Laibacher TaMtt. Redaction und Expedition: Bahnhofgaffe Nr. 15. Pränumerati»n»prcisc: 60 Für x-iba»- G-nzj. fl. » 40; vkv» Zustellung in« Hau« vrtlj.SLtr. Mit der Post: Ganzjiihr. fl. 12. JnsertionSpreise- Sin- Dienstag, 26. März 1878. — Morgen: Rupert. r» 11. Jahrg. Die Kreditdebatte. In der Abendsitzung der österreichischen Delegation vom 21. März sprach zunächst Abgeordneter Dr. Herbst als Generalredner der Minorität. Man habe für die Bewilligung Gründe angeführt, welche gegen dieselbe sprechen. Dies gelte insbesondere vom Abg. Greuter, der, wenn er zum Minister kein Vertrauen habe, ihm con-sequenterweise den Kredit verweigern müßte. Die Opposition sei im parlamentarischen Leben etwas Nothwendiges und Gutes, nur dürfe sie nicht factiös sein, d. i. kleinlich, wie jene, welche in nationalen Antipathien oder Sympathien wurzelt. Das Recht der freien Meinungsäußerung müsse gewahrt werden, denn die Versagung dieses Rechtes wäre das Grab des Parlamentarismus. Nicht darin bestehe die Opposition und der Parlamentarismus, daß man entweder Vertrauen zu einem Ministerium hat und ihm durch Dick und Dünn folgt, oder daß mail zu ihm kein Vertrauen hat und es dann stürzt. Diese konstitutionelle Schablone könne nicht überall angewendet werden, am wenigsten aber in den gemeinsamen und auswärtigen Angelegenheiten. Wenn in dem Antrag der Minorität von Vertrauen die Rede ist, jo gelte dies jener Stelle, welcher verfassungsmäßig der Oberbefehl des Heeres, die Entscheidung über Krieg und Frieden zusteht, jener Stelle, welche die einzig bleibende im Wechsel der Gestaltungen unserer Monarchie ist, die Minorität erwarte vertrauensvoll von der Weisheit des Souveräns, daß er die Wehrkraft des Reiches nur dann aufrufen werde zur Vertheidigung desselben, wenn wirkliche Lebensinteressen die äußerste Anspannung der Kräfte der Monarchie erfordern. Allein damit sei nicht ausgeschlossen die Pflicht der Delegation zur Prüfung der Regierungsvorlage, und die volle Verantwortung für dieselbe. Man dürfe nicht, wie Abg. Grenter thun zu können glaubt, dieser Verantwortung sich dadurch entledigen, daß man sie auf die Schultern eines anderen abwälzt, zu dem man kein Vertrauen hat. Redner übergeht dann zur Prüfung der Vorlage selbst, die ihm nur für den Augenblick gemacht zu sein scheint, die an Formlosigkeit und Unklarheit leidet. Gelte es einer großen Action oder einer beschränkten Machtentfaltung? Ist die Bewilligung nothwendig? Für eine geplante Mobilisierung ist die Summe zu gering, anderseits aber gibt sie schon im voraus dem Zweifel an dem friedlichen Erfolge des Kongresses Ausdruck. Ist aber einmal der Mobilisierungsbefehl erschienen, stehen die Truppen unter den Fahnen, dann stehen wir bald auch im Kriege. Die Art der Bedeckung sei ebenfalls noch nicht vereinbart, ein Kriegsschatz in Noten, an denen man ohnehin genügend habe, habe keinen Nutzen. Es sei vielleicht kleinbürgerlich, so viel vom Geldpunkt zu reden, aber durch sorgfältige Behandlung desselben sind Staaten groß, wohlhabend und mächtig geworden, man blicke nur auf Preußen! Die kriegerische Stimmung scheine zwar seit einigen Tagen sich gelegt zu haben, er schließe daher mit dem Wunsche, es möge der Weisheit des Monarchen gelingen, uns den Frieden zu erhalten. Pros. Sneß, als Redner der Majorität, erinnert an das Wort von Gentz, das endliche Schicksal Konstantinopels werde ein allgemeiner Bankerott sein, welcher der alten Diplomatie bevorstehe. Dieser Bankerott sei nicht ausgeblieben. Der Krieg habe die schönsten Länder der Balkan-Halbinsel verödet. Man rufe nun nach einer Occupation Bosniens. Er aber glaube, oie Interessen Oesterreichs liegen nicht in dieser Richtung, sondern im Donauthal von der Snlina bis zuni Eisernen Thor. Es wäre wünschenswerth, zeigen bi« 5 Zeilen so Ir. wenn Oesterreich die Gegend vom Eisernen Thor bis Adakale besitzen könnte, nur um die Regulierung der Donau, befreit von den Fesseln der internationalen Verträge, durchführen zu können. Seit langen Jahren befolge Rußland eine aggressive Politik. Zuerst nahm es die Krim, dann Otschakoff und die Länder am Bug, dann Beß-arabien, dann machte es die Donaufürstenthümer zu seinen Dependenzen. Das Testament Peters des Großen sage: „Man soll suchen, Oesterreich mit einer anderen Macht in Krieg zu verwickeln, ist das nicht möglich, gebe man ihm ein Stück türkisches