VfipMUtnitttn** t*t Sei»**: Oanzjilhrig . . 8 st. M kr. »»Wg . . 4 . 80 . «hrrtdimrifl • » . 1» , RonatH* ... — „ 70 „ bet P,ft *»We..............12 fl. HaldtShrig.........6 „ ®)flW(HW8 • • • • • 8 m Sttr -uftelung ini Hau« •kttelj. 86 k., «»«all. 9 kr. «mtäi« «nmmetn « kr. Ti lV Nr. 203. 'flgblatt. Anony»» Mittheilungen werden nicht brrückstchtigt; Manuskripte nicht »urüSgrftnbet. Dienstag, 4. September 1877. — Morgen: Laurent I. Motetten: «aynhosgaffe Nr. 16. •tUlttt««8 * 3«fer*le»s ftew«: Kongreßplatz Nr. 2 (Buchhandlung von Jg. v. Klein. Mayr k geb. vamberg.) JusertiouS-reik^ für bie einspaltige Vn.wi„„. „ 4 tr., bei wiederholter «W-MH schaltung * 3 Ir. ««zeigen 616 5 geilen 201*^ % — Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Kür complicierten Satz besondere Vergütung. W. Jahrgang. Die Parlamentarische Session hat heute wieder begonnen; fie haben sich wieder iufommtngtfunbcn, die Vertreter de« Volkes, sie find gestärkt und erfrischt herbeigeeilt au« den Bädern «Yd Sommerfrischen, au» den heimatlichen Fluren, von den Küsten des Adriatischen Meeres und aus tan böhmischen Erzgebirge, au« den Hochgebirgen Salzburg» und au« den Karpathen, um im Hb-geordnetenhause ihre Sitze wieder einzunehmen. Nicht unter FriedensgelSute versammelten sie fich wieder, diß Männer, deren Händen Oesterreich« Wohl an> vertraut ist, sondern in ernster Zeit der schweren Noth treten fit zusammen, die Männer des Belkes; an den Grenzen de« Reiche« wüthet ein alle« vernichtender Krieg, im Innern de« Reiche« herrscht ein nicht minder hitziger Wort« und Federkrieg, der in Sachen de« Ausgleiche« mit Ungarn und dt« Zollvertrages mit Deutschland auSgekAmpft werden soll. Die Volksvertreter werden einen heißen Kampf zu bestehen, in beiden Streitfällen werden unsere Lolisanwälte Oesterreich, seine Industrie, seinen Handel und sein Gewerbe, überhaupt den Steuer, träger in der österreichischen ReichshälsU und in weiterer Beziehung Oesterreich-Ungarn vor Ueber» bürdung zu schützen haben. Dir heurige gute Ernte wöge den Volksvertretern keinen Anlaß zu ungerecht» httigtm Concesfionen geben, und in erster Linie wöge vor Augen gehalten werden, daß Arbeit und Sparen die Grundpfeiler eine« geordneten, geregelten, gesunden Staate« find. Die Arbeit, die hryer unseren Volksvertretern zur Bewältigung vorgelegt werden wird, ist wahrlich eine HertuleSarbeit, mögt sie mit Muth und Ausdauer zum Wohle Oesterreichs vollbracht werden. Da« Interesse, das fich diesmal an die Arbeiten des Parlamente« knüpft, mag äußerlich vielleicht ein weniger lebhafte« fein als sonst, aber innerlich intensiver wird die Theilnahme der gesummten Be> vötferung an der parlamentarischen Aktion noth« gedrungen sein müssen, denn diesmal ist da« Inter* esse der gesummten Bevölkerung im Spiele» e« gilt einen Griff in die Tasche, und wo e« zahlen heißt, hört alle Gemülhlichküt auf. Die Steuer Vorlagen werden ohne Zweifel erledigt werden müssen, denn «# ist nicht denkbar, daß in Oesterreich weiter manipuliert werden soll unter den jetzigen ftinanzverhatlnissrn, mit chroni« sehen, von Jahr zu Jahr fort wachsenden Dificilen? Da» chronische Deficit ist, wie Schönberger« „Börsen und Handelsbericht" ganz richtig bemerkt, eine That> sache, mit der wir rechnen müssen. Diese» Deficit zu beseitigen, muß jetzt da» erste und höchste Ziel einer vernünftigen österreichischen Politik sein; e« müssen enorme Opfer gebracht werden, um diese» Deficit zu verringern. Blicken wir auf Frankreich! Hat diese» Land nicht ritfigr Opfer gebracht, hat e» nicht Milliarden aufgebracht, um dir Folgen de» Kriege- zu bannen und fich wieder emporzuheben? Schreitet nicht auch Italien rasch ur,d erfolgreich, vorwärts auf finanziellen Bahnen? Da« Deficit in Oesterreich muß gedeckt werden, jedoch nicht durch neuerliche« Schuldrpmachen, sondern durch einen Appell an dirOpfetvilli gleit der Völker Oesterreich«. E« wird dem österreichischen Parlamente nicht« andere» erübrigen, al« an die Steuervorlagen zu gehen. Der neueste Personal-Einkommensteuerentwurf, au« der Feder de» MinisterialralheS Checke! her-rührend, wird al» human und gerecht geschildert, er schont die arme und steigert dir reiche Bevölkerung. Die unteren Volk«klaffen find infolge der überall, gestiegenen Leben-mittel- und WohnungSpreise nicht in der Lage, am Altäre de» Finanzminister« Opfer zu bringen. Die arme Bevölkerung ist ja nicht steuerfrei, fie ist ja mit der Satz-, Tabakmonopol«, und Berrrhr^ng-steup: belastet. Unsere Volksvertreter werden fich zwei Dftrftr a» da» Herz legen müfim: die Beseitigung de« Deficit« und die Aufgabe, die Steuerlast nicht den armen, sondrrn jenen Volksklaffen aufzuerlegen, welche ditfe Last tragen können. Die Entlastung de» bisher überbelasteten Steuerträger» und die entsprechende Belastung de» bisher struerbesreiun. oder verhältnismäßig zu gering besteuerten Staat«. bÜrger» muß zur Ausführung gelangen. Dem Ge rrchtigkit«gefühle muß Rechnung getragen werden* SSP Feuilleton. Die Herrin von Kirdy. Roman von Ed. Wagner. " ’> (FortsHung.) Helene fuhr heftig zusammen und eine tiefe Aöthe überzog ihn Gesicht. Langsam erhob fie sich u»d trat an« Fenster, um ihrer Schwester zu ver» bergen, wie sehr denen Wart« fie verletzt hatte». Olla sah fie verwundert an und trat an ihre, Seite, legte die Hand auf ihre Schulter und beugte stch vorwärt«, um ihr in« Antlitz sehen zu können. 