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Mautag am »3. October
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D < .^»nbachir 3eitu»g" crscheint, mit '.1»>5»al»»,.' dcr Soil»- nnd Flirrtage, täglich, »nc> ^'üct ,^„ln,t dc» Aeilagen in, Eoolvtoir qanzjahiic, ll st., halbjährig 5, sl.ZOsi, ,„,» ,ss're »<>'and iin (ko»,r>ti,'ir ga » ^ j äl, ri g l2 il. . l,a l !'i>i s> ri g ll fi, Mr !>>!' 3'l^cllüüg i»'«ü Ha»>!' sind l>a l bjä s'ri q 3» lr. »,,l»r ^»entrichten. Vl i t ber Vo st l'o r to -frci <,a»^>il>r!g, nxler .ssr.nzl^nl' nut' ^,d>nckttr Adresse l5 ft., s> al l'>ä hri ss ? ,1. ^0 sr. — In ser.it loiil'q rbi'i s> i s»r eiiu' Sl'^ltcn^Ut o^r dc» N>1»>» ^>,»l'eii. siir ein-maliq.' Einschalt.».^ ^ kr., s.ir ,,wcin,alige ^ fr.. iiir dim» >!!.,<> 5 lr. (5. M. Inscrate l'is «2 Zeilm losten l si. s'.r ^ !v^,<. 5U kr. sin 2 Ma! „nd 40 lr. siir < Ma! sin<,!schalt.». 3>« diesen G.l'l.hrcn ist nach ds», „provisorischen Gesche voi» «^ Novrinl'er <850 si'ir Ins.rtil'nSstä»!Pcl" „och w lr. s»r cine ,'.dl-s»mli^ Einschalt,!»^ hmzn ^n rrchiilii.
Amtlicher Tkeil.
s^e. k. k. apostolische Majestät haben mit Allerhöchst unterzeichnetem Diplome den Fregatteu - (5api-tän Joseph Pöltl, als Ritter deS kaiserlich österreichischen Ordens der eisernen Krone dritter Classe, den Statuten dieses Ordens gemäß, in den Ritter-stand deS österreichischen Kaiserreichs allerguädigst zn erheben geruht.
Am N. October 18.'l3 wird in der k. k. Hof.
Mid Ctaatsdruckerel in Wien das I.XlV. Stück des
Neichsgeseyblattes ausgegeben nnd versendet werden. Dasselbe enthält unter
Nr. 1<>2. Die Verordnung der Ministerien des Aeu-sitrn und der Instiz vom 1. October 18l!3, Willig für die Krönender, in welchen tas Strafgesel) über Verbrechen, Vergehen nnd Ucbertretungeu v. ^". Mai l8.'i2 in Wirksamkeit steht, wodurch kundgemacht wird, das; die ^. 487 bis einschließig 4l)ll. dann der §. 49^. lil. i» des ebengedachten Strafgeftn.'s, insbesonders anch ans Ehrenbeleidi-glU'gen, welche g>,gen Se. Majestät den König von Balern, ferner gegen die bei dem k-k. österreichischen Hofe beglanliigten Gesandten oder andere mit öff.-nt-l.chem ^darak^l ^kleidete V^vollmächtigte de5 baier', sche» Staates begangen werden, jedoch mit der Be« schränkmlg in Anwendung zn kommen haben, daß ein strafgerichtliches Einschreiten mnner nur ans Verlangen des beleidigten ThelleS Plal) greifen kaun.
Nr <93. Die Verordmmg deS Iustizmiiusters uom ^ctober t«!i!^ wirkknn für die Krol.Iäl.der Böh. men, Mahren und Schiesten. rrodnrch für dieft Kronländer eine Vorschrift nver d,e Aofkimdigmig und Räumung rermietheter Wohnungen n»d anderer Bestandtheile von Gebäuden erlafscu wird.
Isr. N)4. Deu ssllaß des Handelomiiusterilim v. 3. October l8!i3 , mit welchem dle Auoübnug dcs Haustrhandels in den Städten Pesth, Ofen nnd M«Ofen uucersagt wird. Wien, am 10. October 1883.
Vom k. k. Redactioneblircau des ReichsgeseftblaiteS.
Nichtamtlicher Tkeil.
Vtednction dcs Armeestnudcs.
" Se. k. k. apostol. Majestät haben den 9. October e.,< ^deutend« Nednct.on des Armeestande S anzuordnen geruht, ,»,d es ist dieser Allerhöchste Wllle vom Armee-Obercommando durch Cir-cularrerordnnng an säm.ml.che k. k. MUitärbehördeu in Vollzichnng gesel't worden. Wir erwähnen hier nur das Wesentliche dieser Verordnung.
Bei dem l., 2., 4., 10. nnd 'l. Loips, l>ei den Divisionen Roßbach, Fürst Hoheulohe, v. Cast,-glioue des 3. (>orpS, endlich bei den zu (5roatieu und der Wojwodina gehörigen Infanterie - Regimentern wird der Locostand per Infanteriecompagnie anf 60, »lud per Iägercompagnie anf 30 Gemeine rednzirt.
Ferners wird bei allcn diesen Truppen die Mannschaft und die Halste der Chargen der Mittel» division«», bei den 3. und 4. Bataillons beurlaubt.
Bei deu bereits mit Chargen und Mannschaft auf Urlaub gesetzten Gränz . ReseroebataillonS wird ferner noch die Hälfte der tzompagnieossiziere redncirt l'nd eS werden auch die ^»'.nz - Artillerieoffiziere
in den vorgeschriebenen Compagnie - ^ocostand eingerechnet.
Bei der Cavallerie sind die noch vorhandenen zweiten Rittmeister zn reduciren. Bei den Gcnietrup pcu werden sämmtliche Geniecompagnieu anf 120 Gemeine herabgeftßt. Der Stand der Pionniercompag-nien wird auf 148 angeseilt.
Bei der Artillerie werden die Bespannuugeu der sechs Batterie» der Geschül)' Reserve der 1. Ar-mce aufgelöst. Die Hälfte der Kanoniere dieser un^ bespannt bleibenden Balte.ieu wird beurlaubt, die Hälfte den Batterien des 3. Alimecorpö zugetheilt.
Die dritte Reservecompaguie des Rakttencorps wird aufgelöst uud die Reservecompagulen drö 2. Artillerie - Regiments werden ans den Fiiedcnsstand geseftl.
Dicse, namentlich i>n gegenwärtigen Momente vorgenommene Reducciou ist ein so sprechendes Fac-tnm, daß es dem noch hic und da in öffeutlichen Organen des Anolandes sich kundgebendem Zweifel an der offenen und friedlichen Politik Oesterreichs vollkommenes Stillschweigen auftllegt.
Die orientalische Frage.