Land, das man ihm später wieder wegnehme." In einer solchen Politik liege die größte Gefährdung des europäischen Friedens, derselben müsse eine Grenze gesetzt werden. Die Stellung der Minorität, die Halbheit in ihren Anträgen könne die Freunde entmuthigen, die Gegner er-muthigen und den Frieden eben dadurch gefährden. Als Oesterreicher könne er sich nur als Bürger des staatlichen Vorwerks der europäischen Eivilifation fühlen, und von diesem Gefühle durchdrungen, stimme er für die Bewilligung. Nachdem noch der Abg. Sturm als Berichterstatter der Minorität die Gründe ihres Antrages rekapituliert, ergriff Graf Andrassy das Wort. Er vertheidigte sich zunächst gegen den Vorwurf der Geheimthuerei, den Dr. Giskra gegen ihn erhoben; er wies auf die in der Delegation gegebenen Aufschlüsse hin, auf seine Bereitwilligkeit, noch weitere zu geben, welche die Delegation selbst abgelehnt habe. In objektiver Beziehung stelle sich die Sache so: Entweder sind Differenzen, wie sie Dr. Giskra bezeichnete, zwischen der österreichischen und anderen Regierunaen vorhanden, oder nicht; in letzterem Aalle sind alle Bedenken wegen kriegerischer Politik oder Provokation gegenstandslos, in ersterem Falle glaube Jeuilleton. Treu bis in den Tod. Nach dem Englischen. (Schluß.) „Ich fürchte, daß Mistreß schon im Bette sein wird", sage ich, als wir den Rückweg einschlagen. „Ohne Sorge, Sir", sagt Donald mit einem triumphierenden Blicke auf John; „die Herrin wird auf sein und uns erwarten. Sie weiß, daß Laddie uns nicht umsonst in den Schnee hinaus-geführt hat." „Ich werde nie wieder Zweifel in einen Hund setzen", sagt John, indem er mit guter Miene die Segel streicht. „Ihr hattet ganz recht und ich unrecht, und das ist alles; doch zu denken, daß in einem Thiere so viel Verstand sein soll, gebt über meine Fassungskraft." Als wir das Einfahrtthor erreicht haben, sende ich einen der Leute nach dem Arzt, der glücklicherweise einen Steinwurf weit von uns wohnt, und eile selbst voraus, um meine Frau auf das Kommende vorzubereiten. Sie läuft mir in der Halle entgegen. „Nun?" srägt sie eifrig. „Wir haben eine alte Frau gefunden", sage ich; „doch weiß ich nicht, ob sie noch lebt oder schon todt ist." Meine Frau wirst ihre Arme um meinen Hals und küßt mich. „Du wirst trockene Kleider und einen Krug heißen Toddy in Deinem Ankleidezimmer finden", sagt sie; und dies ist ihre ganze Rache für meinen Skepticismus. Die arme alte Frau wird unter ihrer Aufsicht die Treppe hinaufgetragen und in ein warmes Bett gelegt; und noch ehe der Arzt anlangt, hat sie einige schwache Lebenszeichen gegeben ; so läßt mir meine Frau sagen. Dr. Bruce schüttelt den Kopf, als er sie erblickt. „Arme alte Seele", sagt er. „Wie kam sie in dieser Schreckensnacht auf das Moor? Sie hat einen Stoß erlitten, über welchen sie in ihrem Alter nicht leicht hinauskommen wird." Es gelingt ihnen indessen, ihr ein paar Löffel heißen, mit Wasser gemischten Branntwein einzuflößen, und sogleich zuckt eine schwache Röthe über ihr Gesicht, und die Augenlider fangen an zu zittern. Meine Frau hebt ihren Kopf empor und läßt sie etwas schlucken, was Dr. Bruce mitgebracht hat — dann legt sie sie in die weichen warmen Kissen zurück. „Ich glaube, sie wird jetzt zu sich kommen", sagt der alte Doktor, „da ihr Athem nun hörbarer und regelmäßiger geht. Nahrung und Wärme werden das übrige thun; doch wird sie sich, wie ich fürchte, schwerlich wieder erholen." Später yehe ich auch binauf in das Zimmer und finde mnne Frau bei oer armen alten Dulderin wachen. Sie sieht mich mit Thränen in den Augen an. „Arme alte Seele, ich fürchte, sie wird sich nicht wieder von den ausgestandenen Leiden erholen." Ich gehe auf die andere Seite des Bette» herum und beuge mich zu ihr hinab. Das alte Gesicht sieht blaß und verfallen aus, und die spär-ichen Locken, welche auf dem Kissen liegen, find eucht vom Schnee. Sie ist eine sehr kleine Frau, oweit ich in ihrer liegenden Stellung darüber urtheilen kann, und muß, wie ich glaube, ihre siebzig Jahre erreicht haben. „Wer mag fiesein?" trage ich mich wiederholt. „Sie ist aus keinem der umliegenden Dörfer, sonst würden wir ihr Gesicht kennen; und ich kann mir nicht denken, was eine Fremde in einer solchen Nacht auf das Moor geführt haben kann." Während ich so spreche, geht eine Veränderung über ihr Gesicht; die Augen öffnen sich, und sie