8iie war sie aber bestürzt, al« sie dir. großen blauen *ngtn feucht und eine Thräne über ihre Wangen *)tt|»blräufeln sah. „Wa« ist dir, Helene?" fragte sie sanft und totneichefad. „£>, Olla," erwiderte Helene mit schmerz, erfüllter Stimme; „et ist alle« vorbei zwischen Bo. 6{tt und mit!" .Helene! wie soll ich da« verstehen? Habt Ihr ^>ch entzweit<“* , «Ich wollte, e« wäre mit rin Zwist, der zwi-Wm un« liegt,“ entgegnen Helene seufzend. W «Warum quälst du dich s», wenn , ihr euch >ucht entzweit habt?" fragte Olla. „Komm, Helene, Uhle mir all«« ; oder wiyst du beginnen, Geheim» t mir zu habe»?“ Lady Helene erhöh ihr Haupt und blickte bittend in Olla'» Augen, während ihre Lippen schmerz, lich zuckten. „Damit begann ich schfl« vor Jahren, Olla," sagte sie. „Wie, du hast et» Geheimnis vor mir gehabt?" fragte Olla mit freundlichem Vorwurf. „Ja, Olla, ich habe ein Geheimnis vor dir gehabt»" antwortete Helene. „Setze dich zu mir hier an» Fenster, und ich will dir alle« erzählen." Lady Olla rückte einen Stuhl dicht an« Fenster und setzte fich ihrer Schwester gegenüber. „Ich hatte da« Geheimnis schon," begann Lady Helene nach kurzem Nachdenken, „ehe ich dich kennen lernte. . Ich habe e» nie einem menschlichen Wesen vetrathen, und falbst meine Mutter war so glücklich, zu sterben,, ohne e« zu erfahren; aber t« gibt noch einige Menschen, denen e» bekannt ist. Diese« Ge. heirnni«, welche- mein ganze« Leben verdunkelt, war dir Ursache, daß ich mich au« der Gesellschaft zurück» zog und daß ich den Entschluß faßte, niemal« zu heiraten. Seit einiger Zeit jedoch dachte ich weniger daran, ja ich hatte e« beinahe vergessen, und al» gestern abend» Lord Berry seinen Antrag wieder« holte und mir eine heimliche Trauung vorschlug, willigte ich ein —“ „Und doch sagtest du, daß e« vorbei sei zwi. schW tut?" Helene nickte bestätigend. „Wie soll ich mir da« erklären, Helene?" „Höre mich weiter, Olla/ fuhr Lady Helene fort. „Ich würde mich nie zu einer öffentlichen Heirat verstanden haben, au« Furcht, meine Feinde möchten, wenn fie von meiner Verlobung hörten, mein Geheimnis an« Licht bringen und einen össetrt« lichen Skandal verursachen. Lord Berry schlug nun vor, ich sollte- mit ihm hin übeefehren nach Schott» (and, wo uns Mr. Eowan tränen sollte, und ich war unvorsichtig genug, in diesen Vorschlag ein» zuwilligen.' „Und du gingst mit ihm?" „Ja!" „Hetentli? tief Otto aufgeregt. ,Dn warst ver. gangene Nacht mit Lord Berry in Gchvttland?'' „Ja, meine Liebe!“ „Und wurdest getraut?“ Lady Helene antwortete zustimmend, aber schwer seufzend. „Warn« bist du denn so trostlo», Hetene? Wen« dein Geheimni« dich drückt, so theile e« deinem» Manne mit, meine liebe Lady Berry —" „Sprich diesen Romen nicht au«, Olla," unter« brach fie Helene; „er zerschneidet mir da» Hetz, denn ich werde ihn niemat« tragen.“ (gertsttzuns und bieftr Ansicht wollen auch unsere Volksvertreter während de- Verlaufes der soeben begonnenen Session beistimmen. Bom Kriegsschauplätze. Der russische Angriff auf Plewno, der am 28. oder 29. v. M. hätte stallfinden sollen, ist verschoben worden, weil man es für nolhwendig hält, den schweren Kanonen der starken türkischen Perschanzungen Belagerungsgeschütze entgegenzustellen. Zwölf derselben sollen von PyrgoS hergebracht werden, da der Angriff auf Rustschuk vorläufig auf. gegeben ist. O-man Pascha hat die Russen bei Pelisat, vier Stunden östlich von Plewna, angegriffen und dieselben nach blutigem Kampfe aus drei stark ver-schanzten Positionen hinausgeworfen. Osman Pascha schätzt die feindlichen Verluste auf 1500 Mann und dir Truppen de- Gegner- auf 30,000 Mann, welche dem vierten und neunten Corps angehörlen. LS verlautet, daß die Türken zwischen Si> listria und Ostrow eine Brücke geschlagen und den Uebergang über die Donau bewerkstelligt hätten. E« wurden sofort von Braila au- Dorobanzen und russische Infanterie nach Kalarafch zur Verstärkung beordert. Dir Hauptaction hat infolge der türkischen Offinsivbewegung begonnen. Man spricht davon, daß Mehemed Ali die erste Division zurück-gedrängt habe, daß sein linker Flügel sich an den Ufern der BebrowSka und Kapinska, 20 Kilometer östlich von Tirnowa, installiert habe. Eine andere Aktion hat am Schwarzen Lom begonnen in der Nähe von Kozelewo. Osman Pascha recog-«oScierte bis Karalaz-BulgarSki, wo er die rus fischen Befestigung-wrrke, 18 Kilometer von Plrwna, zerstörte. Dir Kämpfe aus der Linie Schipka G a b r o w a haben wieder begonnen. Die Türken besetzten Senkovica, 7 Kilometer westlich Gabrowa. lieber die Kümpfe am Schip!a-Paß. ) Endlich erblickte Stoljetoff am äußersten Ho rizonte eine lange Colonne, die sich näherte. Dieser Anblick änderte mit einem Schlage die Situation. Alles sprang auf, schaute in die Ferne, und als man der Herannahenden ansichtig wurde, erscholl ein donnerndes Hurrahgeschrei. Einige Zeit verstrich. Die Spitze der Colonne näherte sich der Karaula — aber es sind Berittene. Sollte Radeckij selber so hart bedrängt sein, daß er Kavallerie sendete, tim mit Infanterie innerhalb der Abgründe des Balkan zu kämpfen? Sei dem wie immer, es war eine Verstärkung, welche sich sehr nützlich erwies, denn bald war eine Gebirgsbatterie in Thätigkeit gegen die türkische Artillerie auf dem bewaldeten Höhen lamme, von dem aus die Türken die Rechte der russischen Stellung flankierten. Nun kam aber auch Infanterie und fiel die Türken von der rechten Seite an, so daß hinter jedem Stein, jedem Baum und jedem Strauch die Rauchwolken ihrer