesem Ungetüm von Faß weichen mußte. Iherinq tröstete sie mil der Feststellung, daß dieser herrliche Weinvorrat ja noch Kindern und Kindeskindern Freude machen würde. Jedoch nach drei Jahren war das Faß bereits leer. Von einem Freunde hatte er eines Tages zwei fette Schnepfen als Grüße von einer erfolgreichen Jagd übersandt bekommen Was tat der gute Iherinq? Er lud die berühmtesten Männer der naturwissenschaftlichen Fn-kultät der Gießener Universität zum Schneplenbraten ein. Seine Frau lani-merte, daß für diese vielen Herrn zwei Schnepfen niemals reichen würden. Ihtvina wußte sich zu helfen, ließ seelenruhig noch zwei Rebhühner braten die er nach den Schnepfen, fein säuberlich tranchiert, auftragen ließ Die Schnepfenköpfe hatte er aber kurz zuvor an die Hälse de^ Rebhühner stecken lassen Bei den geistreichen Tafelgesprächen hatte noch nicht einmal der qefeiertste Zoologe der Gießener Alma mater den Schabernack gemerkt) mit gröRt^m Behanen hatte auch er das Rebhuhn als Schnepfe vertilqt *Du bist wohl, Du bist froh, der theure Vater und Emma ((esund, meine Schwester munter, was brauch ich mehr, um glücklich zu sein! und dies Bewußtsein giebt mir Mut bei den Stürmen, die auf uns cinbrcchen, und keine Klage soll mir entwischen, wenn Ihr Theuren nur gesund bleibt!., Ich habe nur Liebe für Euch — sonst mach ich mir aus den Menschen nichts, ob ich gleich gewissenhaft nicht gerne etwas versäume, um meinen Mitmenschen beyzustehen schreibt Minna Körner aus Dresden am 11 März 1813 an ihren Sohn. Und dieser Brief ist kennzeichnend für ihr Leben, das ganz ausgefüllt ist von der Sorge für die Familie und von gütiger Hilfe für alle. — Ihren Gatten, den gelehrten und feinsinnigen Christian Gottfried Körner, lernt die gerade 16 Jahre alte Minna Stock im Jahre 1778 im Hnu'e der musikllcbendcn Familie Breitkopf kennen Früh hat sie ihren Vater, den bekannter Kupferstecher, in dessen Dachstube sich der junge Goethe einst im Radieren und Holzschnei-den übte, verloren Harzensgüte und Fröhlichkeit zcichncn die junge, liebreizende Minna ebenso aus wie ihr feines Verständnis für Malerei. Dichtung und Musik, so daß sich der aus ernstem, strengem Vrterhause kommende Gottfried Körner bald zu ihr hingfZ0}?cn fühlt. Vier .Tahre lang verschweigt er dem Vater, Superintendent in Leinzig, seine Nrigung: denn er weiß wohl, daß er d'c Kupfer-stechcrmamsell als Schwie^fertichtT niemals anerkennen wird Ms M-nna nher die Mntter verliert, w'll er nicht länger schwoir'en. wonn sein Verlöbnis auch zum endftüM'gen Bruch mit dam Vater führt. Doch schon hald nach der Verlobimg muß er die Braut für Ungewisse Zeit verlassen. un sich eine Stellung zu erwerben, die die Gründung einer eigenen Familie crlnubt In dieser Zeit, in der Kftrner nach einer längeren Ausland*»-<»isc Ko"si-storialrat in Dresden, später Oherapn«lIa-tionsfferichtTral wird entwickelt s'ch zwischen ihm und Schiller eine zunächst nur hrloflfche Freundschaft, die im Jahre 17R5 zu einem persönl'chon K»-in anlernen führt und nie irfhr enden soll. Im ifle'chpn Jahr stirbt Körners Vater, Er hinterlSRt ihm ein he''*ich||irhes Ver-nift<hpn vVle geist'rf he-deutendc Menschen dieser Zeit in ihr Ham Ihre Ehe ist überaus glücklich, beide Gatten ergiinzen sich und wachsen aneinander Nachdcm ihnen ein kleiner Sohn nach kurzem Dasein wieder genommen wird, wird ihnen 178S eine Toch'er Emma geboren. Und am 23 September 1791 folgt ihr ein Sohn. Carl Theodor, ein Ereign-'s, das von dem übprglückl'chen Vater durch einen