blickt forschend um sich. Sie versucht es, zu sprechen, doch ist sie offenbar zu schwach dazu. er nicht, daß die Differenzen ausgeglichen werden könnten, wenn sie durch die Delegation in Erörterung genommen und so dem Kongresse entzogen werden sollten. Auf solche Weise sei nie der Friede, wol aber der Krieg entstanden. In Bezug auf das Beispiel Talleyrands bemerkt Graf Andrassy, wenn Talleyrand das Talent besessen, eine schon verlorene Sache durch bloße Geschicklichkeit gut zu machen, so müsse er, Andrassy, sein geringes Talent dazu benützen, daß die Sache eben nicht verloren gehe, bezeichnend sei es aber, daß Dr. Giskra sich einen Mann zum Ideal gewählt, von dem die böse Welt erzählt, er habe gesagt: „Die Worte sind eigentlich vorhanden, um die Gedanken zu verbergen." Es entstehe die Frage, ob Dr. GiSkra mit den Antworten eines Talleyrand zufrieden gewesen wäre, und ob er ihm nicht auch den Kredit verweigert haben würde? Dr. Giskra werde ihm, dem Grafen Andrassy, erlauben, darin einen Trost zu finden. Graf Andrassy beruft sich schließlich auf die in seinem Expose abgegebene Erklärung über den Zweck des Kredites, welche noch vollständig aufrecht bestehe. Die Kreditforderung spitze sich in der Frage zu: Will Oesterreich eine Großmacht bleiben? Ja oder Nein! Wenn diese Frage an die Völker Oesterreichs heranträte, so zweifle er nicht an ihrer begeisterten Zustimmung. Denn so verschieden auch die Lage und die Forderungen der einzelnen Stämme seien, zwei Bande gebe es, die sie vereinen: Anhänglichkeit an die Dynastie und das Interesse an der Großmachtstelluug zum eigenen und zum Wohle Europa's! Aus der Abstimmung heben wir noch hervor, daß der Delegierte Herr Langer-Podgoro für den Antrag der Majorität stimmte. Beide Delegationen haben sich bereits über ihre Beschlüsse geeinigt, indem alle Differenzen beseitigt wurden. Parlamentarisches. Wie verlautet, sollen die Delegationen erst Ende Mai oder anfangs Juni wieder zusammentreten, um die ordnungsniäßige Erledigung des gemeinsamen Staatsvoranschlages vorzunehmen. Bis dahin dürften die Ausgleichsberathungen der beiderseitigen Parlamente zum Abschlüsse gebracht sein. Die Ouotendeputationen sollen gleich zu Beginn des nächsten Monats zur Wiederaufnahme ihrer Verhandlungen in Wien schreiten. Das Abgeordnetenhaus hält seine nächste Sitzung erst am Mittwoch ab. Auf der Meine Frau hebt sie auf und reicht ihr einen Löffel voll Nayrung, indem sie beruhigend zu ihr sagt: „Strengt Euch nicht mit Sprechen an; Ihr seid unter Freunden; wenn Ihr erst besser seid, dann sollt Ihr uns alles über Euch erzählen. Doch jetzt seid ruhig und versucht es, zu schlafen." Das graue Haupt fällt müde auf das Kissen zurück, und bald haben wir die Beruhigung, an dem regelmäßigen Atheni zu sehen, daß unsere Patientin eingeschlafen ist. „Du mußt nun zu Bette gehen, Jessie", sage ich. „Ich werde Mary klingeln, und sie mag den Rest der Nacht bei ihr wachen." Doch meine Frau, die eine warmherzige Seele und eine ge-vorne Krankenpflegerin ist, will ihren Platz nicht verlassen. So lasse ich sie denn wachen und ziehe mich m mein Zimmer zurück. AlS wir uns morgens wieder sehen, höre ich, daß die kleine alte Frau einige Worte gesprochen hat und sich etwas kräftiger fühlt. „Komm' nun mit mir zu ihr", sagt meine Frau, „und laß uns versuchen, heraus zu finden, wer sie ist." Wir finden sie in Kissen aufgestützt und Mary bei ihr, die ihr eben etwas Nahrung reicht. „Wie geht es Euch jetzt?" fragt Jessie, indem sie sich zu ihr neigt. „Besser, viel besser» Dank Ihnen, gütige Tagesordnung derselben befindet sich die Vorlage über die Verlängerung des Ausgleichsprovisoriums, deren Erledigung in der letzten Sitzung wegen der vorgerückten Stunde unterblieb. Hierauf wird das EiuquartierungSgefetz zur Debatte gelangen. Sobald dasselbe durchberathen ist, gedenkt man die Verhandlung über die Personal-Einkommensteuer fortzusetzen. DaS Herrenhanssollam Donners -tag wieder zusammentreten, um den Staatsvoranschlag pro 1878 zu erledigen. Zur Lage. Für einen baldigen Zusammentritt des Kongresses liegen keine günstigen Aussichten vor. In der ungarischen Delegation hat Graf Andrassy auf eine Interpellation Czernatonyi's erwidert, daß einzelne Präliminarfragen aufgetaucht seien, betreffs welcher zwischen Rußland und England ein Ideenaustausch stattfinde, daher der Tag des Zusammentrittes