Gewehre sichtbar wurden. Es war dies ein Bataillon der Schützenbrigade, welche General Gurko bet seinem siegreichen Vordringen begleitete. Die Brigade marschierte 55 Kilometer hindurch» ohne anzuhalten, ohne zu kochen oder zu schlafen und kam nun in Action, ohne sich auch nur Zeit zum Ausschnaufen zu gönnen. Ihr General» der tapfere Zwitinsky, begleitet sie und richtet den Angriff gegen die feindliche Post tion auf der Waldhöhe in der rechten russischen Flanke, General Radeckij, der selbst die Schützen auf geboten und so im entscheidenden Moment den Tag grrettet hatte, kam gleichfalls mit seinem Stabe über die Straße herauf gezogen» mußte an drei offenen Stellen das türkische Gewehrfeuer passieren und vereinigte sich mit den beiden andere» Generalen auf der Spitze, nahe bet den Batterien der ersten Position. Als ältester und höchster Offizier dem Range nach übernahm er von Stoljetoff das Kommando, indem er zugleich deffen ausgezeichnete Dispositionen und die Ausdauer de» Widerstandes anerkannte. Gleich bei Anbruch des folgenden Tages begann der Kampf wieder vonseite der Russen, um sich von der Bedrängung durch die türkischen Batterien und Truppenstellungen auf den bewaldeten Höhen in der rechten Flanke zu befreien. Die bulgarischen Land-eute leisteten den Truppen sehr gute Dienste, indem ihnen in Krügen Wasser bis in die ersten Kampfreihen zutrugen, welches sie von rückwärts weither holten und wobei sie einen von den Türken be-chossenen Weg zurücklegen mußten. Der Kampf zog sich immer mehr ins Thal : inab, und die von der 9. Division vorgeschickten Verstärkungen gewannen unten sichtlich Boden und Stellung. Um 9 Uhr kam Dragomiroff mit zwei Regimentern von der zweiten Brigade seiner Divi-on an. Er ließ eines derselben, das Schitomir-Regiment, als Reserve bei dem Han zurück und marschierte mit dem ändern die Straße aufwärts ur ersten Position. Da gab e» keine Wahl und leinen Ausweg, als diese srhr gefährliche Straßentelle zu passieren, denn der tiefe zerrissene Thal->rund zur Linken war unprakiikabel und überdies von Baschi-Bozuks durchschwärmt. Als später die Stute des Schitomir-Regiment» hier verrückten, er-itten sie schwere Verluste, denn das türkische Feuer traf sie aus zwei gedeckten Positionen. Nachdem die Truppen die Höhe erreicht hatten, mußten sie im Innern der Redoute zusammengedrängt warten, bis ;ie gebraucht würden. Im Thale hielt das Feuer mit ungeschwächter Heftigkeit den ganzen Vormittag an. Die Türken ühlten sich in ihren gedeckten Stellungen im Walde ehr stark und sicher und hatten offenbar die Ab> icht, mit ihrem linken Flügel vorzudringen, das Thal dort, wo es am engsten war, zu kreuzen, um den Russen in den Rücken zu kommen. UebrigenS wogte der Kampf in dem Thalgrund abwechselnd )in und her. Um 11 Uhr vormittags waren die Rossen bereits in das Gehölz an dem von den Tür !!en besetzten Abhang eingedrungen und hatten die offene Thalniederung, mit Todten und Verwundeten bedeckt, hinter sich gelaffen. Hier arbeiteten die Träger der Ambulanzen in wunderbarer Weise, indem sie die Verwundeten mitten im Feuer ausnahmen und forttrugen. Viele von ihnen sind gewiß selbst verwundet worden. Aber die Russen mußten bald wieder weichen und wurden von den Türken zurückgedrängt. Dabei bewiesen wol die russischen Schützen große Geschicklichkeit im Suchen und Benützen der Deckung, aber dafür standen die Truppen des MinSkischen Linien-RegimentS ungedeckt im offenen Feuer wie bei einem Manöver und erlitten dadurch auch die schwersten Verluste des TageS. Alle Schrecken eines Waldkampfes waren da entfesselt, und aus dem dichten Gehölze hörte man in fürchterlicher Weife das Krachen der Schüffe, das Wuthgeschrei der Kämpfenden und die SchmerzenSrufe der Verwundeten. ForbeS begab sich, da der Kampf im Thale unentschieden fortdauerte, nach 11 Uhr auf die Höhe» wo die Generale standen. Hier sausten die Kugeln wie ein Wespenschwarm daher. Eine Kugel streifte den General Dragomiroff am linken Knie und er mußte zurückgetragen werden. Da e« nicht gelang» den von den Türken besetzten Thalabhang durch einen Frontangriff zu nehmen, so wurden um 12 Uhr mittags zwei Bo taillone Schitomir-RegimentS zu einem Angriff auf die rechte Ecke der türkischen Stellung beordert. In Kompagniebreiten marschierten diese über den offenen Thalgrund, wurden aber alsbald von den GebirgS geschähen, welche die Türken auf den höchsten Punkten aufgestellt hatten, beschossen. Dadurch erlitten sie schon beim Vormarsch starke Verluste. Trotzdem drangen sie in den Wald ein Die russische Artillerie hatte ihnen vorgearbeitet, indem sie den Wald stark beschoß, mußte ober nun daS Feuer einstellen, um nicht die eigenen Leute in Gefahr zu bringen. CS kam abermals nur auf die Wirksamkeit der Büchse und des Bajonetts an. Die Krisis der Schlacht war jetzt eingetreten. Der heftige Kampf in der Front und Flanke dauerte länger als eine Stunde» es war aber offenbar, daß dir Ruffen schrittweise Boden gewannen. Die Türken zogen die GebirgS« Geschützbattnie auf ihrem rechten Flügel zurück — ein Zeichen, daß dieselbe bereits bedroht war. Bald folgte auch die Batterie auf dem linken Flügel diesem Beispiele, w:il daselbst die Anhöhe gleichfalls bereits von den Schützen und dem MinSki-Regiment eingenommen wurde. Es blieb nur noch die mittlere Höhe der türkischen Position übrig; gelang es auch diese einzunehmen, dann war die ganze rechte Flanke der Russen von der