Mbacher ^ Zertuna) -5^ den 15. Männer 1823. TM i e n. x!?e. k. k. Apostol. Maicstät haben die durch eaö Ableben des Joseph Rebell in Erledigung ge: kommene Stelle des Directors der kaiscrl. Bilder-Gallerie in Wien und Schloßhauptmannes des k. k. Lustschlosses Belvedere, dem außerordentlichen Professor und Corrector der Histovienmahlerei an der f. f. Akademie der bildenden Künste, Peter Krafft, al-lcrgnädigst zu verleihen geruhet. Samstags den 5. Januar d. I. fand beiHo<-fe die öffentliche Cardinals^Barrett-Ertheilung an den zur lZardinalswürde gelangten Fürst-Primas 5cs Königreichs Ungarn und Crzbischof zu Gran, Alexander Rudnay von Rudna und Divok.Ujfalu^ mit dem herkömmlichen Gepränge Statt. Der am k. k. Hofe accreditirte Apostolische Nuntius, Marchese Spinola, wie ailch der neu ernannte Cardinal, fuhren jeder mit drei sechsspän« mgen GaNawagen, unter Vortretung ihrer Diener» schaft, zu dieser Function nach Hofe» Die Feierlichkeit begann mit einem Hochamte in der HofburgpfarrNrche unter Ponlificirung dc3 Apostolischen Nuncius. Sodann erfolgte im 6e^ lemonien« Saale die Überreichung des päpstlichen Brove zu Allerhöchsten Handen Lurch dcn hierzu beauftragten Apostolischen Ablcgatcn, Monsignor Luciardi? worauf Se. k. k. Majestät, auf dem Throne sihcn>'und umgeben von Allerhöchstihrem Hdfstaatc. dem kardinal-Fürst-Primas das Bar^ rett auf daä Haupt zu seyen geruhten. Zum Schlüsse dcr Ceremonie wurde das Te De^m in der Hcflmrgpfarrtirche abgesungen und von dem Cardmal-Fürst-PrimaK der Segen ertheilt. (W. Z.) Machrichten aus Moren Der Oonsiitutionel enthält folgendes Schrei, bcn eines am Bord der Fregatte Juno (welche am 2t. Abends auf der Rhede des Lazareths von Tou-Ion vor Anker gegangen war) befindlichen Mari. ne- Offiziers an seinen Freund in Tou lon : «A„l Bord der Ills!!?, den ^2. D^?!!'.l>fr >3«s,- „Ich schätze mich glücklich, endlich hen franzs-sischcn Boden zu betreten, der im Vergleich mit den verheerten Küsten Morea'3, (das übrigens dcr< einst eines der schönsten Länder der Welt werden kann,) ein wahres Paradies ist. Ich übersende dir vcrsprochenermasicn meinen Reisebericht. Am 22. November gingen wir nach Porös ab, um den Admiral oe Rigny, der zwei Tage vorher bat Linienschiff le (5 0 n qu er a n t verlassen hatte, nach Hydra zu führen. Der französische Botschafter schiffte sich mit seinem c^nzm s^esola«? ans dcn Bres -lau ein, um siä) ebenfalls nach Porös zu begeben. Wir verlicsien H y d r a am '2.^. November. Der <3o nq uerant ging am selben Tage mit uni unter Segel; der Admiral de Rigny bestieg ihn von neuem, ließ scine Flagge auf demselben aus' ziehen, und ging nach E m yrn a ah ^). Er wivtz tort die 200 Mann ungefähr ron eel Besamung sei^ nes Schiffs, welche vom Scorbut oki-s von Wechsel-^Fiebern befallen sind, ans Land setzen, wo sie durch das gesunde Klima und die Pflegc, die ihne» zu Theil werden wird, unfthibar bald wicdcr ge- ') W» er >flaN!vll5ch «N ^ No»M seille, die Fregatte Atalante, mehrere leichte Fahrzeuge, und eine außerordentliche Menge von im Dienste des Staats befindlichen, theils französischen, theils neapolitanischen und sardinischen Transport-und Kauffahrteischiffen. Der englische 'Admiral Malcolm war mit den unter seinen Befehlen stehenden Schiffen ebenfalls d^rt abgekommen, und bei unserer Abfahrt noch daselbst zugegen. Die Frc. gattc Atalante lst mit uns abgesegelt, und zwar nach Porös, um dort anstatt unser dem Präsi«-denten von Griechenland zum Dienst und zur Disposition zu seyn. — Die Anzahl der Kranken auf der Sscaore ist nicht sehr bedeutend. Das Linienschiff (2 0 nquera n t hat dic meisten, wie ich bereits oben gemeldet habe. Untcv dcn zu Navarin befindlichen kranken Matrosen gibt es blos Scorbutkranke, die in einer eigen-s für die Marine bestimmten