Iu wenigen Tagen kann formell der KriegszN' stand zwischen Nußlaud und der Türkei eingetreten sein. Die h. Pforte hat die Vorstellungen aller eu-ropaischeu Höfe unbeachtet gelassen, u,,d Riemano wird ernstlich glauben, der Oberlieseblodaber der kais. russljcheu Truppen >" den Donansnrst<»chümern werde der Anfforderuna Omer Pascha's Folge geben, auf Verlangen des türkischen Generals Befehl zur Räumung der Moldau uud der Walachei ertheile». Bei deu großen Entferuuugen zwischen Coustaulinopel, Sr. Petersburg, London und Paris ist auch kaum zu erwarten, daß innerhalb der peremtorischen Frist ein neuer Vermitlluugsrcrschlag allseilige Zustimmung sinden wird.
Das in Anssicht stehende Kriegöverhalmiß ist so eigeulhü.ulicher Art, daß die größere Meuge des Publikums sich uur mit Muhe die dabei obwalten-, den besonderen Umstände zn verdeutliche,, vermag. Daher rühreu auch die allseitig hervortretende!, über-großen Besorgnisse, welche zu beachten und auszu-kläreu wir für Pflicht erachte», weil sie in dem gerechten nnd wohlb.'gründeten Wunsch«: aller Natio-. neu auf Crhaltuug des Wellfrleceus nnd seiner Segnungen ihren Ursprung habeu.
Der KriegSznssaud zwischen der Türkei nnd Rußland wird, mindestens anf den cnropaischen Gran-, zeu der beiden Reiche uud der beiden Operatiousli, uien, für längere Zeit ein bloß nomineller bleiben müssen. Iu deu unwegsame», Provinzen, auf dem linken wie aus den, rechteu User der untern Donan ist in gegenwärtiger Jahreszeit und bis zu den vorgerückteren Mouaien des nächsten Frühjahres die Kriegführung im Großen durchaus unmöglich. Lähmi dieses zeitweilige Hiuderulß alle Kriegsopcrationeu anf der europäischen Seite, ist eS ferner auSgespro-cheue Absicht Rußlands, wie der Pforte, ihre Armeen die Donau vorerst nicht überschreiten zu lassen, so werden bei dem vorherrschende» guten Willen der vier Mächte die nächste» Monate dazu verwendet werden, eine friedliche Lösung herbeizuführen, da wir von der erprobten Einsicht der bcideu Seemächte roralisseyen müsse», daß di<> Theilnahme, welche sie
der Türkei bethätige», ihre diplomatische uud ver-mitteludc Stelluug uicht beeinträchtigen wird. Ve-uüneu die Höfe vou Paris uud Loudou ihre» durch die Folgeu der neueste» Ereiguisse verstärkte,, Ein« ssnß zn Constantinopel für Herbeiführung deS Friedens zwischen Rußland uud der Pforte, wie wir hoffen und vertrauen, und bleiben sie in der Lage, an den dalx'nzielendfn unausgeseNten Bemühungen des k. k. Cabinets, wie bisber, Theil zn nehmen, so könnte bei deu großherzigen Absichten, welche Se. Majestät der Kaiser Nicolans an deu Tag gelegt und dem frirdcliebendeu Charakter des Suitaus ein Abschluß i» eben dem Momente, wo daS Schwert ans der Scheide gezogen werden soll, leichter zu Stande komme», als eS den Anschein liat.
Man bat vielfach die Frage anfgeworfen, welche bei dieser Sachlage die Stellung sei, die Oesterreich einnehme. Sie erscheint nns klar und einfach: eine strenge Folge uud Eousequenz der unwaudelbar ein« gehalteneu Linie unserer auswärtigen Politik. Durchaus von couservatweu Gruudsäyen geleitet, ist uud bleibt die Elhaltuug des europäischen Friedens oder dessen Wiederherstellung, weuu er irgend auf einem Puncte gestört wird, die erste uud heiligste Aufgabe der Regierung unseres kaiserlichen Herrn. Eine Veranlassnng zur Theilnahme oder auch nur zum eventuellen späteren Emtlitte Oesterreichs in deu Krieg zwischen der Pforte und Rußland ist dermaleu nicht vorauszusehen. Ist Oesterreich allerdings dabei ineeressirt, daß der Territcrialbestand an seineu Ostgränzeu keiue Aenderung erleide, so gewährt unS für dessen A»f, rechlhaltuug das Wort des erhabene» Bundeofren»-des Sr. Majestät unseres Kaisers eine vollkommene Bürgschaft, die keiuel Verstärkung durch Demou-stratioueu auderer Mächte für deu gleichen Zweck be» darf. Daß auderer Scits nicht nur der Territorial-besil), sondern auch die Größe Rußlands ungefährdet und unverlept auS dem Kriege der Pforte grge>, das gewaltige Nordrcich hervorgehen wird, daß Ruß-laud zur Vertheidigung seiner Machlstelluug sich vollkommen genügt, das wäre iu der That uuuöchig, erst des Längeren zu beweisen.
Die neutrale Stellung Oesterreichs bei dem Kriege zwischen Nußland und der Pforte ist so augenfällig, daß von unserer Selte durchaus keiue weitere militärische Vorkehr zu treffe», für uöthig be« funden wurde, ja sogar die beschlosseue Reduction des EffectivstaudeS der k. k. Armee demnächst zur Ausführung kommen wird.
Hat die Pforte so eben einen sehr ernsten Ent-' schluß gefaßt, so möge sie sich mindestens hüten, ,n der Stellnng, welche sie nunmehr eingenommen, die gefährliche Freundschaft jcner, ans der Gemeinschaft des continentalen Europa's ausgeschlosseucn Meuscheu zu pstegen, welche die religiöse Aufrcgnug im Oricnte für revolutionäre Zwecke gcgeu christliche Staaten auszubeuten trachten. Wir erwarten, daß im Rathe des SultauS d>e nothige Besonnenheit und Einsicht herrscht, um mit aller Entschiedeuheit im Ganzen wie im Einzelnen, eine Unterstüynng znrückzuweisen, welche den Staat, der sie annähme, entehrte, und zugleich die ohnehin kritische Lage der Türkei durch weitere (5omplicacionen gefährdeu müßte.
Orientalische Ilnsteleaenh""«.
Wien, 13. October.
c «,it ei»«'» Post von der 3 Uh> ist der Eildampf" "'" >"'" ^ '
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untern Donau in Pesth angelangt. Die Lage der Dinge an der untern Donan ist noch nnverändert.
Ei» Privatschreibeu auS Constantinopel von sehr wohlunterrichteter Seite, in das wir heute Einsicht i erhalte,,, läßt eS außer allein Zweifel, daß die Tür-keil, i,n Falle Rnßland der Aüffordernng zur Räumung der Fürstenthümer, keine Folge gibt, zuerst in Wen die Initiative ergreifen werden.