gefährlichen Bedrängung befreit. Die Schlacht neigte sich zur Entscheidung, und auf russischer Seite herrschte die größte Aufregung. Das Schitomir - Regiment hatte beim Vormarsch gegen die türkische Position zwei Kompagnien als Reserve zurückgelassen. General Radeckij stellte sich persönlich an die Spitze der einen, der Oberst de» Regimenter an die Spitze der anderen, und so führten sie dieselben hinaus ins Freie und zum Angriff vor. Das Bewußtsein, vom Oberkommandanten selbst geführt zu werden, erfüllte die Truppen mit begeistertem Muth. Ihre Hurrahruse über« tönten das Gekrach des Gewehrfeuer», im Sturmlauf legten sie den offenen Thalgrund zurück und stürzten sich gegen den von den Türken besetzten waldigen Abhang. Nun begann von allen Seiten ein Sturmlauf gegen die mittlere Höhe. Die von den Türken au» Baumstämmen errichteten Brustwehren wurden übersprungen, das Bajonett arbeitete fürchterlich, und endlich verkündete das erschütternde Siegesgeschrei der Ruffen, daß die ganze von den Türken besetzt gewesene Höhe klar gemacht und die Position derselbe« genommen fei. ES war die» um 2 Uhr nachmittag-. Aber dir Türken wollten sich noch nicht geschlagen geben; sie stürmten nun wieder au- dem Thale hinter der Anhöhe heraus und versuchten, dieselbe von neuem zu besetzen, wurden jedoch zurückgeschlagrn. Um 3 Uhr gaben sie ihre Bemühungen für dirir» Tag auf und da- Feuer der Gewehre sowie der Geschütze wurde endlich eingestellt. Radeckij war aber entschlossen, daS Eisen zu chmieden, so lange es heiß war. Er beschloß, de» weiteren Versuch zu machen, auch die vor seiner Front gegen den Ort Schipka zu außenliegenden Positionen zu nehmen, in denen sich die Türken am ersten Tage de« Kampfes eingegraben hatten. Da» podolifche Regiment wurde ans der Reserve herbeigerufen und ging noch abwärts zum Angriff vor, gedeckt durch ein starkes Geschützfeuer au« den russischen Batterien im Umkreise der Position aus de« Nikolausberge. Auch dieser Angriff war erfolgreich» und Radeckij erweiterte sich dadurch den freie» Spielraum sowol in der Front wie in der Flanke. Allerdings werden die Türken morgen Voraussicht« lich den Angriff auf beiden Punkten erneuern. E» heißt, daß sie auch durch den engen und schwierigen Paß im Osten de» Schipka-Pafles, Tipuriska Po« ljana genannt, und der noch Trovono hinabführt, Vordringen; aber der Großfürst Hot eine Brigade nach jenem Punkt beordert und weitere Verstärkungen folgen dahin nach. Soeben kommt hier die erste Brigade der 14. Division an. Radeckij hat nunmehr die ge« fährliche Einschließung seiner Flanken durchbrochen-Er hofft, die den Türken entrissenen Höhen halte« zu können und wird es auch wahrscheinlich imstande sein. Alle Gefahr ist zwar noch nicht vorüber» aber die Situation ist nunmehr klar und einfach- Die bisher im Kampfe engagiert gewesenen türkischen Truppen waren fast olle Nizams, wohl' geübte reguläre Truppen, die auch bewunderungS' würdig fochten. Es gibt nur sehr wenige türkische Gefangene. Den Verlust der Ruffen am heutigen Tage schätze ich auf mehr ols 1500 Tobte und Verwundete, eine große Zahl im Verhältnis zu der geringen Stärke der im Kampfe gewesenen Truppe«- Die Türkcn verloren heute vielleicht weniger, aber an den vorangegangenen Tagen, als sie angriffen, müssen sie auch fürchterlich gelitten haben. Die russischen Aerzle arbeiteten mit Leben«, tzefahr und Aufopferung an den auSgesetztesten Stellen. Ihre Geschicklichkeit und Ruhr sowie ihre Sorgfalt für die Verwundeten, denen sie die brennend heißen Gesichter wuschen, zu trinken und je essen reichten, erfüllte mich mit Bewunderung. Dabei pfiffen die Kugeln um die Verbandplätze, für welche keine gedeckten Stellen gefunden werden tonnten, und einer der Verwundeten erhielt beim Verbinden eine neue Schußwunde. Politische Rundschau. Laibach, 4. September. Inland. Die „Moniags-Revue" erklärt die aufgetauchten Mediations-Gerüchte nie müßige Kombinationen, da sich an der Ueberzeugung der Mächte, daß vor einer Entscheidung auf dem Schlachtfelde jedweder Mediationsversuch verfrüht wäre, nicht» geändert habe. Die österreichisch - ungarisch»deutschen Zoll-Konferenzen sollen im ruhigen Tempo verlaufen. Die ungarischen Minister haben in Wien die Erklärung abgegeben, daß es ihnen und ihrer Deputation unmöglich sei, die Initiative in Bezug auf die Wiederaufnahme der Verhandlungen der Regnicolar - Deputationen zu ergreifen, und zwar mit der Motivierung, daß die ungarische Deputation in ihrem Schlußprotokolle ihr letztes Votum abgegeben und es ausdrücklich der österreichischen Deputation anheimgestellt habe, neue Anträge zu formulieren. Line Initiative von unga-*12 ?