des Kongresses nicht bestimmt werden könne. Die „Wiener Abendpost" schreibt über die augenblickliche Lage: „Das britische Kabinett verlangt die Erklärung Rußlands, daß die Mittheilung des Friedensinstrumentes an die Mächte mit der formellen Vorlage desselben im Kongresse gleichbedeutend sei, während das russische Kabinett seinen internationalen Pflichten mit jener Mittheilung genügt zu haben glaubt und sich zu der ausdrücklichen Vorlage an den Kongreß um so weniger verstehen will, als es bereits durch die Bekanntgabe der Friedensbedingungen jeder einzelnen Macht die Möglichkeit geboten habe, die einzelnen Bestimmungen des Vertrages zum Gegenstände einer europäischen Berathung zu machen. Die Verständigung ist bis jetzt nicht erfolgt, und so lange dies nicht der Fall sein wird, muß auch das Schicksal des Kongresses als ein unentschiedenes betrachtet werden." Nach einer Meldung auS Berlin über London, 23. März, wurde die Antwort Rußlands auf das Verlangen Englands nicht befriedigend befunden. Die englische Regierung informierte hievon sofort die kaiserliche Regierung in Berlin. Es wird versichert, daß Bismarck und Andrassy eifrigst vermitteln. Man glaubt jedoch, Rußland sei entschlossen, auf zwei vonseite Englands bestrittenen Punkten beharren zu sollen, nämlich, daß weder die Abtretung Beßarabiens noch jene Armeniens auf dem Kongresse unter dem Gesichtspunkte discu-tierbar sei, daß deren Sanktion durch die Mächte nothwendig wäre. Die erstere werde vom Zaren Dame", sagt sie mit einer vor Alter und Schwäche itternden Stimme. „Und ich bin Ihnen so dankbar ür Ihre Güte." An ihrer Sprache höre ich, daß sie eine Engländerin ist. „Fühlt Ihr Euch kräftig genug, mir zu erzählen, wie es kam, daß Ihr Euch im Moor verirrtet, woher Ihr seid und wohin Ihr wolltet?" fährt meine Frau fort. „Ach, ich wollte zu meinem Jungen, zu meinem armen Jungen, und nun zweifle ich, daß ich ihn jemals wieder sehen werde", sagt das arme alte Weib, mit einem langen Seufzer der Erschöpfung. „Wo ist Euer Sohn, und wie weit seid Ihr gekommen?" „Mein Sohn ist Soldat im Fort George; und ich kanr den ganzen Weg von Liverpool herüber, um ihn zu sehen und ihm den Segen seiner alten Mutter zu bringen, ehe er nach Indien geht." Und dann, in gebrochenen Lauten und in langen Pausen von Müdigkeit und Schwäche, erzählt uns die kleine alte Frau ihre erbarmungswürdige Geschichte. Ihr Sohn, erzählt sie uns, sei das einzige ihr übrig gebliebene Kind. Sie habe deren sechs gehabt, und dieses, das jüngste, sei das einzige, das nicht aus Mangel während der Hungersnoth in Lancashire gestorben sei. Er wuchs heran, ein als ein Ehrenpunkt, die letztere als eine nur zwischen der Türkei und Rußland zu regelnde Sache betrachtet. Tagesneuigkeiten. — Jahns hundertjähriger Geburtstag. Am 11. August l. I. werden es hundert Jahre, daß zu Lanz bei Wittenberge in der Priegnitz der Turnvater Jahn das Licht der Welt erblickte. Heutzutage sind die Ideen und Strebungen Jahns schon zur That geworden, denn es steht eine nach Tausenden zählende Schar begeisterter Anhänger in allen Ländern und Provinzen da. Daß Turner und Turnfrennde diesen Tag nicht unbeachtet vorübergehen lassen, ist selbstverständlich. So wird beispielsweise mit dem am 27. bis 30. Juli l. I. in Breslau abzuhaltenden fünften allgemeinen Turnfeste die Feier des 100jährigen Geburtstages Jahns verbunden werden. — Ein theures „Pflaster." Der Magistrat und die Stadtverordneten Berlins stehen schon seit längerer Zeit in Verhandlung über die Frage: wie die Mittel für die dringend nöthigen Neupflasterungsarbeiten aufzubringen seien. Die Kosten sind auf etwa 20 Millionen Mark, für fünf Jahre zu vertheilen, veranschlagt. Eine für diesen Zweck beabsichtigte Anleihe stieß auf vielfache Bedenken. Eine vom Magistrat eingesetzte Kommission hat nun vorgeschlagen: zwei neue Steuern lediglich für Pflasterungszwecke nnd nur für den Zeitraum dieser Arbeiten einzuführen, und zwar eine Steuer auf den Gaskonsum von Privaten und eine auf Pferde und Fuhrwerke. Der Ertrag dieser Steuern wird bei einem Steuersätze von 2 bis 3 Pf. per Kubikmeter Gas nnd von 20 Mark per Pferd nnd Jahr auf etwa 2.200,000 Mark jährlich veranschlagt. — Der Flecktyphus soll nach Mittheilnng des „N. Wr. Tagbl." in der österreichisch-russischen Grenzstation Podwoloczyska seit Wochen herrschen. Er ist zuerst unter den