Unser F. H'. T. Berichterstatter meldet: Der kaiserlich französische CabinetScourier, Herr LebaS, ist gestern >nit Depeschen für Herrn Bonrqneney hier angekommen, die, dem Vernehmen nach, Mittheiln,,; gen i» Betreff der Ablehnung des Olmülzer Projects enthalten.
Man hat beule hier Berichte anS Galacz bis zum 7. October reichend. Nach denselben hat Omer Pascha die Erklärung abgegeben, daß er bis zum 2ll. d. M. alle neutralen Schiffe die Donan ungehindert passireu lassen werde. In Vassarabien, Bulgaiien und den Füstenlhümeru sind alle Bäche nnd Flüsse derart ausgetrocknet, daß man selbst den Prnth stellenweise trocknen FußeS passiren kanu
' Wie mit Bestimmtheit veilaulet. werden alle deutsche» Offiziere, welche mit Regiermlgsben'llligmig als Justrnctoreu in der türkischen Armee sich befinden, zurückberufen werden.
Die lülkischen Gesandtschaften in Paris »nd London, danu die Konsulate in Sardinien sind vou der Pforte ermächtigt worden, brauchbare Offiziere für den Dienst der Türkei anzuwerbeu und mit Rei-segeld zu versehen.
Der kaiserlich französische Gesandte Hecr Baron Nourqueuey und der königl. großbritannische Gesandte Lord Westmoreland hatten in dieser Woche täglich mehrstündige Conferenzen. Heule Morgens gingen Couriere „ach Parift uud London von hier ab.
Wie verlautet, wird der diesiseilige Gränzcoidon langö dem türkischen Gebiete vorlänfig nicht verstärkt werden.
Am 29. September sind die walachischen Milizen, welche bis ^ahiu an der Donau theilweise Wach-tieust versahen, abgelöst worden. Dieselben werden sämmtlich in Bukarest concentrirt und bloß zum in, neren Dienste verwendet. Fürst Goitschakoss hat sür den Kriegsfall die lwlhigen Vollmachten von Olmüi) aus erhallen.
Durch die uenesten anS Constantinopcl einge-lanfenen Briefe erfährt man, daß den russischen Kaufleuten und Unterthanen am 1. October das Aviso zugekommen sei, wenn sie im Falle dcS Krieges die Hanptstadt zu verlassen beabsichtigen, ihre Geschäfte zu ordnen. Die Zurückbleibenden treten unter österreichischen Echny. — Man glaubt nicht, daß sich der Sultan znr Armee begeben werde; mindestens geschieht dieß derzeit noch nicht. — Ende September sind in alle Provinzen deS Reiches Conn missäre abgegangen, um die Eintreibung verschiede-uer zur Bestreitung der Kriegskosten erforderlichen außerordentlichen Steuern und Abgaben zu fordern und zn beschleunigen. Gleichzeitig wurde Abbao Pascha aufgefordert, frische Truppeu zu senden.
Mehreren Handelsbriefen anS C o u st a u t i n o-pel vom 4. Oct. entnehmen wir die Notiz, daß die verkäusiicheu Waffenvorräthe beinahe gänzlich aufgeräumt seieu, die VerkaufSgcwölbe sind leer, da Alle? e,lc, sich für deu Krieg mit Waffen zu versehen. In den lebten Tagen wurde» eiu Paar Pistoleu doppelt s" theuer bezahlt, als vor drei Wochen. — Die Ans' - legnng mlter deu Muselmännern ist so stark, daß die Pforte bei dem besten Willen nicht mehr wagen könute, ansier den schon gemachten Concessionen noch i'gend eiu Zugeständnis; zu machen. VemerkenSwerth «st, daß die Christel, in Constanlinopel bis jel)t von de» Türken i.icht belästigt wurden, wie dieß im Jahre 1tt29 so häusig der FaU gewesen. - Für den Ver. k
k^l>se>,. besorgend, t-.iß sie ihnen im Mle deS Krieges oh»e Enlgeli iU'.ienolNMel! würden. )n militärischeu Kreisen zu C^nstautinopel ist MäN d<>r Ansicht, daß sich der Krieg nicht m, der Donan. sondern am Ka»kas»s entwickeln werde. Nach glmllm'ürd'geli Mittheilun-
gen siud die in der Näl'e deS KurstnsseS zusamiuen-gezogenen linkischen Truppen »icht minder bedentend und zahlreich als jeuc bei Schnmla.
Nach einer Correspond»; aus Sofia voll, 3. d. M. werden dort alle Kansogeschäfte, wenn die Wareu nach den Fürsteull'iüueru benimmt sind mit der Clause! geschlossen, in sofern der Ausfuhr kein Hlnderuiß iu deu Weg gelegt wird. Geldnoth, Geschäftsstockimg daueru fort, selbst die Speculation mit Lebensbedürfnissen hat lrol' der sehr gesteigerten Consumtion in Folge uualigenehmer Elsahiung aufgeholt. Ieder-mauu will »ur gegen bare Bezablung verkaufen, wozu sich keine Käufer finden. Die Landstraßen sind uichtS weniger als sicher, nnd die Rciftudeu von Wegelagerern sehr geplagt.
Aus Ruscuck wird unterm 8. gemeldet, daß nun die Stadt, nachdem die Schanzeu alle fertig, zn allem Uebersiuß noch mit Pallisaden umgeben werde, an denen die gesammte Bevölkerung seil 4 Tagen unauSgeseNt arbeite» muß.
Iu den übrigen tiükische» Douauhäfeu dauern die Nüstlmgc» mit der großcen Rührigkeit forc, und allenhalbeu wnrde die Garniso» durch ueu auSgeho-be»e Recrnten verstärkt. Monition und anderer Kriegsbedarf ist ron Widdin nnd Schnmla ano alle« ron Truppen beseltten Puncten an der Donau zugeführt worden. Au alle waffenfähigen Türken ist ein Aufgebot ergangen. Bei alledcm steigert sich der Haß gegen die Ch'isten von Tag zn Tag, nnd bei der Ohnmacht der Behörde» sind Erstere den größten Gefahren anSgesel/t.
Die Richtigkeit der von mehreren hiesigen Blättern henle gebrachten Mittheilung aus Galacz vom 7. d. M., wornach Omer Pascha erklärt habe. daß die Donau für alle neutrale Flaggen bis zum 2'l. d. M. offen sei, dürfte »ach der heute angelangten Eilpost zu bezweifeln sciu, da deu zunächst Vetheiligte», uämlich den Organen der beiden österreich. Dampf-schlfffahrtgeseUschaften iu Galacz, von einer solchen Erklärung nichts bekannt war.