*l,t ®aie daher eine Verrückung dieses ohnehin inalterablen Zustande«. Infolge davon hat sich btt österreichische Regierung bereit erklärt, dir Deputation des ReichSrathe« zu dem ersten Schritte zu bestimmen, und wird dieselbe auch die entsprechenden Schritte in den Kreisen de» Reichsrath« unternehmen. Ausland. E» wird an dem Zustandekommen eine« Concordate« zwischen der Türkei und dem Vatican gearbeitet. Die Bulle reversurus wurde theilweise beibehalten, theilweise abgeschafft. Da« Concordat wird erst wirksam werden, nachdem ba« Parlament einige Gesetzentwürfe genehmigt haben wird, welche das StaatSverhältniS der römischen Katholiken betreffen. Die römische Curie machte bei Annahme der spanischen Verfassung, insbesondere rücksicht-lich de« Artikel» XI, welcher die CultuSfreiheit fanc* tioniert, Vorbehalte. Nachdem letzthin die Madrider Regierung die Einführung gemischter Schulen gestattete, so instruierte der päpstliche Stuhl nunmehr die Bischöfe genau, wie jener Artikel au»zulegen sei, und daß die Errichtung gemischter Schulen sowol dem Artikel II de» Concordat« al« den kirchlichen Besetzen entgegenlaufe. Da« britische Kabinett hat in der freundschaftlichsten Weife den Vorschlag der deutschen Regierung angenommen, mit den anderen Kabinetten gemeinschaftlich bei der Pforte Vorstellungen inbetreff der Genfer Convention zu erheben, nachdem vorher ein Protest in Konstantinopel durch Deutschland, Oesterreich-Ungarn und Italien überreicht worden. Gegenüber der bevorstehenden Action Serbien« bemerkt „Morning Post": „Die südlichen Slaven sind so lange der stetigen Demoralisation durch die verschiedenen Agenturen im Dienste entweder de« „offiziellen Rußland«" oder de« pansla-vistischen Bunde« auSgesetzt gewesen, daß jedes Gefühl für die Verbindlichkeit feierlicher Verpflichtungen, der Dankbarkeit für unverdiente Vergebung einfach dem Verständnisse der selbstbestellten volkSthümlichen Führer entschwunden ist. Schamlos zu lügen, scheint die Hauplpflicht der vom Zarenthum pa-tronisierten politischen „Christen" zu sein, und sicher hat sich die serbische Clique nicht unwerth ihrer Kehrer erwiesen." Zur Tagesgeschichte. ■ — verratH. Die „Budapester Äotrejp." meldet: „DaS BeheimniS der Erzeugung der U<6ettuS«8anonen wurde durch Zoller und Nachtnebel an einen deutschen AttachL verkauft. Man stellte Fragen, welche fachgemäß beantwortet wurden; für jede Frage wurden zehn Gulden bezahlt. General UchatinS konstatierte, daß mit Ausnahme eines einzigen — allerdings wesentlichen — PunlteS Deutschland im Besitze de» ganzen Geheimnisses ist." — Dr. AdalbertMichel. Professor an der Grazer UniversitLt, ist in der Schweiz infolge HerzschlageS gestorben ; er galt in juristischen «reisen alS eine Autorität auf dem »(bitte de« österreichischen Verwaltungsrechte«. Er begann seine Lehrthätigleit alS Professor deS österreichischen bürgerlichen Rechtes und deS Bergrechte» an der Universität in Olmütz, ging im Jahre 1855 nach Innsbruck und zwei Jahre später nach Sraz. Seit dem Jahre 1870 gehörte Dr. Michel dem steiermärkischen Landtage an, der ihn im Jahre 1872 in den Landesausschuß wählte. Er erwies sich au» hier alS eine ausgezeichnete Arbeitskraft. Die viel-fettige angestrengte Geistesarbeit erschütterte die Gesundheit deS anscheinend rüstigen ManneS. Er erlitt schon vor einem Jahre einen Schlagansall. Der Aufenthalt am Bierwald-stätter See vermochte feine Gesundheit nicht mehr herzustellen. Er starb im Alter von 57 Jahren. — KriegSkosten. Die BarauSlagen deS gegenwärtigen rufsifch-türkifchen Krieges betragen für Rußland bisher 320 Millionen Rubel, welcher Betrag sich bei einer Wintercampagne auf 940 Millionen erhöht. Die Metallbedeckung dieser Summe beträgt im ganzen nur 130 Mill. Rubel in Bold, Silber und Metalleffecien. Bei dieser Berechnung der «osten find die indirekten Kosten nicht ge-rechnet: also weder der ungeheuere Entgang an Arbeitskräften, durch welchen da« Land beträchtlichen Schaden erleidet, noch die großen Summen, welche freiwillig von Gemeinden und Privaten beigesteuert werden. Lolal- und Proviuzial-Augelegeuheiteu. — (Feuerwehrmannschaft.) Die Landesregierung für Krain h,t dem geuecmthtmiiiin und Stiemet» gehilfen Michael Jager in Laibach für die mit eigener Lebensgefahr beim letzten Brande in Waitfch am 23. April l. I. vollfllhrte Rettung der einjährigen Knabtn der Maria floß vor dem sicheren Tode de» Verbrennen« die gesetzliche Leben«rettnng«t,glia per 26 fl. 25 tr. bewilliget und dem Fkuerwihrmanu Philipp N a g l i l in Laibach für die mnthvolle, erfolgreiche Unterstützung bei diesem Stellung»» acte die belobende Anerkennung ausgesprochen. — (Ernennung) Der Bergkommiflär und Revier-Bergbeamte Herr Franz S ch a l s ch a in Laibach wurde zum Oberbergkommissär ernannt. — (Zur Geschäftslage.) Im Laufe verletzten Zeit find unS wiederholt Klagen aus dem Publikum über angebliche Uebervortheilungen zugekommen, welche dasselbe durch Einkäufe bei durchziehenden oder nur vorübergehend hier befindlichen Geschäftsleuten zu erleiden hatte. Dem gegenüber vermögen wir keinen besseren Rath zu ertheilen, alS dag das Publikum eS vor allem leibst nicht an Vorsicht fehlen lassen darf und fich die Geschäfte genau anfchen muß, wo eS feine Einkäufe machen will. Wer die vorgeschriebenen Bedingungen erfüllt, dem kann nach den geltenden Gesetzen hier so wenig als anderwärts verwehrt werden, vorübergehend oder dauernd ein Geschäft zu eröffnen; auch find wir die letzten, die die Bortheile einer angemessenen Eon» currenz verkennen würden, allein wie olles auf der Welt, so kann auch diese übertrieben und ausgebeutet werden. Geschieht dies, dann, wir wiederholen eS, muß vor allem daS taufende Publikum felbst auf feinet Hut sein. Wer ein bischen genauer zusieht, der wird bald herausfinden, was er von der marktschreierischen Ankündigung einer nie da-gewesenen Auswahl, einer unerreichten Qualität, einer fabelhaften Billigkeit rc. zu halten hat, und er wird eS sich gut überlegen, ob er seinen Bedarf auS der sich ihm plötzlich so lockend ausdrängenden neuen Quelle oder aber bei den ihm längst bekannten ansässigen und alS solid bewährten Geschäftsleuten decken soll. UebrigenS wachsen die Bäume nicht in den Himmel, und nach