Trägern und Packen: ausgebrochen, welche die von Rußland kommenden Warenballrn in die österreichischen Waggons ninzuladen hatten, was durch die verschiedene Spurweite der Bahnen nothwendig gemacht ist. Die Waren befanden sich in Waggons, in welchen kranke russische Soldaten expediert worden waren. Es wurde Vonseite der Behörden die strengste Desinficiernng nnd Absperrung angeordnet, was bald die besten Folgen hatte. In einzelnen Bezirken längs der Karpathen ist die DiPhtheritis in so erschreckender Heftigkeit auf-getreten, daß die ganze Bevölkerung von einem bis siebzehn Jahren ausgestorben ist. schöner, einnehmender Bursche, der Trost und der Stolz des Mntterherzens^nnd die Stütze ihrer alten Tage. Doch ein „Strike" setzte ihn außer Arbeit, und unfähig, die Entbehrungen und das Elend zu ertragen, wurde er Soldat. Sein Regiment lag in Fort George, er schrieb seiner Mutter regelmäßig, und seine Briese wurden mit jedem Tage heiterer uud hoffnungsvoller - bis er plötzlich schrieb, daß sein Regiment nach Indien kommandiert sei, und sie bat, ihm ihren Segen zu schicken, da er nicht Geld genug habe, nach Liverpool zu kommen, um sie zu sehen. Die alte verwitwete Mutter, welche mit Ausnahme dieses einen Sohnes kinderlos war, fühlte, daß sie ihn noch einmal sehen müsse, ehe sie stürbe. Sie erbat von einigen Damen, deren Güte sie vor dem Arbeitshause bewahrt habe, eine Summe Geldes, welche hingereicht hatte, sie mittelst Eisenbahn nach Glasgow zu befördern; von da an hatte sie den Weg theils zu Fuß, theils, wenn Vorüberfahrende sie mitleidsvoll für eine Strecke auf nahmen, zu Wagen gemacht, bis innerhalb einiger Meilen von Fort George, als der Schneesturm sie ereilt hatte und sie, von der Straße abgeirrt, ohne Laddie hilflos im Schnee verkommen wäre. Meine Frau ist aufgelöst in Thränen, und Mary schluchzt laut, als die alte Frau ihre ein- Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Eonstitutionekker Verein in Oaiöa) Improvisation über Themen ans „Lohengrin" und „Tannhäuser", vorgetragen von A. Grünfeld. — Mögen die Musikfreunde Laibachs es nicht versäumen, dem heutigen Konzertabende, der ganz apparten Hochgenuß bieten wird, anznwohnen. — (Tod fall.) Am 19. d. starb in Klagen-fnrt der k. k. Oberlandesgerichtsrath Eduard Pre-schern im hohen Alter von 71 Jahren. — (Zur Pariser Weltausstellung.) Soeben wurde das vierte Heft der offiziellen Publikationen, betreffend die internationale Ausstellung von Gegenständen der Kunst, Industrie und Urproduktion, ausgegeben. Dasselbe enthält: l.) Verordnung über die Zollbehandlung der Gegenstände für die Weltausstellung in Paris im Jahre 1878; 2.) Con-cessionsbedingungen für die Aufführung von Bauten; 3.) Auszug aus dem Spezialprogramm der Ausstellung des Gartenbaues ; 4.) Programm der Ausstellung der anthropologischen Wissenschaften; 5.) Eintrittsreglement : L) allgemeine Verfügungen, b) Eintritt mittelst Karten, o) Eintritt mittelst Abonnementskarten, ä) Eintritt mittelst Ausstellerkarten, s) Eintritt mittelst Dienstkarten und Dienstmarken, eine solche Reise zu machen, kann ich nicht begreifen", bemerke ich. „Nichts ist einer Mutter unmöglich", antwortet der Doktor, „doch es hat sie getödtet". Ich gehe in das Haus, doch finde ich, daß ich bei keiner Beschäftigung ausharren kann. Meine Gedanken weilen bei der Heldin der Mutterliebe, welche sterbend oben liegt, und ich gebe der Bezauberung nach, welche mich in ihre Nähe zieht. Wie Dr. Bruce sagt, geht es rasch mit ihr zu Ende. Sie liegt zurückgelehnt in ven Kissen, und ihre Wangen sind aschgrau wie ihr Haar. Sie hält die Hand meiner Frau in der ihrigen, doch ihre Augen sind weit geöffnet und haben einen unruhigen, erwartungsvollen Blick. „Um welche Zeit können wir sie erwarten?" flüstert meine Frau mir zu. „Nicht vor vier Uhr", antworte ich in demselben Tone. „Er wird zu spät kommen, fürchte ich", sagt sie; „ihre Kräfte nehmen rasch ab." Doch die Liebe ist stärker als der Tod, und sie will nicht sterben, ehe ihr Sohn kommt. Den ganzen Wintertag liegt sie sterbend da, gehorsam nehmend, was man ihr reicht, doch spricht sie kein anderes Wort, als: „Mein Sohn, mein Sohn! f) Freikarten, ß) verschiedene Einnahmen, d) Dienst der Schatzamtsbeamten, i) Kontrolledienst; 6.) Programm für die Herausgabe des amtlichen Spezial-kataloges; 7.) Organisationsstatut für die k. k. österreichisch-ungarische