Barracke untergebracht sind. — Die Landarmee hatte bei unserer Abfahrt ungefähr 5oo Mann verloren. Die Gesammtzahl der in denver^ fchiedencnlZantonnirungen befindlichen kranken Mi? M litars belief sich nicht auf 1000. Der Wechsel der Jahreszeit läßt ihre baldige Wiederherstellung hoffen, und die Anzahl der Kranken nahm in derThat Mtäglich ab. Neue Krankenfälle waren nicht eingetreten, und Diejenigen, welche entweder nicht er-krankt oder bereits genesen waren, dürfen wohl für acclimatislrt gelten, und sonach Nichts weittr M zu besorgen haben. — Unsere Truppen sind in den ^Theilen Morea's, die sie inne haben, ausfolgende Weise vertheilt: Das ^2. Linien-Regiment M vnd e'me Artillerie-Compagnie sind in Navarin Wkasernirt; das l6. und 59. Linien «Regiment, das M Kavallerie-Regiment und eine Genie-Gompagnie D liegen zu Mod on, woselbst sich das Hauptquar^ tier der Armee befindet; das 27. Linicn-Regiment licgt zu K 0 r 0 n; die übrigen Truppen cantonnircn theils um N a v a ri n, Heils zu Patra s." Gest. B.) OrsWritssnmen. Die erste Abtheilung der portugiesischen Flüche linge wurde nicht, wic c5 Anfangs hieß, am 2,^ December zu P l y m 0 u t h eingeschifft, da die Trans« portschiffe hiezu nicht in Bereitschaft waren. Die Einschiffung sollte am 24., und die Abfahrt am 3a. erfolgen. General Saldanha war am i5. in Plymouth angekommen, und hatte, wie der Courier sagt, das (Zommando der ersten Abtheilung übernommen. (Oest. B.) N u ß I a n v. . Die preußischc'StaatszeklinZ sagt: „Mehrere Briefe von der türkischen Gränze enthalten die Nachricht, daß die Türken cincn fruchtlosen Versuch gemacht haben, Bacna wk-c er zu nehmen. Der Verlust soll auf beidcn Sellcn ''emend gewesen, unö der die Türken befehligende ^craskicr schwer verwundet worden seyn, — Briefe aus Odessa vom l2. Dec. geben an, das), als-Omer Vrione von Schumla aus enu Belvcgung aufBasardschik ge< macht habe, der General Roth ihm von Varna aus entgegengerückt ftj." (Allg. Z.) Die Zeitung von Odessa vom 2a. December meldet, nach einigen Tagen strenger Kälte ha? be am 18. der Wind sich umgesetzt, und die Witterung sei gclind geworden. Die Absendung ron Lcbensmitteln über See zum Heere sei jedoch keinen Augenblick untcrbochcn worden, und am iö wären fünfzehn bcladcne Schiffe nach Varna ab- ' gesegelt. — Dieselbe Zeitung schreibt aus I a fsy: „SeitAnkunft desruffischenHauptquartiers herrscht hier die größte Thätigkeit. Der Handel gewinnt wieder Leben, und wir sehen täglich viele Waaren ankommen, oie leichten und vortheilhafteu Absatz finden. Alle Nachrichten von den Linien unserer (Zantonuirungen sind sehr befriedigend. Der im verflossenen Monate empfindlich gewesenen Kälte ist eine Temperatur gefolgt, welche die Verbindungen erleichtert. Die Transportschiffe mu den Le. bensmittelnsin dieArmee kommen cäglich zuVar-, na an." ^Oest. B.) Gsmannifches Neich. An der Vertheidigung der Hauptstadt wird noch immer eifrig gearbeitet, und obgleich kein Zremdcr in die Nahe dieser Arbeiten gelassen wird, ss h^ mcrtt man d.)ch ven Ferne, nach wclchem^ grFß<>n / ly Maßstab die Vorkehrungen getroffen werden. Über- ^ kaupt sicht man aus allen Maßregeln der Negie-^^ luk welchem Nachdrucke sie den künftigen ,n führen gedenkt, und daß sie sich durch .! ^ligen Ereignisse weder einschläfern nochein-' .