einigen Versuchen kehren die enttäuschten Käufer meist gerne wieder zu den alten Geschäftsfreunden zurück. Diese wandernden Geschäfte für alles, wie sie in den letzten Jahren als Ausverkäufe, Bazars, 27 tr.» Gewölbe und dergleichen allerorten den Markt beherrschten, waren gleichfalls eine der vielen unpassenden Erscheinungen, die die unerhörte wirthfchaftliche Krise feit 1873 hervorbrachte. Wie Handel und Wandel wieder in die regelmäßigen und reellen Bahnen zurllckkebrten, verschwanden jene übertriebenen und massenhaften AuSgebote von selbst und daS solide Geschäft tritt nun in fein alteS Recht, leidet oft genug und nicht am wenigsten nur infolge der Leichtgläubigkeit deS Publikums, daS eine Zeitlang trügerischen Anpreisungen willige- Gehör schenkte, empfindlich geschädigt. Ohne Vermessenheit darf man jedoch heute hoffen, daß wir die schlimmste Zeit hinter uni haben und daß fich die geschäftlichen Verhältnisse, wenngleich immer noch langsam, so doch dauernd bessern werden. — (Laibacher Volksküche.) Die Mehrzahl der in Oesterreich bestehenden Volksküchen ist bei dem rapide» Steigen der Fleischpreise auch mit dem Speisetarife in die Höhe gegangen, die Laibacher Volksküche jedoch ist feit Eröffnung dieser gemeinnützigen humanen Anstalt ohne Men« derung in der Qualität und Quantität der Speisen bei ihren ursprünglichen Preisen verblieben, eine Portion eingekochte Suppe mit Rindfleisch und Gemüse kostet 10 kr. und eine Portion eingekochte Suppe mit Gemüse 6 lt., 1 Stück Brod 1 kr. Bor Beginn des Schuljahres 1877/78 macken wir Über Ansuchen de» Vorstandes de- hiesigen Volk«. tüchenvereineS die minder bemittelten Studenten auf die Laibacher Volksküche, die um geringe» Entgelt eine täglich frisch gekochte und auSgiebige, gesunde Nahrung — Rindsuppe, Fleisch und Gemüse — verabreicht, aufmerksam. Die Laibacher Volksküche wäre bereit, für die minder bemittelte studierende Jugend in Laibach einen eigenen Studenten« Mittagstisch gegen vorauszubezahlendes Monat S-Abonnement (3 fl., beziehungsweise 3 fl. 10 kr.) zu errichten. Dieser Antrag verdient vonseite der Studentenwelt eingehende Beachtung. — (Eröffnung der $riglayhttte.) Wie die „Laib. Ztg." mittheilt, versammeln fich die Tbeilnehmer dieses Actes Sam-tag den 8. d. M., um 6 Uhr früh, vor dem Psarrhause in Mitttrdorf, von wo bei günstigem Witter der Ausstieg zu der von der Sektion Krain de» deutschen und österreichischen Alpenverein» neu erbauten Triglav-Hütte erfolgt. Um Mittag findet die Eröffnung der Hütte statt, welche von diesem Momente an der allgemeinen Benützung übergeben wird. Ist da» Wetter günstig, so wird noch am Abend de» Sam»tag» der Triglav erstiegen, ändern« fall» erst Sonntag früh. Der Abstieg wird durch da» JMtuta* thal nach Mojstrana bewerkstelligt. Jene Theiluehmer, welche nicht schon Freitag» in die Wochein fahren können, um sich dem Samstag« früh von Mitterdorf erfolgenden gemeinsamen Aufstiege an,»schließen, kirnten auch Sam»tag vormittag» von Mojstrana ausbrechen und vereinigen fich dann mit den au» der Wochein Heraufgekommenen bet der Berein»hütte. Jeder Teilnehmer hat selbst für den für feine Person uoth» wendigen Proviant zu sorgen. — (SanitätSbericht proJuli.) Vorherrschend waren: Magen- und Darmkatarrhe, Durchfälle und Brechdurchfälle bei Kindern, Entzündungen der AthmungSorgane, Anginen, Keuchhusten, Ruhr und Blattern. Die Sterblichkeit war geringer al« in den Vormonaten, «S starben 83 Personen, darunter 44 männlichen und 39 weiblichen Geschlechtes, 53 Erwachsene und 30 Kinder, und der Oertlich-keit nach: 31 Personen im Zivilspitale, 3 im Kinderspitale, 1 im St. JofefSfpitale, 1 im Versorgung-Hause, je 1 im Straf-, Jnquifitions- und ZwangSarbeitShanse, 14 in der inneren Stadt, 3 Pctersvorstadt, 7 Polana, 9 Kapuzinervorstadt, 5 Sradifcha, 4 Krakau und Tirnau, 2 Karlstädter. Vorstadt und Hühnerdorf 2. — Im Zivilspitale standen 649 Kranke in Behandlung und Verpflegung, hievon starben 31 und wurden entlassen 257. In der Irren» a b t h e i l n n g fanden 9 neue Kranke Aufnahme, Gesammt-Krankenstand 110 Personen. DaS GarnisonSspita zählte 276 Kranke; hievon genasen 122 und starb eine Person. — (Einjährig-Freiwillige.) Das Mini-steriitm für Landesverteidigung hat mit dem ReichS-KriegS-Ministerium eine Neutexlierung des § 143 der Wehrgesetz. Instruction dahin vereinbart, daß in der Absicht, den Mehr-bedarf an Truppenrechnungsführern, Verpflegsbeamten, dann an Militär-BaurechnungSbeamten im Kriege durch die Reserve zu decken, Einjährig-Freiwillige, welche alS solche zum Dienste im streitbaren Stande ausgenommen wurden und vermöge ifo« -urllckgelegteo Studien qd«r ihre» StbeoSbetuftg auch i«t $u»tufcit*g, in ,i«W »<*■ eben erwähnte» speziellen $icnfo#tetlge MM fin-, epf ihre Bitte »yd mit Cr miOigung de^ «rt»»;jknegSmiuist»rivm« zur Dienstleistung bei »e« Rechnnnü-k»n»I«jev der Truppen, und Heere«, enftalttn, bei hm Mit-r>«erpfleg»magarinen »der bei den «euie. und Mili1Lrb,uhirqctionen »ugelaffen werden können. In Anbetracht, daß d»t »weckdienliche Ausbildung dieser ^iHjührig.Freifl^lligey nur in größer» Garnisonen ermöglicht ift,. können solche Freiwillige auch nur in jenen Garnisonen, welche vom Reichs-Krieglministerium dafür bestimmt werden» zur vorgeschriebenen Praxi» eintreten. Die Gesuche um die Zulassung zu einem der erwähnten Dienstleistungen find seitens der Einjährig-Freiwilligen entweder nach dem Antritt de» PrSjenzdiepste» im Wege der