Ausstellungskommission; 8.) Orga-nisationsstatut für die österreichische Lokalkommission; 9.) Reglement für die Vorprüfung; 10.) Reglement für die österreichischen Aussteller bezüglich der Versendung und Rücksendung der für die Weltausstellung 1878 in Paris bestimmten Gegenstände. — (Aus den Nachbarprovinzen.) In der Grazer „Tagespost" wird über die Entvölkerung der prächtigen und seinerzeit ertragsreichen Alpengewässer in Steiermark Klage geführt, Edelfische seien selten mehr zu finden, Fischotter und Fischdiebe führen den Ruin der Fischzucht herbei, und könnte demselben nur durch Errichtung von Fischereigenossenschaften und durch das Zustandekommen eines Fischereigesetzes entgegengewirkt werden. — Die Frühjahrsausstellung des steiermärkischen Kunstvereines wird am 27. d. M. in der landschaftlichen Bildergallerie in Graz eröffnet werden. — (Landschaftliches Theater.) Das uns am 23. d. präsentierte Trifoliumm „Jeanne, Jeannette und Jeanneton" kann seine Abstammung aus französischem Boden nicht verleugnen, Sujet und Musik tragen das Gepräge französischer Grazie und französischen Geistes. Die Herren Tlaucville und Delacour verlegten die Handlung in die Jahre l760 und 1765: Drei junge hübsche Mädchen verlassen 17L0 zu gleicher Zeit ihre heimatlichen Stätten und begeben sich nach Paris, um i« der großen Weltstadt ihr Glück zu machen. Nach Ber lanf von fünf Jahren sehen wir Jeanne als die gefeierte Favoritin des Königs, Jeannette als erste Ballettänzerin an der großen Oper und Jeanneton als reiche Besitzerin einer Volksrestauration in Paris. Die drei Mädchen geben sich ein Stelldichein, lüften gegenseitig den über ihrem Schicksal schwebenden Schleier; während Jeanne und Jeannette ihren königlichen Beschützern treu bleiben, heiratet Jeanneton, nachdem sie aus ihrem Liebestrauw erwacht, den in sie verliebten Koch „Briolet". Echt französische Würze empfängt die Handlung durch die Liebesabenteuer des leichtsinnigen Schmetterlings „Marquis von Noce". Der Komik wird Rechnung getragen durch das Auftreten eines Roues aus fürstlichem Geblüte, eines jungen verliebten Koches und eines alten Soldaten. Entsprechende« Aufputz erhält dieses leichte Machwerk dnrch reiche Massenszenen, in welchen sich in historisch getreuen Kostümen Leute aus dem Volke, Männer der Kunst, Herren und Damen vom Hofe, Soldaten und Masken vorstellen. Die Musik des Herrn P. Lacome Gott ist gütig; er wird mich nicht sterben lassen, ehe er kommt." Und endlich höre ich den Jagdwagen. Ich lege den Finger an die Lippen und sage Mary, daß sie John Salter leise heraufführen möge. Doch meine Vorsicht ist unnöthig; die Mutter hat den Ton vernommen, und mit einer letzten Anstrengung ihrer übrig gebliebenen Kraft erhebt sie sich und streckt die Arme aus. „Mein Junge, mein Junge!" haucht sie, als er mit einem schweren Schluchzen auf sie zustürzt und Mutter und Sohn sich noch einmal in den Armen liegen. Einen Augenblick bleiben sie so, dann sinkt die alte Frau zurück auf die Schulter meiner Frau, und ihr Geist blickt vom Himmel herunter auf den Sohn, den sie auf Erden so sehr geliebt Hai. Sie ruht auf unserm kleinen Friedhof unter einem Eibenbaum, und auf dem Steiu, der ihre Ruhestätte bezeichnet, sind die Worte eingegraben: „Treu bis in den Tod." Unser Laddie hat sich wegen seiner guten Werke einen weit verbreiteten Ruf erworben; und während ich hier sitze, um die kurze Skizze niederzuschreiben, deren Held er zum« theü ist, liegt er zu meinen Füßen, ein stets wachsamer, treuer Gefährte und Freund. verleugnet eben auch nicht ihren französischen Charakter. sie wählt Motive aus vergangener und neuester Zeit, verarbeitet dieselben, ohne in die Tiefe werthvoller Tonschätze zu steigen, recht lebendig und gefällig, bringt: eine in Tanzweisen gehüllte Quver-ture; im Vorspiele ein recht nettes Terzett (Jeanne, Jeannette und Jeanneton); im ersten Acte ein hübsches Lied der Jeanneton mit Chorbegleitung, das reizend schöne Bouguetlied des Marquis von Noce, ein prächtiges Duett beider, ein amüsantes Terzett der drei Mädchen und ein lebhaftes Finale ; im zweiten Acte ein Lied Jeannette's nnt Chor, das Klagelied des ..Briolet", ein pikantes Terzett — Jeanneton, Marquis und Briolet, — eine Coloratur-arie der Jeanne, ein lebhaftes Schlußensemble; im dritten Acte einen Soldatenchor, ein komisches Lied des Wache-Anführers, eine