Ueber das türkische Heer kann FolgeudeS mit-getheilt werden: Die Infanterie hat einen Effecliv-bestaod von 1U0.800 Mann; die Cavallrrie vou 127.280; die Feldarlillerie von U!00; die FestungS-artillerie von 3900; die Genie vou 1(5(10; die deta chirten Corps von lMO; im Ganzeu also 138.080 Mann active reguläre Armee. Hiezu kommen: Re« servealinee 138.680; irreguläre Truppen lil.^W; Hilfocrnppen 110.000; ergibt einen Gesammtbestand von 448.800 Mann. Die Flotte zählt 3 Schiffe ersten Ranges, 13 Schiffe zweiten Ranges und 14 Fregatten mit zusammen 17. e N c r r c i ch.
I'vicn. Mehrfach wird iu veischiedenen Blättern gemeldet, daß «n dein zwischen Oesterreich und Prensieu abgeschlossenen Zoll- und Handelsvertrage nachträgliche Aenderungen vorgenommen werden. Aus verläßlicher Quelle ist zu versichern, daß diese Behauptung jedeS Grnndes entbehrt.
Die über daS mchr als acht tausend Wiener Fuß hohe Stilfser Joch nach dem Tellina-Thal (Provinz Sondrio) führende Straße bildet dermalen die einzige dnecte Verbindnng zwischen Tirol nnd der Lombardei. Doch auch diese erfüllt de» Zweck ihrer Anlage nur unvollständig, indem häusigere Ele-mentar-Ereignisse und insbesondere Schneeverwehungen, die am Stilfser Joche uicht selm, schou im Angnst eintreten, die Verbindnng nicht nur sehr erschwere:», sondern für mehrere Monate des Jahres sogar gänzlich unterbrechen. Am meisten fühlbar machte sich der Abgang einer zu jeder Jahreszeit wegsamcn Straße zwischen Tirol und der Lombardei während der leliten revolutionären Bewegungen im lomb. venet. Königreiche, l,ud Se. Erc. der Hr. Feldmarschall Gras Ra-denky sand sich damals ve,anlaßt, die Herstellung einer sin jedeS Führwrrk salnbaren Straße vou Boyen »ber de„ 02ll0 Fuß hol>e" Tonale. Paß nach Edolo anS mNilärischen Rücksichteü sowohl, wi? i,n Interesse des aUgemelntn Verkehrs wärmsteuS zu empfehlen.
llebrigenS hatte schon 1847 die Erwägung der großen Vortheile, welche den Provinzen Sondrio und Bergamo, die früher bloß mittelst des Reitweges von ! Eoolo über daS Joch Aprica nach Tresenda verbnu' > den waren, dnrch Anlegung einer fahrbare,, Straßt l zugehen würden, znr Allerhöchsten Genehmigung die« seS UmstnltnllgSplaneS geführt. Derselbe konnte je-> doch wegen der unmitttlbar nachgesolgleu aufständische» Bewegungen in der Lombardei uicht zur Ausführung gelangen. Im laufende» Jahre endlich wurde der Staatsverwaltung, uach Ueberwiudung mehlsa--cher Schwierigkeileu"), die Iuangriffnahlne dieses Projectes lhnnlich, welches in der Anlage einer allel, Anforderungen einsprechende» Straße vou Treseuda (im Tellina-Thalc) über das Aprica-Gebirge bis zur ^ Gränze der Provinz Bergamo nächst S. Pielro be-stlht- Zn gleicher Zeit wurde die Baubehörde ange-wiesen, sür die Negulirung deS weiteren Straßenzu- ^ ges anf lombardischem Gebiete über Edolo und Ponte ! di Legno bis zum Paß Tonale die Projects schleu' nigst auszuarbeiten. I»u Gebiete vou Tirol stellt sich znr Verbindung dieses KronlandeS mit der Lom« bardei die AnSsührung der Straße vom Paß Tonale über Veimiglio bis Fucine a»u dliugendste» dar, in» den, »ach Herstellung dieser Wegeostrecke (wofür die Kosten mit 27!>.373 fl. veranschlagt sind) die weitere Commnnicatiou mit Bopen einstweileu auf den bestehenden Gemeinde« und Reich5st,asten unterhalte,, werden kaun.
Bei der unbestrittenen Nothwendigkeit der Anlage einer solchen zi» alle» Jalneszeile» uud mit allen Lasten befahrbaren VerbindungSstraße zwischen Tirol und der Lombardei hat nnu daS k. k. HandflSmini- . sterium. im Eiiiverneh>nen mit den betreffende» poli- ! tischen nnd Militärbehörden, an Se. k. k. apostolische Majestät die Bitte gerichtet: die Ansführung des ScrasieubaueS von Tonale bis Fucilie im Laufe der Jahre 18K4, 18ili! und 18.'!(l allergnädigst zu ge- ^ statten. (Austria.)
^vien, 12. October. Die sämmtliche» Herren Offiziere der k. k. Armee, Iü.082 an der Zahl, theilen sich in Bezug ihrer Naugstnfen ii, der bürgerli» chen Gesellschaft, wie folge: 20 Erzherzoge, li Herzoge. 2 Landgrafen, 24 Prinzen, 46 Fürsten, N8tt Grafen. 908 Fleiherren. U«8 Ritter, 2712 Adelige und 10.2l0 Bürgerliche.
— Bei der heute Vormittag stattgefliudenen Wahl des Prälateil iin Stifte zu Klosternenburg, wurde der würdige Kanzleidirector Chorherr Adam Schnek z»»n Prälaceu gewählt.
— Ein in längerer Zeit fortgesepter uuladflhaf-ter Dienst im Veamtenstande hatte bis jcl.u keine eigeulhümlichc Auszeichnung zur Folge, wie dieß beim Militär der Fall lst. Eö wnrde »u» gelegiliheitllch der Verhandluugeu über die PensioliSnormeu die Stiftung eineS Cioildlensszeichens beantragt, welches Ve-amte nach zurückgelegter vieljähriger Dienstzeit zu tra-geu beiechtigt sein würden.
— Unter deu größereu Straßenbauten, welche ans Staatskosten vorgenommen werden, ist der beschlossene Bau einer Reichsst>aße znr Verbindung mit den preußischen Gränzssrasten.
— AuS Feldkirch ist am <». October in Stuttgart die betrübende Nachricht eiugelanfen, daß der Schwiegersohn deS Königs vou Württemberg, Graf Alfred Neipperg, Vrnder deS k. k. Obersten Neip. perg, bei einer Gemsenjagd vou einem Felsen herab» gestürzt sei und sich die Kinnlade zerfallen und deu Arm beschädigt habe. Der Leibarzt deS KöulgS vo» Wiütlembcrg, Dr. v. Ludwig, ist sogleich uach Feld» kirch abgereist. Die am 7. in Stuttgart eingelanse-nen Nachrichten sollen indessen günstiger als die ersten lauten, und sür daS Leben des Grafen nichtS z» befürchten sein.