Truppe, bei welchem |e diesen aMeisten, ob« auch vorher durch die Truppe, welche die Ansnahmebewilligung ertheilt hat, an da» Reichs» KriWSmimsterium »u leiten. _____ Kellerwirthschaft. (gortseeung.) Was die Art der Anwendung betrifft, so habe ich gefunden, daß das Ausfällen mit gebeizter Wolle keine be>-fiUdigtnbcn Stesi^tate liefert, weil die Oberfläche der Wolle auch dp feinem Gewebe zu uneben ift, um geringe Farben. Verschiedenheiten, auf welche e« hier ankommt, sicher erkennen ^agen. SS h^tetj aber die Möglichkeit, einige Surrogate, «Ml sie ohlie L!»chwein Vorkommen, von einander zn unterscheiden. Wenn nämlich das AuSsärben so vorgenom» men wird, t»6 man ungebeizte Wolle anwendet und einen UeJ)et|chn5 von schwefelsaurer Thonerde zur Flüssigkeit setzt (}- $• V» Vol. von dem des Weine»), so (affen sich die Faxbeft von, Kirschen, Holluuderbeereu und Malven auS-waschen, daß nur «och ein Hauch von Farbe zurückbleibt. Die Heidelbeersarbe bleibt blaßlila, die des echten Weines btflßros» zurück. Pan muß aus dem eben angeführten «OWdt ein« möglichst eben,, weiße Fläche benützen. Ich. habe weihe» Schreibpapier, ungeleimte« Papier und endlich einen, weißen, düynen Larton, von dem ich mich überzeugt hatte, daß er nur eine Spur Eisen enthielt, benützt, wie er al» FiiefjblaU gebraucht wird. Dieser saugt eine genügende Menge de» Reagens, wie de» Weines in einer gleichmäßi-gm Bertheilung auf, während auf dem Schreibpapier die Bertheilung ungleichmäßig ist und im ungeleimten Papier tschwedifchen Filtrierpapier) die Tropfen oder Striche sich zu lehr ausbreiten. Ich verfahre nämlich in einer der folgenden Weifen: 1.), Der Gat ton wird mit der mäßig roncentrierten Lösung de» Reagen» getränkt und bei 100° auigettorfnet; da hiebet die esfigsanre Thonerde Säure verliert und dadurch die Farbenerfcheinnngen ein wenig verändert werden, so ist Alaun «orzuziehen. Auf die fo vorbereitete Unterlage wird ein Tropfen de» Weine» aafgetropft oder ein Strich damit gemacht, wieder getrocknet und dann in destilliertes Waffe* gelegt, Die Farben, werten in dem Wasser liegend brnstheilt. 2,) Der Wein wirk, in der angegebenen Weise auf die Unterlage »bracht, eingetrocknet und den», in. tm Lösung von «sftgsout«: Thonerd« gelegt. Nach kurzem Verweilen wird die Farbe, beuviheilt, Da. «mch hiebei, die Farben in dev Mitte eine» Trqrskin» weniger krMg *18 an der Peripherie find, s» ist e» rathsam, die litztere« «rzugSweise dem Utihtitt zugrunde zu legen. Um mit Erfolg arbeiten zu können, ist e» nöthig, einen echten Wein jedesmal zum Vergleich zu benützen oder doch die Reartiou von echtem Weine vorher genau kennen ge» lernt und dem Gedächtnis eingeprägt zu haben. Man wird nun finden, daß, wenn auf die erste Weise gearbeitet worden. ist, die Farben sich nach dem Einlegen in Waffe, bester unterscheiden, al» unmittelbar nach dem Eiittrocknen. De», »egen ist da» zweite Verfahren vorzuziehen, wenn man im Laboratorium die Prüfung vornehmen kann. Durch diese Behandlung erscheint die reine Weinsarbe schmutzig rosa, bei Burgunder mit einem bräunlichen, bei ttlbwein und anderen «othweinen mit schwach bläulichem So*e. Die gerbe deS nnvermischten Weines eine» der Surrogate der dritten «ruppe dagegen erscheint violett bi» entschieden blau (letztere» bei Malvenwein). B'i Gemischen von 10 bi» 20 Perze« der letztere» mit echtem Weine ist die Farbe roth mit deutlich bleuem Tone. Man kann die Prüfung auch mit dem Weine ohne weiter» vornehmen, indem man ihm esfigsanre Thonerde zumischt und zum flochen erhitzt. Di» Thonrrdr zerlegt sich unter «ulfcheidung eine» befischen Satze», welcher sich färbt. Dir «eurtheilung der Farbe ist jedoch viel weniger leicht, «eil der Riedeischlag sich langsam abfetzt und manchmal beim Erkalten wieder, löst. Man kann aber nur nach dem vollständigen Absitzen die Farbe richtig beurteilen. Etwa» besser geht e», wenn man auf 1 vol. esfigsanre Thonerde (1:10) 6 Vol. Wein und 10 Vol. Alkohol mischt. Der Niederschlag setzt sich rascher ad und läßt dann die oben angegebenen Farbenverschiedenheiten gut erkennen. Ueberdie» hat die über demselben stehende Flüssigkeit beim Vorhandensein von Malvensarbstoff einen deutlich violetten Don, wodurch sich jener von dem sehr ähnlichen der Lignster-beeren unterscheiden läßt. (Schluß folgt.) Louisenbad in Veldes. Fremdenlifte vom 19. August bi» 1. September 1877. Josef Sepic, LandeSgericht-arzt, au» »gram; Richard Kaiser, Realitätenbesitzer ; Rudolf Koller, Weltpriester; Jtetl Müller, Pfarrer, und Dr. Ernst Müller. Weltpriester, auo Wien ; Franz Pechet, Pfarrer, und Dr. Gregor Fuchs, Prof., au» Leoben; Ottokar v. GrSfenftein, Prof., au» Admont; Dr. August Engellen au» Bremen; Trnka, Hauptmann, au» Laibach; Dr. Franz Graf au» Graz; Gräfin Pejazevich-Dory und Graf Heinrich «huen aus «Slavonie»; v. Weiß, Kammerherr, an» Meiningen; Gräfin Murray aus Stein; v. Bednarz an« Brünn; Joses Bogatay und Heinrich Sa-tin au» Wien; Jofef Steg«, Professor, aus Salzburg; Gustav Aruzmacher aus Triest; Bei» von «amanhazy, Ge-richtsrath, ou» Budapest; Albert Luka», Beamter, au» Zara; Dr. Eduard Leinzinger, RegimentSarzt. au» Zombor; Heinrich Ficker, Pros., ou« Wien; Anton Gertscher. Lande», gerichtspräsident, aus Laibach; Karl Äiott, Notar, aus Wien; Friederike Ettinghausen au» Graz; Johann Zelniczek, Di-rektor; G. Fachudrich, »aZfabriksdirektor; Gerta v. Ficken und L- B. Hahn aus Wien; Karl Toperczer au» Ungarn. Witterung. 