hübsche Walzerarie der Jeanne mit Chor, ein wohlklingendes Duett — Marquis uud Jeannette — und ein effektvolles Finale. Die Direction Fritzsche führte diese Novität recht anständig in Szene, Herr Kapellmeister Andreae gab sich mit dem Einstudieren dieser komischen Oper große Mühe, die Hauptpartien wurden von den Damen Fräulein Zipek (Jeanne), Fräulein Huemer (Jeannette) uud Frau Fritzsche (Jeanneton) und von den Herren Mailler (Marquis), Patek (Briolet) und Laska (Lagrenade) gut durchgeführt. Hervorragend traten Frau Fritzsche und Herr Mailler ein, die Gesangsleistung des letzteren trug den Stempel des Gediegenen. Das gut besuchte Haus nahm die Novität recht beifällig auf; besonderer dramatischer und musikalischer Werth wohnt derselben nicht inne, aber Handlung und Musik sind lebhaft und verfehlen ihre Wirkung auf Auge und Ohr nicht. Aus dem Gerichtssaale. Laibach, 20. März. Johann Re bol und Josef Kern sind angeklagt des Verbrechens der schweren körperlichen Beschädigung, begangen dadurch, daß sie in den ersten Tagen des Monates Mai 1877 in der Ortschaft Mlaka den Grundbesitzer Johann Bremsak senior zwar nicht in der Absicht, ihn zu tödteu, aber doch in anderer feindseliger Absicht auf eine Weise mißhandelten, daß dieser im Gesichte eine an und für sich schwere Verletzung, bestehend in der Zusammenhangstrennung der Nase von der Nasenwurzel, und am übrigen Körper inehrere leichte Verletzungen erlitt, ohne daß es sich Nachweisen ließ, wer ihm die schwere Beschädigung zufügte Johann Rebol legt ein theilweifes Geständnis insoweit ab. daß er am fraglichen Abende einen heftigen Streit mit Johann Bremßak senior gehabt hätte, wobei er dessen Schwiegertochter mit herben Schmähungen überhäufte. Der Mitangeklagte Josef Kern läugnet seine Schuld, wird aber durch ausführliche Zeugenaussagen überwiesen. Der Beschädigte erklärt, daß er beide Angeklagte wohl kenne, wie beide vor dem Fenster seiner Wohnung erschienen und derart lärmten und excedierten, daß sie von Bremsak, seinem Sohne und dessen Ehegattin in die Flucht gejagt wurden. Rebol und Kern verschwanden im Dunkel der Nacht, Bremsak sen., Bremsak jun. und dessen Gattin ließen von der Verfolgung ab, wollten in ihre Wohnung zurückkehren, plötzlich sprangen Rebol und Kern aus einem Versteck hervor und brachten dem Bremsak die erwähnten schweren körperlichen Verletzungen bei. Bremsak jun. und dessen Ehegattin waren Zeugen der grausamen That. Nach Schluß des Beweisverfahrens sprach der Gerichtshof beide Angeklagte schuldig und verurtheilte nach ß 1b7 des St. G. unter Anwendung des tz 54 ersteren zu einer zwei-, letzteren zu einer einmonat lichen Kerkerstrafe. Viele Personen beklagen sich morgens beim Erwachen über Beschwerden und Beklemmungen im Halse, die ihre Ursachen in einer mehr oder weniger starken Berschleimung des Schlundes habe». Man macht, um auszuspeien, die heftigsten Anstrengungen, welche häufig den Hnsten und zuweilen sogar einen lebhaften Brechreiz herbeiführen, und erst nach Verlaus einer oder zwei Stunden und mit größter Mühe gelingt cs, sich der die Athmung beschwerenden Hindernisse zu entledigen Die zur Hebung dieses außerordentlich beschwerlichen Uebels dienenden Mittel zu nennen, heißt somit allen davon Befallenen einen wirklichen Dienst erweisen, und zwar handelt es sich hier um den Theer, welcher eine so äußerst günstige Heilwirkung auf alle Affectionen der Athmungsorgane ausübt. Es genügt, bei jeder Mahlzeit zwei oder drei Guyot'sche Theerkapscln zu nehmen, um damit mit größter Schnelligkeit eine Linderung herbeizuführen, die man umsonst in einer großen Anzahl mehr oder weniger thcuercn und umständlichen Medikamente gesucht hatte. Von zehn werden in acht oder neun Fällen diese regelmäßigen Beschwerden durch den fortgesetzten Gebrauch der Theerkapseln vollständig verschwinden. <52l 2 2 Es verdient hervorgehoben zu werden, d>iß, da jeder Flacon 60 Kapseln enthält, die ganze Kur aus den kaum nennenswerthen Preis von 10 bis 20 kr. täglich zu stehen kommt. Der rasche Absatz, den dies Produkt gesunden, hat zahlreiche Nachahmungen davon hervorgernfen. Herr Guyot kann daher eine Garantie nur für diejenigen Flacons übernehmen, welche seine Unterschrift in dreifarbigem Drucke tragen. Depot in Laibach bei G. Piccoli, Apotheker. Witterung. Laibach, 26. März. Leichte Bewölkung, rasches Abschmelzen des Schnees, sehr schwacher SO. Temperatur: morgens 7 Uhr 0 0", nachmittags 2Uhr ^ 6 2°0. (1877 i 9 1"; 1876 -s- 5 4»0.) Barometer im Steigen, 727 73 lum. Das Tagesmittel der Wärme am 23. d. 7 8°, am 24. d. -j- 18° und gestern -s- 12", beziehungsweise um 3 3" über, und 3 0", dann 3 9" unter dem Normale; der Niederschlag am 23. d. 10 00 mw. Regen, am 24. d. 44 70 wm. und gestern 2'70miL. Schnee. Gedenktafel über die am 2 8. März 1878 stattfindenden Li-citationen. 