— Nach einem Schreiben anö Paris bat Herr v. Hübner am l>. d. M. der französischen Regierung die bestimmteste Mittheilung gemacht, daß weder iu Olmül), noch iu Warschau eine Coalition der Nord» »nachte stallgsfnnden habe, und daß Oesterreich im Falle deS KriegeS zwischen Rnßland und der Türke.
«) lis w^n- sür diese» Slnisn'ül'.N! l'ereit»; i»l Staatsvorau-schlag siir 1l^'»" ^<,'r^>d^cht, dl'ch »nis-t.n die dasür aus^!' s.»k'N Oclsouttrl ,u >c>u!, ux^nifschiet'l'.nvu Straßc,ch,r-si.llul!^'» ^'.'w.üd.l w^ldoi. w>lchr dir Hochwiisftr i»l 3to-vembcr lttöl vcrursacyt hatten.
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nur eine nentrale Stellung einnehmen, vereist aber nichts außer Ächt lassen werde, was zur Erhaltung des Friedens zweckdienlich erscheint.
Mien, Ul. October. Im Auftrage S>'. Ma« jestät werden Pläne nnd Beschreibnugeu der bei Ol> mich stattgefuuocneu Manöver augefertigt, von denen allen Offizieren, die als Gäste beiwohnten, Eremplare zugestellt werden sollen.
__ II, einer vor dem Schwmgerichle zu Ulm
gegenwärtig schwebenden Verhandlung spielt ein In-dioidnmn die 5^anptrolle, welches wegen nicht weniger als 143 Diebstahle, und zwar l4 versuchter und 12!> vollendeter, augeklagt ist.
— Mehreren Haudelöbriefeu aus Coustautiuopcl vom 1. October entnehmen wir Folgeudes: Die Ule» ma'S habe» erklärt, die Neligiousfoude an Gold nnd Silber, welche nach dem Koran zur Vestreilung der Religionskriege gesamiuelt und verwahrt werden, in dem Augcublicke auszufolgen, als die Kriegserklärung an Rußlaud abgegangen sein würde.
HUien, 14. Octobor. Einer möglichst g«naneu Berechnung zu Folge belälift sich die allerhöchst angeordnete Armeereduciruug ans circa 100.000 Mann; die dadurch au Gage, Löhnuug und Montirungsko-sten eingetretene Eisparung dürste in einem Iabre nahe bei 2!i Millionen Gnlden betragen, wobei die bei deu redncirleu Bespannungen erzielte Ersparniß nicht gerechnet ist.
— Bei der vorgestrigen Feier der Einweihung deS MounmenteS für die im Jahre I«49 ermordeten Croalen und Gränzer in GünS hat die dortige Bevölkerung ihre jemgen guten Gesinnungen für das Kaiserhaus und die Monarchie auf das Trefflichste bewahrt. Der Herr Bischof von Steiuamanger war zur Feier der Einweihung des SühnmonumeuteS er-schiene». Der Banns von Kroatien, F, Z. M. Freiherr v. Iellachich, hielt eine Anrede, durch die ev Alles begeisterte. Die Notabilitäten der Stadt batten eiüe Tafel von 70 Gedecken veranstaltet, an der dle auwesei.deu Generale und Stabsoffiziere Theil nahmen. Abends veranstaltete die Bürgerschaft einen herrliche!, Faclelzug. welchen die Musikcapelleu des Infanterieregiments Prix; vo» Preußen uud eiueS Iagerbataillons begleiteten, und wobei für Se. Ma-jsstat den Kalser uud deu BanuS zahlreiche Vivaw erschollen.
— Das dem SeraSkier Omer Pascha unterstehende, bei Schumla concentrirle Acmeecorps zählt «luc so große Zahl vou Flüchtlinge» in seinen Reihe,,, die zum Theile Auführersstelleu begleiten, das: der k. k. Imernuntins sich, wie die „Cop. Ztg. C." ,„.l-det, veranlaßt sah, die Pforte auf ihre diesifalls ein» gegangenen Verpflichtungen zu erii'uer». Reschid Pascha hat nach einem Schreiben auS Constantinopel vom 4. d. die feierliche Zusage gemacht, daß, in >o weit es sich um Flüchtlinge handelt, die österr. Uu^ terthauen sind, die uöthigen Aufträge sogleich uach Schumla abgehen weiden.
— Nach einem Schreiben auS Bukarest vom 6. d. M. wurde daselbst am 2. October bekannt, daß die Pforte den Krieg erklärt habe. Der Jubel darüber war unter deu Soldaten sehr groß. Außer Bukarest ist auf Kosten Rußlands ciue Pulverstampfr "baut word«,,, die fortwährend arbeitet; auch ein Laboratorium zur Erzeuguug von Patroueu uud eiue .Nngelgießerel wurden dasell'st oraauislrt
Trieft, 14. October. W.r hören'mit Verguß gen. daß an der Eisenbahu zwischen Laibach uud Trie st mit der größten Thätigkeit gearbeitet wird, «ud die großartige» Bauwerke, namentlich der stauuenSwerlhe Viaduct auf der Strecke uach Nabre-sina inerklich vorwärlS geschrittcu sind. Von der Staatsbehörde wie von den Bauuuternchmeru wird Alles aufgeboten, um diese für ganz Oesterreich so hockst wichtige Schieneubah» so rasch als eö mit den großen Terraiuschwierigkeite», vertraglich ist, ihrer Vollendung eutgcgeu zu führe». (Tr. Z-)
D e u l l ch l a „ d.
Darmstadt, V. October. Mau veruimmt, daß der Abg. Müller-MelchiorS, welcher bekanntlich we> gen Abdrucks seiuer Rede >u der ZoUveseiusfrage iu der „Mainzer Zeitung", weil diese Nede eiue Velei-
diguug der Civilmiuisterieu enthielt, iu eiue zweimonatliche Freihlitsstrafe verurlheilt worden war, zum zweite» Mal uud zwar auf deu 1ü. d. M. vor dao Kreiogericht iu Mainz geladeu worden ist, well eiue zweite Anklage gegen ihu, wegen Verbreituug dieser Rede iu Gestalt eiuer Broschüre, erhobeu wurde-
Ä^lünchen, 40. October. Die Eiseubahustrecke vou Oberstaufeu uach Liudau wird zwar am 12. d. M., wie flüher bestimmt wurde, für deu Verkehr provisorisch eröffnet; die eigentliche Elössunngoseier bleibt jedoch uach Allerhöchster Bestimmung suc uach' steo Frühjahr vorbehalte», l»o wohiu auch der Bahu-hof mlt dem ueueu Hafen vou Lludau uud dem Seedamme voUeudrt seiu wird.