8 a i v a ch , 4. September, «egen anhaltend, fchwacher NW. Wärme: morgen« 7 Uhr + 15 3', nachmittags 2 Uhr + 14 6» C. (Iö7ti + 20'8‘; 1875 + 20 6* C.) Barometer im Steigen, 735 49 mm. Das gestrige Tagesmittel der Wärme + 16 0°. um 0‘4° unter dem Normale; der gestrige Nieverfchlag 22 20 mm. Regen._______________________ Angekommene Fremde am 4. September. Hotel Stadt Wien. Neimeier, Friedland, Pergla», Äffte., und Ragenhoser, Wien. — Berger, Kfm., Dresden. — Pengenwald, Handeiskammerpräsident, und Roth, Prof., Schöuburg. — Dimmer, Kfm., und Pollak, Triest. — Pipp, Geschäftsmann, Sapione. — Agnitfch, iSottschee. — Graf v. Attern» f. Gem., Riva. — Trajansek, Prof., und Dr. Camillo Ritter v. Egger, Görz. — «oroschitz, Grund* buchSführer, Mureck. Hotel Elefant. Beutarn, Reis.; Dr. Willanich, Advokat, und Einerl, Kfm, Wien. — Senat, Professor, Görz. -Eesnik, Kfm, «nejak. — v. Prückner, Matintbtamter, Po(a. — Dr. Tschamer, Graz. — Morpurgo, Triest. — Lerch, Doktor»gattin, Reifniz. — Sola, Mostar. Bettel», Mattkialverwalter, Schlau. Kaiser von Oesterreich. Dolinar, Trata. Stadt Latdach. PavSe, Jefeniz. — Prezel, Feistriz. Mohren. Zuga, Rtain. — Stifter, Beamter, Polna. — v. Welling, Oderlient., nnd Germoany, Karolina, Graz. Verstorbene. Den 2. September. Johanna Maler, Arbeiter»* gattin, 71 I., Zivilspital, chronischer Daruikqtarrh. Den 3. September. Lorenz Mlinar, Inwohner, 61 I , Aivilspital, Gehirnlähmung. — Franz Zidan, Tisch-lergefelle, 22 I., Filiaispilal. Polanastraße Nr. 42, PsoriaßS. — Maria Slana, Arbeiterin, 36 I-, Zivilspital, Lungen* tuberkulöse. — Maria Jamnit, Inwohnerin, 81 I., Zivil» spital, Lungenödem. — Amalia Gregore, k. k. Strashau»-KoutrollorStochter, 9=/, I., Lhtöngaffe Nr. 15, Lungen* ____________________________________________________________ Druck von Jg. v. Kleinmavr * F,d. »emberg. Gedenktafel über die am 7. September 1877 stattfindenden Mitältoaen. 2. Feilb., Tejak'sche Real., «ofalniz, BG. Möltling. -2. Feilb., Gregorit'jche Real., Rndolsswerth, KG. Rudolf», werth. — 2. Feilb., Kokajl'sche Real., Waisach. ««. Krain-bürg. — S. Feilb., MerSnik^che Real.. Smerje, BG. Feistriz. — 1. Feilb., Laureukii'sche 9ie»t., Ckrfeld, BG. Wippach. — 1. Feilb.» Benvna'sche Real., Zol, BG> Wippach. — 1. Feilb., Smreker'sche Real., Rojanc, «G. Tschernembl. — 1. Feilb., Bizal'sche Real., Bornschloß. BG. Tschernembl. — 1. Feilb., Petrit'sche Real., Ravnate, BG. Willing. — 1. Feilb., Graiar'sche Real-, Oebeugraz. BG. Tscher«»bl. Telegramm. Budapest,4.Sepkember. (Frachtbörse.) Prima« Weizen, per Meterzentner 80 Silo effektiv wiegend» kostet 12 fl. 65 fr. bei geringer Nachfrage, Uftmcc' 11 fl.; Exporteure zurückhaltend. Mt Damen, welche gesonnen wären, dem Handel»stande sich zu widmen, beginnt mit 15. September l. I. ein Privatkurs zur Ausbildung in der einfachen und doppelten Bachführung nebst allen einschlägigen HandelSwiffenschasten einschließlich dem Wechjelgeschäste. Anmeldungen beliebe man an F. Mllllers Annoncen» Bureau in Laibach, Herrengaffe, Fürstenhoft zo richten, woselbst auch nähere Auskunft ertheilt wird. (446) 3—1 Eine Parterre-Loge ist für die ganze Saison zu vergeben. — Nähere» in der Buchhandlung v. Kleinmayr & Bamberg. (437) 3—» Fräulein, welche» in der renommierten vnw«'schen Musik- Lehranstalt in Graz den pädagogischen Musikknrs mit bestem (jttfolgt absolviert und die beste Lehrmethode stch ungeeignet hat, hierüber mit vorzüglichen Zeugnissen sich auSweifen-kann, empfiehlt sich zur Ertheilung eines sistematischen Klavierunterrichtes. Nähere Auskunft ertheilt F. Müllers Annoncen-Burea» in Laibach. (444) 3—2 Speifen- & $eträn6e~Sarife für Gastwirthe, elegant ansgestattet, stets vvrräthig bei 3g. v. Kleinmayr & £, Samberg. Wiener Börse vom 3. September. Pfandbriefe. Staatsfonds, j «cu> war- Spa,. 64 46' 6*'E0'eng. öft. Bob.-ättb«. „ bt». bto. 8R. in 6itt.| 6« 95 67 — — — ~ tele eon 1864 . . . . 107-76 108-yö Ne »ss 1860, gen»« 11S-— 11»Hi tzs« »»» 1860, j^finft. 119 — 119 50 »t4mien|». ». im* .j —I — Orondent.-ObL 6icben6tttg. Ungute Jkotten. ÄMlo-8ant .... SrditanfUie . .. . leoofttenient . . . e«cemetf»*n6alt . #teacn*»ant ... öanbeWbant »ationaltael . . . 0-ft. »entgeftUI. . Union*Sant .... ö«rtrhr»b,nk. . . . »lfclb.«a^n . . . Äatl 8ubi»i«ba6n . »all. eilf.-eehn . »elf. Sr. 3»fe|e» . Sta-tsb-h, .... feübbabn...... 78 60 74'-75 60 76'- I ts is seiest« 107-1S7 — 140 685 - «86 - 85*— 854- 6i'75 es 9e.— »e 114— 115 846*— 846 176— 17« 186 50 >81 871 »5 »71 «i'-j 19 bto. in 88 0. i Metion. ö. W....... i Eng. 8ob..i4tcbiian(t. Prioritüte-ObL ran| 3e|ele.ad*n . GtaatsbaHn ..... Güdbaha i 5 Per,, bto. Boa« Lese. Ättbjt • Kok........ «ubolfl - «oft .... Weobs. (SUtton.) «uglbutg 100 Mari 6tanl|. 109 Wert . . pambntg. , Vonbon 10 *fb. fetal. Pari« 100 tftanU . . Mäusen. Reif. IMiln^Deteten 80.gt«nc*l6U . . . . wett!»« »tiftfttiut eiltet . . •elb 88-60 1-8 10 80*75 War« 104-60 88 7h »8 80 W-rr 88 50 81-50! 68 76 88-75 166 86 18 50 68 - 118 «0 47-66 6-68 86« 68-50 104-40 186-7»; 18-75 89 — 88-76 64---- 5ö'3T 68-80 lies» 47 60 570 9-66» 68 60 104»» Telegrafischer Kursbericht am 4. September. Papier*«ente 6416. — Silber-Rente 6690. - «old-«ente 74 05 - 1860er StaatS-Anlehen 118 —. — Bank* «tim 864. — Ätebitoctien 197 —. — London 119-56. — Silber 104-80. — *. f. MünMlate« 6 69. — »0.Frank» Stücke 9*6*/,. - 100 «eich«»ark 68-65. Berleger: Dttomai Bamberg. Für die Redaktion verantwortlich: Franz Müller.