von ihm gedichteten und komponierten Freudenhymnus allen Freunden bekannt «ißrnncht wird Doch das Kind ist sehr schwächlich und erfordert eil? Sorge der Mutter, die oft nächtelang an seinem Bettchen sitzt, voller Angst, daß es ihr auch wieder genommen würde. Doch langsam kräftigt sich die Gestindheit des Knaben, und in dem Elternhaus voll beschwingter Geistigkeil, die Vater und Mutter gleichzeitig vertreten, erlebt er eine frohe, schöne Kindheit. Wieviel dem stürmischen Theodor Körner die Mutter bedeutet, die für ihn dag Ideal der Frau überhaupt ist in ihrer treuen, liebevollen Sorge für die Familie und in ihrer geistvollen Anmut, geht aus dem späteren Brief an den Vater hervor, den er ihm nach dem Kennenlernen seiner kfinftigen Braut, Antonie Adamber-gers, schreibt: »Sie sieht der Mutter recht ähnlich, welcher Zufall mich um Deinet-und meinetwillen vorzüglich gefreut hat.., Wenn ich je das Glück verdiene, was mich an Tonis Herzen erwartet, hab' ich*» nicht Dir, nicht Deiner Liebe zu verdanken. und der guten, edeln Mutter?« — Während der lebhaften Studienzeit Theodors ist die Mutter immer voll Ver- ständnis fQr ihn, auch für seinen Übermut, und sorgt in Liebe für all seine äußeren und inneren Nöte Dabei kommt aber ihr Haus, das im Rufe herzlichster Gastfreundschaft steht, niemals zu kurz Mit Spannung verfolgt sie die dramatischen Versuche ihres Sohnes, und als er in Wien den ersten Theatererfolg hat, ist es reizend, wie cntzückt sie von den Wienern schreibt, nur deshalb, weil sie endlich den Sohn zu würdigen wissen. Voll Besorgnis entläßt sie Theodor dann 1813 zur Lützowchen Freischar. Als sie ihn und kurze Zeit später auch die einzige Tochter verliert, kann sie den Schmerz kaum fassen. Aber sie fühlt die Verpflichtung zu stiller und gefaßter Haltung, die aus allen Werken ihres Sohnes spricht. Als ihr auch noch der Gatt« und die Schwester genommen werden, sorgt aie für die verwaisten Kinder einer befreundeten Familie Bei allem Schmerz ist sie stolz auf ihren Sohn, dessen Name für immer untrennbar mit den Freiheita-kriegen verknüpft ist. »Mein Geschick hat sich so geataltii«, schreibt sie 1833, »daß ich still und im Frieden mit der Welt und mit mir leb«, und so sehe ich rückwärts in ein langes, beglücktes Leben.« — Zehn Jahre später stirbt sie, hochhetagt, und findet unter der Eiche von Wöbbelin, dem Grab des geliebten Sohnes, ihre letzte Ruhestätte, Stani Meyer Komponisten im Waffenrock Im Deutschlandsender kamen kürzlich Tonschöpfer zu Gehör, die jetzt im Dienste der Wehrmacht ihre Pflicht fürs Vaterland erfüllen, die knappe Freizeit aber dem weiteren Musikschaffen widmen Die fünf Tonscliöpfer suchen Neuland auf verschiedenen Pfaden, und gerade der Eigenklang der Blas'nslru-mente hat sie besonders angeregt, wie es das aparte Terzett für Oboe, Klarinette und Fagott von Walter Prledemuth erweist, ein Stück, das sich durch V'el-falt der Farben interessant entwickelt. Theodor Leschctzky erwies sich als gewandter Kontrapunktiker, der seine »Variationen über ein Thema von Beethoven« gewissermaßen j>unraelodisch'< in kurzen, sehr gekonnten, aber klanglich nicht immer überzeugenden Harmonien abwandelt. Eine geistreiche Variationenreihe über ein Soldatenlied schuf Karl Lepschies für Bläser-Quintett, die namentlich Flöte, Oboe und Fagott sehr anmutig einsetzt und durch markante Rhythmen die Thematik immer wieder neu belebt. Johannes Berthold wendet sich in seiner »Serenade« an die Harfe, die mit Streichein begleitet neue