Italien.
Nom Viel Aufmerksamkeit uud Interesse erregte in Rom das richterliche Erkeuutuiß der Sacra Cousulta gegeu die im vorigen Jahr zu Velletti, der Zahl uach etwa dreißig, entdeckten Verschwolueu, bei denen sich schlver gravireude Correspoudeuzeu mit den italienische» Flüchtlinge» iu England fanden. Das Urcheil ist streng ausgefallen. Die auf Galeeren ab-znbüßendc Strafzeit ist für die minder gravirten auf 10, für die übrigen bis auf 2;'i Jahre angeftpt. Uu-ter deueu der ersten Kategorie ist der Hausmeister des Fürsten Lancellolo zu VeUelri; auch zwei Priester wurden, der eine zu 20jähriger Haft abgeführt. Sciotti starb vor Erscheine» des Erke»utuisses im Kerker; der Druckereibesiner CappeUacci, bei dem sich viele Braudschrifteu vorsaude», muß 2.'! Jahre Zucht' hauestraft erleiden. Der Legat vo» Velletri uud Decau des heil. Collegii kardinal Macchi, dem mehrere der Verlircheilteu pelsönlich naher bekannt sind, hat sich iudesseu mit vieler Theilnahine bei Sr. Hei« ligkeit dem Papst verwendet, um eine Milderung deö traurige» ^?oses deö Eine» uud deS Andern zu er-wllken.
— Graf Cesare Saluzzo, ehemals Erzieher der Söhne des Kömgs (öarl Albert, Großmeister des Artillerieweseus, Oberstallineister, als auch Schriftsteller bewahrt, ist am li. l. M. iu Turin mit Tode abgegangen.
I r a n k r r » ch.
Der Tod hat iu der lelMi, Zeit unbarmherzig i» deu Reihe» der frauzostschel, Acaoemiker gewüthet. Arago uud St. H'laire si»d nicht die eiuzigeu, wel. che jüngst hinweggerafft worden slnd. Auch die mu. fikallsche Section deS Instituts hat neulich eiue» herben Verlust erlitten durch das Hinscheiden deS anS» gezeichnete» Komponisten Onolow. Als Schöpfer von I»strume»tal>Quartelteu uudQuintetteu uahm delselbe oieUicht deu ersteu Raxg eiu nach den drei großeu Kuust» Heroeu, Haydu, Mozart uud Beethoveu. Auch auf dem Felde der dramatischeu Musik hat er sich ver» sucht. Am meisteu Beifall fand seine Oper „Le Col. pordeur." Weuiger bekauut sl"d „^'Alcace de la Vega" uud „^!eS Etats de Vlois. Vou Geburt war Ouslow ciu Engländer. Die musikalische Abthei lu»g des Instituts zahlt jcht uoch folgende Mitglie. der: Auber, Halevy, Caraffa, Adam uud Ambroise Thomas. Uucer deu (5audidateu. welche sich um die durch den Tod George Ouslow's erledigte Stelle be. werbe», uemtt man die Hcrreu ^laplsson, Gouuod, Baziu uud Adlieu Boieldieu. Es siud dieß beinahe alle Bewerber vou sehr zweifelhaftem Ruhme. Der einzige Kandidat, welcher eine» Namen von europaischer Berühmtheit zur Uuterstüyuug seiuer Ansplüche geltend macheu kauu, ist Hekior Berlioz.
S p a n i c ll.
Madrid, 4. October. Der Marschall Narvaez hat geschrielieu, daß er bald uach Spauien zulückz>»> kchreu gedenke, und »ach eiuem kurze» Aufenthalt i» Madrid sich zur Wiedelheistelluug seiner Gesuubheic nach ^oja begebe» werde.
D,e „Epoca" meldet, daß Se. Emiueuz der päpstliche Nuntius, Cardinal Bruuelli. Abschied vou Ihrer Majestät der Köuig,,, geuommeu habe, un, uach Rom zurückzukehren.
Die „Gaceta de Madrid" enthalt ei» köuigllcheo Decret, durch wclcheS Ve.besseruugeu uud Reformen in das GerichtSverfahreu eingeführt werden.
! VrnßbritiNlllien nnd Irlnnd-
London, W. October. Die Mittheiluug, daß Sir Edmund Lyons, wirklicher Admiral der weißen Flagge, znm zweiten Commandeur der Mittelmeer» Flotte ernannt sei, wird heute von mehreren Seiten bestätigt. Er würde iu diesem Falle das Kommando des Obkrvatious-Geschwaders im Marmora - Meere übernehmen, und seiue Flagge an Bord der „Queen" aufziehe».
A e g y p t e n.
(^airu, 4. October. Die fnr die Missio» iu (5encral-Asrika bestimmte Gesellschaft, auS Priester», Laieu und Professioniste» aller Art besteheud, im Ganzeu 22 Personen, verlaßt morgen unter Anfüh, rung des Dr. Knoblecher Lairo, u»n sich auf Barken uach b'bartum einzuschiffen.
Zugleich mit ihueu geht aus Betrieb des österr. Geueralcousuls, Hr». v. Huber, ei» junger Delttscher mit, versehe» mit alleu obeu gangbaren Importartikeln, um den Tauschhandel gegen Gummi, Elfenbein u. s. w. zn brtrelben.
Die Theilnahme nnd Thätigkeit, welche Hr. vou Huber i» dieser Angelegenheit bewiest», verdient sicher die größte Auerkenunug; denn ganz abgesehen von de» vorlaufig allerdings nur geringen mercanlilen Vortheilen, ist es vielmehr etwaS Größeres, »vorauf Hr. v. Huber seiu Augenmerk gerichtet hat, nämlich dem denlschen Namen, Wesen und Gewerbsleiß iu jene» fernen Gegenden Eingang, Auerkennung uud Geliuug zu ve>schaffen. Und es lst nur zu bedauern, wenn ihm in diesem lobenSwerthen patriotische» Bestreben vo» andere» Seilen eutgegcugearbeitet wird, statt ihu dari» zu uuterstüpen; aber seit einiger Zeit ist es vo» gewisser Seile uie verstanden worden, mit Oesterreich rechtzeitig Hand in Hand zu gehen zur Ehre uud Aufiechlhaltung deutschen Namens und Wesens, uud Deutschland in diesem engeren Siuue ist uud bleibt ein leeres Phantom. (Tr. Ztg.)
Telestraphische Depeschen.