^>lern laßt. Nürnberger Friedens« und Kriegskourier ^^»^^^lgcndcs von der türkischen Gränze vom iu. Dec.: „VonZcitzu Zeit wagen sich kleine Abtheilungen türkischer Truppen aus Silisiria über die Donau, und es soll ihnen unlängst gelungen scyn, die in einem in der Nähe des Ufers gelegenen Dorfe befindlichen Russen gefangen zu nehmen, und mit ihnen über den Strom zurückzukehren. Auch sieht man sie häufig auf der Donau mit Fischen beschäftigt, bei welcher Gelegenheit jedoch "or Kurzem einige 3o Mann von den Russen aufgehoben wurden. Silisiria hat in letzter Zeit nicht allein eine frische Besatzung, sondern auch bedeutende Verstärkung an Kanonen und Munition erhalten, und man zweifelt, daß sich die dortige Garnison den Winter über ruhig verhalten wcrde. Den Helden von Silisiria Achmet Pascha, hat der Sultan zum Chan «nd Pascha von Numelicn ernannt. >— Aus dem Hauptquartiere zu Iasfy haben wir keine Nachrich« ten, außerdem Gerüchte, daß General Diebttsch bestimmt sei, im nächsten Feldzuge das Kommando 5cr ganzen russischen Armee zu übernehmen. Mg. Z,) GricchcnIanV. Zca den 4. December. Allmählig fängt sich bcr Zustand Griechenlands zu verbessern an, Ordnung und Nuhc kehrt zurück, und der Handel, die Seele des Ganzen, fängt an seinen natürlichen Gang fortzugehen. .Bis jetzt weiß man noch immer nicht, wieweit sich die Gränzen Griechenlands erstrecken werden, da die Gesandten der drei alliirten Mächte, die sich noch immer m Ägina aufhalten, von ihren Regierungen keine weiteren Instructionen erhalten haben. Die Franzosen, welche Anfangs Morea verlassen zu können glaubten, um das übrige Griechenland noch rcn den Türken zu säubern, machen bis auf weitere Ordre daselbst Halt, lassen aber der griechischen Regierung bei der neuen Militäror-Kanisation alle mögliche Unterstützung angedeihen. Die bei Megara gelagert, n griechischen Truppen sind ins Felo gerückt, und sind in mehreren Gefechten, die sie mit den Türken in Ost-Griechenland gehabt hat. ten, Siegergeblieben. Manglaubt, daß sie im gegcn-tranigen Augenblick? im Besitze der Wsts b)s^?!, Schlössern von Lcpanto seien. In Candia nehmcn die Angelegenheiten für die Griechen einen günstigern Character an, da die Türken blos auf chre Festungen beschränkt sind. <3me neue Crpccition von 25oo bis 3ooo Mann rückt rasch vorwärts, ne ist bestimmt, den Griechen daselbst Verstärkungen zu brmgeu. Ungefähr zehn grösiere und einige klei-ncre Kriegsschiffe sotten sie unterstützen. Zum l)hcf dieser Expedition ist To m b asi ernannt, der zuZIcrch Gcneralgouverncur von Oandia werden soll. Der gegenwärtig zu Patras erscheinende lüoui'iier cl'Ori^ut enthält in semerclsienNummer ein Schreibendes (Zhiltarchen Tsavella's an fti-nen Bruder, worin er ihin meldet, daß die zn Lomotiko stehenden Türken, 2200 an der Zahl, von den Griechen am 5. November angegriffen, und der größte Theil davon niedergemacht wurde. Der türkische Commandant Achm et- Aga, wurde mit hundert Türken gefangen genommen. D 0 m a n -Pascha und Asian. Bei V orconda ri wclchs mit ihren Streitkräftcn ersterenzu Hilfeziehen wollten, wurden am 7. und 6. ebenfalls angegriffen, und bis D 0 m ni h a verfolgt. Gegen sechzig wür» den getödtet, und von den Griechen eine ansehnliche Beute gemacht. Die in Ost- und Westgricchenland operirenden Türken bestehen nur aus lauter irregulären Truppen, dencn es beso^dcrs an Geschütz fehlt, und auf Verstärkungen gar nicht rechnen dürfen.— Man erwartet von einem Tage zum andern ein griechisches LageraufdenAnhöhen von Lepanto, obgleich der Winter mit starken Schritten herannaht/ und die Gipfel des Parnassus ganz mit Schnee bedeckt sind. Seit der Verlautbarung der Blockade der Dardanellen hat die griechische Regierung eine Menge von Kaperbriefen a»sgc> .en und den Empfängern zugleich die Weisung gegeben, alle mit Getreide bc-ladenen neutralen Schiffe wegzunehmen und sie nach Ägina zu führen. Bis zum »1. November waren vier österreichische, zwei neapolitanische und ein tos-lanischer Kauffahrcr nach Ägina aufgebracht; dort wurden sie vcr das Priscngcricht gestellt, um zu untersuchen, ob die Ladung türkisches Eigenthum sei oder nicht, um im > im zweiten über, gegen das Versprechen der Bez.ch. lung, für di? griechische Regierung zu