3. Feilb.. Hren'sche Real, Zagorica, BG. Großlaschiz. — Reafs. 3. Feilb., Debelak'sche Real., Zagoriza, BG. Großlaschiz. — 3. Feilb., Herblan'sche Real., Zesta, BG. Großlaschiz. — 3. Feilb.. Laurii'sche Real., Pugled, BG. Großlaschiz. — 3. Feilb., Rachne'sche Real., Dragokajn, BG. Krainl-urg. — 2. Feilb., Corn'sche Besitzrechte, Hrib, BG. Oberlaibach — I. Feilb., Lofchina'sche Real., Skove, BG. Nafsenfuß. — I. Feilb., Jerfchin'sche Real., Gabrov-sica, BG. Sittich. Angekommene Fremde am 25. März. Hotel Stadt Wien. Jaksch, Reis.; Paternioner, Kausm.; Knnadi, Generalinspektor, und Paschka, Wien. — Reich, Karlstadt. — Kattauer, Maschinist, Prski. — v. Schönfeld, Graz. — Kenntner, Handelsmann, Haidenfchaft. — Dr. Böhm, Gottschee. Hotel Elefant. Kulha», Monteur; Brand, Scheier, Kflte., und Hebling, Rittmeisters Witwe, Wien. — Held, Kfm., Ludwigsburg. — Ukmar, Tarvis. — Lipold, Oberbergrath, Jdr,a. — Genzic jammt Frau, Agram. — Stuzin, Bürstenbünder, Ueoben. — Fried, Wien. Verstorbene. Den 23. März. Joses /, kr. per Stück; Milch 7 kr. per Liter; Rindfleisch 52 kr., Kalbfleisch 54 kr., Schweinfleisch 68 kr. per Kilogramm; Heu 1 fl. 95 kr., Stroh 1 fl. 78 kr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 6 fl. 50 kr., weiches Holz 4 fl — kr. per vier C.-Meter; Wein, rothcr 24 fl., weißer 20 fl. per 100 Liter. Telegramme. Berlin, 25. März. Graf Stolberg nabm >ie Stellvertretung des Reichskanzlers und die Vizepräsidentschaft im preußischen Staatsmini-terium an. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt Angesichts der Sachlage, das Zustandekommen des Kongresses biete kaum eine Aussicht, doch sei ein englisch-russischer Krieg deshalb noch nicht noth-weudig. London, 25. März. „Rxuters Bureau" meldet aus Konstantinopel, 24. März: Reouf und Osman Pascha sind hier eingetroffen. Graf Zichy verschob wegen der kritischen Lage seinen Urlaub. Der Zar verwarf die von Reouf Pascha verlangten Concessionen nicht absolut, stellte jedoch die Bedingung einer Allianz mit der Türkei. Eine mächtige türkische Partei ist gegen diese Allianz, dagegen bereit, im Falle eines Krieges mit England zu gehen. Bei einem Kriege mit England würde Rußland von der Türkei entweder den Abschluß einer Allianz oder die Entwaffnung verlangen. — „Times" sagen, Derby fragte an, ob die Ueber-mittlung der Friedenspräliminarien an die Mächte als Aequivalent der Unterbreitung derselben an den Kongreß anzusehen sei? Rußland verneinte dies und lehnte somit einige Bedingungen zur Beschickung des Kongresses durch England ab. Petersburg, 25. März. Die Meldung, daß Rußland von England die Zurückziehung seiner Flotte aus dem Marmara-Meere verlangte, ist verfrüht. Jgnatieff ist nach Wien abgereist. Athen, 25. März. Admiral Hornby entsandte ein Panzerschiff nach Olympos zur Verhütung von Grausamkeiten und zur Unterstützung der Familien. Hobart Pascha versperrte den Insurgenten alle Ausgänge, um sie auszuhungern. Telegrafischer Kursbericht am 26. März. Papier-Rente 61 85. - Silber-Rente 65 90. — Gold-Rente 73 75. — 1860er Staats-Anlehen III.—. — Bankaktien 791. — Kreditactien 229 75. — London 120 20. — Silber 105.30. — K. k Münzdukaten 5 65. — 20-FraneS. Stücke 9 60'/,. — 100 Reichsmark 5910. Sk Nie Lererer AeiUUioikek habe ich gestern angekanft, nahezu Vierhundert der neuesten Werke von mir dazu bestellt, und so empfehle ich allen Freunden anregender und interessanter Lektüre meine Leihbibliothek angelegentlichst. Laibach, 16. März 1878. A. Schaffer s Buchhandlung, Rathausplatz Nr. 9. (130) 3 - 2 Alle Sorten Leinwände«, Seit- und Taschentücher» Zwillich- und Damastgedecke liefert sv xros und sn äotail in guter Qualität und zu billigen Preisen die Leinenwarenfabrik des » <> kLiL in Freiwaldau (österr. Schlesien). (132) 3-2 Muster und Preiscourant auf Wunsch gratis. Druck von Jg. v. Klcinmayr L Fed. Bamberq. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.