London, 13. October. (Tel. Dep. der „Freim. Sachs. Ztg.") In Folge der von Lord i5Iarendou gemachten Remonstracion (?) hat der Großherzoq von To5ca»a Mist (5uni»gl)alN, welche wegen protestauti» scher Propaganda angeklagt war, freigelassen.
Ocrtlichcs und Prm,in;icilcs.
Laiback, lU. October.
Z» Folge deS PräliminareS uuserer Stadt für das Jahr 18^4 werden sich die voraussichtlichen Einnahme» anf l>3.064 ss. CM., uud die diesbezüglichen Ausgaben auf 63.021 st. CM. belaufen, wor-uach sich für daS kommende Jahr eine Mehrein, »ahme vo» 43 st. herausstellt, ohne daß deu Be-wohueru, wie in manchen andern Städten, neue La« steu aufgelegt würden.
— Iu der leften SiiMig hat der Gemeiude-lath deu Aukauf des Standbildes des ruhmgckrönten Marschalls Grasen Nadeftky vom Herrn Withalm, nud die Aufstellung desselbeu auf eiuem öffeullichen Playe der Stadt beschlossen. Dieses Standbild wurde in der fürstlich Salm'scheu Erzgießcrei gegosseu, uud erfuhr mchrseitige auszeichnende Belobungen bei der großeu Iudnstrie. Auostelluug zu London. Vou ver« schiedeneu Seiten wurde umi dem Laibachcr Magi^ strate der Wuusch eröffnet, derselbe wolle vom Hrn. Withalm das Bild deS gefeierten Helden „ud Eh-reubürgers uuserer Stadt aukaufeu , da hierzn sicherlich auch jeder Stadtbewohner mit Ver--guügeu uach Kr^fteu beilrageu werde. Das Staudbild kostet 640 sl,, das Piedestal nnd sonstige Auflichtuugskosteu berechnet man mit 4!)0 st., im Ganzen somit 1330 si. CM. Nach dem Antrage des Herrn MaglstracSrathes Ambrosch wird ei» Co« MW' zur Aussühruug dieses ProjecteS erwählt. Mehrere Stimmen erklären sich für AufsteNuug deS-selbeu in der Mitte uuserer schönen, von jedem Dlnchreiseilde», wie vo» de» Bewohnern selbst so häufig besuchten „Sternallee," ein Vorschla.i, den wir auf'S wärmste befürworten zu solle» glanl'eu.
Theater.
Heute: Ursachen Morgen: „DaS "lm< W"ss", »ud Folge... L.M't.'l '» -' "'"^________________
Druck und Verlag von I. v. Kleinmayr und F. Vamberg in Lalbach. Veräinwortliche Herausgeber und Redacteure: H. v. ^'ieiumayr und F. Vamberg.
Telegraphischer Eours.Vericht l
der Staalspapiele vom l5. October 1853 Staatsschulducrschrciblmgcn . zu 5 pCt. lill CM.' 9l 7/l6 detto ........ ^ t/2 „ „ «l) ,/2
Dailclien »it Verlosung v.J. ««34. ,»r «00 fl. . . 217 l/2 bcttu dctto 1«3!», .. 200 „ .. »:N l/8
Aaul ^tti.n. vs. Stn.t l29<» ,1. „> C. M. Actim der K.iii'sr Ferdinalids-!)iordl'al)n
zu «000 i!. »l., wuld. Ill 1/2 Uso. Franlüli! >, M , (s>n 120,!. ,i>bd. Vn )
eins W'ihr. l>» 2H l/2 si. ^nst. Vnld.) 1 < l 3 Vi",at.
Haml'iiisi. ,»r 100 Mart Vamo. Onldm 8!^ 2 Mm,a».
^'iuor»l'. für »00 T»H^»!,che Vilv, G»lo. H0 1/2 Vs. 2 Mom».
Von>o», ss,r l Psimd S«.»!i»q. Guide» lO-58 :< M>'nal.
M'iland. sür :l00 O.Nerr. ich. ^>>e, ltt»!d. 1 »0 2 Monat.
Paris, sill 800 Frauken . . Guld l^l 1/2 2M^n^t.
Gold- uud Sill'er ^ouvs, vo», 15. October l^53.
A!!,,. Geld,
ssais. M'üiz-Düften Agio .... l? Ill 3/^
detto Rand- dto ...... l U 7/8 165/8
(«old ul >»l»><:c» „ . . . . — 16
'Ilapvleonsd'or's ...... — 8.5»4
Suuueraiusd'ol's „ . . . . — <5.20
zitils,. Imperial ...... — 9.4
ftrledrichSd'ul'S ...... - ».!()
O»lgl. Soveralogs „ . . . . — 14
Silberagiu ........ 12 1/8 ll?/s
S. K. Lottoliehnugrn.
I» Grah am 15. October 185,3: 7». 45. 41 2 U«
Die »achste Ziehung ivird a>l> ütl. October 185,3 i» Grah gehalten werden.
In Wi.n am 15. October «853: 43. 3N. 75. 27. 25.
Dic nächst- Ziehung wno am 26. October l853 >n Wien gehalten »ver^e?,.
Getreid-Durchschnitts-Preise in Laibach am lö. October 1853.
Marktpreise, l «^. Ein Wiener Metzen ^^ ' '
____________l^st l^tr^ ul ^j kr^
Weizen ... 5 38'^ 6 48
Kukurutz ... — — 4 —
Halbslllcht . . — — 4 40
Korn .... — — 4 12
Verste .... 3 50 4 —
Hirse .... — — 4 —
Heiden ... — — — —
Hasel .... 2 3 2 15
der hier 2lustesv»l«»eueu „,,d Abgereiste«
D,n !3. October 1853.
Hr. Rudolf Graf ?lttems — ,md Fr. Isabella
Gräfil, Thurn, beide Private, vo» Ko>z „ach Wien,
— Hi. Graf Tawodosfsky, r, >»ss. Scnator »>i>d ge-
heiinel Nath; — H>-. ill^poleou Melarti«, k. > uss.
(^üllvelnellieüts'^ecrctär; — Hr. Leopold v, We>theil»,
Ne>», t baieiischer Coils»! ; — Hr. ?l>,to„ Olasii.
^loyd. ),,spector; — Hr. Naiinund v. Manner, Hen-
schanobesthcr; — H. Rafael Banst, Banquier, —
mid H>. ^,,,st Zama^na, Handelsliia»», alle 7 vo»
Trieft »ach Wir». — Hr. ?ll^ Kyi'diarel, f. russ.
Oberstli,ule>.a„t; — Hi. Aiuo» Dallmulla ^ nut'
Hr. Ios,f Camnrilii, beide Handelsleute — u»d Hr
Rista Pogadl.s. s„bischer Haudclsiliain», all« 4 vo»
W>e>, ,.ach T.ieü. - Hr. Amo» de Hmitti, P'ivatiei,
voll wo>^ »ach Blucr.