behalten. Sobald der k. k. Escadre-Commandant. Grgf, - von Dandolo daro-i m Kenntniß gesetzt wuroc, 1 ließ cr durch das k. k. Octtcr>ü - (Zonfnlatzu Smpr^ 2a na, den österreichische Handelsstand vcn den vorgefallenen Ereignißen in Kenntniß setzen, er selbst aber bereitete sich vor, an Bord der Bellona nach Ägina abzusegeln um daselbst die Freilassung der von den griechischen Korsaren weggenommenen Schisse zu fordern. (Oest. B.) Der Admiral d e Nigny war am 2. December zu Smyrna angekommen. — Am 7.December befanden sich im Hafen zu Porös zwei russische Linienschiffe , zweiFreaattcn und andere kleinere Fahrzeuge ml,si zwei englischen Fregatten. Der (^ourrier d'Orient Leinenen zu Pa-tVHs erscheinende Zeitung in französischer Sprache) enthält ein ausführliches Verzeichnis? aller Geschenke, welche der Gnecbenvercin in Nordamerika zur Unterstützung ocr Griechen abgesendet hat. Die Vertheilung der eingetrossenen Gaben fand zu Po-ws, Ägina, und Aphalia statt. Unter andern wurden auch ,5aa Ellen Tuch zur Bekleidung derjenigen Kinder eingesendet, welche die öffentlichen Schulen besuchen. Besonders erwünscht kamen die angelangten Unterstützungsmittel dem zu Porös neu errich» teten Hospital, welches unter der Direction des Dr. Neuß sieht. — Am 5. December fand zu Patras die Wahl der Demogeronten statt. — Der Fürst Alexander Gantakucenus, welcher im Jahre 1821 die Türken zur Übergabe von Napo-!i di Mal»asia zwang, ist unlängst von Dresden in Begleitung seines Sohnes in Griechenland eingetroffen. Gr begibt sich nach Ägina um sich mit dem Grafen Capodistrias zu besprechen. Er hat im Sinn große Besitzungen im Pcloponeö anzukaufen und sich mit lcm Anbau des Bodens zu beschäftigen. — Mit dem Fürsten Santakucenus ist zugleich der preu» . Hische Maj?r von Schernhof hier angelangt. Man Dversichcrt, daß auch er sich nach Ägina begebe, um dcn Posten eines Geschäftsträgers m Griechenlands ron Seite seiner Regierung zu übernehmen. D Passano, ehemalige/ Commandant der griechischen Escadre im Golf von Prevesa, begibt sich Nach Äglna, um über sein Benehmen während der Int seines Commandos, Rechenschaft zu geben. M ((^. I'll:!«.) U KpHnisches Amerika. W Nachrichten aus Mexico vom 2. November »zufolge, ist Sir Robert Wilsons Sohn dase.bst. auf seinem Wege von Bogota nach England angekommen, und gibt einen günstigen Bericht über den Stand der Dinge in (Zolumbien. Das Fort von Perote, welches der, von den Generalen Nincon Calderon und Valdcrie; verfolgte, Santa-Ana, verlassen hat, ist den Truppen der Regierung am 29. October unter Gomez überliefert worden. Santa-Ana wird wahrscheinlich eiligst nach Guatimala fliehen müssen. Gin Decret der gesetzgebenden Versammlung vom 25. October verbietet, bei schwerer Strafe, all^' geheimen Gesellschaften.—Der Commandant Manuel Ricon hat am 27. October mit äoo Dragonern Tchuacan besetzt, und den folgen« den Tag sich aufdieVerfolgung desScmta-Ana begeben, der die Rickmng von Oazaca eingeschlagen, und zuletzt nicht mehr als 9oa Mann Fußvolk, 3ao Pferde und 6 Kanonen hatte. —Über General San« tanders Schicksal hat noch nicbts verlautet. Die englische Partei verlangt seinen Tod; wahrend noch kein Beweis angeführt wird, daß er ein Mitschu"« diger des Komplottes war. Während seiner ganzen Verwaltung, als er allein an der Spitze der Ne« gierung stand, zeigte er sich als Ehrenmann, und genoß die Achtung des ganzen Landes. Santander war es vorzüglich, der die Anerkennung Cclum-biens durch Großbrittannien herbeiführte. (Oest. B.>, Als die Hauptursache der in Gibraltar herrschenden Krankheit wird die starke Bevölkerung des Ortes angegeben, welche sich auf Zo.ooo Seelen belaufen hat. Besonders hat man unvorsichtiger Weise vic-le Frcmve von allen Nationen, größtem theils von schlechtem Character und n