Klangwirkungen vermittelt. Das Stück hat viel Substanz, und seine klare Form wird mit beschwingten Stimmungselementen bereichert. Als starke. In die Zukunft weisende Begabung erwies sich der 1912 la Stuttgart geborene Rolf Unkel mit dem schwierigen, von Helmuth Stahl einprägsam gesungenen Lied für Barlton »Der unsichtbare Gast« mit einem kühn der Dichtung gemäß gestalteten Klaviersatz (Marlis Hansemann am Flügel), Wie Unkel in Ge5angRtin'"me und Begleitung die Begegnung mit dem Tod grau in grau erschütternd schildert, d«f hinterließ den Eefndruck einer überdurchschnittlichen Begabung aufhorchen. Greta Daetlfatt Ein Cranach in einer böhmischen Dorfkirclie? Im Besitze der Kirche von PoHin im Böhmerwald befindet sich ein überaus schönes Bild einer blondhaarigen Ma donna mit einem reizenden Jesuskind, das dieser Tage zur Restaurierung nach Prag gebracht wurde. Sachverständige, die verwundert sind, wie ein Bild von s.ilchem Kunstwert in eine unscheinbare Dorfkirche gelangen konnte, haben den Maler noch nicht genau feststellen können. Vergleicht man aber dieses Polliner Bild mit dem Bilde Cranachs Im Breslauer Dom, so findet man, daß zu den beiden Bildern ein und dieselbe Frau und das gleiche Kind als Modell dienton. Der Maler des Breslauer Bildes Ist , Cranach, und nach der Gleichheit der Modelle kann angenommen werden, daß Cranach auch der Autor des Polliner Bildes ist und daß er beide kura nach- ! einander, fast gleichzeitig, gemalt hat, * Das Marburger Esplanade-KIno zeigt I ab heute den Ausstattungsfilm der Märkischen Panorama-Schneider-Südost 1 »Maske in Blau«, der unter der Spiel-) leitung von Paul Martin und mit den Hauptdarstellern Clara Tabody, Hans Moser und Wolf Albach-Retty gedreht wurde. Unsere gestrige Ankündigung des französischen Continentalfilms »Das unheimliche Hausa beruhte auf einer uns zugegangenen Falschmeldung. ' Lehrgänge für Leibeserziehung an der Alpenuniversität. Im Hochschulinstitut für Leibesübungen der Deutschen Alpenuniversität fanden in den letzten vier Wochen Lehrgänge in Leibeserziehung für Lehrkräfte aller Schulen statt. Den Teilnehmern wurden vor allem die Leibesübungen als wertvoller Erziehungsbeitrag vor Augen geführt, Die Lehrkräfte dös Hochschulinstituts führten die praktische Arbeit an den turnerischen und sportlichen Obunqsstätten durch. In Vorträgen und Ansprachen erhielten alle Lehrgangsteilnehmer wertvollen Rat für ihre Arbeit Georges Martin Wilowski, einer der bedeutendsten Komponisten des gegenwärtigen Frankreich, ist kürzlich in Lyon gestorben. Seine bekanntosten Werke sind »Quartuor en Mi«, »Mon Lac«, »Le Poeme de la Maison«, »Prin-cesse Lointaine«, und »Le Docteur On«, ein symphonisches Gedicht, dessen Uraufführung erst vor kurzem stattfand Kriegsmaier in Karlsbad. Den Abschluß der diesjährigen Ausstellung»-reihe in der Karlsbader Kunsthalle am Goetbewcg bildet eine Ausstellung mit Kriegsbildern des Neudeker Malers Waltor Görgner, die aus seinen Eindrücken im Westfeldzug, auf dem Balkan und Im Osten entstanden sind Im Graphischen Kabinett am Mühlbrunnen werden Sur gleichen Zelt Zeichnungen und Aquarelle im Felde stehender Künstler ausgestellt. Deutsche Dichter iesen In Ttaorn. Dia deutschen Dichter werden nacheinander alle in Thorn zu Gast geladen, um aus ihren Werken zu lesen. Alle bedeutenden deutschen Dichter haben seiner Zeit, als Thom von der polnischen Herrschaft befreit wurde, der stolzen alten deutschen Stadt ihre Grüße gesandt, die, in einem stattlichen Album