Nebst ,70 audeln Passagiciei,. De» !4. Hr. «i5ar°n C ~ uud Hr. Ollstau Boicl, >>alltl»a»l!, all, a,>a, H»f ,,uhs'Oemah!il,, von (yö'j »ach Wi^e... - Fr. Ba-,o.,in v. Basi - m.d H.. Rilte^o ^ramczany beidc (^..^b^tzer; - H''- Wilhelm Tesian " "..d Hr G.acomo ^ido»i, beide Handelsleute, alle 4 W.en
nach T'iest.
Nebst 124 andern Passagieren.
Z. 1478. (2) g lD Klafter, Aecker 2'" «HI Klafter, sohin zusammen in l3<5 Joch ?tttt" ll^ Klafter.
Der schlagbare Hochwald enthält nebst sonstigem Bauholz sehr schöne Lärchstämme, und ist kaum '/'2 Stunde entfernt.
li. Das im Grundbuche Wolkenstein 5>>I> ..ld. Nr. l!N einkommende, auf25,W si. (M. gerichtlich bewerthete Tausinglehen.
Dieses als Alpe benutzte Reale liegt in der Steuergemeinde Wörschach, im sogenannten Tausingberg, circa l '/^ Stunde oberhalb und seitwärts von der Aerarial-Salzstraße entfernt, enthält eine bewohnbare Hütte mit einem kleinen Keller, einen neuen Trempl für 40 Rinder, dann Schweinstallung und Heuschupfe.
Dazu gehört eine Area von lW Joch l25-'ch Wiese, M, Joch Weide, ,!>'/, Joch Hochwald mit schönen Lärchen und Fichten, dann auch Buchen, lüld ill Joch außer Cultur.
<'. Die im Grundbuche Friedstein ,^>l1, ix lV Nr. :w einkommende, aus 5»',!0 si. CM. ge-richtlich geschätzte Wiese in der Nähe des heiligen Brmin. Das Nähere bleibt der Einsicht in das Echätzungöprotocoll und dem Augenscheine überlassen.
l). Der bewegliche Nachlaß.
Er besteht in 2 Wirthschafts- und 2 Ca-leschpferdcn, 2 Zugochsen, circa 40 Stück Rinder, und zwar: Kühen, Kalben und Kalbern, dann in einigen Schweinen, Stroh, Heu, Getreide, Wirthschafts-, dann Haus-, Zimmer-, Küchen- und Kellereinrichtung, Haus-, Lcibs-und Bettwäsche, Kleidungen, Uhren und Prä-tiosen, dann Iagdrequisiten, Thierarzneicn u. s. w.
Die Versteigerung der Realitäten findet im Gerichtsgebäude 2. Stock, Thür Nr. l l, Statt, und zwar: jene des Gutes Pichlern am 2. November d. I. von !) bis 12 Uhr Vormittag und von 2 bis 5 Uhr Nachmittag; jene der Alpe und der heil. Brunnwiese am dritten November d. I., erstere Vormittag, letztere Nachmittag in den obigen Stunden. Die Feilbietung der Fahrnisse beginnt im Schlosse Pichlern am 4. November d. I., wird ununterbrochen jedesmal Vormittags von 9 bis »2 Uhr, und Nachmittags von 2 bis 5» Uhr fortgesetzt, und wird nur bemerkt, daß mit der Veräußerung des Viehes, des Viehfutters, dann der Wirthschafts-geräthe begonnen wird.'
Die Verkaufsbedingungen bezüglich der Realitäten, so wie Gutsbeschreibuilg und Schätzung, können bis zur Licitalion bei nachstehenden Handlungshäusern, und zwar:
in' Wien bei Fr. Winklers, „ Linz „ I. B. Leithners, „ Grah „ Carl Greinitz, „ Klagenfurt bei F. X. Melliny, „ Laibach bei I. N. Mühleisen; ferners auch bei den Herren Notaren in Liezen und Irdning von Jedermann eingesehen werden.
Die Fährnisse werden nur gegen sogleiche Barzahlung an den Meistbietenden verabfolgt.
K. k. Bezirksgericht Irdning den 13. September l853.
Z. l52l sl) Hr. 3035
Edict.
Vlm dem k. k. !Ue;irrsgclichte Laildstraß wild dekannt stcmacht:
(5Z jci üdcr Aoslichcn dts Franz Bmschar, von St. Barthclmä, durch Hr>,. Dr. Rosioa, in die cr>clit:ve Feildiltung der, dem Anton Noltar, von St. Basthcima, ^hörigen, daselbst liegenden, und im vormalige» Grunddliche der Pfarlgült St. Bar» llielm.i 8llb Urd. Nr. l!8 vorkomm nde„. gerichtlich ans 860 fl. geschätzten Hofstatt, weqcn schllldigei, 368 ft. 55 kr. c z. c. gcwilliget, und es seien zu dere» Vor!uU)me drei Termine, a,lf dei» 3. Octolier, :l. November und Z. December l. I, jedesmal um l> Uhr Vormittag, in der (YerichtZt'aiizlci ,nit dem angeordnet wordril, daß dieselbe oei der dritten Fei!» l)i>llmgötagi>tzu!ig auch unter 0cm Schätzungswert!)« l)!!lta»gegel)en werden würde.
Dll Grli!!dl.'llchZl'r.iract, d.is Schätzongsproto. cc'll und die Licitatioiisvedinginffe könneo täglich Hieramts eingesehen werden.
K. k. Bezirksgericht üandstraß am 3. Augllst
l853. Anmerkung. Bei der ersten Fcilr-ietungstag.
sahung hat sich kein Kalisixstiger gemeldet.
K. k. Äczirrsgcricht ^^nldstsaß am 3. October »853.
Z. 1565. (2)
Franz Xav. Deu gibt hiemit die er-gebenstc Nachricht, i>aß er sich »ach einem l^jährigen Aufcnthalte in Wlcn nacd ^!all>ach übcrslcdelt hat, mW empfiehlt sich c>cm vcrchrungswürdivien Publicum >n Vcrfertlgllng von Orqeln. Phisharmonika Pfclfcn uno Zungclis^lelwcrkcn, so wie auch im Clavierstlmmcn
Wohnt am St. Iacobsplatz Nr. ,/.l.
8. »516. (3)
Ein Hofmeister,
wissenschaftlich gel'ilixt, oer ltalienischen lliw fran^ösichcn Sprachc mächtig, für cue Normaljckulen bcfadiqt, wünscht enr-wcdcr Yicr o0cr auf dem ^!an0e placirt zu werden. «
Auskunft ertheilt das Zeitungs Comptoir.