gesammelt, vom Kul-turarot der Stadt thorn herausgegeben wurden. Nun erscheinen die Dichter selbst, um der deutschen Bevölkerung durch Lesen aus Ihren Werken den Dank abzustatten für das »tarke Ausbalten in der Zelt der polnischen Herrschaft, In den kommenden Monaten werden in Thorn lesen: Grabenhorst, H. Leip, Schwarzkopf, Herse, von der Vring, W. Pleyer und Zerkaulen. Der Bremer Musikauftrag für 1043 wurde durch die Phiriarmonische Gesellschaft Bremen an den Frankfurter Komponisten Gerhard Frommel vergeben, einen Pfitzner-Schüler, der sich bereits durch verschiedene luif der Flechten, seinen vorderen Rand als SonnenHorh woM über dir geniMgte Stirn gezogen so daß ich uur an dem lächeln den Mund erkf^nntc, wer os war. »Frierlei, oh Priedel", srigl»? ich ■•ri.iH ich qer-ide dich jetzt treffe' und hiell ihr die Hand hin, Sie nahm sie mit ihiui viel brauneren, arheitsharten und lächelte noch listiger! »Ich habe dich die Straße heraufkommen sehen und zur Mutter gesag', ich wolle um Gänsefutter gehen Am Bach seien noch junge Brennesseln, aber es sei weit hin, da müsse ich gleich aufbrechen Doch es liegt mir nichts an Brennesseln Nur mit dir will ich gehen.« Wir gingen miteinander. Aber plötzlich fiel mir etwas ein und zog mir das Herz zusammen; »Friedel, was denn, bist du denn nicht verheiratet? Mir ist, ich hätte so etwas 'eden g'>hört.< »Ach« zuckte sie leichtfertig die Achseln, »verheiratet oder nicht! Gern hübe ich immer nur dich gehabt.« Da schoß es mir vor Glück heiß in die Augeni ich war ja noch ein jungi.r Student. »Du willst zu deiner Muhme Barbara«, sagte sie und nickte. »Spute dich, es kommt ein Wetter Sag ihr nichts, daß du mich getrolfen hast, Sie wollte nie, daß du mil mit gingst weil ich nur eine Häuslerdirn bin,« »Ach, mit ist das gleich Priedel', lachte ich hochgemut. Wir waren hinterm Dort, ein vorjäh riger Strohschober stand an der Straße. "Komm hintern Schober!" sagte Friede! mit ihr^m rotrn Mund ohne Scheu, als -■'r' r]df. SplbstverständiK hste von drr W»^lt, *d.ilt Ich dii '>inen Kuß gebe V.ifhher hic't|f trh link« ab.« Als ich nv ine Stralif weitoistulperle Wiir uh wie betrunken D'r Dinner (jrollle im Westen tüiailo sich s schwatz. Ich traf die Muhme daheim, Sie hob ein großes Mahlrüsten an, ohne dafi dazwischen Rede und Gegenrede gestockt hätte, »Und was sagst du zur Berger Priedel? Wenn mlr's recht Ist, warst du doch schon als Halbwüchsiger Immer hinter ihr her.« »Daß sie verheiratet ist, meinst du?« fragte Ich, meinem Versprechen getreu, unsere Begegnung nicht erwähnend. Die Muhme nickte, indes aie die Eier in die siedende Butter schlug. »Nun, das war schon vorm Jahre, Aber daß sie so bald hat sterben müssen. Gestern sind es drei Wochen daß sie beerdigt wurde Sie starb im Kindbett.« Sie hatte am Herd hantiert und nicht nach mir gesehen Jetzt hob aie den lijick und unterbrach Ihre Tätigkeit: was mir sei? Ich sei ganz grau im Gesicht Ich saate ich wisse es nicht, aber mir sei schon den oanzen Weo so seltsam oewesen Ich lehnte, die Auoen schließend. den Krud an die kühle Mauer zurück Dunkle Wellpn stienfn in mit emoor unH plötzlich wußte ich nichts mehr von mir AI? ich in der Nacht, wohl nur für ein pa«»r Minuten, aus einem schweren Schlaf erwai iite, bei dem jeder Atem-/uci erauick*»nd war, hörte ich vor dem Fensler Recren ransrhen Das Gewitter war voriiHer Am nächst:'ii Moruen, an dem ich SDtit. aber mit gutem Aonetlt in die W(}hnstube tiat. war die Welt wieder hell und in Ordnung: und ich war et mit ihr.